German Valley Week: Nadine Schön über die Reise ins Silicon Valley

100 deutsche Start-Ups der digitalen Wirtschaft machten sich am 19. Mai im Rahmen der “German Valley Week” zusammen mit Bundeswirtschaftsminister Rösler auf den Weg ins Silicon Valley. Mit dabei waren von der CDU/CSU-Fraktion Thomas Jarzombek und die Bundestagsabgeordnete Nadine Schön, die hier über die Reise berichtet.

Der Besuch im Silicon Valley stand unter dem Motto: Chancen und Potenziale der digitalen Wirtschaft, denn wir sind in Deutschland ja gerade erst am Anfang diese Chancen voll auszuschöpfen. In San Francisco und im Silicon Valley standen nicht nur Gespräche mit Vertretern der großen Internetkonzerne wie Google, Apple und Facebook auf dem Programm, sondern auch Treffen mit kleineren Start-Ups, Besuche bei Inkubatoren und Accelatoren sowie Gespräche mit Risikokapitalgebern.

Die mitgereisten Vertreter der deutschen Gründerszene konnten sich während einer Veranstaltung bei SAP potenziellen US-Investoren vorstellen und auf zahlreichen begleitenden Netzwerkveranstaltungen Kontakte knüpfen. Als politische Delegation führten wir derweil gesonderte Gespräche in den Unternehmen und hatten die Möglichkeit das VW Lab sowie die deutsch-internationale Schule des Silicon Valley zu besuchen. Besonders beim Besuch der Unternehmen und Start-Ups fiel mir auf, dass im Gegensatz zu den USA in Deutschland Frauen als Gründerinnen und in höheren Etagen großer Unternehmen noch verbreitet fehlen und damit auch Vorbilder. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf.

Die Reise war schon insoweit ein Erfolg, als das die mitgereisten deutschen Unternehmensvertreter vor Ort konkrete Kontakte bekamen oder gleich Verträge mit Kunden oder Financiers abschließen konnten . Außerdem wurde deutlich, dass Deutschland eine viel versprechende und starke Gründerszene im digitalen Bereich hat: einerseits mit Berlin als internationalem Aushängeschild – oder “Ökosystem” – sowie andererseits mit innovativen Unternehmen in ganz Deutschland. Diese Bewegung und den Gründergeist gilt es nun im Sinne des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu fördern. Notwendig ist dazu noch eine bessere Vernetzung sowie die Anwerbung potentieller Investoren aus dem Ausland. Daneben müssen vor allem die steuerlichen Rahmenbedingungen verbessert werden. Die vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) angebotenen Investitionszuschüsse für Business Angels sind dabei ein erster guter Schritt. Benötig wird aber auch die Möglichkeit des Erhalts von Verlustvorträgen sowie steuerliche Transparenz.

Langfristig wird es wichtig sein, den Gründergeist zu stärken und Entrepeneurship zu fördern. Dazu bietet sich eine Vernetzung mit anderen europäischen Staaten an. Große Potenziale sehe ich auch in der besseren Vernetzung mit traditioneller Industrie in Deutschland. Diese Netzwerke gilt es unter Ausnutzung der vorhandenen Cluster zu fördern. Daher wäre in meinen Augen eine Konzentration auf Berlin das falsche Signal für innovative Gründer in ganz Deutschland. Wichtig ist es insgesamt, den vorhandenen Unternehmergeist in der jungen digitalen Wirtschaft zu befördern und die Szene in Deutschland zu unterstützen und international zu vernetzen. Das wollen wir nun gemeinsam angehen. Das erste Folgetreffen in Berlin hat bereits stattgefunden.


Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf Blogfraktion.


Image (adapted) „mouse“ by StartupStockPhotos (CC0 Public Domain)


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