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KOLUMNEN

Kolumne

Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 9. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um DDoS-Trolle, Netzneutralität vs. Breitband, Verbraucherschutz, Gesichtserkennung im Teatreneu und Axel Springer ist beleidigt. Ergänzungen erwünscht.

  • THE GODS OF THE INTERNET CNET: Interview with a DDoS troll: Sich selber “The Gods of the Internet” zu nennen deutet auf viele Probleme hin, aber scheinbar gibt einem die Fähigkeit DDoS-Attacken durchzuführen auch ein unglaubliches Gefühl von Macht. Michelle Starr hat sich mit Mitglieder der Gruppe DerpTrolling getroffen, die ihr einen Einblick in die DDoS-Trollszene gaben, für die derartige Angriffe eine zeitgemäße Form von Protest sind.

  • NETZNEUTRALITÄT Golem.de: Telekom-Unternehmen fordern “Qualitätsklassen” fürs Netz: Auf Golem.de berichtet Thorsten Schröder, dass die Deutsche Telekom und Vodafone sich offen für die Einführung von “Qualitätsklassen” im Internet aussprechen. Gegner nennen den Vorstoß zu Recht einen Angriff auf die Netzneutralität. Doch ähnliches plant scheinbar auch die CDU, wie Stefan Krempl auf Heise.de berichtet. Jens Koeppen (CDU), Vorsitzender des Bundestagsausschusses für die digitale Agenda, will Providern zusätzliche “Servicedienste” erlauben, wenn sie ländliche Regionen an die Datenautobahn anschließen. Die SPD hält (noch) dagegen.

  • VERBRAUCHERSCHUTZ iRights.info: Meine Daten, meine Rechte und wie man sie durchsetzt: Fast jeder Dienst im Netz erfordert eine Anmeldung mit einem Benutzerkonto, selbst die App zum Pizzabestellen. Zugleich sind unsere Daten begehrte Ware im digitalen Markt. Michaela Zinke vom Verbraucherzentrale Bundesverband fasst auf iRights.info zusammen, welche Rechte man hat, an wen man sich wendet und welche Mühen und Überraschungen man dabei erleben kann.

  • GESICHTSERKENNUNG Digital Trends: Comedy club charges by the laugh using facial recognition tech: Das Comedy-Theater Teatreneu in Barcelona hat scheinbar einen neuen Weg gefunden, Geld zu verdienen und das auch noch erfolgsabhängig, was wahrscheinlich der Standup Comedy neue Impulse bringen wird. Oder auch eine sicherlich interessante Debatte über Datenschutz, denn das Teatreneu verwendet eine Gesichtserkennungssoftware, um die Lacher der einzelnen Zuschauer im Publikum zu erfassen. Einmal Lachen kostet 30 Cent, die auf den Ticketpreis aufgeschlagen werden. Bei 24 Euro gibt es eine Bremse, damit besonders vergnügte Gäste nicht arm werden.

  • AXEL SPRINGER Macnotes.de: Springer-Presse schießt jetzt gegen Apple und Google: Thank you for pointing out the obvious, Macnotes. Alexander Trust hat noch einmal schön aufgezeigt, wie sich die Berichterstattung über Apple und Google in Medien des Axel Springers Verlag von deren Beziehungen zu diesen Firmen verhalten. Und die kühlten zuletzt ab, was Computer BILD und BILD-”Zeitung” zu teils sehr obskuren Meldungen über die beiden Konzerne veranlasste. Zum Beispiel darüber, dass das neue iPhone 6 zur Haarausfall führt, also dem Ausfallen bzw. Ausreißen eines einzigen Haares. Mit ähnlichen Berichten der Computer BILD hat sich Philipp Biel erst letzte Woche auseinandergesetzt.

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 22 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: “Durchgedreht mit…“.


Tobias SchwarzKommentar: Ein Jahr Huffington Post in Deutschland

Die Huffington Post Deutschland feiert am Freitag Geburtstag – Zeit für eine bis jetzt versäumte Kritik zum Jubiläum. // von Tobias Schwarz

Huffington Post Deutschland (Bild: t3n)

Diesen Herbst erlebt die deutsche Medienlandschaft eine Neuerung nach der anderen. BuzzFeed ist hierzulande gestartet, Krautreporter folgt bald und die deutsche Wired erlebt gerade einen Erneuerungsprozess. Mit einem Jahr Vorsprung startete das Blogging-Netzwerk Huffington Post im vergangenen Oktober. Man selbst scheint zufrieden mit dem Erreichten zu sein, aber in Wirklichkeit war es ein verschenktes Jahr.

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Philipp BielDem Druck nicht gewachsen – ein Apple Zulieferer gibt auf

Es ist der erste große Insolvenzfall eines Technologie-Lieferanten, der jedoch einen großen Schatten auf die komplette Branche wirft. // von Philipp Biel

AppleWatch (Bild: Apple)

Die Apple Watch soll mit Saphirglas von GT Advanced Technologies kommen.

Apples Saphirglas-Zulieferer GT Advanced meldete zum Anfang der Woche überraschend Insolvenz an und wirft somit einen weiteren Schatten auf die gesamte Produktionskette von Technikgeräten in Asien. Mangelnde Sicherheitsbestimmungen, Niedriglöhne und viele Krankheits- und Todesfälle waren in der Vergangenheit bereits das Resultat einer mangelnden Rückführung der Gelder innerhalb der Wertschöpfungskette. Nun ist es aber der erste Fall, in dem ein kompletter Hauptzulieferer Insolvenz anmelden musste.

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Lars SobirajccMixter startet Crowdfunding-Kampagne

Die Betreiber der Musik-Community ccMixter.org haben eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Eine der beliebtesten Quellen für Open Source Musik will ihre technische Ausstattung künftig auf professionellere Beine stellen. // von Lars Sobiraj

ccmixter – freie Musik dank Creative Commons

Von dort können mehr als 6.000 Samples, 3.000 A capellas, über 15.000 Remixes und diverse Podcasts heruntergeladen werden. Alle angebotenen Werke werden unter einer Creative Commons Lizenz angeboten und dürfen in eigenen Musikstücken weiterverwendet werden. Die Webseite gibt es schon rund zehn Jahre. Das Portal wurde von der gemeinnützigen Organisation Creative Commons eröffnet. Der neue Eigentümer, die Firma ArtisTech Media, verlangt keine Gebühren und lässt auch keine Online-Werbung anzeigen. Um die Technik auf einen aktuellen Stand zu bringen, hat man kürzlich eine eigene Crowdfunding-Kampagne gestartet.

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Adam HochbergNachrichten für die Minecraft-Generation

Einer der größten Medienkonzerne Amerikas hofft, dass junge Leser ihre Nachrichten auf dieselbe Weise, wie Videospieler “World of Warcraft” und “Doom” spielen, erhalten möchten. // von Adam Hochberg

Oculus Rift (Bild: Sergey Galyonkin [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Das Gannett-Unternehmen zeigte vor ein paar Wochen eine Vorschau auf sein erstes Projekt, welches Lesern erlaubt, eine Nachricht in virtueller Realität zu erleben. Das Projekt – von Gannetts Digitalabteilung und der Des Moines Register produziert – setzt voraus, dass die Nutzer dabei das futuristisch wirkende Headset Oculus Rift tragen, ein kleines brillenartiges Videogerät, das auf die Kopfbewegungen des Trägers reagiert.

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Tobias SchwarzDurchgedreht mit… Wladimir Kaminer

In der vierten Folge von “Durchgedreht mit…” spricht die Netzpiloten-Autorin Gina Schad mit dem Schriftsteller Wladimir Kaminer über seine Erfahrungen mit sozialen Netzwerken, sein neues Buch über das Erwachsenwerden seiner Kinder und die Berichterstattung über Russland in deutschen Medien:

Auf Startnext.de ist die Crowdfunding-Kampagne von “Durchgedreht mit…” gestartet. Die nächsten 25 Tage kann unsere Autorin Gina Schad und damit Vielfalt im Journalismus unterstützt werden!


Jakob SteinschadenAndroid: Wie frei ist Googles mobiles Betriebssystem wirklich?

Die Smartphone-Software Android ist prinzipiell Open Source – doch tatsächlich wird der Griff von Google immer fester. // von Jakob Steinschaden

Android und Google (Bild: Jyri Engestrom [CC BY 2.0], via Flickr)

Im weltweiten Rennen um Anteile mobilen Betriebssystemen hat Google mit Android längst die Nase vorne. Doch unangreifbar ist seine Position nicht. Die Android-Distribution CyanogenMod fasst derzeit vor allem in den boomenden Märkten China und Indien Fuß, was bei Google Übernahmegelüste ausgelöst hat. Hinter den Kulissen versucht der Internetkonzern aus Mountain View derweil, seine Services noch stärker an Android zu knüpfen, was wiederum die europäischen Wettbewerbshüter auf den Plan gerufen hat.

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Anna-Maria LandgrafKönnen Wearables den Journalismus bereichern?

Immer mehr Medienunternehmen investieren in Wearables. Google Glass und Smart Watches wie Samsung Gear S bieten viele neue Vorteile für Journalisten und Rezipienten – eine Entwicklung im Journalismus von mobile zu wearable? // von Anna-Maria Landgraf

Samsung Gear S (Bild: SamsungTomorrow [CC BY-NC-SA 2.0], via Flickr)

Im Oktober kommt die Smartwatch Samsung Gear S auf den Markt, Apple plant eine eigene Apple Watch für das Frühjahr 2015 und weitere Wearables werden folgen. Etablierte Medien reagieren mit Innovationswillen: große Namen wie CNN, New York Times oder The Guardian setzen sich bereits mit der Technologie auseinander.

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Julian HeckSmartwatches: Innen hui, außen pfui

Die ersten Smartwatches erinnern eher an die ersten klobigen Handys als an schicke Gadgets. Dabei ist der Mode-Faktor nicht zu unterschätzen, wie sich langsam zeigt. // von Julian Heck

AppleWatch (Bild: Apple)

Neu ist eine solche Entwicklung nicht: Wenn eine neue technische Gerätegruppe produziert wird, dann sind die ersten Modelle in der Regel keine edlen Schmuckstücke. Man erinnere sich noch an die ersten Mobiltelefone von Siemens oder Nokia, die heute jedes Festnetztelefon im unhandlichen Format übertrumpfen.

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Nico LummaDummheit und enttäuschtes Vertrauen in Technologie

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Diesmal geht es um Vertrauen in Technologie. // von Nico Lumma

Günther Oettinger soll EU-Kommissar für die Digitale Wirtschaft werden und bei der Befragung sagte der den Satz: “Wenn jemand so blöd ist und als Promi ein Nacktfoto von sich selbst macht und ins Netz stellt, kann doch nicht von uns erwarten, dass wir ihn schützen. Vor Dummheit kann man die Menschen nur eingeschränkt bewahren.” – Dieser Satz wurde ihm auf Twitter und anderswo von der vermeintlichen Netzelite um die Ohren gehauen.

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Daniel KuhnDemonstranten nutzen FireChat, um Internetsperren zu entgehen

Nachdem die chinesische Regierung Instagram als Kommunikationskanal für die Demonstranten geblockt hat, organisieren diese sich dank FireChat per Mesh-Netzwerk. // von Daniel Kuhn

Revolution (Bild: umbrella revolution_4738 [CC BY 2.0], via Flickr)

Früher hatte jede Revolution einen Helden aus Fleisch und Blut, heute dagegen eine Technologie, die sich in den Protesten gegen die Regierung einen Namen macht. Bei den Unruhen in London war der BlackBerry Messenger noch das Kommunikationsmittel der Wahl, Twitter hat eine essentielle Rolle beim Arabischen Frühling gespielt und in der Türkei konnten die Internetsperren mit VPNs umgangen werden. Auch die Proteste in Hong Kong haben einen technologischen Helden, die Messenger-App FireChat, die dank Mesh-Netzwerk auch ohne Internetverbindung genutzt werden kann. [Mehr]


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