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RedaktionWas mit Medien: 15 Jahre Netzpiloten

Wolfgang Macht und Tobias Schwarz waren Gast in der Sendung “Was mit Medien”, um einen Blick hinter die Kulissen von Netzpiloten.de zu werfen. // von Redaktion

Netzpiloten

Im vergangenen Jahr feierten die Netzpiloten ihr 15. Jubiläum, zu dem uns viele bekannte Persönlichkeiten des deutschsprachigen Internets gratulierten. Gestern Abend waren Gründer Wolfgang Macht und Projektleiter Tobias Schwarz zu Gast in der Radiosendung “Was mit Medien“, blickten zurück auf die Geschichte von Netzpiloten.de und diskutierten die Herausforderungen eines Online-Magazins und des Journalismus im Medienwandel.

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RedaktionWarum muss das Netz frei bleiben, Bastian Unterberg?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Gründer & CEO von jovoto.com, Bastian Unterberg.

Bastian_Unterberg_postHerzlichen Glückwunsch zum Jubiläum. Für mich ist es immer wieder beeindruckend zu erleben, dass die digitale Revolution Menschen auf der ganzen Welt dazu befähigt, Ihr Leben selbstbestimmter zu leben, weil Ihnen digitale Geschäftsmodelle dafür die grundlegende Sicherheit bieten. 

Ob dies nun Geschäftsmodelle sind, die ungenutzte Assets nutzbar machen, wie Collaborative Consumption Plattformen, wie AirBnB oder Crowdfunding Plattformen wie Kickstarter, die eigene Herzensprojekte finanzieren – oder ob es Plattformen sind, die Zugang zu neuen Opportunities und Jobs schaffen, wie jovoto. 

Diese Auswirkungen der digitalen Revolution, die auf der ganzen Welt das Leben von Millionen von Menschen nachhaltig verändern sind es, die mich motivierten jovoto zu gründen. Bei jovoto erlebe ich diese Auswirkungen in der Art, dass Menschen ausreichend Vertrauen in Einkommensperspektiven und Netzwerkeffekte unserer Plattform fassen, um endlich die wenig geliebte Anstellung niederzulegen. Die meisten dieser Menschen fühlen sich mit der Entscheidung befreit und sind als Architekt Ihres eigenen Lebens wesentlich zufriedener und vor allem eines: Freier. 

Deshalb ist es so wichtig, dass wir die digitale Revolution schützen. Unser Netz muss frei bleiben! Nur so können Menschen wirklich Vertäuen fassen. Ein kontrolliertes und regulierbares Netz ist ein Unsicherheitsfaktor für jeden Internetunternehmer und für all diejenigen die auf diese digitalen Geschäftsmodelle Ihr Leben aufbauen.

RedaktionWelcher Mail-Spoof hat dich umgetrieben, Tilman Baumgärtel?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Publizisten und Vertretungsprofessor an der FH Mainz, Dr. Tilman Baumgärtel. 

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Heute habe ich wieder so eine Email bekommen. Kein Inhalt. Kein Betreff. Kein Absender. Kein Adressat. Trotzdem habe ich sie bekommen, eine Mail ohne Inhalt und ohne Grund. Vor ein paar Monaten hätte ich sie gelöscht, ohne weiter darüber nachzudenken. Ich bekomme jeden Tag so viele Mails. Ich bin froh über jede, auf die ich nicht reagieren muss. Delete-Taste, Fall erledigt.

Seit Edward Snowden uns die Augen dafür geöffnet hat, was für ein Panoptikum das Internet ist, treibt mich so eine Email um. Bedeutet das, dass ich beobachtet werde? Habe ich allein durch den Empfang dieser Mail ein Backdoor zu meinem Computer geöffnet? Einen Trojaner installiert? Wird nun jeder Tastendruck, jede angeguckte Site in irgendwelchen kafkaesken Datenspeichern aufbewahrt, um in Zukunft irgendwann gegen mich verwendet zu werden? Warum gibt es solche Mails überhaupt? [Mehr]

RedaktionWie verändert Twitter den Sport, Paul Keuter?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute Head of Sports Partnerships, Twitter Germany, Paul Keuter.

Paul_Keuter_postFür Jemanden der sich nicht als “digital native” bezeichnet, ist es schwer einen wirklich individuell beeindruckenden Moment des digitalen Zeitalters aus der Erinnerung zu fischen. Ich bin aber immer wieder aufs neue fasziniert davon, wie Twitter die Kommunikation im Sportbereich verändert hat. Während des Champions League Finales in London dieses Jahr habe ich einem Journalisten über die Schulter geschaut, der Tweetdeck nutzte. Die Geschwindigkeit mit der ich dort Millionen von Tweets einlaufen sah, hat mich extrem beeindruckt. Zu einem solchen Ereignis wird Twitter selbst zu einer Art Stadion in dem Millionen von Fans eine unglaubliche Atmosphäre verbreiten. Die nachfolgende Visualisierung von Tweets zu einem Spiel der Fußball Europameisterschaft 2012, zeigt wie sich die Fans in der ganzen Welt auf Twitter zu einem Großereignis treffen. Das ist ein gutes Beispiel für eine Errungenschaft der digitalen Revolution, die sicherlich nicht nur mich beeindruckt. [Mehr]

RedaktionDein beeindruckendstes Online-Erlebnis, Christian Ankowitsch?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Autor und CIO (Chief Inhalte Officer) bei Moka Consorten, Dr. Christian Ankowitsch

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Der beeindruckendste Moment war für mich tatsächlich ein konkreter Moment. Und zwar jener, in dem mir im Jahr 1993 ein Kollege die Sache mit dem Internet demonstrieren wollte und sich – von seiner Wohnung ein paar Kilometer entfernt – per 2.400-bit-Modem auf meinem Laptop einloggte. Ich war vollkommen fasziniert und außer mir. Grandios. Der Kollege machte zwar nichts Besonderes auf meinem Rechner – aber von da an wollte ich mit der digitalen Welt da draußen etwas zu tun haben. Und so lauschte ich von nun an dem verlockenden Gezirpe des Modems. Ich besorgte mir ein CompuServe-Handbuch, in dem eine 5 1/4-Zoll-Diskette steckte und meldete mich mit deren Hilfe bei CompuServe an. Das hatte zur Folge, dass ich eine – unter Insidern höchst begehrte – Mitgliedsnummer bekam. Sie lautet 75337,1615 – nur für den Fall, dass mir jemand eine Email schicken will (75337.1615@compuserve.com). [Mehr]

RedaktionWas ist revolutionär an der Digitalen Revolution, Niko Waesche?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Gründer & Managing Partner von GMPVC German Media Pool, Dr. Niko Marcel Waesche.

Niko_Waesche_postGlückwunsch zum 15-jährigen Netz-Jubiläum; das können nicht viele feiern. Das zeigt Weitsicht und Durchsetzungsfähigkeit gleichzeitig. Die Frage nach dem beeindruckensten Moment ist tückisch. Man outet sich sofort als Netz-Dino wenn man die ersten Schritte mit Gopher, Pine oder Mosaic beschreibt. Und aus heutiger Perspektive sind die unglaublichsten Aha-Erlebnisse von Damals nicht mal mehr einen Gähner wert.Wir haben sogar vergessen, warum die Digitale Revolution eine Revolution war, so normal erscheint uns alles heute.Genau das sollten wir aber nicht vergessen. Die ersten, die sich für das Netz interessierten, fanden genau einen Aspekt spannend und nichts anderes. Geld verdienen könnte man mit dem Internet nämlich kaum. Leute, die sich dafür interessierten, produzierten CDs mit Spielen oder Anwendersoftware.Und das Netz war kein Entertainment. Videos und selbst Audio ging kaum. Es tummelten sich weit mehr Leute auf der (offline) CD-ROM Konferenz von Reed Midem in Cannes als auf der dritten International World Wide Web Conference 1995 in Darmstadt (ich besuchte damals beide). [Mehr]

RedaktionBester Satz zur digitalen Revolution, Christian Sauer?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den CEO von Webtrekk, Christian Sauer.

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“Ohne das Internet wäre ich vielleicht nie zum Unternehmer geworden und deshalb verdanke ich der digitalen Revolution wirklich sehr viel. Ohne das Internet und den Mobilfunk würden wir Verabredungen immer noch vom Haustelefon treffen und Briefe schreiben. Einer der beeindruckendsten Momente zu der für mich bedeutsamen digitalen Revolution war dann auch vor ca. einem Jahr, als ein Marketingberater von Volkswagen mir sagte: „Internet, da glaube ich nicht dran”.

RedaktionAuf welche Internet-Story bist du richtig stolz, Peer-Arne Böttcher?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Geschäftsführer des BCH Business Clubs Hamburg, Peer-Arne Böttcher.

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Mein persönlich beeindruckendster Moment aus der digitalen Revolution? Das waren 127 Tage im Jahr 2000. Sie sind mit einem ganz besonderen Namen verbunden: „Jackie Strike“. Die Erinnerung an diese Zeit löst noch heute ein Breitband-Grinsen bei mir aus.

Jackie Strike war die erste virtuelle Präsidentschaftskandidatin der Welt. Der medialen und menschlichen Evolution vorauseilend avancierte sie im US-amerikanischen Wahlkampf (George W. Bush vs. Al Gore) zu einem internationalen Star. Als sie am Independence Day ihren Hut in den Ring warf, übertrug sogar CNN.

Jackie war die erste Politikerin, die die Möglichkeiten des Internets, das für manchen damaligen Zeitgenossen noch Neuland war, vollends ausschöpfte. Während sich ein gewisser Barack Obama bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei für das Repräsentantenhaus eine blutige Nase holte, setzte Jackie bereits Maßstäbe: Sie war smart, modern, dynamisch, und im Gegensatz zu ihren Kollegen war sie auch erreichbar – rund um die Uhr. Denn Jackie war ein Avatar und sogar in der Lage, selbständig TV-Interviews zu geben. [Mehr]

RedaktionMit welcher Domain wollen Sie ein Zeichen setzen, Michael Trautmann?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Vorstand der trautmann, heumann, jochum und kemper ag, Dr. Michael Trautmann.

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Mein beeindruckendster Moment ist auf dem beiliegenden Foto dokumentiert. Es war der 1. Juni 2012 an dem ich Teil einer Gruppe war – und heute weiß ich, dass es die weltweit einzige  Gruppe war – die eine Bewerbung für eine gemeinnützige Top-Level Domain abgegeben hatte. Der Moment, an dem wir den letzten Schritt eines umfangreichen Bewerbungsmarathons vollendet haben und die Returntaste auf unserem Rechner drückten war ein wesentlicher Zwischenschritt auf einer Reise, die uns nun schon fast 4 Jahre beschäftigt. [Mehr]

RedaktionWann hast du die ersten Internetseiten gebaut, Jochen Maaß?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Gründer und Geschäftsführer von Hanse Ventures, Jochen Maaß.

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Im Computer-Unterricht der Schule bastelte ich meine ersten Internetseiten mit den frisch erworbenen HTML-Kenntnissen. Danach war die Begegnung mit AOLpress, einem der ersten „What you see, is what you get“-Editoren überhaupt, schon so etwas wie eine kleine Revolution. Mit dem Wandel hin zur Digitalisierung des Lebens verbinde ich aber vor allem die vielen tollen Begegnungen mit den Machern der hiesigen Internetszene, beispielsweise auf dem eBizzTalk, der diese Akteure seit 1999 immer wieder zu einem offenen Austausch zusammen bringt.

RedaktionWas waren deine ersten Pionierschritte ins Digitale, Ulrich Hegge?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Generalbevollmächtigten(General Manager) / CSO der comdirect bank AG, Ulrich Hegge.

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Puh, sich in meinem Alter an etwas zu erinnern, was mich besonders digital revolutioniert hat? Na, einen Versuch ist es wert…

Das erste Mal, dass ich so richtig begriffen habe, wie großartig das Internet sein kann? Eine Recherche in “Melvyl” (heute: worldcat.org). 1989 war das, und ich suchte direkt in den Schlagwortverzeichnissen weit entfernter Uni-Bibliotheken. Das war wirklich etwas anderes als das Usenet über uucp oder die Fido- und Maus-Netze, die ich sonst nutzte.

Das World Wide Web? 1991 arbeiteten wir eifrig an unserem “Infosystem” für die Uni Münster. Auf einmal wurde uns etwas viel Besseres gezeigt, so etwas mit Hypertext und so. Das WWW war auf den ersten Blick so viel besser als alles andere, wir sind sofort geschwenkt. Das kommerzielle Potential haben wir damals nicht einmal ansatzweise erkannt. [Mehr]

RedaktionWelche digitale Stilform beindruckt dich am meisten, Gerd Stodiek?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Mitgründer und Geschäftsführer von zeitdeck Media, Gerd Stodiek.

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Als das Modem noch Geräusche machte, bin ich bewusst 1992 in New York ins Internet gegangen und war ich fasziniert von der potenziellen, allgemeinen Verfügbarkeit der Informationen. Jeder kann jedem, fast immer etwas schicken und gleichzeitig empfangen. So ist das Internet der Dinge ein historischer Gruß an das 33k Modem, denn das geräuschlose Internet lässt Überwachung unscheinbar sein.

Für mich war die Entdeckung des Formats und die Stilform des freien Bloggens, während dem zweiten Irak Krieg, der Versuch vieler Menschen, Propaganda zu dechiffrieren und mit anderen zu vernetzen, eine enorme Bereicherung der Meinungsfreiheit. Ich hoffe, dass wir die Chance nutzen, die Geräusche des Internets so zu filtern, dass sie für etwas stehen und weniger über etwas stehen.

RedaktionWelches Raumschiff führte dich in den Cyberspace, Constantin Gillies?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Wirtschaftsjournalisten und Buchautoren, Constantin Gillies. (Foto: David Weimann).

Constantin Gillies

Mniiiiiiiiiii-krrrrrrrrr – mit diesem Geräusch begann mein Aufbruch in eine neue Welt. Es war das Plärren eines Modems, das auf dem letzten Loch pfiff, um 28.800 Bits pro Sekunde in die Studi-Bude zu schaufeln. Ende 1997 muss das gewesen sein, und lustigerweise war es nicht mal meine eigene Bude, sondern die meiner damaligen Freundin. Sie hatte mich gebeten, ihr mal „dieses Internet“ einzurichten – damals benutzte man das Wort noch mit bestimmtem Artikel.

Da hockten wir also, vor dem Mäusekino des 13-Zoll-Röhrenmonitors und lauschten dem Sound der Zukunft.

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RedaktionWas kickt dich am digitalen Ideenzeitalter, Sabine Fischer?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute die Unternehmensberaterin und Professorin, Prof. Dr. Sabine Fischer.

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Geradezu ehrfürchtig beeindruckt mich tatsächlich ununterbrochen seit Erkennen des digitalen Paradigmenwechsels die Möglichkeit, dass ALLES anders sein kann, sollte oder wird. Und fast ängstlich beeindruckt mich gleichzeitig, dass ich Verantwortung für diesen Wechsel in Allem trage.

Und mit Alles meine ich Alles: Die vielzitierten sprechenden Kühlschränke sind heute doch erst vager Ausdruck vom Können technischer Dienerschaft und Service der Zukunft. Mobile Tablet- und Handykommunikation sind ebenso reizend wie unfertig ähnlich einem Kleinkind, dessen Potentiale wir noch nicht kennen. Soziale Netzwerke spiegeln in einer heilen Welt eine typisch unbändige und unreflektierte Lust beim Umgang mit etwas Neuem. In unheilen Welten konnten bereits ganz andere Möglichkeiten ausgelotet werden (die die Bezeichnung “digitale Revolution” verdienen). [Mehr]

RedaktionWo packte dich in den 90ern der Digital-Hype, Krystian Woznicki?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Gründer und Herausgeber der Online-Zeitung Berliner Gazette, Krystian Woznicki. (Foto: Yasuhiro Yamaguchi )

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Erinnern Sie sich noch an den Moment, indem Sie Ihren ersten PC kauften, Ihre erste Email-Adresse einrichteten und den ersten Absturz Ihres Betriebssystems hinnehmen mussten? Oder wann Sie das erste Mal von Technikeuphorie sowie Internet-Hype eingenommen wurden und das erste Mal – wie auch immer medial vermittelt – über Spektakel und Alltag des Vernetzt-seins nachgedacht haben?

Ich selbst erlebte all dies im Tokio der 1990er, wo Technikkonzerne avantgardistische Museen und intellektuelle Zeitschriften gründeten, wo ganze Stadtteile für den Verkauf neuster Elektronikware abbestellt waren und wo Science Fiction-Filme über den komplett verkabelten Menschen kaum Strahlkraft entfalten konnten, weil der digitalisierte Alltag futuristisch genug war. Wo ich mit Netzaktivisten und Medienkünstlern zusammenzuarbeiten begann und wo ich am eigenen Leib erfuhr, was es bedeutet, emailsüchtig zu werden, aber auch, wie schön es ist, Menschen vom anderen Ende der Welt im Netz kennenzulernen. [Mehr]