Sportlich, spaßig und gesund: Health-Apps der großen Android-Hersteller im Test

Regelmäßiger schlafen, gesünder essen, mehr Wasser, aber dafür weniger Kaffee trinken – so oder so ähnlich sehen die Vorsätze von vielen für das neue Jahr aus. Warum sollte man sich dafür nicht ein wenig Hilfe von seinem Smartphone holen, das ohnehin schon pausenlos unser Leben begleitet? Health-Apps der großen Android-Hersteller versprechen Übersicht und Unterstützung bei einem gesunden Leben – wir haben sie für euch auf die Probe gestellt. Im Vergleich dabei sind folgende Health-Apps: Samsung Health (5.14.1.003), Sony Lifelog (4.0.A.0.14), LG Health (5.31.71), Huawei Health (8.0.0.309) und Google Fit (1.78.03-136). Wer glaubt, dass sich die Anwendungen kaum unterscheiden, wird sich wundern – die Health-Apps heben sich nicht nur im Design, sondern teils stark in ihrem Funktionsumfang von einander ab. Eine positive Gemeinsamkeit aller Android-Apps: sie ließen sich mühelos auf dem Smartphone der Konkurrenz installieren. So konnte ich “Samsung Health” problemlos auf meinem Sony Xperia XA1 (Provisions-Link) nutzen. Lediglich bei den Schrittzählern scheinen die Health-Apps noch Probleme zu haben. Doch auch dafür gibt es einen Work-Around: Google Fit läuft nämlich auf jedem Androiden einwandfrei; falls Schrittezählen relevant für euch ist, könnt ihr es einfach zusätzlich nutzen.

Samsung Health: Mehr als nur Essenstagebuch

Mangels Samsung-Smartphone hatte ich vor dem Test leider noch keine Berührung mit Samsung Health. Schade, denn Samsung hat bei der Entwicklung seines Gesundheitsmangeres wahnsinnig viel Arbeit in den Aufbau einer Community gesteckt. Bemerkbar macht sich das vor allem bei den optisch wundervoll aufbereiteten “Globalen Herausforderungen”, die mit Gemeinschaftsgefühl zu mehr Schritten oder auch mehr Entspannung bewegen wollen. An ein paar Cheatern muss man sich hier nicht stören, Samsung arbeitet bereits daran, diese Schwachstelle zu beheben. Die Samsung Health-App unterstüzt daneben eine immense Zahl an Sportarten. Also egal, ob ihr Baseballer seid, Drachenfliegen geht oder regelmäßig auf einem Stepper steht, die Samsung Health-App hat das entsprechende Profil für euch.

Health-App Samsung
Blick in die Menüs der Samsung Health App. Image by Jonathan Kemper

Darüber hinaus sticht die Samsung Health-App auch im Bereich Ernährung heraus. Dank einer riesigen Datenbank an Lebensmitteln, die auch gängige Supermarktartikel und Produkte von Fast-Food-Ketten listet, können Nutzer ihre verspeisten Mahlzeiten vermerken. Ich hätte mir gewünscht, dass mich mein Smartphone zu den üblichen Frühstücks-, Mittag- oder Abendessenzeiten ans Kalorienzählen erinnert. Ich selbst habe spätestens am zweiten Tag wieder vergessen, was ich gegessen habe. Immerhin kann man mit Hilfe der Health-App explizit Mahlzeiten auslassen – was wohl nicht besonders gesund ist, sich aber vielleicht genau deshalb eintragen lässt.

LG Health: Messbecher exklusive

LG Health wirkt dagegen völlig lieblos. Vielleicht hat der südkoreanische Hersteller nicht einmal versucht, sich irgendwie positiv von der Konkurrenz abzuheben. Meine Interaktion mit der Anwendung beschränkte sich mehr oder weniger auf die Benachrichtigung: „Es ist Zeit, etwas zu trinken”, da ich mir ein tägliches Ziel von gut zweieinhalb Litern gesetzt habe. Aber mal ganz ehrlich, wer nimmt immer exakte Portionen von 150 Millilitern zu sich? Falls ihr also nicht immer sowieso einen Messbecher mit euch herumtragt, sehe ich keinen Grund, LG Health zu installieren. Neben dem Einpflegen von Gewichtsdaten unterstützt die App nur eine sehr begrenzte Anzahl an Trainingsarten nämlich Gehen, Laufen, Radfahren, Wandern und Inline-Skating.

Health-Apps LG
Blick ins Menü der LG Health App. Image by Jonathan Kemper

Huawei Health: Kann man vernachlässigen

Eine noch größere Enttäuschung als LG Health war für mich die Huawei Health-App. Nicht unbedingt wegen der wenigen Features, sondern in Sachen Design. Die App wirkt überholt, zudem hat sich Huawei nicht viel Mühe bei der Lokalisierung gegeben. Von Haus aus gibt es aber Support für diverse andere Gesundheits-Geräte, wie Herzfrequenzmesser und Körperfettwaagen. Dazu gehören das Huawei Fit-Armband (Provisions-Link), die kabellosen Jabra-Kopfhörer mit In Ear Herzfrequenzmessung (Provisions-Link), der Suntoo Smart Belt Heart Rate Sensor, der Polar H7 Herzfrequenzmesser (Provisions-Link) sowie die Personenwaagen Picooc S1 und die Picooc S1 Pro (Provisions-Link). Die darüber gesammelten Daten visualisiert die App in recht anschaulichen Statistiken. Auf meinem Sony-Smartphone schien die Messung von Schlaf oder Schritten aber nicht zu funktionieren, daher würde ich ohne ein entsprechendes Huawei-Smartphone die App eher nicht empfehlen.

 Health-Apps Huwai
Blick ins Menü der Huwai Health App. Image by Jonathan Kemper

Google Fit: Eine Health-App, euch zu knechten

Wie anfangs erwähnt, lässt sich Google Fit als Sammelstelle für alle Daten einsetzen, funktioniert auf jedem Android-Smartphone und passt sich dank Googles Designsprache Material-Design auch hervorragend in jede Herstelleroberfläche ein. Im Play Store findet sich sogar eine Übersicht an Health-Apps, die in die Google Fit-Datenbank schreiben können. Dazu gehören zum Beispiel Runtastic, Strava, Endomondo, Seven aber auch Moto Body und Nokia Health Mate. Die Bedienung der Health-App ist etwas gewöhnungsbedürftig, bietet nach etwas Übung aber schnellen Zugriff auf alle Daten, die ihr haben wollt. Ihr könnt euch eigene Ziele setzen wie etwa “Eine Stunde aktiv am Tag”. Wenn ihr das Ziel erreicht habt, benachrichtigt euch euer Smartphone. Eine Sportart, die Google Fit beim Aufzeichnen einer Trainingseinheit nicht unterstützt, existiert auf diesem Planeten nicht. Von Hallenvolleyball über Kettlebell-Training bis hin zu Stand-Up-Paddling oder Zumba ist wirklich alles dabei. Wegen des großen Funktionsumfangs verläuft man sich aber leider auch mal schnell in der App, zudem lässt die Datenvisualisierung noch etwas zu wünschen übrig.

Health-Apps Google
Blick ins Menü der Google Fit App. Images by Jonathan Kemper

Sony Lifelog: Function follows form

Leider hatte ich die Sony Lifelog trotz eines Sony-Smartphones bis zu diesem Test überhaupt nicht auf dem Schirm. Obwohl die App keine Fitness-App im engeren Sinne ist, macht Lifelog einfach Spaß. Mit der App lässt sich alles tracken, was man mit oder auch ohne Smartphone am Tag so macht. Sei es Chatten, Laufen, Musikhören und sogar Fotografieren. Lifelog überewacht dabei nicht exakt jede Minute, sammelt aber genug Aktivitätsdaten, um aus ihnen per Knopfdruck einen Rückblick des Tages in Form einer niedlichen Animationen zu generieren. Statt eines detaillierten Trainingsergebnisses bekommt man hier also eine gute Übersicht, wann man im Auto oder der in der Bahn saß, mal bei Netflix reingeschaut oder wie lange man auf WhatsApp und Twitter verbracht hat. Hervorragend meistert Sony den schmalen Grat zwischen ernsthafter Gesundheitsaufzeichnung und Blödsinns-Infos. Diese App wird auch nach dem Test definitiv auf meinem Smartphone bleiben.

Sony Health App
Blick ins Menü der Sony Lifelog App. Image by Jonathan Kemper

 

Fazit: Health-Apps von Samsung + Google = Optimum

Die Wahl der richtigen Health-App hängt wie immer vom Anwendungsfall ab. Wollt ihr möglichst witzige, tagebuchähnliche Darstellung eures Lebens, müsst aber nicht unbedingt protokollieren, was ihr esst? Dann ist Sony Lifelog genu die richtige App. Ihr wollt abnehmen, euch gesünder ernähren oder müsst aus medizinischen Gründen wirklich drauf achten? Dann ist Samsung Health die App eurer Wahl. Und wenn ihr von allem ein bisschen wollt, auf Googles Material-Design steht und volle Kompatibilität wünscht, dann macht euch Google Fit glücklich.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Android.


Images by Jonathan Kemper

venimo / stock.adobe.com



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Jonathan Kemper

Jonathan Kemper

studiert Technikjournalismus und schreibt News und Nonsens. Testet Telefone, greift Gitarrenhälse, praktiziert Pfadfindertum. Normalerweise nachtaktiv. Achtet auf Alliterationen.

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