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CodePen – Die soziale Entwicklungsumgebung für den Browser

Wenn wir uns das Klischee eines Entwicklers vorstellen, denken viele an einen einsamen Nerd, der alleine vor seinem Computer sitzt. Dieses Bild ist mittlerweile aber völlig überholt. In der Realität ist Software-Entwicklung eine sehr kommunikative Tätigkeit, erfordert eine umfangreiche Teamarbeit und einen regen Austausch. Für Alleingänge sind die meisten Projekte heutzutage schlicht und ergreifend zu komplex.

Aus diesem Grund nutzen viele Entwickler Seiten wie Stackoverflow, Hackernoon oder CodePen um sich mit Anderen auszutauschen, ihre Lösungen auf Probleme zu präsentieren oder Lösungen für ihre eigenen Probleme zu finden. CodePen wurde 2012 von Tim Sabat, Alex Vazquez und Chris Coyier gegründet und wird als eine Art soziale Entwicklungsumgebung zum Testen und Zeigen von Website-Elementen beschrieben.

Was ist eine Entwicklungsumgebung?

Eine Entwicklungsumgebung ist eine virtuelle Umgebung in der man programmiert. So kann eine Entwicklungsumgebung für viele schon aus einem einfachen Text-Editor wie Notepad++ bestehen. Notepad++ ist aber wirklich nicht viel mehr als ein einfacher Text-Editor und außerdem ziemlich alt und unansehnlich. In der Praxis enthalten Entwicklungsumgebungen deutlich mehr Funktionen. Modernere und professionellere Editoren wie Visual Studio Code, Atom oder Sublime Text sind zum Beispiel mit etlichen Plugins erweiterbar um den Entwickleralltag zu erleichtern.

Auch CodePen ist eine Entwicklungsumgebung. In CodePen lässt sich, wie der Name schon sagt, Code schreiben. Allerdings ist die Plattform auf Web-Entwicklung beschränkt. Entwickler können hier in einem Editor direkt im Browser ganze Webseiten, oder nur kleine Ausschnitte davon programmieren. Diese Ausschnitte nennt CodePen Pens. So können Web-Entwickler Funktionen, die sie in ihr eigentliches Projekt einbauen wollen, auf CodePen vorher ausprobieren.

Angenommen ihr wollt für eure Website ein Menü programmieren, das am rechten Bildschirmrand ausgefahren wird. Auf CodePen könnt ihr, ohne dass ihr die gesamte Anwendung um das Menü herum entwickeln müsst, nur diesen kleinen Teil programmieren. Dafür erstellt ihr einfach einen neuen Pen und programmiert drauf los. Wenn alles so funktioniert, wie ihr es euch vorstellt, könnt ihr das Menü in eure eigentliche Website einbauen.

See the Pen Insert Cards from Left and right by Moritz Stoll (@BerndStrommberg) on CodePen.

Was macht CodePen so sozial?

CodePen ist mehr als eine Entwicklungsumgebung. Tatsächlich ist die Seite eine Art Social Network. Zwar kann man CodePen auch ohne Account benutzen, doch mit einem eigenen Profil könnt ihr eure Pens und Projekte in eurem Profil speichern. Wenn jetzt jemand nach „Menu-Bar-Right“ sucht, könnte es sein, dass er auf euer ausfahrbares Menü stößt und dieses dann auch in seine Website integriert. Dieser Aspekt von CodePen ist gerade dann praktisch, falls ihr im Bereich der Web-Entwicklung noch neu seid. Webseiten werden nämlich nicht nur mit einer, sondern mit drei unterschiedlichen Technologien entwickelt.

Da wäre einmal HTML um die grobe Struktur einer Seite festzulegen, dann CSS um der Struktur Form und Farbe zu geben und schlussendlich JavaScript um die Seite interaktiv zu machen. Das kann am Anfang alles ganz schön überfordernd sein und oft steht man vor dem Problem zwar zu wissen, was man erreichen möchte, aber einfach nicht zu wissen, wie man seine Idee am besten umsetzt. Eine kurze Suche auf CodePen kann einem manchmal die nötige Lösung liefern. Außerdem gibt es auf der Seite, neben dem Erstellen von Pens, die Möglichkeit eigene Posts zu erstellen. Hier teilen erfahrene Entwickler ihr Wissen, was ebenfalls sehr nützlich sein kann.

Die Basis-Funktionen sind dabei kostenlos. Wer aber Funktionen wie kollaboratives Arbeiten, Live View, oder das Einbinden eigener Domains nutzen möchte, kann diese mit einem von drei kostenpflichtigen Abonnements freischalten. Das kleinste Paket Annual Starter kostet acht, das Paket Annual Developer zwölf und das umfangreichste Paket Annual Super 26 Dollar im Monat. Der Umfang an Funktionen wächst dabei mit dem Preis der Pakete. Die meisten der kostenpflichtigen Funktionen sind aber gerade am Anfang eigentlich nicht nötig und man kann die soziale Entwicklungsumgebung wunderbar in der kostenlosen Variante benutzen.

CodePen ist nicht nur für Anfänger!

Bisher klingt es so, als sei CodePen nur etwas für Anfänger um bei Anderen abzukupfern und mit reinem HTML, CSS und JavaScript zu arbeiten. In der Realität der Web-Entwicklung werden aber häufig sogenannte Frameworks und Präprozessoren benutzt um eine Website zu entwickeln. Frameworks stellen dabei eine ganze Reihe an Funktionen bereit, um die Programmierung einer Webseite deutlich zu erleichtern. Präprozessoren werden oft zusammen mit HTML und CSS benutzt. Sie erlauben es eine andere, einfachere Schreibweise als die von HTML oder CSS vorgegebene zu benutzen. Die Präprozessoren wandeln dann den Code in normalen HTML- oder CSS-Code um. In CodePen lassen sich diverse gängige Frameworks und Präprozessoren ganz einfach einbinden und benutzen.

Einfach nur stöbern

Ihr könnt auf CodePen auch einfach nur stöbern. Direkt auf der Startseite werden euch aus den Kategorien Pens, Projects, Posts und Collections sogenannte Picks vorgestellt. Also besonders interessante Inhalte, die von anderen Nutzern erstellt wurden. Stöbert man in diesen herum, kommen einem teilweise selbst neue Ideen für eigene Projekte, oder man lernt etwas Neues dazu. Manchmal hat jemand aber auch einfach einen guten Tetris-Klon erstellt und man ist erst mal für fünf Stunden beschäftigt.

Ihr solltet CodePen einfach ausprobieren

Egal ob ihr Anfänger, Fortgeschrittene oder gar keine Entwickler seid, CodePen ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Probiert ein wenig rum, lernt vielleicht das Eine oder Andere, oder setzt gleich ein ganzes Projekt um. Es macht auf jeden Fall Spaß!


Image by Max / adobestock.com

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Auf der Jagd nach dem richtigen Emoji

Auf die Plätze, fertig, suchen! Im kostenlosen Browsergame Emoji Scavenger Hunt von Google treffen Machine Learning, Künstliche Intelligenz und Augmented Reality aufeinander. Ein netter Zeitvertreib für zwischendurch, den ich dir hier einmal genauer zeigen möchte.

Suche nach vorgegebenen Emojis

Die App ist ganz einfach über den Browser auf eurem Smartphone oder Tablet zu öffnen. Keine Anmeldung, keine Angaben, nichts, womit du rausrücken musst. Allerdings benötigt Google, damit du Emoji Scavenger Hunt spielen kannst, den Zugriff auf deine Smartphone-Kamera. Dem musst du natürlich zustimmen, sonst funktioniert das nicht. Hast du eingewilligt, kann es schon losgehen.

Der Emoji Scavenger Hunt Startbildschirm. Screenshot by Jennifer Eilitz

Nachdem der Countdown von drei herunter gezählt hat, bekommst du zu Beginn angezeigt, nach welchem Emoji du Ausschau halten musst. Diese können ganz unterschiedlich sein. Von einer Glühbirne über ein Smartphone bis hin zur Socke wird dir alles Mögliche angezeigt. Anschließend beginnt der Timer von 20 runterzuzählen und du musst dich auf die Suche nach dem Gegenstand in deiner Umgebung machen. Mir wurde unter anderem ein Hand-Emoji angezeigt, was natürlich sehr einfach zu finden ist. Lediglich die Hand vor die Kamera halten und das Spiel analysiert, ob du mit dem Gegenstand vor der Kamera richtig liegst. Die kleine Detektivin am unteren Bildschirmrand unterhält dich zudem nebenbei, indem sie deine gezeigten Gegenstände genauer unter die Lupe nimmt.

Auf der Suche nach einer Hand. Screenshot by Jennifer Eilitz

Achtung, die Zeit rennt

Ist die Zeit vorbei und du hast nicht den richtigen Gegenstand gefunden, hast du leider verloren und musst von vorn beginnen. Eigentlich könnte man meinen, dass das Spiel unheimlich einfach ist. Dennoch gibt es immer wieder Gegenstände, die du leider nicht so schnell griffbereit haben wirst. Wenn du es aber schaffst in der vorgegebenen Zeit den richtigen Gegenstand vor die Kamera zu bekommen, erhältst du automatisch für jeden richtigen Fund einen Zeitbonus in der nächsten Runde.

Netter Zeitvertreib mit einigen Fehlern

Emoji Scavenger Hunt weist zwar noch einige Fehler auf, die allerdings zu entschuldigen sind. Beispielsweise erkennt das Spiel manche Gegenstände schon dann, wenn man noch nicht einmal die Kamera drauf gerichtet hat. Zudem werden so manche Dinge falsch gedeutet oder schlichtweg nicht erkannt. Dennoch ist es beeindruckend, zu was die Technologie fähig ist und wie einfach eine Smartphone-Kamera Dinge erkennen kann. Ich kann das Spiel auf jeden Fall empfehlen, wenn einmal die Langeweile aufkommt oder du dir mit deinen Freunden ein spannendes Such-Match leisten möchtest. Für dieses Spiel gibt es einen Daumen-Hoch-Emoji!


olehslepchenko / stock.adobe.com

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  • FIREFOX QUANTUM chip: „Wir fangen gerade erst an“: Firefox-Chef verrät, wie er Chrome wieder einholen will: Mozilla sagt Google den Kampf an. Firefox Quantum soll dem Google-Browser Chrome mächtige Konkurrenz machen. Nach über einem Jahr hat Mozilla nun die neue Version des Open Source Broswers vorgestellt. Die Entwickler haben rund 75 Prozent der 6,8 Millionen Zeilen Code umgeschrieben. Was Firefox 57 vor allem konkurrenzfähig macht sind die hohe Geschwindigkeit und gleichzeitig der wenige Speicherplatz der Software. Bei Mozilla hat sich in den letzten Jahren wenig getan, Firefox Quantum oder 57 soll deswegen frischen Wind in den Browser-Markt wehen.

  • NETZSPERREN netzpolitik: EU-Parlament: Mit dem Verbraucherschutz kommen Netzsperren: Ob es eher als Schutz oder mehr als Zensur gelten soll ist Ansichtssache. Das EU-Parlament hat jetzt jedenfalls eine Regelung in die EU-Verordnung hinein verhandelt, die den europäischen Verbraucherschützern künftig das Recht verleiht, Netzsperren zu verhängen. Sie können damit unliebsame Inhalte aus dem Internet verbannen, ohne eine richterliche Genehmigung einholen zu müssen.

  • HYPERLOOP wired: Sieht so der realistischere Hyperloop aus?: “The End of Traffic” das möchte die US-amerikanische Firma Arrivo schaffen. Schon 2021 soll der Verkehr in Denver damit revolutioniert werden. Die Firma des Ex-Hyperloop-Mitarbeiters Brogan BamBrogan will damit eine realistischere Version des Hyperloops anbieten. Statt Vakuumröhren sollen eine Kombination aus PKWs und Magnetschlitten die Bevölkerung auf parallel Highway verlaufenden Trassen befördern .

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  • HASS-POSTINGS t3n: Wer pöbelt, darf in den Medien namentlich genannt werden: Mit der hohen Popularität wächst auch die Notwendigkeit über den Umgang mit Hass-Postings zu entscheiden. Das Saarländische Oberlandesgericht hat nun entschieden, dass zum Zweck der Berichterstattung der Name des Beitragserstellers voll zitiert werden darf. Der Name sei im Internet öffentlich zugänglich und der Nutzer sei sich dem Hass-Postings bewusst gewesen. Die Entscheidung des OLG hob eine vorherige Entscheidung auf.

  • BROWSER heise: Ehemaliger Mozilla-Technikchef: „Chrome hat den Browser-Krieg gewonnen“: Googles Browser „Chrome“ hat mittlerweile den Großteil des Marktes eingenommen. 54 Prozent nutzen den Browser, Mozilla Firefox, ein ebenfalls populärer Wettbewerber erreicht nur 6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind heute 22 Prozent weniger Firefox-Installationen aktiv, der Verlust beschleunige sich zunehmend. Diese Zahlen veröffentlichte der ehemalige Technikchef von Mozilla auf Github. Grund für den Rückgang der Aktiven Installationen von Firefox sei das aggressive Marketing und die Monopolstellung von Google. Mit wenig Aufwand kann das Unternehmen Aufmerksamkeit auf ihren Browser lenken.

  • STRAFE golem: Livestream-Mitschnitt des Stadtrats kostet 250.000 Euro: Auf den Mitschnitt und eine Weiterverwendung des Streams einer Stadtratssitzung des Stadtrats Schwerin steht nun eine hohe Geldstrafe, beschließt die Stadtvertretung. Beantragt wurde dieses Weiterverwendungsverbot da die Vertreter ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sehen. Die Fraktionen erklärten, dass der Livestream weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird, aber die Aufzeichnung durch dritte zu weit gehe. Der Landesbeauftragte für Datenschutz- und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern habe der neuen Regelung des Stadtrats zugestimmt.

  • WERBUNG horizont: Das Duopol: Welchen Einfluss haben Facebook und Google auf das internationale Werbegeschäft? Laut der Pivotal Research Group landen in den USA inzwischen 70 Prozent der digitalen Werbespendings bei Google und Facebook. Zahlen für Deutschland sind nicht bekannt. Die Tatsache, mit welcher Rasanz sich im digitalen Werbegeschäft ein Duopol zwischen den beiden Unternehmen etabliert hat, sollte eigentlich abschrecken. Die Stärke dieser Unternehemen liegt unter anderem auch in der großen Anzahl an Ressourcen und dem mittlerweile etablierten Prozess des Trackings.

  • SMART wired: Anybody Can Fire This ‚Locked‘ Smart Gun With $15 Worth of Magnets: Es schien wie ein Durchbruch im Bereich der Waffenkontrolle. In den USA hat das Unternehmen Armatix eine “Smart-Pistole” vorgestellt, die nur feuern kann, wenn der Schütze das passende Gegenstück – eine Uhr – am Arm trägt. Hacker haben nun einen Weg um die Sperre gefunden und gezeigt, dass die Technologie nicht so sicher ist. Die Verriegelung der Waffe kann durch einfache Magneten umgangen werden.

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Ausgegooglet: Drei Browser-Alternativen zum datenhungrigen Google Chrome auf dem Smartphone

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Immer öfter rufen Nutzer Webseiten mit Smartphone statt mit dem Computer auf. Im letzten Jahr betrug der Anteil der Webseiten, die in Europa mit mobilen Endgeräten aufgerufen wurden, sage und schreibe 35 Prozent. Die meisten Android-Nutzer setzen dabei auf den vorinstallierten Chrome-Browser. Doch vor allem aufgrund des fragwürdigen Datenschutzes ist die Google-Anwendung nicht unbedingt die beste Wahl. Ich habe die drei spannendsten und zugleich kostenlosen Alternativen zu Chrome verglichen.

Mozilla Firefox: Ausgefuchst anpassungsfähig

Die wohl bekannteste Alternative zu Google Chrome ist Firefox von Mozilla. Über den Google Play Store wurde die Anwendung bereits über 100 Millionen mal heruntergeladen. Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand: In Aufbau und Funktionsfähigkeit ähnelt die App stark dem Google-Pendant. So können Nutzer Webseiten der Startseite hinzufügen, innerhalb der Seite suchen und Seiten per soziale Netzwerke teilen. Neben der mobilen lädt Firefox wahlweise auch die Desktop-Version einer Webseite. Ein Inkognito-Modus sowie das Feature „Aktivitäten nicht verfolgen“ (Google Chrome: Do Not Track) ist ebenfalls mit an Bord.

Screenshots-Mozilla-Firefox-Addons-APNeu ist hingegen die Verfügbarkeit von Addons, wie man sie auch vom Desktop kennt. Somit können Nutzer den Browser den eigenen Bedürfnissen anpassen. Zur Verfügung stehen unter anderem Werbeblocker, die Passwortverwaltung Last Pass, eine Übersetzungs-Anwendung sowie diverse Sicherheits- und Datenschutz-Applikationen wie Decentraleyes oder Privacy Coach. Des Weiteren sind Seiten als PDF speicher- und druckbar. Auch Mirroring auf einen Smart-TV wird unterstützt. Wem Webseiten zu klein erscheinen, der kann auf einen permanenten Seitenzoom zurückgreifen, der nicht nur Schriften sondern auch anderweitige Inhalte vergrößert.

Zur Synchronisierung mit anderen Geräten, auf denen Mozilla Firefox installiert ist, steht der App-eigene Dienst Firefox Sync zur Verfügung. Wie bei Chrome können dann Lesezeichen, zuletzt aufgerufene Webseiten und Passwörter ausgetauscht werden. Mit dem kleinen Unterschied, dass Mozilla die Daten nicht in der Google Cloud, sondern auf einem firmeneigenen Server speichert. Wer sein Smartphone oder Tablet öfters einmal Freunden und Bekannten in die Hand drückt, kann private Daten zudem direkt beim Beenden der App löschen.

Opera mini: Daten direkt komprimiert

Eine weitere spannende Chrome-Alternative stellt der Opera mini vom gleichnamigen norwegischen Entwickler dar. Er zeichnet sich beim Öffnen der Anwendung durch eine eigene Startseite aus. Diese zeigt oft aufgerufene Webseiten sowie kuratierte Nachrichten an, die thematisch angepasst werden können. Das ist allerdings nicht das einzige Anpassbare: Opera mini bietet die Möglichkeit, das Erscheinungsbild und App-Layout zu modifizieren. Standardmäßig liefern die Softwareentwickler einen Datenoptimierer, der für weniger Traffic sorgt, sowie einen Werbeblocker, der unliebsame Anzeigen ausblendet. Beide sind standardmäßig aktiviert, was vor allem beim Adblocker sowohl Segen als auch Fluch darstellt.

Screenshots-OperaMini-APEin sogenannter Videobeschleuniger sorgt dafür, dass Bewegtbilder schneller auf das Gerät geladen werden. Wer des Nachts hin und wieder auf Webseiten umher surft, dürfte besonders am Nachtmodus Gefallen haben. Er erhöht die Farbtemperatur der Anzeige, was die Augen spürbar schont und weniger Konzentration benötigt. Auch wenn Geräte mit Android 7.0 bereits über eine solche Funktion verfügen, ein nettes Gimmick.

Wer öfters unterwegs ist und dabei nur eine schlechte Netzabdeckung vorfindet, kann Webseiten optional offline speichern. Sie befinden sich dann in einem eigenen Menüreiter. Das funktioniert sowohl im Normal- als auch im Privat-Modus. So oder so ist Nutzungsstatistik des Browsers nach der Installation leider standardmäßig aktiviert. Auch wenn Opera die Daten nicht so offensiv wie Google nutzt, empfiehlt sich die Deaktivierung des Features. Wie auch die Browser Mozilla Firefox und Google Chrome besitzt Opera mini eine Synchronisierungsfunktion mit Installationen anderer Geräte. Genutzt wird dafür ein eigener Opera-Account, es existiert also keine Anbindung an die Google-Cloud.

Dolphin: Flasht und gestikuliert

Ein wenig unbekannter, aber nicht minder interessant ist die mobile Version des Dolphin Browser. Er bietet als einzige Android-App einen vollwertigen Flash-Support. Auch wenn immer mehr Webseiten auf den modernen HTML5-Standard setzen, so ist Flash von Adobe durchaus noch verbreitet. In Sachen Anpassbarkeit geht Dolphin noch einen Schritt weiter als Opera mini. Der Entwickler MoboTap bietet eine Reihe von eigenen Themes an, die die Anwendung nach Belieben verschönern. Des Weiteren ermöglichen Addons wie bei Mozilla Firefox die Anpassung des Funktionsumfangs an eigene Wünsche. Ein Adblocker ist allerdings vorinstalliert.

Screenshots-Dolphin-Steuerung-APEin Novum bei der Steuerung stellt die Unterstützung von Gesten und Sprache dar. Erstere können dabei für jede Webseite frei konfiguriert werden. Dabei eignet sich natürlich der erste Buchstabe der Webadresse am besten. Wer lieber die eigene Sprache nutzt, kann Internetseiten auch durch Diktieren öffnen. Für Lesevergnügen ohne scrollenden Finger im Blickfeld sorgt die optionale Doppelbelegung der Lautstärkewippe.

Als einziger Browser versteht sich Dolphin auch mit den Konkurrenzprodukten Mozilla Firefox und Google Chrome. Lesezeichen und zuletzt besuchte Webseiten lassen sich so auch plattformübergreifend synchronisieren. Dabei kann wahlweise ein eigener Dolphin-Account oder des bestehende Facebook- bzw. Google-Konto genutzt werden. Ein weiterer Pluspunkt des Dolphin Browsers ist, dass sich persönliche Daten schnell über das Menü löschen lassen. Zudem bietet die App die größte Auswahl an direkt nutzbaren Standardsuchmaschinen: Neben Google, Yahoo und Bing sind auch Search, Ecosia und DuckDuckGo an Bord. Besonders hervorzuheben ist dabei die deutsche Suchmaschine Ecosia, dessen Entwickler eingenommene Werbeeinnahmen dafür nutzen, um ökologisch Bäume zu pflanzen.

Fazit: Es muss nicht immer Google Chrome sein

Der Google Chrome Browser ist für die meisten Android-Nutzer der einfachste Weg, um auf das World Wide Web zuzugreifen. Doch mit Mozilla Firefox, Opera Mini und Dolphin gibt es ebenbürtige Alternativen, die dem Primus im Bereich Funktionsumfang und Geschwindigkeit in nichts nachstehen – im Gegenteil. Fans von personalisierenden Addons kommen etwa bei Firefox und Dolphin auf ihre Kosten, Nachteulen und News-Junkies bei Opera. Eines haben allerdings alle gemeinsam: Sie kommen – soweit man dafür bereit ist – auch ohne Googles Datenspeicherung aus. Genau unter diesem Aspekt werde ich persönlich jedenfalls zukünftig dem ehemaligen Platzhirsch Mozilla Firefox eine Chance geben und ihn verstärkt einsetzen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten unter CC BY-ND 4.0.


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  • FACEBOOK süddeutsche: Dieses Programm zeigt Ihnen, was Facebook über Sie weiß: Auf Facebooks Servern lebt ein Doppelgänger von jedem seiner Nutzer. Vergangenen Woche stellten die beiden Programmiererinnen Hang Do Thi Duc und Regina Flores Mir eine Erweiterung für Googles Chrome-Browser mit dem prägnanten Namen „Data Selfie“ vor. Data Selfie ist eine Browser-Erweiterung, die dem User die Machine-Learning-Algorithmen vor Augen halten soll und uns zeigt, welche Informationen über uns gesammelt werden, ob bewusst oder unbewusst. Durch diese Daten erstellt Facebook ein digitales Abbild von den Nutzern und ihrer angenommenen Persönlichkeit, Data Selfie hält uns demnach den digitalen Spiegel vor.

  • FAKE NEWS horizont: ZDF startet Faktencheck-Projekt zur Bundestagswahl: #ZDFcheck17 – das ist der Hashtag zum neuen Anti-Fake-News-Projekt des ZDF zur Bundestagswahl 2017. Der Sender hatte bereits zu vergangenen Wahlen ähnliche Projekte aufgesetzt, aber das Thema Fake News ist bekanntlich derzeit brisanter denn je. Das Projekt soll nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai starten. Das Team wird sich aus Redakteuren aus verschiedenen Fachbereichen zusammen setzen, welches seine Erkenntnisse für TV, Online und Social Media aufbereiten soll und wird in der ZDF-Nachrichten-Redaktion angesiedelt sein.

  • WISSENSCHAFT golem: Angewandte Science Fiction: Das Science Fiction Genre ist dazu da technische Entwicklungen weiterzuspinnen und davon zu träumen, was einmal möglich wäre. Der Plan des britischen Unternehmens Tokamak Energy grenzt schon fast daran. Sie haben vor, bis 2025 Strom aus Kernfusion zu produzieren. Aussicht auf Erfolg gibt es kaum. Trotzdem ermöglichen die Pläne des britischen Unternehmens einen Einblick in die Schwierigkeiten bei der Entwicklung von praktisch nutzbaren Kernfusionsreaktoren.

  • UMWELT t3n: MIT-Forscher verwandeln Luftverschmutzung in Tinte- und verkaufen sie auf Kickstarter: Aus Luft Geld machen? Ein Team ehemaliger MIT-Wissenschaftler hat jetzt genau das vor! Die sogenannte „Air-Ink“ ist ein nachhaltiges Kickstarter-Programm des Graviky Labs, das sich mit Luftverschmutzung auseinandersetzt. Aus Abgasen, wie solchen aus Schornsteinen oder Auspuffen, soll demnach mittels einer neu entwickelten Methode Tinte gewonnen werden. Demnach reichen schon 30 bis 40 Minuten Auto-Abgase für eine Stift-Füllung. Es ist nicht die flächendeckende Lösung für das weltweite Problem der Luftverschmutzung, aber dennoch ein revolutionäres Konzept.

  • SMART HOME stern: “Alexa, wo ist der Schnuller?” – So veränderte Amazon Echo unseren Familienalltag: Das Internet of Things ist derzeit regelrecht omnipräsent in der Tech-Welt. Gerade “Smart Home” Artikel stehen dabei im Fokus, so auch allen voran Amazons “Alexa”-System auf dem Echo-Lautsprecher. Dieser ist seit gestern nun auch ohne Einladung frei verfügbar. So nützlich der sprachgesteuerte Lautsprecher auch sein mag, so verhängnisvoll ist er auch mit Kindern im Haus. Autor Malte Mansholt schildert sein Familienleben mit Alexa und wie die künstliche Intelligenz schon beinahe zum Familienmitglied wird.

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Immer sicher bleiben: Wie ihr eure Daten im Netz schützen könnt

Dezimalsystem, Null, Eins, 0, 1, Schloss, Vorhängeschloss, Sicherheit, Datenschutz, Data

Das Bedürfnis, seine Privatsphäre vor Eingriffen der Regierung zu schützen, hat eine längere Tradition als die der amerikanischen Demokratie. Im Jahr 1604 sagte schon Sir Edward Coke, der Justizminister von England, dass das „Haus eines Mannes“ sein Schloss sei. Dies sagte aus, dass ein Hausbesitzer sich und seine Privatsphäre vor den Agenten des Königs schützen konnte. Diese Einsicht übertrug sich in das heutige Amerika – dank unserer Gründer und ihrer Abscheu gegenüber der unbefugten Durchsuchungen und das Bemächtigen von persönlichen Dokumenten durch das imperialistische Großbritannien.

Ihnen war klar, dass jeder etwas zu verbergen hat – weil menschliche Würde und Intimität nicht existieren würden, wenn wir unsere Gedanken und Taten nicht privat sein lassen können. Als Bürger des digitalen Zeitalters ist das allerdings schwieriger. Hinterhältige Hacker und Regierungen können unsere privaten Gespräche  überwachen, genauso wie unsere Browser-Aktivitäten und andere Dateien, die sie finden, solange man ein Smartphone, Tablet, Laptop oder Computer besitzt.

Unser zukünftiger Präsident Donald Trump kritisierte die Verschlüsselungstechnologie und will die Regierungsüberwachung weiter ausbauen, was Technologen und zivile Liberalisten beunruhigt. Als ethischer Hacker ist es mein Job, diejenigen zu beschützen, die es nicht schaffen, oder nicht das nötige Wissen haben, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen. Menschen, die wie Hacker denken, haben einige gute Ideen, wie man die digitale Privatsphäre schützen kann – auch und vor allem in diesen turbulenten Zeiten. Wir haben unsere Empfehlungen aufgelistet. Ich habe weder ein Arbeitsverhältnis noch einen Bezug zu den Firmen, die im Folgenden genannt werden. In manchen Fällen betrachte ich die Services allenfalls als normaler User.

Anrufe, SMS und E-Mail

Wenn ihr mit Menschen kommuniziert, ist es ihnen wahrscheinlich wichtig, dass nur ihr und die Menschen, die es etwas angeht, lesen können, was geschrieben wird. Das bedeutet, dass ihr eine ‚Ende-zu-Ende-Verschlüsselung‘ benötigt, bei der eure Nachricht verschlüsselt übermittelt wird. Wenn sie andere Systeme passiert, wie ein E-Mail-Netzwerk oder die Computer eines Handyanbieters, dann sehen diese nur die verschlüsselte Nachricht. Wenn die Nachricht ankommt, entschlüsselt der Computer oder das Handy des Angeschriebenen die Nachricht, aber nur für den gewünschten Empfänger.

Wenn es um Anrufe oder SMS ähnliche Nachrichten geht, sind Messengerprogramme wie WhatsApp und Signal empfehlenswert. Beide nutzen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und können kostenlos für iOS- und Android-Geräte heruntergeladen werden. Damit die Verschlüsselung für beide Nutzer gelingt, müssen beide auch die gleiche App benutzen.

Private E-Mails verschickt man am besten mit Tutanota oder ProtonMail. Beide sind im Stil von GoogleMail gehalten, benutzen eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und speichern nur verschlüsselte Mails auf ihren Servern. Man sollte aber bedenken, dass, wenn ihr Mails an Menschen schickt, die diesen Sicherheitsservice nicht nutzen, die Mails eventuell nicht verschlüsselt sind. Im Moment unterstützt keiner der Anbieter die PGP/GPG-Verschlüsselung, was es den Sicherheitsdiensten ermöglichen würde, sich auf andere Anbieter auszuweiten. Anscheinend arbeiten sie bereits daran. Beide Anbieter sind zudem kostenlos und kommen aus Ländern mit strengen Datenschutzgesetzen (Deutschland, Schweiz). Beide können auf PCs und mit mobilen Anbietern genutzt werden. Das einzige Manko ist, dass keiner von beiden eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung für eine extra Sicherheitskontrolle beim Einloggen anbietet.

Nie mehr ausgespäht werden

Das private Browsen im Internet oder die Nutzung von Apps und Programmen, die mit dem Internet verbunden sind, greift indirekt zu. Webseiten und Dienste sind komplizierte Gebilde, die viele Informationen von verschiedenen Onlinediensten in sich vereinen.

Eine Nachrichtenseite nutzt zum Beispiel einen Artikeltext von einem Computer, Fotos von einem anderen und ein Video von einem dritten. Zudem möchte sich die Seite mit Facebook und Twitter verbinden, damit Leser die Artikel teilen, damit diese dort kommentieren können. Werbung und andere Dienste sind auch eingebaut, sodass die Seitenbesitzer (neben anderen Daten) herausfinden können, wie viel Zeit ein Nutzer auf der Seite verbringt.

Der einfachste Weg, Ihre Privatsphäre zu schützen, ohne ihre Aktivitäten komplett über den Haufen zu werfen, ist, eine kleine und kostenlose Software zu installieren, die sich „Browser-Erweiterung“ nennt. Diese bringt neue Funktionalität zu eurem Browser, wie Chrome, Firefox, oder Safari. Die zwei Softwares, die ich diesbezüglich empfehle, sind uBlock Origin und Privacy Badger. Beide sind kostenlos und arbeiten mit den meist genutzten Browser-Anbietern und verhindern, dass Seiten eure Aktivitäten verfolgen können.

Verschlüsselt eure gesamte Online-Aktivität

Wenn ihr noch sicherer sein wollt, müsst ihr euch davon überzeugen, dass niemand eure direkten Internetaktivitäten verfolgen kann – das gilt sowohl für den Computer als auch für euer Handy. Hierbei kann ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) helfen. Bei einem VPN handelt es sich um eine Reihe vernetzter Computer, durch die man seinen Internetverkehr schickt.

Statt der herkömmlichen Art, bei der euer Computer eine Webseite mit offenen Kommunikationsprotokollen besucht, erschafft euer Computer nun eine verschlüsselte Verbindung  mit einem anderen Computer an einem anderen Standort (zum Beispiel auch in einem anderen Land). Dieser Computer sendet die Anfrage dann für euch. Wenn er von der Webseite, die ihr laden wollt, eine Antwort erhält, verschlüsselt er die Information und sendet sie zurück an euren Computer, wo sie dargestellt wird. Das alles passiert in Millisekunden, ist also meistens nicht langsamer als reguläres Surfen — und ist zudem wesentlich sicherer.

Für die einfachste Möglichkeit, privat zu surfen, empfehle ich Freedom von F-Secure, weil es nur ein paar Dollar im Monat kostet, einfach zu nutzen ist und sowohl auf Computern als auch auf mobilen Geräten läuft. Es gibt natürlich auch andere VPN-Dienste, diese sind aber meist komplizierter und würden ihre weniger technologiebegeisterten Familienmitglieder wahrscheinlich verwirren.

Zusätzliche Tipps und Tricks

Wenn ihr nicht wollt, dass jemand mitbekommt, was ihr im Internet sucht, dann benutzt DuckDuckGo oder F-Secure Safe Search. DuckDuckGo ist eine Suchmaschine, die keine Nutzerprofile erstellt oder ihre Suche danahc gestaltet. F-Secure Safe Search ist nicht ganz so privatsphärenfreundlich, weil sie mit Google zusammenarbeiten. Sie aber eine integrierte Sicherheitseinschätzung für jedes Ergebnis, was es zu einer tollen Suchplattform für Kinder macht.

Um noch mehr Sicherheit bei euren Mails, sozialen Netzwerken und anderen Online-Accounts zu bekommen, aktiviert eine „Zwei-Faktoren Authentifizierung“ oder „2FA“. Diese benötigt nicht nur einen Benutzernamen und ein Passwort, sondern auch eine andere Information – wie einen Zahlencode, der an euer Handy gesendet wird – bevor man sich einloggen kann. Die meisten Dienste  wie Google oder Facebook nutzen 2FA mittlerweile. Das solltet ihr auch tun.

Verschlüsselt die Daten auf eurem Handy und Computer, um eure Dateien, Bilder und andere Medien zu schützen. Apple iOS und Android-Handys haben Einstellungen, um eure mobilen Geräte zu verschlüsseln.

Dann bleibt noch der letzte Punkt des Privatsphäre-Schutzes: ihr selbst. Gebt nur persönliche Informationen an, wenn es wirklich nötig ist. Wenn ihr euch mit Accounts online anmelden, nutzt nicht eure Haupt-E-Mail-Adresse oder eine bestehende Telefonnummer. Erschafft stattdessen eine E-Mail-Adresse, die ihr nicht weiter nutzt und erstellt eine Telefonnummer bei Google Voice. Sollte der Anbieter dann gehackt werden, kommen eure echten Daten nicht ans Licht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Sicherheit“ by TBIT (CC0 Public Domain)


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  • DROHNEN golem: Apple will mit Drohnen seine Karten verbessern: Apple will laut einem Bericht von Bloomberg künftig Drohnen über Städte fliegen und Straßen vermessen lassen, um Apple Maps genauer und aktueller zu machen. Dazu baue Apple eine entsprechende Abteilung in Seattle auf. Seattle ist auch der Sitz Amazons, wo mit Prime Air ebenfalls im Bereich Drohnen geforscht wird. Einige Teammitglieder sollen dem Bericht zufolge bereits zu Apple gewechselt sein.

  • NSA wikileaks: Materialien zum 1. Bundestags/Untersuchungsausschusses, NSAUA: Gestern, am 1. Dezember veröffentlichte Wikileaks über 90gb Dokumente, die Aufschluss über die Arbeit des 1. Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages zu den Überwachungstätigkeiten des deutschen Geheimdienstes BND und seiner Zusammenarbeit mit der amerikanischen NSA sowie dessen privat-wirtschaftlichen Auftragnehmern geben. Die Dokumente stammen aus verschiedenen Bundesbehörden, nicht nur dem BND und dem Bundesamt für Verfassungsschutz, und gingen dem Untersuchungsausschuss im vergangenen Jahr im Rahmen von Anfragen der Ausschussmitglieder an die Dienste zu.

  • DIGITALCHARTA golem: Operation am offenen Herzen der europäischen Demokratie: Am Kern der europäischen Demokratie basteln sie seit gut einem Jahr herum: Mitarbeiter der Zeit-Stiftung und eine ausgewählte Gruppe von Politikern, Wissenschaftlern und Publizisten um Sascha Lobo, Frank Rieger (CCC), EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und Parlamentsmitglied Jan Philipp Albrecht. Jetzt liegt er vor, der Entwurf für eine Digitalcharta, mit der die Grundrechte der Menschen in der EU fürs Digitale fit gemacht werden sollen. Die im Rahmen dieses Entwurfes vorgeschlagenen Artikel sollen die bestehenden Grundrechte, auf denen alle anderen Gesetze in der Europäischen Union aufsetzen, erweitern.

  • APPLE t3n: Sparc für den Mac ist da: Ein sehr beliebter iOS-Mail-Client hat eine große Schwester bekommen: Spark ist jetzt auch auf dem Mac zu Hause. Spark ist mit dem Konzept auf den iOS-Markt gekommen, Nutzern direkt beim ersten Blick in die Inbox eine Orientierung zu geben. Mails werden nach Newslettern, Notifications oder persönlich geschriebenen gruppiert. Diese und mehr Funktionen kommen damit jetzt auch in die ebenso kostenlose Mac-App. Nachdem Readdle, die Macher von Spark, einen Mac-Client schon lange angekündigt hatten und er vor kurzer Zeit in die Beta ging, ist er jetzt auch im Mac-App-Store erhältlich. Spark bietet alle grundlegenden Funktionen, die Nutzer von einem E-Mail-Client erwarten.

  • MOZILLA heise: Sicherheitsupdates: Zero-Day-Lücke in Firefox und Tor-Browser geschlossen: Mozilla und das Tor-Projekt haben ihre Webbrowser abgesichert. Die Entwickler haben in den ab sofort verfügbaren Versionen Firefox 50.0.2, Firefox ESR 45.5.1 und Tor Browser 6.0.7 eine als kritisch eingestufte Schwachstelle geschlossen. Offensichtlich klafft diese auch in Mozillas Mail-Client Thunderbird – die Ausgabe 45.5.1 soll abgesichert sein. Neben dem Schließen der Lücke haben die Entwickler des Tor Browsers auch die aktuelle Version von NoScript (2.9.5.2) integriert. Die Alpha- und speziell gehärteten Versionen des Webbrowsers für das Tor Netzwerk enthalten das Sicherheitsupdate zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

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  • FIREFOX focus: Mozilla verbannt Erweiterung „Web of Trust“ aus Firefox: Mozilla hat kein Vertrauen in seine Browsererweiterung „Web of Trust“. Demnach wurde das Add-On jetzt aus dem Firefox-Browser entfernt. Grund dafür waren Vorwürfe der Verletzung des Datenschutzes. Die Browsererweiterung soll mit den durch das NDR aufgedeckten Leaks von Nutzerdaten zusammenhängen. Das Add-On bleibt bis auf weiteres entfernt, bis der Hersteller die Defizite korrigiere.

  • FACEBOOK süddeutsche: Leak zeigt mutmaßliche Betreiber der größten deutschen Hetzseite: Alles andere als anonym. Ein Leak auf Facebook offenbarte die Verantwortlichen hinter der Hetzseite „Anonymous.Kollektiv“. Über zwei Millionen Menschen gefiel die Seite, die gegen den Islam hetzte und Verschwörungstheorien verbreitete, mittlerweile jedoch gelöscht wurde. Die Seitenbetreiber haben laut dem Leak direkte Verbindung zur Compact Magazin GmbH und der AfD.

  • AMAZON digitaltrends: Amazon wants police officers to have a tiny „assistant drone“ on their shoulder: Nachdem der Online-Versandhändler Amazon Drohnen bereits für Versandzwecke nutzen möchte, plant das Unternehmen jetzt auch ganz ungewöhnliche Wege mit unbemannten Luftfahrzeugen einzuschlagen. Ingenieure des Unternehmens arbeiteten an einem Patent für ein Sprachgesteuertes und mit einer Kamera versehenes UAV (unmanned aerial vehicle), welches jetzt vom United States Patent and Trademark Office genehmigt wurde. Die Drohnen sollen zur Unterstützung von Polizeibeamten unter anderem im Straßenverkehr eingesetzt werden.

  • IMZY zeit: Hereinspaziert, liebe Menschen: Netiquette, also die inoffiziellen Verhaltensregeln im Netz, ist vielen Internet-Nutzern wohl noch ein Fremdwort. Mobbing und Hatespeech sind in vielen Kommentar-Bereichen leider an der Tagesordnung. Ein freundliches Miteinander im Netz, das ist das Ziel des Netzwerks Imzy. Das Projekt ist derzeit in der Beta-Phase und soll der Plattform „reddit“ ähneln, allerdings mit weitaus positiveren Unterhaltungen. Das Entwickler-Team hat gerade acht Millionen US-Dollar Risikokapital eingenommen und das Projekt ist damit auf einem guten Weg.

  • IPHONE spiegel: Profi-Fotos mit dem iPhone knipsen: Profi-verdächtige Fotos in Rohform sind jetzt auch mit iPhone möglich. Nach dem Update auf iOS 10 ist es den Nutzern möglich hochdetaillierte Aufnahmen im RAW-Format aufzunehmen. Das dem JPEG weitaus überlegendere Format erzeugt Rohdaten-Bilder, die dann wie bei der klassischen Fotografie weiter bearbeitet werden können. Notwendig sind dafür aber ein relativ neues Smartphone-Modell sowie eine Drittanbieter-App. Auch an Speicherplatz sollte es auf dem Gerät nicht fehlen, RAW-Dateien sind weitaus größer als vergleichsweise JPEGs.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • APPLE Computer Bild: Apple iPhone 8: News, Gerüchte, neue Funktionen: 2017 feiert das Apple-Smartphone Zehnjähriges-Jubiläum. Ist das iPhone 7 also nur ein Testlauf, um zu sehen, welche Änderungen die Kundschaft akzeptiert? 2017 soll das iPhone 8 kommen. Vielleicht plant Apple eine einmalige Sonderausgabe vom iPhone 8, quasi eine Art Jubiläums-Smartphone herauszubringen. Einem Bericht von Nikkei zufolge, soll Apples Zulieferer Foxconn an Plänen für ein Gehäuse aus Glas arbeiten.
  • UBER heise online: Uber entdeckt den Luftraum: Senkrechtstarter in Planung: Uber will Kunden künftig über den Luftraum transportieren, um Staus auf den Straßen von Großstädten zu vermeiden. Der Fahrdienstvermittler arbeitet, einem Recode-Bericht zufolge, an Luftraum-Taxis, mit denen Kunden gerade in Großstädte bequem von A nach B gelangen können – und zwar deutlich schneller als über die viel befahrenen Straßen.
  • FACEBOOK Süddeutsche Zeitung: Facebook-Nutzer können jetzt verschlüsselt chatten: Am 25. September endete die Frist, um WhatsApps neuen AGBs zu widersprechen. Am selben Tag schaltete Facebook eine neue Funktion für seinen Messenger frei. Wer dort eine neue Unterhaltung beginnt, kann diese als „geheim“ markieren, denn Facebook hat die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den Messenger aktiviert. Damit kann man die geheime Unterhaltung aktivieren und Nachrichten verschicken, die für Geheimdienste und Kriminelle unlesbar sind.
  • AIR BERLIN Handelsblatt: Wird die Krisen-Airline jetzt zerschlagen?: Der Fluggesellschaft Air Berlin droht der radikale Umbau. Bekannt ist, dass Etihad mit Lufthansa über die Übernahme der dezentralen Strecken von Air Berlin, jenseits der Drehkreuze Berlin und Düsseldorf, verhandelt. Die Airline-Tochter von Tui hat rund ein Dutzend Flugzeuge mit Personal an Air Berlin vermietet – zu angeblich hervorragenden Konditionen für den Reisekonzern. Der Vertrag belastet die ohnehin seit Jahren schwer angespannte Bilanz von Air Berlin zusätzlich.
  • IRAN politik-digital: Nationales-Internet-Projekt des Iran: Zensur oder Schutz?: Iranische Browser, Suchmaschinen und E-Mail-Services gibt es schon seit ein paar Jahren. Dennoch bleiben die beliebtesten Online-Dienste in der iranischen Bevölkerung weiterhin zensierte, wie z.B. Facebook, YouTube und Twitter. Das unberechenbare World Wide Web soll an die digitale Leine genommen werden. Ein sauberes und reines Internet heißt die Maxime, kurz: Internet Halal. Das arabische Wort „Halal“ bedeutet so viel wie „zulässig“ und gestattet nur Online-Inhalte, die nach islamischem Recht erlaubt sind.
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Im Gerichtssaal und im Netz: Kampf um Adblocker verschärft sich

Half an hour of web ads (adapted) (Image by Daniel Oines [CC BY 2.0] via flickr)

Digitale Werbung im Jahr 2016 ist fast 200 Mrd. US-Dollar wert. Publisher und Technologieunternehmen raufen um die Kontrolle dieser Werbemilliarden. Es sind 198 Mrd. US-Dollar, die Werber im Jahr 2016 einer Analyse von eMarketer zufolge für Reklame im Internet ausgeben werden – mehr als die Hälfte davon (101 Mrd. US-Dollar) werden dabei in Anzeigen gesteckt, die auf Smartphones und Tablets aufpoppen. Kein Wunder, dass Internetfirmen und Medienkonzerne um größtmögliche Kontrolle dieses Riesenmarktes raufen – Werbeblockern kommt dabei eine ganz spezielle Rolle zu.

Wer glaubt, dass das Thema Adblocking ins Jahr 2015 gehört, der irrt. Der Kampf um die Werbeblocker, die sich in Form von Browser-Plugins und Smartphone-Apps auf den Computern und mobilen Endgeräten der Internetnutzer breit machen, gelten als Bedrohung für (teilweise recht wackelige) Business-Modelle. Denn wird Werbung auf Webseiten oder in Apps von Software blockiert, dann entstehen den Publishern Umsatzeinbußen – laut dem irischen, auf Anti-Werbeblocker spezialisierten Unternehmen PageFair werden sich die durch Adblocker entgangenen Einnahmen weltweit auf 41,4 Mrd. US-Dollar belaufen.

Größter Buhmann der Branche ist die Kölner Firma Eyeo GmbH, die kürzlich 500 Millionen Downloads ihres Browser-Plugins Adblock Plus feierte. Wie verhasst die Firma ist, zeigte kürzlich Folgendes: Eyeo-Mitarbeiter wollten zum IAB Annual Leadership Meeting in die USA reisen, wo sich wichtige Vertreter der Digitalwerbung ein Stelldichein gaben und Strategien diskutierten – doch dann wurden sie kurzerhand ausgeladen. Anscheinend wollte man die Eyeo-Vertreter nicht ins Gespräch mit den Online-Werbern kommen lassen. Das Geschäftsmodell von Eyeo ist schließlich kontrovers: Gegen eine Umsatzbeteiligung können sich große Unternehmen auf die Whitelist von Adblock Plus setzen lassen, ihre Werbemittel werden dann nicht mehr blockiert.

Vor allem in Deutschland läuft der Kampf gegen die Werbeblocker mittlerweile vor allem im Gerichtssaal. 2015 haben mehrere deutsche Medienunternehmen erfolglos gegen Eyeo geklagt, doch aufgeben wollen sie nicht. Nach dem Axel-Springer-Verlag, der Zeit, RTL, ProSiebenSat.1 und der Süddeutschen Zeitung, hat nun auch der Spiegel-Verlag gegen Eyeo geklagt – im Januar bzw. im April ist mit weiteren Gerichtsurteilen in der Causa zu rechnen.

Weil die Klagen gegen Eyeo bisher erfolglos waren (die Gerichte urteilten zumeist, dass die Nutzer die Software freiwillig installieren würden), gehen Medienunternehmen nicht nur juristisch, sondern auch technisch gegen Werbeblocker vor – allen voran Axel Springer. Etwa 25 Prozent der monatlich zehn Millionen Besucher von Bild.de nutzen einen Werbeblocker. Seit einigen Monaten werden Adblocker-Nutzer auf Bild.de von den Inhalten ausgesperrt – entweder drehen sie die Software ab, oder sie zahlen einen Abo-Preis von drei Euro im Monat, um die Webseite nahezu werbefrei nutzen zu können. Die Methode hat laut Springer Erfolg, man hätte so drei Millionen vermarktbare Visits pro Monat dazu bekommen.

Medienhäuser wie Springer werden es künftig aber nicht leichter haben. Nach einer Welle an Werbeblockern für iPhones im Herbst (Apple erlaubte diese Art der Software erstmals im App Store), gibt es immer mehr findige Unternehmer, die sich dem Adblocking verschrieben haben. Bisher prominentester ist der ehemalige Mozilla-Mitgründer Brendan Eich, der kürzlich die Entwicklung des neuen Internet-Browsers Brave verkündete. Dieser soll standardmäßig Werbung als auch sämtliche Tracking-Technologien blockieren – das soll dem Nutzer ein Mehr an Privatsphäre und schneller ladende Webseiten bringen. Das anvisierte Geschäftsmodell von Brave wird nicht jedem Publisher schmecken: Der Browser soll die blockierte Werbung durch Anzeigen aus einem hauseigenen Werbenetzwerk ersetzen – mindestens 55 Prozent der daraus entstehenden Einnahmen will Brave an die Publisher auszahlen.


Image (adapted) “Half an hour of web ads” by Daniel Oines (CC BY 2.0)


 

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Flash-Werbung im Netz geht es an den Kragen

Adobe Flash Platform camp 2010 (adapted) (Image by bm.iphone [CC BY 2.0] via Flickr)

Google, Amazon, Facebook und Apple sind für ein rasches Ende von Flash. Online-Werber müssen wohl auf HTML 5 umsatteln. Ab morgen, das hat Google kürzlich in einem Blogpost angekündigt, wird der Browser Chrome standardmäßig Inhalte auf Webseiten blocken, die nicht “zentral” für die Website sind. Heißt im Klartext: Flash-Animationen und insbesondere Werbung, die mit Adobes Software für interaktive und multimediale Webinhalte erstellt wurden, werden ab 1. September nur mehr dann angezeigt, wenn die Nutzer die Voreinstellungen von Chrome rückgängig machen.

Google verspricht seinen Nutzern davon, dass sie so schneller surfen können und ihre Geräte weniger Akku verbrauchen. Chrome hat es seit dem Start 2008 zum führenden Browser weltweit geschafft und erreicht global mit mehr als einer Milliarde Nutzer einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Im deutschsprachigen Raum ist seine Dominanz nicht so groß: Chrome hat in Österreich laut ÖWA einen Marktanteil von 26,5 Prozent, in Deutschland laut Statista.com 27 Prozent.

Neben Google sind auch andere große US-Internetunternehmen an einem Ende von Flash interessiert. Amazon etwa, das auch eine große Werbe-Plattform betreibt, wird ab morgen keine Flash-Ads mehr annehmen. Der Internetkonzern aus Seattle begründet die neue Regel mit den neuen Chrome-Voreinstellungen als auch Einstellungen bei Firefox und Safari, die Flash-Inhalte auf Webseiten limitieren. Alex Stamos, Sicherheitschef bei Facebook, hat auf Twitter bereits das Ende von Flash gefordert. Bekannterweise war auch der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs immer ein Gegner von Flash und ließ nicht zu, dass die Technologie aufs iPhone kommt.

Für viele Online-Werber, Vermarkter, Agenturen und Publisher bedeutet das nahende Ende von Flash-Werbung eine Herausforderung, weil Werbemittel, sollen sie vom Nutzer auch gesehen werden, mit einer anderen Technologie ausgeliefert werden müssen. HTML 5 ist dabei das Mittel zum Zweck: Googles AdWords etwa rechnet Flash-Werbung automatisch in HTML 5 um, sodass dem Werbekonzern Einnahmen aus Online-Anzeigen nicht entgehen.

Dass es nicht gut um Flash steht, hat auch der Angriff auf die italienische Firma Hacking Team im Juli gezeigt. In geleakten Dokumenten wurden mindestens drei Sicherheitslücken bei Flash entdeckt, die Hacking Team für die Verbreitung von Spionage-Software nutzte – etwa, um die Computer von Zielen überwachen zu können. Mozilla, Macher des beliebten Firefox-Browsers, reagierte darauf mit einer zeitweisen automatischen Sperre von Flash – mit dem Effekt, dass auf vielen Webseiten auch in Deutschland und Österreich Flash-Werbung nicht mehr angezeigt wurde.

Flash-Werbung auf mobilen Geräten ist aber immer noch sehr verbreitet. Dem Sizmek Mobile Index 2015 zufolge, wurden im 1. Quartal 2015 weltweit 5,4 Milliarden Rich-Media-Anzeigen auf Basis von Flash ausgeliefert – auf Basis von HTML 5 waren es 4,5 Milliarden. Dieses Verhältnis wird sich ab morgen weiter deutlich verschieben.


Image (adapted) „Adobe Flash Platform camp 2010“ by bm.iphone (CC BY 2.0)

 

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Privatsphäre im Netz: Software will Trackern an den Kragen

Half an hour of web ads (adapted) (Image by Daniel Oines [CC BY 2.0] via Flickr)

Mit dem Add-on Privacy Badger (derzeit für Firefox und Chrome, Opera, Safari und Firefox Mobile in Planung) hat die für Datenschutz eintretende US-Organisation EFF (Electronic Frontier Foundation) eine neue Software veröffentlicht, mit deren Hilfe Internetnutzer verhindern können, dass sie beim Surfen von Werbenetzwerken und anderen Trackern verfolgt werden.

Zwar basiert Privacy Badger auf dem Code von AdBlock Plus, ist aber kein Werbeblocker im eigentlichen Sinn. Vielmehr geht es darum: Wenn das Browser-Add-on entdeckt, dass ein Werbenetzwerk den User mittels Cookie, Super-Cookie oder Fingerprinting-Technologie über mehrere Webseiten hinweg verfolgt um ihm zum Beispiel per Retargeting die gleiche Werbung mehrmals zu zeigen, dann unterbindet Privacy Badger, dass dieser Content geladen wird. Für das Werbenetzwerk verschwindet der User plötzlich und wird unsichtbar.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Webseiten heute bauen sich in der Regel aus verschiedenen Inhalten zusammen, die von unterschiedlichen Servern stammen, z.B. eingebettete Videos, Karten oder Kommentarsysteme. Privacy Badger kann auch Social Widgets, etwa von Facebook (Like-Button), Twitter, Pinterest oder AddThis blockieren.

Die EFF hat kürzlich auch einen neuen Standard herausgegeben, der schärfere Regeln für Do-Not-Track vorsieht. Er soll die Privatsphäre der Nutzer stärken, hängt aber auch stark davon ab, wer ihn einsetzt. Bis dato haben etwa Disconnect, die Suchmaschine DuckDuckGo und die Blog-Plattform Medium ihre Unterstützung dafür zugesagt.

Weiteren Druck auf die trackende Werbeindustrie könnte auch bald von Seiten Mozilla kommen. Der Firefox-Hersteller kürzlich verkündet, in eine der nächsten Versionen des populären Browser einen Privatmodus einzubauen, der automatisch Elemente auf Webseiten blockiert, die einen Nutzer durchs Netz tracken können. Nutzer müssten dann nicht mehr extra Plugins installieren. Von diesen gibt es immerhin einige. Disconnect und Ghostery etwa sind zwei bei auf Privatsphäre bedachten Usern beliebte Browser-Add-ons, mit deren Hilfe das Tracken durch Internet-Firmen wie Google, Facebook oder Twitter nicht nur transparent wird, sondern auch gleich unterbunden werden kann.

So wichtig Privacy Badger, Disconnect oder Ghostery für den Datenschutz auch sind – ihre Möglichkeiten sind eingeschränkt. Zum einen müssen User die Software aktiv installieren und sich mit zumindest ein wenig auseinandersetzen, um sie auch richtig zu bedienen. Zum anderen läuft die mobile Internetnutzung heute sehr stark in Apps ab, wo der Anbieter die Regeln diktiert. Ein Beispiel: Die Apps von Facebook und auch die Apps, wo sich Nutzer mit Facebook-Account anmelden, können Nutzer auf Basis dieser Login-Daten über verschiedene Angebote hinweg tracken – verhindern kann man das dann nicht.


Image (adapted) „Half an hour of web ads“ by Daniel Oines (CC BY 2.0)


 

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Lesetipps für den 13. August

In unseren Lesetipps geht es heute um Schleichwerbung, politische Kommunikation, Twitters Zeichenbeschränkung, Facebook und dem neuen Browser Firefox 40. Ergänzungen erwünscht.

  • WERBUNG Redaktionsblog: Rechtsfragen: Wie ist das mit dem Kommerz?: Die Rechtsfrage, wie das eigentlich mit dem Kommerz auf eigenen Plattform-Accounts oder Blogs aussieht, beschäftigt viele Blogger und Nutzer. Es herrscht eine rege Diskussion über juristische und moralische Implikationen der kommerziellen Betätigung auf Blogs. Schleichwerbung ist bei Plattformen wie beispielsweise YouTube keine Seltenheit. Diese Art von verschleierter Werbung ist illegal und oftmals nicht einmal beabsichtigt. Auch bei Facebook kann Schleichwerbung teuer werden. In einem Fall, bei dem ein Autoverkäufer diverse Angebote seines Arbeitgebers auf Facebook angepriesen hat, entschied ein Gericht, dass es sich um verbotene Werbung handelte. Wer einen eigenen Blog betreibt, muss vorsichtig sein, denn auch hier können sich in den Kommentaren kommerzielle Spams einschleichen, die unter Umständen gegen das Verbot von Schleichwerbung verstoßen können.

  • POLITIK Deutschlandfunk: Auf allen Kanälen – Politische Kommunikation im digitalen Zeitalter: Soziale Medien haben so einige Veränderungen mit sich gebracht. Eine wäre beispielsweise die Verbreitung von politischen Nachrichten. Es gibt viele Fälle, die zeigen, wie viel Einfluss soziale Medien mittlerweile auf die Verbreitung von politischen Themen haben. Dass sich Plattformen wie Twitter, Facebook oder YouTube in den politischen Alltag geschlichen haben, ist längst nichts Neues mehr. Aber die Meinungen darüber sind gespalten. Dass viele politische Akteure noch nach ihrer Rolle suchen, ist unter anderem die Meinung von Professor Martin Emmer. Sein Fachbereich ist die Mediennutzung. Aber andere wiederum behaupten, dass der direkte Draht zwischen Bürgern und Politikern gestärkt sei, da sich die Öffentlichkeit besser an Entscheidungen beteiligen kann.

  • TWITTER FAZ: Längere Nachrichten: Twitter weicht 140- Zeichen-Grenze auf: Bei Twitter stehen große Veränderungen an. Um neue Nutzer zu erreichen, schafft das Microblogging-Tool die Längenbeschränkung von 140 Zeichen bei den direkten Textbotschaften zwischen den Nutzern ab. Twitter ist der Ansicht, dass die Plattform auf diese Weise noch mächtiger und spaßiger wird. Die Änderungen sollen in den kommenden Wochen beginnen und auf Smartphone-Apps, der Twitter Hauptseite, Tweetdeck und Twitter für Mac international umgesetzt werden. Die Ähnlichkeit mit den konkurrierenden Chat-Systemen wie Whatsapp oder dem Facebook-Messenger dürfte sich dann annähern. Bei Tweets allerdings, bleibt die Begrenzung nach wie vor, wie sie ist.

  • FACEBOOK Digital Trends: Is Facebook working on an app for breaking news alerts?: Es wird spekuliert, dass Facebook an einer neuen mobilen App arbeitet, die ihren Nutzern Nachrichten auf das Smartphone sendet. Ein Insider, welcher behauptet bereits Screenshots von der neuen App gesehen zu haben, berichtet, dass Nutzer in der Lage sein werden aus einer Liste von Themen auszuwählen, wofür sich der einzelne Leser am meisten interessiert. Sobald dann eine Neuigkeit eintrifft, über die man informiert werden möchte, wird der Nutzer direkt benachrichtigt. Die Länge dieser Mitteilung soll nicht länger als 100 Zeichen lang sein.

  • FIREFOX 40 Die Welt: Neuer Look und sicherer: Firefox 40 ist bereit für Windows 10: Firefox 40 wurde veröffentlicht und macht sich bereit für das neue Betriebssystem Windows 10. Der neue Browser soll nicht nur sicherer sein, er bringt auch ein neues Design mit sich. Unter anderem sind die Symbole und Designelemente des Browsers kräftiger dargestellt. Eine kleine Freude für Nutzer hat sich Mozilla auch ausgedacht, denn dem Nutzer werden jetzt Seiten empfohlen, die ihn eventuell interessieren könnten. Das heißt, der Browser bietet dem Nutzer jetzt personalisierte Werbung.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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5 Lesetipps für den 3. August

In unseren Lesetipps geht es heute um die Website TrendingTopics.at, den Einfluss von großen Smartphones auf Tablets, AppleTV, ein Tablet mit Brandgefahr und darum, welcher Browser der Akkulaufzeit am meisten schadet. Ergänzungen erwünscht.

  • WEBSITE-TIPP TrendingTopics.at: Hinter dieser Webseite steckt Netzpiloten-Autor Jakob Steinschaden: TrendingTopics.at informiert über das hierzulande zu unbekannte Technologie-Land Österreich. Die Themenschwerpunkte sind Start-ups, Social Media, Mobile Business, Digital Advertising, Big Data, Internet of Things und Netzpolitik. Zusätzlich werden die besten Links, Videos, Tweets und Bilder aus dem Netz in einem täglichen News Stream präsentiert.
  • SMARTPHONE VS. TABLET Digital Trends: Are Bigger Smartphones Killing Off the Tablet?: Es herrscht ein wachsender Trend bezüglich immer größer werdender Smartphones. Wie es scheint haben die größeren Modelle einen erheblichen Einfluss auf den Verkauf von Tablets, welcher seit einiger Zeit etwas schwindet. Nach den neusten Informationen, ging der weltweite Tablet Verkauf Jahr für Jahr um sieben Prozent zurück und um vier Prozent über die letzten drei Monate. Auch vor Apple machen diese Zahlen keinen Halt. Die Verkäufe der größeren und kleineren iPad-Modelle, sind seit 2013 um 26 Prozent gefallen.

  • APPLETV Golem.de: Streamingbox: Neues Apple TV soll mit App Store im September erscheinen: Im September soll eine neue Version der Set-Top-Box Apple TV erscheinen. Eigentlich hätte dies schon auf der WWDC15 stattfinden sollen, allerdings habe Apple im letzten Moment abgesagt. Das neue Modell soll etwas kleiner ausfallen als das Aktuelle und mit einem A8-Prozessor ausgerüstet sein, der auch im iPhone 6 und dem iPod Touch vertreten ist. Außerdem verfügt das neue Apple TV über mehr Speicher und einen App Store, mit dem erstmals Apps auf dem Gerät installiert werden können.

  • BRAND-TABLET B2C: This Tablet Was Recalled Because It Can Burst Into Flames: Das Nvidia Shield Tablet wurde zurückgerufen, Grund dafür ist, dass bei Benutzen des Tablets eine Brandgefahr besteht. Der Akku kann sich sogar so sehr erhitzen, dass sich Nutzer daran verbrennen, einige wurden sogar so heiß, dass sie Fußböden beschädigt haben. Die Nvidia Shield Tablets werden ganz besonders von Video Gamern benutzt. Nvidia gab bekannt, dass sie die Tablets kostenlos ersetzen werden.

  • BROWSER-VERGLEICH t3n: Mit diesem Browser macht dein Laptop-Akku am schnellsten schlapp: Battery Box, ein Betreiber von externen Akkus für Macbooks, untersucht, mit welchem Browser die User eines 13“ Retina MacBooks Pro von der Akkulaufzeit her am längsten surfen können – hierbei wurden Google Chrome, Mozilla Firefox und Safari verglichen, mit denen jeweils verschiedene populäre Webseiten angesurft, Videos geschaut, E-Mails geschrieben und in Suchmaschinen gesucht wurde. Demnach schnitt der momentan populärste Browser Google Chrome am schlechtesten ab, während der Laptop mit Safari am längsten durchhielt.

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Das mobile Internet ist eine hoffnungslose Katastrophe

Opera Mini 5 Beta (adapted) (Image by Johan Larsson [CC BY 2.0] via Flickr)

Smartphones befinden sich auf dem Vormarsch, doch das mobile Internet kann mit dem Tempo einfach nicht mithalten. Eine Entwicklung die durchaus beunruhigend ist. Smartphones und Tablets generieren immer mehr Traffic auf Websites, doch das Erlebnis mit Mobile-Browsern ist gelinde gesagt eine Zumutung. Das User Experience ist furchtbar, die Performance unterirdisch und die Darstellung vieler Websites bestenfalls als unbrauchbar zu bezeichnen. Aus dem Grund wurden Apps für die Mobile-Plattformen immer beliebter und dass Apple und Facebook nun auf eigene Nachrichtenformate setzen belegt, dass das mobile Internet eine Zumutung ist. Das schlimmste an der Situation: Es ist keine Besserung in Sicht.

Mobile Revolution?

Auf Desktop-Rechnern kann man jeden Browser nehmen, den man möchte – Chrome, Safari, Firefox Opera und sogar der aktuelle Internet Explorer, stellen auf älteren Rechnern alle Websites nicht nur schnell und problemfrei dar, sondern bieten ein rundum angenehmes Nutzererlebnis. Schaut man sich nun die mobile Varianten dieser Browser an, wird einem ganz anders. Websites bauen sich mit der Geschwindigkeit einer Wanderdüne auf und die Benutzerführung wäre ein guter Witz, wenn sie nicht so traurig, weil eben ernst gemeint, wäre. Wie kann es sein, dass mehrere Jahre nachdem die Smartphones ihren Siegeszug begonnen haben, das mobile Internet immer noch in einem derart desaströsen Zustand steckt?

Ihr glaubt, ich übertreibe und der Zustand ist gar nicht so schlimm? Wie kommt es dann, dass Tech-Firmen Medienunternehmen ihre Inhalte auf alternativen Plattformen veröffentlichen lassen? Facebook versucht mit den eigens gehosteten Instant Articles, einfach nur die Einschränkung zu umgehen, dass Apple niemandem gestattet, eine eigene Browser-Engine für iOS zu bauen. Das Unternehmen gab als eine der Hauptmotivationen für die Instant Articles an, die durchschnittlichen acht Sekunden, die es dauert eine Website auf einem Mobile-Device aufzubauen, zu verringern. Richtiggehend verrückt wird die Angelegenheit aber erst, wenn Apple mit Apple News versucht, den eigenen Safari-Browser zu umgehen. Doch das Problem liegt nicht nur bei Apple, blickt man auf Android, sieht es nicht besser aus. Zwar gibt es für Googles Mobile-OS mehrere Browser neben Chrome zur Auswahl, doch letztendlich geben sich diese alle nicht viel.

Nun können wir natürlich mit dem Finger auf die Hersteller zeigen und ihnen die Schuld zuschieben, dass sie schnellere, benutzerfreundlichere und überhaupt bessere Browser für die Mobile-Plattformen bauen müssen, doch ganz so einseitig funktioniert das dann wie so oft auch wieder nicht. Auf der anderen Seite stehen nämlich die Webdesigner, die oftmals unheimlich aufgeblähte und vollgestopfte kommerzielle Websites erschaffen, die sich nur sehr behäbig auf den kleinen Mobile-Geräten bewegen können. Doch wenn wir die Sache mal nüchtern betrachten, besitzen aktuelle High-End-Smartphones die Rechenleistung von Laptops von vor 5-6 Jahren, die allerdings im Gegensatz zu den Taschencomputern, kein Problem damit haben, auf aktuellen Browsern Websites schnell und flüssig darzustellen.

Apps als Rettung?

Facebook Instant Articles und Apple News sind problematisch, da sie die Open Web Revolution aushebeln. Es handelt sich bei beiden Lösungen um proprietäre und inkompatible Publishing-Systeme, die beide vollständig von großen Firmen kontrolliert werden, die weder Publishing noch die Medien besonders gut verstehen. Damit bauen die beiden Unternehmen jeweils einen Ersatz für das Web und damit für HTML und CSS und alle anderen Innovationen der letzten 20 Jahre. Wie lassen sich Websites wie Snowfall oder das Daft Punk-Cover Story auf Pitchfork mit den Tools von Apple oder Facebook umsetzen? Wie kann man Breaking News schnell veröffentlichen und aktualisieren, wenn diese in mehreren abgeschlossenen Ökosystemen liegen? Die Idee des Internets war es doch, dass Veröffentlichen von Texten zu demokratisieren und zu vereinfachen. Sind wir denn wirklich bereit diese durchaus erfolgreiche Entwicklung der letzten Jahrzehnte nun wieder zunichte zu machen?

Viele Website-Betreiber haben mit anderen Methoden versucht, das miserable Mobile-Web zu umgehen: mit Apps. Wären mobile Browser nicht auf allen Ebenen so fürchterlich, gäbe es fast keinen Bedarf an Apps für Android oder iOS – es gibt mehr als genügend Beispiele für hervorragende Web-Apps, die die Verbreitung von dedizierten Anwendungen auf Desktop-Betriebssystemen immer weiter schrumpfen lassen. Betriebssysteme wie das Browser-basierte Chrome-OS sind wohl der deutlichste Beweis, wie potent Web-Apps inzwischen sein können – nur eben nicht auf dem Smartphone. Websitebetreiber können alles Mögliche unternehmen um die Ladezeiten für die Websites zu reduzieren, aber die Performance von Safari Mobile können sie nicht verbessern, da Apple dies nicht zulässt. Safari läuft ohnehin immer mehr Gefahr, zum neuen Internet Explorer zu verkommen. Und genau diese Stagnation führt dazu, dass Apple und Facebook sich bemühen in ihren abgeriegelten Ökosystemen ein Ersatz-Web zu schaffen, statt die Entwicklung der Mobile-Browser voranzutreiben.


Image (adapted) „Opera Mini 5 Beta“ by Johan Larsson (CC BY 2.0)


 

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Warum ignorieren Nutzer die Sicherheitswarnungen von Browsern?

Sicherheit (adapted) (Image by Pixelcreatures [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Browser-Hersteller versuchen die Nutzer zu schützen, doch unsere Gehirne sind so veranlagt, dass wir die meisten Warnmeldungen schlicht ignorieren. Wir verlassen uns zwar immer stärker auf unsere Computer, wenn diese uns jedoch auf Online-Sicherheitsbedrohungen hinweisen, verschließen wir die Augen. Google musste gerade die Warnhinweise des Chrome-Browsers überarbeiten, da die meisten Nutzer diese schlicht ignorieren. Besonders beunruhigend ist daran allerdings, dass unsere Gehirne veranlagt zu sein scheinen, dies zu tun. Aber reicht es, die Warnungen zu überarbeiten, oder sollte der Nutzer gar völlig aus dem Entscheidungsprozess ausgeklammert werden?

Wie einfach ist zu einfach?

Gerade hat man etwas bei einem neuentdeckten Online Shop gekauft und will schnell per PayPal bezahlen. Bei der Weiterleitung erscheint ein Warnhinweis, dass die Seite nicht sicher ist. Aber es ist doch PayPal, wieso sollte die Seite nicht echt sein? Wenn Chrome und alle anderen Browser eine Website besuchen, überprüfen sie deren Identitätsnachweis, das sogenannte SSL-Zertifikat. Diese Zertifikate werden von Certificate-Authorities ausgestellt, die einen Hintergrund-Check der entsprechenden Website durchführt, bevor das Zertifikat ausgestellt wird. Die Zertifikate dienen dem Browser dazu offizielle Seiten von gefälschten zu unterscheiden – also ob man auf der richtigen PayPal-Seite, oder auf einer gefälschten Seite von Betrügern gelandet ist. Stimmt etwas mit dem Zertifikat nicht, zeigt der Browser eine Warnung an. Leider befolgen weniger als ein Viertel aller Chrome-Nutzer die Warnhinweise, wie das Entwicklerteam von Google kürzlich herausgefunden hat.

Warum ist es so schwer für den Nutzer, sich an die simplen Sicherheits- und Privatsphäre-Meldungen zu halten? Vielleicht, weil diese gar nicht so simpel sind, wie sie für Fachleute erscheinen. Denn in den meisten Fällen beschreiben die Warnmeldungen, was das Problem ist, nicht aber, was die daraus möglicherweise entstehenden Konsequenzen sein können. Wahrscheinlich wissen die wenigsten Nutzer was es bedeutet, wenn der Browser einem mit teilt, dass das SSL-Zertifikat für die angesteuerte Website abgelaufen ist. Die wenigsten wissen sogar, was ein SSL-Zertifikat ist. Effektivere Warnmeldungen würden also darauf hinweisen, dass die Bankdaten des Nutzers gestohlen werden können, wenn er auf der gewünschten Seite weitersurft. Lujo Bauer vom Cylab Security Research Centre an der Carnegie Mellon University hat aus diesem Grund Richtlinien für die Erstellung von Warnhinweisen erstellt, die demnach das Risiko umfassend beschreiben und präzise sein sollen, und zudem ausführlich auf die Optionen eingehen sollen, wie man weiter fortfahren kann. Das Google-Team ist zu ähnlichen Ergebnissen gekommen und hat zunächst die technischen Begriffe gestrichen und den Text stark vereinfacht, auch wenn dies zu Lasten der Details geht. Außerdem hat das Team Illustrationen eingefügt und verschiedene Hintergrundfarben zur Verdeutlichung der verschiedenen Risikostufen eingesetzt.

Nutzern die Wahl lassen?

Das wohl wichtigste, vom Google-Team eingeführte Element ist das sogenannte „Opinionated Design“. Im Klartext wird der Nutzer nicht neutral über die Auswahlmöglichkeiten aufgeklärt, sondern sehr stark in die Richtung der sicheren Entscheidung gedrängt, indem z.B. der entsprechende Button größer gestaltet wird, oder die unsichere Alternative hinter mehreren Bildschirmen versteckt wird. Dies ist besonders wichtig, denn der Nutzer erstellt im Falle einer Warnmeldung umgehend eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Kosten für die Beachtung der Warnung sind hoch, da sie uns vom Ziel abhält – vielleicht eine Rechnung zu bezahlen, oder ein Status-Update zu posten. Der unmittelbare Nutzen ist gering und sehr abstrakt, weshalb der Nutzer den unmittelbaren Nutzen bevorzugt, wenn die Konsequenzen nicht unmittelbar abzusehen sind. Diese Meinungssteuerung hat zwar in Tests des Chrome-Teams eine deutliche Verbesserung gebracht, allerdings haben sich immer noch 40 Prozent gegen die Warnung entschieden und der Grund dafür scheint tief in uns verankert.

In Tests an der Utah Brigham Young University hat Anthony Vance herausgefunden, dass der Teil des menschlichen Gehirns, der visuelle Reize verarbeitet, schlicht aufhört Warnungen zu analysieren, nachdem sie mehr als einmal gesehen wurden – nachdem der Warnung das erste Mal Aufmerksamkeit gewidmet wird, verlässt sich das Gehirn danach auf die Erinnerung und reagiert entsprechend deutlich weniger. Aus diesem Grund empfiehlt Vance genau das Gegenteil der Design-Richtlinien von Bauer, die Warnmeldungen nämlich nicht extrem zu vereinfachen, sondern sie möglichst inkonsistent zu gestalten. Wechselnde Farben, zufällig hinzugefügte Bilder und Animationen sollen das Gehirn vor dem Gewöhnungseffekt schützen. Andere Fachleute empfehlen sogar den Nutzer komplett aus dem Entscheidungsprozess auszuklammern und ihn automatisierter Software zu überlassen. Allerdings ist dies nicht umsetzbar, da immer wieder Entscheidungen vom Nutzer getroffen werden müssen. Außerdem sollten die Browser-Hersteller hier vorsichtig sein, denn es besteht immer auch die Möglichkeit, dass ein Experte aus gutem Grund die Warnung ignorieren will. Erlaubt ein Browser ihm dies nicht, wechselt er ganz einfach zu der Konkurrenz. Doch das Problem geht weit über den Browser hinaus, und betrifft letztendlich nahezu jede Warnmeldung, die der Computer dem Nutzer präsentiert – Anti-Viren-Programme, und Update-Meldungen des Betriebssystems sind davon genauso betroffen. Außerdem kommen noch Mobile-Devices wie Smartphones und Tablets hinzu. Hier werden die Entscheidungen zunehmend komplexer (wer achtet noch darauf, welche Berechtigungen eine App bei der Installation fordert und versteht die Forderungen auch noch?) und zudem machen die kleineren Bildschirme die Auseinandersetzung mit einer Warnung zunehmend schwerer. Es wird also Zeit, dass wir unser Gehirn zur Aufmerksamkeit zwingen.


Image (adapted) „Sicherheit“ by Pixelcreatures (CC0 Public Domain)

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Surfen ohne Nebenwirkungen: Amune und BrowserProtect

Privacy (adapted) (Image by Rob Pongsajapan [CC BY 2.0] via Flickr)

In Anbetracht immer neuer Veröffentlichungen von Edward Snowden kann man für seinen Datenschutz nie zuviel tun. Amune und BrowserProtect sollen beide dabei helfen, unsere Spuren im Web effektiv zu verwischen. Laienhaft ausgedrückt sind Amune und BrowserProtect selber Browser im Browser. Wir surfen über ein Fenster im Browser, hinterlassen dabei aber keinerlei persönliche Spuren. Nutzer von einem VPN oder Proxy können bei einem zweiten Besuch der gleichen Webseite möglicherweise wiedererkannt werden. Beide Angebote werden also weit über den Schutz herkömmlicher Verschleierungsmethoden hinausgehen. Doch was kostet der Spaß?

Panopticlick von der Bürgerrechtsorganisation Electronic Fronier Foundation (EFF) gilt als bestes Test-Tool im Web, um neben der IP-Adresse diverse Informationen des Webseitenbesuchers zu testen und anzuzeigen. Vor allem wird geprüft, ob der Browser anhand weiterer übertragener Informationen wiedererkannt werden kann. Wer die gleiche Webseite beim zweiten Besuch mit dem gleichen Betriebssystem, der Sprache, Anzahl der Farben und vielen anderen Informationen erneut besucht, kann als gleicher Nutzer erkannt werden. Die Identifikation funktioniert auch, sofern sich meine IP-Adresse geändert hat. Das Besondere bei Panopticlick ist aber, dass wir ganz ohne die Verwendung von Cookies erkannt werden können.

Erst am Dienstag erhielten wir die Einladung für die erste private Testphase von BrowserProtect. Beim Besuch bei Panopticlick via BrowserProtect hatte niemand sonst den gleichen digitalen Fingerabdruck, obwohl fast 2,5 Millionen verschiedene Browser miteinander verglichen wurden. Das kann uns aber in diesem Fall egal sein. Der Grund dafür ist einfach. Die EFF bekam die Zusatzinformationen von BrowserProtect und deren Servern übermittelt. Meine eingestellte Sprache, Betriebssystem, der Browser und vieles mehr bleibt den Webseitenbetreibern verborgen.

Um Cookies muss man sich keine Sorgen mehr machen. Selbst die ersten ewigen Cookies werden bei BrowserProtect beziehungsweise Amune und nicht bei mir auf dem hemischen Computer gespeichert. Auch Schadsoftware, die durch Sicherheitslücken im Browser oder in einem Plug-in auf den Computer gelangen, haben keine Chance mehr. Der Trojaner führt seinen Angriff fernab von meinem Computer durch.

Nachteile und verwirrende Eigentümerverhältnisse

Welchen Nachteil hat diese Lösung? Die Betreiber können jeweils ganz genau erfassen, was wir im Einzelnen im Web getan haben. An den Daten werden früher oder später auch die Geheimdienste interessiert sein. Allerdings betrifft dieses Problem auch alle Nutzer von einem VPN- oder Proxy-Anbieter. Die wissen bei nicht verschlüsselten Webseiten auch, was ihre Nutzer seit dem Tag ihrer Anmeldung getrieben haben. Wie anfällig die Verschlüsselung sein kann, hat uns der Poodle-Angriff gezeigt, wenn wir nicht schon beim Heartbleed-Bug verunsichert waren. Das ist auch der Grund, warum bei der Bezahlung solcher Dienstleistungen die Nutzung anonymer Bezahlkarten (Paysafe, Ukash & Co.) bevorzugt wird.

Die Trennung zwischen den Projekten und die exakten Eigentümerverhältnisse sind teilweise recht verwirrend. Im Newsletter von BrowserProtect wird hervorgehoben, dieses Projekt wurde früher als Immunity Zone bezeichnet. Betreiber von BrowserProtect ist eine Bengoa Ltd. ohne weitere Ortsangabe. Der Gründer ist David Bengoa. Wer aber auf die alte Webseite von Immunity Zone geht, wird hingegen auf den Dienst Amune hingewiesen. Dessen Betreibergesellschaft ist aber die Schweizer X and Me Technology AG, die sich von Anfang an für Immunity Zone verantwortlich gezeichnet hat. Dort wird Gründe Bengoa nicht namentlich erwähnt. Beide Webseiten weisen Ähnlichkeiten auf, weitere Details sind uns bislang nicht bekannt.

Fazit und Preise

BrowserProtect ist beim Testlauf schnell und funktioniert einwandfrei. Der Dienst ist wirklich preiswert, monatlich fallen minimal 3 Euro an. Weitere Infos zu den unterschiedlichen Paketen sind hier verfügbar. Bis zur öffentlichen Beta wird wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit vergehen. Die Bezahlung per Bitcoin wurde bereits angekündigt.

Die Konditionen beider Anbieter unterscheiden sich ein wenig. Doch auch das preiswerteste Premium-Paket von Amune schlägt nur mit 3 Euro zu Buche. Bei Amune kann man schon loslegen, weitere Details zu den Premium-Paketen sind hier verfügbar. Wer keinerlei Daten bei der Registrierung hinterlassen will, kann bei Amune beispielsweise mit dem anonymen Online-Bezahlsystem Ukash bezahlen.

Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er lieber ohne zusätzliche Kosten im Web surft und dabei ständig beobachtet wird. Oder ob einem die digitale Abgeschiedenheit 3 Euro monatlich wert sind.


Image (adapted) „Privacy“ by Rob Pongsajapan (CC BY 2.0)


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Instafall: Tweetdeck nur für Instagram?

Instafall ist eine Tweetdeck für Instagram

Angelehnt an Tweetdeck, möchte Instafall die Foto- und Video-Sharing-App Instagram in den Browser bringen. Eine interessante Idee, die aber nur teilweise überzeugt. // von Lukas Menzel

instagram, netzpiloten

Mit mehr als 300 Millionen Nutzern und der höchsten Wachstumsrate unter allen sozialen Netzwerken, gehört Instagram zu den beliebtesten Social Media-Diensten. Doch auch wenn der zu Facebook zugehörige Foto- und Video-Sharing-Dienst damit eine große Nutzerschaft hat, ist dieser bislang nur mobil über die eigene App vollständig nutzbar. Einen Browser- oder Desktop-Client von Instagram gibt es bislang nicht. Eine Lücke, die sich nun Instafall zu nutzen machen möchte.

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WhatsApp: 18 Tipps, die die Messaging-App erträglich machen

Whatsapp (Image by antonbe [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Wer mobil und digital kommunizieren will, kommt oft nicht mehr an WhatsApp, dass Facebook 19 Milliarden Dollar wert war, vorbei. 500 Millionen aktive Nutzer, die pro Tag 700 Millionen Bilder, 100 Millionen Videos und bis zu 20 Milliarden Nachrichten pro Tag verschicken: Trotz aller Kontroversen rund um die Facebook-Übernahme, erstarkender Rivalen wie Line, Telegram und WeChat oder immer wiederkehrenden Datenschutzproblemen bleibt das enorme Wachstum der Messaging-App ungebremst. Wer mit Freunden, Familie und Kollegen digital kommunizieren will, dem bleibt selten die Wahl – WhatsApp ist bei vielen zum Standard geworden.

1. Hintergrundbilder:

Es klingt banal, ist aber mit Sicherheit ein Erfolgsfaktor von WhatsApp im Unterschied zu anderen Apps: Nutzer können das Hintergrundbild personalisieren und es sich so in der App, die dutzende oder gar hunderte Male pro Tag aufgerufen wird, gemütlich machen. Kostenlose Wallpapers für WhatsApp gibt es etwa hier für Android oder hier für iPhone, man kann aber natürlich auch eigene Bilder einstellen. Ändern kann man sie unter „Einstellungen“ –> „Chats“ -> „Hintergrund“.

2. Info anpassen:

Hey there! I am using WhatsApp“ steht nach wie vor bei vielen Kontakten der Messaging-App. Dabei kann man diesen Satz ändern, und zwar unter „Einstellungen“ -> „Profil“ -> „Info“. Erlaubt sind übrigens auch Emojis wie Smileys oder der erhobene Daumen. Da der Satz standardmäßig für alle anderen Kontakte sichtbar ist, sollte man überlegen, was adäquat ist. Wer oft mit Arbeitskollegen bei WhatsApp chattet, sollte eher nicht “bin gerade betrunken” oder ähnliches hineintippen.

3. Broadcasten:

WhatsApp ist nur zum Chatten zu zweit oder in kleinen Gruppen da? Falsch, mit der App kann man auch bis zu 250 Kontakte auf einmal erreichen. Die Funktion dazu heißt “Broadcast” und erlaubt es, eine Nachricht an viele Personen auf einmal zu senden, ohne dass die Empfänger sich gegenseitig sehen – vergleichbar mit der BCC (“Blind Copy Carbon”) in E-Mails. Weil die Funktion leider gerne für Spam verwendet wird, muss man zuerst eine “Broadcast-Liste” anlegen und jeden gewünschten Kontakt einzeln hinzufügen. Während der Wahlen in Indien richtete BBC India einen Nachrichten-Dienst ein, um Menschen am Handy einfach mit Infos zur Wahl versorgen zu können. Inzwischen gibt es viele Firmen, die diese Funktion nutzen, um ihre User täglich mit Infos zu versorgen.

4. Nummer ändern:

Ein WhatsApp-Konto ist immer mit einer Handynummer verknüpft, über die der Nutzer eindeutig identifiziert wird und mit anderen Usern in Kontakt steht. Wenn man seine Nummer (z.B. beim Provider-Wechsel) ändert, muss man das WhatsApp rechtzeitig mitteilen, damit der eigenen Account auf die neue Nummer umgestellt wird. Dazu muss die alte Nummer noch aktiv sein, Anleitungen für die verschiedenen mobilen Betriebssysteme findet ihr hier.

5. Nachrichten lassen sich sharen:

Von Twitter („Retweet“) und Facebook („Share“) kennt man die Teilen-Funktionen schon, mit deren Hilfe sich Postings wie ein Lauffeuer in sozialen Netzen verbreiten können. Auch bei WhatsApp kann man die Meldungen anderer (z.B. ein witziges Video, Foto oder Links) sharen: Dazu hält man lange mit dem Finger auf den Beitrag und sendet ihn dann an eine anderen Chat weiter.

6. Auto-Downloads abstellen:

Wer WhatsApp intensiv nutzt, wird vielleicht schon bemerkt haben, dass sich die eigene Foto/Video-Galerie am Smartphone schnell mit den erhaltenen Inhalten füllt. Denn die App speichert empfangenen Content automatisch am Smartphone. Wer das nicht oder nur unter bestimmten Voraussetzungen (WLAN, 3G, Roaming) will, der stellt dies unter „Einstellungen“ -> „Datennutzung“ entsprechend seiner Präferenzen sein.

7. Benachrichtigungen managen:

WhatsApp kann ziemlich nerven, wenn in einer oder mehreren Gruppen viel geschrieben wird – das Smartphone plingt, surrt und/oder blinkt dann ohne Ende. Im Einstellungsbereich „Benachrichtigungen“ kann man etwa Töne, Vibration oder Pop-ups ausstellen, die über den Empfang von Nachrichten informieren. Für viele Nutzer ist es am sinnvollsten, sich die Benachrichtigungen nur visuell (am iPhone als kleiner Kreis mit der Anzahl der neuen Objekte oder auf Android als Notification in der Statusleiste) anzeigen zu lassen. Wenn man „live“ mit jemanden chattet, sieht man ohnehin, ob der andere gerade schreibt und weiß auch so, dass man in wenigen Sekunden eine Nachricht erhält.

8. „Zuletzt online“ verbergen:

WhatsApp kann sehr verräterisch sein, weil andere Kontakte standardmäßig sehen können, wann man zuletzt in der App war und ob man eine Nachricht schon gelesen hat. Da folgen dann oft Vorwürfe wie: „Du musst meine doch Nachricht gesehen haben, warum hast du nicht zurückgeschrieben?!“ Zum Glück kann man diese Info unter „Einstellungen“ –> Account -> „Datenschutz“ ausstellen.

9. Die Häkchen richtig verstehen:

Viele WhatsApp-Nutzer glauben, dass zwei Häkchen neben einer Nachricht bedeutet, dass der Empfänger diese gelesen hat. Das ist aber falsch: Wie man auch in den WhatsApp-FAQ nachlesen kann, bedeutet der erste Haken, das die Nachricht am WhatsApp-Server eingetroffen ist, der zweite Haken, dass die Nachricht ans Smartphone des Empfängers zugestellt wurde. Wer also mal mit dem Vorwurf konfrontiert wird, dass man nicht auf eine Doppelhäkchen-Nachricht reagiert hätte, kann immer noch argumentieren, diese noch gar nicht gelesen zu haben. Zumindest, wenn er die Gelesen-Funktion ausgestellt hat. Standardmäßig werden den Häkchen nämlich blau, sobald der Empfänger die Nachricht gelesen hat. Im Menü unter „Einstellungen“ -> „Account“ -> „Datenschutz“ lässt sich aber auch das deaktivieren.

10. Kontakte auf den Startbildschirm:

Wenn man sehr oft mit einer Person kommuniziert, kann es praktisch sein, diesen Kontakt direkt auf den Startbildschirm des Smartphones zu platzieren – dann muss man nicht immer WhatsApp extra öffnen, um zum Chat zu gelangen. Um die Funktion zu aktivieren, wischt ihr den Reiter auf Chats. Dann wählt ihr den Chat aus, tippt auf die Menüpunkte, dann „Mehr“ und dann „Verknüpfung hinzufügen“. Das Profilfoto des Kontakts wird dann wie ein App-Symbol am Homescreen angezeigt, ein Tipper darauf führt direkt zu seinem Profil mit allen Kontaktmöglichkeiten von Telefon über E-Mail bis eben WhatsApp.

11. Nervende Kontakte blockieren:

Wer andere WhatsApp-Nutzer aus welchem Grund auch immer blockieren will, kann dies unter „Einstellungen“ -> „Account“ –> „Datenschutz“ –> „Blockierte Kontakte“ tun. Außerdem geht das direkt im Chat bei den Menüpunkten, „Mehr“ -> „Blockieren“. Deren Nachrichten bekommt man dann nicht mehr zugestellt, außerdem sehen sie die eigenen „Zuletzt online“-Infos oder Statusmeldungen nicht mehr. Dass man selbst von einem anderen Nutzer blockiert wurde, kann man nur an diesen Anzeichen erkennen, eine direkte Info darüber gibt es nicht.

12. WhatsApp Web:

Seit Mitte Januar 2015 kann man WhatsApp auch im Browser am Computer nutzen. Dazu scannt man einen QR-Code auf dem Bildschirm mit der Smartphone-Kamera und dann lassen sich der Browser und die App miteinander verbinden. In Echtzeit werden dann bei aktiver Internetverbindung des Smartphones Chat-Nachrichten auch im Browser-Tab angezeigt. Die Funktion findet ihr im Menü unter „WhatsApp Web“.

13. Alte Chats aufs neue Handy:

So, wie man früher seine SMS als Erinnerungsstücke mit aufs neue Handy mitgenommen hat, kann man WhatsApp-Chats ebenfalls von einem Gerät auf das andere übertragen. Das Prozedere ist bei jedem mobilen Betriebssystem etwas anders: Bei iPhones läuft es etwa über die iCloud, bei Android muss man die Back-up-Datei z.B. mittels microSD-Karte oder Dateitransfer vom alten aufs neue Gerät übertragen. Chat-Verläufe von einem BlackBerry, Nokia S40 oder Windows Phone kann man derzeit noch nicht übertragen. Auch von iPhone zu Android oder umgekehrt funktioniert leider nicht.

14. WhatsApp ohne SIM-Karte:

Prinzipiell ist ein WhatsApp-Account an eine Telefonnummer geknüpft, was die Verwendung auf einem Tablet erschwert. Allerdings gibt es einen Trick: Man kann sich mit einer Festnetznummer anmelden. Die SMS mit dem Freischalt-Code kann so zwar nicht empfangen werden, aber man kann stattdessen den automatischen Anruf abwarten, der nach ca. 5 Minuten kommt und bei dem eine Computer-Stimme den Code ansagt. Eine genaue Anleitung gibt es hier.

15. Sprachnachrichten leise anhören:

Immer wieder werden bei WhatsApp Sprachnachrichten verschickt. Wenn man das Smartphone normal in der Hand hält, werden diese Audio-Botschaften in der gerade eingestellten Lautstärke des Geräts über dessen Lautsprecher abgespielt – was etwa in der U-Bahn andere mithören lässt. Die einfache Lösung: auf Play drücken, Smartphone ans Ohr halten, und schon kann kein anderer mehr mithören. Mithilfe des Helligkeitssensors weiß WhatsApp, dass das Handy ans Ohr gehalten wird und wechselt zum Telefonlausprecher.

16. WhatsApp löschen:

Wer WhatsApp aus dem einen oder anderen Grund (Facebook-Übernahme, Nachrichtenflut, Datenschutz) satt hat, kann seinen Account auch wieder löschen, und zwar unter „Einstellungen“ –> „Account“ und „Account löschen“. Dabei werden auch die Chatverläufe gelöscht und man wird aus allen WhatsApp-Gruppen entfernt, Zahlungsdaten verbleiben laut AGB noch 30 Tage auf den Servern der Firma. Nur die App löschen reicht nicht, da bleibt das Konto erhalten.

17. Alternativen:

Wer nicht ohne Messaging-App sein kann und WhatsApp den Rücken kehrt, der kann auf (halbwegs) sichere Alternativen wie Signal, Telegram oder Threema ausweichen. Die Krux an der Sache: Man muss auch seine Kontakte davon überzeugen, zu diesen Alternativen zu wechseln, und das fällt bei 500 Millionen aktiven WhatsApp-Nutzern möglicherweise schwer.

[UPDATE] 18. Back to Basics – der Status ist wieder da:

Ein Update der App im März 2017 sorgte dafür, dass aus der Status nun nicht mehr das Textfeld war, wie oben beschrieben, sonder ein Snapchat-Abklatsch mit der sogenannten „Stories“-Funktion. Natürlich gab es einen Aufschrei der Nutzer – so wie eigentlich immer, wenn man Menschen ein beliebtes Online-Feature wegnimmt. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Programmen, die diesen Aufschrei einfach aussitzen, brachte WhatsApp seinen Nutzen den über alles geliebten Status zurück – als „Info“.

Aktualisiert von der Redaktion am Donnerstag, 30. März 2017.

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Image „Whatsapp“ by antonbe (CC0 Public Domain)


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ShortRead: Google Now für den Chrome-Browser

Google Now ist vor allem als smarter Assistent auf Android-Geräten bekannt. Jetzt testet Google den Dienst auch im Chrome-Browser. // von Tobias Schwarz

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In der isolierten Testumgebung namens Chrome Canary, in der alle neuen Features, Funktionen und zukünftige Version von Googles Chrome-Browser getestet werden, kann jetzt angeklickt werden, dass Google Now auch im Browser funktioniert. Für den Anfang nur ein Test, erscheint es jedoch sinnvoll, dass Google Now geräteunabhängig eingesetzt wird. Der Dienst wertet alle Google zugänglichen Informationen der Nutzer aus und zeigt ihnen Informationen an, bevor sie sie überhaupt suchen. Dies verleitet einen nicht nur zu konstanten Nutzung von Google-Geräten und -diensten, sondern auch der Bereitschaft, Google mehr Zugang zu persönlichen Informationen zu geben.

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ShortRead: Chrome für Android und iOS senkt Datenverbrauch

Mit dem neuem Chrome-Browser von Google für Android und iOS können Daten komprimiert und damit der mobile Datenverbrauch reduziert werden. // von Tobias Schwarz

chromemobil

Im Chrome Browser Blog kündigte Google heute ein neues Feature für die mobile Version des Browsers für Android und iOS an. Chrome-Nutzer können einstellen, dass der mobile Datenverbrauch laut Google um bis zu 50 Prozent reduziert wird. Möglich wird dies, in dem Google den Datenverkehr von Smartphones und Tablets durch einen Proxy-Server leitet (wodurch Google praktischerweise gleich alles mitlesen kann, was wir im Web so von unterwegs ansurfen). Unter „Einstellungen“ > „Bandbreitenverwaltung“ > „Datenverbrauch reduzieren“ wird nach Update der App die Einstellung vorgenommen werden können. Zugleich soll der die mobile Browserversion von Chrome mit dem Update sicherer werden, da von Google als Phishing- oder Malware-Quellen bekannte Website geblockt werden.

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Facebooks Zukunft: Not macht erfinderisch

Facebook bestimmt derzeit mal wieder die Titelzeilen der Onlinemedien. Der Kauf von Instagram, der zur Milliardeninvestition wurde und ein verpatzter Börsengang stellen geneigte Glaskugel-Leser vor großen Rätseln. Wie stehen die Zeichen denn nun? Wird der miserable Börsengang der Anfang vom Ende sein? Und wird Facebook weitere große Investitionen wagen? Oder werden Aktionäre der Ausgabenflut ein jähes Ende setzen? Not macht erfinderisch und so lesen wir derzeit von drei großen Zukunftsvisionen.

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Browser Add-on: YouTube und Amazon entrümpeln mit Clea.nr

Stell dir einmal vor dein TV-Programm wäre ständig gestört durch blinkende Werbebanner, anderen Shows, die in kleinen Fenstern aufleuchten, Statistiken oder Kommentarfelder. Du würdest wahrscheinlich irrewerden und womöglich öfter den Fernseher auslassen.

Browser Add-on: YouTube und Amazon entrümpeln mit Cleaner InternetWas uns im TV stört, ist auf YouTube normal. Dabei will auch YouTube zum Broadcaster werden und unternahm vor einigen Monaten ebenfalls erste Schritte zusammen mit Disney in diese Richtung. Ganze Filme im kostenlosen Stream konnte man da auf dem Disney-Channel sehen. Aber das nur mal am Rande.

Ein neues Plugin namens „Clea.nr – A Cleaner Internet“ zielt darauf ab YouTube mal ordentlich aufzuräumen und sämtliche oben genannte Ablenkungen auf dem Bildschirm auszusperren. Ähnlich wie zum Beispiel der Adblocker. Das Ergebnis ist optisch wirklich sehr ansprechend.

Installiere dir einfach das Browser Add-on, welches für Chrome, Firefox und Safari entwickelt wurde und probiere es aus. Durch ein einfaches Opt-in/Opt-out im oberen Bildschirmbereich, kannst du es jederzeit ein- und ausschalten.

Gleiches funktioniert übrigens auch mit Amazon. Der Effekt ist sogar noch atemberaubender. Soviel kann ich schon einmal verraten.

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Schnüffel-Cookies: Selbsthilfe in Sachen Privacy

Dass Facebook unsere Spuren im Netz verfolgt weiß inzwischen jeder und ist im Grunde auch legitim. Eine Datenbank zu erstellen über etwaige gesetzte Likes auf Facebook oder benutzter Like-Buttons auf anderen Seiten, ist eine gängige Methode, Profile aufzubauen. Google macht es mit seinem +1 nicht anders. Und auch Facebook ist – wie Google – nur ein Unternehmen, das sich primär durch Werbung und der persönlichen Daten seiner Nutzer refinanziert.Datenschützer hierzu Lande sehen das zwar kritisch, jedoch ist es in anderen EU-Staaten durchaus legitimiert worden. So auch im Land des europäischen Firmensitzes von Facebook – Irland. Der Inselstaat agiert unter dem Schirm des europäischen Datenschutzrechtes und man sollte von ausgehen können, dass die Gesetzeslage dort, auch in Deutschland übereinstimmen müsste. Die Debatte die zurzeit allerdings zwischen Facebook und einigen deutschen Datenschützern wie Thilo Weichert geführt wird, beweist jedoch das Gegenteil. Nichts stimmt überein und eine Einigkeit über die rechtlichen Rahmenbedingungen herrscht auch nicht.

Neben der gesetzmäßigen Legitimierung des Geschäftsgebarens stehen aber noch ganz andere Fragen unbeantwortet im Raum. So ist Facebook auch der Transparenz-Frage, die sich mehr und mehr User selbst und dem Unternehmen stellen, eine konkrete Antwort schuldig geblieben. Zwar haben findige Nutzer, wie der Jurastudent Max Schrems, einen Weg veröffentlicht, wie man an die Daten von Facebook kommt, jedoch werden hier einige Informationen zurückgehalten. Man erhält durchaus Auskunft darüber, wann man sich eingeloggt hat oder wie lange man online war. Man bekommt auch detaillierte Informationen über gesendete Nachrichten sowie der gesammelten Geolocation-Daten, die sich vornehmend aus der mobilen Nutzung von Facebook durch Smartphones ergeben. Jedoch weist das Unternehmen Anfragen zum Datenbestand der Gesichtserkennung sowie der Likes entschieden zurück. „Firmengeheimnis!“ entgegnet das Unternehmen.

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Mozilla: der neue Firefox 6 steht zum Download bereit!

Ab sofort könnt Ihr euch den neuen Firefox 6 downloaden. Die Updates des neuen Firefox zielen auf eine bessere Unterstützung von HTML 5 Elementen und CSS Eigenschaften ab. Außerdem ist der Add On Manager weiterentwickelt wurden. Das offizielle Release-Datum ist eigentlich erst morgen, jedoch liegen die Daten für Windows, Linux und Mac OS X jetzt schon bei Mozilla auf dem FTP-Server zum Download bereit. Für mehr technische Hintergründe gerade in Bezug auf die HTML 5 Funktionen und der CSS Eigenschaften, empfehle ich euch diesen Artikel von Golem. Viel Spaß mit dem neuen Browser – zum Download geht’s hier.

firefox 6Grafik von golem.de

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