Gunnar Sohn

Gunnar SohnGunnar Sohn ist 51 Jahre alt, Diplom-Volkswirt, lebt in Bonn und ist Wirtschaftsjournalist, Kolumnist und Blogger. Herausgeber des Online-Magazins NeueNachricht.

Gunnar SohnIndustrielle Revolution und das Internet der Dinge

Im “Internet der Dinge” herrscht babylonisches Sprachgewirr. Den deutschen Ingenieuren scheint das egal zu sein. Ein fataler Fehler. // von Gunnar Sohn

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Liest man die Schlagzeilen und Sonntagsreden zur diesjährigen Hannover-Messe, kann die deutsche Industrie vor Kraft kaum laufen. Wenn es um die sogenannte vierte industrielle Revolution geht, was unter dem Schlagwort “Industrie 4.0″ propagiert wird, habe das Land der Ingenieure und Konstrukteure klar die Nase vorn.

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Gunnar SohnDie Bedeutung von Twitter in Deutschland

Der Kurznachrichtendienst verliert in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Eine Bestandsaufnahme. // von Gunnar Sohn

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Netzökonom Holger Schmidt hat Anfang März einige recht interessante Fakten über Twitter zusammengetragen, die sich so langsam zur Krise des Kurznachrichtendienstes auswachsen.“Etwa 70 bis 80 Prozent der Menschen, die sich bei Twitter anmelden, springen im Laufe der Zeit wieder ab. Nur etwa 3 Prozent der Menschen, die sich jemals bei Twitter im deutschsprachigen Raum angemeldet haben, sind heute noch täglich als Schreiber aktiv. Zwar hat Twitter mit Hilfe der Kooperationen mit Fernsehsendern im vergangenen Jahr viele neue Nutzer in Deutschland hinzugewonnen, doch besonders treu sind diese nicht. 80 Prozent der neu hinzugekommenen Nutzer gaben an, seltener als einmal im Monat Tweets zu schreiben.” [Mehr]

Gunnar SohnFür die Tonne: Kommunen und Wirtschaft streiten über duales System

Monopolbildung, Intransparenz, Streit: Bei der Abfallentsorgung geraten Kommunen und Wirtschaft regelmäßig aneinander. // von Gunnar Sohn

Müll (Bild: Uli Herrmann [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat sich einiges in der Recyclingwirtschaft vorgenommen. Mit der sechsten Novelle der Verpackungsverordnung werden überfällige EU-Anpassungen vorgenommen. Danach folgt direkt die siebte Novelle, um fantasievolle Rechenmodelle bei der Organisation von Gelben Tonnen und Säcken in den Griff zu bekommen. So werden derzeitig Verpackungen bei den privatwirtschaftlich organisierten Dualen Systemen abgemeldet, da sie über Eigenrücknahmen oder sogenannte Branchenlösungen nicht direkt bei Privathaushalten, sondern im Handel als Abfälle erfasst werden. Wie viel da wirklich anfallen oder missbräuchlich abgemeldet werden, kann keiner so richtig erklären. In der Öffentlichkeit versteht das sowieso niemand mehr.

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Gunnar SohnKlassik trifft Tech-Revoluzzer

Unser Wirtschaftssystem ist satt. Glücklicherweise gibt es kleine Störenfriede, die den alten Säcken auf die Nerven gehen und sie herausfordern. // von Gunnar Sohn

Technologie (Bild: Gunnar Sohn)

Klassik trifft Tech-Revoluzzer, so habe ich das Konzept der diesjährigen CeBIT auf einen Nenner gebracht, um vom Image einer langweiligen IT-Computermesse herunterzukommen, die seit Jahrzehnten das gleiche Lied summt. Und das betrifft nicht nur den legendären Auftritt von Apple-Mitgründer Steve Wozniak, der die CeBIT-Konferenz rockte. Sein alter Weggefährte Steve Jobs hätte es nicht besser machen können.

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Gunnar SohnDie Grenzen von Big Data

Forensiker gegen Big Data-Denunziantentum: Warum man den Sozialingenieuren der Datenwelt Grenzen setzen muss. // von Gunnar Sohn

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Big-Data-Anbieter sind großartige Verkäufer, wenn sie in der Öffentlichkeit von den Vorzügen der schönen neuen Datenwelt fabulieren können. Sie gieren nach Analysen möglichst großer Datenberge, um Grippewellen vorherzusagen, Euro-Krisen zu verhindern, den Autoverkehr staufreier zu machen oder Prognosen über den Verkaufserfolg von Rollkragenpullovern in roter Farbe abzugeben. [Mehr]

Gunnar SohnKünstliche Intelligenz: Maschinen denunzieren nicht

Maschinen sind blöd, so blöd wie die Analysten in den Geheimdiensten. Warum will das keiner verstehen? Bei den Debatten über die Verführungskraft von Algorithmen, Big Data und Neuro-Kleckskunde-Propaganda fällt mir immer wieder auf, dass Kritiker und Gurus im selben Teich der Übertreibungen schwimmen. // von Gunnar Sohn

Robot (Bild: Sean McMenemy [CC BY 2.0], via Flickr)

Dahinter stecken Träume, Horrorszenarien und schlichtweg Idiotie, wie bei den Pionieren der Künstlichen Intelligenz, die noch nicht einmal in der Lage sind, künstliche Gehirne von Kleinkrebsen nachzubauen oder gar zu verstehen. Biologen versuchen das nun seit 30 Jahren – ohne Erfolg. Das Kleinstgehirn des Krabbeltierchens besteht gerade mal aus 30 Millionen Neuronen und kontrolliert den Verdauungstrakt. Man hat bis heute nicht verstanden, wie das funktioniert.

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Gunnar SohnViva la Revolución digital

Die Jedermann-Ökonomie ist auf dem Vormarsch. Wer wissen will, was jetzt zu tun ist, sollte besser nicht den Slipperschuh-Managern zuhören. // von Gunnar Sohn

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In der Weltwirtschaft nimmt Deutschland immer noch einen Spitzenplatz ein. Betrachtet man die Leistungen, die wir netzökonomisch auf die Beine stellen, droht der Absturz ins Mittelmaß. Spätestens wenn sich der froschgrüne Fuhrpark des neuen Lebensmitteldienstes “Amazon Fresh” in deutschen Städten in Bewegung setzt, dürfte es auch den Handelsbaronen der Discounter dämmern, dass kein stationäres Geschäftsmodell vor den Online-Angreifern sicher ist. Und das ist nur ein kleines Beispiel von vielen, wie wir die digitale Revolution verpennen.

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Gunnar SohnKunden-Anarchie gegen schlechten Service

Callcenter grenzen an seelische Grausamkeit. Doch in Zukunft gilt: Wer Service verweigert, wird netzöffentlich abgestraft. // von Gunnar Sohn

Callcenter (Bild: Ramiro Ramirez [CC BY 2.0], via Flickr)

Kunden müssen an Masochismus leiden, wenn eine Umfrage stimmt, die der oberste Callcenter-Verbandsvertreter Manfred Stockmann auf dem Berliner Fachkongress CCW im Hotel Estrel präsentierte (Callcenter will der Veranstalter wohl nicht mehr in den Mund nehmen): Demnach reagiert jeder zweite Kunde, der mit einem Unternehmen unzufrieden ist, dennoch nicht mit Kündigung. Vielleicht mit innerer Kündigung wegen seelischer Grausamkeit, aber er löst seinen Vertrag nicht auf. Vielleicht ist der zerknirschte Kunde ja auch gar nicht gefragt, ob er zu einer Fortsetzung der Geschäftsbeziehung bereit ist (Prinzip: Man soll keine schlafenden Hunde wecken) oder es passiert im Alltag das, was Warteschleifen-Experte Tom König in seinem CCW-Vortrag zum Ausdruck brachte: „Ich bin ein Kunde, holt mich hier raus.“

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Gunnar SohnMedienvielfalt und die Deutungshoheit der Eliten: Meinung ohne Einheitsbrei

Schon die Kanzlerin hat erkannt: Es gibt mehr als eine Öffentlichkeit. Höchste Zeit, dass die alten Eliten in Politik, Wirtschaft und Verlagswesen das begreifen. // von Gunnar Sohn

Protest (Bild: _dChris [CC BY 2.0], via Flickr)

Was wir über die Welt wissen, so der Soziologe Niklas Luhmann, das wissen wir durch die Massenmedien. Die als “thematische Struktur öffentlicher Kommunikation” bezeichnete öffentliche Meinung ist deshalb wesentlich das Ergebnis von Selektion auf der Basis von “Aufmerksamkeitsregeln“. Und dieser Nachrichten-Flaschenhals wurde von bestimmten Auswahlkriterien geprägt, die bewusst oder unbewusst zu einer Vereinheitlichung des Medientenors führen – in der empirischen Sozialforschung spricht man von Konsonanz.

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Gunnar SohnMehr Macht für Transformatoren: Ran ans rote Telefon

Viele Firmen verzweifeln am digitalen Wandel. Sie brauchen Entscheider mit direktem Draht zum Management. // von Gunnar Sohn

Red Telephone (Bild: Mario Sánchez Prada [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Viele Unternehmen haben noch nicht den Einstieg in den digitalen Wandel gefunden, zu diesem Befund kommt die Studie “Digitale Transformation” der Smarter-Service-Initiative. Den meisten Unternehmen fehle die notwendige Expertise, um die Chancen digitaler Technologien für das eigene Geschäft zu erkennen, zu bewerten und zu erschließen. Das gilt für das interne Management und für die Kommunikation nach draußen. Besonders die Marketing-Gilde sollte so langsam anfangen, über die eigene Existenzberechtigung nachzudenken, wenn selbst Blog-Projekte, die man intern mit riesigem Getöse neben Twitter und Facebook als gigantischen Schritt in die Social-Web-Welt verkauft, kläglich scheitern. In Wahrheit interessiert sich keine Sau für das immer gleiche Wortgeklingel der keimfreien “Kommunikationsexperten”.

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Gunnar SohnDer Bundesgerichtshof benötigt Mathe-Nachhilfe

Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler erstellen laufend fragwürdige Modelle. Und der Bundesgerichtshof gibt ihnen auch noch recht. // von Gunnar Sohn

BGH (Bild: Thomas Steg [CC BY 2.0], from Wikimedia Commons)

Die Modelle, mit denen Händler, Banken und Versicherungen arbeiten, sind, wie der Mathematiker Yuri Manin sagt, in hohem Maße in der Software ihrer Computer codiert. Was diese mathematisch-statistischen Verfahren leisten, sind Optionen, Wahrscheinlichkeiten, Vorschläge, Hinweise und Anregungen. Dahinter stecken allerdings wiederum Menschen, die mit Annahmen und Gewichtungen für ihre Prognose-Rechnungen operieren. Und die können Unternehmen, Volkswirtschaften, Konsumenten, Wähler und Politiker auch völlig in die Grütze manövrieren.

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Gunnar SohnNetzwerke ohne Hierarchien: Neue Netzwerke in alten Kabeln

Kann das Internet die hierarchischen Endlos-Schleifen unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems beenden? // von Gunnar Sohn

Connections (Bild: fla m [CC BY 2.0], via Flickr)

Meine Überlegungen zur Netzwerk-Ökonomie und der Durchbrechung von hierarchischen Organisationsformen finden im Social Web ein geteiltes Echo: „Praxisfernes Geschwurbel!“, heißt es in einer Tweet-Replik von Dagmar D. Ohne Netzwerke könnten Hierarchien gar nicht entstehen, bemerkt Sascha Stoltenow auf Google Plus und verlinkt dabei auf einen Wikipedia-Eintrag zur Systemtheorie, der mir in meiner Argumentation dann doch ein wenig Entlastung verschafft, wahrscheinlich unbeabsichtigt: „Konkretisiert auf den (zumeist) wirtschaftlichen Bereich bedeutet der systemtheoretische Ansatz eine Abkehr von herkömmlichen, hierarchisch-dirigistisch gesetzten Organisationsstrukturen und eine Hinwendung zu Kooperation und Koordination in Netzwerken in Wirtschaft und Gesellschaft.

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Gunnar SohnDer Widerstand gegen das Home Office

Das Konzept des Home Office verspricht Arbeitsplatzautonomie und ein bessere Work-Life-Balance, aber das Konzept ist in Deutschland umstritten. // von Gunnar Sohn

Home Office (Bild: David Martyn Hunt [CC BY 2.0], via Flickr)

Von wegen Arbeitsplatzautonomie. Der schöne Traum macht einer bitteren Realität Platz. Selbst wenn die Angestellten bloß in der Nase bohren, Hauptsache, sie sitzen dabei am Platz. Hochautonome Arbeitsplätze, an denen Mitarbeiter eigenständig und ohne hierarchische Zwänge entscheiden, was zu tun ist, also praktische Selbstständigkeit, schreitet auf allen Ebenen voran. Diese Vision verkündete das Wirtschaftsmagazin „brandeins“ vor einigen Jahren. Schon wär’s.

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Gunnar SohnMit Rabelais durch das neue GroKo-Jahr

Die Bundestagswahl im vergangenen Jahr bescherte uns die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD – doch was werden diese Parteien uns 2014 bringen? // von Gunnar Sohn

Francois_Rabelais

Gute Leute, erlauchte Zecher und Ihr, liebwerteste Gichtlinge, alternativlose GroKo-Schwätzer, NSA-Spitzel, ganzheitliche Esoterik-Schwurbler und Verbotsapologeten, Euer Schelmenzeug erfüllt mich mit Gestank, wie falscher Klang, verstimmt ein Geig, Euer Schelmenzeug. Der Leitfaden meines Geschreibsels ist bekannt: Antihierarchie, Infragestellen der Autorität, Offenheit, fröhliche Anarchie und die Verspottung aller Dogmen im Geiste des sinnfrohen Renaissance-Dichters François Rabelais.

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