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Netzpiloten @ //Slash

Chasing new tech ist für uns Netzpiloten natürlich von jeher ein großer Spaß! Deshalb lieben wir Hackathons und freuen uns, dass wir vom 29. bis 31.März beim Slash Hackathon in Berlin dabei sein werden. An der Berliner CODE Universität kommen für ein Wochenende 100 Teilnehmer aus mehr als 20 Ländern zusammen um coole Tech-Projekte anzugehen. Die Teilnehmer sind zugleich auch Vortragende, was die Veranstaltung in dieser Form einzigartig macht. Wir freuen uns drauf!

Welche Mentoren werden da sein?

Zu den Mentoren des Wochenendes gehört Jaycee Day, Senior UI/UX & Conversational Designer. Sie hat unter anderem einen Chatbot für Zalando entwickelt und Fallstudien für die UC Berkeley geschrieben. Spannend wird es sicherlich auch mit Philipp Adamidis, Incubation Manager beim Max-Planck IT Inkubator. Als Jungunternehmer und Mitbegründer eines E-Sport-Unternehmens bringt er die nötigen Kompetenzen und Erfahrungen in der Unternehmensgründung mit. Wir freuen uns auch auf den smarten Boas Bamberger, Co-Founder & Head of Data Science, AIVY. Der junge Doktorand hat Erfahrungen in verschiedenen Studien-und Arbeitsbereichen, unter anderem in professionellem Recruitment und wird ebenfalls sein fachliches Wissen mit den Anwesenden teilen.

Um welche Themen und Formate geht es?

  • Startup-Tour
  • Workshops
  • BarCamp
  • Get together & activities

Und sonst noch?

Die Slash Hackathon ist eine Initiative von Studierenden für Studierende. Applications sind bereits geschlossen, aber wir werden hier auf Netzpiloten.de über das Event berichten.

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Netzpiloten @NKF Summit

Die Industrie 4.0 braucht den intensiven Austausch zwischen etablierten Unternehmen und Startups. Das ist das Markenzeichen der Transformationshelfer NKF Media. In Dresden geht der NKF Summit am 8. März in seine fünfte Runde. Wir Netzpiloten freuen uns, wieder als Medienpartner der inspirierenden Konferenz mit dabei zu sein, wenn erneut etablierte Corporates auf visionäre Startups treffen. Die diesjährige Ausgabe findet in der Gläsernen Manufaktur statt, die sich als „Center of Future Mobilty“ versteht. 

Welche Speaker werden da sein?

In einer Produktionsstätte von Volkswagen stattfindend, darf die Automobilindustrie auf dem NKF Summit nicht fehlen. Daher gehören Porsche Digital CEO Thilo Koslowski und Volkswagens Head of New Mobility and Innovations Marco Weiß zur Riege der spannenden Referenten. Auf Startup Seite steht zum Beispiel Lawrence Leuschner, Co-founder des Berliner eScooter-Sharing Anbieters Tier Mobility. Mit New Mobility beschäftigt sich auch Gunnar Floh, Gründer und Geschäftsführer von Wunder Mobility. Auf dem Investor-Panel spricht zudem Dr Tanja Emmerling vom High-Tech Gründerfonds, einem der aktivsten Seedinvestors in Europa.

Wer sonst noch als Speaker auf dem NKF Summit dabei ist, könnt ihr euch hier sehen.

Welche Themen und Formate erwarten euch?

Auf dem NKF Summit steht dieses Jahr die Industrie 4.0, New Mobility und das Internet of Things im Vordergrund. Zu den zahlreichen Programmpunkten gehören unter anderem:

  • Elektrische Mikro-Mobilität
  • Deutschland – zukunftsblinde Republik?
  • Industrielles Internet der Dinge

Teil des NKF Summit ist auch die Startup Expo, ein Ausstellungsbereich, in dem sich rund 50 Startups präsentieren. Hier gibt es unter anderem auch Speed-Networking Sessions.

Und sonst noch? – 25 % Netzpiloten-Rabatt!

Die Tickets für den NKF Summit könnt ihr direkt über die Website bestellen. Wer den NKF Summit als junges Startup besuchen will, kann auf Anfrage ein Startup-Ticket zum Sonderpreis von 190 Euro ergattern. Alle anderen profitieren von unserem Netzpiloten-Rabatt: 25 % mit diesem Code: NKF5-NETZPILOTEN. Wir freuen uns schon auf die inspirierende Konferenz in der Gläsernen Manufaktur.

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Netzpiloten @Blockchain Future Festival

Eines der wichtigsten und gleichzeitig kompliziertesten Themen dieser Zeit ist Blockchain. Wer jenseits von Krypto-Währung die vielfältigen weiteren Anwendungsbereiche verstehen will, muss sich umfassend weiterbilden. Unser Tipp: Das Blockchain Future Festival am 21. Februar 2019 in Stuttgart! Wir Netzpiloten sind mit dabei, wenn es einen ganzen Tag lang darum geht, wie das bahnbrechende System potenziell alle Unternehmensbereiche beinflussen wird.

Welche Speaker werden da sein?

Vertreter verschiedener Industriezweige und Unternehmensbereiche berichten von Ihren Erfahrungen mit dem Einsatz der neuartigen Technologie. Bereits bestätigte Referenten sind zum Beispiel der Informatik-Professor und Blockchain-Spezialist Rudolf Bayer. Spannend wird’s sicherlich auch mit Jochen Kaßberger, dem Mitbegründer von blockLAB Stuttgart. Wir freuen uns auch auf Simon Schwerin, dem Direktor im Bereich Business Development bei der Xain AG.

Um welche Themen geht es?

  • Blockchain und Industrie 4.0
  • Zukunft der Energie, Mobilität und Finanzen
  • Social Impact
  • Sport/Entertainment

Und sonst noch?

Im Moment sind noch die Early Bird Tickets zu haben als Student Pass, Business Pass oder VIP Pass. Auf ein angenehm Köpfe-rauchendes Festival in Stuttgart! 

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Netzpiloten @New Marketing Tech

Ohne Tech geht heutzutage im Marketing natürlich gar nichts, das ist klar. Deshalb veranstaltet Adzine, das News Magazine für Online Marketing, am 7. November in Hamburg den New Marketing Tech Summit. Wir Netzpiloten sind als Medienpartner mit dabei, wenn es im coolen Mojo-Club einen Tag lang um die technologischen Trends im Marketing geht.

Welche Speaker werden da sein?

Wir sind gespannt auf Kerstin Pape. Sie ist die Leiterin der Onlinemarketingabteilung beim Versandriesen Otto und ihr Thema sind die Algorithmen im Marketing und wie sie auf uns einwirken. Auch Lucas Brinkmann, Director der Google Marketing Plattform Agency & Alpine, wird uns sicher spannende Einblicke geben über das Marketing in einer programmatischen Welt. Andreas Helios ist Leiter des Bereiches Marketing für den SAP Customer Experience Bereich in Mittel- und Osteuropa. In seinem Vortrag wird es um das Potential von Technologie im Marketing heute und in der Zukunft gehen. Hier vorbeizuschauen lohnt sich auf jeden Fall!

Um welche Themen wird es gehen?

  • Trends und Technologien im New Marketing
  • The Human Factor
  • Data and Actionable Insights
  • Marketing in Action
  • The Machines are taking over
  • KI im Marketing

Und sonst noch? – 20% Netzpiloten-Rabatt!

Mit Erwerb eines Tickets (verwendet den 20 Prozent Netzpiloten Rabattcode: NMTS18NETZPILOTENRAB) erhaltet ihr Zugang zur Veranstaltung, bekommt Snacks und Drinks und hoffentlich jede Menge neuer Kontakte beim Networking. Wir sehen uns auf der Reeperbahn!

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Wie war’s auf der IT Konferenz der Akademie der Deutschen Medien?

Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Change und Agilität –  all diese Themen sind unter anderem ausschlaggebend für eine moderne IT-Landschaft. Wie können speziell Verlage den steigenden Anforderungen des Marktes und der Kunden gerecht werden?  Die IT Konferenz – veranstaltet von der Akademie der Deutschen Medien – hatte sich diese Fragen für eine spannende Veranstaltung vorgenommen. Die Teilnehmer wurden mit fachkundigen Vorträgen von namhaften Experten (u.a. Prof. Alois C. Knoll von der TU München und Georg Noll von Heise Medien) inspiriert und in anregende Diskussionen verwickelt.

Astrid Neumann war für die Netzpiloten bei der IT Konferenz vorort und hat sich für einen Destination Check bei den Veranstaltern, Speakern und Teilnehmern umgehört, wie sie jeweils die Konferenz erlebt haben.


Veranstalter: Tina Findeiß, Leiterin Programm und Inhouse, Akademie der Deutschen Medien


Image by Tina Findeiß

Tina ist in der Akademie der Deutschen Medien zuständig für das offene und das firmeninterne Seminarprogramm und koordiniert hier mit ihrem Team rund 450 Veranstaltungen und 500 Speaker zu allen Themen rund um Medien, Marketing und Digitalisierung.

Was ist dein Gesamteindruck?

Eine Konferenz während eines WM-Spiels von Deutschland zu veranstalten ist natürlich ein gewisses Wagnis. Aber offensichtlich hat die Qualität des Programms überzeugt, denn: Wir sind mit der Teilnehmerzahl in diesem Jahr sehr zufrieden (und hatten am Ende nur wenige Fußballfans unter den Teilnehmern an das Spiel verloren).

Haben die Redner und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Ja, auf jeden Fall. Die Referentenriege ist – und ich bin sicher, dass mein Blick als Veranstalter hier nicht getrübt ist – wirklich hervorragend, eine gute Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung (u. a. durch den Vortrag von Alois C. Knoll von der TU München zum Thema Künstliche Intelligenz) und praxisorientierten Fallbeispielen aus Unternehmen, wie etwa der Vortrag von Georg Nold und Christine Kreye von Heise Medien, der ein IT-Implementierungsprojekt von allen Seiten beleuchtet hat.

Was ist dein persönliches Highlight?

Es ist grundsätzlich schwer, einen visionären und zukunftsgewandten Vortrag wie den von Sascha Wolter  (siehe nächstes Statement) mit einem sehr konkreten Anwendungs-Case aus der Verlagsbranche miteinander zu vergleichen. Ich finde, zu einer gut gemachten Konferenz gehört beides. Daher gab es für mich mehrere spannende Präsentationen. Mich begeistert im Moment persönlich das Thema Künstliche Intelligenz. Deshalb hat mir die Keynote von Prof. Alois C. Knoll von der TU München gefallen, der aus Forschungsperspektive und trotzdem sehr pragmatisch die aktuellen Entwicklungen und Chancen rund um KI aufgezeigt hat.

Wie würdest du die Teilnehmer einordnen?

Unsere IT-Konferenz hat ja einen besonderen Zuschnitt und richtet sich schwerpunktmäßig an Mitarbeiter aus Verlags- und Medienhäusern. Das spiegelt sich natürlich auch in der Teilnehmerschaft wider – eine bunte Mischung aus Verlagsgeschäftsführern, IT-Verantwortlichen, E-Business- und Digitalentscheidern, die allesamt in ihrem Alltag mit IT-Themen zu tun haben. Die Diskussion zwischen Teilnehmern und Referenten war eigentlich während der gesamten Konferenz – nach den Vorträgen und in den Pausen – sehr rege und ich denke, die Teilnehmer konnten alle gute Impulse mit nach Hause nehmen.

Wem würdest du die IT Konferenz empfehlen?

Anders als andere Anbieter hat unsere IT-Konferenz einen klaren Medienfokus. Daher ist die Konferenz für alle interessant, die in der Medien- oder Verlagsbranche arbeiten und mit IT- und Technologie-Themen zu tun haben. Und das sind, in Zeiten der Digitalisierung, eigentlich alle Entscheider und Teamleiter aus den Bereichen IT, E-Business, Digital Media und natürlich der Geschäftsführung.


Speaker: Sascha Wolter, Senior UX Consultant and Principle Technology Evangelist bei Cognigy


Image by Sascha Wolter

Sascha ist Experte für Planung und Umsetzung von geräteübergreifenden Anwendungen. Als solcher begeistert er sich für das Benutzererlebnis und erkundet verbesserte multimodale Interaktionsformen zwischen Mensch und Maschine – u. a. in Form von Konversation über Text (Chatbots) und Sprache auch als Alexa bekannt.

Was ist dein Gesamteindruck von der Konferenz heute?

Auf der IT Konferenz wurde nicht nur der aktuelle Forschungsstand erläutert, sondern auch die praktische Anwendung gezeigt. Man sieht hier genau die spannenden Möglichkeiten was Künstliche Intelligenz bieten kann, speziell im Zusammenhang mit Medien und Fachverlagen. Dieses Thema ist eine große Chance aber auch eine Herausforderung.

Was ist deine persönliche Motivation hier zu sprechen?

Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine begeistert mich. Denn ich möchte den Menschen die neuen Möglichkeiten näherbringen. Gleichzeitig versuche ich aber auch diese Technologien zu entmystifizieren. Es ist mir wichtig, aufzuzeigen wie alles funktioniert und auch welches Potenzial dahintersteckt! Ich stelle mir immer die Frage, was macht das, was man tut, irgendwie besser und warum sollte es irgendjemand in der Welt haben bzw. nutzen wollen. Ich sehe mich als jemand, der als Sprachrohr zwischen Unternehmen, Entwicklern und Anwendern fungiert und die Interessen, vor allem die der Anwender, wiederum zurück in das eigene Unternehmen trägt, um das Produkt besser zu machen.

Haben die Speaker und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Ich bin begeistert von der überaus hohen Qualität der Vorträge – die trotzdem auch für Teilnehmer ohne tiefe IT Kenntnisse klar verständlich waren. An den Fragen der Teilnehmer konnte ich erkennen, dass alle sehr interessiert an den vorgetragenen Themen waren.

Würdest du wiederkommen und wem würdest du die Konferenz empfehlen?

Ja, ich kann die Konferenz sehr empfehlen und würde auch selber gerne wieder hier sprechen. Die Vorträge haben eine sehr hohe Qualität und die Zielgruppe ist nicht nur interessant, sondern auch interessiert. Die Medienwirtschaft ist extrem wichtig als Multiplikator, also als Menschen, die sich mit Inhalten aktiv auseinandersetzen.


Besucherin: Sarah Dambacher, Account – & Partnermanagement bei UNISERV


Image by Sarah Dambacher

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich habe einen sehr guten Eindruck, speziell die Unternehmensvorträge haben mir gut gefallen. Mir hilft das, besser zu verstehen, was unsere Kunden antreibt und wo ihre Problempunkte liegen.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ja, bis jetzt wurden alle meine Erwartungen erfüllt. Die Agenda war sehr spannend und die Teilnehmer machen auch einen interessanten Eindruck.

Was war dein persönliches Highlight?

Mich persönlich hat der Vortrag von Heise Medien sehr angesprochen. Zu sehen, wie die internen Prozesse ablaufen und was notwendig war, um bis zu diesem Punkt zu gelangen, fand ich extrem aufschlussreich. Diese praxisnahe Darstellung war sehr hilfreich.

Hast du heute was Neues gelernt?

Etwas ganz Neues habe ich heute nicht gelernt, viele der angesprochenen Themen beschäftigen UNISERV schon seit Jahren. Aber es ist interessant zu sehen, wie potenzielle Kunden auf diese Themen blicken.

Würdest du wiederkommen und wem würdest du die IT Konferenz empfehlen?

Ja, ich würde auf jeden Fall wiederkommen. Empfehlen würde ich die Veranstaltung im Speziellen Leuten, die in der Verlags- und Medienbranche arbeiten. Ich finde die Konferenz sehr informativ und komme selbst auch nicht aus dem Verlagswesen, sondern arbeite für ein Unternehmen, das sich mit Datensicherung beschäftigt.


Besucherin: Mandy Best, IT Leitung IMS, Internationaler Medien Service


Image by Mandy Best

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich fand die Konferenz extrem spannend, weil hier einerseits in die Zukunft geblickt wurde, andererseits aber auch der aktuelle Entwicklungsstand hinterfragt wurde. Wir als Händler für Bücher, Zeitschriften und Fachliteratur beschäftigen uns aktuell sehr stark mit dem Thema digitale Transformation. Viele Unternehmen stellen ihre kompletten Einkaufsprozesse digital um und somit passen auch wir uns deren veränderten Prozessen und Bedürfnissen an.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Die Redner haben meine Erwartungen mehr als erfüllt. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wo die Reise hingeht und was alles möglich ist. Dies haben die Redner wunderbar veranschaulicht. Besonders toll fand ich den Kontrast zwischen den Praxisberichten und der Theorie. Es konnte klar identifiziert werden, dass die meisten Probleme in den Prozessen und den Stammdaten liegen und nicht in der IT.

Was war dein persönliches Highlight?

Mein persönliches Highlight war Prof. Knoll vom Lehrstuhl für Robotik an der TU in München. Er ist offen in den Vortrag gegangen und hat jeden Teilnehmer dort abgeholt, wo er stand. Er hat das „wo stehen wir aktuell“ und „wie sind wir dahin gekommen“ wunderbar verständlich abgebildet. Spannend war auch zu hören, dass schon 1959 damit begonnen wurde mit Künstlicher Intelligenz zu arbeiten.

Hast du heute was Neues gelernt?

Ja, ich habe einiges Neues gelernt. Ich lese viele Bücher zum Thema KI. Da wird die Thematik oft tendenziell negativ beleuchtet. Nach dem Motto, Computer werden den Menschen komplett ersetzen. Auf der heutigen Konferenz fand ich die Darstellung hingegen sehr positiv. Ich habe verstanden, dass wir KI-mäßig lange noch nicht so weit sind, wie uns die Werbung oder das Fernsehen weismachen will.

Würdest du wiederkommen und wem würdest du die IT Konferenz empfehlen?

Ich würde auf alle Fälle wiederkommen, und ich finde, dass alle ITler und Nicht-ITler aus Verlagen und Medien hier mindestens einmal gewesen sein sollten, um zu sehen und zu verstehen, was möglich ist und was nicht.


Teaserimage by Akademie der Deutschen Medien

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  • iOS 12 t3n: iOS 12: Apple will, dass ihr eure iPhones weniger nutzt: Ab Montag findet in San José, Kalifornien die Worldwide Developers Conference 2018 statt. Apple soll auf dem Event wohl in einer Keynote iOS 12 ankündigen. Mit dem Software-Update sollen iPhone-Nutzer dazu angehalten werden, ihre Smartphone-Nutzung besser unter Kontrolle zu halten. Das neue Feature wird sich darum drehen nicht mehr Zeit am Smartphone zu verbringen, sondern weniger und gezielter. Am Montag wird in der Keynote bekannt gegeben, welche Features bis zum Release noch erwartet werden können.

  • GAMES welt: Dürfen Androiden aus Notwehr Menschen töten?: Mit „Detroit: Become Human“ wurde jetzt das neuste Spiel des Entwicklers Quantic Dream veröffentlicht. In dem düsteren Setting des Spiels sind Androiden die Sklaven der Menschen – sie müssen die schweren und unangenehmen Arbeiten der Menschen verrichten. Das dystopische Game wirft fragen über die Zukunft von künstlichen Intelligenzen auf und trifft den Zeitgeist. Die ganze Review zum Game könnt ihr bei Welt.de nachlesen.

  • ARBEIT politik-digital: Mit dem Turing-Bus durch die Arbeitswelten der Zukunft: Alan Turing war einer der einflussreichsten Theoretiker der frühen Computerentwicklung und Informatik. Die Gesellschaft für Informatik e.V. hat ihr mobiles, digitales Bildungsprojekt nach dem Urvater des Computers benannt – der Turing-Bus. Das Bildungsangebot reist unter dem Motto „Arbeitswelten der Zukunft“ zu Schulen, Jugendclubs und lokalen Institutionen in kleine und mittelgroße Städte in Deutschland. Heute, am 1. Juni, wird die zweite Station Rangsdorf angesteuert.

  • DIGITALISIERUNG gründerszene: Warum die Hypo-Vereinsbank ihre Digital-Pläne zurückdreht: Die Hypovereinsbank stellt Innovationsprojekte ein. Einst wurde beispielsweise der Einstieg beim Finleap-Startup Moneymap hoch angepriesen. Diese Beteiligung wurde jetzt allerdings verkauft. Damit hat die HVB binnen kurzer Zeit ihre beiden offenbar einzigen direkten Fintech-Beteiligungen abgestoßen. Wie kann es sein, dass sich eine der wichtigsten deutschen Banken aus ihren Fintech-Beteiligungen zurückzieht – während die übrige Branche, darunter inzwischen auch die Deutsche Bank, in die entgegengesetzte Richtung steuert?

  • KI handelsblatt: Merkel will Deutschland für KI-Forscher flexibler machen: Viele Forscher im Bereich der Künstlichen Intelligenz verlassen Deutschland. Die Kanzlerin möchte den Trend aufhalten. In einer Diskussionsrunde mit dem portugiesischen Ministerpräsidenten Antonio Costa äußerte sich die Kanzlerin, dass Deutschland in Sachen Digitalisierung und Zukunftstechnologien flexibler und wettbewerbsfähiger werden soll.

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Die Zukunft der Arbeit könnte weiblich sein

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„Frauen können die Gewinnerinnen des digitalen Wandels werden, wenn wir es klug anstellen“, sagte Andrea Nahles 2015 auf der Konferenz zur Geschlechtergerechtigkeit der Internationalen Association for Feminist Economics (IAFFE) in Berlin – damals noch als Arbeitsministerin. Hat sie damit Recht? Ist die Zukunft der Arbeit weiblich?

Neue Jobmodelle, neue Möglichkeiten für Frauen

Nach Ansicht von Nahles liegen die Chancen für Frauen in der Arbeit 4.0 vor allem in der Digitalisierung. Diese verändert zum Einen die Art und Weise wie wir arbeiten. Das Internet und Cloud-Technologien führen zum Beispiel dazu, dass wir nicht mehr immer und jederzeit physisch am Arbeitsplatz sein müssen. Vieles wird heutzutage, statt im Büro, im Homeoffice erledigt. Resultate seien wichtiger als Anwesenheit, sagte Nahles.

Das gilt natürlich nicht nur für Frauen, jedoch könnte gerade dieser Wandel vor allem Frauen den Zugang zur Arbeitswelt erleichtern. Während sie bisher vielleicht zwischen Kind und Karriere wählen mussten, können sie nun beides ohne große Kompromisse haben.

Darüber hinaus verändern sich durch die Digitalisierung ebenfalls die Berufsbilder für Frauen. Während zum Beispiel Krankenschwester ein typischer Frauenberuf war, wird diese Arbeit wahrscheinlich bald komplett von Robotern erledigt. Das gäbe Frauen aber auch „ganz neue berufliche Perspektiven auf gut bezahlte, gut abgesicherte Industriearbeitsplätze“, sagt Nahles.

Ganz ähnlich sieht dies auch die prämierte US-Unternehmensberaterin und Digitalisierungsxpertin Cheryl Cran. Sie sieht ebenfalls in neuen Jobmodellen eine große Chance für Frauen. Denn Frauen können ihrer Meinung nach durch Freelancing, Homeoffice oder Telearbeit nun problemlos Familie und Job miteinander vereinen. Tatsächlich ist ein steigender Anteil der Freiberufler in den USA weiblich. Nach Zahlen der National Association of Women Business Owners wagen ebenfalls viele Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit und gründen eigene Unternehmen. So wurden 9,1 Millionen US-Firmen von Frauen gegründet, die zusammen beinahe 8 Millionen Menschen beschäftigen.

Auch Männer seien nicht mehr bereit, 14-Stunden-Tage zu schieben und suchen einen bessere Work-Life-Balance. Jobsharing-Modelle, in denen sich Männer und Frauen eine Managerposition teilen, seien gar nicht mehr so selten. Auch renommierte Tech-Unternehmen wie Facebook oder Tesla suchen laut Cran händeringend qualifizierte Frauen für Spitzenpositionen.

Roboter geben Frauen mehr Muskelkraft

In einem Kommentar für die irische Onlinepublikation Siliconrepublic.com geht Cheryl Cran sogar noch einen Schritt weiter. Sie behauptet: Gerade die sogenannten Soft Skills – Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Emotionale Intelligenz – die Frauen ihrer Meinung nach von Natur aus mitbringen – werden in Zukunft viel mehr gefragt als „männliche“ Arbeitsweltattribute wie Wille, Entschlossenheit, Egoismus und Aggressivität. Cran glaubt zwar, dass in Zukunft eine Kombination aus männlichen und weiblichen Attributen gefragt sein wird, doch dabei haben Frauen ihrer Meinung nach einen Vorteil: „Frauen werden erfolgreich sein in einer Zukunft, in der Jobs, die früher physische Stärke erforderten – Bau, Produktion, Landwirtschaft -, durch Roboter verbessert werden.

Sprich: Frauen haben nicht nur Vorteile aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften, sie können nun auch Jobs ausüben, die ihnen bisher aus rein physischen Gründen verwehrt waren. Cran nennt das Beispiel einer Roboter-Rüstung, die in Japan in der Pflege genutzt wird. Diese kann man sich als Mensch überziehen und damit die eigene Muskelkraft verstärken.

Auch die Soziologin Christiane Funken sagt in ihrem Buch „Sheconomy“: Die Arbeitswelt der Zukunft ist weiblich. Allerdings zögert die Wissenschaftlerin, dies wie Cran auf angeborene Eigenschaften zurückzuführen. Vielmehr stellt sie klar: „Frauen werden traditionellerweise auf Fähigkeiten hin erzogen, die der Arbeitsmarkt dringend braucht.“ Da Frauen also in vielen Kulturen eher dazu erzogen werden, diplomatisch, zurückhaltend, zuvorkommend, freundlich und schon gar nicht aggressiv zu sein, könnte ihnen dies in einer Arbeitswelt, die genau diese Eigenschaften verstärkt, sucht und fördert, zugute kommen.

Neue Chancen gibt es nur dann, wenn Frauen sie nutzen

Doch ganz so rosig, wie die Expertinnen die Zukunft sehen, ist sie nicht. Nur weil Frauen neue Chancen haben, bedeutet dies nicht, dass sie diese auch nutzen werden. Frauen haben zum Beispiel mehr Angst vor der Digitalisierung als Männer. Nach einer Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos misstrauen Frauen dem digitalen Wandel mehr als Männer.

Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) glaubt sogar, dass Frauen die großen Verlierer der Digitalisierung sein werden. Seiner Ansicht nach werden Tätigkeiten wie Verkauf, Terminpflege und Organisation oder Dienstleistungen in der Gastronomie in Zukunft zu 80 Prozent von Robotern ausgeführt. Das sind aber genau die Jobs, die aktuell mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden.

Während Expertinnen wie Cran oder Funke hier eine neue Möglichkeit sehen, warnt Grabka vor dem besonders hohen Risiko auf Jobverlust für Frauen. Tatsächlich ist der Arbeitsalltag derzeit für Frauen nicht gerade rosig – trotz Digitalisierung. Die DGB-Studie „frau geht vor“ hat beispielsweise ermittelt, dass Frauen schwierigere Arbeitsbedingungen als Männer beklagen. 52 Prozent der Frauen, aber nur 43 Prozent der Männer klagen über höhere Arbeitsbelastung, mehr Kontrolle, Überwachung und Stress. Das zeigt auch, dass die Macho-Kultur in Unternehmen immer noch verbreitet ist, auch in Start-ups.

Auch wird der Kampf um begehrte Arbeitsplätze härter, und es ist nicht anzunehmen, dass Männer sich in Zukunft weniger um gute Jobs bemühen werden.

Nicht alle Männer sind machtgierige Egoisten

Bei der ganzen Debatte ist es aber auch nicht unbedingt förderlich, grundsätzlich alle Männer als machtbesessene Egoisten darzustellen und alle Frauen als hilflose Opfer. Denn es ist nicht notwendigerweise die Schuld der männlichen Kollegen, wenn der Arbeitsplatz keine Flexibilität bietet, um das Kind morgens in die Kita zu bringen oder am Nachmittag abzuholen – was übrigens auch Väter tun. Klar ist: Wenn sich mit dem digitalen Wandel Unternehmensstrukturen nicht verändern und sich besser an aktuelle Lebensweisen von Männern UND Frauen anpassen, verlieren am Ende alle.

Deswegen betont Sheconomy-Autorin Christiane Funken auch, dass es ihr nicht darum geht, Frauen gegen Männer aufzuspielen. Vielmehr sei es so, dass Geschlechterrollen sich ohnehin immer mehr verschieben und verändern. Männer wollen genau so mehr Freizeit haben oder Zeit mit der Familie verbringen wie Frauen.

Das bestätigen auch Zahlen des Zukunftsinstituts in einer Untersuchung zum „Female Shift“ in der Arbeitswelt. Demnach glauben 65 Prozent der Männer, dass beide Elternteile gleichberechtigt für die Kindererziehung verantwortlich sind. Oft gehen Wunsch und Realität noch auseinander, doch immerhin nimmt bereits jeder vierte Mann in Deutschland Elternzeit in Anspruch. Frauen wiederum nehmen Machtpositionen selbstbewusster an als noch vor 20 Jahren. So birgt die Arbeitswelt der Zukunft idealerweise nicht mehr Chancen für Männer oder für Frauen, sondern für alle.


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  • IPHONE zeit: Apple entschuldigt sich bei Kunden für gedrosselte Akkus: Unter Smartphone-Nutzern grenzt es schon als unausgesprochenen Fakt, dass die Apple-Geräte meist pünktlich zum Release einer neueren Version den Geist aufgeben. So passiert das auch bei älteren iPhones, deren Akkus laut irritierter Nutzer gefühlt auf einen Schlag langsamer wurden. Dafür hat sich Apple jetzt offiziell entschuldigt, vor allem auch aufgrund zahlreicher Klagen von wütenden Nutzern, die dem Konzern drohten. Als Entgegenkommen bietet Apple jetzt ein vergünstigtes Austauschen der Akkus an.

  • LIVESTREAM winfuture: Jeff Kaplan ‚trollt‘ Overwatch-Fans – zehn Stunden vor loderndem Kaminfeuer: Wenn einem gleichzeitig rund 40.000 Menschen beim Nichtstun zusehen, hat man es dann geschafft oder eher nicht? Der Game Director des beliebten Blizzard-Spiels Overwatch, Jeff Kaplan, hat genau das getan. An Heilig Abend hat er sich für rund zehn Stunden schweigend beim Nichtstun gefilmt. Sinnlose Werbeaktion oder geniales Trolling? Die Community ist sich uneinig. Fakt ist, dass Kaplan den Fans damit eine etwas andere Weihnachtsüberraschung geboten hat. Insgesamt sahen dem Game Director etwa 380.000 Twitch-Nutzer zu.

  • MOBILITY gruenderszene: Diese 4 Mobility-Trends werden 2018 durchstarten: Das Jahr 2017 neigt sich zu Ende und das neue Jahr steht vor der Tür. Auch in diesem Jahr wurden die Mobilität und die Automobilwirtschaft stark digitalisiert. Selbstfahrende Autos, Carsharing-Dienste etc. – was sind die größten Mobility-Trends 2018? Die Gründerszene hat ihre vier Einschätzungen auf den Punkt gebraucht und die Stichwörter sind: Bike-Sharing, Shuttles auf Abruf, Leasing und Logistik!

  • TECH-TRENDS horizont: Diese Tech-Unternehmen rocken das Jahr 2018: Welche Tech-Themen werden 2018 den Markt dominieren? Julian Riedlbauer, Partner und Leiter des deutschen GP Bullhound Büros, stellt für drei zentrale Thesen vor. Er erklärt, welche Tech-Unternehmen 2018 besonders prägen werden. Vor allem Spracherkennung, Blockchain und Augmented Reality sind Begriffe, auf die man in 2018 besonders achten sollte.

  • IT-SICHERHEIT sueddeutsche: Hacker entdeckt Sicherheitslücke an E-Tankstellen: Elektro-Autos werden immer beliebter – gleichzeitig gibt es aber überall dort, wo Geräte per Computer gesteuert werden, wie die elektronischen Ladestationen, eine potentielle Sicherheitslücke. Der IT-Sicherheitsforscher und Mitglied des Chaos Computer Clubs Mathias Dalheimer warnt vor solchen Sicherheitslücken. Kriminelle könnten auf fremde Kosten tanken. Hersteller wie BMW arbeiten beispielsweise bereits an sichereren Abrechnungssystemen, um solche Fälle zu umgehen.

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Barrierefreies Kino: Die Technologie von Greta & Starks macht’s möglich

StarksGlassGirl (adapted) (Image by Greta & Starks)

Ins Kino zu gehen ist für die meisten von uns eine ganz normale Freizeitbeschäftigung. Worüber wir uns dabei wahrscheinlich kaum Gedanken machen: In Deutschland allein gibt es über eine Million sehbehinderte und etwa 80.000 gehörlose Menschen, die das nicht können. Das Berliner Unternehmen Greta & Starks hat dafür eine clevere Tech-Lösung entwickelt.

Zwei Apps und das eigene Smartphone machen Inklusion möglich

Mit zwei kostenlosen Apps, Greta und Starks, wird für blinde und gehörlose Filmfans damit das Kinoerlebnis endlich barrierefrei. Greta bietet blinden Gästen die passenden Audiodeskriptionen zu einem Film, Starks spielt spezielle Untertitel für gehörlose Besucher ab. All das passiert auf dem eigenen Smartphone oder Tablet, sodass Nutzer auf keine spezielle Technologie oder große Geräte angewiesen sind. Über eine Audioerkennungssoftware werden die Audio- und Tonspuren des Filmes im Kino mit den Fassungen auf der App synchronisiert.

Nutzer wählen dafür über die App einen aktuellen Kinofilm. Nur die Filme, die in der App aufgelistet werden, gibt es mit Audiodeskriptionen oder Untertiteln. Im Kino müssen die User lediglich den passenden Film über die App aufrufen und es werden dann automatisch die Audiodeskriptionen oder die Untertitel abgespielt. Für blinde Filmfreunde reichen also ein Paar Kopfhörer und das Smartphone, um den Film verfolgen zu können. Gehörlose Gäste sehen die passenden Untertitel gleichzeitig zur Handlung auf der großen Laufwand auf ihrem eigenen Smartphone. Eine große Bereicherung, wie die betroffene Community findet.

Sinnesbeinträchtigte Kinofans können so in jeden verfügbaren Film zu jeder Zeit gehen, ohne dass es für sie einen großen Aufwand bedeutet. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Kinoerlebnis damit wirklich inklusiv wird. Es muss keine getrennten Vorführungen mehr geben. Alle – Menschen mit Sinnesbeinträchtigungen und Menschen ohne – können gemeinsam den gleichen Film anschauen.

Fast 300 Filme im Angebot

Seneit Debese Profilfoto (Image by Seneit Debese)
Die Geschäftsführerin von Greta & Starks, Seneit Debese. Image by Seneit Debese

Das war von Anfang an ein großes Anliegen für Gründerin Seneit Debese. Sie arbeitete vor Greta & Starks selbst in der Filmbranche und lernte beim Drehen einer Reportage eine blinde Läuferin kennen. Als diese sagte, dass eine der größten Einschränkungen in ihrem Alltag sei, dass sie nicht mit ihren nicht-blinden Freunden ins Kino könne, war die Idee für Greta & Starks geboren. Seit 2013 gibt es das Unternehmen offiziell, „die kleine Firma mit einer großen Vision”, wie Debese es im Interview mit den Netzpiloten ausdrückt.

Damit hat sie gar nicht so Unrecht. Denn bevor es Greta & Starks gab, war es für Menschen mit Sinnesbeinträchtigungen in Deutschland sehr schwierig, überhaupt Kinofilme zu sehen. Die meisten Verleihe boten keine geeigneten Fassungen an und wenn, dann sehr spärlich über das Jahr verteilt. Zwar gibt es regelmäßige Filmveranstaltungen wie etwa im Kleisthaus in Berlin. Doch auch diese beschränken sich auf wenige Ereignisse im Jahr und Besucher können sich die Filme nicht selbst aussuchen.

Greta & Starks hat aktuell knapp 300 Filme im Programm, vom Kinderfilm über die Komödie bis hin zu Blockbustern wie den aktuellen Teil von Star Wars. Im Angebot sind aber nicht nur aktuelle Kinofilme, sondern auch spezielle DVD-Fassungen für den Filmabend daheim. Das ist wahrscheinlich aktuell das Angebot mit der größten Bandbreite. Das Unternehmen wird von den Filmverleihern dafür bezahlt, die speziellen Fassungen für sinnesbeinträchtigte Menschen auf ihre App zu stellen. Das ist das Geschäftsmodell und Haupteinnahmequelle des Unternehmens.

Neues Headset soll Kinoerlebnis weiter verbessern

In diesem Jahr hat das Unternehmen damit sogar den Publikumspreis beim KfW Award Gründen gewonnen. “Ich wollte schon immer etwas machen, dass wirklich sinnvoll ist und ein echtes Problem löst – und nicht einfach die hundertste Shampoosorte verkaufen. Ich freue mich wirklich, dass wir mit unserer Arbeit so vielen Menschen helfen können”, sagt Debese.

2017-03-03 Starks App Smartphone EN (adapted) (Image by Greta & Starks)
Image by Greta & Starks

Voraussichtlich im kommenden Sommer will Greta & Starks das inklusive Kinoerlebnis auf die nächste Stufe heben. Dazu hat das Unternehmen ein spezielles Headset entwickelt das vor allem gehörlosen Kinogängern zugute kommt. Durch ein spezielles Sichtfenster werden die Untertitel damit direkt vor der Leinwand erscheinen. So müssen gehörlose Zuschauer nicht mehr zwischen ihrem Smartphone und dem Bildschirm hin und her wechseln, sondern können sich entspannt zurücklehnen.

Das Headset kann zwar auch direkt von den Nutzern gekauft werden, wenn gewünscht. Doch grundsätzlich soll es als kostenloser Service im Kino zur Verfügung stehen: „Unsere Idee ist es, dass die Kinobetreiber das Headset kaufen, damit Besucher es, wie auch unsere anderen Angebote, weiterhin kostenlos nutzen können”, sagt Debese.

Greta & Starks soll inklusiv wie der Pizzaschneider werden

Ende des Jahres soll der Prototyp in die Testphase gehen. Im Januar 2018 möchte das Unternehmen eine Crowdfunding-Kampagne dazu starten. Greta & Starks erhält zwar auch Fördergelder für die inklusive Technologie, die Lage könnte aber deutlich besser sein, findet Seneit Debese. „Es gibt in Deutschland zu wenig Förderung für inklusive Technologie. Gerade für Unternehmen ist es nicht so leicht, Unterstützung zu bekommen. Ich würde mir wünschen, dass es an der Schnittstelle zwischen inklusiver Arbeit und Technologie mehr Fördertöpfe geben würde.”

Dies gilt vor allem, weil Debese nicht ausschließt, dass ihre Technologie auch für andere Zwecke genutzt werden kann. So soll das Headset in Zukunft nicht nur Untertitel für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen einspielen, sondern auch für anderssprachige Gäste. Das könnte zum Beispiel ausländischen Studenten zugute kommen, die in Deutschland einen Film im Kino anschauen wollen. Oder auch Deutschen, die im Ausland einen Film in der Originalsprache schauen und dann Untertitel einspielen können.

„Ich möchte, dass Greta & Stark irgendwann so wird wie der Pizzaschneider”, sagt Debese. Dieser wurde ursprünglich als Inklusionshilfsmittel erfunden, um Menschen mit Handicaps das Schneiden der Pizza zu erleichtern. „Heute nutzt fast jeder diesen Pizzaschneider, ohne darüber nachzudenken. Es hilft allen, Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne. Das ist wirklich Inklusion und das würde ich gerne auch mit unserer Technologie erreichen.”


Image by Seneit Debese

Headphones and Phone: Greta & Starks


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  • STAATSTROJANER netzpolitik: Streit um geplantes Hessentrojaner-Gesetz bei den Grünen: In Hessen soll jetzt ein Gesetz auf den Weg gebracht werden, dass den Gebrauch von geheimdienstlichen Staatstrojanern erlauben soll. Verantwortlich dafür zeigt sich die scwarz-grüne Landesregierung. Der Gesetzentwurf soll im Novemberplenum des hessischen Landtages behandelt werden. Sicherheitslücken sind notwendig, um Staatstrojaner anzuwenden, aber genau darin sehen viele die große Gefahr. Selbst aus den eigenen Reihen gibt es Widerstand, so positioniert sich die grüne Jugend dagegen, verzichtet aber auf eine Komplettablehnung.

  • FACEBOOK sueddeutsche: Facebook-Nutzer sollen Nacktbilder hochladen, um sich vor Rachepornografie zu schützen: Von “Rachepornogafie” spricht man in der Regel von pornografischen Inhalten, die gegen den Willen von Ex-Partnern auf Social Media Kanälen hochgeladen werden. Facebook empfiehlt jetzt aber einen ungewöhnlichen Schritt zur Vorsorge. Wer also um die Veröffentlichung solcher Inhalte bangt, soll sich die Inhalte zunächst selbst per Facebook-Messenger schicken. Wenn dann ein dritter versucht die entsprechenden Fotos erneut hochzuladen, blockt Facebook die Veröffentlichung und sperrt den Account. Das Pilotprojekt läuft aktuell in Australien, weitere Länder sollen folgen.

  • TECH wired: Ashton Kutcher will Kinderhandel mit Tech stoppen: Den meisten ist er wohl eher durch seine Rolle in der Sitcom „Two and a half men“ bekannt, aber Schauspieler Ashton Kutcher engagiert sich auch neben seiner Schauspielkarriere. Auf der Dreamforce-Konferenz erklärte er jetzt, wie er mit seiner Stiftung „Thorn“ die Entwicklung von Software unterstützt, die Kindesmissbrauch verhindern soll. Eine dieser Softwares ist beispielsweise „Spotlight“, mit welcher Daten ausgewertet werden sollen, die aus den Ergebnissen einer Umfrage unter Opfern hervorgehen. Mithilfe derer sollen dann digitale Fußabdrücke der Täter erstellt werden.

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  • FACEBOOK faz: Facebook spielt mit den Zeitungen Verstecken: Ganz still und leise hat Facebook jetzt einen zweiten Newsfeed eingeführt. Der „Explore Feed“ soll den Nutzern veröffentlichten Content von Seiten anzeigen und so klar getrennt vom Feed des Freundeskreises sein. Das Projekt startete Facebook zunächst in sechs Ländern, u.a. in der Slowakei. Vor allem dort trifft des die kleineren journalistischen Angebote in einer politisch heiklen Zeit besonders. Dort finden am 4. November Regionalwahlen statt und die Änderung des Feeds könnte dementsprechend die Meinungsbildung beeinflussen. Denn wer Traffic und Sichtbarkeit im Feed möchte, der müsse auch entsprechend zahlen. Ob das jetzt wirklich ein „Explore Feed“ oder doch mehr eine große Filterblase ist, bleibt abzusehen

  • DROHNEN wired: „Terroristen dürfen keinen Zugriff auf unsere Drohnen-Schwärme erhalten“: Der Staat erobert sich den Luftraum zurück! Seit Anfang des Monats gibt es im deutschen Luftraum wieder neue Regeln für Drohnen-Besitzer. Jetzt sind Plaketten vorgeschrieben und für manche Modelle sogar ein Führerschein. In den USA hingegen sind die Drohnen-Regularien etwas lockerer und dementsprechend entwickelt man sich schon hin zur vermehrten professionellen Nutzung der Flugfahrzeuge, etwa durch Lieferdienste. Der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik Wolfgang Rudischhauser sieht aber genau darin ein großes Sicherheitsproblem. So geht laut ihm eine terroristische Gefahr von autonomen Fahr- und Flugzeugen aus, die nicht unterschätzt werden und mit entsprechenden Regeln bedacht werden sollte.

  • AMAZON techcrunch: Amazon takes on office supply retailers with launch of Business Prime Shipping: Gestern verkündete Amazon für die US und Deutschland eine neue Sparte der Prime-Mitgliedschaften. Bereits seit Dezember 2016 war die Business-Plattform in Deutschland verfügbar, jetzt wird mit Business Prime Shipping auch die bereits bestehende Prime-Versandart auch für Amazon Business Accounts angeboten. Das soll Firmen ermöglichen, Bürobedarf in größeren Mengen zu bestellen. Amazon tritt damit, wie so oft, in direkte Konkurrenz mit dem Handel.

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Check-Up Ireland: Ein Blick aufs „Kingdom of Kerry“

King Puck bronze statue near Laune River in Killorglin,Kerry,Ireland

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die „Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Heute schaue ich einmal genauer auf die Grafschaft Kerry.

Sportlich ist die Stimmung in der Grafschaft Kerry gerade ziemlich im Keller, da das Gaelic Football Team aus dem „Kingdom“ am Wochenende das Halbfinal-Wiederholungsspiel gegen Mayo verloren hat. Zum Glück gibt es in Kerry aber weiterhin Konstanten wie die tolle Landschaft oder die gleichnamige, gute Butter. Die Seen in Killarney und Kerrygold sind Tourismus- bzw. Export-Schlager. Was die Exporte anbetrifft, so macht aber auch Fintech immer mehr von sich reden. Das „Kingdom“ ist zur Hochburg erwachsen.

Auf dem nicht nur bei Deutschen beliebten Rundweg „Ring of Kerry“ ist Killorglin eine wichtige Station, die tolle Pubs und Restaurants und gemütliche B&Bs zu bieten hat. Busse parken dicht an dicht und entlassen einen konstanten Strom von zahlungskräftigen Touristen in die Gassen von Killorglin. Um 13 Uhr müssen diese dann mit einer weiteren, nicht minder wichtigen Gruppe um Platz auf den Gehsteigen und in den Cafés kämpfen. Statt Wanderschuhen und Cargohosen werden High Heels und Anzüge getragen und nur wenigen der amerikanischen Touristen wird klar sein, dass diese Gruppe immer öfter Hand anlegt an genau jene finanziellen Transaktionen, die noch am Flughafen in den USA oder bei der Ankunft in Irland getätigt wurden – dem Geldumtausch.

Die Fintech-Hochburg Kerry

Hier in Killorgin befindet sich die Zentrale von „Fexco“ die jährlich mehr als $ 10 Millarden an finanziellen Transaktionen bewälltigt. Die Mitarbeiter strömen aus zwei Gebäuden in Killorglin und einem weiteren Gebäude im 40 Kilometer entfernten Cahersiveen. Insgesamt beschäftigt Fexco 1,000 Leute in Kerry.

„Made in Kerry“ im Jahr 1981 ist Fexco mittlerweile ein wahrer Global Player geworden, mit Büros in Europa, Asien, dem Mittleren Osten, Nord- & Lateinamerika, sowie Australien. Unter den Mitarbeitern in Kerry findet sich eine immer größer werdende Anzahl im Bereich Tech, die mit Kollegen weltweit an den neuesten Lösungen kollaborieren. Das Innovation-Team in Killorglin ist das schlagende Herz von Fexco, welches es dem Managment ermöglicht, seinen Kunden wie „First Data“, „Bank of China“ oder „Barclaycard“ mit Stolz & Sicherheit den Slogan entgegen zu rufen „Wir können den Zahlungsverkehr für Euch vereinfachen.“

Fexco ist in Kerry nicht allein. Andere Fintech-Unternehmen haben ebenfalls schon lange erkannt, dass es reichlich Geschäft bei den „alten“ Banken zu holen gibt. Eine Studie von PwC hat zum Beispiel vor kurzem ergeben, dass geschätzt 25 Prozent des traditionellen Geschäfts der Banken von Fintech bedroht ist. Zu den Unternehmen, die aus Kerry heraus an diese 25 Prozent heran wollen, gehört die Firma „Monex“ die in Killarney, der zweiten bekannten Stadt am „Ring of Kerry“, ihren Sitz hat und durchschnittlich über 206 Millionen Karten-Transaktionen im Jahr in 48 Ländern abwickelt.

Seit der Gründung im Jahr 1996, als noch alles auf Papier, per Fax und am Telefon lief, hat Monex seine Kunden auf dem Weg begleitet, der sie sicher online geführt hat. Zwar gibt es in Killarney immer noch einen Raum, in dem Schecks gedruckt werden, aber das Scheckteam schrumpft mit dem Volumen von Schecks, die dort aus dem Drucker kommen. Auch Monex mit seinem Fintech-Hub in Kerry ist mittlerweile eine globale Firma geworden, die 24 Stunden an 365 Tagen für ihre Kunden da ist.

Für das Fintech-Ökosystem in Kerry von großer Wichtigkeit ist das IT Tralee (Institute of Technologie = Technische Hochschule). Die Absolventen von ITT haben quasi die Wahl, was den zukünftigen Arbeitgeber im Bereich Fintech anbetrifft, was nicht zuletzt damit zu tun hat, dass die Technische Hochschule einen Fokus auf „Career Readiness“ hat. Studenten sind immer wieder bei Tech-Unternehmen zu Gast und somit gewappnet für die Anforderungen „draussen in der wahren Welt“.

Das Tom Crean Business Centre des IT Tralee ist ein Startup-Hub mit 20 Firmen. Eine davon, Finukan Labs ist ein Fintech-Startup mit einer besonderen Geschichte. Gründer Anthony Griffin wurde nach einer langen Karriere am Londoner Finanzmarkt von einer skandinavischen Bank umworben. Statt dort anzuheuern, entschied er sich aber dafür, in seine Heimat Kerry zurückzukehren und sein eigenes Unternehmen zu gründen. Sein erster Kunde: die oben erwähnte Bank aus Skandinavien. Eins von vielen Beispielen dafür, wie gut es möglich ist, im „Kingdom of Kerry“ seine eigene Fintech-Dynastie aufzubauen.


Image (adapted) „King Puck“ by youngoggo/stock.adobe.com


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  • BACKUP-TOOLS t3n: 10 Backup-Tools für Unternehmen: Wir kennen das alle, der PC stürzt ab, ein Mitarbeiter hat die wichtigen Unterlagen mit in den Urlaub genommen oder das Horror-Szenario, jemand stiehlt den Laptop. Ärgerlich wenn dann auf einmal die schönen Urlaubsfotos weg sind, noch ärgerlicher, wenn es sich um wichtige Unterlagen für die Firma handelt. Damit man vor so etwas geschützt ist, stellt dieser Artikel jetzt die wichtigsten Backup-Tools für Unternehmen vor. Unter anderem wird der Horizon Driver Clone gezeigt, der ganze System-Backups ermöglicht, sowie Mozy, der auch einzelne, spezifische Daten speichert. Ob die Daten dann über eine Cloud oder doch lieber direkt im Unternehmen festgelegt werden sollen, bleibt dann jedem selbst überlassen.

  • APPLE golem: iOS 11 bekommt Polizei-Taste: Apple hat jetzt in iOS 11 eine Funktion eingebaut, die das Wählen von Notrufnummern vereinfacht. Einfach fünfmal den Einschaltknopf drücken und schon ist die Notrufnummer eingeblendet. Eine zusätzliche Hilfestellung, gerade für Strafbehörden, ist das automatische Deaktivieren von dem Touch-ID-Fingerabdruckscanner. So können Behörden in Mordfällen schneller an wichtige Daten herankommen, die der Aufklärung des Falles dienen. Noch ist diese Funktion nur bei dem aktuellen Beta 6 von iOS 11 vorhanden, dem iPad fehlt sie derzeit.

  • HACKING GADGETS heise: Gefahr durch frei verkäufliche Hacking-Gadgets: Wird Hacking denn nun für jeden möglich? Hackerangriffe gehen derzeit dauernd durch die Medien und die passenden Werkzeuge dazu scheinen jetzt auch in Online-Shops erhältlich. Ob das Abgreifen von Daten oder das Zerstören von der Hardware, diese Hacking-Gadgets können in den falschen Händen die neue Cyber-Waffe werden. Gefährlich ist zum einen der geringe Preis, der viele dazu motivieren könnte, solche Gadgets „auszuprobieren“, zum anderen die Gewissheit, dass nicht einmal die aktuellsten Virenscanner schützen können. 15 von diesen Werkzeugen hat c’t im Labor getestet und stellt sie jetzt vor.

  • KARRIERE gruenderszene: „Du musst doppelt so hart arbeiten wie ein Mann“: Anne Boden ist Managerin und gründete 2013 ihre eigene Bank Starling in London. Damals, als sie in den 80ern Computerwissenschaften studierte, war es als Frau schwierig im Bereich von Banking und Tech Fuß zu fassen, doch daran hat sich nichts geändert. Dabei sei es wichtig, dass auch Frauen die Möglichkeit haben in solchen Unternehmen erfolgreich sein zu können. Und es sei auch wichtig, dass sich die Frauen dafür nicht verändern bzw. anpassen müssen, meint sie, sondern einfach einen guten Job machen, wie jeder andere. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung waren die Quoten, die zwar auch viele Frauen als überflüssig empfinden, ohne die sich jedoch nichts ändern werde, so Anne Boden.

  • SIRI wired: Drei Fragen an den Siri-Erfinder über die Zukunft smarter Assistenten: Wie wird sich unsere Zukunft mit den smarten Assistenten bei uns zuhause entwickeln? Drei Fragen an den Siri-Erfinder bieten uns einen kleinen Einblick in das, was kommen könnte. Derzeit sei Siri zwar noch etwas primitiv, eine lernfähige Künstliche Intelligenz sei laut Siri-Erfinder Adam Cheyer jedoch in der Entwicklung und er ist sich sicher, wird es dazu kommen, werden sie eine genau so große und flächendeckende Umstellung bedeuten, wie heute die Smartphones. Dennoch sagt er auch, dass sich nicht alles ändern muss, viel eher werden Künstliche Intelligenzen helfen, unseren Alltag noch mehr zu erleichtern, indem mehrere Funktionen, die jetzt über verschiedene Apps getätigt werden, zusammengefasst werden. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg auf dem die Firmen fleißig investieren werden.

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Die Netzpiloten sind Partner vom Bits & Pretzels Founders Festival

Partnergrafik_BitsandPretzels

Was als Gründerfrühstück im Münchener Löwenbräukeller startete ist mittlerweile ein dreitägiger Pflichttermin für alle Gründer, Gründungsinteressierte und Investoren. Am 24. – 26.September findet zum vierten Mal das Bits & Pretzels Festival statt, erneut mit einem hochkarätigen Line-up an Speakern und Workshop Leitern. Das Festival beginnt mit vielen Keynotes, Panel Diskussionen, Workshops aber vor allem viele Möglichkeiten für junge Entrepreneure. Unter anderem die Startup Acadamy mit zehn Masterclasses, die man als Gründer besucht haben muss. Themen sind zum Beispiel: Wie mache ich gute PR? Wie baue ich ein MVP auf? Wo bekomme ich gute Programmierer her? Alle unter der Leitung von einflussreichen Speakern aus der digitalen Branche.

Eine weitere große Chance für Gründer bietet der Pitch Contest. 100 Startups werden aus allen Bewerbern ausgewählt, die vor einer Jury präsentieren dürfen. Der Gewinn: Ein Ticket zu Richard Bransons Extreme Tech Challenge 2018 oder ein Sonderpreis vom ProSiebenSat.1 Accelerator. Als

Abschluss des Festivals dient das große Oktoberfest Networking, direkt in einem Festzelt auf dem größten Volksfest der Welt. Unter zwei verschiedenen Konzepten können Gründer Kontakte knüpfen, diskutieren und Ideen austauschen, entweder mit einem der 150 Experten oder in einer Themenrunde. Es gilt das Prinzip First Come – First Serve: wer zu erst kommt, mahlt zuerst.

Was man nicht verpassen sollte

Über 50 Speaker sind bereits bestätigt, mit vielen großen Namen der Startup Szene. Im Vorjahr war unter anderem Oskar-Preisträger Kevin Spacey oder Virgin-Gründer Richard Branson anzutreffen. Auch dieses Jahr sind große Namen zu finden:

Seid dabei!

Wenn ihr im September in München dabei sein wollt könnt ihr hier ein spezielles Netzpiloten Partner-Ticket erwerben. Mit dabei ist neben dem 3-Tages-Ticket ein Bits & Pretzels Hoodie. Gebt beim Kauf den Partnercode: PARTNER_NW17 ein! Wir wünschen euch viel Spaß!

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Check-Up Ireland: P2P-Kredite – “Fast wie damals bei AOL”

App (adapted) (Image by Torsten Dettlaff) (CC0 Public Domain) via pexels

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Heute beschäftige ich mich mit P2P-Krediten. Dabei geht mein Blick auch 20 Jahre zurück zu AOL, denn ein wichtiger Aspekt des Arbeitslebens dort war das liebe Geld – oder besser gesagt die Knappheit des selben.

Ende der 90er habe ich mir bei AOL in Dublin wirklich alles andere als eine golden Nase verdient. Zum Glück haben die Bosse aber damals nicht nur die Realität niedriger Gehälter anerkannt und nicht drumrum geredet, sondern gleich eine typisch irische Lösung für ein irisches Problem gefunden – die Gehälter wurden einfach an zwei verschiedenen Tagen ausgezahlt. Die eine Hälfte der Belegschaft wurde am Monatsersten bezahlt, die andere Hälfte am Fünfzehnten, was dazu führte, dass man sich seinen “Buddy” suchte, um sich gegenseitig über die Runden zu helfen. OK – manch ein Kollege wechselte dann eben zu einer Firma, die besser bezahlen konnte, aber was die Kameradschaft unter den verbliebenen “Armen” anbetraf, so war diese doch sehr groß.

So selbstverständlich, wie damals die Transaktionen am Abend des Zahltags immer in bar und (fast) immer im Pub stattfanden, so selbstverständlich würden wir heutzutage quasi “Peer to Peer” das Geld von Smartphone zu Smartphone verschicken – und auch gleich mit dem Gerät im Pub bezahlen. P2P-Kredite werden hier von zahlreichen Unternehmen angeboten. Zuletzt machte der Neuankömmling Flender auf sich aufmerksam.

Flender hilft Freunden, sich gegenseitig Geld zu leihen

In dieser Kolumne habe ich die lebhafte Startup-Szene Dublins schon öfter angesprochen. Doch so manch ein Startup, das am Anfang nur so vor Energie strotzte, musste unzureichende Finanzierung mit dem plötzlichen Tod bezahlen. Nicht jeder Gründer kann auf Familie und Freunde zurückgreifen, staatliche Fördergelder sind begrenzt und bei den Banken sitzt das Geld nach dem großen Crash auch nicht mehr so locker. Andere Lösungen mussten her und P2P-Kredite wurden geboren.

Hierbei können sich Einzelpersonen oder Firmen Geld leihen oder selbst als Kreditgeber auftreten, ohne dabei auf traditionelle Finanzdienstleister als Mittelsmann zurückgreifen zu müssen. Der Vorteil für die Kreditgeber liegt bei den Zinsen, die oftmals höher liegen als Zinsen, die man auf traditionellen Wegen bei klassischen Finanz-Institutionen bekommt. Der Vorteil für die Kreditnehmer liegt auf der Hand. In einem wirtschaftlichen Klima, in dem aufgrund von Fehlern der Banken in der Vergangenheit die gleichen Institutionen indirekt junge Unternehmen bestrafen, indem Kredite selten gewährt werden, eröffnen sich neue Möglichkeiten der Finanzierung durch Personen und Unternehmen, die oftmals im gleichen Boot sitzen. Wem das Problem der Knappheit von Krediten und die Gründe dafür bewusst sind, der ist eher bereit, Gleichgesinnte zu unterstützen.

Das Dubliner Startup Flender ist zwar erst seit Ende des vergangenen Jahres aktiv, hat aber bereits zahlreiche Läden, Restaurants und kleine Organisationen unterstützt. Jemand, der einen Kredit für ein Projekt sucht, kreiert bei Flender einen personalisierten Link zur betreffenden Kampagne. Dieser kann dann in sozialen Netzwerken geteilt werden oder direkt per eMail an ausgesuchte Empfänger verschickt werden.

Nicht selten, so die Macher von Flender, würden sich Firmen von ihren Kunden Geld leihen. Irgendwie liegt das ja auch auf der Hand – wenn ich Vertrauen in ein Produkt oder eine Dienstleistung habe und diese regelmäßig erwerbe, dann liegt es nahe, dass ich auch dem Verkäufer und seiner Vision für das Unternehmen vertraue.

Flender verdient sein Geld mit einer Marge bei den Zinsen und mit einer Erfolgsprämie, die fällig wird, wenn eine Kampagne abgeschlossen wurde. Zur Zeit können sich Unternehmen bis zu 100.000 Euro leihen, während das Limit für Einzelpersonen bei 20.000 Euro liegt. Selbstredend liegt der Fokus des Dubliner Startups zur Zeit auf dem irischen Markt. Man hat aber auch längst ein Auge auf die britischen Nachbarn geworfen und eine entsprechende Lizenz wurde von der Financial Conduct Agency (FCA) bereits erteilt. Wie in zahlreichen anderen Geschäftsbereichen sind sich Iren und Briten im Konsumverhalten auch im Bereich P2P-Kredite so ähnlich, dass dieser nächste Schritt Sinn macht. Man vertraut halt demjenigen, den man kennt. Daran wird auch der Brexit nichts ändern.


Image (adapted) Space Gray iPhone 6 by Torsten Dettlaff (CC0 Public Domain)


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  • ALGORITHMEN zeit: Maas schlägt digitales Antidiskriminierungsgesetz vor: Digital automatisierte Entscheidungsfindungen, beispielsweise Handydaten, die beeinflussen, dass jemand einen Kleinkredit bekommt, sind oft nicht sonderlich transparent. Justiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) möchte das jetzt ändern und plädierte dafür am Montag für ein staatliches Eingreifen. Das sogenannte „digitale Antidirskirminierungsgesetz“ soll dafür sorgen, dass Teile der Bevölkerung durch Softwareentscheidungen benachteiligt werden und dass außerdem mehr Transparenz bei Entwicklern zu ihren Algorithmen herrscht.

  • KÜNSTLICHE INTELLIGENZ heise: Microsoft veröffentlicht KI-Bibliothek für Minicomputer: Microsoft veröffentlicht die Embedded Learning Library (ELL) um Machine Learning auf Mini-Computer zu bringen. Systeme wie der Raspberry Pi oder die Arduino-Plattform sollen so ML-Prozesse auch ohne Cloud-Anbindung bearbeiten können. Noch ist die ELL in einem sehr frühen Entwicklungsstadium, generell soll mit ihr aber ein weiterer Schritt Richtung „Demokratisierung von KI“ gehen, sagt Saleema Amershi, Human-Computer-Interaktionsforscherin bei Microsoft.

  • CROWDFUNDING sueddeutsche: Letzte Hoffnung Crowdfunding: Wenn eine Crowdfunding Kampagne die letzte Hoffnung für die Gesundheit ist und im US-Gesundheitssystem schon eine feste Größe ist. Viele US-Amerikaner haben keine Krankenversicherung, aber können teilweise auch trotz Obamacare ihre Arztrechnungen bezahlen. Weil sich oftmals nicht anders zu helfen gewusst wird, vertrauen viele auf Crowdfunding-Plattformen, wie Gofundme, um die teilweise astronomischen Arztrechungen zu bewältigen. Wie gut funktioniert das und was passiert zur geplanten Trumpcare?

  • G20 netzpolitik: Gegen Überwachung demonstrieren auf der G20-Großdemo in Hamburg: Der G20-Gipfel in Hamburg, bei dem sich die Regierungsverteter der 20 größten Industrie- und Schwellenländern versammeln werden, steht kurz bevor. Die Demonstrationen und Proteste dazu sind ebenfalls schon in vollem Gang. Das Bündnis gegen Überwachung fordert beispielsweise den vollständigen Rückzug der Geheimdienste aus der Zivilgesellschaft. Der G20-Gipfel wird eine Herausforderung für die Infrastruktur der Stadt, aber durch Massenüberwachung auch für den Datenschutz.

  • TECH wired: Kängurus überfordern selbstfahrende Volvos: Die Technologie bei autonomen Fahrzeugen ist schon relativ fortgeschritten, die autonohm fahrenden Testfahrzeuge von Volvo in Australien haben jetzt aber ein ganz bestimmtes Problem: Kängurus! Laut einem Bericht von ABC News bringen hüpfende Kängurus das sogenannte „Large Animal Detection System“ von Volvo durcheinander. Australien ist für Volvo und andere Entwickler von autonomen Fahrzeugen ein anspruchsvolles Testgebiet. LKW mit Gesamtlängen von über 50 Metern, unzureichende Straßenmarkierungen und die anspruchsvolle Topografie fordern die Software der Autos heraus.

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  • ÜBERWACHUNG sueddeutsche: Wer sich überwachen lässt, bekommt Amazon-Gutscheine: Einfach 25 mal durch den Bahnhof Berliner-Südkreuz schlendern und man bekommt einen 25 Euro Amazon-Gutschein? Hört sich erst mal sehr verlockend an, aber der Haken ist da vor allem der Datenschutz. Am Montag hat die Bundespolizei mit der Suche nach Testpersonen begonnen und jetzt gibt es bereits 275 Teilnehmer . Die Testpersonen verdienen das Geld mit ihren persönlichen Daten, sie sollen „regelmäßig, im besten Fall mehrmals täglich“ den Bahnhof durchqueren. Damit soll eine Software zur Gesichtserkennung „trainiert“ werden.

  • MOBILITÄT mobile-zeitgeist: PwC Studie: Hamburg Spitzenreiter bei Digitalisierung der Mobilität: Hamburg liegt an der Spitze im deutschen Vergleich, was digitale Mobilität angeht. Zu diesem Ergebnis ist jetzt die Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungsgesellschaft PwC in einer Studie gekommen. Dabei punktet die Hansestadt vor allem hinsichtlich der Digitalisierung der Infrastruktur, insgesamt müsse der öffentliche Personennahverkehr aber noch innovativer werden, heißt es. Ebenfalls weit vorne im Digitalisierungs-Ranking liegen Stuttgart, Berlin und München

  • HACKATHON theguardian: refugee hackathons and 3D printing: apps for the world’s displaced people: Wenn man zur Flucht gezwungen ist und nur einen Gegenstand mitnehmen kann, was wird das sein? Heute ganz klar das Smartphone, die Möglichkeit, Kontakt zu Familie und Freunden zu haben ist in solch einer Situation essentiell. Generell haben Smartphones den Akt des Flüchtens stark verändert. Beispielsweise die Organisation Techfugees – hier CEO Josephine Goube im Interview – macht es sich zum Ziel, Geflüchteten durch Technologie zu helfen und veranstaltete erst einen Hackathon in Jordanien und plant weitere.

  • ONLINE-BANKING welt: Sichere Alternativen zum sensiblen mTAN-Verfahren: Vielen Menschen bereitet Online-Banking immer noch ein unsicheres Gefühl – tatsächlich sind mTANs recht sensibel und können leicht gestohlen werden. Längst gibt es aber bessere Verfahren zum sicheren Geld überweisen. Auf mTANs sollte beispielsweise am Besten gleich ganz verzichtet werden, eine sichere Alternative stellen beispielsweise TAN-Generatoren dar. Als sehr sicher gilt das Onlinebanking per Signaturkarte und Tastatur-Kartenlesegerät über die Verfahren HBCI (Homebanking Computer Interface) oder dessen Nachfolger Secoder. Voraussetzung dafür ist neben dem Lesegerät aber auch eine Finanzsoftware.

  • UBER heise: Ubers Investoren machen Druck: Uber-Chef Kalanick muss Posten komplett aufgeben: Der US-amerikanische App-Fahrdienst Uber steht schon seit einiger Zeit für seine Praktiken in der Kritik. Schon das Top-Management des Unternehmens sah sich in letzter Zeit sehr aufgewühlt. Um einen kompletten Neuanfang zu ermöglichen, fordern wichtige Anteilseigner jetzt auch den Rückzug des Gründers Travis Kalanick. Vor allem fehlendes Trinkgeld für die Fahrer als offizielle Option in der App war immer ein Kritikpunkt. Mittlerweile hat Kalanick dem Druck auch beigegeben und ist zurückgetreten.

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Destination Check: VivaTechnology 2017

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Vergangene Woche ging die Technik-Messe VivaTechnology in die zweite Runde. Unsere Redakteurin Lisa hat sich nach Paris begeben, sich unter die Menge gemischt und mal unter den Besuchern, Ausstellern und Speakern nachgefragt, wie die Messe so ankommt und ob die VivaTech den Trip wert ist – Paris ja sowieso! Hier könnt ihr zudem nochmal ihren Kommentar zum Event nachlesen und die Artikelreihe, die im Vorfeld zur VivaTech entstanden ist. Jetzt geht’s aber um die Stimmen aus dem – internationalen – Volk!


Speakerin: Rahaf Harfoush, Digitale Anthropologin, Panel „New ways to attract women to science and technology“


Rahaf Harfoush

Wie war dein Gesamteindruck?

Meine allgemeiner Eindruck der VivaTech ist großartig. Ich liebe die Diversität unter den Speakern, dem Content und den Startups, darunter viele Frauen und Menschen verschiedener Nationen. Es ist wunderbar, unter solch internationalen Einflüssen, Ideen, Unternehmern und Experten zu sein.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Ja, ich liebe es zu solchen Events zu kommen, weil ich mich immer darauf freue, mit neuen Tools und Technologien herumzuspielen. Virtual Reality macht großen Spaß und ich mag es, herauszufinden, woran Startups gerade arbeiten. Ich finde es toll, Leute zu treffen, die am Rand der innovativsten Bereiche dieser Branche arbeiten und ich liebe es einfach auch, mit ihnen zu reden und dazuzulernen. Ich habe viel über Probleme erfahren, mit denen sich die Unternehmen im Technikbereich ausgesetzt sehen. Sie haben alle möglichen technischen, kulturellen und personelle Probleme. Sie haben sich hier ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, all diese Themen in drei Tage Messe zu packen, aber es ist ihnen gelungen!

Wofür interessierst du dich hier und was war dein persönliches Highlight?

Ich interessiere mich vor allem für Themen wie die, wie man mehr Frauen in die Technikbranche bekommt. Ich denke, dass es wirklich wichtig ist, mehr Frauen für diese Bereiche zu begeistern. Außerdem interessiere ich mich auch sehr für die Zukunft der Arbeit und wie Dinge wie Algorithmen und künstliche Intelligenz unsere Arbeit zukünftig verändern werden und wie sie neue Jobs schaffen und alte beseitigen werden und was wir in der Übergangszeit machen.

Ich arbeite an einer Pariser Uni als Dozentin zu den Themen Innovation und Businessmodelle und ich liebe es, die verschiedenen Businessmodelle und die Experimente, die  die Leute ausprobieren, zu untersuchen. Dieses Jahr war in der Hinsicht besonders toll, da viele große Unternehmen angekündigt haben, kleinere Startups zu unterstützen und ich denke, dass das eine gute Sache für das Ökosystem ist, um Leuten Innovation in kleineren Formaten zu ermöglichen.

Und zu meinem Highlight – es gab einen Stand mit Virtual Reality, bei dem man in solche Zylinder ging, die VR-Brille aufsetzte und sich in einer Simulation unter Wasser befand. Das war sehr bizarr und verwirrend. Ich kann schon jetzt sehen, wie disruptiv diese Technologie für die Zukunft sein wird. Ich bin mir auch sicher, dass unsere Enkelkinder uns für diese großen „Helme“ auslachen werden, aber es fühlt sich auch wirklich so an, als ob wir da am Beginn von etwas Großem und Aufregendem sehen würden.

Wie hat sich die VivaTech seit dem letzten Mal verändert?

Ich denke, weil sich durch Innovation alles so schnell bewegt, können wir viel mehr auf Dinge wie KI und Chatbots erkennen. Diese Themen haben die Agenda in diesem Jahr quasi übernommen, aber es gefällt mir, dass dieses Thema so wichtig ist. 

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Jedem, der das hier spannend findet. Ich habe hier viele Studenten gesehen, Investoren, Startups – einfach jeder, der sich für das Ökosystem interessiert. Was mir an dieser Veranstaltung wirklich gut gefällt, ist, dass es die Probleme innerhalb des Ökosystems anspricht – es ist nicht nur für Startups oder die Uni oder nur für Führungskräfte. Die Tatsache, dass alle diese verschiedenen Player miteinander interagieren, spiegelt die echte Welt wieder, und das ist wichtig. Ich würde das Event also jedem empfehlen, der sich auch nur irgendwie für Technik interessiert – egal, ob er von einer großen Firma, einem Startup oder als Investor kommt. Hier werden neue Perspektiven zu anderen Parts des Ökosystems eröffnet, von denen man vielleicht nie wusste, dass sie existieren.


Besucherin: Lisa Boisneault, Communication Officer, IGN


Lisa Boisneault

Wie war dein Gesamteindruck?

Es ist mein zweites Mal hier und ich mag die Atmosphäre und das Ökosystem der VivaTech sehr, sie ist sehr groß – ich mag das Event!

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Die Konferenzen und Panels interessieren mich sehr. Ich arbeite in der Kommunikation, deswegen interessieren mich Themen wie Video Advertising oder wie man mehr Frauen in die Branche bringen kann. Ich erinnere mich an eine Konferenz aus dem letzten Jahr, in der es um Frauen im Business und großen Unternehmen ging, und das fand ich sehr interessant. Ich interessiere mich auch sehr für das Thema Mobilität, also Transport und so weiter. Für diese Themen gibt es hier viele interessante Startups. 

Was war dein persönliches Highlight?

Ich finde an der Messe toll, dass sie sehr international ist. Es gibt hier nicht viele solcher internationaler Events – die VivaTech ist für mich wie die CES in Las Vegas. Es ist toll, hier Englisch zu hören und zu sprechen und internationale Speaker mitzubekommen.

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Allen, die sich für Technologie interessieren – hier geht es um so viele verschiedene Themen: Transport, Shopping, Banking – also wirklich etwas für Leute aus allen Bereichen.


Aussteller: Henry Harris-Burland, VP of Marketing, Starship


Nicolas Lozacic

Wie war dein Gesamteindruck?

Es ist fantastisch. Hier ist so viel los, das Event ist erstaunlich. Und sehr viele Leute sind an unseren Lieferrobotern interessiert.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Wir sind nur für einen Tag hier, aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen.

Welche Themen interessieren dich besonders?

Alles, was mit selbstfahrenden Autos zu tun hat und alles über Liefer- und Versorgungsketten, egal, ob es um Lebensmittel, Pakete oder Essen geht. Das sind meine Hauptinteressen.

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Ich würde das Event Startups empfehlen, die Menge an Ausstellern ist groß und übertrifft meine Erwartungen.


Besucher: Alexander Demling, Journalist, Handelsblatt


Alexander Demling

Wie war dein Gesamteindruck?

Mich beeindruckt, dass hier neben vielen Franzosen – was ja selbstverständlich ist – auch viele chinesische oder überhaupt asiatische Unternehmen sind, was ich von Konferenzen in Europa eigentlich wenig kenne. Das ist dann immer sehr europazentrisch, so viel Amerika, wie es geht, aber man guckt eigentlich ganz wenig nach Osten, wo ja gerade die neuen Internetgiganten entstehen. Hier ist der Alibaba-CEO und viele andere, auch viele Aussteller, das find ich ganz beeindruckend.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Es ist zwar noch ein bisschen kurz, aber als Journalist hab ich natürlich die Erwartung, dass ich hier viele Leute treffen kann, die das Internet der Zukunft erfinden und vordenken. Das ist hier definitiv möglich. Hier trifft man die erste, zweite und dritte Reihe: beeindruckende CEOs, von Eric Schmidt über Benedict Evans bis hin zu Andreessen Horowitz. Der ist zwar auch als Technologie-Vordenker bekannt, aber man sieht, man hat sich nicht nur bemüht, ein paar große Köpfe für das Marketing zu bekommen, sondern es gibt durch die Bank spannende Internetvordenker.

Was war dein persönliches Highlight?

Ich leitete ein Panel zu „Music meets Tech“, mit einem Musikproduzenten, der Gründerin einer musikbasierten Messaging-App und der CFO des größten Radiokonglomerats der USA. Darauf habe ich mich natürlich sehr gefreut. Und generell finde ich es toll, dass man hier mit sehr vielen unterschiedlichen Themen in Kontakt kommt. Es reicht von Machine Learning, KI, Blockchain, also eher technischen Themen, bis hin zu wirklich sehr anwendungsnahen Themen wie zum Beispiel das Musikthema. Man findet alles und es ist wirklich sehr gut besetzt.

Würdest du wieder auf die Veranstaltung kommen?

Bestimmt, auf jeden Fall. Im Vergleich zu Konferenzen in Berlin ist die VivaTech viel größer, viel internationaler und auch thematisch einfach abwechslungsreicher. Ich kann noch nicht sagen, wie ich die Diskussionsformate finde und wie gehaltvoll das ist, weil ich noch nicht viel gesehen hab, aber wenn sie die Qualität dieses Line-ups halten können, dann auf jeden Fall.


Aussteller: Nicolas Lozancic, Head of Marketing & Communication, Speedernet


Nicolas Lozacic

Wie war dein Gesamteindruck?

Mein Eindruck ist sehr positiv! Hier sind viele Besucher vor Ort. Die Viva Technology findet jetzt zum zweiten Mal statt und ich finde, es ist sehr wichtig, ein Event wie dieses in Europa zu haben.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Ich habe einige Erwartungen. Vor der Show ist es wichtig, unsere Präsenz hier zu zeigen. Während der Show ist es wichtig, mit vielen Menschen zu kommunizieren, es ist selbstverständlich ebenso wichtig, viele Kontakte zu knüpfen und ihnen unsere Lösungen zu präsentieren. 

Was war dein persönliches Highlight?

Es gibt hier viele spannende Teilnehmer und viele Dinge in den unterschiedlichen Bereichen der Technologie. Wir haben ähnliche Techniken, außerdem gibt es hier immer Unternehmen, mit denen wir Partnerschaften verhandeln und unser Wissen teilen können. Besonders für kleine Unternehmen ist es wichtig, dass man sich mit anderen kleinen Unternehmen zusammentut.

Würdest du wieder auf die Veranstaltung kommen?

Ich würde die VivaTech auf jeden Fall empfehlen. Für alle Startups, denn hier sind Vertreter fast jedes Marktes vertreten, außerdem für die Themen HR, Sales und Energie. Und ich finde es wichtig, dass Unternehmen, egal aus welchem Teil Europas sie sind, zeigen können, was sie tun.


Images by Lisa Kneidl


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Check-up Ireland: Die MoneyConf kommt nach Dublin

DAY THREE OF THE WEB SUMMIT [DUBLIN 2015]-109985 (adapted) (Image by William Murphy) (CC BY-SA 2.0) via flickr

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Zuletzt hatte ich im zweiten Teil meines irischen Startup-ABC ein Unternehmen vorgestellt, dessen App ein “Instagram meets Money”-Konzept umsetzt. Das Startup taucht – wenn auch nur kurz – in dieser Kolumne erneut auf.

Was das wohl für den großen Bruder “Web Summit” bedeutet

“Plynk”, “Plynk”, “Plynk” – und das gleich 25 Millionen Mal. Ich hatte in dieser Kolumne vor zwei Wochen auch Plynk vorgestellt. Mit der Money-Messenger-App des Startups kann einer finanziellen Transaktion Kontext gegeben werden. Die Nachricht, die die Mitarbeiter von Plynk zuletzt aus Madrid erreichte, stammte von ihren Bossen, die dort im Rahmen der MoneyConf eine erfolgreiche funding-round in Höhe von 25 Millionen Euro bekanntgaben. Vom Kontext dieser Nachricht her betrachtet, konnte der Ort kaum besser gewählt sein, da Plynk Spanien und das benachbarte Portugal als die nächsten Märkte in der EU angreifen wird. Für das Vorhaben sollen 30 neue Leute eingestellt werden.

Das Plynk-HQ ist in Dublin beheimatet, wo auch der Web Summit-HQ zuhause ist. Die Macher des “Web Summit sind auch die Organisatoren der MoneyConf. Die Truppe um Paddy Cosgrave hatte in Madrid auch große Nachrichten zu verkünden. Ganz im Sinne von “Komm zu Mama!” wird MoneyConf 2018 in Dublin stattfinden. Der genaue Veranstaltungsort steht noch nicht fest, aber wahrscheinlich wird es das RDS werden, wo über Jahre der Web Summit stattfand, bevor nach vielen Diskussionen (im Bezug auf irische Regierungsmitglieder muss man aber eher von Kämpfen sprechen) der Umzug nach Lissabon erfolgte, wo der Web Summit Anfang November erneut stattfindet.

Im Bezug auf die MoneyConf finden die Organisatoren Erklärungen, die einem schon etwas bekannt vorkommen. So soll zum Beispiel die Kapazität von jetzt 1.800 Gästen auf 5.000 erhöht werden. Immer wieder neue Besucher-Rekorde zu setzen ist bei Cosgrave & Co. Methode und hatte letztendlich dazu geführt, dass das RDS zu klein für den Web Summit wurde – oder aber wie viele hier vor Ort sagen: “Web Summit? Too big for its own good!”

Die MoneyConf sei nicht der Web Summit, lautet jetzt das Mantra der Organisatoren. Dublin als ein etablierter Standort für Fintech sei ideal für diese Konferenz. Im Übrigen habe der MoneyConf-Anteil des Web Summit lediglich zehn Prozent betragen und für die verbliebenen 90 Prozent sei das RDS einfach nicht mehr tragbar gewesen. “Was die Infrastruktur anbetrifft, kann Dublin den Web Summit nicht verkraften.”, heisst es. Und dann folgte die interessante Beifügung “in seiner JETZIGEN Größe”. MoneyConf war ja aus dem eigentlichen Web Summit heraus zu einer Konferenz erwachsen, die auf eigenen Füßen steht, was sich wenn die Bedingungen denn stimmen, durchaus auch auf andere Teile wie Sport oder SaaS übertragen liesse.

Ausgliedern und Wachsen bdeutet Gesundschrumpfen. Heisst das, der Web Summit kommt zurück nach Dublin? Ich persönlich finde es interessant, dass die Organisatoren zwei Bereiche als mögliche Kandidaten für weitere Ableger nennen, die in den vergangenen zwölf Monaten bereits in Dublin mit Tech-Konferenzen abgedeckt wurden. Man könnte die Aussagen der Organisatoren wohl in zweierlei Hinsicht interpretieren – als Aufgeben (was diese Bereiche anbetrifft) und als Anerkennen, dass Konkurrenten gute Konferenzen organisieren; oder aber als Kampfansage an die Konkurrenz. Ich wage einfach mal eine Prognose – Cosgrave & Co. werden mit Teilbereichen erst mal testen und kleine Kämpfe führen, bevor man ernsthaft über die eigentliche Konkurrenz in Dublin nachdenkt, die man in der Zwischenzeit beobachten wird. Mein Plan für den 18. & 19. April 2018 beim Dublin Tech Summit sieht wie folgt aus: “Mr. Cosgrave! Rainer Kiebat, representing NETZPILOTEN from Germany. Do you have a minute?”


Image (adapted) „Day 3 of the Web Summit (Dublin 2015) 109985“ by William Murphy (CC BY-SA 2.0)


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„Innovation ist eine Geisteshaltung“ – Interview mit VivaTech-Managing Director Maxime Baffert

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Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelreihe im Vorfeld der internationalen Tech-Konferenz Viva Technology, zu der vom 15. bis 17. Juni 2017 rund 50.000 Teilnehmer und über 5.000 Startups nach Paris kommen. Die Netzpiloten werden als Medienpartner der Viva Technology mit vor Ort sein. Und hier gibt es Tickets für das Event zu gewinnen.


In etwas weniger als zwei Wochen öffnet die Tech-Konferenz VivaTechnology im Konferenzort Porte de Versailles zum zweiten Mal ihre Tore. Was Ende 2015 als spontanes Projekt startete, soll nach der erfolgreichen ersten Auflage im letzten Jahr 2017 nun bis zu 50.000 internationale Besucher versammeln. Ein selbstbewusstes Vorhaben, aber Managing Director Maxime Baffert ist zuversichtlich.

Maxime Baffert arbeitet für die Publicis Groupe, ist CEO von Proximedia und ist seit mehr als 10 Jahren im digitalen Marketing tätig. Im letzten Jahr war er Teil des Teams, das die VivaTech aus dem Nichts startete. Er beschreibt diese Zeit als sehr dynamisch und spaßig. Zusammen mit Yael Kusch-Stassart – sie ist Head of Communication and Media Partnerships der VivaTech – konnten wir ihn im Vorfeld der VivaTech zum Interview einladen.

Lisa Kneidl: Die VivaTech ist schon bald – In welcher Phase der Vorbereitung seid ihr gerade?

Maxime: Das Gute ist, dass wir sehr zuversichtlich hinsichtlich der Konferenz sind und hinsichtlich der Sachen, die wir in die Veranstaltung einbringen wollen. Wir haben eine großartige Reihe an Rednern und viele Innovationen, die vorgeführt werden. Mehr als 1.000 Startups werden mit großen Unternehmen während der drei Konferenztage zusammenarbeiten, um Workshops anzubieten. Inhaltlich steuern wir wirklich auf etwas Großartiges zu, aber bevor wir das erreichen, müssen wir eine Million Details klären, arrangieren, vorbereiten und ausführen – es ist schon ein bisschen stressig.

Letztes Jahr war die erste Auflage der VivaTech. Wie kam das alles zusammen?

Maxime: Es war eine Idee, die Maurice Lévy, der CEO der Publicis Groupe, schon seit Jahren im Hinterkopf hatte. Wir wollten etwas haben, das eine große und globale Veranstaltung sein sollte und in Paris stattfinden könnte. Wir wollten diese Art von Treffen erschaffen, die mit dem Web Summit, sowie dem CES in Las Vegas konkurrieren kann. Wir wollten mit dem Standort Paris eine neue Anlaufstelle für die großen Veranstaltungen schaffen. Ende 2015 haben wir uns mit unserem Geschäftspartner, der Wirtschaftszeitung Les Échos, getroffen und sie hatten die gleiche Idee. Also haben wir uns dazu entschlossen, den Weg gemeinsam zu gehen und unsere Kräfte zu bündeln, um dieses Event auf die Beine zu stellen. Es war komplett verrückt, weil wir uns erst Anfang Dezember 2015 getroffen haben und überzeugt waren, dass diese Veranstaltung im Juni 2016 stattfinden sollte. Wir hatten viele Leute dabei, die dachten, dass das verrückt sei, aber das hat uns erst recht motiviert, schneller daran zu arbeiten. Letztendlich haben wir es geschafft, während der drei Konferenztage insgesamt 45.000 Leute zu versammeln und ein Event zusammenzustellen, das interessant ist und sich von den anderen unterscheidet. Jetzt wollen wir dieses Niveau übertreffen, es sogar noch weiter vorantreiben und daraus ein jährliches Treffen für die digitale Welt machen.

Wie würdet ihr die letztjährige VivaTech beschreiben?

Yael Kusch-Stassart (adapted)
Image by Yael Kusch-Stassart

Yael: Für die erste Auflage hatten wir 45.000 Teilnehmer und für die zweite Auflage nehmen wir uns 50.000 Teilnehmer vor. Wir wollen es noch nicht zu groß machen.

Maxime: Wir wollen in diesem Jahr internationaler werden und Leute aus den wichtigsten Ländern, die für digitale Entwicklung stehen, erreichen. Daher sind wir sehr an dem deutschen und dem britischen Markt interessiert. Israel und natürlich China sind auch stark vertreten.

Wo sind Frankreich und Paris in der Tech-Gemeinde positioniert, was können sie anbieten? Ist Paris das Silicon Valley Frankreichs oder gar Europas?

Maxime: Ich denke, dass wir zunächst in Paris wirklich einen „Boom“ in Bezug auf Startups und die digitale Wirtschaft sehen. Wir haben jetzt eine riesige Zusammenstellung, die sich auf dem gleichen Niveau abspielt wie Konferenzen in London oder Berlin. Wir haben viele Startups, die hier gegründet worden sind, sowie viele große, besonders amerikanische, Firmen, die in Frankreich vor allem in die Qualität der Belegschaft investieren. Facebook gründet gerade sein „Artificial Intelligence Lab” in Paris.

Es gibt eine wirkliche Dynamik, die heutzutage in Paris und in ganz Frankreich stattfindet und wir spiegeln das mit der VivaTech-Konferenz wieder. Wir sind keine französische Veranstaltung, wir werden Redner sowie Sponsoren aus der ganzen Welt haben – aber ich denke, wenn wir nicht dieses dynamische Personal aus dem französischen Ökosystem hätten, hätten wir auch keine Konferenz.

Du hast Startups erwähnt. Wie wichtig sind sie für die VivaTech?

Maxime: Neben den 1.000 Startup-Ausstellern sind zudem 4.000 zu Besuch. Es ist tatsächlich eine Veranstaltung, die für Startups entworfen wurde. Unsere Spezialität ist, dass wir an das Modell der offenen Innovation glauben und wir glauben, dass es einen europäischen Weg für Startups gibt, sich zu entwickeln. Dieser europäische Weg beruht darauf, die Stärken von großen Firmen, die eine digitale Wandlung durchlaufen, zu vermischen. Startups können ihr Wachstum auf diesen großen Unternehmen gründen, weil sie Kunden oder Anteilseigner der Startups werden. Natürlich haben wir in Europa weniger Geld als in Kalifornien oder im Rest der Vereinigten Staaten zur Verfügung, aber wir glauben, es gibt eine Art Übereinstimmung zwischen großen Firmen und Startups, die sie schnell wachsen lassen.

„Innovation“ ist ein zentraler Begriff in Bezug auf Startups – Was ist „Innovation“ für dich?

Maxime: Ich denke, es erstreckt sich auf Bereiche außerhalb der Technologie, die natürlich ein großer Teil von Innovation ist, aber man kann auch Innovation in einem Geschäftsmodell erreichen. Ich denke, Innovation ist eine Geisteshaltung, die besagt, dass man sich nicht mit der Art und Weise zufrieden geben sollte, wie etwas gerade durchgeführt wird. Bei Innovationen geht es wirklich um den Versuch, um das Scheitern und darum, immer wieder zu experimentieren, bis man Erfolg hat.

Was können Besucher von der diesjährigen VivaTech erwarten?

Maxime Baffert (adapted)
Image by Maxime Baffert

Maxime: Wir haben wirklich gute Talks und tolle Redner wie Eric Schmidt von Alphabet, Daniel Zhang von Alibaba, Oliver Samwer von Rocket Internet und viele CEOs unserer Top-Sponsoren wie beispielsweise die Telekommunikationsfirma Orange. Es werden Verleger da sein, die aus den USA, Israel, Großbritannien und so weiter kommen. Mit unseren mehr als 250 Talks decken wir ein unglaublich breites Spektrum an Themen ab. Von Technologiethemen über Virtuelle Realität, künstliche Intelligenz, Robotik und Handelsthemen – wir haben einen sehr generalistischen Ansatz.

Mein Lieblingsdetail ist folgendes: Wir organisieren eine Reihe mit dem Namen „#nextechs“ und hier werden alle Themen angesprochen, von der jeder in ein paar Jahren reden wird, so wie wir heute von der Blockchain sprechen. Wir haben quantengestützte Informatik und all diese Technologien, die auf genetischer Manipulation basieren. Wir haben auch Vorträge zu Nanorobotik – die Leute, die wirkliche Tech-Nerds sind, werden wohl zufrieden sein, weil wir versuchen, detailliert auf Technologie als Themengebiet einzugehen. Das passt auch für Leute, die einfach nur wissen wollen, was in einem Bereich gerade los ist.

Was sind die drei hauptsächlichen Trendthemen der diesjährigen VivaTech?

Maxime: Das erste beinhaltet alles, was mit Data und künstlicher Intelligenz verbunden ist. Wir haben viele Vorträge dazu, weil es gerade ein wirklich heißes Thema ist. Wir haben einen sehr überzeugenden Vortrag über Fintechs. Es ist eines der Themen, an dem unsere Besucher am meisten interessiert sind. Der dritte Aspekt ist unsere Reihe mit dem Namen „#positiveimpact“, was bedeutet, dass wir zu verstehen versuchen, wie Technologien unserer Wirtschaft und Gesellschaft als Ganzes helfen kann. Zum Beispiel haben wir ein Panel namens „Techfugee“ das die Kernfrage bedient, wie Technologie den Flüchtlingen helfen kann.

Welches Thema ist für dich eine Herzensangelegenheit und auf was freust du dich?

Maxime: Mir gefällt das „#nextechs“-Projekt am besten, das ich gerade erwähnt habe. In diesem Jahr haben wir ein sehr wichtiges Ziel: Wir wollen das Problem der technischen Vielfalt und den Technologie-Konferenzen in Angriff nehmen – 40 Prozent der Referenten sollen Frauen sein. Unser Konferenzteam arbeitet intensiv daran, sicherzustellen, dass dieses Ziel erreicht wird. So haben wir beispielsweise alle Panels, in die sich ausschließlich Männer eingetragen hatten, abgeschafft. Bei Tech-Konferenzen hat man üblicherweise 10 Prozent oder maximal 20 Prozent Frauen – wir wollen darüber hinauskommen und zeigen, dass man, wenn man sich die Zeit nimmt, wirkliche Vielfalt auf der Bühne haben kann.

Bewerbt ihr die Veranstaltung auch aktiv auf diese Weise?

Yael: Es ist sehr wichtig und um ehrlich zu sein, gibt es kaum weibliche Hauptredner oder überhaupt Frauen in hohen Positionen mit wirklich interessanten Jobs. Noch seltener ist es, wenn sie auch noch auf der Bühne oder in der Öffentlichkeit sein wollen. Wir werben also aktiv mit weiblichen Speakern, weil uns das besonders wichtig ist.

Wer sollte an dem Event teilnehmen?

Maxime: Wir haben zwei Tage, die auf B2B ausgelegt und die wirklich für Fachleute sind. Der letzte Tag ist für B2C-Kunden gedacht. Demnach besteht unser Publikum innerhalb der ersten zwei Tage mehr aus Startups, Gründern, CEOs, Investoren und Journalisten. Am letzten Tag zielt es mehr auf Studenten und Projektverantwortliche ab, die ihre eigene Firma gründen wollen.

Yael: Es wird eine „Entdeckerzone“ geben, wo viele neue Projekte vorhanden sind, die sie entdecken können und die sie noch nicht im TV oder anderswo gesehen haben. Die zwei Tage, die B2B beinhalten, sind für uns der Schlüssel. Während des B2B-Teils wird alles auf Englisch sein und am Tag, an dem es um B2C geht, wird alles auf Französisch sein, weil wir denken, dass es eher die französischen Besucher als die internationalen Medien anzieht.

Was wollt ihr mit der diesjährigen VivaTech erreichen?

Maxime: Das erste Ziel ist, dass wir Leute anziehen, die aus mehr als 50 Ländern zur VivaTech kommen. Wir wollen uns weltweit aufstellen können. Unser zweites Ziel ist, dass wir unseren Besuchern auf der VivaTech etwas bieten, das sie noch nicht zuvor gesehen haben. Das kann ein Redner sein, den sie vorher noch nicht gehört habe oder eine Idee, über die sie vorher noch nicht nachgedacht haben. Dann wollen wir auch, dass die Leute sehen, dass die Technik etwas Positives ist. Besonders während des Wahljahres in Frankreich ist das wichtig. Wir hören viel über negative Folgen der Technik, aber wir glauben, dass die Chancen, die die Technik uns bietet, wichtiger sind als mögliche negative Auswirkungen.

Danke euch!


Images by Maxime Baffert, Yael Kusch-Stassart


Die Netzpiloten sind Partner der Viva Technology und werden vor Ort berichten. Wir verlosen Tickets für das Event, das vom 15. Bis 17. Juni 2017 in Paris stattfindet. Um an der Verlosung teilzunehmen, macht einfach mit und nutzt eure Chance auf Tickets for free für die Viva Technology! Zeit habt ihr dafür bis Dienstag, den 06. Juni. Viel Glück!

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Check-up Ireland: Der Google-Effekt

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Heute werfe ich einen Blick auf die steigenden Mieten in Dublin. Was hat das mit Tech zu tun? Google hat die Antwort …

Gutbezahlte Techies sorgen für steigende Mieten in Dublin

Der ‚Google-Effekt‘ wird auch als digitale Amnesie bezeichnet. Hier in Irland hat man wiederum oft den Eindruck, dass große Teile der Bevölkerung unter Amnesie leiden, was den Immobilien-Crash anbelangt, der das Land an den Rande des Abgrunds und in einen Bailout geführt hat. Kein Wunder also, dass der ‚Google-Effekt‘ in Dublin auch viel mit rasant steigenden Mieten zu tun hat.

Google Effect
Screenshot by Rainer Kiebat

Wenn man hier dieser Tage Nachrichten zum Thema Mietpreise liest, hat man sofort einen Schlager im Kopf: “Ich glaub, es geht schon wieder los. Das darf doch wohl nicht wahr sein!” Leiden denn hier alle unter kollektiver Amnesie? Warum steigen Immobilienpreise und Mieten im Tandem so rasant? Die Antwort ist oft ganz simpel – es werden schlicht und einfach nicht genügend Häuser und Appartments gebaut. Angebot und Nachfrage. Punkt. Im Zentrum von Dublin kommt aber ein besonderer ‚Google-Effekt‘ zum Tragen.

Der ‚Google-Effekt‘ ist hier eine Medaille mit zwei Seiten. Google & Co. beschäftigen in den “Silicon Docks” Tausende, so dass hier von der Rezession nichts mehr zu spüren ist. Die Kehrseite der Medaille? Rasant steigende Mietpreise.

Und eben jene Mieten, die zunehmend ausser Kontrolle geraten, stellen so manchen Mitarbeiter in Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Google vor eine Wahl – will ich nahe bei der Arbeit wohnen und einen großen Teil meines Gehalts quasi direkt an meinen Vermieter überweisen lassen, oder nehme ich einen längeren Weg zur Arbeit in Kauf?

Der neueste Mietpreis-Report der “Bibel” macht nur zu deutlich, was das Dubliner Dilemma ist. National betrachtet sind Mietpreise eh schon so hoch wie nie. In der Hauptstadt sind die Mieten 15,5 Prozent höher als auf dem Höchststand in 2008 und 66 Prozent höher als auf dem niedrigsten Stand inmitten der Rezession. Die Miete für ein normales Zwei-Betten-Appartment liegt im Dubliner Stadtzentrum bei 1.900 Euro – was einen an einen weiteren Schlager denken lässt: “Tränen lügen nicht”. Und schnell folgt dem ‚Google-Effekt‘ der ‚Domino-Effekt‘ – steigende Mieten sorgen für erhöhten Druck auf Arbeitgeber, was Gehälter anbetrifft; steigende Gehälter sorgen für mehr Druck auf die Preise von Konsumgütern – und schon steigen die Kosten für alle.

Zwar steht Dublin nicht allein, was dieses Mietpreis-Phänomen anbetrifft, unter dem auch Mieter in anderen Metropolen wie London oder Berlin zu leiden haben. Auch dort gibt es Cluster von Finanz- oder Tech-Firmen, die gute Gehälter zahlen und somit unfreiwillig auch für steigende Mieten innerhalb des Clusters sorgen. Investionen gerade von Tech-Unternehmen sind seit dem Crash rapide gestiegen und haben für einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt. Gleichzeitig wird aber auch der Druck auf Mieten in diesem Cluster, das eh schon die größten Anwaltskanzleien, Unternehmensberatungen und Finanzunternehmen des Landes beherbergt, immer stärker.

Als Google 2004 sein erstes Büro in Dublin eröffnete, arbeiteten dort 70 Mitarbeiter – und ein halbes Dutzend unter einem Tarnnamen beim Dienstleister arvato outgesourced . Heute sind es rund 6.000 im Google-Docks-Komplex – plus ein paar Hundert bei arvato und ähnlichen Firmen. Facebook folgte 2008 und hat heute rund 2.000 Beschäftigte. 80 Tech-Firmen haben sich mittlerweile im Silicon Docks-Cluster angesiedelt und beschäftigen Tausende von meist gut bezahlten Leuten.

Der Großteil der Angestellten sind jedoch nicht Iren, sondern kommen aus Spanien, Italien, Polen oder Deutschland – jenen Märkten, die von den Multinationals aus ihren Dubliner Europa-Zentralen heraus bedient werden. Sie alle müssen irgendwie untergebracht werden. Sie alle haben relativ viel Geld auszugeben. Sie alle sorgen für den ‚Google-Effekt‘ – auch wenn sie für die Konkurrenz arbeiten.

Zweifelsohne haben Google & Co. einen bedeutenden Anteil am irischen Aufschwung, was in der Breite anerkannt wird und (noch) trotz Wohnungsnot sowie steigenden Immobilien- und Mietpreisen nicht zu Neid führt. Zwei Aussagen sollten aber als Warnung dienen. Die US-Irische Industrie- & Handelskammer sprach neulich von einem “Nachdenken” über Investitionen, wenn mehr und mehr Mitglieder ihre Angestellten nicht mehr unterbringen können. Viel bedenklicher war für mich aber die Forderung eines “Solidarity”-Politikers im irischen Parlament, US-Firmen zu enteignen, um Wohnungsbau zu finanzieren. Hm – mal “Populismus” bei Google eingeben …


Image (adapted) „Google Ireland“ by Stephen Bergin (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • HACKER sueddeutsche: WannaCry, NSA und BND: Globaler Cyber-Angriff zeigt, wie riskant die Arbeit der Geheimdienste ist: Seit Freitag sind weltweit Hunderttausende Computer von dem Hackerangriff rund um den Wurm „WannaCry“ betroffen. Die Attacke scheint zunächst gestoppt, ist aber noch nicht ganz überstanden. Die Hacker haben den Notausgang, den ein IT-Spezialist eher zufällig fand und dadurch die Weiterverbreitung von WannaCry stoppte, aus der Ransomware entfernt, erneute Angriffe seien also möglich. Betroffen waren große Konzerne wie Renault oder die Deutsche Bahn und ausgelöst wurde die Attacke, wenn auf einen E-Mail-Anhang geklickt wurde.

  • DIGITALISIERUNG t3n: Bahnchef will die Fahrkarte abschaffen: Laut Bahnchef Richard Lutz ist der klassische Bahn-Fahrschein bald passé. Die Digitalisierung nimmt auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln Einzug und nun soll auch das digitale Ticketing eingeführt werden. In Zukunft soll der Zug über das Handy des Passagiers erkennen, wann dieser ein- und aussteigt und infolgedessen automatisch einen Betrag abbuchen. Das dafür benötigte WLAN-Netzwerk wird derzeit bereits ausgebaut. Nicht unbeteiligt an dieser Entwicklung war sicherlich auch der weltweite Wanna-Cry-Hackerangriff am Freitag, von dem auch die Deutsche Bahn betroffen war.

  • KONFERENZ heise: Cube Tech Fair: Zum Abschluss rockt Steve Wozniak das Haus: Am Freitag endete die neue, dreitägige Startup-Messe Cube Tech Fair in Berlin. Zu den Stargästen zählten Tech-Aktivistin Robin Wright und Apple-Mitgründer Steve Wozniak. Der Job von „The Woz“ auf der Messe war es, einen mit einer Millionen Euro dotierten Startup-Preis zu verleihen, nicht ohne aus seinem bewegten Leben zu erzählen. Insgesamt konnte die Messe rund 5.000 Besucher versammeln und soll auch im nächsten Jahr wieder stattfinden.

  • MICROSOFT spiegel: Windows 10 öffnet sich für iOS und Android: Vergangene Woche hat auch Microsofts hauseigene Entwicklerkonferenz, die “Build 2017”, stattgefunden. So eine Konferenz kommt selbstverständlich nicht ohne große Ankündigungen aus und so war auch Windows 10 ein zentrales Thema. Microsoft hat auf der Build 2017 das Windows 10 Fall Creators Update der Öffentlichkeit präsentiert und will damit insgesamt einen viel größeren Fokus auf Nutzer mobiler iOs- und Android-Geräten legen. Windows 10 zeigt sich offen wie nie und holt sogar den größten Konkurrenten an Bord: Apples iTunes wird im Windows Store verfügbar sein.

  • WIRTSCHAFT faz: Delivery Hero: Frisches Geld für Foodora-Muttergesellschaft: Der südafrikanische Investor Naspers hat jetzt 387 Millionen Euro in die “Lieferheld”, “Foodora” und “Pizza.de” Muttergesellschaft gesteckt. Das Internet-Beteiligungsunternehmen Rocket Internet hat für den Essenslieferdienst Delivery Hero einen weiteren Investor gefunden. Damit sinkt der Anteil des Internet-Brutkastens an Delivery Hero von zuletzt knapp 38 Prozent auf etwa 33 Prozent.Schon 2015 und 2016 war der Börsengang für Delivery Hero geplant, 2017 soll es nun nach einem Wachstumssprung des Unternehmens soweit sein.

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Check-up Ireland: Niamh Bushnell – die Zarin dankt ab

GRAND CANAL DOCK AREA OF DUBLIN [JUNE 2016]-117259 (adapted) (Image by William Murphy [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Als ich die Dubliner Startup-Beauftragte Niamh Bushnell Ende 2015 zum ersten Mal besuchte, war „The Commish“ von einer irischen Zeitung gerade als Zarin bezeichnet worden. Da die Zarin gerade abgedankt hat, ist nun ein guter Zeitpunkt für ein „Netzpiloten revisited“.

Wenn es um Tech-Themen geht, ist Dublin nicht nur Hauptstadt, sondern gleichzeitig auch ein Dorf. Man hat oft das Gefühl, dass jeder jeden kennt und das ist meistens und eigentlich auch gut so. Kein Wunder also, dass seit Monaten viel geredet, spekuliert und in der Gerüchteküche gearbeitet wurde, was die Zukunft der Dubliner Startup Commission anbetrifft.

Was im Oktober 2014 als Pilotprojekt (oder laut Niamh Bushnell als „Experiment“) begann, wurde von Anfang an sowohl von der Ryan Academy der Dublin City University als auch von der Dubliner Stadtverwaltung tatkräftig und finanziell unterstützt. Hinzu kamen unzählige Unterstützer aus der Tech Community selbst.

Ein Jahr nach meinem Interview mit Niamh Bushnell in ihrem Büro an den „Silicon Docks“ fand an gleicher Stelle ein Boardmeeting statt, nach dessen Abschluss Veränderungen angekündigt wurden. Nicht etwa, weil die Kommission schlechte Arbeit geleistet hatte, sondern gerade weil Niamh Bushnell und ihre Mitarbeiter so viel bewegt hatten, machte es Sinn, Dinge zu verändern. Alle Beteiligten waren sich einig, dass „The Commish & Co.“ etwas erreicht hatten, was für Irland neu und wichtig war – den Charakter und die internationale Reputation Dublins einer Tech- und Innovationsmetropole zu verbessern. Zweifelsohne ein Erfolg vieler Mütter und Väter.

Mit dem Rückblick auf die Erfolge ging sofort der Ausblick auf die Zukunft einher. Zugleich mit ihrem Rücktritt Ende März begann Niamh Bushnell mit der Analyse der verschiedenen Tätigkeitsbereiche der Kommission, verbunden mit einem Plan zur weiteren Entwicklung der einzelnen Felder. Soviel war schon zu Beginn des Jahres klar – auch ohne Niamh Bushnell würden die Startups in Dublin nicht vernachlässigt und wertvolle Arbeit würde unter neuen Dächern fortgeführt werden. Die Publikationen Dublin Globe, The Brekkie und der Tech Concierge-Service gehören nun zum „Digital Hub“, während das Mentoring for Scale-Programm  Teil der DCU Ryan Academy wurde.

Niamh Bushnell (Image by Niamh Bushnell)
Niamh Bushnell (Image by Niamh Bushnell)

Fiach Mac Conghail, der als Geschäftsführer des „Digital Hub“ nunmehr auch die Arbeit von Niamh Bushnell fortführen wird, sprach vom „wichtigen Erbe“, das man angetreten habe. Man sei aber zuversichtlich, dass man der Verpflichtung gerecht werden würde. Niamh Bushnell selbst hat keinen Zweifel daran, dass die Erben um Fiach Mac Conghail weiterhin Erfolg haben werden: „Fiach hat die Visionen und die Energie dazu.“ Visionen und Energie – genau das, was zu spüren war, als ich Niamh Ende 2015 zum ersten Mal für „Netzpiloten“ interviewt habe. Damals sprach sie auch davon, wie sie im April 2014 eine Gruppen-E-Mail über einen „faszinierenden Job“ erhalten und sich sofort beworben hatte. Wie sagt man so schön? „And the rest is history.“

Im Rückblick nennt Niamh Bushnell die Frage, warum es Dublin sein sollte und nicht Startup-Beauftragte für Irland, als eine der am häufigsten gestellten. Heute wie auch damals ist sie davon überzeugt, dass ganz Irland davon profitiert, wenn Dublin in internationalen Rankings weit oben zu finden ist. Sie selbst wird in ihrer neuen Rolle bei TechIreland von ihrer Arbeit im alten Job profitieren können. TechIreland hat eine nationale Agenda – Innovation soll eine irische Marke werden – wie z.B. Kerrygold oder Guinness.

Bei einer der letzten Veranstaltungen, an der Niamh Bushnell als „Commish“ teilnahm, sprach Paschal Donohoe, der Minister für Öffentliche Ausgaben, unter anderem auch über den innovativen Geist Irlands. Sein Zitat aus einem Roman von Donal Ryan ist für sie so etwas wie ein Bogen zwischen alter und neuer Aufgabe: „Gerede ist doch irgendwie nichts anderes als Lügen. Nur, wenn man es wirklich macht, wird es zur Wahrheit.“ Sie habe als Startup-Beauftragte viel darüber geredet, wie toll Dublin doch sei. „Was jedoch als nächstes passiert – da geht es darum, Dinge zu tun. Es geht darum, etwas zu bewegen – für Dublin und zum Wohle des ganzen Landes.“ Große Worte, denen aber, da sie von Niamh Bushnell gesprochen wurden, mit Sicherheit auch Taten folgen werden.


Image (adapted) „GRAND CANAL DOCK AREA OF DUBLIN [JUNE 2016]“ by William Murphy (CC BY-SA 2.0)


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Die Netzpiloten sind Partner beim TechSummit Berlin

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In Berlin findet am 12. April 2017 der TechSummit statt. Hier erwarten euch zahlreiche Experten, die gerne ihr Wissen mit euch teilen und Tipps, Tricks und Ideen zu einer großen Bandbreite an Themen bieten. Schließt euch anderen aus der Tech-Community an und verbringt mit ihnen einen Tag, an dem ihr zwanglose Gespräche führen und Informationenen austauschen könnt. Die Themen, auf die ihr euch freuen könnt, sind Überwachung, Leistung, Containerisierung, Automatisierung von Infrastruktur, Skalierbarkeit, Sicherheit, serverlose EDV und Ingenieurskultur. Die Sprache des Events ist Englisch.

Experten und Speaker

Unter anderem werden diese Experten und Speaker für euch vor Ort sein:

Die Location ist die Kultbrauerei in Berlin und deren Umgebung. Die Tickets kosten nur 25 Euro. Damit habt ihr einen Pass für den ganzen Tag inklusive Verpflegung. Hier könnt ihr eure Tickets kaufen.

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Check-up Ireland: Wie Irland von der Scheidung der Briten aus der EU profitieren kann

Eu (adapted) (Image by Elionas2 [CC0 Public Domain] via pixabay)

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden 12 Monate werde ich nun die „Tech-Insel“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

In der Woche, in der die Briten nun endlich Artikel 50 des EU-Vertrags ziehen, und somit Brüssel die Scheidungspapiere zustellen, kommt diese Kolumne nicht umhin, erneut über Brexit zu reden (mit Sicherheit nicht zum letzten Mal) und ein paar Fragen zu stellen: Bedeutet Brexit auch Techxit? Wird Irland, wenn die Scheidung zwischen Briten und der EU vollzogen ist, am Ende nicht nur Opfer sondern auch Profiteur sein?

Offiziell ist es die Brexit-Politik der irischen Regierung, dass die Briten enge Freunde und Alliierte sind, was bedeutet, dass Irland als Brücke zwischen der EU auf der einen Seite und dem wichtigen Partner auf der anderen Seite dienen kann. Inoffiziell gibt es jedoch beträchtliche Spannungen. Einige Kommentatoren fürchten, dass der Brexit einen erheblichen negativen Effekt auf die irische Wirtschaft haben wird und später sogar einen „Irexit“ nach sich ziehen könnte. Die Gegenseite sieht das Gegenteil – die Krise als Chance. Jobs und Investitionen, die eng mit der EU zusammenhängen, brauchen eine neue Heimat innerhalb der EU.

Insbesondere der Tech-Sektor ist für Irland von strategischem Interesse. Das gleiche gilt für den Finanz-Bereich und somit sind irische Fintech-Unternehmen an der Kreuzung zwischen diesen beiden Bereichen ideal positioniert. Nicht von ungefähr haben die beiden staatlichen Wirtschaftsförderungsgesellschaften Enterprise Ireland (zuständig für Exporte) und IDA (zuständig für das Anlocken von Unternehmen aus dem Ausland) einen zusätzlichen Personal-Etat von nahezu drei Millionen zugeteilt bekommen, um zwischen sich 60 neue Leute zu rekrutieren.

Nicht nur Nachteile

Fergus Kelly von Capstone, einem Spezialisten in Unified Communications im Finanzbereich, sieht den Brexit positiv. Capstone, die auch ein Büro in London haben, hören immer öfter von britischen Kunden, dass es Gedankenspiele gibt, die Belegschaft in Deutschland oder Frankreich zu erhöhen, eine Tochterfirma in Irland zu gründen oder sogar das ganze Unternehmen hierhin zu verlagern. Was die Art von Technologie anbetrifft, mit der Capstone arbeitet, spricht Kelly vom „Lift & Shift“-Phänomen – extremer Mobilität, die es Kunden ermögliche, schnell zu reagieren und umzuziehen. Zwar habe der Schock des Referendums nicht unmittelbar Bewegungen von Jobs und Investitionen nach sich gezogen, aber je näher die Scheidung rücke, desto nervöser würde man im Finanz-Distrikt London City. „Artikel 50 bedeutet für uns konkrete, neue IT-Projekte“, lautet die klare Ansage von Fergus Kelly.

Auch Tony Connolly von AccountsIQ, das Lösungen im Bereich Cloud Accounting anbietet, sieht im Brexit eher die Chance als die Krise. Der Markt werde nicht einfach verschwinden. Natürlich würden auch andere Standorte wie zum Beispiel Luxemburg versuchen, möglichst große Stücke vom Kuchen abzubekommen, aber Irland sei ideal positioniert. Die starken Verbindungen Irlands mit den Briten was Wirtschaft, Kultur und Sprache anbelangt, kombiniert mit dem starken Bekenntnis Irlands zur EU bedeute, dass man hier vom Brexit profitieren werde: „Tech ist hier ideal positioniert, um sowohl in EU-Märkte als auch in post-EU britische Märkte hinein zu verkaufen.“

Schon jetzt, da Artikel 50 gerade erst in Kraft tritt, fürchten viele irische Unternehmen in Nicht-Tech-Sektoren die neue, alte Grenze. Folgende Sätze von Tony Connolly stehen jedoch beispielhaft dafür, wie Unternehmen der Tech-Industrie das mit der Grenze sehen: „Vom Tech-Blickpunkt aus betrachtet spielt die Grenze keine Rolle. Dienstleistungen, die zurzeit von britischen Standorten aus erbracht werden, können ganz einfach auch von Dublin, Cork oder Limerick aus erbracht werden.“

Zwar weiß noch niemand (inklusive der Briten) ganz genau, ob die Scheidung, die gerade mit Artikel 50 beginnt, sauber verlaufen oder schmutzig enden wird und wie viele traurige Scheidungskinder danach zurückbleiben werden. Tech ist aber den Kinderschuhen schon lange entwachsen, geht mit der Trennung flexibel um und wird die Scheidung wohl erwachsen und gewachsen überleben.


Image (adapted) „Eu“ by Elionas2 (CC0 Public Domain)


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Die Netzpiloten sind Partner der webinale

In Berlin findet vom 29. Mai bis zum 02. Juni die 10. webinale statt. Die Netzpiloten sind Medienpartner und stellen euch das Event vor

Die webinale ist die Konferenz für digitale Professionals, Trendsetter und Macher im World Wide Web und bedient alles rund um Tech und Tools in den Bereichen Business, Technology, Design und Online-Marketing.

Vier Tracks und Themen bilden das Grundgerüst der webinale:

  • Web Design Der „Web Design“-Track bietet einen Überblick der wichtigsten Skills und Technologien, die für die Gestaltung und Entwicklung von Websites benötigt werden: UI-Design, SEO, Tooling, Responsive Design und der richtige Einsatz von CSS und HTML. Als Experte ist für euch unter anderem Jonas Hellwig von kulturbanause vor Ort.
  • Online Marketing Storytelling, Content Marketing, Web Analytics, SEO, Corporate Blogs, Conversion Rates und vieles mehr – das Feld Online Marketing ist reich an Facetten, aber auch an Fallstricken. Als Experte ist für euch unter anderem Maël Roth von Scompler vor Ort.
  • User Experience Design (UX) User Experience umfasst alle Aspekte der Interaktion eines Nutzers mit einem Produkt, aber auch der herstellenden Firma und ihren Dienstleistungen. Als Experte ist für euch unter anderem Agnieska Walorska von CREATIVE CONSTRUCTION HEROES vor Ort.
  • Business Innovation Im Track „Business Innovation“ erfahren die Teilnehmer, welche Herangehensweisen, Tools und Organisationsformen die Entstehung von nachhaltiger Business Innovation fördern können. Als Experte ist für euch unter anderem Jana Stecher von CZY WRK vor Ort.

Wer sich bis zum 04. Mai für mindestens drei Tage anmeldet, erhält ein Tablet gratis dazu. Hier kommt ihr zur Registrierung. Die Location ist das Maritim proArte Hotel Berlin.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • HACKER sueddeutsche: Tausende Twitter-Accounts offenbar von Erdogan-Anhängern gehackt: Sie verbeiteten in großem Stil die Hashtags “#NaziAlmanya” und “#NaziHollanda”. Hacker haben am gestrigen Tag tausende prominente Twitter-Accounts, betroffen waren beispielsweise Amnesty International, Pro Sieben, Borussia Dortmund oder Ex-Tennisprofi Boris Becker, gehackt und für diese Botschaften missbraucht. Verantwortlich sind offenbar Erdogan-Sypmathisanten und den Einstieg haben ihnen mutmaßlich Drittanbieter-Apps ermöglicht.

  • FACEBOOK zeit: Pakistan schränkt soziale Medien ein: Gotteslästerliche Inhalte sind in pakistanischen sozialen Medien nicht gerne gesehen. Der Ministerpräsident Nawaz Sharif hat jetzt das Innenministerium angewiesen, umgehend alle Seiten mit solchen Inhalten zu sperren. Ebenfalls wies er das Außenministerium an, internationale Institutionen und sozialen Netzwerken in Kontakt zu treten, um das Problem zu lösen. Die Zensur erfolgt seit Anfang des Jahres und schon bis 2016 war YouTube drei Jahre lang gesperrt, weil dort ein islamfeindlicher Film hochgeladen worden war.

  • TESLA golem: Tesla braucht neues Geld für Model 3: Für die Produktion des “Model 3” will sich Tesla jetzt eine Milliarden-Geldspritze verschaffen. Der Elektroauto- und Ökostromkonzern braucht für seine ambitionierten Expansionspläne und den Vorstoß in den Massenmarkt frisches Geld. Wie Tesla am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte, sollen die Mittel vor allem zur Stärkung der Bilanz und somit zur Minimierung von Risiken beim Anlauf der Produktion des ersten Mittelklasse-Elektrowagens „Model 3“ genutzt werden.

  • SXSW t3n: Holoplot: Berliner Audio-Startup räumt bei Tech-Festival SXSW ab: Noch ist das South by Southwest Festival (SXSW) in Austin, Texas in vollem Gange. Auch ein deutsches Tech-Startup konnte auf dem Festival jetzt Wellen schlagen. Das Berliner Startup Holoplot setztt sich mit seinen Produkten das Ziel, zielgerichtet Schall zu verteilen. Sie haben ein Audiosystem entwickelt, das die Akustik etwa in Museen, Bahnhöfen oder Konzertsälen verbessern soll. Auf dem SXSW haben sie dafür jetzt den „Interactive Innovation Award“ in der Kategorie „Music & Audio“ verliehen bekommen.

  • MESSAGING heise: Schwere Sicherheitslücke in den Web-Oberflächen von WhatsApp und Telegram geschlossen: Nachdem bei den beiden Messaging-Diensten WhatsApp und Telegram kürzlich eine Schwachstelle gefunden wurde, konnten diese mittlerweile beide geschlossen werden. Die Lücke erlaubte es den Angreifern, die Web-Sessions der Messenger zu kapern und so Nachrichten mitzulesen, Adressbücher zu kopieren und Schadcodes an Kontakte zu versenden. Wer vor allem die App-Versionen verwendet, sei auf der sicheren Seite, die Angriffe betrafen vor allem die Browser-Versionen und Web-Apps.

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Check-up Ireland: vom WebSummit zum Dublin Tech Summit

Irland (adapted) (Image by Unsplash [CC0 Public Domain] via pixabay)

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden zwölf Monate werde ich nun die „Tech-Insel“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Nachdem der WebSummit seine Koffer gepackt und von Dublin nach Lissabon verschickt hat (wo der Start so erfolgreich war, dass die Koffer vorerst dort bleiben), fragten viele nach dem „neuen WebSummit“. Noch bevor jedoch einer der in diesem Zusammenhang meistgenannten Events, der Dublin Tech Summit, überhaupt die Chance hatte, sich darzustellen und zu beweisen, ist mir persönlich erst mal eine inflationäre Nutzung des Wortes „Summit“ aufgefallen. Einige, wie zum Beispiel der ‚Brexit Summit‘ (wegen der Bedrohung, die für Irland vom Brexit ausgeht) oder der ‚Talent Summit‘ (wegen der talentierten Arbeitskräfte, um die sich gerade die Tech-Firmen nur so prügeln), machen absolut Sinn. Wenn jedoch mit Altpapier erzeugenden, riesigen Anzeigen in Sonntags-Zeitungen zum ‚Waste Summit‘ gerufen wird, blättere ich rasch weiter.

Das ist ja wohl der Gipfel!

„Bye, bye, WebSummit – und was nun?“ fragten sich viele in der irischen Tech-Szene. Und während viele die Besetzung von Nischen wie Sports & Tech als richtige Antwort ansahen, beschlossen die Macher des Dublin Tech Summit, den entgegengesetzten Weg zu gehen und die Lücke eines globalen Tech-Gipfels zu füllen, die der WebSummit in Dublin hinterlassen hat.

Über zwei Tage hinweg strömten in der vergangenen Woche tausende von Delegierten ins Dublin Convention Centre, das am Hafen passenderweise direkt gegenüber des Tech-Viertels ‚Silicon Docks‘ gelegen ist, um sich entweder in der Expo Hall von Ausstellern über deren Technologien informieren zu lassen oder im Auditorium Vorträgen und Diskussionen zu lauschen. Das Fassungsvermögen des DCC beträgt „nur“ 10.000 Besucher. Nur? Der ‚WebSummit‘ hatte 50.000 Besucher, aber 10,000 ist nicht „nur“. 10.000 ist „genau richtig“. Da schließe ich mich DTS-CEO Noelle Reilly an, die schon im Vorfeld davon sprach, dass ihre eigenen Reisen zu verschiedenen Tech-Konferenzen weltweit sehr lehrreich gewesen seien. Ohne Namen zu nennen, spricht sie davon, dass sie sich hier und da verloren vorgekommen sei in den Massen. Ich glaube ja, dass eine der Reisen sehr kurz war und sie zum letzten Dubliner WebSummit geführt hat. Denn „verloren in den Massen“ war auch mein Eindruck.

Viele an sich interessante Diskussionen gingen dort zum Beispiel im Lärm unter, der von außerhalb der nicht schalldicht abgetrennten Sonderbereiche wie ‚IoT‘ oder ‚Medien‘ dem Publikum auf die Ohren und somit auch auf die Nerven ging. Beim DTS war das zum Glück ganz anders.

Auch was die Möglichkeiten anbetrifft, an Infoständen Gespräche mit Ausstellern zu führen, ist es natürlich bei 10.000 Besuchern einfacher als bei 30.000 oder gar 50.000. Und ja, liebe Verfechter der Legende, dass die Mega-Deals des WebSummit, bei denen Millionen an Investment gesichert wurden, eh am Abend im Pub gemacht werden – ihr habt Recht. Aber wenn ich einen potentiellen Investor nicht so laut anbrüllen muss, um ihn mir exklusiv für ein paar Biere zu sichern, dann ist das schon hilfreich, zumal das mit der Exklusivität eh relativ ist, wenn man brüllt, oder?

Ein „Höhepunkt“ (Achtung! Kalaueralarm!) am zweiten Tag war der Vortrag von Cindy Gallop, CEO von MakeLoveNotPorn, die ihrer Überzeugung Ausdruck verlieh, dass Sex-Tech die nächste Trilliarden-Industrie sein könnte und dass (das immer noch stark katholische!?) Irland der perfekte Standort für die Industrie sei: „Es kann sehr viel Geld verdient werden in diesem Bereich … wenn Frauen nur Ernst genommen werden.“

Die letzte Session des DTS war das Live Pitch Final des StartUp100 Programme. Zuvor hatten 100 Start-Ups aus aller Welt das zweitägige Programm aus Mentoring, Pitching und Networking durchlaufen. Zwei der Finalisten kamen aus Irland (Fillit & Flexiwage). Die Australier von Virtual Legal komplettierten das Finale. Als Sieger wurde am Ende Flexiwage aus Waterford gekrönt. Die FinTech-Solutions des Startups ermöglichen es Firmen, ihren Mitarbeitern flexible Gehaltsmodelle anzubieten, die sich den Bedürfnissen einzelner Mitarbeiter anpassen.

Das Fazit der Organisatoren war nach zwei Tagen durchaus positiv. DTS-CEO Noelle O’Reilly spricht von gutem Feedback nicht nur von Sprechern und Investoren, sondern gerade auch von Gästen. Man ist guter Dinge, dass DTS eine sich jährlich wiederholende Tech-Konferenz werden wird. Bei der Formulierung des ersten Ziels für die kommenden Jahre kommt Noelle O’Reilly auch wieder auf die zu Anfang erwähnte Zahl von 10.000 Besuchern zurück: „Wir wollen besser werden statt größer.“ Dem stimme ich vollkommen zu. Besucher-Rekorde zu jagen wäre der Gipfel – der Dummheit.


Image (adapted) „Irland“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


 

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Check-up Ireland: „BT Young Scientists“ – Vom Schulprojekt zum globalen Erfolg

Street (adapted) (Image by RyanMcGuire [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden zwölf Monate werde ich nun die „Tech-Insel“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

BT Young Scientist 2017 Shane Curran (adapted) (Image by BT Young Scientists Exhibition)
BT Young Scientist 2017 Shane Curran (adapted) (Image by BT Young Scientists Exhibition)

Als der 16-jährige Schüler Shane Curran vom Dubliner Terenure College vor wenigen Tagen zum Gewinner der 53. BT Young Scientists & Technology Exhibition (kurz BTYSTE) ernannt wurde, mag so manch einer „Na und?!“ gerufen haben, als die Preisverleihung live im Fernsehen übertragen wurde. Ähnliche Reaktionen folgten mit Sicherheit auch auf den Sieg eines gewissen Patrick Collison im Jahre 2005. Heute leitet Patrick gemeinsam mit seinem Bruder John in Silicon Valley das von ihnen gegründete Online Payment-Unternehmen Stripe mit über 1.000 Kunden weltweit und einem geschätzten Wert von fünf Milliarden US-Dollar: „Na, und was macht ihr so?!“

Mit seinem Projekt „qCrypt“, welches sich mit dauerhaft sicherer Datenspeicherung beschäftigt, konnte Shane Curran im vierten Anlauf den großen Preis erringen, der neben jeder Menge Neidern und Prestige auch einen Scheck über 5.000 Euro mit sich bringt. Der Weg zur Bühne mag zwar kurz gewesen sein, aber der Weg zum fertigen Produkt war umso länger. Zuerst kamen sechs Monate an Forschung, denen weitere fünf Monate folgten, um die Software seines „qCrypt“-Systems fertig zu entwickeln. Shane ist nach diesem Prozess fest davon überzeugt, dass die Software so sicher ist, dass sie nicht geknackt werden kann.

BT Young Scientist 2005 Patrick Collison (adapted) (Image by BT Young Scientists Exhibition)
BT Young Scientist 2005 Patrick Collison (adapted) (Image by BT Young Scientists Exhibition)

Wie kommt man überhaupt auf die Idee für dieses Projekt? Shane hatte einen Artikel darüber gelesen, wie das Boston College gerichtlich dazu gezwungen wurde, politisch brisante Interviews mit ehemaligen IRA-Terroristen freizugeben. Hätte das College dem Druck nicht nachgeben wollen, so wären die Daten – wenn sein „qCrypt“-System genutzt worden wäre – nach seiner Überzeugung selbst vor Geheimdiensten sicher gewesen.

Wie das? Das System beruht auf dem Prinzip, dass die Originaldaten aufgebrochen werden und die einzelnen Teile auf verschiedene Jurisdiktionen umverteilt werden. Somit würde es selbst unter massivem Druck eines Gerichts unmöglich, Datensätze wieder zum Original zusammenzubauen. Zweifelsohne wird dieser Ansatz in so manchem Tech-Unternehmen, das in Irland eines oder gar mehrere Datenzentren betreibt, als auch beim irischen Data Commissioner, wo so viele europäische Fäden zusammenlaufen, für Aufsehen sorgen. Diese Verantwortlichen haben mit Sicherheit ganz andere Fragen als „Na und?!“

Förderung benachteiligter Kommunen

In diesem Jahr wurde bei der „BTYSTE“ auch eine neue Initiative vorgestellt, bei der mit finanzieller Hilfe von BT das Active Communities Network (ACN) gemeinsam mit der Rio Ferdinand Foundation (RFF) des ehemaligen Manchester-United-Stars in benachteiligten Kommunen in Irland und Nordirland Projekte für Kinder und Jugendliche unterstützt. Gefördert werden sollen unternehmerische und technische Fähigkeiten sowie Führungsqualitäten. Das ACN ist bekannt für Projekte, bei denen junge Leute mittels Sport und Kultur Wissen in Erziehung, Mentoring und Training erwerben. Die RFF vermittelt berufliche Fähigkeiten, erhöht die berufliche Vermittelbarkeit und betreibt Beschäftigungsprogramme für Kinder und Jugendliche. Das Ziel der von BT unterstützten gemeinsamen Arbeit in Irland und Nordirland ist, Karrieren junger Menschen zu fördern, die bisher enorme Benachteiligung erfahren mussten was Zugang, Chancengleichheit oder Vorbilder anbetrifft.

Natürlich musste Rio Ferdinand bei seinem Auftritt in Dublin auch Fragen zu seinen Vorbildern auf dem Fußballfeld beantworten. Die eigentlich wichtigen Vorbilder – da waren sich der Star und das junge Publikum einig – sind aber Shane Curran und ehemalige Gewinner wie Patrick Collison, der bewiesen hat, dass für junge Menschen, die an Technologie interessiert sind, nichts unmöglich ist.


Image (adapted) „street“ by RyanMcGuire (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • IPHONE stern: Der Tag, an dem die Taste starb: Vor zehn Jahren, im Jahr 2007, war die Welt noch eine andere. Als ein Mann im schwarzen Rollkragenpullover ein Handy ohne Tasten präsentierte, konnte sich noch kaum jemand vorstellen wie sehr das Smartphone, vor allem eben das iPhone, den Alltag verändern und revolutionieren würde. Apple erfand mit ihrem iPhone vor zehn Jahren das Telefon neu und wurde so zum Taktgeber einer ganzen Branche und das iPhone zum Symbol des mobilen Internets. Wie hat sich das iPhone seither entwickelt und vor allem unser Kommunikationsverhalten und wie soll es in Zukunft weitergehen?

  • YAHOO golem: Yahoo verliert Namen und Marissa Mayer: Hiermit geht wohl ein Kapitel Internetgeschichte zuende. Yahoo so wie es war gibt es nicht mehr. Das 1994 gegründete Internetunternehmen wurde nun für 4,8 Milliarden US-Dollar vom Telekomkonzern Verizon aufgekauft und folglich in Altaba umbenannt. Nun ist auch bekannt geworden, dass Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer und weitere Manager den Internetpionier verlassen werden. Konkurrenz wie Facebook und Google waren für das Unternehmen einfach zu stark und so ist es an die Wand gefahren, ebenso stürzte ein beispielsloser Datendiebstahl durch einen Hackerangriff das Unternehmen weiter in die Krise.

  • CES 2017 heise: Das war die CES 2017: Smart, intelligent und mit Kulleraugen: In der vergangenen Woche hat in Las Vegas die Consumer Electronics Show (CES) 2017 stattgefunden, eine der weltweit größten Messen für Unterhaltungselektronik. Bereits zum 50. Mal wurden dem Publikum die neusten Tech-Innovationen vorgestellt. Im Fokus der Entwickler stand so vor allem das Zuhause und der Alltag des Menschen. Jeder Lebensbereich soll erfasst und „smart“ gemacht werden. Künstliche Intelligenzen, so auch beispielsweise Amazons Alexa oder kleine Roboter gab es an jeder Ecke. Was sind nur Gimmick und was wirklich revolutionär?

  • ONLINEHANDEL t3n: Onlinehändler: Rücksendungen kosten angeblich dreistelligen Millionenbetrag: Weihnachten ist vorbei und es scheint so viel wie online geshoppt wurde, wird ebenso wieder zurückgeschickt. Die Rücksendungen aus eben diesem Geschäft kosten den Onlinehandel angeblich hunderte Millionen Euro, laut einer Studie der Kölner EHI-Handelsforschung. Fast ein Drittel der Retouren lasse sich nicht mehr als Neuware verkaufen. Die meisten Retouren verzeichnet der Modehandel. Die meisten großen Unternehmen scheinen jedoch relativ unbeeindruckt von solch großen Verlusten.

  • SICHERHEIT chip: Manipulierte Geldautomaten: Eine Stadt trifft es besonders oft: Geldautomaten in größeren Städten machen viele Menschen nervös, die Chance ist ja groß, dass er manipuliert wurde, denkt man. Fakt ist nun, dass vor allem in Berlin solche Angriffe besonders häufig auftreten. Im letzten Jahr wurden ganze 159 Geldautomaten in der Hauptstadt geskimmt. „Skimming“ steht für „Abschöpfen“ oder „Absahnen“ bezeichnet eine Methode, illegal elektronische Daten von Zahlungskarten auszuspähen. Die Kollegen von Chip verraten, wie man sich dagegen schützen kann.

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