Deepak Phatak: „Den digitalen Analphabetismus bekämpfen“

Eine Weltreise in die Zukunft der Medien. Sieben Städte. Zwei Reporter. Tolle Geschichten.

Deepak Phatak: "Den digitalen Analphabetismus bekämpfen"

Der klassische Journalismus verlagert sich ins Digitale. Aber was heißt das eigentlich? Wie werden künftig Geschichten erzählt? Wie werden Nachrichten recherchiert? Wie wird in der digitalen Welt mit Journalismus Geld verdient? Diesen Fragen gehen die Hamburger Journalistinnen Amrai Coen und Caterina Lobenstein in einer fünfwöchigen Weltreise nach. Heute besuchen die Beiden den IT-Entwickler Deepak Phatak in Mumbai.

Heute: Deepak Phatak (IT-Entwickler – Mumbai)

Der Mann, der in die Zukunft guckt, steht am Fenster und raucht. „Wer hat schon vor zwanzig Jahren geglaubt, dass ein Slumbewohner mal ein Handy haben wird?“, fragt er. Ein Handy kostete damals 3.000 Mark. Kaum jemand ahnte, dass es einmal sechs Milliarden Mobilfunkanschlüsse geben würde. Dass drei Viertel der Weltbevölkerung ein Handy besitzen würden. Nur Leute mit einer Vision haben daran geglaubt. Leute wie Deepak Phatak, 64 Jahre alt, ein kleiner, freundlicher Mann mit Hornbrille und Schnauzer. Phatak ist Informatik-Professor am Indian Institute of Technology (IIT) in Mumbai, einer der besten technischen Universitäten der Welt. 2009 wählte das Wirtschaftsmagazin Bloomsberg Businessweek Deepak Phatak in die Liste der 50 einflussreichsten Inder.

Phatak hat das billigste Tablet der Welt mitentwickelt, das Aakash, ein iPad für Arme. Aakash heißt übersetzt „Himmel“, 32 Euro kostet es, man kommt damit ins Internet, man kann Bücher darauf speichern, Lernprogramme abspielen und sogar Roboter damit steuern. Phatak und die indische Regierung wollen es an Schüler und Studenten in ganz Indien verteilen. Ein Viertel aller Inder können nicht lesen und schreiben. Viele wissen nicht, wie man einen Computer bedient – weil sie sich keinen leisten können. „Wir müssen den digitalen Analphabetismus bekämpfen“, sagt Phatak. Wir haben ihn in seinem Büro in Mumbai besucht.

Alle Interviews und Hintergründe der Echtzeit-Medienreportage können auf www.NextMediaBlog.de verfolgt werden. Der Report ist Teil des Programms NEXT MEDIA der Senatskanzlei Hamburg im Rahmen der Initiative Hamburg@work.


Nextmedia Report Teil 4Nextmedia Report Teil 6


Schlagwörter: , , , , , , ,