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Die Künstliche Intelligenz scheitert an der Sprache

Von allen Seiten des Internets sieht man gefühlt nur Artikel, die uns davor warnen, wie gefährlich uns künstliche Intelligenz in der Zukunft werden kann. Es geht darum, dass Deep-Learning Techniken letztendlich dazu führen würden, dass Maschinen sich ohne unser Wissen selbst verbessern, bis wir nicht mal mehr verstehen, was genau sie dort lernen. Auch von einem großen Arbeitsplatzverlust, durch das Ersetzen aller möglichen Stellen mit intelligenten Systemen, ist die Rede. Man spricht von „Superintelligenzen“, die in den Augen einiger Autoren die Weltherschafft an sich reißen könnten. Doch sind viele dieser Ansätze realistisch? Sieht so wirklich unsere Zukunft aus? Ein gerade veröffentlichter Artikel der Website MIT Technology Review zeigt ein deutlich „gemildertes“ Bild der künstlichen Intelligenzen von heute. Eines, wo diese noch starke Probleme aufweisen, bei so vergleichsweisen simplen Aufgaben wie dem Interpretieren von Sprache.

Binär-Code ist nicht gleich humanistische Sprache

Die künstlichen Intelligenzen, die heute entwickelt werden, kommunizieren auf einem ganz anderen Level als wir. Wenn sie untereinander kommunizieren, tun sie das durch das Übertragen von Datensätze. Die Daten werden 1:1 von der anderen Maschine gelesen und ausgeführt. Wenn es jedoch darum geht mit dem Benutzer aus Fleisch und Blut zu kommunizieren, stehen die künstlichen Intelligenzen vor ganz anderen Herausforderungen. Das Online-Magazine MIT Technology Review hat nun ein wenig gefiltert, woran es im Moment noch bei den künstlichen Intelligenzen harkt.

Künstliche Intelligenzen wissen nicht, was sie tun

Und das ist wohl das größte Problem. Viele sprach-basierte KIs sind darauf programmiert, aus ihnen zugeführten Texten zu analysieren, welche Wörter wie oft, in welchem Kontext, verwendet werden. Daraus ziehen sie einfach Schlüsse und versuchen dann, die Sprachwiedergabe nachzuahmen. Aber dabei verstehen sie selbst den Sinn hinter ihren eigenen Sätzen nicht und bemerken somit auch offensichtliche Fehler nicht. Was dabei rauskommen kann, sieht man an dem Beispiel, als eine KI versuchte, eigenständig ein Harry Potter-Buch zu schreiben.

Aber es gibt schon Beispiele wo KIs erfolgreich mit Menschen interagieren! Wie zum Beispiel bei Alexa. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass sie einzig darauf programmiert ist, aus gesprochenen Sätzen die Eckpfeiler „was, wann, wo und wer“ herauszufiltern. Wenn sie in ihrem System diese Fragen beantworten kann, gibt sie eine Antwort, die Sinn macht. Ihr Vorteil ist also, dass sie Sätze in Bausteine zerlegen und diese separat analysieren kann. Nuancen kann sie jedoch bis heute noch nicht erkennen und kreatives Schreiben ginge erst recht nicht.

Die Nuancen der Semantik

Dann gibt es in der menschlichen Kommunikation aber auch noch die sogenannte Model-theoretische Semantik. Diese ist für das Übermitteln einfacher Informationen von Mensch zu Mensch verantwortlich. Künstliche Intelligenzen, die dieses Wissen wiedergeben sollen, sind basierend auf der Annahme programmiert, dass alles menschliche Wissen einfach in einen Code umgeschrieben und den KIs gefüttert werden kann. Allerdings verhalten sich künstliche Intelligenzen hier wie ein Kleinkind: Man muss ihnen buchstäblich alles eigenhändig beibringen. Der Artikel des MIT Technology Review führt hier einen sehr guten Vergleich an. Wenn man einer KI beibringt: Adler sind Vögel, Vögel können fliegen, also können Adler fliegen, wird das spätestens bei den Pinguinen wieder zu einem Problem. Die sind schließlich auch Vögel, sie können aber nicht fliegen. Unterm Strich: Es gibt zu viele Ausnahmen in der Welt, als dass man einer KI alle Nuancen beibringen könnte.

Und schließlich für die Hobby-Psychologen hier noch ein Extra: Sprache ist auch immer sehr stark abhängig vom jeweiligen Kontext. Selbst wenn wir nur im Englischen bleiben würden, und somit zunächst die Bedeutung verschiedener Wörter/Betonungen in anderen Sprachen außer Acht lassen würden, ist Sprache ein sich ständig veränderndes Feld. Sie wird von jedem Individuum, selbst innerhalb einer Kultur, unterschiedlich verstanden und benutzt. Sprache ist immer auch ein Ergebnis unsere eigenen Erfahrungen, unseres eigenen sozialen Umfelds und letztlich auch unserer individuellen Prägung. Und gerade in der kreativen Literatur wird sie oft aus dem Kontext genommen, abgewandelt und umgeändert, damit etwas Neues und eben Kreatives dabei entsteht.

OpenAI versucht sich am kreativen Schreiben

Bis die Maschinen sich den Menschen soweit annähern, dass sie alle diese Nuancen und Bedeutungen verstehen, sodass von künstlicher Intelligenz geschriebene Manuskripte Sinn ergeben, wird es also wohl noch dauern.

Ursprung für den Artikel von MIT Technology Review war der Durchbruch der Firma OpenAI, die eine KI erschaffen hat, die fast perfekte Texte verfassen kann. Aber eben nur fast. In diesem Test hat ein Mensch die „Rahmenhandlung“ erfunden, Wissenschaftler hätten Einhörner entdeckt. Daraufhin sollte die KI die Geschichte weiterspinnen. Was sie daraus gemacht hat, ist zumindest unterhaltsam.


Image by lassedesignen / adobestock.com

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Crowdfund this! Kunst mit Flüchtlingskindern in Berlin

Wir sind große Crowdfunding-Fans und immer begeistert, wenn durch dieses digitale Spenden- und Finanzierungstool tolle Projekte verwirklicht werden. Unsere aktuelle Empfehlung: Die Kampagne Pass The Crayon (sinngemäß lass den Malstift rumgehen) bei Indiegogo. Bis zum 31.Dezember könnt ihr noch dazu beitragen, das sympathische Projekt zu unterstützen.

Worum geht’s?

Angefangen hatte alles 2015, als die Gründer von Pass The Crayon Sevin Özdemir und Martin Ringenbach begannen, Mal- und Bastelmaterialien in die Flüchtlingsunterkünfte zu bringen.

Diese Idee fand schnell Anklang bei vielen Helfern und Freiwilligen, die das Projekt begeistert unterstützten. Bis heute verfolgt Pass The Crayon einen ganz besonderen Ansatz, um Flüchtlingskindern in ihr neues Leben zu integrieren: In verschiedenen Workshops und Projekten sollen die Kinder ihre Kreativität ausleben, Gefühle ausdrücken und dabei einfach eine unbeschwerte Zeit erbringen.

Inzwischen hat Pass The Crayon bereits über 5.000 Kindern den Zugang zu diesen Workshops ermöglicht. Unterstützt wird das Projekt von über Tausend freiwilligen Helfern. Sie berichten, wie sehr es den Kindern helfen kann, sich durch Malen und Basteln frei ausdrücken zu können. Und wie die Kinder durch die Projekte und Workshops wieder offener und fröhlicher werden. Durch diese kreativen Programme verbessern die Flüchtlingskinder ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen. Das begünstigt auch die Integration in die neue Umgebung und Kultur.

Nächstes Ziel: Die Erweiterung des Programms

Pass The Crayon hat nun eine Indiegogo-Crowdfunding-Kampagne gestartet, mit deren Erlös sie es noch mehr Kindern ermöglichen wollen, die Bewältigung ihres Traumas ein stückweit durch diese kreativen Arbeiten zu vereinfachen.

Insgesamt sollen 12.000 Euro für die Arbeit mit den Flüchtlingskindern gespendet werden. Mit Unterstützung des chinesischen Contemporary-Art Künstlers Ai Weiwei ist es das gesetzte Ziel der Non-Profit-Organisation, ihr Projekt auch auf die ländlicheren Gebiete Deutschlands auszuweiten. Somit soll noch mehr Kindern, auch aus einkommensschwachen Familien, der Zugang zu künstlerischen Workshops gegeben werden.

Mitmachen?!

Bereits mit 45 Euro ist es den Machern möglich, einen Workshop für 15 Kinder zu organisieren. Auf ihrer Crowdfunding-Seite können bereits für fünf Euro nette Perks erstanden werden, die von den Kindern mitgestaltet wurden. Wer lieber direkt Geld spenden will kann dies natürlich auch tun: Pass The Crayon Website.


Image by passthecrayon.com

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Art Selfie: Google sieht jeden als Kunstwerk

Image by Stale Grut unsplash com

Google expandiert im Bereich Unterhaltung. Vor kurzem hat der Großkonzern eine neue App vorgestellt – Google Arts & Culture, eine App mit der man ein Art Selfie schießen kann. Ein was?

Jeder, der ein Smartphone besitzt und durchschnittlich mehr als eine Stunde mit Browsen verbringt, musste schon mal auf Bilder von normalen Menschen in Museen gestoßen sein, die den Kunstwerken auffällig ähnlich sind. Wenn nicht, dann seht ihr hier ein Beispiel. Solche Zufälle gibt es, aber diese passieren so selten, dass man letztendlich niemals alle unterhaltsamen Ähnlichkeiten sehen wird.

Doch Google hat sich eine Idee einfallen lassen, die dies einfacher macht. Die neue App ermöglicht es ein Art Selfie zu machen. Zuerst ist es ein ganz normales Bild. Dann vergleicht es Google mit unzähligen Kunstwerken, die von verschiedenen Museumspartnern zur Verfügung gestellt wurden. Im Anschluss werden das Selfie und das Gemälde zusammengestellt, sodass man die Ähnlichkeit besser erkennen kann. Es wird nicht nur ein Werk gezeigt, sondern mehrere. Daneben der prozentuale Anteil der Reminiszenz.

Leider kann man keine gespeicherten Bilder verwenden, um sie mit den Gemälden zu vergleichen. So sehe ich bei Müdigkeit aus, wie das Porträt von Godschalck van Halmale, welches im Rijksmuseum hängt. Na toll.

Art Selfie by Nina Brzeska

Bietet die App mehr als nur Art Selfie?

Art Selfie ist nur eins der vielen Tools in der Google Arts & Culture App. Auf dem eigenen Handy kann man sich auf eine virtuelle Tour durch die Top 10 Museen der Welt begeben oder Artikel über fremde Kulturen durchstöbern. Detaillierte Aufnahmen von berühmten Kunstwerken gehören auch zu den Highlights des Programms. Alles natürlich beschriftet und erklärt.

Die Idee hinter dieser Entwicklung ist es, die Kultur und Kunst der heutigen Gesellschaft näher zu bringen. Museen werden heutzutage nur von der jungen Generation besucht, wenn es ein fester Punkt einer Klassenfahrt ist. Viele Jugendliche haben keinen Lieblingsmaler, weil sie die Künstler nicht kennen. Mit einer auf den ersten Blick banalen App schafft es Google vielleicht Kunst wieder ins Leben zu rufen! Und vielleicht findet der eine oder andere seine Leidenschaft darin, dadurch dass er einfach mal sehen wollte, welchem Kunstwerk er ähnelt.

Eine Frau in St. Louis, USA, hat sogar durch ihr Art Selfie das Portät ihrer Urgroßmutter gefunden, so der offizielle Blog von Google.

Eure Art Selfies könnt ihr in der kostenlosen Google Arts & Culture App schießen. Diese ist für iOS und Android verfügbar.


Image by Stale Grut / unsplash.com

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Artnight: Das Startup, das Großstädter zum Malen bringt

Aimie_und_David_nah (adapted) (Image by Artnight)

379 Minuten. So viel Zeit verbringen Deutsche im Schnitt pro Tag vor ihren Bildschirmen. Von Fernseher bis Smartphone, von den beruflichen E-Mails bis zum privaten WhatsApp-Chat: Ein großer Teil unseres Lebens spielt sich um einen kleinen eckigen Kasten ab. Da ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass sich Menschen nach mehr Offline-Zeit sehnen, in der sie anderen im echten, physischen Leben begegnen, IRL sozusagen. Offline ist das neue Online. Pfiffige Unternehmen greifen diesen Wunsch auf – und bilden darum ein Geschäftsmodell.

Malen und trinken: Das neue Erfolgsmodell

Eins dieser Unternehmen heißt Artnight, kommt aus Berlin und wurde von Aimie-Sarah Henze und David Neisinger 2016 gegründet. Die beiden Gründer bringen Künstler und malwillige Großstädter in Bars und Restaurants zusammen. Den Abend gemeinsam ausklingen lassen, etwas Künstlerisches selbst schaffen und dabei andere Menschen kennen lernen sind die drei Grundpfeiler von Artnight. Ein Konzept, das ursprünglich aus den USA kommt und dort unter Namen wie „uptown art“, „painting party“ oder „paint & cocktails“ rasch zum Erfolgsschlager wurde. Das Trink-und-Mal-Prinzip ist zum wahren Boom-Business geworden. Das Start-up „Paint Night“ ist sogar auf dem zweiten Platz der Inc. 5000 Liste der am schnellsten wachsenden privaten Unternehmen in den USA.

Artnight ist nun der Versuch, das Modell in Europa einzuführen. Dabei stand allerdings nicht allein die Geschäftsidee im Vordergrund, sondern auch das Liebesleben von Mitgründer David Neisinger. „David ist wirklich sehr romantisch und denkt sich immer etwas Besonderes für seine Dates aus. So ist er auf die Malevents gestoßen und wir fanden die Idee dann so gut, dass wir daraus ein Unternehmen gemacht haben“, erzählt Aimie-Sarah Henze im Gespräch mit den Netzpiloten. Ganz so einfach war die Umsetzung dann aber doch nicht. Denn während die Amerikaner hauptsächlich zusammenkommen, um (viel) zu trinken und sich von einem Entertainer unterhalten zu lassen, haben deutsche Artnight-Besucher einen künstlerischen Anspruch. „Wir haben es am Anfang auch mit einem Unterhalter probiert. Doch wenn es dann hieß, ‚jetzt halten wir alle zusammen den Pinsel in die Höhe‘, fanden das die meisten das sehr merkwürdig“, erinnert sich Henze.

Events sind für Künstler Gold wert

Also wurde umgestellt: Die Events finden immer noch in Bars und Restaurants statt und getrunken wird auch, allerdings steht die Kunst im Vordergrund. Dafür hat Artnight aktuell 47 Künstler rekrutiert und stellt den Teilnehmern hochwertige Materialien zur Verfügung. Der Rest passiert dann von allein, der Spaß entsteht automatisch durch das Zusammensein und das Malen.„Es ist sehr erfüllend zu sehen, wie viel Spaß die Teilnehmer haben und welch schöne Momente durch das gemeinsame Malen entstehen“, sagt Verena Bonath, eine der Künstlerinnen, die seit den Anfängen von Artnight mit dabei ist.

Die Studentin an der Universität der Künste Berlin hatte sich gleich beworben, als sie von Artnight hörte. Denn die Künstler durchlaufen einen Bewerbungsprozess, um die Qualität der Kunstwerke für die Teilnehmer zu garantieren, aber auch, um sicherzugehen, dass sie zum Konzept passen. Genau deswegen wurden schon einige Bewerber abgelehnt: „Uns geht es natürlich auch darum, den Teilnehmern eine tolle Erfahrung zu bieten und die Künstler müssen schon sehr extrovertiert und kommunikativ sein“, sagt Aimie-Sarah Henze. So erhalten die Künstler nach jeder Artnight Feedback von den Teilnehmern. Wer besonders gut ankommt, steigt auf der Artnight-Skala auf und kann entsprechend mehr verdienen. Ein Künstler kann so 300 Euro oder sogar mehr pro Abend verdienen.

Für Studenten wie Verena Bonath ist dies natürlich ein willkommener Nebeneffekt. Anstatt einen Nebenjob in einer Bar zu haben, wie viele ihrer Kommilitonnen, arbeitet sie künstlerisch und kann viele wichtige Kontakte knüpfen. „Ich habe durch die Teilnehmer auf den Artnights einige neue Aufträge bekommen“, erzählt sie. „Für Künstler sind solche Events natürlich Gold wert, da andere Menschen uns und unsere Arbeit in Natura kennen lernen können.“ Die Netzwerke, die sie auf den Artnight-Veranstaltungen knüpfen kann, sind für Bonath viel hilfreicher als die eigenen Bilder im Internet hochzuladen, sei es auf Kunstplattformen oder Instagram.

Als Erwachsene das Malen wieder lernen

Doch nicht nur die Künstler profitieren von den Malevents, auch die Teilnehmer kehren immer wieder. Pro Woche veranstaltet das Berliner Startup etwa 15 Artnights in 25 verschiedenen deutschen Großstädten. Pro Artnight sind im Schnitt 20 Teilnehmer dabei.

Das Konzept ist offensichtlich so erfolgreich, dass Artnight demnächst nach Österreich expandieren wird. Weitere europäische Städte sollen folgen. Das Erfolgsrezept ist sicherlich nicht nur das Malen, sondern das zwanglose Zusammenkommen mit anderen Menschen. „Wenn die Teilnehmer gemeinsam malen, haben sie natürlich auch direkt ein Gesprächsthema. So können sie sich schnell kennenlernen und neue Kontakte knüpfen.“ Einige Romanzen sollen auch schon daraus entstanden sein. Die Teilnehmer sind überwiegend weiblich und die meisten sind im Alter zwischen 30 und 40 Jahren, was auch sicherlich etwas mit dem Eintrittspreis von rund 35 Euro pro Person zu tun hat. Es kommen aber auch Familien mit Kindern, ältere Paare und jüngere Malbegeisterte zu den Events. Mittlerweile scheint sich die Artnight auch unter Single-Männern herumgesprochen zu haben.

Rund zwei Stunden dauert eine Artnight und am Ende nehmen die Teilnehmer ein eigenes Bild mit nach Hause. Dabei ist es wichtig, dass sich die Künstler gute Konzepte überlegen und den Teilnehmern mit einigen Tricks dabei helfen, Kunstwerke wie zum Beispiel im Stil von Frida Kahlo zu kopieren. Auch wenn viele anfangs Angst haben, etwas falsch zu machen, trauen sich die meisten dann doch an die Palette und die Leinwand heran. „Das ist schon interessant, wie wir als Kinder so viel malen und dies dann nach unserer Kindheit komplett aufgeben“, sagt Verena Bonath. Sie ermutigt ihre Teilnehmer daher immer wieder, es einfach auszuprobieren. Die meisten entdecken dabei, wie viel Spaß es ihnen macht, abseits von Bildschirmen und virtuellen Welten, auch mit ihren Händen und greifbaren Materialien zu arbeiten. Am Ende steht meist ein großes Erfolgserlebnis für die Teilnehmer. Das ist natürlich auch fürs Geschäft wichtig. Schließlich kann ein solches Event nicht langfristig erfolgreich sein, wenn die Teilnehmer sich überfordert fühlen.

ArtNight_JGA_draußen (Image by Artnight)

Kritik: Kunst wird kommerzialisiert

Neben den Künstlern und den Artnight-Besuchern profitieren auch die lokalen Restaurants und Bars von dem Konzept. Denn die Artnights werden bewusst zu Zeiten geplant, in denen die Räumlichkeiten nur mäßig gefüllt sind. So können Restaurants und Bars auch an sonst eher langsamen Abenden gute Gewinne einfahren.

Gründer, Künstler, Teilnehmer und Bars – die Malevents scheinen tatsächlich ein Win-Win-Win-Win-Modell zu sein. Doch nicht alle stehen dem Konzept positiv gegenüber. Vor allem aus der Künstlerszene kommt harsche Kritik. Unternehmen wie Artnight machen aus der Kunst ein Geschäft, Künstler verkaufen sich, die Kunst wird kommerzialisiert – solche Vorwürfe hat Verena Bonath schon oft gehört. „Bei vielen Kollegen ist die Idee, dass man sich als Künstler so nahbar macht, eher verpönt. Dahinter steckt die Idee, dass wir uns eine gewisse Mystik bewahren müssen, damit wir geschätzt werden. Ich finde das ziemlich blöd. Wieso ist meine Kunst weniger wert oder schlechter, wenn ich anderen dabei helfe, sich mehr mit Kunst zu beschäftigen?“ Auch Aimie-Sarah Henze kann die Kritik nicht nachvollziehen. „Kunst ist etwas sehr Subjektives„, sagt sie dazu, „wir möchten uns gar kein Urteil erlauben, was Kunst ist und was nicht. Uns geht es in erster Linie darum, dass Erwachsene zusammenkommen, kreativ sind und am Ende etwas Schönes erlebt haben. Ob man das jetzt nun Kunst nennen möchte oder nicht, ist uns egal.“


Teaser (adapted) & Images by Artnight


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Die Netzpiloten sind Partner des INTERACTIVE Festival 2017

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In Köln findet am 16. und 17. August das INTERACTIVE Festival 2017 statt. Bei dieser Veranstaltung treffen die Themen digitale Kultur und Wirtschaft aufeinander. Zum fünften Mal kommen in der Rheinmetropole Experten und Interessierte zusammen und passend dazu gibt es dieses Jahr auch fünf Schwerpunkte der Veranstaltung: Retail, Community, Media/VR, Sports und Growth.

Das Wissen vermitteln euch die Experten mithilfe verschiedener Module. Es handelt sich um Vorträge, interaktive Panels und Workshops, bei denen euch geballtes Wissen und die neuesten Erkenntnisse aus unserer digitalisierten Gesellschaft erwarten.

Darum gibt es das Festival

Ins Leben gerufen wurde das INTERACTIVE Festival im Jahr 2012/ 2013. Ortsansässige Kreative und Macher stellten fest, dass Köln durchaus das Potenzial einer Digitalstadt besitzt. Allerdings gab es zu der Zeit noch kein Forum für diese Strömung. Aus der Not machten sie eine Tugend – und so fand schon im darauffolgenden Sommer, im Juni 2013, das erste Festival statt, damals noch unter dem Namen INTERACTIVE Cologne. Von Anfang an beeindruckte das Festival mit einem außergewöhnlichen Format-Mix, den es sich auch im fünften Jahr bewahrt hat.

Wer hier genau richtig ist

Das INTERACTIVE Festival spricht ein breites Publikum an. Alle, die Teil der Kreativ- und/ oder Digitalbranche sind, sollten sich das Festival nicht entgehen lassen, aber auch User und Bürger, die die digitale Transformation und Disruption verstehen wollen, kommen hier auf ihre Kosten.

Wie wird digitale Technologie unser Leben verändern? Macht sie Dinge einfacher oder komplizierter? Welche Auswirkungen hat sie auf die Wirtschaft, auf die Politik, oder auf jeden von uns? Das Festival wird Antworten auf diese Fragen liefern, indem es sie in Vorträgen, Workshops, bei Hackathons und Parties thematisiert.

Interessante Speaker und spannende Vorträge

Freut euch unter anderem auf diese Speaker:

Das INTERACTIVE Festival findet in der Industrie- und Handelskammer zu Köln statt. Hier bekommt ihr eure Tickets.

+++ Rabattaktion +++

Mit uns kommt ihr günstiger an Tickets! Statt 150 Euro zahlt ihr für euer Ticket nur noch 99 Euro. Gebt dazu einfach den Rabattcode „NETZ2017IAC“ ein und sichert euch eure vergünstigten Tickets.

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Von Mikroben und Maschinen: Wie Kunst und Wissenschaft zu „Bio-Art“ verschmelzen.

Es gibt Wissenschaft in der Kunst – die Alchemie der Farbe, die Binärcodes, die in der Kamera rechnen, die ausdrucksvolle Anatomie in Portraits und Skulpturen.

Es gibt Kunst in der Wissenschaft – die künstlerische Präzision des Skalpells, die kühle Ästhetik des Labors und die Beobachtungen, die von Wissenschaftlern durchgeführt werden, um neue Materialien und Mikroben zu entdecken, die bisher unentdeckt existieren.

„Bio-Art“, ein künstlerisches Genre, das sich in den 1980er Jahren durchsetzte, verfestigt und erweitert diese organische Beziehung. Laut dem Künstler und Schriftsteller Frances Stracey stellt „Bio-Art“ eine Kreuzung aus Kunst und Biologie mit lebender Materie wie Genen, Zellen oder Tieren als ihr neues Medium dar.

Bio-Künstler nutzen Abbildungstechnologien, abgestorbene oder lebendige Materialien und integrieren sie in ihre Kunst. Damit ziehen sie Metaphern aus der Biologie, um ihre Kunstwerke mit verletzenden oder heilenden Tendenzen anzureichern.

Bei der BioCouture zum Beispiel werden die Themen Mode, Kunst und Biologie miteinander verwoben, neue Materialien werden in den Vordergrund gestellt. Wie die Autorin Suzanna Anker bemerkte, haben Donna Franklin und Gary Cass Kleider aus Zellstoff hergestellt, der durch Bakterien aus Rotwein generiert wurde. Suzanne Lee setzt „wachsende“ Textilien zu Sakkos und Kimonos zusammen, die ausä Zucker, Tee und Bakterien produziert werden.

Bio-Art beinhaltet die Haut und die Zellen von Zelluloid und digitalem Film, die Klangmembranen und die Flüssigkeiten von Körperteilen und Augäpfeln. Um ein anderes Beispiel zu nehmen: In Christian Böks „The Xenotext“ wird ein „chemisches Alphabet“ genutzt, um Poesie in DNA-Sequenzen zu übersetzen, damit hinterher die Genome eines Bakteriums implementiert werden können.

Wenn diese Poesie in ein Gen übersetzt und in eine Zelle integriert wird, legt sie eine Reihe von Anweisungen fest, die alle dazu führen, dass der Organismus daraufhin ein lebensfähiges, gutartiges Protein herstellt. Bök schreibt dazu: „Ich schaffe eine Lebensform, die nicht nur ein haltbares Archiv zur Aufbewahrung eines Gedichtes ist, sondern auch einen wirksamen Apparat zum Schreiben eines Gedichtes darstellt – einen, der auf diesem Planeten bestehen bleibt, bis Welt untergeht.“

Wissenschaftler und Künstler arbeiten zusammen an den entstehenden Bereichen der Mitschöpfung. Sie setzen „Bio-Art“ in aktuelle Debatten zu Fragen ein, wie Beispielsweise, was das Leben ausmacht, was als empfindungsfähiges Wesen gilt und wer entscheidet, welche Leben gerettet oder zerstört werden.

Die „Bio-Art“ bringt Hoffnungen und Sorgen von Wissenschaftlern in einer Zeit zusammen, in der menschliches Leben und der Alltag radikalen und teilweise gefährlichen Veränderungen unterworfen zu sein scheint. Wie Autor Sheel Patel in Anlehnung an Böks Arbeit andeutet: „Wenn eine lebende Zelle dazu gezüchtet werden kann, neue Poesie zu produzieren, könnten wir dann irgendwann in einer Gesellschaft leben, in der Menschen nicht mehr gebraucht werden, um neue Gedanken und Literatur zu produzieren?“

Kunst und Krankheit

Auf der interaktiven Kunstausstellung mit dem Titel Morbus Artis: Disease of the Arts werden tatsächliche und metaphorische Kommunikationskrankheiten genutzt, um das oftmals toxische Verhältnis zwischen menschlichem und nicht-menschlichem Leben zu erforschen.

Die Ausstellung untersucht den schmalen Grat, der zwischen Leben und Tod in einer verwirrenden Zeit der Zerstörung von Arten und Lebensräumen existiert und erforscht, wie das Gewebe der heutigen Körper zunehmend durchlässig wird.

Besonders der wissenschaftliche Diskurs bringt uns dazu, überall Krankheiten zu sehen und danach zu suchen. Die mikroskopischen und biotechnologischen Möglichkeiten reichen bis ins jede Atom hinein.

Selbstverständlich heißt es in der vorherrschende Diskussion auch, dass manche Räume, Dinge und Objekte stärker erkrankt sind als andere. Uns wird beigebracht, Krankheiten bei Außenstehenden, in den Nestern von Insekten, im Gefüge von Paria-Staaten und im Gewebe bestimmter Religionen und Philosophien zu erkennen.

Zur gleichen Zeit hinterfragen der neue Materialismus und die Tierphilosophie, was genau das Leben eigentlich ist und wo man es entdecken kann. Die neuen Denkweisen lenken die Krankheitsfrage auf die Menschheit, deren Handeln alles verdirbt, was sie berührt. Daraus folgt ein angsteinflößendes Aufeinandertreffen der Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen und nicht-menschlichen Lebens, ist wie zwischen Albtraum und Traum gefangen.

‚Morbus Artis: Desease of the Arts‘ besteht aus elf Kunstwerken, wobei jedes Werk ein unterschiedliches Medium oder eine andere Kunstform nutzt, um das Chaos der Welt zu entdecken. Jeder Künstler stellt sich Krankheiten anders vor – und doch ist mitten im Schrecken ihrer Vorstellungen Schönheit und Hoffnung zu finden.

In der Videoprojektion von Drew Berry werden ansteckende Zellen „freigelassen“, sodass das Bindegewebe des Ausstellungsraumes vor Leben und Tod nur so strotzt. Herpes, Grippe, HIV, Polio und Pockenerreger werden auf die Galeriewand projiziert, als könnten sie fliegen. Die Darstellumg isr enorm vergrößert und so chaotisch, dass jeder, der den Raum betritt, von ihrem Ausmaß und ihrer Größe erschlagen zu werden droht.

Lienors Torres multimediale Darstellung zu degenerierter Sicht veranschaulicht, wie sich unser Blick auf die Welt durch digitale Technologien begrenzt und verfärbt. An ihrer Illustration kann man zwei große Augäpfel aus Glas, eine flüssige Animation und einen Glasschrank voller Marmeladengläser, gefüllt mit Wasser unterschiedlicher Trübheit, erkennen. Jedes Glas unterscheidet sich durch eingravierte Bilder von Augen. Diese Augen werden zu Regentropfen, während das Blickfeld zu flüssigem Leben gebracht wird. Tränen und Narben werden in den Augen dieses Kunstwerks reflektiert.

In dem von Alison Bennett erschaffenen Werk, das mit einem Touchscreen betrieben wird, wird der Betrachter mit einem hochauflösenden Scan von zerstörter Haut konfrontiert. Betrachter können den Touchscreen nutzen, um das weiche und kaputte Gewebe direkt vor sich zu verändern. Ihre Augen werden zu Fühlorganen: Wie fühlt es sich an, einen blauen Fleck anzufassen und selbst eine Prellung zu haben?

Die Galerie ist also beides – Labor und Studio. In all ihren verschiedenen Formen und mit einem Skalpell und einem Pinsel zur Hand formt „Bio-Art“ die Welt neu.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „organism“ by PeteLinforth (CC0 Public Domain)


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Nicht nur Spielkram – 9 Bereiche, bei denen VR helfen kann

VR (adapted) (Image by szfphy [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Die Technik der Virtual Reality (VR) ist im Prinzip nichts Neues. Schon Mitte des 20. Jahrhunderts kamen Flugsimulatoren auf, mit deren Hilfe Piloten das Fliegen lernen. Doch in jüngster Zeit hält VR auch Einzug im Kinderzimmer. Die PlayStation VR kann seit Obtober 2016 gekauft werden. Kostenpunkt: 399 Euro, plus die PlayStation-Kamera, ohne die geht es nicht.

Es gibt jedoch auch einen Einsatz abseits der Spieletechnik. Neun Lebensbereiche könnten davon profitieren, wenn Experten weiter an der Technik feilen und sie marktreif machen. Wir stellen sie euch vor:

BILDUNG: Besonders im Bereich der Bildung sehen Experten den Einsatz von VR vor. Studenten könnten so in eine völlig neue Welt eintauchen. In der „World of Comenius“, benannt nach dem tschechischen Lehrer Johann Amos Comenius, können Studenten die Anatomie des Körpers kennenlernen und verschiedenen Körperteilen und -systemen auf den Grund gehen.

KUNST: Dreidimensionales Malen und Zeichnen mithilfe eines VR-Headsets und entsprechendem Zubehör – diesen Traum haben viele Künstler. Nun könnte er Wirklichkeit werden. Die Technik dafür liefert zum Beispiel Tilt Brush von Google.

MEDIZIN: VR könnte auch dazu beitragen, Krankheiten zu behandeln. Vielversprechend ist der Einsatz bei Depressionen. Hier soll beispielsweise virtuelles Schwimmen mit Delfinen die Genesung vorantreiben. Auch bei einer posttraumatischen Belastungsstörung und Alkoholismus könnte die Technik hilfreich sein. Der Patient setzt einfach die Kamera auf und landet dann in einer völlig anderen Umgebung.

LUFTFAHRT: Piloten kennen VR schon aus dem Simulator, mit dem sie das Fliegen üben. Doch auch die Reisenden werden in Zukunft die virtuelle Realität kennenlernen. Die Zeit der wenig unterhaltsamen Langstreckenflüge könnte somit schon bald Geschichte sein. Während man eigentlich noch auf dem Weg dorthin ist, könnte man virtuell schon einmal den Zielort genauer erkunden – ganz in 3D.

SPORT: Für Sportler könnte sich das Training bald zumindest teilweise von draußen nach drinnen verlagern. Für American Football-Spieler beispielsweise könnte der Quaterback zuhause auf der Couch sitzen und virtuell seine Reaktion testen. Was er auf diese Weise lernt, kann er später beim Training auf dem Feld verfestigen.

SEX: Hier geht es nicht nur um offensichtliche Ideen wie einen virtuellen Stripclub. Für Menschen, die unter sexuellen Schwierigkeiten wie Impotenz oder anderen körperlichen oder medizinischen Störungen leiden, könnte VR eine neue Möglichkeit der Sexualtherapie darstellen.

BESICHTIGUNGEN: Eine Idee, die besonders Architekten und Designern gelegen kommen wird. Ein virtueller Gang durch ein Gebäude könnte durch VR möglich gemacht werden. Auf diese Weise könnte man Probleme bei der Konstruktion erkennen, bevor das Gebäude überhaupt existiert. Auch Änderungen im Design wären so ganz einfach durchzuführen.

FILM: Einen Film auf dem Fernseher oder dem Laptop anzusehen, ist eine tolle Sache. Was aber wäre, wenn man direkt in die Filmwelt eintauchen könnte, quasi eine Art interaktive Geschichte? Die Experten gehen davon aus, dass man sich viel intensiver in die Figuren hineinversetzen kann, wenn man sie dreidimensional vor sich sieht und mit ihnen interagieren kann. Folgendes Video zeigt am Beispiel des Igels „Henry“, wie Forscher sich das vorstellen:

NEWS: Um Nachrichten spannender und greifbarer zu machen, könnte man zu Erklärungszwecken dreidimensionale Animationen hinzuziehen. Auch Beiträge könnten davon profitieren, dass Menschen besser begreifen können, was man versucht ihnen zu vermitteln.


Image (adapted) „VR“ by szfphy (CC0 Public Domain)

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Wie der Boom zeitgenössischer Kunst der Bilanz schadet

Metropolitan Museum of Art (adapted) (Image by Phil Roeder [CC BY 2.0] via flickr)

Die Amerikaner lieben ihre Museen, ganz besonders in den Sommermonaten. Tatsächlich belaufen sich Museumsbesuche auf etwa 850 Millionen pro Jahr, was sogar mehr ist als die Besucherzahlen von Sportveranstaltungen der ersten Liga und Themenparks zusammen (etwa 483 Millionen im Jahr 2011). Zum Teil liegt dies daran, dass es eine sehr große Auswahl gibt. Schließt man Zoos, historische Vereine, botanische Gärten und ähnliche historische oder kulturelle Stätten mit ein, überstieg die Anzahl der Museen in den USA im Jahr 2014 mehr als 35.000 Stätten – doppelt so viel wie in den 1990ern.

Die Anzahl der Kunstmuseen, die – wie ich behaupten würde – einige der wichtigsten Beiträge zur zeitgenössischen Kultur leisten, beziffert sich auf 1.575 und sind ebenfalls sehr beliebt. Eines der berühmtesten, das New Yorker Metropolitan Museum of Art (kurz: Met), wurde 2015 von rekordverdächtigen 6,5 Millionen Menschen besucht und ist damit auf Platz drei der beliebtesten Museen der Welt.

Doch Rekord-Besucherzahlen sind nicht unbedingt gleichbedeutend mit Rekord-Einnahmen. Gerade im letzten Monat verkündete das Met die Entlassung von mehr als 100 seiner Mitarbeiter, um ein Budget-Defizit von zehn Millionen US-Dollar auszugleichen. Und das nur wenige Monate, nachdem es einen Einstellungsstopp und freiwillige Abfindungen angekündigt hatte. Währenddessen wird einer seiner Konkurrenten in der Nachbarschaft, das Museum of Modern Art (MoMA) mit Geld überschwemmt und erhielt gerade erst weitere 100 Millionen US-Dollar für eine Expansion und Renovierung. Doch nur etwa drei Millionen Leute kamen im Jahr 2015 vorbei, um sich die ausgestellte Kunst anzusehen, sodass das MoMA weltweit auf Platz 15 geführt wird.

Wie lassen sich diese unterschiedlichen Verlaufskurven erklären? Warum florieren einige Museen, während andere straucheln? Vor kurzem habe ich im Rahmen der Recherche für ein Buch, das 2017 erscheinen und „Die Ökonomie der amerikanischen Kunst: Kunst, Künstler und Marktinstitutionen“ heißen wird, die Ökonomie des Kultur- und Kunstmarkts erkundet. Meine Recherche bringt mich zu der Annahme, dass es drei Gründe gibt, warum Museen unterschiedliche Schicksale haben: Mode, Demografie und Milliardäre.

New York - Metropolitan Museum of Art (Image by Alonso Javier Torres (CC BY 2.0) via Flickr)
Image (adapted) „New York – Metropolitan Museum of Art“ by Alonso Javier Torres (CC BY 2.0)

Die Geschichte zweier Museen

Das MoMA und das Met sind zwei der berühmtesten Museen der USA, was sie zu einer exzellenten Illustration der Finanzprobleme, mit denen Museen sich heutzutage herumschlagen müssen, macht. Das Met ist, bis auf einen Mangel an moderner, zeitgenössischer Kunst, eines der umfangreichsten Museen der Welt und kommt auf ein jährliches Budget von schätzungsweise 300 Millionen US-Dollar. Nichtsdestotrotz ist das Museum zurzeit mit einem Defizit von ca. zehn Millionen US-Dollar konfrontiert, das bis auf 40 Millionen US-Dollar gestiegen wäre, wenn man nicht angefangen hätte, Mitarbeiter zu entlassen. Außerdem verzögerte man seine Erweiterung der Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst.

Der Kampf um Schirmherren, die bereit sind, große Mengen an Geld herüberzuschaufeln, ist im Feld der zeitgenössischen Kunst zu einer ernsten Angelegenheit geworden. Neben dem MoMA muss das Met auch noch lokal mit dem Whitney (das gerade erst in der City einen neuen Ableger eröffnet hat) und dem Guggenheim-Museum sowie einem Dutzend anderer Museen in anderen großen Städten der USA konkurrieren, wie mit The Broad, einem neuen Museum für zeitgenössische Kunst in Los Angeles. Sie müssen außerdem um den Besitz von Meisterwerken und anderen Ausstellungsstücken, die die meisten Besucher anziehen und so zu entsprechend mehr Spenden führen, kämpfen.

Zur selben Zeit hat das MoMA mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen, die die Vor- und Nachteile seines Erfolgs illustrieren. Der 400 Millionen US-Dollar schwere Expansionsplan, unterstützt durch eine 100 Millionen US-Dollar schwere Spende des Milliardärs David Geffen, bringt mit sich, dass bestimmte Bereiche des Museums während des Projekts geschlossen werden müssen, was wiederum zu weniger Besuchern und so auch zu weniger Einnahmen führt. Das MoMA hat Mitarbeitern, die nicht gebraucht werden, freiwillige Abfindungspläne angeboten. Dennoch ist es mit einer Dotierung von fast einer Milliarde US-Dollar in ziemlich guter Verfassung.

Die aktuellen Herausforderungen dieser beiden großen Museen werden sich mit der Zeit lösen, jedoch unterstreichen die aufgekommenen grundlegenden Fragen einige entscheidende ökonomische Faktoren, mit denen viele Kunstmuseen in den USA heute umgehen müssen.

Sich verändernden Geschmäckern nachjagen

Zunächst einmal unterliegen die finanziellen Herausforderungen des Met, die oben beschrieben wurden, einem Dauerproblem, das alle Museen haben: die Akquisitionspolitik. Die Direktoren des Met haben echte Schätze angesammelt, die das Met tatsächlich zu einem Museum mit enormer internationaler Reichweite machen – mit einer bedeutenden Ausnahme: Moderne und zeitgenössische Kunst. Thomas Hoving setzte den Fokus auf das Aufkaufen von Meistern der Renaissance und alten Kunst, wie beispielsweise Velázquez’ „Portrait von Juan de Pareja” und des ägyptischen Tempels von Dendur. Er entwickelte außerdem das neue, beliebte Konzept der „Blockbuster“-Wanderausstellung, für die die Besucher extra zahlen müssen.

Sein Nachfolger, Phillipe de Montebello, hat ebenfalls nicht viel getan, um die moderne Kollektion des Museums zu erweitern. Das Argument war, so scheint es, dass Museen wie das MoMA solche Arbeiten bereits in ihren Kollektionen hatten und dass die Anschaffung von zeitgenössischer Kunst von lebenden Künstlern – viele von ihnen befinden sich noch inmitten ihrer künstlerischen Entwicklung – problematisch und riskant war. Während die Sammlung zeitgenössischer Kunst des Met in den letzten Jahren zwar ein wenig gewachsen ist, hat das Museum es dennoch verpasst, sich den sich verändernden Geschmäckern der Besucher anzupassen, die zunehmend moderne und zeitgenössische Kunst favorisieren. So ist ein Wettbewerbsnachteil entstanden.

Der wirtschaftliche Punkt hier ist, dass, wenn ein Museum wie das Met nicht mit den wandelnden Geschmäckern seiner Besucher auf der Höhe bleibt, die Einnahmen schnell sinken können. Und an dem Punkt, wo sich das Haus dessen bewusst wird, ist es oft bereits zu spät, um etwas ändern zu können, denn die Kosten für die Anschaffung der nachgefragten Kunst sind bereits ins Unermessliche gestiegen. Da Museen Werke entweder als Spende oder als Kauf anschaffen, ist in Ermangelung eines großzügigen Geschenks die einzige Alternative, eine „ausgezeichnete“ Sammlung von Werken von einer anderen Institution oder einem privaten Sammler zu erstehen.

Diese Alternative steht einigen Museen in den USA offen. Dies führt jedoch zu einem weiteren kritischen Faktor – die sich verändernde Verteilung von nordamerikanischem und weltweitem Einkommen und seine Auswirkungen auf die Finanzen und den Betrieb der Museen. Gerhard Richters ‚Abstraktes Bild’ (1986) wurde im vergangenen Jahr für 46 Millionen US-Dollar verkauft und wurde damit zum zweithöchsten Verkauf eines lebenden Künstlers.

Abstraktes Bild - Gerhard Richter (Image by Pedro Ribeiro Simões (CC BY 2.0) via Flickr)
Image (adapted) „Abstraktes Bild (Nº 635) (1987) – Gerhard Richter (1932)“ by Pedro Ribeiro Simões (CC BY 2.0)

Milliardärsblase

Wir leben in einer Boom-Zeit der zeitgenössischen Kunst, manche würden es wohl tatsächlich als eine Kunstblase beschreiben. Die Anzahl der Auktionen, Kunstmessen und Galerien ist extrem gestiegen, um den aufkeimenden Markt zu bedienen. Arbeiten des unbestrittenen Meisters der zeitgenössischen Kunst, des deutschen Künstlers Gerhard Richter, generierten in den vergangenen Jahren Umsätze von 1,2 Milliarden US-Dollar. In einer Welt mit etwa 1.800 Milliardären braucht es nur wenige, um hoch angesiedelte Preise für Kunst in astronomische Höhen zu befördern. Rezessionen, Aktienmarkt-Rückgänge und Tumulte in internationalen Angelegenheiten vermögen den Kampf dieser Sammler um das Beste vom Besten kaum zu bändigen – insbesondere nicht in der zeitgenössischen Kunst.

Neben so berühmten Namen wie Jackson Pollock, Mark Rothko und Barnett Newman räumen nun „heiße” Jungkünstler, die nach 1955 geboren sind, die Top-Preise bei den Auktionen ab. Zwischen Juli 2014 und Juni 2015 erreichten die Zuschlagspreise für einzelne Kunstwerke von Jean-Michel Basquiat, Christopher Wool und Jeff Koons jeweils 33 Millionen, 26,5 Millionen und 23 Millionen US-Dollar. Mit diesen explodierenden Preisen können die Museen ganz einfach nicht mithalten, so dass sie für gewöhnlich auf Spenden angewiesen sind, um Sammlungen der besten Werke anzuschaffen – oder sie werden aus dem Markt gedrängt. Die Milliardäre bauen sich mehr und mehr ihre eigenen, privaten Sammlungen, auf und nehmen öffentlichen Museen dadurch um so mehr die Möglichkeit, an die angesagten Werke zu gelangen.

Demografie und Rezession

Ein drittes Problem ist, dass die demografische Entwicklung die Probleme der Museumsfinanzen und des Museumsbetriebs noch verschärft hat, indem sie Druck auf die Einkommensseite der Gleichung ausübt.

Arbeitslosigkeit, frühe Verrentung und die Vergreisung der Bevölkerung in den USA haben zu mehr Besuchen von Museen aller Art geführt. Man könnte meinen, dies sei eine gute Sache – und in vielerlei Hinsicht ist es das auch. Doch mehr Besucher bedeuten auch mehr Kosten, und wenn die zusätzlichen Besucher keine höheren Einnahmen bewirken, dann sinkt die Rentabilität. Dies liegt an dem jahrelangen Trend, Museumsbesuche „kostenfrei“ anzubieten, indem Einzelpersonen, die Regierung oder „Sponsoren“ die Kosten übernehmen. Doch wenn diese Unterstützung durch Plankosten oder durch andere Gründe reduziert wird, müssen die Museen entweder dafür die Rechnung bezahlen, oder die Gefahr eingehen, ihre Schirmherren zu verlieren, indem sie plötzlich Eintrittsgelder verlangen.

Es gibt eine empirische Evidenz dafür, dass Museumsbesuche antizyklisch sind. Das bedeutet, dass sie ansteigen, wenn das ökonomische Wachstum sich verlangsamt. Das passiert aber auch dann, wenn die „Sponsoren“ allmählich verschwinden. Anders gesagt, die Rekord-Besucherzahlen des Met klingen oberflächlich toll, doch sie könnten zum Haushaltsdefizit beigetragen haben, indem sich durch sie die Ausgaben erhöhten.

Wert der Kunst

Museen werden sicherlich weiterhin existieren und Millionen von uns Einblicke unschätzbaren Werts in unsere vergangene und aktuelle Kultur gewähren – doch sie müssen unter dem Imperativ der ökonomischen Prinzipien existieren. Die Geschmäcker werden sich ändern, die Einkommensverteilung wird die Verfügbarkeit von Kunst verändern und die Demografie wird sich verschieben. Während keiner dieser Faktoren die Bedeutung von Kunstmuseen negiert, wäre es klug, wenn die Verwalter diese ökonomischen Faktoren zukünftig in ihre Kalkulationen einbezögen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Metropolitan Museum of Art“ by Phil Roeder (CC BY 2.0)


 

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • TECH-FESTIVAL gruenderszene: Tech Open Air bekommt erste Finanzierung und expandiert: Das Berliner Tech Festival „Tech Open Air“ möchte expandieren und hat direkt Investoren für diesen Plan gefunden. SoundCloud, Zalando und Native Instruments sollen überzeugt worden sein. Die Veranstalter möchten das Festival über den Atlantik bringen. Ein Ziel ist die kalifornische Stadt Los Angeles. Das Festival startete 2012 zum ersten mal und wurde die erste Konferenz der Startupbranche. Finanziert wurde das Projekt jedes Jahr durch Crowdfunding. Technologie, Kunst, Musik und Wissenschaft sollten die Themenbereiche des Festivals sein. Neben Los Angeles gaben die Veranstalter bekannt, dass man jedes Jahr auch einen exotischen Ort ansteuern wolle.

  • GOOGLE thenextweb: Google-funded $300 million 60Tbps trans-pacific cable goes live tomorrow: Vor einem Jahr kündigte Google Projekt an, das Japan und die USA verbinden werde. 300 Millionen Dollar steckte Google in dieses Projekt. Es handelt sich um eine Verbindung aus Fiberglas-Kabeln, die eine Geschwindigkeit von 60 Tps bringen sollen. Neben Google haben fünf andere Unternehmen an dem Projekt mitgearbeitet. Die Kabelverbindung soll vor allem Großstädten helfen mit der enormen Datenmenge, die dort unterwegs ist fertig zu werden. Auf amerikanischer Seite sollen Los Angeles, Seattle, Portland und die San Francisco Bay Area von dem Projekt profitieren.

  • CHATBOT t3n: Falschparker, aufgepasst! Dieser Chatbot geht für euch gegen Strafzettel vor: Auch schon einmal einen Strafzettel wegen Falschparkens zu Unrecht bekommen? In London hat ein 19-jährige Joshua Browder jetzt einen sogenannten Chatbot programmiert, um Strafzettel anzufechten – mit Erfolg! Bereits 150.000 Nutzer sollen in London umgerechnet vier Millionen Euro an Strafgeldern gespart haben. Wie das funktioniert? Die Website DoNotPay bietet die Möglichkeit der Eingabe der (angeblichen) Falschpark-Situation und ermittelt mithilfe eines Algorithmus individuell, ob die Strafe berechtigt ist oder nicht.

  • PINTEREST heise: Pinterest verstärkt Fokus auf Online-Handel : Durch die Etablierung eines plattformübergreifenden Warenkorbs für den US-amerikanischen Markt will Pinterest sich im Online-Shopping noch weiter ausbauen und seine Präsenz verstärken. Bei der Suche nach Ideen und Artikel für die Einrichtung oder Mode können diese, auch wenn es sich um verschiedene Anbieter handelt, im Warenkorb abgelegt werden. Die bisherigen Kaufen-Buttons, die Händler den Artikeln hinzufügen können, werden somit erweitert und so soll ein besseres Kauferlebnis gewährleistet werden. In Deutschland steht der Dienst jedoch noch nicht zur Verfügung.

  • APPS mashable: The app that matches surplus food with the hungry: Viele Unternehmen werfen unfassbare Mengen an Lebensmittel weg, die am Ende des Tages nicht gegessen wurde. Anstatt das Essen containerweise vergammeln zu lassen, will eine App nun das übrig gebliebene Essen von Unternehmen über ein Nachfrageportal an Institutionen vermitteln, die Essen für Hungernde bereitstellen. Die App nennt sich „Copia“ und will ein Bewusstsein dafür schaffen, zu überlegen wie verschwenderisch wir mit Lebensmitteln umgehen, während andere hungern.

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Die Kunst auf dem Daten-Highway

The Whitechapel Gallery (adapted) (Image by Herry Lawford [CC BY 2.0] via flickr)

Wie hat das Internet die Kunst verändert? Mit dieser anspruchsvollen Frage beschäftigt sich eine Ausstellung in der Whitechapel Gallery in London, die aufregender Weise den Namen “Electronic Superhighway (2016-1966)”, also Datenautobahn, trägt.

Die Ausstellung nimmt den Besucher rückwärts mit auf eine Reise durch bahnbrechende Kunst über das Internet. Wir starten in der Gegenwart, bevor wir auf eine Helter-Skelter-Tour in die Vergangenheit aufbrechen, die uns ins Jahr 1967 zurückversetzt, als das Bell Laboratory anfing, die Zusammenarbeit von Künstlern und Technikern zu sponsern. Diese Zusammenarbeiten brachen mit der Geburt des Internets zusammen. Im Jahre 1968 ging das erste Netzwerk – ARPANET – online und bildete damit die technische Grundlage des heutigen Internets.

Diese Show ist in ihrer Bandbreite wirklich bemerkenswert. Die historische Reise regt zur Reflexion über die rasante Entwicklung unserer Informationsgesellschaft und deren sozialen, wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen an.

Die Ausstellung beginnt mit dem banalsten aller Bilder: Ein überdimensionales Bild eines weiblichen Hinterteils, aus dem SMS-Sprechblasen herauskommen. Olaf Breunings Text Butt redet sprichwörtlich Mist, was vielleicht eine freche Entgegnung an die Kunstkritiker darstellt. Es ist auch eine Erinnerung daran, dass, obwohl die Kultur des Internets immer mehr als Kunst gefeiert wird, das meiste davon doch eher trivial bleibt.

Die Banalität ist ein durchgehendes Thema in vielen der zeitgenössischen Werke am Beginn der Ausstellung – beispielsweise James Bridles Hologramm, Homo Sacer, das im Stile eines Flughafens gehalten ist, dröhnt die Binsenweisheiten über den Überwachungsstaat geradezu heraus. Natürlich ist dies auch ein Hinweis auf die dunklen Seiten der Weltlichkeit unseres technologischen Zeitalters.

Douglas Coupland, der renommierte Autor von Generation X, und Trevor Paglen, der für seine umfangreichen Fotografien von NSA-Einrichtungen berühmt wurde, legen dar, dass sich die dunkle Seite immer mehr durch die staatliche Überwachung ausdehnt. Deep Face, Couplands Reihe von Portraits, in denen die Gesichter durch Mondrian-ähnliche Abstraktionen verhüllt sind, sind ein Protest gegen die Entwicklung einer Gesichtserkennungssoftware von Facebook, wurde uns mitgeteilt. Paglen beleuchtet sowohl das Problem als auch die Lösung der Thematik staatlicher Überwachung. Seine Karte von den Unterseekabeln, die von der NSA angezapft sind, hängt direkt hinter dem Autonomy Cube, einem funktionierenden WLAN-Hotspot, der seinen gesamten Traffic durch ein anonymes Tor-Netzwerk schleust.

Wenn man die Ausstellung durchschreitet, fällt besonders auf, wie sehr die Paranoia und die Banalität, die das Internet heute charakterisieren, im Kontrast stehen zu dem Optimismus, der einst das Netz aufbrachte und zu seinem Siegeszug beitrug. Diese Rückschau ermöglicht ein Reflektieren über die gebrochenen Versprechen und ungenutzten Möglichkeiten für den sozialen und politischen Wandel, die frühe Utopien über das Internetzeitalter vorhergesagt hatten.

Der Dreh- und Angelpunkt der Ausstellung stellt zwei Werke einander gegenüber. Die technologische Großartigkeit von Nam June Paiks Video-Installation Internet Dream aus dem Jahre 1994 steht im starken Kontrast mit den voyeuristischen, manchmal sogar pornographischen Klängen von Jill Magids Surveillance Shoe (2000). Obwohl diese nur sechs Jahre auseinander liegen, trennt sie doch eine ganze Epoche. Das erste Werk wurde mitten im Boom des aufkommenden Word Wide Webs geschaffen, das spätere Werk in den Jahren einer platzenden Dotcom-Blase, welche einherging mit der einsetzenden Entwicklung vieler Instrumente (wie etwa der totalen Verfügbarkeit von Information), die heute die Grundlage des Überwachungsstaates des 21. Jahrhunderts bilden – einer Zeit und Gegenstand des neuen Romans von Thomas Pynchon.

Läuft man hinter Magids Schuh vorbei, gelangt man zurück in die Zukunft der unschuldigen ersten Jahrzehnte des Internets. Die letzten verbliebenen Räume beschwören das Gefühl von Neugier und Möglichkeiten, die die ersten Jahre des Internets charakterisierten. Sowohl in Technik als auch in Form abstrakter Experimente, unter anderem von Tom Longson und Frieder Nake, zeigen die Wahrnehmung von unglaublichen Möglichkeiten, die das Aufkommen eines völlig neuen Mediums mit sich brachte.

Eines der letzten Ausstellungsstücke ist ein Poster der Cybernetic Serendipity Ausstellung von 1968. Ihre Slogans versprachen damals “Freudige Entdeckungen eines Wandels”, die durch das Zusammentreffen von Mensch und Maschine entstünden, in einer Ausstellung, die zeige, wie die Menschheit Computer und Technik nutzen könne, um ihre Kreativität und Schaffenskraft zu steigern. Neben ihrem futuristischen Design, ihrer heiteren Sprache und ihrem uneingeschränktem Optimismus, betreffend Missbrauch der Technik, ist dies ein veraltetes Relikt eines vergangenen Zeitalters, in dem Sexting, Ashley-Madison-HacksTempora, Massenüberwachungsprogramme und all die anderen Auswüchse unseres technischen Zeitalters, noch nicht vorhersehbar waren.

Dreht man sich um und läuft zurück durch die Ausstellung – kehrt man also schrittweise in die Gegenwart zurück – kann man die gesamte Auflösung dieser “Cyber-Weide”, die von Richard Brautigan 1967 wie folgt beschrieben, erkennen:

“Wo Säugetiere und Computer in Eintracht zusammenleben und Harmonie programmieren wie reines Wasser und einen klaren Himmel berühren”

Als ich die Ausstellung verließ, blickte ich auf und bemerkte Addie Wagenknechts stählernen Kronleuchter aus CCTV-Kameras, die über uns wachten und die ich beim Hineingehen übersehen hatte. Und dann, gleich draußen vor der Galerie, auf dem kurzen Weg zur U-Bahn-Station Aldgate, entdeckte ich einen Komplex von Kameras, die ähnlich ausgefuchst und provozierend angeordnet waren, wie ich es eben noch in der Ausstellung gesehen hatte. Nur war ich nicht mehr im geschützten Raum einer Kunstgalerie, sondern auf den Straßen einer der meistüberwachten Städte der Welt.

Wie hat das Internet die Kunst verändert? Vielleicht wäre es korrekter zu sagen, dass das Internet uns verändert hat – unser Leben, unsere Beziehungen, Karrieren, Regierungen, Moralvorstellungen, Sprache, Gesellschaften – und die Kunst hat sich mit diesen verändert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “The Whitechapel Gallery” by Herry Lawford (CC BY 2.0)


The Conversation

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5 Lesetipps für den 9. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um Facebook als Podcast-Plattform, alleiniges Glück, ein RFID-Fahrrad-Projekt in Aarhus, Twitter und Berlin-Gemälden. Ergänzungen erwünscht.

  • PODCAST Nieman Journalism Lab: Could Facebook be the next big platform for podcasts?: Ich habe im Oktober die erste Folge der aktuellen Homeland-Staffel in voller Länge auf Facebook gesehen. Das ging sehr gut und ich war wohl seit Jahren nicht mehr so lange am Stück auf Facebook. Deshalb, und weil gefühlt gerade jede Medienplattform diesen Weg einschlägt, überrascht es mich gar nicht, dass Facebook sich zu einer Podcast-Plattform wandeln könnte. Diese Entwicklung kommt (noch) nicht direkt von Facebook selbst, WNYC hat ein Podcast mit einem statischen Bild in ein Video verwandelt und veröffentlicht. Mit Erfolg: 12.000 Plays in wenigen Stunden und das bei einem 48-minütigen Podcast.

  • EINSAMKEIT The Washington Post: More Americans are dining and traveling alone: Die US-amerikanische Psychologieprofessorin Bella DePaulo berichtet in einem Artikel für die Washington Post über einen inzwischen normal gewordenen Trend, etwas alleine zu machen. Alleine reisen, alleine zum Essen gehen, ist inzwischen vollkommen normal. Ein Grund dafür ist die uns umgebende Technologie, die uns stets mit anderen Menschen verbindet. Deshalb ist dieser Trend nicht auf die USA beschränkt, sondern kann auch hierzulande beobachtet werden.

  • FAHRRAD Grist: Danish cyclists play God, use sensors to turn traffic lights green: Im dänischen Aarhus, immerhin die zweitgrößte Stadt Dänemarks, läuft ein spannender Test: 200 Fahrradfahrer sind mit der Sender-Empfänger-Technologie RFID ausgestattet, die Ampeln meldet, wenn sich die Radfahrer nähern und diese dann umstellen. Dadurch müssen Radfahrer seltener anhalten und sind auch sicherer unterwegs. Ein schönes Projekt, das einen großen Vorbildcharakter für den urbanen Verkehr in anderen Städten hat.

  • TWITTER Wall Street Journal: Twitter Reorders Tweets in Timeline Test: Es sieht so aus, zumindest behaupten das ein paar Beta-Tester, dass Twitter eine nach Relevanz geordnete Darstellung der Tweets testet. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Mich überrascht meine erst einmal ablehnende Haltung dieser Neuerung, da mir Twitter wie es jetzt ist, vollkommen ausreicht. Die App wirkt zwar langsam überladen, aber im Grunde ist es ‚das‘ soziale Netzwerk meiner Wahl. Mit diesem neuen Feature würde Twitter kein Echtzeit-Dienst mehr sein.

  • BERLIN iHeartBerlin.de: 19th Century Berlin in Paintings: Ich habe in Venedig studiert und bin viel durch Norditalien gereist. Städte, die man auch in phantastischen Gemälden der Kunstgeschichte sehen kann, sind mir vertraut. Meinen derzeitigen Wohnort Berlin habe ich seltsamerweise nie so gesehen. Berlin war Berlin – nicht sehr schön, aber unglaublich spannend. Im sehr hipsteresquen Berlin-Blog überzeugt mich eine gewisse Kate vom Gegenteil. Ein perfekter Abschluss für die Lesetipps.

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5 Lesetipps für den 18. November

In unseren Lesetipps geht es heute um Social Media in der Landwirtschaft, das Guggenheim, Medienkritik, Angst und wie Gawker mit AdBlocking umgeht. Ergänzungen erwünscht.

  • SOCIAL MEDIA Badische Zeitung: Wie Bauern soziale Medien für sich nutzen können: In der Badischen Zeitung ist ein Interview mit der aus Weisweil stammenden Jutta Zeisset erschienen, die Expertin für die wohl ungewöhnliche Kombination Landwirtschaft und Social Media ist. In Zeiten peinlicher Fernsehsendungen mit Landwirten zeigt sie den Bauern, wie sie soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram selber nutzen können.

  • GUGGENHEIM Open Culture: The Guggenheim Puts Online 1600 Great Works of Modern Art from 575 Artists: Im Jahr 1937 wurde die private Kunstsammlung der US-amerikanischen Industriellenfamilie Guggenheim der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – seitdem sind verschiedene Guggenheim-Museen in der Welt entstanden, die den Menschen den Zugang zu moderner Kunst ermöglichen. Nun wiederholt das New Yorker Guggenheim diesen Schritt im digitalen Zeitalter und veröffentlicht mehr als 1.600 moderne Kunstwerke von 575 Künstlern im Internet.

  • MEDIENKRITIK Columbia Journalism Review: The Paris-Beirut debate: Terrorismus tötet Menschen auf der ganzen Welt, nicht nur in Paris. Doch die mediale Begleitung des Terrorangriffs von Freitagnacht ist nicht vergleichbar mit ähnlichen Tragödien. Das hat viel Kritik verursacht, besonders da es vor wenigen Tagen einen nicht weniger schlimmen Terrorangriff in Beirut gab. David Uberti vom Columbia Journalism Review setzt sich mit den Vorwürfen auseinander und erklärt das Verhalten der Medien.

  • #PARISATTACKS Berlin Sur Seine: Unser Feind ist die Angst: Auf dem französischen Blog Mediapart hat Edwy Plenel einen Leitartikel über die Folgen der Terrorangriffe auf die französische Gesellschaft veröffentlicht, den das deutschsprachige Blog „Berlin Sur Seine“ als Übersetzung zweitveröffentlicht hat. Ein lesenswerter Beitrag über die Angst und wie sie sich durch Offenheit überwinden lässt.

  • ADBLOCKER Digiday: Why Gawker doesn’t fight ad blockers: Gawker gehörte stets zu den interessanteren Blogs in den USA, mit ihrer neuen AdBlocker-Policy schaffen sie es wieder einmal, dass man sich mit ihnen beschäftigen kann. Und die meisten Presseverleger könnten sich auch wirklich ein Beispiel an Gawker nehmen, das sich nicht fragt, wie man AdBlocker umgehen kann, sondern wieso Nutzer überhaupt AdBlocker nutzen und wie man damit trotzdem als Medienseite arbeiten kann.

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ITAF-Kurator Juha van Ingen: Teletext ist ein einzigartiges Medium

Teletext-Künstler Juha van Ingen

Im Interview erklärt der finnische Künstler Juha van Ingen, was es mit dem ITAF auf sich hat und warum der Teletext ein interessantes Medium für digitale Kunst ist.

Teletext-Künstler Juha van Ingen

Heute beginnt das International Teletext Art Festival (13.08.-13.09.2015). Netzpiloten-Leiter Tobias Schwarz hat sich im Vorfeld mit dem Kurator des diesjährigen Festivals, Juha van Ingen, über den Reiz Teletext-Kunst unterhalten, und wie sich etwas, das als Scherz begann, zu einer medienarchäologischer Arbeit mit Bedeutung wurde.

Tobias Schwarz (TS): Kennen Sie Marshall McLuhans Redewenedung “Das Medium ist die Nachricht“?

Juha van Ingen (JvI): Ich kenne die Redewendung und da wir an einem Kunstprojekt arbeiten, wollen wir natürlich, dass die Inhalte genauso wichtig sind wie das Medium selbst. Wobei in diesem Fall die Verwendung des Teletext für Kunst ein wesentlicher Teil des Inhalts ist.

TS: Warum haben Sie sich für Teletext als Medium für Kunst entschieden? Was ist die Botschaft dahinter?

JvI: Ich bin Mitglied einer kleinen Künstler-Kooperative in Helsinki namens FixC. 2011 haben wir uns mit neuen Möglichkeiten beschäftigt, wie man Animationen darstellen kann. Irgendjemand erwähnte Teletext, woraufhin wir zunächst lachen mussten, allerdings haben wir dann angefangen uns mehr damit zu beschäftigen und dachten uns, warum eigentlich nicht. Weil wir nicht viel über das Thema wussten, haben wir die finnische Rundfunk-Kooperation YLE-TV kontaktiert. Dort fand sich dann auch wirklich eine Person, die unserer Idee gegenüber sehr offen war. So hat das Ganze begonnen.

TS: Was gefällt Ihnen am besten an der Arbeit mit Teletext?

JvI: Ich denke, mir gefällt die Arbeit, da es sich um ein sehr einzigartiges Format handelt. Es ist nicht möglich Arbeiten aus anderen Formaten in den Teletext zu exportieren, man muss das schon auf die Teletext-Art machen. Es ist außerdem auch eine Reduktion, man muss wirklich in den Kern hineingehen. Technisch ist es ebenfalls schwierig, aber auf der anderen Seite, sieht alles was man im Teletext macht gut aus.

TS: Die meisten Grafik-Medien sind sehr beliebt, aufgrund ihrer konstant besser werdenden Auflösung. Was ist das Aufregende bei der Teletext-Kunst?

JvI: Wenn Sie ein verpixeltes Bild haben, können Sie es auf jede Auflösung skalieren und es bleibt dabei scharf. In gewisser Weise kann man Teletext als hochauflösender bezeichnen als HD es ist. Aber vielleicht ist es auch einfach das Retro-Gefühl, welches die Leute fasziniert. Mit dieser Art von Bildersprache, braucht man nicht wirklich darüber nachzudenken, ob es auf dem neusten Stand ist oder nicht. Die Auflösung ist nicht mehr so von Bedeutung, da die Leute heutzutage daran gewöhnt sind, Bilder auf winzig kleinen Bildschirmen anzuschauen.

TS: Das ITAF 2015 kann im Teletext der ARD gesehen werden. Wo kann man es sonst noch sehen?

JvI: Man kann es im ORF-Teletext, bei der deutschen Version von Artes Teletext und im Schweizer Teletext sehen. Und in diesem Jahr wollen wir Leute finden, um das Festival ein bisschen mehr zu einem Erlebnis zu machen. Dazu forderten wir Leute auf, Freunde einzuladen, um zusammen Teletext-Kunst zu gucken, und es somit ein bisschen mehr zu einem gesellschaftlichen Event zu machen. Bleibt abzuwarten wie es funktioniert.

TS: Der Teletext macht das Fernsehen in einer gewissen Form interaktiv, was meiner Meinung nach für ein nur sendendes System wie das Fernsehen nicht selbstredend ist. Wie reagieren die Leute bisher darauf?

JvI: Nun, in unseren Illustrationen besteht nicht viel Interaktion, allerdings hat es der Teletext geschafft zu überleben, aufgrund von Interaktion. Ohne Komplikationen können Sie schnell auf die Informationen zugreifen, die sie möchten. Selbst mit dem Internet gibt es Millionen von Leuten, die den Teletext verwenden und dafür muss es einen Grund geben.

TS: Wie geht es mit der Teletext-Kunst weiter, wenn die Ausstellung am 13. September 2015 endet?

JvI: Ich bin froh, dass Sie das fragen, denn das ist eine der Fragen, mit denen wir seit dem ersten Festival konfrontiert sind. Normalerweise behalten die Rundfunksender nicht die Dateien. Wieder gingen wir auf den finnischen Rundfunkanstalt YLE-TV zu und schlugen vor, ein Museum für Teletext-Kunst zu gründen. Es mag seltsam klingen, aber in der Praxis bedeutet das, dass es eine permanente Teletext-Seite gibt. Also solange wie sie Teletext ausstrahlen, können wir eine Seite verwenden und ein Kunstwerk von Zeit zu Zeit zeigen. Das geht jetzt seit fast zwei Jahren so.

Außerdem laden wir einige der Künstler ein, ihre Arbeiten zu spenden und nachdem wir sie ausgestrahlt haben, dokumentieren wir diese und behalten die Original-Dateien. Wir machen also eine Art von medienarchäologische Arbeit. Es gibt auch eine Menge von Künstlern, die ihre Arbeit in Form von GIF-Animationen zeigen. Das ist zwar nicht dasselbe, aber es erhält dennoch das Medium im Internet am Leben.


Teaser & Image (adapted) by Juha van Ingen


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ITAF 2015: Teletext als Kunstform

Image "Sugar" by Juha Van Ingen

Morgen startet das vierwöchige International Teletext Art Festival 2015 (ITAF) und präsentiert Kunst auf Teletext-Seiten.

Image "Sugar" by Juha Van Ingen

Es scheint ein im digitalen Zeitalter fast vergessenes Medium zu sein, doch auch fast 40 Jahre nach der Entwicklung des „television information retrieval service“ durch den Philips-Designer John Adams, kann der Teletext immer noch ein Millionenpublikum vorweisen. Seit 2012 gibt es mit dem International Teletext Art Festival 2015 (ITAF) auch eine Veranstaltung, die Künstler präsentiert und die mit den 24 Zeilen und 40 Spalten mehr anstellen kann, als nur den Wetterbericht und Sportergebnisse darzustellen.

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Gewinnspiel: Tech Open Air 2015

TOA Berlin Day 2 - Dan Taylor - Heisenberg Media (adapted) (Image by Heisenberg Media [CC BY 2.0] via Flickr)

Bei der vierten Ausgabe des Tech Open Air können sich Besucher über die verschiedensten Bereiche, die Tech als Gemeinsamkeit haben, austauschen und an den umfangreichen Satelliten Events teilnehmen. Zusätzlich habt ihr die Chance 2×2 Tickets zu gewinnen!Tech Open Air in der Alten Teppichfabrik in Berlin statt. Hier erzählen 120 internationale Redner aus den unterschiedlichsten Branchen darüber, wie ihr Bereich durch Tech profitieren kann. Außerdem werden 140 Satelliten Events von Soundcloud, Axel Springer, TechCrunch und weiteren bekannten Unternehmen angeboten. Dieses Jahr werden mehr als 4.000 Teilnehmer erwartet, die sich auf dem Open-Air-Festival untereinander über Tech, Musik, Kunst und Wissenschaft austauschen wollen.

Unconference und Satelliten Events

In diesem Jahr wird das Tech Open Air auf ganze drei Tage verlängert: Die ersten beiden Tage findet die Unconference statt, hier werden unter anderem Live-Musik, Workshops oder Rednerbühnen mit Speakers wie Robert Gentz, Mitgründer und CEO von Zalando oder dem Gründer von Shazam, Chris Barton, geboten.

Außerdem sind Rand Hindi, der Gründer von Snips, der bereits mit zehn Jahren anfing zu programmieren, Eric Wahlforss, Gründer von Soundcloud, Mike Butcher von TechCrunch und viele weitere große Namen auf dem Tech Open Air vertreten. Wer immer noch die Diskussion über das Kleid, was blau-schwarz oder weiß-gold ist, im Hinterkopf hat, bekommt hier eine Antwort von Dr. Annette Werner.

Am dritten Tag warten dann die 140 vielseitigen Satelliten Events in der Hauptstadt auf die Besucher, die ihr Programm dadurch in die eigenen Hände nehmen können. Die Events sind über Eventbrite für jedermann frei zugänglich. Das Festival wird am Ende mit der offiziellen Closing Party von TechCrunch, anlässlich deren 10. Jubiläums, abgerundet.

+++Gewinnspiel+++

Bei uns könnt ihr 2×2 Tickets für das Tech Open Air in Berlin gewinnen. So einfach geht’s: Schickt uns eine Mail an gewinn@netzpiloten.de mit dem Betreff “Wir wollen unbedingt zum Tech Open Air“. Zusätzlich schreibt ihr uns noch eure Namen + Mail sowohl den Namen eures Begleiters. Zeit habt ihr bis zum 13.07.2015 – 15 Uhr. Die Gewinner werden noch am selben Tag von uns informiert. Viel Glück!


Image (adapted) “TOA Berlin Day 2 – Dan Taylor – Heisenberg Media“ by Heisenberg Media (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 15. Juni

In unseren Lesetipps geht es heute um das Silicon Valley, Netzneutralität in den USA, das Blog neu gedacht, Kunst auf Instagram und Twitter. Ergänzungen erwünscht.

  • SILICON VALLEY Wired: From Tech Reporter to Silicon Valley Writer and Back Again: In den USA ist gerade die zweite Staffel der Serie „Silicon Valley“ zu Ende gegangen, die den ganz normalen Alltag eines Startup behandelt. Wie Tim Moynihan auf Wired schreibt, kann man sich manche dieser Geschichten nicht ausdenken, sie müssen einfach echt sein und das sind sie auch. Einer der Drehbuchautoren ist Dan Lyons, der seit Ende der 90er Jahre als Journalist tätig war und über Technologien und Startups publizierte. Moynihan widmet ihm einen interessanten Artikel.

  • NETZNEUTRALITÄT Mashable: Net Neutrality rules roll out to keep Internet a one-lane highway: Seit Freitag gelten in den USA das neue Gesetz für Netzneutralität im Internet. Samantha Murphy Kelly fasst in einem Artikel für Mashable mit sehr vielen Worten den Fakt zusammen, dass jetzt einfach alle Nutzer das Internet gleichberechtigt nutzen können. Das bedeutet Netzneutralität, das ist das Wesentliche worauf es ankommt, und in unserer westlichen Gesellschaft ist dies elementar, damit sich neue Dienste entwickeln und gegenüber etablierten Anbietern behaupten können. Und Nutzer nicht für die Verwaltung eines Mangels an Infrastruktur zahlen müssen.

  • BLOG Medium: Are You Thinking About Your Blog All Wrong?: Auf Medium zeichnet Jay Baer eine interessante Parallele zwischen einem Musikalbum und dem klassischen Blog – beide sind seiner Meinung nach nicht mehr relevant. Wie die Musiksingle bzw. der Download heutzutage relevanter als das Album ist, stellt es sich auch beim Blog dar, der von dem einzelnen Blogbeitrag in der Bedeutung überholt wurde. Und wie bei der Single geht es vor allem auch um die Veramrktung um den Beitrag herum.

  • INSTAGRAM Mashable: How to use Instagram to invest in art: Laut der sogenannten Hiscox-Studie entdecken rund 41 Prozent der Käufer von Kunst bei Online-Aktionshäusern die Plattformen via Social Media. Und diese werden in den sozialen Medien besonders aktiv, wie der interessante Fall des Dänen Peter Ibsen zeigt. James Tarmy stellt seinen Fall auf Mashable vor und wie die Kunstszene sich mehr Verkäufe durch das Internet erhofft. Und wie manche Künstler direkt von Instagram profitieren.

  • TWITTER t3n: „Twitter wird zum BlackBerry im Social-Media-Sektor: Nach dem Abgang von Dick Costolo bei Twitter hat Jack Dorsey als neuer CEO jede Menge zu tun. Die Erhöhung des Zeichenlimits bei Direktnachrichten wird nicht die einzige Veränderung sein. Und das ist auch dringend nötig, wie Harvard-Professor Bill George in einem Fernsehinterview erklärt. Wenn Twitter seine seit fünf Jahren an sich unveränderten Probleme nicht bald löst, drohe Twitter das BlackBerry-Schicksal. Harte Worte, die hoffentlich auch an der richtigen Adresse ankommen.

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Game-Kunst: „Das Pixel entfesselt Gefühle“

Ausstellung "Supersample: Pixels at an Exhibition" in Berlin

„Retro hat eine besondere Faszination“: Die Berliner Ausstellung „Supersample: Pixels at an Exhibition“ zeigt Werke, die inspiriert sind von Spiele-Klassikern wie Pac Man, Donkey Kong, Galaga oder Legend of Zelda. // von Angela Gruber

Ausstellung "Supersample: Pixels at an Exhibition" in Berlin

Es ist eine Hommage an die Klötzchengrafik: Die Berliner Ausstellung feierte jüngst zur Gamesweek in Berlin Premiere, sie zeigt die künstlerische Auseinandersetzung mit Games, die heute unter dem Label „Retro“ laufen. Sie will zeigen: Im Rahmen zeigenössischer Kunst müssen auch neue, digitale Räume bedacht und erschlossen werden.

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5 Lesetipps für den 4. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um den erneuten Bahnstreik, Gossip-Dienste, Kunst im Internet, Artikel auf Facebook und intelligente Mülleimer. Ergänzungen erwünscht.

  • BAHNSTREIK Die Welt: GDL: Lokführer starten ab Montag bisher längsten Streik: Die Lokführer der GDL befinden sich ab heute in dem bereits achten Streik, welchen sie seit dem Beginn der Tarifverhandlungen mit der deutschen Bahn begonnen haben. Diesmal sollen die Lokführer „richtig lange“ streiken. Nach einem Spitzengespräch am vergangenen Mittwoch hatte die GDL das Tarifangebot der deutschen Bahn, welches eine Lohnerhöhung um 4,7 Prozent und eine einmalige Zahlung von 1000 Euro vorsah, zurückgewiesen.

  • GOSSIP Gründerszene: Diese Gossip-Dienste leben von und auf Instagram: In Amerika bilden sich zurzeit ein Trend, welchen man auch als die Modernisierung der Klatschpresse bezeichnen könnte. Gossip-Dienste wie The Shade Room, Baller Alert oder Entertainment for Breakfast durchforsten soziale Netzwerke wie Twitter oder Instagram nach brisanten Posts von Prominenten, um diese dann auf ihren eigenen Kanälen zu präsentieren. So sorgen die Seiten für viel Trafic.

  • KUNST Berliner Gazette: Werner Herzog auf Kickstarter: Von der Unordnung der Kunst im Zeitalter neoliberaler Logik: Kunst ist schon seit jeher ein Thema, über das man sich über Stunden hinweg streiten kann. Auch in der heutigen Zeit gibt es vieles, was von Nichtkünstlern als „unschicklich“ oder fast schon „pervers“ beschrieben wird. Die Kulturwissenschaftlerin Mercedes Bunz hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie sich Kunst in der modernen Zeit verbreiten kann und wie sie im Internet, zum Beispiel auf Kickstarter, wahrgenommen wird.

  • FACEBOOK t3n: Werbedollars gegen Content: Facebook will dir bald ganze Artikel zum Lesen anbieten: Während viele Medien Facebook dazu nutzen, Leser für ihre eigenen Seiten zu generieren, möchte Facebook nun, das Artikel komplett auf der Seite hochgeladen werden. Hiermit soll Nutzern die lange Wartezeit beim Laden von Artikeln erspart bleiben. Firmen, welche diese Möglichkeit nutzen, sollen ihre eigenen Werbeeinnahmen komplett behalten dürfen. Jedoch möchte das soziale Netzwerk 30 Prozent der Einnahmen, welche mit der Werbung verdient wird, die von Facebook vermittelt wird.

  • TECHNIK Golem: Genican: Wenn der Mülleimer weiß, was fehlt: Bei GeniCan handelt es sich um ein Projekt, welches Nutzern dabei helfen soll, ihre Lebensmittel oder andere Produkte, welche für Müll sorgen, besser zu verwalten. Das Gerät wird an dem Mülleimer befestigt und besitzt einen eingebauten Barcode-Scanner. Mit diesem werden weggeworfene Produkte zu einer Einkaufsliste hinzufügt. GeniCan verfügt außerdem über eine Sprachsteuerung und der Akku soll sieben Tage lang halten.

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5 Lesetipps für den 8. April

In unseren Lesetipps geht es heute um Werbung, ein Newsgame von der BBC, Instagram statt Galerien, Propaganda im Internet und Amazon. Ergänzungen erwünscht.

  • WERBUNG PandoDaily: How Mad Men became an accidental allegory for the modern tech world: Auf PandoDialy hat David Holmes eine interessante Theorie veröffentlicht: die TV-Serie „Mad Men“ hat sich zufällig zu einer Allegorie auf die moderne Technologie-Branche gewandelt. Denn bei sozialen Netzwerken, dem Medienwandel, das Internet of Things und Messenger-Programmen, geht es immer um Werbung. Und das hassen wir, genauso wie die Protagonisten der Serie.

  • NEWSGAME taz: Syrien-Spiel der BBC über das Leid von Flüchtlingen: Newsgames sind ein spannender Ansatz, um Nachrichten zu vermitteln. Die BBC hat nun ein Computerspiel entwickelt, dass mit einem interaktiven Gamificationansatz auf das Leid syrischer Flüchtlinge aufmerksam machen möchte. Nutzer müssen entscheiden, wie sie fliehen und lernen verschiedene Szenarien als Konsequenz kennen. Doch es gibt auch Kritik an der spielerischen Darstellung des Leids.

  • INSTAGRAM SmartCompany: How Instagram is changing the business of art: Auf SmartCompany erklärt Cara Waters, welche Bedeutung Instagram für die Kunst-Branche haben kann. Die Künstlerin CJ Hendry verzichtet auf Galeristen und nutzt das von Facebook aufgekaufte soziale Foto-Netzwerk, um sich einen eigenen Kundenstamm aufzubauen. Und das mit beeindruckenden Erfolg. Ihre Serie „50 Foods in 50 Days“, für je 50.000 Euro pro Gemälde, war schon nach der Veröffentlichung auf Instagram und noch vor der eigentlichen Ausstellungseröffnung komplett verkauft.

  • PROPAGANDA Welt: Russland bezahlt Trolle für Netz-Propaganda: Ljudmilla Sawtschuk arbeitete zwei Monate in einer Agentur, die im Internet Propaganda im Sinne des russischen Präsidents verbreitet. Die Frau gibt einen interessanten Einblick in die sogenannte „Trollfabrik“, einem Onlinepropagandazentrum, in dem wahrscheinlich inzwischen mehr als 400 Menschen regelmäßig arbeiten und Tagesbefehle umsetzen, wie sie bestimmte politische Ereignisse im Sinne des Kremls kommentieren.

  • AMAZON The Conversation: Amazon Dash is a first step towards an internet of things that is actually useful: In den gestrigen Lesetipps war ein Artikel von Jean-Louis Gassée, der die Pläne von Amazon kommentierte, vollkommen neu zu definieren, was das Internet der Dinge sein wird. Und natürlich diesen Begriff selber zu besetzen. Gordon Fletcher sieht Amazon auf den selben Weg wie Gassée, bewertet die jetzige Position von Amazon aber viel positiver, denn das Unternehmen hat schon viele kleine Schritte gemacht, um das Internet der Zukunft zu entwickeln.

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5 Lesetipps für den 25. März

In unseren Lesetipps geht es heute um das Verhältnis der SPD zur Digitalisierung, einen Zweitmarkt für E-Books, Native Journalism, Algorithmen als Kunst und einen Überlebensratgeber für Künstler. Ergänzungen erwünscht.

  • DIGITALISIERUNG der Freitag: Innere Sicherheit. Gerechtigkeit. Solidarität: Die SPD kommt beim Thema Digitalisierung nur schwer in die Gänge. Dabei müsste sie sich doch nur auf die eigenen Wurzeln besinnen. Eines der frühesten Ziele der Partei war es doch, den Menschen die Fähigkeiten zu geben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Und keine andere technologische Innovation hat ein solch enormes „Empowerment“-Potenzial wie das Internet. Yannick Haan sieht die Zeit gekommen, dass sich die SPD das Internet zunutze macht, um ihre alten Versprechen einzuhalten.

  • E-BOOKS heise online: Autoren und Verleger gegen Zweitmarkt für E-Books: Während eines Fachgesprächs der Grünen im Bundestag sprachen sich Autoren und Branchenvertreter gegen einen Zweitmarkt für E-Books und eine Ausweitung der Online-Ausleihe bei öffentlichen Bibliotheken aus. Die Schriftstellerin Nina George begründet ihre Ablehnung unter anderem damit, dass Kunden keine neuen Exemplare mehr kaufen würden, sondern auf E-Books aufweichen würden, die zum Weiterverkauf angeboten werden, da E-Books im Vergleich zu analogen Büchern keine Abnutzungserscheinungen aufweisen. Verbraucherschützer kritisieren dagegen die starre Haltung der Branchenvertreter.

  • FACEBOOK The Awl: Time Borrowed: „Native journalism“ soll das nächste große Ding werden: keine Links mehr, die von den sozialen Netzwerken auf externe Inhalte verweisen; Artikel, die natürlich in den Newsfeed von Social Media eingebunden werden; Leser müssen nicht erst durch reißerische Überschriften dazu gebracht werden, auf einen Link zu klicken. Facebook will zu einer Publisher- und Contentplattform werden und sucht dafür seit einiger Zeit Medienpartner. Diesen winken zahlreiche Vorteile, wenn sie sich vor der Konkurrenz dazu entscheiden mit dem sozialen Netzwerk zusammenzuarbeiten.

  • ALGORITHMUS Artsy: Are Algorithms Conceptual Art’s Next Frontier?: Algorithmen sammeln Daten und sortieren diese nach relevanten Kriterien – und spielen in immer mehr Lebensbereichen eine Rolle: sie wählen Lieder oder Filme aus, die uns gefallen sollen; sie zeigen uns an, welche Nachrichten für uns relevant sein sollen; sie machen uns auf Produkte aufmerksam, die wir brauchen sollen. Nicholas O’Brien stellt sich deswegen die Frage, was ist, wenn das noch nicht das Ende ist. Was ist, wenn Algorithmen bestimmen, was Kunst ist? Was ist, wenn Algorithmen selbst zu Kunst werden?

  • SPOTIFY MIT Technology Review: Survival in the Age of Spotify: Wie kann man als Künstler ein lebenswertes Leben führen, nachdem der freie und digitale Zugang zu Musik die ganze Branche erschüttert hat? Diese Frage will Cory Doctorow in seinem Buch „Information Doesn’t Want to Be Free“ beantworten und sammelt dafür einige Vorschläge für die Betroffenen. Das Musiker-Duo The Both, bestehend aus Aimee Mann und Ted Leo, hat das Buch gelesen. Sie haben zwar einiges zu bemängeln, nehmen beim Lesen jedoch auch positive Dinge mit.

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Recht auf Remix: Freiheit statt Kontrolle

Open source free culture creative commons culture pioneers (adapted) (Image by Sweet Chili Arts [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Um die Akzeptanz für das Urheberrecht zu retten, muss es modernisiert werden und um ein Recht auf Remix ergänzt werden. Dieser Artikel ist ein Remix. In irgendeiner Form, sicherlich sogar streckenweise mit den gleichen Formulierungen, wurden die folgenden Gedanken zum Urheberrecht in der digitalisierten Informations- und Wissensgesellschaft schon einmal veröffentlicht. Ich habe diese Ideen konsumiert, durchdacht, die für mich überzeugendsten Argumente dann angenommen und seitdem sicher zigfach wiedergegeben. So wie auch in diesem Artikel. Everything is a Remix.

Dieser Umgang mit Ideen ist nicht neu. Gedanken sind grundsätzlich frei und beliebig kopierbar. Nur eine an sich blasphemische Vorstellung von „Urheberschaft“ als einer Art göttlicher Schöpfung eines Gedanken würde einen darauf kommen lassen, ein Verbotsprinzip zu etablieren, das zum Beispiel eine beliebige Zeichenfolge an Buchstaben und Sonderzeichen als schützenswert betrachtet und es verbietet „kongruente Zeichenfolgen in anderen Texte zu reproduzieren„, wie Pico Schlick in einem Artikel erklärt. Das Konzept einer „Urheberschaft“ macht für Schlick deshalb genauso wenig Sinn wie der Gedanke des „geistigen Eigentums“.

Dass man Eigentum überhaupt feststellen kann, hängt damit zusammen, dass es sich dabei in der Regel um Objekte handelt, die bei Überhändigung die Stelle im Raum wechseln und darum nicht an zwei Stellen im Raum gleichzeitig vorhanden sein können, erklärt Schlick den Gedanken einführend. Auf Ideen und Gedanken trifft das allerdings nicht zu. Nicht nur jeder Fachjurist weiß, dass so etwas für ‚geistiges Eigentum’ nicht gilt, aber die Juristerei genießt das Privileg, dass sie nicht erklären muss, was Geistigkeit eigentlich ist und kann trotzdem daraus einen juristischen Begriff machen.

Diese sinnleeren Begriffe einer „Urheberschaft“ und eines „geistigen Eigentums“ versuchen eine künstliche Exklusivität zu schaffen, die einzig und allein auf die monetäre Vermarktung von Nutzungsrechten abzielt. Dabei basiert Kreativität immer auf dem bereits Existierenden.

  Szene-für-Szene-Vergleich des Films „Jäger des verlorenen Schatzes“ mit 30 Abenteuerfilmen aus den Jahren 1919 bis 1973.  

In der Urheberrechtsdebatte stirbt zuerst die Kreativität

Das Urteil im Gerichtsprozess zwischen den Erben des vor über 30 Jahren verstorbenen Sängers Marvin Gaye und den Musikern Robin Thicke und Pharrel Williams zeigt, wie gefährlich das aktuelle Urheberrecht bereits geworden ist. Das Gericht hat nämlich die Grenze einer möglichen Urheberrechtsverletzung noch weiter ausgedehnt. Jetzt können schon sich ähnelnde Werke eine Verletzung des Urheberrechts darstellen. Denn Thicke und Williams haben für ihr Lied „Blurred Lines“ nichts von Gayes Song „Got To Give It Up“ kopiert, sondern einzig und allein die Komposition der Musik ähnlich gestaltet.

Ein an sich normaler Vorgang unter Musikern. Kompositionen, Arrangements und Aufführungen von musikalischen Werken sind in der Regel kollektiv gestaltet. Deshalb gibt es oft keine Noten von Kompositionen, denn sie werden nicht benötigt. Eine Aufschlüsselung des Kompositionsprozesses in seiner Einzelheiten ist deshalb auch gar nicht möglich. Die Komposition wird durch den Interpreten dargeboten, eine Überlieferung an andere Interpreten deshalb nicht vorgenommen. Thicke und Williams konnten deshalb nichts kopieren, sondern hatten einen von Gaye inspirierten Gedanken, den sie umsetzten. Die 7,4 Millionen US-Dollar Strafe trifft in diesem Fall keine armen Musiker, das wahre Opfer aber ist die künstlerische Kreativität, welche jetzt quasi per Gesetz verboten ist. Wer nach der Kommerzialisierung von Nutzungsrechten zuerst kam (beziehungsweise dessen Erbe), malt noch immer zuerst, oft aber mit den Buntstiften anderer, um im Bild dieses Vergleich zu bleiben.

Everything is a Remix

Wenn Thomas Elbel, der an der Hochschule Osnabrück Öffentliches Recht lehrt, hier auf Carta das Bild eines Elefanten im Raum dafür bemüht, gegen eine von der Europaabgeordneten Julia Reda angestrebte Modernisierung des Urheberrechts in Europa zu argumentieren, müsste er eigentlich den Blickwinkel ändern. Seine Vorstellungen basieren auf den bereits als sinnleer entlarvten Konstrukten von „Urheberschaft“ und „geistigen Eigentum“. Wer so argumentiert, und das räumt Elbel sogar offen ein, dem geht es nur um Kontrolle.

Bei Kontrolle handelt es sich immer um eine Form der Überwachung, beim Urheberrecht über die Nutzung eines Werkes, was es zu einem Mittel der Herrschaft oder Gewalt über etwas oder jemanden anderen macht. Wer Kontrolle hat, bestimmt wer was wissen darf. In einer Welt, in der der Zugang zu Informationen existenziell ist, sollte die Gesellschaft deshalb auf Offenheit und Teilhabe setzen statt auf Kontrolle. Die nützt immer nur den Wenigen, die sie haben, aber nie der Gesellschaft. Dabei gibt es keinerlei Grundlage für die Kontrolle von Werken. Kopien sind allgegenwärtig und integraler Bestandteil menschlichen Daseins, jedes Original ist auch Kopie, jede Kopie auch Original.

  Kopien sind allgegenwärtig und integraler Bestandteil menschlichen Daseins, jedes Original ist auch Kopie, jede Kopie auch Original.  

In den kommenden Monaten wird die Debatte um die notwendige Modernisierung des Urheberrechts deshalb wieder Fahrt aufnehmen – besonders schön wird das nicht. Das hatten wir schon alles. Die deutschsprachigen Krimiautoren sahen sich schon bildlich abgeschlachtet, sollte es zu einer Reform des Urheberrechts kommen. Die sonst die Debatte mit den Zuschauern meidenden Tatort-Autoren schrieben gedankenlos einen offenen Brief, der die Debatte nur um eine neue Peinlichkeit bereicherte, genauso wie die „100 Köpfe“ im Handelsblatt oder der die Contenance verlierende Musiker und Schriftsteller Sven Regener. Das wird sich bald alles so oder ähnlich wiederholen. Es ist eben wirklich nichts neu unter der Sonne. Everything is a Remix.

Wir brauchen ein Recht auf Remix!

Doch all das Gezetere wird nichts nützen. Das Urheberrecht muss modernisiert werden, sich vor allem von dem Gedanken lösen, dass Geld alle Probleme löst. Eigentlich macht es eher mehr Probleme, besonders für Kreative. Der Rechtswissenschaftler Dan Hunter mahnt deshalb schon länger, dass wir nicht glauben sollten, „dass das Urheberrecht die einzige Möglichkeit oder vielleicht auch nur die beste Möglichkeit darstellt, um die Kreativität in unserer Gesellschaft zu beflügeln. Dank des Internets sind wir gerade an der Schwelle eines völlig neuen Verständnisses, um neue und andere Wege zu finden, die hier deutlich besser funktionieren könnten.

Hunter plädiert deshalb für eine vom Schaffen losgelöste Vergütung von Kreativen, denn „eine längerfristige Finanzierung ist viel eher dazu geeignet, die Schaffenskraft anzuregen, als dies eine kurzzeitige Entlohnung je könnte.“ Forscher des MIT untermauern diese Annahme mit ihren Forschungsergebnissen. Eine Pauschalvergütung müsste deshalb auch die Grundlage einer Vergütung in einem Recht auf Remix darstellen. Das schließt natürlich eine kommerzielle Verwertung nicht aus.

Im Manifest der Initiative „Recht auf Remix“ wird ein derartiges Gesetz deshalb als Bündel aus drei digitalen Kreativitätsrechten formuliert:

  • Das Recht, Werke bei der Nutzung zu verändern und das Ergebnis öffentlich zugänglich zu machen (Pauschalvergütetes Transformationsnutzungsrecht);

  • Das Recht, Remixes von bestehenden Werken zu erstellen und diese öffentlich zugänglich zu machen (Pauschalvergütetes Remixrecht);

  • Das Recht, gegen Zahlung einer angemessenen Vergütung Remixes auch kommerziell zu verwerten. (Lizenzpflichtiges Remixverwertungsrecht).

Mit einem derartigen Recht auf Remix könnte die von Elbel gewollte Kontrolle durch eine Freiheit garantierende Rechtssicherheit ersetzt werden. Das würde nicht nur unserer Gesellschaft eine vernünftige Grundlage für den Umgang mit Informationen in einer digitalisierten Realität geben, sondern letztlich auch das Urheberrecht mit seinen wenigen positiven Effekten retten. Gesetze ohne Sinn verlieren an Akzeptanz, werden so wirkungslos und schließlich aufgrund des öffentlichen Drucks ersatzlos gestrichen. Das möchte niemand, denn nicht alles am Urheberrecht ist schlecht. Nur die Freiheit für Kontrolle opfernden Ideen gehören abgeschafft.

 


Dieser Artikel erschien zuerst auf Carta.info und steht unter CC BY 4.0.


Image (adapted) „Open source free culture creative commons culture pioneers“ by Sweet Chilli Arts (CC BY-SA 2.0)


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5 Lesetipps für den 16. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um Podcast statt Kirche, die Blogging-Plattform Medium, Filesharing, Gerüchte in Social Media und Kunst auf Instagram. Ergänzungen erwünscht.

  • PODCAST Slate: Are Christian podcasts replacing church?: Fast möchte man einen Unterpunkt der berühmten Rule 34 aufmachen, denn es scheint so, dass es, egal welcher christlichen Glaubensauslegung man angehört, es einen passenden Podcast für einen gibt. Im Slate-Special zu Podcasts schreibt Ruth Graham über Podcasts als Teil des Kommunikationsalltag bei US-amerikanischen Christen. Wie schon das Radio, durch das seit den 1920er Jahren Gottesdienste übertragen wurde, werden auch Podcasts nicht für leere Kirchen sorgen, aber es ermöglicht eine Auseinandersetzung mit seinem Glauben durch die unterschiedlichsten Podcasts aus der ganzen Welt.

  • MEDIUM Fortune: Q&A with Evan Williams, co-founder of Medium and Twitter: Ende Oktober hat Dr. Erik Meyer auf Netzpiloten.de die Blogging-Plattform Medium vorgestellt, die nach zwei Jahren inzwischen einen enormen Bedeutungszuwachs erlebt hat. Inzwischen bloggt sogar der US-Präsident Barack Obama nicht mer auf LinkedIn, sondern verkündet neue politische Vorhaben gleich auf Medium. Erin Griffith hat sich mit Twitter- und Medium-Mtgründer Evan Williams getroffen und über sein neuestes Unternehmen gesprochen.

  • FILESHARING Golem: Schließung von Pirate Bay fast ohne Effekt auf Torrentszene: Auf Golem.de bringt Achim Sawall eine klassische „Told You So“-Geschichte: „Die Stilllegung von The Pirate Bay hat fast keine Auswirkungen auf den Tausch von illegalen Filmkopien im Internet.“ Auch wenn The Pirate Bay inzwischen alles andere als eine idealistische Gruppe ist, mit der man leicht sympathisieren kann, möchte man sich nur über den weiteren Beweis freuen, dass etwas aus dem Internet nicht durch Repressionen klein zu kriegen ist. Zwar hat die Content-Industrie ihre Angebote in den letzten Jahren gerade aufgrund von Seiten wie The Pirate Bay verbessert, beim Kampf gegen Piraterie opfern sie aber noch zu gerne unsere Freiheit.

  • SOCIAL MEDIA The Conversation: Why rumours about the Sydney siege spread on social media: In der britischen Version des akademischen Medienblogs The Conversation erklärt Alfred Hermida am Beispiel der Geiselnahme in Sydney, warum gerade Gerüchte in den sozialen Medien gut funktionieren. Auch wenn Hermida es nicht explizit anspricht, gerade weil Menschen für Gerüchte via Social Media empfänglich sind, haben Medien eine höhere Verantwortung im Umgang mit Informationen. Aber Klickzahlen wird das nicht bringen und Respekt lässt sich schlecht monetarisieren. Ich bin trotzdem guter Hoffnung.

  • INSTAGRAM Monopol: Gibt es auf Instagram gute Kunst?: Auf Monopol geht Jerry Saltz, Chefkritiker des New Yorker Magazine, der rhetorischen Frage nach, ob es Kunst auf Instagram gibt und präsentiert selbstverständlich im Anschluss einige sehenswerte Künstler, die die von Facebook aufgekaufte Foto-Plattform als Marketing- und Distributionskanal nutzen. Dabei entdeckt er, und das ist wohl der oft unterschätzte Mehrwert von Instagram, vor allem unbekannte Kunst von unbekannten Künstlern. Instagram scheint ein unendlicher tiefer Talentpool für Galeristen, Händler und Kuratoren zu sein, die das aber wohl noch gar nicht wissen.

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Management by Comittee: „Art and the Internet“

internet, art, kunst, typorobot

Das Buch „Art and the Internet“ bietet einen undurchdachten und unvollständigen Überblick über die Einflüsse des Internets auf die Kunst.  // von Dr. Tilman Baumgärtel

internet, art, kunst, typorobot Die Auseinandersetzung mit dem Einfluss des Internets auf die Kunst ist in den letzten Jahren nahezu zum Erliegen gekommen. Mit „Art and the Internet“ wird versucht, etwas diesem Trend entgegen zu stellen, doch fehlt hierbei leider doch der Mut, sich mit den fruchtbaren Einflüssen des Internets auf die Kunst ehrlich auseinanderzusetzen.

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Pixelprojekt_Ruhrgebiet: Interview mit Peter Liedtke

Peter Liedtke (Foto: Harald Hoffmann)

Das Fotografen-Projekt „Pixelprojekt_Ruhrgebiet“ versteht sich als digitale Sammlung von fotografischen Positionen als regionales Gedächtnis. // von Merle Miller

Peter Liedtke (Foto: Harald Hoffmann)

Pixelprojekt_Ruhrgebiet“ wurde im Jahr 2003 von zunächst 27 Fotografinnen und Fotografen der Agentur “Magnum” gegründet. Als unabhängiges Projekt nimmt es dabei die regionalen Entwicklungen jenseits des Mainstreams und der Großveranstaltungen wahr. Jedes Jahr können interessierte Fotografen ihre Werke einreichen und nach einem Auswahlverfahren an diesem großen Projekt teilnehmen. Zudem finden immer wieder Ausstellungen der Neuaufnahmen stat. Aktuell können diese im Wissenschaftspark Gelsenkirchen noch bis zum 8. November 2014 angeschaut werden. Mit Peter Liedtke sprachen wir ausführlich über das „Pixelprojekt_Ruhrgebiet“.

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One Spark: Welche Rolle spielt Crowdfunding in der Kunst?

Welche Rolle spielt Crowdfunding in der Kunst? Darüber sprachen wir mit One Spark-Jurorin Leah Stuhltrager. // von Gina Schad

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Am 13. September findet in der Berliner Platoon-Kunsthalle das internationale Crowdfunding-Festival One Spark statt. Die Netzpiloten sind als Medienpartner live vor Ort dabei und berichten, aber bis dahin sprechen wir mit den Experten auf dem Event, welche Rolle Crowdfunding in ihrem Bereich spielt. Leah Stuhltrager ist Mitgründerin von THE WYE, einem besonderen Ort im Berliner Stadtteil Kreuzberg, der Technologie mit Kunst verbindet. Sie wird am One Spark Crowdfunding Festival als Jurorin in der Kategorie „Art“ über eingereichte Projekte ihr Urteil fällen. Im Interview spricht sie mit uns über die Rolle von Crowdfunding in der Kunst und das es auch ohne geht.

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Sponsored Post: Aktionskunst mit Fritten – McCain 3D Street Art

Dass die Kombination von Kartoffeln und Kunst nicht unweigerlich zu kindlichen Knollenstempel führt, beweist Pommes-Experte McCain mit seiner 3D Street Art Malerei.

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Da staunten die Passanten an der Bockheimer Warte in Frankfurt nicht schlecht, als sie am 13. und 14. Mai 2014 nichtsahnend durch Einkaufsmeile flanierten. Mitten auf dem Marktplatz tat sich direkt vor ihnen eine äußerst ungewöhnliche Bühnen-Szenerie auf: Statt Marktständen und parkender Autos empfing die Fußgänger ein strahlender Sonnenaufgang vor dessen Umriss sich eine mannshohe Gabel erhob auf der wiederum eine knackige, golden-braune Pommes thronte. Am liebsten würde man direkt in das gigantische Kartoffelstäbchen beißen wollen. Weiterlesen »

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5 Lesetipps für den 25. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um das Freihandelsabkommen TTIP, Selfpublishing überrundet klassische Verlagstitel, Facebook setzt auf Mobile, ein Mashup von Streetview und Kunst sowie die Frage, ob Quizze den Journalismus finanzieren können. Ergänzungen erwünscht.

  • FREIHANDELSABKOMMEN Tagesschau.de: Ist das Freihandelsabkommen TTIP eine Chance oder eine Gefahr für die EU?: Die einen erhoffen sich ein neues Wirtschaftswunder, die anderen fürchten einen Werteverlust. Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten ist umstritten. Heute trifft sich zum ersten Mal in Brüssel eine Expertengruppe, die die EU-Kommission in den Verhandlungen mit den USA beraten soll.
  • SELFPUBLISHING e-book-news.de: Weniger als 1/3 klassische Verlagstitel in Kindle Top 100: Für die Self-Publishing-Revolution in der deutschen Buchbranche gibt’s wohl keinen besseren Gradmesser als Amazons Bestseller-Ranking: derzeit stellen klassische Verlagstitel dort nicht einmal mehr ein Drittel der Top 100-Titel. Unter den Top 20 finden sich sich dafür aber 7 Titel von Indie-Autoren.
  • FACEBOOK Süddeutsche.de: Warum der Facebook-Chef neue Freunde sucht: Facebook mit seinen weltweit 1,2 Milliarden Nutzern sehr gut da, aber Unternehmensgründer Mark Zuckerberg sieht das etwas anders, denn mehr als vier Milliarden Menschen auf der Welt sind noch nicht einmal ans Internet angeschlossen, also noch nicht auf Facebook. Da der mobile Zugang meist vor dem Breitband erhältlich sein wird, setzt Zuckerberg – siehe WhatsApp – hier den Schwerpunkt und sucht sich neue Freunde auf dem Mobile World Congress, wie Varinia Bernau auf Süddeutsche.de aus Barcelona berichtet.
  • MASHUP The Atlantic Cities: 18th Century Paintings of London, Remixed With Google Street View: The Atlantic Cities-Stipendiaten Jenny Xie hat auf Reddit eine neue tolle Serie an Mashups des Nutzers shystone gefunden, der historische Gemälde des Londoner Stadtbild in aktuelle Aufnahmen von Google Streetview setzt und somit die Veränderungen im Stadtbild der englischen Hauptstadt aufzeigt. Und außerdem sehen diese Remixe wirklich cool aus.
  • JOURNALISMUS Blogrebellen: Die Zukunft des Journalismus ist ein Quiz?: Martin Giesler fragt sich bei den Blogrebellen, ob ein Quiz die Zukunft im Journalismus ist. Hintergrund ist, dass Quizze die erfolgreichsten Formate bei den neuen Playern des Publizierens im Netz sind. Sie könnten Leser anziehen, deren Anwesenheit auf der Website monetarisiert wird und so den Journalismus an sich finanzieren.

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5 Lesetipps für den 13. September

In unseren Lesetipps geht es heute um Ihre Innovation und die von Apple, wie die Kunst auf Überwachung reagiert, Twitters Börsengang und Yahoos neue Mitgliederzahlen. Ergänzungen erwünscht.

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5 Lesetipps für den 7. August

In unseren Lesetipps geht es heute um Innovation zerstörende Überwachung, Firefly als Online-Game, Amazon verkauft Kunst, Myspass.de setzt auf YouTube und kopierenden Journalismus. Ergänzungen erwünscht.

  • INNOVATION Monday Note: Überwachung ist der Feind der Innovation: Eine bisher kaum bedachte Folge des Überwachungsskandalas ist der Verlust von Kreativität und Innovation in unserer Gesellschaft. Neue Erfindungen werden nur noch auf ihr Ausspähpotenzial reduziert und mehr Abwehr als Progressivität wird die Folge sein. Die Angst und Verunsicherung könnte uns lähmen.
  • FIREFLY Polygon: Browncoats kommen auf iOS und Android: Noch ein Jahr. Es wird ein langes Jahr, aber das Warten könnte sich lohnen. Nächsten Sommer soll die Kultserie „Firefly“ ein eigenes Online-Spiel bekommen, dass auf iOS und Android läuft. Wir sind gespannt.
  • AMAZON Engadget.com: Amazon verkauft jetzt auch Kunst: Amazon baut das digitale Einkaufserlebnis aus und spricht mit einem eigenen Marketplace für Kunst jetzt auch eine vollkommen schöngeistige Käuferschicht an, die sich ihre Kunst im Internet bestellen will. Schon zum Start sind mehr als 40.000 Kunstwerke erhältlich.
  • YOUTUBE W&V: Myspass.de setzt auch auf YouTube auf bekannte TV-Komiker: Um seine Reichweite auf YouTube zu erhöhen, setzt Myspass.de auf das Comedy-Portal der Brainpool-Gruppe und zeigt in Zukunft auf Youtube Videos der Sendungen „Schlag den Raab“, „Pastewka“, „Elton zockt“, „Dr. Psycho“ „Die Bülent Ceylan Show“ und „Wolfgang und Anneliese“. Schon jetzt konnten Videos dieser TV-Komiker auf der eigenen Plattform MySpass.de gesehen werden.
  • JOURNALISMUS Tagesanzeiger: Ready made – der Journalist als Dieb: Die Amateure klauen etwas Schmuck. Die Profis den ganzen Palast. Der Schweizer Autor Constantin Seibt zeigt auf, dass auch eine gute Kopie eine journalistische Leistung sein kann. Ein interessantes Lob der Kopie. There is nothing new under the sun.

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