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OnePlus 6T im Test: High-End-Android für jedermann

Der Smartphone-Markt bleibt hart umkämpft. Eines der wachsenden Unternehmen ist der chinesische Hersteller OnePlus. In traditioneller Art und Weise hat der Smartphone-Hersteller in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit dem OnePlus 6T die aufgebohrte Version des Frühjahrs-Flaggschiffes OnePlus 6 vorgestellt. Es zeichnet sich etwa durch ein größeres Display sowie einem darunter befindlichen Fingerabdrucksensor aus. Zudem gibt es eine kaum erwähnenswerte Notch und eine neue Gestensteuerung. Der erste äußere Eindruck war gut. Doch wie schlägt sich das Gerät in der Praxis? Nach einem längeren Test habe ich nun herausgefunden, wie sich die inneren Neuerungen im Alltag bemerkbar machen.

Das lange Schlanke für große Taschen

Äußerlich geht das OnePlus 6T mit dem Trend der Zeit, weil es im Vergleich zum Original ein größeres Display, schmalere Ränder und eine gläserne Rückseite bietet. Letztere wirkt in der vorliegenden matten Variante sehr hochwertig. Mit Abmaßen von 15,8 x 7,5 Zentimetern und einer Dicke von 8 Millimetern ist das OnePlus 6T ein echter Smartphone-Brocken. Hinzu kommt die Masse von 185 Gramm. Für meinen persönlichen Geschmack etwas zu viel für den alltäglichen Gebrauch und dem Transport in der Hosentasche.

Bei den Bedienelementen ringsum um das Gehäuse finden sich OnePlus-Nutzer schnell zurecht: Auf der linken Seite befinden sich SIM-Karten-Slot sowie die Lautstärkewippe, die einen sehr guten Druckpunkt vermittelt. Unten sind USB-C-Anschluss und Lautsprecher verbaut. Auf einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss verzichtet OnePlus erstmals. In dieser Hinsicht folgt der Hersteller dem Trend der Zeit. Immerhin wird ein entsprechender Adapter beigelegt. Rechts befinden sich Powerbutton und der sogenannte Alert Slider. Letzterer ermöglicht das schnelle mechanische Umschalten der Benachrichtigungen.

OnePlus 6T matte Rückseite
Die matte Rückseite des OnePlus 6T besteht aus Glas. Image by Jonas Haller

Scharfes, leuchtstarkes Display mit kompakter Notch

Beim Blick auf die Vorderseite des OnePlus 6T fällt sofort das neue AMOLED-Display ins Auge. Es bietet eine Diagonale von 6,4 Zoll und ein ungewöhnliches Displayverhältnis von 19.5:9. Die Auflösung ist mit 2.340 x 1.080 Pixeln und einer Pixeldichte von 402 ppi hoch. Das sorgt für eine scharfe Darstellung. Einzelne Bildpunkte sind selbst aus der Nähe nicht sichtbar. Die größte Stärke ist allerdings die Farbintensität. Es wird sowohl der sRGB- als auch DCI-P3-Farbraum unterstützt.

Ähnlich wie Huawei, Samsung oder Apple setzt OnePlus auf ein Display, das nahezu die komplette Front einnimmt. Auf der Oberseite findet sich lediglich für die Frontkamera eine kleine Einkerbung, die sogenannte Notch. Mit ihrer Tropfenform fügt sie sich angenehm in das Design des High-End-Gerätes ein.

OnePlus 6T Dewdrop-Notch
Für Ästheten ist die tropfenförmige Notch eine Augenweide. Image by Jonas Haller

Performance bis zum Abwinken

Unter der Haube gibt es im Vergleich zum Vorgänger OnePlus 6 wenig Neues. Für ordentlich Rechenpower sorgen im OnePlus 6T die acht Rechenkerne des Snapdragon-845-Prozessors von Qualcomm. Je nach Modellvariante stehen ihm 6 oder 8 GB Arbeitsspeicher zur Seite . Die später erschienene McLaren-Edition  bietet sogar spektakuläre 10 GB.

In der getesteten Variante mit 8 GB erreichte das OnePlus 6T im AnTuTu-Benchmark 296.000 Punkte, im Geekbench MultiCore-Test 8950 Punkte. Damit gehört es zur aktuellen Android-Speerspitze. Apps und Daten lassen sich auf dem 128 bzw. 256 GB fassenden internen Speicher ablegen. Dank UFS-2.1 Standard ist die Lese- und Schreibgeschwindigkeit sehr hoch. Sagenhafte 712 MB/s beim Lesen und 218 MB/s beim Schreiben werden erreicht. Langsam war aber auch das OnePlus 6 im Test nicht.

Solide Kamera mit Zoomfunktion

Die Kamera-Ausstattung hat OnePlus im Wesentlichen beibehalten. Schließlich sind im Vergleich zum Vorgänger im OnePlus 6T die gleichen Bildsensoren verbaut. Sie liefern dementsprechend in beiden Geräten solide Ergebnisse. Auf der Rückseite kommt eine Dual-Kamera mit zwei Weitwinkel-Objektiven zum Einsatz. Dabei löst das Hauptmodul mit f/1.7-Blende mit 16 Megapixel auf, das zweifach Nebenmodul mit 20 Megapixel. Letzteres nutzt das Plus an Pixeln für einen Zweifach-Digitalzoom. Zwar ist die Bildqualität des OnePlus 6T mehr als solide, kommt allerdings nicht an die Konkurrenz von Huawei oder Google heran. Das gilt ferner auch für den neuen Nachtmodus, mit dem dank Langzeitbelichtung farbdynamische Aufnahmen entstehen.

Auf der Frontseite fotografiert ein 16 Megapixel auflösendes Kameramodul mit f/2.0 Blende. Dessen Bildqualität geht für den Otto Normalnutzer in Ordnung. Allerdings fiel im Test eine starke Weichzeichnung auf.

Optischer Fingerabdrucksensor im Display mit Schwächen

OnePlus ist einer der ersten Hersteller, der einen Fingerabdrucksensor im Display verbaut. Dabei handelt es sich um einen CMOS-Bildsensor, der optisch die Aufnahme mit dem hinterlegten Muster abgleicht. Das funktionierte im Test ordentlich, allerdings nicht ganz so schnell wie bei herkömmlichen Fingerabdrucksensoren. OnePlus selbst verspricht, dass das Modul im Laufe der Zeit dazulernt und sich die Performance verbessert.

OnePlus 6T In-Display-Fingerabdrucksensor
Erstmals befindet sich der Fingerabdrucksensor unter dem Display. Image by Jonas Haller

Die zweite Möglichkeit der Entsperrung ist ein Gesichtsscan mit der Frontkamera. Dafür muss das eigene Gesicht aus verschiedenen Perspektiven abgelichtet und hinterlegt werden. Anschließend vergleicht die Software die Bilder und gibt das Gerät frei. Das Verfahren im OnePlus 6T ist allerdings bei Weitem nicht so sicher wie bei Apples Face ID, bei dem ein 3D-Scan des Gesichts durchgeführt wird. Wer beiden Methoden nicht vertrauen mag, kann auch auf Pin oder Muster zurückgreifen.

Oxygen OS wirkt wie Stock-Android

OnePlus ist dafür bekannt, keine eigene Nutzeroberfläche, sondern direkt ein eigenes Betriebssystem auf den Geräten vorzuinstallieren. Deshalb kommt auch auf dem OnePlus 6T das Oxygen OS in Version 9.0 zum Einsatz. Es zeichnet sich durch ein besonderes reines Design und wenig Software-Ballast aus, weil sich der Nutzer sein System selbst von Grund auf zusammenstellen können soll. Lediglich Google-Apps sind vorinstalliert.

Neu ist die Gestensteuerung, denn optional können die Steuerungsbuttons ausgeblendet werden. Im ersten Moment ist das zwar ein wenig ungewohnt, aber schnell wischt man sich zwischen Menüs und Startseite umher. Ein weiterer Pluspunkt des Systems: OnePlus liefert zeitnah OS-Updates aus. Insbesondere die wichtigen Sicherheitspatches landen deshalb schnell auf den Geräten.

OnePlus 6T Gestensteuerung
Wer die Gestensteuerung aktivert, findet auf dem Homescreen keine Navigationsbuttons. Image by Jonas Haller

Apropos “schnell auf den Geräten landen”. Das macht auch der Strom auf dem üppig dimensionierten 3.700 mAh starken Akku. Denn dank Dash-Charge und einem Ladestrom von 4A ist der Energiespender in etwas mehr als einer Stunde wieder vollständig aufgeladen. Im alltäglichen Gebrauch kommt man daher mit dem OnePlus 6T selbst bei aktiver Nutzung gut über die Runden. Deshalb stellt ein normaler Arbeitstag keine Probleme dar. Im Test waren sogar bis zu zwei Tage ohne Steckdose möglich. Dann sollte man allerdings auf ressourcenfressende Spiele und Videostreaming verzichten.

Fazit OnePlus 6T: Preiswert am Puls der Zeit

Das aktuelle Smartphone-Modell von OnePlus gefällt. Vor allem das große Display mit schicker Notch, der im Display integrierte Fingerabdrucksensor sowie die Gestensteuerung fallen ins Auge. Das OnePlus 6T überzeugt außerdem mit starker Technik zum schmalen Preis – auch wenn der Abstand zu den Mitbewerbern in Sachen Anschaffungskosten immer kleiner wird. Wer ein nahezu tabletartiges Android-Smartphone mit High-End-Performance sein Eigen nennen will und dabei auf ein teures Gerät der Mainstream-Marken verzichten mag, kann bedenkenlos zugreifen.

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OnePlus 6T McLaren Edition zündet den Warp

McLaren ist eigentlich bekannt als britisches Rennteam und Hersteller flotter Supersportwagen. Der Premium Smartphone-Hersteller OnePlus enthüllte nun die neue OnePlus 6T McLaren Edition. Das Smartphone markiert den Beginn einer nach eigenen Angaben „langfristigen Partnerschaft, die eine gemeinsame Leidenschaft für Geschwindigkeit zelebriert“.

Auf Geschwindigkeit getrimmt

Wie diese Leistung zelebriert wird, zeigt ein Blick auf die technischen Details. Wie schon bei der Standardversion, verbaut OnePlus mit dem Snapdragon 845 den Vorzeige-Chip des Marktführers Qualcomm. Beim Arbeitsspeicher gibt es dafür ein Upgrade auf 10 GB, statt der bisherigen 6GB/8GB.

Geschwindigkeit verspricht ebenso der neue Ladestandard. Nur 20 Minuten benötigt der Lagevorgang mit der „Warp Charge 30“ getauften Ladetechnologie.

Zudem verfügt das Smartphone über eine 16 + 20 Megapixel Dual-Kamera. Dessen Optical Image Stabilization (OIS) und das Nightscape-Feature sorgen für stabile Bilder bei Tag und Nacht.

Rennsport trifft auf Smartphone

Auch McLaren lässt mehr als nur seinen Namen in das Produkt einfließen. Die McLaren-typische Farbe Papaya Orange sorgt für Wiederkennungswert und läuft rund um die untere Kante des Gerätes und geht ins Schwarze über. Das Kabel des Warp Charge 30-Netzteils ist ebenfalls in Papaya Orange gehalten.

Das Muster unter der Glasrückseite basiert auf dem Carbon Fibre von McLaren, das auch beim Bau der Formel 1-Autos verwendet wird. Auch das beigelegte McLaren-Logo, die ikonische Speedmark, ist aus dem F1 AA Grade Carbon Fibre gemacht. Neben der Speedmark liegt dem Gerät auch ein Buch über die Geschichte beider Unternehmen bei. Auf dem Gerät dürfen sich Nutzer zudem über eine exklusive Software-Animation freuen, die auf den einzigartigen McLaren-Stil abgestimmt ist.

Keine einmalige Zusammenarbeit

Die OnePlus 6T McLaren Edition wird offenbar nicht das einzige gemeinsame Produkt von OnePlus und McLaren sein.

„Die OnePlus 6T McLaren Edition ist atemberaubend. Mit exakter Präzision und neuer Technologie, die wir noch nie zuvor eingesetzt haben, ist es unser schnellstes und fortschrittlichstes Gerät – der Inbegriff von Handwerkskunst“, erkärte OnePlus CEO Pete Lau. „Es ist der Beginn einer aufregenden Partnerschaft mit McLaren, die ein Gefühl von unglaublicher Geschwindigkeit und Leistung vermittelt.“

Die OnePlus6T McLaren Edition ist ab dem 13. Dezember in Westeuropa und Nordamerika erhältlich und kostet 699 Euro.

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OnePlus wird erster Anbieter für 5G-Smartphones in Europa

Die 5G-Frequenzen sollen in Deutschland erst nächstes Jahr versteigert werden. Erste 5G-fähige Smartphones kommen jedoch schon nächstes Jahr nach Europa. Das chinesische Unternehmen OnePlus wird als weltweit erster Hersteller den neuen Snapdragon-855-Chip und das Snapdragon X50 Modem von Qualcomm in einem Smartphone verbauen. Das kündigte OnePlus-CEO Pete Lau auf Qualcomms Technology Summit auf Maui an.

Lau betrat gleich nach der Keynote-Eröffnung die Bühne. Er betonte, das neue Smartphone werde bereits im ersten Halbjahr 2019 erscheinen. Der chinesische Hersteller gehört mittlerweile zu den fünf führenden Premium-Smartphone-Marken auf Android-Basis. Den größten Marktanteil im Premium-Segment hält das Unternehmen in Indien.

OnePlus ist gut vernetzt

In den USA arbeitet OnePlus mit T-Mobile zusammen. Dort wird das aktuelle OnePlus 6T in 5.600 stationären T-Mobile-Shops verkauft. In Deutschland ist das Smartphone bei Amazon, 1&1 und auf Otto.de erhältlich.

Außerdem arbeitet OnePlus schon länger mit Netzbetreibern wie EE zusammen, um die 5G-Multi-Gigabit-Konnektivität voranzutreiben. EE betreibt das größte Mobilfunknetz Großbritanniens und wird 2019 5G-Standorte in 16 britischen Städten einrichten. London, Cardiff, Edinburgh, Belfast, Birmingham und Manchester bekommen als erstes den neuen Mobilfunk-Standard.

Marc Allera, CEO der Consumer Division von BT, sagte: „EE und OnePlus haben eine gemeinsame Vision: unseren Kunden das bestmögliche vernetzte Erlebnis zu bieten. Wir arbeiten gemeinsam an Spitzentechnologien, um dies zu erreichen, und wir sind weltweit bei 5G führend. Die Aufnahme von 5G in das führende britische 4G-Netzwerk wird die Zuverlässigkeit und die Geschwindigkeit erhöhen und unsere Kunden dort vernetzt halten, wo sie es am meisten brauchen. Wir haben den Ehrgeiz, unsere Kunden zu jeder Zeit mit 4G, 5G oder WLAN zu verbinden.“

Treibende Kraft für 5G

Bereits seit 2017 arbeitet OnePlus mit Qualcomm zusammen an der 5G-Entwicklung. Im Oktober 2018 veröffentlichte Pete Lau zudem den weltweit ersten 5G-Tweet. Auch auf der Qualcomm Snapdragon Technology Summit betonte Pete Lau die Pionierrolle in Bezug auf 5G:

„Das Streben nach Geschwindigkeit hat seit der Gründung von OnePlus vor fünf Jahren unsere DNA definiert. Es gibt niemanden, der besser geeignet ist als OnePlus, um ein 5G-Smartphone zu entwickeln. Unsere Nutzer sind immer auf der Suche nach Neuem, und sie sind nun bereit, die nächste Generation von Konnektivität und Geschwindigkeit zu erleben. So hat OnePlus seit 2016 in die 5G-Forschung investiert. Heute sind wir bereit, 5G willkommen zu heißen.“

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OnePlus 6T vorgestellt: Mini-Notch und Fingerabdruckscanner im Display

Smartphone-Hersteller OnePlus bleibt seinem Veröffentlichungsrhythmus treu. Nach dem im Frühjahr erschienenen neuen Hauptmodell OnePlus 6 (hier zum Test) folgt nun im Herbst die leicht verbesserte Neuauflage OnePlus 6T.

Die Unterschiede zum Vorbild sind gering. Wir konnten uns vor der heutigen Ankündigung bereits einen ersten äußeren Eindruck bilden und erklären, was das neue Modell im Inneren besser als das Vorbild kann.

Erster Eindruck: Unterschiede im Detail

Das OnePlus 6T knüpft an den edlen, puristischen Look des Vorbilds an. Das Finish macht viel her, allerdings nur so lange, bis wir die Oberfläche berühren. Fingerabdrücke und Schmutz fallen selbst auf der mattschwarzen Rückseite der Farbvariante Midnight Black sofort in den Blick.

OnePlus 6 und OnePlus 6T - Notch-Vergleich
Das OnePlus 6T (links) hat eine deutlich verkleinerte Notch als das OnePlus 6 (rechts) und bietet dadurch rechts und links mehr Platz auf dem Display. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Trotz nahezu identischen Maßen und gleicher Formsprache unterscheidet sich das Äußere des neuen Modells vom Vorgänger in einigen Details. Beim neuen Modell OnePlus 6T bleibt von der Notch genannten Kerbe unterhalb der oberen Displaybegrenzung nur mehr eine tropfengroße Fläche über. Weil sie weiterhin Frontkamera, Lichtsensor und Hörmuschel beherbergt, aber weniger Platz benötigt, ist mehr Displayfläche zum Betrachten nutzbar. Ihr Anteil auf der Frontseite wächst auf 86 Prozent.

Auf der unteren Stirnseite verzichtet OnePlus auf einen Klinkenstecker und kann den Rahmen unterhalb des Displays um rund einen Millimeter schmaler machen, was wir aber nur bei genauer Betrachtung merken.

OnePlus 6 und OnePlus 6T - mit und ohne Fingerabdruckscanner auf der Rückseite
Das OnePlus 6T (oben) hat anders als beim OnePLus 6 (unten) keinen Fingerabdruckscanner mehr auf der Rückseite – er ist nämlich ins Display gewandert. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Die Rückseite des OnePlus 6T sieht etwas aufgeräumter aus als die des Vorgängers, weil kein Fingerabdruckscanner mehr vorhanden ist. Dieser ist nach vorne gewandert. Und zwar nicht in den Rahmen unter das Display, sondern ins Display!

Fingerabdruckscanner unterm Displayglas

Ein Fingerabdrucksensor im Display ist die bedeutendste Neuerung des OnePlus 6T. In diesem Punkt zieht der Hersteller mit dem größeren Wettbewerber Huawei gleich, der OnePlus mit der Ankündigung einer vergleichbaren Entsperrmethode im Mate 20 Pro nur um wenige Wochen zuvorgekommen ist. Damit gibt es nun schon zwei Mainstream-Geräte, die darüber verfügen. Ausprobieren konnten wir die Funktion jedoch nicht, weil die Software bis zur Pressevorführung noch nicht einsatzreif war.

Wie uns Will Thompsen von OnePlus Europa erklärte, dient der Fingerabdruckscanner im Display nicht nur zum Entsperren des Geräts, sondern soll auch die Bedienung häufig genutzter Funktionen abkürzen. So können Nutzer mit einem Wisch vom Scannerfeld auf ein eingeblendetes Symbol direkt Apps starten. Das gilt beispielsweise für das E-Mail-Programm oder den Browser.

OnePlus 6T Fingerabdruckscanner im Display
Nach dem Huawei Mate 20 Pro und dem Luxus-Modell Mate 10 RS hat auch das OnePlus 6T einen Sensor unter dem Display-Deckglas, der Fingerabdrücke unterscheiden kann. Image by OnePlus

Wichtigste Komponente des Fingerabdruckscanners ist ein CMOS-Sensor, der sonst als Foto-Chip in Kameras zum Einsatz kommt. Das Display ist an dieser Stelle teilweise lichtdurchlässig und ermöglicht dadurch eine Prüfung des Rillenprofils an der Fingerkuppe. Eigentlich wollte der Hersteller einen solchen Sensor schon vor einem Jahr in das Modell OnePlus 5T einbauen. Die Technik sei damals aber noch nicht weit genug gewesen. Erst jetzt sei der Sensor separat vom Display montierbar, sodass bei einem Defekt nicht die ganze Bildschirmeinheit getauscht werden muss.

An der Haltbarkeit bestehe aber kein Zweifel. Die Lebensspanne des Sensors sei auf zehn Jahre ausgelegt – also weit über die übliche Nutzungsdauer eines Smartphones. Auch an der Datensicherheit ändere sich nichts. Die Eingabe biometrischer Daten sei genau so sicher wie bei der Verwendung eines Fingerabdruckscanners auf der Rückseite oder im Home Button eines Smartphones.

Kein Platz mehr für den Klinkenstecker aber 20 Prozent mehr Akkukapazität

Beim OnePlus 6 hat sich der Hersteller noch gegen den Trend gestellt und eisern am Klinkenstecker für kabelgebundene Kopfhörer festgehalten. Die Kunden wollen das so, hieß es damals. Nur ein halbes Jahr später rückt OnePlus davon ab. Die Kunden wollen das nicht mehr, heißt es jetzt.

Wer weiterhin einen Kabelkopfhörer mit 3,5-Millimeter-Stecker anschließen möchte, findet einen Adapter dafür im Karton, der auf den USB-C-Anschluss passt. Ferner bringt OnePlus das hauseigene Kopfhörer-Modell OnePlus Bullets als USB-C-Variante in den Handel.

OnePlus 6T und OnePlus 6 - mit und ohne Klinkenstecker
Das OnePlus 6T (unten) bietet im Vergleich zum OnePlus 6 (oben) keinen Klinkenstecker für kabelgebundene Kopfhörer. Einen zweiten Lautsprecher erhält es dafür nicht. Der „Grill“ auf der linken Seite tut nur der symmetrischen Optik gut. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Durch den Verzicht auf den Klinkenstecker passt ein größerer Akku in das Gehäuse. Von 3.300 auf 3.700 mAh wächst dessen Kapazität. Weil OnePlus ihn auch mit besserer Software fürs Energiemanagement ansteuert, soll die Nutzungsdauer insgesamt um 20 Prozent zunehmen.

Größeres Display mit neuem Deckglas

Trotz vergleichbarer Proportionen wächst die Displaydiagonale minimal von 6,28 auf 6,41 Zoll. Bei einer Auflösung von 2.340 x 1.080 Bildpunkten erreicht das OLED-Display eine sehr hohe Pixeldichte von 412 ppi. Von einer knackscharfen Darstellung mit satten Farben und Kontrasten ist auszugehen. Einen ausführlichen Blick durften wir bei der Pressevorführung nicht werfen – wegen der nicht finalen Software. Kleines Update für die das Deckglas – das Display wird nun durch Gorilla Glas 6 geschützt.

Software-Feinschliff für Kamera

Insbesondere bei schlechtem Licht überzeugte die Kamera des OnePlus 6 im Netzpiloten-Test nicht. Auch die Simulation des Porträt-Effekts konnte nicht mit den Ergebnissen der großen Smartphone-Hersteller mithalten. OnePlus will insbesondere bei diesen Punkten im 6T nachbessern. An der Hardware ändert der Hersteller zwar nichts. Doch stattdessen überholt er die viel wichtigere Software.

OnePlus 6T - Kamera-Software - Video-Aufnahme
OnePlus will im neuen Modell die Kamera-Software massiv verbessert haben. Als Update kommt sie aber auch auf ältere Modelle. Image by OnePlus

Ein neuer Nachtmodus soll Städteansichten bei Kunstlicht viel besser in Szene setzen. Dabei soll eine Mehrfachbelichtung für mehr Detailschärfe, weniger Rauschen und einen höherer Dynamikumfang sorgen. In den Genuss besserer Porträt- und Nachtfotos kommen aber nicht nur Käufer des OnePlus 6T. Weil es sich eben vor allem um aufgeschlaute Algorithmen handelt, will der Hersteller die überarbeiteten Funktionen als Update auf ältere OnePlus-Geräte bringen.

Android 9 Pie mit einigen OnePlus-Tweaks

Als eines der ersten Smartphones wird das OnePlus 6T mit dem neusten Android 9 Pie ausgeliefert. Googles Betriebssystem stülpt OnePlus jedoch noch eine eigene Oberfläche namens Oxygen OS wieder. Sie ändert optisch wenig an der Android-Vorlage, erweitert sie jedoch um wirkungsvolle Tweaks, wie OnePlus verspricht.

Beispielsweise soll die Funktion Smart Boost häufig genutzte Apps in den Arbeitsspeicher packen und dafür sorgen, dass sie bis zu 20 Prozent schneller starten. Light Lock heißt eine Funktion, mit der Nutzer den Helligkeitssensor fixieren können. Dann ändert er die Helligkeit nicht mehr in wilder Folge, wenn Nutzer etwa im Zug schnell an Bäumen vorbeifahren, durch die die Sonne scheint.

OnePlus 6T erscheint am 6. November ab 549 Euro

An der Rechenhardware ändert OnePlus praktisch nichts. Mit dem Snapdragon 845 hatte das OnePlus 6 ja auch schon einen Top-Prozessor am Start. Stattdessen sortiert der Hersteller die Speicherausstattung neu. Eine Variante mit 64 GB gibt es nicht mehr, dafür aber eine mit 256 GB. Folgende drei Varianten stehen zur Auswahl: 6 GB RAM und 128 GB Speicher, 8 GB RAM und 128 GB Speicher sowie 8 GB RAM und 256 GB Speicher. Mit Preisen zu 549 Euro, 579 Euro und 629 Euro sind die Geräte sehr scharf kalkuliert und eine attraktive Alternative zu den Top-Modellen von Huawei, Samsung und LG. Marktstart ist am 6. November.

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OnePlus 6T in Midnight Black und Mirror Black
Das OnePlus 6T erscheint wie der Vorgänger mit matter schwarzer (Mirror Black, links) und glänzender schwarzer (Mirror Black, rechts) Rückseite. Image by OnePlus

Images by OnePlus, Berti Kolbow-Lehradt

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OnePlus gibt neue Entwicklungen eines Smart-TVs bekannt

Image by https://www.oneplus.com/de/press-photos

Der chinesische Smartphone Hersteller OnePlus wurde 2013 gegründet und ist Teil des BBK-Electronics-Konzerns. Er gehört mit Marken wie Vivo und OnePlus zu den fünf größten Smartphone-Herstellern der Welt. OnePlus stellt konventionelle Technologiekonzepte in Frage. „Never Settle“ – so lautet der Leitgedanke des Unternehmens. Bei der Entwicklung der Highend-Geräte konzentriert sich das Unternehmen konsequent auf diesen Leitgedanken. OnePlus hebt sich durch das einzigartige Design der Produkte von seiner Konkurrenz ab. Weiterer Bestandteil des Erfolges des Smartphone Herstellers ist der enge Zusammenschluss mit der Anwender-Community und den Fans. Für die Entwicklung geben sie dem Unternehmen schätzenswerten Input. OnePlus steht demnach für eine Mischung aus hochqualitativer Hardware und der neuesten Technologie.

Das wartet auf die OnePlus Fans

OnePlus zeigt mit seinen Smartphones, dass qualitativhochwertige Geräte nicht immer teuer sein müssen. Das OnePlus 6 Smartphone ist das beste Beispiel dafür. Jetzt möchte das Unternehmen seine Lücke in der Fernsehindustrie schließen und einen OnePlus TV auf den Markt bringen. Pete Lau, Mitgründer und CEO von OnePlus, findet, dass Fernsehgeräte immer noch konventionell und umständlich geblieben sind. Das möchte er ändern und mit dem neuen OnePlus TV den Alltag von uns allen verbessern. OnePlus plant unter anderem die Möglichkeit mit dem neuen Smart-TV Video-Calls tätigen zu können. Der Smartphone Hersteller ist bekannt für seine minimalistische Hardware und deren zeitlosem Design. Es heißt also: weiterhin gespannt sein und abwarten, was das Design und die Funktionen des neuen Smart-TVs von OnePlus angeht.

Die Community darf entscheiden

OnePlus pflegt den Kontakt zu seinen Fans und begrüßt Feedback und Anregungen von seiner Community. Dadurch hebt sich das Unternehmen deutlich von seiner Konkurrenz ab und das schätzen die OnePlus Fans. Das Unternehmen braucht noch einen Namen für den neuen OnePlus TV und setzt hierfür auf die Kreativität seiner Community. Die Teilnehmer, mit den besten zehn Namensvorschlägen, erhalten ein Paar von den OnePlus Bullets Wireless Kopfhörern. Der endgültige Gewinner wird am 17. Dezember 2018 bekanntgegeben. Ihr habt einen passenden Namen für den neuen OnePlus TV im Kopf? Dann macht jetzt bis zum 17. Oktober 2018 mit. Genauere Informationen erhaltet ihr hier.


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OnePlus 6 im Test: Premium-Hardware zum soften Preis

OnePlus 6

Noch vor wenigen Jahren war die Marke OnePlus lediglich für Android-Nerds ein Begriff. Mittlerweile hat das chinesische Unternehmen seinen festen Platz im High-End-Segment der Telefone mit Google-Betriebssystem eingenommen und bietet tolle Komponenten bei einem stimmigen Design. OnePlus 6 heißt das aktuelle Vorzeige-Smartphone der Marke. Ich habe das Gerät für einige Wochen im Alltag getestet und verrate euch wo Stärken, aber auch Schwächen sind.

Ohne Notch geht auch beim OnePlus 6 nichts

Mit dem iPhone X hat Apple im September letzten Jahres erstmals ein Telefon mit nahezu keinen Displayrändern vorgestellt. Zahlreiche Hersteller folgten und folgen diesem Trend – so auch OnePlus. Das aktuelle Modell besitzt die sogenannte Notch. Dabei handelt es sich um einen dünnen und schmalen Bereich in dem Hörmuschel, Sensoren und natürlich die Frontkamera untergebracht sind. Diese Kerbe ist sozusagen das einzige Überbleibseln was vom typischen breiten Rand früherer Tage übrig geblieben ist. In Verbindung mit den schmalen Seitenrändern wirkt das OnePlus 6 sehr modern und frisch.

Die Rückseite besteht aus mattem Glas, welches eine hohe Wertigkeit ausstrahlt. Dort findet sich neben der hervorstehenden Dual-Kamera auch ein Fingerabdrucksensor zum schnellen Entsperren. Als besonderes OnePlus-Gimmick besitzt auch das 2018er-Modell den Alert-Slider, über den schnell und unkompliziert der Vibrations- oder Lautlos-Modus aktiviert wird. Die Unterseite beherbergt neben USB-C-Anschluss und Lautsprecher einen nicht mehr selbstverständlichen-3,5 Millimeter-Klinkenanschluss. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut und für ein Smartphone mit 6,3 Zoll (!) Anzeige ist es mit 177 Gramm angenehm leicht.

OnePlus 6
Die Rückseite des OnePlus 6 besteht aus Aluminium. Image by Jonas Haller

AMOLED-Display liefert gute Ergebnisse

Im OnePlus 6 kommt ein leuchtstarkes Super-AMOLED-Display mit schicken runden Ecken zum Einsatz. Dank einer Auflösung von 2.280 x 1.080 Pixel ist es zudem sehr scharf. Mit einer maximalen Helligkeit von 460 cd/m² macht es auch draußen in der Natur eine gute Figur. Inhalte lassen sich noch gut ablesen. Die Blickwinkelstabilität ist auf High-End-Niveau. Insgesamt bietet das Panel keinen Grund zum Meckern.

OnePlus 6
Auch im OnePlus 6 kommt eine Notch zum Einsatz. Image by Jonas Haller

Performance wie bei den Großen

Seit jeher sind die OnePlus-Telefone für ihre leistungsstarken Komponenten bekannt. Und auch im 6er-Modell lassen sich die Chinesen nicht lumpen und verbauen den aktuellen Top-Prozessor aus dem Hause Qualcomm. Der Snapdragon 845 besitzt acht Kerne und taktet bis zu 2,8 GHz. In Verbindung mit 8 GB Arbeitsspeicher mit schneller LPDDR4X-Anbindung ergibt sich ein flinkes Nutzungserlebnis. Das zeigt sich auch in den Benchmarks, wo sich das Gerät auf dem Niveau eines HTC U12 Plus bewegt. Je nach Bedarf ist das OnePlus als Variante mit 64, 128 oder 256 GB erhältlich. Anders als bei den androiden Mitbewerbern lassen sich diese allerdings nicht erweitern. Für Videografen sind deshalb mindestens 128 GB Pflicht.

Dual-Kamera mit Bokeh-Effekt, aber nur durchschnittlicher Qualität

Für Hobbyfotografen verbaut OnePlus auf der Geräterückseite eine Dualkamera. Das Hauptmodul löst mit 16 Megapixel auf und besitzt eine lichtstarke Blende f/1.7. Dank optischen Bildstabilisator gelingen auch längere Belichtungszeiten ohne Verwackelung. Die Qualität fällt bei schummrigem Licht jedoch deutlich ab. Das zweite Modul besitzt eine größere Brennweite und ist für Zoom-Aufnahmen gedacht. Allerdings ist ähnlich dem HTC U12 Plus die Bildqualität deutlich schlechter.

OnePlus 6
Die Dual-Kamera des OnePlus 6 liefert gute Ergebnisse, kommt allerdings nicht an HTC oder Huawei heran. Image by Jonas Haller

Mithilfe der zwei Linsen lassen sich auch künstlerische Aufnahmen mit Bokeh-Effekt erzielen. Die Tiefenschärfe sorgt für ein schickes Abheben des Motivs vom Hintergrund. Im HDR-Modus landet ein farbdynamisches Foto auf dem Festspeicher. Gegenüber der Konkurrenz, die den Effekt mit Hardware statt Software erzeugt, ist die Qualität jedoch sichtbar schlechter. Bewegtbilder zeichnet das OnePlus 6 in 4K-Auflösung mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde auf.

Die Frontkamera löst mit 16 Megapixel auf und bietet ebenfalls eine lichtstarke Blende von f/2.0. Wie auch bei Mitbewerbern üblich besitzt sie einen festen Fokus und zeichnet Videos mit FullHD-Auflösung auf. Die Qualität reicht für den ein oder anderen Schnappschuss, kommt allerdings nicht ganz an Apple iPhone X und Co heran.

Mono-Lautsprecher liefert plärrigen Sound

Seit jeher sind OnePlus-Telefone für ihren mittelmäßigen Sound bekannt und auch im neuen Modell bleibt der Lautsprecher hinter den Erwartungen zurück. Das Klangbild ist plärrig und durch Höhen geprägt. Es empfiehlt sich deshalb auf den Klinkenanschluss zurückzugreifen. Auch wenn der Hersteller auf mitgelieferte In-Ears verzichtet, ist ein leistungsfähiger Equalizer an Bord. Er verbessert die Qualität spürbar und liefert je nach Zubehör einen grandiosen, druckvollen Sound.

OnePlus 6
Auf der Unterseite des OnePlus 6 verbirgt sich unter anderem der Mono-Lautsprecher. Image by Jonas Haller

Apropos druckvoll. Das ist auch das 3.300 mAh leistende Akkumodul. Auf dem Papier klingt das erstmal wenig, allerdings ermöglicht die ressourcenschonende Software Laufzeiten von über einen Tag – sogar bei extremen Temperaturen. Dank herstellereigenem Dash Charge ist das Modul zudem in etwas mehr als eine Stunde vollständig aufgeladen.

Oxygen OS lehnt sich stark an Android an

OnePlus ist dafür bekannt, keine eigene Nutzeroberfläche, sondern direkt ein eigenes Betriebssystem auf den Geräten vorzuinstallieren. Und so kommt auch auf dem OnePlus 6 das Oxygen OS in Version 5.1 zum Einsatz. Es zeichnet sich durch ein besonderes reines Design und wenig Software-Ballast aus. Der Nutzer soll sich sein System selbst von Grund auf zusammenstellen können. Lediglich Google-Apps sind vorinstalliert. Zudem liefert OnePlus zeitnah OS-Updates aus. Besonders die wichtigen Sicherheitspatches landen so schnell auf den Geräten. Daumen hoch!

Fazit OnePlus 6: Das High-End-Smartphone für den mittleren Geldbeutel

OnePlus hat sich auf die Fahne geschrieben, Premium-Hardware ohne Schnick-Schnack zu akzeptablen Preisen auf dem Markt zur Verfügung zu stellen. Das gelingt zweifelsohne auch beim aktuellen Derivat OnePlus 6: Sowohl Chipsatz, Speicher, Display als auch Design müssen sich vor der Konkurrenz keinesfalls verstecken. Auch die Kameraqualität sowie Akkulaufzeit geht vollkommen in Ordnung. Gimmicks wie der Alert-Slider werten das Gerät auf.

OnePlus 6
Der Alert-Slider ist ein Alleinstellungsmerkmal des OnePlus 6. Image by Jonas Haller

Allerdings müssen Fans von Jahr zu Jahr tiefer in die Tasche greifen. Für die getestete Version werden mittlerweile 569 Euro fällig. Das ist zwar immer noch weniger als die unverbindliche Preisempfehlung der Konkurrenzprodukte, jedoch fiel etwa der Straßenpreis des Samsung Galaxy S9 bereits wenige Wochen nach Erscheinung rapide. Die preisliche Differenz zu den Premium-Marken wird also geringer und es bleibt spannend wie sich das Unternehmen in den nächsten Jahren entwickelt.

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Welche Smartphones Android 8 Oreo erhalten – und warum viele andere leer ausgehen

Android 8 Oreo (Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt)

Googles aktuelles mobiles Betriebssystem Android 8 Oreo bringt viele neue Funktionen. Jedoch werden erneut bei weitem nicht alle Android-Smartphones das Upgrade erhalten. Die Update-Versorgung ist ein chronisches Problem bei Android, wie auch ein jüngerer Bericht zeigt. Warum ist das eigentlich so? Und welcher Nutzer darf sich eigentlich auf das neue Betriebssystem für sein Gerät freuen?

Upgrade ist ein komplizierter Vorgang

Um das zu verstehen, muss man wissen, wie eine neue Android-Version entwickelt wird. Zunächst hatte Google im März 2017 die Version Android 8.0, damals noch mit dem Codenamen O, angekündigt. Anschließend konnten Entwickler sich in den Folgemonaten verschiedene Betaversionen herunterladen, um die Funktionalität mit ihren Apps zu testen und die neuen Softwareschnittstellen, die sogenannten APIs, zu integrieren.

Doch erst nach dem finalen Release am 21. August 2017 veröffentlichte Google den Quellcode von Android 8 Oreo im sogenannten Android Open Source Project (kurz AOSP). Erst jetzt können die Chipsatz-Hersteller wie Qualcomm und Mediatek entscheiden, ob sie Hardware-Treiber für ihre Prozessoren veröffentlichen werden.

Sobald diese Treiberupdates fertig entwickelt sind, können die Smartphone-Hersteller anfangen, an einem Software-Update zu arbeiten. Die fertige Software muss dann noch von Google und eventuell von den einzelnen Netzbetreibern zertifiziert werden, bevor das Update an euch ausgeliefert werden kann. Dies alles dauert einfach seine Zeit. Daher können Monate ins Land ziehen, bis Android 8 Oreo auf euren Smartphones landet.

Android 8 Oreo verspricht Besserung

Mit Android 8 Oreo führt Google Project Treble ein. Damit will es den Smartphone-Herstellern ermöglichen, Software-Updates schneller an ihre Kunden auszuliefern. Dazu wurde eine neue Hardware-Schnittstelle, das sogenannte Vendor Interface, entwickelt. Dieses macht das Android-System unabhängig von den Chipsatz-Treibern, wodurch die Smartphone-Hersteller nicht mehr von den Chipsatz-Herstellern abhängig sind und schneller Software-Updates entwickeln können.

Unklar ist jedoch, inwiefern diese neue Möglichkeit die komplexen Entwicklungsstrukturen mit ihren vielen Beteiligten tatsächlich in der Praxis verschlanken kann, wie Heise betont. Außerdem kann Project Treble nichts gegen Update-unwillige Hersteller ausrichten. Womöglich werden dann ohnehin nur Sicherheits-Patches, aber keine Funktions-Updates bei euch ankommen. Google versucht schon länger vergeblich, seine Partner zu einer besseren Update-Versorgung zu drängen. Daher das ist der neuste Vorstoß keine Garantie, dass sich wirklich etwas bessert.

Nur wenige Hersteller haben sich festgelegt

In dieser Übersicht fasse ich euch alle aktuellen Smartphones zusammen, die mit einem Update auf Android 8 Oreo rechnen dürfen. Bislang haben sich noch nicht alle Hersteller dazu geäußert. Da es dennoch bei einigen Smartphone-Modellen relativ sicher ist, dass diese das Upgrade bekommen, habe ich diese auch in der Übersicht aufgeführt und mit „unbestätigt“ gekennzeichnet.

Google

Googles eigene Smartphones erhalten Softwareupdates für mindestens 18 Monate nach Marktstart. Neben Nexus-Geräten erhalten die erste und natürlich auch 2 Generation der Pixel-Modelle Oreo:

Samsung

Galaxy S8 Test
Samsung Galaxy S8. Image by Julia Froolyks

Samsung hat sich bislang noch nicht geäußert, welche Smartphones das Update erhalten werden. Alle Geräte, die dieses Jahr vorgestellt wurden, sowie die Top-Geräte aus dem letzten Jahr, dürfen aber auf jeden Fall mit dem Update rechnen. Auch die A-Serie aus 2016 und das Note 5 könnten das Update noch zu einem späteren Zeitpunkt erhalten.

HTC

HTC U11 im DXO Mark
HTC U11. Image by Jonas Haller

HTC hat über Twitter das Update für einige Modelle inzwischen bestätigt. Für das U11 soll das Update demnach im vierten Quartal 2017 erscheinen. Neben dem U11 werden aber ebenfalls HTCs andere Smartphones aus 2017 das Update erhalten. Einzig das U Play fehlt in der Ankündigung. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass die Lite-Variante des U Ultra das Update zu einem späteren Zeitpunkt erhalten wird. Das U11+ erscheint gleich zum Marktstart mit Oreo.

OnePlus

OnePlus hat das Update auf Android 8 Oreo bereits für das OnePlus 3 sowie 3T bestätigt. Damit ist auch ein Update für das zum Zeitpunkt der Bestätigung noch nicht vorgestellte OnePlus 5 ebenfalls sicher. Das OnePlus 2 wird das Update aber nicht mehr erhalten.

Nokia

Nokia 8. Image by Jonas Haller

Nokia hat für all seine Smartphones das Update bereits zugesagt. Demnach sollten das Nokia 3, 5 und 6 zeitnah mit Android 8 Oreo ausgestattet werden. Das Nokia 8 wird zum Marktstart noch mit Android 7 ausgestattet sein, erhält aber definitiv ein Update.

Motorola/Lenovo

Lenovo hat die Smartphones der Moto-Serie in der Vergangenheit immer zeitnah mit Updates versorgt. Auch dieses Jahr hat Lenovo eine komplette Liste aller Smartphones veröffentlicht, die das Update erhalten werden. Die Top-Geräte aus 2017 und 2016, sowie die G-Reihe aus 2017 erhalten Android 8. Auch das auf der IFA vorgestellte Moto X4 wird das Update erhalten. Bei der Veröffentlichung der Liste gab es Kritik von einigen Nutzern, die behaupteten, Motorola habe bei der Einführung des Moto G4 Plus ebenfalls ein Update auf Android O versprochen. Lenovo hat auf die Kritik reagiert und angekündigt, das Update nachzuliefern, was aber noch bis 2018 dauern könnte. Ob es für das kleinere Moto G4 ebenfalls ein Update geben wird, ist fraglich.

  • Moto Z
  • Moto Z Play
  • Moto Z2 Force
  • Moto Z2 Play
  • Moto X4
  • Moto G5
  • Moto G5 Plus
  • Moto G5S
  • Moto G5S Plus
  • Moto G4 Plus

LG

LG V30
LG V30. Image by Jonas Haller

LG lässt sich erfahrungsgemäß viel Zeit mit Software-Updates. Das aktuelle Flagship-Smartphone G6 hat bis jetzt noch kein Update auf Android 7.1 erhalten. Dennoch werden das G6 sowie das V20 das Update irgendwann erhalten. Ob das G5 auch noch auf die Aktualisierung hoffen kann, ist eher fraglich. Allerdings wird das technisch fast identische Nexus 5X das Update erhalten. Für das gerade erst vorgestellte Mittelklasse-Smartphone Q6 ist ein Update auf Android 8 ebenfalls fraglich. Das V30 hingegen erhält auf jeden Fall das Update auf Android 8, erscheint zum Start aber noch mit Nougat.

Sony

Sony hat sich ebenfalls noch nicht zu Updates auf Android 8.0 Oreo geäußert. Dennoch darf man davon ausgehen, dass der japanische Hersteller alle Smartphones von 2017 und die Flaggschiff-Geräte aus 2016 mit einem Update versehen wird. Hingegen die XA-Serie aus 2016 wird wohl eher kein Update mehr erhalten. Jedoch das neue XZ1 und XZ1 Compact werden direkt mit Oreo ausgeliefert.

  • Xperia XZ Premium (unbestätigt)
  • Xperia XZs (unbestätigt)
  • Xperia XZ (unbestätigt)
  • Xperia X (unbestätigt)
  • Xperia X Compact (unbestätigt)
  • Xperia X Performance (unbestätigt)
  • Xperia XA1 (unbestätigt)
  • Xperia XA1 Ultra (unbestätigt)
  • Xperia XZ1
  • Xperia XZ1 Compact

Huawei/Honor

Huawei Nova 2
Huawei Nova 2. Image by Timo Brauer

Für Smartphones von Huawei, sowie deren europäischer Tochterfirma Honor, werden erfahrungsgemäß relativ zügig Updates bereitgestellt, obwohl größere Anpassungen der Benutzeroberfläche vorgenommen werden müssen. Honor gibt auch auf Nachfrage keine Auskunft über die Update-Roadmap. Jedoch kann man mit einem Update für das Honor 9, 8 Pro, sowie 6X rechnen. Ob das Honor 8 das Update noch bekommt, ist fraglich. So hatte beispielsweise das Honor 7 das Update auf Android 7 nicht mehr erhalten.

Huawei hat sich bei der Vorstellung des Mate 10 zum Update-Fahrplan geäußert. Demnach erhalten definitiv das Mate 9, das P10 und das P10 Plus die Aktualisierung auf Oreo. Zum kürzlich vorgestellten Nova 2 sagte Huawei jedoch nichts. Dennoch ist ein Update für das Mittelklasse-Gerät aus unserer Sicht wahrscheinlich. Und schließlich wird das neue Mate 10 Pro ab Marktstart bereits mit Android 8 ausgestattet sein. Hingegen die abgespeckte Variante Mate 10 Lite erhält zumindest zum Start nur Android 7.

BQ

Fingerabdruckscan Aquaris X (Image by Anne Jerratsch)
BQ Aquaris X. Image by Anne Jerratsch

Unterdessen hat auch die spanische Marke BQ mitgeteilt, welche in den Jahren 2016 und 2017 erschienenen Smartphones sie mit Oreo aktualisieren wird. Demnach garantiert BQ für alle seine Smartphones mindestens eine Aktualisierung zur neusten Version. Das gilt sowohl für die Flaggschiffe als auch für die viel günstigeren Einstiegergeräte, wie der Hersteller mitteilt. Manche Modelle versieht BQ sogar mit einem zweiten großen Update. Das trifft zum Beispiel auf das Aquaris X5 Plus und die Smartphones der Aquaris U-Reihe zu. Sie erschienen 2016 mit der Android-Version 6.0.1 Marshmallow, erhielten im Laufe dieses Jahres ein Update auf Android 7.1 und bekommen in Kürze auch Android 8 Oreo. Außerdem verpflichtet sich BQ, alle Modelle zwei Jahre ab der Markteinführung um Sicherheitspatches zu aktualisieren.

  • Aquaris X
  • Aquaris X Pro
  • Aquaris X5
  • Aquaris U
  • Aquaris U Lite
  • Aquaris U Plus
  • Aquaris V
  • Aquaris V Plus
  • Aquaris U2
  • Aquaris U2 Lite

Asus

Asus spendiert nicht nur der aktuellen und erst im September präsentierten vierten Generation eine Aktualisierung auf Android 8.0 Oreo, sondern auch den Vorgängern der dritten. Wann genau es zu den Update-Wellen kommen soll, ist noch unklar. Aber spätestens in der zweiten Jahreshälfte von 2018 sollen alle Geräte nach und nach beliefert werden. Doch ist bei Asus nicht nur wichtig, was unter der Haube passiert, denn der taiwanesische Hersteller setzt auf die eigenentwickelte Oberfläche ZenUI. Ein Update auf Android 8 bedeutet in jedem Falle auch ein Update auf die ZenUI 4.0, welche optisch aufgefrischt und deutlich entschlackt auftritt. Statt über 30 Apps sind künftig nur noch 13 vorinstalliert, insgesamt läuft sie flüssiger und zuverlässiger.

Asus Zenfone 3 Deluxe
Asus Zenfone 3 Deluxe. Image by Jonas Haller

Mit Material von Berti Kolbow-Lehradt und Jonathan Kemper.
Letztes Artikel-Update: 2.11.2017


Teaser Image: Google Keynote, Screenshot by Timo Brauer; Images by Jonas Haller, Timo Brauer, Anne Jerratsch, Julia Froolyks.


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China-Smartphones im Überblick: Das sind die besten Hersteller

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„Kauf dir doch ein China-Smartphone! Die sind eh viel günstiger!“ Diesen Tipp habt ihr doch bestimmt schon mal bekommen, oder? Ganz Unrecht haben die Kollegen da nicht: Für kleines Geld lassen sich im fernen Osten Telefone kaufen, die den verfügbaren Geräten auf dem deutschen Markt in nichts nachstehen – und das trotz guter Qualität, aktueller Prozessoren und einem kulanten Support, von dem O2-Kunden nur träumen könnten. Inzwischen sind die beliebtesten China-Smartphones nicht nur über Alibaba, Banggood und Co. verfügbar, sondern werden hierzulande direkt bei Amazon verkauft. Dadurch gibt es keine nennenswerten Zollprobleme und sogar eine deutsche Gewährleistung. Wir wollen euch in Deutschland erhältliche China-Smartphones, die ursprünglich nicht für diesen Markt gebaut wurden, vorstellen und Empfehlungen geben.

Xiaomi: Marktführer in China

Noch nie was von Xiaomi gehört? Dann hast du auf jeden Fall einiges an topaktueller Hardware zum richtigen Schnäppchenpreis verpasst. Die Firma Xiaomi produziert neben Smartphones auch Fitnessarmbänder, Powerbanks, Smart-Home-Gerätschaften, Drohnen und sogar einen Reiskocher. Mit dem Xiaomi Mi Mix machte der Konzern aus Peking klar, dass sich in der Smartphone-Welt etwas gewaltig geändert hatte: Plötzlich waren die Chinesen nicht mehr nur „böse“ Copycats, wie Samsung und Apple sie gerne bezeichneten. Vielmehr waren sie an der Spitze des Designgipfels gelandet, der Geräte von bekannten Herstellern altbacken aussehen ließ. Eine so riesige Screen-to-Body-Ratio, so bezeichnet man das Verhältnis zwischen Display und Gerät selbst, konnte noch kein Hersteller in einem serienreifen Telefon ausliefern.

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Image by Xiaomi

Für High-End-Interessenten bietet Xiaomi mit dem Mi 6 einen direkten Konkurrenten zum Samsung Galaxy S8 an. Das Smartphone nutzt den gleichen Prozessor wie das S8, namentlich den Snapdragon 835. 6 GB Arbeitsspeicher sorgen für eine fixe Datenverarbeitung. Das sind zwei mehr, als der Konkurrent von Samsung zu bieten hat. Neben dem Weitwinkelobjektiv verbaut Xiaomi auch eine Linse mit zweifachem Zoom. Und das Beste ist natürlich der Preis: Für 400 Euro gibt es die Version mit 128 GB Speicher. Das Galaxy S8 kostet mit lediglich 64 GB über 200 Euro mehr.

China-Smartphones: Xiaomi kann auch Mittelklasse

Lieber etwas im Mittelklasse-Segment gefällig? Klar, kein Problem: Das Xiaomi Redmi Note 4x Pro zeigt auf dem 5,5 Zoll großen Display mit Full-HD-Auflösung neben Apps wie Facebook und Whatsapp auch problemlos Spiele flüssig an. In der besten Ausstattungsmöglichkeit stecken neben 4 GB RAM auch 64 GB interner Speicher im Smartphone. Der recht aktuelle Prozessor Helio X20 ist auch bei Sony-Smartphones verbaut und trotz der Mittelklasse-Leistung zukunftssicher. Für etwa 220 Euro ist das Note 4X Pro eine günstigere Alternative zum in Deutschland weit verbreiteten Samsung Galaxy A3, das inzwischen für 240 Euro über die Ladentheke geht. Ganz nebenbei sind die Spezifikationen noch um einiges besser.

Und für ein günstiges Akkumonster, das trotzdem recht gute Hardware bietet, zahlt man bei Xiaomi 130 Euro. Dafür gibt’s ein Redmi 4X Pro mit 2 GB Arbeitsspeicher, 16 GB Flash-Speicher und einen Snapdragon 435-Prozessor. Der Akku hält mit 4.000 Milliamperestunden im moderaten Gebrauch ohne Probleme für zwei Tage. Damit ist das Smartphone prinzipiell genau das Richtige für einen Festival-Trip, für deine Eltern, die das Gerät gerne mal über Nacht nicht ans Ladekabel hängen oder vielleicht auch für dich, der den ganzen Tag einen leistungsstarken Akku für dauernde Mail-Synchronisationen oder Ähnliches benötigt.

China-Smartphones von OnePlus: Hä, das sind Chinesen?

Tatsächlich ist OnePlus im Verständnis vieler Konsumenten in Europa als eine europäische Firma aufgetreten. Stattdessen verbirgt sich hinter der Firma der Chinese Liu Zuohu. Er ist der ehemalige Geschäftsführer von Oppo und wollte mit OnePlus und zwei einfachen Grundsätzen durchstarten: Günstiger Verkaufspreis trotz High-End-Specs und nur das nötigste Marketing. Seine Philosophie setzte sich durch – so konnte OnePlus inzwischen das sechste Smartphone an seine Kunden ausliefern.

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Image by OnePlus

Der Konzern ist in Deutschland mittlerweile gut bekannt, unter anderem dank (inzwischen) umfangreicher Werbung und die künstliche Verknappung durch das ursprüngliche Invite-System, mit dem der Hype seinen Lauf nahm. Die Niedrigpreispolitik musste derweil etwas leiden. Das OnePlus 5 kostet in Deutschland rund 500 Euro. Die günstigsten China-Smartphones für Europa sind OnePlus-Telefone also inzwischen nicht mehr, immerhin wird das oben erwähnte Xiaomi Mi 6 für 100 Euro weniger verkauft. Einziger Unterschied: „Nur“ 6 statt 8 GB RAM sind verbaut.

Oppo: Innovativ, aber recht unbekannt

Wahrscheinlich hast auch du vor drei Jahren etwas über das Oppo N3 gelesen: Das Smartphone kam mit dem innovativen Feature daher, bei dem die Kamera drehbar war. Die eine Kamera konnte dadurch tiefer gebaut werden, gleichzeitig bot das Smartphone mit 16 Megapixeln damals ein großes Alleinstellungsmerkmal.
Auch heutzutage kann Oppo mit Neuerungen punkten: Mit VOOC Flash Charge können Akkus von Oppo-Geräten besonders schnell geladen werden. Auch gab es vor kurzer Zeit einen funktionsfähigen Prototypen einer Smartphone-Kamera mit fünffachem optischen Zoom zu sehen. Jedoch müssen wir derzeit ganz klar sagen: Der Kauf eines China-Smartphones von Oppo lohnt sich aktuell nicht. Das liegt daran, dass das derzeitige Topmodell nur einen Mittelklasse-Prozessor verbaut hat und gleichzeitig nicht besonders günstig ist.

Honor: Die können was!

Honor ist seit Ende 2014 im deutschen Raum bekannt. Es handelt sich hierbei um einen günstigen Ableger der Firma Huawei, was der Qualität und Leistung aber keinen Abbruch tut. Das aktuelle High-End-Modell heißt Honor 9 und bietet als eines der Hauptfeatures eine Dual-Kamera mit einem 20- und einem 12-Megapixel-Sensor. Der Prozessor Kirin 960 kommt zwar nicht an den aktuellen Snapdragon 835 heran, schlägt den zweitschnellsten Snapdragon-Chip 821 aber deutlich. 6 GB RAM sind State-of-the-Art und für einen Preis von 400 Euro nicht selbstverständlich. Das 3D-Glas der Rückseite erzeugt schöne, auffällige Reflektionsmuster. Der 3.200 mAh starke Akku lässt sich dank Supercharge-Technologie innerhalb kurzer Zeit vollständig laden. Unter dem Namen Honor bringt Huawei China-Smartphones der Extraklasse auf den Markt.

ZTE: Alt bewährter Hersteller

ZTE hat zwar aktuell kein Smartphone, das andere Hersteller in den Schatten stellen könnte. Dennoch ist die Firma eine der bekanntesten Marken, die sich auch auf dem deutschen Markt mit China-Smartphones bewegen. Das ZTE Axon 7 ist schon fast ein Jahr alt, was für Smartphones schon eine halbe Ewigkeit ist. Entsprechend „schlecht“ ist die Hardware. Der Snapdragon 820 hat eigentlich ausgedient. Das Axon 7 hat aber einen großen Vorteil gegenüber allen anderen hier gelisteten Mobiltelefonen: Es ist mit Googles Virtual-Reality-Plattform Daydream kompatibel. Bisher haben nur wenige günstige Geräte Zugang zum Daydream-System, das mit einer leichten Brille und einem praktischen Controller punktet. Zusätzlich überzeugen die Bilder der Kamera und die Stereolautsprecher sind Dolby-zertifiziert.

Meizu: Rückseiten-Display à la Yota

Meizu ist mit seinen China-Smartphones in Deutschland so gut wie unbekannt. Doch der Hersteller rockt in Indien und China richtig ab. Das aktuelle Spitzengerät hört auf den Namen Pro 7, nicht zu verwechseln mit dem privaten Fernsehsender. Von vorne betrachtet sieht das Smartphone aus wie jedes andere. Die Rückseite hat es aber im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Ein zweites Display ist direkt unter der Dualkamera verbaut. Der 1,9 Zoll kleine OLED-Screen fungiert als Always-On-Display und zeigt neben dem Datum und der Uhrzeit auch das Wetter an.

Nebst Wallpapern sind auf dem zweiten Display auch Fitnessinformationen, Wecker, Benachrichtigungen, Kalendereinträge und vieles mehr anzeigbar. Auch Hardware-technisch setzt das Meizu Pro 7 ein Statement. Die Plus-Version mit einer Displaydiagonale von 5,7 Zoll kommt nebst 6 GB RAM mit dem aktuellen Spitzenprozessor Helio X30 daher. Das Meizu Pro 7 ist ein gutes Beispiel dafür, dass China-Smartphones den Geräten auf dem deutschen Markt oft überlegen sind.

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Image by Meizu

Cubot: Günstig und mit aktuellem Android

Cubot ist vor allem für China-Smartphones im Einsteiger-Segment bekannt, die in Deutschland für deutlich unter 100 Euro den Besitzer wechseln. So etwa das Cubot Note S, das eigentlich für den afrikanischen Markt gedacht war. Für 83 Euro gibt’s ein 5,5 Zoll großes Display mit einem zugegeben großen Rand. Der 4.150 mAh große Akku hält bei dem leistungsschwachen Mediatek 6580 auch gerne mal für mehrere Tage durch. Im Niedrigpreisbereich ist ein aktuelles Android-System selten, Cubot jedoch liefert das Note S mit Android 6.0 aus und bietet bereits ein Update auf 7.0 Nougat an. Richtige Wunder kann man beim Note S wahrlich nicht erwarten – für den mobilen Einstieg oder als Übergangshandy reicht das Gerät aber völlig aus.

Vernee: Smartphones mit Götternamen

Mit den Smartphones Vernee Mars, Apollo und Thor mischt Vernee seit 2016 auf dem mobilen Markt mit. Die Firma aus Shenzem, dem Pendant zum Silicon Valley in China, verkauft günstige Geräte mit kleinen Extras. So zum Beispiel das Vernee Thor Plus. Der Akku fasst 6.200 mAh – und das bei einer Dicke von lediglich 8 Millimetern. Dazu kommt ein 5,5 Zoll großes AMOLED-Display, ein Fingerabdrucksensor, Android 7.0 und ein vergleichsweise alter Mediatek 6753. Für dieses Akkumonster werden rund 155 Dollar fällig.

Hinter dem Namen Vernee Mars verbirgt sich ein Mittelklassegerät mit einem Helio X10-Prozessor, 4 GB RAM und einem 5,5 Zoll großem Full-HD-Bildschirm. Der 3.000 mAh fassende Akku lässt sich dank Quick Charge schnell wieder füllen. In unserem Test des Vernee Mars stellen wir ihm keine besonderen Qualitäten aus – allerdings handelt es sich beim Mars um ein solides Mittelklasse-Smartphone in einem schicken Unibody-Gehäuse.

Umidigi: Gute Hardware, mittlerer Preis

Die China-Smartphones von Umi machen prinzipiell nichts besonders gut, sind aber auch keinesfalls schlecht. Umi ging aus der Marke Jiayu hervor, deren Gerät S3+ wir vor einer Weile getestet haben. Die Firma stellt stabile Geräte her. Die Innovationen anderer Hersteller finden sich meist erst ein Jahr später in den Smartphones. Das aktuelle Flaggschiff Umidigi Z Pro hat aber aktuelle, flotte Hardware für einen Mittelklassepreis. 275 Euro sind für das Z Pro mit 5,5 Zoll Displaydiagonale, einem Fingerprint-Sensor auf der Vorderseite, einer Dualkamera und den Prozessor Helio X27 aus dem Hause Mediatek fällig. Das Telefon unterstützt Schnelladetechnologien und lässt sich mit bis zu 256 GB großen Micro-SD-Karten erweitern. Preislich ist es eine starke Alternative zu den in Deutschland alteingesessenen Marken.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten


Image (adapted) „Smartphone“ by Skefalacca (CC0 Public Domain)

Images by Meizu / OnePlus / Xiaomi


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5 Lesetipps für den 30. Juni

In unseren Lesetipps geht es heute um Roaming-Gebühren, GoogleMaps, ein neues Feature für Shazam-User, Google Earth und einen Fingerabdrucksensor von Oneplus, der Apple Konkurrenz machen könnte. Ergänzungen erwünscht.

  • ROAMING SPIEGEL: Roaming-Gebühren in der EU werden 2017 abgeschafft: Nach einer zwölfstündigen Sitzung in Brüssel haben sich Vertreter der EU-Staaten geeinigt, die Roaming-Gebühren abzuschaffen. Doch müssen wir darauf noch etwas warten: Ab dem 15. Juni 2017 soll es erst günstiger werden, im EU-Ausland zu telefonieren, im Internet zu surfen und SMS zu schreiben. Vor einem guten Jahr wurde das Aus für die Roaming-Gebühren für Ende 2015 angesetzt, ab April 2016 sollen die Roaming-Aufschläge aber immerhin gesenkt werden.

  • GOOGLE MAPS GoogleWatchBlog: Lebensretter: Google Maps warnt in Zukunft vor unbeschrankten Bahnübergängen: Da es immer wieder passiert, dass Leute nicht bemerken, wenn sich vor ihnen ein unbeschrankter Bahnübergang befindet, oder dass sie sich selbst überschätzen und das ein unschönes Ende hat, wird GoogleMaps demnächst, zumindest in den USA, vor so einem Bahnübergang warnen. Sollte ein Fahrer sich einem unbeschrankten Bahnsteig nähern, so warnt GoogleMaps diesen sowohl visuell als auch mit der Sprachausgabe. Ob es diese Funktion auch bald in Deutschland geben wird, ist noch nicht bekannt.

  • SHAZAM Mashable: Shazam is adding social features to try to become more than just a blue button: Der Musikerkennungs-Dienst Shazam möchte mehr als nur ein blauer Knopf sein, den man einmal kurz benutzt und dann direkt die App wieder schließt. Deshalb wird Shazam um eine Funktion erweitert: Nutzer können demnächst Stars und Sternchen, vor allem Musikern, folgen und sehen, welche Lieder diese mit der App erkennen lassen. Natürlich kann jeder selbst entscheiden, welche Songs sie mit ihren Followern teilen, die diese dann liken können.

  • GOOGLE EARTH t3n: 10 Jahre Google Earth: Virtueller Globus bekommt neue Features spendiert: In letzter Zeit ist es recht ruhig um Google Earth geworden: 2015 besteht das Programm schon zehn Jahre – und genau zu diesem Anlass bekommt der virtuelle Globus neue Funktionen. Die wichtigste Neuerung ist das sogenannte Voyager-Feature, mit dem man sich die neuesten Stallitenbilder auf einen Blick anzeigen lassen kann. Außerdem sollen noch Stadtansichten in 3D zur Verfügung gestellt werden. Vor allem mit einer Highlight-Tour soll der Appetit der Nutzer wieder angeregt werden.

  • ONEPLUS Golem.de: Oneplus Two: Fingerabdrucksensor ist angeblich schneller als beim iPhone: Gibt es etwa Konkurrenz für Apple? Oneplus hat bekannt gegeben, dass das neue Two-Smartphone einen Fingerabdrucksensor haben soll. Das besondere hier dran: Laut Oneplus können User mit der Funktion das Smartphone doppelt so schnell entsperren, wie iPhone-Nutzer. Laut Oneplus hätte auch schon der Vorgänger, das One-Smartphone einen Fingerabdrucksensor haben können, der Hersteller habe aber lieber noch etwas warten wollen. Was das Two noch bietet, wird im Juli bekannt gegeben.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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