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In-Ears mit ANC für unterwegs: Plantronics BackBeat GO 410 im Test

Du willst guten Sound zum Mitnehmen, aber ohne Kabelgewirr? Dafür hält der Markt mittlerweile jede Menge Bluetooth-Kopfhörer bereit. Hier scheidet sich aber schon die Spreu vom Weizen: Welcher Kopfhörer klingt nicht nur gut, sondern sitzt auch anständig im Ohr und bietet darüber hinaus genug Akku-Komfort, um dich bequem durch den Tag zu begleiten? Der BackBeat GO 410 von Plantronics will hier eine Lösung entwickelt haben und schlägt dazu noch seine Konkurrenten mit einem echten Kampfpreis. Wir haben den ANC-Kopfhörer ausgiebig getestet.

In-Ears für den kleinen Geldbeutel

Kopfhörer mit Active Noise Cancelling werden immer beliebter. Bisher findet sich das schallisolierende System allerdings vorwiegend in Over-Ears. Doch auch die kleineren, transportablen In-Ears ziehen langsam nach. Allerdings muss man hier schon wegen der technischen Feinheiten etwas tiefer in die Tasche greifen. Den Anfang machte Bose mit der Quiet Control-Reihe, die ab 130 Euro zu Buche schlägt. Auch Libratone will mit dem günstigeren Modell Track+ mobile Käufer locken, hier geht es ab 200 Euro los. Plantronics kratzt hier mit seinem BackBeat GO 410 mit gerade mal 130 Euro an der unteren Preiskante.

Ausstattung: Schlicht, aber funktional

Um den Preis zu drücken, ist der BackBeat GO 410 recht schlicht und funktional verarbeitet. Das Nackenband besteht, ähnlich wie beim Libratone Track+, aus stabilem Silikon und misst etwa einen halben Zentimeter Durchmesser. An den Seiten befindet sich das Akku-Reservoir, an dem der BackBeat GO 410 aufgeladen wird. Die beiden Elemente wirken als einzige in der Verarbeitung in ihrem schlichten schwarzen Plastiklook etwas weniger hochwertig. An der rechten Seite des Nackenbands folgt noch die etwas kleinere Kabel-Fernbedienung. Die Konstruktion ist durch ein flaches Kabel verbunden.

Schließlich münden die beiden Enden in die Hörelemente mit ANC-Aufsatz. Die Ohrhörer des BackBeat GO 410 wurden mit kleinen Magneten ausgestattet, so dass diese beim Absetzen sofort zusammenklacken können. Auf diese Weise wird der nervigen Verknotung der Kabel auf kreative Weise ein Ende gesetzt.

Smart und effektiv: Kleine Magnete lassen die Hörstücke beim Absetzen zusammenklicken. So verknotet nichts.

Die Ohrhörer selbst sind mit mattem Gummi überzogen, ein rotes Design-Element hebt sich von dem ansonsten komplett in schwarz gehaltenen Kopfhörer ab. Die Ohrstücke sind auswechselbar und werden in drei verschiedene Größen geliefert. Bis auf ein Ladekabel, das mit einem USB-Anschluss zum Laptop verbunden werden kann, bietet die Plantronics sonst kein weiteres Zubehör.

BackBeat GO 410 im Alltagstest

Die Inbetriebnahme des BackBeat GO 410 beginnt mit einer Ernüchterung: Zum Anschalten muss man etwas kräftiger die mittlere Taste auf der Kabelfernbedienung drücken als gedacht. Na gut, viel kräftiger als gedacht. Die Kabelfernbedienung, die auch als Aktivierung für die Freisprecheinrichtung dient, lässt sich auch im laufenden Betrieb nur schwer bedienen. Die Tasten sind schlichtweg zu klein und schwer ertastbar geraten. Noch ein paar Zentimeter größer will man die Fernbedienung jedoch auch nicht haben – ein echtes Design-Dilemma.

Auch nach mehrtägiger Benutzung ist man jedoch nie ganz sicher, ob man nun tatsächlich die richtige Taste erwischt hat. Dass die Tasten dazu noch etwas spät reagieren, schmälert den Eindruck zusätzlich. Angeblich soll man mit den Tasten auch zwischen den Songs vor- und zurückswitchen können, in unserem Test ist uns das jedoch nicht wirklich gelungen. Da wir jedoch ein Test-Sample zugeschickt bekommen haben, wurden diese Details vielleicht sogar schon nachgebessert.

Schade: Die Fernbedienung reagiert nur schwer, ist nicht leicht zu ertasten.

Die erste Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone ist noch etwas holprig, die nächsten Male wird der BackBeat GO 410 aber schnell und zuverlässig erkannt. Der BackBeat GO 410 arbeitet mit schnellem Bluetooth 5.0. Das Bluetooth-Signal ist kräftig, kein Vergleich zu dem ärgerlich kleinen Radius des Libratone Track+. Mit den BackBeat GO 410 kann man ungestört 15-20 Meter von der Soundquelle entfernen, bevor sich die ersten Artefakte in der Soundübertragung einschleichen.

Die Ohrhörer selbst sind beim ersten Einsetzen etwas ungewohnt, doch trotz fehlender Wing-Tips, wie sie andere Hersteller oft beilegen, sitzen die Gummis auch nach Stunden noch fest und bequem im Ohr.

Sound und Active Noise Cancelling

Die BackBeat GO 410 machen ihre Sache richtig gut. Die Ohrhörer kommen mit einem dichten, aber nicht zu aufdringlichen Klangbild daher. Die Tiefen sind gleichermaßen für Stimme (Podcast) als auch für basslastige Musik geeignet, die Höhen nicht zu spitz. Insgesamt präsentiert Plantronics einen überraschend ausgewogenen Sound.

Guter Sound, bequemer Sitz. Was will man mehr?

Ein paar wenige Klangeinstellungen wie Bass, ANC und Equalizer kann man an der Backbeat-App vornehmen. Den Mehraufwand, extra die App aufzuschlagen, während man hier eigentlich die Funktionen Equalizer und Bass ein- und ausschalten kann, lohnt nicht wirklich. Hier ist kein genaues Feintuning möglich. Immerhin bietet die App das nützliche Feature einer automatisierten Abschaltung nach wahlweise zwei oder vier Stunden.

Das Active Noise Cancelling selbst funktioniert verblüffend gut – bei eingeschalteten Kopfhörern nimmt man seine Umwelt praktisch nicht mehr wahr, selbst wenn man sich direkt vor der Soundquelle befindet. Allerdings ist im eingeschalteten, aber noch nicht aktivierten Zustand ein leichtes Fiepen und Rauschen zu hören.

Die Magnete an den Ohrhörern dienen zudem nicht nur der Entknotung, sondern wurden für einen weiteren smarten Zweck eingesetzt: Werden die beiden Ohrhörer zusammengeführt, wird die Soundübertragung unterbrochen. Die Kopfhörer schalten das ANC ab und werden in einen batterieschonenden Modus versetzt. Nimmt man die Ohrhörer wieder auf, wird das ANC wieder eingeschaltet. Allerdings muss dann trotzdem noch der Track wieder aktiviert werden.

Akku: Kräftig und smart

Der Akku des BackBeat GO 410, der in der wenig ästhetischen Nackenband-Lösung integriert ist, gehört zu den Stärkeren: Fast acht Stunden hält die Batterie durch. Zwar gibt es lediglich in der App eine Anzeige, die die verbleibende Dauer schätzt, doch bei jedem Einschalten informiert eine weibliche Stimme den Hörer über den ungefähren Akkuzustand, der von “high” über “medium” bis “low” reicht. Die Funktion, den Akku zu schonen, sobald die Ohrhörer aus den Ohren genommen wurden, bekommt hier außerdem noch ein paar Extrapunkte auf der Genalitäts-Skala.

Der BackBeat GO 410 ist im Ernstfall auch im laufenden Betrieb per Mini-USB-Kabel wiederaufladbar – ein Feature, an das längst nicht alle Hersteller gedacht haben. Für eine volle Ladung braucht der BackBeat GO 410 dann auch nur etwa zwei Stunden.

Der Plantronics BackBeat GO 410 bietet tollen Komfort mit leichen Schwächen in der Verarbeitung und bei der App – ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekommst du hier aber allemal.

Fazit

Chapeau, Plantronics! Mit dem BackBeat GO 410 hat die Firma einen ausgewogenen In-Ear-Kopfhörer auf den Markt gebracht, der den bekannten Größen durchaus die Schau stehlen könnte. Sowohl das Klangbild als auch die Akkulaufzeit sind mehr als ordentlich. Lediglich an der Fernbedienung muss noch einmal eine Verbesserung vorgenommen werden. Für gerade mal 130 Euro bietet der Hersteller aus Kalifornien guten Sound und komfortables Tragegefühl.


Images by Anne Jerratsch

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Libratone Zipp und Zipp mini mit AirPlay 2: Mit neuen Updates getestet

Der Libratone Zipp sowie der Zipp mini sind schon ein paar Monate auf dem Markt, werden jedoch stetig mit Updates vom Hersteller versorgt. Nun hat der dänische Hersteller per Update AirPlay 2 ausgeliefert. Zeit, sich die beiden Lautsprecher einmal genauer anzusehen.

Libratone Zipp: Modern & Bunt

Der Sockel sowie die Oberseite der beiden Lautsprecher ist aus einem matt-weißem, nicht reflektierendem Material. Das Besondere ist hierbei der Nylonbezug, der sich mit einem Reißverschluss je nach Farbwunsch auswechseln lässt. So kann man beispielsweise bei einer Renovierung einfach für wenige Euro einen neuen Bezug für den Lautsprecher kaufen, damit er wieder perfekt zu seiner Umgebung passt.

Auf der Oberseite befindet sich ein touchsensitives Bedienfeld. Insgesamt wirkt der Lautsprecher durch seine wertigen Materialien sowie sein relativ hohes Gewicht von über einem Kilo sehr hochwertig. Der schicke Reißverschluss sowie die hochwertige Trageschlaufe aus echtem Leder lassen den Lautsprecher eher wie einen Einrichtungsgegenstand als wie ein Technikprodukt wirken.

Die edle Lederschlaufe macht den Lautsprecher noch mobiler.

Komplett vernetzt

Die beiden Lautsprecher beherrschen eigentlich jede gängige Verbindungsmöglichkeit, um Musik wiederzugeben. Neben einem klassischen Aux-Anschluss stehen Bluetooth mit aptX Support sowie Wlan zur Verfügung. Außerdem sind die Lautsprecher mit Spotify Connect und nun auch AirPlay 2 kompatibel. Über eine proprietäre Lösung lassen sich bis zu sechs der Lautsprecher verbinden und gemeinsam ansteuern. Alternativ kann man die Geräte auch mit AirPlay 2 verbinden. Hierbei lassen sich auch Geräte verschiedener Marken kombinieren, solange diese AirPlay 2 unterstützen.

Auch ohne Strom verbunden

Alle Funktionen der beiden Lautsprecher lassen sich für ungefähr zehn Stunden auch ohne Stecker über den integrierten Akku nutzen. Der einzige kleine Nachteil hierbei ist, dass die Lautsprecher mit einem proprietären Ladekabel mit Strom versorgt werden. Dieses ist fest mit dem Stecker verbunden. So muss man dann doch immer in der Nähe einer Steckdose sein, wenn der Lautsprecher aufgeladen werden soll. Hier hätte Libratone mittlerweile auf das gängige USB-C setzen können.

Mit Stromkabel und einem nicht ganz zeitgemäßen USB-Anschluss sind sowohl der Zipp als auch der Zipp Mini ausgestattet.

Guter Klang

Bereits beim ersten Einschalten war ich vom Klang begeistert. Beide Lautsprecher haben ein relativ neutrales Klangbild und bieten einen satten, aber nicht übertriebenen Bass. Auch die Lautstärke ist mehr als ausreichend, um ein komplettes Zimmer mit nur einem Lautsprecher zu beschallen. Durch die 360 Grad-Bauform wird der Sound in alle Richtungen abgegeben. Die Lautsprecher klingen daher also am besten, wenn sie nicht gerade in einer Ecke stehen. In der App lässt sich das Klangbild je nach Aufstellort oder Musikrichtung anpassen.

Leider ist kein manueller Equalizer vorhanden, sodass man auf den Equalizer seines Wiedergabegerätes zurückgreifen muss. Zipp und Zipp mini unterscheiden sich klanglich erstaunlich wenig. Lediglich der Bass ist beim größeren Modell minimal stärker.

Ein leichter Tipper auf das Touch-Feld oder in die App lässt das Singvögelchen des Lautsprechers aufleuchten.

Bedienung

Die Bedienung über das Touchfeld ist relativ simpel. Mit einer Wischbewegung lässt sich die Lautstärke verändern und per Klick auf das Libratone-Logo in der Mitte wird die Wiedergabe gestartet oder pausiert. Außerdem gibt es einen Vor- und einen Zurück-Button, einen Button, um mehrere Lautsprecher miteinander zu verbinden, sowie einen Button, um auf seine Favoriten zugreifen zu können. Diese Favoriten können in der Libratone App festgelegt werden. Dazu kann man bis zu fünf beliebige Internet-Radiosender oder Spotify bzw. Tital Playlisten auswählen, um diese auch ohne App abspielen zu können.

Bester Klang: Freistehend kann der Libratone Zipp 2 zeigen, was er kann.

Fazit

Klanglich liegen die beiden Lautsprecher etwa zwischen dem Sonos Play 1 und dem Apple HomePod. Durch das schickere Design im Vergleich zu dem Play 1 und der deutlich besseren Unterstützung von verschiedenen Wiedergabequellen im Vergleich zum HomePod konnten die beiden Lautsprecher mich überzeugen und sind seit ein paar Monaten bei mir zu Hause regelmäßig im Einsatz.

Für 250-300 Euro erhaltet ihr einen schicken Wlan-Lautsprecher mit vielen Verbindungsmöglichkeiten. Auch die Möglichkeit, den Lautsprecher durch den eingebauten Akku ins Nebenzimmer oder auf den Balkon mitzunehmen, überzeugt. Wenn ihr jedoch einen Lautsprecher primär für den mobilen Einsatz sucht, solltet ihr euch den Libratone One Click einmal ansehen.


Images by Timo Brauer

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Marshall Kilburn II im Test: Kraftvoller Bluetooth-Speaker im Verstärker-Design

Zound Industries ist seit einiger Zeit mit der Marke Marshall nicht nur im Bereich der Gitarren-Verstärker, sondern auch der Consumer-Speaker aktiv. Mit dem Kilburn II wurde nun im Rahmen der IFA in Berlin der Nachfolger des kompakten Bluetooth-Speakers vorgestellt. Er zeichnet sich durch rustikales Design mit gleichzeitig aktuellen Komponenten aus. Ich konnte den Lautsprecher in den letzten Wochen ausgiebig testen und verrate euch, ob er den Kaufpreis von 299 Euro wert ist.

Kompaktes Mobilgerät mit Drehreglern

Marshall-Produkte müssen nicht groß und wuchtig sein. Das beweist der Hersteller mit der Kilburn-Serie mit Abmaßen von 24,3 x 16,2 x 14,0 Zentimeter und einer Masse von 2,5 Kilogramm. Das Gehäuse besteht traditionell aus Holz, die Oberfläche ist einem Kunstleder nachempfunden. Die Front umspannt ein Gitternetz im Amplifier-Design. Zudem besitzt der Speaker einen praktischen Tragegurt auf der Oberseite. Das wirkt alles sehr hochwertig und an der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.

Auf der Oberseite befinden sich die drei Drehregler für Lautstärke sowie Tiefen und Höhen. Beim ersten Blick sticht sofort die Haptik ins Auge oder besser, fährt in die Finger. Denn die gummierten Knöpfe bieten einen angenehmen Widerstand. Spiel sucht man hier vergebens. Neu beim Kilburn II ist die Akkustandsanzeige auf der rechten Seite: Zehn LEDs zeigen permanent den Ladestand des Energiespenders an.

Auf der Oberseite des Marshall Kilburn II befinden sich Drehregler für Lautstärke, Tiefen und Höhen. Image by Jonas Haller

Blumlein-Stereosound sorgt für tollen Klang

Bereits bei größeren Modellen konnte ich mich von der guten Klangqualität überzeugen und auch beim neuesten Produkt lässt sich Zound Industries nicht lumpen. Unter der Haupt sind zwei Speaker mit 15 Watt sowie ein Tieftöner mit 25 Watt Ausgangsleistung verbaut. Es wird ein großer Frequenzbereich zwischen 52 – 20.000 Hz abgedeckt. Die äußersten Grenzen sind dabei für das menschliche Ohr nicht hörbar.

Durch die räumliche Trennung der Speaker erreicht der Hersteller den sogenannten Blumlein-Stereosound, der einen imposanten 360-Grad-Klang generiert. Durch die bereits erwähnten Drehregler lässt sich der Sound feinjustieren. Vor allem rockige Klänge wirken auf dem kleinen Gerät sehr eindrucksvoll und wuchtig. Mit geschlossenen Augen könnte man meinen, dass ein mindestens doppelt so großer Lautsprecher den Raum beschallt.

Die Rückseite des Kilburn II ziert ein Tief- sowie ein Hochtöner für 360-Grad-Klang. Image by Jonas Haller

Die Musik landet per Aux-In oder akkusparender Bluetooth 5.0 aptX-Technologie auf dem Kilburn II. Das neue Modell ermöglicht dabei Multi-Host, sodass zwei Smartphones gleichzeitig verbunden werden können. Für unterbrechungsfreies Hörvergnügen sollten die Audioquellen höchstens neun Meter vom Speaker entfernt sein.

Akku hält fast 20 Stunden durch

Der Marshall Kilburn II ist in erster Linie für den Außeneinsatz gedacht. Genau deshalb hat er auch einen opulenten Akku spendiert bekommen. Über die genauen Eckdaten schweigt sich der Hersteller zwar aus, allerdings ist die Laufzeit sehr beeindruckend. Rund 20 Stunden Dauerlaufzeit sind mit dem Gerät möglich. Ein nahezu konkurrenzloser Wert. Das vollständige Aufladen des mobilen Speakers dauert anschließend bis zu drei Stunden.

Fazit: Marshall Kilburn II ist klein, aber oho

Äußerlich hat der Kilburn II der Marke Marshall etwas von einem geschrumpften Gitarrenverstärker. Drehregler sorgen zudem für ein nostalgisches Flair. Doch unter der Haube befindet sich aktuelle Technik. Die Soundqualität überzeugt und dank Tiefen- und Höhenverstellung lässt sich das Hörerlebnis anpassen. Für ein Langzeitvergnügen sorgt der große Akku.

Negativ fällt einzig das Gewicht von 2,5 Kilogramm auf. Unterwegs kann das Gadget schnell zur Last werden. Leider fehlt auch ein WLAN-Modul für Amazon Music oder Spotify Connect. Mitbewerber wie Ultimate Ears mit dem Megablast bieten im Preisbereich von 300 Euro dieses Feature an. Der Marshall Kilburn II bietet insgesamt solide Audiotechnik, die sich vor allem für Fans der gepflegten Rockmusik eignet. Der Bluetooth ist ab sofort online und im Einzelhandel zu einem Preis von 300 Euro verfügbar.

Der Marshall Kilburn II ist ein Bluetooth-Speaker für Rockfans. Image by Jonas Haller

Images by Jonas Haller

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Disco in der Box: Der Bluetooth-Lautsprecher LG XBoom Go PK7 im Test

LG Xboom Go PK7

Let’s get the Party startet: Mit dickem Sound trumpft LG angesichts seines neuen Bluetooth-Lautsprechers XBoom Go PK7 für den Außeneinsatz auf. Bei der Sommerparty kann das größte der drei Modelle aus der XBoom-Reihe auch noch mit diversen Features punkten. Wir haben uns den LG XBoom Go PK7 mal genauer angesehen.

Verarbeitung und Design: XBoom Go PK7 – Die Boombox ist zurück

Nein, der XBoom Go PK7 stammt nicht aus “Zurück in die Zukunft”. Der Bluetooth-Lautsprecher sieht trotzdem ein wenig nach 80ies-Ghetto-Boombox oder wie ein massives Bauteil für ein Raumschiff aus.

Der mit 32,0 x 16,7 x 15,2 Zentimetern etwas klotzig wirkende Korpus des PK7 besteht aus robustem Hartsilikon. An der Unterseite sind vier kleine Gummifüße angebracht, um ein Verrutschen der massiven Box zu verhindern. Die Front ist mit einem großformatigen Lochblech verdeckt, das die insgesamt vier Membrane des Speakers (zwei Hochtöner sowie zwei Tief-Mitteltöner) schützt. An den beiden Seiten des PK7 finden sich Passivmembrane aus festem Gummi, die für noch bessere Bass-Unterstützung sorgen.

LG xboom go PK7
Die Silikontasten sind wasserdicht.

Auf der oberen Seite des Lautsprechers sind die Funktionstasten aus mattem Gummimaterial angebracht. Auf der Rückseite warten hinter einer Klappe versteckt der Stromanschluss, ein Audioausgang, eine Reset-Taste und eine Taste, mit der sich noch eine weitere Bluetooth-Box koppeln lässt.

LG PK7
Der LG XBoom Go PK7 lässt sich gut koppeln.

Besonders auffällig sind beim PK7 die beiden länglichen Griffe, die an der vorderen Seite angebracht sind. Während der untere als Standfuß dient, kann man mit dem oberen Griff den Lautsprecher wie eine Boombox herumtragen. Ein paar Muckis muss man dafür aber schon mitbringen: Knapp drei Kilogramm bringt das dicke Soundmonster auf die Waage. Damit ist der LG PK7 wohl eher nicht für den schnellen Besuch im Park oder am Strand geeignet, sondern eher als Standgerät im Garten oder für den Balkon konzipiert.

LG xboom go PK7
Ordentlicher Brocken: Der LG XBoom Go PK7 kann auch als Hantel zweckentfremdet werden.

Special Feature: Lichtshow inklusive

Eine Besonderheit des LG XBoom Go PK7 dürfte die kleine Lichtshow sein, die der Lautsprecher passend zur Musik veranstaltet. Rund um die Membrane sind LEDs angebracht, die im Takt der Musik in allen Regenbogenfarben leuchten. Der XBoom Go PK7 lässt sich so auch als Party-Dekostück im Raum platzieren. Ein optisches Highlight und ein durchaus spaßiges Feature, das in Erinnerung an die erste Stereoanlage mit Lichteffekt melancholisch werden lässt.

Einzig die Unterscheidung zwischen dem im Handbuch angegebenen Mood-Licht und Multicolor-Licht gelang uns nicht. Eine Einstellung blinkt langsam, eine etwas zügiger, aber beide Varianten leuchteten immer im Takt. Wer es bunt mag, hat hier seine helle Freude.

Doch keine Angst: Auch wer kein Freund dieser auffälligen Design-Idee ist, kann beruhigt sein. Die Blinkshow lässt sich mit einem simplen Tastendruck ausschalten.

Sound mit Extras: Der LG XBoom Go PK7 toppt die Stereoanlage

Das Soundddesign ist mit angenehm ausgewogene Mitten und einem Bass, der ordentlich wummst, für den normalen Hausgebrauch sehr gut gelungen. Die alte Stereoanlage kann hier einpacken. Lediglich die Höhen sind in der normalen Einstellung ein klein wenig flach. Um bei Radiosendungen oder beim Serienschauen die Stimmen etwas nach vorne zu bringen, kann die Clear-Vocal-Funktion genutzt werden. Für noch mehr Bass steht die “Enhanced Bass”-Taste bereit. Tatsächlich sind diese beiden Funkrionen das, was die Box nochmal ordentlich aufwertet: Wer sich an den Klang mit den kleinen Extras gewöhnt hat, will sie gar nicht mehr ausschalten.

LG xboom go PK7
Doppelt hält besser: Der LG XBoom Go PK7 kommt im Doppelpack richtig gut an.

Ein weiteres Top-Extra ist die Möglichkeit, zwei PK7-Boxen miteinander koppeln zu können. Das geht ganz einfach, indem man die beiden angeschalteten Boxen mit der Spezialtaste im hinteren Relais verbindet. Die Boxen suchen und finden sich problemlos gegenseitig und der Hörer kann einen ausgewogenen Stereosound genießen. Wir hatten im Test zwei Geräte vor Ort, die Kopplung funktionierte problemlos und ohne Anleitung – nur die doppelte Lichtshow war irgendwann ein wenig zuviel des Guten. Schlau gelöst war hier die Steuerung: Regelt man an einem XBoom Go PK7 beispielsweise die Lautstärke, zog die andere Box zeitgleich mit. Auch die Spezialtasten ließen sich so bequem bedienen.

Für das angenehme Klangbild ist die britische Firma Meridian zuständig, die erstmals mit LG zusammenarbeitete. Eine Kooperation mit Zukunft, wie wir finden.

Handling: Das fast komplette Soundpaket

Nutzt man den PK7 wie jeden anderen mobilen Bluetooth-Lautsprecher, also mit Akkuunterstützung, kann der kleine Powerkasten ganze 30 Watt Leistung bringen. Für die Wohnung ist das absolut ausreichend, für die ausgedehnte Party in größeren Räumen darf es dann doch etwas mehr sein. LG hat hier weitergedacht und setzt auf den Stromanschluss: Nicht nur eine unendliche Laufzeit, sondern auch ganze zehn Watt mehr bringt die Dauerstromversorgung an der Steckdose. Im Batteriebetrieb hält der XBoom Go PK7 anständige 12 Stunden bei mittlerer Lautstärke durch. Der Lautsprecher ist spritzwassergeschützt und übersteht einem kurzen Schauer problemlos.

LG xboom go PK7
Kraftpaket mit Köpfchen: Der LG XBoom Go PK7 ist nicht klein und handlich – will er aber auch nicht sein.

Auch lässt sich der PK7 mit dem Smartphone völlig ohne Mätzchen verbinden und ist schnell einsatzbereit. Auch die Kopplung mit den jeweiligen Sprachassistenten funktioniert reibungslos.

Absolut zufriedenstellend ist hingegen die Reichweite des Bluetooth-Speakers: Gute 15 Meter Wegstrecke zwischen Gerät und Smartphone macht der PK7 locker mit, so dass das Smartphone nicht direkt neben der Box liegen muss, um zu funktionieren. Auch die Verbindung des PK7 mit Windows 10 auf dem Laptop klappt völlig problemlos – davon kann so manch anderes Gerät sich eine Scheibe abschneiden.

LG XBoom Go PK7: Brüllwürfel mit kleinen Schönheitsfehlern

Allerdings muss sich der PK7 auch ein paar Minuspunkte gefallen lassen. Die Funktionstasten auf der Oberseite sind zwar gut zu erreichen, fühlen sich jedoch billig verarbeitet an und haben einen schwachen Druckpunkt. Die Silikontasten erfüllen zwar die Standards, die den PK7 wasserdicht machen. Der optische Eindruck und das Anfassgefühl könnten aber bei hochwertigerer Produktion besser ausfallen.

Die Aufteilung, bei der die die Lichtshow sowie das Mikrofon für die Freisprechanlage sich eine Taste teilen müssen, ist unsinnig. Erst bei einiger Herumprobiererei wird klar, wie viel Druck man für eine 2-in-1-Lösung wählen muss. Kurz: Eine weitere Taste hätte hier nicht geschadet – und Platz wäre im Korpus des PK7 auf jeden Fall genug gewesen.

Bei der Lautstärkeregelung selbst wäre für die volle Punktzahl auch ein wenig mehr Feinarbeit nötig: Gerade für die Zimmerlautstärke sind die unterschiedlichen Lautstärkestufen etwas zu grob eingestellt – ein Tipper auf die Lautstärkewippe am Smartphone oder auf den Volume-Tasten am Gerät und aus „gut hörbar“ wird plötzlich „enorm laut“. Um den lieben Frieden mit den Nachbarn zu wahren, muss man sich hier ein wenig am Riemen reißen.

Auch ist im Langzeittest das Gewicht durchaus ein Thema. Der LG XBoom Go PK7 ist für den schnellen Musikgenuss  einfach zu schwer und zu unhandlich, selbst wenn man ihn nur von einer Zimmerecke in die nächste tragen möchte. Der Lautsprecher braucht seinen festen Platz im Raum, statt immer mit dabei zu sein. Auch spricht dafür das Stromkonzept – den kompletten Sound bekommt man eben nur mit Stromanschluss. Dass diese Idee dem Konzept der Bluetooth-Lautsprecher etwas zuwider läuft, stört LG offenbar nicht. Mobil ist man mit dem Gerät also nicht sonderlich – dafür kann die olle Stereoanlage in den Keller.

Test-Fazit LG XBoom Go PK7

Mit dem LG XBoom Go PK7 bekommt ihr viel Sound und einiges an robustem Material geboten. Für den schnellen Musiksnack unterwegs ist der schwere Bluetooth-Lautsprecher allerdings nicht geeignet. Soll er jedoch den DJ auf eurer Party ersetzen, leistet er durchaus gute Dienste. Der Sound ist in der Grundeinstellung in Ordnung, mit den Extratasten sogar auffallend gut. Die Lightshow ist ein nettes Zusatz-Feature, dass man allerdings nicht dringend braucht.

LG empfiehlt Händlern als Preis 220 Euro. Teilweise ist er jedoch schon deutlich günstiger zu haben, bei Amazon derzeit für 150 Euro (Provisions-Link). Für eine kleinere, mobile Unterwegs-Box empfehlen wir den iRoar Go von Creative. Ihn gibt es schon für 12o Euro (Provisions-Link).


Images by Anne Jerratsch

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Alle Vögel sind schon da – Der Libratone One Click Bluetooth Speaker im Test

Libratone One Click

Nach langem Warten ist es endlich soweit: Der Frühling ist da und so mancher Stubenhocker verlagert sein Wohnzimmer kurzerhand nach draußen. Ob Balkon, Garten oder doch der Park um die Ecke – die Musik muss mit. Dazu passt die neue Generation der Bluetooth-Speaker, die nicht nur mit Klang und Design, sondern auch ein paar Extras für den Draußenbereich aufwarten. Die dänische Firma Libratone präsentiert mit dem One Click in dieser Sommersaison einen schnieken Lautsprecher, der auf jeder Gartenparty etwas hermacht. Mit 30 Watt und einem integrierten 3-Zoll-Tieftöner, einem 1-Zoll-Hochtöner und einem passiven Treiber hat der Libratone One Click schon ganz ordentlich Wumms. Libratone wirbt mit „360 Grad Sound“, wenn der Lautsprecher stehend oder hängend aufgebaut ist. Der Test zeigt, ob das Singvögelchen mehr kann als nur gut aussehen.

Design: Eine 1 mit Sternchen

Der Libratone One Click macht schon beim Auspacken etwas her. Auf den ersten Blick ist der Bluetooth-Speaker vor allem eines: Schlicht und elegant. Für Tasten oder offensichtliche Eingänge muss man bei diesem Modell schon etwas genauer hinschauen. Lediglich ein Silikonstreifen, auf dem der Firmenname aufgebracht ist, verdeckt den Auflade-Anschluss für Micro-USB und einen 3,5-mm-Klinken-Eingang. Hier kann auch ein Kopfhörer als Antennenverstärker angeschlossen werden, so dient der Libratone One Click ganz klassisch als tragbares Mittelwellen-Radio.

Auf der vorderen Seite wird der Libratone One Click mittels eines schicken Touch-Feldes bedient, auf dem das Firmenlogo mit dem Vogel zu sehen ist. Designtechnisch ist das so gut gelöst, dass ich das Feld zunächst für pure Verzierung gehalten habe. Mit den Maßen von 12 x 4 x 20 Zentimetern ist der Lautsprecherkorpus etwa so groß wie ein durchschnittliches Taschenbuch, allerdings wiegt er mit knapp 900 Gramm etwas mehr – das Gewicht liegt jedoch absolut im Rahmen.

Libratone One Click
Libratone One Click. Image by Anne Jerratsch

Apropos Rahmen: Der Libratone One Click wird von einem etwa vier Zentimeter breiten Silikonrahmen mit Bumpern umfasst. Der dicht gewebte Stoffüberzug im gleichen Farbton auf der Vorder- sowie Rückseite des Speakers sorgt für einen hochwertigen Eindruck, außerdem soll dieser für Staub- und Spritzwasserschutz mit IPX4-Zertifizierung sorgen.

Pass! Mich! An! – Vielseitiger Einsatz für den Libratone One Click

Der Libratone One Click zeichnet sich trotz des schlichten Designs durch seine Vielseitigkeit aus. Den Silikonrahmen des Outdoor-Lautsprechers kann man abnehmen und die einzelnen Elemente austauschen. Hierfür benötigt man etwas Geschick, denn der dicke Rahmen sitzt recht fest auf dem Korpus. Angst, etwas kaputtzumachen, muss man allerdings nicht haben, denn auch hinter der Verschalung ist der Speaker robust konzipiert.

Innerhalb des Rahmens befinden sich an fünf strategischen Stellen austauschbare Bits, die man durch einen einzelnen kürzeren Henkel mit verschließbarer Funktion oder Ösen mit Aufhängevorrichtung ersetzen kann, durch die eine längere Schlaufe passt. Alle Teile sind aus farbigem Silikon, allerdings wirken die Extrabits bei aller Hochwertigkeit der Box selbst etwas billig – insbesondere die Schlaufe rutscht gern mal aus der Öse, da sie aus recht dünnem Gummi besteht. Hier wäre ein höherwertiges Material wie Leder oder wenigstens eine Stoffummantelung angebracht gewesen, wie sie Libratone bereits beim Aufladekabel mitliefert. In der Silikon-Ausführung wirkt das Ganze leider ein wenig wie eine Abwandlung einer Duschgelflasche mit Einhänge-Halterung.

App oder nicht App? Bedienung leicht gemacht

Der Libratone One Click ist auch beim Thema Funktionen bewusst schlicht gehalten. Schaltet man den Speaker ein, zirpt und blinkt der Bluetooth-Lautsprecher sanft und auf zeigt so seine Bereitschaft an. Mittels des Touch-Feldes wird der Speaker mit dem Smartphone gekoppelt und die Funktionen Play, Pause sowie Lautstärke und der nächste Track kann mit einem sanften Streicheln des runden Buttons angewählt werden. Leider hat sich Libratone keine Kombination überlegt, um einen Track zurückzuspringen. Ein kurzes Tippen auf den On/Off-Button zeigt den Ladestand des Akkus an.

Will man den Libratone One Click genauer steuern, hilft die Libratone-App für Android und iOS weiter, die auch den genauen Batteriestand des Bluetooth-Speaker verrät oder sich mit Streaming-Konten von Tidal, Spotify oder dem präferierten Internetradio verbinden möchte. Auch verschiedene Soundeinstellungen sind per App umstellbar. Man kann beispielsweise zwischen Voreinstellungen wie Rock, Live oder Easy Listening wählen. Leider ermöglicht die App keine feineren Einstellungen für Mitten, Höhen oder Bässe. Auch das Lautstärkerad taucht in der App noch einmal auf und lässt sich hier etwas besser und genauer bedienen als am Gerät selbst.

Libratone bietet zudem die Möglichkeit, mehrere Speaker der Marke zusammenzuschließen. Wie das funktioniert, wird in der App Schritt für Schritt erklärt. Die kostenfreie App macht allgemein einen recht aufgeräumten und durchdachten Eindruck – das kann nicht jeder Hersteller von sich behaupten.

Zwei weitere Extras habe ich bei meinem Test eher zufällig herausgefunden: Google Play bietet von sich aus an, eine Smart Lock-Funktion für das Telefon und den angeschlossenen Speaker einzurichten. Das Smartphone bleibt dann entsperrt, wenn der Speaker genutzt wird – vor allem, wenn bei Youtuber mal wieder die Autoplay-Funktion streikt, kann das praktisch sein. Auch lassen sich mit dem Libratone One Click mehr als nur ein einziges Smartphone gleichzeitig verbinden, was den Soundspaß noch einmal erweitern dürfte.

Ohren auf: Was kann der Libratone One Click?

Der schicke Lautsprecher dürfte sich mit einem ordentlichen Klangbett auf jeder kleineren Gartenparty ganz gut schlagen, wenn man ein paar kleine Einschränkungen hinnimmt. Der Hersteller wirbt mit 360-Grad-Sound, also rundum gleichbleibender Soundabdeckung. Das kann allein wegen des verhältnismäßig breiten Silikonrahmens nicht garantiert werden. Hält man den Speaker direkt vors Ohr, ist hier eine deutliches „Soundloch“ zu hören. Zudem scheint der Libratone je nach Entfernung von der Quelle Probleme mit dem Bluetooth-Signal zu haben, denn die Lautstärke der abgespielten Tracks schwankt ab und an merklich.

Auch befindet sich der Hochtonlautsprecher auf der Geräterückseite, sodass beim Soundtest einige basslastige Songs deutlich dumpfer klingen, wenn der Speaker zur Wand ausgerichtet ist. Der Mitten- und Tieftonlautsprecher befindet sich dafür auf der Vorderseite, hier kommt der Sound klar und knackig aus der Box. Mit zunehmender Entfernung zum Gerät fällt die unterschiedliche Soundausrichtung nicht mehr so sehr auf.

Hat man die Möglichkeit, einen Raum freier zu beschallen, indem man den Speaker beispielsweise aufhängt, dürfte das Soundkonzept jedoch den meisten Ansprüchen genügen. Der Speaker klingt allerdings allgemein sehr mittenlastig. Soundfreaks kommen hier allgemein nicht ganz auf ihre Kosten. Die Bässe könnten kräftiger sein und auch die Höhen hätten noch ein paar mehr Spitzen vertragen können. Für die schlanke Bauweise des One Click ist das Ergebnis aber durchaus zufriedenstellend.

Der Akku des Libratone One Click hält außerdem erfreulich lange durch. Bis zu 12 Stunden (bei halb aufgedrehtem Sound, was etwa Zimmerlautstärke entspricht) macht der Speaker mit, bis er zirpend nach einer frischen Dosis Energie verlangt. Das ist schon etwas mehr als so mancher kostspieligere Speaker an Akkupower aufbringen kann. Sollte der Saft doch einmal früher als gewünscht ausgehen, kann der Libratone One Click mit einem handelsüblichen Micro-USB-Kabel wieder aufgeladen werden.

Libratone One Click für draußen? Outdoor muss man können

Kein Test ohne einen Wermutstropfen – das gilt auch für den Libratone One Click. Das fängt schon bei den kleinen, aber wichtigen Details wie der Alltagstauglichkeit an. Zwar scheint der Zweck des Speakers für den Außenbereich gedacht zu sein. Aber eine Umverpackung wie beispielsweise ein simpler Beutel für den sicheren Transport ins Grüne sucht man leider auch bei diesem Modell vergebens. Dabei wäre diese Dreingabe wohl kaum mit Mehrkosten verbunden gewesen. Auch lag der Pckung zwar ein USB-Kabel bei, aber keine Verbindugn für die Steckdose. Hier muss man auf das eigene Handyladegerät zurückgreifen oder sich einen Adapter besorgen. Eindrücke wie diese schmälern die Freude an der Nutzung etwas.

Auch stellt sich die Frage, für welche Outdoor-Situationen der Libratone One Click überhaupt konzipiert worden ist. Der Speaker selbst steht dank des breiteren Bodens relativ stabil aufrecht. Aber legt man ihn auf eine der schmaleren Seiten, kippt er schnell mal um. Der Rahmen selbst verhindert zwar ein Wegrutschen auf geradem Untergrund. Doch ein paar Schienen oder Füße hätten dem Modell gut getan.

Zudem zieht das breite Silikonband sehr leicht eine feine Staubschicht an. Diese lässt sich zwar leicht abwischen. Aber trotzdem hat man bei der Nutzung außerhalb der eigenen vier Wände Sorge, der edle Stoffüberzug könnte Schaden nehmen oder zumindest Flecken abbekommen.

Die merklichen Schwankungen beim Sound, wenn man sich in unmittelbarer Nähe des Gerätes befindet, sind zwar ein vergleichsweise kleiner Posten, aber dennoch ärgerlich. Hier stellt sich die Frage, wieso Libratone überhaupt mit Rundum-Sound wirbt. Stattdessen hätte das Unternehmen auch einfach mit der durchaus guten Soundqualität und Akkulaufzeit seines Speakers punkten können. Das verfälscht den Eindruck leider ein wenig.

Test-Fazit: Noch nicht ganz flügge

Der Libratone One Click macht optisch und soundtechnisch einiges her. Mit seiner geringen Größe und dem akzeptablen Gewicht sowie der absolut ausreichenden Akkulaufzeit dürfte er sich bei spontanen Parties im Freien gut schlagen. Auch die Ausstattung mit Schlaufen und Henkel ist eine nette Idee, hätte aber qualitativ ein Upgrade im Material vertragen können. Für ein Outdoor-Erlebnis fehlen noch ein paar durchdachte und ausgereifte Konzepte. Der Stoffbezug ist zwar recht hübsch, aber dennoch eher ungeeignet für echte Draußen-Action. Als Designer-Objekt für die Wohnung dürfte der Libratone One Click durchaus taugen.

Der Libratone One Click ist in den Farben Cloudy Grey, Graphite Grey, Cerise Pink und Caribbean Green erhältlich. Der Lautsprecher kostet derzeit zwischen 150 und 170 Euro.

Der Libratone-Lautsprecher bei Amazon (Provisions-Link)


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Ultimate Ears MegaBlast und Blast im Test: Auf Tour mit Amazon Alexa

Ultimate Ears MegaBlast Teaser

Digitale Sprachassistenten sind aktuell der große Trend. So wundert es kaum, dass der Soundspezialist Ultimate Ears seine neuen Bluetooth-Speaker mit Amazon Alexa ausstattet. Während viele Konkurrenzprodukte einen Netzanschluss benötigen, kommen Ultimate Ears MegaBlast und Blast mit einem integrierten Akku daher. Nachdem ich auf der IFA im letzten Jahr einen ersten Blick auf die Lautsprecher werfen konnte, folgte nun der mehrwöchige Test. Lohnt sich die Neuanschaffung?

Blast überzeugt durch kompakte Maße, MegaBlast durch Power-Sound

Der kleine der beiden smarten Speaker hört auf den Namen Blast. Er beerbt den Ultimate Ears Boom und eignet sich besonders für alle, die oft Outdoor unterwegs sind. Mit einer Höhe von 19 Zentimeter, einem Durchmesser von 6,8 Zentimeter und einer Masse von 640 Gramm ist er kompakt und portabel. Unter dem Gewebe stecken zwei aktive Hochtöner mit 35 Millimeter Durchmesser und zwei passive Tieftöner mit 81 x 39 Millimeter Größe. Sie bieten nahezu 360-Grad-Klang. Wer auf fetten Sound steht, ist beim Ultimate Ears MegaBlast an der richtigen Adresse.

Mit seiner Höhe von 23,7 Zentimeter, einem Durchmesser von 8,8 Zentimeter und einem Gewicht von 1,2 Kilogramm besitzt er stattliche Maße. Für unterwegs eignet sich das Exemplar also nur bedingt. Zumindest sollte zu einem großen Rucksack gegriffen werden. Gleich sechs Lautsprecher verbaut der Hersteller: Zwei 25 Millimeter Hochtöner, zwei 55 Millimeter Mitteltöner sowie zwei passive Tieftöner mit 85 x 50 Millimeter. Damit lassen sich dann ohne Probleme die Nachbarn nachhaltig verärgern.

Auf der Unterseite von Ultimate Ears Blast und MegaBlast befindet sich eine Öse zum Aufhängen. Image by Jonas Haller

Blast und MegaBlast bieten nicht alle Funktionen der Vorgänger

Wie auch seine Vorgänger lassen sich die Lautsprecher per Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet verbinden. Das funktionierte im Test fix und ohne Probleme. Die Reichweite beträgt dann bis zu 45 Meter. Wer das volle Potential ausschöpfen möchte, sollte allerdings zusätzlich die Ultimate Ears App installieren. Dann lassen sich der Ultimate Ears MegaBlast und Blast mit dem WLAN-Netz verbinden. Dafür ist die Eingabe des Passworts nötig, WPS wird nicht unterstützt. Wer mehrere Geräte einbinden will, muss müßig ebenso oft das Kennwort eingeben. Ärgerlich: Die PartyUp-Funktion, über die zwei oder mehr Speaker zu einem Surround-System verschmelzen, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht verfügbar. Auch ein Equalizer zum Anpassen der Audioausgabe fehlt leider. Überhaupt ist die neue App zum aktuellen Zeitpunkt recht rudimentär: Viel mehr als die Deaktivierung des Mikrofons und das Prüfen der Statusdaten ist zurzeit nicht möglich.

Der Funktionsumfang der Companion-App ist sehr übersichtlich. Screenshots by Jonas Haller

Alexa und Amazon Music an Bord, Spotify fehlt auch nicht mehr

Ist der smarte Lautsprecher verbunden, lässt sich auf Dienste wie TuneIn Radio oder Amazon Music zugreifen. Außerdem gibt’s drei Monate Amazon Music Unlimited umsonst. Für die Registrierung wird dann allerdings ein Abo fällig. Fans des schwedischen Streaming-Dienstes Spotify schauen in die sprichwörtliche Röhre – er wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht unterstützt. schauen seit Mai 2018 nicht mehr in die Röhre. MegaBlast und Blast unterstützen nun als erste Ultimate-Ears-Lautsprecher Spotify Connect. Über WLAN lassen sich die Speaker mit Hilfe der Spotify-App auf dem Smartphone ansteuern. Eine Kopplung über Bluetooth ist mit Spotify Connect nicht nötig. Getestet haben wir das Feature nicht (Update, 11. Mai 2018).

Wer Amazon Music oder Webradio nutzt, sollte unbedingt einen Funktionstest durchführen. Im Test kam es in Verbindung mit Speedport-Routern der Telekom zu nervigen Aussetzern und Bufferzeiten. Ein Funktionstest mit einem TP-Link-Router verlief positiv.

Wie bereits erwähnt, befindet sich die Amazon-KI Alexa an Bord der beiden Lautsprecher. Per Mikrofon werden Sprachbefehle aufgenommen und verarbeitet. Während Echo und Co. durch fast schon erschreckende Hellhörigkeit punkten, setzen Blast und MegaBlast mit mehreren Metern Entfernung Sprachbefehle nur noch spärlich um. Außerdem dauert die Verarbeitung recht lang. Per Alexa-App lassen sich zusätzliche Anwendungen, sogenannte Skills, auf den Sprachassistenten installieren. Für die smarten Features ist zwingend eine WLAN-Verbindung erforderlich. Beim gemütlichen Grillabend im Park muss also das Smartphone als Hotspot herhalten.

Auf der Oberseite des Ultimate Ears MegaBlast befindet sich eine schmale LED, die unter anderem Alexas Aktivitäten signalisiert. Image by Jonas Haller

Blast und MegaBlast bieten beeindruckende Akkulaufzeit

Unterwegs geht den beiden Kollegen so schnell nicht der Saft aus. Über die genaue Akkukapazität schweigt sich der Hersteller zwar aus, allerdings sind die Laufzeiten beeindruckend. Der kleine Blast kommt auf eine Betriebszeit von bis zu 12 Stunden. Einen noch besseren Wert erreicht der MegaBlast: Bis zu 16 Stunden lässt sich (theoretisch) die nächste Party beschallen. Geladen wird per altmodischem microUSB-Anschluss. Aufgrund der rechteckigen Aussparung lässt sich für den Ladevorgang nur das beigelegte Kabel verwenden. Wer die Speaker in den eigenen vier Wänden per Steckdose nutzen will, kann auf die optionale „PowerUp“-Ladestation zurückgreifen. Über einen speziellen, einschraubbaren Adapter auf der Geräteunterseite wird der Lautsprecher mit Strom versorgt. Es genügt, das Gadget auf die Kontaktfläche zu stellen. Das Einstecken eines Kabels entfällt.

Optional lässt sich für 40 Euro eine Ladestation ordern. Image by Jonas Haller

Fazit Ultimate Ears MegaBlast und Blast: Laute Stimmungsmacher mit Kinderkrankheiten

Beim ersten Ausprobieren im Rahmen der IFA in Berlin war ich von den beiden neuen Modellen begeistert. Lieferten sie doch den gewohnt guten Klang der Ultimate Ears Familie, gepaart mit den smarten Features eines Sprachassistenten. Im Laufe des Praxistests in den letzten Wochen flaute die Euphorie ab. Die Mobilität, Lautstärke und Akkulaufzeit ist in der Branche zwar weiterhin ungeschlagen. Allerdings zeigten sich auch Negativpunkte. Da ist zuerst die Klangqualität zu nennen. Sie ist zwar auf einem sehr hohen Niveau, hat sich jedoch rein subjektiv im Vergleich zu den Vorgänger-Speakern Boom und MegaBoom nicht verbessert. Einen App-Equalizer sucht man aktuell vergebens. Außerdem fehlen Features wie „PartyUp“, über das mehrere Geräte zu einem System verbunden werden können.

Laut Hersteller sollen beide Funktionen allerdings schon bald nachgeliefert werden. Die Integration von Amazon Alexa ist auf dem ersten Blick eine coole Sache. In der Praxis bietet die smarte Funktion auch einen echten Mehrwert. Allerdings ist unterwegs zwingend ein WLAN-Hotspot nötig. Die Mikrofone sind weniger sensibel als bei Amazon Echo und Co. Zudem treten in Verbindung mit bestimmten Routern Probleme beim Buffern von Streamingdaten auf. Fast schon blamabel ist, dass der größte Streaming-Dienst Spotify aktuell nicht unterstützt wird.

Im oberen Bereich lässt sich die Lautstärke regeln. Image by Jonas Haller

Mit 229 Euro für den Ultimate Ears Blast und 299 Euro für den Ultimate Ears MegaBlast ruft die Logitech-Marke 30 Euro mehr auf als für die Vorgängermodelle ohne Web-Anbindung. Der Mehrpreis lohnt sich vor allem für Amazon-Kunden und all jene, die auch unterwegs nicht auf Alexa verzichten können. Mit 40 Euro ist auch die optionale Ladestation „PowerUp“ nicht unbedingt ein Schnäppchen. Wer auf die smarte Sprachassistentin verzichten kann, für den sind Ultimate Ears Boom und MegaBoom die besseren Alternativen. Zumal die Shops gerade mit satten Rabatten locken.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Android.

MegaBlast bei Amazon (Provisions-Link)
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Klein funkt gut: Der Ultrasone Go Bluetooth im Test

Ultrasone Go Bluetooth Image by Anne Jerratsch 8

Adieu, Kabelsalat, die Zukunft liegt im Funk. So schallt es schon seit Längerem durch die Hifi-Welt. Auch auf unserem Besuch bei der CanJam haben wir festgestellt, dass die Zukunft vor allem den mobilen Kopfhörern mit Bluetooth-Funktion gehört. Der bayerische Kopfhörerhersteller Ultrasone, der seit den 1990ern den Markt aufmischt, hat den Ruf nach Innovation vernommen und seinem 2015er Modell des Reisekopfhörers Ultrasone Go ein Update mit Funk-Features verpasst. Und das hat sich definitiv gelohnt!

Design: Schmal genug, aber nicht klapprig

Das Ultrasone Go Bluetooth hat Format. Das merkt man bereits am robust gebauten Kopfbügel. Der Bügel ist mit einer stabilen, rutschfesten, matten Gummischicht ummantelt, die Verstellgelenke an den beiden Ohrseiten bieten genügend Halt und Stabilität für jede Kopfgröße. Das Modell wiegt trotz seiner nicht ganz filigranen Bauweise nur etwa 160 Gramm und ist damit leicht genug für jede Reisetasche.

Auf der Außenseite der Ohrmuscheln prangt gut sichtbar das Logo auf silbern glänzendem Grund. Es wurde jedoch nicht farblich hervorgehoben. Diese Designentscheidung lässt das Ultrasone Go Bluetooth noch etwas hochwertiger wirken. Die Hörabdeckung ist aus weichem, schwarzem Kunstleder gefertigt. Auch nach längerem Hören wird es nicht zu warm unter den Muscheln.

Auch die Bedienungsknöpfe an der Unterseite der linken Hörmuschel sind angenehm schlicht gehalten. Neben den Buttons hat Ultrasone ein winziges Loch in die Hörmuschel gebohrt, aus der eine lichtstarke LED ihre Bereitschaft anzeigt. Die Drehscharniere an den beiden Hörmuscheln sind zwar aus Plastik, dieses erwies sich aber im Langzeittest als erfreulich robust.

Kabel oder nicht? Ihr habt die Wahl!

An der linken Hörmuschel befindet sich die „Schaltzentrale“ mit einem physischen Powerknopf und einem Vor- und Zurück-Button. An der unteren Seite ist zudem der Anschluss für ein Klinkenkabel angebracht, mit der sich das Ultrasone Go Bluetooth ganz einfach per USB-Charger aufladen lässt. Hierfür ist jedes handelsübliche Handy-Lademodell mit auswechselbarem USB-Kabel nutzbar. Apropos aufladen: Der Akku des Ultrasone Go Bluetooth ist nach etwa eineinhalb Stunden einsatzbereit und hält mit gut drei bis vier Tagen Dauerhörzeit erfreulich lange.

Wie durchdacht die Bluetooth-Variante des Go ist, merkt man spätestens, wenn der Akku doch einmal leergefunkt ist. In diesem Fall kann man in den selben Eingang, mit dem die Kopfhörer aufgeladen werden, auch das mitgelieferte Audiokabel mit edlem Stoffbezug einstecken und ganz analog weiterhören. Der Sound bleibt dabei vergleichbar dicht. Auch auf das Telefonieren muss man beim Tragen der Ultrasone Go Bluetooth-Kopfhörer nicht verzichten, denn die Kopfhörer bieten auch eine Telefonfunktion. Wahlweise kann auch mit Kabelverbindung und der integrierten Freisprecheinrichtung telefoniert werden.

Ultrasone Go Bluetooth Image by Anne Jerratsch 10
Image by Anne Jerratsch

Soundwand deluxe

Wie schon das Design, so steht auch der Klang des Ultrasone Go Bluetooth den großen Vorbildern aus dem Studio in nichts nach. Der Sound brettert ordentlich basslastig auf die Ohren, sodass es eine Freude ist. Die Höhen sind nicht zu spitz, die Mitten nicht zu breit – egal, ob man Pop, harte Gitarren oder Hörbücher hört, das Ultrasone kann mit seiner Klangstärke und -tiefe überzeugen. Das verdankt der Hersteller der Integration des aptX-Codecs, der die Klangqualität noch mehr verbessern soll.

Funk with my heart: Das Ultrasone Go Bluetooth im Praxistest

Während andere mobile Over-Ears mit komplizierter Faltung und Verdrahtung eher einem Geduldsspiel gleichen, ist das Ultrasone Go Bluetooth erfreulich unkompliziert zusammenfaltbar. Er erweist sich in der Tasche zwar nicht als superflach, lässt sich aber mit dem mitgelieferten Transportsäckchen platzsparend verstauen. Dank der dickeren Scharniere an den Seiten erlebt man zudem keine ziepende Überraschung beim Auf- oder Absetzen.

Das Ultrasone Go Bluetooth verbindet sich schnell und zuverlässig mit jedem Device, das in der Nähe zu finden ist. Im Alltagstest dürfte das in den meisten Fällen wohl das Smartphone sein. Besonders im Winter hat unsereins mit Schal und Umhängetasche bereits genug zu wursteln – da erweist sich die Bluetooth-Variante als ganz besonders praktisch.

Ultrasone Go Bluetooth Image by Anne Jerratsch
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Mit dem Powerknopf an der rechten Seite wird das Go eingeschaltet. Der Knopf ist in einem angenehmen Winkel angebracht, den man gut mit einer Hand erreichen kann. Die Kopfhörer geben eine melodische Klangfolge von sich und signalisieren so ihre Funkverbindung. Die Bluetooth-Verbindung wird vom Gerät in der Nähe zuverlässig gefunden und reicht auch im Alltagstest mehr als nur ein paar Meter weit.

Das Go verfügt über eine Telefonfunktion. Die Soundqualität der Anrufer ist klar und gut verständlich – aber um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht so recht dran gewöhnen, meine geübten Handgriffe umzustellen. Zum Annehmen des Gesprächs muss man das Device ohnehin aus der Tasche ziehen. Wenn dem so ist, kann auch direkt auf konventionelle Weise telefoniert werden. Man sollte nur daran denken, die Hörer vorher von den Ohren zu nehmen, um sich merkwürdige Blicke zu sparen.

Auch beim Tragekomfort muss tatsächlich gemeckert werden: Da ich im Alltag desöfteren eine Brille trage, hatte ich hier so meine Probleme, denn die Designer haben das Ultrasone Go recht knapp gebaut. Zwischen dem Brillenbügel und der aufliegenden Hörmuschel ist für mich zu wenig Spiel. Für Tester mit einem schmaleren Gesicht als meinem dürfte dies vielleicht kein Problem sein. Jedoch drückt das Ultrasone Go Bluetooth in meinem Test nach einigen Stunden intensiven Tragens ziemlich auf die Schläfen. Schade, ich hätte gerne weitergehört!

Fazit: Let’s Go, Ultrasone Go!

Mit dem Go Bluetooth hat Ultrasone sein Vorgängermodell Go aus dem Jahr 2015 sinnvoll aufgehübscht. Der kleine mobile Kopfhörer lässt sich leicht zusammen- und auseinanderfalten und ist so für Einsätze unterwegs bestens geeignet. Mit der integrierten Noise Cancelling-Funktion und dem sehr zufriedenstellenden Klangerlebnis macht das Musikhören doppelt Spaß. Der starke Akku und die Variante, per Klinkenkabel weiterhören zu können, gibt dem Set den letzten und entscheidenden Pfiff. Das Ultrasone Go Bluetooth ist derzeit für etwa 150 Euro im Handel erhältlich.


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Neues auf die Ohren: So war die CanJam Europe 2017

titelbild canjam (image by anne jerratsch)

Am ersten Novemberwochenende war die CanJam Europe zum ersten Mal in Berlin zu Gast. Auf der führenden Messe für Kopfhörer kamen im fünften Jahr die insgesamt 111 Ausstellern aus Israel, USA, Singapur, China, Serbien, Italien, Großbritannien und etlichen anderen Ländern zusammen, unter ihnen auch deutsche Traditionsfirmen wie Sennheiser oder Beyerdynamic. Ihren internationalen Anspruch unterstrich die Messe mit Ausstellern wie Shure, Grado, Audeze oder Hifiman.

Die Messe hatte sich mit dem Musikhotel nhow in Berlin-Friedrichshain mit Blick auf die Spree einen passenden Rahmen gesucht, um ihre Hifi-Highlighs mit dem sogenannten Tischformat vorzustellen. Die Messe präsentierte sich etwas kleiner und persönlicher als bei der Vorgängerveranstaltung in Essen, konnte aber mehr internationales Publikum anlocken. „Wir sind zufrieden mit dem ersten Auftritt am neuen Ort,“ fasst Juliane Thümmel vom Veranstalter KMS Event zusammen. „Die Location im Berliner Musikhotel nhow hat sich bewährt und bietet viel Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre“.

Auf der CanJam Europe 2017 konnten sich die knapp 1.000 Besucher und Aussteller auf Augenhöhe kennenlernen. Denn beim Thema Hifi geht es weniger um die neueste Technik und das beste Design, sondern mindestens ebenso sehr um das „Look and Feel“. So konnten die Besucher am CanJam-Wochenende in Ruhe ausprobieren, anfassen und die Geschmacksnerven im Hifi-Bereich noch ein wenig weiter verfeinern. Es wurde ein ausgewähltes Vortragprogramm angeboten, bei dem Hifi-Experten wie Axel Grell von Sennheiser oder Gunter Weidemann von Beyerdynamic sowie Eckhard Beste von Hearsafe zu Themen wie personalisiertem Audio, schonendes Hören mit In-Ear-Kopfhörern oder die neuesten Entwicklungsstufen referierten.

Ein weiteres Highlight auf der CanJam Europe 2017 waren auch die exklusiven Sessions zum Testhören des neuen High-End-Standards bei Sennheiser: Der HE 1, der nach eigenen Angaben „beste Kopfhörer der Welt“, konnte in einem eigens hergerichteten Zimmer testgehört werden. Wir haben uns für euch umgesehen und die größten Trends und Entwicklungen für euch herausgesucht.

CanJam-Trendthema Bluetooth

Die Entwicklung zum kabellosen Hören ist nicht aufzuhalten, wie auch Axel Grell in unserem Interview bestätigt hat. So waren die Aussteller mit diversen Bluetooth-Lösungen für stationäres und mobiles Hören auf der CanJam Europe 2017 vor Ort. Nicht nur die beliebten kabellosen Bügelkopfhörer wurden hier in allen Farben und Formen präsentiert, auch für Fragen  zum Handling beim Aufladen und der Bedienung während des Hörens wurden viele smarte Lösungen gefunden. Bei Sennheiser lädt man beispielsweise neuerdings den Kopfhörer, indem man den Kopfbügel auf eine Ladestation hängt – ein weiterer Schritt weg vom überflüssigen Kabelsalat.

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Neben Kopfhörermodellen – egal, ob Bügel oder In-Ear – spielt auch bei den Kompaktanlagen das Thema Bluetooth eine immer größere Rolle, um die Playlist vom Smartphone auch kabellos und in überzeugender Soundqualität in den eigenen vier Wänden erschallen zu lassen. Als Brückenlösung boten jedoch auch hier noch die meisten Hersteller bei den Kompaktanlagenmodellen ein CD-Laufwerk an – dieses wird wohl in erwartbarer Zeit verschwinden.

 

Customize it! Der Personalisierungstrend geht weiter!DSC_0227-min

Eines der großen Themen war auch die Personalisierung der Geräte. So bieten immer mehr Händler maßgeschneiderte Lösungen für das durchgestyle Zuhause an. Neben kostspieligen Designangeboten wie einer ledernen Beschichtung der Anlage oder ausgesuchten Hölzern für die Boxen, spielte hier vor allem auch das „persönliche Ohr“ eine entscheidende Rolle. Hier fiel neben optischen Highlights wie den edlen Holz-Modellen von Grado vor allem Beyerdynamic mit dem schlanken Kopfhörermodell Aventho auf. Mittels der integrierten Klang-Personalisierung, die sich je nach Nutzer per App anpassen und speichern lässt, rückt der Kopfhörer aus edlem Leder noch ein gutes Stück näher an den Nutzer heran.

Auch wurde auf der CanJam Europe 2017 großen Wert auf das Thema Gehörschutz gelegt. Firmen wie Hearsafe boten ausführliche Beratung und an den individuellen Gehörgang angepasste In-Ear-Hörer und Hörschutzmodelle an. In die maßgeschneiderten In-Ear-Adapter lassen sich Modelle von diversen Firmen problemlos einbauen, um so das Hörerlebnis sicher und gesund gestalten zu können.

Neben den In-Ear-Trends kamen auch Lösungen zum in die Tasche stecken immer öfter auf die Messetische: Entgegen dem Minimalismustrend, alle Funktionen in ein Gerät zu packen, setzen sich immer öfter auch Kopfhörerverstärker durch, um auch unterwegs den besten Klang mit sich führen zu können.

Design: Retro trifft Minimalismus

Beim Design zeichnet sich seit einigen Jahren bereits ein auffallender Trend ab: Neben den klaren, reduzierten Flächen werden auch Retrodesigns immer gefragter. Neben hochwertigen Materialien wie dunklen Hölzern, schweren Bedienknöpfen un Kippschaltern kehrt auch ein erstaunlicher Trend im Soundbereich zurück: Die gute alte Röhre, die in den Verstärkern jahrzehntelang hinter Schutzwänden versteckt wurde, wird nun wieder sichtbar gemacht.

Nach der Wiederbelebung der Schallplatte, dem nahezu unverwüstlichen Dauerbrenner unter den Trägermedien für exklusiven Sound, war die Rückkehr zum Retro-Trend nur eine logische Weiterentwicklung – auch wenn hier die eine oder andere Extrarunde mit dem Staubwedel wohl auch im durchdesignten Zuhause anstehen dürfte.

Die CanJam-Besucher wählten aus den präsentierten Produkten in sechs Kategorien ihre Favoriten:

  • best headphone portable: beyerdynamic Aventho
  • best headphone home: Sennheiser HD 800 S
  • best headphone amplifier: Lehmann Audio Linear
  • best source (DAC or Player): Chord Hugo 2
  • best accessories: Effect Audio Ares II+ UND Sonarworks True-Fi Software
  • best product of show overall: Sennheiser HD 660 S

So geht es weiter

Im kommenden Jahr will die CanJam Europe das Programm ausweiten und soll gleich zweimal stattfinden. In Kooperation mit der High End Society findet der CanJam Europe erstmals in München statt – zeitgleich mit der weltgrößten Hifi-Messe High End vom 10.-13. Mai 2018. Im Jahr 2018 findet dann wieder das Kopfhörer-Treffen in Berlin statt. Die Netzpiloten freuen sich schon darauf, euch auch dann wieder zahlreich begrüßen zu dürfen!


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„Wir wollen, dass man weniger Kopfhörer hört und mehr Musik“ – Interview mit Axel Grell von Sennheiser

Kopfhörer sennheiser_titelbild_image by anne jerratsch

Wer am vergangenen Wochenende auf der Kopfhörer-Messe CanJam in Berlin unterwegs war, kam an ihm nicht vorbei: Axel Grell, der so etwas wie der Botschafter für High-End-Kopfhörertechnik ist, wirbelte von Stand zu Stand und tauschte sich nicht nur mit Branchenkollegen, sondern auch mit Besuchern rege über die Messeneuigkeiten aus. Schnell wird klar: Axel Grell ist durch und durch ein Audiomensch. Der Manager Portfolio Audiophile und Chefentwickler beim deutschen Traditionsunternehmen Sennheiser hat nicht nur den HE 1, unter Audiophilen auch bekannt als die „besten Kopfhörer der Welt“ mitentwickelt, sondern überlegt sich ständig neue Möglichkeiten, wie man Klangerlebnisse verbessern kann. Ich habe mich für die Netzpiloten mit ihm über die Faszination von Audiotechnik unterhalten – denn hier spielen die Gefühle mindestens eine ebenso wichtige Rolle wie das Technikwissen.

Netzpiloten: Was finden Sie an der Arbeit mit Soundtechnik so spannend?

Axel Grell: Es gibt Menschen, die sind mehr auf optische Eindrücke fixiert und nehmen gar nicht viel wahr. Das merkt man auch, wenn man heutzutage in moderne Kneipen oder Restaurants geht. Die sehen zwar toll aus, sind aber akustisch grausam und kalt. Ich denke, ich bin eher ein Ohren-Mensch. Ich nehme meine Umwelt sehr stark akustisch wahr. Und ich habe schon als Kind Lautsprecher gebaut, mein Vater hat mich dazu gebracht. Ich war auch in der Teeniezeit mal in einer Band, aber da war ich ziemlich mies. Glücklicherweise war ich ein ziemlich guter Mischer, ich fand es toll, wie man den Klang gestalten kann.

Hier erklärt Axel Grell auf der CanJam 2017, wo ein Kopfhörerbügel sitzen muss.

Muss man für Ihren Job ein besonderes Gehör haben?

Es hilft, viel Musik zu hören. Und zwar nicht nur von der Konserve, das ist ja schon wieder vorgefiltert, sondern eben auch richtige Musik. Man sollte lernen, Musik zu hören und den Produktionsprozess zu kennen, das hilft eine ganze Menge. Einfach, um einschätzen zu können: Ja, so klingt das richtig.

Was haben Sie für Möglichkeiten bei Sennheiser bekommen?

Ein Unternehmen wie Sennheiser bietet technisch so viele Möglichkeiten, von denen man sonst nur träumen kann. Es gibt Labore, deren Ausstattung in die Millionen geht. Wir haben große Fortschritte in Akustik gemacht. Und das ist genau der Punkt. Die schwierigen Dinge, seitdem es CDs gibt und diese digitale Verarbeitungskette, die ist natürlich auch immer verbesserbar. Das große Problem ist allerdings nach wie vor, Schall in Strom zu verwandeln und dann wiederum den Strom wieder in Schall zu verwandeln. Und genau das ist das, was Sennheiser gut kann. Wir wollen dass es dem Hörer kalt den Rücken runter rieselt, weil es sich so toll anhört. Das ist so ein Effekt, der passiert spontan. Leute hören Musik, die sie vielleicht auch gut kennen, die sie mitgebracht haben und urplötzlich läuft ihnen eine Träne aus den Augen. Das habe ich mehrfach erlebt. Das kann man nicht steuern.

Welche Rolle spielt der HE 1 dabei?

Mit dem HE-1 habe wir einen Standard erreicht, der für die nächsten 25 Jahre gut ist. Das Vorgängermodell war der Overvoice, der war um 1990 herum der neueste Stand. In der Akustik gibt es Verbesserungen, aber so riesige Schritte gibt es nicht. Aber es geht immer noch ein bisschen besser.

Worauf haben Sie bei der Entwicklung des HE 1 am meisten Wert gelegt?

Wir haben sehr, sehr viel Entwicklungszeit reingesteckt, damit der Wandler perfekt wurde. Der Klirrfaktor ist hier ganz besonders niedrig. Der Klirrfaktor kann man vielleicht mit Nebel vergleichen – etwas, was im Originalbild nicht drin ist. Der Frequenzbereich reicht von so tief wie möglich bis so hoch wie möglich, etwa bis 100 Kilohertz. Kein Mensch kann das hören, ich persönlich höre bis zwölf, dreizehn Kilohertz, dann ist Schluss. Das ist altersgemäß eben so.  Also warum macht man dann solche Wandler? Ein Wandler, der so weit funktioniert, arbeitet in einem Bereich, den die Menschen hören, absolut sauber. Früher waren wir glücklich, wenn wir bei Wandlern irgendwie 22 Kilohertz hinschreiben konnten. Bei manchen Kopfhörern hab es furchtbares Gezappel bei den oberen Frequenzen. Wir wollen, dass man weniger Kopfhörer hört und mehr Musik.

Der HE-1 von Sennheiser war eines der Highlights auf der CanJam 2017.

Gibt es denn eigentlich den perfekten Sound? Also den einen Sound, den jeder toll findet?

Nein. Den gibt es nicht, es ist immer eine Frage des Geschmacks.

Seit neuestem hat Apple die Klinke-Buchsen abgeschafft. Wie bewerten Sie den Trend zum kabellosen Hören, vor allem bei mobilen Geräten?

Heute ist ja alles auf Bluetooth ausgerichtet. Dabei ist das ein Standard, der nicht dazu gemacht wurde, um Musik zu übertragen. Es ging eigentlich um alle möglichen Gerätschaften und um Sprachübertragung, also um zu telefonieren. Der Standard-Codec von Bluetooth ist SBC, der klingt nicht gut. Es klingt wie eine singende Säge. Allerdings hat Apple AAC als Standard eingeführt, das klingt schon durchaus annehmbar. Bei Android ist App-Tags sehr verbreitet. Wir von Sennheiser haben auch Bluetooth-Kopfhörer, aber nicht im hochpreisigen Segment, weil einfach dafür die Übertragungstechnik und Übertragungsqualität nicht gut genug war.

Ist das die Zukunft? Werden wir uns irgendwann grundsätzlich von Kabeln verabschieden?

Ich denke, die Zukunft ist schon drahtlos. Aber es wird immer, wahrscheinlich in einer Nische für die so absolut tollen Lösungen, noch eine bedrahtete Lösung geben. Vielleicht geht es irgendwann mal. Man soll nie „Nie“ sagen.

Was sind derzeit die Trends, wenn es um 3D-Sounds geht?

Wir versuchen mit unserer Ambeo-Mikrofon-Technik tatsächlich Räume zu erfassen, so wie sie sind, auch für Live-Übertragungen aus Fußballstadien. Wir können den Sound so darstellen, als säße man mitten im Stadion. Das ist schon cooler, als einfach das vorne aus dem kleinen Fernseh-Lautsprecher rausquäkt. Den Raum so mitzuübertragen, ist natürlich ein Ziel, vor allem beim Kopfhörer. Und es gibt mehrere Ansätze, wie man das hinbekommt, den Sound aus dem Kopf rauszukriegen. Wir arbeiten bereits in unseren Forschungslaboren daran.

Es gibt auch Lösungen, aber die sind noch viel zu teuer für den Markt. Was wirklich sehr cool wäre: Wenn man Kopfhörer hätte, die wissen, wie ich meinen Kopf halte, mit Lage-Sensoren drin oder so etwas. Mit denen könnte man sich durch den Raum bewegen und es hört sich immer richtig und natürlich an.

Gibt es irgendwann auch vielleicht die Entwicklung von diesem Modell des Kopfhörers weg, so dass man nichts mehr direkt im oder auf dem Ohr hat?

Wir haben schon einmal einen Versuch mit einem Gerät gemacht, dem Surrounder. Das war so ein Ding, was man sich auf die Schultern gelegt hat, das war insbesondere auch für Gaming ziemlich spannend. Da hatte man wirklich diesen Eindruck, die Sachen sind tatsächlich um einen herum und nicht im Kopf. Das war aber nicht besonders erfolgreich, wahrscheinlich war es zu ungewöhnlich. Vielleicht gibt es irgendwann so etwas in der Art, noch einmal, warum nicht.

Eine kleine Servicefrage: Worauf sollte man beim Kopfhörerkauf am meisten achten?

Als erstes ist natürlich die Frage wichtig, wofür man das Ding wirklich braucht. Ist man immer unterwegs, wäre etwas Drahtloses gut. Sollen die Kopfhörer geschlossen oder offen sein? Wie empfindlich ist der einzelne mit seinen Ohren? Manche Leute können es überhaupt nicht ab, etwas in die Ohren zu stecken. Andere Leute finden es furchtbar, wenn sie etwas um die Ohren herumhaben, das ist Geschmackssache. Und dann muss man natürlich hören. Ein bißchen Bauchgefühl ist da immer mit dabei.

Eine Sache, die immer unterschätzt wird: Der Kopfhörer muss robust sein. Und ich muss wissen, wie ich normalerweise mit ihm umgehe. Schmeiße ich ihn einfach in meine Tasche, ist es nicht ratsam, eine hochglänzende Oberfläche zu wählen. Wenn der Kopfhörer ein schönes Leder um die Hörmuscheln hat, sind die nicht so empfindlich.  Und wenn das Leder altert, kriegt es eine Patina, das sieht aber immer noch gut aus. Das ist wie bei einer Lederjacke oder einer Tasche. Außerdem ein kleiner Tipp: Die Kopfhörerkabel verknoten sich nicht so schnell, wenn sie nicht ganz rund sind.

Aber grundsätzlich gilt, wenn man Musik mag, sollte man an den Kopfhörern nicht sparen. In der Musik steckt sehr, sehr viel mehr. Es gibt Aufnahmen, die ich ewig lange kenne und die ich mit unserem HE-1 gehört habe. Da habe ich Dinge gehört habe, die habe ich vorher noch nie gehört. Das ist einfach Wahnsinn.

Gibt es irgendetwas, das Sie furchtbar gerne mal entwickeln wollen?

Ideal wäre ein persönliches Beschallungssystem. Ich nenne es jetzt mal nicht Kopfhörer.

Für mobil oder zu Hause? Oder beides?

Für mich, für überall. Es sollte wie ein Kopfhörer funktionieren und nur mich beschallen. Es dürfte nicht auf meinen Kopf drücken, wie eine Art virtueller Lautsprecher, der eigentlich so gut ist wie ein Kopfhörer, aber eben kein Kopfhörer ist. Das wäre etwas, das hätte ich gerne. Man könnte auch eine Art drahtlose Schnittstelle entwickeln. Bei der Entwicklung von Cochlear-Implantaten sind die Kollegen aus der Medizin schon nah dran an dem, was ich meine. Allerdings weiß ich nicht, ob ich es benutzen würde, wenn man dafür eine OP braucht. Andererseits: Vielen Menschen ist vielleicht auch gar nicht bewusst, dass sie auch im Traum hören können, und manchmal träumen sie auch Musik. Das ist schon verdammt nah dran.

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitgeben?

Das Wichtigste ist: Hört Musik! Und zwar viel davon! Nur so lernen wir, unserem Gehör zu vertrauen.

Vielen Dank für das Interview.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • APPS Zeit: Populäre Apps gefährden ihre Nutzer: Wir alle haben unsere Lieblingsapps, doch sind diese auch immer so sicher, wie wir glauben? Thomas Jansen – ein Hamburger IT-Spezialist – hat sich die 200 beliebtesten, kostenlosen iOS-Apps genauer angesehen und festgestellt, dass sich in 111 Apps Sicherheitslücken befinden. Unter anderem ist auch die beliebte Shopping-App „Shein“ davon betroffen, denn Angreifer können hier die Log-in-Daten der Nutzer unerlaubt abfangen. Die Freigabe der Apps von Apple für den App-Store ist also nicht unbedingt immer eine Garantie für die Sicherheit. Jedoch möchte sich das Unternehmen zum Thema Freigabe und Sicherheit der Apps derzeit nicht weiter äußern.

  • WHATSAPP Chip: Vorsicht vor Fake-WhatsApp: Finger weg von dieser App: Vorsicht beim Installieren von Whatsapp-Business. Im Play-Store ist eine WhatsApp-Version für Unternehmen verfügbar, die unter dem Namen “Whatsapp-Business” zu finden ist. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um die angekündigte Version für Unternehmen, sondern um eine gefälschte. Bei dieser Version war schon der Name auffällig, da dieser mit einem kleinen a geschrieben wurde, anstatt mit einem großen, sowie es im Namen WhatsApp eigentlich geschrieben wird. Unternehmen sollten dringend darauf achten, dass sie lediglich offizielle und geprüfte Versionen von WhatsApp installieren.

  • BLUETOOTH Golem: Android will Bluetooth-Verbindungen vereinfachen: Android-Nutzer erwartet jetzt eine neue Funktion. Mit Fast Pair sollen Bluetooth-Verbindungen mit Kopfhörern einfacher vonstatten gehen. Hier müssen Nutzer ihre Kopfhörer nur noch einschalten, das Smartphone erkennt diese und verbindet sich automatisch mit ihnen. Allerdings müssen die Kopfhörer die neue Funktion unterstützen, damit diese sich verbinden können. Zudem muss das Android-Gerät mindestens über die Version Android 6.0 verfügen und Google Play-Dienste die Version 11.7. Diese Verbindung soll aber nicht nur für Kopfhörer gedacht sein, sondern vielmehr möchte Google Entwickler von Bluetooth-Zubehör, die ebenfalls Interesse an der Implementierung von Fast Pair haben, darum bitten, sich beim Unternehmen zu melden.

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Gießen war gestern: Smarter Pflanzentopf Parrot Pot im Test

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Wer sich im Urlaub beim Sprung ins Meer oder in den Bergsee abkühlt, möchte sicher nicht, dass derweil die Zimmerpflanzen daheim in der Sonne vertrocknen. Scheiden Gießbesuche von Nachbarn aus, könnt ihr allerlei automatische Bewässerungssysteme einsetzen. Mit dem vernetzten Pflanzentopf Parrot Pot gibt es sogar schon eine smarte Variante. Sensoren messen den Zustand der Pflanze und bewässern sie selbsttätig. Per Bluetooth sendet der Pflanzentopf die Sensordaten ans iPhone und iPad, wo Pflanzenfreunde sie ausführlich analysieren können. Mein Praxistest zeigt, dass das in Weiß, Rot und Schwarz erhältliche Gadget jedoch nur relativ wenig Mehrwert gegenüber konventionellen Lösungen bietet.

Wenig Pflanze, viel Topf

Mit 31 Zentimetern Höhe und 20,5 Zentimetern Durchmesser verfügt der Parrot Pot über eine stattliche Größe. Viel Pflanze passt aber nicht in den Topf. Gut die Hälfte des Gehäusevolumens ist für Wassertank und Wasserzuführung, Sensorik sowie vier AA-Batterien reserviert. Der Wurzelballen sollte daher laut Hersteller-App nicht üppiger als 16 Zentimeter im Durchmesser ausfallen. In meinem Testexemplar fand ein junger Drachenbaum ausreichend Platz. Das Gehäuse ist nach IPX5 wasserfest und erlaubt daher sowohl einen Innen- als auch einen Außeneinsatz. Die Kunststoffoberfläche verleiht dem Parrot Pot eine sterile Ästhetik, die an Wohnlichkeit zu wünschen übriglässt. Der halbtransparente Überflussbehälter im Topfboden meines weißen Parrot Pot stört ebenfalls die Optik, weil bräunlich verfärbtes Pflanzenwasser deutlich durchscheint. Beim roten und schwarzen Modell ist diese Komponente blickdicht. Im Zweifelsfall spielen bei diesem Blumentopf ohnehin eher die inneren Werte eine entscheidende Rolle für den Kauf.

Parrot Pot Farbauswahl
Den Parrot Pot gibt es in drei Farbvarianten, rot, schwarz und weiß. Image by Parrot

Wasser für einen ganzen Monat

Die verbaute Technik ermöglicht, dass vier Sensoren kontinuierlich die Feuchte und den Nährstoffgehalt des Bodens sowie Temperatur und Lichteinfall messen. Einzig auf den Wasserbedarf kann der Parrot Pot jedoch reagieren. Befindet sich der Parrot Pot im automatischen Bewässerungsmodus, benetzen vier Düsen die Erde so, dass die Pflanze bestmöglich wächst. Steht der Betrieb hingegen auf „Pflanzensitter“, streckt der Parrot Pot die Gießintervalle so, dass der 2,2 Liter fassende Wassertank einen Monat ohne Nachschub auskommt. Dank des sparsamen Energieverbrauchs soll eine Batterieladung für ein Jahr genügen. Nach drei Monaten Einsatz beträgt die Kapazität bei meinem Testexemplar noch 92 Prozent. Die automatische Bewässerung funktionierte während meines Testzeitraums überwiegend unauffällig und einwandfrei. Sie setzt aber voraus, dass der Feuchtigkeitssensor korrekt arbeiten kann. Er verhielt sich recht divenhaft und verlangte, dass die Pflanzenerde sehr fest in Richtung Topfboden gepresst wird. Ist das Erdreich zu locker, erfolgt keine oder eine fehlerhafte Messung.

Flower Power mit großer Pflanzendatenbank

Welche Pflege die jeweilige Pflanze erfordert, zieht sich der Parrot Pot aus einer Datenbank, die in der zugehörigen App namens Flower Power hinterlegt ist. Die Anwendung ist kostenlos für iOS und Android verfügbar. Über eine Mini-Anwendung für die Apple Watch lässt sich der Parrot Pot ebenfalls steuern. In der Datenbank wählen Nutzer das im Parrot Pot verpflanzte Gewächs aus. Anschließend können sie die Messdaten ablesen, solange sich das Smartphone oder Tablet in Bluetooth-Reichweite befindet. Ein Fernzugriff aus dem Südseeurlaub ist nicht möglich. Denn mit Smart-Home-Plattformen wie HomeKit ist der Topf nicht kompatibel. Die Pflanzendatenbank der App ist sehr umfangreich und bietet viele interessante Info-Häppchen. Als jemand mit einem nicht sehr ausgeprägten grünen Daumen kann ich dort viel lernen. Ferner ist Flower Power ansprechend und intuitiv gestaltet. Die Sensorwerte lassen sich übersichtlich ablesen und anschaulich als Datenhistorie in einer Grafik veranschaulichen.

Mankos unter iOS und watchOS

An anderer Stelle leistet sich die Software (getestet in App-Version 4.6.2) im Zusammenspiel mit dem Parrot Pot (getestet mit Firmware 1.2.0) ärgerliche Schwächen. So konnte sich die App, installiert auf einem iPhone 7 Plus, immer wieder mal nicht mit dem Parrot Pot verbinden. Zum Teil erst das Zurücksetzen der Netzwerkeinstellungen unter iOS sorgte dann wieder für eine funktionierende Bluetooth-Verbindung. Dieses Problem besteht in Verbindung mit dem iPhone 7 oder 7 Plus offenbar häufiger, wie ein Blick in die App-FAQ verrät. Als geradezu brenzlig erwies sich eine Eigenart der Push-Benachrichtigungen, die die App in bestimmten Fällen aufpoppen lässt.

So soll die App vor zu geringer Bodenfeuchte warnen. Aber nur, wenn der Pflanzentopf sich im manuellen Modus befindet, bei dem der Nutzer die Bewässerungsdüsen händisch in der App auslöst. Hingegen für den automatischen Betrieb, in dem sich mein Testexemplar durchgehend befand, ist in diesem Fall keine Warnung vorgesehen. Dennoch wäre dies angebracht gewesen. Denn nur durch Zufall entdeckte ich, dass die Bodenfeuchte unter einen kritischen Wert gefallen war. Wie ich herausfand, stellte die Bewässerung ihren Dienst ein, weil die Messung der Bodenfeuchtigkeit nicht korrekt funktionierte. Vermutlich, weil das Erdreich zu locker war. Aber auch darauf hätte mich die App eben gern hinweisen können. Die App für die Apple Watch betrachte ich in dieser Form als überflüssig. Neben einer sehr groben Übersicht zum Zustand der Pflanze, bietet sie zwei Touch-Buttons für den Betriebsmodus und das manuelle Gießen. Jedoch lassen sich diese nur aktivieren, wenn die iPhone-App parallel aktiv ist. Dann kann ich diese Funktionen aber genauso gut auf dem Smartphone-Display ausführen. Läuft die iPhone-App lediglich im Hintergrund, sind alle Schaltflächen auf der Apple Watch ausgegraut und somit funktionslos.

Test-Fazit Parrot Pot

Parrot Pot weiß Rendering
Parrot Pot im Profil. Image by Parrot

Der Parrot Pot ist ein interessantes Produkt für Technik-Enthusiasten, die ihr Smart Home gern begrünen, sich aber weitestgehend nicht um das Gießen kümmern möchten. Dafür eignet sich der smarte Blumentopf im Alltag genauso wie während des Urlaubs. Per App können sie zudem vom Smartphone aus prüfen, ob es dem Gewächs gut geht. Zumindest, wenn sie sich in Bluetooth-Reichweite befinden. Im Test erwies sich die automatische Bewässerung als überwiegend zuverlässig.

Völlig fehlerfrei blieb der Parrot Pot jedoch nicht. Messfehler und Verbindungsprobleme trübten das Gesamtbild. Klar, auch bei einer Nachbarschaftshilfe oder einem herkömmlichen Bewässerungskegel kann etwas schiefgehen. Im Vergleich zum Parrot Pot sind diese Alternativen aber preisgünstiger. Da zudem die Begleit-App Flower Power nur Live-Daten zum Zustand der Pflanze liefert, wenn der Anwender so dicht daneben steht, dass er sie eigenen Auges begutachten kann, ist der smarte Mehrwert gegenüber einer analogen Lösung gering. Zwar hat Parrot den ursprünglichen Listenpreis von 150 Euro schon um fast die Hälfte reduziert. Doch vor dem genannten Hintergrund halte ich selbst einen Online-Preis von 80 Euro für ambitioniert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Images by Parrot, Screenshots by Berti Kolbow-Lehradt


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Ein Tag im Leben eines Smart-City Computers

smartwatch (adapted) (image by Free-Photos [CC0] via pixabay)

Der Alarm deines Smartphones ertönt heute Morgen zehn Minuten früher als sonst. Teile der Stadt sind abgesperrt, für die Vorbereitungen eines beliebten Sommerfestes – die Staubildung wird wohl schlimmer als an anderen Tagen sein. Du musst einen früheren Bus erwischen, um pünktlich auf Arbeit zu sein.

Die Weckerzeit ist deiner Morgenroutine angepasst, die jeden Tag von deinem Smartphone überwacht wird. Es sagt das Wetter vorher (für 7 Uhr wurde Regen angesagt), gibt Auskunft über den Wochentag (es ist Montag und der Verkehrs ist Montags immer schlimm) und sagt dir, dass du gestern spät ins Bett gegangen bist (diesen Morgen wird daher vermutlich alles etwas langsamer ablaufen). Das Telefon summt wieder – es ist Zeit, sich auf den Weg zu machen, wenn du den Bus kriegen willst.

Während du zur Bushaltestelle läufst, schlägt dir dein Smartphone vor einen kleinen Umweg zu machen – aus irgendeinem Grund ist die Straße, die du sonst immer nutzt, heute sehr voll. Du kommst auf dem Weg an deinem Lieblingskaffeeladen vorbei und obwohl dieser heute 20 Prozent Rabatt anbietet, informiert dich dein Telefon nicht – du hast es immerhin eilig.

Nach deinem morgendlichen Spaziergang fühlst du dich frisch und kraftvoll. Du kommst an der mit WLAN und Bluetooth ausgestatten Bushaltestelle an und eine Benachrichtigung wird an den Busfahrer gesendet. Er weiß jetzt, dass 12 Passagiere darauf warten, abgeholt zu werden, weshalb er ein bisschen schneller fahren sollte, wenn er allen genügend Zeit geben will, einzusteigen. Das Busunternehmen ist ebenfalls informiert und schickt bereits einen weiteren Bus los, um dem hohen Personenaufkommen auf deiner Route gerecht zu werden. Während du wartest, fällt dir ein Elternteil mit zwei kleinen Kindern auf, die sich mit dem Touch-Screen der Haltestelle beschäftigen.

Als der Bus ankommt, können alle entspannt einsteigen: fast alle Passagiere nutzten Tickets, die auf ihrem Smartphone gespeichert waren. Nur eine Person musste aufwendig mit Bargeld zahlen. Im Bus holst du ein Tablet aus deiner Tasche, um die Nachrichten und deine E-Mails über das kostenlose WLAN zu checken. Dir fällt plötzlich auf, dass du vergessen hast, dein Telefon zu laden. Du schließt es also an die USB-Buchse neben deinem Sitz an, um es zu laden. Obwohl der Verkehr sehr stockend ist, kannst du fast alle deine Arbeitsmails abarbeiten. Die Zeit im Bus ist also sehr sinnvoll genutzt.

Als der Bus dich vor deinem Büro absetzt, informiert dich dein Chef über einen ungeplanten Besuch. Du buchst daher bei einem Car-Sharing-Dienst wie Co-wheels. Du sicherst dir ein Auto für die Reise, inklusive einem Klapprad im Kofferraum.

Du musst in das Zentrum der Stadt, also parkst du das geliehene Auto in einer nahgelegenen Parkbucht (die eigentlich eine ungenutzte Auffahrt eines anderen Mitglieds ist), sobald du am Stadtrand ankommst. Du nimmst für den Rest des Wegs ein Fahrrad, um Zeit zu sparen und den Verkehr zu umgehen. Deine Reise-App gibt dir Anweisungen über deine Bluetooth-Kopfhörer – es sagt dir, wie du deine Geschwindigkeit auf dem Fahrrad anpassen sollst, je nachdem, wie es um deine Fitness steht. Wegen deines Asthmas schlägt die App dir eine Route vor, die ein Areal umgeht, das starke Luftverschmutzung aufweist.

Nach dem Meeting winkst du ein Taxi heran, um zurück ins Büro zu gelangen. Du kannst auf dem Weg ein paar Mails beantworten. Mit einem Klick auf deinem Smartphone bestellst du das Taxi und in den zwei Minuten, die es bis zu dir braucht, faltest du dein Fahrrad, um es in den Kofferraum eines anderen Autos in der Nähe deines Büros zu packen. Du hast es eilig, also keine grünen Belohnungspunkte fürs Laufen heute. Wenigstens bist du pünktlich beim Meeting gewesen und hast auf dem Weg dorthin zwei Kilogramm CO2 eingespart.

Wach auf

Das mag alles wie Fiktion klingen, aber in Wahrheit werden alle notwendigen Daten dafür bereits auf die eine oder andere Art und Weise gesammelt. Dein Smartphone kann deinen Standort verfolgen, deine Fortbewegungsgeschwindigkeit und sogar die Art von Aktivität, die du ausführst – ob du fährst, läufst oder mit dem Rad unterwegs bist.

In der Zwischenzeit werden Fitness-Tracker immer besser und Smart Watches können deine Herzfrequenz und deine körperlichen Aktivität überwachen. Dein Suchverlauf und dein Verhalten auf den einschlägigen Sozialen Medien können Auskunft über deine Interessen, Geschmäcker und sogar Absichten geben: Zum Beispiel geben die Daten, die generiert werden, wenn du dir Urlaubsangebote ansiehst, nicht nur Auskunft darüber, wo du hinwillst, sondern auch wann und wieviel du bereit bist, zu zahlen.

Neben persönlichen Geräten, ist das Internet of Things mit Netzwerken unzähliger Arten von Sensoren, die von Luftverschmutzung bis Verkehrsaufkommen alles messen können, eine weitere Datenquelle. Ganz abgesehen von dem kontinuierlichen Fluss an Informationen auf Socia- Media-Plattformen zu jedem Thema, das dich interessiert.

Mit so vielen verfügbaren Daten scheint es, als sei die Erfassung unserer Umwelt fast komplett. Doch alle diese Datensätze sind in Systemen gespeichert, die nicht miteinander interagieren und von verschiedenen Entitäten verwaltet werden, die Sharing nicht gerade gut heißen. Obwohl die Technologie also bereits existiert, sind unsere Daten weiterhin bei verschiedenen Organisationen voneinander isoliert und institutionelle Hürden stehen dieser Art von Service im Weg. Ob das gut oder schlecht ist, bleibt dir überlassen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „smartwatch“by Free-Photos ( CC0 Public Domain)


The Conversation

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Test: Apple AirPods klotzen mit smarter Technik, geizen mit Bass

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Um Apples groß angekündigte kabellose Kopfhörer AirPods herrschte lange Zeit viel Lärm um nichts. Erst mit monatelanger Verspätung kamen die Kopfhörer auf den Markt. Und auch zum Erscheinen dieses Artikels müssen Online-Käufer sich noch gedulden, bis sie das 180 Euro teure Lauscherpaar in den Händen halten. Die Wartezeit im Apple Store beträgt sechs Wochen. Mir lag inzwischen bereits ein Test-Exemplar vor. Vor meinem geistigen Ohr erklang die Frage: Lohnen sich Kaufpreis und Wartezeit? Am liebsten möchte ich mit einem Sprachbefehl antworten: „Siri, sag’ mal Apple, die AirPods sind nicht schlecht, da geht aber noch mehr.“

Warum Apple einen Bluetooth-Kopfhörer bringt

Die Auswahl an kabellosen Kopfhörern mit Bluetooth ist groß. Auch Apples Tochterfirma Beats mischt in diesem Bereich mit. Warum bringt Apple dann unter eigener Marke ein eigenes Modell heraus? Das lässt sich nur mit einem Blick auf die aktuelle iPhone-Generation 7 (Plus) verstehen (hier zu Test). Sie verzichtet auf einen Klinkenstecker. Ist der Lightning-Port fürs Aufladen belegt, kann das iPhone nur noch mit Funkkopfhörern kommunizieren. Die AirPods sollen als Referenz dafür herhalten, wie sich Apple smarte, kabellose Kopfhörer von heute vorstellt.

Das Design: Ein Griff ins Klo

Die Formsprache schauen sich andere Hersteller aber bitte gefälligst nicht ab. Die weißen Kopfhörer sehen einem Mundstück für eine Elektro-Zahnbürste täuschend ähnlich. Und die im Lieferumfang enthaltene weiße Transportbox mit den abgerundeten Ecken mutet wie ein Spender für Zahnseide an. Das Transportgehäuse lässt sich ja außer Sichtweite in der Hosentasche verstauen, aber diese Kopfhörer empfinde ich in der Öffentlichkeit als ästhetisch total indiskutabel. Beim Praxistest in der U-Bahn habe ich mich geradezu geniert.

Apple AirPods Toothbrush
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Gut vernetzt im Apple-Ökosystem

Immerhin erfüllt das Verlängerungsstück der Ohrknöpfe einen höheren Zweck. Sie bieten Platz für die ganzen Chips, Mikros und andere Sensoren, die in den AirPods stecken. Diese Technik-Innereien ermöglichen ein paar ziemlich clevere Funktionen.

Apple hebt besonders den selbst entwickelten W1-Chip hervor. Damit lassen sich die AirPods in meinem Praxistest mit einem iPhone 6 so einfach und schnell verbinden, wie zuvor mit keinem anderen Bluetooth-Kopfhörer. Einfach Bluetooth auf dem iPhone aktivieren, die AirPods in die Nähe des iPhones halten und – zack – bestätigt ein eingeblendetes Fenster die erfolgreiche Kontaktaufnahme.

iMac Apple AirPods
Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Ist dieses Pairing mit einem Apple-Gerät einmal vollzogen, kann ich die AirPods sogar an meinem iPad und iMac oder meiner Apple Watch verwenden – ohne weitere Einrichtung. Die Einstellungen wurden einfach automatisch per iCloud übernommen. Etwa im Bluetooth-Menü des iMac tauchen die AirPods dann bereits auf. Wähle ich sie aus, ist die Verbindung umgehend hergestellt.

Ob ich die AirPods im Ohr trage, erkennt ein Infrarotsensor. Entferne ich die Kopfhörer, unterbricht die Musik selbständig. Praktisch!

Sprachsteuerung per Siri nicht zu Ende gedacht

Die smarte Sensorik ist auch deshalb so wichtig, weil es keine physischen Bedienelemente an den Kopfhörern selbst gibt. Bei der Musiksteuerung kommt Apples Sprachassistentin Siri eine große Rolle zu. Habe ich mir bei Siri Gehör verschafft, stellt sie für mich auf Wunsch die Musik lauter und leiser oder ruft bestimmte Titel und Playlisten auf. Das klappt zuverlässig. Siris Dienstantritt gelingt jedoch nicht immer. Ein Doppeltipp auf die AirPods soll sie eigentlich aktivieren, führt aber in meinem Test nur in etwa der Hälfte der Fälle zum Erfolg.

Daher betrachte ich die Sprachsteuerung der AirPods als unausgereiftes Konzept. Selbst wenn Siri in neun Fällen reagiert und nur im zehnten nicht, wäre sie der Zuverlässigkeit einer physischen Fernbedienung an der Ohrmuschel immer noch unterlegen.

Außerdem ist es natürlich eine groteske Vorstellung, in der U-Bahn oder anderen öffentlichen Räumen die AirPods per Sprache zu steuern. Stattdessen dürften die meisten Nutzer das iPhone aus der Tasche holen und die Aktion am Gerät selbst vornehmen. Besteht keine Internetverbindung, müssen sie das sogar. Denn als cloud-basierter Dienst benötigt Siri auch für die Musiksteuerung Zugriff auf Apples Sprachserver. Sorry Apple, diese Idee ist in Sachen Usability nicht zu Ende gedacht.

AirPods sitzen gut, geizen mit Bass, schirmen nicht ab

Bei der Passgenauigkeit geht Apples „Keep it simple“-Credo immerhin auf. Die AirPods gibt es in genau einer Größe, Silikonaufsätze für den maßgefertigten Einsatz im Ohr sind nicht vorgesehen. Dennoch sitzen die Knöpfe stabil in meinen Ohren. Dem Vernehmen nach ist das bei der Mehrheit der Träger der Fall.

Apple AirPods
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Dass Apple auf eine klassische In-Ear-Bauweise mit tiefer Verankerung im Gehörgang verzichtet, hat aber auch gravierende Nachteile. Die AirPods schirmen so gut wie gar nicht ab. Weder halten Umgebungsgeräusche fern, noch schützen sie meine Sitznachbarn davor, durch meine Musik belästigt zu werden.

Angesichts dieses Formfaktors überrascht es auch nicht, dass die AirPods sehr bass-arm klingen. Gerade bei den kleinen Treibern von In-Ears hängen Bassintensität und die Position im Gehörgang eng zusammen.

In anderen klanglichen Teildisziplinen überzeugen die AirPods. Sie machen auf mich einen sehr detailreichen, räumlichen Eindruck. Die Bluetooth-Verbindung hatte auf naher Distanz in meinem Testzeitraum keinen einzigen Aussetzer. Weil die AirPods dabei aber eben so unfassbar dünn klingen, ist das nur ein schwacher Trost.

Das perfekte Telefonie-Headset

Die einwandfreie Detailwiedergabe in den Mitten und Höhen kommt den AirPods beim Einsatz als Telefonie-Headset zugute. Zudem filtern die integrierten Richtmikrofone störende Umgebungsgeräusche souverän heraus. Ich kann mich an keinen Bluetooth-Kopfhörer mit besserer Sprachqualität erinnern. Auch meine Gegenüber verstanden mich einwandfrei, so, als säße ich am Hörer eines Festnetztelefons.

Akkulaufzeit nur mit Transportbox brauchbar

In den kleinen Knöpfen ist natürlich nicht viel Platz für einen Akku. Und all die smarten Funktionen zehren auch noch vom knappen Energievorrat. Mit bis zu fünf Stunden Laufzeit bis zur nächsten Aufladung sind die AirPods daher akkumäßig etwas kurzatmig aufgestellt.

Apple AirPods
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Nur in Kombination mit der Transportbox ist die Akkulaufzeit praxistauglich. Sie beinhaltet einen eigenen Akku, der die AirPods bis zu vier Mal aufladen können soll, ehe sie selbst per Lightning-Kabel neue Energie tanken muss. Rund 24 Stunden maximale Akkulaufzeit sind ein gehobener Wert. In meinem Praxistest kam ich mit dieser Größenordnung prima über die Runden, ohne überraschend mit leeren Kopfhörern dazustehen.

Fazit: AirPods als Technologie-Demo für Apple-Fans

Unterm Strich bietet Apple mit den AirPods einen viel versprechenden Ausblick darauf, wohin die Reise bei smarten Kopfhörern geht. Das Pionier-Produkt teilt jedoch das Schicksal vieler anderer Modelle der ersten Generation. Für den Einsatz im Alltag einer breiten Masse taugen sie nicht. Das ungewöhnliche Design mit seinem Zahnhygiene-Flair ist sozial kaum akzeptabel, die Sprachbedienung ist nicht ausgereift, der bass-arme Klang ist nicht standesgemäß in dieser Preiskategorie.

Die einfache Vernetzung mit Apple-Geräten ist hingegen prima gelungen. Und als Telefonie-Headset machen die AirPods eine Top-Figur. Dies allein reicht aber nicht für eine Kaufempfehlung. Zur Anschaffung der AirPods ist nur Apple-Fans zu raten, die sich ihr Exemplar einer historisch bedeutsamen Technologie-Demo sichern wollen.


Images by Berti Kolbow-Lehradt


Dieser Text erschien zuerst bei den Applepiloten.

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Neun Tipps, wie euer Akku länger durchhält

smartphone-image-by-whitemanart-cc0-public-domain-via-pixabay

Vermutlich kennen viele Leute das Problem, dass der Akku des Smartphones chronisch leer ist. Im Gegensatz zu den früheren Handys halten unsere heutigen Akkus, wenn überhaupt, nur noch einen Tag und nicht mehr eine ganze Woche. Das ist aber auch kein Wunder, denn unsere Smartphones haben allerhand zu tun. Im Hintergrund laufen unzählige Apps, die den Akku beanspruchen und viele weitere Faktoren lassen den Akku zu jeder Zeit arbeiten.

Allerdings gibt es Möglichkeiten das Smartphone länger bei Laune zu halten. Wir haben uns mal auf die Suche begeben und nach nützlichen Tipps gesucht, wie man den Smartphone-Akku länger am Leben erhalten lassen kann.

1) Nicht den Akku bis zum letzten Rest leerlaufen lassen

Die heutigen Akkus sollten nicht bis zum letzten Rest leergelaufen lassen werden. In den Smartphones befinden sich mittlerweile Lithium-Ionen-Akkus und diese werden beim vollständigen Entladen stark belastet. Wichtig ist es daher den Akku anzustecken, sobald das Smartphone Bescheid gibt und auf eine geringe Akkudauer hinweist.

2) Hitze wie Sonne oder hohen Temperaturen vermeiden

Wie auch dem Menschen, kann zu viel Sonne auch unseren Smartphones schaden. Daher sollte man dringend darauf achten, das Smartphone nicht der direkten Sonne auszusetzen oder in überhitzten Räumen oder Autos liegen zu lassen, das schadet dem Akku ungemein. Aber nicht nur dieser ist betroffen, sondern auch der Bildschirm kann einen erheblichen Schaden davontragen, was in beiden Fällen sehr ärgerlich, jedoch vermeidbar ist.

3) Bildschirmhelligkeit reduzieren

Ein zu heller Bildschirm hat zur Folge, dass der Akku mehr in Anspruch genommen wird. Auf dem Smartphone kann man einstellen, dass die Helligkeit etwas reduziert werden soll. Es reicht in dne meisten Fällen, wenn man sie so einstellt, dass man noch immer alles erkennen kann. Auch der Ruhezustand sollte nicht zu lange auf sich warten lassen, denn je eher der Bildschirm sich ausschaltet, desto länger hält auch der Akku. So sollte also drauf geachtet werden, dass der Bildschirmruhestand nach wenigen Sekunden bei Nichtnutzung einsetzt.

4) Funkverbindungen abschalten

Oftmals bekommen wir das gar nicht mit, aber auch wenn wir unser Smartphone nicht benutzen, ist es ordentlich am Arbeiten. Dem kann man Abhilfe schaffen, indem unnötige Funkverbindungen wie Bluetooth oder WLAN ausgestellt werden, wenn man diese nicht gerade benötigt. Außerdem kann die Netzwerktsuche abgeschaltet werden, da das Smartphone sonst immer nach der Suche nach dem passenden Netzwerk ist und so unnötig Akku verbraucht.

5) Energiesparmodus anstellen

Der Energiesparmodus ist eine Funktion, die man super nutzen kann, wenn man das Smartphone für einige Zeit nicht in Gebrauch nehmen möchte. Im Energiesparmodus fahren alle nicht benötigten Anwendungen, wie beispielsweise die Ortung, oder Spiele, die einem ständigen Datenaustausch ausgeliefert sind, im Hintergrund herunter. Das schenkt dem Nutzer nicht nur einmal ein paar ruhige, smartphonefreie Stunden, sondern auch erheblich mehr Akku.

6) Nützliche Energiespar-Apps

Wenn man selber nicht immer die Energie des Smartphones im Auge behalten möchte, so gibt es auch andere Möglichkeiten die Energieoptionen zu regeln: mit Stromspar-Apps. Diese Apps helfen nicht nur dabei, sämtliche Anwendungen im Hintergrund herunterzufahren, sondern reinigen zudem auch noch das Smartphone von überschüssigem Datenmüll und sorgen eine Überhitzung des Akkus vor. Besonders gut eignen sich vor allem Apps wie Power Battery-Batterieschoner oder JuiceDefender – battery saver für Android Smartphones oder Battery Doctor – Master of Battery Maintenance oder Akku und Batterie HD Monitor für das iPhone.

7) Schlechte Verbindungen vermeiden

Wenn man sich in einem Funkloch befindet, ist es sinnvoll, die mobile Datenverbindung und das WLAN auszuschalten. Da das Smartphone die ganze Zeit über versucht, das schwache Signal auszugleichen und somit auf eine sehr hohe Leistung umschwenkt, saugt es den Akku rapide aus. Wer also eine schöne Wanderung in den Bergen oder im Wald vornehmen möchte, der sollte von Anfang an auf Energiesparmodus umstellen oder es gar komplett ausschalten.

8) Den Memory Effekt gibt es nicht mehr

Dass es den sogenannten „Memory Effekt“ bei den heutigen Smartphones noch gibt, ist ein weitverbreiteter Irrglaube, denn die neuen Lithium-Ionen-Akkus „merken“ sich tatsächlich nicht mehr den Zeitpunkt des alten Füllstands, sowie es die alten Handy-Akkus getan haben. Dann wurde die Kapazität der Ladezyklen nicht mehr voll ausgeschöpft und der Akku verlor an Leistung. Bei den heutigen Smartphones kann der Akku bedenkenlos und jederzeit geladen werden.

9) Automatische Updates abstellen und diese manuell bedienen

Automatische Updates sorgen bei den Smartphone-Akkus meistens für Verluste, da sie im Hintergrund ohne gewisse Aufforderungen einfach aktualisiert werden. Einerseits sind die automatischen Aktualisierungen äußerst praktisch, da die Apps so immer auf dem neuesten Stand sind, allerdings ist es ärgerlich, wenn das Smartphone nur noch wenig Akku zur Verfügung hat. Wer also lieber auf aktuelle Updates verzichten möchte, um Akku zu schonen, kann die automatischen Updates einfach abstellen und diese manuell im Store updaten.


Image „Smartphone“ by WhiteManART (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • DIGITALISIERUNG Welt: Strafpunkte in Flensburg online abrufbar: Das Bundesverkehrsministerium hat angekündigt, dass Autofahrer ab sofort online einsehen können, wie viele Punkte sie im Strafregister in Flensburg gesammelt haben. Die Funktion soll heute um 10 Uhr freigeschaltet werden. Jedoch sind auf dem Weg zum kurzen Überprüfen im Netz noch einige Hürden vorhanden. Es wird ein Personalausweis im Scheckkartenformat mit freigeschalteter Online-Funktion benötigt, außerdem ein Kartenlesegerät sowie das entsprechende Programm auf dem Computer. Allerdings wird die Auskunft im Netz auf der Seite des Kraftfahrtbundesamtes kostenfrei sein.

  • BLUETOOTH golem: Bluetooth 5 mit verzehnfachter Funkleistung: Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) präsentierte am vergangenen Dienstag den neusten Standard der Übertragungtechnik. Die meisten Änderungen betreffen Bluetooth Low Energy, die vor allem von kleinen, stromsparenden Geräten wie einem Fitnessarmband genutzt wird. Bei der letzten Version (4.2) war die Bruttodatenrate 1 Mbit/s, bei Version 5 sollen es 2 Mbit/s sein. Stark verbessert wurde auch die Sendeleistung. Bisher waren maximal 10 Milliwatt möglich, in der neuen Version sollen es zehnmal so viel sein: 100 Milliwatt. Durch die größere Reichweite kann aber auch die Geschwindigkeit leiden. Im Zweifelsfall sollen aufgrund der Sicherung gegen Fehler nur 125 Kbits/s möglich sein.

  • ENERGIE FAZ: Netzbetreiber: „Dunkelflaute“ bedroht die Stromnetze: Im vergangenen Monat mussten deutsche Netzbetreiber an 26 Tagen Notfall-Kraftwerke zuschalten, um die Stromversorgung in ganz Deutschland zu gewährleisten. Im gleichen Zeitraum vor einem Jahr sind es nur 18 Tage gewesen, die dies erforderten. Die Wintermonate sind für die Stromversorger eine besondere Herausforderung, da der Bedarf an Strom sein Maximum erreicht und gleichzeitig die erzeugte Energie aus Photovoltaikanlagen ihr Minimum erreicht. Fachleute nennen dieses Phänomen „Dunkelflaute“.

  • IKEA Spiegel: IKEA plant nach Rekordgewinnen Expansion nach Indien und Serbien: Das schwedische Möbelhaus IKEA hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Der Überschuss zum Geschäftsjahr 2015/2016, welches am 31. August endete, kletterte von 3,5 auf 4,2 Milliarden Euro. Allein in Deutschland, dem wichtigsten Einzelmarkt, legte IKEA mehr als 7 Prozent zu. Der Markt in China wächst derzeit am stärksten, ab 2017 will IKEA auch in Indien und Serbien vertreten sein. Um etwas für die Nachhaltigkeit zu tun, beabsichtigt das schwedische Unternehmen außerdem, bis in vier Jahren genauso viel Energie zu produzieren, wie es verbraucht. Dazu kaufte es bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr Windparks in Polen und den USA.

  • APPLE golem: Apple plant Streaming aktueller Kinofilme: Bald könnten wir vielleicht aktuelle Kinofilme bei iTunes streamen. Zwei Wochen nach dem Kinostart sollen die Filme auch bei iTunes verfügbar sein. Renommierte Filmproduktionsfirmen wie 21st Century Fox und Warner Bros. stehen einer Kooperation positiv gegenüber, was man von führenden Kinoketten vermutlich nicht erwarten kann. Einen aktuellen Film bei iTunes zu streamen, soll etwa 25 bis 50 US-Dollar kosten.

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  • INSTAGRAM mashable: Instagram is killing photo maps: Instagram hat die „Photo Map“ entfernt, eine Landkarte auf der man sehen konnte wo die Nutzer ihre Fotos aufgenommen haben. Man kann diese Funktion nun nicht mehr bei anderen Nutzern sehen, sondern nur noch auf dem eigenen Profil. Jedoch soll auch die eigene Karte bald entfernt werden. Der Grund dafür ist, dass die meisten Nutzer die Funktion garnicht verwendet haben.
  • SNAPCHAT maclife: Snapchat will in den Hardware-Markt: Snapchat ist nun Mitglied im Bluetooth Konsortium. Unternehmen müssen mehr oder weniger Mitglied in dieser Gemeinschaft sein, wenn sie Bluetooth-Geräte auf den Markt bringen wollen. Dass Snapchat nun Mitglied davon ist, bestärkt die Gerüchte um die Entwicklung eines eigenen Gerätes. Wie das Produkt aussehen wird und welche Funktionen es haben wird, ist bisher noch unklar. Ein weiterer Hinweis ist, dass das Unternehmen vor kurzer Zeit mehrere Hardware-Spezialisten für Kamera-Technologie eingestellt hat.
  • MICROSOFT t3n: Skype Teams: Microsoft entwickelt eine Slack-Alternative: Slack bekommt nun Konkurrenz von Microsoft. Der Konzern baut ein neues Tool mit dem Namen Skype Teams. Dieser Dienst soll die Kommunikation in Unternehmen erleichtern. Mit Skype Teams kann man Dateien und Notizen teilen. Außerdem gibt es eine Funktion, welche Slack noch nicht hat – die „Threaded Conversations“. Kommentare werden also ähnlich wie bei Facebook untereinander angeordnet. Microsoft wollte Slack eigentlich für acht Milliarden US-Dollar kaufen, aber Bill Gates und CEO Satya Nadella lehnten das ab und empfahlen Skype für die Kommunikation in Unternehmen auszubauen.
  • INTEL heise: Internet der Dinge: Intel übernimmt Spezialist für maschinelles Sehen Movidius: Intel hat das Computer-Vision-Startup Movidius übernommen. Die Produkte des Unternehmens werden zukünftig mit Intels Realsense-Technologie verbunden. Geräte wie Roboter, Drohnen und Smartphones sollen mithilfe der performanten Chips von Movidius in der Lage sein Dinge perspektivisch zu sehen. Durch den Gebrauch der Technologie möchte man eine neue Entwicklungsstufe starten. Die Geräte werden dann durch maschinelles Lernen erkennen und das Umfeld verstehen können, sodass sie gewissermaßen wie ein Mensch sehen.
  • UNITYMEDIA golem: Erste Analogabschaltung bei Unitymedia in diesem Monat: Hanau wird die erste Stadt ohne analoges Kabelfernsehen von Unitymedia sein. Bereits am 20.September wird das analoge TV-Angebot des Kabelnetzbetreibers dort enden. Die Digitalnutzungsquote im Kabel liegt laut dem Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten zurzeit bei 82,1 Prozent, das sind etwa zehn Prozent mehr als 2015. Für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg hat Unitymedia das Ende der analogen Verbreitung für den 30.Juni 2017 angekündigt. In Bayern und Sachsen wird die analoge Kabelverbreitung 2018 auslaufen.
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Der Bluetooth-Messenger Jott ist die neue In-App bei US-Teenies

Mit Freunden schreiben, ohne aktive Internetverbindung oder Datentarif? Für viele US-amerikanische Jugendliche ist das Alltag geworden. Der Messenger Jott wird inzwischen auch an Schulen eingesetzt.

Ann-Kathrin Bertenrath über den Messenger Jott

Möglich gemacht wird das Kommunizieren über die sogenannte Airchat-Technologie. Nutzer von Apple-Geräten können so über Jott Nachrichten via Bluetooth versenden. Das Prinzip ist nicht neu: Bereits im vergangenen Jahr sorgte “Firechat” für Aufsehen. Doch was bisher fehlte, war ein Messenger, der sich speziell an die Bedürfnisse der jungen Zielgruppe richtet, so Entwickler Jared Allgood gegenüber dem Wirtschaftsmagazin forbes.com: „Die meisten Menschen erkennen nicht, dass es eine sich entwickelnde Gruppe innerhalb Amerikas gibt. Es ist der amerikanische Teenager.“

Seine Firma Juxta Labs aus San Francisco hat sich vor allem durch Spieleapps wie „Little Riddles“ und „Pic the Song“ einen Namen gemacht. Mehr als eine Million Downloads, Tendenz steigend. Darüber hinaus entwickelte das Unternehmen im Jahr 2009 die Facebookapp „Yearbook“, die es dann nach dem Erreichen von 40 Millionen Usern an das Portal classmates.com verkauft hat.

Als Väter von Kindern im Teenageralter, wissen Allgood und sein Mitbegründer Jayson Ahlstrom von Juxta Labs über die Sorgen und Nöte der jungen Generation Bescheid. Diese ist vor allem eines: Internetaffin. Eine Umfrage des Unternehmens unter mehr als 300 Schülern zeigte: Rund 50 Prozent der US-amerikanischen Middle Schools und High Schools bieten keinen WLAN-Zugang an. Außerdem hätten viele Schüler kein Geld für eine Internetflatrate. Ein weiteres Problem: Viele Eltern würden ihren Kindern einen iPod oder ein iPad ohne Internetmöglichkeit mit in die Schule geben, so Allgood. Damit wären die Jugendlichen in der Schule von den Anderen ausgeschlossen.

„closed networks“ an Schulen

Mit Jott sollte sich das ändern. Die beiden Chefs stellten extra fünf Ingenieure ein, die bereits ein Messenger-System für Schulen entwickelten. Das Ziel: Es sollte nicht nur funktionieren, sondern vor allem sicher sein – immerhin ist die Hauptzielgruppe 13- bis 18-jährige.

Die App zerstört ähnlich wie Snapchat gesendete Nachrichten und erkennt, wenn jemand einen Screenshot von der Konversation macht. Die Möglichkeit Gesprächspartner zu blockieren gibt es ebenfalls.

In vielen Schulen existieren mittlerweile sogenannte „closed networks“. Wer da hinein will, muss sich mit seinem vollen Namen und seinem richtigen Alter registrieren. Außerdem wird mit der Anmeldung bestätigt, dass es sich wirklich um Schüler dieser Schule handelt.

Wie TechCrunch berichtet, sei es als Außenstehender geradezu unmöglich, sich länger unentdeckt in dem Netzwerk aufzuhalten. Eine Schuldirektorin sei schon nach kurzer Zeit von den Schülern als Fake entlarvt, gemeldet und schließlich gesperrt worden.

Doch warum sollten Teenager mit ihren Schulkameraden über einen Messenger schreiben, wenn diese sich doch in unmittelbarer Nähe befinden?

Mittelstufenschüler wollen neue Freundschaften schließen, aber dazu brauchen sie Telefonnummern. Oft haben sie auch keinen Datentarif, um mit ihren Mitschülern zu schreiben“, erklärte Allgood gegenüber TechCrunch. „Jott ersetzt das Zettelchen-Schreiben im digitalen Zeitalter.“


Jott-Geschäftsführer Jared Allgood erklärt auf CNN, wie der Messenger funktioniert:


Welches Potential hat die App?

Dass Jott ohne Internetverbindung und damit ohne jegliche Abhängigkeit von Mobilfunknetzen funktioniert, könnte auch außerhalb von Schulen von unschätzbarem Vorteil sein. Denn gerade in Gefahrensituationen oder während Naturkatastrophen (bei denen häufig das Mobilfunknetz zusammenbricht) ist es wichtig, dass Menschen in einem begrenzten Gebiet miteinander kommunizieren und sich so gegenseitig helfen können. Wer Angst um seine Daten hat, könnte mit Jott ebenfalls aufatmen: Bluetooth-Verbindungen können nämlich nicht ausgeschnüffelt werden.

Dennoch, betont Allgood in einem Interview gegenüber fox13now.com, sei die die App in erster Linie für Teenager entwickelt worden: “Wir konzentrieren uns auf Jugendliche, für sie haben wir diese App gemacht. Sie lieben und nutzen sie. Außerdem gibt es viele Schulnetzwerke, in denen sich Jott rasend schnell verbreitet.

Eine Einführung der App in den internationalen Markt sei erstmal nicht geplant.

Fazit

Ich habe Jott zu Testzwecken heruntergeladen. Jott ist in Deutschland natürlich aufgrund seiner offensichtlich geringen Nutzerzahlen und fehlenden Bekanntheit, bislang völlig unbrauchbar als Messenger. Mir persönlich gefällt das Design der App, die Menüführung empfinde ich jedoch als etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Teil braucht die App auch mehrere Sekunden, bis sie einen Befehl ausführt. Das können andere Instant Messenger deutlich besser.

Dennoch würde ich mich freuen, wenn Jott auch auf dem deutschen Markt eingeführt wird. Meiner Meinung nach könnte sie hier ihr volles Potenzial entfalten, wenn man sich nicht nur auf Schulen, sondern auf sämtliche andere, mehr oder weniger geschlossene Gruppen konzentriert (Wohngebiete, Kaufhäuser u.ä.). Auch die Nutzung in Gefahr- und Notfallsituationen klingt vielversprechend. Bis dahin sollte aber zumindest die AirChat-Funktion für alle Betriebssysteme verfügbar sein.


Teaser & Image by Jott


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Demonstranten nutzen FireChat, um Internetsperren zu entgehen

umbrella revolution_4738 (adapted) (Image by chet wong [CC BY 2.0] via Flickr)

Nachdem die chinesische Regierung Instagram als Kommunikationskanal für die Demonstranten geblockt hat, organisieren diese sich dank FireChat per Mesh-Netzwerk. Früher hatte jede Revolution einen Helden aus Fleisch und Blut, heute dagegen eine Technologie, die sich in den Protesten gegen die Regierung einen Namen macht. Bei den Unruhen in London war der BlackBerry Messenger noch das Kommunikationsmittel der Wahl, Twitter hat eine essentielle Rolle beim Arabischen Frühling gespielt und in der Türkei konnten die Internetsperren mit VPNs umgangen werden. Auch die Proteste in Hong Kong haben einen technologischen Helden, die Messenger-App FireChat, die dank Mesh-Netzwerk auch ohne Internetverbindung genutzt werden kann.

Mesh-Netzwerke gegen Internetsperren

Als die Proteste in Hong Kong Ende September an Fahrt gewannen, hat die chinesische Regierung schnell gehandelt. Da die meisten Demonstranten Instagram nutzten, um sich zu organisieren, wurde der Foto-Sharing-Dienst kurzerhand geblockt. Die Konsequenz daraus war aber nicht etwa, dass die Proteste nachlassen, denn wie zu erwarten war, haben die Demonstranten kurzerhand einen neuen Dienst zur Kommunikation auserkoren: FireChat. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine normale Gruppenchat-App, wie es sie zuhauf gibt, aber ein Feature hebt FireChat von der Konkurrenz ab und macht es zum perfekten Kommunikations-Tool der Demonstranten.

FireChat bietet einen sogenannten „Nearby Mode“, mit dem sich die App auch ohne Internetverbindung nutzen lässt. Die App kreiert dann ein Mesh-Netzwerk, bei dem verschiedene Geräte sich per Bluetooth verbinden und so ein dezentrales Netzwerk bilden. Ursprünglich war FireChat als Möglichkeit gedacht, bei großen Sport- oder Musik-Events miteinander kommunizieren zu können, wenn die Mobilfunknetze aufgrund der Menschenmassen überlastet sind. Damit, dass die App gerade als Organisations-Tool in Hong Kong dermaßen gut geeignet ist, haben die Entwickler von FireChat nicht gerechnet. Allein am vergangenen Sonntag wurden in Hong Kong innerhalb von 24 Stunden 100.000 neue Nutzer registriert. Insgesamt werden mehr als 800.000 Chat-Sessions abgehalten, zumindest soweit dies nachvollziehbar ist. Gegenüber VentureBeat erklärte Christophe Daligault, Chief Marketing Officer bei Open Garden, dass nur die Chat-Sessions gezählt werden können, die über eine Internetverbindung ablaufen. Sobald die Nutzer ein Mesh-Netzwerk erstellen und nutzen, gibt es keine Möglichkeit, realistische Zahlen über die Nutzung zu erhalten.

FireChat gegen Überwachung?

FireChat klingt so also zunächst nach dem perfekten Tool für die Demonstranten, um sich der Kontrolle durch die Regierung zu entziehen. Egal wie viele Internetdienste China blockiert, ein Mesh-Netzwerk, das an den zentralisierten Internetverbindungen vorbei agiert, lässt sich nicht blockieren. Das bedeutet allerdings wiederum nicht, dass die Nutzer in dem Netzwerk komplett vor den chinesischen Behörden geschützt sind. Die Chat-Sessions in FireChat sind nämlich allesamt öffentlich und somit auch für die Staatsmacht einsehbar. Aus diesem Grund warnen die Organisatoren der Proteste auch davor, in den Chats echte Namen zu verwenden.

Den Entwicklern von Open Garden sind diese und andere Mängel durchaus bekannt und man arbeitet derzeit auch daran, die App um weitere Features zu erweitern. Neben verifizierten Nutzern, wie etwa bei Twitter, soll in den nächsten Wochen vor allem verschlüsselte Chats nachgereicht werden. Außerdem ist es derzeit bei FireChat auch noch nicht möglich, mit einem Nutzer direkt in Kontakt zu treten – Daligault kündigte aber an, dass auch Direktnachrichten auf der Liste der kommenden Features zu finden ist. Er gab aber auch zu bedenken, dass alles in FireChat schwieriger umzusetzen sei als in anderen Messenger-Apps, da die Features eben auch offline, also in Mesh-Netzwerken, funktionieren müssen. Wenn dies gelingt, könnte FireChat dafür sorgen, dass sich Proteste wie in Hong Kong künftig noch viel schneller ausweiten.


Image (adapted) „umbrella revolution_4738“ by chet wong (CC BY 2.0)


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Orée Bluetooth-Tastatur – auf dem Holzweg?

Kann Holz als Gehäuse-Material die Massen begeistern? Orée probiert es einfach und liefert eine schicke Tastatur.

oree holztastatur

Individuell und stylisch soll es sein? Wer sich mit seinem Mac oder PC absetzen will von der Menge, der findet in Orée schon einmal einen guten Anfang. Eine handgemachte Tastatur aus Holz, genauer gesagt aus nur einem Stück Holz, hat meine Aufmerksamkeit gewonnen. Ehrensache, dass ich darüber etwas schreibe.

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