OnePlus Buds Pro und OnePlus Buds Z2 im Test: Auf die inneren Werte kommt es an

Immer öfter entdecken Smartphone-Hersteller auch andere Branchen für sich und wagen sich in unbekannte Gefilde. So auch das Community-getriebene Unternehmen OnePlus, welches seit einiger Zeit auch Bluetooth-Headphones anbietet. Bisheriger Höhepunkt waren die OnePlus Buds Pro, die zeitgleich mit dem OnePlus Nord 2 5G das Licht der Welt erblickten und an die Apple AirPods erinnern. Nun präsentierte CEO und Mitgründer Pete Lau mit den OnePlus Buds Z2 ein preiswertes Pendant. Doch worin unterscheiden sich die beiden Produkte? Ich habe die In-Ears im Alltag getestet und überraschendes festgestellt.

Preisunterschied im Design sichtbar

Auch wenn bei Audioprodukten die Klangqualität an erster Stelle steht, hört das Auge natürlich mit. Oder so ähnlich. Zumindest wird der Klassenunterschied bereits beim Design deutlich. Während das Case der OnePlus Buds Pro im schicken Matt daher kommt, wirkt das glänzende Pendant der OnePlus Buds Z2 billiger. Mit Maßen von 60 x 50 x 25 Millimetern ist die Box der OnePlus Buds Pro um 13 Millimeter kürzer und vier Millimeter flacher. Allerdings ist das Case der OnePlus Buds Z2 pillenförmiger und somit 13 Millimeter schmaler. Beide Exemplare besitzen eine Status-LED, die den Ladezustand verdeutlicht. Frische Energie gibt’s über den rückwärtigen USB-C-Anschluss, bei der Pro-Variante wahlweise kabellos per QI.

Unter der aufklappbaren Haube lassen sich dann die Kopfhörer finden. Auch an der Präsentation lässt sich der Preisunterschied erkennen: Während die schicken OnePlus Buds Pro in den Vordergrund treten, verstecken sich die glänzenden OnePlus Buds Z2 im Inneren des Case. Eine starke Magnetverbindung sichert beide Produkte vor ungewolltem Verlust. Haptisch sind die Unterschiede der In-Ears dann doch geringer als gedacht. Das liegt zum einen am nahezu identischen Gewicht von 4,5 Gramm, zum anderen an der hohen Verarbeitungsqualität der Produkte. Sie sind zudem nach IP55 spritzwassergeschützt.

Präsentation OnePlus Buds
Die Präsentation der OnePlus Buds Pro ist deutlich hochwertiger. Image by Jonas Haller

Auch im Aufbau ähneln sich die Kopfhörer. Neben der Hörmuschel mit variierbaren Eargels besitzen beide Pendants Tragesensoren, drei Mikrofone mit Active Noise Cancellation Feature sowie Touch-Felder. Darüber lassen sich intuitiv Songs pausieren oder überspringen. Aus patentrechtlichen Gründen müssen die OnePlus Buds Pro dafür ‘gekniffen’ statt angetippt werden. Das ist etwas fummelig und braucht Übung. Vorteil OnePlus Buds Z2. Sind die kabellosen Kopfhörer einmal im Ohr liefern sie ein nahezu identisches Klangerlebnis.

Identisches Innenleben sorgt für gute Klangqualität

Dass in der Klangfarbe keine Unterschiede hörbar sind, liegt am identischen Innenleben der OnePlus Buds Pro und Buds Z2. Beide In-Ears kommen mit einem 11 Millimeter großen, dynamischen Treiber daher, der einen Frequenzbereich von 20 – 20.000 Hertz abdeckt und Dolby Atmos unterstützt. Damit klingen sowohl basslastige Tracks als auch klassische Kompositionen angenehm und füllig.

Gerade in Verbindung mit dem zweistufigen Active Noise Cancellation bis 40 Dezibel können Nutzende geradezu in die Musik eintauchen. Heißt im Klartext: Während des Spaziergangs sind vorbeifahrende Autos kaum noch hörbar, störende Gespräche von Bahnmitfahrenden gehören der Vergangenheit an. Wem das unangenehm ist, kann auf den Transparent-Modus zurückgreifen. Sobald man einen Kopfhörer aus dem Ohr nimmt, stoppt zudem die Musik. Besonders bei spontanen Gesprächen mit dem Gegenüber ein tolles Feature.

OnePlus Buds
Im Inneren ähneln sich die OnePlus Kopfhörer stark. Image by Jonas Haller

Hey Melody App bietet zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten

Für die beste Funktionalität spendiert OnePlus die App „Hey Melody“. Sie befindet sich sowohl im Android Play Store als auch im Apple App Store. Die herstellereigenen Smartphones liefern die Optionen direkt in der Nutzeroberfläche mit. Neben dem ANC-Modus lassen sich hier Shortcuts zur Kopfhörer-Steuerung nach Belieben definieren. Außerdem hilft die Sitzprüfung beim Finden der passenden Earbuds und somit der perfekten Position. Ferner ermöglicht die App das unkomplizierte Aktualisieren der Firmware. Hier nehmen sich die Konkurrenzprodukte nichts.

Ein Alleinstellungsmerkmal der OnePlus Buds Pro ist der Zen Mode. Durch langes Drücken des rechten Ohrstöpsel startet entspannendes Meeresrauschen. Innerhalb der Hey Melody App lassen sich auch andere Klänge wie Vogelgezwitscher, Lagerfeuer oder meditative Klaviermelodien auswählen. Auf den In-Ears lässt sich eine Klangfolge speichern. Für das Abspielen der optionalen Entspannungstöne ist die Zusatzsoftware notwendig.

Screenshots Hey Melody
Für die OnePlus Buds gibt’s die Compagnien App Hey Melody. Screenshots by Jonas Haller

Ausdauernde Akkulaufzeit überzeugt in der Praxis

Weiterhin zeigt die Companion-App den aktuellen Ladestand der drahtlosen Kopfhörer an. Die Ausdauer der beiden Produkte kann sich in der Praxis durchaus sehen lassen. Mit 40 Milliamperestunden der Buds sowie weiteren 520 Milliamperestunden des Case sind die verbauten Akkus identisch. Mit aktiviertem ANC sind bis zu fünf Stunden Spielzeit drin, ohne ANC sind es gar sieben Stunden. Addiert man nun die Kapazität des Lade-Case können mit den OnePlus Buds Z2 sogar 38 Stunden (ohne ANC) erreicht werden, die OnePlus Buds Pro liegen mit 31 Stunden etwas dahinter. Warum das so ist, konnte auch OnePlus nicht genau sagen.

Einer der Gründe könnten Ladeverluste beim Schnellladen der Buds aus dem Case sein. Während die OnePlus Buds Z2 innerhalb von zehn Minuten lediglich fünf Stunden Spielzeit aufladen, erhalten die OnePlus Buds Pro insgesamt zehn Stunden Spielzeit. Die Premium-Ohrstöpsel laden also mit doppelter Geschwindigkeit. Geht nun auch der Akku des Case zur Neige, hilft nur noch das Laden per USB-C-Kabel. Am schnellsten klappt das bei beiden mit dem OnePlus WarpCharge Netzteil. In rund 90 Minuten sind die Energiespender wieder vollständig gefüllt. Pluspunkt Buds Pro: Sie lassen sich auch induktiv per QI-Standard laden. Dann dauert’s allerdings auch etwas länger.

Fazit OnePlus Buds Pro und Buds Z2 im Test: Der Teufel steckt im Detail

Gut klingende Kopfhörer sind für Audio-Fans das A und O. Gleichzeitig legen wir Nutzer:innen Wert auf ein hübsches Design und eine lange Akkulaufzeit. OnePlus hat mit den Buds Pro und den brandneuen Buds Z2 zwei spannende Produkte auf den Markt gebracht. Sie überzeugen durch ihren vollen Klang mit leistungsstarker Active Noise Cancellation, der sehr guten Verbindungsstabilität sowie ausdauernden Akku-Performance. Wer auf den entspannenden Zen Modus, kabelloses Laden sowie ein edle(re)s Design verzichten kann, ist bei den OnePlus Buds Z2 für 100 Euro an der richtigen Adresse. Für rund 35 Euro mehr gibt’s bei den OnePlus Buds Pro das ein oder andere Premium-Feature dazu. Große technische Unterschiede sucht man jedoch vergebens. Deshalb kann man auch getrost zu den preiswerteren OnePlus Buds Z2 greifen.


Images by Jonas Haller

Jonas Haller

arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Chemnitz und erforscht unter anderem 3D-Druckverfahren. Die technische Vorschädigung tut dem Interesse zum mobilen Zeitgeschehen und der Liebe zur Sprache jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Durch die Techsite HTC Inside ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das Android Magazin aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge, die das Leben bunter machen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


Artikel per E-Mail verschicken
Schlagwörter: , , , , ,