WhatsApp: 19 Tipps, die die Messaging-App erträglich machen

Wer mobil und digital kommunizieren will, kommt oft nicht mehr an WhatsApp, dass Facebook 19 Milliarden Dollar wert war, vorbei. 500 Millionen aktive Nutzer, die pro Tag 700 Millionen Bilder, 100 Millionen Videos und bis zu 20 Milliarden Nachrichten pro Tag verschicken: Trotz aller Kontroversen rund um die Facebook-Übernahme, erstarkender Rivalen wie Line, Telegram und WeChat oder immer wiederkehrenden Datenschutzproblemen bleibt das enorme Wachstum der Messaging-App ungebremst. Wer mit Freunden, Familie und Kollegen digital kommunizieren will, dem bleibt selten die Wahl – WhatsApp ist bei vielen zum Standard geworden.

1. Hintergrundbilder:

Es klingt banal, ist aber mit Sicherheit ein Erfolgsfaktor von WhatsApp im Unterschied zu anderen Apps: Nutzer können das Hintergrundbild personalisieren und es sich so in der App, die dutzende oder gar hunderte Male pro Tag aufgerufen wird, gemütlich machen. Kostenlose Wallpapers für WhatsApp gibt es etwa hier für Android oder hier für iPhone, man kann aber natürlich auch eigene Bilder einstellen. Ändern kann man sie unter „Einstellungen“ –> „Chat-Einstellungen“.

2. Statusmeldung anpassen:

Hey there! I am using WhatsApp“ steht nach wie vor bei vielen Kontakten der Messaging-App. Dabei kann man diesen Satz ändern, und zwar unter “Optionen” -> “Status”. Erlaubt sind übrigens mittlerweile auch Emoticons wie Smileys oder der erhobene Daumen. Da der Satz standardmäßig für alle anderen Kontakte sichtbar ist, sollte man überlegen, was adäquat ist. Wer oft mit Arbeitskollegen bei WhatsApp chattet, sollte eher nicht “bin gerade betrunken” oder ähnliches hineintippen.

3. Broadcasten:

WhatsApp ist nur zum Chatten zu zweit oder in kleinen Gruppen da? Falsch, mit der App kann man auch bis zu 250 Kontakte auf einmal erreichen. Die Funktion dazu heißt “Broadcast” und erlaubt es, eine Nachricht an viele Personen auf einmal zu senden, ohne dass die Empfänger sich gegenseitig sehen – vergleichbar mit der BCC (“Blind Copy Carbon”) in E-Mails. Weil die Funktion leider gerne für Spam verwendet wird, muss man zuerst eine “Broadcast-Liste” anlegen und jeden gewünschten Kontakt einzeln hinzufügen. Nur der BBC wurde es bis dato von WhatsApp erlaubt, an mehr als 250 Kontakte gleichzeitig zu senden: Während der Wahlen in Indien richtete BBC India einen Nachrichten-Dienst ein, um Menschen am Handy einfach mit Infos zur Wahl versorgen zu können.

4. Nummer ändern:

Ein WhatsApp-Konto ist immer mit einer Handynummer verknüpft, über die der Nutzer eindeutig identifiziert wird und mit anderen Usern in Kontakt steht. Wenn man seine Nummer (z.B. beim Provider-Wechsel) ändert, muss man das WhatsApp rechtzeitig mitteilen, damit der eigenen Account auf die neue Nummer umgestellt wird. Dazu muss die alte Nummer noch aktiv sein, Anleitungen für die verschiedenen mobilen Betriebssysteme finden sich hier.

5. Nachrichten lassen sich sharen:

Von Twitter („Retweet“) und Facebook („Share“) kennt man die Teilen-Funktionen schon, mit deren Hilfe sich Postings wie ein Lauffeuer in sozialen Netzen verbreiten können. Auch bei WhatsApp kann man die Meldungen anderer (z.B. ein witziges Video, Foto oder Links) sharen: Dazu hält man lange mit dem Finger auf den Beitrag und sendet ihn dann an eine anderen Chat weiter. Außerdem kann man Fotos oder Videos auch in andere soziale Netze wie Facebook oder Tumblr weiterleiten. Diese Funktionen zeigen auch, dass WhatsApp nicht unbedingt nur ein Privat-Chat ist: Digitale Inhalte lassen sich einfach auch an andere Empfänger, die derjenige, der das Posting ursprünglich gemacht hat, gar nicht kennt. Online-Medien wie Buzzfeed oder Vol.at setzen übrigens auf den WhatsApp-Share-Button, der ähnlich wie Facebooks Like- oder Twitters Tweet-Button funktioniert und mit dem sich News teilen lassen.

6. Auto-Downloads abstellen:

Wer WhatsApp intensiv nutzt, wird vielleicht schon bemerkt haben, dass sich die eigene Foto/Video-Galerie am Smartphone schnell mit den erhaltenen Inhalten füllt. Denn die App speichert empfangenen Content automatisch am Smartphone. Wer das nicht oder nur unter bestimmten Voraussetzungen (WLAN, 3G, Roaming) will, der setzt die Einstellungen unter „Medien Auto-Download“ entsprechend seiner Präferenzen.

7. Benachrichtigungen managen:

WhatsApp kann ziemlich nerven, wenn in einer oder mehreren Gruppen viel geschrieben wird – das Smartphone plingt, surrt und/oder blinkt dann ohne Ende. Im Einstellungsbereich „Benachrichtigungen“ kann man etwa Töne, Vibration oder Pop-ups ausstellen, die über den Empfang von Nachrichten informieren. Für viele Nutzer ist es am sinnvollsten, sich die Benachrichtigungen nur visuell (am iPhone als rotes Notification-Kügelchen oder auf Android als Notification in der oberen Leiste) anzeigen zu lassen. Wenn man „live“ mit jemanden chattet, sieht man ohnehin, ob der andere gerade schreibt und weiß auch so, dass man in wenigen Sekunden eine Nachricht erhält.

8. Jemandem WhatsApp schenken:

Weil WhatsApp sehr intensiv von jüngeren Nutzern verwendet wird, die keine Bezahlmöglichkeit via Google Wallet (setzt eine Kreditkarte voraus) oder PayPal haben, können Nutzer anderen die WhatsApp-Gebühr schenken. Die Option gibt es unter “Kontakte” und kostet 89 Cent für ein Jahr (bzw. 2,40 Euro für 3 Jahre oder 3,34 Euro für 5 Jahre).

9. “Zuletzt online” verbergen:

WhatsApp kann sehr verräterisch sein, weil andere Kontakte standardmäßig sehen können, wann man zuletzt in der App war. Da folgen dann oft Vorwürfe wie: “Du musst doch eine Nachricht gesehen haben, warum hast du nicht zurückgeschrieben?!” Zum Glück kann man diese Info unter „Einstellungen“ –> „Datenschutz“ –> „Zuletzt online“ –> „Niemand“ ausstellen.

10. Die zwei Häkchen richtig verstehen:

Viele WhatsApp-Nutzer glauben, dass zwei grüne Häkchen neben einer Nachricht bedeutet, dass der Empfänger diese gelesen hat. Das ist aber falsch: Wie man auch in den WhatsApp-FAQ nachlesen kann, bedeutet der erste Haken, das die Nachricht am WhatsApp-Server eingetroffen ist, der zweite Haken, dass die Nachricht ans Smartphone des Empfängers zugestellt wurde. Wer also mal mit dem Vorwurf konfrontiert wird, dass man nicht auf eine Doppelhäkchen-Nachricht reagiert hätte, kann immer noch argumentieren, diese noch gar nicht gelsen zu haben.

11. Kontakte auf den Startbildschirm:

Wenn man sehr oft mit einer Person kommuniziert, kann es praktisch sein, diesen Kontakt direkt auf den Startbildschirm des Smartphones zu platzieren – dann muss man nicht immer WhatsApp extra öffnen, um zum Chat zu gelangen. Die Funktion findet sich unter „Kontakte“ –> „Kontakt auswählen“ –> „Optionen“ –> „auf Startbildschirm platzieren“. Das Profilfoto des Kontakts wird dann wie ein App-Symbol am Homescreen angezeigt, ein Tipper darauf führt direkt zu seinem Profil mit allen Kontaktmöglichkeiten von Telefon über E-Mail bis eben WhatsApp.

12. Nervende Kontakte blockieren:

Wer andere WhatsApp-Nutzer aus welchem Grund auch immer blockieren will, kann dies unter „Einstellungen“ –> „Datenschutz“ –> „Blockierte Kontakte“ tun. Deren Nachrichten bekommt man dann nicht mehr zugestellt, außerdem sehen sie die eigenen „Zuletzt online“-Infos oder Statusmeldungen nicht mehr. Dass man selbst von einem anderen Nutzer blockiert wurde, kann man nur an diesen Anzeichen erkennen, eine direkte Info darüber gibt es nicht.

13. WhatsApp am Desktop:

In der offiziellen Version kann WhatsApp nur auf einem Smartphone genutzt werden, nicht aber im Web oder auf einem anderen Computer. Wer auf die Chats aber trotzdem am Desktop zugreifen will und ein Android-Smartphone mit Root-Zugriff hat, kann das mit dem Dienst WhatsRemote tun. WhatsApp wird dann im Browser angezeigt, was praktisch sein kann, wenn man etwa im Büro nebenbei Nachrichten versenden will und dafür nicht ständig zum Smartphone greifen will.

14. Alte Chats aufs neue Handy:

So, wie man früher seine SMS als Erinnerungsstücke mit aufs neue Handy mitgenommen hat, kann man WhatsApp-Chats ebenfalls von einem Gerät auf das andere übertragen. Das Prozedere ist bei jedem mobilen Betriebssystem etwas anders: Bei iPhones läuft es etwa über die iCloud, bei Android muss man die Back-up-Datei z.B. mittels microSD-Karte oder Dateitransfer vom alten aufs neue Gerät übertragen. Chat-Verläufe von einem BlackBerry, Nokia S40 oder Windows Phone kann man derzeit noch nicht übertragen. Auch von iPhone zu Android oder umgekehrt funktioniert leider nicht.

15. WhatsApp ohne SIM-Karte:

Prinzipiell ist ein WhatsApp-Account an eine Telefonnummer geknüpft, was die Verwendung auf einem Tablet erschwert. Allerdings gibt es einen Trick: Man kann sich mit einer Festnetznummer anmelden. Die SMS mit dem Freischalt-Code kann so zwar nicht empfangen werden, aber man kann stattdessen den automatischen Anruf abwarten, der nach ca. 5 Minuten kommt und bei dem eine Computer-Stimme den Code ansagt. Eine genaue Anleitung gibt es hier.

16. Sprachnachrichten leise anhören:

Immer wieder werden bei WhatsApp Sprachnachrichten verschickt. Wenn man das Smartphone normal in der Hand hält, werden diese Audio-Botschaften in der gerade eingestellten Lautstärke des Geräts über dessen Lautsprecher abgespielt – was etwa in der U-Bahn andere mithören lässt. Die einfache Lösung: auf Play drücken, Smartphone ans Ohr halten, und schon kann kein anderer mehr mithören.

17. WhatsApp löschen:

Wer WhatsApp aus dem einen oder anderen Grund (Facebook-Übernahme, Nachrichtenflut, Datenschutz) satt hat, kann seinen Account auch wieder löschen, und zwar unter „Einstellungen“ –> „Account“ und „Account löschen“. Dabei werden auch die Chatverläufe gelöscht und man wird aus allen WhatsApp-Gruppen entfernt, Zahlungsdaten verbleiben laut AGB noch 30 Tage auf den Servern der Firma. Nur die App löschen reicht nicht, da bleibt das Konto erhalten.

18. Alternativen:

Wer nicht ohne Messaging-App sein kann und WhatsApp den Rücken kehrt, der kann auf (halbwegs) sichere Alternativen wie TextSecure, Telegram oder Threema ausweichen. Die Krux an der Sache: Man muss auch seine Kontakte davon überzeugen, zu diesen Alternativen zu wechseln, und das fällt bei 500 Millionen aktiven WhatsApp-Nutzern möglicherweise schwer.

[UPDATE] 19. Die Web-App im Browser:

Seit Mitte Januar 2015 kann WhatsApp in der aktuellsten Version für Android auch in Googles Chrome-Browser genutzt werden. Per QR-Code in der WhatsApp Web-App lassen sich der Browser und die Android-App miteinander verbinden. In Echtzeit werden dann bei aktiver Internetverbindung des Smartphones Chat-Nachrichten auch im Browser-Tab angezeigt.


Image „Whatsapp“ by antonbe (CC0 Public Domain)


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Jakob Steinschaden

Jakob Steinschaden

ist seit 2006 publizistisch auf Papier und Pixel tätig. Er arbeitet in Österreich als Journalist und hat die beiden Sachbücher "Phänomen Facebook - Wie eine Webseite unser Leben auf den Kopf stellt" (2010) und "Digitaler Frühling - Wer das Netz hat, hat die Macht?" (2012) veröffentlicht. In seinem Blog “Jakkse.com” und in Vorträgen schreibt und spricht er gerne über die Menschen und ihr Internet – von Social Media über Mobile Business und Netzpolitik bis zu Start-ups.

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