Topliste: Bandblogs

Während Fans sich schon seit Jahren im Netz über die Musik ihrer Lieblingsband austauschen, gingen die meisten etablierten Künstler eher zurückhaltend bis ablehnend mit den neuen Möglichkeiten um. Dass viele mittlerweile aber mitbekommen haben, dass es nicht reicht, die eigene Website mit Pressemitteilungen der Plattenfirma zu bestücken, zeigen die folgenden Top–Bandblogs.

„Dead Air Space“ (Radiohead-Blog)

Die Band, die mit ihrem Zahl–soviel–du–willst–Album „In Rainbows“ fast im Alleingang die Musikindustrie revolutioniert hat, ist natürlich auch an der Blogfront vertreten. „Dead Air Space“ glänzt vor allem mit Bildern aus dem Studio, aber auch durch viele politische Inhalte. Alle Bandmitglieder schreiben mit, wobei sich gerade die Texte von Sänger Thom Yorke durch ein hohes Maß an Kryptik auszeichnen. Ein großer Minuspunkt: Es gibt keine Kommentarfunktion. Ein Dialog mit den Fans entsteht so nicht. Außerdem auf der negativen Seite: Der RSS–Feed ist zwar im Volltext, allerdings werden multimediale Inhalte wie Bilder und Videos nicht angezeigt. Wegen der dunklen Gestaltung kann das Blog zwar in Sachen Lesefreundlichkeit keinen Preis abräumen, es bildet aber eine interessante und auch künstlerisch anspruchsvolle Ergänzung zur Musik Radioheads.

„Band Diary“ (Franz-Ferdinand-Blog)

Weniger auf politische Inhalte sind Franz Ferdinand in ihrem Blog aus; der Spaß steht vielmehr im Vordergrund. Regelmäßig versorgen sie die Fans mit lustigen selbstgedrehten YouTube-Videos aus ihrer Freizeit zwischen den Auftritten; auch Bilder und kurze Anekdoten finden sich zuhauf. Kommentare sind zwar im Gegensatz zum Radiohead–Blog grundsätzlich möglich, allerdings kann man sie nur lesen und eigene schreiben, wenn man sich vorher angemeldet hat. Im RSS–Feed sind gleichsam keine Videos und Fotos zu sehen, weshalb man häufig doch das Blog selbst aufrufen muss, um die Inhalte zu sehen. Außerdem ist der Feed mit den „offiziellen“ News wie Tourterminen vermengt, eines pures Blog bekommt man also bei Franz Ferdinand nur auf der Seite selbst geliefert.

„Tomte Blog“

Auch wenn sich alle Jubeljahre mal Tomte–Chef Thees Uhlmann selbst zu Wort meldet, wird das Tomte–Blog hauptsächlich von Hilmar „Hillu“ Bender befüllt – und das in erstaunlicher Frequenz. Die Einträge haben zwar nicht immer etwas mit Tomte zu tun, sind aber immer interessant, weshalb das Blog auch außerhalb der Tomte–Welt recht bekannt ist. Die lockere Sprache lädt zum Kommentieren ein, aber auch hier ist eine vorherige Anmeldung Pflicht. Immerhin sind die Kommentare ohne Einschränkungen lesbar – und das gleich in doppelter Hinsicht: Antville–typisch werden die Kommentare im RSS–Feed als eigene Einträge dargestellt, wodurch die Übersicht etwas verloren geht.

„Timid Tiger Official Home Page Blog“

Bei der Kölner Band Timid Tiger ist der Blog–Gedanke so weit gediehen, dass der offizielle Webauftritt direkt auf ein WordPress–Blog umleitet – mit dem zugehörigen Komfort für die Leser: Kommentieren ist ohne Anmeldung möglich, die Möglichkeit des Social Bookmarkings bei vielen Diensten wird angeboten und der RSS–Feed kommt mit Volltext, Bildern und Videos daher. Apropos Bilder und Videos: Die scheinen den Musikern erheblich besser zu gefallen als Textwüsten, auch Timid Tiger erfreuen die Besucherschar nämlich vor allem mit exklusivem Multimediamaterial.

„The official blog of Mike Skinner and The Streets“

Mike „The Streets“ Skinner gehört ohne Frage zu jenen Musikern, die sich am aktivsten mit ihren Fans vernetzen. Er twittert, veröffentlicht kurze Videos bei 12seconds – ein Blog erscheint bei all der Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem selbstverständlich. Skinner dreht Videos zu seinen Liedern, die er bei YouTube hochlädt, veröffentlicht jede Woche einen eigenen Mix mit Liedern, die er gut findet und verbreitet derzeit sogar ein ganzes Album umsonst im Internet. Die Links zu den einzelnen Liedern gibt er dabei nur über Web–2.0–Kanäle bekannt. Dreh– und Angelpunkt seiner ganzen Aktivitäten ist dabei das Blog, in dem er gerne auch mal einen längeren Text über seine Zukunftspläne oder die Gedanken beim Durchblättern alter Notizen beschreibt. Der vollständige RSS–Feed und die für alle offenen Kommentare zeigen zusätzlich, dass Skinner das Web mit offenen Armen empfängt und als Vorbild des modernen Künstlers herhalten kann, an dem sich noch viel mehr Musiker orientieren sollten.

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