Gunnar Sohn

Gunnar SohnGunnar Sohn ist Diplom-Volkswirt, lebt in Bonn und ist Wirtschaftsjournalist, Kolumnist und Blogger, sowie Herausgeber des Online-Magazins NeueNachricht.

Gunnar SohnWas wir heute von Karl Popper lernen können

Viele vermeintlich unumstößliche Wahrheiten basieren bloß auf persönlichen Befindlichkeiten. Ein Plädoyer für mehr Skepsis. // von Gunnar Sohn

Handshake of Etheral Beings (Bild: Kristaps Bergfelds [CC BY 2.0], via Flickr)

Was für ein Quatsch ist das denn wieder“, so konterte vor einigen Monaten der Internet-Unternehmer Ibo Evsan auf Facebook einen “Focus”-Artikel, der behauptet, dass Fleischesser seltener krank seien als Vegetarier.

Focus/Burda, meine Güte. Seit ich weniger Fleisch esse, bin ich fast gar nicht mehr KRANK. Das kann sogar meine Facebook-Timeline bestätigen. Seit ich keine Milch mehr trinke, bekomme ich kaum noch Ausschlag“, so die Behauptung von Evsan.

Hat er damit nun den unumstößlichen Gegenbeweis erbracht? Unterscheidet Evsan zwischen Ursache und Wirkung? Natürlich nicht.

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Gunnar SohnAlltagsrassismus in Deutschland

Nationalismus lehrt dich, stolz auf Dinge zu sein, die du nicht vollbracht hast und Menschen zu hassen, die du nicht kennst. Dem Alltagsrassisten ist das egal. // von Gunnar Sohn

Gegensätze (Bild: David Schiersner, [CC BY 2.0], via Flickr)

Mach eine einwöchige Schiffsreise mit 35 deutschen Touristen und Du erfährst eine Menge über die Komfortzone des Alltagsrassisten. Das klingt jetzt sehr pauschal. Aber meine Erlebnisse an Bord eines inselhüpfenden Dampfers mit Übernachtungsmöglichkeit brachten wie in einem Brennglas Einsichten in die Lebenswelt des moralisch überlegenen Alltagsrassisten, der ohne mit der Wimper zu zucken von Kanaken und Negern redet, die sein deutsches Leben belasten.

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Gunnar SohnWohlfühlarbeitsplätze für die industrielle Dressur

Büros sind noch immer Gehäuse der Hörigkeit. Die leeren Hurra-Plattitüden der Top-Manager überdecken nur die Realität einer bürokratischen Mikroherrschaft. // von Gunnar Sohn

L'espace Nouvel (Bild: Jean-Pierre Dalbéra [CC BY 2.0], via Flickr)

Ich sitze im Büro, also bin ich? Diesen Mythos verbreiten vor allem Konzerne mit allerlei Bespaßungsmaßnahmen, um zu kaschieren, dass das Angestelltendasein immer noch in einem “Gehäuse der Hörigkeit” stattfindet, wie es die “Wirtschaftswoche” mit Verweis auf Max Weber beschreibt. Freiheit am Arbeitsplatz sei nur ein anderes Wort für Dressur.

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Gunnar SohnWarum ist Unternehmenskommunikation so langweilig?

Immer mehr Firmen setzen auf eigene Blogs. Wenn sie ihren Mitarbeitern aber keinen Spielraum erlauben, lässt das Ergebnis zu wünschen übrig. // von Gunnar Sohn

sweet, sweet honey (Bild: Peter Shanks [CC BY 2.0], via Flickr)

Viele Unternehmen haben heute einen Blog, aber kaum Kommunikation, beklagt der Berater Christian Henne. Gleiches gilt für die Präsenzen auf Facebook oder Google Plus. Abschalten wäre die naheliegende Entscheidung, wenn nicht die meisten Organisationen einen Gesichtsverlust fürchten würden. Man könnte es allerdings auch mit einer anderen Kommunikationskultur versuchen:

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Gunnar SohnDigitale Agenda: Deutschland verliert die IT-Expertise

Die neue Digitale Agenda der Bundesregierung soll Deutschland aus der Netz-Rückständigkeit führen. Doch was von solchen digitalen Naivlingen konzipiert wurde, kann nur scheitern. Da hilft auch de Maizières Teflon-Taktik nicht weiter. // von Gunnar Sohn

CeBIT Delegation 01 022 (Bild:  Sterling Communications [CC BY 2.0], via Flickr)

Schon vor vier Jahren wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel Deutschland mit einem schnellen Internet von mindestens 50 Megabit pro Sekunde erfreuen und sprach auf IT-Gipfeln bereits von Visionen einer Gigabit-Gesellschaft. Über durchschnittlich 7 Megabit sind wir bislang nicht hinaus gekommen. Mit der “neuen” Digitalen Agenda, auf die man sich heute im Kabinett geeinigt hat, soll der Sprung bis 2018 erreicht werden – ein Jahr nach der nächsten Bundestagswahl.

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Gunnar SohnDas Potenzial von Google Hangout on Air

Umberto Eco und die Ästhetik des Live-Fernsehens: „Das Senden und Empfangen“ wird noch einmal neu definiert. // von Gunnar Sohn

On Air (Bild: ThomasWanhoff [CC BY 2.0], via Flickr)

Hangout on Air ist ein verkanntes Internetmedium: Schon der Name macht das Format in Deutschland nicht eben für den Alltagsgebrauch tauglich. Was steckt aber wirklich an Potenzial und Möglichkeiten im Medium für die TV-Autonomen? Was braucht es an Technik, Know-how und rechtlichen Voraussetzungen? [Mehr]

Gunnar SohnWerbung im Internet

Die Online-Werber führen einen Krieg gegen die Internet-Nutzer, die sie als reines Klickvieh sehen. // von Gunnar Sohn

computer mouse (Bild: Pockafwye [CC BY 2.0], via Flickr)

Woher kommt der Hass auf die Onlinewerbung, fragt sich Unternehmensberater Nicolas Clasen im brandeins-Streitgespräch mit Stephan Noller, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Targeting-Spezialisten Nugg.ad. Die meisten Banner seien hässlich und nervig. Das habe nichts mit der Anmutung einer Print-Anzeige zu tun und auch nicht mit dem Humor eines Werbespots. „Diese Banner sind einfach nur belästigend, weil nicht verstanden wurde, wie Werbung wirkt. Das liegt auch daran, dass die besten Werbeleute immer noch für Print und TV arbeiten.“ [Mehr]

Gunnar SohnCanvas-Fingerprinting: Vorgehen gegen Werbetrick

Wie kann man gegen die immer maßlosere Werbung im Netz vorgehen? Ideen liefert ausgerechnet die Fernsehserie “Jackass”. // von Gunnar Sohn.

Jackass (Bild: Gage Skidmore [CC BY 2.0], via Flickr)

Die Produzenten von Werbe-Spam ersinnen immer wieder neue Methoden, um uns mit ihren Dünnbrettbohrer-Botschaften im Netz auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Dazu zählt etwa das sogenannte “Canvas Fingerprinting”. Es ist eine Methode, um Nutzer gegen ihren Willen heimlich aufzuspüren, wenn sie Websites wechseln. [Mehr]

Gunnar SohnSlow-Media-Konzepte für das Personalmanagement

Anwesenheit ist nicht gleich Arbeit. In Zeiten der Digitalisierung ist diese Erkenntnis wichtiger als jemals zuvor. // von Gunnar Sohn

Keyboard (Bild: Apfelkasten.de [CC BY-SA 2.0], flickr.com)

Viele Menschen brauchen die Onlineverbindung zur Welt und zur Nachrichtenlage mittlerweile als tägliches Rüstzeug. „Bei nicht wenigen Menschen läuft während des gesamten Arbeitstages das Internet im Hintergrund – jederzeit bereit, auf Wissen zuzugreifen, Auskunft zu geben, Zerstreuung zu bieten und Kontakte herzustellen. Das Internet ist ein beruflicher und sozialer Interaktionsraum“, schreibt Sabria David im Fehlzeiten-Report 2013. Das Ganze mit Internet-Sucht gleichzusetzen, wie es der liebwerteste Neuro-Gichtling Manfred Spitzer bei jeder sich bietenden Gelegenheit zelebriert, greift dabei zu kurz. [Mehr]

Gunnar SohnDie wirtschaftlichen Folgen von Shitstorms

Shitstorms zwischen kollaborativer Wiedergutmachung und Ignoranz: Negative Kommunikation kann das Markenimage dauerhaft schädigen. // von Gunnar Sohn

The Shit Shop (Bild: Eric The Fish  [CC BY-SA 2.0], flickr.com)

Von Shitstorms – also Empörungswellen im Netz – gehen angeblich keine nachhaltigen wirtschaftlichen Schäden für Unternehmen aus: Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK). Sie hat die kollektiven Unmutsbekundungen von Social Media-Nutzern von Januar 2010 bis Mai 2013 analysiert. Allerdings reagierten die meisten betroffenen Unternehmen auf die Phase massiver Kritik in den sozialen Netzwerken mit Anpassungen von Krisenplänen und sogar Restrukturierungen ihrer Kommunikationsabteilungen – was immer das im Einzelfall heißen mag. Ein Großteil der befragten Unternehmen erwartet eine Zunahme und den systematischeren Einsatz von Shitstorms durch Protestgruppen in der Zukunft. [Mehr]

Gunnar SohnE-Books im Denknebel des Literaturbetriebs

Das E-Book wird bislang als schlechteres Buch angesehen – und trotzdem teurer verkauft. Und die neuen Schreibweisen der Netzzeit warten nicht auf den alten Literaturbetrieb. // von Gunnar Sohn.

Ebook (Bild: Vedat Demirdöven  [CC BY-SA 2.0], via fotocommunity.de)

E-Books sind in Deutschland noch nicht der absolute Renner. Und wenn ich mir die Preispolitik für digitale Bücher hierzulande anschaue, wundert mich das überhaupt nicht. In der Regel liegt der Preis im Vergleich zur gedruckten Variante viel zu hoch. Das ist eine echte Barriere. Kleines Beispiel: „Meßmers Momente” von Martin Walser. Die Gebundene Ausgabe kostet 14,95 Euro und für die Kindle Edition muss ich 12,99 Euro berappen. [Mehr]

Gunnar SohnDie LEAD-SEO-ONE-TO-ONE-Propaganda-Alchemisten

Die Rechenschieber-Fraktion im Online-Marketing ist vom politischen Absolutismus nicht weit entfernt. Es sind seelenlose Technokraten, die uns wie weiße Mäuse im Versuchslabor betrachten. // von Gunnar Sohn.

 „In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren“, zu dieser Einschätzung gelangte Edward Bernays, der Vater der Public Relations, in seinem Opus „Propaganda“. Das Standardwerk ist 1928 erschienen und war noch so herrlich freimütig und eindeutig formuliert. [Mehr]

Gunnar SohnNeubau des Festspielhauses in Bonn

Bonn will ein Beethoven-Festspielhaus bauen, im Prozess geht alles schief, was schiefgehen kann. Ein Überblick. // von Gunnar Sohn

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So langsam dämmert es wohl auch den Festspielhaus-Apologeten, dass sie sich von ihren Bilbao-Illusionen in Bonn verabschieden müssen. Man kehrt zu den ursprünglichen Überlegungen zurück und favorisiert das integrative Konzept im Verbund mit der Beethovenhalle, auch wenn Festspielhaus-Freund Wolfgang Grießl Anfang des Jahres davor warnte, nur einen Anbau als eine Art Wurmfortsatz der Beethovenhalle in Erwägung zu ziehen. Wäre das wirklich so falsch? [Mehr]

Gunnar SohnBeschreibungen der digitalen Kultur

Brecht und die Emanzipationsbewegung im Social Web – über digitale Kultur und Fürsten-Geheimnisse. // von Gunnar Sohn

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 Die Dialogformen der sozialen Medien sind nach Auffassung von Professor Peter Weibel, Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe (ZKM), nichts anderes als die demokratisierte Form der Salonkonversation, die früher nur in elitären Kreisen geführt wurde – heute ist es ein Jedermann-Phänomen. Das Internet habe das Gespräch als politische Kraft zu einem Instrument der gemeinsamen Lebensgestaltung gemacht. Diese Dialoge müsse man als Philosophie des Sprechaktes sehen. „Hier werden Dinge mit Worten gemacht“, so Weibel. [Mehr]

Gunnar SohnDie Kontroverse um den Livestream der Kanzlerin

Als wir von Bloggercamp.tv die Bundeskanzlerin Angela Merkel besiegten. Über den Piratensender der Regierungschefin. // von Gunnar Sohn

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Vor gut einem Jahr, also im April 2013 überraschte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Netzöffentlichkeit mit der Videobotschaft an ihre Untertanen, ein eigenes Livestreaming-Format via Hangout on Air zu starten, um mit den Bürgerinnen und Bürgern des Landes zumindest virtuell ins Gespräch zu kommen. Eigentlich eine recht fortschrittliche Sache. Als Bloggercamp.tv-Team haben Hannes Schleeh und ich das natürlich begrüßt und in einem Mashup während der Livesendung kommentiert.

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