Gunnar Sohn

Gunnar SohnGunnar Sohn ist Diplom-Volkswirt, lebt in Bonn und ist Wirtschaftsjournalist, Kolumnist und Blogger, sowie Herausgeber des Online-Magazins NeueNachricht.

Gunnar SohnDie Denkfallen der Industrie-4.0-Initiative

Die Industrie-4.0-Initiative steckt in einer Denkfalle: Wenn der deutsche Mittelstand nicht entscheidende Entwicklungen verschlafen will, braucht es mehr Team-Spirit und weniger Normierungswahn. // von Gunnar Sohn

lineal (Bild: Dennis Skley (CC BY-ND 2.0)

Viele Unternehmen haben nach einer Mind-Business-Studie noch nicht den Einstieg in den digitalen Wandel gefunden. Es fehlt die notwendige Expertise, um die Chancen digitaler Technologien für das eigene Geschäft zu erkennen, zu bewerten und zu erschließen. Fehlender Leidensdruck in den Chefetagen verhindert oder verschleppt den Wandel, der von der Organisation bereits gesehen und gewünscht werde. Es mangelt dabei nicht an der Wahrnehmung der Umbrüche. Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft scheinen jedoch von schwerfälligen und komplexen Business-Systemen und -Prozessen “paralysiert” zu sein.

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Gunnar SohnDie 68er-Generation in Politik und Wirtschaft

Obwohl als “Alt-Hippies” verrufen, bringen die 68er frischen Wind in die Führungsebenen. Aber auch sie stoßen an ihre Grenzen – wie das Beispiel Telekom zeigt. // von Gunnar Sohn

hippie (Bild: CasparGirl (CC BY 2.0)

Die 68er-Bewegung war wohl weit mehr als eine Protestnote der revoltierenden Studenten gegen die Biedermeier-Atmosphäre der Adenauer-Ära. Liest man die jüngst herausgegebenen Autobiografien des Politik-Managers Peter Radunski und des früheren Telekom-Personalvorstandes Thomas Sattelberger, war diese Phase des universitären Daseins ein Trainee-Programm fürs Leben. Der Eine nutzte sie als “alternativer 68er” für eine Karriere in der CDU, der Andere brachte es zu einflussreichen Posten in DAX-Konzernen.

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Gunnar SohnAbgesang auf die Macho-Chefs

Im Management von heute dreht sich alles um Effizienz. Wenn Unternehmensziele so utopisch sind wie sowjetische Fünfjahres-Pläne, müssen das oft die Angestellten ausbaden. // von Gunnar Sohn

Drill Instructor (Bild: John Kennicutt [CC], via wikipedia.org)

Als Schule der Intrigen mit Macho-Kultur bezeichnet der Ex-Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger im Spiegel-Interview die düstere Realität auf Chefetagen. Er muss es wissen. Deutsche Unternehmen seien viel stärker auf pure Effizienz fixiert als etwa angelsächsische oder skandinavische. [Mehr]

Gunnar SohnInnoviert Euch!

Christian Lindner beklagt in einer Wutrede fehlenden Unternehmergeist. Damit hat er Recht, denn ohne Innovation kann die Weltwirtschaft in eine neue, schwere Krise stürzen. // von Gunnar Sohn

Innovation (Bild: Boegh [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Da denkt man, keiner interessiert sich für wirtschaftspolitische Themen, für Startups oder netzökonomische Belange und nur Spaßvögel wie Slimani können virale Hits im Web lostreten. “Dann kommt Christian Lindner mit seiner Wutrede im NRW-Landtag über die Verachtung von Unternehmertum in Deutschland und in zwei Tagen wird die Rede allein bei welt.de 2,1 Millionen Mal angeklickt und über 18.000 Mal geteilt“, bemerkt Wirtschaftshistoriker und Management-Professor Klemens Skibicki auf Facebook.

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Gunnar SohnPodcasts: Ohne geiles CMS keine geilen Medien

In den klassischen Medien scheitern Innovationen oft nur an kleinen Dingen. Gerade im Umgang mit Podcasts zeigt sich das. // von Gunnar Sohn

Podcast auf iPod (Bild: francois schnell [CC BY 2.0], via flickr)

Schon kleine technische Variationen, Erweiterungen und minimale Änderungen der Rahmenbedingungen können etwas völlig Neues auslösen, konstatieren die Podcast-Pioniere Tim Pritlove und Philip Banse in der von Pritlove produzierten Sendung “Lautsprecher“. Das gilt für gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen, schlägt aber bei den klassischen Massenmedien in viel größerer Wucht ein. Beim Podcasting entstanden in den vergangenen zehn Jahren völlig neue Formate, auch wenn das Radio nicht neu erfunden wurde.

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Gunnar SohnDeutschlands digitale Bräsigkeit

Digitale Wirtschaft braucht digitales Management. Mit dem „Kosten-senken-und-Zeit-sparen-Mantra” der deutschen Führungskräfte kann man keinen Blumentopf mehr gewinnen. // von Gunnar Sohn

Deutschlands Management braucht Innovation (Bild: edar [CCo Public Domain], via pixabay)

 

Warum ist die Digitalisierung immer noch eine Achillesferse von deutschen Unternehmen? Diese Frage untersucht eine Zukunftsstudie des Münchner Kreis, die in dieser Woche in den Räumen des Bayerischen Landtags vorgestellt wurde.

61 Prozent der Befragten sehen den Fachkräftemangel als strukturelle Herausforderung. Um dem zu begegnen, müsse das Bildungssystem so schnell wie möglich an die Gegebenheiten der digitalen Welt angepasst werden, die Lehrerausbildung besser ausgestaltet und die digitale Kompetenz jedes einzelnen Bürgers erhöht werden.

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Gunnar SohnWorld Wide Wahnsinn?

Hoffnung oder Unheil? Wenn es ums Informieren im Internet geht, fallen die Urteile stets unterschiedlich aus. Aber einfach nur schimpfen, wie “FAZ”-Mann Mathias Müller von Blumencron, ist auf jeden Fall falsch. // von Gunnar Sohn

Krümelmonster, Internet

Mathias Müller von Blumencron, der “FAZ”-Mann für das digitale Geschäft, sorgt sich in einem Leitartikel seiner Zeitung um die Wahrheit. Eine Wahrheit habe sich in den vergangenen Jahrtausenden wohl durchgesetzt. “Wirklich ist, wo man gerade steht“, so die Blumencron-Erkenntnis. Aber dann kam die digitale Revolution und erschütterte diesen Geist des Pragmatismus. Die unendliche Erreichbarkeit von Wissen mündet nicht automatisch in Wissen – eine simple Wahrheit, die schon beim Besuch einer analogen Bibliothek den Gelehrten klar wurde.

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Gunnar SohnDas Internet macht uns schlauer

Von wegen digitale Demenz: Wenn wir die neuen Werkzeuge richtig nutzen, werden wir mehr leisten können als je zuvor. // von Gunnar Sohn

Demenz

Das Problem der digitalen Demenz scheint wohl doch nur ein singuläres Phänomen eines eifrig daherplappernden Bedenkenträgers zu sein, der mit seinen spitzen Hirnthesen durch die Lande zieht, um die Internet-Skepsis in bildungsbürgerlichen Salon-Gesprächen zu beflügeln. An der Wissenschaftsfront gibt es jedenfalls Entwarnung:

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Gunnar SohnDie Service-Schimären der Netzbetreiber

Personalisierter Service statt Hotline-Gequatsche: Warum Telekom und Co. endlich Kundenversteher-Apps entwickeln sollten. // von Gunnar Sohn

Netzbetreiber

Gespräche mit Kundenhotlines verlaufen butterweich, wenn man ein Upgrade-Sonderaktion-Cross-Selling-alles-wird-jetzt-besser-schneller-und-preiswerter-Bundle-Angebot kaufen möchte. Da sind die Agenten zuvorkommend und schnell. Es reicht ein profanes “Ja” und die Vertragsumstellung wird mit Knopfdruck vollzogen.

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Gunnar SohnWarum sich das Personalmanagement ändern muss

Das moderne Personalmanagement verkommt zur Show: Büros bekommen zwar Kuschel-Ecken und Hipster-Brausen, hinter den Kulissen bleibt aber alles wie gehabt. Ist das schon die Zukunft der Arbeitswelt? // von Gunnar Sohn

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Die “Wirtschaftswoche” titelt: “HR-Abteilungen – Personaler vergraulen Fachkräfte” und schreibt: “Wenn Betriebe gute Leute finden, geschieht es nicht wegen, sondern trotz der Personaler.” Das “Manager Magazin” fragt in der November-Ausgabe “Die Bonsai-Manager – wer braucht eigentlich noch HR?” und nimmt sich damit der Thematik an, dass DAX-Unternehmen aktuell ihre Personalvorstände abschaffen (SAP, Deutsche Post) und HR in vielen Unternehmen in die esoterische Ecke abdriftet.

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Gunnar SohnWas deutsche Ingenieure von Apple lernen können

Apple verkauft viel mehr als nur Produkte – der Kunde wird Teil eines Kosmos. Die Konkurrenz scheint das nicht zu begreifen. // von Gunnar Sohn

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Das Online-Magazin “Business Insider” wartet mit einer kleinen Quiz-Frage auf, die selbst Kenner der Technologiebranche aus dem Stegreif nicht korrekt beantworten können. Welches Apple-Produkt wächst am stärksten? Wer jetzt an iPhone oder iPad denkt, liegt falsch. Im E-Commerce über iTunes, iBooks und den App-Store erreicht der Cupertino-Konzern Rekordzahlen. So legte der Verkauf von Nicht-Apple-Produkten im ersten Quartal 2014 um 19 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar zu. Auf das gesamte Jahr gerechnet kommt man auf über 16 Milliarden Dollar – da schrumpfen selbst E-Commerce-Ikonen wie Zappos mit einem Jahresumsatz von zwei Milliarden Dollar zu Zwergen.

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Gunnar SohnFacebook als neues Youtube

Facebook läuft YouTube den Rang als beliebteste Videoplattform ab. Für die Werbeindustrie ist das eine gute Botschaft, für YouTube-Stars nicht, denn Erlösmodelle sucht man bei Facebook noch vergeblich. // von Gunnar Sohn

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Bislang redet jeder nur über YouTube, wenn über die Revolution des Bewegtbildes sinniert und der Niedergang des linearen Fernsehens prognostiziert wird. Da kommen dann die YouTube-Sterne und -Sternchen zu Wort mit ihren fantastischen Abo-Zahlen, da wird ehrfürchtig von der Fanbase eines Sami Slimani berichtet, der mit Must-Haves über Augencreme, Duftkerzen, gesunde Eisrezepte und Motivationsaphorismen für Schlagzeilen sorgt: “Das Leben ist etwas Besonderes und unsere Zeit auch. Machen wir das Beste daraus.” Oder: “Das Leben ist wie Hunger Games. Wer nicht kämpft, verliert.” Danke, mein liebwertester Livesaver-Gichtling für diese lebensklugen Ratschläge, die irgendwie mein Leben verändern werden.

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Gunnar SohnDie rückständige Internetnutzung der Deutschen

Ohne Vorbilder gibt es keine digitale Alltagstauglichkeit: Lehrer, Politiker, Führungskräfte und Kulturschaffende müssen den Einsatz von digitalen Werkzeugen vorleben. // von Gunnar Sohn

I love Internet (Bild: Codice Internet [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Rund 33.000 Menschen wurden in Deutschland zu ihrem Internetnutzungsverhalten befragt. Die Digital Index-Studie ist in den vergangenen Tagen schon ausführlich besprochen worden. Ein Ergebnis möchte ich noch einmal besonders hervorheben: Nur 27 Prozent der Umfrageteilnehmer stimmen der Aussage zu, dass für sie ein Wegfall des Internets sehr negative Auswirkungen auf das tägliches Leben hätte.

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Gunnar SohnLangsames Internet: Arbeitsplätze in Gefahr

In Deutschland stockt der Ausbau des Breitbandnetzes. Besonders außerhalb von Ballungszentren verhindert das neue Arbeitsplätze. Oder wann haben sie zuletzt von einem Start-up aus Brandenburg gehört? // von Gunnar Sohn

Strommast an Straße (Bild: penjelly [CC BY-ND 2.0], via Flickr)

Wer sagt denn, dass wir für das Fernsehen noch Fernsehsender brauchen, so die provokative Frage von Richard Gutjahr beim NRW-Journalistentag in Dortmund. “Warum nicht direkt vom Produzenten kaufen? Viele preisgekrönte Filme und Serien kommen von einer Videothek namens Netflix oder von Amazon. Selbst Microsoft dreht gerade eine große Serie mit Steven Spielberg. Ich mache mir ein bisschen Sorgen um das Konzept Fernsehsender”, frotzelt der TV-Journalist und Blogger.

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Gunnar SohnWie Manager in dynamischen System scheitern

Wie wichtig das Internet ist, haben die deutschen Unternehmen verstanden. Nur können sie mit dieser Erkenntnis überhaupt nichts anfangen. // von Gunnar Sohn

internet

Die Systemarchitektur der digitalen Netzwerke hat die Spielregeln der Wirtschaft schon längst verändert, bemerkt Professor Peter Kruse in einem Vortrag über den Wandel der Arbeitswelt.

Der Organisationswissenschaftler spricht von einer nicht mehr überschaubaren Vernetzung vieler Teilnehmer, die zu hohen Spontanaktivitäten und Aufschaukelungseffekten führt. Neue Geschäftsmodelle wie WhatsApp können etablierte Geschäftsmodelle in kürzester Zeit pulverisieren. Ablesbar an den sinkenden SMS-Umsätzen, die vor allen Dingen die liebwertesten Gichtlinge der Telekommunikation in den Wahnsinn treiben. Da kann sich Günther Oettinger als “digitaler Irrläufer” der EU-Kommission noch so viele Maßnahmen ausdenken, um den Netzbetreibern ein Ruhekissen zu verschaffen. Vorhersagen kann man solche Entwicklungen nicht.

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