Nachhaltiger Versandhandel: Verpackungslösungen für eine grünere Zukunft

In den letzten Jahren hat der Online-Handel einen enormen Aufschwung erlebt, was zu einer Zunahme des Versandvolumens geführt hat. Es ist daher unerlässlich, dass Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen schonenden Praktiken im Versandhandel anwenden, um eine grüne Zukunft zu gewährleisten. Im Folgenden stellen wir euch weitere innovative Ansätze für umweltfreundliche Verpackungslösungen vor.

Die Notwendigkeit des nachhaltigen Versandhandels

Die Notwendigkeit, nachhaltigere Praktiken im Versandhandel anzuwenden, ergibt sich aus folgenden Gründen:

  • Umweltauswirkungen: Die konventionellen Verpackungsmaterialien wie Plastik und nicht recycelte Kartons verursachen viel Abfall und schädigen die Umwelt durch Treibhausgasemissionen. Biologisch abbaubare Materialien können diese negativen Auswirkungen einschränken.
  • Ressourcenverbrauch: Die Herstellung von Verpackungsmaterialien erfordert den Einsatz natürlicher Ressourcen wie Holz, Wasser und Energie. Durch den Übergang zu ökologischen Stoffen können wertvolle Ressourcen geschont werden.
  • Klimawandel: Aufgrund des verstärkten Einsatzes von fossilen Brennstoffen für den Transport tragen diese Abgase zum Klimawandel bei. Effiziente Logistik, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Reduzierung von Lieferwegen sind entscheidende Faktoren, um den CO₂-Ausstoß zu minimieren.
  • Kundenerwartungen: Immer mehr Verbraucher legen Wert auf nachhaltiges Einkaufen und bevorzugen Unternehmen, die umweltbewusst handeln. Das kann im Fernabsatzmarkt ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein und die Kundenbindung fördern.

Einsatz von recycelbaren Materialien

Materialien mit einem geringen CO₂-Fußabdrucksind in der Versandhandelsbranche essenziell. Alleine in Deutschland haben im Jahre 2021 rund 49 Millionen Menschen online eingekauft. Dementsprechend kommt innerhalb eines Jahres  viel Verpackungsabfall zusammen. Diese ökologisch vertretbaren Werkstoffe werden zu diesem Zweck verwendet:

  • Wellpappe: Diese Pappe ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Sie überzeugt durch verschiedene Eigenschaften, die viele umweltfreundliche Aspekte abdeckt, und wirkt dem Müllproblem entgegen. Das Material ist somit besonders nachhaltig und wird daher vermehrt im Versandverkauf eingesetzt.

In Deutschland wird mittlerweile vermehrt Wellpappe für Verpackungen verwendet. Sie kommt oft zum Einsatz, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen produziert wird.

  • Kartons: Kartons sind einfach zu recyceln, da sie biologisch abbaubar sind. Sie bestehen zumeist aus Altpapier und sind deshalb ressourcenschonender. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie zu dem sehr robust und daher vielseitig einsetzbar sind.
  • Bio-Kunststoffe: Diese Stoffe werden mit biobasierten Kunststoffen verbunden wie Flachsfasern mit Polypropylen oder Phenolharz und Holz-Kunststoff. Die Bezeichnung ist womöglich etwas irreführend, da diese Bio-Kunststoffe nicht vollständig recycelbar sind, aber dennoch eine bessere Alternative zu Plastik darstellen.

Optimierung von Verpackungsgrößen

Die Verwendung von optimierten Verpackungen ist ein weiterer Lösungsansatz. Sie können sich der verschiedenen Artikelgrößen anpassen und sind daher flexibler in der Nutzung. So werden Leerräume vermieden und ermöglichen eine bessere Ausnutzung des verfügbaren Platzes. Außerdem werden dadurch weniger Verpackungsmittel verbraucht.

Die effizienten Verpackungslösungen können den CO₂-Ausstoß verringern. Durch die Optimierung der Ladekapazität wird die Anzahl der benötigten Transporte reduziert. Das senkt wiederum den Treibstoffverbrauch.

Darüber hinaus ist es auch kostensparend, da weniger Fahrten angesetzt werden müssen, aufgrund des dazu gewonnenen Platzes. Durch den reduzierten Materialverbrauch und den geringeren Transportkosten können Unternehmen wirtschaftlich profitieren und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes tun.

Vermeidung von Einwegverpackungen

Um die Natur mehr zu schonen, sollte der Verbrauch von Einwegverpackungen eingeschränkt werden. Eine nachhaltige Lösung sind Mehrweg-Verpackungen, die den Abfall deutlich verringern. Wiederverwendbare Behälter oder Boxen können Verbraucher nutzen, um sie nach der Verwendung zurückzugeben. So können sie wieder erneuert und zum Verkauf angeboten werden. Folgende Maßnahmen könnten bei diesem Vorhaben ebenfalls förderlich sein:

  • Schaffung von Kundenanreize: Unternehmen können Anreize, wie Rabatte oder Gutscheine, für Kunden schaffen, die ihre Verpackungen zur Wiederverwertung zurücksenden. Dies ermutigt die Verbraucher, sich aktiv an der Nachhaltigkeitsinitiative zu beteiligen.
  • Transparente Kommunikation: Darüber hinaus kann eine transparente Kommunikation mit den Kunden über die umweltfreundlichen Verpackungsoptionen, einen positiven Einfluss haben. Auf diese Weise können sie das Bewusstsein der Verbraucher stärken und zur Akzeptanz von Mehrwegverpackungen beitragen.

Verpackungsdesign für Recyclingfähigkeit

Heutzutage gibt es unzählige Innovationen, um mit dem Verpackungsdesign die Umwelt weniger zu belasten. Bereits während der Entwicklungsphase kann Einfluss auf ökologische Aspekte genommen werden. Auf diese Weise können Betriebe Materialien auswählen, die sich in die bestehenden Recyclingkreisläufe integrieren lassen.

  • Deutliche Kennzeichnung: Einer der wesentlichen Punkte ist die deutliche Kennzeichnung von biologisch abbaubaren Verpackungen. Klare und gut sichtbare Symbole oder Aufdrucke können Verbrauchern signalisieren, dass die Umverpackung recycelbar ist. Dadurch wird die richtige Entsorgung und Trennung von wiederverwertbaren Stoffen gefördert.
  • Zusammenarbeit mit Recyclingunternehmen: Die Zusammenarbeit mit Recyclingunternehmen ist ein weiterer Schritt, in Richtung nachhaltiger Zukunft. Wenn Hersteller und Versandhändler eng mit solchen Betrieben kooperieren, können sie sicherstellen, dass die Verpackungen effizient gesammelt, sortiert und wiederverwertet werden. Die Bereitstellung von klaren Informationen über die Materialzusammensetzung und Recyclingprozesse erleichtert es den Unternehmen, die Verpackungen effektiv zu verwerten.
Ein recyclebarer Pappbecher, der mit einem eindeutigen grünen Recycling-Symbol versehen ist.
Deutliche Kennzeichnungen signalisieren den Verbrauchern, dass die Verpackung recycelbar ist. Foto: juliasudnitskaya – stock.adobe.com

Verpackungseffizienz und Polstermaterialien

Um den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern und gleichzeitig die Sicherheit der Produkte zu gewährleisten, ist die Nutzung von umweltfreundlichen Füllmaterialien und Polstern essenziell. Wiederverwertbare Werkstoffen wie:

  • Pappschredder,
  • recycelte Papierstreifen,
  • Maisstärke-Polster und
  • Luftkissen aus nachhaltige Kunststoffen sind gute Beispiele für umweltfreundliche Optionen.

Sie sind deutlich ressourcenschonender als herkömmliches Styropor oder Schaumpolsterfolie. Die Optimierung von Füllmaterialien sollten ebenfalls im Fokus stehen. Neben der Umweltfreundlichkeit können durch die kalkulierten Mengen auch Kosten minimiert werden.

Kreislaufwirtschaft im Versandhandel

Die Umsetzung von Cradle-to-Cradle-Konzepten für Verpackungen ist entscheidend, um eine Kreislaufwirtschaft zu fördern. Dabei geht es darum, Verpackungen so zu gestalten, dass sie nach Gebrauch wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden können. Das bedeutet, dass die verwendeten Stoffe entweder biologisch abbaubar sind oder in geschlossenen Recyclingkreisläufen wiederverwertet werden.

Eine wesentliche Komponente für eine Kreislaufwirtschaft ist die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Herstellern. Die enge Kooperation ermöglicht eine wirkungsvolle Ressourcennutzung und einen nachhaltigen Umgang mit den Materialien entlang der gesamten Lieferkette.

Tracking und Logistik zur CO₂-Reduzierung

Der Einsatz von Logistiktechnologien leistet einen wertvollen Beitrag zur Minderung der CO₂-Emissionen im E-Commerce. Durch smarte Versandlösungen können Lieferwege optimiert und die Umweltauswirkungen verringert werden.

  • Tracking-Technologien: Tracking-Technologien ermöglichen eine effiziente Lieferung, da sie es gestatten, den Standort der Sendungen in Echtzeit zu verfolgen. Dadurch können Lieferwege optimiert und unnötige Fahrten vermieden werden. Dies führt zu einer Reduzierung des Treibstoffverbrauchs.
  • Die Bündelung von Sendungsaufträgen: Die Kombination von Sendungen und Lieferoptionen ist eine weitere nachhaltige Maßnahme. Durch die Bündelung zu einem einzigen Lieferweg können Leerfahrten reduziert werden. Darüber hinaus tragen Lieferoptionen, wie die Zustellung per Fahrrad oder elektrischem Fahrzeug, dazu bei, den CO₂-Fußabdruck weiter zu verringern.

Sensibilisierung und Kundenkommunikation

Bei der Nachhaltigkeit liegt die Verantwortung nicht nur bei Unternehmen, sondern auch bei den Verbrauchern. Informationskampagnen sind daher wichtig, um Kunden für dieses Thema noch mehr zu sensibilisieren. Durch gezielte Kommunikation können die Menschen über die Vorteile umweltschonender Verpackungen aufgeklärt werden. Das motiviert sie dazu, ressourcenschonender zu handeln.

Die Einbindung von Kundenfeedback kann ebenfalls dazu beitragen, dass Verbraucher umweltfreundlicher agieren. Durch das Sammeln und Berücksichtigen von Kundenrückmeldungen können Unternehmen kontinuierlich ihre Nachhaltigkeitsbemühungen verbessern. Verbraucher sollten ermutigt werden, ihre Ideen und Anregungen mitzuteilen, um gemeinsam an eine grüne Zukunft zu arbeiten.

Fazit

Eine Anpassung der Branche durch die zunehmende Zahl von Online-Bestellungen ist erforderlich. Die Implementierung von recycelbaren Materialien bietet eine vielversprechende Lösung, um den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Auch die Optimierung der Packmaße und die Verwendung umweltverträglicher Polstermaterialien tragen ebenfalls dazu bei. Zukunftsorientierte Designs und die Wiederverwertungen von Verpackungen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Durch smarte Versandlösungen können Lieferwege optimiert und umweltfreundliche Lieferoptionen gefördert werden. Unzählige Verbraucher legen bereits einen großen Wert auf regenerative Materialien und möchten übermäßige Verpackungsabfälle vermeiden. Insgesamt haben viele Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt und bemühen sich, ihren Versandhandel ressourcenschonend zu führen.


Image by juliasudnitskaya – stock.adobe.com

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