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Ultrasone Performance 880 Kopfhörer und der NAOS Mini-DAC Adapter im Test

Der NAOS Adapter wird einfach mit dem Smartphone verbunden. Der ULTRASONE Performance 880 kommt dann in den Klinkenschluss des Adapters.

Mit dem Ultrasone Performance 880 Kopfhörer und dem NAOS Mini-DAC verspricht der Hersteller Ultrasone, auch unterwegs ein optimales Klangerlebnis in Studioqualität, sowie einen hohen Tragekomfort. Wir haben uns Kopfhörer und Adapter mal etwas genauer angesehen und überprüft, ob das Zubehör hält, was es verspricht.

Ein wirklich tolles Klangerlebnis mit dem Ultrasone Performance 880

Gleich vorweg: Der Ultrasone Performance 880 Kopfhörer bietet in Kombination mit dem NAOS Schallwandler wirklich einen guten Klang. Dabei wartet schon der Kopfhörer alleine mit einer enormen Qualität auf. Ein wesentlicher Aspekt ist die dezentrale Anordnung der Schallwandler in den Ohrmuscheln des Kopfhörers. Das menschliche Hörvermögen benötigt für die Fähigkeit, Richtungen zu hören, nämlich die gesamte Hörmuschel. Bei vielen herkömmlichen Kopfhörern sitzt der Schallwandler aber mittig in der Ohrmuschel und der Schall trifft direkt auf den Gehörgang. So wird nicht die gesamte Hörmuschel miteinbezogen. Ultrasone verspricht, dass der Performance 880 Kopfhörer mit seinen dezentral angeordneten Schallwandlern genau das anders macht und die gesamte Ohrmuschel mit einbezieht.

Das macht sich beim Benutzen des On-Ear-Kopfhörers tatsächlich bemerkbar. So fühlt sich der Klang des Performance 880 nicht nur sehr klar an und überzeugt in den Höhen und Tiefen, auch hatte ich das Gefühl wirklich „in“ der Musik zu sein. Einzelne Instrumente kommen teilweise aus unterschiedlichen Richtungen und kleinere Nuancen konnte ich besser wahrnehmen. Bei den meisten Kopfhörern beschränkt sich die Wahrnehmung von Richtungen auf links oder rechts. Die Ohrmuscheln des Performance 880 schaffen es, die Richtungen und Tiefen, aus denen Geräusche zu kommen scheinen, deutlich feiner zu gliedern. Das schafft ein Hörerlebnis, das beeindruckt.

Dank der dezentralen Schallwandler zeichnet sich der Kopfhörer außerdem durch einen verringerten Schalldruck aus. Zwar wird die Lautstärke nach wie vor als gleich laut empfunden, doch wird so das Ohr laut Hersteller bis zu 40% weniger belastet. Das macht sich insofern bemerkbar, dass einem nach längerem Hören die Ohren nicht so weh tun. Ich bin, was das angeht, ziemlich empfindlich und konnte den Performance 880 längere Zeit benutzen, ohne Ohrenschmerzen zu bekommen.

Der NAOS Mini-DAC

Schallwandlung bedeutet, ein elektrisches Signal in ein analoges Signal zu wandeln. Stecken wir die Kopfhörer in den Klinkenanschluss, übernehmen das in unserem Smartphone normalerweise die internen Komponenten. Diese sind qualitativ oft nicht sonderlich hochwertig und so geht ein Teil der Audioqualität verloren.

Der NAOS Mini-DAC Adapter kann über die mitgelieferten Anschlusskabel mit so ziemlich jedem Gerät verbunden werden. Der Wandler in dem Adapter wandelt nun das elektrische Audiosignal mit einer Auflösung von 192 kHz und einer Wortbreite von 24 Bit um. So bleibt die volle Qualität des Audiosignals erhalten. Nach der Wandlung wird das Audiosignal durch einen eingebauten Verstärker verstärkt und über einen 3,5 Millimeter Klinkenausgang bereitgestellt.

Tatsächlich ergibt sich durch die Verwendung des NAOS ein merklich hörbarer Unterschied in der Qualität des Audiosignals. Zwar hätte ich, bevor ich den Schallwandler von Ultrasone benutzt habe, nicht sagen können, dass ich akustisch etwas an dem Ultrasone Performance 880 zu bemängeln habe. Mit dem Schallwandler und dem Performance 880 Kopfhörer allerdings sind mir in Liedern, die ich oft und viel gehört habe, plötzlich Feinheiten aufgefallen, die ich zuvor nie wahrgenommen habe. Der Klang war insgesamt sehr viel sauberer und voller. Gerade feinere Geräusche, die eher hintergründig sind, werden dank des NAOS deutlicher.

Der Ultrasone Performance 880 ist sehr bequem

Neben einem Klang in Studioqualität verspricht der Hersteller einen hohen Tragekomfort des Ultrasone Performance 880. So soll der Kopfhörer mehrere Stunden bequem genutzt werden können, ohne dass die Nutzer „heiße Ohren“ bekommen. Tatsächlich sitzt der Kopfhörer zumindest an meinem Kopf sehr gut und lässt sich lange tragen. Dass das Phänomen der „heißen Ohren“ allerdings wirklich verhindert wird, kann ich nicht bestätigen. So bekomme ich nach spätestens zwei Stunden der Nutzung ziemlich warme Ohren und muss den Kopfhörer abnehmen.

Der Memory-Foam in den Ohrmuscheln schmiegt sich außerdem sehr gut an den Kopf und sorgt für eine hervorragende Dämmung von Außengeräuschen. Die Dämmung ist sogar so gut, dass man mir beim Schreiben dieses Tests im Büro kleine Kuscheltiere an den Kopf werfen musste, um meine Aufmerksamkeit zu erlangen.

Mit seinen 25,4 x 10,2 x 25,4 Zentimetern und seinen 299 Gramm ist der Kopfhörer eher groß und schwer. Durch den verstellbaren Bügel, kann er aber so an den Kopf angepasst werden, dass das nicht weiter stört und er bequem sitzt.

Kleiner als eine Kreditkarte

Immer einen Adapter zwischen Kopfhörer und Handy baumeln zu haben, klingt vermutlich ziemlich unhandlich. Tatsächlich ist der NAOS Mini-DAC Adapter mit seinen 46 x 18 x 6 Millimetern aber sehr klein und wiegt gerade mal 6 Gramm. Somit fällt er nicht groß auf und stört auch nicht weiter bei der Verwendung.

Die Benutzung ist einfach und fast(!) immer möglich

Der NAOS Mini-DAC Adapter lässt sich sehr leicht an alle mögliche Geräte anschließen. Er ist mit diversen iOS- und Android-Geräten sowie Macs und Windows-PCs kompatibel. Im Lieferumfang des NAOS Adapters sind dafür vier verschiedene Anschlusskabel enthalten. Diese verbinden USB, Mini-USB, den Lightning-Anschluss von Apple und USB-C mit dem Mini-USB Anschluss des NAOS. Eine externe Stromquelle braucht der NAOS dabei nicht, da der Strom neben den Daten über das Anschlusskabel kommt.

Laut Hersteller müssen für die Benutzung lediglich unter Windows 7 die NAOS-Treiber installiert werden. Die Komptabilität mit manchen Android-Geräten ist außerdem leicht eingeschränkt. So würde der Adapter mit einigen Android-Geräten, die vor Ende 2015 eingeführt wurden, nicht immer funktionieren.

Fazit

Ich bin sehr begeistert von der Kombination aus dem Ultrasone Performance 880 und dem NAOS Mini-DAC Adapter. Während der Kopfhörer einen wirklich guten Klang ermöglicht und die Ohrmuschel voll ausnutzt, liefert der DAC Adapter das dazu passende Audiosignal. Durch die hoch aufgelöste Wandlung und die Verstärkung kann sich der Performance 880 erst richtig entfalten und Lieder bleiben akustisch in ihrer vollen Qualität erhalten.

So bekomme ich mehr von der Musik mit und nehme kleine Nuancen stärker war. Auch wenn das „heiße Ohren-Phänomen“ nach einiger Zeit auch beim Ultrasone Performance 880 eintritt, kann ich mit dem Kopfhörer deutlich länger Musik hören als mit vielen anderen. Auch die Verarbeitung und die Haptik des Kopfhörers fallen positiv auf und verleihen ihm einen sehr wertigen Eindruck. Wenn sich auch die Kombination aus dem NAOS DAC Adapter und dem Performance 880 Kopfhörer für Studioqualität unterwegs eignet, könnte der Kopfhörer vielen aber zu klobig sein, um ihn unterwegs zu benutzen.

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Optoma NuForce BE Sport4: Fliegengewicht zum Sport

Draußen pfeift der Wind, der Regen peitscht und ihr wollt euch am Liebsten auf dem Sofa einkuscheln? Könnt ihr gerne machen – aber zuerst geht’s eine Runde um den Block! Die neue Generation der Sport-Kopfhörer machen nämlich richtig Lust auf Bewegung. Starkes Bluetooth und eine ordentliche Akkulaufzeit bei Winzgewicht machen’s möglich.

Dabei haben es Sport-Gadget-Macher echt schwer, denn bei ihnen kommen alle Ansprüche an das Produkt für besondere Gelegenheiten zusammen: Das Objekt der Begierde muss nicht nur etwas können und möglichst robust und mitnahmetauglich sein, sondern auch noch gut aussehen. Die In-Ear-Kopfhörer NuForce BE Sport4 von Optoma sollen hier neue Maßstäbe setzen. Ob das geklappt hat? Wir haben uns extra für euch in die Sportkluft geworfen und den Extremtest gemacht.

Design: Überzeugend minimal

Die NuForce BE Sport4 von Optoma sind schon im Verpackungsdesign schlicht, aber oho. Nachdem man die blanken Hörer ausgepackt hat, die sich ganz ohne Aufsatz zeigen, sucht man am Kabel ein größeres Nackenband, das den Sportkopfhörern die nötige Power gibt. Doch: Nichts da.

Die NuForce BE Sport4 besitzen lediglich eine etwa 4 Zentimeter lange Fernbedienung an der rechten Hörerseite, die zugleich auch die Sprachsteuerung und den Akku beinhaltet. Der Rest ist Kabel. Ein flaches, an ein schmales Gummiband erinnerndes Kabel, um genau zu sein. Um die NuForce BE Sport4 an die Kopfgröße anzupassen, gibt es nur noch einen schmalen Verschiebering aus Plastik am Ende des Kabels. So, liebe Designer, geht Minimalismus.

Wenig dran, viel drin: Die Optoma NuForce BE Sport 4 überzeugen durch Weglassen.

Die Hörer selbst sind mit knapp einem Zentimeter vor allem auffallend klein und handlich. Die Earpieces sind aus  schwarzem Aluminium gefertigt. Die grünen Anschlussteile wurden aus stabilem Plastik hergestellt und ragen leicht in die Hörmuschel hinein. Hier werden die Silikon-Aufsätze angebracht, die den NuForce BE Sport4 ihre Bestimmung geben.

Die Silikonaufsätze des Optoma NuForce BE Sport 4 lassen sich leicht aufziehen. So siet der „nackte“ Kopfhörer aus.

Nimmt man die Ohrhörer heraus, zeigt ein befriedigendes Klacken an, dass die Außenseiten der Earpieces magnetisch zusammen finden. So sorgen sie neben dem flachen Kabel zusätzlich dafür, dass die Kopfhörer nicht verknoten.

Während bei der Grundausstattung der Optoma NuForce BE Sport4 die Losung “weniger ist mehr” galt, lässt sich Optoma bei der Ausstattung hingegen nicht lumpen. Insgesamt drei Paar Ohrpassstücke aus weichem Silikon in den Größen S, M und L werden beigelegt. Zusätzlich gibt es neun Paar Ohrflügel in den Farbvarianten neongrün, neongelb und grauschwarz, ebenfalls in den Größen S, M und L. So werden die In-Ears für jedes noch so komplizierte Ohr passend gemacht.

Optoma spendiert dazu noch ein Paar Ohrpassstücke, die sie sportlich-dynamisch mit “Spinfit TwinBlade” betiteln. Der Aufsatz ist doppelt gummiert und soll für noch mehr störfreies Hören bei bestem Sitz sorgen. Hier hat man auf jeden Fall die freie Auswahl. Im Paket befinden sich außerdem ein USB-A- zu USB-Micro-Ladekabel, ein Kabelclip und ein kleines Tragetäschchen mit einem Karabiner. So gehen die NuForce BE Sport4 nicht so schnell verloren.

NuForce BE Sport4 im Alltagstest: Tragekomfort und Leistung

Die NuForce BE Sport4 verbinden sich per Bleutooth stets schnell und problemlos mit dem Smartphone oder dem jeweiligen Gerät eurer Wahl. Bei der Reichweite selbst gibt es eine positive Überraschung. Der Hersteller gibt den Radius der NuForce BE Sport4 mit knapp zehn Metern an, einem absoluten Standardwert. Das Signal ist beim Test allerdings sogar über größere Strecken bis knapp 20 Metern fast vollständig störungsfrei. Die BE Sport 4 können sich bis maximal fünf Geräte merken, mit denen sie verbunden sind. Diese werden beim Anschalten auch automatisch gekoppelt.

Die Ohrhörer sitzen mit dem jeweiligen Earpiece recht bequem im Ohr. Für meine Ohren funktioniert eine Kombination aus kleineren Earpieces und Haken am besten, die angepriesenen Spinfits halten bei mir kaum. Anderen Ohren dürfte es aber wohl auch anders ergehen.

Dadurch, dass die Ohrhörer die größten Fertigungsstücke sind, muss man sie immer mal wieder nachjustieren, denn sie wiegen zwar insgesamt nur 15 Gramm, bewegen sich jedoch trotzdem merklich im Hörkanal. Für härtere Sportarten dürfte das ein Problem sein, bei leichtem Joggen drückt man die Hörer einfach wieder fest, und weiter geht’s. Laut Hersteller sind die Kopfhöer laut IPX5-Protokoll gegen Regen und Schweiß geschützt.

Starker Akku, mittelmäßige Bedienung

Der Akku macht dabei seinen Job vor allem in Anbetracht seiner Größe recht passabel: Gute 8 Stunden halten die BE Sport4 durch, bevor sie wieder an die Steckdose müssen. Hier punktet die Schnellladefunktion. Nach knapp 2 Stunden sind die BE Sport 4 wieder einsatzbereit. Der Hersteller denkt praktisch und wirbt mit “zwei Stunden Musikgenuss mit nur 15min Aufladezeit”. Wie viel Saft der Akku noch hat, teilen euch die BE Sport 4 auch bei jedem Einschalten mit. Unterschieden wird hier zwischen High, Medium und Low.

Die Fernbedienung tut größtenteils auch, was sie soll: Die einzelnen Knöpfe sind gut erreich- und erfühlbar, auch hilft ein spürbares Klicken bei der Kontrolle der BE Sport4. Leider hört man die Klick-Geräusche nicht in den Kopfhörern selbst, was die Kontrolle etwas beeinträchtigt. Mit etwas überkomplizierter Steuerung – Skippen, Sprachsteuerung, zurück, und so weiter – bin ich im Alltagstest leider kaum klargekommen.

So wird beispielsweise bei einem zweimaligen Drücken der Center-Taste die letzte gewählte Nummer angerufen – das kann schonmal zu unerwünschten Situationen führen. Auch das Mikrofon für die Telefonie lässt zu wünschen übrig. Der Sound ist matschig und wird von den Kabeln, die eben nicht stabil sind wie ein Nackenring, durch ständiges Scheuern am Hals gestört.

Die Reaktivierung der Kopfhörer bei Streaming- und Videoservices (wie beispielsweise Youtube) funktioniert nur manchmal. Ich muss in meinem Test jedes Mal die Tastensperre lösen, um die Musik wieder anzuschalten, wobei ich natürlich das Smartphone ohnehin in der Hand halte. Diesen zusätzlichen Handgriff hätte man sich sparen können.

Auch schade, aber eher ein Luxusproblem: Die BE Sport 4 sind nicht so smart wie erhofft. Nimmt man die Hörer aus den Ohren, spielt die Musik ungerührt weiter und auch die Zusammenführung der magnetischen Hörteile bewirkt nichts an der Technik. Andere Hersteller, beispielsweise die Plantronics haben hier noch ein paar Schritte weiter gedacht und die Bewegung mit der Software gekoppelt, so dass hier die Musik automatisch gestoppt wird. Bei einem Modell wie den BE Sport 4, die gerade mal knapp 100 Euro kosten, wäre das wohl aber nichts weiter als ein frommer Wunsch.

Manche Tests bemängeln zudem, dass das Kabel der BE Sport4 dabei mit knapp 60 Zentimeter etwas zu kurz sein könnte. Für mich reicht es aber absolut aus – beim Sport ist man ja eher nicht in meterlange Schals gewickelt, die den Sitz der Kopfhörer beeinträchtigen.

Sound und Klangprofil: Studio? Nee. Sport? Unbedingt!

Wie klingen sie denn nun, die BE Sport 4? Nun, sagen wir: Wahre Klangfetischisten verlangen etwas mehr. Zwar punkten die BE Sport 4 mit einem knackigen, tiefen Bass, ansonsten erweist sich das Klangprofil der In-Ears leider als etwas flach und breiig. Mit der Wahl der richtigen Ear-Tips und Aufsätze kann man den Klang jedoch noch etwas optimieren.

Für Podcasts und normale Popmusik sind die BE Sport4 klanglich absolut ausreichend. Nicht zu vergessen: Ihr solltet euch trotz Musikgenuss vor allem auf den Sport und auf eure Umwelt konzentrieren. Zudem darf man von den kleinen In-Ears keine absoluten Wunder erwarten – das Sound-Nonplusultra sind In-Ears wie die BE Sport4 ohnehin nicht. Bei höheren Lautstärken klingt der Sound auch noch sehr anständig – nur aufdrehen darf man nicht zu laut.

Die Optoma NuForce BE Sport 4: Sport macht endlich wieder Spaß.

Fazit

Als Begleitung und Unterhaltungsassistent beim Sport machen die Sportkopfhörer einen sehr guten Eindruck. Besonders die gute Verarbeitung, das geringe Gewicht und die anständige Akkulaufzeit können überzeugen. Vielleicht gibt es klanglich noch bessere Sportkopfhörer auf dem Markt, doch in Sachen Gewicht schlagen die BE Sport 4 jede Konkurrenz mit 15 Gramm Komplettgewicht um Längen. Für gerade mal 100 Euro bekommt ihr also einen echten Dauerläufer.


Images by Anne Jerratsch

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Netzpiloten @Audiovista

Es gibt gepflegt was auf die Ohren: Bei der zweiten Audiovista Kopfhörershow am 24. und 25. November in Krefeld geht’s um die aktuellen Modelle renommierter Hersteller. Wir Netzpiloten sind bei der Lauschaktion mit dabei, wenn ausprobiert, verglichen und diskutiert wird, welcher Kopfhörer am besten klingt. Die Veranstalter legen Wert auf eine gemütliche Get-Together-Atmosphäre. Na dann..!

Und sonst noch?

Der Eintritt zu der Kopfhörershow ist frei. Und es lockt auch ein Gewinnspiel.

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Beyerdynamic DT 240 Pro im Test: Klangmeister für kleines Geld

Auf der Suche nach einem anständigen Kopfhörer greifen Sound-Profis gern zu Modellen von beyerdynamic. Doch können sie auch klein und kompakt? Mit dem DT 240 Pro bringt beyerdynamic einen hochwertigen Studiokopfhörer auf den Markt, der klingt wie die Großen. Wenn man mit ein paar Abstrichen leben kann.

DT 240 Pro: Hochwertiger Hörer mit guter Verarbeitung

Der beyerdynamic DT 240 Pro ist vor allem eins: bescheiden – aber nur von außen. In zurückgenommenem Schwarz kommt der Kopfhörer daher und wirkt so edel und schlicht zugleich. Der geschlossene Kopfhörer in Over-Ear-Form ist auf den ersten Blick schmaler und kompakter als seine großen Brüder aus den Profi-Studios. Auch im Gewicht zeigt sich die kompakte Bauweise. Gerade mal 195 Gramm bringt der Hörer auf die Waage, da er größtenteils aus stabilem Plastik gefertigt wurde.

Der Kopfbügel ist mit schwarzem Kunstleder ausgepolstert. Die Gabeln, an denen die Ohrhörer befestigt sind, wurden aus schwarzem Aluminium hergestellt. Auch der äußere Rand besteht aus dem stabilem Metall. So wirkt der DT 240 Pro hochwertiger, als es in seiner Preisklasse üblich ist. Die Gabeln sind jedoch nicht so beweglich, dass man den DT 240 Pro kompakt zusammenfalten kann. Schließlich handelt es sich immernoch um einen Studio-Kopfhörer.

Der DT 240 Pro ist zwar aus Plastik mit Metallelementen, macht aber einen passablen, hochwertigen Eindruck. (Image by Anne Jerratsch)

Die Ohrmuscheln sind mit einem Durchmesser von knapp acht Zentimetern etwas kleiner geraten als bei üblichen Kopfhörern. Genau genommen handelt es sich beim DT 240 Pro also um eine bauliche Mischung aus On-Ear und Over-Ear. Der Sitz der Ohrmuscheln auf den Ohren ist dabei fest und griffig, die Hörer verrutschen nicht ungewollt. Auch sie sind mit Kunstleder bespannt, das netterweise austauschbar gestaltet ist. Und es gibt gute Nachrichten für Brillenträger: Dank des vergleichsweise weiten Bügels lässt sich der DT 240 Pro recht angenehm tragen.

Freunde des Spiralkabels haben am DT 240 Pro Spaß: man kann herrlich mit dem Kabel herumspielen. (Image by Anne Jerratsch)

Nicht smart, aber sympathisch

Fans smarter Kopfhörer müssen jetzt stark sein: Der DT 240 Pro ist ein echtes Oldschool-Modell. Der Kopfhörer verfügt weder über Bluetooth noch eine Freisprechanlage. Auch ist kein Akku in jedweder Form eingebaut – es handelt sich schlicht und einfach um einen Kopfhörer mit Kabel. Mit dem 1,5 Meter langen Spiralkabel (in voller Länge misst es immerhin 3 Meter), mit dem sich wunderbar herumspielen lässt und das sich trotzdem nie verknotet, kommt so echtes Studio-Feeling auf.

Bei den Details haben die Entwickler von beyerdynamic mitgedacht und den Alltagstest bestanden: Das Kabel lässt sich sowohl an der linken als auch an der rechten Seite mit einer Mini-Klinke einstecken – das freut sowohl Links- als auch Rechtshänder.

Außerdem ist auf diese Weise der Austausch des Kabels möglich, wenn es doch mal den Geist aufgibt oder wenn ihr schlicht keine Freunde der Spiralwindungen seid und ein glattes Kabel bevorzugt. Ein solches liegt der Originalpackung jedoch leider nicht bei. Stattdessen spendiert beyerdynamic immerhin einen Klinken-Schraubaufsatz sowie eine schlichte Tasche aus schwarzem Stoff mit Zugkordel.

Toller Klang mit leichten Abstrichen

Den Alltagstest besteht der DT 240 Pro mit Bravour: Die Bügel lassen sich leicht und mit spürbaren Einrast-Funktion der jeweiligen Kopfgröße anpassen. Hier wurde eine Alu-Schiene eingebaut, die auch für längere Haarprachten ziep-frei einstellbar und bequem erreichbar ist. Die Ohrmuscheln sitzen recht fest auf den Ohren, was nach ein paar Stunden des Tragens jedoch für größere Ohren etwas unangenehm sein könnte.

Der Klang ist erwartungsgemäß fein austariert – etwas anderes würden die Studio-Profis von beyerdynamic auch nicht auf sich sitzen lassen. Egal ob Rap, Electro oder experimentell Klassik: Die Mitten werden sehr gut herausgearbeitet, die Höhen sind nicht spitz, sondern angenehm und insgesamt liefert der DT 240 Pro einen warmen, angenehmen Klang.

Vor allem basslastige Electro-Sounds lassen hier im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen: Selbst die kleinsten Abstufungen der Tieftöner stellt der DT 240 Pro erstaunlich fein dar. Wo andere Kopfhörer vergleichbarer Preisklasse (im Direktvergleich wurde hier der Yamaha HPH-MT5 herangezogen) leicht schwammig klingen, liefert beyerdynamic einen klaren, satten Sound. Die geschlossene Bauweise sorgt hier außerdem für eine erstaunliche Klangdichte und lässt Störgeräusche draußen.

Die Ohrmuschel sitzt fest auf. Das kann aber auch unangenehm werden. (Image by Anne Jerratsch)

Bei einem Kopfhörer für unter 100 Euro muss man aber dennoch ein paar wenige, aber entscheidende Mankos in Kauf nehmen: Der DT 240 Pro klingt zwar schon enorm gut, kann aber dann doch nicht die ganze Service-Bandbreite liefern. So ist er – im Vergleich mit teureren Kopfhörern für den gleichen Zweck – relativ leise. Man muss den Computer oder das Smartphone schon gehörig aufdrehen, um den feinen Klang in voller Pracht genießen zu können. Je lauter man dreht, desto schwammiger wird jedoch auch hier der Klang.

Auch ist der DT 240 Pro zwar als schmaler Alltags-Kopfhörer gedacht, allerdings nicht für den mobilen Betrieb und die Mitnahme. Der DT 240 Pro ist schlicht nicht dafür gedacht, möglichst flach gefaltet im Rucksack Platz zu finden. Andere Modelle von höherpreisigen Firmen wie AKG haben dieses mobile Feature deutlich besser gelöst. Für ein Modell unter 100 Euro, das sich wegen seiner feinen Klangeigenschaften für den weniger komplexen Audioschnitt wie Podcasts eignet, kann man dieses fehlende Extra aber durchaus verschmerzen.

Klasse Leistung zum schmalen Preis: der DT 240 Pro überzeugt mit den richtigen Features ohen Schnickschnack.

Fazit

Mit dem DT 240 Pro finden Audio-Nerds und Klangfetischisten eine günstige Alternative zu sonst recht preisintensiven Studio-Kopfhörern. Ob für das heimische Audio-Equipment oder unterwegs als weniger hochpreisige, klangstarke Alternative: Der DT 240 Pro von beyerdynamic kann klanglich weitestgehend überzeugen.

Den DT 240 Pro gibt es ab 85,00 Euro im Handel

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Die eleganten Bluetooth In-Ears mit dem Plus: Libratone Track+

Tragt ihr eure Kopfhörer immer noch AUF den Ohren? Im Sommer viel zu heiß! Das Zauberwort dieser Tage heißt In-Ears – und zwar am besten mit Bluetooth. Dabei haben wir es sehr gerne schlank, schick und unauffällig und trotzdem mit ordentlichem Soundprofil. All diese Punkte haben sich die Entwickler von Libratone auf die Fahne geschrieben, als sie das Modell Libratone Track+ entwickelten. Der dänische Hersteller, der sich mit seinen stylischen Produktdesigns bereits einen Namen in der Audiowelt gemacht hat, braucht sich hier vor Szenegrößen wie den Beats X by Dr. Dre nicht zu verstecken.

Design und Ausstattung: Schlicht ist Trumpf

Die Libratone Track+ punkten bereits beim Auspacken mit dem gewohnt schlichten, edlen Look. Mein Testmodell kommt in der Farbe Cloudy White daher. Somit erinnern die Bluetooth-Hörer in ihrer Gesamterscheinung sogar etwas an Apples cleanen Stil.

Die beiden In-Ear-Hörer sind durch einer stabilen, mit festerem Silikonüberzug beschichtete Kabelverbindung gekoppelt, die man sich lässig um den Nacken legt. Verrutschen tut hier nichts. An der linken und rechten Seite ist jeweils ein Steuerelement mit einem Alugehäuse angebracht. So sind die Libratone Track+ nicht nur unverknotbar, sondern auch leicht zu bedienen. Die beiden Steuerelemente sind etwa 5 Zentimeter lang und 0,5 Zentimeter breit. Durch ihre handliche Aufmachung während des Hörens sind sie gut zu erreichen.

Das rechte Bedienelement ist für die Lautstärke- und Trackauswahl gedacht. Die linke Seite beherbergt den Akku, die Ladebuchse sowie den Powerknopf, mit dem die In-Ears ans Smartphone gekoppelt werden.

Die In-Ears werden mit halbtransparenten Gummiaufsätzen in vier verschiedenen Größen für die Hörer geliefert. Außerdem gibt es einen Aufsatz für die Wingtips, die sich noch einmal zusätzlich in der Ohrmuschel festhaken, so dass die Libratone Track+ sicher und gut sitzen können. Mehr braucht es nicht. Und mehr bekommt man auch nicht, denn auch bei der Ausstattung gibt sich Libratone schlicht. Eine Tragetasche oder einen Ladeadapter sucht man bei einem recht stolzen Preis von knapp 200 Euro leider vergeblich. Mit einem handelsüblichen Handy-Adapter mit Mini-USB sind die Track+ aber auch schnell aufgeladen. In nur anderthalb bis zwei Stunden sind die In-Ears einsatzbereit.

Active Noise Cancelling und Soundprofil: Das Plus im Track+

Lärm ist überall, vor allem, wenn man unterwegs ist. Daher führt Libratone mit dem Track+ die aktive Geräuschunterdrückung auch bei den In-Ears-Modellen ein. Tatsächlich funktioniert die abschottende Wirkung sehr gut, denn man hört von der Außenwelt praktisch nichts. Es sei denn, man will es so. City Mix nennt Libratone diese neue Einstellung. Wie bereits bei der fast baugleichen Vorgängerreihe Q Adapt wird hier die Umwelt und ihre Geräusche wahlweise ein- oder ausgeschaltet.

Der Libratone Track+ kann das in vier Stufen, die man per App auswählen kann. Hier gibt es die Auswahl zwischen neutralen Grundeinstellungen, verstärkten Höhen oder einem extra verstärktem Bass Bluetooth.

Die App bietet auch eine Verbindung zu den Streamingservices Tidal und Soundcloud. Ein gut gemeinter Service. Schade und unnötig ist hier allerdings die datenfressende Abschnorchelung via separatem Anmeldeprofil, das außerdem ein wenig zu oft mit Tipps nervt (die man aber auch ausschalten kann). Wer einfach seine Hörer ohne digitalen Spion nutzen will, muss leider auf die App verzichten.

Fragt sich außerdem, wer diese Funktion braucht. Noise Cancelling ist praktisch, wenn man konzentriert arbeiten möchte oder beim Sport nicht gestört werden will. Die Idee, diese Funktion automatisch abzuschalten, ist prinzipiell eine gute. Allerdings nutze ich die Hörer dann doch hauptsächlich zum konzentrierten Hören. Der Handgriff, der mich die integrierte Funktionen umstellen lassen würde, ist letztlich mit demselben Kraftaufwand verbunden, die Hörer einfach aus der Ohrmuschel zu ziehen. Kurz: Die Funktion ist eine nette Spielerei, dringend benötigen tut man sie jedoch nicht.

Das Soundprofil der Libratone Track+ selbst hingegen ist sehr angenehm und ohne Einschränkungen zu empfehlen. Auch ohne App-Unterstützung. Neben einem stabilen und kräftigen Bass, ausgewogenen Mitten und klaren Höhen bieten die In-Ears ein volles und klares Soundprofil, das auch bei erhöhter Lautstärke nicht klirrt, sondern stets weich und voll klingt. Das schaffen nur wenige Minikopfhörer. Bei In-Ears dürfte diese Soundqualität besonders rar gesät sein. An dieser Stelle also ein ausdrückliches Lob an die Sounddesigner.

Bedienung: Hands-on mit Hindernissen

Nach dem ersten Auspacken werde ich – wie bereits bei meinem vorherigen Test eines Libratone-Produktes – vor ein Rätsel gestellt. Wie zum Geier bedient man die schicken Hörer? Die wenigen, schlichten Knöpfe an den Seiten helfen kaum weiter. Ein Blick auf die Bedienungsanleitung, die dankenswerterweise in die App integriert ist, gibt schließlich Aufschluss. Die erste Verbindung mit dem Smartphone per Bluetooth klappt reibungslos.

Ein schlichtes Mini-Diödchen gibt mit leichtem Blinken zu erkennen, dass die Hörer aktiviert sind. Wie bei meinem vorangegangenen Test bemerke ich: Man kann zwar den nächsten Track bequem per Plus-Taste anwählen. Eine Möglichkeit, einen Track zurückzugehen, gibt es jedoch noch immer nicht. Auch die smarte City Mix-Funktion erschließt sich meinem Ohr nicht gleich. Vor allem im Straßenlärm freue ich mich zwar über den klaren Sound, bemerke aber nur wenige Unterschiede zwischen den Profilen.

Über den Tragekomfort der In-Ears kann dagegen nur Gutes vermeldet werden. Nach einigen Stunden tragen sich die Libratone Track+ noch immer recht angenehm, wenn auch nicht völlig störungsfrei. Die Hörer halten bei mir nicht ohne die beigelegten Wings und rutschen auch mit Wingtips-Haltehilfe ab und zu aus den Ohrmuscheln heraus.

Finde deine Größe: Die Track+ werden mit den passenden Höraufsätzen geliefert.

Strenge Maßgaben müssen auch bei der Langlebigkeit des Akkus angelegt werden. Libratone wirbt mit bis zu acht Stunden Spielzeit für die Track+. Für einen kabellosen Kopfhörer definitiv keine schlechte Zeit. Für meine Alltagsroutine als Pendler und Intensivhörer reicht eine Ladung immerhin gerade so aus. Und öfter als mein Smartphone möchte ich meine Kopfhörer dann nun doch nicht aufladen.

Als deutlich problematischer empfinde ich die mangelhafte Reichweite der Track+, denn diese ist eindeutig zu gering. Andere Bluetooth-Modelle schaffen locker ihre zehn bis 15 Meter ohne Signalstörung, bei den Track+ ist bereits nach etwas über sechs Metern Abstand zum Smartphone Schluss. Wer also über eine größere oder verwinkelte Wohnung verfügt, muss mit einigen ärgerlichen Aussetzern beim Signal rechnen. Immerhin stoppt die Soundwiedergabe bei fehlender Verbindung, so dass man nicht alles verpasst. Ein etwas weiterer Radius bei gleicher Qualität wäre trotzdem wünschenswert.

Funkt leider etwas schwach: Das Modell Track+ darf nicht zu weit weg vom Smartphone.

Das Telefonieren mit den In-Ears klappt für meine Ohren sehr gut, jedoch bin ich, je nach Umgebung, mal schlechter, mal sehr gut zu verstehen, wie mir mein Gegenüber versichert. Diese Qualitätsschwankungen in der Sprachausgabe können nerven, besonders den Telefonpartner. Hier muss Libratone noch einmal nachsteuern.

Außerdem führt die Noise Cancelling-Funktion dazu, dass ich beim Telefonieren gefühlt lauter reden muss als gewohnt – wer irritierte Blicke auf der Straße vermeiden will, sollte wichtige Telefonate vielleicht doch besser in eine private Umgebung verlegen oder das Smartphone einfach ohne Hörer ans Ohr halten.

Fazit: Streber, aber ohne Bestnote

Mit den Libratone Track+ können Musikliebhaber einen guten Fang machen – vorausgesetzt, das Smartphone bleibt dabei in der Nähe und die Funkverbindung bleibt stabil. Die Track+ sind stylisch und gut verarbeitet, der Tragekomfort ist für In-Ears erfreulich hoch. Auch die Akkuleistung dürfte für den normalen Alltagsgebrauch ausreichen.

Die dazugehörige Libratone-App und die Noise Cancelling-Profile sind ein nette Extrafunktionen, die man aber nicht zwingend nutzen muss. Für den recht stolzen Preis von knapp 199 Euro gehört der Track+ zu den Strebern unter den In-Ears. Für ein “Sehr Gut” reicht es dennoch nicht aus.

Vergleichbare Produkte wie die Beats X von Dr. Dre und oder die Teufel Move BT gibt es bereits für günstigere 99 bzw. 119 Euro.

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Images by Anne Jerratsch & Libratone


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Klein funkt gut: Der Ultrasone Go Bluetooth im Test

Ultrasone Go Bluetooth Image by Anne Jerratsch 8

Adieu, Kabelsalat, die Zukunft liegt im Funk. So schallt es schon seit Längerem durch die Hifi-Welt. Auch auf unserem Besuch bei der CanJam haben wir festgestellt, dass die Zukunft vor allem den mobilen Kopfhörern mit Bluetooth-Funktion gehört. Der bayerische Kopfhörerhersteller Ultrasone, der seit den 1990ern den Markt aufmischt, hat den Ruf nach Innovation vernommen und seinem 2015er Modell des Reisekopfhörers Ultrasone Go ein Update mit Funk-Features verpasst. Und das hat sich definitiv gelohnt!

Design: Schmal genug, aber nicht klapprig

Das Ultrasone Go Bluetooth hat Format. Das merkt man bereits am robust gebauten Kopfbügel. Der Bügel ist mit einer stabilen, rutschfesten, matten Gummischicht ummantelt, die Verstellgelenke an den beiden Ohrseiten bieten genügend Halt und Stabilität für jede Kopfgröße. Das Modell wiegt trotz seiner nicht ganz filigranen Bauweise nur etwa 160 Gramm und ist damit leicht genug für jede Reisetasche.

Auf der Außenseite der Ohrmuscheln prangt gut sichtbar das Logo auf silbern glänzendem Grund. Es wurde jedoch nicht farblich hervorgehoben. Diese Designentscheidung lässt das Ultrasone Go Bluetooth noch etwas hochwertiger wirken. Die Hörabdeckung ist aus weichem, schwarzem Kunstleder gefertigt. Auch nach längerem Hören wird es nicht zu warm unter den Muscheln.

Auch die Bedienungsknöpfe an der Unterseite der linken Hörmuschel sind angenehm schlicht gehalten. Neben den Buttons hat Ultrasone ein winziges Loch in die Hörmuschel gebohrt, aus der eine lichtstarke LED ihre Bereitschaft anzeigt. Die Drehscharniere an den beiden Hörmuscheln sind zwar aus Plastik, dieses erwies sich aber im Langzeittest als erfreulich robust.

Kabel oder nicht? Ihr habt die Wahl!

An der linken Hörmuschel befindet sich die „Schaltzentrale“ mit einem physischen Powerknopf und einem Vor- und Zurück-Button. An der unteren Seite ist zudem der Anschluss für ein Klinkenkabel angebracht, mit der sich das Ultrasone Go Bluetooth ganz einfach per USB-Charger aufladen lässt. Hierfür ist jedes handelsübliche Handy-Lademodell mit auswechselbarem USB-Kabel nutzbar. Apropos aufladen: Der Akku des Ultrasone Go Bluetooth ist nach etwa eineinhalb Stunden einsatzbereit und hält mit gut drei bis vier Tagen Dauerhörzeit erfreulich lange.

Wie durchdacht die Bluetooth-Variante des Go ist, merkt man spätestens, wenn der Akku doch einmal leergefunkt ist. In diesem Fall kann man in den selben Eingang, mit dem die Kopfhörer aufgeladen werden, auch das mitgelieferte Audiokabel mit edlem Stoffbezug einstecken und ganz analog weiterhören. Der Sound bleibt dabei vergleichbar dicht. Auch auf das Telefonieren muss man beim Tragen der Ultrasone Go Bluetooth-Kopfhörer nicht verzichten, denn die Kopfhörer bieten auch eine Telefonfunktion. Wahlweise kann auch mit Kabelverbindung und der integrierten Freisprecheinrichtung telefoniert werden.

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Soundwand deluxe

Wie schon das Design, so steht auch der Klang des Ultrasone Go Bluetooth den großen Vorbildern aus dem Studio in nichts nach. Der Sound brettert ordentlich basslastig auf die Ohren, sodass es eine Freude ist. Die Höhen sind nicht zu spitz, die Mitten nicht zu breit – egal, ob man Pop, harte Gitarren oder Hörbücher hört, das Ultrasone kann mit seiner Klangstärke und -tiefe überzeugen. Das verdankt der Hersteller der Integration des aptX-Codecs, der die Klangqualität noch mehr verbessern soll.

Funk with my heart: Das Ultrasone Go Bluetooth im Praxistest

Während andere mobile Over-Ears mit komplizierter Faltung und Verdrahtung eher einem Geduldsspiel gleichen, ist das Ultrasone Go Bluetooth erfreulich unkompliziert zusammenfaltbar. Er erweist sich in der Tasche zwar nicht als superflach, lässt sich aber mit dem mitgelieferten Transportsäckchen platzsparend verstauen. Dank der dickeren Scharniere an den Seiten erlebt man zudem keine ziepende Überraschung beim Auf- oder Absetzen.

Das Ultrasone Go Bluetooth verbindet sich schnell und zuverlässig mit jedem Device, das in der Nähe zu finden ist. Im Alltagstest dürfte das in den meisten Fällen wohl das Smartphone sein. Besonders im Winter hat unsereins mit Schal und Umhängetasche bereits genug zu wursteln – da erweist sich die Bluetooth-Variante als ganz besonders praktisch.

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Mit dem Powerknopf an der rechten Seite wird das Go eingeschaltet. Der Knopf ist in einem angenehmen Winkel angebracht, den man gut mit einer Hand erreichen kann. Die Kopfhörer geben eine melodische Klangfolge von sich und signalisieren so ihre Funkverbindung. Die Bluetooth-Verbindung wird vom Gerät in der Nähe zuverlässig gefunden und reicht auch im Alltagstest mehr als nur ein paar Meter weit.

Das Go verfügt über eine Telefonfunktion. Die Soundqualität der Anrufer ist klar und gut verständlich – aber um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht so recht dran gewöhnen, meine geübten Handgriffe umzustellen. Zum Annehmen des Gesprächs muss man das Device ohnehin aus der Tasche ziehen. Wenn dem so ist, kann auch direkt auf konventionelle Weise telefoniert werden. Man sollte nur daran denken, die Hörer vorher von den Ohren zu nehmen, um sich merkwürdige Blicke zu sparen.

Auch beim Tragekomfort muss tatsächlich gemeckert werden: Da ich im Alltag desöfteren eine Brille trage, hatte ich hier so meine Probleme, denn die Designer haben das Ultrasone Go recht knapp gebaut. Zwischen dem Brillenbügel und der aufliegenden Hörmuschel ist für mich zu wenig Spiel. Für Tester mit einem schmaleren Gesicht als meinem dürfte dies vielleicht kein Problem sein. Jedoch drückt das Ultrasone Go Bluetooth in meinem Test nach einigen Stunden intensiven Tragens ziemlich auf die Schläfen. Schade, ich hätte gerne weitergehört!

Fazit: Let’s Go, Ultrasone Go!

Mit dem Go Bluetooth hat Ultrasone sein Vorgängermodell Go aus dem Jahr 2015 sinnvoll aufgehübscht. Der kleine mobile Kopfhörer lässt sich leicht zusammen- und auseinanderfalten und ist so für Einsätze unterwegs bestens geeignet. Mit der integrierten Noise Cancelling-Funktion und dem sehr zufriedenstellenden Klangerlebnis macht das Musikhören doppelt Spaß. Der starke Akku und die Variante, per Klinkenkabel weiterhören zu können, gibt dem Set den letzten und entscheidenden Pfiff. Das Ultrasone Go Bluetooth ist derzeit für etwa 150 Euro im Handel erhältlich.


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Neues auf die Ohren: So war die CanJam Europe 2017

titelbild canjam (image by anne jerratsch)

Am ersten Novemberwochenende war die CanJam Europe zum ersten Mal in Berlin zu Gast. Auf der führenden Messe für Kopfhörer kamen im fünften Jahr die insgesamt 111 Ausstellern aus Israel, USA, Singapur, China, Serbien, Italien, Großbritannien und etlichen anderen Ländern zusammen, unter ihnen auch deutsche Traditionsfirmen wie Sennheiser oder Beyerdynamic. Ihren internationalen Anspruch unterstrich die Messe mit Ausstellern wie Shure, Grado, Audeze oder Hifiman.

Die Messe hatte sich mit dem Musikhotel nhow in Berlin-Friedrichshain mit Blick auf die Spree einen passenden Rahmen gesucht, um ihre Hifi-Highlighs mit dem sogenannten Tischformat vorzustellen. Die Messe präsentierte sich etwas kleiner und persönlicher als bei der Vorgängerveranstaltung in Essen, konnte aber mehr internationales Publikum anlocken. „Wir sind zufrieden mit dem ersten Auftritt am neuen Ort,“ fasst Juliane Thümmel vom Veranstalter KMS Event zusammen. „Die Location im Berliner Musikhotel nhow hat sich bewährt und bietet viel Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre“.

Auf der CanJam Europe 2017 konnten sich die knapp 1.000 Besucher und Aussteller auf Augenhöhe kennenlernen. Denn beim Thema Hifi geht es weniger um die neueste Technik und das beste Design, sondern mindestens ebenso sehr um das „Look and Feel“. So konnten die Besucher am CanJam-Wochenende in Ruhe ausprobieren, anfassen und die Geschmacksnerven im Hifi-Bereich noch ein wenig weiter verfeinern. Es wurde ein ausgewähltes Vortragprogramm angeboten, bei dem Hifi-Experten wie Axel Grell von Sennheiser oder Gunter Weidemann von Beyerdynamic sowie Eckhard Beste von Hearsafe zu Themen wie personalisiertem Audio, schonendes Hören mit In-Ear-Kopfhörern oder die neuesten Entwicklungsstufen referierten.

Ein weiteres Highlight auf der CanJam Europe 2017 waren auch die exklusiven Sessions zum Testhören des neuen High-End-Standards bei Sennheiser: Der HE 1, der nach eigenen Angaben „beste Kopfhörer der Welt“, konnte in einem eigens hergerichteten Zimmer testgehört werden. Wir haben uns für euch umgesehen und die größten Trends und Entwicklungen für euch herausgesucht.

CanJam-Trendthema Bluetooth

Die Entwicklung zum kabellosen Hören ist nicht aufzuhalten, wie auch Axel Grell in unserem Interview bestätigt hat. So waren die Aussteller mit diversen Bluetooth-Lösungen für stationäres und mobiles Hören auf der CanJam Europe 2017 vor Ort. Nicht nur die beliebten kabellosen Bügelkopfhörer wurden hier in allen Farben und Formen präsentiert, auch für Fragen  zum Handling beim Aufladen und der Bedienung während des Hörens wurden viele smarte Lösungen gefunden. Bei Sennheiser lädt man beispielsweise neuerdings den Kopfhörer, indem man den Kopfbügel auf eine Ladestation hängt – ein weiterer Schritt weg vom überflüssigen Kabelsalat.

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Neben Kopfhörermodellen – egal, ob Bügel oder In-Ear – spielt auch bei den Kompaktanlagen das Thema Bluetooth eine immer größere Rolle, um die Playlist vom Smartphone auch kabellos und in überzeugender Soundqualität in den eigenen vier Wänden erschallen zu lassen. Als Brückenlösung boten jedoch auch hier noch die meisten Hersteller bei den Kompaktanlagenmodellen ein CD-Laufwerk an – dieses wird wohl in erwartbarer Zeit verschwinden.

 

Customize it! Der Personalisierungstrend geht weiter!DSC_0227-min

Eines der großen Themen war auch die Personalisierung der Geräte. So bieten immer mehr Händler maßgeschneiderte Lösungen für das durchgestyle Zuhause an. Neben kostspieligen Designangeboten wie einer ledernen Beschichtung der Anlage oder ausgesuchten Hölzern für die Boxen, spielte hier vor allem auch das „persönliche Ohr“ eine entscheidende Rolle. Hier fiel neben optischen Highlights wie den edlen Holz-Modellen von Grado vor allem Beyerdynamic mit dem schlanken Kopfhörermodell Aventho auf. Mittels der integrierten Klang-Personalisierung, die sich je nach Nutzer per App anpassen und speichern lässt, rückt der Kopfhörer aus edlem Leder noch ein gutes Stück näher an den Nutzer heran.

Auch wurde auf der CanJam Europe 2017 großen Wert auf das Thema Gehörschutz gelegt. Firmen wie Hearsafe boten ausführliche Beratung und an den individuellen Gehörgang angepasste In-Ear-Hörer und Hörschutzmodelle an. In die maßgeschneiderten In-Ear-Adapter lassen sich Modelle von diversen Firmen problemlos einbauen, um so das Hörerlebnis sicher und gesund gestalten zu können.

Neben den In-Ear-Trends kamen auch Lösungen zum in die Tasche stecken immer öfter auf die Messetische: Entgegen dem Minimalismustrend, alle Funktionen in ein Gerät zu packen, setzen sich immer öfter auch Kopfhörerverstärker durch, um auch unterwegs den besten Klang mit sich führen zu können.

Design: Retro trifft Minimalismus

Beim Design zeichnet sich seit einigen Jahren bereits ein auffallender Trend ab: Neben den klaren, reduzierten Flächen werden auch Retrodesigns immer gefragter. Neben hochwertigen Materialien wie dunklen Hölzern, schweren Bedienknöpfen un Kippschaltern kehrt auch ein erstaunlicher Trend im Soundbereich zurück: Die gute alte Röhre, die in den Verstärkern jahrzehntelang hinter Schutzwänden versteckt wurde, wird nun wieder sichtbar gemacht.

Nach der Wiederbelebung der Schallplatte, dem nahezu unverwüstlichen Dauerbrenner unter den Trägermedien für exklusiven Sound, war die Rückkehr zum Retro-Trend nur eine logische Weiterentwicklung – auch wenn hier die eine oder andere Extrarunde mit dem Staubwedel wohl auch im durchdesignten Zuhause anstehen dürfte.

Die CanJam-Besucher wählten aus den präsentierten Produkten in sechs Kategorien ihre Favoriten:

  • best headphone portable: beyerdynamic Aventho
  • best headphone home: Sennheiser HD 800 S
  • best headphone amplifier: Lehmann Audio Linear
  • best source (DAC or Player): Chord Hugo 2
  • best accessories: Effect Audio Ares II+ UND Sonarworks True-Fi Software
  • best product of show overall: Sennheiser HD 660 S

So geht es weiter

Im kommenden Jahr will die CanJam Europe das Programm ausweiten und soll gleich zweimal stattfinden. In Kooperation mit der High End Society findet der CanJam Europe erstmals in München statt – zeitgleich mit der weltgrößten Hifi-Messe High End vom 10.-13. Mai 2018. Im Jahr 2018 findet dann wieder das Kopfhörer-Treffen in Berlin statt. Die Netzpiloten freuen sich schon darauf, euch auch dann wieder zahlreich begrüßen zu dürfen!


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„Wir wollen, dass man weniger Kopfhörer hört und mehr Musik“ – Interview mit Axel Grell von Sennheiser

Kopfhörer sennheiser_titelbild_image by anne jerratsch

Wer am vergangenen Wochenende auf der Kopfhörer-Messe CanJam in Berlin unterwegs war, kam an ihm nicht vorbei: Axel Grell, der so etwas wie der Botschafter für High-End-Kopfhörertechnik ist, wirbelte von Stand zu Stand und tauschte sich nicht nur mit Branchenkollegen, sondern auch mit Besuchern rege über die Messeneuigkeiten aus. Schnell wird klar: Axel Grell ist durch und durch ein Audiomensch. Der Manager Portfolio Audiophile und Chefentwickler beim deutschen Traditionsunternehmen Sennheiser hat nicht nur den HE 1, unter Audiophilen auch bekannt als die „besten Kopfhörer der Welt“ mitentwickelt, sondern überlegt sich ständig neue Möglichkeiten, wie man Klangerlebnisse verbessern kann. Ich habe mich für die Netzpiloten mit ihm über die Faszination von Audiotechnik unterhalten – denn hier spielen die Gefühle mindestens eine ebenso wichtige Rolle wie das Technikwissen.

Netzpiloten: Was finden Sie an der Arbeit mit Soundtechnik so spannend?

Axel Grell: Es gibt Menschen, die sind mehr auf optische Eindrücke fixiert und nehmen gar nicht viel wahr. Das merkt man auch, wenn man heutzutage in moderne Kneipen oder Restaurants geht. Die sehen zwar toll aus, sind aber akustisch grausam und kalt. Ich denke, ich bin eher ein Ohren-Mensch. Ich nehme meine Umwelt sehr stark akustisch wahr. Und ich habe schon als Kind Lautsprecher gebaut, mein Vater hat mich dazu gebracht. Ich war auch in der Teeniezeit mal in einer Band, aber da war ich ziemlich mies. Glücklicherweise war ich ein ziemlich guter Mischer, ich fand es toll, wie man den Klang gestalten kann.

Hier erklärt Axel Grell auf der CanJam 2017, wo ein Kopfhörerbügel sitzen muss.

Muss man für Ihren Job ein besonderes Gehör haben?

Es hilft, viel Musik zu hören. Und zwar nicht nur von der Konserve, das ist ja schon wieder vorgefiltert, sondern eben auch richtige Musik. Man sollte lernen, Musik zu hören und den Produktionsprozess zu kennen, das hilft eine ganze Menge. Einfach, um einschätzen zu können: Ja, so klingt das richtig.

Was haben Sie für Möglichkeiten bei Sennheiser bekommen?

Ein Unternehmen wie Sennheiser bietet technisch so viele Möglichkeiten, von denen man sonst nur träumen kann. Es gibt Labore, deren Ausstattung in die Millionen geht. Wir haben große Fortschritte in Akustik gemacht. Und das ist genau der Punkt. Die schwierigen Dinge, seitdem es CDs gibt und diese digitale Verarbeitungskette, die ist natürlich auch immer verbesserbar. Das große Problem ist allerdings nach wie vor, Schall in Strom zu verwandeln und dann wiederum den Strom wieder in Schall zu verwandeln. Und genau das ist das, was Sennheiser gut kann. Wir wollen dass es dem Hörer kalt den Rücken runter rieselt, weil es sich so toll anhört. Das ist so ein Effekt, der passiert spontan. Leute hören Musik, die sie vielleicht auch gut kennen, die sie mitgebracht haben und urplötzlich läuft ihnen eine Träne aus den Augen. Das habe ich mehrfach erlebt. Das kann man nicht steuern.

Welche Rolle spielt der HE 1 dabei?

Mit dem HE-1 habe wir einen Standard erreicht, der für die nächsten 25 Jahre gut ist. Das Vorgängermodell war der Overvoice, der war um 1990 herum der neueste Stand. In der Akustik gibt es Verbesserungen, aber so riesige Schritte gibt es nicht. Aber es geht immer noch ein bisschen besser.

Worauf haben Sie bei der Entwicklung des HE 1 am meisten Wert gelegt?

Wir haben sehr, sehr viel Entwicklungszeit reingesteckt, damit der Wandler perfekt wurde. Der Klirrfaktor ist hier ganz besonders niedrig. Der Klirrfaktor kann man vielleicht mit Nebel vergleichen – etwas, was im Originalbild nicht drin ist. Der Frequenzbereich reicht von so tief wie möglich bis so hoch wie möglich, etwa bis 100 Kilohertz. Kein Mensch kann das hören, ich persönlich höre bis zwölf, dreizehn Kilohertz, dann ist Schluss. Das ist altersgemäß eben so.  Also warum macht man dann solche Wandler? Ein Wandler, der so weit funktioniert, arbeitet in einem Bereich, den die Menschen hören, absolut sauber. Früher waren wir glücklich, wenn wir bei Wandlern irgendwie 22 Kilohertz hinschreiben konnten. Bei manchen Kopfhörern hab es furchtbares Gezappel bei den oberen Frequenzen. Wir wollen, dass man weniger Kopfhörer hört und mehr Musik.

Der HE-1 von Sennheiser war eines der Highlights auf der CanJam 2017.

Gibt es denn eigentlich den perfekten Sound? Also den einen Sound, den jeder toll findet?

Nein. Den gibt es nicht, es ist immer eine Frage des Geschmacks.

Seit neuestem hat Apple die Klinke-Buchsen abgeschafft. Wie bewerten Sie den Trend zum kabellosen Hören, vor allem bei mobilen Geräten?

Heute ist ja alles auf Bluetooth ausgerichtet. Dabei ist das ein Standard, der nicht dazu gemacht wurde, um Musik zu übertragen. Es ging eigentlich um alle möglichen Gerätschaften und um Sprachübertragung, also um zu telefonieren. Der Standard-Codec von Bluetooth ist SBC, der klingt nicht gut. Es klingt wie eine singende Säge. Allerdings hat Apple AAC als Standard eingeführt, das klingt schon durchaus annehmbar. Bei Android ist App-Tags sehr verbreitet. Wir von Sennheiser haben auch Bluetooth-Kopfhörer, aber nicht im hochpreisigen Segment, weil einfach dafür die Übertragungstechnik und Übertragungsqualität nicht gut genug war.

Ist das die Zukunft? Werden wir uns irgendwann grundsätzlich von Kabeln verabschieden?

Ich denke, die Zukunft ist schon drahtlos. Aber es wird immer, wahrscheinlich in einer Nische für die so absolut tollen Lösungen, noch eine bedrahtete Lösung geben. Vielleicht geht es irgendwann mal. Man soll nie „Nie“ sagen.

Was sind derzeit die Trends, wenn es um 3D-Sounds geht?

Wir versuchen mit unserer Ambeo-Mikrofon-Technik tatsächlich Räume zu erfassen, so wie sie sind, auch für Live-Übertragungen aus Fußballstadien. Wir können den Sound so darstellen, als säße man mitten im Stadion. Das ist schon cooler, als einfach das vorne aus dem kleinen Fernseh-Lautsprecher rausquäkt. Den Raum so mitzuübertragen, ist natürlich ein Ziel, vor allem beim Kopfhörer. Und es gibt mehrere Ansätze, wie man das hinbekommt, den Sound aus dem Kopf rauszukriegen. Wir arbeiten bereits in unseren Forschungslaboren daran.

Es gibt auch Lösungen, aber die sind noch viel zu teuer für den Markt. Was wirklich sehr cool wäre: Wenn man Kopfhörer hätte, die wissen, wie ich meinen Kopf halte, mit Lage-Sensoren drin oder so etwas. Mit denen könnte man sich durch den Raum bewegen und es hört sich immer richtig und natürlich an.

Gibt es irgendwann auch vielleicht die Entwicklung von diesem Modell des Kopfhörers weg, so dass man nichts mehr direkt im oder auf dem Ohr hat?

Wir haben schon einmal einen Versuch mit einem Gerät gemacht, dem Surrounder. Das war so ein Ding, was man sich auf die Schultern gelegt hat, das war insbesondere auch für Gaming ziemlich spannend. Da hatte man wirklich diesen Eindruck, die Sachen sind tatsächlich um einen herum und nicht im Kopf. Das war aber nicht besonders erfolgreich, wahrscheinlich war es zu ungewöhnlich. Vielleicht gibt es irgendwann so etwas in der Art, noch einmal, warum nicht.

Eine kleine Servicefrage: Worauf sollte man beim Kopfhörerkauf am meisten achten?

Als erstes ist natürlich die Frage wichtig, wofür man das Ding wirklich braucht. Ist man immer unterwegs, wäre etwas Drahtloses gut. Sollen die Kopfhörer geschlossen oder offen sein? Wie empfindlich ist der einzelne mit seinen Ohren? Manche Leute können es überhaupt nicht ab, etwas in die Ohren zu stecken. Andere Leute finden es furchtbar, wenn sie etwas um die Ohren herumhaben, das ist Geschmackssache. Und dann muss man natürlich hören. Ein bißchen Bauchgefühl ist da immer mit dabei.

Eine Sache, die immer unterschätzt wird: Der Kopfhörer muss robust sein. Und ich muss wissen, wie ich normalerweise mit ihm umgehe. Schmeiße ich ihn einfach in meine Tasche, ist es nicht ratsam, eine hochglänzende Oberfläche zu wählen. Wenn der Kopfhörer ein schönes Leder um die Hörmuscheln hat, sind die nicht so empfindlich.  Und wenn das Leder altert, kriegt es eine Patina, das sieht aber immer noch gut aus. Das ist wie bei einer Lederjacke oder einer Tasche. Außerdem ein kleiner Tipp: Die Kopfhörerkabel verknoten sich nicht so schnell, wenn sie nicht ganz rund sind.

Aber grundsätzlich gilt, wenn man Musik mag, sollte man an den Kopfhörern nicht sparen. In der Musik steckt sehr, sehr viel mehr. Es gibt Aufnahmen, die ich ewig lange kenne und die ich mit unserem HE-1 gehört habe. Da habe ich Dinge gehört habe, die habe ich vorher noch nie gehört. Das ist einfach Wahnsinn.

Gibt es irgendetwas, das Sie furchtbar gerne mal entwickeln wollen?

Ideal wäre ein persönliches Beschallungssystem. Ich nenne es jetzt mal nicht Kopfhörer.

Für mobil oder zu Hause? Oder beides?

Für mich, für überall. Es sollte wie ein Kopfhörer funktionieren und nur mich beschallen. Es dürfte nicht auf meinen Kopf drücken, wie eine Art virtueller Lautsprecher, der eigentlich so gut ist wie ein Kopfhörer, aber eben kein Kopfhörer ist. Das wäre etwas, das hätte ich gerne. Man könnte auch eine Art drahtlose Schnittstelle entwickeln. Bei der Entwicklung von Cochlear-Implantaten sind die Kollegen aus der Medizin schon nah dran an dem, was ich meine. Allerdings weiß ich nicht, ob ich es benutzen würde, wenn man dafür eine OP braucht. Andererseits: Vielen Menschen ist vielleicht auch gar nicht bewusst, dass sie auch im Traum hören können, und manchmal träumen sie auch Musik. Das ist schon verdammt nah dran.

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitgeben?

Das Wichtigste ist: Hört Musik! Und zwar viel davon! Nur so lernen wir, unserem Gehör zu vertrauen.

Vielen Dank für das Interview.


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Test: Apple AirPods klotzen mit smarter Technik, geizen mit Bass

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Um Apples groß angekündigte kabellose Kopfhörer AirPods herrschte lange Zeit viel Lärm um nichts. Erst mit monatelanger Verspätung kamen die Kopfhörer auf den Markt. Und auch zum Erscheinen dieses Artikels müssen Online-Käufer sich noch gedulden, bis sie das 180 Euro teure Lauscherpaar in den Händen halten. Die Wartezeit im Apple Store beträgt sechs Wochen. Mir lag inzwischen bereits ein Test-Exemplar vor. Vor meinem geistigen Ohr erklang die Frage: Lohnen sich Kaufpreis und Wartezeit? Am liebsten möchte ich mit einem Sprachbefehl antworten: „Siri, sag’ mal Apple, die AirPods sind nicht schlecht, da geht aber noch mehr.“

Warum Apple einen Bluetooth-Kopfhörer bringt

Die Auswahl an kabellosen Kopfhörern mit Bluetooth ist groß. Auch Apples Tochterfirma Beats mischt in diesem Bereich mit. Warum bringt Apple dann unter eigener Marke ein eigenes Modell heraus? Das lässt sich nur mit einem Blick auf die aktuelle iPhone-Generation 7 (Plus) verstehen (hier zu Test). Sie verzichtet auf einen Klinkenstecker. Ist der Lightning-Port fürs Aufladen belegt, kann das iPhone nur noch mit Funkkopfhörern kommunizieren. Die AirPods sollen als Referenz dafür herhalten, wie sich Apple smarte, kabellose Kopfhörer von heute vorstellt.

Das Design: Ein Griff ins Klo

Die Formsprache schauen sich andere Hersteller aber bitte gefälligst nicht ab. Die weißen Kopfhörer sehen einem Mundstück für eine Elektro-Zahnbürste täuschend ähnlich. Und die im Lieferumfang enthaltene weiße Transportbox mit den abgerundeten Ecken mutet wie ein Spender für Zahnseide an. Das Transportgehäuse lässt sich ja außer Sichtweite in der Hosentasche verstauen, aber diese Kopfhörer empfinde ich in der Öffentlichkeit als ästhetisch total indiskutabel. Beim Praxistest in der U-Bahn habe ich mich geradezu geniert.

Apple AirPods Toothbrush
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Gut vernetzt im Apple-Ökosystem

Immerhin erfüllt das Verlängerungsstück der Ohrknöpfe einen höheren Zweck. Sie bieten Platz für die ganzen Chips, Mikros und andere Sensoren, die in den AirPods stecken. Diese Technik-Innereien ermöglichen ein paar ziemlich clevere Funktionen.

Apple hebt besonders den selbst entwickelten W1-Chip hervor. Damit lassen sich die AirPods in meinem Praxistest mit einem iPhone 6 so einfach und schnell verbinden, wie zuvor mit keinem anderen Bluetooth-Kopfhörer. Einfach Bluetooth auf dem iPhone aktivieren, die AirPods in die Nähe des iPhones halten und – zack – bestätigt ein eingeblendetes Fenster die erfolgreiche Kontaktaufnahme.

iMac Apple AirPods
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Ist dieses Pairing mit einem Apple-Gerät einmal vollzogen, kann ich die AirPods sogar an meinem iPad und iMac oder meiner Apple Watch verwenden – ohne weitere Einrichtung. Die Einstellungen wurden einfach automatisch per iCloud übernommen. Etwa im Bluetooth-Menü des iMac tauchen die AirPods dann bereits auf. Wähle ich sie aus, ist die Verbindung umgehend hergestellt.

Ob ich die AirPods im Ohr trage, erkennt ein Infrarotsensor. Entferne ich die Kopfhörer, unterbricht die Musik selbständig. Praktisch!

Sprachsteuerung per Siri nicht zu Ende gedacht

Die smarte Sensorik ist auch deshalb so wichtig, weil es keine physischen Bedienelemente an den Kopfhörern selbst gibt. Bei der Musiksteuerung kommt Apples Sprachassistentin Siri eine große Rolle zu. Habe ich mir bei Siri Gehör verschafft, stellt sie für mich auf Wunsch die Musik lauter und leiser oder ruft bestimmte Titel und Playlisten auf. Das klappt zuverlässig. Siris Dienstantritt gelingt jedoch nicht immer. Ein Doppeltipp auf die AirPods soll sie eigentlich aktivieren, führt aber in meinem Test nur in etwa der Hälfte der Fälle zum Erfolg.

Daher betrachte ich die Sprachsteuerung der AirPods als unausgereiftes Konzept. Selbst wenn Siri in neun Fällen reagiert und nur im zehnten nicht, wäre sie der Zuverlässigkeit einer physischen Fernbedienung an der Ohrmuschel immer noch unterlegen.

Außerdem ist es natürlich eine groteske Vorstellung, in der U-Bahn oder anderen öffentlichen Räumen die AirPods per Sprache zu steuern. Stattdessen dürften die meisten Nutzer das iPhone aus der Tasche holen und die Aktion am Gerät selbst vornehmen. Besteht keine Internetverbindung, müssen sie das sogar. Denn als cloud-basierter Dienst benötigt Siri auch für die Musiksteuerung Zugriff auf Apples Sprachserver. Sorry Apple, diese Idee ist in Sachen Usability nicht zu Ende gedacht.

AirPods sitzen gut, geizen mit Bass, schirmen nicht ab

Bei der Passgenauigkeit geht Apples „Keep it simple“-Credo immerhin auf. Die AirPods gibt es in genau einer Größe, Silikonaufsätze für den maßgefertigten Einsatz im Ohr sind nicht vorgesehen. Dennoch sitzen die Knöpfe stabil in meinen Ohren. Dem Vernehmen nach ist das bei der Mehrheit der Träger der Fall.

Apple AirPods
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Dass Apple auf eine klassische In-Ear-Bauweise mit tiefer Verankerung im Gehörgang verzichtet, hat aber auch gravierende Nachteile. Die AirPods schirmen so gut wie gar nicht ab. Weder halten Umgebungsgeräusche fern, noch schützen sie meine Sitznachbarn davor, durch meine Musik belästigt zu werden.

Angesichts dieses Formfaktors überrascht es auch nicht, dass die AirPods sehr bass-arm klingen. Gerade bei den kleinen Treibern von In-Ears hängen Bassintensität und die Position im Gehörgang eng zusammen.

In anderen klanglichen Teildisziplinen überzeugen die AirPods. Sie machen auf mich einen sehr detailreichen, räumlichen Eindruck. Die Bluetooth-Verbindung hatte auf naher Distanz in meinem Testzeitraum keinen einzigen Aussetzer. Weil die AirPods dabei aber eben so unfassbar dünn klingen, ist das nur ein schwacher Trost.

Das perfekte Telefonie-Headset

Die einwandfreie Detailwiedergabe in den Mitten und Höhen kommt den AirPods beim Einsatz als Telefonie-Headset zugute. Zudem filtern die integrierten Richtmikrofone störende Umgebungsgeräusche souverän heraus. Ich kann mich an keinen Bluetooth-Kopfhörer mit besserer Sprachqualität erinnern. Auch meine Gegenüber verstanden mich einwandfrei, so, als säße ich am Hörer eines Festnetztelefons.

Akkulaufzeit nur mit Transportbox brauchbar

In den kleinen Knöpfen ist natürlich nicht viel Platz für einen Akku. Und all die smarten Funktionen zehren auch noch vom knappen Energievorrat. Mit bis zu fünf Stunden Laufzeit bis zur nächsten Aufladung sind die AirPods daher akkumäßig etwas kurzatmig aufgestellt.

Apple AirPods
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Nur in Kombination mit der Transportbox ist die Akkulaufzeit praxistauglich. Sie beinhaltet einen eigenen Akku, der die AirPods bis zu vier Mal aufladen können soll, ehe sie selbst per Lightning-Kabel neue Energie tanken muss. Rund 24 Stunden maximale Akkulaufzeit sind ein gehobener Wert. In meinem Praxistest kam ich mit dieser Größenordnung prima über die Runden, ohne überraschend mit leeren Kopfhörern dazustehen.

Fazit: AirPods als Technologie-Demo für Apple-Fans

Unterm Strich bietet Apple mit den AirPods einen viel versprechenden Ausblick darauf, wohin die Reise bei smarten Kopfhörern geht. Das Pionier-Produkt teilt jedoch das Schicksal vieler anderer Modelle der ersten Generation. Für den Einsatz im Alltag einer breiten Masse taugen sie nicht. Das ungewöhnliche Design mit seinem Zahnhygiene-Flair ist sozial kaum akzeptabel, die Sprachbedienung ist nicht ausgereift, der bass-arme Klang ist nicht standesgemäß in dieser Preiskategorie.

Die einfache Vernetzung mit Apple-Geräten ist hingegen prima gelungen. Und als Telefonie-Headset machen die AirPods eine Top-Figur. Dies allein reicht aber nicht für eine Kaufempfehlung. Zur Anschaffung der AirPods ist nur Apple-Fans zu raten, die sich ihr Exemplar einer historisch bedeutsamen Technologie-Demo sichern wollen.


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Dieser Text erschien zuerst bei den Applepiloten.

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Fünf Wearables, um euren Alltag aufzupeppen

Fitness-Armband, rot, grün, schwarz, Vektorgrafik

Smartwatches und Fitness-Armbänder werden immer beliebter. Die sogenannten Wearables werden am Körper getragen und können vielfältige Aufgaben übernehmen. Allen gemein aber ist, dass sie Daten sammeln, in dem sie diese messen oder anderweitig erheben. Viele Geräte haben einen Beschleunigungssensor und können so erkennen, wenn sich jemand körperlich betätigt. Den Anfang machten dabei vor einigen Jahren die Schrittzähler, die ziemlich genau wiedergeben konnte, wie oft die zugehörige Person am Tag einen Fuß vor den anderen gesetzt hat.

Die Technologie reicht soweit, dass sogar die durchgeführte Sportart erkannt werden kann. Der Puls kann gemessen werden, die Schlafphasen werden analysiert, das gehört inzwischen sozusagen zum Standard. Wearable und Smartphone werden für einen genaueren Datenabgleich miteinander gekoppelt sind, beispielsweise per Bluetooth. Wir haben die fünf interessantesten Gadgets einmal genauer angeschaut.

1. Kabellose Kopfhörer

Die technische Weiterentwicklung der Kopfhörer kam mir den kabellosen In-Ear-Kopfhörern. Durch den Hautkontakt können sie einige Funktionen übernehmen, die bislang Fitness-Armbändern vorbehalten blieben. Apple hat in diesem Bereich die AirPods entwickelt. Musik wird über Bluetooth vom iPhone auf die Kopfhörer übertragen. Siri kann aktiviert werden durch zweimaliges Tippen, in dem Kopfhörer ist das Mikrofon schon integriert. Die Batterie soll 24 Stunden durchhalten und in nur 15 Minuten soweit aufgeladen werden können, dass man drei Stunden lang Musik hören kann. Als Farbe ist nur weiß verfügbar. Preis: 179 Euro.

Die Konkurrenz hat schon nachgezogen: Samsung bietet unter dem Namen Gear IconX ebenfalls kabellose Kopfhörer in den Farben schwarz, weiß und blau. Integriert ist ein Fitnesstracker und ein MP3-Player mit 4 GB Speicher. Es gibt einen Umgebungsgeräuschemodus, mit dem man zusätzlich zu der Musik auch noch hören kann, was um einen herum passiert. Das Gerät ist auf den Einsatz im Fitness-Bereich ausgelegt, sodass alle Funktionen im weitesten Sinne dazu dienen, den Sport angenehmer zu gestalten. Auch die Gear IconX können durch Tippen und Gesten gesteuert werden. Der Preis liegt hier bei verschiedenen Online-Versandhändlern zwischen etwa 200 und 220 Euro.

2. VR-Brillen für Smartphones

Einen weiteren Teil der Wearables stellen die Brillen dar. Hier sind die Möglichkeiten besonders vielfältig. Da wäre zunächst einmal die Variante, bei der Daten direkt auf die Netzhaut projiziert werden. Ein Beispiel dafür ist die Google Glass, die inzwischen nicht mehr vertrieben wird. Microsoft hat die HoloLens entwickelt. Diese sind mit einem Preis von 3.299 Euro jedoch noch sehr teuer. Nichtsdestotrotz ist die Funktionalität und der Komfort, mit dem der Anwender belohnt wird, atemberaubend.

Zum Head-Mounted-Display zählen die VR-Brillen für Smartphones und für Gaming. Letztere sind vor allem sehr viel teurer. Die verschiedenen Modelle für Smartphones unterscheiden sich nicht grundlegend, nur das Design variiert. Ausschlaggebend für die Bildqualität, in der man die virtuelle Realität erlebt, ist das gekoppelte Smartphone. Je besser hier die Auflösung ist, desto beeindruckender ist auch die VR.

Die Stromversorgung für VR-Brillen erfolgt über das angeschlossene Smartphone. Die Brille selbst verbraucht nur dann Strom, wenn sie zusätzliche Bewegungssensoren hat. Ansonsten sind die Brillen im Prinzip nichts anderes als eine schickere Variante des Google Cardboards. Zwei bikonvexe Lisen für dreidimensionales Sehen. Und das verbraucht eben keinen Strom.

Die VR-Brille Virtoba X5 stellt als Brille für’s Smartphone einen Einstieg in VR dar. Im Test konnte das Produkt überzeugen, da ein Kopfhörer schon integriert ist, sich die Brille auch für Menschen eignet, die ohnehin schon Brillenträger sind. Im Set ist auch ein Bluetooth-Controller enthalten.

3. Gaming VR-Brillen

Gaming VR-Brillen bringen ihr eigenes Display mit und in Einzelfällen sogar zusätzliche Bewegungssensoren. Sie werden über Kabel mit Konsole oder Computer verbunden und ermöglichen dem Spieler dann, mithilfe von einem oder mehreren zusätzlichen Controllern, in das Spiel einzutauchen.

Die Oculus Rift ist ein Spitzenprodukt unter den VR-Brillen für den Gaming-Bereich. Im Test
überzeugte das Produkt durch seine zahlreichen Stärken. Dass es so etwas nicht umsonst gibt, dürfte klar sein. Satte 699 Euro muss man auf den Tisch legen, um das Stück zu kaufen. Besser, man legt noch mal 200 Euro obendrauf. Warum? Dann erhält man nämlich zusätzlich noch zwei brandneue Controller „Oculus Touch“ dazu. Diese erfassen Bewegungen, die man mit Händen und Armen macht und übertragen sie in den virtuellen Raum.

4. Die Smartwatches

Für Smartwatches kann man eine Menge Geld ausgeben. Ein hochwertiges Design und eine gute Verarbeitung schlagen ordentlich zu Buche, aber auch die ausgefeilte Technik in der Geräten bezahlt sich nicht von selbst. Spitzenprodukte können bis zu 2000 Euro kosten. Wir haben da etwas günstigeres für euch rausgesucht.

Die Sony SmartWatch 3 bietet eine Menge Vorteile und ist dabei trotzdem preiswert. Das Betriebssystem ist Android Wear, inklusive der Sprachsteuerung („Ok Google“). NFC, WLAN und GPS sind an Boad, außerdem ist die Watch staub- und wasserdicht – IP-68-zertifiziert. Der Akku wird über ein microUSB-Kabel aufgeladen. Die Sony SmartWatch 3 kostet derzeit etwa 134 Euro.

5. Fitness-Armbänder von A bis Z

Es gibt hunderte verschiedene Fitness-Armbänder unterschiedlichster Firmen. Da den Überblick zu behalten, ist nicht leicht. Wir haben für euch ein Gerät rausgesucht, dass nicht alle möglichen Funktionen bietet, dafür aber preislich erschwinglich ist. Das Modell Polar A300 hat eine umfangreiche Ausstattung, wie dieser Testbericht zeigt. Dazu kommt ein auswechselbares Armband, außerdem ist die Polar A300 wasserdicht bis 30 Meter. Leider fehlen dem Gerät der für das Segment übliche Pulssensor und die Funktion, Schlafphasen zu erkennen und den Benutzer entsprechend zu wecken.

Wearables sind ein großer Trend. Sie sind vielleicht nicht überlebenswichtig, aber sie können einem den Alltag ein wenig vereinfachen. Geräte wie die Fitness-Armbänder und die Watches sind zudem auf einen aktiven Lebensstil und Gesundheit ausgelegt und das kann uns schließlich allen nicht schaden.

Alle anderen sind eher lustige Spielereien, die aber den Alltag interessanter gestalten und einem viel Freude bereiten können, wenn man sich und dem Gerät eine Chance dazu gibt.


Image “Fitness-Armband” by stux (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • FACEBOOK golem: Facebook kauft Passwörter im Darknet: Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos erwähnte auf der Web Summit in Lissabon, dass die Firma im Darknet Listen mit gehackten Passwörtern kauft. Dieses Verfahren ist umstritten, da die Passwörter im Vorfeld illegal kopiert wurden. Facebook gleicht diese Listen dann mit den eigenen Listen der Passwörter der User ab. Diese liegen der Plattform jedoch nicht im Klartext vor, sondern sind gehasht. Indem Facebook die Listen abgleicht, kann man doppelte Passwörter erkennen. Die Firma kann dann im nächsten Schritt Nutzer warnen und sie auffordern, ihr Passwort zu ändern.

  • APPLE heise: Apple erhält neues Patent für Kopfhörer mit Tracking-Funktion: Apple hat für die AirPods, die sich noch immer in der Entwicklung befinden, ein weiteres Patent eingereicht. Schon jetzt können über Sensoren in den Ohrhörern Daten erfasst werden, wie z. B., ob der Kopfhörer im Ohr steckt. Doch die Planungen gehen soweit, dass es eine regelrechte Sprache geben soll, in der User Befehle an das verbundene Gerät senden können. Die Sprache stellen hierbei Kopfbewegungen dar. Weitere Sensoren sollen folgen, sodas biometrische Daten wie beispielsweise Herzfrequenz, Temperatur und Atmung erfasst warden können.

  • SONNTAG Abendblatt: Mehr verkaufsoffene Sonntage pro Jahr: Während man im Internet 24/7 einkaufen kann, ist man in Geschäften weiterhin an Öffnungszeiten gebunden. Der Handel will nun versuchen, für Kunden wieder attraktiver zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben. So sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland, der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Wir schlagen vor: Bundesweit zehn verkaufsoffene Sonntage mit Öffnungszeiten von 13 bis 18 Uhr, ohne dass es dafür einen besonderen Anlass geben muss”. Doch promt gibt es Gegenwind. Die Gewerkschaft Ver.di lehnt diesen Vorschlag ab und bezeichnet ihn als indiskutabel und verfassungswidrig. Eine Sprecherin sagte: „Der arbeitsfreie Sonntag ist ein Grundrecht, das Beschäftigten zusteht.“

  • GOOGLE t3n: Großes Update für Google Newsstand: Nutzer der Apple- und Android-App Google Newsstand können sich über ein umfangreiches Update freuen. Zukünftig wird die App persönlicher durch sogenanntes „Machine Learning” Beim Start zeigt Newsstand ein Briefing mit aktuellen, auf die Interessen des Nutzers abgestimmten Schlagzeilen an. Vor allem aber kommt mit dem Update auch endlich eine Webversion. Unter der Internetadresse newsstand.google.com wird die Website für User erreichbar sein. Google plant den Release des Updates in den nächsten Tagen.

  • DOMINO’S Techbook: Erste Pizza per Drohne geliefert: Die Versuche haben Monate gedauert, die der Pizza-Lieferant Domino’s zusammen mit dem Tech-Startup Flirty durchgeführt hat. Doch es hat sich gelohnt, denn inzwischen ist es soweit: zum ersten Mal wurde eine Pizza von einer Drohne geliefert. Allerdings nicht hier in Deutschland, sondern in Neuseeland. Nachdem Domino’s in den letzten Monaten auch in Deutschland vermehrt auf Elektro-Autos wie den Renault Twizy setzt, sollen Drohnen jetzt der nächste Schritt in Richtung Zukunft der Lieferdienste sein.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • VW Handelsblatt: Neue Vorwürfe gegen Volkswagen: Erneut gerät VW im Abgasskandal unter Druck. Die EU-Kommission beschuldigt VW in einem Medienbericht zufolge, in 20 EU-Ländern gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen zu haben. VW will sich dazu nicht weiter äußern. Analysten schätzen, dass die Aufarbeitung des Skandals um manipulierte Abgaswerte den Konzern am Ende insgesamt zwischen 20 und 35 Milliarden Euro kosten wird.
  • Apple Die Welt: Das neue iPhone soll keinen Kopfhöreranschluss mehr haben: Am 7.September stellt Apple das neue iPhone vor und es könnte erstmals der Anschluss für Kopfhörer fehlen. Man hat auf den bisher veröffentlichten Fotos keinen Kopfhöreranschluss gesehen. Zukünftig sollen die Kopfhörer im Apple-Ökosystem nur noch per Funk oder über Apples eigenen Lightning-Stecker angeschlossen werden können. Dies könnte zukünftig ein Problem für viel Nutzer werden.
  • SAMSUNG HORIZONT: Samsung startet Umtauschaktion für Galaxy Note 7: Nachdem Samsung den Verkauf des neuen Vorzeigemodell Galaxy Note 7 gestoppt hat, kann man nun das Smartphone wieder kostenlos zurückgeben und gegen ein neues umtauschen. Die Geräte wurden vom dem südkoreanischen Technologieunternehmen aus dem Verkehr gezogen, nachdem es vermehrt Fälle von Akkubrand gab. Das Galaxy Note 7 wurde erst vor zwei Wochen in den USA und etlichen anderen Ländern auf den Markt gebracht. Was genau das Problem verursachte, ist bisher nicht bekannt.
  • E-BIKES SPIEGEL ONLINE: Kaufprämie für E-Bikes: Verkehrsklubs fordern Subventionen von bis zu 4000 Euro: Nachdem nun die E-Autos Prämien bekommen sollen, fordert der Verkehrsklub Kaufprämien für E-Bikes. Weil das E-Bike oder Pedelec das Fahrradfahren bequemer und schneller macht, lassen die Menschen ihr Auto stehen. Die Folge wären, dass es weniger Verkehr gäbe und bessere Luft für alle. Die Prämie soll aber nur für E-Bikes gelten, die auch einen gewissen Zweck erfüllen.
  • BEATS heise online: Monster-Klage gegen Beats-Gründer ist gescheitert: Einst waren Noel Lee und seine Firma Monster Geschäftspartner von Beats und dessen Gründern. Nachdem Lee hinausgedrängt wurde und Apple Milliarden für Beats zahlte, fühlte sich Lee über den Tisch gezogen. Er wollte gegen den Beats-Gründer klagen, doch nun ist die Klage gescheitert, da der Richter keine Anspruchsgrundlage fand.
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Hooke Audio will Leute wieder für Sound begeistern

Anthony Mattana, Gründer von Hooke

Mit Hooke Audio möchte Anthony Mattana eine Revolution starten: die Aufnahme von Sound in 3D. Und das mit einem Paar Kopfhörer. Warum? Die Menschen sollen sich wieder für Sound interessieren.

Anthony Mattana, Gründer von Hooke

Auf der MIDEM 2015 präsentierte sich das US-Startup Hooke Audio beim Startup-Pitch Midemlab. Hooke Audio möchte das GoPro für Sound bauen. Im Grunde handelt es sich um ein Paar Kopfhörer, das gleichzeitig den uns umgebenden Sound in 3D aufzeichnet. Eine Kickstarter-Kampagne brachte dem Startup über 163.000 US-Dollar. Im Interview erklärt Gründer Anthony Mattana, wie er auf die Idee kam, was ihn antreibt und warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für 3D-Sound ist.

Tobias Schwarz (TS): Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Kopfhörer zu bauen, mit denen man nicht nur hören, sondern auch aufnehmen kann?

Anthony Mattana (AM): Ich komme aus New York, und die letzten fünf Jahre habe ich Musik und Soundeffekte für den Broadway komponiert. Mein berufliches Interesse ist, sehr umfassenden Surround-Sound zu erschaffen. Wenn die Show vorbei war, war auch mein Design weg. Ich habe versucht, einen Weg zu finden, um diese Designs einzufangen, denn es gibt nichts, was man mit dem Theater vergleichen kann, nichts, oder dass eine Liveshow oder ein Muscial ersetzen kann. Ich wollte also einen Weg finden, es so aufzuzeichnen, dass man es noch einmal erleben kann.

Als ich dann die binaurale Aufnahme entdeckt habe, was nicht zwangsmäßig etwas total Neues ist, das gibt es schon seit Jahrzehnten, habe ich zwischen 3000 und 7000 US-Dollar in klobiges Equipment gesteckt, um es einzufangen und es war großartig. Ninaurale Aufnahmen sind klasse! In dem Moment, als ich es benutzte, und zwar nur auf einer professionellen Ebene, dachte ich: ‚Es muss doch einen Weg geben, meine Snapchats in dieser Technik hinzubekommen, oder auf Facebook und andere soziale Medien auf meinem Smartphone zu teilen. Man könnte das für so viel mehr als nur das Theater benutzen.‘

Schaut man sich die Technik hinter binauralen Aufnahmen an, sieht man, dass ein großer Teil daraus besteht, ein Mikrofon gezielt in beiden Ohren zu platzieren. Wir haben schon etwas, dass täglich in unserem Ohr ist und zwar unsere Kopfhörer. Ich habe gehofft, den guten Sound zurückzubringen, und nicht nur für einen bestimmten Anlass. Ich wollte, dass Leute kreativ werden, genauso wie sie es auf Instagram mit Fotos sind. Einfach mit einem Gerät, das sie schon besitzen: einem Paar Kopfhörer. Man muss sich also kein neues Gerät anschaffen, man modelt es nur etwas um, zu einem Preis, den sich jeder leisten kann.

TS: Sind Streaming-Dienste schon auf die Idee gekommen, ihre Technologie ebenfalls zu benutzen?

AM: Zumindest wäre es möglich, wir entwickeln das noch. Ob die Streams über unsere App oder einen anderen Kanal wie Meerkat oder Periscope stattfinden, die diese Video-Livestreams in Kooperation mit unserer Technologie machen, ist noch unklar. Der Fakt, dass Hooke diese Aufnahmen über das Smartphone macht, bedeutet, dass es auch gestreamt werden kann. Wir konzentrieren uns momentan auf das Produkt und wollen es herausbringen und möchten, dass die Leute selbst Sachen aufnehmen. Ob durch unsere App oder die App von jemand anderem, das wird sich zeigen. Es wird auf jeden Fall passieren.

TS: Es wird zuerst in den USA gelaunched oder?

AM: Im September letzten Jahres haben wir unsere Kickstarter-Kampagne gelaunched und seitdem in über 49 Länder geliefert. Wir nehmen Vorbestellungen aus der ganzen Welt entgegen. Wir produzieren gerade und werden noch dieses Jahr welche verschicken.

TS: Auch nach Deutschland?

AM: Selbstverständlich.

TS: In Deutschland gab es eine riesige Debatte über Google Glass und ob man nun andere heimlich auf Video aufnehmen kann. Privatsphäre ist ein großes Thema und, wie ich finde, manchmal auch ein Innovations-Killer. Hatten Sie diese ‘deutsche Debatte’ bereits?

AM: Absolut! Ich bin froh, dass sie das ansprechen. Das war mir sehr wichtig, denn die eine Seite der Nutzer kam zu mir und sagte: ‚Toll, jetzt kann ich also andere aufnehmen, ohne dass sie es mitbekommen?‘ und die andere Seite, es war fast 50 zu 50, sagte: ‚Mach das bitte nicht!‘ Ich würde nie etwas entwickeln, bei dem die Leute nicht wüssten, ob sie gerade aufgezeichnet werden oder nicht. Das war mir sehr wichtig. Der große Powerknopf am Hooke-Headset ist so designet, dass man einen Knopf hat, der ungefähr wie bei den Apple-Geräten funktioniert. Man kann Musik abspielen, Musik pausieren lassen, all so etwas. Wenn man aufzeichnet und die Mikrophone mit eingebunden sind, leuchtet er rot, so wie das universelle rote Aufnahme-Zeichen. Auch von weiter weg kann man es gut erkennen, also wissen alle gleich, wenn ich etwas aufnehme. Es ist mir sehr wichtig, dass die Leute Bescheid wissen, wenn sie aufgezeichnet werden und das einfach indem man das Licht sieht.

TS: Könnten dann längere Haare ein Problem bei den Aufnahmen sein?

AM: Ja, genau so als ob man Haare vor der Linse einer Kamera hat. Das ist ungefähr das gleiche.

TS: Ich weiß dann ja nicht genau, ob es funktioniert und ob die Aufnahme gut genug ist..

AM: Naja, wenn man Haare vor der Kamera hat, kann man immer noch irgendwie hindurchsehen. Das funktioniert hier genauso, man kann immer noch etwas hören.

TS: Warum hat das eigentlich bisher keine größere Firma herausgebracht?

AM: Das haben vorher schon viele große Unternehmen versucht, aber da trugen wir unsere Computer noch nicht in den Hosentaschen. Vielleicht manchmal, aber sie waren einfach noch nicht so mächtig wie heute. Allein in den letzten drei Jahren gab es eine große Nachfrage nach Kopfhörern. Wie ich in meiner Präsentation beim Midemlab gesagt habe: Alle fünf Sekunden wird ein Paar Kopfhörer verkauft. In 48 Stunden wird stündlich ein Video hochgeladen. 50 Prozent der Videos werden auf dem Smartphone angeguckt, das hat MIDEM selbst getwittert. Allein diese drei Fakten und dass man sich mehr auf dem Smartphone anschaut und mehr streamt, sprechen dafür, dass man Kopfhörer, ein Mikrofon und einen Computer benötigt. Man hat auch schon versucht, das Ganze kabellos zu machen. Das ist auch kein ganz neues Ding. Die Menschen mögen kabellose Kopfhörer. Das Timing ist gerade sehr gut, um diese Entwicklungen auf die Kopfhörer zu übertragen.

TS: Auch bei den Netzpiloten arbeiten oft beruflich mit Sounds. Ich denke da an Podcasts in den Medien. Wer wird denn der typische Nutzer für Hooke Audio sein? Wer wird das kaufen? Sind es Medien- oder Privatleute?

AM: Der größte Teil unserer Kunden waren bisher Erstanwender, Kreative, DIY-User, Soundentwickler oder Produzenten. Das sind alles Leute, die Sound kreieren. Nicht immer im total professionellen Zusammenhang, aber sie kommen auch mal mit Bands in Berührung. Ein großer Teil waren auch die Sehbehinderten. Vor ein paar Monaten habe ich viele Nachrichten bekommen, in denen ich gefragt wurde: ‚Wo befindet sich das Mikrophon? Können Sie mir sagen, wie der Ohrstöpsel richtig sitzt?‘ Ich dachte, das ist doch offensichtlich, es gibt Fotos auf unserer Webseite, die alles erklären. Die Antwort war: ‚Danke für die Mühen, aber wir sind blind. Trotzdem lieben wir ihr Produkt.‘ Das fand ich extrem interessant. Sie fragten auch, ob man jetzt Videos auf dem Telefon machen könne. Sie haben alle binauralen Mikrophone, die es gibt. Binaurale Aufnahmen sind wie Videos für Menschen mit einer Sehbehinderung. So wird die Sehschwäche adäquat übersetzt, und das ging vorher nicht auf den Smartphones. Für sie ist ein guter Zugang zur Technik sehr wichtig und nun kann man es sich viel einfacher leisten. Und es wird viel geteilt. Das war wirklich toll!

TS: Also sind Hoope-Kopfhörer eher ein Werkzeug als ein Lifestyle-Produkt?

AM: Man könnte behaupten, dass wir ein Lifestyle-Unternehmen sind, je nach dem, wie unser Publikum jetzt reagiert. Das Produkt wurde noch nicht verschickt und wir kennen unser Publikum noch nicht. Wir wissen, dass wir in den letzten sieben Monaten mehr als 1.500 Einheiten verkauft haben. Aber wer weiß schon, was danach passiert? Immer, wenn ich mit Leuten rede, erzählen sie mir Dinge wie ‚Ich kenne da diesen Koch, der sich eine GoPro an den Kopf bindet und dann kocht er, sodass man alles aus seiner Perspektive sieht, er sollte mal Ihr Produkt benutzen!‘ Viele dieser Sachen kommen von Leuten, die viel schlauer und kreativer sind als ich. Sie benutzen die Kopfhörer auch auf Arten, auf die ich nie gekommen wäre. Ich sehe Hooke-Kopfhörer also als ein kreatives Werkzeug an und ob wir ein Lifestyle-Unternehmen sind, hängt davon ab, wie unsere Kunden das Produkt benutzen. Wir werden sehen, was passiert.

TS: Wir leben in einer Zeit, in der Daten der Schlüssel zu allem sind. Daten sind Werte. Sammeln Sie mit den Kopfhörern auch Daten? Sammeln Sie Informationen darüber, was die Leute hören und was sie wo aufnehmen?

AM: Das interessiert mich nicht. Ich komme aus einem kreativen Umfeld, so etwas hat mich nie gereizt. Ich denke, das ist es, was uns von den großen Firmen unterscheidet, denn wir wollen den Sound zurückbringen. Ich will, dass die Menschen wieder mit Sounds experimentieren. Ich will es möglich machen, dass die Leute ein Video aufnehmen und ein ‚Ave Maria‘ hineinspielen können. Ich möchte einfach, dass sich die Leute für Sound interessieren.

TS: Danke für das Interview.


Auf Isarmatrose.com findet sich eine englischsprachige Version des Interviews.

Teaser & Image by Anthony Mattana


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