Radical Relaunch @Netzpiloten

Unsere regelmäßigen Leser haben den Wechsel unseres Layouts in den vergangenen Wochen natürlich längst bemerkt. Jetzt haben wir die Arbeiten abgeschlossen. Netzpiloten-Gründer Wolfgang Macht und Editor-at-Large Tobias Schwarz tauschen sich in einem kleinen Werkstattgespräch über den Relaunch aus.

Wolfgang: Wir können uns freuen: wir haben unser Netzpiloten Magazin neu gestaltet. Ich finde, wir waren mutig: Weg von der eher feingliedrigen, newsorientierten Website hin zu einer Plattform, die ganz stark auf Bilder setzt. Was waren deine Überlegungen für den neuen Auftritt?

Tobias: Das primäre Ziel war, das mobile Nutzungserlebnis zu verbessern. Wir verzeichnen in den letzten Jahren stark steigende mobile Seitenaufrufe; diesen LeserInnen sollte ein Layout geboten werden, mit dem sich vor allem die längeren Artikel auf Netzpiloten.de angenehm lesen lassen.

Wolfgang: Mutig sind wir auch mit dem krassen Wechsel zu weiß auf schwarz. Darüber hatten wir im Vorfeld am meisten diskutiert.

Tobias: Ja, damit heben wir uns jetzt sehr stark ab aus der Masse der oft gleich aussehenden Medien. Außerdem hat der schwarze Hintergrund mit weißer Schrift den technischen Vorteil, dass die Displays mobiler Endgeräte weniger Strom für die Darstellung brauchen.

Foto: Yannik Willing
Netzpiloten-Gründer Wolfgang Macht
Editor-at-Large Tobias Schwarz
Editor-at-Large Tobias Schwarz

Wolfgang: Für mich war spannend, wie wir beide uns in der Zusammenarbeit beim Relaunch ergänzt haben: ich komme ja aus der klassischen Welt des World Wide Web. Für mich ist die Homepage immer noch sehr wichtig und muss als redaktionelle Plattform vielseitig funktionieren. Hier werden wir in den nächsten Monaten noch einiges entwickeln, um zum Beispiel beliebte Redaktionsformate stärker hervorzuheben und Kolumnisten und Partnerschaften angemessen zu featuren. Du denkst konsequent mobil. Manchmal habe ich den Eindruck, du bist schon abgekoppelt von der klassischen Website.

Tobias: Ja, diese Entwicklung habe ich erst bei anderen wahrgenommen und inzwischen aber auch vollzogen. Mein persönliches Blog war früher mein zentraler Ankerplatz im Netz, hier sammelte ich mein publizierendes Schaffen. Inzwischen nutze ich für die verschiedenen Formate eigene Plattformen. Beispielsweise lade ich Audio-Beiträge direkt bei SoundCloud hoch und embedde den Beitrag nur noch auf Twitter oder Tumblr. Artikel veröffentliche ich sowohl im Blog als auch direkt bei Facebook, LinkedIn oder Medium. Dadurch ist es oft einfacher, die jeweiligen Vorteile einzelner Plattformen effektiver zu nutzen und somit als Marke auch wesentlich vielfältiger zu agieren.

Wolfgang: Im vergangenen Jahr haben wir zwei Spezialseiten erworben, die nun das Netzpiloten Magazin elegant flankieren.

Tobias: Die Idee hinter den Akquisen von Appleunity (jetzt Applepiloten) und Android4you (jetzt Androidpiloten) folgt der Logik, an verschiedenen Orten den jeweils dafür passenden Inhalt zu platzieren. Netzpiloten.de ist ein Magazin für die gesellschaftliche Dimension der Digitalisierung. Nicht jede neue App oder Neuentwicklung der Unternehmen Apple oder Google hat auf Anhieb diese Relevanz. Trotzdem gibt es rund um diese zentralen Marken spannende Themen, über die wir informieren wollen.

Wolfgang: Wir arbeiten ja seit vielen Monaten daran, in einer spektakulären Räumlichkeit in Berlin eine Netzpiloten Blogger Lounge zu eröffnen. Wir sind immer noch dran und rechnen im Herbst/Winter mit offenen Türen.

Tobias: Auf die Blogger Lounge freue ich mich schon sehr, denn für uns als Redaktion wird es der steingewordene Ausdruck zwei für unsere Arbeit wichtiger Prinzipien: Offenheit und Authentizität. Der Raum soll durch uns und unsere Partner und Gäste mit Leben gefüllt werden. Ohne irgendwelche Bedingungen werden wir dadurch zu einer neuen Community, deren Synergieeffekte uns allen nützen werden. Diese Offenheit wird stilbildend sein, da bin ich mir sicher. Und so haben wir auch das Netz kennengelernt und wünschen es uns zu erhalten. Netzpiloten.de hat das deutschsprachige Internet mit aufgebaut und von daher ist es passend, dass wir diesen Raum entwickeln. Es ist eine authentische Entwicklung als Kontrapunkt zur Kommerzialisierung des Internets und des öffentlichen Raums.