Unsere bildungsbürgerliche Elite kann vielleicht Schillers Glocke auswendig runterbeten, versagt aber bei der Unterscheidung von Bits und Bytes. Zeit für einen Besuch bei der Gamescom.
![Gaming Class (Bild: Vancouver Film School [CC BY 2.0], via Flickr)](http://www.netzpiloten.de/wp-content/imagescaler/04194fe54b4ba8f824d886eca895c54c.jpg)
So sieht die digitale Wirklichkeit in der Bimbes-Republik aus: Störerhaftung zur Unterbindung von offenen WLAN-Netzen, Leistungsschutzrecht für überforderte Altverleger, taktische Angriffe der Telekom gegen vermeintliche Vielnutzer und unbelehrbare Netzaktivisten zur Rechtfertigung eines Zweiklassen-Netzes sowie alternativlose Schwafeleien auf IT-Gipfeln, um den pomadigen Breitbandausbau in Deutschland als Großtat erscheinen zu lassen.
[Mehr]Wie leistet man erfolgreich Widerstand gegen Hotline-Terror und wehrt die telefonischen Heizdecken-Verkäufer ab? Eine Anleitung.
![Callcenter (Bild: Ramiro Ramirez [CC BY 2.0], via Flickr)](http://www.netzpiloten.de/wp-content/imagescaler/b5546383e6ec280be3ac2b2767c08ca0.jpg)
Nervige Kaltanrufe von Callcenter-Agenten werden stets harmlos eingeleitet: „Hallo Frau/Herr xy, Sie sind jetzt schon seit Jahren ein treuer Kunde unserer Firma. Da haben wir etwas ganz Besonderes für Sie. Wir bieten Ihnen die fantastische Möglichkeit für ein Upgrade Ihres Mobilfunk-Vertrages, damit auch Ihre Familienangehörigen in den Genuss unserer unschlagbaren Flatrate-Preise kommen können.“
[Mehr]Gaming statt Hierarchien: Wie Computerspiele das politische System verändern könnten.

Nach dem postideologischen Kater der Systemkrise namens Finanzkapitalismus und dem Einsturz des Utopieglaubens bleibt nach Auffassung von Frank Rieger und Fefe nur noch Zynismus und Gamification übrig. Das äußerten sie in einem gut zweitstündigen Gespräch mit dem „FAZ“-Herausgeber Frank Schirrmacher. Abzuhören in ihrer Alternativlos-Podcast-Reihe.
Die German Angst vor Dauerüberwachung ist wieder da. Aktuelles Opfer: Google und die neue Datenbrille Glass.
![Google Glasses (Bild: Ted Eytan [CC BY-SA 2.0], via Flickr)](http://www.netzpiloten.de/wp-content/imagescaler/1fa381c7a507212e0fa7ec15430b2255.jpg)
Noch ist die Datenbrille „Google Glass“ nicht auf dem Markt, da erklingen in Deutschland schon die Alarmglocken. Die staatlichen Datenschützer bringen sich in Position und warnen vor dem sogenannten „Lifelogging“, also dem unbemerkten Aufzeichnen von vertraulichen Gesprächen. Das Rechtssystem sei auf das Ausspähen der Umgebung nicht vorbereitet.
Sascha Lobo sagt, die Netzbewegung muss Angela Merkel überzeugen. Denn: Auch in den nächsten vier Jahren sei mit der Kanzlerin zu rechnen.
![Sascha Lobo vor Merkel (Bild: Tony Sojka I re:publica 2013 [CC BY 2.0], via Flickr)](http://www.netzpiloten.de/wp-content/imagescaler/3770b3579bba75bc1d015ac3e1c43233.jpg)
„Spiegel Online“-Autor Sascha Lobo hat sich schweren Herzens mit dem Begriff der Netzgemeinde angefreundet. Es sei wie mit einem dreibeinigen blinden Hund: Irgendwann hat man sich daran gewöhnt. Er beschäftigte sich in seinem knapp einstündigen Überraschungsvortrag auf der Berliner Blogger-Konferenz republica mit dem selbst gegebenen Auftrag.
Bloß drei Prozent aller Telekom-Kunden seien von der angekündigten Drosselung des Datenvolumens betroffen. Unser Kolumnist glaubt davon kein Wort.
![Deutsche Telekom (Bild: Ricostorch [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons)](http://www.netzpiloten.de/wp-content/imagescaler/d9e181cea5c0814e1ddddb3f8d3a6439.jpg)
Wie konnten wir Telekom-Vorstandschef René Obermann nur so verkennen. Bei der Erdrosselung des Netzes geht es gar nicht um den schnöden Mammon, sondern um den Antrag auf Mitgliedschaft bei den barmherzigen Samaritern. Das machte der liebwerteste Magenta-Gichtling in einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler deutlich. Es gehe einzig und allein um eine faire Behandlung der Noch-Kunden des Bonner Konzerns und um preiswerte Angebote.
Mit der Volumenbeschränkung ihrer Datentarife kreiert die Telekom eine künstliche Mangelwirtschaft. Jetzt ist die Bundesregierung gefragt – wir brauchen die staatliche Datenautobahn.
![Bundesautobahn (Bild: Holger Ellgaard [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons)](http://www.netzpiloten.de/wp-content/imagescaler/11003f771872e6499c2f52a803f59d5b.jpg)
Vor rund 13 Jahren träumten die Konzerne für Telekommunikation noch vom mobilen Surfen, lokalen Diensten, Navigationssystemen und M-Commerce. Entsprechend euphorisch wurde die Versteigerung der UMTS-Lizenzen für schlappe 50,8 Milliarden Euro abgefeiert. Der Champagner-Laune folgte bald der Katzenjammer. Schon vier Jahre später wurde klar, dass die Netzbetreiber nicht in der Lage waren, die enormen Ausgaben wieder zu Geld zu machen.
Unternehmen müssen sich von ihrem Kampagnen-Denken verabschieden. Die Zeiten sind vorbei, in denen sie einfach ihre Botschaften in die Welt blasen konnten.
![Times Square Werbung (Bild: Greg Knapp [CC BY 2.0], via Flickr)](http://www.netzpiloten.de/wp-content/imagescaler/5804fa2ee7b12dca995726b444708e4a.jpg)
Hat Jonah Peretti die perfekte Formel für virale Reproduktion gefunden? Eine Mem-Maschine auf den Spuren von Richard Dawkins, um Geschichten im Internet nach einem Algorithmus zu verbreiten? 2006 gründete der MIT-Absolvent Peretti mit BuzzFeed einen profanen Aggregator für witzige Tierbildchen und Tratschgeschichten. Mittlerweile liegt die Nutzerzahl bei 40 Millionen. Der Dienst verfügt über einen Chefredakteur und überrascht mit exklusiven Meldungen zu harten politischen Themen. Eine Melange aus ernsthaften Nachrichten und putzigen Katzenvideos.
[Mehr]Internetaktivisten haben den Anschluss an die Wirklichkeit verloren. Erfolgreicher Widerstand gegen rückschrittliche Netzpolitik muss da beginnen, wo es wehtut. Eine Kampfansage.
![Netzdemo (Bild: Digitale Gesellschaft [CC BY-SA 2.0], via Flickr)](http://www.netzpiloten.de/wp-content/imagescaler/ca76d01b2441b0ffbe87e32b6c6e26ca.jpg)
In der Netzgemeinde ist nach dem gescheiterten Widerstand gegen das Leistungsschutzgesetz so richtig Leben in die Bude gekommen. Einige Netzaktivisten stellen nicht nur sich, sondern auch generell ihre Relevanz für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik infrage. Eine Welle der inneren Einkehr, Demut und Bescheidenheit macht sich breit. Und das ist doch ein Schritt in die richtige Richtung. Sascha Lobo stellt fest, dass es in Sachen Leistungsschutzrecht nicht gelungen sei, die YouTube-Generation abzuholen. Es gibt keine Vernetzung zu den Videobloggern, deren Reichweite alles in den Schatten stellt, was in Blogs und auf Twitter zu finden ist. Wenn das schon nicht gelingt, ist es nicht verwunderlich, dass der weniger internetaffine Teil der Bevölkerung überhaupt nicht erreicht wird. Selbst in der eigenen Familie dringt man mit seinen eigenen netzpolitischen Thesen nicht durch.
[Mehr]Das Modewort Big Data bringt die Augen vieler Scharlatane zum Leuchten. So lange die Datenanalyse in den Kinderschuhen steckt, sollten wir aber lieber auf etwas vertrauen, das die Natur uns mitgegeben hat.

Angeblich vertrauen Führungskräfte in den Unternehmen immer weniger ihrer Intuition. Zu diesem Befund kommt zumindest die Unternehmensberatung Actinium in Lindau am Bodensee. Die Mehrheit setze auf Entscheidungen, die sogenannte Business-Intelligence-Systeme generieren.
[Mehr]Do-It-Yourself-Fernsehen bildet die Realität nicht nur ab, sondern bietet echten Einblick. Was diese Entwicklung für ein Potenzial hat, zeigt eine revolutionäre Erfindung der alten Griechen.

Eine Welt verändert sich, wenn sich die Medien ändern, meinte der Schriftsteller Walter Benjamin.
Und vielleicht sind es gar nicht so gravierende Veränderungen, die zu einer gesellschaftlichen Veränderung beitragen. Zu dieser Auffassung neigt auch der Philosoph Peter Sloterdijk im Gespräch mit Hubert Burda – veröffentlicht in dem Band „IN MEDIAS RES – Zehn Kapitel zum Iconic Turn“:
[Mehr]Big Data wird unsere Spuren im Netz aufspüren und uns Menschen denunzieren. Es ist ein Datenverbrechen mit Maschinen, welche die Welt vermessen.

Big Data ist neben der Share Economy das große Thema der CeBIT. Die politische Ökonomie des Teilens scheitert zumindest in Deutschland ja schon an der mangelhaften Bereitschaft, sich Netzwerken zu öffnen. Traditionelle Manager erleiden eher einen Kulturschock und versuchen alles, als Funktionselite zu überleben.
[Mehr]Auf der Call-Center-Fachmesse und im agilen Deployment-Echtzeit-Kunden-SoLoMo-Dialogmodus: Sieht so smarte End-To-End-Kommunikation aus?

Wer führt schon gerne ein Leben in der Warteschleife. Als Journalist bin ich nun während der „Kall Zenta Welt“ in Berlin zu einem Redakteur zweiter Klasse degradiert worden und darf mich kreisförmig durch die Messehallen bewegen.
[Mehr]Deutschland droht ins digitale Mittelmaß abzugleiten. Schuld daran sind Politik und Wirtschaft und ihre Blockade bei der digitalen Transformation.
Die Netzbetreiber erhoffen sich hohe Umsätze aus der digitalen Transformation der deutschen Wirtschaft. Sprachtelefonie ist ein Auslaufmodell und beim Datengeschäft schneiden die Content-Anbieter den größten Teil des Kuchens ab. Sie sind Gefangene ihrer Flatrate-Preispolitik und wollen endlich am Bit-Geschäft partizipieren. Doch diese Hoffnungen könnten sich als Blütenträume erweisen – zumindest in Deutschland.
[Mehr]Wallstreet-Hacking-Proteste statt Camping: über die finanzkapitalistische Automatenherrschaft.
Jakob Augstein ist begeistert vom neuen Frank-Schirrmacher-Buch mit dem Titel „Ego“. Einen kleinen Vorgeschmack hat der „FAZ“-Herausgeber in der aktuellen „Spiegel“-Ausgabe als Essay veröffentlicht. Nach den eher schwachen neuronalen Gehirnerweichungsthesen, hat Schirrmacher diesmal wohl ins Schwarze getroffen. [Mehr]