OnePlus Nord CE 5G im Test: Auf das Wichtigste eingenordet

Größer, schneller, weiter. Das war bis vor einiger Zeit das Credo in der Smartphone-Welt. Doch Hersteller wie OnePlus erkannten, dass vor allen Dingen die Abstimmung passen muss. Mit dem OnePlus Nord CE 5G stellte das fangetriebene Unternehmen zuletzt ein auf den Alltag fokussiertes Mittelklasse-Gerät vor. Ab 299 Euro gibt es solide Hardware und ausgereifte Software. Ich habe in den letzten Tagen herausgefunden wie sich die “Core Edition” im Alltag schlägt.

Große Abmaße, aber dünn

Auf dem ersten Blick gibt’s beim OnePlus Nord CE 5G Standard-Kost: Mit Maßen von 16 x 7,4 Zentimetern und einem Gewicht von 170 Gramm gehört es auch weiterhin zu den größeren Mittelklasse-Geräten. Dafür hat das Unternehmen an der Dicke gearbeitet. Die liegt nunmehr wieder unter acht Millimeter und damit auf dem Niveau des OnePlus 6T. Das macht sich in der Haptik deutlich bemerkbar.

Die ist für meinen Geschmack auch aufgrund der Platzierung der Buttons sehr angenehm. Rechts befindet sich auf perfekter Höhe der Power-Button, links zwei Einzel-Taster für die Lautstärkeregelung. Leider fehlt der etwa aus dem OnePlus 8T bekannte Alert-Slider. Unter dem Display verrichtet ein flinker optischer Fingerabdrucksensor seinen Dienst. Während die Oberseite jungfräulich daher kommt, lassen sich auf der Unterseite neben dem USB-C-2.0-Ladeport und einem Lautsprecher wieder erstmals ein 3,5 mm Audioanschluss finden.

OnePlus Nord CE 5G Seitenansicht
OnePlus bringt bei der Core Edition den 3,5mm-Audioanschluss zurück. Image by Jonas Haller

Flüssiges Nutzen im Fokus

Der Hersteller setzt beim OnePlus Nord CE 5G den Fokus auf die wichtigen Dinge, welche die alltägliche Smartphone-Nutzung ausmachen. Zuerst ist das die Performance und flüssige Nutzung. Unter der Haube werkelt mit dem Qualcomm Snapdragon 750G ein speziell auf Spieleanwendungen angepasster Acht-Kern-Prozessor mit leistungsstarker Grafikeinheit.

Die zwei Performance- und sechs Energiespar-Kerne arbeiten im Test solide und zeigen gegenüber den großen Brüdern kaum Schwächen. Selbst nach einer längeren Spielsession wärmte sich das OnePlus Nord CE 5G nicht unangenehm auf. Dafür sorgen wohl auch die 12 Gigabyte DDR4-RAM und 256 Gigabyte UFS2.1-Speicher. Zudem ist das bekannte Oxygen OS 11 schlank und ressourcenschonend. Aber dazu später mehr.

90-Hertz-Display mit starken Farben

Das flüssige Nutzungserlebnis verstärkt sich durch das hochfrequente 90-Hertz-Display. Es misst stattliche 6,4 Zoll bei einer Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixel. Das ergibt eine sinnvolle Pixeldichte von 410 ppi, wenngleich beim näheren Betrachten einzelne Bildpunkte sichtbar sind. Aber das ist Meckern auf höchstem Niveau.

OnePlus Nord CE 5G Display
Dank FullHD+-Auflösung ist das Display ausreichend scharf. Image by Jonas Haller

Wie bei OnePlus üblich kommt ein farbintensives AMOLED-Display zum Einsatz. Es bietet sowohl einen sRGB- als auch DCI-P3-Modus. Allerdings erscheinen Bilder auf dem Mobiltelefon deutlich kräftiger als sie dann am Monitor sind. Dank des cineastischen Seitenverhältnisses von 20:9 machen auch Videos eine gute Figur. Einzig die Kamera-Aussparung und der schwache Mono-Lautsprecher schmälern das Erlebnis.

Scharfe Triple-Kamera mit bis zu 64 Megapixel

Eine Weiterentwicklung zum OnePlus Nord aus dem letzten Jahr hat die Hauptkamera auf der matten Rückseite erfahren: Sie löst statt mit 48 nun mit 64 Megapixel auf. Im Normalmodus fasst die Software vier einzelne Bildpunkte zu einem großen zusammen. Dann weisen die Bilddaten 16 Megapixel auf. Dank einer lichtstarken Blende von f/1.79 sind die Aufnahmen hell und crisp.

Die zweite Linse kommt mit einem weiten 119 Grad Blickwinkel daher. Sie löst mit acht Megapixel auf und bietet eine durchschnittliche f/2.25-Blende. Dritte im Bunde ist die zwei Megapixel liefernde Monochrom-Kamera mit f/2.4-Blende, die für den 2-fach Zoom hinzugezogen wird. Leider besitzt das Kamerasystem lediglich einen elektronischen Bildstabilisator. Die Tiefenkamera wurde beim OnePlus Nord CE 5G ersatzlos gestrichen.

OnePlus Nord CE 5G Kamerasystem
Beim OnePlus Nord CE 5G wurde die Tiefenkamera ersatzlos gestrichen. Image by Jonas Haller

Im Test offenbarten die Linsen jedoch die ein oder anderen Fokusprobleme. Kleine Objekte erkannte der aus Phasen-Autofokus nicht immer zuverlässig und stellt auf den Hintergrund scharf. Das sollte selbst in einem Mittelklasse-Smartphone aus dem Jahr 2021 nicht passieren und auch laut OnePlus mit dem nächsten Update behoben werden. Für ambitionierte Hobbyknipser liefert OnePlus einen Pro-Modus mit RAW-Unterstützung sowie HDR- und Nightscape-Funktionalitäten. Dabei werden bis zu acht Fotos zu einem lichtstarken zusammengelegt.

Für scharfe Selfies verbaut das Unternehmen eine 16-Megapixel-Frontkamera mit f/2.45-Blende. Ferner fand auch der Portrait-Modus mit schickem Bokeh den Weg auf die Front. Das Sony-Modul neigt jedoch selbst ohne aktivierten Beauty-Modus dazu, Gesichter mit einem Weichzeichner zu versehen. Leider hat OnePlus auch hier den Rotstift angesetzt: Weitwinkel-Selfies sind mit der Core Edition nicht mehr möglich.

Testfotos des OnePlus Nord CE 5G

Akku erhielt starkes Upgrade

OnePlus ist seit jeher für seine üppigen Energiespeicher bekannt. Und auch bei der Core Edition das Nord lässt sich das Unternehmen nicht lumpen. Das Modul liefert mit 4.500 Milliamperestunden rund 10 Prozent mehr Kapazität als der Vorgänger. Innerhalb einer halben Stunde ist dank Warp Charge 30 T mit 5 Volt bei 6 Ampere Energie für einen neuen Tag getankt. Selbst Poweruser mit einer Bildschirmzeit von 5 Stunden und mehr müssen tagsüber nicht nachladen.

Möglich macht das auch das schlanke Oxygen OS, das auf Android 11 basiert. Es überzeugt aufgrund des flachen Designs mit Ressourceneffizienz und sorgt gleichzeitig für ein flüssiges Nutzungserlebnis. Allerdings fallen – wie auch beim Samsung S21 Plus 5G – die zusätzlichen Hersteller-Apps ins Auge, die es meiner Meinung nach auf einem Smartphone mit Google-Diensten nicht braucht. Dafür verspricht OnePlus zwei Jahre Software-Updates und drei Jahre Sicherheitsupdates.

OnePlus Nord CE 5G Rückseite
Neben „Blue Void“ wird das OnePlus CE 5G in den Farben „Charcoal Ink“ und „Silver Ray“ verfügbar sein. Image by Jonas Haller

Fazit OnePlus Nord CE 5G: Gelungener Fokus auf die Alltagstauglichkeit

Ein Smartphone im Jahre 2021 muss nicht in allen Bereichen High End sein, um ein flüssiges und angenehmes Nutzungserlebnis zu bieten. Das beweist OnePlus mit dem Nord CE 5G. Der Fokus auf die wichtigsten, täglich verwendeten Komponenten ermöglicht ein besonderes Preis-Leistungs-Verhältnis. Zwar verzichtet das chinesische Unternehmen auf die ein oder anderen Kamera-Features und die Weiterentwicklung so mancher Komponenten. Allerdings sorgt die Vergrößerung des Akkus, Einsatz eines 3,5 mm Audioanschlusses sowie Reduzierung von Gewicht und Gerätedicke für einen echten Mehrwert.

Selbst die Einstiegsversion mit 6 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte internem Speicher dürfte für die meisten von uns ein sinnvoller “Daily Driver” sein. Mit 299 Euro wäre der unschlagbar günstig. Das Testgerät mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte internem Speicher schlägt mit 399 Euro zu Buche. Verfügbar ist das Mittelklasse-Smartphone ab 21. Juni. Die Fortsetzung der Nord-Erfolgsgeschichte dürfte mit dem OnePlus Nord CE 5G vorprogrammiert sein.

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Image by Jonas Haller

Jonas Haller

arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Chemnitz und erforscht unter anderem 3D-Druckverfahren. Die technische Vorschädigung tut dem Interesse zum mobilen Zeitgeschehen und der Liebe zur Sprache jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Durch die Techsite HTC Inside ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das Android Magazin aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge, die das Leben bunter machen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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