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Netzpiloten @Chatbot Summit

Auf vielen Digital-Konferenzen dieses Jahres ist das Thema „Voice“ emminent wichtig. Es scheint der kollektive Zukunftstraum der Tech-Enthusiasten zu sein, dass wir alle mit unserer Sprache jede Menge technischer Geräte steuern und mit digitalen Services kommunizieren. Kein Wunder also, dass es bereits einen eigenen Summit für Chatbots und Voice Assistants gibt: der Chatbot Summit am 23. und 24. Oktober in Berlin. Bereits zum vierten Mal findet die bislang einzige Bot Conference der Welt statt (veranstaltet von Sunrize Digital). Wir Netzpiloten sind mit dabei.

Welche Speaker werden da sein?

Die Eröffnungs-Keynote kommt vom Chef und Gründer des Chatbot Summit, Yoav Barel. Er kennt den derzeitigen Entwicklungsstand der Bots. Spannend wird sicherlich der Vortrag von Daniel Whaley, Senior Architect für künstliche Intelligenz bei der BBC. Er referiert über das Medium der Stimme in der medialen Landschaft. Wir freuen uns auch auf die Ausführungen von Stéphanie Charlaix Meyer, Vice President Digital Product and Innovation bei Air France, über das Thema „Reinventing Costumer Relationships Using AI Powered Chatbots“.

Um welche Themen wird es gehen?

  • Zukunft der Chatbots
  • Kundenbeziehungen und Chatbots
  • Whatsapp und andere Personal Messenger
  • Marketing-Strategien in Zusammenarbeit mit Bots

Und sonst noch?

 Tickets gibt es für General Attendees, für Startups und für VIPs, Executives und CEOs. Noch sind Early Bird Tickets zu haben. Genaueres erfahrt ihr hier.

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Mit SMS informiert: Purple setzt auf 90er-Technik statt Push-Nachrichten

Should we call for help (adapted) (Image by Clem Onojeghuo [CC0 Public Domain] via Unsplash

Das Nachrichten-Startup Purple, das vor Kurzem eine Testphase hinter sich gebracht hat, richtet sich hauptsächlich an Journalisten, die bereits über eine große eigene Followerschaft in sozialen Netzwerken verfügen. Wie sich herausgestellt hat, eignet sich SMS-Messaging besser als der Facebook Messenger für die Art und Häufigkeit von Nachrichten und Informationen, wie sie Purple seinem handybewehrten Publikum liefern will.

Ich glaube, im Messenger-Ökosystem zu sein, macht es Leuten viel einfacher, Purple zu verbreiten. Hier können sie interessanten und wichtigen Content, über den wir [auf Purple] reden, mit ihren Freunden zu teilen”, sagte Rebecca Harris, Purple-Chefin und Mitbegründerin, im letzten Sommer gegenüber dem Lab. Der Dienst konnte einen beachtlichen Erfolg vorweisen: Sein Channel zur US-Wahlberichterstattung im November 2016, der von Harris verwaltet wurde, wuchs auf rund 18.000 Subscriber an, wenn man alle SMS-Messaging- und Facebook Messenger Distributionsoptionen zusammenzählt.

Jetzt lässt Purple sein Angebot für den Facebook Messenger zurück und konzentriert sich auf den Ausbau seiner SMS-Messaging-Plattform für einzelne Schöpfer. Hier können sie eine Gebühr für die Subscriber festsetzen – eine Art reduziertes, SMS-basiertes Patreon. Purple hatte sich dazu entschieden, aus finanziellen und technischen Gründen die Mehrheit seiner Dienste auf Facebook zu verschieben. Dann jedoch drohte der Messenger zu einem unüberschaubaren Ort zu werden, der nur so von Bots wimmelte.

„Facebook Messenger war in vielerlei Hinsicht toll. Er ist gratis – was ein großes Argument dafür ist. Das User Interface gibt einem mehr Flexibilität, man kann seine Buttons nutzen, es gibt mehr Funktionalität. Aber wir hörten wieder und wieder von Nutzern, dass er einfach nicht so persönlich ist“, sagt Harris. „Eine Person beschrieb ihn so: ‘Ich simse mit Freunden und Familie. Auf dem Facebook Messenger schreibe ich mit Leuten, mit denen ich nicht so gut bekannt bin, dass ich Ihnen tatsächlich meine Nummer geben würde.’ Ich denke, das fasst das Verhältnis vieler Menschen zum Messenger zusammen.

„Man ist auch mit dem Hindernis konfrontiert, sicherzustellen, dass Leute verstehen, dass man kein Bot ist, denn die Leute haben viele mittelmäßige bis schlechte Erfahrungen mit Facebook Messenger-Bots gemacht,” fügte sie hinzu. “Es braucht mehr Überzeugungsarbeit als wir uns wünschen würden, dass da wirklich ein echter Mensch auf der anderen Seite ist.“

Der neue Purple-Dienst, momentan in einer privaten Beta-Version erhältlich, richtet sich hauptsächlich an Journalisten, die bereits über eine große eigene Followerschaft in sozialen Netzwerken verfügen. Nach dem Beta-Test wird die Plattform jedem offenstehen, der Interesse am Erschaffen eines Kanals für zahlende Subscriber hat – Creators setzen ihre eigenen Preise fest, beginnend bei drei US-Dollar pro Monat – und Leser kommen zur Plattform, um nach Personen zu suchen, denen sie folgen und die sie finanziell unterstützen möchten. Ein Teil dieses potentiellen Einkommens fließt in die Abdeckung der Messaging-Kosten und die Gebühren für das Bezahlsystem Stripe, das Purple nutzt, um die Subscriptions zu verwalten. Den Autoren bleiben am Ende wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent des Geldes, was ihre Leser zahlen, so Harris. Mitbegründer David Heinmann konstruierte den Rest der Plattform betriebsintern.

„Wir stellen uns vor, dass Purple in Zukunft ein Ort sein wird, wo man hingeht, um die besten Quellen zu finden und direkt zu jedem beliebigen Thema zu subscriben. Es soll ein Ort sein, der geschaffen wurde, um Leuten zu helfen, mit jeder individuellen Quelle weiter in die Tiefe zu gehen“, sagte Harris. „Ich glaube nicht, dass wir Mitglieder erleben werden, die mehr als eine Handvoll Purpler, so nennen wir die Content Creators, abonniert haben werden. Du abonnierst ein paar wenige. Das sind deine Experten, deine Personen der Wahl.“

Ein Kanal ist bereits gestartet: Ein News-Service für fünf Dollar im Monat, der von einigen Mitgliedern des Breaking News-Teams betrieben wird. Purple hatte Al Boe und sein Team angefragt, einen Kanal für Eilmeldungen zu starten, sagte Boe – außerdem war er bereits ein früher Purple Nutzer. Für diese Summe erhalten seine Subscriber um die fünf wichtigsten Kurzmeldungen, bald kommen noch Anpassungsoptionen und direkter Zugang zum Nachrichtendienstpersonal hinzu. Der Preis berechnet sich daraus, “was ich für einen Premiumdienst verlangt hatte, den ich über Patreon betrieben habe”, so Boe, und auch seine Patreon-Unterstützer hat er auf Purple verlagert.

„Wir ermuntern unsere Subscriber, uns alle Fragen oder Feedback zu schreiben und wir schreiben direkt zurück. Die Fragen müssen sich nicht einmal auf eine Geschichte beziehen, die wir behandelt haben“, schrieb Boe in einer Email. „Nachrichtenkonsum ist nicht länger einseitig und es bietet eine noch persönlichere Verbindung als eine, wie man sie auf einem Dienst wie Twitter haben könnte.“

Purples Plattform sammelt alle von Nutzern gesammelten Nachrichten und bildet sie in einem dezidierten Slack ab, in dem Creators alle eingehenden Fragen verfolgen und beantworten können. Die Plattform vollzieht auch Analyseparameter wie Churn, Verbleibquote, Klickraten von Links nach und wird mit Beta-Testern arbeiten, um herauszufinden, welche anderen Tools sie vielleicht gerne im Backend zur Verfügung hätten.

„Es gibt verschiedene Tools da draußen, die von Leuten benutzt werden, um Lösungen zusammenzubasteln“, sagte Harris, mit Blick auf die Newsletter von Jamelle Bouie und Sam Harris. „Wir haben den ganzen Zahlungsstrom für euch arrangiert. Wir geben euch eine Möglichkeit, eure Mitgliedschaften zu managen. Wir geben der Zielgruppe ein überzeugendes Nutzenversprechen, das letztlich auf exklusives Engagement durch Text hinausläuft.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „NiemanLab“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Should we call for help“ by Clem Onojeghuo (CC0 Public Domain)


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Weniger Call Center und Firmen-Websites – Was der Apple Business Chat ändern wird

apple(adapted)(Image by StockSnap [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Die Servicebranche verschläft die Zeichen der Zeit. Weder werden smarte Möglichkeiten neuer IT-Technologien genutzt, noch wird auf den Kunden zu- und eingegangen. Den Schlafmützen bricht nun die Geschäftsgrundlage weg. Das schrieb ich in meiner Gichtlingskolumne für das Debattenmagazin „The European“ vor sieben Jahren. Tenor: Smartphone und dumme Call Center passen nicht zusammen.

Anstatt die Möglichkeiten eines Smartphones zu verstehen, zu begreifen und zu nutzen, werden alle Anrufer immer noch in Warteschlangen geparkt oder müssen Angaben zur Identifizierung x-fach wiederholen. Die Integration der technischen Möglichkeiten ist eine der vordringlichsten Aufgaben für die Verantwortlichen. Asynchrone Kommunikation gehört noch nicht zu den Stärken der meisten Call Center“, sagte damals Harald Henn von der Beratungsfirma Marketing Resultant.

App-Schwächen

Daran hat sich wenig geändert. Auch bei Service-Apps sind viele Friktionen geblieben, die ich vor einigen Jahren darstellte: Die Kombination von Apps zu größeren Applikationen. Jede App ist autark und macht nicht viel mit anderen Diensten. Es gibt zwar einige einfache Kombinationen, aber man sieht nichts von komplexeren Software-Architekturen.

Auch dieses Thema könnte erledigt sein mit einer Anwendung, die Apple im Frühsommer angekündigt hat. Es geht um die Erweiterung der Messaging-Funktion in Richtung Business Chat. Klingt unspektakulär, könnte aber die traditionelle Call Center-Branche endgültig ins Abseits stellen. Niemand navigiert gerne durch eine App oder auf einer Website, um Service-Probleme zu lösen, kaum jemand ist begeistert von Warteschleifen und skriptgesteuerten Hotline-Agenten. Das erläuterte Michael-Maria Bommer von LivePerson im CIO-Kurator-Gespräch auf dem Watson Summit in Wien.

Messaging App von Apple wird vieles verändern

Was Apple anbietet, sei dramatisch für die Weiterentwicklung im Kundenservice. Man brauche keine separate App mehr, keine separate Hotline-Nummer, keine Service-Unterseiten auf der Firmen-Website. Das alles werde in der Messaging App von Apple abgebildet.

Ich gebe den Namen einer Bank oder eines Netzbetreibers ein und bekomme direkt einen Messaging-Button angezeigt. Wenn beispielsweise Vodafone Teil der Apple Business Chat-Community ist, dann erscheint das Logo dieser Firma und ich kann die Messaging-Funktion aktivieren“, so Bommer.

 

Asynchrone Service-Welt

Was dann allerdings auf die asynchrone Anfrage des Kunden im Hintergrund ablaufen muss, ist alles andere als profan. Ohne die Kombination von Chatbots, Künstlicher Intelligenz und fähigen Service-Mitarbeitern geht das in die Hose. Man braucht eine kognitive Herangehensweise. Da die Anfrage des Kunden zeitversetzt beantwortet wird, muss die Exzellenz bei der Beantwortung steigen. Das gilt für die Historie der Kundenkontakte und auch für das Antizipieren von neuen Service-Fällen. Im Zusammenspiel mit Watson analysiert LivePerson was in der Kommunikation mit Kunden via Business Chat funktioniert oder was nicht funktioniert. Aus diesen Korrelationen wird das System fortlaufend verbessert.

Vodafone UK bald ohne Website?

Das gilt auch für die Informationen, die über Jahre in Websites eingespeist wurden. „Wenn ich die Möglichkeit habe, über den Messenger mit Anbietern zu kommunizieren, dann will ich nicht auf eine Website dieser Firma umgeleitet werden. Meine Kundenwünsche müssen direkt über den Business Chat erfüllt werden“, erläutert Bommer und verweist auf die Ankündigung des Head of Digital von Vodafone in Großbritannien, davon ausgeht, in den nächsten Jahren die Website seiner Organisation abzuschalten.

Conversational Sales

In der Antwort über den Messenger können Inhalte der Website drinstecken. Aber es ist dann nicht die Website, die die Struktur vorgibt, sondern die Konversation – also Cognitive Care. Gleiches gilt für den Verkauf. Ich möchte Turnschuhe kaufen. Es gibt rund 33.000 Bots auf Facebook. Warum ist das so? Genau um diese Conversational Sales-Angebote zu machen. Wenn ich das als Anbieter realisiert habe, brauche ich keine Sales-Website mehr. Commerce und Service bilde ich in der Konversation des Messengers ab“, resümiert Bommer.

Das Notiz-Amt begrüßt diesen Trend. Wer hängt schon gerne in der Warteschleife oder sucht sich auf Internetpräsenzen dusslig. Entscheidend ist die personalisierte Ansprache des Kunden. Und die wird über Messenger in Verbindung mit KI-Systemen besser laufen.


Image(adapted) „apple“ by StockSnap [CC0 Pubic Domain]


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Autokraten können mit Tools wie Slack & Co. nicht viel anfangen

Break (adapted) Image by rawpixel (CC0 Public Domain) via Pixabay

McKinsey hat eine neue Studie zum Thema ‚Advanced social technologies and the future of collaboration‘ veröffentlicht. Fazit: Unternehmen, die Messaging-Plattformen einsetzen, haben den Eindruck, dass sie öfter kommunizieren und ihre Teams sich besser selbst organisieren. Arbeit werde mehr projekt- statt team- oder funktionsbasiert. „Um aber die Kirche im Dorf zu lassen: Rund Dreiviertel der Befragten bauen am Arbeitsplatz noch auf ältere Technologien wie E-Mail, Telefonate oder Textnachrichten“, schreibt Stefan Pfeiffer vom CIO-Kuratorium.

Einseitige Technologie-Sicht

Aber – so die Umfrage – soziale Technologien sind trotzdem mehr denn je in den Arbeitsalltag integriert. Und dafür seien gerade besagte Messaging-Plattformen verantwortlich. In diesen Unternehmen verlasse man sich nicht mehr so stark auf E-Mail und Telefon. „Na ja, der Unterschied beträgt wenige Prozentpunkte, aber jeder kleine Fortschritt in der Verwendung sozialer Technologien hilft, wenn dadurch unter dem Strich für Unternehmen und Mitarbeiter etwas rauskommt“, kommentiert Pfeiffer. Ihm fehlt die kritische Betrachtung in solchen Erhebungen. Das Ganze sei einseitig auf Technologie ausgerichtet: „Messaging Platforms werden sehr naiv als Allheilsbringer positioniert. Aber überfordern wir eventuell die Anwender? Die Mehrheit – die Generation E-Mail – arbeitet noch in ihrem traditionellen Posteingang. Dort sitzt die Information, isoliert und nicht von anderen nutzbar.“

Generation E-Mail

Das passt zu den Erfahrungen des Livestreaming-Experten Sebastian Greiner: „Ich habe versucht, mich in einem Team von drei Leuten mit Slack zu organisieren. Nach einer Woche habe ich nix mehr gefunden, war ständig am Suchen. Die E-Mail ist immer noch der Kanal, wo ich meine Kommunikation wiederfinde und aufbewahrt habe. Daneben laufen diverse Messenger sowie Twitter und Facebook. Sie tragen zwar zur schnellen Kommunikation bei, zerfasern diese aber leider auch gehörig.“ Und Oliver Marquardt kommt zu der Schlussfolgerung, dass die technologischen Werkzeuge immer nur so intelligent seien wie seine Benutzer.

Ole Wintermann von der Bertelsmann-Stiftung wertet die McKinsey-Ergebnisse positiv: „Es klingt vielleicht technokratisch. Jedoch: Slack fördert Kommunikation, wohingegen die Standardware SharePoint sie eher behindert. Auch das technokratische Tool hat eine innewohnende soziale Implikation.“

Tools und die kommunikative Vertrauensbasis

Schaut man sich aber die Arbeitsweise der Führungskräfte in vielen Unternehmen an, so kann von einer kollaborativen Organisationskultur nicht gesprochen werden. „Wenn der Kern der Kommunikation nicht vorhanden ist, also Vertrauensbasis, Bindung etc., dann sind Tools so oder so ungeeignet. Vor allem Textkommunikation ist bei mangelnder Beziehungsebene schwierig, weil immens viel Interpretationsraum vorhanden ist. Slack & Co. sind Tools von vielen. Manchmal ist es weitaus einfacher zum Telefonhörer zu greifen, als immensen Text reinzukloppen. Für konkrete Arbeitsschritte, wie Korrekturen oder als internes soziales Netzwerk sind Slack & Co wiederum sehr gut“, sagt Patrick Breitenbach, Head of Brand Consulting & Strategic Innovation bei ZDF Digital.

Ellenbogen und Hierarchie

Wer offline nicht zusammenarbeitet, werde das online auch nicht tun, meint der Berater Alexander Kluge. Wenn im Top-Management Ellenbogen und Hierarchie den Alltag beherrschen, könne auch ein Tool nicht weiterhelfen. Organisationen neigen nach Auffassung von Professor Lutz Becker dazu, neue Dinge oben drauf zu setzen, ohne den Mut zu haben, das Alte abzuschaffen. „Jedes Problem braucht in einer idealen Welt sein eigenes Format. Gut wäre ein System, dass die unterschiedlichen Formate bündelt und auf das jeweilige Problem übersetzt“, so der Studiendekan der Hochschule Fresenius in Köln. „Die Herausforderungen fangen schon bei unterschiedlichen Archivierungs- und Suchstrategien an. Manchmal braucht man eine Volltextsuche, manchmal eine hierarchische, manchmal eine assoziative Suche“, sagt Becker.

Nach Ansicht des Schweizer Bildungsethikers Christoph Schmitt ergehen sich viele Firmen in einem Toolbox-Fetischismus. Das habe viel mit der Bauchladenmentalität klassischer Organisationen zu tun. Der Shitstorm-Analytiker Tim Ebner fragt sich, ob solche Systeme überhaupt eine gute Orga der Kommunikation ersetzen können. Dem Ganzen werde meist viel zu viel Bedeutung zugemessen, bevor die eigentlichen Hausaufgaben erledigt sind. Und das Notiz-Amt fragt sich, welche Freiheitsgrade in Unternehmen überhaupt zugelassen werden, um mit kollaborativen Tools zu experimentieren.

Am Ende versinken offene Konzepte in der Firmenautokratie von CEOs mit Generaldirektoren-Habitus. Selbstorganisation, Autonomie, Individualität, Partizipation, die Ökonomie des Gebens und Nehmens sind mit den Kontrollsehnsüchten vieler Chefs nicht gerade kompatibel. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?


Image (adapted) „Break“ by rawpixel (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • WHATSAPP t3n: CSU will Zugriff auf Whatsapp-Gespräche: Über WhatsApp den Terror bekämpfen? Genau das plant jetzt die CDU und fordert den Zugriff auf WhatsApp-Gespräche zur Terrobekämpfung. Terroristische Aktivitäten sollen in der Vergangenheit bereits über die Messenger-App geplant worden sein, eine gesetzliche Kontrollmöglichkeit sei nach Meinung der CDU dringend und würde nach der Wahl weiterverfolgt werden. Gleichzeitig kann sowas jedoch auch Hacker anlocken und ihnen Türen zu sensible Nutzerdatern öffnen.

  • WLAN welt: EU will kostenloses WLAN an Tausenden Orten finanzieren: Im EU-Raum soll es künftig mehr kostenlose Internetzugänge geben. Was in deutschen Großstädten meist kein größeres Problem darstellt, soll in der EU bald massiv ausgebaut werden, so die Pläne aus Brüssel. An tausenden öffentlichen Plätzen sollen EU-Bürger bald über EU-finanzierte Hotspots ins Internet können. Es sollen rund 120 Millionen Euro in das Unterfangen gesteckt werden, weitere Details sollen bis Ende des Jahres geklärt werden. Vor allem für die Touristik und Dienstleistung könnte ein solcher Ausbau des Netzes interessant werden.

  • DISPLAYWEEK golem: Die Display-Welt wird rund und durchsichtig: In Los Angeles hat vergangene Woche die Displayweek stattgefunden – ja, eine ganze Messe allein im Zeichen des Displays. Hersteller und Froscher zeigten dort vor allem einen Trend: flexible Displays. Durch neue Techniken kann das Verbauen von Displays also künftig in allen Formen und an allen Orten möglich sein. Dem südkoreanischen Unternehmen Samsung ist sogar die Entwicklung eines dehnbaren Displays gelungen. In Zukunft werden Displays also in sehr viel mehr Anwendungsbereichen eingesetzt werden können.

  • CROWDFUNDING suedeutsche: Facebook-Nutzer können jetzt bei ihren Freunden Geld einsammeln: Facebook ist nicht das erste Unternehmen, das das Konzept Crowdfunding für sich entdeckt. Die Social Media-Plattform führt jetzt eine neue Funktion ein, über die es möglich werden soll Geld zu sammeln – ob für den Kampf gegen Krebs oder Silikonbrüste ist dabei egal. Facebook verspricht, sämtliche Spendenkampagnen innerhalb von nur 24 Stunden auf ihre Aufrichtigkeit zu überprüfen. Bedenkt man die Art und Weise, wie das Netzwerk bislang die Kommunikation seiner Mitglieder moderiert, darf das allerdings bezweifelt werden.

  • KÜNSTLICHE INTELLIGENZ heise: Künstliche Intelligenz berechnet die Schönheit: Schönheit liegt doch bekanntlich im Auge des Betrachters. Wenn es nach bestimmten Startups und Forschern geht allerdings in der Vermessung durch Algorithmen. Bilderdienste, wie das Online-Angebot “EyeEm” eines Berliner Startups, sollen fortan das Maß an Schönheit in einem Bild errechnen und diese dann möglichst prominent platzieren, um dem Fotografen die Auswahl zu erleichtern. Seit Jahren forschen Wissenschaftler und Unternehmen daran, neuronalen Netzen einen Sinn für Schönheit beizubringen.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • ROBOTER heise: Wir sollten vorbereitet sein: Laut einer US-Studie soll jeder Roboter rund 3 menschliche Arbeitskräfte ersetzen. Zwei Ökonomen hatten sich mit dieser Thematik im Zuge der Debatte um die Auswirkungen von intelligenten Maschinen auf den Arbeitsmarkt auseinander gesetzt. Daron Acemoglu vom MIT und Pacual Restrepo von der Boston University haben anhand von Daten aus der Vergangenheit ermittelt, dass Roboter bis zu 6,2 Prozent menschlicher Arbeitskräfte ersetzen können. Was das über die Zukunft der Arbeit aussagt, ist aber noch ungewiss.

  • GOOGLE spiegel: Google will Fake News in Suchergebnissen bekämpfen: “Project Owl” ist ein neues Projekt von Google, welches gestern angekündigt wurde und “minderwertigen Content” aus den Suchergebnissen und anderen Diensten verbannen soll. Damit geht Google gezielt gegen Fake News und Hassbotschaften vor. Websiten sollen demnach zunächst von Testpersonen bewertet werden, um auch die Treffsicherheit des Algorithmus zu verbessern. Google wird bei Autocomplete-Vorschlägen künftig auf Begriffe verzichten, die als sexuelle Beschimpfung, Hassrede oder als Bedrohung bestimmter Gruppen empfunden werden können. Die Begriffe können zudem bewertet und gemeldet werden.

  • FACEBOOK zeit: Facebook darf WhatsApp-Daten weiterhin nicht nutzen: In Hamburg hat ein Gerichtsbeschluss Facebook darin eingeschränkt, auf personenbezogene Daten deutscher WhatsApp-Nutzer zuzugreifen. Facebook hat den Messaging-Dienst zwar 2014 gekauft, das Urteil schützt jetzt jedoch Telefonnummern und personenbezogene Daten, wenn die Betroffenen nicht eingewilligt haben. Auch zu den verschlüsselten Kurznachrichten wird Facebook weiterhin keinen Zugang haben, da diese verschlüsselt sind.

  • GEAR 360 curved: Samsung Gear 360 (2017) im Test: Schon die erste Gear 360 machte vieles richtig, aber die neue 2017er Version will noch vieles besser machen. 360-Grad-Fotos und –Livestreams sollen noch besser gemacht werden und vor allem soll sie mit fast allen Smartphones funktionieren – der Vorgänger war nur mit Galaxy-Geräten von Samsung kompatibel. Verwendbar ist sie aber selbstverständlich auch gänzlich ohne Smartphone. Die neue Gear verfügt über einen Griff, die Kugelform und ein benötigtes Stativ entfallen also. Fotos erreichen eine maximale Auflösung von 15 Megapixeln.

  • UBER watson: Uber stellt Pläne für fliegende Taxis vor – erste Tests ab 2020: Uber hebt ab und hat eingies vor! Das Unternehmen stellte gestern Pläne vor, ab 2020 erste Tests für fliegende Taxis durchzuführen. In den jeweiligen Städten sollen dann sogenannte “Vertiports” die Fluggeräte starten und landen lassen können. Das Projekt ist zunächst nur für Dallas und Dubai geplant. Das Unternehmen argumentiert, dass die Straßen vollgestopft mit Autos und teuer im Unterhalt seien und man deshalb in die Luft ausweichen müsse. Beförderungskosten sollen zudem zeitnah mit denen von heutigen Fahrdiensten vergleichbar sein. Aber Uber ist nicht das einzige Unternehmen, das hoch hinaus will.

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Grauzone animierte GIFs: Warum das Daumenkino in Messaging-Apps illegal sein kann

animierte GIFs Giphy Browser-Android-Smartphone (adapted) (Image by Berti Kolbow.Lehradt)

Ein Blick, eine Geste oder ein tougher Onliner genügen oft, um in animierten GIFs eine Kurzgeschichte zu erzählen. Für Millionen Nutzer von Smartphones und sozialen Netzwerken ist es inzwischen alltäglich, mit ihrem Umfeld animierte GIFs auszutauschen. Schließlich sind sie schneller verschickt als eine Nachricht auf dem Touch-Screen eingetippt. Seit Apps wie Facebook Messenger oder WhatsApp die GIF-Suchmaschine GIPHY direkt integriert haben, ist es einfacher denn je, das digitale Daumenkino zu versenden.

Viele GIFs sind Fertigprodukte aus oft unbekannten Webquellen. Sie zeigen häufig Szenen aus Hollywood-Filmen und -Serien. Darf die jeder wirklich einfach so teilen oder gar öffentlich auf Facebook hochladen? Ich sprach darüber mit Christian Solmecke, Rechtsanwalt für IT-, Medien- und Internetrecht bei der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke.

Image by Christian Solmecke
Image by Christian Solmecke
Inwiefern ist es legal, animierte GIFs aus dem Netz zu verwenden?

Christian Solmecke: GIFs sind nicht anders als Bilder in anderen Formaten wie JPEG zu behandeln. GIFs sind letztlich nur einzelne digitale Bilder hintereinander. Die Rechtslage ist eindeutig. Zeigen GIFs lustige Szenen konkret erkennbarer Menschen, müssen diese keine Veröffentlichung ihres Bildes ohne ihre Einwilligung dulden. Ist stattdessen ein anderer geschützter Inhalt wie etwa eine Marke oder eine Comicfigur zu sehen, müssen Nutzer den Rechteinhaber diese Inhalte um Erlaubnis bitten. Es sei denn, der Rechteinhaber hat das GIF selbst ins Netz gestellt und es ausdrücklich zur Verwendung freigegeben.

Disney GIF (Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt)
Disney GIF (Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt)
Wenn ich bei der großen Suchmaschine Giphy animierte GIFs entnehme, ist das doch vermutlich rechtlich ok, oder? Dort laden neben Usern ja auch Giphy-Mitarbeiter GIFs hoch und kuratieren das Angebot.

Wenn das Material von Usern stammt, kann ich mir als Verbraucher nicht sicher sein, ob ich die GIFs verwenden darf. Und selbst, wenn sie von Giphy kuratiert wurden, ist das kein Freifahrtschein. Es bedeutet nicht, das Giphy die Nutzungsrechte dafür hat. Wenn die Rechte nicht vorliegen, kann der Anbieter sie auch nicht an die Nutzer weitergeben. Hier bietet sich ein Vergleich zur Google-Bilder-Suche an. Dort müssen Nutzer auch unterscheiden, ob die Bilder geschützt oder zur Nutzung freigegeben sind. Ebenso dürfen Verbraucher nicht auf GIF-Webseiten sorglos jedes GIF verwenden. Werden die Rechteinhaber darauf aufmerksam, dass geschützte Inhalte genutzt werden, droht eine Abmahnung und gegebenenfalls die Zahlung von Schadensersatz.

Das Quellmaterial fertiger GIFs sind häufig Ausschnitte aus Hollywood-Filmen und -Serien. Giphy geht zum Teil schon Partnerschaften ein und eröffnet eigene Kanäle für Serien oder Musikstars. Müssen sich Nutzer daher wirklich vor den Abmahnungen der Entertainmentbranche fürchten?

Dass US-amerikanische Inhalteanbieter dies in großem Stil verfolgen, ist mir nicht bekannt. In den USA ist die Rechtslage aber auch eine andere. Dort lässt sich urheberrechtlich geschütztes Material zur Bildung oder aus kreativen Zwecken verwenden, ohne das Urheberrecht zu verletzen.

Facebook Messenger (Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt)
Facebook Messenger (Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt)

Diese sogenannte ‚Fair use’-Rechtsdoktrin gibt es in Deutschland jedoch nicht. Da die Nutzungsrechte zum Beispiel von Filmen und Serien territorial vergeben werden, kann es sein, dass sie für amerikanische Nutzer zur Verfügung stehen, aber nicht von Nutzern in Deutschland verwendet werden dürfen.

Diese Unterscheidung ist für Nutzer im Netz-Alltag natürlich schwer ersichtlich. Schließlich sind ist die GIF-Integration amerikanischer Apps wie Facebook Messenger und WhatsApp auch in Deutschland nutzbar.

Tatsächlich ist das eine Grauzone, da sind wir noch nicht am Ende der Rechtsprechung angekommen. Fakt ist aber: wenn ich Inhalte aus dem Netz nutze, muss ich mir Gedanken darüber machen, ob ich sie nutzen darf. Vielen Nutzern ist das nicht bewusst. Vor Strafe schützt dies im Zweifelsfall nicht.

Wie groß ist das Risiko in der Praxis, eine Abmahnung zu erhalten?  Zumal die Nutzung im Facebook Messenger oder WhatsApp ja nicht öffentlich stattfindet.

Animierte GIFs stehen derzeit nicht im Fokus einer Abmahnwelle. Aber generell werden Bilderrechte in Deutschland sehr ernst genommen und eine unzulässige Nutzung sehr häufig abgemahnt. Wer fremde GIFs aus dem Netz herunterlädt und sie dann zum Beispiel nicht im Messenger, sondern bei Facebook in der Chronik veröffentlicht, muss besondere Vorsicht walten lassen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Solmecke.

Image & Screenshots by Berti Kolbow-Lehradt


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  • HACKER sueddeutsche: Tausende Twitter-Accounts offenbar von Erdogan-Anhängern gehackt: Sie verbeiteten in großem Stil die Hashtags “#NaziAlmanya” und “#NaziHollanda”. Hacker haben am gestrigen Tag tausende prominente Twitter-Accounts, betroffen waren beispielsweise Amnesty International, Pro Sieben, Borussia Dortmund oder Ex-Tennisprofi Boris Becker, gehackt und für diese Botschaften missbraucht. Verantwortlich sind offenbar Erdogan-Sypmathisanten und den Einstieg haben ihnen mutmaßlich Drittanbieter-Apps ermöglicht.

  • FACEBOOK zeit: Pakistan schränkt soziale Medien ein: Gotteslästerliche Inhalte sind in pakistanischen sozialen Medien nicht gerne gesehen. Der Ministerpräsident Nawaz Sharif hat jetzt das Innenministerium angewiesen, umgehend alle Seiten mit solchen Inhalten zu sperren. Ebenfalls wies er das Außenministerium an, internationale Institutionen und sozialen Netzwerken in Kontakt zu treten, um das Problem zu lösen. Die Zensur erfolgt seit Anfang des Jahres und schon bis 2016 war YouTube drei Jahre lang gesperrt, weil dort ein islamfeindlicher Film hochgeladen worden war.

  • TESLA golem: Tesla braucht neues Geld für Model 3: Für die Produktion des “Model 3” will sich Tesla jetzt eine Milliarden-Geldspritze verschaffen. Der Elektroauto- und Ökostromkonzern braucht für seine ambitionierten Expansionspläne und den Vorstoß in den Massenmarkt frisches Geld. Wie Tesla am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte, sollen die Mittel vor allem zur Stärkung der Bilanz und somit zur Minimierung von Risiken beim Anlauf der Produktion des ersten Mittelklasse-Elektrowagens „Model 3“ genutzt werden.

  • SXSW t3n: Holoplot: Berliner Audio-Startup räumt bei Tech-Festival SXSW ab: Noch ist das South by Southwest Festival (SXSW) in Austin, Texas in vollem Gange. Auch ein deutsches Tech-Startup konnte auf dem Festival jetzt Wellen schlagen. Das Berliner Startup Holoplot setztt sich mit seinen Produkten das Ziel, zielgerichtet Schall zu verteilen. Sie haben ein Audiosystem entwickelt, das die Akustik etwa in Museen, Bahnhöfen oder Konzertsälen verbessern soll. Auf dem SXSW haben sie dafür jetzt den „Interactive Innovation Award“ in der Kategorie „Music & Audio“ verliehen bekommen.

  • MESSAGING heise: Schwere Sicherheitslücke in den Web-Oberflächen von WhatsApp und Telegram geschlossen: Nachdem bei den beiden Messaging-Diensten WhatsApp und Telegram kürzlich eine Schwachstelle gefunden wurde, konnten diese mittlerweile beide geschlossen werden. Die Lücke erlaubte es den Angreifern, die Web-Sessions der Messenger zu kapern und so Nachrichten mitzulesen, Adressbücher zu kopieren und Schadcodes an Kontakte zu versenden. Wer vor allem die App-Versionen verwendet, sei auf der sicheren Seite, die Angriffe betrafen vor allem die Browser-Versionen und Web-Apps.

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Starke Kryptographie: Signal bekommt gute Noten

iphone-image-by-relexahotels-via-pixabay

Ein Experten-Team bewertete die Verschlüsselung des Krypto-Messengers „Signal”, programmiert von der Non-Profit-Softwareorganisation Open Whisper Systems (OWS), kürzlich als sehr gut. In einem umfassenden Forschungsbericht erklären sie, wie die OWS-Entwickler die Kommunikation ihrer Nutzer gegen unbefugte Zugriffe absichern. Zudem schützt OWS die Privatsphäre seiner Nutzer auch auf politischem und juristischem Wege. All das sind ausgezeichnete Nachrichten: in einer Welt zunehmender Überwachung steht Smartphone-Nutzern ein zuverlässiges Werkzeug zur Verfügung, sich dieser Überwachung (zumindest teilweise) zu entziehen.

Gute Noten für Verschlüsselungs-Technik

Signal, eine App, die verschlüsseltes Instant Messaging und die Verschlüsselung von SMS anbietet und für Android, iOS sowie mittlerweile auch für den Desktop zur Verfügung steht, wurde einem umfassenden Sicherheits-Audit unterzogen. Dieser wurde durchgeführt durch ein fünfköpfiges Team von Sicherheitsforschern aus Australien, Großbritannien und Kanada.

Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Experten in einem Bericht mit dem Titel „A Formal Security Analysis of the Signal Messaging Protocol“. Darin kommen sie zu dem Schluss, dass der Messenger eine gut durchdachte Sicherheits-Architektur aufweist, die auch im Falle einer Kompromittierung den Schaden wirksam begrenzt. Dadurch, dass Signal zu Beginn jeder Chat-Sitzung einmalige Schlüssel austausche, lasse sich nämlich auch nach einer Kompromittierung meist nur der Text dieser Sitzung, nicht aber der Inhalt älterer oder zukünftiger Chat-Konversationen, entschlüsseln. Sicherheitslücken oder Design-Fehler konnten die Forscher bei Signal keine entdecken.

Da es keine festgelegten Ziele gebe und Signal in vieler Hinsicht technisches Neuland betrete, sei es unmöglich, festzustellen, ob die App ihre Ziele erfülle, so die Forscher. Es lasse sich aber zusammenfassend sagen, dass Signal seinen Nutzern einen sehr zufriedenstellende Schutz biete. Sie fügen hinzu: „Wir haben keine bedeutenden Fehler im Design [des Messengers] entdeckt, was sehr ermutigend ist.“

Die Sicherheitsforscher ließen OWS einige Vorschläge zukommen, wie der Signal-Messenger mit vertretbarem Aufwand noch weiter verbessert werden kann. Diese betreffen unter anderem den Schlüssel-Austausch und die Absicherung des Protokolls gegen unzureichende oder kompromittierte Pseudo-Zufallszahlen (diese werden bei kryptographischen Protokollen zur Generierung der Schlüssel benutzt und meist über eine Software auf dem Gerät erzeugt).

Starke Kryptographie für Alle

Die beteiligten Wissenschaftler betonen, dass ihr Forschungsbericht nicht das letzte Wort zum Thema Signal sein sollte. Einige Punkte, wie etwa genutzte, nicht von OWS stammende Programm-Bibliotheken und Unterschiede in der Umsetzung des Protokolls zwischen Apps und Geräten, haben sie nicht analysiert. Dennoch lässt das Vertrauensvotum aus so berufenem Munde hoffen. Die auch von NSA-Whistleblower Edward Snowden empfohlene App scheint zu halten, was sie verspricht.

Das sind umso bessere Nachrichten, als dass das Signal-Protokoll mittlerweile auch Nutzern der Messenger WhatsApp und Facebook Messenger zur Verfügung steht (allerdings im Falle von Facebook nur, wenn der Nutzer dies ausdrücklich einstellt). Kryptographie ist derzeit eindeutig auf dem Weg in den Mainstream. Da ist es umso erfreulicher, wenn diese Kryptographie hohen Ansprüchen in Sachen Sicherheit genügt.

Kampf den Überwachern: Per App und vor Gericht

Ebenfalls positiv zu bewerten ist, dass OWS auch über die Entwicklung robuster Verschlüsselung hinaus die Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer hoch hält. Das zeigt der Umgang des Non-Profit-Entwicklerstudios mit einer Anfang des Jahres erfolgten Anfrage der US-Behörden zur Herausgabe von Nutzerdaten. Die Behörden mussten schließlich unverrichteter Dinge wieder abziehen. Auch das ist ermutigend für Nutzer, die sich staatlicher Überwachung entziehen wollen.

Hoffnung für die digitale Zukunft

Verschlüsselung schützt nicht nur vor Online-Kriminalität, sondern auch vor staatlicher Kompetenzüberschreitung. Für Menschen in autoritären Regimes kann das im Ernstfall überlebenswichtig sein. Aber auch in demokratischen Staaten liegt in Sachen Überwachung vieles im Argen; Bündnis-Verpflichtungen und der Kampf gegen den (als Bedrohung maßlos aufgebauschten) Terrorismus sorgen für eine immer weitere Einschränkung individueller Rechte.

Stillschweigend oder durch hastig durchgewinkte Überwachungsgesetze legitimiert wird die private Kommunikation immer häufiger zum Schnüffeln freigegeben. In diesen Zeiten brauchen wir Verschlüsselung als wichtigstes Werkzeug der digitalen Selbstverteidigung. Umso wichtiger ist es, dass diese Verschlüsselung vernünftig durchdacht ist und stetig überprüft und verbessert wird. Die neuesten Nachrichten sind in diesem Kontext – man möge das Wortspiel verzeihen – ein sehr ermutigendes Signal.


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Snapchat kauft Bitstrips: Emotionen fürs Werbegeschäft

emoji (adapted) (Image by downloadsource.fr [CC BY 2.0] via Flickr)

Die App für personalisierte Emojis soll für eine beachtliche Summe an Snapchat gehen. Dabei geht es aber nicht nur um die Unterhaltung der Nutzer, sondern auch um neue Wege in der digitalen Werbung. Etwa 100 Millionen US-Dollar soll die Messaging-App Snapchat springen lassen, um das kanadische Start-up Bitstrips, das 2007 von Jacob Blackstock und Mitgründern ins Leben gerufen wurde, aufzukaufen. Der Preis scheint fantastisch – schließlich hat sich Bitstrips ursprünglich auf personalisierte Comics spezialisiert, die vor allem jugendliche Nutzer im Social Web verbreiten konnten. Doch der wirkliche Wert dürfte in der 2014 gelaunchten App Bitmoji liegen: Sie erlaubt es dem Nutzer, sich selbst als Emoji zu verewigen und dieses über Messaging-Apps zu verbreiten.

Digitale Konterfeis

Wer Bitmoji einmal ausprobiert hat, der dürfte überrascht gewesen sein, wie ähnlich ein Bitmoji dem eigenen Gesicht sein kann. Dieses digitale, Cartoon-hafte Konterfei, kann man in hundertfacher Ausführung (“Thinkin Bout You”, “Have A Nice Day”, “Good Night”) via WhatsApp, Messenger, Facebook oder Twitter in Form eines kleinen Bildchens versenden, anstatt einfach nur die Standard-Emoticons verwenden zu müssen. Dass Bitmoji so gut funktioniert, hat vor allem mit der Erfahrung von Gründer Blackstock zu tun. Seit seiner Jugend zeichnet er Menschen als Comic-Figuren – er weiß genau, wie man Gesichter einfach als Emojis darstellen kann.

Für Snapchat, dass sich derzeit mit Facebook ein Rennen um die besten und spaßigsten Selfie-Funktionen liefert, dürfte den Wert von Bitstrips nicht nur in seiner rasant zunehmenden Popularität sehen. Denn das Start-up könnte auch Geld abwerfen. Schon jetzt nutzen Filmemacher oder Mode-Labels die App, um den Nutzern Produkte schmackhaft zu machen, indem für die Bitmojis passende Outfits (z.B. Batman-Kostüme, Kenzo-Klamotten) angeboten werden. Der erhoffte Effekt: Die Nutzer verbreiten die Marken viral über ihre sozialen Kommunikationskanäle und bringen ihre Online-Freunde auf elegante Weise in Kontakt mit Brands und Produkten. Der digitale Durchschnittsbürger wird so zum unterhaltenden Testimonial.

Im Rennen mit Facebook

War Bitmoji bisweilen vor allem beim Facebook-Messenger angedockt, könnten die Funktionen bald ihren Weg in Snapchat finden. Das Milliarden-Startup aus Los Angeles steht unter Zugzwang. Erst vor kurzem hat Facebook die populäre App Masquerade gekauft, mit der User ihre Selfies mit virtuellen Masken versehen können. Snapchat bietet dieses Feature in Form von “Lenses” selbst an, doch Masquerade funktioniert einen Tick besser. Indem man Bitstrips vor der Nase von Zuckerberg wegkauft, will Gründer Evan Spiegel in Sachen personalisierter Mobile-Kommunikation wieder vorne liegen.

Fürs Werbegeschäft, das bei Snapchat noch nicht wirklich rund läuft, könnte das auch gut sein, sollten große Marken sich mit Emojis einkaufen wollen. Denn bei Emojis geht es, wie der Name schon sagt, um Emotionen. Die Daten, die Bitstrips über seine Nutzer sammelt (das Start-up weiß, welche Gefühlsregungen die User in ihren digitalen Konterfeis abbilden), könnte man in Folge zu Werbezwecken auswerten. Ähnliches könnte Facebook mit Masquerade vorhaben: Die App erkennt in Echtzeit, ob ein Mensch amüsiert, traurig oder zornig schaut.


Image (adapted) „Emoji“ by downloadsource.fr (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 22. Januar

In unseren Lesetipps geht es heute um Polen, Periscope, Netflix, wie ein Algorithmus politische Reden schreibt und die Messenger der Zukunft. Ergänzungen erwünscht.

  • POLEN Foreign Policy: Obama Is Poland’s Only Hope: Die neue polnische Regierung versucht mehr als zwei Dekaden demokratische Entwicklung in nur wenigen Wochen umzukehren. Und die Europäische Union wird wohl nur zu schauen können. Genau wie bei Ungarn. Nur wenn die europäischen Werte keinen Anreiz mehr für Polen darstellen, wohin wendet sich das Land dann? Denn Russland ist in diesem Fall keine Alternative für Polen. Bleiben noch die USA, und damit die Hoffnung der Europäischen Union, dass über die NATO-Beziehungen die polnische Regierung zurück in den Kreis der anderen Demokratien führen kann.

  • PERISCOPE Fast Company: Inside Periscope: Als uns im Sommer 2015 Dienste wie Meerkat und Periscope quasi überfielen, eine Technologie als neuesten Hype zu erklären, die es schon seit Jahren gab und wofür es auch schon Apps gab, nervten Dienste wie Persicope erst einmal gewaltig. Auf der ElbeBlogger-Reise nutzte ich den Dienst dann zwei Wochen lang jeden Abend und lernte ihn so langsam kennen und mögen. Inzwischen hat sich der aufgewirbelte Hype-Staub etwas gelegt und Periscope hat sich als Dienst erwiesen, der länger als einen Sommer gefragt ist. Harry McCracken hat sich für Fast Company intensiver mit dem Dienst auseinandergesetzt und gibt einen lesenswerten Einblick in das Unternehmen.

  • NETFLIX Meshed Society: Netflix is the next phase of globalization: Über die Vorteile des Streaming-Dienstes Netflix muss man wohl heutzutage nicht mehr viel sagen. Letzten Sommer habe ich es auf einer Europareise unglaublich geschätzt, vor allem Dank VPN, auch in anderen Ländern Content zu sehen, dessen Sprache ich verstehen kann. Martin Weigert analysiert auf seinem Blog, wie ein global zugängliches Netflix unsere Sehgewohnheiten verändern könnte. Welche Vorteile das hat, aber auch, denn das traditionelle Fernsehen wird technologisch definitiv nicht mithalten können, was es bedeuten könnte, wenn Netflix so mächtig wird, fragt er sich in seinem Blogpost.

  • ALGORITHMUS MIT Technology Review: How an AI Algorithm Learned to Write Political Speeches: In einer Folge der dänischen Politikserie Borgen muss der Spin Doctor Kasper Juul eine Rede für die Premierministerin schreiben und erklärt dabei einer Mitarbeiterin, wie eine politische Rede aufgebaut sein muss. Dahinter steckt System und dies hat Valentin Kassarnig von der Universität Massachusetts nun einem Algorithmus beigebracht, der politische Rede schreiben kann. Die sind im Detail noch nicht perfekt, und selbstverständlich nur auf Englisch, denn die Datenbank des Algorithmus ist mit über 4.000 Reden von 53 Debatten des US-Kongress gefüllt. Aber der erste Schritt ist getan, eine gute Rede zu schreiben können nun auch Maschinen. Irgendwann wird eine Maschine eine Rede halten und wir werden sie wählen.

  • MESSENGER Wired: Do We Really Want Messaging to Replace Our Apps?: Messenger-Apps werden unsere wichtigsten Apps. Medien schicken uns auf dem Messenger von Facebook die neuesten Nachrichten, Startups geben uns via WhatsApp Tipps für unser Outfit, ein mit Künstlicher Intelligenz verbesserter Slackbot erinnert uns an das nächste Meeting und was wir dazu wissen müssen. Dies sind nur einige Beispiele, wie Messenger unsere wichtigsten Assistenten im Alltag werden. Am Beispiel des von Berlin nach New York abgewanderten GoButler geht Cade Metz auf Wired.com der Frage nach, ob wir das überhaupt wollen.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Das Rennen um die Zukunft des Online-Shopping

Liegt die Zukunft des eCommerce auf dem Smartphone (Image by jeshoots [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Kaufen statt chatten, posten und stöbern: Messaging-Apps, soziale Netzwerke und Suchmaschinen treten in Konkurrenz zu Shopping-Plattformen. Werden wir künftig noch zu dezidierten Online-Shops surfen, oder werden uns Facebook, Twitter und Snapchat mit den Produkten und Dienstleistungen unserer Wünsche versorgen? Suchmaschinen, Social Networks und Messaging-Apps setzen derzeit viel daran, im E-Commerce Fuß zu fassen. Ihnen geht es vor allem um die frühe Bindung der jungen Konsumenten, die heute noch Taschengeld bekommen, bald aber ihre Gehälter ausgeben wollen.


Warum ist das wichtig? Der eCommerce-Bereich brachte in den vergangenen Jahren kaum Innovationen, doch Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Messaging-Apps und Smartphones könnten das rasch ändern.

  • Facebook, Twitter, Pinterest und Google wollen „Buy“-Buttons in ihre Dienste einbauen und Nutzer direkt auf ihren Plattformen shoppen lassen.

  • Messaging-Apps wie Snapchat, Messenger und WeChat können sich zu großen mobilen Portalen für Online-Shops entwickeln und den Bezahl-Vorgang abwickeln.

  • Amazon, eBay & Co. müssen aufpassen, nicht den Anschluss an die Nutzungsgewohnheiten der jungen Generation zu verlieren.


Die großen globalen Player Amazon, eBay, Alibaba, Rakuten und daneben lokale Destinationen wie Zalando in Deutschland oder willhaben.at in Österreich – so sieht für viele Internetnutzer Online-Shopping auch in Jahr 2015 aus. Gegen die etablierten Marken wie Amazon anzutreten, davon wird oft abgeraten. „Jeder, der Amazon werden will, wird scheitern„, sagte etwa Martin Wolf, Leiter Vertrieb, Werbepost & Dialog bei der Österreichische Post AG, vergangene Woche auf der Digitalmarketing-Messe DMX Austria in Wien. Doch derzeit mehren sich die Anzeichen, dass es sehr wohl Internet-Firmen gibt, die die Marktmacht von Amazon & Co. brechen wollen und ihre starken Reichweiten und Plattformen dazu nutzen wollen, Produkte online zu verkaufen. Wenn sie sich mit ihren Plänen durchsetzen, wird man keine dezidierten Online-Shops besuchen müssen, sondern direkt aus Suchmaschinen, Social Networks und Messaging-Apps bestellen, was man so braucht.

Die neuen, nicht unbekannten Player im Überblick:

Google: Ja, niemand geringerer als der Werberiese Google ist auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Wie das Wall Street Journal berichtete, sollen in den Suchergebnissen schon bald Anzeigen auftauchen, in denen „Buy“-Buttons integriert sind. Ein Klick darauf leitet Nutzer auf mobilen Geräten zu dezidierten, von Google gestalteten Produktseiten, wo man sich Größe, Farbe, Menge, Lieferart oder Bezahlmethode aussucht und den Kauf auch abschließen kann. Für Google gäbe es als Vermittler die Möglichkeit, am Umsatz des Händlers mitzuverdienen.

Facebook: Das führende Social Network testet nicht nur seit Juli 2014 einen „Buy“-Button (man soll damit Produkte kaufen, ohne Facebook zu verlassen), sondern könnte auch seine App Messenger mit 600 Millionen monatlichen Nutzern zur Shopping-Plattform ausbauen. Die ersten Schritte dazu wurden bereits gesetzt: In den USA lässt Facebook Nutzer via Messenger Geld überweisen und sammelt dafür bereits fleißig Bankdaten, die dann später, wenn Shopping-Angebote in die App kommen, bereits vorhanden sind, um die Nutzer zum Kaufen zu animieren.

Snapchat: Die bei jungen Menschen beliebte Messaging-App hat in Kooperation mit Squre im November eine Bezahl-Funktion namens Snapcash eingeführt, mit der sich vorerst Nutzer Geld zuschicken können. Jetzt tauchten Gerüchte auf, denen zufolge Snapchat in das Mobile-Shopping-Startup Spring investieren will. Branchenbeobachter sehen es schon vor sich: So, wie man heute Medien wie National Geographic oder Vice direkt in der Messaging-App konsumieren kann, könnte man künftig auch bei Snapchat shoppen.

WeChat: Vom Westen kaum bemerkt, hat sich die Messaging-App WeChat (sie gehört der Firma Tencent) mit etwa 550 Millionen Nutzern zu einem wichtigen eCommerce-Player in China aufgeschwungen. Händler können in der App kleine, gebrandete Online-Shops aufmachen und Waren und Dienstleistungen an Nutzer verkaufen. Die Bezahlung wird über das WeChat-eigene Payment-System abgewickelt, dass auf Tencents “Tenpay” basiert. Branchenbobachter sehen die WeChat-Ambitionen als Angriff auf Chinas führenden eCommerce-Riesen Alibaba.

Twitter: Seit September 2014 testet auch der Kurznachrichten-Dienst einen „Buy“-Button, den Werber in ihre „Sponsored Tweets“ packen können. In Großbritannien und Frankreich hat Twitter bereits Partnerschaften mit Banken (Barclays bzw. Groupe BPCE) eingefädelt, damit Nutzer Geld versenden können. Außerdem hat der Kurznachrichten-Dienst kürzlich das Startup TellApart aufgekauft, dass sich auf personalisierte Produktempfehlungen spzialisiert hat.

YouTube: Auch die Google-Tochter YouTube soll zum Shopping-Center werden. Kürzlich wurde angekündigt, dass in den kommenden Monaten neue Werbeformate namens „TrueView for shopping“ starten sollen. Werber können im Video „Click to Shop“-Anzeigen und Produktbilder samt Preisen einbetten. Für die Händler Wayfair und Zephora soll das in Tests schon ganz toll funktioniert haben.

Pinterest: Die inspirierende Foto-Plattform experimentiert Berichten zufolge wie alle anderen ebenfalls mit einem „Buy“-Button, der im Laufe des Jahres starten soll. Wie bei der Konkurrenz ist die Funktion so angelegt, dass Nutzer nicht mehr die Webseite oder die App von Pinterest verlassen müssen, um ein Produkt zu erstehen.

Die große Frage: Sind Konsumenten, die gerade bei Google suchen, ein YouTube-Video kucken, bei Facebook oder Twitter prokrastinieren oder in Snapchat chatten, gerade in der Stimmung, etwas zu kaufen? Wer einen Online-Shop besucht, zeigt Kaufabsicht, doch in Suchmaschinen, sozialen Netzwerken und Messaging-Apps sucht man oft etwas anderes – etwa Information, Unterhaltung, Freunde. Laut Ted Livingston, der 2009 die Messaging-App Kik gegründet hat und dort Marken mit eigenen Profilen auftreten lässt, sagt ein Rennen um das „WeChat des Westens“ voraus. Bei WeChat würden pro Tag mehr Business-Accounts aufgemacht werden, als in China Webseiten online gehen, und wer das in der westlichen Welt schaffe, könne die Konsumenten von morgen an sich binden.

Would you switch from Amazon to Walmart just because you can now Kik a pair of shoes to your friends? I doubt it, unless you’ve never shopped at either store before„, so Livingston. „Young consumers in the West are like all consumers in the East. They haven’t yet decided where to bank, where to shop, or what games to play. But they all chat.


Teaser & Image by jeshoots (CC0 Public Domain)


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Über die Macht von WhatsApp & Co. und das Teilen von Nachrichten

iOS iPhone (adapted) (Image by Álvaro Ibáñez [CC BY 2.0] via Flickr)

WhatsApp kann Websites viel Traffic bringen, manchmal sogar noch mehr als Facebook. Brauchen Medien einen WhatsApp-Button? Vor fünf oder sechs Jahren war es nicht unüblich, am Ende eines Blogposts reihenweise winzige Symbole zu sehen, die auf verschiedene soziale Netzwerke hinweisen sollten und dabei fast wie frei erfunden wirkten. In der letzten Zeit sind Facebook und Twitter enorm gewachsen, also reduzierten viele Seiten diese Stelle auf diese beiden Dienste.

Vor einigen Jahren wäre der Spitzenkandidat, der sich in diese Reihe einfügt, noch Google+ gewesen. Manchmal taucht der Dienst auch noch auf. Die neuen Anwärter hiefür kommen jedoch aus der Generation der Chat-Apps, allen voran WhatsApp, das mittlerweile von Facebook für 19 Milliarden US-Dollar aufgekauft wurde.

WhatsApps Primärfunktion ist der bilaterale Austausch, im Gegensatz zum Massencharakter von Twitter und Facebook. Mittlerweile haben Chat-Apps aber eine große und kontinuierlich wachsende Alltagspräsenz im Leben und auf den Mobilgeräten der Menschen, so dass sie immer wieder deren Aufmerksamkeit fordern.

Eine Sache haben Nachrichtenagenturen in ihren Berichten über Apps wie WhatsApp vergessen: eine ausführliche Analyse. Es gibt keine einfache Möglichkeit herauszufinden, ob der Besucher einer Internetseite durch eine Chat-App herfand, da diese keine Verweise hinterlassen. So definiert sich ein Phänomen namens „dark social„. Ohne Statistiken ist kaum zu ermitteln, wie man den WhatsApp-Datenverkehr weiter optimieren kann.

Recode berichtete im Februar 2014, dass bei BuzzFeed viel Traffic beim Teilen von Inhalten zu herrschen schien. Die Daten waren allerdings immer noch nur geschätzt:

Jedes Mal, wenn wir auf unsere WhatsApp-Zahlen geschaut haben, fielen wir beinahe hintenüber‘, sagte der damalige BuzzFeed-Präsident Jon Steinberg. ‚Wir wussten seit April, dass es sich hierbei um ein großes Netzwerk handelte, und wurden immer mehr davon eingenommen.‚ Im Oktober integrierte BuzzFeed einen Teilen-Button für WhatsApp in die iOS-Software, und seitdem wurde damit doppelt so oft geteilt, ließ BuzzFeed-Vizepräsident Ashley McCollum verlauten. Doch die Funktionen von WhatsApp sind noch immer eher einfach gehalten. ‚Wir haben nur die Datenangaben von Klicks, aber keine Verweisdaten‘, sagt McCollum. ‚Wir wissen durch die Mobilversion, wer den Teilen-Button angeklickt hat. Wir wissen aber (noch) nicht, ob man dies innerhalb einer Gruppennachricht an 15 Leute getan hat und ob diese 15 alle den Button angeklickt haben oder ob es nur an eine einzelne Person weitergeleitet wurde.‘

Anders ausgedrückt, haben vielleicht viele Leute den Teilen-Button benutzt, es gab nur bisher keine geeignete Möglichkeit herauszufinden, ob sich diese Tatsache zugleich wesentlich auf den Datenverkehr ausgewirkt hat.

Der soziale Eckball

Darum gibt es jetzt tolle Neuigkeiten für den Leser: Man ist nun in der Lage, ein paar konkrete Fakten benennen zu können, die sich sowohl auf den Aspekt des Teilens, als auch auf den Datenverkehr beziehen. Sie stammen aus einer ungewöhnlichen Quelle: der spanische Fußballclub FC Valencia.

Wie die meisten Fussballmannschaften besitzt auch der FC Valencia eine eigene Homepage, auf der Nachrichten über das Team veröffentlicht werden. Die Mobilversionen der Nachrichten enthalten vier Teilen-Buttons: Twitter, Facebook, Google+ und WhatsApp. Hier werden sowohl Klickzahlen erfasst (beispielsweise wie oft die jeweiligen Buttons angeklickt werden), als auch, was noch viel entscheidender ist, der Datenverkehr, indem man ein URL-Parameter einbaut, der bei der Datenerfassung hilft und anzeigt, von welcher Quelle der Leser auf die entsprechende Seite gelangt ist. So gerüstet, kann der FC Valencia herausfinden, auf welchen Plattformen am ehesten ein entsprechender Link geteilt wird. (Die Daten stammen von Daniel Ayers, Mitarbeiter von Seven League, einer sportaffinen digitalen Beratungsstelle, die auch für die aktuelle Leitung des Bereichs für digitale Marktleitung des FC Valencia tätig ist).

Und folgendes wurde herausgefiltert:

Welcher Anteil der Userklicks ging an welchen Button?

  • Facebook: 35 Prozent

  • WhatsApp: 33 Prozent

  • Twitter: 19 Prozent

  • Google+: 13 Prozent

WhatsApp schneidet hier bemerkenswert gut ab – und umso mehr, wenn man bedenkt, dass der WhatsApp-Button nicht auf der Desktopversion für Laptops oder am PC erscheint, sondern nur auf den mobilen Geräten (aus technischen Gründen erscheint er eigentlich in allen Browsern in einer Breite von maximal 740 Pixeln und entspricht dabei ziemlich genau der durchschnittlichen Smartphone-Größe.).

Was passiert also, wenn man sich die Zahlen für die Mobilversionen anschaut? Dann erreicht man folgende Zahlen:

  • Facebook: 25 Prozent

  • WhatsApp: 48 Prozent

  • Twitter: 15 Prozent

  • Google+: 11 Prozent

Hier geht beinahe die Hälfte der Anteile in der mobilen Version an WhatsApp.

Aber was ist mit dem Traffic? Haben diese Klicks viele Seitenaufrufe generiert? Werfen wir noch einmal einen Blick zurück auf den größeren Datensatz, der Mobilversion und PC-Version zusammenzählt.

Welcher Anteil der Seitenaufrufe wurde durch welchen Teil der Buttons produziert?

  • Facebook: 27 Prozent

  • WhatsApp: 48 Prozent

  • Twitter: 22 Prozent

  • Google+: 3 Prozent

Anders gesagt, über WhatsApp wurde öfter geteilt (48 Prozent), als dass es selbst Klickzahlen hervorrief (33 Prozent).

Und wenn wir nun noch einmal die Mobilversion anschauen? Dann kommt folgendes heraus:

  • Facebook: 15 Prozent

  • WhatsApp: 69 Prozent

  • Twitter: 16 Prozent

  • Google+: 0 Prozent

Verrückt, oder? Von all den Teilen-Buttons in der Mobilversion macht WhatsApp mehr als zwei Drittel der Besuche beim FC Valencia aus.

Tabelle 1: WhatsApp im Journalismus Tabelle 2: WhatsApp im Journalismus

Zwei gelbe Karten

Bevor jetzt jeder los zieht, um auf seiner Website einen riesigen grünen WhatsApp-Button zu integrieren, sollte er noch zwei Warnhinweise in Bezug auf die Daten beachten.

Der erste dreht sich um den nationalen Kontext. Das Nutzerverhalten in Spanien entspricht unter Umständen nicht dem Nutzerverhalten im eigenen Land. Zu einem früheren Zeitpunkt hat sich herausgestellt, dass 65 Prozent der Nutzer von mobilem Internet in Spanien WhatsApp benutzen, im Vergleich dazu aber nur etwa 8 Prozent in den USA. (Eine Auswahl aus anderen Ländern: Frankreich 6 Prozent, Australien 15 Prozent, Kanada 16 Prozent, Großbritannien 36 Prozent, Deutschland 57 Prozent, Brasilien 59 Prozent und Mexiko 64 Prozent. In anderen Ländern, vor allem in Asien, bestimmen andere Chat Apps den Markt: Kakao Talk, Line und WeChat).

In den USA haben sich Chat-Apps noch immer nicht durchgesetzt, zumindest nicht in dem Maße, wie in vielen anderen Teilen der Welt, in denen Betreiber von SMS- oder speziell auf Smartphone zugeschnittene Plattformen (iMessage, BBM) beliebter sind. Aber ob man nun WhatsApp oder andere Dienst nutzt, es ist ziemlich wahrscheinlich, dass diese Art der Plattformen weiter wachsen werden.

Der zweite Warnhinweis bezieht sich darauf, wenn Meldungen aufgeplustert werden und viral werden. Sicherlich hat der Leser bei den obigen Tabellen bemerkt, dass die Titel eine Veröffentlichung einer „Spitzenstory“ ausschließen. Das liegt daran, dass während der Zeit, in der die Daten vom FC Valenncia ausgewertet wurden, nur eine Story wirklich hervorgehoben wurde: Es handelt sich dabei um eine Anzeige, die besagt, dass der Club seinen Untestützern Eintrittskarten bezuschussen würde, wenn sie einem Spiel mit dem Gegner Levante beiwohnen wollen. Wie man sich sicher leicht vorstellen kann, explodierte die Meldung und bekam mehr als 1.800 Tweets und würde über 12.000 mal geliked, geteilt und ernete Kommentare bei Facebook.

In den oberen Tabellen wurde diese Gechichte ausgelassen, da dieses Ereignis so einmalig war. Berechnet man es mit ein, erscheint plötzlich ein völlig anderes Bild:

Tabelle 3: WhatsApp im Journalismus Tabelle 4: WhatsApp im Journalismus

Auf einmal gewinnen hier Facebook und Twitter deutlich an Einfluss, auch in der Mobilversion. Warum ist das so? Dies erklärt sich durch die Lücke zwischen den bilateralen/gruppeninternen und den massenbeschallenden Plattformen. Die meisten Tweets gehen ins Nichts – aber wenn einer doch mal hochgepusht wird, dann passiert dies teils bis ins Extreme. Da die öffentlichen Plattformen auf Grundlage von Followern und Freunden aufgebaut sind, ist es für Facebook und Twitter sehr viel einfacher, Meldungen zu generieren, die an eine größere Öffentlichkeit gelangen, als dies beim eher privaten und individualfokussierten WhatsApp passiert.

Dies hat auch Ayers vom FC Valencia in diversen Emails bestätigt:

Kurz gesagt, WhatsApp übertrifft Facebook, Twitter und Google+ bei weitem, wenn man ’normale‘ Bedingungen anbringt, z.B. nicht virale Meldungen, die auch keine ‚Spitzenstories‘ sind. Hier kommt man beinahe jedes Mal auf zwei Empfehlungen pro Teilung, im Vergleich zu wenigstens einer Empfehlung bei den anderen Plattformen.

Wenn man einen großen Artikel hat, funktioniert WhatsApp sehr zuverlässig und es wird entsprechend oft geteilt. Das größere Reichweitenpotential von Facebook und Twitter ist hier jedoch durchaus gegeben – diese Kanäle beginnen gerade, bis zu zehn Empfehlungen pro Teilung zu generieren…

Man kann also annehmen, dass sich für eine Seite mit einem Besucherprofil, das häufig durch Spitzenstories verfälscht wird (z.B. BuzzFeed, oder große Nachrichtenportale), der Einfluss von WhatsApp verringern wird, da dort das Reichweitenpotental von Twitter und Facebook tatsächlich mit einberechnet wird. Aber Viele Club- oder Markenseiten werden ein ähnliches Profil aufweisen, wie es valenciacf.com tut.

Gesamtbewertung

Was soll man nun also aus dieser Untersuchung ziehen, wenn man eine Nachrichtenseite betreibt?

Erstens: Befindet man sich in einem Land, in dem WhatsApp intensiv genutzt wird, scheint es ratsam, neben dem Blau der Facebook- und Twitter-Buttons einen kleinen grünen Button auf seine Website zu integrieren. Man sollte ein paar der größeren landesspezifischen Nachrichtenseiten ausfindig machen, denn dies findet bemerkenswert selten statt. Besonders interessant für die iPhone-Nutzer ist hier, dass WhatsApp sich nicht nahtlos in das Betriebssystem einfügt, wie es bei Facebook oder Twitter der Fall ist. Daher könnte der Button eine weitgehende Verhaltensänderung nach sich ziehen.

Zweitens: Beginnen Sie mit der Datenerfassung. Integrieren Sie ein Parameter in die WhatsApp-URLs und messen Sie das Nutzerverhalten, das sich hieraus ergibt.

Drittens: Befinden Sie sich in einem Land, in dem eine andere Chat-App den Markt bestimmt, wie es zum Beispiel in Asien der Fall ist, kann sich die Extraarbeit der Pixelgenerierung für einen spezifischen Button lohnen.

Und Viertens: Wenn Sie sich in den USA aufhalten, kann es ebenso passieren, dass keine dieser Apps überhaupt Aufmerksamkeit generieren – aber es geht langsam in diese Richtung. Die Nutzer sind noch unverhältnismäßig jung und nutzen hauptsächlich Mobilgeräte – hier muss man also die Neuigkeiten auf dem Markt im Auge behalten. Versuchen Sie, ein paar A/B-Test zu etablieren und Ihre eigene Datenbank zu verwalten, denn hier könnte sich ein Trend etablieren, dem es sich lohnen kann voraus zu sein.

Zuerst erschienen auf niemanlab.org. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „iOS / iPhone“ by Álvaro Ibáñez (CC BY 2.0)


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Google: Gar nicht so allmächtig

Google (Bild: Simon [CC0 Publc Domain], via Pixabay)

Unbesiegbar wirkte der Internet-Konzern lange Zeit. Doch bei neuen digitalen Trends und Geschäftsfeldern ist Google nur mehr eine von vielen Firmen, die auf Expansionskurs sind. Ist der Riese angeschlagen? // von Jakob Steinschaden

Google (Bild: Simon [CC0 Publc Domain], via Pixabay)

Google ist nach wie vor der König der Online-Werbung und dominiert mit seiner Suchmaschine, dem mobilen Betriebssystem Android, dem Videoportal YouTube und dem Browser Chrome die jeweiligen Teilmärkte. Doch in anderen neuen digitalen Geschäftsfeldern wie Social Media, Messaging, Wearables oder mobilen Payments ist der Konzern aus Mountain View nur eines von mehreren Unternehmen – und muss dort anderen vorläufig die Marktführerschaft überlassen.

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Podcast: Über Slack und modernes Arbeiten

Slack

Im Podcast „a16z“ wird der Chat-Dienst Slack besprochen und sehr hörenswert über den Einfluss von Software auf modernes Arbeit nachgedacht. // von Tobias Schwarz

Slack

Seit ein paar Wochen nutzen wir in der Netzpiloten-Redaktion Slack und sind von dem Programm sehr angetan. In den letzten zwei Jahren habe ich noch nicht erlebt, dass wir in so kurzer Zeit ein neues Tool so schnell und intensiv angenommen haben. Hinter Slack steckt der Flickr-Mitgründer Stewart Butterfield, der in diesem Podcast mit Steven Sinofsky und Benedict Evans von der Ventue-Capital-Firma Andreessen Horowitz, die wie Google und Kleiner Perkins in das Startup investiert hat.

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5 Lesetipps für den 10. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um andere Verwendungsmöglichkeiten von Messaging-Diensten, Twitter Curator, wie YouTube die Welt verändert, kostenpflichtige Kommentare und die Open Data Bewegung. Ergänzungen erwünscht.

  • MESSAGING OSK: Die Evolution von WhatsApp und Co. – mehr als private Kommunikation: Messaging-Dienste wie WhatsApp oder der Facebook Messenger haben inzwischen die SMS abgelöst. Kein Wunder, kosten diese weniger als eine SMS und haben keine Limitierungen was die Zeichenanzahl oder den Versand von Audio-, Foto- und Videodateien angeht. Doch die Messaging-Dienste werden inzwischen nicht mehr nur zu Kommunikation eingesetzt. So sind Sie auch ein Kundenservicetool, mit dem Unternehmen ihre Kunden auch über kurze Nachrichten erreichen können und werden sogar in Redaktionen eingesetzt. Auch wir Netzpiloten nutzen seit einiger Zeit WhatsApp zum Versenden der täglichen Lesetipps. Wie bei vielem kommt es letztendlich aber auf das Konzept an, weswegen WhatsApp und Co. außerhalb der Eins-zu-Eins Kommunikation mit bedacht eingesetzt werden sollten.

  • TWITTER The Next Web: This Is Twitter’s New ‚Curator‘ Tool For Media Outlets: Mit Curator hat Twitter einen neuen Dienst gestartet, der vor allem für Journalisten und Medien an sich interessant sein dürfte. Die Web-App erlaubt es Tweets und Vines zu sogenannten Collections zu bündeln und aufzulisten. Dazu kann man die weltweiten Trends, Trends von bestimmten lokalen Gebieten oder Tweets zu aktuellen Ereignissen wie Sport- oder TV-Events verfolgen. Anders als vergleichbare Dienste wie Storify bietet Curator zudem auch noch umfangreiche Analytics zur Datenerhebung, was für viele Medienunternehmen interessant sein dürfte.

  • YOUTUBE The Telegraph: How YouTube changed the world: Dass YouTube einen Einfluss auf das Medienverhalten vieler hat, ist unbestreitbar. In den letzten zehn Jahren seit dem Start der Videoplattform im Jahr 2005 hat YouTube aber weitaus mehr verändert. So ist YouTube inzwischen auch eine politische Plattform, ein Platz zum Lernen, wichtig für die Werbeindustrie, die zentrale Anlaufstelle für Interessierte von Videospielen und ein Ort, wo Stars geboren werden. Anhand dieser fünf Themen haben Nisha Lilia Diu und Méabh Ritchie für The Telegraph die Veränderungen in einem Long Read analysiert und mit Videobeispielen zusammengefasst.

  • KOMMENTARE The Verge: A Jewish magazine is testing an unusual solution for toxic internet comments: Kommentare auf den Websites von Medien sind nicht selten auch ein Ort der Trolle oder sonstigen störenden Kommentarschreibern. Dies hat bereits dazu geführt, dass manche Online-Medien ihre Kommentare komplett abgeschafft haben, da in diesen keine konstruktiven Diskussionen stattfinden würde. Nun hat das jüdische „Tablet-Magazin“ eine andere Lösung gefunden. Wer auf der Website von diesem kommentieren möchte muss nämlich einen bestimmten Betrag zahlen. So werden pro Tag 2 US-Dollar fällig, pro Monat 18 US-Dollar und das Jahresabo kostet 180 US-Dollar.

  • OPEN DATA Open Data: „Alles, was wir machen, ist öffentlich“ | ZEIT ONLINE: Unzählige Daten werden von den Behörden und staatlich geförderten Wissenschaftlern Jahr für Jahr zusammengetragen. Diese Daten sind jedoch oftmals nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, sondern liegen oft ungenutzt auf den Verwaltungsservern. Eine Tatsache, die viele stört, könnt man mit den Daten beispielsweise Karten machen, die aufzeigen welche Orte barrierefrei sind und welche nicht. Aus diesem Grund fordert die Open Data Bewegung eine Freigabe der Daten, mit denen mehr Transparanz unter der Einbeziehung der Bürger geschaffen werden soll. Kathrin Tai hat sich für Zeit Online genauer mit dieser Bewegung und den Problemen im Umgang mit den „öffentlichen“ Daten auseinandergesetzt.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

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Cash, Comics & Gossip: Das Wettrüsten der Messaging-Apps

Rund um den Globus kämpfen Internetfirmen wie Snapchat und Facebook aus den USA, Tencent aus China, Naver aus Südkorea oder Rakuten aus Japan um die Gunst der chat-verrückten Nutzer. Ein Überblick über die Strategien. // von Jakob Steinschaden

Messaging-Apps (Bild: junpinzon, via PicsaStock)

Spätestens seit der 21-Milliarden-Dollar-Übernahme von WhatsApp durch Facebook ist klar: Messaging-Apps sind das nächste große Business nach Social Media. Ging es bei Facebook und Twitter noch darum, Privatnutzern Öffentlichkeit im Internet zu verschaffen und ihre Daten und Inhalte mit Werbung zu monetarisieren, sind Messaging-Apps von Natur aus privater Natur. Mit digitaler Werbung kann man in die intimen Chats kaum eindringen, weswegen die Betreiberfirmen andere Monetarisierungsmöglichkeiten suchen. So sehen die Strategien der Messaging-Apps aus.

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WhatsApp: 18 Tipps, die die Messaging-App erträglich machen

Whatsapp (Image by antonbe [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Wer mobil und digital kommunizieren will, kommt oft nicht mehr an WhatsApp, dass Facebook 19 Milliarden Dollar wert war, vorbei. 500 Millionen aktive Nutzer, die pro Tag 700 Millionen Bilder, 100 Millionen Videos und bis zu 20 Milliarden Nachrichten pro Tag verschicken: Trotz aller Kontroversen rund um die Facebook-Übernahme, erstarkender Rivalen wie Line, Telegram und WeChat oder immer wiederkehrenden Datenschutzproblemen bleibt das enorme Wachstum der Messaging-App ungebremst. Wer mit Freunden, Familie und Kollegen digital kommunizieren will, dem bleibt selten die Wahl – WhatsApp ist bei vielen zum Standard geworden.

1. Hintergrundbilder:

Es klingt banal, ist aber mit Sicherheit ein Erfolgsfaktor von WhatsApp im Unterschied zu anderen Apps: Nutzer können das Hintergrundbild personalisieren und es sich so in der App, die dutzende oder gar hunderte Male pro Tag aufgerufen wird, gemütlich machen. Kostenlose Wallpapers für WhatsApp gibt es etwa hier für Android oder hier für iPhone, man kann aber natürlich auch eigene Bilder einstellen. Ändern kann man sie unter „Einstellungen“ –> „Chats“ -> „Hintergrund“.

2. Info anpassen:

Hey there! I am using WhatsApp“ steht nach wie vor bei vielen Kontakten der Messaging-App. Dabei kann man diesen Satz ändern, und zwar unter „Einstellungen“ -> „Profil“ -> „Info“. Erlaubt sind übrigens auch Emojis wie Smileys oder der erhobene Daumen. Da der Satz standardmäßig für alle anderen Kontakte sichtbar ist, sollte man überlegen, was adäquat ist. Wer oft mit Arbeitskollegen bei WhatsApp chattet, sollte eher nicht “bin gerade betrunken” oder ähnliches hineintippen.

3. Broadcasten:

WhatsApp ist nur zum Chatten zu zweit oder in kleinen Gruppen da? Falsch, mit der App kann man auch bis zu 250 Kontakte auf einmal erreichen. Die Funktion dazu heißt “Broadcast” und erlaubt es, eine Nachricht an viele Personen auf einmal zu senden, ohne dass die Empfänger sich gegenseitig sehen – vergleichbar mit der BCC (“Blind Copy Carbon”) in E-Mails. Weil die Funktion leider gerne für Spam verwendet wird, muss man zuerst eine “Broadcast-Liste” anlegen und jeden gewünschten Kontakt einzeln hinzufügen. Während der Wahlen in Indien richtete BBC India einen Nachrichten-Dienst ein, um Menschen am Handy einfach mit Infos zur Wahl versorgen zu können. Inzwischen gibt es viele Firmen, die diese Funktion nutzen, um ihre User täglich mit Infos zu versorgen.

4. Nummer ändern:

Ein WhatsApp-Konto ist immer mit einer Handynummer verknüpft, über die der Nutzer eindeutig identifiziert wird und mit anderen Usern in Kontakt steht. Wenn man seine Nummer (z.B. beim Provider-Wechsel) ändert, muss man das WhatsApp rechtzeitig mitteilen, damit der eigenen Account auf die neue Nummer umgestellt wird. Dazu muss die alte Nummer noch aktiv sein, Anleitungen für die verschiedenen mobilen Betriebssysteme findet ihr hier.

5. Nachrichten lassen sich sharen:

Von Twitter („Retweet“) und Facebook („Share“) kennt man die Teilen-Funktionen schon, mit deren Hilfe sich Postings wie ein Lauffeuer in sozialen Netzen verbreiten können. Auch bei WhatsApp kann man die Meldungen anderer (z.B. ein witziges Video, Foto oder Links) sharen: Dazu hält man lange mit dem Finger auf den Beitrag und sendet ihn dann an eine anderen Chat weiter.

6. Auto-Downloads abstellen:

Wer WhatsApp intensiv nutzt, wird vielleicht schon bemerkt haben, dass sich die eigene Foto/Video-Galerie am Smartphone schnell mit den erhaltenen Inhalten füllt. Denn die App speichert empfangenen Content automatisch am Smartphone. Wer das nicht oder nur unter bestimmten Voraussetzungen (WLAN, 3G, Roaming) will, der stellt dies unter „Einstellungen“ -> „Datennutzung“ entsprechend seiner Präferenzen sein.

7. Benachrichtigungen managen:

WhatsApp kann ziemlich nerven, wenn in einer oder mehreren Gruppen viel geschrieben wird – das Smartphone plingt, surrt und/oder blinkt dann ohne Ende. Im Einstellungsbereich „Benachrichtigungen“ kann man etwa Töne, Vibration oder Pop-ups ausstellen, die über den Empfang von Nachrichten informieren. Für viele Nutzer ist es am sinnvollsten, sich die Benachrichtigungen nur visuell (am iPhone als kleiner Kreis mit der Anzahl der neuen Objekte oder auf Android als Notification in der Statusleiste) anzeigen zu lassen. Wenn man „live“ mit jemanden chattet, sieht man ohnehin, ob der andere gerade schreibt und weiß auch so, dass man in wenigen Sekunden eine Nachricht erhält.

8. „Zuletzt online“ verbergen:

WhatsApp kann sehr verräterisch sein, weil andere Kontakte standardmäßig sehen können, wann man zuletzt in der App war und ob man eine Nachricht schon gelesen hat. Da folgen dann oft Vorwürfe wie: „Du musst meine doch Nachricht gesehen haben, warum hast du nicht zurückgeschrieben?!“ Zum Glück kann man diese Info unter „Einstellungen“ –> Account -> „Datenschutz“ ausstellen.

9. Die Häkchen richtig verstehen:

Viele WhatsApp-Nutzer glauben, dass zwei Häkchen neben einer Nachricht bedeutet, dass der Empfänger diese gelesen hat. Das ist aber falsch: Wie man auch in den WhatsApp-FAQ nachlesen kann, bedeutet der erste Haken, das die Nachricht am WhatsApp-Server eingetroffen ist, der zweite Haken, dass die Nachricht ans Smartphone des Empfängers zugestellt wurde. Wer also mal mit dem Vorwurf konfrontiert wird, dass man nicht auf eine Doppelhäkchen-Nachricht reagiert hätte, kann immer noch argumentieren, diese noch gar nicht gelesen zu haben. Zumindest, wenn er die Gelesen-Funktion ausgestellt hat. Standardmäßig werden den Häkchen nämlich blau, sobald der Empfänger die Nachricht gelesen hat. Im Menü unter „Einstellungen“ -> „Account“ -> „Datenschutz“ lässt sich aber auch das deaktivieren.

10. Kontakte auf den Startbildschirm:

Wenn man sehr oft mit einer Person kommuniziert, kann es praktisch sein, diesen Kontakt direkt auf den Startbildschirm des Smartphones zu platzieren – dann muss man nicht immer WhatsApp extra öffnen, um zum Chat zu gelangen. Um die Funktion zu aktivieren, wischt ihr den Reiter auf Chats. Dann wählt ihr den Chat aus, tippt auf die Menüpunkte, dann „Mehr“ und dann „Verknüpfung hinzufügen“. Das Profilfoto des Kontakts wird dann wie ein App-Symbol am Homescreen angezeigt, ein Tipper darauf führt direkt zu seinem Profil mit allen Kontaktmöglichkeiten von Telefon über E-Mail bis eben WhatsApp.

11. Nervende Kontakte blockieren:

Wer andere WhatsApp-Nutzer aus welchem Grund auch immer blockieren will, kann dies unter „Einstellungen“ -> „Account“ –> „Datenschutz“ –> „Blockierte Kontakte“ tun. Außerdem geht das direkt im Chat bei den Menüpunkten, „Mehr“ -> „Blockieren“. Deren Nachrichten bekommt man dann nicht mehr zugestellt, außerdem sehen sie die eigenen „Zuletzt online“-Infos oder Statusmeldungen nicht mehr. Dass man selbst von einem anderen Nutzer blockiert wurde, kann man nur an diesen Anzeichen erkennen, eine direkte Info darüber gibt es nicht.

12. WhatsApp Web:

Seit Mitte Januar 2015 kann man WhatsApp auch im Browser am Computer nutzen. Dazu scannt man einen QR-Code auf dem Bildschirm mit der Smartphone-Kamera und dann lassen sich der Browser und die App miteinander verbinden. In Echtzeit werden dann bei aktiver Internetverbindung des Smartphones Chat-Nachrichten auch im Browser-Tab angezeigt. Die Funktion findet ihr im Menü unter „WhatsApp Web“.

13. Alte Chats aufs neue Handy:

So, wie man früher seine SMS als Erinnerungsstücke mit aufs neue Handy mitgenommen hat, kann man WhatsApp-Chats ebenfalls von einem Gerät auf das andere übertragen. Das Prozedere ist bei jedem mobilen Betriebssystem etwas anders: Bei iPhones läuft es etwa über die iCloud, bei Android muss man die Back-up-Datei z.B. mittels microSD-Karte oder Dateitransfer vom alten aufs neue Gerät übertragen. Chat-Verläufe von einem BlackBerry, Nokia S40 oder Windows Phone kann man derzeit noch nicht übertragen. Auch von iPhone zu Android oder umgekehrt funktioniert leider nicht.

14. WhatsApp ohne SIM-Karte:

Prinzipiell ist ein WhatsApp-Account an eine Telefonnummer geknüpft, was die Verwendung auf einem Tablet erschwert. Allerdings gibt es einen Trick: Man kann sich mit einer Festnetznummer anmelden. Die SMS mit dem Freischalt-Code kann so zwar nicht empfangen werden, aber man kann stattdessen den automatischen Anruf abwarten, der nach ca. 5 Minuten kommt und bei dem eine Computer-Stimme den Code ansagt. Eine genaue Anleitung gibt es hier.

15. Sprachnachrichten leise anhören:

Immer wieder werden bei WhatsApp Sprachnachrichten verschickt. Wenn man das Smartphone normal in der Hand hält, werden diese Audio-Botschaften in der gerade eingestellten Lautstärke des Geräts über dessen Lautsprecher abgespielt – was etwa in der U-Bahn andere mithören lässt. Die einfache Lösung: auf Play drücken, Smartphone ans Ohr halten, und schon kann kein anderer mehr mithören. Mithilfe des Helligkeitssensors weiß WhatsApp, dass das Handy ans Ohr gehalten wird und wechselt zum Telefonlausprecher.

16. WhatsApp löschen:

Wer WhatsApp aus dem einen oder anderen Grund (Facebook-Übernahme, Nachrichtenflut, Datenschutz) satt hat, kann seinen Account auch wieder löschen, und zwar unter „Einstellungen“ –> „Account“ und „Account löschen“. Dabei werden auch die Chatverläufe gelöscht und man wird aus allen WhatsApp-Gruppen entfernt, Zahlungsdaten verbleiben laut AGB noch 30 Tage auf den Servern der Firma. Nur die App löschen reicht nicht, da bleibt das Konto erhalten.

17. Alternativen:

Wer nicht ohne Messaging-App sein kann und WhatsApp den Rücken kehrt, der kann auf (halbwegs) sichere Alternativen wie Signal, Telegram oder Threema ausweichen. Die Krux an der Sache: Man muss auch seine Kontakte davon überzeugen, zu diesen Alternativen zu wechseln, und das fällt bei 500 Millionen aktiven WhatsApp-Nutzern möglicherweise schwer.

[UPDATE] 18. Back to Basics – der Status ist wieder da:

Ein Update der App im März 2017 sorgte dafür, dass aus der Status nun nicht mehr das Textfeld war, wie oben beschrieben, sonder ein Snapchat-Abklatsch mit der sogenannten „Stories“-Funktion. Natürlich gab es einen Aufschrei der Nutzer – so wie eigentlich immer, wenn man Menschen ein beliebtes Online-Feature wegnimmt. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Programmen, die diesen Aufschrei einfach aussitzen, brachte WhatsApp seinen Nutzen den über alles geliebten Status zurück – als „Info“.

Aktualisiert von der Redaktion am Donnerstag, 30. März 2017.

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Image „Whatsapp“ by antonbe (CC0 Public Domain)


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5 Lesetipps für den 22. Mai

In unseren Lesetipps geht es um Edward Snowden, ein neue Funktion von Facebook, Mediendisruption, Nutzerrechte bei Messaging-Diensten und Urheberrechtspolitik in den USA. Ergänzungen erwünscht.

  • EDWARD SNOWDEN Cicero Online: Schweden verhindert Snowden-Einladung: Ende Mai findet in Schweden das nächste europäische Treffen von Netzaktivisten statt. Auf dem „Stockholm Internet Forum“ soll es um globale Entwicklung sowie Überwachung gehen. Der wichtigste digitale Bürgerrechtler unserer Zeit ist allerdings unerwünscht. Petra Sorge schreibt auf Cicero.de, dass das schwedische Außenministerium eine Einladung an Edward Snowden und einigen seiner engsten Vertrauten verhinderte.
  • FACEBOOK ReadWrite: Facebook Can Now Spy On Your Surroundings Via Your Phone’s Microphone: Auf ReadWrite stellt Selena Gomez ein neues Tool von Facebook vor, mit dem, ähnlich wie bei Shazam, die Umgebung „abgehört“ werden kann. Das Smartphone kann dadurch erkennen, welche Sendung man gerade im Fernsehen schaut oder welche Werbung läuft, was Werbetreibenden die Möglichkeit gibt, gezielte Werbung auf das Smartphone zu schicken.
  • MEDIENDISRUPTION Neunetz.com: Heftig.co zeigt wie bedeutungslos Google für heutigen Medienerfolg sein kann: Am Beispiel von Heftig.co, egal wie man zu diesem seltsamen Medium steht, zeigt Marcel Weiss auf, dass Erfolg im Digitalen auch unabhängig von Google und SEO sein kann. In Deutschland behaupten die Presseverlage oft etwas anderes und verweisen auf ihre eigene Abhängigkeit zu ihrem persönlichen Staatsfeind Nr. 1. Wie immens der Erfolg abseits von Google und abseits von klassischen Medienstrukturen sein kann, zeigt Heftig.co (aber auch BuzzFeed) recht eindeutig auf.
  • MESSAGING Handelsblatt: Bild auf WhatsApp & Co. verschickt – Rechte verschenkt: Auf Handelsblatt.com schreiben Katharina Schneider und Jens Hagen über die rechtlichen Gefahren der Nutzung von Messaging-Diensten wie WhatsApp oder WeChat. Diese Dienste sind bei vor allem bei jugendlichen Nutzern beliebt, doch ob jung oder alt, welche Rechte durch die Nutzung abgegeben werden ist den Nutzern selten bekannt.
  • URHEBERRECHT Techdirt: The End Of Maximalist Copyright?: Was politisch gestaltet wurde, kann auch politisch verändert werden. Ein Gedanke des Politikwissenschaftlers Blayne Haggart auf Techdirt, der Hoffnung macht. In den beiden Legislaturperioden der Obama-Regierung wurde durch Einfluss der Unterhaltungsindustrie die extremste Position zum Ausbau des Urheberrechts eingenommen. Doch das Silicon Valley interessiert sich immer mehr für politischen Einfluss und ein Policy-Wechsel könnte laut Haggart bevorstehen.

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