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Moia im Test: Mit dem Sammeltaxi 2.0 von VW auf großer Tour

Moia im Test in Hannover

Ich lebe zwar gern in der Stadt, aber der Autoverkehr nervt mich. Lärm und Stau zu Stoßzeiten sowie zugeparkte Bürgersteige in Wohngebieten, sind nur einige der Übel, die damit einhergehen. Trotzdem ist ein Auto mitunter die beste Lösung, um von A nach B zu kommen. Nicht zuletzt deswegen verfolge ich begeistert den neuen Trend zu bekannten Mobilitätskonzepten wie Ridesharing, bei denen die Digitalisierung für frischen Fahrtwind sorgt. Ein Vorreiter für das Sammeltaxi 2.0 ist Moia, ein Dienst des VW-Konzerns. In Hamburg fährt er derzeit im Testbetrieb, in Hannover schon regulär. Dort, an meinem Wohnort, habe ich ihn über mehrere Wochen ausprobiert. So schneidet Moia im Test ab.

So funktioniert das Ridesharing mit Moia im Test

Das Prinzip an sich ist bewährt. Auf Abruf befördern Kleinbusse Fahrgäste mit ähnlichen Zielen innerhalb eines festgelegten Gebiets. Als moderne Variante davon lässt sich der Ridesharing-Dienst von Moia per Smartphone buchen. Fahrgäste markieren in einer App Startpunkt und Ziel. Außerdem geben sie an, ob sie allein fahren oder auf eigene Rechnung noch jemanden mitnehmen wollen. Bis zu fünf Passagiere passen in einen der derzeit über 70 VW-Kleinbusse von Moia in Hannover. Die App errechnet daraufhin einen festen Preis, der sich selbst bei Stau und Umwegen nicht erhöht. Ist der Nutzer mit diesem Angebot einverstanden, bucht er das Fahrzeug verbindlich. Es holt ihn nicht direkt vor der Haustür ab und lässt ihn auch nicht exakt am Wunschort heraus, sondern an bestimmten Haltepunkten im Geschäftsgebiet. Derzeit deckt der Ridesharing-Dienst in Hannover mit rund 200 Quadratkilometern fast das gesamte Stadtgebiet ab.

In der Praxis: Praktischer als Bus und Bahn, günstiger als ein Taxi

Moia-App für iOS oder Android herunterladen, E-Mail-Adresse und einen Verifizierungscode sowie Bezahldaten eingeben – schon kann es losgehen. Beim Buchen lege ich nach Start, Ziel, Personenanzahl und Kindersitzbedarf noch fest, ob ich sofort oder in bis zu zehn Minuten aufbrechen möchte. Anschließend kalkuliert die übersichtliche und einfach bedienbare App Route, Dauer und Kosten. Für die günstigste meiner zehn Fahrten zwischen Januar und März 2019 verlangt Moia 4,30 Euro. Die „teuerste“ schlägt mit 7,84 Euro zu Buche, in diesem Fall fuhr aber meine Frau noch mit. Das ist deutlich günstiger, als ein Taxi zu nehmen und gleichzeitig praktischer, als mehrfach mit Bus oder Bahn umsteigen zu müssen.

Kinobesuch, Steuerberatertermin, Kneipentreff mit dem Kumpel – für diese und ähnliche Alltagsfahrten habe ich Moia im Test verwendet. Etwa zwischen drei und sieben Kilometer beträgt die Distanz zwischen meinem Standpunkt und dem Zielort. Bis zum Haltepunkt muss ich mal 50, mal 500 Meter zu Fuß gehen. Selbst für einen lauffaulen Menschen wie mich ist das vertretbar.

Und die Fahrt selbst? Alle meine zehn unangekündigten Test-Fahrten sind mustergültige Beispiele für erstklassige Kundenerlebnisse im Mobilitätsbereich. Denn mir begegnen picobello gepflegte Fahrgasträume, bequeme Einzelsitze sowie freundliche Fahrer, die nett grüßen und kein Gespräch aufdrängen. Ein Monitor informiert die Fahrgäste kontinuierlich über die nächsten Ausstiegspunkte. Die Namen sind darauf mit Anfangsbuchstaben abgekürzt. In meinem Testzeitraum gibt es allerdings wenig Grund zur Anonymisierung, denn meistens bin ich der einzige Fahrgast. Selbst zu vermeintlichen Stoßzeiten an Wochenenden fährt nicht mehr als ein weiterer Passagier mit.

Beim Fahrtende muss ich kein Geld in die Hand nehmen, nicht mal die Zahlung per App freigeben. Stattdessen kann ich einfach aussteigen. Den vereinbarten Betrag bucht Moia daraufhin automatisch ab. Einen Beleg darüber erhalte ich per E-Mail.

Eine Fahrt mit Moia in Bildschirmfotos

Planbarkeit, Betriebszeiten und mehr setzt Moia im Test noch Grenzen

Als Zahlungsmittel akzeptiert Moia derzeit nur Kreditkarten von Visa und Mastercard. Wer keine davon hat oder generell keine Zahlungsdaten in einer App hinterlegen möchte, kann den Ridesharing-Dienst also nicht nutzen. Per Bargeld wie im Taxi oder Bus lässt sich die Fahrt nicht bezahlen. Mich stört das nicht. Aber als ich einer interessierten Passantin auf Nachfrage davon berichte, winkt sie ab.

Der Mangel an alternativen Zahlungsmitteln ist nicht der einzige Aspekt, der die Praxistauglichkeit des Dienstes für so manchen Nutzer begrenzt. Wer beispielsweise ins ländliche Umland zur Arbeit pendelt, hat von Moia nichts. Denn dort fährt der Fahrdienstleister nicht hin. Auch partyfreudige Nachteulen müssen sich eine andere Mitfahrgelegenheit suchen, weil Moia um 24 Uhr den Motor ausstellt und erst um 6 Uhr den Betrieb wieder aufnimmt.

Kommt es auf die Minute an, ist Moia ebenfalls nicht die erste Wahl. Während ich mich auf die pünktliche Abfahrt eines Busses oder vorbestellten Taxis relativ gut verlassen kann, muss ich bei der Vorausplanung mit Moia etwas Spielraum einkalkulieren. Denn staut sich auf einer großen Ausfallstraße der Verkehr, kommt das gebuchte Fahrzeug schon mal fünf bis zehn Minuten später bei mir an, als ursprünglich prognostiziert.

Wer ferner mit großzügigem Urlaubsgepäck zum Bahnhof oder Flughafen reisen möchte, kann sich nicht darauf verlassen, genügend Stauraum dafür vorzufinden. Der kleine Kofferraum der Fahrzeuge in Hannover ist nämlich schnell voll. In Hamburg ist laut Webseite zwar ein Gepäckfach vorhanden, dessen Platzangebot aber ebenfalls nur „je nach Verfügbarkeit“ bereitsteht. Gegen einen kleinen Handgepäckkoffer neben dem Sitzplatz spricht aber nichts, versichert mir ein Fahrer, den ich darauf anspreche.

Fazit zu Moia im Test: Dieses Sammeltaxi 2.0 kommt wie gerufen

Für mich erweist sich Moia im Test als ideale Ergänzung zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Den Ridesharing-Dienst per Smartphone zu buchen, ist praktisch für Strecken, für die eine Fahrt mit Bus und Bahn sonst mehrfaches Umsteigen mit ungünstigen Taktungen bedeuten würde. Auch für Touren von Stadtrand ohne Anschluss an die U-Bahn ins Zentrum ist der Dienst von Volkswagen gut geeignet. Besonders preissensibel dürfen Nutzer allerdings nicht sein, denn teurer als Bus und Bahn ist Moia eben schon. Flatrates in Form eines Tagestickets sind dabei nicht buchbar.

Das Kundenerlebnis ist erstklassig. Gegen Wagenzustand, Freundlichkeit der Fahrer und App-Bedienung gibt es nichts einzuwenden. Vor diesem Hintergrund kann ich den Ridesharing-Dienst unbedingt empfehlen. Angesichts der dringend nötigen Verkehrswende, ist er zudem absolut begrüßenswert. Damit ein Dienst wie Moia einen wirklichen Unterschied macht, müssen ihn aber noch viel mehr Menschen nutzen als jetzt in Hamburg und Hannover. Meine Testfahrten und stichprobenartige Umfragen in meinem Bekanntenkreis verdeutlichen, dass Nachfrage und Bekanntheitsgrad noch gering ausgeprägt sind. Für zukunftsfähig halte ich dieses Konzept angesichts der gebotenen Leistung allemal. Wünschenswert wäre nur noch, dass Moia wie in Hamburg auch die Flotte in Hannover alsbald vom Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb umstellt.

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Images by Moia, Berti Kolbow-Lehradt

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OnePlus 6T im Test: High-End-Android für jedermann

Der Smartphone-Markt bleibt hart umkämpft. Eines der wachsenden Unternehmen ist der chinesische Hersteller OnePlus. In traditioneller Art und Weise hat der Smartphone-Hersteller in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit dem OnePlus 6T die aufgebohrte Version des Frühjahrs-Flaggschiffes OnePlus 6 vorgestellt. Es zeichnet sich etwa durch ein größeres Display sowie einem darunter befindlichen Fingerabdrucksensor aus. Zudem gibt es eine kaum erwähnenswerte Notch und eine neue Gestensteuerung. Der erste äußere Eindruck war gut. Doch wie schlägt sich das Gerät in der Praxis? Nach einem längeren Test habe ich nun herausgefunden, wie sich die inneren Neuerungen im Alltag bemerkbar machen.

Das lange Schlanke für große Taschen

Äußerlich geht das OnePlus 6T mit dem Trend der Zeit, weil es im Vergleich zum Original ein größeres Display, schmalere Ränder und eine gläserne Rückseite bietet. Letztere wirkt in der vorliegenden matten Variante sehr hochwertig. Mit Abmaßen von 15,8 x 7,5 Zentimetern und einer Dicke von 8 Millimetern ist das OnePlus 6T ein echter Smartphone-Brocken. Hinzu kommt die Masse von 185 Gramm. Für meinen persönlichen Geschmack etwas zu viel für den alltäglichen Gebrauch und dem Transport in der Hosentasche.

Bei den Bedienelementen ringsum um das Gehäuse finden sich OnePlus-Nutzer schnell zurecht: Auf der linken Seite befinden sich SIM-Karten-Slot sowie die Lautstärkewippe, die einen sehr guten Druckpunkt vermittelt. Unten sind USB-C-Anschluss und Lautsprecher verbaut. Auf einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss verzichtet OnePlus erstmals. In dieser Hinsicht folgt der Hersteller dem Trend der Zeit. Immerhin wird ein entsprechender Adapter beigelegt. Rechts befinden sich Powerbutton und der sogenannte Alert Slider. Letzterer ermöglicht das schnelle mechanische Umschalten der Benachrichtigungen.

OnePlus 6T matte Rückseite
Die matte Rückseite des OnePlus 6T besteht aus Glas. Image by Jonas Haller

Scharfes, leuchtstarkes Display mit kompakter Notch

Beim Blick auf die Vorderseite des OnePlus 6T fällt sofort das neue AMOLED-Display ins Auge. Es bietet eine Diagonale von 6,4 Zoll und ein ungewöhnliches Displayverhältnis von 19.5:9. Die Auflösung ist mit 2.340 x 1.080 Pixeln und einer Pixeldichte von 402 ppi hoch. Das sorgt für eine scharfe Darstellung. Einzelne Bildpunkte sind selbst aus der Nähe nicht sichtbar. Die größte Stärke ist allerdings die Farbintensität. Es wird sowohl der sRGB- als auch DCI-P3-Farbraum unterstützt.

Ähnlich wie Huawei, Samsung oder Apple setzt OnePlus auf ein Display, das nahezu die komplette Front einnimmt. Auf der Oberseite findet sich lediglich für die Frontkamera eine kleine Einkerbung, die sogenannte Notch. Mit ihrer Tropfenform fügt sie sich angenehm in das Design des High-End-Gerätes ein.

OnePlus 6T Dewdrop-Notch
Für Ästheten ist die tropfenförmige Notch eine Augenweide. Image by Jonas Haller

Performance bis zum Abwinken

Unter der Haube gibt es im Vergleich zum Vorgänger OnePlus 6 wenig Neues. Für ordentlich Rechenpower sorgen im OnePlus 6T die acht Rechenkerne des Snapdragon-845-Prozessors von Qualcomm. Je nach Modellvariante stehen ihm 6 oder 8 GB Arbeitsspeicher zur Seite . Die später erschienene McLaren-Edition  bietet sogar spektakuläre 10 GB.

In der getesteten Variante mit 8 GB erreichte das OnePlus 6T im AnTuTu-Benchmark 296.000 Punkte, im Geekbench MultiCore-Test 8950 Punkte. Damit gehört es zur aktuellen Android-Speerspitze. Apps und Daten lassen sich auf dem 128 bzw. 256 GB fassenden internen Speicher ablegen. Dank UFS-2.1 Standard ist die Lese- und Schreibgeschwindigkeit sehr hoch. Sagenhafte 712 MB/s beim Lesen und 218 MB/s beim Schreiben werden erreicht. Langsam war aber auch das OnePlus 6 im Test nicht.

Solide Kamera mit Zoomfunktion

Die Kamera-Ausstattung hat OnePlus im Wesentlichen beibehalten. Schließlich sind im Vergleich zum Vorgänger im OnePlus 6T die gleichen Bildsensoren verbaut. Sie liefern dementsprechend in beiden Geräten solide Ergebnisse. Auf der Rückseite kommt eine Dual-Kamera mit zwei Weitwinkel-Objektiven zum Einsatz. Dabei löst das Hauptmodul mit f/1.7-Blende mit 16 Megapixel auf, das zweifach Nebenmodul mit 20 Megapixel. Letzteres nutzt das Plus an Pixeln für einen Zweifach-Digitalzoom. Zwar ist die Bildqualität des OnePlus 6T mehr als solide, kommt allerdings nicht an die Konkurrenz von Huawei oder Google heran. Das gilt ferner auch für den neuen Nachtmodus, mit dem dank Langzeitbelichtung farbdynamische Aufnahmen entstehen.

Auf der Frontseite fotografiert ein 16 Megapixel auflösendes Kameramodul mit f/2.0 Blende. Dessen Bildqualität geht für den Otto Normalnutzer in Ordnung. Allerdings fiel im Test eine starke Weichzeichnung auf.

Optischer Fingerabdrucksensor im Display mit Schwächen

OnePlus ist einer der ersten Hersteller, der einen Fingerabdrucksensor im Display verbaut. Dabei handelt es sich um einen CMOS-Bildsensor, der optisch die Aufnahme mit dem hinterlegten Muster abgleicht. Das funktionierte im Test ordentlich, allerdings nicht ganz so schnell wie bei herkömmlichen Fingerabdrucksensoren. OnePlus selbst verspricht, dass das Modul im Laufe der Zeit dazulernt und sich die Performance verbessert.

OnePlus 6T In-Display-Fingerabdrucksensor
Erstmals befindet sich der Fingerabdrucksensor unter dem Display. Image by Jonas Haller

Die zweite Möglichkeit der Entsperrung ist ein Gesichtsscan mit der Frontkamera. Dafür muss das eigene Gesicht aus verschiedenen Perspektiven abgelichtet und hinterlegt werden. Anschließend vergleicht die Software die Bilder und gibt das Gerät frei. Das Verfahren im OnePlus 6T ist allerdings bei Weitem nicht so sicher wie bei Apples Face ID, bei dem ein 3D-Scan des Gesichts durchgeführt wird. Wer beiden Methoden nicht vertrauen mag, kann auch auf Pin oder Muster zurückgreifen.

Oxygen OS wirkt wie Stock-Android

OnePlus ist dafür bekannt, keine eigene Nutzeroberfläche, sondern direkt ein eigenes Betriebssystem auf den Geräten vorzuinstallieren. Deshalb kommt auch auf dem OnePlus 6T das Oxygen OS in Version 9.0 zum Einsatz. Es zeichnet sich durch ein besonderes reines Design und wenig Software-Ballast aus, weil sich der Nutzer sein System selbst von Grund auf zusammenstellen können soll. Lediglich Google-Apps sind vorinstalliert.

Neu ist die Gestensteuerung, denn optional können die Steuerungsbuttons ausgeblendet werden. Im ersten Moment ist das zwar ein wenig ungewohnt, aber schnell wischt man sich zwischen Menüs und Startseite umher. Ein weiterer Pluspunkt des Systems: OnePlus liefert zeitnah OS-Updates aus. Insbesondere die wichtigen Sicherheitspatches landen deshalb schnell auf den Geräten.

OnePlus 6T Gestensteuerung
Wer die Gestensteuerung aktivert, findet auf dem Homescreen keine Navigationsbuttons. Image by Jonas Haller

Apropos “schnell auf den Geräten landen”. Das macht auch der Strom auf dem üppig dimensionierten 3.700 mAh starken Akku. Denn dank Dash-Charge und einem Ladestrom von 4A ist der Energiespender in etwas mehr als einer Stunde wieder vollständig aufgeladen. Im alltäglichen Gebrauch kommt man daher mit dem OnePlus 6T selbst bei aktiver Nutzung gut über die Runden. Deshalb stellt ein normaler Arbeitstag keine Probleme dar. Im Test waren sogar bis zu zwei Tage ohne Steckdose möglich. Dann sollte man allerdings auf ressourcenfressende Spiele und Videostreaming verzichten.

Fazit OnePlus 6T: Preiswert am Puls der Zeit

Das aktuelle Smartphone-Modell von OnePlus gefällt. Vor allem das große Display mit schicker Notch, der im Display integrierte Fingerabdrucksensor sowie die Gestensteuerung fallen ins Auge. Das OnePlus 6T überzeugt außerdem mit starker Technik zum schmalen Preis – auch wenn der Abstand zu den Mitbewerbern in Sachen Anschaffungskosten immer kleiner wird. Wer ein nahezu tabletartiges Android-Smartphone mit High-End-Performance sein Eigen nennen will und dabei auf ein teures Gerät der Mainstream-Marken verzichten mag, kann bedenkenlos zugreifen.

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Images by Jonas Haller

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Test: Saugroboter Vorwerk Kobold VR200 als Putzfee im Coworking Space

Vorwerk Kobold VR200

Rund 200 Quadratmeter ist die Nutzfläche des Coworking Spaces „The9th“ in Bonn groß. Der Boden ist flach, aber dennoch aufwändig zu reinigen. Mit dem Staubsauger oder gar einem Besen dauert eine gründliche Reinigung mehr als eine Stunde. Was liegt da für einen Ort, wo sich Neues Bahn brechen soll, näher, als die Arbeit an einen Saugroboter auszulagern? Daher unterzogen wir dem Vorwerk Kobold VR200 einem Test im Coworking Space. Das Gerät gehört zu einem Preis von 750 Euro zu den teuersten auf dem Markt. Dementsprechend hoch waren unsere Erwartungen. Hält der Saugroboter ihnen stand?

Läuft erst nach einem Training rund

Der Test beginnt holprig. In den ersten Tagen startet der Vorwerk Kobold VR200 zwar immer wieder die Reinigung, wagt sich aber nur unbeholfen in Teilbereiche des Coworking Spaces. Allerdings lernt ein Saugroboter erst allmählich die Routen und Begebenheiten der Umgebung kennen. Das ist auch beim Vorwerk-Modell so. Daher vergrößerte er seinen Aktionsradius und verbesserte die Routenführung stetig. Bereits nach einer Woche reinigte der Saugroboter auch weiter entfernte Stellen des Coworking Spaces und fand den Weg zur Ladestation immerhin auch um eine Wand herum.

Tatsächlich wurde der Vorwerk Kobold VR200 mit der Zeit zu einer Arbeitserleichterung. Der Roboter reinigt im Idealfall jede Nacht den Großteil des offenen Büros und kümmert sich in der nächsten Nacht um weitere Bereiche.

Fährt der Vorwerk Kobold VR200 die ganze Nacht ununterbrochen durch das Büro, ist der Schmutzbehälter gut gefüllt. Neben viel Staub saugt der Roboter auch Federn, kleine Verpackungsreste oder Knöpfe auf. Das Behältnis hat eine Kapazität von etwa einem halben Liter und kann wahlweise mit einem richtigen Staubsauger ausgesaugt oder manuell im Müll ausgeleert werden. Das raubt kaum Zeit und ist einfacher, als die Fläche selber zu reinigen.

Bedienung: Einfacher geht es kaum

Verschiedene Menschen bedienen den Vorwerk Kobold VR200 im Coworking Space. Daher sollte die Menüführung so intuitiv sein, dass auch immer wieder wechselnde Anwender sie begreifen, ohne sich tief einarbeiten zu müssen. Zum Glück ist die Bedienung sehr schlicht gehalten. Denn der größte Teil der Einstellungen läuft über Bedienelemente am Gehäuse selbst. Dies umfasst den großen, grünen Start-Knopf und vier weitere berührungsempfindliche Tasten für die sonstige Menüführung.

Zusätzlich im Lieferumfang enthalten ist eine Fernbedienung. Diese beherbergt neben den gleichen Grundfunktionen für Start und Stopp auch zusätzliche Pfeiltasten zur manuellen Steuerung des Roboters. Ganz durchdacht ist die Steuerung per Fernbedienung aber nicht. Denn sobald Anwender in den Menüs navigieren müssen, ist eine Eingabe am Roboter selbst nötig. Per Funk ist dies nicht möglich, was wir im Test als verwirrend und störend empfinden.

App nicht auf der Höhe der Zeit

Um den Lautstärkepegel niedrig zu halten, kommt der Vorwerk Kobold VR200 beim Test im The 9th nur nachts zum Einsatz. Zwar ist der kleine Saugroboter leiser als ein herkömmlicher Staubsauger. Trotzdem fällt der monotone Ton auf und stört bei der Arbeit. Deswegen startet das Gerät seinen Job um 20 Uhr, wenn das Publikum den Coworking Space in der Regel verlassen hat.

Der entsprechende Zeitschaltplan für die Reinigung lässt sich am einfachsten mit der herstellereigenen App für Android und iOS erstellen. Die App ermöglicht, den Plan für jeden Wochentag anzupassen. Das ist praktisch, denn so platzt der Vorwerk Kobold VR200 nicht unverhofft in einen Abendtermin hinein.

Darüber hinaus dient die App als Einsatzzentrale. Sie informiert beispielsweise über den Akkuladestand und darüber, wo sich der Roboter gerade befindet. Außerdem schlägt sie per Push-Nachricht Alarm, wenn sich der Roboter an einem überwindbaren Hindernis festgefahren hat – was leider zu oft passiert.

Viel mehr hat die App nicht zu bieten. Wünschenswert wäre beispielsweise die Möglichkeit, den zu reinigenden Bereich einzugrenzen. Dies ist dann hilfreich, wenn ein Malheur nur eine kleine Fläche stark verschmutzt hat. Nicht auf der Höhe der Zeit ist zudem der Update-Turnus. Zuletzt aktualisiert wurde die App vor über einem Jahr. Daher ist sie auch noch nicht an den Steg (Notch) und das 18:9-Seitenverhältnis moderner Smartphone-Displays angepasst.

Nach Kollisionen zu unselbständig

Da der Vorwerk Kobold VR200 nur nach den Öffnungszeiten seine Runden dreht, steht ihm keine menschliche Hilfe zur Seite. Sobald er sich einmal an einem Gegenstand stört, bleibt der Roboter von selbst stehen und wartet auf Unterstützung. Das passiert im Test leider recht häufig, da ein Coworking Space trotz viel freier Fläche etliche Hindernisse bereithält. Eine kleine Vorbereitung auf den Reinigungsvorgang und ein grundsätzlich aufgeräumter Platz ist deswegen immer sinnvoll.

Vorwerk Kobold VR200
Nach Kollisionen mit Kabeln und Stühlen fährt sich der Vorwerk Kobold VR200 im Test oft fest. Image by Mika Baumeister

Hiermit kommt der Roboter im Test nicht zurecht:

  • Kabelgewirr auf dem Boden
  • Zu eng stehende Stühle
  • Objekte, die vom Laser nicht erfasst werden können (Spiegel)
  • Manuelle Positionsveränderung (Ladestation wird nicht mehr gefunden)
  • Teppich, der sich wölbt

Leider findet der Saugroboter in den rund sieben Stunden, die er zur vollständigen Reinigung inklusive Ladevorgang braucht, immer wieder solche Hindernisse. Daher ist an vielen Tagen nicht die völlige Fläche gereinigt und der Vorwerk Kobold VR200 muss manuell zur Ladestation getragen werden. Besonders ärgerlich ist das, wenn die Reinigung schon in den ersten zwei Stunden nach einer Kollision unterbrochen wurde.

Natürlich würden sich die Fehler leicht vermeiden lassen, wenn Stühle weiter auseinander stünden oder Kabel vor dem Feierabend sicher verstaut werden würden. Aber bei einer Fläche von 200 Quadratmetern jedes einzelne potenzielle Hindernis zu beseitigen, ist in der Praxis nicht möglich. Daher findet der Roboter immer wieder neue Möglichkeiten, sich festzufahren.

Neben Zwischenfällen in der Navigation stört im Test ein gelegentlicher Ausfall der Bürste. Geraten Blätter etwa von Yucca-Palmen oder Verschlussklemmen von Verpackungen hinein, blockiert sie. Immerhin sind steife Objekte wie Stifte keine Gefahr, weil sie einfach zu groß für die Saugöffnung sind.

Hohe Abnutzung durch rauen Untergrund

Anders als in vielen Wohnräumen besteht der Boden des The 9th aus nacktem Beton. Dementsprechend rau ist die zu reinigende Oberfläche. Das macht sich vor allem an der Seitenbürste des Roboters bemerkbar. Nach einem Monat im Test ist die Bürste bereits stark verschlissen. Dadurch nimmt die Reinigungsleistung deutlich ab. Statt Objekte in einem Radius von sechs Zentimetern zu erfassen, gelingt der Bürste dies nur noch in einem Radius von drei Zentimetern. Immerhin ist eine neue Seitenbürste mit einem Preis von fünf Euro recht erschwinglich. Dank einer Magnetbefestigung gelingt der Tausch im Test außerdem schnell und einfach.

Vorwerk Kobold VR200
Harter Test-Parcour: Auf dem Betonboden des Coworking Spaces verschleißen die Bürsten des Saugroboters schnell. Image by Mika Baumeister

Test-Fazit: Der Vorwerk Kobold VR200 reinigt gut, aber zu selten verlässlich

Der Staubsaugerroboter Vorwerk Kobold VR200 macht grundsätzlich einen guten Job. Meist reinigt er einen großen Bereich des Coworking Spaces nach nur einer Nacht. Spätestens nach zwei oder drei Tagen ist jede Ecke der Fläche gesaugt. Die Saugleistung ist hoch und gründlich. In einem Monat der täglichen Benutzung hat der Kobold VR200 den einen oder anderen normalen Staubsaugerbeutel gefüllt und viel Arbeit abgenommen. Doch wer mit 750 Euro in Vorleistung geht, wünscht sich nicht nur eine gute, sondern auch eine reibungslose Reinigung. Häufige Push-Nachrichten, die mitten in der Nacht über folgenschwere Kollisionen berichten, stehen diesem Wunsch entgegen.

Zugegebenermaßen war der Saugroboter mit einem harten Test-Parcours konfrontiert. Generell ist ein Coworking Space eine sehr anspruchsvolle Reinigungsumgebung, die beim technischen Stand von heute zum Teil schlichtweg zu kompliziert ist. Da das Vorwerk-Modell zu den leistungsstärksten Geräten auf dem Markt zählt, gehen wir davon aus, dass die Konkurrenz nicht nennenswert besser abschneiden würde.

Für eine fehlerfreie Reinigung von so großen Flächen müssen wir wohl warten, bis sich künstliche Intelligenz ihren Weg gebahnt hat. Erst wenn Messdaten nicht mehr streng nach programmierten Regeln, sondern auf intelligente Weise ausgewertet werden, können die Reinigungshilfen optimale Routen auszuwählen und Hindernisse souverän umgehen.

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Echo Buttons im Test: Spieleabend und Smart Home mit Alexa

Amazon Echo Buttons Test Collage

Die Echo Buttons sind kleine Buzzer, die sich mit smarten Lautsprechern vom Typ Amazon Echo verbinden und über den Sprachassistenten Alexa bedienen lassen. Die Knöpfe taugen zum einen für interaktive Quiz-Spiele. Zum anderen lassen sich mit ihnen neuerdings auch Smart-Home-Geräte steuern. Zu diesem Zweck habe ich die Echo Buttons in meiner Wohnung in Betrieb genommen und einem ausführlichen Test unterzogen. Lohnt sich der Kauf dieser Gadgets?

Im Test schnell und einfach eingerichtet

Die Echo Buttons kommen im Zweierpack. Jeder ist vier Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von 7,5 Zentimetern. Auf der Oberseite befindet sich die einzige, buzzerartige Taste des Gadgets. Die Einrichtung ist relativ einfach: im Lieferumfang befindliche Batterien einlegen und Alexa bitten nach Echo Buttons zu suchen. Infrage kommen Lautsprecher wie der große Amazon Echo aber auch der kleine Echo Dot.

Nun bittet Alexa euch den Button für zehn Sekunden zu drücken, bis das Licht orange leuchtet und schon ist die Verbindung hergestellt. Die verbaute LED ist ziemlich hell und lässt den Button in bunten Farben leuchten. Nun habt ihr zwei Möglichkeiten die Buttons zu nutzen: zum Spielen oder um Smart-Home-Routinen zu starten.

Spieleabend 2.0

Wenn ihr mit Alexa und den Echo Buttons spielen wollt, könnt ihr aus über 30 Spielen wählen. Alle verfügbaren Spiele sind gratis und lassen sich als Alexa Skill installieren. Mein Favorit im Test war der Klassiker „Trivial Pursuit“, der dem Original ziemlich ähnelt.

Um zu spielen, bittet man Alexa Trivial Pursuit zu starten. Daraufhin fragt sie, wie viele Spieler mitspielen wollen. Jeder Spieler benötigt einen Button und wird aufgefordert, diesen einmal zu drücken, um das Spiel zu starten. Nun liest Alexa Fragen aus den bekannten Kategorien von Trivial Pursuit vor und die Buttons leuchten in den entsprechenden Farben. Wer die Antwort auf eine Frage weiß, drückt seinen Button und kann Alexa anschließend die Antwort nennen.

Echo Buttons Alexa Skill Trivial Pursuit
Auf dem Echo Show den Alexa Skill Trivial Pursuit herunterladen und mit den Echo Buttons verknüpfen – dann läuft der Spieleabend 2.0. Image by Timo Brauer

Bereits nach der ersten Runde hat man das Spielprinzip verstanden und wer Trivial Pursuit noch als Brettspiel kennt, muss sich nicht viel umgewöhnen. Insgesamt sind die Spiele mit den Echo Buttons kurzweilig und ein lustiger Zeitvertreib mit mehreren Leuten.

Per Knopfdruck zum Smart Home

Wenn ihr Smart-Home-Geräte mit eurer Alexa steuert, oder sogar schon Routinen in der Alexa-App eingerichtet habt, so könnt ihr diese mit den Echo Buttons ausführen. Legt dazu einfach, falls noch nicht geschehen, eine Routine in der Alexa-App an und wählt bei der Option „wenn folgendes passiert“ „Echo Button“. Dann fordert die App euch auf, den gewünschten Button zu drücken und ihr könnt auswählen, was auf Knopfdruck passieren soll.

Da die Buttons relativ robust sind, stehen euch hierbei viele Einsatzszenarien offen. Ich habe beispielsweise einen Button neben meiner Wohnungstür auf dem Boden platziert. Dadurch kann ich mit einem Fuß beim Verlassen der Wohnung alle Lichter ausschalten und die Heizung runterdrehen.

Echo Buttons Alexa App Routine
In der Alexa-App lässt sich sehr schnell und einfach eine Routine mit den Echo Buttons verknüpfen. Image by Timo Brauer

Aber auch ohne ein smartes Zuhause, lassen sich die Echo Buttons in Routinen einsetzen. So könnt ihr auch Musik abspielen lassen, einen Podcast oder Nachrichten starten oder Alexa einen Wecker stellen lassen.

Test-Fazit: Amazon Echo Buttons als praktische Ergänzung im Alexa-Zuhause

Die Echo Buttons sind dank des großen Spieleangebotes ein unterhaltsames Gadget für alte und junge Spielefreunde. Durch die neue Möglichkeit mit den Buttons auch Routinen und Smart-Home-Geräte zu steuern, sind sie außerdem für Smart-Home-Nutzer einen Blick wert. Einrichtung und Bedienung sind einfach, der Nutzen im Alltag ist groß. Für einen Preis von rund 20 Euro im Doppelpack kann man nicht viel falsch machen.

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Samsung Q900 ausprobiert: So schön starten 8K-Fernseher in die neue TV-Ära

Samsung Q900 8K-Fernseher

Wer jetzt mit neuem Fernsehgerät liebäugelt, wird ein 4K- bzw. UHD-Modell in den Blick nehmen. Das ist der vorherrschende Standard bei Bildschirmen, die jetzt auf den Markt kommen. Aber die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern: 8K-Fernseher. Auf der IFA 2018 haben drei Hersteller entsprechende Geräte in Aussicht gestellt. Doch nur Samsung hat als einziger jetzt schon geliefert und drei Produkte in den Handel gebracht. Zu Preisen von rund 5.000, 7.000 und 15.000 Euro handelt es sich bei der Serie namens Samsung Q900 beileibe noch nicht um Ware für den Massenmarkt. Aber als Pionierprodukte setzen sie zwangsläufig Maßstäbe. Daher haben wir sie uns bei einem Hands-on-Event im Samsung Showcase in Frankfurt am Main gern angeschaut. Das Ergebnis: Samsungs 8K-Fernseher begeistern mit einer fantastischen Bildqualität, sind ihrer Zeit aber noch voraus.

Was sind nochmal 8K-Fernseher?

Die Abkürzung 8K steht für die Anzahl an Bildpunkten, die die neue Generation der TV-Geräte waagerecht in einer Linie darstellen kann. Ein 8K-Fernseher löst 7.680 x 4.320 Pixel auf. Aufgerundet zählt jede horizontale Zeile also rund 8.000 Bildpunkte, im Jargon also 8K. Insgesamt finden damit rund 33 Millionen Pixel auf der Displayfläche Platz. Das ist viermal so viel wie bei modernen 4K-Fernsehern und 16-mal soviel wie bei den immer noch sehr verbreiteten TV-Geräten mit FullHD-Standard. Bei der hohen Pixeldichte von 8K sind einzelne Bildpunkte für das menschliche Auge kaum mehr klar erkennbar – auch aus nächster Nähe betrachtet nicht. Das ist praktisch, wenn Fernseher mit immer größeren Diagonalen Einsatz finden, aber der Sitzabstand unverändert bleibt. Das ist auch das Szenario, für das Samsungs neues Trio gemacht ist. Denn mit 65 Zoll (163 cm), 75 Zoll (189 cm) und 85 Zoll (216 cm) sind die neuen Geräte nur als XXL-Versionen verfügbar.

Samsung Q900 im Hands-On: 8K in den Blick genommen

Der Effekt funktioniert. Mit einem Sitzabstand von etwa 1,50 Metern vor dem 85-Zoll-Display war die Kinoreihe im Showroom von Samsung nicht zu nah platziert. Selbst wenn wir unrealistisch dicht, quasi unmittelbar an die Bildschirme, herantreten, können wir bei 8K-Inhalten kein Pixelraster erkennen. Hochskaliertes 4K-Material wirkt etwas weniger scharf als natives 8K. Diesen Unterschied bemerken wir jedoch nur bei einer Distanz von unter 40 Zentimetern – weiter weg wirkt alles knackscharf. Damit ist der Mindestabstand für ultrahochaufgelöstes Material aber immer noch sehr gering. Sendungen in FullHD oder niedrigeren Auflösungen lagen nicht vor, dürften aber bei einer üblichen Distanz zwischen zwei und drei Metern auch noch makellos scharf wirken.

Samsung Q900 8K-Fernseher Hands-On
Die Netzpiloten-Redaktion gehört zu den ersten Journalisten, die einen neuen Blick auf die 8K-Fernseher von Samsung werfen konnten. Image by Samsung

AI Upscaling: Künstliche Intelligenz macht die Pixel schön

Für die Praxis sind SD-, FullHD- und 4K-Sendungen auch beim Einsatz von 8K-Fernsehern weiter relevant. Denn bis auf wenige Test-Videos gibt es noch keinen Hollywood-Blockbuster, keine Amazon-Serie und keine Fernsehshow, die nur annähernd schon im neuen Standard produziert wird. Mit einer nennenswerten Auswahl ist erst in zwei bis fünf Jahren zu rechnen. Daher spielt Samsung Bildverbesserungssoftware auf, die niedriger aufgelöstes Material hochskaliert.

Zeitgemäß kommen dabei Rechenverfahren der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz. AI Upscaling heißt das Zauberwort. Dem im TV-Gerät verbauten Prozessor hat Samsung anhand von Tausenden Paaren originaler und perfekt skalierter Bildsequenzen maschinell beigebracht, wie sich Inhalte für die außergewöhnlich hohe Zahl sehr kleiner Pixel aufbereiten lassen. Beim Mimikri von 4K zu 8K funktioniert dieser Vorgang während unserer Inaugenscheinnahme sehr ansehnlich. Auf Blu-ray zugespielte 4K-Filme wie Tomb Raider und Fantastische Tierwesen sehen insbesondere auf der riesigen 85-Zoll-Variante des Samsung Q900 umwerfend aus. Stehen wir nicht gerade direkt vor dem Gerät, stellen wir keinen Schärfeverlust fest. Auf unserer Sitzposition etwa 1,20 Meter vor dem Samsung Q900, wirkt das 4K-Material wie für das 8K-Display gemacht.

Ein Vergleich der Bildqualität von einem nativen 4K-Fernseher mit den neuen 8K-Modellen ist allerdings nicht möglich. Samsung hat nach eigenen Angaben bewusst darauf verzichtet, um dem Vorwurf zu entgehen, die niedriger aufgelösten Geräte durch entsprechende Einstellungen schlechter aussehen zu lassen. Daher muss der Eindruck der 8K-Modelle in dem Hands-On für sich sprechen. Und der ist zweifellos überzeugend.

Famose Farben und Lichtstimmung dank HDR

Die neuen 8K-Fernseher überzeugen auch in anderen Kriterien der Bildqualität. So bringen die drei Samsung Q900 Sendungen mit hohem Dynamikumfang (HDR) stimmungsvoll zur Geltung. Weil sie die Leuchtkraft der Quantum LEDs auf bis zu 4.000 Nits aufdrehen können, wirken sehr helle Bildbestandteile eben auch realistisch hell, ohne dass sie an den Rändern an Zeichnung verlieren und schwarze Bildbereiche grau wirken. Ein gutes Beispiel dafür ist die Netflix-Eigenproduktion Bright, in der die Protagonisten während einer Szene in einem nur von Kerzen beleuchteten Raum vor einen Oberschurken treten. Die Flammen leuchten hell ohne auszufressen, gleichzeitig bieten die im Schatten liegenden Flächen sattes Schwarz ohne abzusaufen. Hier wirkt HDR besonders lebensecht und detailreich.

Die Blickwinkelstabilität ist bei LCD-Fernsehern dieser Preiskategorie auch kein Manko. Farben wirken von allen Seiten kontrastreich, kein Schleier stellt sich bei seitlichem Blick ein. Mit schnellen Bildänderungen haben die drei Samsung Q900 ebenfalls kein Problem. Beim Xbox-Rennspiel Forza Horizon 4 erkennen wir daher keine Schlieren – außer dort, wo die Game-Designer sie als Blur-Effekt bewusst platziert haben. Weil die FreeSync-Technik unterstützt wird, eignen sich die neuen Modelle auch fürs Gaming, wofür Samsung sie ausdrücklich bewirbt.

Sound braucht keine zusätzlichen Lautsprecher

Insbesondere beim vielfältigen Soundtrack von Forza Horizon 4 überrascht uns der kraftvolle Sound der im 75-Zoll-Modell eingebauten Lautsprecher. Sie spielen so stark auf, dass Käufer auf die Extra-Anschaffung externer Boxen verzichten können. Hier macht sich das größere Gehäusevolumen von XXL-Fernsehern positiv bemerkbar, das den Einbau leistungsstärkerer Schallwandler ermöglicht.

Samsung 8K-Fernseher Gaming
Fürs Gaming eignet sich der Samsung Q900 wegen der Anti-Schlieren-Technik Freesync und wegen des kraftvollen Sounds. Image by Samsung

Wer aber doch Lautsprecher anschließen möchte, kann das natürlich tun. Auch ohne Anschlüsse auf der Fernseherrückseite, denn die sind in der One-Connect-Box ausgelagert. Nur ein einziges Kabel führt von dort hin zum Fernseher. So verfährt Samsung bei seinem teureren Fernseher seit einer Weile, wie beispielsweise bei The Frame. Dadurch lassen sich neuere Verbindungsstandards durch den Austausch der One-Connect-Box nachrüsten. Da die 8K-Technik am Anfang steht, bleibt der Kauf eines Pionierprodukts aus der Q900-Serie zumindest zukunftssicher. Das Auslagern der Kabelschnittstellen in die One-Connect-Box soll auch die Rückseite des Fernsehers aufgeräumter aussehen lassen und ihn damit besser fürs freie Aufstellen eignen. Bei den drei Samsung Q900 unterbrechen allerdings unerwartet viele kleinere Aussparungen das puristische Design der Rückwand. Für die Wandhängung sind die XXL-Displays schon eher geeignet.

Die bei diesen Modellen mitgelieferte One-Connect-Box ist etwas größer als bisher. Dennoch lässt sie sich weiterhin in einer TV-Bank verstauen. Nur gut belüftet und nicht fest umschlossen sollte sie sein. Uns fällt nämlich auf, dass die Box unter Last mehr als handwarm wird.

Das sagen die anderen über Samsung Q900

Die Messergebnisse von Test-Zeitschriften bestätigen unseren subjektiven Eindruck. Video (Ausgabe 12/2018) lobt neben der Farbwiedergabe und Helligkeitssteuerung durch das sogenannte lokale Dimmen der QLEDs vor allem die KI-Bildaufbereitung. Zwar beklagt die Zeitschrift neben dem hohen Preis vor allem den Stromverbrauch des 85-Zöllers von bis zu 200 Watt die Stunde. Aber unter dem Strich lautet das Testurteil von video „überragend (92%)“. Die Computerbild spricht vom „derzeit brillantesten Fernseher“, wobei der 8K-Standard eher das Sahnehäubchen sei, weil das Bild eben auch ohne Extra-Auflösung erstklassig aussehe. Wie uns, begeistert die Computerbild die HDR-Darstellung. Das mündet in der Testnote „gut (1,6)“.

Fazit: Überragender Eindruck vom 8K-Fernseher Samsung Q900

Die neuen 8K-Fernseher aus der Serie Samsung Q900 sind eine Wucht. Nicht nur wegen der XXL-Größe, sondern natürlich vor allem wegen der Bildqualität. Schärfe und Leuchtkraft begeistern uns! Da fällt gar nicht negativ auf, dass es noch gar keine 8K-Inhalte gibt, sondern Samsung sie höchstens von 4K hochrechnet. Der Eindruck ist dennoch famos, denn Samsung gelingt die Bildaufbereitung per KI-Software meisterhaft. In dieser Hinsicht deckt sich unsere subjektive Wahrnehmung mit den Messwerten von Test-Zeitschriften.

Dennoch stellt sich Frage, wer die 8K-Modelle von Samsung Q900 kaufen soll. Mit den Preisen liegt der Hersteller jenseits dessen, was die meisten Menschen für Fernseher ausgeben. Selbst Samsungs bisheriges 4K-Referenzgerät Q9FN, das ebenfalls überragende Test-Resultate erzielt hat, ist in der 65-Zoll-Variante „auf der Straße“ schon für 2.500 Euro zu bekommen. Also für die Hälfte des Preises, den Samsung Händlern für das gleich große neue 8K-Modell empfiehlt. Wer nicht ungewöhnlich nah dran sitzt und den Vergleich zu den neuen 8K-Geräten nicht erkennt, wird aber bei Top-4K-Geräten nichts vermissen.

Vermutlich geht es Samsung bei der Q900-Serie aber auch gar nicht um einen massenhaften Absatz und Verkaufserfolg. Viel wertvoller ist es, dass der Hersteller überhaupt schon auf dem Markt ist und Konkurrenten wie LG und Sharp nicht die Rolle des Innovators für 8K-Fernseher überlässt. Das ist Samsung gelungen.

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Tablet-Test: Das starke Samsung Galaxy Tab S4

Samsung Galaxy Tab S4 Test

Kinofeeling, atemberaubender Sound, mehr Produktivität und viele weitere neue Features verspricht Samsung mit dem Samsung Galaxy Tab S4, dem Nachfolger des Tab S3 (hier zum Test). Ich hatte die Möglichkeit, das neue Tablet mit dem Samsung Book Cover Keyboard und dem S Pen zu testen.

Das Tablet war für knapp zwei Wochen mein treuer Begleiter und hat meinen Alltag verschönert. Von morgens auf dem Weg in das Büro bis abends auf der Couch hat das Tab S4 überzeugt. Zu Beginn hatte ich als voreingenommene iOS-Nutzerin tatsächlich meine Zweifel. Ich war anfangs leicht überfordert, denn der klassische Homebutton fehlte mir bei der Bedienung schon ein wenig. Doch die Zweifel haben sich gelegt und ich habe mich schnell an das Android 8.1 Oreo-Betriebssystem gewöhnt.

Gesichtserkennung und Irisscanner

Nachdem ich das Tablet aus dem Karton herausholte, war ich direkt erstaunt, wie leicht es für seine Größe ist. Das Samsung Galaxy Tab S4 wiegt bei einer Displaygröße von 26,72 cm (10,5 Zoll) gerade mal 482 Gramm. Bei der Einrichtung konnte ich zwischen der Gesichtserkennung und dem Irisscanner wählen. Ich entschied mich für die Gesichtserkennung, die sogar bei schwacher Beleuchtung funktioniert. Bei der Benutzung des Irisscanners gab es zu Beginn leider leichte Komplikationen und meine Iris wurde nicht erkannt. Natürlich kann man sein Tablet auch zusätzlich mit einer PIN schützen.

Galaxy Tab S4 überzeugt durch modernes Design

Beim Samsung Galaxy Tab S4 fiel mir vor allem das Design positiv auf. Das Tablet ist auf der Vorder- und auf der Rückseite in Glas gefasst. Dazwischen befindet sich ein Rahmen aus Metall. Das Design wirkt sehr modern und klassisch. Zudem liegt das Tablet gut in den Händen.

Durch das Glas wirkt das Gerät meiner Meinung nach allerdings auch sehr zerbrechlich und zieht zudem schnell die Fingerabdrücke an. Das gibt einen kleinen Minuspunkt. Das Keyboard mit eingebauter Schutzhülle kam mir da also sehr gelegen. Gerade wenn man viel unterwegs ist und das Tablet in der Tasche verstaut, bietet eine Schutzhülle gute Sicherheit.

Kinofeeling und fesselnder Sound

Das Samsung Galaxy Tab S4 verfügt gleich über vier Lautsprecher mit Dolby Atmos-Technologie, die für einen hervorragenden und fesselnden Sound sorgen. Die Lautsprecher wurden von Akkustik-Experten von AKG entwickelt und liefern ein räumliches Klangbild. Als ich mir die Spotify-App runtergeladen hatte, testete ich direkt den Sound – und war beeindruckt. Das Klangbild passt sich automatisch an die Ausrichtung des Tablets an und auch die Lautstärke kann man überraschend hoch einstellen.

Auch für Serienliebhaber wie mich eignet sich das Samsung Galaxy Tab S4 hervorragend. Denn mit dem 10,5 Zoll große Super AMOLED-Display und einem Seitenverhältnis von 16:10, sowie einem besonders schlanken Rahmen sind alle Videos, Filme und Serien in einem gestochen scharfen Bild zu genießen. Ich verbrachte während des Testes eine Menge Zeit auf Netflix und war jedes Mal wieder begeistert von dem räumlichen Sound und der beeindruckenden Bildschirmauflösung.

Zeichnungen und Notizen erstellen mit dem S Pen

Der Samsung S Pen sticht vor allem durch seine feinen Gummispitze hervor. Zudem liegt er gut in der Hand und fühlt sich wie ein hochwertiger Kugelschreiber an. Mit seiner feinen Spitze von gerade mal 0,7 Millimetern Dicke lässt sich das Tablet einwandfrei bedienen. So kann man kreativ werden und ein paar nette Kunstwerke in der Pen.Up-App erstellen. Wenn man sich schnell etwas notieren möchte, aber keinen Zettel und Stift dabei hat, kann man ganz einfach seine Notizen mit dem S Pen im Modus namens Screen-Off-Memo erstellen.

S Pen Samsung Galaxy Tab S4
Das Samsung Galaxy Tab S4 verfügt über einen überarbeiteten S Pen. Image by Lina Schilling

Langer Videogenuss dank hoher Akkukapazität

Auch nach mehreren Stunden über knapp drei Tage verteilt auf Netflix, Instagram und mehreren Schreibeinheiten hat der Akku immer noch mitgespielt. Das Samsung Tab S4 hat eine Akkukapazität von 7.300 mAh und soll 16 Stunden andauernden Videogenuss ohne Pause ermöglichen. Ich war tatsächlich überrascht, wie lange ich das Tablet nutzen konnte, ohne es aufladen zu müssen. Als der Akku dann doch irgendwann mal leer wurde, war das Tab S4 innerhalb von knapp drei Stunden wieder voll aufgeladen. Auch der Speicher verfügt über eine große Kapazität und bietet viel Platz für Filme, Musik, Bilder und weitere Daten.

Mehr Produktivität mit Samsung DeX und dem Book Cover Keyboard

Mit Samsung DeX kann das Tab S4 sogar wie ein Desktop funktionieren. Wenn man das Tablet mit dem separat erhältlichen Samsung Book Cover verbindet, startet automatisch die Samsung DeX Funktion. Die Tastatur und das Tablet werden mit einem magnetischen POGO-Anschluss verbunden und es dauert nur paar Sekunden bis das Keyboard einsatzbereit ist.

Zunächst hatte ich ein paar Probleme mit der Bedienung der Tastatur, da sie im Gegensatz zu einer Standard-Tastatur doch recht klein ist. Doch je mehr mit dem Keyboard schrieb, desto mehr fand ich Gefallen daran. Für Vielschreiber und alle, die viel unterwegs sind, eignet sich das Tab S4 mit dem Keyboard also perfekt.

Mit dem Samsung DeX war das Arbeiten fast wie am PC möglich. Das Betriebssystem erinnert an Windows 10: Man kann mehrere Fenster und Anwendungen gleichzeitig öffnen, wie zum Beispiel Google Tabellen und Word.

Verbesserungsfähige Kamera

Die Rückkamera des Samsung Galaxy Tab S4 wartet mit 13 Megapixel auf und konnte nur ausreichend Leistung bringen, wenn die Lichtverhältnisse stimmten. Aber auch für schnelle Schnappschüsse im Sonnenschein ist die Kamera durchaus geeignet. Die Frontkamera überzeugte mich schon eher. Sie verfügt über acht Megapixel und macht ganz passable Bilder. Allerdings gehört der Komfort nicht zu den Lieblingsthemen von Samsung: Die Aufnahmen mit einem Tablet finde ich generell etwas umständlich und greife im Alltag dann doch lieber zu meinem iPhone.

Test-Fazit Samsung Galaxy Tab S4

Das Samsung Galaxy Tab S4 ist für alle, die häufig unterwegs sind und viel schreiben, der richtige Begleiter. Auch für Streaming-Junkies, die viel Wert auf Sound und Auflösung setzen, hat das Tab S4 viel zu bieten. Die separat erhältliche Tastatur lohnt sich und auch die DeX Funktion ist leicht zu bedienen. Allerdings ist das Konstrukt noch nicht  hundertprozentig ausgereift, denn einige Apps, wie beispielsweise Netflix, lassen sich nicht im Vollbildmodus öffnen.

Insgesamt hat mir das Tab S4 sehr gut gefallen und ich hab mich schnell an das Android Betriebssystem gewöhnt. Auch die Bedienung mit dem Keyboard und Samsung DeX haben meinen Alltag erleichtert.

Für knapp 700 Euro (und zusätzlich noch einmal 150 Euro für das separat erhältliche Book Cover Keyboard) ist das Samsung Galaxy Tab S4 nicht gerade günstig, aber hat für seinen Preis doch eine Menge zu bieten.

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RimWorld im Test – Schiffbruch am Rand der Galaxie

Kaleun, Freckles und Lubov waren unter lauten Sirenen und dem Geräusch berstenden Metalls aus ihrem Kryoschlaf erwacht. So gerade schafften sie es in ihre Rettungskapseln, als das Raumschiff auch schon auseinanderbricht. Sie landen auf einer Ihnen unbekannten Welt am Rande der Galaxie. Die Umgebung scheint reich an Flora und Fauna. Weitab der Heimat und unwissend, wie gefährlich der Planet ist, müssen die drei Schiffbrüchigen sich einen sicheren Ort erbauen. Das ist der Plot des Indie-Spiels RimWorld. Unsere Eindrücke im Test.

Ein zusammengewürfelter Haufen

Bereits zu Beginn des Spiels legen wir ein Szenario fest. Das Standardszenario sind die besagten drei unglücklichen Seelen, die sich mittels einer Rettungskapsel gerade noch auf den Planeten retten können. Ebenso kann man aber auch als Stamm starten, der anfangs nur mit primitiven Mitteln überleben muss. Auch ein reicher Abenteurer ist möglich, der zwar alleine, dafür technisch deutlich besser ausgestattet ist. Sagen einem die angebotenen Szenarien nicht zu, kann man aber auch selbst die Rahmenbedingungen festlegen, unter denen man ums Überleben kämpfen darf.

Unsere Kolonisten oder Stammesmitglieder werden vom Spiel dann zufällig generiert. Jeder Kolonist hat Werte auf verschiedene Fähigkeiten. Diese werden beeinflusst durch eine Vielzahl an Eigenschaften und Lebensgeschichten.

Für den ersten Kolonisten achte ich auf überwiegend positive Eigenschaften. Lubov ist zum Beispiel eine Kurzschläferin und regeneriert damit schneller ihre Energie. Außerdem ist sie ein Vielfraß. Sie wird zwar mehr essen als andere, ist dafür aber auch eine umso bessere Köchin. Ihre stark neurotische Art könnte später aber einigen Ärger verursachen.

Eine KI, die uns ärgert

Die drei Kolonisten bauen sich also eine neue Existenz auf. Während Freckles erst einmal etwas Holz hackt, kümmert sich Lobov darum, erste Kartoffeln anzupflanzen. Der gemeinsame Schlafsaal wird bald von den ersten eigenen Zimmern mit richtigen Betten ersetzt. Während ein Lager für Nahrung und eine Küche geplant wird, baut Kaleun schon erste Verteidigungsanlagen aus Holzwänden und Sandsäcken. Auch Schlagfallen werden aufgestellt.

Der erste Angriff lässt nicht lange auf sich warten. Ein wildgewordenes Eichhörnchen greift die Kolonisten an, wird aber von Freckles mit einem gezielten Schuss niedergestreckt. Kurze Zeit später tritt Lobov in eine der ungünstig aufgestellten Schlagfallen und verletzt sich. Als einzige ausgebildete Medizinerin muss sie sich so gut es geht selbst zusammenflicken.

Bereits vor Spielstart haben wir uns für einen Schwierigkeitsgrad und eine Geschichtenerzähler-KI entschieden. Diese bieten verschiedensten Ereignisse, die uns immer wieder aus der Routine rausreißen. Cassandra Klassik versorgt den Spieler sehr ausgeglichen mit Ereignissen, die in ihrer Schwierigkeit dafür stetig ansteigen. Phoebe Chillout ist ähnlich wie Cassandra, lässt aber zwischen den Ereignissen mehr Zeit zum Durchschnaufen.

Zu diesen Ereignissen gehören Angriffe durch Stämme, Piraten oder mechanoide Wesen. Auch wilde Tiere wie das Eichhörnchen können den Spieler angreifen. Klingt lustig? Dann hast du wohl noch nicht erlebt, wie eine Horde brutaler Chinchillas deine ganze Kolonie auslöscht. Wer jetzt übrigens denkt, Phoebe Chillout klingt am einfachsten, der irrt. Da ihre Angriffe genau so heftig ausfallen wie Cassandras, kann es dich gewaltig überrumpeln – der letzte Test der Verteidigungsanlagen ist schließlich schon etwas länger her. Außerdem liefern uns die häufigeren Angriffe unter Cassandra mehr Waffen, die man erst später selbst herstellt.

Bevor es losgeht, wählt man die drei (un-)glücklichen Kolonisten aus, mit denen man bruchlanden kann. | Image by Stefan Reismann

Unvorhersehbare Ereignisse

Mein denkwürdigstes Ereignis war ein Angriff durch gnadenlos überlegene Mechanoide. Meine Kolonisten habe ich in den hintersten Raum gebrach. Ich war gedanklich schon beim Neustart, als ein Rudel menschenfressender Warge ebenfalls angriff. Womit mich die Zufalls-KI eigentlich hat ärgern wollen, entpuppte sich plötzlich als wahrer Glücksfall, als es zum Kampf zwischen beiden Angreifern kam. Die Überreste konnten selbst meine schwach bewaffneten Kolonisten alleine bewältigen.

Es gibt allerdings auch positivere Ereignisse. Wanderer, die unserer Kolonie beitreten wollen, Kapseln mit Fracht oder Handelskarawanen. Auch Naturkatastrophen, Hitzewellen oder Sonneneruptionen können auftauchen. Bei letzterem spielen die technischen Geräte verrückt – Vor allem für die Kühlung der Lebensmittel oder automatisierte Verteidigungsanlagen keine schöne Angelegenheit.

Schwieriger Einstieg

Für Einsteiger kann RimWorld anfangs überwältigend wirken. Es gibt vieles, auf das man achten muss und das Spiel kann einem nicht alle Feinheiten erklären. Die Komplexität ist hoch, wenn auch weit von seinem geistigen Vorfahren Dwarf Fortress entfernt. Der Entwickler Tynan Sylvester hat von vorn herein klargestellt, das Spiel zugänglich halten zu wollen. RimWorld trifft daher eine sehr gute Balance zwischen Komplexität und Zugänglichkeit, die das Spiel auch für Genre-Neulinge attraktiv macht.

Grafikpuristen könnten sich allerdings von der recht simplen Darstellung abschrecken lassen. Wer jedoch offen genug ist und sich ohnehin bei Indie-Spielen wohlfühlt, wird schnell dem Charme der Grafik erliegen. Wem das Design der Figuren vertraut vorkommt: RimWorld hat sich beim Art Style vom ebenfalls sehr erfolgreichen Prison Architect inspirieren lassen. Zusammen mit dem an Firefly erinnernden Soundtrack mit Western-Einflüssen strahlt das Spiel somit trotz aller Brutalitäten etwas sehr Entspanntes aus.

Erfolgreich abgewehrt – Na gut, es war auch nur ein Eichhörnchen. | Image by Stefan Reismann

Scheitern gehört dazu

Hat man die Grafik lieben gelernt und das Spielprinzip erst einmal verstanden, entwickelt sich die ungeheure Sogwirkung. Die Verteidigungsanlagen werden immer weiter optimiert, Ressourcen müssen mit der Zeit aus der Tiefe gebohrt und die Nahrungsversorgung möglichst ausfallsicher am Leben gehalten werden. Hinzu kommen Expeditionen um Aufträge auf der Weltkarte zu erfüllen. Dazu gehören unter anderem Angriffe auf Banditenlager, die nicht gerade wehrlos sind. Bis dahin ist aber schon die eine oder andere Kolonie zugrunde gegangen. Eine gewisse Frustrationsresistenz ist bei RimWorld nicht verkehrt. Dafür sind die Umstände, unter denen eine Kolonie untergeht, oftmals die denkwürdigsten Ereignisse

Erst kürzlich ging mir eine Kolonie wieder fast verloren, als mein pyromanischer Kolonist auf die glorreiche Idee kam, ausgerechnet in der Waffenkammer herumzuzündeln. Die Treibstoffvorräte explodierten und ließen das gesamte Gebäude in Flammen aufgehen. Um das Gebäude kontrolliert zu löschen, musste ich erst einige Wände einreißen, damit die Hitze entweichen kann. Erst dann konnte der Löschtrupp rein, um den Flammen im innern Herr zu werden. Mein bewusstloser Feuerteufel konnte genau so wenig gerettet werden wie die Waffen und wertvollen Baumaterialien.

Ein vages Ziel

Das große Ziel des Spiels ist es, seine Kolonisten mit einem Raumschiff wieder zurück in die Heimat zu bringen. Das können wir wahlweise in mühevoller Arbeit selbst bauen, oder dem Signal zu einem Raumschiff folgen. Eine lange und womöglich verlustreiche Reise zum Raumschiff stünde bevor. Während die Startsequenz eingeleitet wird, müssen wir uns sogar noch einer Welle von Angriffen entgegenstellen, ehe wir endlich in heimatliche Gefilde zurückkehren können.

Im Großen und Ganzen bleibt das Spiel aber eine Sandbox, in der wir tun und lassen können, was wir wollen. Der größte Spaß steckt ohnehin darin, seine Kolonie aufzubauen und zu sehen, ob sie den Gefahren gewachsen ist oder nicht.

Menschliche Abgründe

Anki ist untröstlich. Ihr Ehemann ist jüngst bei einem Angriff ums Leben gekommen und sie tut sich schwer diesen Umstand zu akzeptieren. Die Trauer übermannt sie und führt zu einem mentalen Zusammenbruch. Zielstrebig geht sie zum Grab ihres Geliebten und buddelt seine nicht mehr ganz frischen Überreste aus. Sie schleppt ihn in die Kantine und setzt ihn neben sich auf einen Stuhl. Erst nach einer Weile realisiert sie, was sie da eigentlich getan hat. Ein befreundeter Kolonist bringt den Toten wieder unter die Erde, während Anki sich vom Schock erholt.

Immer wieder kommt es im Spiel zu kuriosen Momenten, bedingt durch die Stimmung oder die nicht immer ganz einfachen Charakterzüge der Kolonisten. Politisch korrekt ist RimWorld dabei selten. Charaktere können männerfeindlich, drogenabhängig, gewalttätig oder einfach nur hässlich sein – was das Zusammenleben mit den anderen Kolonisten furchtbar erschwert. Auch hat jeder Kolonist einen Hintergrund aus Kindheit und Erwachsenenalter, der maßgeblich dazu beiträgt, was ein Kolonist gut kann und welchen Arbeiten er sich sogar verweigert.

Konnten wir bei der Charaktererstellung den Zufallsgenerator so oft bemühen, bis wir zufrieden waren, müssen wir bei zugereisten Kolonisten mit den vorhandenen Eigenschaften zurechtkommen. Alternativ können wir einen unerwünschten Bewohner aus unserer Kolonie verbannen.

Im späteren Verlauf fällt die Kolonie auch mal größer aus | Image by Stefan Reismann

Nicht ohne Makel

So groß die Sogwirkung des Spiels auch ist, ein paar Makel bringt das Spiel aus der Early Access-Phase noch mit. Die Übersetzung des Spiels ist noch immer nicht in allen Bereichen perfekt. Vor allem die automatisch generierten Beschreibungen der Kunstwerke, die die Erlebnisse der Kolonisten schildern, bringen sehr kuriose Stilblüten hervor. Auch wäre es schön gewesen, wenn man für den Anbau von Pflanzen entsprechendes Saatgut benötigt, anstatt sie aus dem Nichts heraus aussäen kann.

Die Weltkarte wurde zwar über die Early Access-Phase stets weiter ausgebaut, doch ein paar mehr Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Siedlungen hätten dem Spiel gut getan. Die Karte in Form einer Weltkugel weiß aber zu gefallen. Vor allem die Benennungen der Landstriche, Meere und Gebirge sind immer wieder für ein Schmunzeln gut. 

Ein Paradies für Modder

Auch wenn es im Test eher um den Ist-Zustand des Spiels gehen sollte, darf man bei Spielen wie RimWorld die Community nicht außer Acht lassen. Was viele Spieler selbst nach hunderten Stunden begeistert weiterspielen lässt, sind tausende Modifikationen, mit denen man jeden Aspekt des Spiels verändern kann. Ein neues Psychologiesystem, erweiterte Waffensysteme, H.P. Lovecraft als Geschichtenerzähler-KI, neue Möbel oder ein System, mit dem man Gäste aus anderen Siedlungen gut bewirten muss, sorgen für immer frischen Spielspaß.

Möchtet ihr das Maximum für euer Spielerlebnis rausholen, solltet ihr unbedingt einen Blick in den Steam-Workshop oder in das Forum des Entwicklers werfen. Ich empfehle vorher jedoch ein Spiel ohne Mods. Danach seht ihr am besten, wohin ihr euer Spiel modifizieren wollt.

Test-Fazit RimWorld

Wer auch nur halbwegs etwas mit dem Simulations-Genre anfangen kann, sollte sich das Spiel nicht entgehen lassen. Der Erfolg von RimWorld kommt nicht von ungefähr. Bereits vor Release ging die Kolonie-Simulation bei Steam mehr als eine Million Mal über die digitale Theke. Auch ich begleite das Spiel schon seit mehr als zwei Jahren durch den Early Access und sah das Spiel nach und nach wachsen. Langweilig ist mir auch nach weit über 100 Stunden nicht geworden.

RimWorld ist nicht das komplexeste Spiel seiner Art, findet aber eine ausgesprochen gute Balance zwischen Anspruch und Zugänglichkeit.


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Im Test: die Smartwatch Steel HR Sport von Withings

Hybride Smartwatches sind der neue Renner. Wer sich dem Selbstoptimierungs-Hype der letzten Jahre anschließen und trotzdem stylish unterwegs sein will, kommt um diese Kombination aus Uhr und Fitnesstracker nicht mehr herum. Allerdings ist der Markt mit Smartwatches ziemlich überflutet. Es gibt sie in allen Formen und Farben und natürlich in allen Preislagen. Ich hatte die Chance, die neue Steel HR Sport zu testen, die der französische Hersteller Withings kürzlich vorgestellt hat. Als Smartwatch-Novizin war ich positiv überrascht!

Design: Eine Smartwatch, die sich optisch absetzt

Mein allererster Eindruck war: Etwas groß. Gerade für mein eher zartes Frauen-Handgelenk war ich zunächst Design-technisch etwas skeptisch. Doch um ehrlich zu sein, hatte ich mich innerhalb von 18 Stunden an das neue Accessoire an meinem Arm gewöhnt und festgestellt, dass es zu Pulli oder Mantel doch ganz gut aussieht.

Allgemein ist die Uhr sehr gut verarbeitet und schlicht gehalten. Besonders gefällt mir das Armband, welches aus Silikon gefertigt ist. Es ist atmungsaktiv, sodass ich auch beim Sport oder längerem Tragen kein Problem mit Schweißbildung hatte. Außerdem fühlt sich der Stoff des Armbandes sehr angenehm an. Auch positiv: die Uhr ist nicht schwer. Sie trägt sich angenehm den ganzen Tag lang.

Beim Design des Ziffernblattes lehnt sich Withings an die Vorgängermodelle der Uhr an, welche zwischenzeitlich unter dem Dach von Nokia weiterentwickelt wurden. Der OLED-Bildschirm der Smartwatch oben ist zwar ein wenig klein, aber er reicht allemal aus, um die Funktionen der Smartwatch überblicken zu können. Doch dazu gleich mehr.

Ansonsten ist positiv anzumerken, dass eben nicht gleich auffällt, dass man eine Smartwatch trägt. Wohl gerade deswegen passt sie auch so gut zu den meisten Outfits. Am besten gefällt mir am Ziffernblatt die zweite kleine Anzeige unter dem Bildschirm. Diese zeigt immer den Status des täglichen Schrittzieles an. Somit kann man, ohne den Bildschirm zu aktivieren, mit einem Blick sehen, wie viel man sich noch bewegen sollte. Und wird natürlich auch jedes Mal an das Schrittziel erinnert, wenn man nur einmal kurz auf die Uhr gucken will.

Die Uhr lädt unglaublich schnell auf – innerhalb von eineinhalb Stunden war sie vollgeladen. Und halten tut sie auch erfreulich lange: Nach einer Woche normaler Benutzung (circa 10 Aktivierungen am Tag) hatte ich noch 58 Prozent Akku übrig.

Features: Super fürs Fitnessstudio und beim Joggen

Die Features der Withings Steel HR Sport sind sehr vielseitig. Zudem ist das Einrichten der Uhr sehr einfach. Man muss lediglich die Withings Health Mate App herunterladen, die Uhr mittels Bluetooth mit dem Handy verbinden und schon wird man automatisch durch einen Guide zum individuellen Einrichten der Uhr geführt. Neben dem allgemeinen Tracken der Herzfrequenz, Schrittzahl und der gelaufenen Strecke finde ich persönlich den integrierten Kalorienzähler sehr gut. Dieser errechnet nämlich aus Gewicht, Körpergröße und Bewegung in Echtzeit, wie viele Kalorien man bereits verbraucht hat. Das konnte ich super mit meiner Kalorienzähl-App „Yazio“ kombinieren.

Des Weiteren bietet die Withings Steel HR Sport Tracking-Möglichkeiten für über 30 verschiedene Sportarten. Ich persönlich habe die Uhr vor allem für das Tracking meiner Fitnessstudio-Besuche benutzt. Vorinstalliert auf dem Display der Smartwatch, welches mit einem Knopfdruck aktiviert werden kann, sind: Laufen, Schwimmen, Radfahren, Gehen und Sonstiges. In der App kann man individuell Sportarten hinzufügen, wie in meinem Fall „Fitness“.

Tracking mit Schwächen

Sobald man das Sport-Tracking beginnt, zeichnet die Uhr verbrauchte Kalorien, Dauer der Aktivität und die Herzfrequenz auf. Diese können danach in der App eingesehen werden. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Tracking teilweise während der sportlichen Aktivität nicht immer reibungslos funktioniert. So hatte ich laut Uhr nach 45 Minuten Fitness nur 16 Kalorien verbrannt. Zum Ende des Trainings zeigte die App dann aber 291 verbrannte Kalorien an, was sich mit meinen Daten aus anderen Fitness-Apps überschnitt.

Withings Health Mate App
Withings Health Mate App. Screenshot by Leonie Werner

Das Tracking von Aktivitäten wie simples Laufen funktioniert nur, wenn man wirklich draußen unterwegs ist. Als ich versuchte, die Uhr auf dem Laufband zu testen, zeigte sie mir bei der zurückgelegten Strecke und Geschwindigkeit ganz andere Werte an als das Laufband selbst.

Ein weiterer minimaler Kritikpunkt bei der Uhr ist, dass das integrierte „intelligente Wecken“ bei mir nicht so recht funktionieren wollte. Für gewöhnlich stehe ich um 5:40 Uhr auf. Damit die Uhr den perfekten Zeitpunkt zum sanften Wecken wählen kann, braucht sie ein Fenster von einer halben Stunde. Also stellte ich 5:10 Uhr bis 5:40 Uhr ein. Nun wurde ich ausnahmslos jeden Morgen um 5:11 Uhr geweckt, was für mich einfach zu früh war. Wenn ich doch um 5:11 Uhr aufstand, teilte mir die App mit, dass ich nicht lange genug schlafe. Na ja.

Außerdem erkannte die Uhr an einigen Stellen Aktivitäten, wo gar keine waren. Doch insgesamt war das Tracking meist präzise und half mir gut dabei, meine täglichen Ziele zu überblicken.

Wie gut ist die eigene Schlaf-Qualität?

Besonders gut gelungen finde ich die ausführliche Schlaf-Analyse. Wenn man die Uhr auch nachts trägt, zeichnet diese auf, wie lange man geschlafen hat. Außerdem wird der Puls, die Unterbrechungen während des Schlafes und die Tief- und Leichtschlafphasen überwacht. Daraus wird ein Schlaf-Index ermittelt, der von 0 bis 100 geht. Insgesamt empfinde ich die Bedienung der Uhr als sehr selbsterklärend, übersichtlich und einfach.

Withings Health Mate App Schlafanalyse
Besser schlafen mit der Withings Health Mate App. Screenshot by Leonie Werner

Praktische Notifications

Ebenfalls praktisch finde ich, dass die Benachrichtigungen vieler Apps vom Smartphone direkt als Vorschau auf die Uhr übertragen werden. Ich selbst hätte nie gedacht, dass es so angenehm sein kann, nicht ständig das Handy in der Hand haben zu müssen, um die wichtigsten Notifications zu bekommen. Hier gibt es eine jedoch eine kleine Einschränkung. Es werden nämlich nur Namen und Nachrichten angezeigt, die keine Emojis haben, da die Uhr diese nicht anzeigen kann. Aber zur Not kann man ohnehin noch einmal schnell aufs Handy gucken.

Zu jedem Tag gibt es eine Tagesübersicht und am Ende der Woche jeweils eine Wochenübersicht.

Withings Fitnesskurse

Darüber hinaus kann man in der App zwischen verschiedenen Fitnesskursen wählen. Diese begleiten einen entweder über einige Tage oder mehrere Wochen. Sie sollen dabei helfen, einzelne Fitnessbereiche, wie das Schlafen oder die Herzgesundheit, individuell zu fördern. Ich hatte mich für das Schlaf-Programm entschieden und erhielt wöchentlich eine Auswertung meines Schlafverhaltens.

Screenshot aus der Withings Health Mate App

Ich finde diese Funktion sehr hilfreich, da sie noch einmal mehr in den Vordergrund stellt, was man beachten sollte und wie man seine persönliche Fitness verbessert. Natürlich sollte man nicht vergessen, dass die Uhr nicht nur alle Daten aufzeichnet, sondern diese auch an Withings weiterleitet. Im Moment geschieht dies wohl nur für interne Zwecke, zur Verbesserung der Uhr und zur Fehlerbehebung.

Fazit: Withings Steel HR Sport punktet als unauffälliger Motivator

Ich selbst habe zugegeben nie ernsthaft darüber nachgedacht, mir eine Smartwatch zuzulegen. Das ist alles zu umständlich, dachte ich mir, und zu viel Arbeit. Doch ich war wirklich positiv überrascht. Denn dank der Uhr mit Unterstützung der App kann ich detailliert meinen Schlafrhythmus, meine Schrittzahl, mein Gewicht und meine allgemeine Fitness auf einen Blick einsehen.

Ich persönlich finde, dass die App mit der übersichtlichen Gestaltung  immer noch ein wenig extra Motivation gibt. Somit kann ich die Uhr allen empfehlen, die das Fünkchen zusätzliche Motivation gebrauchen können. Oder einfach allen, die ihre Fitness-Pläne endlich mal strukturieren und organisieren möchte.

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Screenshots und Images by Leonie Werner

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Shadow of the Tomb Raider im Test: Verbrauchte Heldin am Ende einer Ära

Shadow of the Tomb Raider Netzpiloten Test

2018 ist ein aufregendes Jahr für das Franchise von Tomb Raider. Mit Alicia Vikander in der Hauptrolle kehrt Lara Croft, eine der berühmtesten Videospielfiguren der Welt, nicht nur auf die Kinoleinwand zurück. Mit Shadow of the Tomb Raider wird zudem die Reboot-Trilogie vervollständigt, die 2013 mit Tomb Raider begann.

Im ersten Teil begegneten wir einer verletzlichen und verängstigten jungen Lara, die es gerade so mit ihrem Leben von der gefährlichen und von Königin Himiko heimgesuchten Insel Yamatai schaffte. Zwei Jahre später begleiteten wir Lara in Rise of the Tomb Raider auf einer Reise in ihre Vergangenheit und im Kampf gegen die Geheimorganisation Trinity. Shadow of the Tomb Raider soll nun Laras Heldengeschichte beschließen, Fragen um ihren Vater und Trinity beantworten und uns mit der abgehärteten Heldin bekannt machen, die wir seit den 90ern kennen. Aber nur, wenn Lara nicht aus Versehen den Weltuntergang einleitet! Wir haben das von Eidos Montréal und Crystal Dynamics entwickelte und von Square Enix vertriebene Videospiel getestet.

Formelhaftes Setting: Laras dritte Story ist so lala

Schneller, besser, härter. In Shadow of the Tomb Raider begegnen wir einer Lara Croft, die schon einiges durchgemacht hat, aber auf diese Weise auch ein beeindruckendes Fähigkeiten-Repertoire erworben hat. Auf den Spuren der hinterhältigen Organisation, die für den Tod ihres Vaters Richard Croft verantwortlich sein soll, verschlägt es Lara zusammen mit ihrem besten Freund Jonah – einer der wenigen übrig gebliebenen Charaktere des ersten Teils – nach Mexiko.

Auf der Suche nach einem magischen Dolch, den sie vor Trinity schützen will, löst Lara aus Versehen apokalyptische Ereignisse aus und bringt die Handlung des Spiels ins Rollen. Fortan liefert sich unsere Heldin ein Kopf an Kopf Rennen mit Trinity, um die Welt entweder zu retten oder endgültig dem Untergang zu weihen. So weit, so generisch!

Shadow of the Tomb Raider Setting
Lara Croft löst apokalyptische Ereignisse aus und setzt damit die Geschichte in Gang. Image by Square Enix

In Sachen Plot-Twists und Storytelling erfindet Shadow of the Tomb Raider das Rad nicht neu. Stattdessen ist die Story sogar relativ belanglos und funktioniert im Endeffekt nur gerade so, weil der Bösewicht einigermaßen nachvollziehbare Motive besitzt. Hingegen im ersten Teil wirkte die Geschichte – trotz einer heimgesuchten japanischen Insel mitsamt irren Sonnenkult – durch das Kidnapping Laras bester Freundin Sam als Charaktermotivation noch in der Realität verankert.

Grandioser Nebendarsteller und stimmungsvolle Sprachausgabe

In Shadow of the Tomb Raider ist Lara Croft gleichzeitig Unheilsbringerin wie auch Jesus-Figur. Sie leitet die Apokalypse ein, bildet sich aber auch ein, die einzige Hoffnung zu sein, diese auch wieder abzuwenden. Dies bleibt von Jonah zum Glück auch nicht unkommentiert und das ist eine der großen Stärken der Story. Die meisten Charakter wirken ziemlich austauschbar, mit Jonah hat Lara aber einen Gegenpart, der ihr die Stirn bietet und ihr auch mal klar macht, dass die Welt sich nicht nur immer um sie dreht.

Die Motion-Capture und originalen Voice-Actor Camilla Luddington (Lara) und Earl Baylon (Jonah) liefern dabei regelrecht großartige Dialoge ab. Aber auch die deutsche Sprachausgabe kann sich hören lassen. Darin leiht Synchronschauspielerin Maria Koschny Lara Croft ihre Stimme. Sie ist als Stimme von Jennifer Lawrence bekannt.

Gameplay: Shadow of the Tomb Raider mit ausgewogener Rätsel-Balance

Zu wenig, zu viel, genau richtig – oder auch Tomb Raider, Rise of the Tomb Raider und Shadow of the Tomb Raider. Obwohl der dritte Teil mich Story-mäßig nicht vom Hocker haut, kann er mich immerhin in Sachen Gameplay überzeugen. Tomb Raider (2013) hatte eine tolle Geschichte, aber es fehlten die klassischen Gräber und Rätsel. Im Vergleich dazu bot Rise mehr vom beliebten Ur-Gameplay, übertrieb es aber mit dem halsbrecherischen Tempo. In Shadow hingegen gelingt die Balance am besten.

In der Mainquest begegnet dem Spieler ein ausgewogenes Maß an kniffligen Kletterpassagen, Rätseln, Unterwasser-Leveln, Exploration und Kämpfen. Wo sich Lara Croft in vergangenen Teilen von Schauplatz zu Schauplatz durch Massen von Gegner metzeln musste, sind diese Parts in Shadow viel realistischer gewichtet. Kämpfe treten jetzt nicht mehr so ätzend und unglaubwürdig oft auf. Stattdessen sind Rätsel und Gräber häufiger anzutreffen und dabei viel kniffliger und dabei sehr spannend und spaßig gestaltet!

Shadow of the Tomb Raider Klettern Wurfhaken
Beim Klettern sorgt ein Wurfhaken für neuen Nervenkitzel. Image by Square Enix

Neu in Sachen Gameplay ist das Nutzen der Umgebung beispielsweise durch Heilpflanzen, um sich etwa während eines Kampfes zu heilen oder Schlammlöcher, mit denen sich Lara tarnen kann. Beim Klettern verfügt Lara nun über einen Wurfhaken, der oft Kletterpassagen mit Nervenkitzel einleitet.

Das Hub-Level Paititi, eine indigene Inka-Stadt, ist der Schauplatz der Hauptstory. Dort wird man wohl die meiste Zeit im Spiel verbringen. Paititi bietet eine Vielzahl an Nebenmissionen und Herausforderungsgräbern, die man nach Belieben zu beinahe jedem Zeitpunkt im Spiel absolvieren kann und mithilfe der Schnellreisefunktion auch immer leicht erreichen kann.

Die auffälligste Änderung in Sachen Gameplay ist die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad anhand von drei Kriterien den eigenen Vorlieben anzupassen. Jeder Spieler kann dabei die Schwierigkeit der Aspekte „Kämpfe“, „Rätsel“ und „Exploration“ personalisieren.

Fazit: Das Lara-Franchise braucht eine Kreativpause

Das Ende von Shadow of the Tomb Raider hat mich mit einem seltsamen Gefühl zurückgelassen – weder gut noch schlecht. Es ist definitiv das Ende einer Ära. Die Geschichte der neu definierten, emanzipierten, vermenschlichten Lara Croft ist vorerst zu Ende erzählt und dabei frage ich mich: Ist sie wirklich so neu oder dreht sich das Franchise im Kreis? Sind wir mit der taffen Lara gegen Ende von Shadow wieder in den 90ern angelangt und wollen wir das überhaupt?

Tomb Raider wollte sich mit dem 2013er Titel neu erfinden. Das ist jenem Teil auch gelungen. Denn es wurde eine mitreißende, menschliche Geschichte erzählt. Doch in Shadow of the Tomb Raider wird Lara als Jesus-Figur einer indigenen Zivilisation inszeniert. Dies ist in Hinsicht auf die Geschichte des Kolonialismus schon problematisch genug.

Zusätzlich ist Vieles, was die Hauptfigur im ersten Teil so authentisch machte, dahin. Eine Cutscene am Ende des dritten Teils zeigt Lara zuweilen so skrupellos, dass es mir Gänsehaut bereitete. Es hat etwas Gutes, dass die Trinity-Trilogie zu Ende erzählt ist.

Shadow of the Tomb Raider Lara Croft
Im dritten Teil wird Lara Croft zum Teil sehr skrupellos und gewalttätig inszeniert. Image by Square Enix.

Dennoch empfinde ich Shadow of the Tomb Raider als gelungene Unterhaltung. Schließlich macht das Spiel unheimlich Spaß und ist zudem einfach atemberaubend schön. Die Flora und Fauna des Dschungels, sowie Paititi und die Tempel sind eine Augenweide.

Außerdem habe ich das Franchise noch nicht abgeschrieben. Schließlich hat es mich durch Tomb Raider im Jahr 2013 mittels der neu erfundenen Lara Croft überhaupt erst zum Fan der Reihe gemacht und auch andere Kollegen aus der Redaktion für Tomb Raider begeistert. Jetzt ist es allerdings Zeit, der Figur eine Schaffenspause zu gönnen. Zukünftig sollte das Franchise wieder offen für eine neue Version der altbekannten Heldin sein!

Wir haben Shadow of the Tomb Raider auf der Playstation 4 durchgespielt. Außerdem ist das Game für PC und Xbox One erhältlich. Es kostet als Standard-Version rund 60 Euro.

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Images by Square Enix

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Im Test: Samsung Gear Sport und Samsung Gear IconX (2018)

Samsung Gear Sport und Gear IconX (2018)

Auch wenn es draußen noch so heiß ist. Sport und Fitness bleiben für viele Menschen wichtig. Selbst im Urlaub wollen mindestens 20 Prozent der Urlauber nicht auf Smartwatch und Fitnesstracker verzichten, hat der Bitkom herausgefunden. Und Sportfunktionen sind nunmal die beliebtesten Eigenschaften der Computeruhren. Mit der Samsung Gear Sport und den passenden In-Ear-Kopfhörer Samsung Gear IconX (2018) haben wir zwei besonders gut aufeinander abgestimmte Fitness-Wearables getestet. Beispielsweise lassen sich Spotify-Playlisten auf der Uhr und den Kopfhörern abspeichern, sodass beim Jogging kein Smartphone und keine Internetverbindung nötig sind.

Beide Geräte kamen in hochwertigen Verpackungen an, die ein ähnliches Design haben. Gear Sport ist mit Gear IconX kompatibel und beides sorgt für ein einzigartiges Sporterlebnis mit den Lieblingsliedern, die dazu motivieren sich zu bewegen. Das farbenfrohe Duo hat mich überzeugt und dazu gebracht mehr Sport zu treiben. Hier die Details meines Tests im Zusammenspiel mit einem iPhone.

Samsung Gear Sport Blue

Die Samsung Gear Sport ist die Nachfolgerin der Gear 3, die wir neben der Apple Watch als die derzeit beste Smartwatch betrachten. Auch in der vierten Generation hat die Gear-Uhr ein rundes Display und ein Armband aus Silikon. Auf dem Markt sind zwei Farbvarianten des Bandes verfügbar: blau und schwarz. Die Uhr erweckt einen sportlichen Eindruck. Am Rande des Displays montierte der Hersteller eine drehbare Lünette, mit der man zwischen den Bildschirmen wechseln kann. Das Gerät ist in zwei Knöpfe ausgestattet, einmal „Zurück“ und einmal „Home“.

Kompatibilität mit iOS

Idealerweise verfügt man, neben der Gear Sport über ein Samsung-Smartphone, damit alle Funktionen einwandfrei mitmachen. Mit einem iPhone verläuft das ganze zwar etwas ruckeliger, dennoch funktioniert die Samsung-Uhr unter iOS grundsätzlich. Ein Samsung-Account ist erforderlich, um auf die Gear S App zuzugreifen und die Uhr mit dem iPhone zu verbinden. Anschließend ist es auch empfehlenswert, die Samsung Health App zu installieren, um die Aktivität, die Mahlzeiten, den Schlaf und das Gewicht im Überblick zu haben. Die Health-App von Samsung zählt zu den besten Sport-Apps der großen Android-Hersteller.

Kompatibilitätstabelle, Quelle: samsung.com

Technische Daten

Mit einem Super AMOLED-Display, das in der Diagonale 30,2 Millimetern misst, ist die Samsung Gear Sport groß genug, sodass man alles erkennen kann. Trotzdem sieht sie nicht klobig aus. Sie passt also sowohl auf einen männlichen sowie einen weiblichen Handgelenk.

In der Uhr befindet sich ein 1 GHz Dual-Core Prozessor und fünf Sensoren: Beschleunigungs-, Lage-, Puls- und Lichtsensor, sowie ein Barometer. Mit vier Gigabyte Gerätespeicher eignet sich die Uhr perfekt für Spotify-Playlists, die man im Offline-Modus über die kompatiblen Gear IconX EarPods hören kann.

Die Batterielaufzeit beträgt dabei bis zu sechs Tagen, abhängig von der Nutzungshäufigkeit. Das Gerät kann man innerhalb von zwei Stunden wieder komplett aufladen.

Apps und Notifications

Die Computeruhr ist eine prima Nachrichtenzentrale. Auf die Smartwatch werden Benachrichtigungen von Instagram, WhatsApp, Snapchat, Telegram, Kicker, Slack, Twitter, Facebook Messenger und vielen weiteren übertragen.

Samsung Gear Sport zählt eure Schritte und erkennt, wenn man länger unterwegs ist. Dies stuft sie dann als Spaziergang ein und somit als leichtes Workout. Das Tempo wird auch erkannt.

Sollte man einen Bürojob ausüben und länger als eine Stunde inaktiv bleiben, fragt die Smartwatch, ob man Torsodrehungen machen möchte. Fünf reichen, um die Aktivität auf dem richtigen Stand zu halten.

Eine Überraschung war für mich die Schlafbewertung. Ich empfehle es, die Uhr nachts oder wenigstens nachmittags beim Schlafen anzubehalten. Die Gear Sport verfolgt deinen Schlafrhythmus und schickt Feedback. Nach dem Aufwachen erscheint eine kurze Übersicht. Dort ist einsehbar, wie tief man geschlafen hat, die tatsächliche Schlafzeit, die Effizienz und die Anzahl der verbrannten Kalorien.

Samsung Gear Sport und Fitness

Nun aber zum Sport. Den meisten Spaß bringt die Fitnessübersicht. Wer gerne läuft, schwimmt oder Rad fährt, ist mit der Samsung Gear Sport bestens ausgestattet. Die Smartwatch ist wasserdicht, also muss man sich keine Sorgen machen, dass sie beim Schwimmen kaputt geht.

Ich habe das Gerät beim Joggen ausprobiert und bin mit der Leistung völlig zufrieden. Die Uhr teilt einem die durchgemachte Strecke mit, sowie die durchschnittliche Geschwindigkeit, die verbrannten Kalorien und den Puls. Die Gear Sport unterteilt dann die Leistung anhand des Pulses in der Abstufung mäßig über heftig bis Maximum.

Wer jedoch lieber ins Fitnessstudio geht und mit den Geräten trainiert, für den habe ich schlechte Neuigkeiten. Die Smartwatch ist für die Latzugmaschine, Beinpresse, Ab- und Adduktionsmaschine und alle sonstigen Geräte so gut wie nutzlos. Im Menü „Trainieren“ findet man bestimmte Übungen, die angeklickt werden müssen, um das Training zu starten. Eine Ausnahme ist die Rudermaschine, die als eine der Optionen erscheint. Natürlich hat Samsung die Gear Sport in eine Funktion ausgestattet, die sich „Anderes Workout“ nennt, doch außer Zeitmessung kann dir die Uhr hier nicht weiterhelfen.

Samsung Gear Sport
Samsung Gear Sport im Fitnessstudio. Image by Nina Brzeska

Doch nicht alles ist im Fitnessstudio verloren. Die Smartwatch ist in die Funktionen „Laufband“, „Stepper“, „Heimtrainer“ und „Ellipsenmaschine“ ausgestattet. So kannst du deine Ausdauer gezielt trainieren und überwachen. Die Gear Sport vermittelt am Ende, ähnlich wie beim Joggen, wie dein Training gelaufen ist und stuft die Anstrengung in mäßig, heftig und Maximum ein.

Perfektion sieht anders aus

Ein paar Kleinigkeiten, die mich an der Uhr stören: Sie sollte jedes Mal aufleuchten, wenn ich mein Handgelenk so drehe, als würde ich die Zeit kontrollieren wollen. Das tut sie leider nicht immer. Öfter will ich schnell die Zeit überprüfen, was mir durch die Fehlfunktion nicht gelingt. Dann muss ich die Lünette einmal drehen, um den Bildschirm anzuschalten.

Ein weiterer Aspekt ist das Versprechen, dass die Gear Sport erkennt, wenn man mit dem Auto unterwegs ist und keine Benachrichtigungen durchkommen lässt, um den Fahrer nicht abzulenken. Mehrfach jedoch habe ich die Vibration an meinem Gelenk gespürt, während ich am Steuer saß. Die Erklärung dafür liegt wahrscheinlich an meinem Fahrverhalten – ich besitze einen Wagen mit automatischem Getriebe und habe die rechte Hand öfter am Lenkrad als die linke. Da ich die Uhr am linken Handgelenk trage, ist es wahrscheinlich, dass der Mangel an Bewegung des linken Armes die Smartwatch glauben lässt, ich wäre nicht am Steuer des Fahrzeuges.

Samsung Gear IconX

Die kabellosen Kopfhörer Gear Icon X in der Modellgeneration 2018 sind nach dem Konzept von True Wireless konzipiert. Ebenso wie etwa die Jaybird Run oder die Apple Airpods verfügen sie wirklich über kein Verbindungskabel mehr. Auch über keines zwischen den beiden Lautsprechern. Bereits das erste Modell hat uns gefallen. Die Version von 2018 wurde minimal ergonomischer designt und verfügt über mehr Software-Funktionen.

Die Gear Icon X (2018) sind in den Farben Grau, Schwarz und Pink verfügbar. Ich habe sie in der letzteren Farbe erhalten. Die kleinen Stöpsel sind nicht größer als eine Traube und kommen mit einem Ladeetui der Größe eines Eis. In der Box befindet sich außerdem ein Aufladekabel mit einem USB-Anschluss und ein Tütchen mit verschiedenen Eartips und Wingtips (Größen: S, M, L). Auf den ersten Blick wirken die Kopfhörer wie normale Ohrstöpsel, worauf ich mehrmals angesprochen wurde.

Samsung Gear IconX 2018
Samsung Gear IconX 2018. Image by Nina Brzeska

Kompatibilität mit anderen Geräten

Zwar funktioniert Samsung Gear IconX (2018) als MP3-Player ohne zusätzliche Geräte, doch viele Nutzer beruhen heute auf der Musikauswahl von Streaming-Diensten wie Spotify oder Deezer. Dies macht es unmöglich, Lieder auf die Kopfhörer herunterzuladen, denn das Gerät sieht keine App-Installation vor. Wer aber noch über Lieder im MP3-Format verfügt, kann sich über 3,4 Gigabyte Speicher freuen.

Mit dem Smartphone verbindeen sich Gear IconX (2018) problemlos über Bluetooth. Genauso mit der Smartwatch. Wichtiger Tipp: Wer gerne Musik über die Gear Sport hören möchte, muss erst mal die Verbindung zwischen den Kopfhörern und dem Handy manuell trennen. Sonst sitzt man eine Stunde lang da und wundert sich warum nichts funktioniert.

Samsung Gear IconX 2018: das verbirgt sich dahinter

Über den Sound der Kopfhörer kann man sich echt nicht beschweren. Dafür, dass die IconX so klein sind, ist der Klang beeindruckend. Unterwegs hört man so gut wie nichts von der Außenwelt. Im Vergleich zu den Standard-Kopfhörern sind sie von sehr guter Qualität.

Wie bereits erwähnt, besitzen die Ohrhörer drei Sets an Aufsätzen in verschiedenen Größen, um sich perfekt ans Ohr anzupassen. Beim ersten Aufsetzen ist mir direkt aufgefallen, dass die bereits aufgesetzte Wingtips und Eartips in Größe M zu groß sind. Ich habe die S Aufsätze genommen und der Tragekomfort ist definitiv gestiegen. Doch trotzdem scheint es so, als wären meine Ohrmuscheln zu klein sogar für das kleinste Aufsatz-Set. Nach etwas mehr als einer Stunde drücken die Hörer gegen meine Ohren, sodass ich sie irgendwann weglegen muss. Ein großer Pluspunkt: es ist so gut wie unmöglich, dass die IconX während des Laufens rausfallen.

Eine hervorragende Funktion für alle Android-Nutzer ist der eingebaute Fitnesstracker. Wer Spaziergänge oder Joggen als sportliche Aktivität bevorzugt, kann sich freuen, dass das Gerät die Durchschnittsgeschwindigkeit, Distanz und den Kalorienverbrauch aufzeichnet. Diese Funktion bleibt leider für iOS-User aus, denn die erforderliche App „Samsung Gear“ ist nicht im App Store verfügbar.

Steuerung

Was die Gear IconX (2018) interessant macht, sind die Touchpads an beiden Hörern, die die Steuerung einfacher machen. Einmaliges Tippen bedeutet Pause/Wiedergabe. Mit zweimal tippen kommt man zum nächsten Lied, durch dreimal tippen – zum vorherigen. Einmal tippen und halten bedeutet Anruf ablehnen oder Menüoptionen vorlesen (hier wieder die eigeschränkte Kompatibilität mit iOS). Zweimal tippen und halten switcht zur nächsten Playlist, was für Streamingdienste nicht funktioniert. Um die Lautstärke zu erhöhen oder zu reduzieren muss man hoch- oder runterwischen.

Der Hersteller verspricht eine Akkulaufzeit von fünf Stunden beim Streamen der Musik vom anderen Gerät. Diese Laufzeit bezieht sich jedoch nicht auf die Hörer selbst, sondern auf die Laufzeit des Etuis. Das heißt: einmalig halten die Gear IconX maximal zwei Stunden. Das Etui kann den Ohrhörern eine Laufzeit von fünf Stunden insgesamt verleihen, bevor man wieder das Kabel anschließen muss, um das Etui aufzuladen.

Test-Fazit

Die Smartwatch Samsung Gear Sport hat mich dazu gebracht, wieder mehr Sport zu treiben. Sie ist der perfekte Begleiter für Einsteiger und Fortgeschrittene. Im Alltag kann sie schnell langweilig werden, da die Funktionen eingeschränkt sind (vor allem für iPhone-Nutzer). Für den nicht all zu niedrigen Preis von 350 Euro, den Samsung anbietet, würde es nicht schaden, die Funktionen zu perfektionieren.

Die Smartwatch von Samsung ist ein cooles Gadget für mehr Motivation beim Sport, das aber eine überschaubare Auswahl an Funktionen für den Büro-Alltag anbietet.

Die Samsung Gear IconX (2018) sind für meinen Geschmack mit einem Preis von 230 Euro zu teuer angesetzt. Kabellose Kopfhörer sind zwar eine nette Abwechslung zu den ewig verknoteten Kopfhörern mit Kabel, doch trotzdem nehme ich meine Standard-Kopfhörer überallhin mit. Wenn der Akku bei den IconX leer ist, greife ich zu meinen alten Hörern zurück. Für diejenigen, die sich das Leben ohne kabellosen Ohrhörer nicht mehr vorstellen können, sind die IconX aber keine schlechte Idee.

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Images by Samsung; Nina Brzeska

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Solar-Ladegeräte im Test: eine Alternative zur herkömmlichen Powerbank?

Solar-Ladegeräte im Test

Ob am Strand, auf einem Festival oder beim Shopping-Trip in der Stadt. Man ist unterwegs, plötzlich ist der Akku vom Smartphone leer und es ist keine Steckdose in Sicht. Ziemlich ärgerlich! Mittlerweile hat fast jeder eine Powerbank dabei. Doch was mache ich, wenn auch meine Powerbank unterwegs keinen Reserve mehr hat? Doppelt ärgerlich! Hier können Solar-Ladegeräte zum Einsatz kommen. Das Technik-Magazin CHIP hat den Test mit einigen Solar-Ladegeräten für Smartphones durchgeführt und ist zu einem interessanten Ergebnis gekommen.

Welche Solar-Ladegeräte es gibt

Zuerst unterscheidet man zwischen Solar-Powerbanks und Solar-Panels. Das Solar-Panel speichert den Strom nicht selbst und ist deutlich größer als eine Solar-Powerbank.

Als erstes haben die Tester drei Solar-Ladegeräte von unterschiedlichen Herstellern unter die Lupe genommen. Im Anschluss testeten sie zwei Solar-Powerbanks derselben Marke. Mithilfe eines USB-Testers wurde gemessen wie viel Leistung (in Watt) das Ladegerät generieren kann, wenn eine leere RAVPower-Akkubank mit einer Kapazität von 22.000 mAh an den USB-Port eines der Ladegeräte angeschlossen wird.

Nach dem ersten Testlauf überprüfte man dann, wie lange es dauert, bis ein Huawai P8 Lite Smartphone aufgeladen ist.

Was sagen die Testergebnisse der Solar-Panels?

Anker PowerPort Solar

Zu Beginn wurde der Anker PowerPort Solar mit 21W (Provisionslink) geprüft. Dieses Solar-Ladegerät wiegt ungefähr ein halbes Kilo und besteht aus vier Elementen. Es ist für circa 60 Euro zu haben. Drei der Elemente enthalten ein Solar-Panel. Das vierte Element ist eine Tasche. Der Anker PowerPoint Solar mag erst ziemlich groß erscheinen, aber dank des Polyestergewebes lässt es sich auf 160 mm Dicke zusammenfalten. Aufgrund der Edelstahl-Ösen, die das Ladegerät besitzt, kann man es mühelos an einem Rucksack befestigen.

Die Tester kamen zum Ergebnis, dass bei strahlender Sonne ein Maximalwert von 10W erreichbar ist. Bei Wolken hingegen kann nur ein Wert von 1,5W erzielt werden. Der Anker PowerPort Solar benötigt rund drei Stunden, bis er vollständig aufgeladen ist. Allerdings wurde der Maximalwert, den Anker angibt, bei den Messungen nicht erzielt.

RAVPower

Anschließend testeten sie ein Solar-Panel von RAVPower mit einer Leistung von 16W (Provisionslink). Er besteht auch aus vier Elementen wobei ebenfalls eines davon eine Tasche darstellt. Genau wie das Ladegerät von Anker besitzt er Ösen zum befestigen. Da RAVPower-Gerät ist im Vergleich leichter und kleiner und hat eine geringere Leistung. Der maximale Messwert bei Sonnenschein lag bei 7,2W und bei Wolken nur bei 0,7W. Erst nach vier Stunden war das Huawai P8 Lite vollständig aufgeladen.

SunnyBAG Explorer Plus

Als drittes und letztes Solar-Ladegerät war der SunnyBAG Explorer Plus (Provisionslink) Bestand des Testes. Der SunnyBAG Explorer Plus ist eine Mischung aus Solar-Panel und Rucksack. Ihr könnt das Solar-Panel mit 6W kann auf der Vorderseite befestigen. Der Rucksack ist ideal für Leute, die ihren Laptop oft dabei haben, denn er verfügt über ein 15,6-Zoll-Laptopfach. Preislich liegt der SunnyBAG Explorer Plus bei circa 80 Euro. Wenn die Sonne scheint misst das Gerät 3,8W und bei Wolken nur 0,5W. Doch wie schneidet das SunnyBAG ab, wenn man ihn trägt? Folgende Ergebnisse wurden erzielt:

  • Position zur Sonne: 2W
  • Position im (Baum-)Schatten aber zur Sonne: 0,2W
  • Position entgegen der Sonne: 0,5W
  • Position 90° von der Sonne weggedreht: 1W

Wenn man den SunnyBAG beispielsweise in Position zur Sonne trägt, so erzielt man deutlich niedrigere Werte als bei den zuvor getesteten Solar-Panels.

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Image by vitalitymateha / Adobe Stock

Solar-Powerbanks im Test

Die Tester guckten sich zwei Solar-Powerbanks der Marke Revolt an. Dabei handelte es sich um ein Revolt-Ladegerät mit 20.000 mAh (Provisionslink) und eines mit 11.000 mAh. Preislich liegen sie zwischen 27 Euro und 50 Euro und sind somit günstiger als die Panels. Doch wie schneiden die Solar-Powerbanks im Test ab? Das Ergebnis fiel leider eher schlecht aus. Nachdem beide Powerbanks einen ganzen Tag lang in der Sonne lagen, hatten sie gerade mal einen Akkustand von zehn Prozent. Ein weiterer negativer Aspekt dieser Solar-Ladegeräte war, dass die Akkupacks in der Sonne sehr heiß geworden sind.

Biolite Campstove: die Alternative zu Solar-Ladegeräten

Wenn das Wetter nicht mitspielt, dann gibt es den Biolite Campstove (Provisionslink). Der Campingkocher mit Akkuladefunktion erzeugt Energie, wenn er Holz verbrennt. Somit kann man auch in der Nacht oder bei Regen sein Smartphone laden. Die Stromabgabe ist allerdings nur gering.

Test-Fazit Solar-Ladegeräte

Wenn man sich für eine nachhaltige Energiegewinnung und gegen Alternative eine herkömmlichen Powerbank entscheidet, dann lohnt es sich eher ein bisschen mehr Geld zu investieren. Empfohlen wird ein ausklappbares Solar-Panel zu kaufen. Die können die Geräte deutlich schneller laden, da sie größer sind. Wenn man allerdings lieber auf die Solar-Powerbank zurückzugreifen möchte, dann kann man sie im Vorhinein per Netzteil aufladen und später weiter mit Sonnenenergie laden.


Teaser Image by Galaganov / Adobe Stock

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Im Test: Die smarte Schuhkauf-App von Reno

Für mich war Schuhekaufen im Internet sehr lange ein No-Go. Wer kauft denn Sneakers, High Heels oder Sandaletten ohne Anprobieren?

Doch irgendwann habe ich es dann doch gewagt. Vorsichtig mit dem bewährten Trick, den wahrscheinlich viele am Anfang ihres Online-Shoppings anwenden: Erst mal im Einkaufzentrum die passenden Schuhe ausspähen, anprobieren und dann aber doch nicht kaufen (sorry an die netten Fachverkäuferinnen!). Zuhause dann das Wunschpaar frech beim Online Handel. Immerhin habe ich nicht einfach wahllos bei Amazon gesucht, sondern fair beim Reno Online-Shop. Dort wurde ich sogar mit einer smarten App überrascht. Hier ein kleiner Testbericht:

Übersichtlicher Aufbau ergo schönes Shopping-Erlebnis

Wie es sich gehört, ist die Reno App kostenlos im App Store und bei Google Play verfügbar. Man benötigt auch kein Kunden-Konto, um sie zu benutzen und kann munter draufloskaufen.

Auf der Startseite steht erst einmal eine klare Unterteilung in Damen, Herren und Kinder. Folgend kann man anklicken wonach genau gesucht wird. Die Liste beinhaltet vier Punkte: Neu, Schuhe, Accessoires und ganz wichtig: Sale. Weiter unten werden die modischen Bestseller und Trends vorgeschlagen.

Screenshot by Nina Brzeska

In dem Bereich „Schuhe“ erscheinen alle Schuhe, die Reno im Angebot hat. Doch davon gibt es Hunderte, wenn nicht Tausende. Deshalb ist es ganz praktisch, dass die Funktion „Kategorie“ zur Verfügung steht.

Ich bin zunächst auf „Sneaker“ gegangen und habe dann meine Suche auf „Lowcut Sneaker“ eingeschränkt. Das Ergebnis hat mir gefallen. Es lassen sich bequem unzählige Marken durchstöbern und besonders positiv fällt auf, dass auch die Schuhe im Sale angezeigt werden.

Eine Wunschliste habe ich vermisst. Als Umweg, kann man alles Interessante in den Warenkorb packen und den dann entsprechend aussortieren. Falls die Not überhaupt besteht.

Scanner außerhalb des Kassenbereiches

Eine Funktion, die ich bisher in keiner vergleichbaren App gefunden habe, ist der Scanner. Dieser braucht Zugriff auf die Smartphone-Kamera. Damit ist es möglich in einer Reno-Filiale die ausgewählten Schuhe beziehungsweise den Barcode auf dem Schuhkarton zu scannen. Dann springt eine Suchmaschine an, die das ganze Internet nach diesem Schuhmodell durchsucht und die Preise bei der Konkurrenz anzeigt. Sollte es passieren, dass dieses Modell irgendwo anders als bei Reno den günstigsten Preis erreicht, so wird in der App ein Coupon erstellt. Von dem günstigsten Preis zieht Reno nochmal fünf Prozent ab und sichert dem Kunden das beste Angebot.

Screenshot by Nina Brzeska

Insgesamt ist die Reno App sehr ansprechend und einfach zu bedienen. Sie ist eine vollwertige Alternative zur Webseite. Der Scanner ist ein absolutes Highlight der Reno App und nimmt mir nicht nur das schlechte Gewissen in der Filiale nur herumzuschnüffeln, sondern fordert mich sogar auf, die Webpreise unterbieten zu lassen. Und so geht Einzelhandel.


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Verflixte Verführung: Das HTC Desire 12 Plus präsentiert solide Mittelklasse mit spiegelglattem Look

Allmählich wird es unübersichtlich auf dem Smartphone-Markt. Schließlich gibt es immer mehr günstige Mittelklasse-Telefone. Dabei hatte der Hersteller HTC zuletzt das Nachsehen und konnte mit der Desire-Reihe lange nicht an frühere Erfolge anknüpfen. Im Mai 2018 kehrte er jedoch mit dem HTC Desire 12 Plus auf den Markt zurück. HTC will sich damit als Alternative beispielsweise zu den günstigen Galaxys von Samsung aufstellen. Zwar weisen Ausstattung und Preis des HTC Desire 12 Plus in die richtige Richtung. Doch wie macht sich das Gerät im Langzeittest?

Design und Ausstattung: Spieglein, Spieglein…

Bei HTC fährt man seit dem Modell U11 eine neue Strategie: Der Alu-Body war gestern, die Zukunft gehört spiegelglattes Acrylglas. Der Hersteller nennt die handschmeichelnde Oberfläche daher “Liquid Surface”. Und die kann sich mit dem Hochglanz-Look sehen lassen. Zumindest, bis man im Alltagstest die ersten Fingerabdrücke auf Display und Rückseite des Desire 12 Plus entdeckt. Das Mitführen eines Brillenputztuches ist deswegen Pflicht.

Das edle Gehäuse des HTC Desire 12 Plus misst 158,2 × 76,6 × 8,4 mm bei einem Gewicht von 157,5 g. Das Desire 12 Plus ist dabei jedoch nicht durchgängig vom Acryl umschlossen. Beispielsweise kann man eine Kante ausmachen, die dem vorderen und den hinteren Teil trennt.

Den Gesamteindruck stört das jedoch nicht. Die Kanten sind abgerundet, um dem Nutzer ein besseres Handling zu ermöglichen. Für einen guten Grip sorgt die Liquid-Surface-Oberfläche dabei allerdings nicht. Wer wie ich keine Schaufeln, sondern eher kleinere Hände sein Eigen nennt, muss sich vorsehen, dass einem das edle Gerät nicht aus der Hand rutscht.

Eine Bedienung der unteren Funktionsleiste mit nur einer Hand ist für mich fast unmöglich, stattdessen muss ich ständig umgreifen oder die andere Hand zur Hilfe nehmen. Immerhin: Die Fingerabdruck-Scanfunktion funktioniert problemlos und sehr zuverlässig auch mit einer Hand.

Das HTC Desire 12 Plus verzichtet auf einen physischen Homebutton und vergrößert dadurch die Displayanzeige. Sie wächst von 5,5 auf 6 Zoll. Leider leistet sich HTC trotzdem fast einen halben Zentimeter Displayrand, der das Gesamtbild und den edlen Eindruck dann doch etwas stört.

Am rechten Teil des Gehäuserahmens steht die Lautstärkewippe sowie der Power-Button hervor. Am unteren Gehäuserand befinden sich der Lautsprecher sowie die 3,5-mm-Kopfhörerbuchse. Der linke Rand wurde bis auf einen Slot für 2 SIM-Karten oder jeweils eine SIM-Karte und eine Micro-SD-Karte unberührt gelassen. In der Mitte des Rückseite wurde der Fingerabdruck-Scanner angebracht.

Display: Scharf, knackig und genau

Das Display des HTC Desire 12 Plus kommt im neuen 18:9-Format und HD+-Auflösung bei 1440 x 720 Bildpunkten. Für den Alltagsgebrauch reicht das absolut aus, auch wenn manchmal die Einstellungen einen Hauch verpixelt daherkommen.

Positiv und auch für müde Augen eine tolle Sache: Mit einem adaptiven Sensor und einem zusätzlichen Schieberegler kann man sowohl die Helligkeit als auch Farbtemperatur den eigenen Bedürfnissen und der jeweiligen Tageszeit anpassen. Das Display des HTC Desire 12 Plust besitzt eine gute Blickwinkelstabilität und bildet die gewünschten Darstellungen kontrastreich ab, sodass man das Smartphone auch problemlos im Freien nutzen kann. Bei allzu starker Sonneneinstrahlung hilft jedoch nur eine möglichst kräftige Displaybeleuchtung. Das Display reagiert zudem punktgenau und ohne Verzögerung.

Kamera: Mit der Zweiten sieht man besser

Bokeh oder normal: Die Dual-Kamera macht Spaß.

Die Dual-Kamera des HTC Desire 12 Plus hat was drauf. Denn mit einer Auflösung von bis zu 13,1 Megapixeln werden die Bilder ausreichend scharf und detailreich erfasst. Die zweite Linse sorgt mit 2 Megapixel außerdem für eine künstlerische Unschärfe, mit der der beliebte Bokeh-Effekt hergestellt wird. Hier sind die Ergebnisse größtenteils in Ordnung. Manchmal zickte die Scharfstellung im Bokeh-Modus auf den gewünschten Bereich ein wenig, doch das gut bestückte Menü der telefoneigenen Kamera-App erlaubte auch eine anständige Nacharbeitung der Schnappschüsse.

Einzig die vielen anderen Effektspielereien, wie beispielsweise der nachkolorierte Hintergrund in einer Spezialeinstellung, ist nicht dringend nötig und lässt die Farben allzu grell und unnatürlich wirken.

Doch ansonsten gibt es wenig zu meckern: Auch unter bescheidenen Lichtverhältnissen kann die Kamera recht realistische Ergebnisse liefern. Die Frontkamera kann sich auch sehen lassen: Mit immerhin 8 Megapixeln werden hier auch Selfieaufnahmen endlich brauchbar.

Software und Performance: Leistung, die sich lohnt?

Auf dem HTC Desire 12 Plus läuft die aktuelle Android-8-Version mit einem Achtkern-Prozessor von Qualcomm (Snapdragon 450), der jeden Befehl flüssig und ruckelfrei ausführt. Das Telefon verfügt außerdem über 3 Gigabyte Arbeitsspeicher und insgesamt 32 Gigabyte Speicherplatz, der sich, wie üblich, ganz einfach per microSD-Karte erweitern lässt. Ferner passen in das Gerät an den vorgesehenen Steckplätzen neben der Speicherkarte noch zwei Nano-SIM-Karten.

Der voreingestellte Blinkfeed, eine Art personalisierter Nachrichtenapp, stört dagegen schon eher, denn sie ist weder intuitiv noch individuell einstellbar oder gar zeitgemäß. Erst nach einiger umständlicher Sucherei kriege ich heraus, wie man diesen Service deaktiviert.

Dafür kann die Akkulaufzeit größtenteils zufriedenstellen: Mit einem Durchhaltevermögen von gut 10 bis 11 Stunden im Dauerbetrieb (Im Stand-By dürften es gut ein paar Tage werden) kann der 2965 mAh starke Akku den Alltagsnutzer problemlos über den Tag bringen. Leider hat HTC auf eine Schnellladefunktion verzichtet. Ähnlich wie beim Alcatel Idol 5 zieht sich der Ladezyklus mit knapp 3,5 Stunden deshalb in die Länge.

Test-Fazit für das HTC Desire 12 Plus

Mit dem Desire 12 Plus hat HTC ein durchaus zufriedenstellendes Mittelklasse-Telefon für derzeit rund 230 Euro auf den Markt gebracht. Sowohl die gut performende Dual-Kamera als auch die flüssige Rechenleistung sind für den Alltagsnutzer mehr als ausreichend. Ein paar Abzüge gibt es allerdings für das etwas umständliche Handling und für das fettfingeranfällige Gehäuse. Durch die solide Verarbeitung und den schicken Look kann HTC diese kleinen Mankos aber locker wieder ausgleichen. Vielleicht legt man bei HTC ab Werk demnächst aber trotzdem ein Putztuch bei.

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Images by Anne Jerratsch

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Mehr als Mittelklasse: Huawei P20 überzeugt im Test

Im März hatte der chinesische Hersteller Huawei in Paris seine neuen Flagship-Smartphones P20 und P20 Pro präsentiert. Laut Modell-Namen folgt das Huawei P20 dem P20 lite und rangiert so zwischen dem Einsteiger-Smartphone und dem High-end-Gerät P20 Pro. Wieso die Bezeichnung “Mittelklasse“ dem Huawei P20 aber nicht gerecht wird, und warum ich das Smartphone inzwischen zu meinem täglichen, treuen Begleiter gemacht habe, erfahrt ihr in meinem Testbericht.

Design ohne Abstriche

Wie man es in dieser Preisklasse erwarten darf, ist das Telefon einwandfrei verarbeitet. Dank des leicht gewölbten 2,5D-Glases auf Vorder- und Rückseite liegt es ebenfalls sehr gut in der Hand. Die Glasrückseite ist in den Farben Schwarz, Pink-gold sowie Blau zu haben. Besonders Letzteres ist einfach wunderschön anzusehen. Leider ist die glänzende Rückseite gleichzeitig ein ziemlicher Fingerabdruckmagnet.

Der Metallrahmen des Smartphones besitzt auf der Ober- und Unterseite jeweils zwei Unterbrechungen für die Antennen, den Lauter/Leiser- sowie den Powerbutton an der Seite. Die Tasten verfügen über einen sehr guten Druckpunkt und wackeln nicht. Das 5,8 Zoll große Display reicht außer an der Unterseite, bis fast an den Rand des Smartphones und ist an den Ecken leicht abgerundet. An der Oberseite besitzt es eine kleine Aussparung für die Frontkamera, Lautsprecher, diversen Sensoren sowie einer Benachrichtigungs-LED. Das Display selbst ist nicht gewölbt. Dadurch entstehen keine unbeabsichtigte Eingaben, wie das bei manchen Samsung Telefonen passiert.

Bei dem verbauten Display handelt es sich um ein IPS-LCD mit hervorragenden Blickwinkeln und realistischen Farben. Besonders gut gefällt mir der Homebutton unterhalb des Displays. Er enthält nicht nur einen der schnellsten Fingerabdrucksensoren, die ich je in einem Smartphone getestet habe, sondern ermöglicht es mir, auf die Navigationstasten am Displayrand zu verzichten. Dadurch geht kein Platz auf dem Display dafür verloren und das Smartphone lässt sich durch intuitive Wischgesten steuern. Dank des Fingerabdrucksensors auf der Vorderseite lässt sich das Smartphone auf dem Schreibtisch entsperren, ohne es in die Hand nehmen zu müssen.

Huawei P20 bietet High-End-Performance

Der verbaute Octa-Core-Prozessor Kirin 970 sorgt mit vier mal 2.36 Gigahertz  und vier mal 1.8 Gigahertz Taktung für eine High-End-Performance, die mit dem etwas schnelleren Snapdragon 835 absolut mithalten kann. Dank der verbauten vier Gigabyte RAM lassen sich auch mehrere aufwändige Apps parallel benutzen. Außerdem sind Apps im Multitasking beim erneuten Aufrufen sofort startklar. Der interne Speicher ist 128 Gigabyte groß, wovon dem Nutzer ungefähr 112 Gigabyte zur Verfügung stehen. Eine microSD Karte zur Speichererweiterung ist nicht vorgesehen, was bei der Größe des internen Speichers aber kaum stören sollte.

Akku schnell und lange voll

Der Akku des Huawei P20 hat eine Kapazität von 3400 Milliamper und ist dank Huaweis eigener Supercharge-Technologie in etwa 90 Minuten komplett aufgeladen. Dies ist allerdings eigentlich nie notwendig, wenn man das Telefon über Nacht auflädt. Auch bei Vielnutzung hat mir der Akku immer für einen kompletten Tag gereicht.

Software Huawei-Typisch

Android Version 8.1 zusammen mit Huaweis Bedienoberfläche EMUI sowie ein garantiertes Update auf Android 9 lassen keine Wünsche offen. Auch die Android Sicherheitspatches werden zeitnah ausgeliefert. Typisch für Huawei sind die vielen zusätzlichen Einstellmöglichkeiten. So lassen sich etwa die Blautöne des Displays reduzieren und die Navigationsleiste am unteren Bildschirmrand nach den eigenen Vorlieben anpassen. Grundsätzlich gefällt mir Huaweis Softwareoberfläche EMUI sehr gut. Sie ist durchdacht, einfach zu verstehen und sieht modern aus. Da das Design des Homecreens nicht so mein Fall ist, habe ich mir einen alternativen Launcher installiert. Kleine Gimmicks werten die UI zusätzlich auf. So lässt sich per Lauter-Taste und Powerbutton eine Bildschirmaufnahme starten und beim Aufladen des Gerätes bekommt man eine coole Animation angezeigt, die euch über die verbleibende Ladedauer informiert.

Fotos: Master AI passt Einstellungen an Motiv an

Im Gegensatz zum P20 Pro verfügt das normale P20 nur über zwei Kamera-Linsen und muss daher auf einen optischen Zoom verzichten. Diese beiden Linsen stammen aber von Leica und sind identisch mit denen im Pro-Modell und bieten demnach dieselbe Bildqualität. Der 12 Megapixel auflösende Farb-Sensor und der 20 Megapixel große Schwarzweiß-Sensor machen gestochen scharfe Bilder bei jeglichen Lichtbedingungen. Gerade im Low-Light Bereich konnte die Kamera die des iPhone 8 deutlich übertrumpfen.

Eine sogenannte „Master AI“ in der Kamera-App passt die Einstellungen je nach Motiv an. Für Fotografie-Einsteiger ist dies sicher eine tolle Sache. Meiner Meinung nach werden die Fotos dann aber oft zu „farbig“ und wirken unecht. Zum Glück lässt sich die KI-Funktion an und ausschalten. Insgesamt muss sich das Huawei P20 aber auf keinen Fall hinter dem P20 Pro verstecken, wie unsere Vergleichsfotos zeigen.

Fazit: Huawei P20 überzeugt – wäre da nicht Honor

Beim P20 hat Huawei vieles richtig gemacht und ein rundes Gesamtpaket abgeliefert. Leider verzichten muss man auf eine IP-Zertifizierung, die es erlauben würde, das Telefon auch im Wasser zu verwenden. Auch ein Stereo-Lautsprecher wäre wünschenswert gewesen. Wer mit den beiden Abstrichen leben kann, erhält für 650 Euro ein solides Smartphone – wäre da nicht das Honor 10. Das Smartphone der Huawei Tochter Honor besitzt fast dieselbe Ausstattung zu einem deutlich günstigeren Preis von 400 Euro. Lediglich die Kameraqualität ist minimal schlechter. Mich persönlich hat das Huawei P20 jedoch besonders mit seiner sehr guten Kamera, dem Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite sowie dem sehr schicken Designs überzeugt.

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Gigaset GS185 im Test: Starker Alltagsbegleiter für unter 200 Euro

Gigaset GS185

Vor kurzem hat Gigaset seine neuen Mittelklasse-Smartphones vorgestellt. Dabei zeigte der Hersteller seine Modelle GS180, GS100 und das GS185 welche schon für wenig Geld erhältlich sind. Um zu sehen, was genau das leistungsstärkste Modell der Reihe – das Gigaset GS185 – alles kann, habe ich das Smartphone in meinen Alltag integriert und es auf Herz und Nieren getestet. Wie das GS185 hergestellt, konnte die Netzpiloten-Redaktion übrigens während eines Werksbesuchs in Bocholt erleben.

Mein erster Eindruck

Nachdem ich das Smartphone aus dem Karton geschält habe, war ich freudig überrascht, denn ich hatte für so ein günstiges Smartphone – was gerade einmal um die 179 Euro kosten soll – nicht so etwas Schickes erwartet. Das Design erinnert an die Modelle von LG und sieht zudem sehr stylisch und elegant aus. Das Smartphone ist in verschiedenen Farben erhältlich: Midnight Blue und Metal Cognac in metallic-farbener Effekt-Lackierung. Mit seinem 5,5 Zoll IPS-Panoramadisplay im 18:9-Format, HD+-Auflösung und einem schmalen Rand, hat es für mich persönlich genau die richtige Größe und lässt sich gut bedienen.

Auf der Rückseite befindet sich ein Fingerabdrucksensor und meiner Meinung nach auf genau der richtigen Stelle, denn so lässt sich das Gerät handlich einschalten. Dieser reagiert zudem auch äußerst schnell. Dennoch kann man einstellen, dass neben dem Fingersensor noch eine andere Entsperrvariante gewählt werden kann, wie beispielsweise ein Muster eingeben oder eine PIN.

Das Einrichten verlief ganz schnell, unkompliziert und ohne Probleme. Das Smartphone läuft mit Android Oreo 8.1 und ist mit einem 425 Quad-Core Prozessor von Qualcomm ausgestattet.

Das Gigaset GS185 im vollen Einsatz

Ich habe das Gigaset GS185 sofort gegen mein altes Smartphone eingetauscht und voll in Betrieb genommen. Das bedeutet die Nutzung von sämtlichen Apps wie unter anderem Google Maps, Spotify, Facebook, oder auch WhatsApp. Auch mit meiner Fitbit konnte ich mich nach anfänglichen Verbindungsproblemen dann schließlich koppeln.

Die Nutzung des Smartphones hat mir von Beginn an sehr gut gefallen. Es lässt sich angenehm bedienen und besonders gut finde ich die Auflösung des Displays mit 1440 x 720 Pixel (HD+), die ich für ein günstiges Smartphone kaum erwartet habe.

Mein Smartphone ist bei mir viel im Einsatz, weshalb es mich umso mehr überrascht hat, wie standhaft der Akku ist. Mit einem 4.000 mAh fassenden Akku mit Fast-Charge-Technologie muss ich das Smartphone viel seltener an den Strom anschließen als ich es bei meinem Sony bisher machen musste. Je nachdem wie sehr ich es beanspruche hält dieser auch mal bis zu drei Tage.

Ein paar Auffälligkeiten gibt es dennoch

Negativ fällt mir allerdings auf, dass nach mehreren Tagen Nutzung das Gerät in allem etwas länger braucht. Drücke ich beispielsweise auf die Power-Taste, dauert es mehrere Sekunden, bis es sich einschaltet. Nachdem ich das Smartphone neu gestartet habe, läuft es allerdings wieder reibungslos und angenehm schnell. Was außerdem auffällt ist auch das ruckelige Verhalten, sobald ich mich auf Facebook herumtreibe. Beim Scrollen ist das Gerät manchmal eher zögerlich unterwegs und braucht seinen Moment, bis es sich wieder gefangen hat. Das ist auch nicht bei jeder Nutzung der Fall, sondern scheint tagesformabhängig zu sein.

Dennoch punktet das Smartphone in anderen Bereichen. Unter anderem macht es mit seiner 13-Megapixel-Kamera Fotos, die für den normalen Alltag absolut in Ordnung sind. Auch an der Frontkamera habe ich nichts zu meckern und selbst hier fand ich die Möglichkeit, auch einen Blitz zu aktivieren, sehr praktisch.

Hat man ein paar schöne Bilder gemacht, kann man diese auch noch bearbeiten. Dafür stellt das Smartphone eine ganze Reihe an Tools zur Verfügung, bei denen man sich ordentlich austoben und die Bilder bearbeiten kann.

Das Haar in der Suppe

Es gab hier und da ein paar kleine Auffälligkeiten, die ich mir bisher noch nicht erklären konnte. Die LED-Anzeige im oberen Bereich des Smartphones wollte irgendwie nicht so reibungslos funktionieren. Jedenfalls nicht bei meiner Web.de-App. Bei WhatsApp blinkt, sofern es nicht anders eingestellt wurde, das LED-Lämpchen normalerweise grün. Bis das so richtig lief, hat es eine ganze Weile gedauert, aber nach langem Hin- und Herstellen klappte es dann.

Bei meiner Mail-App, die üblicherweise gelb blinkt, wollte das einfach nicht ohne Probleme laufen. Anstelle eines gelben Lichts bekam ich vielmehr ein wirres Blinkgewusel in den Farben Grün und Rot. Als es mir nicht gelang, die Ursache dafür zu finden, habe ich mir einen LED-Manager auf das Smartphone geladen, doch auch hier drang die gelbe Farbe einfach nicht durch. Ich entschied mich dann für rot, was, wie sich leider herausstellte, auch die einzige Farbe war, die mir angezeigt wurde.

Ein treuer Alltagsbegleiter ohne viel Schnick-Schnack

Da ich täglich viel Zeit im Auto oder in der Bahn verbringe, höre ich auch dementsprechend viel Musik. Da ist mir ein angenehmer Klang ganz besonders wichtig. In dieser Hinsicht hat mich das Gigaset GS185 nicht enttäuscht. Der Sound ist absolut in Ordnung, bietet aber auch nichts Außergewöhnliches. Für meine täglichen Reisen reicht es jedoch allemal.

Wer Musik nicht via Spotify oder anderen Streaming-Diensten hört, der kann das Smartphone mit einer SD-Karten aufrüsten, falls der interne Speicher von 16 GB nicht ausreicht. Hierfür bietet das Gerät einen Dual-SIM und einen SD-Slot. Hier finden also zwei Dual-SIM-Karten und eine SD-Karte mit bis zu 256 GB Platz.

Für wen geeignet?

Das Smartphone hat seine Stärken und Schwächen und für mich überwiegen ganz klar die Stärken. Um auf sozialen Kanälen unterwegs zu sein, mit den Freunden und der Familie zu kommunizieren, nette Bilder zu schießen oder seine Emails im Blick zu behalten (wenn auch mit rotem Blinklicht) ist das Smartphone für einen Preis von 179 Euro mehr als ausreichend. Es reagiert schnell, hat eine angenehme Größe für diejenigen, die lieber ein größeres Smartphone in der Hand halten und sieht dazu noch sehr stylisch aus. Auch Spiele lassen sich ohne Umstände auf dem Smartphone gut spielen. Der Akku hat einen langen Atem und hält einiges aus.

Ja, das Smartphone weist hier und da ein paar kleine Macken auf, aber für das Geld sollte man eben auch nicht zu viel erwarten. Besonders gut eignet es sich für diejenigen, die nicht den ganzen Tag am Smartphone hängen und nicht den allerbesten Standard erwarten. Als Einsteigergerät empfinde ich es als ebenso gut geeignet. Ich persönlich arbeite viel mit meinem Smartphone und hab mich dabei nicht von den Kleinigkeiten stören lassen, zumal diese auf alle Fälle ausbaufähig sind. Wer also nach einem fähigen Mittelklasse-Smartphone sucht, der ist hier meiner Meinung nach genau an der richtigen Stelle.

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Toshiba Tecra X40-D-10R: Business-Ultrabook mit edlem Look

Toshiba Tecra X40-D-10R

Schlank und schnittig, dünn und edel – so kommt das neue 14-Zoll-Business-Ultrabook aus der Tecra-Reihe von Toshiba daher. Das zu testende Modell mit dem zugegebenermaßen etwas unhandlichen Namen Tecra X40-D-10R will sich unterwegs und fürs Büro bewähren. Der japanische Tech-Gigant Toshiba hatte in der letzten Zeit vor allem gegen die US-Konkurrenz bei Apple und Microsoft zu kämpfen. Schließlich kamen noch Firmen wie Lenovo und Dell hinzu und beleben den Markt mit sehr schlanken Net- und Ultrabooks zu günstigen Preisen. Toshiba setzt stattdessen auf den Businesslook und will mit hochwertigen Netbooks in schmalen Kleid glänzen. Wir haben unter die Magnesium-Haube der schlanken Rechenmaschine aus der Tecra-Reihe geschaut und das Toshiba Tecra X40-D-10R getestet.

Schön schlank und leicht: Das Tecra X40-D-10R. Image by Anne Jerratsch

Notebook für’s leichte Gepäck

Das Toshiba Tecra X40-D-10R fällt schon beim Auspacken durch seine leichte Bauweise auf, wirkt aber dennoch sehr stabil und hochwertig verbaut. Mit seinen gerade mal 1,25 Kilogramm ist das Ultrabook außerdem ein echter Segen für alle, die viel unterwegs sind und jede Menge Gepäck mit sich schleppen müssen. Mit seinen gerade mal 14 Zoll passt der schmale Rechner in jedes Handgepäck und bildet einen guten Kompromiss zwischen den gängigen Größen. Das stabile Gehäuse aus mattem onyx-blau gebürstetem Magnesium im Hairline Design wirkt zugleich schlicht und hochwertig, das Logo fügt sich eher unauffällig am unteren Rand der Displayklappe ins Gesamtbild ein.

Toshiba Tecra X40-D-10R: Das ist drin

Das Toshiba Tecra X40-D-10R hat Power, so viel lässt sich mit Fug und Recht behaupten. Mit einem flotten Intel Core i7-Prozessor und der Intel HD Graphics 620-Grafikkarte ist das Toshiba Tecra X40-D-10R sehr flüssig und zuverlässig unterwegs. Je nach Ausstattung kann der Nutzer die Prozessorgeschwindigkeit steuern. Die Konfiguration meines Testgeräts ist angenehm leise und läuft bei normaler Benutzung nicht heiss.

Das Kreuz mit den Tasten

Beim Keyboard schlagen bei mir zwei Herzen in einer Brust: Die Tastaturbeleuchtung ist eine Freude für alle Vielschreiber. Die Tasten aus edlem Magnesium besitzen einen guten Druckpunkt und tippen sich leicht und flink. Allerdings ist die Aufteilung zwischen Zifferntasten, Space-Bar und Entertaste nicht optimal, so dass man gerade bei erhöhter Schreibgeschwindigkeit gerne mal danebenhaut. Das ist etwas nervig, spätestens bei den so oft stiefmütterlich behandelten Pfeiltasten wird die Toshiba-Tastatur aber zum echten Ärgernis. Auch die beiden Mausersatz-Tasten oberhalb des Touchpads sind oft schwergängig und trotz der geringen Größe es Laptop-Korpus eher schlecht zu erreichen. Vielleicht brauchen Business-Menschen diese Tasten nicht oft, ich jedoch arbeite in der Regel ohne Maus, sondern nur mit Touchpad und muss beim Scrollen von Seiten oft genau diese Tasten nutzen – wenn ich sie denn treffe.

Nie mehr ohne: Touch-Display für mehr Komfort

Um so mehr kommt mir die Touchscreen-Funktion des Tecra X40-D-10R zugute. Sie reagiert punktgenau und in Sekundenbruchteilen. Der Bildschirm kommt mattiert daher, so dass man auch problemlos draußen in der sonne ohne nervigen Spiegeleffekt arbeiten kann. Zudem ist er mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel und 157 PPI Pixeldichte zwar nominell scharf. Da ging aber aus meiner Sicht mehr. Zudem ist das Display zwar gleichmäßig hell erleuchtet, dürfte aber trotzdem gern heller sein.

Ferner können die Scharniere das Toshiba Tecra X40-D-10R nicht ganz mit dem enorm flexiblen Yoga-Book von Lenovo oder den Tablet-Hybriden von Microsoft mithalten. Der Einblickwinkel ist immerhin weit genug, so dass man auch auch in einer schrägen Position vor dem Laptop etwas erkennen kann. Schade ist es dennoch, dass Toshiba auf die Möglichkeit verzichtet, die Scharniere etwas flexibler zu gestalten.

Die kleinen Dinge zählen

Die Anschlüsse sind solide verarbeitet und erfüllen so ziemlich alle Ansprüche: Insgesamt drei Anschlüsse vom Typ USB 3.0 sorgen für Datenaustausch in Windeseile. Zudem hat Toshiba daran gedacht, einen Thunderbolt-Anschluss zu verbauen, dessen Nutzen immer vielfältiger wird. Waren bis vor wenigen Jahren nur Apple-Geräte mit dem Anschluss bestückt, setzt sich der Universal-Anschluss langsam immer weiter durch, beispielsweise für externe Bildschirme. Alternativ kann mit der HDMI-Buchse ein TV-Signal ausgegeben werden. Standardmäßig ist auch ein 3.5mm Klinkenanschluss für den Audiogenuss verbaut.

Das Auslesen von microSD-Speicherkarten klappt zuverlässig mittels der Schnittstelle am rechten Rand. Für zusätzliche Sicherheit für den Nutzer sorgt ein Fingerabdruck-Scanner, der komfortabel auf dem Touchpad aufgebracht ist. In bester Lenovo-Thinkpad-Manier befindet sich mitten auf der Tastatur auch ein kleiner Trackball aus blauem Gummi, der allerdings etwas Optik stört. Hier sollen wohl die Business-Menschen in Sachen Design abgeholt werden, ich hingegen habe eine solche Funktion nie gebraucht oder vermisst. Immerhin nimmt der Gummipunkt nicht zu viel Platz weg.

Die eingebaute Displaykamera mit gerade mal 0,9 Megapixeln verfügt über eine Infrarot-Funktion und soll sogar Gesichtserkennung beherrschen, die ich jedoch nicht ausgiebig getestet habe. Ein Test-Selfie sorgte dafür, dass ich mich danach erst einmal ausgiebig im Spiegel betrachtete: So farblos und pixelig sehe ich nicht einmal morgens vor dem ersten Kaffee aus. Selbstverständlich erwartet bei einer Webcam niemand ein fotografisches Wunder, aber für ein Gerät der Businesspreisklasse müsste schon mehr geboten werden.

Mal wieder Sorgenkind: Schwacher Akku, schwache Leistung

Das eigentlich Wichtige bei einem Business-Notebook ist nicht nur das schnieke Aussehen, sondern dass es funktioniert. Und zwar möglichst lange. Leider kann das Toshiba Tecra X40-D-10R genau diese Funktion nicht über die Maße bieten. Einen normalen Arbeitstag hält das schlanke Ultrabook auch bei nicht rechenintensiven Aufgaben nicht durch. Bei meinem Test kam ich gerade mal auf knappe vier Stunden, bevor der Akku nach neuem Saft verlangte. Mein Testgerät war zwar nicht fabrikneu, jedoch sollte gerade bei häufigem Gebrauch eine gewisse Akkuleistung geboten werden. Zwar verspricht der Hersteller von einem dreizelligen 48 Wh-Gerät, allerdings wird auch hier die maximale Laufzeit mit gerade mal 10 Stunden angegeben. Dass sich bei einem dünnen, leichten Netbook die Katze in den Schwanz beißt, wenn es zugleich gut aussehen und kraftvoll funktionieren soll, ist seit vielen Jahren hinlänglich bekannt – dass Toshiba aber in Sachen Laufzeit derart schwächelt, überrascht dann doch.

Test-Fazit Toshiba Tecra X40-D-10R

Mit dem Tecra X40-D-10R tut sich Toshiba nicht sonderlich gegenüber der Konkurrenz hervor. Zwar zeigt das Ultrabook eine sehr solide Leistung und ist durchaus schick anzuschauen, etwas wirklich Besonderes kann das Tecra X40-D-10R aber leider nicht bieten. Die für mich unpassende Aufteilung der Tastatur mag Geschmackssache sein, doch der objektiv schwache Akku und das wenig helle Display sind für den verhältnismäßig hohen Preis von 1495 Euro eher enttäuschend. Toshiba muss hier dringend nachbessern, um nicht den Anschluss zu den anspruchsvollen Kunden zu verlieren.

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Fit in den Frühling: Was kann der Fitnesstracker Fitbit Charge 2?

Adam Birkett - via unsplash

Vor einigen Wochen habe ich angefangen, mich mit dem Thema Fitnesstracker auseinanderzusetzen. Dafür habe ich den Huawei Band 2 Pro getestet, der mir wirklich sehr gut gefallen hat. Bevor ich mich jedoch für einen endgültigen Kauf entscheiden wollte, brauchte ich einen Vergleich. Da ich diesen noch nicht hatte, wollte ich unbedingt noch den Fitbit Charge 2 testen.

Ausgepackt und dann?

Vom Design des Fitbit Charge 2 war ich von Anfang an begeistert. Der Fitbit Charge 2 sieht nicht nur super aus, er sitzt auch sehr bequem, was ich Anfangs beim Huawei Band 2 Pro zu bemängeln hatte. Er wirkt mit seiner Breite von gerade mal 21,45 mm entgegen meinen Erwartungen überhaupt nicht klobig, sonbdenr ist sehr unauffällig und anschmiegsam. Passend zu seinem schlanken Design kann man noch viele weitere Armbänder erstehen. Dabei gibt es die Fitbit in verschiedenen Größen passend für jedes Handgelenk. Außerdem ist der Fitbit Charge 2 schweiß-, spritzwasser- und regendicht. Allerdings sollte man den Tracker unter der Dusche oder beim Schwimmen nicht tragen.

Los geht’s!

Das Einrichten hat sich etwas in die Länge gezogen. Das Aktualisieren brach immer wieder ab, sodass ich einige Male neu starten musste. Das kann allerdings auch an meinem Smartphone liegen, da dieses nicht offiziell von Fitbit unterstützt wird und die Bluetooth-Verbindung immer wieder abbricht. Nachdem das Gerät es dann zehn Minuten geschafft hat, die Aktualisierung durchzuziehen, ging es endlich los.

Zunächst benötigt man die App, die man sich im Google Play Store oder im Apple Store kostenlos herunterladen kann. Die dazugehörige App für den Fitbit Charge 2 hat mir in ihrer Aufmachung sehr gut gefallen. Sie ist sehr übersichtlich gestaltet und bietet viele Möglichkeiten, seine Fitness und täglichen Daten zu überblicken. Wer das Ganze lieber am großen Bildschirm tun möchte, kann das auch in der Fitbit-Browserversion erledigen.

Fitbit Dashboard Browser
Sowohl in der App als auch in der Browser-Version kann man alles genau überblicken. Screenshot by Jennifer Eilitz

Wie funktioniert die Fitbit?

Das OLED-Display zeigt die Uhr im gewünschten Design an. Hierbei kann man sich für verschiedene Anzeigeoptionen entscheiden. Die Bedienung ist sehr einfach. Am seitlichen Knopf drücken, um das Display einzuschalten oder einfach den Arm anheben, so als würde man auf die Uhr schauen, dann schaltet sich das Gerät automatisch an. Sobald der Arm wieder eine andere Position einnimmt, geht dieser wieder aus. Auf der Uhr kann man nun hin- und herswitchen, entweder anhand des Knopfes oder indem man oberhalb des Bildschirms tippt. Laut Hersteller soll die Akkulaufzeit des Trackers etwa fünf Tage betragen, was ich gut bestätigen kann. Das Aufladen geht ebenfalls sehr einfach und nimmt lediglich ein bis zwei Stunden in Anspruch.

Ein Alleskönner

Die App verfügt über viele Funktionen die die tägliche Nutzung sinnvoll einteilen.

Tagesziele: In der App erhält man einen Überblick über die gelaufenen Schritte. Klickt man direkt auf das Symbol, zeigt sie zudem eine ausführliche Statistik mit den wöchentlichen Zielen. Ich versuche täglich auf mindestens 6.000 Schritte zu kommen. Daneben zeigt sie noch die Anzahl an Etagen, da das Gerät mit einem Höhenmesser ausgestattet ist. Somit können deine gelaufenen Etagen, die gelaufenen Kilometer, die verbrannten Kalorien und die aktiven Minuten aufgezeichnet werden.

Aktive Stunden: Die Fitbit möchte, dass man sich auch innerhalb der einzelnen Stunden genügend bewegs und fordert den Nutzer daher einmal in der Stunde auf, etwa 250 Schritte zu gehen. Hat man das Ziel erreicht, bekommt man einen pinken Punkt angezeigt, der sagt, ob man das Ziel erreicht hat oder nicht.

Die Anzahl an aktiven Stunden bestimmt man bei den Einstellungen. Meine aktiven Stunden befinden sich in einer Zeit zwischen sechs Uhr am Morgen und 18 Uhr am Abend. In dieser Zeit bin ich den Tag über unterwegs und kann anschließend schauen, wie viele Stunden ich dann auch tatsächlich geschafft habe.

Freunde: Wer nicht alleine trainieren möchte, muss das auch nicht tun. Man kann seine Freunde einladen, mit denen man Wettkämpfe austragen will. Man kann seine Freunde allerdings auch motivieren oder spaßeshalber necken, wenn man mit deren Leistungen nicht zufrieden ist.

Neben den Einstellungen gibt es natürlich eine ganze Reihe Möglichkeiten, sich selbst zu kontrollieren. Du kannst beispielsweise das wöchentliche Training festlegen und einstellen, an wie vielen Tagen man unter der Woche trainieren will. Oder man überwacht die eigenen Schlafgewohnheiten.

Höre auf das, was dein Herz dir sagt

Mit dem Fitbit Charge 2 hat man seine Herzfrequenz immer im Auge. Sowohl der Tracker als auch die App zeigen auf Abruf die Herzfrequenz an. Man kann herausfinden, wie viele Schläge pro Minute das eigene Herz braucht, oder wann es sich in der Ruhefrequenz befindet. Zudem kann man seine Sporteinheiten, Fettverbrennung und Cardiofitness besser kontrollieren.

Essen, Kalorien, Trinken: Zu einem sportlichen und gesunden Alltag gehört natürlich auch eine gesunde Ernährung. Auf der Fitbit Charge 2-App kann man alles eintragen, was du am Tag zu dir genommen und wie viel du getrunken hast. Die App zeigt an, wie viele Kalorien mn bereits zu sich genommen hat. Die Mglichkeiten sind erstaunlich weitreichend. Man kann fast alles eintragen und die App weiß sofort Bescheid. Sie wusste sogar die Angaben zu meinem Salat, den ich mir morgens auf meinem Weg am Bahnhof gekauft habe. Diese Funktion gefällt mir mitunter am besten, da ich endlich sehe, wie viel ich am Tag eigentlich zu mir nehme, ohne mühsam Kalorien zählen zu müssen.

Gemeinsam geht’s besser: Gamification deluxe

Ist der Sportsgeist so richtig entfacht, kann man mit dem Fitbit Charge 2 mehrere Tage an virtuellen Wettrennen teilnehmen – und das an allen Orten der Welt. Wenn dabei ein bestimmtes Zwischenziel erreicht wird, erhält man Panoramafotos von dem Ort, an dem man das Rennen austrägt. Wenn man aber lieber alleine auf Reise gehen möchte, kann man auch an einem Solorennen teilnehmen und zum Beispiel gemütlich durch New York spazieren.

Anleitungen: Wer sich mit Training und sportlichen Übungen schwertut, kann sich ganz einfach Anleitungen auf der App ansehen, die einem genügend Inspiration liefert, um sein eigenes Training in den eigenen vier Wänden zu starten. Wenn nan dabei auch noch die Leistungen seiner Freunde checken möchte, kann man sich mit ihnen vernetzen und schauen, welche Ziele und Fortschritte sie machen. Man kann sie unterwegs motivieren, necken und ihnen Nachrichten senden.

Stell dich auf was ein!

Das Menü beim Fitbit Charge 2 ist variierbar, dafür gibt es deutliche Pluspunkte. Ich habe mich für meine Schritte, meine Herzfrequenz, Stoppuhr, Relaxen und für Laufen, bzw. verschiedene Trainingsarten entschieden. Wenn ich mit dem Sport beginne, lasse ich den Sportmodus laufen, der mir durchgehend meine Herzfrequenz und die Zeit anzeigt. So kann ich genau sehen, ob mein Training effektiv ist und ich mich zumindest im Fettverbrennungsmodus befinde.

Eine für mich persönlich schöne Nebensache ist das Empfangen von Nachrichten auf dem Fitbit Charge 2. Hier kann man zwischen herkömmlichen SMS, Kalenderbenachrichtigungen, Anrufen und WhatsApp-Nachrichten auswählen. Manch einer mag sich durch das Vibrieren am Handgelenk vielleicht gestört fühlen, ich hingegen finde diese Funktion sehr praktisch. So schaue ich tatsächlich weniger auf mein Smartphone. Schade finde ich allerdings, dass ich, anders als beim Huawei Band 2 Pro, meine Emails nicht auf dem Tracker anzeigen lassen kann.

Fazit: Fitbit Charge 2 gewinnt durch Punktsieg

Nachdem ich endlich einen Vergleich hatte muss ich sagen, dass mir der Fitbit Charge 2 noch besser gefällt als der Huawei Band 2 Pro. Das liegt aber weniger an den Funktionen, sondern vielmehr an der vielseitigen Fitbit-App. Hier hat der Nutzer tatsächlich viele Möglichkeiten, sich selbst und seine sportlichen Aktivitäten zu überwachen. Auch das schlanke Design des Trackers und der App hat mich überzeugen können.

Leider kann ich persönlich die Verbindung zwischen Smartphone und Fitnesstracker nicht vollkommen auskosten, da mein Smartphone leider nicht von Fitbit unterstützt wird. Immer wieder kommt es zu fehlgeschlagenen Synchronisierungen und auch das Empfangen der Nachrichten auf dem Tracker wird ständig unterbrochen. Das nervt wirklich enorm. Vor dem Kauf sollte man also unbedingt darauf achten, ob das eigene Smartphone kompatibel mit dem Gerät ist.

Unabhängig davon bin ich sowohl mit der App als auch mit dem Fitnesstracker recht zufrieden. Ich nutze den Fitbit Charge 2 mittlerweile tatsächlich jeden Tag, um meine Schritte zu kontrollieren. Abends oder auch mal zwischendurch schaue ich in die App, um meine Mahlzeiten und mein Trinkverhalten dort einzutragen.

Wer sich selbst und seine sportlichen Fortschritte genau überprüfen möchte, gerät mit der Fitbit Charge 2 an einen wirklich guten Fitnesstracker. Die dazugehörige App bietet mehr als genügend Möglichkeiten und Hilfestellungen, um die eigene Fitness im Alltag ganz einfach auszubauen.

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Sportlich, spaßig und gesund: Health-Apps der großen Android-Hersteller im Test

Regelmäßiger schlafen, gesünder essen, mehr Wasser, aber dafür weniger Kaffee trinken – so oder so ähnlich sehen die Vorsätze von vielen für das neue Jahr aus. Warum sollte man sich dafür nicht ein wenig Hilfe von seinem Smartphone holen, das ohnehin schon pausenlos unser Leben begleitet? Health-Apps der großen Android-Hersteller versprechen Übersicht und Unterstützung bei einem gesunden Leben – wir haben sie für euch auf die Probe gestellt. Im Vergleich dabei sind folgende Health-Apps: Samsung Health (5.14.1.003), Sony Lifelog (4.0.A.0.14), LG Health (5.31.71), Huawei Health (8.0.0.309) und Google Fit (1.78.03-136). Wer glaubt, dass sich die Anwendungen kaum unterscheiden, wird sich wundern – die Health-Apps heben sich nicht nur im Design, sondern teils stark in ihrem Funktionsumfang von einander ab. Eine positive Gemeinsamkeit aller Android-Apps: sie ließen sich mühelos auf dem Smartphone der Konkurrenz installieren. So konnte ich “Samsung Health” problemlos auf meinem Sony Xperia XA1 (Provisions-Link) nutzen. Lediglich bei den Schrittzählern scheinen die Health-Apps noch Probleme zu haben. Doch auch dafür gibt es einen Work-Around: Google Fit läuft nämlich auf jedem Androiden einwandfrei; falls Schrittezählen relevant für euch ist, könnt ihr es einfach zusätzlich nutzen.

Samsung Health: Mehr als nur Essenstagebuch

Mangels Samsung-Smartphone hatte ich vor dem Test leider noch keine Berührung mit Samsung Health. Schade, denn Samsung hat bei der Entwicklung seines Gesundheitsmangeres wahnsinnig viel Arbeit in den Aufbau einer Community gesteckt. Bemerkbar macht sich das vor allem bei den optisch wundervoll aufbereiteten “Globalen Herausforderungen”, die mit Gemeinschaftsgefühl zu mehr Schritten oder auch mehr Entspannung bewegen wollen. An ein paar Cheatern muss man sich hier nicht stören, Samsung arbeitet bereits daran, diese Schwachstelle zu beheben. Die Samsung Health-App unterstüzt daneben eine immense Zahl an Sportarten. Also egal, ob ihr Baseballer seid, Drachenfliegen geht oder regelmäßig auf einem Stepper steht, die Samsung Health-App hat das entsprechende Profil für euch.

Health-App Samsung
Blick in die Menüs der Samsung Health App. Image by Jonathan Kemper

Darüber hinaus sticht die Samsung Health-App auch im Bereich Ernährung heraus. Dank einer riesigen Datenbank an Lebensmitteln, die auch gängige Supermarktartikel und Produkte von Fast-Food-Ketten listet, können Nutzer ihre verspeisten Mahlzeiten vermerken. Ich hätte mir gewünscht, dass mich mein Smartphone zu den üblichen Frühstücks-, Mittag- oder Abendessenzeiten ans Kalorienzählen erinnert. Ich selbst habe spätestens am zweiten Tag wieder vergessen, was ich gegessen habe. Immerhin kann man mit Hilfe der Health-App explizit Mahlzeiten auslassen – was wohl nicht besonders gesund ist, sich aber vielleicht genau deshalb eintragen lässt.

LG Health: Messbecher exklusive

LG Health wirkt dagegen völlig lieblos. Vielleicht hat der südkoreanische Hersteller nicht einmal versucht, sich irgendwie positiv von der Konkurrenz abzuheben. Meine Interaktion mit der Anwendung beschränkte sich mehr oder weniger auf die Benachrichtigung: „Es ist Zeit, etwas zu trinken”, da ich mir ein tägliches Ziel von gut zweieinhalb Litern gesetzt habe. Aber mal ganz ehrlich, wer nimmt immer exakte Portionen von 150 Millilitern zu sich? Falls ihr also nicht immer sowieso einen Messbecher mit euch herumtragt, sehe ich keinen Grund, LG Health zu installieren. Neben dem Einpflegen von Gewichtsdaten unterstützt die App nur eine sehr begrenzte Anzahl an Trainingsarten nämlich Gehen, Laufen, Radfahren, Wandern und Inline-Skating.

Health-Apps LG
Blick ins Menü der LG Health App. Image by Jonathan Kemper

Huawei Health: Kann man vernachlässigen

Eine noch größere Enttäuschung als LG Health war für mich die Huawei Health-App. Nicht unbedingt wegen der wenigen Features, sondern in Sachen Design. Die App wirkt überholt, zudem hat sich Huawei nicht viel Mühe bei der Lokalisierung gegeben. Von Haus aus gibt es aber Support für diverse andere Gesundheits-Geräte, wie Herzfrequenzmesser und Körperfettwaagen. Dazu gehören das Huawei Fit-Armband (Provisions-Link), die kabellosen Jabra-Kopfhörer mit In Ear Herzfrequenzmessung (Provisions-Link), der Suntoo Smart Belt Heart Rate Sensor, der Polar H7 Herzfrequenzmesser (Provisions-Link) sowie die Personenwaagen Picooc S1 und die Picooc S1 Pro (Provisions-Link). Die darüber gesammelten Daten visualisiert die App in recht anschaulichen Statistiken. Auf meinem Sony-Smartphone schien die Messung von Schlaf oder Schritten aber nicht zu funktionieren, daher würde ich ohne ein entsprechendes Huawei-Smartphone die App eher nicht empfehlen.

 Health-Apps Huwai
Blick ins Menü der Huwai Health App. Image by Jonathan Kemper

Google Fit: Eine Health-App, euch zu knechten

Wie anfangs erwähnt, lässt sich Google Fit als Sammelstelle für alle Daten einsetzen, funktioniert auf jedem Android-Smartphone und passt sich dank Googles Designsprache Material-Design auch hervorragend in jede Herstelleroberfläche ein. Im Play Store findet sich sogar eine Übersicht an Health-Apps, die in die Google Fit-Datenbank schreiben können. Dazu gehören zum Beispiel Runtastic, Strava, Endomondo, Seven aber auch Moto Body und Nokia Health Mate. Die Bedienung der Health-App ist etwas gewöhnungsbedürftig, bietet nach etwas Übung aber schnellen Zugriff auf alle Daten, die ihr haben wollt. Ihr könnt euch eigene Ziele setzen wie etwa “Eine Stunde aktiv am Tag”. Wenn ihr das Ziel erreicht habt, benachrichtigt euch euer Smartphone. Eine Sportart, die Google Fit beim Aufzeichnen einer Trainingseinheit nicht unterstützt, existiert auf diesem Planeten nicht. Von Hallenvolleyball über Kettlebell-Training bis hin zu Stand-Up-Paddling oder Zumba ist wirklich alles dabei. Wegen des großen Funktionsumfangs verläuft man sich aber leider auch mal schnell in der App, zudem lässt die Datenvisualisierung noch etwas zu wünschen übrig.

Health-Apps Google
Blick ins Menü der Google Fit App. Images by Jonathan Kemper

Sony Lifelog: Function follows form

Leider hatte ich die Sony Lifelog trotz eines Sony-Smartphones bis zu diesem Test überhaupt nicht auf dem Schirm. Obwohl die App keine Fitness-App im engeren Sinne ist, macht Lifelog einfach Spaß. Mit der App lässt sich alles tracken, was man mit oder auch ohne Smartphone am Tag so macht. Sei es Chatten, Laufen, Musikhören und sogar Fotografieren. Lifelog überewacht dabei nicht exakt jede Minute, sammelt aber genug Aktivitätsdaten, um aus ihnen per Knopfdruck einen Rückblick des Tages in Form einer niedlichen Animationen zu generieren. Statt eines detaillierten Trainingsergebnisses bekommt man hier also eine gute Übersicht, wann man im Auto oder der in der Bahn saß, mal bei Netflix reingeschaut oder wie lange man auf WhatsApp und Twitter verbracht hat. Hervorragend meistert Sony den schmalen Grat zwischen ernsthafter Gesundheitsaufzeichnung und Blödsinns-Infos. Diese App wird auch nach dem Test definitiv auf meinem Smartphone bleiben.

Sony Health App
Blick ins Menü der Sony Lifelog App. Image by Jonathan Kemper

 

Fazit: Health-Apps von Samsung + Google = Optimum

Die Wahl der richtigen Health-App hängt wie immer vom Anwendungsfall ab. Wollt ihr möglichst witzige, tagebuchähnliche Darstellung eures Lebens, müsst aber nicht unbedingt protokollieren, was ihr esst? Dann ist Sony Lifelog genu die richtige App. Ihr wollt abnehmen, euch gesünder ernähren oder müsst aus medizinischen Gründen wirklich drauf achten? Dann ist Samsung Health die App eurer Wahl. Und wenn ihr von allem ein bisschen wollt, auf Googles Material-Design steht und volle Kompatibilität wünscht, dann macht euch Google Fit glücklich.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Android.


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Klein funkt gut: Der Ultrasone Go Bluetooth im Test

Ultrasone Go Bluetooth Image by Anne Jerratsch 8

Adieu, Kabelsalat, die Zukunft liegt im Funk. So schallt es schon seit Längerem durch die Hifi-Welt. Auch auf unserem Besuch bei der CanJam haben wir festgestellt, dass die Zukunft vor allem den mobilen Kopfhörern mit Bluetooth-Funktion gehört. Der bayerische Kopfhörerhersteller Ultrasone, der seit den 1990ern den Markt aufmischt, hat den Ruf nach Innovation vernommen und seinem 2015er Modell des Reisekopfhörers Ultrasone Go ein Update mit Funk-Features verpasst. Und das hat sich definitiv gelohnt!

Design: Schmal genug, aber nicht klapprig

Das Ultrasone Go Bluetooth hat Format. Das merkt man bereits am robust gebauten Kopfbügel. Der Bügel ist mit einer stabilen, rutschfesten, matten Gummischicht ummantelt, die Verstellgelenke an den beiden Ohrseiten bieten genügend Halt und Stabilität für jede Kopfgröße. Das Modell wiegt trotz seiner nicht ganz filigranen Bauweise nur etwa 160 Gramm und ist damit leicht genug für jede Reisetasche.

Auf der Außenseite der Ohrmuscheln prangt gut sichtbar das Logo auf silbern glänzendem Grund. Es wurde jedoch nicht farblich hervorgehoben. Diese Designentscheidung lässt das Ultrasone Go Bluetooth noch etwas hochwertiger wirken. Die Hörabdeckung ist aus weichem, schwarzem Kunstleder gefertigt. Auch nach längerem Hören wird es nicht zu warm unter den Muscheln.

Auch die Bedienungsknöpfe an der Unterseite der linken Hörmuschel sind angenehm schlicht gehalten. Neben den Buttons hat Ultrasone ein winziges Loch in die Hörmuschel gebohrt, aus der eine lichtstarke LED ihre Bereitschaft anzeigt. Die Drehscharniere an den beiden Hörmuscheln sind zwar aus Plastik, dieses erwies sich aber im Langzeittest als erfreulich robust.

Kabel oder nicht? Ihr habt die Wahl!

An der linken Hörmuschel befindet sich die „Schaltzentrale“ mit einem physischen Powerknopf und einem Vor- und Zurück-Button. An der unteren Seite ist zudem der Anschluss für ein Klinkenkabel angebracht, mit der sich das Ultrasone Go Bluetooth ganz einfach per USB-Charger aufladen lässt. Hierfür ist jedes handelsübliche Handy-Lademodell mit auswechselbarem USB-Kabel nutzbar. Apropos aufladen: Der Akku des Ultrasone Go Bluetooth ist nach etwa eineinhalb Stunden einsatzbereit und hält mit gut drei bis vier Tagen Dauerhörzeit erfreulich lange.

Wie durchdacht die Bluetooth-Variante des Go ist, merkt man spätestens, wenn der Akku doch einmal leergefunkt ist. In diesem Fall kann man in den selben Eingang, mit dem die Kopfhörer aufgeladen werden, auch das mitgelieferte Audiokabel mit edlem Stoffbezug einstecken und ganz analog weiterhören. Der Sound bleibt dabei vergleichbar dicht. Auch auf das Telefonieren muss man beim Tragen der Ultrasone Go Bluetooth-Kopfhörer nicht verzichten, denn die Kopfhörer bieten auch eine Telefonfunktion. Wahlweise kann auch mit Kabelverbindung und der integrierten Freisprecheinrichtung telefoniert werden.

Ultrasone Go Bluetooth Image by Anne Jerratsch 10
Image by Anne Jerratsch

Soundwand deluxe

Wie schon das Design, so steht auch der Klang des Ultrasone Go Bluetooth den großen Vorbildern aus dem Studio in nichts nach. Der Sound brettert ordentlich basslastig auf die Ohren, sodass es eine Freude ist. Die Höhen sind nicht zu spitz, die Mitten nicht zu breit – egal, ob man Pop, harte Gitarren oder Hörbücher hört, das Ultrasone kann mit seiner Klangstärke und -tiefe überzeugen. Das verdankt der Hersteller der Integration des aptX-Codecs, der die Klangqualität noch mehr verbessern soll.

Funk with my heart: Das Ultrasone Go Bluetooth im Praxistest

Während andere mobile Over-Ears mit komplizierter Faltung und Verdrahtung eher einem Geduldsspiel gleichen, ist das Ultrasone Go Bluetooth erfreulich unkompliziert zusammenfaltbar. Er erweist sich in der Tasche zwar nicht als superflach, lässt sich aber mit dem mitgelieferten Transportsäckchen platzsparend verstauen. Dank der dickeren Scharniere an den Seiten erlebt man zudem keine ziepende Überraschung beim Auf- oder Absetzen.

Das Ultrasone Go Bluetooth verbindet sich schnell und zuverlässig mit jedem Device, das in der Nähe zu finden ist. Im Alltagstest dürfte das in den meisten Fällen wohl das Smartphone sein. Besonders im Winter hat unsereins mit Schal und Umhängetasche bereits genug zu wursteln – da erweist sich die Bluetooth-Variante als ganz besonders praktisch.

Ultrasone Go Bluetooth Image by Anne Jerratsch
Image by Anne Jerratsch

Mit dem Powerknopf an der rechten Seite wird das Go eingeschaltet. Der Knopf ist in einem angenehmen Winkel angebracht, den man gut mit einer Hand erreichen kann. Die Kopfhörer geben eine melodische Klangfolge von sich und signalisieren so ihre Funkverbindung. Die Bluetooth-Verbindung wird vom Gerät in der Nähe zuverlässig gefunden und reicht auch im Alltagstest mehr als nur ein paar Meter weit.

Das Go verfügt über eine Telefonfunktion. Die Soundqualität der Anrufer ist klar und gut verständlich – aber um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht so recht dran gewöhnen, meine geübten Handgriffe umzustellen. Zum Annehmen des Gesprächs muss man das Device ohnehin aus der Tasche ziehen. Wenn dem so ist, kann auch direkt auf konventionelle Weise telefoniert werden. Man sollte nur daran denken, die Hörer vorher von den Ohren zu nehmen, um sich merkwürdige Blicke zu sparen.

Auch beim Tragekomfort muss tatsächlich gemeckert werden: Da ich im Alltag desöfteren eine Brille trage, hatte ich hier so meine Probleme, denn die Designer haben das Ultrasone Go recht knapp gebaut. Zwischen dem Brillenbügel und der aufliegenden Hörmuschel ist für mich zu wenig Spiel. Für Tester mit einem schmaleren Gesicht als meinem dürfte dies vielleicht kein Problem sein. Jedoch drückt das Ultrasone Go Bluetooth in meinem Test nach einigen Stunden intensiven Tragens ziemlich auf die Schläfen. Schade, ich hätte gerne weitergehört!

Fazit: Let’s Go, Ultrasone Go!

Mit dem Go Bluetooth hat Ultrasone sein Vorgängermodell Go aus dem Jahr 2015 sinnvoll aufgehübscht. Der kleine mobile Kopfhörer lässt sich leicht zusammen- und auseinanderfalten und ist so für Einsätze unterwegs bestens geeignet. Mit der integrierten Noise Cancelling-Funktion und dem sehr zufriedenstellenden Klangerlebnis macht das Musikhören doppelt Spaß. Der starke Akku und die Variante, per Klinkenkabel weiterhören zu können, gibt dem Set den letzten und entscheidenden Pfiff. Das Ultrasone Go Bluetooth ist derzeit für etwa 150 Euro im Handel erhältlich.


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Die Macht liegt in eurer Hand: Der Sphero R2D2 im Test

R2D2 - header - Image by Lisa Kneidl

Alle Jahre wieder entfacht Star Wars einen großen Hype. Auch in diesem Dezember feiern wir nicht nur Weihnachten, sondern die Premiere des nächsten Teils der Space-Opera. Kurz vor dem Start von „Die letzten Jedi“ läuft die Marketingmaschine auf Hochtouren. Auch vor smarten Gadgets macht das Merchandise nicht halt. Die Firma Sphero hat – wie schon zu Episode 7 – nun wieder einen per App steuerbaren Droiden auf den Markt gebracht. Diesmal aber nicht den kugelrunden BB-8, sondern Fan-Favorit R2D2! Ich habe mir den Sphero R2D2 mal kurz von der Resistance ausgeborgt und getestet!

Sphero R2D2 im Unboxing

Als Star-Wars-Fan fiel es mir schwer, mich beim Auspacken des Sphero R2D2 nicht wie das Nintendo-64-Kid einfach meinen Fan-Emotionen hinzugeben. R2D2 kommt in einer schicken schwarzen Box mit ordentlich Polsterung daher, das wirkt sehr wertig.

R2D2 Vergleich Disneystore
Der Sphero R2D2 (links) und sein großer Bruder aus dem Disneystore (rechts).

Überrascht haben mich allerdings die Maße. Der Sphero R2D2 ist 17 mal 11 Zentimeter groß und wiegt rund 370 Gramm, was vergleichbar mit einem Tablet im 7-Zoll-Format ist. Nicht ganz zum Einsatz als Kampfdroide geeignet, aber als Spielzeug allemal tauglich! Zum Vergleich: sein großer nicht-elektronischer Bruder aus dem Disney Store hat ein Größe von 26 mal 17,5 Zentimetern und kostet mit derzeit rund 20 bis 40 Euro einen Bruchteil des Geldes. Beide sind aus Plastik, aber zumindest die Bemalung und die silbernen Elemente des Sphero R2D2 wirken hochwertiger als beim matten Disney-Kollegen.

In der Box enthalten ist außerdem noch ein USB-Kabel, mit dem der Droide nach einem Ladevorgang auch schon fast betriebsbereit ist. Fehlt nur noch das Herunterladen der kostenlosen App und eine Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und dem Sphero R2D2.

Zur Inbetriebnahme ist die offizielle Sphero-App “Star Wars Droids App by Sphero” notwendig, die für Apple und Android verfügbar ist. Erforderlich dafür sind mindestens die Versionen iOS 8.0 und Android 4.4.

Ich habe die App mit einem Lenovo Motorola G4 Plus mit Android 7.0 getestet. Darauf lädt die App recht lange und führt außerdem dazu, dass das Smartphone im Betrieb schnell recht heiß wird. Daher ist die für die Nutzung der App ein leistungsstärkeres Smartphone zu empfehlen.

App geht’s: So steuert ihr den Sphero R2D2

Es gibt fünf Modi, in denen ihr den Droiden per App steuern könnt.

  1. ihr könnt R2 steuern und “Emotionen” anwenden
  2. R2 kann mit einer Patrouillenstrecke programmiert werden
  3. ihr könnt ihn Muster fahren lassen
  4. innerhalb des AR-Modus könnt ihr den Sphero R2D2 durch den Millenium Falcon fahren lassen
  5. lasst ihr R2 wissen, dass ihr einen der Star-Wars-Filme schaut, kann er mittels Soundeffekten auf das Geschehen reagieren

Die “Emotionen” die man R2D2 durchspielen lassen kann, sind wirklich süß und hauchen dem Droiden richtig Leben ein. Auch die Musterfunktion macht Spaß, aber trotzdem hätte ich meinen halben Arbeitstag wohl in der Steuerfunktion verbringen können. Es macht einfach zu viel Freude, den kleinen Droiden über den Flur und in andere Büros fahren zu lassen und die Kollegen mit einem lauten “BOO-BEEP!” aus dem Nachmittagstrott zu wecken. Der AR-Modus hat mich hingegen nicht überzeugt. Statt mit R2D2 in der Augmented Reality durch die Smartphone-Kamera in der echten Welt zu interagieren, bewege ich mich auf dem Smartphone durch Orte wie beispielsweise den Millenium Falcon, während R2 lediglich mit Kopfdrehungen sowie Licht- und Audioeffekte reagiert. Ebenfalls ärgerlich: Die Patrouillenfunktion und Filmfunktion waren auf meinem Smartphone buggy und konnte daher von mir nicht getestet werden.

Pädagogisch wertvoll: Coden lernen mit dem Sphero R2D2

Wer trotzdem keinen dreistelligen Betrag für ein reines Spielzeug ausgeben mag, dem sei gesagt, dass der Sphero R2D2 und seine Kollegen durch eine App sogar pädagogisch wertvoll gemacht werden können. Neben der regulären Steuerungs-App bietet der Hersteller auch noch die Sphero Edu App an. Diese ist wie ein Github und ermutigt den Droiden-Besitzer zum Coden von Javascript-Textprogrammen. Mit drei Basis-Code-Methoden – Blocks, Zeichnen und Text Coding mit Javascript – wird es den stolzen Droiden-Besitzern dann ermöglicht, ihre Schützlinge individuell zu steuern. Neue Programme können dann ganz einfach erstellt und der Typ der Programms und der Droide, für den es bestimmt ist, ausgewählt werden. Auf der Sphero-Edu-Plattform erwartet die Nachwuchs-Coder dann eine regelrechte Community, innerhalb der Programme und Wissen ausgetauscht werden können. Solch ein Droide aus dem Star-Wars-Universum eignet sich also ideal dafür, auch jüngeren Nutzern den Spaß am Programmieren schmackhaft zu machen.

Fazit: Charmanter, aber teurer Star-Wars-Spaß

Der Sphero R2D2 kostet laut Preisempfehlung vom Hersteller rund 150 Euro. Für das Weihnachtsbudget nicht ganz so schmerzhaft wie das 800 Euro teure Modell des Millenium Falcon von Lego, aber dennoch ein echtes Liebhaberspielzeug für Star-Wars-Fans mit sehr großem Budget. Für das gleiche Geld bekommt man auf dem Markt auch schon ein Einsteiger-Smartphone. Aus meiner Sicht ist der Preis für den gebotenen Spaß zu hoch. Letzlich ist der Sphero R2D2 nur ein besseres Funk-Auto. Das kann auch der Charme des populären Star-Wars-Charakters nicht wettmachen. Immerhin bietet das Gadget dank Sphero-Edu-App noch didaktisches Potenzial für Nachwuchs-Coder.

Alternativ bietet der Disney Store für um die 20 bis 40 Euro einen batteriebetriebenen R2D2 mit einfachen Sound- und Lichteffekten an, der auf Geräuschimpulse wie Klatschen reagiert. Im Vergleich dazu ist der Sphero R2D2 flüssiger animiert und weist die authentischeren Sound- und Licht-Effekte auf. Der Disney-Droide hingegen überzeugt durch größere Maße und hat insgesamt ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.


Images & Screenshots by Lisa Kneidl


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iPhone 8 Plus im Test: Spaß im Glas

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10 Jahre nach dem ersten iPhone will Apple sich mit dem iPhone X nicht nur auf ein radikal überarbeitetes Jubiläumsmodell beschränken. Zusätzlich betreibt das Tech-Unternehmen vorsichtige Modellpflege und präsentiert mit dem iPhone 8 Plus eine geringfügige Aktualisierung des Vorjahres-Flaggschiffs. Ein Gehäuse aus Glas, mehr Porträtfilter für die Dual-Kamera und kabelloses Aufladen sind die wesentlichsten Neuerungen beim iPhone 8 Plus. Ob das für eine Kaufempfehlung genügt, habe ich im Praxistest geprüft.

Altes Design im neuen Glasgehäuse

Bei der Formsprache des Gehäuses hat Apple im Vergleich zum iPhone 7 Plus praktisch nichts geändert. Formfaktor und Tastenanordnung sind identisch. Der Klinkenanschluss kehrt ebenfalls nicht zurück.

Das iPhone 8 Plus ist lediglich in jeder Dimension um ein paar zehntel Millimeter gewachsen und außerdem 14 Gramm schwerer. Das können Auge und Hand aber nur bei akribischem Vergleichen der beiden Modelle wahrnehmen. Zudem sind die physischen Änderungen so minimal, dass sogar vorhandene Hüllen der Vorgänger-Generation weiterhin passen.

Verarbeitung und Optik sind auf Spitzenniveau. Nur der etwas breite Rahmen ums Display ist in Zeiten des Fullscreen-Designs wie beim Galaxy Note 8 oder LG V30 etwas aus der Mode gefallen. Mit dem angekündigten iPhone X hat Apple ja immerhin schon den Paradigmenwechsel eingeläutet.

Die auffälligste Design-Neuerung beim iPhone 8 Plus besteht in dem auf der Rückseite verwendeten Material. So kommt erstmals seit dem iPhone 4 wieder eine Deckschicht aus Glas zum Einsatz. Dies ist weniger eine ästhetische Entscheidung, als vielmehr dem Ziel geschuldet, das Gerät kabellos aufladen zu können. Bei nicht-leitfähigem Glas ist das viel leichter zu realisieren.

Das gläserne Kleid wirkt genauso homogen und gefällig, fühlt sich aber kühler und glatter an als die Aluminium-Oberfläche des Vorgängers. Mit welcher Art Glasverbund Apple das Gerät vor Kratzern und Stößen schützt, nennt das Unternehmen nicht. Bekannt ist nur, dass das iPhone 8 Plus für mehr Stabilität durch eine Unterkonstruktion aus Stahl verstärkt und von einem Aluminiumrahmen eingefasst wird. Ungeachtet des neuen Materialmixes ist auch das iPhone 8 Plus gemäß IP67-Standard gegen Staub und Flüssigkeiten geschützt.

iPhone 8 Plus
Die Farbvariante „Space-Grau“ tendiert eher ins Weiße. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Überraschend finde ich die Farbgebung. Die Rückseite meines „space-grauen“ Testexemplars ist nur sehr dezent als grau zu erkennen und tendiert stark ins Weiße. Für die Sichtbarkeit von Fettfingern ist das von Vorteil. Schlieren fallen dadurch weniger schnell auf.

Noch helleres und kontrastreicheres Display

Beim Display setzt Apple unverändert auf ein IPS-Panel mit Full-HD-Auflösung, was bei einer Diagonalen von 5,5 Zoll nicht Spitze ist, aber dennoch für eine einwandfrei scharfe und detailreiche Darstellung sorgt. Obwohl Leuchtkraft, Kontrastumfang und Farbwiedergabe mich schon beim iPhone 7 Plus begeistert haben, gelingt es Apple beim Nachfolger in punkto Bildqualität neue Maßstäbe zu setzen. Das Display des iPhone 8 Plus wirkt abermals einen Tick heller und kontrastreicher.

iPhone 8 Plus
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Nicht zwingend für eine bessere, aber für eine natürlichere Darstellung sorgt der neue Weißabgleich namens True Tone. Nach dem iPad Pro 10.5 erhalten auch das iPhone 8 und iPhone 8 Plus dieses Feature. Es sorgt mittels eines Vierkanal-Umgebungslichtsensors dafür, dass sich die Farbtemperatur des Displays automatisch an die Farbtemperatur der Beleuchtung anpasst. Sitzt ihr unter einer warmweißen Lampe, wird auch das Display etwas wärmer, sprich etwas gelblicher gestellt. Hingegen bei neutralweißem Tageslicht wird der Blauanteil der Hintergrundbeleuchtung verstärkt, sodass das Display kühler wirkt.

Ich empfinde True Tone als ungewohnt, bin aber gespannt, ob das Feature auf Dauer tatsächlich so viel augenfreundlicher ist, wie Apple in Aussicht stellt. In jedem Fall gilt: Wollt ihr Fotos mit möglichst exakter Farbwiedergabe bearbeiten, ist True Tone nicht empfehlenswert. Daher könnt ihr das Feature auch unter Einstellungen / Anzeige & Helligkeit deaktivieren.

Mäusekino: HDR bietet einen kleinen Vorteil

Apple bereitet sein Ökosystem Zug um Zug auf Heimkino in 4K und HDR vor. Sendungen in 4K-Auflösung kann das iPhone 8 Plus zwar nicht darstellen, dafür aber in High Dynamic Range (HDR). Diese Hochkontrastbilder beinhalten mehr Farbnuancen und mehr Helligkeitsunterschiede. Sehr helle Bildbestandteile wirken noch strahlender, Farben realistischer und brillanter.

Neben Apples hauseigenem iTunes Store hat jetzt auch Netflix HDR-Inhalte für iOS-Geräte freigegeben. Dazu zählt auch das iPhone 8 Plus. Testweise habe ich mir Folgen der neuen Serie „Star Trek: Discovery“ angeguckt. Sie liegt im HDR-Format Dolby Vision vor. Im Vergleich zu einem iPhone 7 Plus wirkt die Bildqualität tatsächlich etwas brillanter.

Aber der Mehrwert ist sehr subtil und keinesfalls so überragend wie auf einem HDR-fähigen Fernseher. Dies habe ich auch schon beim Test des Galaxy Tab S3 so empfunden. Der Grund: Mobilgeräte können derzeit einfach nicht so hell leuchten wie große TV-Bildschirme. Insofern bereitet das Display des iPhone 8 Plus zwar große Freude. Aber der Vorteil gegenüber dem Vorgängermodell ist zu klein, um kaufentscheidend zu sein.

Zwei iPhone-Lautsprecher drehen auf

Zu einem guten Filmvergnügen gehört natürlich auch der Sound. Laut Apple wurden die in der Unterseite integrierten Stereo-Lautsprecher in der neuen iPhone-Generation überarbeitet. Demnach seien sie 25 Prozent lauter und würden tiefere Bässe liefern. Im direkten Vergleich mit einem iPhone 7 Plus kann ich das bestätigen. Die Lautsprecher im iPhone 8 Plus liefern mehr Bassvolumen und sind präsenter. Mehr als bei Filmen wirkt sich das bei Musik aus. Tatsächlich macht es mir noch etwas mehr Spaß, meine Apple-Music-Sammlung mit dem neuen Modell zu erleben.

iPhone 8 Plus
Die verbesserten Stereo-Lautsprecher sind toll. Und Touch ID im Home-Button funktioniert ebenfalls gut. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Smartphone-Kamera mit dem gewissen Plus

Den Titel der „besten Smartphone-Kamera“ musste das iPhone 8 Plus im Bildqualitätsbarometer DxO-Mark zwar rasch wieder an das Google Pixel 2 abtreten. Dennoch ist die Güte der Kameraleistung im mobilen Bereich über jeden Zweifel erhaben. Schärfe, Kontrast und Farbtreue sind eine Freude. Starke Belichtungsunterschiede zwischen sehr hellen und sehr dunklen Bildbereichen meistert die JPG-Engine des iPhone 8 Plus dank automatischer HDR-Funktion sehr gut. Qualitative Unterschiede zwischen dem aktuellen und vorherigen iPhone-Modell sind mit bloßem Auge schwer zu erkennen. Sie sind aber im messbaren Bereich vorhanden, wie eben zum Beispiel der DxO-Mark nahelegt.

iPhone 8 Plus
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Die Foto-Hardware ist unverändert leistungsstark geblieben. Das iPhone 8 Plus bietet eine Dual-Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv mit 28 Millimetern Brennweite und f/1.8-Blende sowie ein Objektiv mit normaler bis leichter Telebrennweite von 56 Millimetern und f/2.8-Blende. Der Bildsensor löst mit 12 Megapixeln auf. Fotos und Videos schützt ein optischer Bildstabilisator vor Verwacklern.

Dass das iPhone 8 Plus seinen Vorgänger in Sachen Kamera übertrumpft, liegt an der besseren internen Verarbeitung der Bilder. Dafür sorgen ein neuer Bildsignalprozessor und der neue Hauptprozessor A11 Bionic. Sie verbessern durch eine ausgeklügelte Gesichtserkennung und Tiefenkartierung die Berechnung des Bokeh-Effekts im Porträtmodus. Dies ist die wohl bedeutendste Eigenschaft von Apples Dual-Kamera.

Porträtmodus super, Porträtlicht noch verbesserungswürdig

Die Kamera-Software schafft es, Tiefeninformationen so zu verarbeiten, dass sie ein Hauptmotiv durch einen unscharfen Hintergrund künstlerisch betont. Dies setzt eigentlich Kameras mit viel größerem Bildsensor voraus. Im Vergleich zum iPhone 7 Plus, gelingt dem neuen Modell bei Porträts ein noch realistischer Übergang zwischen Schärfe und Unschärfe.

Hingegen durchwachsen ist mein Eindruck von der neuen Funktion namens Porträtlicht, die Apple im Beta-Status in die Kamera-App integriert hat. Sie ergänzt den Bokeh-Effekt um die Simulation von vier verschiedenen Lichtsettings, wie sie typisch für Studioaufnahmen sind. Die Berechnung ist aber noch verbesserungswürdig, weil die Effekte zum Teil sehr künstlich wirken.

Bestmögliche Ergebnisse setzen meinen Erfahrungen zufolge ein paar Bedingungen voraus. Beispielsweise wirken die Lichtfilter am besten in Innenräumen mit Lichtquellen, die für Seitenlicht sorgen und damit das Gesicht schon ein Stück weit konturieren. Außerdem solltet ihr keinen zu großen Bildausschnitt wählen. Denn der Softwarefilter wird nur auf das Gesicht angewendet, nicht auf die Kleidung oder den Rest des Oberkörpers. Nutzt ihr die Porträtlicht-Modi für ein Halbporträt bei diffusem Licht draußen, wirkt das Gesicht wie falsch reinmontiert.

Testbilder vom Porträtmodus mit und ohne Porträtlicht

Genug Rechenleistung für die Augmented Reality

Leistungsmäßig gehört das iPhone 7 Plus mit seinem A10-Fusion-Prozessor ein Jahr nach der Veröffentlichung noch längst nicht zum alten Eisen. Dennoch legt Apple erwartungsgemäß beim aktuellen Modell eine Schippe drauf. So soll der A11 Bionic 25 Prozent schneller rechnen. Die im Prozessor integrierte Grafikeinheit sei gar um 30 Prozent leistungsstärker. Der Arbeitsspeicher beträgt weiterhin 3 GB. In der Praxis erkenne ich aber keinen Unterschied.

Beispielsweise laufen für Augmented Reality designte Spiele wie The Machines, AR Dragon, HoloGrid: Monster Battle AR oder My Country auf dem iPhone 8 Plus dem Augenschein nach genauso flüssig wie auf dem Vorgänger-iPhone. Dabei sind das mit die anspruchsvollsten Anwendungen, die man dem Gerät zum Rechnen geben kann. Hier zeigt sich, dass die gelungene Darstellung von Augmented Reality keine Frage der Hardware, sondern auf die Integration der Software-Schnittstelle ARKit in iOS 11 zurückzuführen ist. Und das läuft ja auch auf dem iPhone 7 Plus.

iPhone 8 Plus
Augmented Reality wie hier beim Spiel „The Machines“ macht auf dem iPhone 8 Plus Spaß, funktioniert aber auf dem iPhone 7 Plus genauso gut, weil AR ein generelles Feature von iOS 11 ist. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Unterm Strich ist das iPhone 8 Plus daher erwartungsgemäß ein sehr rechenstarkes Smartphone, das selbst grafisch aufwendige Apps mühelos bewältigt. Alltagsaufgaben sind ohnehin keine Herausforderung. Die Spiele und Produktivanwendungen, die das Spitzen-Smartphone an seine Grenzen bringen könnten, müssen erst noch erscheinen.

Das kabellose iPhone: Akku laden ohne Strippen

Obwohl der Akku im iPhone 8 Plus minimal kleiner (2.800 mAh) als im iPhone 7 Plus (2.910 mAh) ist, wirkte sich dies im Test nicht negativ aus. Eine Akkuladung brachte mich trotzdem mindestens von Nacht zu Nacht, zumal ich ohnehin dazu neige, bei jeder Gelegenheit das Gerät zwischenzeitlich aufzuladen.

Glücklicherweise wird es bei der aktuellen Generation bequemer, das iPhone mit neuer Energie zu versorgen. Denn endlich unterstützen auch die Apple-Smartphones das kabellose Laden. So reize ich die Möglichkeiten meiner Ikea-Schreibtischlampe endlich aus. Diese hat eine induktive Ladefläche mit dem weit verbreiteten Qi-Standard integriert, den auch das iPhone 8 Plus unterstützt. Apple macht hier also ausnahmsweise keinen Alleingang.

iPhone 8 Plus
Zum Lieferumfang des iPhone 8 Plus gehört nur das Standard-Netzteil. Ein Schnelllade-Netzteil müsst ihr ebenso dazu kaufen wie eine induktive Ladestation. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Wenn das Laden besonders schnell gehen soll, braucht ihr aber doch eine Kabelverbindung. Denn das iPhone 8 Plus unterstützt den Schnelllade-Standard Quick Charge. Dadurch kann es in 30 Minuten 50 Prozent seiner Ladekapazität erreichen. Das geht aber nur mit einer kabelgebundenen Aufladung. Außerdem setzt dieser Vorgang zusätzliches Zubehör voraus, das bei Apple direkt mindestens 88 Euro kostet. Mit dem im Lieferumfang enthaltenen Netzteil geht das nicht (siehe Fußnote 12 auf der Produktvergleichsseite).

Stolzer Preis für ein gutes Ökosystem

Beim Preis des iPhones hat Apple schon immer ins höchste Regal gegriffen. Angesichts der Debatte um die Teuerung bei Premium-Smartphones sei aber darauf hingewiesen, dass das iPhone 8 Plus nicht nennenswert mehr kostet als sein Vorgänger. Schließlich ist die Einstiegsversion mit 64 GB ist mit einem Preis von 909 Euro auf dem gleichen Niveau wie das iPhone 7 Plus (899 Euro). Die Variante mit 256 GB (1.079 Euro) ist hingegen sogar 40 Euro günstiger als das Modell aus dem Vorjahr. Dennoch bleiben das natürlich stolze Preise, die sich nicht allein durch den Nutzwert der Hardware rechtfertigen lassen. Das perfekt aufeinander abgestimmte Ökosystem von Apple sowie vier bis sechs Jahre garantierter iOS-Updates relativieren dies jedoch.

Fazit: iPhone 8 Plus ist sinnvolle Modellpflege

Das iPhone 8 Plus ist ein grandioses Apple-Smartphone, das die beliebte Vorgänger-Generation zurückhaltend aber sinnvoll aktualisiert. Denn schick und gut verarbeitet ist es wie eh und je. Außerdem befriedigen Display und Kamera höchste Ansprüche. Die Rechenleistung ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Zusammen mit iOS 11 ist das iPhone 8 Plus deshalb ein richtig gutes Paket.

Allerdings ist der Mehrwert zum Vorjahresmodell so gering wie bei kaum einem Generationsprung zuvor. Ob Kamera, Display oder Lautsprecher. Das iPhone 8 Plus ist in vielen Bereichen minimal besser, aber eben nicht entscheidend. Beispielsweise ist der Porträtlicht-Effekt in dieser Form nur Spielerei. Die Fähigkeit HDR-Videos abzuspielen, ist ebenfalls kein Must-have. Hingegen den True-Tone-Weißabgleich mag vielleicht so mancher als angenehm empfinden. Aber die wichtigste neue Eigenschafte ist die Möglichkeit des kabellosen Ladens. Ein Upgrade vom iPhone 7 Plus dürfte das aber nur für wenige Bestandsnutzer rechtfertigen.

iPhone 8 Plus
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Sie sollten ihre Vorfreude stattdessen auf das wahre Innovationsprodukt von Apple konzentrieren: das iPhone X. Dies kann schließlich all das, was das iPhone 8 Plus bietet und noch mehr. Denn darüber hinaus bietet es ein zeitgemäßes, randloses Display, einen Bokeh-Effekt auch in der Frontkamera sowie die Gesichtserkennungstechnologie Face ID. Nur wer die Design-Formsprache seit den iPhones von 2014 nicht missen möchte, und das neue Design des iPhone X zu gewagt findet, sollte schon jetzt beim iPhone 8 Plus zuschlagen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Images by Berti Kolbow-Lehradt, Britta Lehradt


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Mobile VR kann von Microsofts Mixed Reality noch viel lernen

YI DIGITAL CAMERA

Mobile Virtual Reality für Android-Smartphones wird immer besser. Doch stationäre Lösungen für Windows-Rechner bleiben vorerst das Maß der Dinge. Nach den Mond-Preisen während der Innovations-Phase erreichen nun erschwingliche PC-Headsets von OEM-Herstellern wie Acer, Asus, Lenovo, Dell und HP den Massenmarkt. Sie basieren auf Microsofts Konzept der Mixed Reality, für das es bislang nur die teure HoloLens gab. Während der IFA 2017 bot sich mir die Gelegenheit, das neue Mainstream-Modell von Acer auszuprobieren. Es unterscheidet sich von den Mitbewerbern nur durch das Gehäuse, während die inneren Werte identisch sind.

So einfach und gut kann Positionserkennung im Raum sein

Nicht nur Kopfbewegungen, sondern auch andere Regungen des Anwenders dreidimensional zu erfassen, ist derzeit ein Schwerpunktthema im VR-Bereich. Denn erst dadurch kann ein vollständiges Mittendrin-Gefühl entstehen. Doch die Verortung des Anwenders im Raum ist technisch nicht trivial. Anders als viele andere VR-Systeme setzen die Brillen für Mixed Reality nach dem Microsoft-Prinzip nicht auf zwei externe Sensoren, sondern auf zwei im Headset eingebaute Kameras. Sie erfassen den Raum und berechnen den Abstand zu realen Objektiven. Schon beim Pionierprodukt HoloLens gelang Microsoft auf diese Weise ein sehr genaues Tracking. Die Leistung des OEM-Modells von Acer liegt auf einem vergleichbar hohen Niveau. So wird etwa die Entfernung zu einer Wand sehr akkurat dargestellt, sodass eine versehentliche Kollision praktisch ausgeschlossen ist. Auch die Position meiner Hände bzw. der beiden leuchtenden Controller tracken die Stereokameras in Acers Lösung tadellos. Selbst, wenn die Controller den erfassten Tracking-Bereich verlassen, tauchen sie sofort an der richtigen Stelle auf, sobald sie sich wieder im Sichtfeld befinden.

Micrsoft Mixed Reality Controler
Die Bewegungserkennung des MR-Controllers funktioniert gut. Image by Mika Baumeister

Leider sind die günstigeren OEM-Brillen im Gegensatz zur HoloLens nur mit einer Kabelverbindung am PC nutzbar. Damit teilen sie zwar einen Nachteil mit den VR-Platzhirschen Oculus Rift und HTC Vive. Doch in anderer Hinsicht funktioniert das Inside-Out-Tracking bei den MR-Brillen von Acer und den anderen OEM-Herstellern viel einfacher und reibungsloser als der Ansatz bei Oculus und HTC. So lässt sich durch die integrierten Sensoren bei der Acer-Brille viel leichter ein Szenario aufbauen, in dem reale Objekte mit den digital eingefügten Elementen zusammen angezeigt werden. Bei einer reinen Virtual-Reality-Brille wie der Oculus Rift müsste dafür erst sehr langwierig der ganze Raum eingescannt werden. Zudem ist dieser Prozess fehleranfällig. Denn wehe, wenn sich ein Objekt zwischen Einrichtung und Benutzung bewegt! Dann ist die Messung hinfällig und muss wiederholt werden. Bei den integrierten Sensoren von Brillen nach dem Microsoft-Prinzip ist das kein Thema.

Handcontroller unhandlich

Im Gegensatz zu anderen Tracking-Lösungen arbeitet die Mixed-Reality-Plattform mit sichtbarem Licht, damit die Kameras die Position im Raum zuverlässig wahrnehmen kann. Daher sind auch die Controller mit sehr hellen, weißen Leuchtdioden ausgestattet. Was für die Erkennungsleistung von Vorteil ist, erhöht grundsätzlich den Bedarf an Energie. Dass Anwender die Akkus häufiger laden müssen als bei anderen Lösungen, ist daher nicht auszuschließen. Am Messestand entschied sich Microsoft möglicherweise aus gutem Grund, die Controller dauerhaft per USB-C-Kabel mit Strom zu versorgen. Sollte das auch im Praxiseinsatz ständig nötig sein, wäre das ein gravierender Nachteil. Die Haptik der Mixed-Reality-Controller ist dem Anfassgefühl der Steuereinheiten einer Oculus Rift deutlich unterlegen. Die Steuereinheiten von Acer sind nicht sehr handlich, erledigen aber ihren Job. Der Griff an sich ist recht dünn, normale Hände umgreifen ihn mehr als einmal. Hier wäre eine etwas weniger filigraner Formfaktor wünschenswert, damit die Fingernägel sich bildlich gesehen nicht in die Hand bohren. Der LED-Ring am äußeren Rand ist ähnlich aufgebaut wie der äußere Ring des Rift-Controllers und stört die Bewegungen nicht.

Mixed Reality Controller
Controller für Mixed Reality. Image by Mika Baumeister

Beim Tasten-Layout folgt der Mixed-Reality-Controller dem Vorbild der Produkte anderer Hersteller. Es gibt einen Trigger für den Zeigefinger, einen Drucksensor für Ring- und Mittelfinger und auf der Oberseite einen Joystick sowie zwei Tasten, die mit dem Daumen betätigt werden können. Ein Windows-Knopf bringt den Nutzer zurück in das Hauptmenü. Dieses trägt den Namen „Cliffhouse“, mutet wie ein virtuelles Apartment an und ermöglicht dem Nutzer, sich virtuell zwischen verschiedenen Apps zu bewegen. Das klappt gut und intuitiv.

Zwischen Apps wechseln im „Cliffhouse“

Die Einrichtung der Mixed-Reality-Brillen ist übrigens in wenigen Minuten erledigt: Per USB- und HDMI-Kabel wird das Head-Mounted-Display mit dem PC oder Laptop verbunden. Die Software startet unmittelbar, sie ist in Windows 10 direkt integriert. Nach einer kurzen Einrichtung geht es umgehend los. Im virtuellen Apartment Cliffhouse lassen sich Apps und Spiele an der Wand „befestigen“ und durch einen Klick auswählen. Bislang gibt es einige spannende VR-Erfahrungen. Auch der Internetbrowser Edge ist bereits verfügbar und lässt sich problemlos mithilfe einer virtuellen Tastatur sowie den Handcontrollern steuern.

Mixed Reality Cliffhouse
Das Menü heißt Cliffhouse und mutet wie ein virtuelles Apartment an. Image by Mika Baumeister

Spielefans müssen sich noch einen Moment gedulden: Steam VR als Quasi-Standard der Gaming-Industrie wird bisher noch nicht unterstützt. Der Support der Plattform wurde aber sowohl von Microsoft als auch Valve offiziell angekündigt. Damit stehen den neuen Brillen für Mixed Reality schon bald mehrere hundert 3D-Games zur Verfügung. Microsoft selbst möchte auch eigene VR-Anwendungen erstellen, die in Zukunft über den Windows Store vertrieben werden sollen.

Bequemer Tragekomfort in der Mixed Reality

Alle angebotenen MR-Brillen sind nicht mit einem mehrteiligem Kopfband ausgestattet, wie man es von der Rift oder Vive kennt. Stattdessen setzt Microsoft im Standard-Design auf eine Arretierung, die ähnlich wie ein Stirnband ausgerichtet wird. Durch ein Rad auf der Rückseite lässt sich die Halterung fest an den Kopf zurren. Dadurch liegt das Gewicht der Brille nicht komplett auf der Stirn, sondern verteilt sich auf den ganzen Kopf verteilt. Dies ermöglicht auch längere Mixed-Reality-Sessions ohne Trageprobleme. Die Front mit Linsen und Display liegt mit nur sehr geringem Gewicht auf das Gesicht auf. Der Aufbau schließt das Licht von außen gut aus, sodass ich nicht von der Sonne der realen Welt abgelenkt werden. Diesbezüglich erledigt Acer einen viel besseren Job als zum Beispiel Googles Daydream-Brille.

Der „Way To Go“ für mobile Virtual Reality

Nun müssen Google, Samsung, LG und alle anderen Hersteller für mobile VR-Brillen ganz genau bei Microsoft abschauen: Das Inside-Out-Tracking klappt wirklich gut und wird in Zukunft auch mobil eine sehr große Rolle spielen. Die Mobil-Hersteller können hier noch was lernen. So geben die bei der aktuellen Produktgeneration mobiler VR-Brillen vorhandenen Handcontroller zwar Informationen zu den drei Bewegungsachsen, aber keine Positionsdaten. Diese Werte könnten zum Beispiel durch Smartphone-Kameras erfasst werden. Wie genau die technische Umsetzung aussehen könnte, ist letzten Endes egal. Wichtig ist nur, dass alle Firmen hier ein wenig Gehirnschmalz nutzen und diese Technologie auch zu Android (und vielleicht auch iOS) bringen.

Preise von mobiler und stationärer VR nähern sich an

Technisch sind die neuen Brillen für Mixed Reality schon sehr ausgereift. Das Modell von Acer macht im Kurztest einen guten Eindruck. Ein Fragezeichen steht noch hinter der Software-Auswahl. Sie ist noch klein und wann die große Welle endlich in den App Stores eintrifft, ist unklar. Wer sich zum jetzigen Zeitpunkt für eine Mixed-Reality-Brille entscheidet, darf als Early Adopter jedenfalls noch kein perfektes Produkt erwarten. Wenn die neuen Brillen ab dem 17. Oktober im Handel erscheinen, werden sie immerhin preislich deutlich unter den bisherigen VR-Brillen für PCs liegen. Die günstigsten Modelle werden 299 Dollar kosten. Das trifft auch auf das Acer-Modell zu. Für etwas höherwertigere Exemplare werden bis zu 100 Dollar mehr fällig. Wer die Motion Controller für die Hände nutzen will, darf abermals 100 Dollar mehr auf den Tisch legen. Selbst dann ist Mixed Reality aber noch günstiger als VR-Lösungen wie HTC Vive oder Oculus Rift. Zudem ist erfreulich, dass sich die preisliche Lücke zwischen Mobile VR und Virtual Reality für PCs immer weiter schließt. Wer sich bisher „nur“ eine Gear VR zu seinem Samsung Galaxy leisten konnte, wird sich freuen, dass die grafisch besseren Erlebnisse von stationärer VR in greifbarere Nähe rücken.

Mixed Reality IFA 2017
Brillen für Mixed Reality auf der IFA 2017. Image by Timo Brauer

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


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Sag mir, wo du herkommst, und ich sage dir, wie schlau du bist? – Neue Studie wirft Fragen auf

Students having a test in a classroom (adapted) (Image by luckybusiness via AdobeStock)

Lust auf einen kleinen Test? Lesen Sie den obigen Titel einmal, decken Sie ihn dann ab und schreiben Sie Wort für Wort auf, woran Sie sich erinnern. Haben Sie Schwierigkeiten dabei? Wie gut Sie sich schlagen, könnte abhängig davon sein, in welchem Land Sie leben.

Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die in der Psychological Science veröffentlicht wurde, bei der 200.000 Frauen und Männer aus 27 verschiedenen Ländern auf fünf Kontinenten getestett wurden. Es zeigte sich, dass Frauen aus eher konservativen Ländern in Gedächtnis-Tests schlechter abschnitten als Frauen aus Ländern, in denen Geschlechtergerechtigkeit herrscht.

Demographie-Experte Eric Bonsang und seine Kollegen analysierten Daten von über 50-jährigen Testpersonen aus verschiedenen Ländern. Sie nutzten vorhandene Daten zu kognitiver Leistung, um die episodische Gedächtnisleistung zu ermitteln, also deren Erinnerung an autobiographische Ereignisse. Diese beinhalteten die Aufgabe, sich innerhalb von einer Minute an so viele wie möglich der vorgelesenen Wörter zu erinnern – entweder direkt danach oder nach einer kurzen Verzögerung. Das Team ermittelte für jedes Land das Level der Geschlechtergleichheit auf Basis der Menge an Personen, die der folgenden Aussage zustimmten: „Wenn Jobs knapp sind, sollten Männer das größere Recht haben, einen Job auszuüben als Frauen“.

Die Frauen übertrafen die Männer in Bezug auf die Gedächtnisleistung in wie Schweden, Dänemark, den Niederlanden, den USA und anderen europäischen Staaten. In Ghana, China, Südafrika und in einigen weiteren Staaten mit traditionelleren Geschlechterrollen (wie auch Russland, Portugal, Griechenland und Spanien) war das Ergebnis genau andersherum. Frauen aus diesen Ländern schnitten schlechter ab als die Männer – und genau das hatten die Forscher vorausgesagt. Interessanterweise schnitten Männer aus Ländern, in denen Geschlechtergerechtigkeit herrscht, ebenfalls besser ab als Männer aus konservativen Staaten (wenn auch geringfügig).

Die Ergebnisse waren nicht von der Region oder der ökonomischen Entwicklung eines Landes (BIP pro Kopf aus dem Jahr 2010) abhängig. Ein potentiell ausschlaggebender Faktor ist hingegen, dass moderne Staaten (wie viele der oben genannten Länder) über bessere Gesundheitsversorgung verfügen. Ältere Erwachsene mögen schlicht gesünder sein. Doch dies erklärt nicht zwingend die Unterschiede zwischen den sozialen Geschlechtern – die Studie kam immerhin zu dem Schluss, dass dieser Effekt für Frauen stärker war als für Männer.

Die Autoren argumentieren stattdessen, dass die Einstellungen einer Gesellschaft zu Geschlechterrollen bestimmt, welche Verhaltensweisen und Charakteristiken für Frauen und Männer als angemessen angesehen werden. Diese sozialen Erwartungen wiederum beeinflussen die Lebensziele, Berufswahl und Erfahrungen von Frauen (und Männern). Daraus resultierend kann es vorkommen, dass Frauen in Staaten mit eher klassischem Rollenverständnis weniger Zugang zu kognitiv stimulierenden Aktivitäten aus Bildung und Arbeitswelt haben. Teilhabe an Bildung und Arbeit erklärte tatsächlich die Ergebnisse in 30 Prozent der Fälle.

Schädliche Stereotype

Während die Studie einen Beweis dafür liefert, dass auf Stereotypen basierende Einstellungen unsere Fähigkeiten beeinflussen, bedürfte es für einen umfassenden Test dieser Theorie einer Untersuchung der Fertigkeiten, die stereotypisch als feminin angesehen werden – so wie soziale Sensibilität oder Sprachkompetenz.

Würden zum Beispiel Männer aus Staaten mit traditionellem Rollenverständnis in Tests zur sozialen Sensibilität im Vergleich mit den Frauen schlechter abschneiden? Eine Studie, die mit amerikanischen Studenten durchgeführt wurde, hat genau das gezeigt. Und es ist durchaus möglich, dass dieser Effekt in konservativeren Staaten noch viel stärker ausgeprägt ist.

Die Ergebnisse dieser Studie wurden in Form von „Stereotyp-Bedrohung“ erklärt – die Angst, etwas zu tun, womit negative Eigenschaften, die typischerweise mit Mitgliedern einer stigmatisierten Gruppe assoziiert werden, bestätigt oder verstärkt würden. Sagen wir, Sie sind eine Frau und sitzen in einem Mathe-Test. Die allgemeine Auffassung, dass Frauen in Mathe nicht gut sind, spukt in Ihrem Hinterkopf herum, und ihr Ergebnis fällt womöglich schlechter aus, weil Sie Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Die Angst nimmt uns unsere kognitiven Ressourcen und führt zu Leistungsschwäche bei Aufgaben, die für die stereotypisierte Gruppe als Herausforderung angenommen werden.

Dieser Effekt ist sehr stark und wurde in einer Reihe von Studien belegt. Erinnerte man sie an negative Stereotype, schnitten beispielsweise Frauen in Mathe-Tests oder Afroamerikaner in Tests zu intellektuellen Fähigkeiten schlechter ab. Tatsächlich könnte die neue Studie also mit der „Stereotyp-Bedrohung“ erklärt werden.

Wir haben uns die neurologische Untermauerung dieses Effekts angesehen. In unserer neuen Studie, die in der Frontiers Aging Neuroscience veröffentlicht wurde, wurde eine Gruppe älterer Teilnehmer gebeten, einen Artikel über im Alter nachlassende Erinnerungsleistung zu lesen (Altersstereotyp). Wir zeigten, dass daraus resultierend ihre Reaktionszeiten in kognitiven Tests verlangsamt waren. Mehr noch, die Gehirnwellen-Aktivitäten der Testpersonen zeigte, dass ihre Gedanken über sich selbst negativer waren. Dies zeigten EEG-Daten, die mit Hilfe von Elektroden Gehirnwellen maßen und aufzeichneten.

Unsere Studie zeigt, dass kurzfristige Konfrontation mit negativen Stereotypen einen beeinträchtigenden Effekt auf kognitive Funktionen hat. Ähnliche Prozesse mögen bei Frauen, die in Staaten mit konservativem Rollenverständnis ständig negativen Geschlechter- und Altersstereotypen ausgesetzt sind, gewirkt haben – was wiederum ihr schlechtes Abschneiden im Gedächtnistest erklären kann.

Was macht einen Staat sexistisch?

Ein weiterer Faktor, den zukünftige Studien in Betracht ziehen sollten, ist das erweiterte politische System eines Staates – nicht nur die Geschlechter-Einstellungen als solche. Eine Studie nimmt an, dass Modernisierung fortschreitend zu Demokratisierung und Liberalisierung führt – auch in Bezug auf Geschlechterrollen. Das gesellschaftliche Erbe, ob politisch oder religiös, beeinflusst die Werte einer Gesellschaft.

Tatsächlich zeigen unsere Studien zu kulturübergreifenden Einstellungen zu Frauen und Männern, dass diese in langjährigen Demokratien wie Großbritannien liberaler sind als in Staaten, die noch auf dem Wege zu einer Demokratie sind (wie Polen oder Südafrika). Wir haben außerdem herausgefunden, dass Einstellungen zu Geschlechtern auch von dem vorherrschenden politischen System beeinflusst werden: Diese waren in Südafrika nach der Apartheid konservativer ausgeprägt, während sie im post-kommunistischen Polen weniger konservativ waren. So hat also die Geschichte institutionalisierter Ungleichheit (Apartheid) gegen die aufgezwungene Emanzipierung (Kommunismus) einen langanhaltenden Einfluss auf den nationalen Level an Sexismus.

Vielleicht ist es also kein Zufall, dass die Staaten mit einer besonders lange bestehenden Demokratie auch diejenigen mit der größten Geschlechtergleichheit sind. Wie meine Forschung nahelegt, sind sowohl Demokratisierung als auch die Verminderung der „Stereotyp-Bedrohung“ – insbesondere durch die Massenmedien wie zum Beispiel durch Werbung mit nicht-traditionellen Geschlechterrollen – wichtige Faktoren. Dies sollte unser Fokus sein, um bei einer Menge von Fähigkeiten eine größere Gleichheit von Männern und Frauen rund um den Globus zu erreichen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Students having a test in a classroom“ by luckybusiness/AdobeStock.com


The Conversation

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Kurztest: Alcatel bringt zur IFA 2017 vier neue Mittelklasse-Schnäppchen

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Mit der Marke Alcatel verbinden viele noch die einfachen Handys der „One Touch Easy“-Reihe aus den späten 1990ern. Diese Zeit ist längst Geschichte. Nach einem Besitzerwechsel und einem Marken-Relaunch im Vorjahr will Alcatel den breiten Mittelklasse-Bereich des Markts aufmischen und sich als „Smart Premium“-Anbieter positionieren. Bedeutet: Die Modelle sind nicht High-End aber dafür schick, solide ausgestattet und bezahlbar. Auf der IFA 2017 setzt TCL, der Hersteller hinter der Marke, diesen Kurs fort. Mit den Modellen A7 XL, A7, Idol 5S und Idol 5 präsentiert der Hersteller ein Quartett mit unterschiedlichen Stärken im Bereich Kamera, Sound und Akku. Ich hatte bereits vor der heutigen offiziellen Präsentation die Chance, die vier Smartphones auszuprobieren.

Alcatel A7 XL: 6-Zöller mit Dual-Kamera und Bokeh-Effekt

Dual-Kameras, die den unter Fotografen beliebten Bokeh-Effekt simulieren, liegen im Trend. Ein solches Aufnahmesystem ist das Highlight des Modells Alcatel A7 XL. Die beiden jeweils 12 Megapixel auflösenden Kameraeinheiten können unterschiedliche Tiefeninformationen verrechnen und so ein Objekt scharfstellen, während der Rest des Bildes in Unschärfe verschwimmt. Das funktionierte beim A7 XL im Kurztest nicht perfekt, aber trotzdem überzeugend. Praktisch: Ebenso wie beim Samsung Galaxy Note 8 können Nutzer per Schieberegler die simulierte Unschärfe variieren. Die Entscheidung, ob Vorder- oder Hintergrund scharf bzw. unscharf sind, können Nutzer auch noch nachträglich treffen.

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Alcatel A7 XL. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Mit imposanten sechs Zoll in der Diagonale gehört das A7 XL wie das kürzlich getestete A3 XL zu den Phablets. Es bietet damit sehr viel Fläche fürs Bearbeiten von Fotos, Video gucken, Surfen und Gaming. Trotzdem wirkt das Gehäuse noch verhältnismäßig kompakt und fühlt sich nicht unhandlich an. In FullHD aufgelöst, wirkt das Display sehr scharf. Helligkeit, Kontraste und Farben überzeugen mich, zumindest beim Ausprobieren im Innenraum. Damit es trotz des großen Bildschirms und der hohen Auflösung lange durchhält, hat Alcatel das A7 XL mit einem üppigen 4.000-mAh-Akku versehen.

Das Gehäuse, das auf der Rückseite einen Fingerabdruckscanner bietet, macht mit seiner gebürsteten Metall-Optik einen sehr eleganten Eindruck auf mich. Es mutet hochwertiger an, als es der moderate Preis von 299 Euro nahelegt. Ab November soll das Gerät in den Farbvarianten Schwarz und Gold erhältlich sein.

Alcatel A7: Schickes Goldstückchen

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Alcatel A7. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Beim A7 verzichtet Alcatel auf die Dual-Kamera des XL-Modells. Zudem bietet das Geschwistergerät mit seinem 5,5-Zoll-Screen etwas weniger Displayfläche. Dafür sorgt wie beim größeren Modell ein großzügig ausgestatteter 4.000-mAh-Akku für Energie. Auch bei der Rechen- und Speicherhardware (Achtkern-Prozessor, 3 GB RAM, 32 GB erweiterbarer Nutzerdatenspeicher) hat Alcatel nicht gegeizt. Beim Hands-on lässt sich das Gerät erwartungsgemäß schnell und flüssig bedienen.

Auch äußerlich macht es eine gute Figur. Die Kunststoffrückseite bietet ein sehr gefällig changierendes Muster. Die goldenen Zierrahmen mögen zwar nicht jedermanns Sache sein, harmonieren aber in meinen Augen mit der schwarzen Grundfarbe ziemlich gut. Ebenfalls keinen Grund zur Beanstandung bietet im Kurztest die Darstellungsqualität des Displays. Das Alcatel A7 besticht zwar nicht durch ausgeprägten Stärken, die es von der Masse abheben. Zu einem Preis von 249 Euro bietet das ab Oktober erhältliche Gerät jedoch ein attraktives Gesamtpaket.

Idol 5S: Gleichzeitiges Upgrade und Downgrade für Flaggschiff

Das Idol 5S bildet zusammen mit dem A7 XL die künftige Spitze in Alcatels Smartphone-Portfolio – mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Idol-Serie steht insbesondere für eine umfangreiche Multimedia-Ausstattung. So behält das Idol 5S wie sein Vorgänger mit der Versionsnummer 4 die Stereo-Lautsprecher auf der Frontseite. Sie klingen nicht nur ziemlich gut für ein Smartphone, sondern sind auch praktisch platziert. Selbst wenn ich das Gerät quer halte, verdecke ich die Lautsprecher nicht.

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Alcatel Idol 5S. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Zudem bleibt Alcatel einen physischen Button für den direkten Zugriff auf Funktionen treu. Die jetzt Now Key (voher Boom-Button) genannte Taste an der rechten Außenseite harmoniert gut mit dem stylischen Metallgehäuse und öffnet ein Schnellmenü, das Zugriff auf bis zu acht vom Nutzer definierte Apps und Funktionen bieten kann. Das funktioniert im Test reibungslos und vermittelt eine Kostprobe auf die nützliche Alltagstauglichkeit dieses Features.

Weitere Software-Funktionen unterscheiden das Idol 5S vom Vorgängermodell. So bietet die native Kamera-App die Möglichkeit ohne Zusatzprogramme Lichtmalerei-Effekte und Cinemagraphs zu erstellen. Spaß macht auch die Alcatel-eigene Oberfläche namens Joy, die über Android liegt. Hervorzuheben ist zum Beispiel die Möglichkeit, die Größe und Anzahl der App-Icons auf dem Startbildschirm zu variieren. Das kenne ich so von keiner anderen Hersteller-Oberfläche. Im Kurztest geht das fix und intuitiv, ist aber noch nicht komplett ausgreift. Vergrößere ich etwa die Anzahl der Icons, verschwinden App-Symbole am unteren Rand außerhalb des Displays und werden unbedienbar. In puncto Hardware ist das Idol 5S gegenüber dem Vorgänger ein Upgrade und Downgrade gleichermaßen. So verkleinert Alcatel die Displaydiagonale von 5,5 auf 5,2 Zoll und senkt die Auflösung von QuadHD auf FullHD. Die Akku-Kapazität schrumpft leicht von 3.000 mAh auf 2.850 mAh. Immerhin verdoppelt Alcatel im Idol 5S den Nutzerdatenspeicher: 32 GB. Wie der Vorgänger kostet das Idol 5S zum Start 399 Euro. Es soll im September im Handel erscheinen. Vor diesem Hintergrund ist das Idol 4S zu einem „Straßenpreis“ von rund 300 Euro je nach Standpunkt noch einen Tick attraktiver.

Idol 5: Social-Media-Accounts für Freizeit und Beruf trennen

In diesem Modelljahr ist der Unterschied zwischen dem Idol 5 und der S-Variante nicht so groß wie bei der Vorgängergeneration. Beim Idol 5 lässt Alcatel den zweiten hochwertigen Front-Lautsprecher weg und verzichtet auf die Hardware-Taste Now Key. Zudem bietet die Kamera-App ein paar Features weniger und kommt zum Beispiel ohne Cinemagraph-Funktion.

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Alcatel Idol 5. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Was das Idol 5 auszeichnet, ist die Möglichkeit, zwei Accounts und App-Verknüpfungen für eines von fünf gängigen sozialen Netzwerken zu nutzen. Wer Facebook, WhatsApp oder Snapchat beruflich und privat benutzt und dafür jeweils einen separaten Zugang hat, muss sich daher beim Idol 5 nicht mehr ausloggen und wieder einloggen.

Ansonsten ist beim Idol 5 die Hardware-Ausstattung gegenüber dem 5S recht ähnlich. Es bietet ein helles und kontrastreiches FullHD-Display mit 5,2 Zoll Diagonale, Achtkern-Prozessor, 3 GB RAM. Nutzerdatenspeicher (16 GB) und Akku (2.760 mAh) sind etwas kleiner. Die Rechenleistung des Idol 5 ist im Kurztest tadellos. Zudem ist das Metallgehäuse wie beim Idol 5S sehr schick und schlank und liegt gut in der Hand. Für 249 Euro ist das Idol 5 aus meiner Sicht der bessere Preis-Leistungs-Deal im Vergleich zum Geschwistermodell. Das Alcatel Idol 5 erscheint noch im September.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • ELEKTROAUTO golem: Geringer Reichweitenverlust durch alternden Akku: Trotz anfänglichem Vorteil sind Elektroautos nun anscheinend auch nicht unfehlbar. Der Nissan Leaf wurde vom ADAC getestet und es stellte sich heraus, dass ihr Akku durch das ständige Aufladen oder wenn sie nicht genutzt werden, altern. Die Folge zeigte sich bei der Reichweite, kam das Auto fabrikneu auf 105 Kilometer, waren es bei späteren Testversuchen nur noch 93 Kilometer. Der ADAC empfiehlt daher unbedingt ein Drittel Reserve mit einzuplanen, um nicht liegen zubleiben.

  • AMAZON t3n: The Hub: Amazon baut jetzt auch die Paketstation für Zuhause: Amazon möchte mal wieder etwas Neues bieten und arbeitet daher an einem Briefkasten für Pakete in den Wohngebäuden seiner Kunden. Ob kleine oder große Päckchen, auch darauf ist Amazon vorbereitet und bietet alle möglichen Größen der Fächer an. Eine ernst zunehmende Konkurrenz für DHL und Co., da der Kunde von nun an nicht mehr abhängig von freundlichen Nachbarn ist bzw. Wege zur Post und Kiosken. Der genaue Preis dieser Innovation steht offiziell aber noch nicht fest.

  • ORF horizont: ORF: Änderungspläne für Flimmit eingereicht: Mit den Verlusten in den letzten drei Jahren aufgrund von teuren Rechten und fehlenden Werbeeinnahme hatte ORF hart zu kämpfen. Sollte kein anderes Modell der Finanzierung gefunden werden, müsste eine Einstellung erfolgen. Doch der ORF hat jetzt neue Pläne wie man dies verhindern könnte. Mit seiner Streaming-Plattform Filmmit wollen sie ab jetzt nicht mehr kommerziell sein, sondern ein öffentlich-rechtliches Angebot werden. Wenn dieses Erfolgsrezept aufgehen sollte, müssten sie im Jahr 2020 schon wieder auf einen Gewinn von 1,5 Millionen plus kommen.

  • VERHAFTUNG wired: Tatverdächtiger in Milliarden schwerem Bitcoin-Betrug gefasst: BTC-e ist ein Handelsplatz für Kryyptowährungen, der seit Juli 2011 aktiv ist. Auf den ersten Blick. Amerikanische Behörden haben gegen ihn ermittelt und fanden heraus, dass es sich um einen Ort der Geldwäsche gehandelt hat. Jetzt wurde Anfang der Woche der vermeintliche Kopf dieser Organisation von griechischen Behörden verhaftet. Angeblich habe sich das Geschäft unter anderem mit illegalen Aufträgen finanziert, wie dem Erpressen und Stehlen von Bitcoins, die daraufhin wieder in andere Währungen umgetauscht wurden. Ein Urteil in der USA würden 20 Jahre Haft bedeuten.

  • SOLARAUTO ngin: Münchner Startup Sono Motors präsentiert ersten Prototypen: Bald ist es soweit, 2019 will das Startup Sono Motors seine ersten Solarautos produzieren. Am Donnerstag wurde das erste Modell Sion vorgestellt, dessen Kosten um die 16.000 Euro betragen. Der Akku kann dabei entweder mit angemietet werden oder aber für 4000 Euro dazugekauft werden. Mit Solarzellen auf dem Dach, der Motorhaube, den Türen kann dann bis 30 Kilometer gefahren werden. Die stattgefundene Vorstellung des neuen Modells galt unter anderem dafür, um Bestellungen zu erhalten, da eine Produktion erst ab 5000 Vorbestellungen möglich ist.

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Adobe Scan, Office Lens und Scanbot: Was taugen Scanner-Apps?

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Mal nebenher den Kassenzettel speichern, einen spannenden Zeitungsartikel digitalisieren oder die handschriftlichen Vorlesungs-Notizen an den ‚kranken‘ Kommilitonen versenden. Das klappt am schnellsten mit der Smartphone-Knipse und der vorinstallierten Kamera-App. Deutlich praktischer sind allerdings Scanner-Apps von Drittanbietern wie Adobe oder Microsoft. Sie bieten automatische Entzerrung, Schrifterkennung oder Katalogisierung. Ich habe mit Adobe Scan, Office Lens und Scanbot die drei spannendsten kostenlosen Apps ausprobiert.

Adobe Scan: All-in-One-Lösung für Kreative

Mit Scan bietet Softwarehersteller Adobe ein umfangreiches Tool für alle Nutzer von Acrobat, Photoshop, Lightroom und Co. Für die Verwendung der Scanner-App ist ein Adobe-Konto nötig, das kostenlos angelegt werden kann. Nach dem Start der Anwendung öffnet sich blitzschnell die Kamera, sodass Dokumente schnell auf dem Smartphone landen können. Für die Seitenerkennung muss das Quellmaterial möglichst senkrecht zur Knipse gehalten werden. Das anschließende Fotografieren geschieht automatisch. Die digitalisierte Seite besitzt durch den entsprechenden Filter einen sehr guten Kontrast. Texte sind deshalb gut lesbar.

Wie bei den meisten Galerie-Apps auch, kann ich eingelesene Dokumente beschneiden und so für mich wichtige Informationen speichern. Ferner lassen sich mehrere Seiten zu einer Datei zusammenfassen.

Adobe gewährt lediglich das Speichern auf Webservern in der sogenannten Adobe Document Cloud. Das lokale Speichern ist nicht möglich. Allerdings kann ich über die Cloud-Verbindung auch an Computer oder Tablet auf die Dokumente zugreifen. Auf dem Desktop-Rechner muss ich dafür dann den Adobe Reader installieren und mich dort mit meiner Adobe-ID anmelden. Wer Adobe Scan richtig nutzen möchte, taucht also relativ tief ins Adobe-Ökosystem mit all seinen Desktop-Programmen, mobilen Apps und Web-Services ein.

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Die Scanner-App Adobe Scan ermöglicht dank Texterkennung eine sehr gute Weiterverwendung der Dokumente. Screenshots: Jonas Haller

Ein Grund, warum es sich lohnt, zu Adobe Scan zu greifen ist die ausgereifte Texterkennung. Eine gute Kamera vorausgesetzt erlaubt sie die komfortable Weiterverwendung im Acrobat Reader – Markierungen und Anmerkungen inklusive. Die Freigabe-Funktion erlaubt das schnelle Teilen für Arbeitskollegen und Freunde. Das geschieht wahlweise per Datei- oder Linkversand.

Office Lens: Rudimentäre Scan-Lösung von Microsoft

Natürlich stellt auch der Branchenprimus Microsoft eine passende Lösung bereit. Seine Scanner-App hört auf den Namen Office Lens und ist wie auch Adobe Scan kostenlos im Play Store verfügbar. Anders als beim Mitbewerber kann ich den Dienst auch ohne Anmeldung in Anspruch nehmen. Beim ersten Probieren wird deutlich, dass die Seitenerkennung deutlich flexibler möglich ist. Auch aus einem flachen Winkel sind Dokumente scanbar. Das geht allerdings zu Lasten der Qualität, da die abgelichtete Seite entzerrt werden muss. Für den Scan ist wie auch in der Foto-App ein zusätzlicher Fingertipp zum Auslösen nötig.

Leider suche ich Funktionen wie das Zusammenfassen mehrerer Seiten oder die Texterkennung vergeblich. Immerhin lassen sich Dokumente nachträglich beschneiden und in verschiedenen Farbeinstellungen abspeichern. Ein Vorteil von Office Lens ist die lokale Speichermöglichkeit. Allzu private Dateien landen auf dem Smartphone, der Upload in die Cloud ist nicht zwingend notwendig. Natürlich bietet Microsoft auch eine Anbindung an das eigene Cloud-Angebot OneDrive, wo sich die Dokumente blitzschnell synchronisieren lassen.

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Office Lens ist die simpelste aller getesteten Scanner-Apps. Screenshots by Jonas Haller

Scanbot: Underdog mit Bezahloptionen

Der kleine Softwareentwickler doo schickt mit Scanbot ebenfalls eine Scan-Anwendung ins Rennen. Die Kollegen bei den Applepiloten hatten sich schon einmal Unfade, eine App fürs Fotos scannen von doo, angeschaut. Im Gegensatz dazu ist Scanbot auf Dokumente spezialisiert.

In der kostenlosen Basisversion bietet die App eine Scan- sowie Uploadfunktion. Die Software lichtet das Dokument nach dem Erkennen automatisch ab. Das funktionierte im Test allerdings nicht immer fehlerfrei. Oft landeten die Seiten nur abschnittsweise digital auf dem Smartphone. Wie auch bei den Mitbewerbern sorgen verschiedene Filter- und Sättigungseinstellungen für eine bessere Lesbarkeit.

Auch mit Scannot lassen sich mehrere Seiten zu einem Dokument zusammenfügen. Die Datei kann anschließend per Mail versendet werden. Für große Dokumente bietet die Scanner-App eine Komprimierung an. Eine individuelle Erinnerung ist ebenfalls möglich. Wer wie bei Adobe Scan eine Texterkennung wünscht, muss einmalig 4,19 Euro investieren. Die 5,99 Euro teure Pro-Version der Scanner-App kommt mit Dokumentbearbeitung/Unterschrift, Magic Color Filter, intelligentem, inhaltsbasierten Benennen, Motiven und Erinnerungen daher.

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Die Funktionen von Scanbot sind in der kostenpflichtigen Pro-Version sehr umfangreich. Screenshots by Jonas Haller

Fazit: Die eierlegende Wollmilchsau unter den Scanner-Apps gibt’s nicht

Gerade für die Digitalisierung von analogen Schriftstücken sind Scanner-Apps die deutlich bessere Alternative zur Standard-Kamera-App. Mit Adobe Scan, Office Lens und Scanbot existieren bereits leistungsfähige Lösungen im Google Play Store. Doch nicht jede Anwendung eignet sich für jeden Nutzer. Adobe Scan zum Beispiel sollten sich alle Adobe-Nutzer mit umfangreicher Cloud-Verwendung näher anschauen. Die kostenfreie und hochwertige Texterkennung ist ein Novum.

Office Lens eignet sich hingegen für Nutzer, die sensible Dokumente lieber lokal speichern wollen. Damit müssen sie allerdings Abstriche beim Zusammenführen mehrerer Seiten sowie der nicht vorhandenen Texterkennung machen. Wer die Vorzüge der Scanner-Apps von Adobe und Microsoft genießen will, ist zwar bei Scanbot schon an der richtigen Adresse. Allerdings geht das dann nicht kostenlos. Es muss zur kostenpflichtigen Pro-Version gegriffen werden. Denn nur sie bietet neben lokaler Speicherung eine leistungsfähige Texterkennung. Nutzer benötigen bei der doo-App jedoch Geduld in Bezug auf die Seitenerkennung.

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FotoOto vs. Aipoly Vision: Zwei Apps helfen Blinden in der Welt der Sehenden

FotoOto_Bild_05_96dpi_1920x1080-adapted-Image-by-Publicis-Pixelpark

Die Apps FotoOto und Aipoly Vision unterstützen sehbehinderte Menschen dabei, zu erkennen, was Fotos zeigen und diese zu versenden. Highlight von FotoOto ist, dass sie Farben in Töne verwandeln kann und so Bilder akustisch erlebbar machen soll. Die von Publicis Pixelpark entwickelte App FotoOto ist kostenlos im App Store erhältlich. Eine Alternative dazu ist die App Aipoly Vision, die ihr ebenfalls kostenlos im App Store bekommt. Im Gegensatz zu FotoOto dient Aipoly Vision nicht dazu, um Fotos von seiner Umgebung zu machen und diese zu analysieren. Stattdessen funktioniert sie als Scanner, mit dem man seine Umgebung in Echtzeit untersuchen kann.

Mit den Ohren sehen

Die Apps greifen auf ein bekanntes Prinzip zurück. Unser Gehirn ist dazu in der Lage, akustische Informationen zu interpretieren und sie in visuelle zu verwandeln. Bisher war dafür aber sehr aufwendige Technik nötig. So erzeugte etwa der Wissenschaftler Guillermo Peris für eine Studie (mehr dazu hier beim Deutschlandfunk) mit Infrarot-Lasern und Stereo-Kameras ein komplexes, dreidimensionales Klangbild einer Umgebung, durch sich ein blinder Proband mühelos bewegen konnte. In Zeiten, wo es sprichwörtlich für alles eine App gibt, stellt sich die Frage, ob das nicht auch mit einem simpleren Setup funktioniert.

FotoOto: Nicht für 4-Zoll-Displays optimiert

Als ich FotoOto zum ersten Mal öffne, erwartet mich ein Tutorial zur App. Leider fangen schon hier Schwierigkeiten an. Die Schriftgröße des Textes ist außergewöhnlich groß, so groß nämlich, dass er gar nicht auf den 4 Zoll großen Bildschirm meines iPod touch passt. Hier muss ich scrollen, um alles lesen zu können, was mal mehr, mal weniger klappt.

Im Test hat sich gezeigt, dass die App besser funktioniert, wenn man sie bei eingeschaltetem VoiceOver bedient. Das ist natürlich gewöhnungsbedürftig, dadurch erklären sich aber auch einige nicht beschriftete Schaltflächen. VoiceOver ist eine iOS-interne Bedienungshilfe für Sehbehinderte.

FotoOto verwandelt Bilder in Klänge

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Es fängt gut an: FotoOto erkennt den Kaffeebecher auf meinem Schreibtisch. Screenshot by Niklas Hamburg.

Die Innovation, die FotoOto so besonders macht, ist die Funktion, Bilder in Klänge zu verwandeln. Jede Farbe ist dabei einem speziellen Klang zugeordnet. Die Zuordnung wird im Tutorial vorgestellt und kann auch hinterher – wie auch das ganze Tutorial – erneut aufgerufen werden.

Problematisch ist hierbei, dass die Klänge alle sehr weich und undefiniert sind. Das Bild eines Kissens klingt in etwa wie der Klangteppich, der einem entgegen kommt, wenn man eine CD mit Entspannungsmusik einlegt: Klangschalen, Regenmacher und ruhige Streicher.

Diese Geräuschkulisse in seine Einzelteile zu zerlegen und zu analysieren, welche Farben bzw. Klänge das Bild ausmachen, ist kaum möglich – zumindest für mich als Sehenden. Selbst, wenn ich mir die Zeit nehmen würde, um die ganze Farb-Klang-Zuordnung auswendig zu lernen, erschließt sich mir der praktische Nutzen im Alltag nicht.

Als Information steht einem sehbehinterten Nutzer letztlich nur zur Verfügung, was der Algorithmus auf dem Foto zu erkennen glaubt und welche Farben das Bild enthält, nicht aber, welche Konturen es gibt. Somit taugt der Klangteppich von FotoOto allerhöchstens zur Unterhaltung.

Vieles wird nicht richtig erkannt

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Nicht korrekt übersetzt, aber fast richtig erkannt: die Katze in ihrem Häuschen. Screenshot by Niklas Hamburg

A propos Algorithmus: Leider erkennt die App vieles, das ich im Haushalt so fotografieren könnte, nicht richtig. Überrascht hat mich, dass ein Bild mit komplexem Inhalt, wie eine Katze in einem Katzenhäuschen, fast richtig erkannt wurde. Denn das Bild ist schlecht ausgeleuchtet, was Kameras oft Probleme bereitet. Außerdem es gibt viele weiche Formen und verschiedene Ebenen.

Im Gegensatz dazu wird ein Bild mit geraden Konturen und wenigen Ebenen, wie beipielsweise mein Smartphone, nicht richtig erkannt. Das ist schade, denn möchte ich jemandem ein Bild meines neuen Smartphones zeigen, hat dieser dann nur als Information zur Verfügung, dass das Bild einen Holztisch zeigt und dass die dominierenden Farben Braun und Schwarz sind.

Zwar gibt es noch die Möglichkeit, dem Bild eine Sprachaufnahme hinzuzufügen. Ich kann zum Beispiel erklären, was auf dem Bild zu sehen ist oder einfach die Atmosphäre des fotografierten Ortes einfangen und mit übermitteln. Aber im Test funktionierte das nicht. Außerdem gibt es keine Möglichkeit, die Sprachaufnahme zu beenden, ohne sie gänzlich zu löschen. Des Weiteren konnte der Empfänger, dem ich die Datei im Test geschickt habe, nicht öffnen.

Die Kamerafunktion ist mangelhaft

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Ob hier nicht ein wichtiges Detail vergessen wurde? Screenshot by Niklas Hamburg

Für jemanden, der nicht sehen kann – für den es also reicht, wenn das fotografierte Objekt auf dem Bild zu erkennen ist – mag die Qualität der Kamera ausreichend sein. Jemand, der sehen kann, wird aber mehr als das erwarten. Mir geht es dabei weniger um die Leistung der integrierten Kamera meines iPod touch.

Viel eher stört mich die technische Umsetzung der Integration einer Kamerafunktion in die App. Natürlich ist es praktisch, nicht extra FotoOto verlassen zu müssen, um mit der Apple-eigenen Kamera-App ein Foto zu machen, dann wieder zu FotoOto zurück zu wechseln, dann das Bild aus der Galerie zu importieren, um dann zu erfahren, was sich auf dem Bild befindet.

Leider wurde bei der Integration der Kamerafunktion in die App vieles weggelassen. Der Blitz ist automatisch aktiviert und lässt sich auch nicht ausschalten. Darüber hinaus sind Aufnahmen nur im Hochformat möglich, da die App nicht ins Querformat wechselt, wenn das Gerät gekippt wird. Allerdings funktioniert die Erkennung auch, wenn man das Gerät während der Aufnahme kippt.

Alternative: Aipoly Vision

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Screenshot by Niklas Hamburg

Besser als FotoOto schlägt sich die App Aipoly Vision. Die App kostet nichts, wenn ihr sie herunterladet. Doch um Zugang zu vielen nützliche Features zu erhalten, müsst ihr einen Aufpreis bezahlen.

Die Anwendung setzt auf eine Form der künstlichen Intelligenz. Das Prinzip, dessen sich die Entwickler von Aipoly Vision bedient haben, nennt sich Convolutional Neural Network, kurz CNN. Es bezeichnet eine Art des Machine Learnings, das von biologischen Prozessen inspiriert wurde und vor allem zum Einsatz kommt, wenn Bild- und Audiodaten verarbeitet werden sollen.

Die Scanner-artige App funktioniert so: Wenn Aipoly Vision etwas erkannt hat, erscheint der Name des erkannten Gegenstanden auf dem Bildschirm und wird außerdem vorgelesen. Das ist etwas unangenehm, wenn ich nicht damit rechne. Erst recht, wenn ich mich in der Öffentlichkeit befinde. Doch dafür kann ich schließlich Kopfhörer benutzen.

Anschließend habe ich die Möglichkeit, verschiedene Filter zu benutzen. Der erste Filter scannt wie oben beschrieben die Umgebung und benennt erkannte Objekte. Der nächste Filter analysiert, welche Farbe der gescannte Gegenstand hat. Die Benennung der Farben ist dabei sehr präzise. Es werden alle nur denkbaren Abstufungen von Farben genannt, mitunter leider nicht korrekt aus dem Englischen übersetzt.

Farberkennung beeinträchtigt das Ergebnis

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Ich sollte vielleicht kein Handmodel werden. Aber das hier nicht mein Fuß zu sehen ist, erkennt man doch, oder? Screenshot by Niklas Hamburg

Mich störte außerdem, dass die Farberkennung sehr instabil verläuft. Schon mikroskopisch kleine Ausschläge verändern die erkannte Farbe. Nun bin ich aber des Sehens mächtig und kann das Gerät einigermaßen stabil halten, wohingegen man dies von einem Sehbehinderten nicht erwarten kann. Die Unsicherheit des Filters resultiert in einer nicht abreißenden Aneinanderreihung von Farbtönen: „Rotguss Holzkohle Blaugrau Beige (sprich „bei-ge“) Saphir cool grey“.

Mitunter werden die Farbtöne auch nicht richtig analysiert, wenn Lichtverhältnisse oder der automatisch ein- und ausgeschaltete Blitz die Farbwahrnehmung der Kamera ungünstig beeinflussen. Der letzte frei verfügbare Filter ordnet ein, in welcher Umgebung man sich in etwa befindet, zum Beispiel Schlafzimmer, Fenster oder Computerarbeitsplatz.

Die anderen Filter sind nur in der kostenpflichtigen Version enthalten. Diese liefert Antworten auf Fragen wie: Was ist da auf meinem Teller? Was blüht da auf meiner Fensterbank? Und was steht auf diesem Zettel? Aipoly Vision kann Gerichte, Tiere, Pflanzen und Blumen sowie Text in sieben Sprachen erkennen. Das Abonnement kostet, im Anschluss an eine kostenlose Probephase, 5,99 Euro im Monat.

Fazit: Das darf noch besser werden

Beide Apps haben Stärken und Schwächen. Die Erkennungsleistung schwankt stark. Bei manchen Motiven ist die eine App, bei manchen die andere besser. Insgesamt haben beide Apps Verbesserungsbedarf. Die Idee, eine App zu entwickeln, mit der Sehbehinderte Bilder erkennen und akustisch erfahren können, finde ich klasse. Leider ist die Umsetzung insbesondere bei FotoOto fehlgeschlagen, sodass die App ihren Zweck nicht erfüllt. Nicht einmal zu Unterhaltungszwecken lohnt es sich, FotoOto auszuprobieren.

Auch, wenn Aipoly Vision mit einem begrenzten Funktionsumfang kommt, gefällt mir die Qualität und der Funktionsumfang hier deutlich besser als bei FotoOto. Die Integration einer Aufnahmefunktion in die App wäre wünschenswert, ist aber nicht erforderlich. Überflüssige Features wie die (nicht funktionierende) Sprachaufnahme und die unverständliche Übersetzung in einen Klangteppich wurden weggelassen und ich habe sie auch nicht vermisst. Sechs Euro im Monat sind für eine App zwar verhältnismäßig viel, wer jedoch wirklich unter einer Sehbehinderung leidet, wird sich freuen, dass es derartige Technologie inzwischen zu erschwinglichen Preisen im App Store gibt.

Vergleich
Die beiden Kontrahenten im direkten Vergleich, links FotoOto, rechts Aipoly Vision. In diesem Fall macht FotoOto das Rennen, auch wenn auf der Maus nicht „II“ steht. Screenshots by Niklas Hamburg

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Teaser Image by Publicis Pixelpark; Screenshots by Niklas Hamburg


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Ausprobiert: Warum Glitchskier verdient das Beste Mobile Spiel des Deutschen Computerspielpreises ist

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Jedes Jahr zeichnet die Jury um den Deutschen Computerspielpreis (DCP) in Berlin die besten Games des Jahres aus. In diesem Jahr ging der Preis in der Kategorie „Bestes Mobiles Spiel“ an das recht unbekannte ‚Glitchskier‘ des Hamburger Entwicklers Shelly Alon. Dabei handelt es sich um einen Weltraum-Shooter, der in nostalgischem Hacker-Design daher kommt. Ich habe das Game, das für 0,99 Euro aus dem App Store geladen werden kann, angespielt und verrate euch einige Tipps für den Überlebenskampf.

Röhrenflair auf dem Smartphone

Nach dem rund 50 MB großen Download und der anschließenden Installation des Games kann das Spielvergnügen auch schon los gehen. Nach einem kurzen Intro, das den Bootvorgang eines betagten PCs zeigt, befinde ich mich auf der Startseite, die wie auf einem alten Röhrenmonitor perspektivisch gekrümmt daher kommt. Sie ist einem Ordner mit darin enthaltenen Dateien nachempfunden. Ein etwas unkonventioneller Doppel-Tipp auf „bin“ und „glitchskier.exe“ startet die Spielrunde.

Ich finde mich in einer zweidimensionalen Welt aus Klötzchen und kryptischen Buchstaben wieder. Die eigene Spielfigur wird durch ein Pfeil charakterisiert. Durch Ziehen auf dem Display bewege ich mein ‚Raumschiff‘ und beschieße automatisiert meine Umgebung. Auf dem Weg durch das digitale Labyrinth muss ich umherfliegende Gegner ausschalten, um nicht mit ihnen zu kollidieren und bestenfalls neue, schlagkräftigere Waffen sammeln. Der Fokus sollte dabei auf die roten Gegner gesetzt sein, denn allein sie sind durch meine Waffen zerstörbar. Weiße Gegenspieler können nur mir schaden. Das Sammeln der rot-weißen Klötzchen bringt Extra-Punkte.

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Ziel von Glitchskier ist es unbeschadet durch ein Heer von Gegnern zu gelangen. Screenshots by Jonas Haller

Das Ende einer Spielrunde markiert eine Art Mutterschiff, das es für mich zu bezwingen gilt. Wichtig ist hierbei die verwundbaren roten Bereiche zu erwischen. In den ersten Spielrunden biss ich mir spätestens da die Zähne aus, denn ringsumher verfolgten mich diverse Gegner. Einer der Tricks ist hierbei, stets hinter die Schiffe zu gelangen und so nicht die Flugbahn zu kreuzen. Ist die Runde geschafft, baut sich ein neues Level auf und neue ‚Dokumente‘ können geladen werden. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um neue Farbschemata, die über den Ordner „data“ wählbar sind. Glitchskier bietet insgesamt vier Spielrunden, in denen Gegner eliminiert und Punkte gesammelt werden müssen.

Nerdig schick, aber akkuhungrig

Das Spiel des Hamburger Spieleentwicklers ist anders. Die Grafik beeindruckt nicht durch Fotorealistik und Detailtreue. Vielmehr schickt sie mich als Spieler zwei bis vier Jahrzehnte in die Zeit zurück, als Arcade-Games am PC oder Automat der große Trend waren. Nicht zuletzt das Schwelgen in Erinnerungen und das nostalgische Flair machen Glitchskier zu einem echten Geheimtipp für Nerds und Geeks. Der Soundtrack aus digitalen Synthesizerklängen verstärkt dieses Empfinden.

Die abstrakte, minimalistische Spielwelt ist allerdings alles andere als ressourcenschonend. Die Entwickler selbst sprechen von einem potenten Smartphone, das 2 GB RAM, eine OpenGL ES3 kompatible GPU sowie einen Quad Core Prozessor mit mindestens 2 GHz Taktrate besitzt. Im Test wurde der Ressourcenhunger durch einen starken Akkuverbrauch deutlich. Nichtsdestotrotz hat Glitchskier zurecht den Award „Bestes Mobiles Spiel“ der DCP erhalten und ist vor allem für Apple-Nerds eine Empfehlung wert. Mit 2,29 Euro ist auch der Kaufpreis fair.

Unser Autor Berti Kolbow-Lehrradt hat vier spannende iOS-Games „made in Germany“ getestet, die mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet wurden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Images and Screenshots by Jonas Haller; Video by Shelly Alon


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Honor 8 Pro: Das unerwartete Flaggschiff im Test

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Kurz nach der Vorstellung des Samsung Galaxy S8 hat die Huawei-Tochter Honor ein Smartphone präsentiert, das auf den ersten Blick so gar nicht zur Marke passt. Während Honor bisher für Geräte im unteren und mittlerem Regal stand, greift die Marke jetzt nach ganz oben. Denn das Honor 8 Pro ist ein ernstzunehmendes und gut ausgestattetes Flaggschiff.

Der Underdog will in die erste Liga aufsteigen

Die noch ziemlich junge Marke der Chinesen gilt nach wie vor als Geheimtipp. Bisher robbt sie sich mit guten Geräten für kleines Geld unter 300 Euro an den Android-Platzhirsch Samsung heran.
Das von uns zu Jahresbeginn getestete Honor 6X oder das Honor 7 und Honor 8 sind dafür gute Beispiele. Deswegen wurden bei der Produktpräsentation einige Augen groß, als die Specs des neuen Smartphones verkündet wurden. Sie entsprechen, ebenso wie der Preis von 550 Euro, dem Niveau von Top-Geräten des Android-Marktes.

Schlank und schick

Der erste Blick begeistert. Schon die Verarbeitung ist tadellos und macht einen sehr guten Eindruck. Das Gerät kommt in einem optisch und auch haptisch schönen Metall-Unibody, hat angenehm weiche Kanten und nahtlose Übergänge. Die einzigen drei Buttons liegen auf der rechten Seite. Sie regeln den Ein/Aus-Zustand und die Lautstärke.

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Image by Anton Knoblach

Der Fingerabdrucksensor liegt wie beim Galaxy S8 auf der Rückseite und ist intuitiv platziert. Zum Entsperren reicht das Auflegen eines gespeicherten Fingers, auch einfache Gesten lassen sich umsetzen wie beispielsweise das Blättern durch Fotos oder das Herunterklappen des Benachrichtigungs-Overlays. Das funktioniert gut und ohne nennenswerte Verzögerung.

Das Honor 8 Pro reiht sich mit seinem 5,7 Zoll großen Display in die gerade sehr beliebte Phablet-Kategorie ein. Es ist größer als ein herkömmliches Smartphone, aber kleiner als ein Tablet. Auch Samsung wirft mit dem Galaxy S8 und S8 Plus ein Auge auf dieses Marktsegment. Trotz der Displayflache ist das Honor 8 Pro mit 6,9 Millimetern Tiefe sogar ein kleines bisschen schlanker als das Phablet-Modell iPhone 7 Plus, das bei 7,3 mm nur ein 5,5-Zoll-Display bietet.

Hochauflösendes Display für Reise in die Virtual Reality

Auch nach dem Anschalten gibt es nichts zu meckern. Das farbbrillante 5,7-Zoll-Display ist mit 2.560 x 1.140 Pixeln (Quad-HD) sehr hoch aufgelöst. Endlich zieht Honor mit den Spitzengeräten von Samsung und LG gleich. Bisher boten alle Honor-Smartphones maximal Full-HD.

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Image by Anton Knoblach

Die hohe Auflösung qualifiziert das Smartphone auch für Virtual Reality, wo eine hohe Pixeldichte für den Genuss unerlässlich ist. Mitgeliefert ist – passend zum Zeitgeist – eine kleine VR-Brille zum Selberbasteln: Aus der Verpackung lässt sich mit ein paar Handgriffen ein Okular bauen. Das Smartphone selbst wird mit Display nach oben einfach in den Karton gelegt. Die Idee ist definitiv sehr nett. Mit einem ausgewachsenen mobilem VR-System wie Samsung Gear VR kann die Cardboard-Lösung nach wie vor nicht mithalten.

Ein wahrer Performance-Protz

Auch die inneren Werte zeigen, das der Hersteller beim Honor 8 Pro auf Performance setzt. Die Specs lesen sich wie die von High-End-Flaggschiffen. Für Rechenpower sorgt der achtkernige Spitzenprozessor Kirin 960 aus der Chipschmiede von Huawei. Ihm zur Seite stehen imposante 6 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 64 Gigabyte Festspeicher. Wem der Speicher noch nicht ausreicht, kann ihn mit einer microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern.

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Image by Anton Knoblach

Von dieser Power sollen vor allem komplexe 3D-Spiele profitieren. Zum Beweis kooperiert Honor mit den Enwicklern des bald erscheinenden Mobil-Krachers „Galaxy on Fire 3: Manticore“. Käufer des Honor 8 Pro sollen bei den In-App-Käufen besondere Vorteile erhalten. Für eine bessere Detaildarstellung bei Spielen unterstützt das Honor 8 Pro auch die Vulkan API.

Trotz dieser Leistungsstärke soll das Honor 8 Pro soll mit einer Akkuladung zwei Tage lang durchhalten. Immerhin bietet der integrierte Energiespeicher 4.000 mAh. Angesichts des Preises ist das insgesamt eine überragende Ausstattung.

Das Honor 8 Pro in der Praxis

Was direkt auffällt: Das Honor 8 Pro ist verdammt schnell. Sogar schneller als das iPhone 7 soll es sein, also habe ich den Test gemacht. Und tatsächlich: Bei alltäglichen Aufgaben ist das Honor ein gutes Stück schneller. Egal ob Google Maps, Instagram oder Spotify – beim Öffnen von Apps hat das Honor 8 Pro fast immer die Nase vorn. Natürlich geht es hier um Sekundenbruchteile, die höhere Geschwindigkeit ist aber deutlich spürbar.

Auch bei Benchmarks muss sich das 8 Pro nicht verstecken: Beim Multicore-Test von Geekbench schlägt es das iPhone knapp, beim AnTuTu-Benchmark kommt es zumindest nah ran. Anders sieht es allerdings bei rechenintensiven Aufgaben aus. Beim Export einer Sequenz in Adobe Premiere Clip zum Beispiel gewinnt das iPhone.

Doppelt knipst besser: Tolle Dual-Kamera

Wie beim iPhone 7 Plus oder dem Honor 6X gibt es zwei rückseitige Kameras, das Konzept aber ist anders. Die zweite Kamera dient nicht für einen optischen Zoom oder die Berechnung von Bokeh im Hintergrund, sondern soll für mehr Lichtstärke und Detail sorgen. Verbaut sind zweimal 12 Megapixel, von denen ein Sensor ein reines Schwarzweiß-Bild liefert. Die andere Kamera reichert dieses Bild dann mit Farbinformation an.

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Image by Anton Knoblach

Die mitgelieferte App lässt sich wie von Android gewohnt in einen Profi-Modus schalten, in dem alle wichtigen Einstellungen manuell getroffen werden können, zusätzlich kann man auch im RAW-Format fotografieren.

Im Kurztest macht die Kamera einen guten Eindruck. Das Honor 8 Pro macht helle und scharfe Bilder mit realitätsgetreuen Farben. Auch bei wenig Licht klappt das gut.

Fazit

Mit dem Honor 8 Pro platziert sich der Hersteller im ernstzunehmenden High-End-Sektor, ohne aber dessen Preise abzurufen. Das Smartphone ist ein würdiger Konkurrent zum deutlich teureren Samsung Galaxy S8, dem Huawei Mate 9, dem LG G6 und dem HTC 10. Das Top-Gerät lässt Kaufinteressierte den Haken in technischen Daten und Materialqualität vergeblich suchen. Wer die Größe mag und viel Power haben will, hat mit dem Honor 8 Pro nun eine leistungsmäßig ebenbürtige Alternative zu den Android-Smartphones von bekannteren Marken. Und das auch noch zu einem verdammt guten Preis.

In Deutschland wird das Honor 8 Pro vorerst exklusiv beim Mobilfunk-Provider O2 erhältlich sein. Entweder als Einmalkauf für 549 Euro oder per Ratenzahlung mit und ohne Vertrag.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Images by Julia Froolyks, Anton Knoblach


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • DATENSCHUTZ heise: Test zur Gesichtserkennung laut Datenschützerin am Bahnhof akzeptabel: Der von den Sicherheitsbehörden geplante Test biometrischer Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof Südkreuz geht aus Sicht der Bundesbeauftragen für Datenschutz in Ordnung. Das Projekt sei „für sich genommen noch nicht als schwerwiegender Eingriff zu sehen“, erklärte Andrea Voßhoff auf Anfrage. Das ändere allerdings nichts an „grundsätzlichen Bedenken“ gegen diese Technologie. „Sollten derartige Systeme später einmal in den Echtbetrieb gehen, wäre dies ein erheblicher Grundrechtseingriff“, so Voßhoff.

  • TECHNOLOGIE golem: Dells OLED-Monitor UltraSharp UP3017Q kommt doch: Der US-amerikanische Hardware-Hersteller hat hingegen anders lautender Aussagen nun doch angekündigt, den OLED-Monitor UltraSharp UP3017Q auf den Markt zu bringen. Zwischenzeitlich hieß es, das Modell würde eingestellt aufgrund von Blickwinkelproblemen. Für den Bereich der USA können Kunden das Gerät ab sofort bestellen, es ist mit einer Lieferzeit von ein bis zwei Wochen zu rechnen. Bisher hat sich OLED-Technik im IT-Bereich nur bei Wearables, Smartphones und Zusatzdisplays wie beim Macbook Pro 2016 verbreitet. Bei größeren Bildschirmdiagonalen sind vor allem Fernseher-Hersteller Panel-Abnehmer.

  • E-COMMERCE t3n: Die Zukunft von Magento: Das kommt auf Shopbetreiber zu: Nach gut einem Jahr Eigenständigkeit als Magento Inc. und mit Permira hat sich Magento im letzten Jahr sehr weiterentwickelt – und steht durch den neuen Investor besser da denn je. Die E-Commerce-Plattform wickelt inzwischen insgesamt ein Bestellvolumen von weltweit mehr als 100 Milliarden Dollar ab, das von mehr als 260.000 Kunden (davon gut 3.500 Enterprise-Kunden) generiert wird.

  • KI Welt: So stellt sich künstliche Intelligenz Menschen vor: Der Fernsehmaler und Unternehmer Bob Ross, leicht zu erkennen an seiner auffälligen Frisur, hat in einem neuen Kunstwerk dargestellt, wie es für eine künstliche Intelligenz unter Einfluss von LSD erscheinen muss, einen Menschen wahrzunehmen. Die Software, die zu dieser Wahrnehmung führt, sind Deep-Dream-Algorithmen von Google sowie der WaveNet Machine Learning Algorithm. Das Video zeige, so der Künstler, „wie sich ein Computer die Stimme von Bob Ross vorstellt und wie ein Computer ,halluziniert‘, was er in den einzelnen Videobildern sieht“, erklärt Alexander Reben, Künstler und Programmierer aus dem Silicon Valley.

  • HACKING Süddeutsche Zeitung: Mysteriöse Gruppe offenbart mutmaßliche Hacking-Angriffe der NSA: Eine mysteriöse Hackergruppe hat mehrere Datensätze veröffentlicht, aus denen hervorgehen soll, dass der US-Geheimdienst NSA Teile des globalen Geldverkehrs ausspioniert hat. Ebenfalls enthalten sind Werkzeuge, mit denen die Elite-Hacker der NSA wohl Windows-Betriebssysteme übernehmen konnten. Die Hacker nennen sich Shadowbrokers – in Anlehnung an das Computerspiel Mass Effect – und sind seit August 2016 unter diesem Namen aktiv. Ob und von wem sie Befehle erhalten, ist unklar. Sicher ist nur: Jede Veröffentlichung hat das Potenzial, die US-Beziehungen sowohl zur internationalen Gemeinschaft als auch zu amerikanischen Technik-Konzernen massiv zu beschädigen.

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