Virtual Reality – Next Big Thing oder flüchtiger Hype?

In dieser Woche bekomme ich die Möglichkeit, mir die Virtual Reality World im Sportpark Gelsenkirchen anzuschauen. Da ich mich leider weder zu den technik- noch zu den gamingaffinen Menschen zählen kann, habe ich mich im Voraus schon einmal etwas über diese noch recht frische Technologie informiert und den Tatbestand hier für euch zusammengefasst:

„Virtual Reality ist eine sehr vielversprechende und interessante Technologie mit sehr großem Potenzial, für die Spieleindustrie wie für alle Unterhaltungsbranchen“, findet Maximilian Schenk, Geschäftsführer vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). Tatsächlich scheint in der Branche eine Goldgräberstimmung zu herrschen, denn Virtual Reality (VR) ist seit der Entwicklung der 3D-Multiplayer-Spiele in den 90er Jahren mal wieder etwas richtig Innovatives. Das Spieleerlebnis wird durch Virtual Reality auf ein neues Level gehoben, da der Eindruck einer realen Welt vermittelt wird und der Spieler so mit dem Spiel verschmilzt. Das Display folgt den Kopfbewegungen des Trägers, sodass das Gefühl entsteht, sich direkt in der virtuellen Welt zu bewegen.

VR kommt bei Umfragen gut an

Eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) zeigt auch ein großes Interesse an VR bei den Spielern. Demnach wollen 35 Prozent der Internetnutzer in Deutschland künftig Virtual Reality-Brillen zum Spielen nutzen. Nach Erhebungen des Konsumelektronikverbandes GFU denken immerhin 20 Prozent der Befragten über den Kauf einer VR-Brille nach. Die folgenden Generationen der Virtual Reality-Geräte werden allerdings aufgrund der hohen Preise und der für eine optimale Nutzung benötigte Hardware zunächst vor allem die Early Adopter ansprechen, heißt es auf der Website der GfK. Das von Facebook für 2 Milliarden US-Dollar übernommene amerikanische Unternehmen Oculus gehört zu den Pionieren der Technologie. Sein Modell Rift ist seit September offiziell für Endverbraucher in Deutschland erhältlich, allerdings zum stolzen Preis von 699 Euro.

VR hat ein hohes wirtschaftliches Potenzial

Trotzdem soll VR laut der Trendstudie Consumer Technology 2016 das ‚Next Big Thing‘ in der Unterhaltungselektronik sein, denn Virtual Reality soll sich in nur kurzer Zeit zu einem Milliardengeschäft entwickeln: Zwischen 2016 und 2020 dürften sich die Umsätze mit dieser Computertechnologie allein in Deutschland mehr als versechsfachen. Das prognostizieren das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte und der Digitalverband Bitkom. „Für eine neue Technologie ist dies ein auffallend starkes Wachstum“, sagt Klaus Böhm, Media-Direktor von Deloitte. Diesen vielversprechenden Markt wollen sich natürlich auch Samsung, HTC, Sony und Co. nicht entgehen lassen und haben ebenfalls bereits VR-Brillen entwickelt.

VR ist vielseitig einsetzbar

Aber auch in anderen Bereichen könnte Virtual Reality unseren Horizont erweitern: „Wir sehen sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten für Virtual Reality unter anderem in der Unterhaltung, in der Medienbranche oder in der Touristik“, erklärt Timm Lutter, der bei Bitkom für Consumer Electronics und Digital Media verantwortlich ist. Mit VR-Brillen sollen wir nämlich in Zukunft nicht nur die Möglichkeit bekommen, VR-Spiele zu spielen, sondern auch andere Orte zu bereisen, Musikkonzerte oder andere Ereignisse von Zuhause aus und trotzdem hautnah zu erleben. 

VR aus einer kritischen Perspektive

Doch neben all der Beweihräucherung ist es vielleicht auch angebracht,  Virtual Reality von einem etwas unaufgeregten Standpunkt zu betrachten. Die Website mobilegeeks.de hat sich mit den Negativaspekten dieser Technologie auseinandergesetzt.

Neben dem Hinweis auf den wenig erschwinglichen Preis wird der Leser auch darauf aufmerksam gemacht, dass die Hampelei in der virtuellen Realität auch „verdammt dämlich“ aussieht. Des Weiteren wird neben der VR-Brille auch eine leistungsfähige Grafikkarte sowie die passende Software benötigt. Ein noch überzeugenderes Argument ist die Tatsache, dass VR auch ein sehr hohes Suchtpotenzial bietet: Menschen, die mit ihrer Lebenssituation unzufrieden sind, könnten sich dankbar in die „schöne neue Welt“ flüchten, befürchtet der Autor. Ich für meinen Teil freue mich auf meine erste Erfahrung mit dem ‚Next Big Thing‘ und werde euch selbstverständlich Bericht erstatten.


Image „augmented-reality“ by Pexels (CC0 Public Domain)


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Charlotte Diekmann

Charlotte Diekmann

kommt aus Münster und studiert Angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaft an der TU Ilmenau. Sie hat ein Praktikum in der Netzpiloten-Redaktion absolviert.

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