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Bye bye Google+

Nun ist es also soweit: Nach Jahren des Herumquälens und der geringen User-Zahlen hat Google sich entschieden, seine Social Media Plattform Google+ einzustampfen. In einem kürzlich auf ihrem Blog veröffentlichten Statement gab das Unternehmen zu, dass die User-Zahlen nie so gewesen seien, wie sie es sich gewünscht hätten.

Es musste ja irgendwann so kommen. Wer den Launch von Google+ vor einigen Jahren mitbekommen hat, der weiß, dass sich die Plattform von Anfang an schwer tat, die User auf die Seite zu ziehen. Irgendwie war Google+ immer zu sperrig, zu kompliziert und dann einfach: Nicht Community genug. Es gab zwar einige interessante Channels und Gruppen, in denen diskutiert wurde, doch wenn man nicht mit anderen Usern interagieren kann, weil einfach niemand da ist, verliert eine Social Media Plattform schnell an Reiz.

Sicherheitslücke war Auslöser

Der eigentliche Grund, warum Google+ nun endgültig gelöscht wird, ist jedoch ein ganz anderer. Durch mehrere Tests ist Google aufgefallen, dass Unternehmen von außerhalb durch sogenannte APIs Zugriff auf über 500.000 Accounts hatten. Auf diesen konnten die Firmen Informationen wie Alter, Name und Geschlecht einsehen. Hier seht ihr, welche Daten sonst noch betroffen waren. Problematisch ist dabei, dass besagte Firmen auch Zugriff auf Informationen hatten, wenn der User angegeben hatte, diese nicht öffentlich machen zu wollen. Ein Fehler, der nicht so einfach zu beheben ist. Im Moment wertet das Unternehmen noch aus, welche Accounts genau betroffen sind.

Allerdings konnte Google versprechen das keine Chats, Fotos, oder intern ausgetauschte Daten von Google+ weitergeleitet wurden. Zudem betont das Unternehmen, dass sie bis jetzt keine Hinweise darauf haben, dass irgendeine ihrer Partnerfirmen die Daten der User missbraucht oder zu eigenen Zwecken verwendet hätte. Auch sollen keine Informationen aus anderen Google-Anwendungen oder Apps betroffen sein. Nur eben Google+, das mit diesem Fehler nun seinen Gnadenschuss erfährt.

Gone but not forgotten

Ein bisschen darf der Geist von Google+ aber noch weiterleben. Erst im nächsten August soll die Social Media Plattform endgültig abgeschaltet werden. Bis dahin möchte Google die User der Plattform dabei unterstützen, ihre Daten sicher zu exportieren. Darüber hinaus gab Google bekannt, dass es weiterhin eine Enterprise-Version von Google+ geben soll. Eben für Unternehmen, die laut Google sehr rege auf der Plattform unterwegs seien.

Google betont in seinem Statement, jetzt wieder mehr auf Datensicherheit zu setzen. Sie wollten Google+ ursprünglich als sichere Plattform anbieten und gestehen sich nun ein, Fehler begangen zu haben. In Zukunft soll es für die Benutzer von Google einfacher werden, die Datensicherheit zu überblicken. So soll es möglich sein, für jede App, die man mit seinem Google-Konto verbindet, individuell zu entscheiden, auf welche Daten diese zugreifen darf. Außerdem will Google seine API Data Policy dahingehend verändern, dass externe Services nicht mehr einfach auf Gmail Accounts zugreifen können. Es bleibt also zu hoffen, dass Google etwas aus dem Google+ Debakel gelernt hat und die Datensicherheit tatsächlich zunehmen wird.


Image by Pawel Czerwinski / unsplash.com

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Beste Ergebnisse für Facebook Ads

Im zweiten Teil der Facebook Ads Summit von Social Media Examiner lag der Fokus auf Kostreduzierung von Campaigns durch intelligentes Re-Targeting. Oder – so wie es Rick Mulready, einer der geladenen Experten, ausdrücken würde: „Wie wird meine ‚kalte‘ Zielgruppe ‚warm‘, damit die Kassen heiss laufen?“

Custom Audience – der Schlüssel zum Erfolg

Rick Mulready produziert nicht nur den Podcast ‚The Art of Paid Traffic‘, sondern arbeitete zudem auch für namhafte Kunden wie AOL, Yahoo!, Funny or Die und Vibrant Media. Er betont vor allem, wie wichtig es ist, sich beim Advertising auf wahre Beziehungen mit der Zielgruppe zu konzentrieren. „Wie im echten Leben gilt auch auf Facebook: Likes sind super. Aber die Menschen möchten echte Verbindungen aufbauen. Als Geschäftsführer ist es das, was sie zum Erfolg führen wird.“

On Facebook. Image by Social Media Examiner

Mit mehr als 1,4 Billionen Menschen, die täglich auf Facebook online sind, ist es schwer, sich jedem einzelnen auf persönliche Art zu nähern. Für Mulready sind Custom Audiences des Rätsels Lösung.

Sie können von Facebook aus den Menschen generiert werden, die in irgendeiner Art und Weise schon mal mit ihrem Facebook Content interagiert haben. Sei es, dass Besucher ein Post liken, ein Video schauen oder ein Link anklicken. Während die ‚Awareness‘-Phase den Content ‚Saved Audiences‘ aufzeigt, kann Facebook nach einiger Zeit diejenigen herausfiltern, die sich tatsächlich für das Produkt interessieren.

Aus kalt wird heiss

So werden aus ‚kalten‘ Zielgruppen, die nichts von der Marke bisher wussten, ‚warme‘ Audiences gebildet. Unter ihnen sind dann die Zielgruppen, die motiviert dem Content folgen. Sie sind der Pool, aus dem sich am Ende des sogenannten Sales Funnels echte Conversions bilden lassen.

Sie sind die Käufer der Produkte, die zuerst über die Marke informiert und dann mit gezielten Content zum Kauf geführt wurden. Ihnen wurde die Möglichkeit gegeben, über einen längeren Zeitpunkt eine Beziehung zu dem Angebot aufzubauen. Und Beziehungen führen in sozialen Netzwerken zum Erfolg.

Awareness, Consideration, Lead. Image by Social Media Examiner

4 Must-Have Custom- Audiences

Diese massgeschneiderten Zielgruppen lassen sich aus unterschiedlichen Daten zusammensetzen. Für Mulready lohnen sich vor allen Dingen die Folgenden:

  • Facebook Engagement: Eine Zielgruppe, die aus denjenigen gebildet wurde, die in irgendeiner Weise mit dem Content oder der Facebook Page interagiert haben
  • Video Views: Alle, die in einem bestimmten Zeitraum ihre Videos geschaut haben
  • Email-Liste: Gesetz dem Fall, sie haben ihre Email-Subscriber über die weitere Nutzung ihrer Daten informiert, lohnt sich eine Custom-Audience aus ihrem Email-Verteilern. Diese Nutzer haben nämlich bereits ihr Interesse an der Marke gezeigt
  • Website-Traffic: Auch bei der Installation von Pixeln auf ihrer Website gilt: Die Besucher müssen der weiteren Nutzung ihrer Daten zugestimmt haben. Ist dies erfolgt, können Audiences dank des „Page View Pixels“ aus den Webseiten-Besuchern generiert werden.

Um die Reichweite der Zielgruppen zu vergrößern, können aus den Custom-Audiences wiederum Lookalikes generiert werden. Diese ähneln im Verhalten und in den Interessen.

Auch beim Bilden der Custom Audiences ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Facebook Ads Manager macht es möglich, sehr ins Detail zu gehen. Es lohnt sich, verschiedene Zusammensetzungen zu testen, bis man eine gute, interessierte und ‚warme‘ Zielgruppe gefunden hat.

Sollte man die gleiche Ad in einer Campaign für mehrere Target Audiences gleichzeitig laufen lassen, ist es sinnvoll die ‚Exclude‘ Funktion zu nutzen. Das ist wichtig, um Überlappungen zu verhindern. Man schließt bei der ‚Video-View- Audience‘ diejenigen aus, die auch mit dem Post interagiert haben. Bei der ‚Facebook-Engagement- Audience‘ werden wiederum die nicht eingeschlossen, die das Video gesehen haben.

Mehr Tipps vom Experten gibt es hier zum freien Download.

In den Grundsätzen herrscht Einigkeit

Wer bereits den ersten Teil der Ads Summit verfolgt hat weiß, wie man ein Produkt über Facebook erfolgreich vermarktet. Auch wie man den richtigen Advertising-Text verfasst und wie man Video Views in Conversions verwandelt, wurde hier gezeigt.

Jede Session passt thematisch in die andere. Und obwohl die Experten unterschiedliche Herangehensweisen an das Advertising haben, sind sie sich doch in einigen Grundsätzen einig. Soziale Medien werden ihrem Namen gerecht. Das Marketing muss menschlich sein. Wir müssen daher unsere Zielgruppe genau kennen. Wir müssen ihre Probleme und Sorgen definieren können, um sie mit den Ads zu lösen. Langzeitbeziehungen bringen auf Facebook Erfolg. Sie machen Herzen warm und lassen Kassen heiss laufen.

Obwohl jeder Experte seine eigene Herangehensweise hat, haben alle Taktiken eines gemeinsam. Die Testphase, die mühselig, aber notwendig ist. Wer nicht genug Zeit (und Geld) in die Proberunden steckt, kann kaum auf Erfolg hoffen. Wie in der Küche bedarf es mehrere Versuche, bis das Rezept perfekt gelingt.

Azriel Ratz, der nächste Experte auf der Facebook Ads Summit Bühne, widmete seinen kompletten Vortrag dem systematischen Testen.

Wie erreiche ich meine perfekte Zielgruppe mit den richtigen Ads zum niedrigsten Preis?

Die Antwort ist ganz einfach – mit gezielten Tests.

Zielgruppen-Test: Mit Mulready haben wir bereits gelernt, wie man aus allgemeinen Zielgruppen diejenigen herausfiltert, die tatsächlich am Produkt interessiert sind. Doch ist es wichtig zu verstehen, dass jede Zielgruppe unterschiedlich auf Campaign-Objektives reagiert.

Ist die Custom-Audience aus Video-Views gebildet, ist es einfacher zu sagen, dass sie wohl gut mit dynamischen Content interagiert. Doch wie es zum Beispiel mit der Email-List Custom Audience aus?

Find your best potential audience. Image by Social Media Examiner

Deswegen rät auch Ratz, jede Campaign mit Audience-Testing zu beginnen. Sinnvoll ist es hierbei, den gleichen Post in separate Ad-Sets mit unterschiedlichen Audiences zu testen.

Viele begehen den Fehler, alle Audiences zusammenzufassen in dem Wunsch mit größerer Reichweite bessere Ergebnisse zu erzielen. Doch damit umgeht man die Möglichkeit, die beste Audience für jedes Objektive zu finden, da es keinen Vergleich gibt.

Text- und Bild- Test: In einem zweiten Schritt kann auch der Post an sich getestet werden. „Wenn Sie Ads kreieren, schaut Facebook auf die Worte, die Sie in dem Text nutzen und sucht sich einige Schlüsselwörter heraus. Dann vergleicht es diese Wörter mit den Menschen, die Sie mit den Ads erreichen wollen; mit deren Interessen und dem Content, den sie sich anschauen. Wenn Sie zum Beispiel Fahrräder verkaufen und Sie versuchen Menschen zu erreichen, die daran interessiert sind, dann ist es wichtig, dies im Ad-Text zu benennen. Facebook wird das erkennen und Sie werden weniger für die Impression per Person bezahlen. Einfach weil Sie das richtige Schlüsselwort genutzt haben.“

Ads. Image by Social Media Examiner
Create multiple versions of ads. Image by Social Media Examiner

Wo genau diese Schlüsselwörter zu setzen sind, lässt sich wieder in der Testphase herausfinden. Ratz rät besonders für Link-Ads, die über Ad-Text, Titel und Unterschrift verfügen, mehrere Test-Ads laufen zu lassen. Das ist sinnvoll, um die einzelnen Teile miteinander beliebig zu tauschen.

Wer Videos testet, dem sei geraten, unterschiedliche Thumbnails auszuprobieren. Und auch bei Fotos können kleine, aber feine Unterschiede riesige Auswirkungen auf den Ads-Spend haben.

Experten-Tipp für kleinere Unternehmen

Besonders für kleinere Unternehmen hat Ratz auch hier einen wichtigen Experten-Tipp. Auf die Frage hin, was er raten würde, wenn ein Business nicht viel Budget hat, um so viel in die unterschiedlichen Testphasen zu investieren, hat er eine Antwort parat.

„Ich rate Kunden, die weniger als 2.000 Dollar im Monat ausgeben wollen, sich komplett auf Re-Targeting von bestehenden Zielgruppen zu fokussieren. Lassen Sie die ganz neuen Kunden Sie von selbst finden. Aber die Menschen, die Sie bereits kennen – die Email-Subscriber, die Webseiten- und Facebook-Besucher – wenn diese Menschen nicht bei Ihnen einkaufen und aktiv sind, dann haben Sie ein viel größeres Problem.

Also stellen Sie sicher, dass Sie die fünf, zehn oder 20 Dollar pro Tag für die beste Audience mit den besten Ads ausgeben. Finden Sie heraus, wie Sie diese Menschen immer und immer wieder zum Kauf bewegen können. Und sobald Sie genug Profit mit ihnen machen, können Sie einen Schritt zurück gehen und neue Menschen für Ihre Marke gewinnen.“

So schließt sich der Kreis wieder. Lang lebe die Langzeitbeziehung im schnelllebigen Facebook-Business!

Mehr Experten-Tipps von Azriel Ratz gibt es hier.


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Instagram Music: Teile deine Lieblingsmusik über die Insta-Story

Hans Vivek - unsplash com

Vor ein paar Jahren noch völlig unbekannt, heute ein essentieller Teil im Leben der heutigen Generation: Instagram und seine Storys.

Ist man beispielsweise am See, möchte man dies am liebsten mit seinen Freunden teilen. Dafür nimmt man einfach das Smartphone zur Hand und teilt die Aussicht über die beliebte Instagram-Story. Hier kann der Standort hinzugefügt werden und seit ein paar Monaten unter anderem auch ein Gif. Doch immer öfter machen User Screenshots von ihrer Lieblingsmusik und veröffentlichen diese auf der Plattform.

Instagram kommt jetzt seiner Community entgegen und ermöglicht es Lieder als Hintergrund in einer Story hochzuladen. Dafür wurde eine Instagram-Musikbibliothek erstellt, in der täglich neue Tracks erscheinen. Zur Auswahl stehen drei Kanäle: Beliebt, Stimmung und Genres. Alternativ kann man auch über die Suchleiste ein bestimmtes Lied aufrufen.

Instagram Songliste – Screenshot by Nina Brzeska

Diese Funktion kann man für Bilder und Videos nutzen, auch die Länge des Abschnittes ist zwischen fünf und 15 Sekunden frei wählbar.

Ist erst einmal eine bestimmte Szene mit der passenden musikalischen Unterlage im Kopf, so kann man direkt die Option „Musik“ wählen, den gewünschten Song anklicken und mit dem Aufnehmen loslegen.

Aber keine Sorge: wer es vergisst ein Lied für seine Story im Voraus auszuwählen, der kann es auch nachträglich machen, indem man hochwischt und den Button „Musik“ antippt.

Natürlich nicht ohne Bildschirm-Sticker

Sobald ein Track feststeht, erscheint auf dem Bildschirm ein Sticker mit dem Künstler und dem Titel. Genauso wie bei Gifs und Standorten kann man die Größe und den Platz des Aufklebers beliebig anpassen. Egal welchen Abschnitt man nehmen möchte, es ist von Anfang bis Ende des Songs alles möglich.

Instagram Bildschirm Sticker – Screenshot by Nina Brzeska

So macht Musik die Story noch unterhaltsamer als bisher. Es ist ganz unkompliziert umgesetzt, sodass auch die Instagram-Anfänger schnell ihren Weg finden sollten.

Die Funktion steht noch am Anfang ihrer Geschichte, deshalb lässt die Musikauswahl bisher noch Luft nach oben. Bisher können sich auch nur die iOS Nutzer über die neue Variante freuen, die Android-User müssen sich noch ein bisschen gedulden.

Die Musik-Option zeigt jetzt schon Hit-Potential, also sollte man keine Zeit verschwenden und schon heute die ersten Storys mit seinen Lieblingsliedern erstellen.


Hans Vivek / unsplash.com

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@ Year of the X 2018 in München

Partnergrafik_2018_yotx

Am 18. April 2018 ist es soweit und das Year of the X Festival findet erneut in München statt. Im Kulturzentrum Backstage finden auch in diesem Jahr die Köpfe und Influencer der Innovations- und Startup-Branche zusammen. Unter dem diesjährigen chinesischen Slogan „The Year of the Dog“ werden erneut spannende Themen und Programme auf der Agenda stehen.

Was das Year of the X Festival bietet

Das Festival bietet neben vielen tollen Programmpunkten und Gästen auch dieses Jahr wieder eine optimale Plattform für globale Veränderer, um digitale Innovationen und soziale Auswirkungen zu fördern. Unter dem Motto „Where Robots, meet Buddhas“ versammeln sich be- und anerkannte Persönlichkeiten der Szene zum fachlichen und persönlichen Austausch. Das Event bietet außerdem die Chance auf diverse Workshops und weitreichendes Networking mit fantastischen Startups und großen Partnern der Messe.

Das Programm und die Teilnehmer

Die Besucher der Veranstaltung erwartet ein hochkarätiges Programm mit Themen von globaler Veränderung, bis hin zu futuristischer Technologie und anderen Zukunftsthemen. Zu den Teilnehmern gehören neben den rund 1.000 Gästen mehr als 100 Startups, 50 Investoren sowie über 40 Speaker. Freut euch unter anderem auf folgende Speaker und Redner:

Lasst euch dieses spezielle und großartige Festival nicht entgehen und seid beim Year of the X 2018 unbedingt dabei. Tickets sind nach wie vor im Online-Ticketshop zu erhalten. Bei Bedarf für Fragen oder weitere Infos könnt ihr den Veranstalter hier kontaktieren oder den Newsletter abonnieren.

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Pins bei Pinterest besser planen: Update bringt mehr Ordnung

Pinterest-Update

Hast du schon von den neuen Funktionsupdates bei Pinterest gehört? Ob es was mit dem Tag für Verliebte zu tun hat, weiß ich nicht, aber am 14. Februar – also pünktlich zum Valentinstag – hat das soziale Netzwerk Pinterest vier neue Funktionen verkündet. Mit ihnen wird das Organisieren noch viel einfacher. Veranstaltungen oder bevorstehende Projekte können mithilfe der neuen Funktionen ganz einfach geplant werden. In diesem Artikel findest du einmal die vier Neuerungen der Plattform schnell zusammengefasst, damit du direkt loslegen kannst. Let’s Pin It!

Du kannst bei Pinterest jetzt Ordner neu sortieren…

Vor gar nicht langer Zeit hat Pinterest die Funktion eingeführt auf deiner Pinnwand-Ordner zu erstellen. Jetzt kannst du diese Unterordner auch ganz nach Belieben verschieben, planen oder chronologisch anordnen. Ganz nach deinen Bedürfnissen.

…und Pins neu anordnen

Falls du deine Pins innerhalb einer Pinnwand neu anordnen möchtest, dann kannst du das jetzt auch ohne Probleme tun. Du möchtest deine Wohnung neu dekorieren oder ein neues Outfit zusammenstellen? Dann schieb am besten die Pins nebeneinander, um zu schauen, ob sie wirklich zusammenpassen.

…außerdem kannst du Pinnwände sortieren

Vielleicht brauchen deine Pinnwände mal wieder eine neue Anordnung? Dann sortiere sie neu. Das geht ab sofort ganz individuell und hilft dir dabei deine Pinnwände nach verschiedenen Gesichtspunkten zu sortieren. Möchtest du sie lieber in der alphabetischen Reihenfolge, oder nach dem Prinzip: Als letztes gemerkt? Du kannst sie aber auch benutzerdefiniert anordnen, in dem du die Pinnwände einfach per Drag-and-Drop umherschiebst.

…und sie archivieren

Sobald du ein Event oder ein Projekt hinter dich gebracht hast, dann kannst du ab jetzt auch deine Pinnwände archivieren. Der Sinn hinter dem Archivieren deiner Pinnwände ist, dass du den besseren Überblick über deine Pinnwände hast und immer auf dem aktuellsten Stand bist. Zudem passen sich deine persönlichen Empfehlungen an die Archivierung an. Wenn deine Halloween-Party zum Beispiel vorbei ist, dann bekommst du auch künftig keine zusammenhängende Ideen mehr zum Thema Halloween-Party angezeigt.

Teste es am besten einmal selbst. Du kannst die neuen Funktionen direkt auf der Webseite von Pinterest und den Apps für Android oder iOS downloaden.


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StumbleUpon – was steckt hinter der Plattform?

Logo-of-StumbleUpon-adapted-Image-by-Bernard-Goldbach-CC-BY-20-via-Flickr

Vor Kurzem habe ich mich mit einmal mit der Plattform StumbleUpon auseinandergesetzt, weil ich mich gefragt habe, was sich wohl hinter dieser Seite verbirgt. Hinter der Webseite versteckt sich eine Art Suchmaschine, die benutzerdefinierte Inhalte anzeigt. Das Ganze geschieht, indem sie die Interessen, die die Nutzer angeben, auswertet und die passenden Inhalte dazu heraussucht. Das kann in verschiedenen Formaten passieren. Nur ohne, dass man dort angemeldet ist, kann man leider nicht hinter die Kulissen der Webseite blicken. Doch jetzt bin ich offiziell bei StumbleUpon angemeldet.

Super easy!

Die Anmeldung verlief ganz einfach. Nachdem ich meinen Namen und meine Email-Adresse eingegeben habe, war ich schon mittendrin. StumbleUpon hat mich erst einmal nach meinen Interessen gefragt. Hier habe ich unter verschiedenen Kategorien und Rubriken ausgewählt, was ich mag und vor allem welche Inhalte mir angezeigt werden sollen.

StumbleUpon Interessenauswahl (Screenshot)
StumbleUpon Interessenauswahl (Screenshot)

So, StumbleUpon weiß nun, was ich wirklich mag und zeigt mir jetzt, dass ich meine persönlichen Daten optimieren kann. Meinen Namen, mein Profilbild und so weiter. Zudem kann ich hier noch meine Sprache angeben, auf denen ich die Inhalte angezeigt bekommen möchte. Auch wenn ich mich nur auf deutschsprachige Inhalte eingeschossen habe, so zeigt mir StumbleUpon dennoch die Inhalte zu größten Teilen auf Englisch an. Die Interessen kann ich im Nachhinein immer noch einmal ändern oder auch welche hinzufügen.

Genau mein Geschmack

StumbleUpon Bier (Screenshot)
StumbleUpon Bier (Screenshot)

Was ich angezeigt bekomme, gefällt mir ziemlich gut. Bereits der erste Inhalt war ein super-niedliches Katzenbild. Anschließend wurde mir ein Spiel angeboten, bei dem ich irgendwelche Punkte auf dem Bildschirm jagen musste. Gleich danach habe ich eine Liste bekommen, welcher Wein am besten zu welchen Lebensmitteln passt, oder die verschiedensten Bierarten auf der ganzen Welt. StumbleUpon kennt mich innerhalb von wenigen Minuten sehr gut.

Die Plattform weiß scheinbar auch, dass ich unter anderem als Autorin unterwegs bin. Sie hat mir daher freundlicherweise einmal eine Liste mit Synonymen zu den verschiedensten Emotionen und zudem ein paar Grammatikregeln gezeigt. Vielleicht gibt mir das ein bisschen zu denken.

Ich bin total vernarrt in Bücher, und das weiß natürlich auch die Plattform, weil ich angegeben habe, dass ich mich für Literatur interessiere. Hierfür hat mir StumbleUpon eine durchaus hilfreiche Seite vorgeschlagen, bei der ich einfach den Titel des Buches eingebe, welches ich derzeit lese, und den dazugehörigen Autor. Nachdem ich auf „please“ geklickt habe, zeigt mir die Plattform direkt ein paar Amazon-Links passend zu dem Buch was ich derzeit lese, um mich direkt nahtlos in den nächsten Roman stürzen zu können. Diesen Vorschlag fand ich natürlich schon sehr gut.

StumbleUpon Lesevorschlag (Screenshot)
StumbleUpon Lesevorschlag (Screenshot)

Gefällt mir – Gefällt mir nicht

Bei all diesen Inhalten kann ich natürlich direkt auswählen, ob mir das Angezeigte auch wirklich gefällt oder ob ich so etwas lieber nicht mehr angezeigt bekommen möchte. Ganz einfach mit Daumen hoch und Daumen runter. Alles in einem kann man sich ziemlich schnell auf dieser Seite verlieren und die Inhalte sind wirklich gut gewählt. Neben richtig informativen Inhalten gibt es allerdings auch ein bisschen Spaß für nebenbei, wie unter anderem der „Blabla-Meter“, der mir anzeigt, wie viel „Bullshit“ sich in meinen Texten befindet. Diesen stelle ich aber gerne noch einmal gesondert vor. Aber auch verschiedene Formate wie Bilder, Videos, Webseiten – alles was ich möchte, wird mir von StumbleUpon angezeigt.

Wenn mich jemand fragt, wofür die Seite gut ist, dann würde ich sagen: Perfekt für den Zeitvertreib und vor allem für diejenigen, die sich gerne mal überraschen lassen und sich nicht lange auf die Suche begeben möchten, um sich Inhalte, für die sie sich interessieren, aus dem Netz zu suchen. Vor allem finde ich hier coole neue Dinge, die ich vermutlich im Internet gar nicht so einfach finden würde.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Klicktipps.


Image (adapted) „Logo of StumbleUpon“ by Bernard Goldbach (CC BY 2.0)

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • YOUTUBE t3n: Youtube will eigenen Musik-Streamingdienst starten: Damit die Nutzer endlich bezahlen, plant Youtube im kommenden Jahr seinen eigenen Streamingdienst. Hierfür habe die Plattform schon das Musiklabel Warner Music Group an Land gezogen. Zudem sei Youtube auch mit Sony und Universal im Gespräch. Diese Gespräche finden allerdings schon seit über einem Jahr statt. Der Versuch von der Plattform einen Streamingdienst einzuführen, ist jedoch nicht das erste Mal. Schon im Jahr 2014 wurde Youtube Music Key ins Leben gerufen, was im Jahr 2016 zu Youtube Red wurde. Die Nutzer zeigten daran nur wenig Interesse. Bleibt abzuwarten, wie sich der neue Streamingdienst, der unter dem Namen Remix erscheinen soll, bei den Nutzern im kommenden Jahr durchsetzen wird.

  • TAXIMARKT Handelsblatt: Angriff auf das Taxi-Monopol: Auf dem Taximarkt herrscht in Deutschland ein stetiger Wandel. App-Anbieter wie Uber, Mytaxi oder auch BlaBlaCar nehmen einen zunehmend großen Stellenwert in der Personenbeförderung ein. Für neue Anbieter wird der Eintritt in den Markt durch verschiedene Regelungen jedoch immer schwieriger. Experten raten der Politik daher, dass sie die Chancen der Digitalisierung nutzen müsse, um den Taximarkt zu liberalisieren. In der vergangenen Legislaturperiode, sah das noch so aus: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) sah zum Thema „Liberalisierung des Taxi-Markts“ keinen Handlungsbedarf. Nun heißt es allerdings vom Digital- und Verkehrsexperten der Unions-Bundestagsfraktion, Thomas Jarzombek (CDU), dass eine neue Koalition sich mit der Modernisierung des Personenbeförderungsrechts auseinandersetzen sollte.

  • GROUPON Horizont: Groupon bietet neuen Service für die Geschenksuche: Noch keine Weihnachtsgeschenke zu Weihnachten? Der Rabatt-Anbieter Groupon kann da weiterhelfen. Mit einer SOS-Hotline und einem Geschenke-Guide, soll das Finden von Geschenken für die Liebsten nun einfacher ablaufen. Die Weihnachtskampagne “Die Unbeschenkbaren” stellt daher einen Telefondienst zur Verfügung, der von “echten Schwiegermüttern” besetzt ist. Der Geschenke-Guide bietet zudem Präsent-Empfehlungen an, die dem Suchenden Inspirationen zum Schenken liefern sollen. Wer also auf der verzweifelten Suche nach Geschenken ist und einen “Unbeschenkbaren” in der Familie oder im Freundeskreis hat, sollte dort einfach mal vorbeischauen.

  • CHROME t-online: Warum Sie den Chrome-Browser aktualisieren sollten: Über eine kritische Schwachstelle im Chrome Browser konnten Angreifer ganze Computer übernehmen. Insgesamt gab es 37 Schwachstellen der letzten Version des Browsers, die jetzt mit einem Update geschlossen wurden. In vielen Fällen könnten Angreifer Speicherfehler provozieren und so Schadcodes ausführen. Falls das Update nicht automatisch ausgeführt wird, sollten User beachten es manuell im „Hilfe“-Menü zu installieren. Gleichzeitig zum Sicherheitsupdate wurden zudem die Chrome-Apps aus dem Web-Store genommen. Bereits installierte Apps sollen laut Google noch bis Anfang 2018 funktionieren.

  • INSTAGRAM Giga: Instagram plant Angriff auf WhatsApp mit Aufspaltung: Nach Snapchat sagt Instagram jetzt auch indirekt dem Messenger WhatsApp den Kampf an. Die Facebook-Tochter testet derzeit eine neue App, den Kurznachrichtendienst „Direct, der so mit WhatsApp und dem Facebook Messenger in direkter Konkurrenz stehen soll. Sowohl WhatsApp und Instagram gehören zwar beide zum Facebook-Konzern, ähnlich wie dort sollen aber private Nachrichten und öffentliche Inhalte in Instagram besser getrennt werden. In sechs Ländern ist Direct zum Testen bereits verfügbar und bewirbt sich selbst mit exklusiven Filtern, um sich den Usern schmackhaft zu machen.

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Online bestellen, analog abholen: So wird aus dem Wochenmarkt der Bauernmarkt 2.0

Bauernmarkt 2.0 (Image by Marinela Potor)

Man ist, was man isst. Angesichts immer neuer Lebensmittelskandale, von Glassplitter im Käsedip bis hin zu keimbelastetem Putenfleisch, wollen auch deutsche Verbraucher mittlerweile genau wissen, woher ihre Erzeugnisse kommen. Gerade in Großstädten, in denen die Wege zum Regionalbauern weit sind, setzen sich deshalb verschiedene Initiativen durch, die die Distanz zwischen Erzeuger und Verbraucher reduzieren

Sie heißen Kartoffelkombinat, Bunte Höfe oder SpeiseGut und nutzen das Internet, um Produzenten und Konsumenten an einem Ort zusammenzubringen. Bauernmarkt 2.0 sozusagen. Es sind tatsächlich vor allem jüngere Kunden, bei denen das Konzept gut ankommt. Denn sie haben weder die Zeit, um auf dem Wochenmarkt herumzuschlendern, noch die Gewohnheit, und oft auch keine Transportmittel, um die umliegende Region nach lokalen Bauern abzuklappern. Die Idee – online bestellen, analog abholen – sagt daher sehr vielen zu.

Bauer sucht Kunde

Auch Jana Lang geht an das Thema „Essen“ sehr ideologisch heran. Ihr ist die Herkunft der Produkte sehr wichtig, die Art des Anbaus und sie möchte die Erzeuger persönlich kennenlernen, wie sie den Netzpiloten erzählt. All das hat die 28-jährige Studentin im Geschäftsmodell der „Marktschwärmerei“ gefunden.

Foto Jana Lang Credit - Dariusz Misztal
Foto: Jana Lang Credit – Dariusz Misztal

Hierbei kommen Bauern und Kunden zunächst auf einer Onlineplattform zusammen. Kunden melden sich kostenlos auf der Webseite an, suchen eine Marktschwärmerei in ihrer Nähe, bestellen ihre Produkte im Netz und holen sie schließlich auf den wöchentlichen Marktschwärmereien ab – direkt vom jeweiligen Bauern. Das spart Zeit und Fahrerei, Verbraucher finden alle Erzeuger an einem Ort und dadurch, dass nur die Produkte verkauft werden, die vorher bestellt wurden, gibt es am Ende auch keine überschüssige Ware, die weggeworfen werden muss.

Für Regionalbauern wiederum springt bei solchen Geschäftsmodellen wie der Marktschwärmerei mehr Gewinn heraus. Bei dieser Art der Direktvermarktung sparen sie sich die Zwischenhändler, und anstatt einen Teil ihrer Einnahmen an Supermärkte abzugeben, behalten sie bei der Schwärmerei einen größeren Eigenanteil. Somit ist die Wertschöpfung für Produzenten größer.

Die Marktschwärmerei bietet Kunden aber noch etwas, was die Supermärkte nicht können, die ja ebenfalls gerne mit regionalen Produkten werben: Kunden können die Produzenten persönlich kennenlernen. Auf der Marktschwärmerei kann man sich so beispielsweise beim Abholen seiner Produkte erklären lassen, wie die Kühe ernährt werden, wie das Brot gebacken wird oder welche Blumen für den Honig der Bienen verantwortlich sind. Das schafft natürlich mehr Vertrauen als ein Label im Supermarkt.

Probieren kann man, spontan kaufen nicht

Das Konzept hinter der Marktschwärmerei kommt ursprünglich aus Frankreich, und ist dort unter dem Namen La Ruche Qui Dit Oui! (deutsch: Der Bienenkorb, der „ja“ sagt) bekannt. La Rouche wurde 2010 gegründet, ist aktuell in mehr als 800 Städten präsent und hat über 130.000 Mitglieder. In Deutschland ist das alles noch Neuland. Die ersten Marktschwärmereien starteten im Jahr 2014 in Berlin, mittlerweile gibt es nach Angaben des Unternehmens 30 aktive Schwärmereien in acht Bundesländern, die von rund 300 Erzeugern beliefert werden. Und das Netzwerk wächst: 60 weitere Schwärmereien sind angeblich im Aufbau.

Alle Erzeuger bieten regionale Produkte, oft aus biologischem Anbau. Organisiert werden die Marktschwärmereien von „Gastgebern“, die eigenständig die regionalen Bauern kontaktieren, einen Ort für den Markt suchen, die Fragen der Käufer beantworten und eine kleine Aufwandsentschädigung dafür bekommen. Wer hier als Gastgeber mitmacht, will nicht reich werden, sondern ist von der Idee überzeugt. Genau wie Jana Lang. Sie organisiert seit Juli 2017 die Marktschwärmerei auf dem Factory Campus in Düsseldorf.

Foto Eröffnungsfeier Düsseldorf Credit - Dariusz Misztal
Foto: Eröffnungsfeier Düsseldorf Credit – Dariusz Misztal

Bei einem Besuch der Netzpiloten vor Ort ist gerade wieder Markttag, wie jeden Dienstag, und rund 50 Kunden tummeln sich auf dem Hof des Coworking Spaces. Es gibt Obst, Käse, Honig, Bäckereiprodukte und sogar selbstgemachte Spirituosen – und natürlich darf man überall probieren. Allerdings: Wer nicht vorbestellt hat, kann nichts spontan kaufen. Das ist ein Vor- und ein Nachteil, wie Carolin Hertler vom Hof Vorberg erklärt: „Einerseits ist es für uns praktisch und nachhaltig, weil wir im Anschluss nichts wegschmeißen müssen, was nicht gekauft wurde. Andererseits würden einige Kunden, die bei uns nicht bestellt haben, gerne spontan etwas kaufen und das geht dann leider nicht. Zwar schreiben es sich manche dann auf, bis zur nächsten Woche ist das aber auch mal vergessen.“

Trotzdem lohnt es sich für die Produzenten finanziell, mitzumachen. Neben dem eigenen Hofladen ist die Marktschwärmerei für sie eine zusätzliche Einnahmequelle, bei der sie ihre Produkte an Kunden verkaufen, die ansonsten nicht zu ihnen aufs Land fahren würden.

Ein Netzwerk nur für Wohlhabende?

Die Mischung aus Social Media Plattform und Wochenmarkt kommt offensichtlich gut an. Nicht nur, weil die Kunden ihre Produkte direkt beim Bauern kaufen können, sondern auch, weil die Marktschwärmerei ein lebendiges Offline-Netzwerk ist. Man lernt die Menschen aus der Umgebung kennen, plauscht ein wenig und bekommt so selbst in einer anonymen Großstadt ein heimeliges Dorfgefühl.

Im Vergleich zum Einkaufen im Supermarkt ist dies aber selbstverständlich noch ein sehr kleines Marktsegment, und dazu nicht das günstigste. Man muss es sich als Verbraucher also erstmal leisten können oder wollen, seine Produkte über Plattformen wie die Marktschwärmerei zu bestellen.


Teaserimage „Bauernmarkt 2.0“ by Marinela Potor
Images via Jana Lang by Dariusz Misztal


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Tag der Videospiele: Welche Games uns bewegen

TenTooMany (adapted) (Image by Joel Stubston [CC BY SA 2.5], via Wikimedia Commons) Tag der Videospiele

Hoch die Tastaturen, dieses Wochenende wird eskaliert, Gamer! Der 8. Juli wird als ‚Tag der Videospiele‘ gefeiert. Wer diesen Tag ins Leben gerufen hat, und warum, ist unklar. Dennoch spricht nichts dagegen, diesen Tag mit einer gepflegten Partie [hier bitte euer Lieblingsspiel einsetzen] zu begehen.

Tag der Videospiele – warum ist Gaming relevant?

Ob auf dem Computer, einer Konsole oder gar Smartphone und Tablet – Videospiele sind weit verbreitet und inzwischen ein popkulturelles Phänomen. Immer mehr Realverfilmungen basieren darauf. Cosplay-Conventions, auf denen sich Menschen als Spielfiguren verkleiden, werden zum Mainstream. Und viele Menschen finden sogar Spaß an Videospielen, ohne sie selbst zu spielen, wie die hohen Zuschauerzahlen von Let’s-Play-Videos bei YouTube zeigen. Videospiele sind ein großes Business, Forschungsgegenstand der Wissenschaft und immer mal wieder ein Sündenbock für kulturpessimistische Politiker.

Vor allem aber sind Videospiele für viele Menschen ein Teil ihrer Biographie geworden. Viele erinnern sich gern an ihre ersten Gaming-Erfahrungen oder großartige Spielemomente, die lange zurückliegen. Auch die Redaktion von Netzpiloten, Applepiloten und Androidpiloten zockt immer mal wieder gern und leidenschaftlich. Den Tag der Videospiele nehmen wir zum Anlass, euch zu verraten, welche Games uns begeistern oder prägen.

BioShock – Wunderschön hässliches Spielesetting zum Eintauchen

Lisa Kneidl, Redakteurin: Videospiele spiele ich schon mein Leben lang, aber erst „BioShock“ hat mich im Jahr 2007 zu einer leidenschaftlichen Gamerin gemacht. In das wunderbare Storytelling dieser Mischform aus Egoshooter, Rollenspiel und Survival-Horror habe ich mich damals verliebt.

Atmosphäre wird in „BioShock“ großgeschrieben. Sie ist mitunter so nervenzerfetzend spannend, dass ich den ersten Teil nur bei Tageslicht spielen konnte. Er entführt den Spieler in die wunderschön zerstörte Unterwasserstadt Rapture in den Sechziger Jahren. Hier finden die Bewohner eine Zuflucht vor den Nachkriegswirren und wollen eine freie Gesellschaft aufbauen. Zu fröhlichen Swing-Titeln aus herrlich verzerrten Jukeboxen durch klaustrophobische Tunnel zu wandern, mit der Befürchtung, hinter jeder Ecke auf einen genetisch manipulierten Bewohner Raptures oder gar einem der berühmt-berüchtigten Big Daddies zu treffen, hat mich unvergleichlich gegruselt und fasziniert.

Das Setting der „BioShock“-Spielereihe hat mich derart in seinen Bann gezogen, dass die Spielfigur Elizabeth zu einer meiner Lieblingsrollen in meinem anderen Hobby – dem Cosplay – geworden ist.

Mario Kart: Double Dash!! – Zocken und zoffen wie Bruder und Schwester

Melina Mork, Praktikantin: Aufgewachsen mit einem großen, technikaffinen Bruder, wurde ich früh mit Videospielen sozialisiert. Zum einen, weil ich unbedingt zuschauen wollte, zum anderen, weil mein Bruder eine Gegnerin brauchte, gegen die er immer und immer wieder gewinnen konnte.

Das Spiel, das mich am längsten in dieser Hinsicht begleitet hat ist „Mario Kart: Double Dash!!“ für den Nintendo GameCube. Ich kann nicht aufzählen, wie oft ich mit meinem Bruder oder meinen Freunden die Strecken und Pokale gefahren bin und wie oft ich verloren habe. Aber es gibt kein schöneres Gefühl, als den Gegner auf den letzten Metern zu überholen, mit Items zu treffen oder auf dem Regenbogen-Boulevard nicht in den Abgrund zu stürzen. Und für mich persönlich war das schönste Erlebnis, meinen Bruder kürzlich zum ersten Mal zu besiegen – nach zehn Jahren Anlauf. Ich bin überzeugt: Ist man nach einer ausgiebigen „Mario-Kart“-Partie noch befreundet, wird die Freundschaft alles überstehen.

„Mario Kart: Double Dash!!“ und die Konsole Nintendo GameCube sind nur noch gebraucht zu haben, werden aber noch begeistert gespielt.

Tomb Raider: Rätselraten mit der taffen Amazone

Jonas Haller, Autor: Am liebsten spiele ich Games mit starken Geschichten. Adventure-Games sind deshalb meine Lieblingskategorie. Sie fesseln mich und lassen mich in eine andere Welt abtauchen. Mein persönlicher Favorit ist die „Tomb Raider“-Reihe – sowohl die Klassiker als auch die beiden Next-Gen-Neuauflagen.

Auch wenn die Stories rund um die taffe Lara Croft sehr linear sind, gefällt mir das Entdecken der liebevoll und detailliert modellierten Inselwelt sowie das Bewältigen kleiner Aufgaben und Rätsel. Kampfszenen sind nicht nur ein unüberlegtes Geballere, sondern bieten einen spannenden Strategie-Faktor. Auch deshalb kann man die Spiele gern ein zweites Mal durchzocken. Es zeigen sich immer wieder neue Lösungsmöglichkeiten. Ich hoffe, dass es in der Spielereihe noch die ein oder andere Fortsetzung geben wird.

Der aktuellste Titel, „Rise of Tomb Raider“, ist für PC, Xbox One und PlayStation 4 erhältlich.

Minecraft: Unendliche Möglichkeiten

Julia Froolyks, Autorin: „Was ist das Ziel des Spiels?“ – diese Frage höre ich öfter, wenn es um mein Lieblingsspiel „Minecraft“ geht. Darauf gibt es eigentlich keine richtige Antwort. Denn das Open-World-Spiel hat kein Ende im engeren Sinn. Die Spieler können hier in einer offenen Welt ale möglichen Objekte aus würfelartigen 3D-Blöcken konstruieren. Zudem können Spieler die Welt erkunden, Ressourcen sammeln und gegen Monster kämpfen – allerdings ist das kein Muss. Genau das ist das Schöne an „Minecraft“: Jeder Spieler erlebt die Welt auf seine eigene, individuelle Art.

Ich verbringe meine Zeit im Spiel am liebsten im Bergbau und besorge wertvolle Edelsteine, die andere Spieler zu Gebrauchsgegenständen verarbeiten können. Diese eintönige Aufgabe hat auf mich fast schon eine meditative Wirkung. Eine Multiplayer-Funktionen erlaubt das Zusammenspiel mit anderen Spielern. Sich für das Spiel zu verabreden und „ingame“ zu treffen, ist für mich und viele andere Menschen ein großer Spaßfaktor. Zudem ist das Spiel so komplex, dass ich mich auch außerhalb des Spiels über neue Funktionen informiere und mit anderen darüber diskutiere. „Minecraft“ ist also virtuell und in der Realität ein Spiel, das verbindet. Diese soziale Komponente und die Tatsache, dass kein Spielziel das Handeln einengt, machen „Minecraft“ zu etwas Besonderem.

„Minecraft“ ist für alle gängigen Plattformen erhältlich.

Grim Fandango: Komm mit ins Land der Toten!

Anne Jerratsch, Redakteurin: „Gehe zu, öffne Schublade, benutze seltsam aussehendes Objekt“ – die Spiele von Lucas Arts gelten bis heute als absolute Klassiker der Point-and-Click-Adventures. Die abgedrehten Stories und der einzigartige, oft anarchische Humor sind mittlerweile zu echten Internet-Memes geworden. Der neben dem Piratenklassiker „Monkey Island“ etwas vergessene mexikanische Noir-Thriller „Grim Fandango“ ist hierbei mein Favorit.

Hier schlüpft der Spieler in die Rolle von Manuel Calavera. Er ist bereits tot, muss aber als Reiseberater schuften, um sich sein Ticket ins Jenseits zu verdienen. Dabei trifft er die aufregende, aber ebenso tote Mercedes und kommt einem Korruptionskomplott auf die Spur. Der Humor ist hier mindestens so schwarz wie die Lungen der Beteiligten. Das Setting knüpft an die mexikanische Tradition des Día de los Muertos an und die liebevoll gestalteten Kulissen erinnern an Kinoklassiker wie Casablanca. Mehr als einmal bin ich zu einem früheren Spielstand zurückgekehrt, um durch die Gassen von Rubacava zu streunern oder in der Blue Casket-Bar abzuhängen. Als besonderes Bonbon wird das Spiel mit einem mitreißenden Soundtrack aus Blues und Jazz unterlegt, der jede Party aufmotzen kann.

Die Remastered-Version von Grim Fandango ist für PC, Mac, PlayStation 4 sowie für iOS und Android erhältlich

Game of Thrones: Ein „Spiel-Film“ für das iPad

Berti Kolbow-Lehradt, Redakteur: Ich spiele inzwischen überwiegend auf dem iPad. Die hochwertigen, mobilen Titel muss ich zwar mit der Lupe suchen, aber es gibt sie. Allen voran schätze ich die fantastisch erzählten „Interactive Fiction“-Spiele von Telltale, insbesondere „Game of Thrones“, das ich derzeit wieder durchspiele.

Die erzählerische Dichte fesselt mich mindestens so wie die Serien-Vorlage. Die innere Zerrissenheit der von mir gespielten Protagonisten bei manchen Entscheidungen geht mir manchmal bis ins Mark. Zwar ist mein Einfluss auf den Ausgang nicht so groß wie der Hersteller das suggeriert, trotzdem fühle ich mich hineingezogen in das Geschehen. Insofern macht mir die Mischung aus interaktivem Spiel und filmischer Erzählung nicht nur riesigen Spaß. Game of Thrones für iOS ist für mich auch ein Leuchtturm dafür, wie Storytelling in Lizenz-Videospielen heute sein sollte und dafür, dass die Qualität von Mobile Games dem Erlebnis von PC- und Konsolentiteln das Wasser reichen kann.

Game of Thrones ist neben iOS für alle gängigen Plattformen erhältlich.

Was zockt ihr am Tag der Videospiele? Was sind eure Lieblingsspiele und warum? Und welche Erinnerungen verbindet ihr mit ihnen? Erzählt es uns in den Kommentaren!


Image (adapted) Ten Too Many by Joel Stubston (CC BY SA 2.5)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • KATAR heise: Vereinigte Arabische Emirate: Für Online-Sympathie mit Katar droht Gefängnis: Das Emirat Katar auf der Arabischen Halbinsel wurde vergangene Tage isoliert. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten brachen jeglichen Kontakt zu Katar ab, Überflüge wurden verboten und Staatsbürger wurden gezwungen zurückzukommen. Grund hierfür waren Anschuldigungen, das Land würde Terroristen unterstützen. Wer jetzt online Sympathiebekundungen für das Emirat Katar macht, muss mit Sanktionen rechnen. US-Präsident Trump unterstützt diese Entscheidung trotz der großen Militärbasis Vorort in Katar.

  • WHATSAPP welt: Whatsapp-Update bringt Ordnung in den Chat: Das neue Whatsapp- Update hat nicht nur mehr Funktionen, sondern sorgt auch für mehr Ordnung auf dem Handy. Die Version 2.17.30 lässt zu, dass Bilder gleich im Messenger selbst verändert werden können und verschickt Serien von Fotos nicht mehr einzeln. Ab vier Fotos hat der User die Möglichkeit die Bilder in einem separaten Album zu verschicken. Ideal für kreative Leute mit einem Sinn für Ordnung. Große Verbesserung auch im Gruppenchat, Nachrichten zitieren geht jetzt ganz einfach ohne das umständliche Öffnen eines neuen Dialogfensters. Von links nach rechts wischen und das Feature wurde genutzt. Das Update für Android lässt nicht lange auf sich warten und erscheint in den nächsten Tagen.

  • MARKETING omr: DIESE MENSCHEN VERRATEN EUCH, WIE MARKETING AUF NEUEN PLATTFORMEN FUNKTIONIERT:
    Am 2. August startet wieder die Konferenz New Platform Marketing in Hamburg, wo die Möglichkeit besteht, einen detaillierten Einblick in die Branche des Marketings zu bekommen. Eine kleine Änderung besteht jedenfalls, das Event konzentriert sich ab jetzt nicht mehr nur auf die „klassischen Media Geschäfte“, sondern öffnet seine Kanäle auch für weitere Arten des modernen Marketings, aufgrund des riesigen Hypes über die Influencer. Prominente Models wie Lena Gercke oder Eva Padberg haben ihren eigenen Shop auf der derzeit sehr berühmten Plattform About You. Informationen über diese neue Art des Marketings gibt es auf diesem Event zu bestaunen.

  • CHAOS t3n: Produktiv-Expertin Claire Burge: „Slack ist schlimmer als E-Mail“: In Zeiten von Technik & Co. ist auch unsere Arbeit keine übersichtliche Sache mehr, eine Studie zeigt, dass sich rund 75% der Menschen überfordert fühlen. Doch anstatt daran zu verzweifeln, müssen Unternehmen lernen mit diesen Neuerungen umzugehen, dieser Meinung ist Claire Burge, die Unternehmen hilft ihre Ressourcen gewinnbringend zu nutzen. Das Commerce Unternehmen Etsy beispielsweise lässt seinen Mitarbeitern nicht nur bei der Hardware freie Hand, sie dürfen zusätzlich ihren Arbeitsplatz nach freier Wahl selbst einrichten. Raum für Spontanität und Auszeit geben und das Chaos kreativ nutzen, das ist die Kunst eines gute funktionierenden Managements.

  • APP gruenderszene: Dieses Startup belohnt dich fürs Telefonieren: Hiermit kann man punkten. Mit der App Goodie Call bekommen Nutzer, indem sie nach jedem Anruf die App Freunden weiterempfehlen, ein Profil erstellen oder nur ein kurzes Video anzuschauen, Punkte. Diese können wiederum bei Amazon oder Spotify eingelöst werden. Gelauncht wurde diese Android-App im April 2017 von Michael Eisenbach und seinem Partner Jan Holzapfel. Die Geschäftsidee scheint aufzugehen, denn mehr als zwei Millionen Euro wurden bereits von Bohlekn, dem Ex-Manager bei der Deutschen Post und zusätzlichen Business Angels in die Firma.

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Youtube-Pranks gone wrong: Was wir aus dem Fall DaddyOFive lernen können

Screenshot by Niklas Hamburg

Der US-amerikanische Youtube-Kanal DaddyOFive, der einen Mann und eine Frau aus Maryland zeigte, die ihren Kindern „Streiche spielten“, hat alle seine Videos zurückgezogen und eine öffentliche Entschuldigung für die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs veröffentlicht. Bei den „Streichen“ haben die Eltern ihre Kinder immer wieder denken lassen, dass sie in Schwierigkeiten wären, bis sie sie zum Weinen gebracht hatten – und sie erlösten sie erst mit den Worten „Es war nur ein Streich“, als sie das Schluchzen der Kinder auf Video hatten.

Trotz der Entfernung gibt es die Inhalte immer noch in zusammengeschnitten Videos von Philip DeFranco und anderen bekannten YouTubern zu sehen, die den DaddyOFive-Kanal kritisieren. Ebenso gibt es immer noch andere Kanäle auf YouTube, auf denen Eltern Videos hochladen, wie sie ihren Kindern Streiche spielen. Aber die Videos eröffnen auch die Debatte über Kinder in Online-Medien, insbesondere wenn mit den Videos Geld verdient wird. Bei über 760.000 Abonnenten wird geschätzt, dass DaddyOFive jährlich zwischen 200.000 und 300.000 US-Dollar durch Werbeeinnahmen von YouTube verdient hat.

Der Anstieg von Einflüssen

Auf YouTube ist das Phänomen, dass Kinder auf etwas reagieren und dabei gefilmt werden, ein beliebtes Genre, wobei die Bandbreite der Videos, die Eltern hochladen, von das Kind eine Zitrone probieren lassen bis zu den ersten Worten ihres Babys reicht. Solche Videos haben ihren Vorlauf im Internet, ehe sie dann in „America’s Funniest Home Videos“ ab 1989 und anderen beliebten Fernsehsendungen gezeigt werden und im Anschluss vermarktet werden können.

Im Zeitalter der mobilen Geräte und der vernetzten Kommunikation ist es einfacher als je zuvor, das Verhalten der Kinder zu dokumentieren und online zu teilen. Jeden Tag teilen, speichern und übertragen Eltern Bilder und Videos ihrer Kinder um ihre Freunde an ihren Erfahrungen teilhaben lassen zu können. Und das passiert sogar mit den besten Absichten. Auf diese Weise, hat ein Teammitglied von uns (Tama) argumentiert, können Fotos und Videos, die geteilt werden, unabsichtlich zu „intimer Überwachung“ führen, wenn Online-Plattformen und Konzerne die Daten nutzen, um detaillierte Profile von Kindern zu erstellen.

YouTube und andere soziale Medien haben die Vergrößerung des Einflussfaktors gesehen, wenn augenscheinlich gewöhnliche Nutzer dafür bezahlt werden, wenn sie ihre Meinungen und von ihnen genutzte Produkte im Internet teilen. Den Verbrauchern wird das Gefühl von Nähe und Intimität zu ihren YouTubern vermittelt und sie werden so zu einem interessanten Ziel von Werbung, wie beispielsweise durch Advertorials und Produktplatzierungen in den Videos. Während der DaddyOFive-Kanal ganz klar profitorientiert war, ist die Unterscheidung zwischen echten und bezahlten Inhalten oft nicht ganz so einfach.

Von der Gebärmutter zur Berühmtheit

Wie bei DaddyOFive können YouTuber auch ganze Familien einschließen, inklusive Kindern, deren Rechte zu entscheiden, ob sie teilnehmen wollen oder nicht, nicht immer berücksichtigt werden. In manchen Fällen sind die Kinder selbst der Star. Sie werden kleine Berühmtheiten, die von ihren Eltern in Szene gesetzt und gefördert werden.

Yebin, ein Kleinkind aus Südkorea, wurde erstmals im Alter von drei Jahren in einem Video online gezeigt, wie seine Mutter ihm beibringt, fremde Menschen zu meiden. Seither haben Yebin und ihr jüngerer Bruder verschiedene Agenturen beauftragt, ihre Inhalte zu verwalten, basierend auf einer Reichweite ihres Kanals von 21 Millionen Anhängern.

Seitdem virale Videos marktfähiger und die Reaktionen von Kindern lukrativer wurden, sind auch die Situationen und Aufbauten immer aufwendiger geworden. Trotz ihrer Prominenz in den sozialen Medien sind die Kinder von in den Medien berühmter Familien nicht eindeutig von den traditionellen Arbeitsplatzstandards (wie dem Kinderarbeitsgesetz und dem Coogan-Gesetz in den USA) geschützt. Die Gesetze sollten ursprünglich Kinderstars in der Mainstream-Medienbranche gegen Ausbeutung schützen.

Dies ist ein Problem, seit Erwachsene ihre Kinder nicht nur in Advertorials und kommerziellen Kontexte einbinden, sondern eine neue Generation von „Mini-Kinderstars“ kreieren, deren Karrieren schon in der Gebärmutter beginnen.

Durch die Abwesenheit formaler Richtlinien für die Kinderstars sozialer Medien, sind es die Freunde der YouTuber und die Plattformen selbst, die das Wohlergehen der kleinen Kinder zu kontrollieren haben. So haben prominente YouTuber sich dafür stark gemacht, die Eltern hinter dem DaddyOFive Kanal, denen Kindesmissbrauch vorgeworfen wird, zu verurteilen und sie haben ihren Einfluss ebenso dazu genutzt, um die Vorgehensweise der Eltern diversen Kinderschutzdiensten zu melden. YouTube hat angeblich ebenfalls reagiert, indem sie jegliche Werbung aus dem Kanal entfernt haben. YouTuber, die eine gemeinsame moralische Position vertreten, sind zweifellos hilfreich.

Größere Transparenz

Die Frage nach Kindern, Handel und Arbeit in sozialen Medien kann nicht nur auf YouTube beschränkt werden. Die australische PR-Leiterin Roxy Jacenko hat sich zum Beispiel gegen die Vorwürfe der Ausbeutung verteidigt, nachdem sie einen kommerziellen Instagram-Account ihrer kleinen Tochter Pixie erstellt und gemanagt hat. Pixie wurde schon im Alter von drei Jahren als „Prinzessin von Instagram“ bezeichnet. Trotzdem muss Jacenkos Entscheidung für Pixie von denen vieler anderer Eltern unterschieden werden, da sie, aus der PR-Branche stammend, in der Lage ist, begründete und ausgewählte Entscheidungen über die Anwesenheit ihrer Tochter in den sozialen Medien zu treffen.

Einige YouTuber versichern außerdem dem Publikum, dass die Teilnahme der Kinder freiwillig und optional ist, und dass sie es nicht als unangenehm empfinden. Dies wird sichergestellt, indem ihre Eltern Material über die Entstehung der Videos hochladen.
Außerdem macht auch das Fernsehen das Beste aus den Kindern in den sozialen Medien – wie beispielsweise die Ellen DeGeneres Show, die regelmäßig YouTube-Videos in der Show nutzt und oftmals auch die Kinder aus den Videos zu sich in die Show einlädt. Oft sollen sie die im Video gezeigten Handlungen live in der Show vor dem Publikum vorführen. Die Show verbreitet diese Programm-Clips auf seinem kooperierenden YouTube Kanal, für den sie manchmal auch Kinder mit hoher medialer Aufmerksamkeit vertraglich verpflichten, für ihre eigenen wiederkehrenden Show Teile daraus zur Verfügung zu stellen.

Letztlich unterliegen die Kinder, die im Fernsehen erscheinen, bestimmten Gesetzen und Vorschriften, die ihr Wohlbefinden sicherstellen sollen. Auf gewinnorientierten Kanälen wie YouTube und anderen Social-Media-Plattformen gibt es ein wenig Transparenz über die Rolle, die die Kinder spielen, die Bedingungen ihrer Arbeit. Außerdem kann man sich informieren, wie sie finanziell ausgeglichen werden – und ob dies überhaupt geschieht.

Kinder können durchaus in den Videos ihrer Eltern mitmachen – egal, ob dies nun zufällig geschieht, oder sie als Star der Show aufgebaut werden. Über dieses gesamte Spektrum hinweg müssen soziale Medien wie YouTube Regeln aufstellen, sodass die Beteiligung der Kinder transparent gestaltet und ihre Wohlbefinden sichergestellt wird.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Screenshot „DaddyOFive Apology“ via YouTube“ by Niklas Hamburg


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  • DATENSCHUTZ heise: Test zur Gesichtserkennung laut Datenschützerin am Bahnhof akzeptabel: Der von den Sicherheitsbehörden geplante Test biometrischer Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof Südkreuz geht aus Sicht der Bundesbeauftragen für Datenschutz in Ordnung. Das Projekt sei „für sich genommen noch nicht als schwerwiegender Eingriff zu sehen“, erklärte Andrea Voßhoff auf Anfrage. Das ändere allerdings nichts an „grundsätzlichen Bedenken“ gegen diese Technologie. „Sollten derartige Systeme später einmal in den Echtbetrieb gehen, wäre dies ein erheblicher Grundrechtseingriff“, so Voßhoff.

  • TECHNOLOGIE golem: Dells OLED-Monitor UltraSharp UP3017Q kommt doch: Der US-amerikanische Hardware-Hersteller hat hingegen anders lautender Aussagen nun doch angekündigt, den OLED-Monitor UltraSharp UP3017Q auf den Markt zu bringen. Zwischenzeitlich hieß es, das Modell würde eingestellt aufgrund von Blickwinkelproblemen. Für den Bereich der USA können Kunden das Gerät ab sofort bestellen, es ist mit einer Lieferzeit von ein bis zwei Wochen zu rechnen. Bisher hat sich OLED-Technik im IT-Bereich nur bei Wearables, Smartphones und Zusatzdisplays wie beim Macbook Pro 2016 verbreitet. Bei größeren Bildschirmdiagonalen sind vor allem Fernseher-Hersteller Panel-Abnehmer.

  • E-COMMERCE t3n: Die Zukunft von Magento: Das kommt auf Shopbetreiber zu: Nach gut einem Jahr Eigenständigkeit als Magento Inc. und mit Permira hat sich Magento im letzten Jahr sehr weiterentwickelt – und steht durch den neuen Investor besser da denn je. Die E-Commerce-Plattform wickelt inzwischen insgesamt ein Bestellvolumen von weltweit mehr als 100 Milliarden Dollar ab, das von mehr als 260.000 Kunden (davon gut 3.500 Enterprise-Kunden) generiert wird.

  • KI Welt: So stellt sich künstliche Intelligenz Menschen vor: Der Fernsehmaler und Unternehmer Bob Ross, leicht zu erkennen an seiner auffälligen Frisur, hat in einem neuen Kunstwerk dargestellt, wie es für eine künstliche Intelligenz unter Einfluss von LSD erscheinen muss, einen Menschen wahrzunehmen. Die Software, die zu dieser Wahrnehmung führt, sind Deep-Dream-Algorithmen von Google sowie der WaveNet Machine Learning Algorithm. Das Video zeige, so der Künstler, „wie sich ein Computer die Stimme von Bob Ross vorstellt und wie ein Computer ,halluziniert‘, was er in den einzelnen Videobildern sieht“, erklärt Alexander Reben, Künstler und Programmierer aus dem Silicon Valley.

  • HACKING Süddeutsche Zeitung: Mysteriöse Gruppe offenbart mutmaßliche Hacking-Angriffe der NSA: Eine mysteriöse Hackergruppe hat mehrere Datensätze veröffentlicht, aus denen hervorgehen soll, dass der US-Geheimdienst NSA Teile des globalen Geldverkehrs ausspioniert hat. Ebenfalls enthalten sind Werkzeuge, mit denen die Elite-Hacker der NSA wohl Windows-Betriebssysteme übernehmen konnten. Die Hacker nennen sich Shadowbrokers – in Anlehnung an das Computerspiel Mass Effect – und sind seit August 2016 unter diesem Namen aktiv. Ob und von wem sie Befehle erhalten, ist unklar. Sicher ist nur: Jede Veröffentlichung hat das Potenzial, die US-Beziehungen sowohl zur internationalen Gemeinschaft als auch zu amerikanischen Technik-Konzernen massiv zu beschädigen.

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Die Netzpiloten sind Partner beim e-Commerce Day

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In Köln findet am 12. Mai 2017 der 8. e-Commerce Day statt. Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Experten als auch an Einsteiger und bietet beiden Gruppen gleichermaßen Einblicke in die aktuellen Entwicklungen des e-Commerce sowie eine Plattform für den Dialog mit Branchenkennern. Es wird dieses Jahr über 30 Vorträge geben und die Besucher können über 81 Aussteller vor Ort treffen.

Jedes Jahr kommen über 1. 500 Menschen zum e-Commerce Day, um sich auszutauschen und zu netzwerken. Die teilnehmenden Aussteller repräsentieren die gesamte Wertschöpfungskette des e-Commerce und reichen von Logistikdienstleistern über Shop-Lösungen bis hin zu Spezialisten für Conversion-Optimierung. Bei Fragen können sich die Besucher auf der Veranstaltung an den Hauptsponsor plentymarkets sowie Hermes, Shopware, DHL und Interessensvertreter wie der Händlerbund und der Bundesverband Onlinehandel wenden.

RheinEnergie Stadion erleben

In der Zeit von 9 bis 18 Uhr haben die Besucher Zeit, sich über alle Neuigkeiten rund um e-Commerce zu informieren. Und im Anschluss steigt die legendäre Aftershow-Party mit kostenlosem Catering. Verschiedene Aktionen runden zudem den 8. e-Commerce Day ab. Ein Highlight ist ein 45-minütiger Rundgang durch den Veranstaltungsort, das RheinEnergie Stadion. Bei der Führung erhalten die Teilnehmer exklusive Einblicke, die sonst Trainern und Spielern vorbehalten bleiben. Außerdem gibt es den ganzen Tag über einer Fotoaktion, die den Teilnehmern die Möglichkeit eines Erinnerungsfotos vor der einzigartigen Kulisse des Stadions bietet.

Zu den Speaker auf der Veranstaltung gehören:

Hier könnt ihr euch Tickets für den e-Commerce Day sichern.

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Warum wir Fremden in der Sharing Economy mehr trauen als unseren Kollegen

Vertrauen ist ein wichtiges Element in jeder Beziehung, vor allem jedoch, wenn es sich um Finanzielles dreht. Der Aufstieg von Sharing Economy-Plattformen wie Airbnb und Uber – auf denen man einen Fremden für einen bestimmten Service entlohnt – ist besonders von Vertrauen abhängig. Sind sie wirklich, was sie vorgeben, zu sein? Werden sie erfüllen, was sie versprochen haben?

Mit digitaler Hilfe wird Vertrauen zwischen Personen aufgebaut, die sich noch nie getroffen haben. Tatsächlich zeigen meine Untersuchungen, dass, wenn diese Funktionen gut konzipiert sind, die Dienste der Sharing Economy mehr Vertrauen zwischen Fremden aufbauen als man zwischen zwei  Kollegen erwarten würde.

Das waren die Erkenntnisse der jüngsten Forschung über die Nutzer von BlaBlaCar, einer Plattform für Mitfahrgelegenheiten. Dieser Dienst wird weltweit für Fahrten von einer Stadt in die andere benutzt. Er verbindet Fahrer mit Menschen, die eine Mitfahrgelegenheit brauchen und bringt so das Trampen ins digitale Zeitalter.

Die Studie wurde zusammen mit Arun Sundararajan, einem Professor der New York University, Frédéric Mazzella, CEO von BlaBlaCar, und Verena Butt D’Espous, Kommunikationschefin von BlaBlaCar, publiziert. Wir führten eine Umfrage von 18.289 BlaBlaCar-Mitgliedern in elf europäischen Ländern durch und fanden heraus, dass 88 Prozent der Befragten einem Mitglied mit einem kompletten digitalen Profil besonders vertrauen würden.

Überraschenderweise ist dieser Wert höher als das Vertrauensniveau der Menschen in ihre Kollegen und Nachbarn. Tatsächlich sagten bei Nutzung des gleichen Maßstabs nur 58 Prozent der Befragten, dass sie einem Kollegen ‚vertrauen‘ würden und 42 Prozent würden einem Nachbarn ’sehr vertrauen‘. Beim Vertrauen zu vollständig ausgefüllten Profilen von Fremden auf der Seite für Mitfahrgelegenheiten lagen die Level fast genauso hoch wie für Familienmitglieder (94 Prozent) und Freunde (92 Prozent).

Dieses Vertrauen in Fremde hängt davon ab, wie sie sich online präsentieren. Die Strategie von BlaBlaCar, um Vertrauen aufzubauen, ist eine Kombination verschiedener Faktoren. Unter anderem gehören dazu kurze Biografien in Form von Selbstbeschreibungen und die Möglichkeit, persönliche Informationen wie die Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse auf dem Profil zu hinterlegen. Außerdem sind die Profile oft mit anderen Online-Profilen der Mitglieder auf Facebook oder LinkedIn  verbunden.

Der Schlüssel zum Erfolg

Ein anderer Weg, wie Vertrauen in der Sharing Economy aufgebaut wird, liegt darin, das Vertrauen der Nutzer in die Plattform selbst zu stärken. Wenn sie dem Unternehmen dahinter oder der Marke selbst vertrauen, wirkt sich das auf die aktiven Nutzer der Plattform

Ein Faktor gilt auch als verlässlich: Der Airbnb-Versicherungsschutz (bis zu 1 Million US-Dollar) greift automatisch bei jeder Transaktion. Ein Versicherungsschutz ist demnach wohl extrem relevant. Die Vermietung der eigenen Wohnung mit dem persönlichen Hab und Gut an einen Fremden scheint extrem risikoreich, der Versicherungsschutz jedoch gibt den Nutzern das Gefühl, dass sie auf alle  Eventualitäten vorbereitet wären.

Eine weitere wichtige Eigenschaft ist der Review-Prozess, bei dem sich Gastgeber und Gast gegenseitig bewerten. Das funktioniert ähnlich wie bei anderen elektronischen Marktplätzen, wie beispielsweise Ebay. Der Unterschied bei Unternehmen wie Airbnb ist, dass die Plattform sicherstellt, dass Bewertungen nur öffentlich werden, nachdem beide Seiten diese auch eingereicht haben. Das hindert Nutzer daran, sich gegenseitig positiv zu bewerten, nur weil sie Angst haben, für eine negative Bewertung bestraft zu werden. Die Bewertungen sind somit ehrlicher und verlässlicher.

Die Plattform bietet zudem Zimmer überall auf der Welt. Das führt zu einem Netzwerk-Effekt – weil viele andere diesen Dienst weltweit nutzen, muss er zwangsläufig sicher sein. Dem Nutzer ist das bewusst, wenn er auf der Plattform ist – und es hilft, Vertrauen aufzubauen.

Mit der steigenden Zahl an Menschen, die das Internet nutzen, werden Sharing Economy-Plattformen wie Airbnb und BlaBlaCar zur Norm. Die Überlebensfähigkeit dieser Neulinge hängt an ihrem Vermögen, Vertrauen zwischen ihren Dienstleistern und den Nutzern zu sichern. Ihre Seiten müssen also digital so konzipiert sein, dass diese Vertrauen zwischen Fremden aufbauen – dieser Faktor ist unwahrscheinlich wichtig.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „hitchhiker“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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Check-up Ireland: ein Blick zurück auf Dublin Tech und Wunschliste für 2017

Kalender, zuende, zu Ende, Ende, abgerissen, Jahresrückblick

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden 12 Monate werde ich nun die “Tech-Insel” aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Ein letzter Blick zurück auf die Dublin Tech im Jahr 2016 und eine Wunschliste für 2017

2016 war zweifelsohne ein lautes Jahr. Es war auch ein Jahr der Abstimmungen mit Ergebnissen, die kaum jemand vorhergesagt, geschweige denn erhofft hatte. Brexit und Trump haben aber für die irische Wirtschaft besondere Konsequenzen, die ich mit Sicherheit im Jahr 2017 noch besonders beleuchten werde. Dennoch zeigte sich Martin Shanahan, der Chef der Wirtschaftsförderung IDA, deren Auftrag es ist, multinationalen Firmen die Ansiedlung in Irland schmackhaft zu machen, auch zuletzt sehr locker beim Rückblick auf 2016 und beim Ausblick auf 2017: „Es war ein gewohnt ruhiges und für uns durchaus normales Jahr.“

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Diese Karte der IDA zeigt, wie viele Tech-Firmen zum Jahresende in Dublin angesiedelt sind. Quelle: Google Maps

Doch selbst mit Trump im Weißen Haus und mit schwarzen Brexit-Wolken am Horizont rechnet Irland 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent. Besonders die Hauptstadt Dublin mit ihrem Tech- und Startup-Sektor kann selbstbewusst zurück und nach vorne blicken. 2016 war ein durchweg gutes und in manchen Bereichen sogar hervorragendes Jahr für Dublin. Dazu ein paar Zahlen:

775 Startups mitsamt ihrer Firmenzentrale; 230 globale, multinationale Tech-Firmen, von denen 23 Prozent von Dublin aus produzieren; 50 Startup-Hubs; drei Universitäten mit rund 3.000 Absolventen im Bereich Computer-Science.

Auch im Bereich Funding sind die Zahlen beeindruckend. Bereits Ende September hatten Tech-Firmen in Irland 734 Millionen Euro von Investoren erhalten – im Vergleich zu 522 Millionen Euro im ganzen Jahr 2015.

Auch die Engel, die jeder Gründer so sehr braucht, waren 2016 fleißiger als 2015. Laut John Phelan vom Halo Business Angel Network werden die Engel – von denen 15 Prozent mehr unterwegs sind – am Ende des Jahres 13 Millionen Euro investiert haben (10,8 Millionen Euro im Jahr 2015). Das Ziel sei es, bis 2020 die Schwelle von 20 Millionen Euro pro Jahr zu erreichen.

Rekordzahlen an Investment werden in Dublin in einem Tech- und Startup-Ökosystem erreicht, das laut Johnny Walker von Health Founders immer mehr an Struktur gewinnt und in dem kleine Startups mit großen Fischen der Techwelt kollaborieren. Aus einem kleinen Google Doc der Dubliner Startup-Kommission erwuchs die TechIreland-Plattform, bedeutende Firmen wie ESB, Dublin Airport, New Ireland Assurance oder veranstalteten Hackathons für Startups, etabliertere Firmen wie Ding, Openet oder Cartrawler gaben mittels Investment und/ oder Mentoring zurück an die Community; Übernahmen wie die von Fleetmatics durch Verizon (2,1 Milliarden Euro) und Movidius durch Intel (322 Millionen Euro) sorgten für große Schlagzeilen in allen Zeitungen.

Ein Trend im Ökosystem ist der, dass internationale Gründer, die einst von bedeutenden multinationalen Firmen für den Standort Dublin rekrutiert worden waren, nunmehr ihr eigenes Glück versuchen. Firmen wie Cesanta, Profitero oder Iguazu sind gute Beispiele dafür.

Zwei der Sektoren, die 2016 von besonderer Bedeutung waren, sind TravelTech und FinTech. Dabei fanden auch Veranstaltungen wie PhoCusWright und IATA & CAPA, die für den Sektor TravelTech wichtig sind, in Dublin statt, während Ryanair Labs mittlerweile 150 Leute in unmittelbarer Nähe des Dubliner Flughafens beschäftigt. Dublin war schon immer als Zentrum für FinTech bekannt. Der Sektor ist aber zweifelsohne auch einer der wenigen, die im Brexit große Chancen sehen. Wenn man der IDA und den Immobilienmaklern Glauben schenkt, mehren sich die Anfragen großer Banken aus London nach Büroraum in Dublin.

Die Multinationals haben 2016 zum Glück nicht nur in Sachen Steuervermeidung Schlagzeilen gemacht:

  • Equifax gab die Eröffnung eines neuen R&D-Zentrums bekannt
  • Facebook hat 200 neue Stellen geschaffen
  • PayPal hat 100 neue Stellen geschaffen
  • HubSpot gab die Schaffung von 320 neuen Stellen bekannt
  • Slack gab die Schaffung von 80 neuen Stellen bekannt
  • Amazon gab die Schaffung von 500 neuen Stellen bekannt
  • LinkedIn gab die Schaffung von 200 neuen Stellen bekannt
  • Deloitte entschied sich für Dublin als Standort für ein neues Blockchain Lab
  • PTC gründete ein IoT R&D-Zentrum
  • Kaspersky Lab eröffnete ein R&D-Zentrum
  • Fitbit eröffnete ein neues Gebäud

Was die Politik anbetrifft, so war 2016 ein eher ruhiges Jahr für den Tech-Sektor. Die Minderheitsregierung, die eh kaum große Initiativen starten kann, weil sie das Okay der größten Oppositionspartei benötigt, hat zum Beispiel im letzten Haushalt kaum Maßnahmen untergebracht, die irischen Tech-Firmen den Sprung in internationale Märkte merklich erleichtern würden. Demzufolge steht die Politik auch ganz oben auf der …

… Wunschliste für 2017

  • Politik: Aktienoptionen müssen sich lohnen, Gleichstellung für Gründer bei der Einkommenssteuer, Änderungen im Steuersystem, die es attraktiver machen, Firmen wachsen zu lassen, statt sie früh zu verkaufen
  • Fokussierung auf wichtige Cluster: Standorte wie Cork, wo multinationale Pharma-Giganten wie Pfizer eng mit Universitäten und Startups zusammenarbeiten, zeigen, wie wichtig Cluster sind
  • Verbesserung bei internationalen Rankings für Dublin: von Universitäten bis hin zu digitaler Infrastruktur.
  • Stärkere Mobilität von talentierten Arbeitskräften: weg von Multinationals hin zu Startups

Ich werde in meiner Kolumne im November 2017 noch einmal auf die Wunschliste schauen, um Bilanz zu ziehen, aber auch generell das dann fast abgelaufene Jahr durch die Tech-Brille betrachten.


Image „Blockplan“ by BRRT (CC0 Public Domain)


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Alain Genevaux über Microsoft: „Wir sind eine Plattform-Firma“

Seit Anfang September 2016 leitet Alain Genevaux die Office Business Group bei Microsoft. Damit ist der seit 24 Jahren bei Microsoft tätige Vertriebsexperte der Nachfolger von Dr. Thorsten Hübschen, der in den letzten zehn Jahren das Office-Geschäft von Microsoft Deutschland geleitet hat. In den neuen Verantwortungsbereich von Genevaux fallen der Auf- und Weiterbau der sogenannten Produktivitätslösungen rund um Office 365. Dazu zählen Office 365, Skype for Business, SharePoint und Yammer. Darüber hinaus wird er die Einführung der „Microsoft Cloud Deutschland“ begleiten. Im Interview mit unserem Autor Tobias Schwarz reden die beiden über vernetztes Arbeiten und den Wandel bei Microsoft unter Satya Nadella.

Tobias Schwarz: Vernetztes Arbeiten und vernetztes Kommunizieren ist in kleinen Teams und Startups einfach, angenehm und fast schon üblich. Microsoft aber ist ein großes Unternehmen. Wie organisiert man unter diesen Bedingungen ein vernetztes Arbeitsumfeld?

Alain Genevaux: Dafür haben wir interne Tools, die das erlauben und unterstützen. Zum Beispiel Yammer, ein Tool, das uns dabei hilft, produktiv in Gruppen zu arbeiten. Das ist viel effizienter als per Mail. Über Yammer kann man Diskussionen nachvollziehen, Gespräche entwickeln und sich mit Kollegen auf der ganzen Welt austauschen. So werden Leute unternehmensweit vernetzt.

Menschen reagieren unterschiedlich auf neue Technologien. Wie macht Microsoft das? Nimmt man intern Mitarbeiter an die Hand und ist die Nutzung der Tools verpflichtend für die Mitarbeiter?

Die Nutzung der Tools ist nicht verpflichtend, das sind Optionen. Man kann natürlich weiterhin per E-Mail kommunizieren, wenn das für die eigene Arbeit am besten ist. Allerdings denke ich, dass wir alle so viele E-Mails bekommen, dass häufig die Konversationen nicht mehr nachzuvollziehen sind. Da sind Yammer oder das kürzlich gelaunchte Microsoft Teams weitaus effizienter. Hier wird der Themenfokus je nach Gruppe eingeschränkt und der Austausch ist fokussierter. Eine Pflicht ist das aber nicht.

Hat Microsoft sich auch in der Struktur seiner Abteilungen geändert, also an die Möglichkeiten neuer Kommunikationswege angepasst?

Wir sind in unseren Strukturen flexibler geworden. Grundsätzlich versuchen wir, statt kleinen Teams aus zwei bis drei Leuten eher Teams aus acht bis zwölf Personen zu schaffen. Früher haben wir häufig nach Seniorität Leute auf Management-Positionen befördert, sodass teilweise sehr kleine Teams entstehen konnten. Das ist so nicht mehr möglich. Wir legen großen Wert auf flache Hierarchien und agile Strukturen, die Entscheidungsfreiheit wird den Teams überlassen. Man muss nicht unbedingt über Satya Nadella gehen, um ein Ja oder Nein zu bekommen. Vertrauen wird nach unten delegiert und ein Team mit fünf, zehn oder zwanzig Leuten darf eine Entscheidung treffen und dafür die volle Verantwortung übernehmen. Es gibt die Möglichkeit, Fehler zu machen und aus den Fehlern zu lernen, um neue Ideen zu entwickeln.

Nicht jeder kann mit Verantwortung und Freiheit umgehen. Sie können aber trotzdem wertvolle Mitarbeiter sein. Wie integriert man ganz verschiedene Menschen in ein Microsoft-Team?

Ich glaube, wir entwickeln heutzutage unsere Manager eher als Coaches. Früher haben wir Mitarbeiter nach ganz genauen Zielen bewertet: Du hast etwas erreicht, also bekommst du einen Bonus. Jetzt achten wir bei Microsoft eher darauf, wie die Ziele erreicht wurden, das heißt, ob ich mit anderen Leuten zusammengearbeitet habe, ob ich Ideen aus anderen Gruppen eingebunden habe, um meine eigene Arbeit zu beschleunigen und zu verbessern. Das hat mehr Gewicht als die reine Zahl, die man erreicht hat. Damit sind die Manager eher Coaches geworden – so lassen sich alle Mitarbeiter besser integrieren, weil alle mit ihren individuellen Eigenschaften diese Ziele erreichen können.

Mit dieser Erkenntnis ist Microsoft seinen eigenen Kunden meist einen Schritt voraus. Nützt dies bei der Vermittlung, warum man Yammer oder Microsoft Teams nutzen sollte?

Sicherlich erleichtert unsere Unternehmenskultur den Umgang damit. Aber wir bieten den Mitarbeitern auch Schulungen an, in München gibt es zum Beispiel jeden Monat eine neue Liste von Trainingsangeboten. Das wird den IT- oder Marketing-Leuten angeboten, man hat also regelmäßig die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren. Natürlich wird von Microsoft-Mitarbeitern eher erwartet, dass sie sich von selbst mit den Tools beschäftigen, aber es gibt auch eine Learning-Plattform, die man gut nutzen kann, um neue Produkte kennenzulernen.

Was war in Ihrem bisherigen Lebenslauf die wichtigste Erfahrung für Ihren heutigen Job?

Ich habe drei Jahre für Microsoft in Amerika verbracht und war für eine weltweite Gruppe zuständig, ungefähr 500 Leute, die über die ganze Welt verstreut waren. Mein Chef hat mir zum Thema Kommunikation gesagt: „Du musst deine E-Mails so schreiben, also ob du jemanden anschreiben würdest, der oder die gerade erst vor zwei Tagen bei Microsoft reingekommen ist, kaum Englisch spricht und das Business noch nicht versteht. Und so präzise muss deine Kommunikation sein.“ Das heißt: keine Abkürzungen, keine langen Sätze, sondern einfache Kommunikation. Das hat eine viel größere Wirkung als ein langer Text, der einfach zu kompliziert ist.

Tools wie Microsoft Teams werden zwar über IT-Abteilungen in Unternehmen integriert, nutzen müssen es aber die Mitarbeiter. Wie überzeugt man diese davon, ein neues Tool zu nutzen?

Wir merken bei Cloud-Lösungen, dass die IT-Abteilung nicht mehr sonderlich involviert ist. Die Entscheidung, solch eine Cloud-Lösung einzusetzen, kommt von den Fachbereichen. Das Marketing würde entscheiden, dass es näher am Kunden sein muss und die Lösung dafür braucht. Der Vertrieb würde sagen, dass er mehr Umsatz generieren muss – dafür braucht er beispielsweise ein CHM-Tool, das so etwas erlaubt. Da die Finanz- und Entscheidungskraft für Einkäufe von Tools heutzutage in den Fachbereichen sitzt, nicht mehr nur beim Einkauf, sammelt und konsolidiert die IT diese ganzen Produkte erst einmal, ist bei den Entscheidungen aber nicht mehr der erste Ansprechpartner.

Wie vernetzt man so unterschiedlichen Tools wie Yammer, Skype und das neue Microsoft Teams?

Wir schauen, nach welchem Bedürfnis unsere Kunden fragen, das ist erstmal wichtig. Wie kommunizieren Business-Kunden? Wie kommunizieren unsere Konsumenten? Was ist am effizientesten? So werden die neuen Entwicklungen definiert. Ob Yammer oder Teams so integriert werden, hat damit zu tun, wie unsere Kunden arbeiten – ob sie effizienter arbeiten, um erfolgreicher zu werden. Darum geht es letztendlich. Der Kunde steht immer im Mittelpunkt der Entwicklung. Das ist wichtig.

Wie viel Einfluss hat der Kunde auf die Produktentwicklung?

Die Welt ist nicht mehr einheitlich, man arbeitet nicht mehr nur mit Microsoft oder nur Google. Nochmal zum Thema: wir arbeiten mit Kunden. Der Kunde möchte eine Plattform haben, um damit Applikationen laufen lassen zu können und wir bei Microsoft wollen versuchen, dass unsere Produkte auf allen Plattformen genutzt werden und verfügbar sind. Wenn Sie sich heute ein iPhone anschauen, heißen die Top-Applikationen Word, Excel, PowerPoint, Skype, Wunderlist und so weiter. Das sind alles Microsoft-Applikationen, die genauso für iOS oder Android laufen. Und hier kommen diese Welten zusammen. Es gibt Bereiche, innerhalb derer wir in einem harten Wettbewerb sind und es gibt Bereiche, bei denen wir zusammenarbeiten, weil die Kunden so vernetzt arbeiten. Das ist die neue Cloud-Welt.

Ein paar der Microsoft-Apps, beispielsweise Microsoft Outlook für Android, sind hervorragende Android-Apps. Ich finde, dass Microsoft das schafft, ist sehr überraschend.

Wieso überraschend?

Weil Microsoft sich sehr lange Open-Source-Plattformen verweigert hat. Zuletzt merkte man aber in verschiedenen Bereichen, dass Microsoft sich zu öffnen scheint.

Das ist tatsächlich die Philosophie, die unser CEO Satya Nadella geprägt hat, seit er der Chef ist. Wir sind tatsächlich eine Productivity- und Plattform-Firma. Productivity bedeutet, Office soll zum Beispiel überall so laufen, dass alle Kunden produktiv sein können – egal, was sie nutzen. Es geht in erster Linie um Produktivität durch Office-Produkte. Excel, PowerPoint, Skype – on the road und mobil – das hat mit Produktivität zu tun. Und zur Plattform: wir sind grundsätzlich eine Plattform-Firma. Das war auch vorhin das Beispiel. Wir haben drei wesentliche Plattformen: Office, Azure und Windows, auf denen entwickelt wird. Es sollte keine Verwirrung geben. Das ist auch die Philosophie von Microsoft.


Image: Alain Geneveaux by Microsoft


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Check-up Ireland: FoodCloud vertreibt dunkle Wolken der Essensarmut

Irland, Ireland, Natur, Sonne, Schnee, Frost, Winter, Sonnenstrahlen, Weihnachten

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden zwölf Monate werde ich nun die „Tech-Insel“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

FoodCloud vertreibt dunkle Wolken der Essens-Armut

Wohltätigkeit wird nicht nur in Irland gerade in der Vorweihnachtszeit großgeschrieben. Es wird rege gespendet für Bedürftige in Haiti oder Syrien, aber auch für Obdachlose in der eigenen Stadt. Der Crash mag vorbei sein und die Wirtschaft mag wachsen, doch nicht überall ist die Wende zu spüren. Das hat die Regierung bei der Wahl erfahren, als trotz sinkender Arbeitslosigkeit aus einer satten Mehrheit eine wankende Minderheitsregierung wurde. Zu viele Erwachsene, aber vor allem zu viele Kinder werden in Dublin nicht satt. Das Gerede vom neuen Boom ist die alte Leier derer, die eh schon genug Geld haben. Statt des wiedererwachten keltischen Tigers sehen die Armen in Vororten wie Tallaght nur streunende Katzen – die aber wenigstens die Ratten vertreiben.

Nicht von ungefähr wurde Tallaght gewählt, um eine neue Initiative vorzustellen, die der Essensarmut den Kampf angesagt hat. „FoodCloud“, eine Online-Plattform, die Geschäfte, die überschüssige Lebensmittel haben, mit Wohltätigkeitsorganisationen zusammenbringt, hat sich mit der „Bia Food Initiative“ vereint, einem Betreiber von Depots in ganz Irland, über die Essen umverteilt wird. Deren neuer Name lautet „FoodCloud Hubs“ und im Sinne von „gemeinsam sind wir stark“ hilft man jetzt den Schwachen in Irland, Essensarmut zu überwinden. FoodCloud bietet Lösungen für überschüssige Lebensmittel bei jedem Schritt der Lieferkette an.

Neben Bedürftigen aus Tallaght und den unvermeidlichen Politikern fanden sich beim FoodCloud-Launch auch viele Mitglieder der Startup-Community, die sich auch bei „normalen“ Startup-Events über Technologien informieren oder Lösungen diskutieren. Das Wie, Wer und Wo zu Finanzierung und Talent-Aquise wurde bei diesem Anlass aber vom Was-kann-ich-tun und Wo-kann-ich-mich-einbringen in Bezug auf Social Enterprise ersetzt. Über der FoodCloud schwebten hier die Gedanken des Dubliner Tech-Kosmos zu Bereichen wie Umwelt, Verschwendung und Ernährung. Nichts fühlte sich hier abgehoben an. Für die Bodenhaftung sorgten allein schon die Menschen aus Tallaght und deren Schicksale, sowie die Lieder des High Hopes Choir, der aus Obdachlosen besteht.

So manch einer der anwesenden Gründer hat sich aber in Tallaght nicht zum ersten Mal mit Unternehmensvorsätzen beschäftigt. Mehr und mehr geht „Social“ mit „Enterprise“ einher – Startups und ihre Netzwerke diskutieren innovative Lösungen zu alten Problemen und sorgen somit dafür, dass Tech vollkommen neue Schichten der Bevölkerung durchdringt. Populistisches Gerede à la Trump von der „Tech-Elite, die nichts für die Zurückgelassenen tut“, würde zumindest in Tallaght nicht gut ankommen. Der Mann hat eh mit seinem Luxus-Golf-Ressort an der Westküste Irlands, wo die Elite Greenfees um die 200 Euro zu zahlen hat, genug zu tun.

Auch im Bereich Social Enterprise beweisen irische Initiativen und Unternehmen wie FoodCloud, dass die Lösungen, die lokal funktionieren, oft auch global eingesetzt werden können. CoderDojo oder ChangeX sind weitere Beispiele, die eine Würdigung verdienen – und das nicht nur zur Weihnachtszeit.


Image Irland by flesheatingbug (CC0 Public Domain)


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Uber zerstört die Share Economy mit seinen fahrerlosen Autos

Taxi Cabs vs Uber (adapted) (Image by Aaron Parecki [CC BY 20] via Flickr)

Die Ankündigung von Uber, dass das Unternehmen in Pittsburgh, USA, fahrerlose Autos einführen will, stellt nicht nur die Zukunft der Share Economy, die auch durch Ubers Hilfe etabliert wurde, sondern auch die Zukunft von Beschäftigungsverhältnissen im weiteren Sinne in Frage. Eines ist aber sicher: Obwohl sich Uber verändert, wird die Art, wie es unsere Arbeitsweise verändert hat, bestehen bleiben.

Uber ist praktisch zum Synonym für Ideen für neue Geschäftsmodelle geworden. Es ist so bekannt, dass tatsächlich sogar ein neues Wort daraus entstanden ist – „ubersation“ – das die Art von Arbeit beschreibt, die über Online-Plattformen in sogenannten Share Economies verwaltet wird. Die Firma ist in vielerlei Hinsicht ein Sinnbild des flinken Ideenreichtums, mit dem der Kapitalismus es schafft, von der Technologie gestützt Wirtschaftskrisen zu überleben, neue kreative Lösungen für alte Probleme zu finden und sich am laufenden Band selbst neu zu erfinden.

Fahrerlose Autos sind nur ein weiteres Beispiel dafür. Nachdem es 2009 gegründet wurde, ein Jahr nach Airbnb und Taskrabbit, war Uber eines der ersten Serviceunternehmen, das einen Weg fand, Investitionen großer Mengen in abwertenden Anlagen zu vermeiden, wie zum Beispiel einen Fuhrpark, spezielle Werkzeuge oder teure Immobilien. Die Lösung? Das Risiko wurde ausgelagert und die Vermögenswerte anderer Leute genutzt.

Im Original-Modell von Uber fielen die Kosten des Kaufens und Wartens der Autos den Fahrern, beziehungsweise Eigentümern, zu, nicht der Firma. Die Einstellung gegenüber Arbeitern war ähnlich: wieso in die eigene Arbeitskraft investieren, mit all der Verantwortung die damit einhergeht, ein Arbeitgeber zu sein, wenn man den Service von Menschen nutzen kann, die für ihre eigene Ausbildung, ihre Ferien und ihre Rente zahlen und die Verantwortung für ihre Ausfallzeit selbst tragen?

Onlineplattformen behaupten, dass sie keine Arbeitgeber seien – sie seien nur ein Hightech-Gesprächspartner zur Bereitstellung und Anforderung von Diensten. Sie profitieren, indem sie bei allen Transaktionen Reduzierungen durchführen. Und sie können mit minimalen Investitionen schnell in neue Märkte expandieren.

Vorteile nutzen

Einer der Gründe, warum Uber so viel mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat als andere Plattformen die Arbeit auf Abruf anbieten (wie Taskrabbit, Handy, Upwork oder PeoplePerHour) ist, dass es einen Bereich betreten hat – den der Taxiservices – wo die Arbeiter bereits organisiert waren. Taxifahrer in vielen Städten haben eine lange Geschichte des Zusammenschlusses vorzuweisen, um Regeln festzulegen und mit öffentlichen Behörden über Dinge wie Standardtarife, die Standorte der Taxistände und die Bedingungen für den Erhalt einer Lizenz zu verhandeln.

Das steht im Gegensatz zu Menschen, die Dienstleistungen wie das Putzen von Fenstern, Gartenarbeit, Kinderhüten oder Möbelmontage zur Verfügung stellen, wie es andere Plattformen anbieten. Londoner Taxifahrer der „Black Cabs“ verbringen normalerweise 4 Jahre damit, sich das „Wissen“ anzueignen, also alle möglichen Routen durch die Stadt zu kennen. Dies ist eine Voraussetzung für den Erhalt einer Lizenz. Es ist daher nicht überraschend, dass der Einstieg von Uber in ihren Markt einen Proteststurm hervorrief.

Der Erfolg von GPS machte vieles von dem hart erarbeiteten Wissen obsolet und öffnete das zuvor wohlgehütete Gebiet des Taxifahrens jedem Menschen mit einem Auto und einem Smartphone, der sich etwas dazuverdienen wollte. Niedrigere Preise machten private Fahrten außerdem für die Menschen erschwinglich, die früher eine Taxifahrt als gelegentlichen Luxus angesehen haben.

Diese Vorteile konnten aber nicht für immer anhalten. Wettbewerber erschienen auf der Bühne. Öffentliche Behörden wurden für die Notwendigkeit, diese neue Art von Taxiservice zu reglementieren, sensibilisiert – was, wenn es einen tödlichen Unfall gäbe? Was, wenn der Fahrer oder der Fahrgast angegriffen würden? Wer wäre für die Versicherung zuständig? Auch die Fahrer fingen bald an, sich wie ausgebeutete Arbeiter zu fühlen, statt unbeschwerte Unternehmer sein zu können.

Wenn Uber schon die Gebühren festlegte und vorschrieb, wie sie zu arbeiten hatten, sollten sie dann nicht auch anfangen, die Verantwortungen eines Arbeitgebers zu übernehmen? Uber war deshalb sowohl in den USA als auch in Großbritannien mit gerichtlichen Verfahren konfrontiert. Manche der Uber-Fahrer aus den USA haben sogar als Alternative ihre eigene Kooperation mit Fahrern von Lyft, einem ähnlichen Service, aufgebaut.

Ruhig bleiben und weitermachen

In der Zwischenzeit ist Uber zu einem riesigen Unternehmen mit weltweiter Ausbreitung und einem Umsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 geworden. Sein letzter Versuch, sich selbst neu zu erfinden, nimmt interessanterweise eine der klassischen Strategien der Industrie aus der Vergangenheit auf, um den Profit zu steigern – die Automatisierung. Während es den Plan der Vergangenheit, die Arbeiter die Investitionen allein machen zu lassen, beiseite schiebt, steckt Uber sein eigenes Geld in eine neue Technologie: fahrerlose Autos. Wenn sich das Risiko auszahlt, wird dies wahrscheinlich mehrere Auswirkungen haben.

Die Position traditioneller Taxiunternehmen wird weiterhin unterminiert werden, indem günstigerer Service angeboten wird (möglicherweise auch die Stellen von Ubers eigenen Eigentümern oder Fahrern). Zudem werden auch Wettbewerber verdrängt werden. Neuanbieter auf diesem Markt der fahrerlosen Taxis würden in eine Flotte solcher Fahrzeuge investieren müssen. Dies könnte die Nahezu-Monopolstellung, die Uber schon in manchen Städten hat, festigen und den Namen Uber so zum Synonym für Taxiservice machen, wie es zum Beispiel Hoover für Staubsauger oder Kleenex für Taschentücher ist. Wenn uns die Geschichte eines lehrt, dann ist es, dass dies nicht zu Massenarbeitslosigkeit führen wird.

Bereits vorhandene Uber-Fahrer würden möglicherweise arbeitslos werden, aber diese Form von Restrukturierung verheißt nur, dass neue Jobs geschaffen werden, während und obwohl sie andere zerstört. Fahrerlose Autos könnten aus professionellen Fahrern das machen, was Waschmaschinen aus Wäschereiarbeitern machten. Der Kapitalismus aber, zerstörerisch wie immer, macht weiter wie zuvor.

Wenn das nun aber die Zukunft von Uber ist, was wird dann aus der Zukunft der ‚uberisation‘? Die Beweise sprechen dafür, dass es Teil eines großen Trends ist, der unaufhaltsam wächst. In allen Wirtschaftsbereichen wird Arbeit auf Abruf als neue Form für Jobs gelten, die von Aushilfslehrern über Agentur-Krankenschwestern und Supermarktkassierern bis hin zu Callcenter-Angestellten reichen.

Eine neue Studie mit 2238 Menschen, die wir an der Hertfordshire Business School durchführten, legte nahe, dass drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung Großbritanniens „mindestens wöchentlich“ für Online-Plattformen arbeiten, während viele mehr (etwa elf Prozent) dies hin und wieder tun. Geschätzte 2,5 Prozent der Arbeitnehmer haben Null-Stunden-Verträge und sechs Prozent haben einen befristeten Vertrag.

Die letzten Statistiken der Regierung des Vereinigten Königreichs zeigen, dass mehr als eine Million Menschen einen Zweitjob haben und knapp fünf Millionen Menschen selbstständig sind. Uber mag sich verändern, solange es aber keine radikalen Veränderungen in der Arbeitsregelung und des Sozialsystems gibt, sieht es so aus, als wäre die ‚uberisation‘ gekommen, um zu bleiben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Taxi Cabs vs Uber“ by Aaron Parecki (CC BY 2.0)


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Warum es falsch war, Facebook für seine Zensur zu tadeln

facebook(image by FirmBee[CC0 Public Domain] via Pixabay)

Die Entscheidung von Facebook, ein Posting eines Norwegers zu blockieren, das ein Bild beinhaltete, das einst den Pulitzerpreis gewann und ein verängstigtes und nacktes Mädchen zeigt, das vor einer Napalm-Attacke während des Vietnamkriegs flieht, wurde von Journalisten und anderen Vertretern der Meinungsfreiheit mir einem Aufschrei der Empörung aufgenommen.

Der norwegische Autor Tom Egeland hatte das Bild auf seiner Facebookseite als einen Teil der Reihe „Sieben Fotos, die die Geschichte der Kriegsführung veränderten“ gepostet. Sein Nutzerkonto auf Facebook wurde anschließend blockiert. Als die norwegische Aftenposten hierüber berichtete und dabei auch das Bild in der Berichterstattung zeigte und es auf Facebook postete, wurde das Bild auch hier geblockt. Facebook zitierte seine Richtlinien, die das Hochladen von Bildern, welche nackte Kinder zeigen, als Teil ihres Kampfes gegen die Kinderpornographie auf der Plattform verbieten.

Von nun an gerieten die Dinge vollends außer Kontrolle. Die Zeitung bildete das Foto quer über seiner Titelseite ab (das Gleiche taten auch andere Nachrichtenkanäle, einschließlich des Guardian in Großbritannien), gefolgt von einem Brief, der mit „Lieber Mark Zuckerberg“ betitel wurde, verfasst von dem Herausgeber Espen Egil Hansen. Hansen drückte seine Befürchtungen aus, dass „der mächtigste Herausgeber der Welt“, der verantwortlich ist für „das wichtigste Medium der Welt“, seiner Meinung nach „die Freiheit einschränkt, statt versucht, sie zu vergrößern.“

Norwegens Premierministerin Erna Solberg schaltete sich auch ein, indem sie die „zutiefst zu bedauernde“ Entscheidung einen Versuch nannte, „unsere gemeinsame Geschichte zu editieren.“ Der CEO des Index of Censorship, Jodie Ginsberg, drückte es noch unverblümter aus: „Absolut idiotisch“, verkündete sie. Journalisten, Politiker und andere Menschen auf der ganzen Welt publizierten das Bild erneut als eine Form des Protests und als ein Zeichen der Solidarität.

Nach ein paar Tagen machte Facebook einen Rückzieher. Es stellte das Foto wieder ein und zitierte seinen „ikonischen Status als Bild mit einer historischen Bedeutung“ was, wie gesagt wurde, „schwerer wiegt als der Schutz der Gemeinschaft durch seine Entfernung.“ Das Unternehmen versprach, „unsere Rezensions-Mechanismen anzupassen“ und sich mit „Herausgebern und anderen Mitgliedern unserer globalen Gemeinschaft bezüglich dieser wichtigen Fragen, die vor uns liegen“, zusammen zu tun. Es war eine gute, wenn auch verspätete Entscheidung. Aber war es ein Sieg für die Meinungsfreiheit? Nicht grundsätzlich.

Zweimal falsch über ein richtig

Facebooks ursprüngliches Argument, dass das Posten des ikonischen Fotos es anschließend schwerer machen würde, das Posten von Fotos anderer nackter Kinder zu verbieten, war wohl unaufrichtig, aber auch einfach falsch. Eine Firma mit den offensichtlichen und tatsächlich unglaublichen technischen Erfahrungen, über die sie sicher verfügt, kann bestimmt einen Algorithmus entwickeln, der solche Kennzeichen wie den Pulitzerpreis berücksichtigt, wenn eine Veröffentlichungs-Aufforderung gemacht wird.

Auch wenn es hier zunächst größere Schwierigkeiten mit den Algorithem gibt, die solche Entscheidungen über die Veröffentlichung treffen, mit der Hilfe von Menschen oder auch ohne, sollte das Problem in diesem speziellen Fall gar nicht erst aufgetaucht sein. Aber die Herausgeber stehen mit der Entscheidung auch auf tönernen Füßen, wenn sie Facebook vorschreiben wollen, was es veröffentlichen darf und was nicht. Es ist tatsächlich ironisch, dass sie denken, das zu tun wäre angemessen, wenn nicht sogar die richtige Verhaltensweise. Um zu verstehen, wieso dies geschehen ist, muss man sich die verständliche Wut vorstellen, wenn es andersrum wäre: wenn eine dritte Plattform (oder auch jeder andere) versuchen würde, einem Journalisten vorzuschreiben, welche Artikel er oder sie verfassen soll und wie diese wiedergegeben werden dürfen.

Die Pressefreiheit vermittelt das Recht, freie Entscheidungen darüber zu treffen, über was berichtet wird, wie berichtet wird und was mit den Informationen passiert, nachdem man über diese verfügt. Es ist die Freiheit zu entscheiden, was man sagt, genauso wie, wann und wo und wie man es sagt. Sie vermittelt auch das Recht, gar nichts zu sagen.

Jeder Herausgeber muss über diese Freiheit verfügen, wenn sie irgendeine Bedeutung hat – einschließlich, ja, einschließlich Facebook. Entgegen seiner kürzlichen, komplizierten Versuche, sich selbst als eine „Technikfirma“ oder Plattform zu definieren, statt als eine „Medienfirma“, ist es ganz klar beides.

Eine Entscheidung Facebooks, bestimmte Teile einer Information nicht erscheinen zu lassen, könnte eine schlechte Entscheidung sein – ob es auf den Richtlinien basiert oder eher auf einem Algorithmus, in den einige Kleinigkeiten noch eingebaut werden müssen – aber es ist weder Tyrannei noch Zensur. Das Unternehmen hat anderen Menschen nicht gesagt, was sie mit dem Foto machen können oder sollten. Es hat eher sein Recht ausgeübt, die Entscheidung in Verbindung mit dem Bild auf seiner eigenen Seite zu treffen.

Die Macht der Plattform

Was die Angelegenheit trotz allem noch verzwickter macht, ist, dass die Aftenposten mit ihrer umfassenden Anklage recht hat, dass Facebook über noch nie dagewesene globale Macht bei dem Fluss von Informationen verfügt. Aber diese Macht über die Presse, die von bedeutendem Ausmaß ist, unterscheidet sich eigentlich ziemlich von der Zensur, wie sie traditionellerweise und auch juristisch definiert wird.

Facebook kann es nicht verhindern, wenn etwas für die Öffentlichkeit sichtbar werden soll, da es keine Kontrolle darüber hat, was die Verfasser veröffentlichen oder was andere Nutzer über ihre eigenen Kanäle senden. (Selbst Einzelpersonen wie der Autor Egeland können Informationen unter anderem durch ihren Blog verbreiten, neben vielen weiteren Optionen.)

Die Macht, die Facebook dennoch hat, ist die, die Sichtbarkeit eines Inhalts auszudehnen, nachdem es veröffentlicht oder geschickt wurde. Im Gegenzug ist diese Sichtbarkeit, wenn Facebook sich dazu entschließt, die Macht der erweiterten Sichtbarkeit nicht einzusetzen – wie es ein Recht dazu hat – deutlich begrenzt. Und noch wichtiger: geschätzte 40 Prozent der Besucher einer Nachrichtenseite kommen ursprünglich von Facebook, die Prozentzahl ist somit sogar höher als die von Google. Das Problem für die kommerziellen Medien ist somit primär ein ökonomisches – ihre Fähigkeit, Einnahmen zu erzielen, hängt völlig davon ab, ob die Leute ihre Waren sehen (und sich im Idealfall auf diese einlassen) und von den Informationen, die sie produzieren und liefern – und nur im weiteren Sinn ein Problem der Editierung.

Die derzeitige Gesetzgebung tendiert dazu, die ökonomischen und die redaktionellen Bereiche separat zu behandeln: den ersten als eine primär kommerzielle Angelegenheit und den zweiten als eine Problematik der zivilen Freiheit, zu dem beispielsweise auch die Meinungsfreiheit gehört. Ein solches zwiespältiges Verständnis funktioniert gut genug, wenn die beiden Parteien zugleich die Schaffung der Inhalte sowie deren Verteilung kontrollieren. Aber im vergangenen Jahrzehnt veränderte sich die Situation mit der unaufhaltsamen Zunahme und dem exponentiellen Wachstum von externen Plattformen. Medienkonzerne produzieren ihre Inhalte nicht mehr alle selbst (zum Beispiel verlassen sie sich immer mehr auf Material, das durch die Nutzer geschaffen wurde) und sie kontrollieren eine abnehmende Anzahl der Art und Weisen, wie diese zugänglich sind.

Ihre Reichweite ist auf diese Weise eingeschränkt durch die Verfügbarkeit ihres Inhalts auf dem Informations-Lieferungs-Mechanismus einer anderen Person. Zusätzlich zu Facebook und Google umfassen diese Mechanismen Twitter, YouTube (das zu Google gehört), Yahoo! und ein schnell zunehmende Anzahl anderer Technologien des „social Sharing“. In anderen Worten liegt die Effektivität der Nachrichtenfirmen und möglicherweise auch ihr Überleben, zumindest bis zu einem gewissen Grad, nicht in ihren Händen. Die Situation ist beängstigend und frustrierend zugleich. Der Herausgeber der Aftenposten verkündete auf seiner Titelseite mit seinem „Brief“ an den Facebook-Chef: „Redakteure können mit dir als Meister-Redakteur nicht leben.“ Und obwohl er es nicht gesagt hat, als einen Meister-Herausgeber ebenfalls nicht.

Dennoch müssen sie mit Zuckerberg und seinen Kollegen leben – irgendwie. In der voraussehbaren Zukunft werden Inhalte geteilt, aber die Dimensionen, in diesen dieser geteilte Inhalt erscheint, wird der Kontrolle diverser Entitäten unterliegen, die über verschiedene Organisationskulturen und verschiedene Vorstellungen, was einen wertvollen Inhalt ausmacht und über verschiedene ökonomische Interessen verfügen. Der unvermeidbare Kampf um diesen höchst umstrittenen Schauplatz hat jede Menge Auswirkungen – nicht nur für die Medien- und Technologieunternehmen, welche direkt involviert sind, sondern auch für Millionen von Menschen, die sich darauf verlassen, dass beide ihre Arbeit verrichten – und zusammenarbeiten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Facebook“ by FirmBee (CC0 Public Domain)


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Wie wir die Nachbarschaft digital verbessern können

washington (image by tpsdave [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Für viele Menschen ist es wichtig, eine gute Beziehung zu den Nachbarn zu haben. Wer auf dem Land wohnt, kennt seine Nachbarn meistens. Doch in Großstädten leben die Menschen oft sehr anonym und kennen ihre Nachbarn nur selten.

Mir geht es ähnlich. Ich wohne seit etwa einem Monat in einer Wohnung in Hamburg, wer in meiner Straße wohnt, weiß ich immer noch nicht.  Aber auch die meisten Leute in meinem Haus kenne ich nicht. Bis auf ein kurzes „Hallo“ im Flur hat man keinen Kontakt zueinander. Doch vor kurzer Zeit hatte ich plötzlich Post von meinen Nachbarn im Briefkasten – und zwar einen Flyer von der Plattform nebenan.de.

Soziale Netzwerke für Nachbarn

Plattformen wie nebenan.de, nachbarschaft.net, wirnachbarn.com und die App Roundhere setzten sich für bessere Nachbarschaften ein. Sie verbinden sich mit interessierten Nachbarn und verteilen Flyer. „Wir sind eine Gruppe von Anwohnern, die ihre Nachbarn besser kennenlernen und die Gemeinschaft untereinander stärken möchten“, stand auf meinem Flyer. Mithilfe meiner genauen Adresse und einem auf dem Flyer angegebenen Passwort konnte ich mich auf der Website anmelden. Durch das Passwort haben wirklich nur echte Nachbarn Zugang zu den Inhalten einer Nachbarschaft. 

Im Gegensatz zu sozialen Netzwerken wie Facebook geht es bei den Nachbarschafts-Portalen nicht darum, sich mit der ganzen Welt zu vernetzten, sondern nur mit den direkten Nachbarn. „Wir denken den Begriff soziales Netzwerk anders und neu. Oft fallen einem zu dem Begriff Schlagwörter wie Datenschutz, Fakeprofile und Shitstorm ein. Die Währung unseres Konzepts heißt Vertrauen. Dass man sich bei uns nur unter richtigem Namen anmelden kann, hat immense Auswirkungen auf die Art und Weise, wie die Menschen miteinander umgehen“, bemerkt Ina Brunk, Mitgründerin von nebenan.de im Interview mit dem Netzpiloten- Magazin „Hello-Familie“.

Sharing Economy funktioniert auch in der Nachbarschaft

Aber es geht nicht nur darum, seine Nachbarn kennenzulernen. Die Nutzer geben sich Empfehlungen zu Ärzten oder Handwerkern, vermitteln Dienstleister wie Babysitter und leihen sich Gegenstände aus. Auch gemeinsame Veranstaltungen wie Grill- oder Straßenfeste können dort geplant werden.

„Wir dachten, dass das pragmatischer wird: dass man sich für bestimmte Themen und Interessen zusammenschließt – zusammen joggen, eine Leiter borgen. Aber die Menschen scheinen ein großes Bedürfnis nach nachbarschaftlichen Beziehungen zu haben, die darüber hinausgehen“, so Ina Brunk. Ihr Co-Gründer Christian Vollmann kam auf die Idee für diese Plattform, weil er schon ein Jahr in seiner Wohnung lebte und trotzdem noch keinen seiner Nachbarn kannte. Er klingelte einfach mal bei seinen Nachbarn und stellte sich vor – so wie man das früher eben machte. Weil das gut funktionierte, kam ihm die Idee zu dem Online-Netzwerk für Nachbarn.

„Wir wollen die Interaktion in der realen Welt nicht ersetzen, sondern sie wieder beleben – mithilfe des Internets. Und tatsächlich: Fast alles, das auf nebenan.de stattfindet, wird im echten Leben weitergeführt oder findet dort seinen Abschluss.“, stellt Ina Brunk fest. Die Motivation zur Gründung von nebenan.de war der häufig stiefmütterliche Umgang mit den Nachbarn. Denn gerade die Nachbarschaft gibt Antworten auf die großen gesellschaftlichen Themen wie demographischer Wandel, Anonymisierung der Gesellschaft und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen. Außerdem sind die Gründer überzeugt, dass die Nachbarschaft neben Familie, Freunden und dem Beruf die dritte wichtige soziale Säule für das menschliche Wohlbefinden ist.

„Diese Nachbarschaftsportale bezeugen ein Bedürfnis, irgendwo anzukommen in einer hektischen, rastlosen Welt, in der wir durch Studiengänge oder Jobs quer durch Europa geschleudert werden. Plötzlich ist der Wunsch nach Verankerung wieder da“, bestätigt Martin Herrndorf, Mitinitiator der Initiative Agora.

Es kommt Bewegung in die Nachbarschaften

In den USA haben sich diese Portale schon stark verbreitet. Im Vergleich dazu sind die Mitgliederzahlen in Deutschland noch relativ gering, aber vor allem in Großstädten ist die Tendenz steigend. „Mittlerweile gibt es mehr als 1000 Nachbarschaften in etwa 30 Städten in ganz Deutschland“, fasst Brunk zusammen.

In meiner Nachbarschaft kam das Netzwerk bisher sehr gut an. Es haben sich bereits viele Nachbarn angemeldet und Beiträge veröffentlicht. Außerdem freuten sich die Leute über neue Kontakte und den Austausch untereinander.

Hier geht es zur gesamten Edition rund um das Thema Nachbarschaft: Hello-Familie.de


Image „Washington“ by tpsdave (CC0 Public Domain)


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Der Buzzword-Check: Wie innovativ ist der Commerce-Sektor in Deutschland?

lightbulb (image by Unsplash [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Einen guten Eindruck über die Innovationskraft der deutschen Gründerszene vermitteln Plattformen wie die Bits&Pretzels, die vom vergangenen Sonntag bis Dienstag in München stattgefunden hat. In sechs Themen-Clustern haben Startups Besucher und Investoren mit ihren Drei-Minuten-Pitches von ihrer Geschäftsidee überzeugt – oder eben nicht. Die von den Veranstaltern ausgemachten Innovationsfelder waren Future Commerce, Fast Mobility, Hot Lifestyle, Sophisticated IoT, Smart Company und Big Money.

„Im Vergleich zu den anderen Clustern war der Commerce Cluster mit Abstand der am weitesten Entwickelte. Das gilt sowohl für die Qualität der Pitches als auch die Innovationskraft“, so Marie Hélène Ametsreiter, Partner beim Seed-Investor Speedinvest und Mitglied in der Jury, die den besten Pitch gekürt hat.

So hat es dann auch ein Startup, das im Commerce-Cluster angetreten ist, geschafft, den Sieg im kategorieübergreifenden Pitch-Wettbewerb mit nach Hause zu nehmen. Freya Oehle begeisterte die Jury mit ihrer Plattform für individuelle Preisbildung Spottster. Das Prinzip dahinter ist einleuchtend: Kunden geben einen Wunschpreis an, zu dem sie ein Produkt kaufen möchten. Der Händler kann dann wiederum entscheiden, ob er das Produkt zum reduzierten Preis abgibt und erhält außerdem wertvolle Daten für seine Preisgestaltung. „Es war das ausgereifteste Produkt und eines, das erfolgreiche Kennzahlen zeigen konnten“, meint Ametsreiter, die sich über erfolgreiche Female Founder freut.

Freya Oehle bei der Siegerkür (Image by Freya Oehle)
Freya Oehle bei der Siegerkür (Image by Gesine Märten)

#Plattformen

Die vorgestellten Ideen hinterließen den Eindruck, dass die Stärke deutscher Gründer und Gründerinnen im E-Commerce in der Weiterentwicklung von Plattformansätzen liegt, die Anbieter und Kunden in unterschiedlicher Weise in der Nische oder der Fläche zusammenbringen und provisionsbasiert verdienen. Von acht vorgestellten Geschäftsideen lag sechs ein Plattformgedanke zugrunde. Erfolgsgeschichten wie die von airbnb, uber oder Helpling haben die neuen Gründer offensichtlich inspiriert, ihr Glück in Vermittlungsmodellen zu suchen.

Spottster im Pitch-Finale (Image by Gesine Märten)
Spottster im Pitch-Finale (Image by Gesine Märten)

#Shareconomy

Viele Plattformen eint der Gedanke, Menschen zu verbinden, um Produkte gemeinsam zu nutzen. Recommerce und Collaborative-Consumption-Ansätze sind nicht neu, doch die Umsetzung wird ausgefeilter. So hat Mark Kugel mit seinem Team ein Prinzip gesucht, mit dem Privatpersonen ihre Besitztümer möglichst unkompliziert verleihen können, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Bei der Entwicklung der Geschäftsidee seines Startups Useley hat er deshalb einen Fokus auf die logistische Umsetzung gelegt. „Der Trend geht für uns klar dahin, den Produkten einen längeren Lebenszyklus zu geben. Unsere Mitglieder wissen es außerdem zu schätzen, Stücke von Menschen zu erwerben, die eine Geschichte zu erzählen haben“, so Martina Löhner von Kleiderkreisel, einer Recommerce-Plattform, die seit 2008 am Markt ist.

„We put the sharing back into the shareconomy“ sei auch der häufigste Satz, den er gehört habe, bestätigt Raphael Thierschmann von Rakuten. Das Unternehmen aus Japan tätigt strategische Zukäufe unter anderem mit der Absicht, Innovationsfelder zu erschließen. Auf der Bits&Pretzels hat Rakuten die Pitches daher auch durch die Investorenbrille verfolgt.

Wer mit der Erwartung kam, dass sich die Startups im Commerce Cluster mit den neuen Spielzeugen – hier seien die Stichworte künstliche Intelligenz, Virtual Reality und Blockchain genannt – austoben, kam nicht ganz auf seine Kosten. Auch Raphael Thierschmann hat Ansätze vermisst, die „die virtuelle Welt noch besser in die Kohlenstoffwelt integrieren, vor allem, wenn man weiß, was wir gerade vorantreiben.“ Rakuten sei sehr aktiv mit eigenen Research Instituten, doch dabei noch nicht einmal der größte Player im Forschungsbereich.

#Blockchain

Thierschmann glaubt an das Potenzial von Kryptowährungen, da es noch keine wirklich kundenfreundliche Lösung gibt, die tatsächlich unabhängiges, länderübergreifendes Zahlungswesen bietet. Rakuten, das seit 2015 die Zahlung mit Bitcoins ermöglicht, hat erst kürzlich ein Blockchain Lab in Belfast eröffnet. Hier beschäftigt man sich mit dem Potenzial der Blockchain-Technologie unter anderem für den E-Commerce-Sektor. Damit ist Rakuten nicht allein: Auch der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba entwickelt über den unternehmenseigenen Zahlungsdienst Alipay gerade eine blockchain-basierte Cloud-Plattform.

#VirtualReality

Nicht nur Kevin Spacey sieht in Virtual Reality einen „Game Changer“, wie er in seiner Keynote auf der Bits&Pretzels betonte. Auch für Ametsreiter und Thierschmann ist es eines der großen Buzzwords. „Virtual Reality macht einfach Spaß. Gemeinsam mit unserem Online-Markplatz Priceminister hat unser Institute of Technology in Paris eine virtuelle Shopping-Boutique entwickelt, in der Kunden mit VR-Brille einkaufen können. Aktuell ist das noch ein Prototyp, aber die ersten Tests waren vielversprechend. Ich bin sehr gespannt, was dabei herauskommt“, so Thierschmann über die Pläne von Rakuten.

#ArtificialIntelligence

Die Marketing- und Commerce-Branche sieht in AI kurzfristig ein Einsatzszenario für Chatbot-Lösungen. Schon auf der dmexco wurden Chatbots zum nächsten großen Trend erklärt. Und auch Rakuten streckt die Fühler in diesem Bereich aus. In den Startup-Pitches im Commerce-Cluster auf der Bits&Pretzels waren diesbezüglich noch keine Ansätze zu sehen.

Auf dem Gründer-Festival in München zeigen sich die deutschen Newcomer stattdessen mit pragmatischen, soliden Ansätzen. „Das Niveau der technischen Entwicklungen in Deutschland ist sehr hoch. Wir sehen, dass die Entwicklungen in Europa sehr oft viel nachhaltiger und durchdachter sind“, so Ametsreiter. Die entscheidende Frage sei, wann der richtige Zeitpunkt für AI, Machine Learning und Virtual-Reality-Anwendungen gekommen ist. Es sei für alle schwer abzuschätzen, wann ein Trend in die Breite geht und die Usability gegeben ist, die es kommerziell tragfähig macht. Martina Löhner von Kleiderkreisel hingegen hat die Hoffnung, künftig nicht nur technologische Innovationen zu sehen, sondern neue ideelle Ansätze, die authentisch und nah am Menschen sind.


Image „Lightbulb“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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Unsere Verwaltung muss als digitale Plattform neu gedacht werden

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Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie, die sich im Vorfeld der Konferenz MSFT Explained (am 27. September in Berlin) mit Fragen der Digitalisierung unserer Gesellschaft auseinandersetzt.


Deutschland und seine Verwaltung digitalisiert sich. Amt für Amt, Behörde für Behörde und Ministerium für Ministerium. Inzwischen gibt es so viele digitale Leuchttürme, dass man, davon geblendet, gar nicht mehr die Digitalisierung erkennt. Die auf mehrere Ministerien verteilte Digitale Agenda der Bundesregierung ist Ausdruck dessen. Bisher ist in diesem Land nicht wirklich etwas passiert. Zukunft ist etwas, dass ohne uns passiert – und auch woanders.

Dabei besitzen wir alle, auch die politischen EntscheidungsträgerInnen im ganzen Land, eine Lösung für unser Digitalisierungsproblem. Seit über 10 Jahren haben wir Smartphones, die von der Rechenleistung her stärker sind als die Computer der NASA bei der Mondlandung im Jahr 1969. Aber es geht nicht darum, zu fragen, warum wir dann damit nicht mehr Glanzleistungen hinbekommen, sondern warum wir nichts wie Smartphones organisieren?

Wir brauchen eine Plattform für öffentliche Dienste!

Das Geheimnis hinter den Smartphones ist die Organisation der Dienste dafür. Nun rächt sich, dass die Bundesregierung nicht auf eine zentrale Position zur Digitalisierung der Verwaltung gesetzt hat, sondern jedes Ministerium hat machen lassen, was es wollte. Was wir bräuchten, ist eine zentrale Plattform, für die die Ministerien – und unter sehr offenen Umständen sogar wir BürgerInnen selbst (Stichwort: Open Data) – dann Dienste entwerfen könnten.

Das Prinzip kennen wir alle. Wer ein iPhone besitzt, hat sich auch schon einmal eine App von iTunes heruntergeladen, die nicht von Apple selbst ist. Genauso geht es NutzerInnen von Android oder einem Windows Phone. Airbnb und Uber zeigen uns seit Jahren, wie sie, ohne selbst die dafür nötigen Ressourcen zu nutzen, einen Service anbieten. Dienste wie Twitter und Facebook funktionieren nur durch von uns erstellten Content. Das alles sind Plattformen.

Sangeet Paul Choudary hat das in seinem Buch „Platform Scale“ unter dem Slogan „Ecosysteme sind die neuen Warenhäuser“ zusammengefasst. Andere Erfolgsfaktoren für Plattformen sind seiner Meinung nach, dass NutzerInnen die Inhalte selber produzieren, die Entwicklung durch die Vernetzung der NutzerInnen weiter angetrieben wird, Daten die neue Währung werden und Kuration eine neue Form von Qualitätsmanagement sind.

Insgesamt nennt Choudary zehn Faktoren, aber mit den fünf genannten Punkte kann man sich schon vorstellen, welchen Einfluss eine Plattform für Verwaltungsdienste haben kann. Hier finden Bürger die Dienste, die der Staat ihnen zur Verfügung stellen kann. Die dafür nötigen Dienste können direkt vom Staat designt oder von den BürgerInnen, die sie auf offenen Daten aufbauen können, stammen. Über Bundesländer hinweg würden Menschen davon profitieren.

Die zentrale Instanz, die die Plattform verwaltet, vielleicht einE StaatsministerIn bei der Bundeskanzlerin und BeauftragteR der Bundesregierung für Plattformzeugs würde kuratieren, welche Dienste auf der Plattform zugänglich gemacht werden können. Und die wären dann übrigens ohne Probleme für alle Menschen online erreichbar. Etwas weitergedacht, wäre das Konzept eines nationalen BürgerInnentums überflüssig.

Genug politisches Stückwerk – Zukunft jetzt!

Wir sind noch nicht soweit. In einigen Regionen wird zur medizinischen Versorgung in ländlichen Gegenden geforscht, in anderen nicht. Die Gründe dafür sind verschieden, genau wie die Verkehrsplanung in deutschen Städten oder der Zugang zu Informationen und Daten. Ob man demnächst Zugang zu innovativen Diensten haben wird, hängt davon ab, wo man wohnt. Der Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes nützt da auch nichts.

Man kann sich mit politischem Stückwerk zufrieden geben, mit den föderalen Unterschieden zwischen den Bundesländern und dass es das ja früher auch alles nicht gab. Vielmehr sollte man aber versuchen, die Verhältnisse zu ändern. Das ist der eigentliche Sinn von Politik. Wenn Sie also in [ihr Wohnort] wohnen und es gerne so gut wie die Menschen in [woanders] haben möchten, fordern Sie es von der Politik, ihren Abgeordneten und ihrer Verwaltung.

Viel Glück.

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Image „Bundeskanzleramt“ by LoboStudioHamburg (CC0 Public Domain)


 

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • NINTENDO Handelsblatt: Der große Run auf Super Mario: Nintendo ist zurück, der schon fast totgesagte Spieleentwickler feiert auf Smartphones ein beeindruckendes Comeback. Nachdem Apple-Chef Tim Cook angekündigt hat, dass Nintendos Dauerbrenner Super Mario im AppStore als „Super Mario Run“ erhältlich sein wird, haben sich die Leute auf die Nintendo-Aktien gestürzt. Der Grund dafür ist, dass laut des Videospiele-Experten Serkan Toto, Nintendo jährlich Milliarden US-Dollar Umsatz mit mobilen Spielen machen wird.
  • INTEL Spiegel: Chiphersteller Intel stößt Sicherheitssparte McAfee wieder ab: Der Chiphersteller Intel trennt sich von der Mehrheit seiner IT-Sicherheitssparte und das obwohl sie erst wenige Jahre zuvor den Virenspezialisten für fast acht Milliarden Dollar übernommen hatten. Käufer eines Anteils von 51 Prozent ist der Finanzinvestor TPG. Intel hat nun auch einen massiven Jobabbau angekündigt, bis Mitte 2017 will das Unternehmen 12.000 Stellen streichen.
  • DÄNEMARK Süddeutsche Zeitung: Dänisches Gymnasium führt Ausländerklassen ein: Das Langkaer-Gymnasium in Tilst, einem Vorort von Aarhus im Osten Jütlands, führt Ausländerklassen ein. In den vergangenen Jahren kamen immer mehr Schüler mit ausländischer Herkunft an die Schule. Der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund stieg von 2007 bis jetzt von 25 Prozent auf 80 Prozent. Damit die ethnisch dänischen Schüler in den Klassen nicht immer nur eine Minderheit bildeten, richtete der Schulleiter Yago Bundgaard drei Klassen ein mit je zur Hälfte Schüler mit und ohne Migrationshintergrund. Die restlichen Klassen bestehen nur aus Schülern mit ausländischer Herkunft. Nun macht unter anderem das dänische Institut für Menschenrechte ihm schwere Vorwürfe wegen Diskriminierung.
  • AMAZON t3n: Amazon Prime: Restaurantessen als neuer Service: Jetzt macht Amazon, Deliveroo und Just Eat Konkurrenz. Als Prime-Kunde kann man künftig in bestimmten Londoner Postleitzahlgebieten per App Gerichte aus mehr als 100 Restaurants bestellen. Amazon wirbt mit kostenloser Lieferung auf Bestellungen ab einem Wert von £ 15. Wie immer ist der neue Service Amazon Restaurants vorerst nur für Prime-Kunden zugänglich.
  • IPHONE Die Welt: Diese Kopfhörer funktionieren auch mit dem iPhone 7: Seit Apple das iPhone 7 vorgestellt hat, gibt es großen Spott über die neuen Kopfhörer ohne Kabel. Auf Netzwerken wie z.B. Twitter machen User Witze über die Airpods. Es gibt aber auch deutlich preiswertere Kopfhörer, die iPhone 7 kompatibel sind und die man nicht so schnell verliert. Teilweise sind diese sogar besser als die Airpods.
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Zeitgeist Technik: Was ist eigentlich mit Ebay los?

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Irgendwie ist eBay doch jedem ein Begriff. Wer die Plattform noch nicht genutzt hat, der hat zumindest davon schon einmal gehört: Einer der größten Marktplätze im weltweiten Internet. Bereits seit 1995 kann man auf dieser Plattform alte, neue oder gebrauchte Artikel verkaufen und kaufen, sofort kaufen oder vielleicht auch nur zum Spaß dafür bieten – auf dieser großen Auktionsplattform ist vieles möglich. Weltweit hat eBay inzwischen 164 Millionen aktive Käufer.

Seit dem Start kann die Auktionsplattform eine Menge Meilensteine vorweisen, wie beispielsweise im Jahre 2003: eBay steht auf Platz acht der Fortune-Liste, der am schnellsten wachsenden Unternehmen. Oder zum zehnten Geburtstag des deutschen eBay-Marktes – seitdem hat es 4,4 Milliarden abgegebene Gebote und 1,1 Milliarden verkaufte Artikel gegeben. Natürlich gab es im Laufe der Zeit auch ein paar äußerst kuriose Auktionen, wie zum Beispiel den Verkauf eines halben 20 Euro-Scheins für nur 8,25 Euro (ein echtes Schnäppchen!) oder das Auto des damaligen Papstes. Wäre ja auch irgendwie langweilig, wenn sich manche Menschen nichts Verrücktes einfallen lassen würden.

Konkurrenz lauert überall

eBay ist scheinbar ein stetig wachsendes Unternehmen, was Jahr für Jahr lauter kleine Erfolge feiert. Aber wie wird das Ganze eigentlich in Zukunft aussehen? Immerhin ist eBay schon seit einigen Jahren nicht mehr allein auf dem Onlinemarkt und hat zunehmend mit Konkurrenz zu kämpfen. Anbieter wie Amazon, Fairmondo oder Shpock setzen vieles daran, günstiger und einfacher als eBay zu sein. Und so wie ich das in letzter Zeit wahrgenommen habe, ist es um eBay ganz schön ruhig geworden.

Deshalb habe ich mich mal wieder durch die Weiten der Plattform geklickt. Wie mir aber aufgefallen ist, hatte ich mich schon gefühlte hundert Jahre nicht auf dem Portal herumgetrieben. Vieles hat sich verändert. Neben der Aufmachung auch die Art, wie die Ware präsentiert wird – das gefällt mir.

eBay Shop Screenshot (Image by eBay)
eBay Shop (Image: Screenshot by eBay)

Keine Spur mehr von selbstgeknipsten, schlecht beleuchteten Fotos von Dachbodenfunden – die Seite wirkt gar nicht mehr so sehr wie eine Trödel-Plattform, bei der jeder sein Zeugs loswerden möchte. Im Gegenteil: Bei fast jedem Treffer stoße ich auf eine zeitgemäße, moderne Aufmachung mit noch moderneren Artikeln, die zudem teilweise mit kleinen Werbeteasern versehen sind.

eBay Startseite Screenshot (Image by eBay)
eBay Startseite (Image: Screenshot by eBay)

Ich habe zwar selber auch schon mal etwas auf eBay verkauft oder auch eingekauft (na gut, im Verhältnis habe ich sehr viel öfter selbst eingekauft) und war auch immer zufrieden – bis schließlich Amazon kam. Irgendwann habe ich das erste Mal bei Amazon herumgestöbert und schon hatte ich ein Nutzerkonto, das sich bequem mit meinem Bankkonto verbinden ließ – eine Entwicklung, mit der sich eBay noch heute schwer tut. Die Waren, die bald nicht mehr nur aus gebrauchten Büchern bestanden, waren nur noch einen Klick entfernt. Noch ein bisschen später und ich habe was völlig Neues entdeckt: die Tausch- und Sammelgruppen bei Facebook.

Online-Flohmärkte, die sich unterschwellig entwickeln

Der Marktführer Facebook stellt derzeit eine große Gefahr für eBay dar. Dass man auf Facebook verschiedenste Gruppen für die unterschiedlichsten Zwecke gründen kann, ist ja nichts Neues mehr. Genauer betrachtet bin ich auch in unzähligen Gruppen zu finden, die nicht wirklich nützlich, aber einfach in Vergessenheit geraten sind. Allerdings stechen immer öfter die Facebook-Flohmarkt-Gruppen ins Auge, die den eBay-Kleinanzeigen ziemlich ähneln. Diese gibt es in so vielen Ausführungen, dass man sie kaum noch zählen kann. Ich bin in einigen Gruppen aus meiner Umgebung angemeldet und bekomme regelmäßig – ja eigentlich mehrmals täglich Nachrichten, dass Herr X. oder Frau Y. aus Z. mal wieder etwas zum Verkauf reingesetzt hat.

Was ich persönlich an dem Ganzen sehr praktisch finde, ist, dass meine Freunde und Familie direkt sehen können, wenn ich etwas verkaufe – vorausgesetzt natürlich, sie befinden sich in derselben Gruppe. Sind die Gruppen aber nicht „geheim“ oder „geschlossen“ sondern „öffentlich“, können sie auch so mitbekommen, wenn ich etwas verkaufen möchte – ziemlich praktisch eigentlich. Kennt man sich untereinander, dann spricht sich so ein Artikel gleich viel schneller rum unter all den bekannten Menschen.

Bei eBay ist das schon schwieriger. Hier treffe ich viel weniger Freunde und Familie, Bekannte oder entfernte Verwandte – eigentlich treffe ich kaum jemanden. Zwar ist eBay deutlich größer, allerdings kann Facebook fast zehn Mal so viele Nutzer wie Ebay vorweisen. Und seit letztem Jahr, hat Facebook nun auch die Kleinanzeigen-Funktion für Flohmarkt-Gruppen. Die Furcht, dass Facebook vielleicht mal mit seinen Flohmarkt-Gruppen erfolgreicher sein könnte als eBay mit seinen Kleinanzeigen, ist also nicht unbegründet.

Fazit: Die Plattform bleibt Geschmackssache

Aber ich denke, dass jede Plattform für sich seine Vor- und Nachteile hat. Facebook ist alles andere als anonym, sodass jeder sehen kann was man verkauft – dem einen mag es gefallen und sich als nützlich erweisen, dem anderen eher nicht. Bei eBay trifft man als unregelmäßiger Verkäufer vermutlich auf weniger potenzielle Käufer, da auch die Bewertungen der Verkäufer bei eBay eine wichtige Rolle spielen. Hier muss man allerdings nicht sein komplettes Privatleben mehr oder weniger freiwillig offenlegen, sondern kann relativ anonym genau das tun, was er eigentlich vorhatte: Waren loswerden.

Doch es ist und bleibt Geschmackssache – jeder sollte sich auf den Plattformen bewegen, auf denen er sich am wohlsten fühlt. Bleibt also abzuwarten, wie sich das Rennen zwischen Facebook und eBay noch entwickeln wird. Ich gehe jetzt erst einmal eine Runde Shoppen oder Spaßbieten. 3…2…1…meins!

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Wattpad rückt Bücherschreiben in den Fokus

Devices (Image by Wattpad)

Wer gerne viel Zeit vor dem Laptop verbringt und Geschichten schreibt, allerdings keinen Verlag für seine Bücher findet oder einfach nur Wert auf Feedback und eine tolle Community legt, der sollte sich Wattpad genauer ansehen. Ich selbst bewege mich mittlerweile beinahe täglich auf der E-Book-Plattform und kann bislang nur von den besten Erfahrungen berichten.

Bei Wattpad handelt es sich um eine Webseite, die es auch als App für das Smartphone gibt. Die E-Book-Plattform gibt es bereits seit 2006, sie ist kostenlos und für jeden zugänglich. Wattpad hat bereits 40 Millionen Nutzer.

Jeder kann seine Geschichte hier hochladen – Kapitel für Kapitel, ein Cover und einen Klappentext erstellen, sowie seine Geschichte bewerten und kommentieren lassen.

Wem das nicht reicht, der kann an zahlreichen Wattpad-internen Wettbewerben teilnehmen oder sogar einen Verlagsvertrag, beispielsweise vom Piperverlag, ergattern.

Seit über einem Jahr bin ich als Autorin auf der Plattform aktiv und bin nach wie vor begeistert von der Community. Spaßeshalber habe ich angefangen, eine Geschichte zu schreiben und merkte schnell, dass meine Motivation stetig wuchs, je mehr Feedback ich dafür bekommen habe. Schließlich wurde es mir immer wichtiger, regelmäßig ein neues Kapitel hochzuladen und so entstand am Ende eine Geschichte mit etwa 380 Seiten.

Die vielen Kommentare und Votes haben mir dabei geholfen, meine Geschichte von Tag zu Tag wachsen zu lassen. Inzwischen arbeite ich an meinem dritten Buch und habe mit keinem Tag die Lust am Schreiben verloren. Im Gegenteil – mir hat es sehr geholfen, mich zu verbessern, auf bestimmte Kriterien zu achten und eine Community aufzubauen, die dabei zusieht, wie eine Geschichte immer größer wird.

Kleine Anreize – große Wirkung

Statistiken verraten ungefähr, welche Leserschaft man mit seiner Geschichte anspricht, in welchem Alter sie sich befindet und ob es überwiegend Männer oder Frauen, Jungs oder Mädchen sind, die man erreicht. Dies stellt eine weitere sinnvolle Stütze beim Schreiben von Geschichten dar.

Auch die zahlreichen Wettbewerbe, die auf Wattpad stattfinden, sind ein super Anreiz, sich ein paar Schritte weiter zu trauen. Genau hier erkennt man, ob die eigene Geschichte wirklich Potenzial hat. Inzwischen versuche ich mehrmals in der Woche, meine Geschichte zu schreiben, mir produktive Anregungen und Kritik zu sammeln, um anschließend den Schritt in die Verlagssuche zu wagen.

Alleine der Gedanke, dass es auch nur einem Leser gefällt, der mitfiebert, der kommentiert, votet – meiner Meinung nach lohnt es sich schon allein für ihn, weiter zu schreiben. Das Gefühl, dass jemandem gefällt, was man selbst fabriziert hat, ist einfach unbeschreiblich.

Aus diesem Grund kann man auch anderen Autoren auf Wattpad dieses Gefühl zurückgeben. Eine eigene Bibliothek und Leselisten mit vielen verschiedenen Storys aus 22 verschiedenen Genres – hier findet jeder etwas, was ihm gefällt. Es macht Spaß, sich durch die Massen an tollen Storys durchzuklicken und auch selbst Leser zu sein, seine Meinung abzugeben und zu voten, in der Bahn, auf dem Sofa – überall.

Meiner Meinung nach ist Wattpad ein spannendes Portal mit vielen Möglichkeiten. Jeder, der sich gerne die Zeit mit Lesen vertreibt und offen für neue Storys ist oder gerne seine eigenen Geschichten mit anderen teilt, hat hier seinen Platz. Gemeinsam Geschichten aufzubauen, zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln, ist für mich eine schöne Art, Bücher zu schreiben.


Image „Devices“ by Wattpad


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Die neue Initiative „Algorithm Watch“

#rpTEN (adapted) (Image by republica [CC BY 2.0] via flickr)

Der Begriff „algorithmic decision making“ – kurz ADM – ist in vielen Unternehmen schon lange nicht mehr unbekannt. Unter ihm versteht man den Prozess der algorithmischen Entscheidungsfindung. Dieser wird beispielsweise bei selbstfahrenden Autos angewendet – oder, etwas alltagstauglicher, auch bei unseren Haushaltsgeräten. Methoden wie diese dienen in erster Linie für die Lösung von Problemen – allerdings können Algorithmen oftmals auch zu Problemen werden. Für die Sensibilisierung mit Algorithmen hat sich nun die technische Universität Kaiserslautern an einer neuen Initiative beteiligt: Algorithm Watch.

Um die Frage zu klären, wer sich eigentlich mit ADM auseinandersetzt, sie entwickelt, auf Fehler kontrolliert und welche Einflüsse diese auf unsere Gesellschaft haben, wurde die Initiative Algorithm Watch unter anderem von Prof. Dr. Katharina Zweig von der Technischen Universität Kaiserslautern ins Leben gerufen. Hier beschäftigen sich Informatiker, Journalisten und Sozialwissenschaftler mit den vielen Fragen, die ADM mit sich bringt.

Algorithm Watch ist eine Plattform, die zur Sensibilisierung für Nutzer im Bezug auf den Grundlagen der algorithmischen Entscheidungsfindungen dienen soll. Fallbeispiele, Dossiers und Blogbeiträge machen zudem deutlich, welche gesellschaftlichen Auswirkungen ADM haben können.

Die Plattform hat sich daher wichtige Ziele gesteckt. Objektive, technische Prozesse, die trotz allem aus Menschenhand stammen, sollen nachvollziehbar sein, um den genauen Blick darauf zu haben, ob diese Prozesse auch mit den Rechten von Bürgern und Bürgerinnen zu vereinen sind.

Außerdem sollen Technologien, die für die Gesellschaft äußerst wichtig und mit automatisierten Entscheidungen verbunden sind, genauer betrachtet werden.

Auf der diesjährigen Re:publica stellte Katharina Zweig die Plattform genauer vor.

Der Countdown läuft!


Image (adapted) „#rpTEN“ by republica (CC BY 2.0)


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Blendle startet sein neues Bezahlmodell in den USA

Zeitung (image by shotput [CC0 Public Domain] via Pixabay)new

Blendle, die niederländische Plattform, bei der Nutzer pro Artikel bezahlen, hat vor wenigen Tagen in den Vereinigten Staaten eine limitierte Betaversion herausgebracht. Blendle kooperiert nun mit 20 Medienhäusern – einschließlich hochkarätigen Verlagen wie der New York Times, dem Wall Street Journal, der Washington Post, The Economist und dem Time Magazine. Der Test wird darüber entscheiden, ob sich Blendles Micropayment-Modell auf einen Markt, der voll von kostenfreien Inhalten ist, überhaupt halten kann.

Blendle bringt alle Artikel seiner Verlagspartner in einer gemeinsamen App zusammen und bietet dann den Nutzern die Möglichkeit, sie einzeln zu erwerben, unabhängig davon, wo sie ursprünglich veröffentlicht wurden. Die US-Markteinführung wird zunächst auf 10.000 Nutzer beschränkt sein und der Preis wird zwischen 19 und 39 Cent für Zeitungsartikel und zwischen 9 und 49 Cent für Artikel aus Magazinen betragen. Wenn die Nutzer mit einem Artikel unzufrieden sind, können sie eine Rückerstattung fordern. Jedes Verlagshaus setzt seine eigenen Preise fest und behält 70 Prozent der Umsätze, während Blendle die übrigen 30 Prozent bekommt. Das Modell ähnelt den Einnahmen von Apples App Store – was passend ist, wenn man bedenkt, dass Blendle dem “Nachrichten-iTunes”-Modell am nächsten ist, das viele Leute über Jahre hinweg gefordert haben.

Eine Vielzahl englischsprachiger Publikationen hat Blendle in Europa genutzt, seit die Plattform 2014 in den Niederlanden und letztes Jahr in Deutschland gestartet ist. Das Verlagshaus der New York Times sowie der deutsche Axel Springer-Verlag haben im Oktober 2014 drei Millionen Euro in das Unternehmen investiert.

Blendle plant außerdem, zusätzliche Optionen einzuführen, die es den Nutzern erlauben, einzelne Publikationen zu abonnieren. Blendle-Mitbegründer Alexander Klöpping sagte, das Unternehmen würde Abonnements zunächst in Europa einführen, sie aber “schon bald in die USA bringen”.

In den Niederlanden und in Deutschland haben sich bereits 650.000 Personen für den Service registriert. Blendle bietet neuen Nutzern ein Startguthaben, damit sie den Service zunächst kostenlos ausprobieren können. Laut Klöpping verknüpfen etwa 20 Prozent der registrierten Nutzer eine Kreditkarte mit ihrem Kundenkonto. Wie viele Artikel gekauft wurden, möchte er jedoch nicht sagen.

Natürlich muss man aber noch abwarten, wie sich der Micropayment-Service auf den amerikanischen Markt übertragen wird. Esquire hat eine Zeit lang versucht, Lesern für einzelne Onlineartikel gewisse Kosten zu berechnen; GQ hat damit experimentiert, Preise für Artikel zu verlangen, wenn ein Ad-Blocker verwendet wird und im vergangenen Jahr hat The Winnipeg Free Press aus Kanada als erste nordamerikanische Zeitung ein Micropayment-System eingeführt. Bis einschließlich Februar verzeichnete The Free Press 4.000 registrierte Konten und berechnete im neuesten Einnahmebericht, dass sie dieses Jahr 100.000 Kanadische Dollar (76.365 US-Dollar) mit diesem Programm erwirtschaften würden.

Der deutsche und der niederländische Markt (mit jeweils 80 Millionen Einwohnern bzw. 17 Millionen Einwohnern) sind kleiner als der amerikanische Markt (319 Millionen Einwohner). Als Blendle in diesen Ländern auf den Markt gekommen ist, konnte es fast jede große Zeitung und jedes Magazin auf seine Plattform aufnehmen. In den USA ist dies nicht der Fall, da englischsprachige Inhalte in viel größeren Mengen kostenlos online verfügbar sind. (Ein weit größerer Anteil europäischer Publikationen verwendet im Vergleich zu US-amerikanischen Medienunternehmen unumgängliche Paywalls).

Infolgedessen preise Blendle das Produkt bei amerikanischen Nutzern als Ausweg aus dem Dickicht der Online-Inhalte an, um Artikel von hoher Qualität zu erhalten, so Klöpping. “Die Botschaft unterscheidet sich deutlich”, sagt er. “In den USA betonen wir viel stärker die Tatsache, dass wir Nutzern dabei helfen, Inhalte in Publikationen zu entdecken, die sie normalerweise nur selten lesen würden.”

Und sobald Nutzer die Blendle-App haben, sagt Klöpping, sei er zuversichtlich, dass sie bereit wären, für Artikel zu zahlen, die sie anderweitig umsonst bekommen könnten.

Wenn Publikationen einige ihrer Artikel kostenfrei auf ihre Seite stellen, hat das keine Auswirkungen darauf, wie Leute dafür bezahlen”, sagt Klöpping.

Wir sehen hier keinen Rückgang der Zugriffe. Es ist eigentlich ziemlich logisch: Wenn man in der App ist und sie einem einige Artikel liefert, die einen interessieren, werden sich viele Leute nicht die Mühe machen, eine Überschrift zu googlen, um herauszufinden, wo sie den Artikel umsonst bekommen können.

Blendle hat Redakteure in der niederländischen Geschäftsstelle, die Artikel für einen englischsprachigen Newsletter zusammenstellen, der wiederum auf Artikel der Plattform aufmerksam macht. Man plant, in den Niederlanden und in New York mehr Redaktionsmitglieder für die englische Seite einzustellen. Blendle hat zudem einen Empfehlungsalgorithmus, wodurch Nutzer Medienhäusern sowie anderen Personen auf Blendle folgen können, um Artikel zu finden.

Es gibt deutsche und niederländische Versionen des Newsletters. Künftig soll eine Artikelsammlung zu bestimmten Nachrichtenereignissen zusammengestellt werden, wie beispielsweise zu den Terroranschlägen in Brüssel.

[Übersetzung: Bist du auf Blendle? Wir haben einen Channel mit den besten Hintergrundartikeln eröffnet. Interpretation ist wichtig.]

Beth Diaz, die stellvertretende Leiterin für Leserentwicklung und Analyse der Washington Post sagt, dass die Newsletter hilfreich gewesen seien, um Leser zu Artikeln der Washington Post und zur europäischen Versionen von Blendle zu führen. Die Washington Post und Publikationen wie The Economist und The Wall Street Journal haben bereits Artikel auf den europäischen Versionen der Seite veröffentlicht.

Wie viele Post-Artikel auf Blendle gekauft wurden, dazu möchte sich Diaz nicht äußern. Aber es sei eine eher “mäßige Quelle bezüglich Traffic und Umsätzen” gewesen. In den USA berechnet die Washington Post 19 Cent pro Artikel und wird zukünftig alles, was in ihrer Printversion veröffentlicht ist, täglich an Blendle schicken.

Laut Diaz interessiere sich die Washington Post dafür, wie sich das Micropayment-System auf eine US-Leserschaft übertragen lässt. “Ich erwarte, dass wir viele großartige Informationen bekommen werden, die uns dabei helfen, herauszufinden, ob wir unsere Strategie bezüglich unserer Partnerschaft mit Blendle und vielleicht insgesamt verändern sollten”, sagte Diaz.

Auch das Wall Street Journal hat bereits in Blendles europäischen Versionen veröffentlicht. Obwohl sie keine konkreten Zahlen nennen möchte, sagte Katie Vanneck-Smith, Servicemanagerin von Dow Jones, dass aufgrund von Blendles junger Leserschaft – mehr als die Hälfte der Nutzer sind unter 35 – Technologie-Artikel gut auf der Plattform abgeschnitten haben, während die Berichterstattung über US-Politik bisher nicht so beliebt gewesen sei. Allerdings bemerke sie, dass diese “dank Trump beginnt, aufzuholen”.

The Journal hat seit jeher Gebühren für den vollen Zugang zu seiner Website erhoben. Nach Vanneck-Smith sei Blendle nur eine weiterer Möglichkeit, die Leser dazu zu bringen, für ihre Arbeit zu zahlen. Die Artikel des Journals werden jeweils 39 Cent kosten.

Ich denke, dass dies definitiv die nächste Welle der kostenpflichtigen Angebote ist, sagt sie. Ist das etwa der einzig richtige Weg? Nein. Es wird keinen einzig richtigen Weg geben. Aber alles, was es Kunden erleichtert, professionellen Journalismus zu kaufen und dafür zu bezahlen, ist eine gute Sache. Als Branche müssen wir alles unterstützen, das die Spannung aus dem bezahlten Qualitätsjournalismus nimmt.

Time Inc. sieht in dem Service zudem die Möglichkeit, neue Leser zu erreichen. Zunächst wird die Plattform nur Artikel des Time Magazine anbieten, aber es könnten eventuell noch weitere Titel dazukommen, so Scott McAllister, stellvertretender Leiter für Digitales Marketing und Einnahmen des Verlags des Time Magazine.

Es werde noch immer über die Preissetzungsstruktur entschieden, aber laut McAllister könnte man sich dazu entschliessen, mehr Geld für größere Beiträge oder Titelgeschichten zu verlangen. Alles, was Time wöchentlich als Print veröffentlicht, werde auf Blendle verfügbar sein. Viele dieser Printinhalte seien online nur für Abonnenten zugänglich oder für Nutzer, die die volle Onlineversion des Magazins erwerben. Time hoffe darauf, dass dank Blendle ein anderes, jüngeres Publikum erreicht werden kann, welches das Magazin ansonsten nicht kaufen würde, so McAllister.

Es ist ein anderes Modell, ein anderer Konsumententyp, sagt er. Viele unserer Kunden kaufen sich das Magazin, um es durchzublättern… Dieses ist ein anderes Modell, bei dem man nach sehr spezifischen Themen oder Informationen sucht. Sicherlich gibt es bei beiden Modellen Parallelen, aber unsere Idee war eigentlich, dass es keine große Überschneidung gibt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image “Zeitung”(adapted) by shotput (CC0 Public Domain)


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Sechs Beispiele, wie Twitter die Welt verändert hat

Multiple Tweets Plain (adapted) (Image by mkhmarketing [CC BY 2.0] via Flickr)

Nach 10 Jahren des Dokumentierens der Welt in 140 Zeichen, hat Twitter heute mehr als 300 Millionen aktive Nutzer. Das mögen zwar weit weniger als die 1.5 Milliarden von Facebook sein, aber dafür hat Twitter einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Welt, zum Teil, weil es eine beträchtliche Anzahl an Politikern, Journalisten und Prominenten anzieht. Unsere Expertengruppe erklärt, wie sich ihre Branchen durch einen kleinen blauen Vogel verändert haben.

Politik

Sharon Coen, Dozent für Medienpsychologie, Universität Salford

Es ist offensichtlich, dass Twitter dazu genutzt wurde, das Bewusstsein für politische Themen zu erhöhen, politische Botschaften zu verbreiten und kollektive Maßnahmen zu koordinieren. Dies wurde oft durch spezifische Kampagnen erreicht, wie beispielsweise #blacklivesmatter (Protest gegen Gewalt gegen Schwarze) und #JezWeCan (Werbung für die Kandidatur des britischen Labour-Partei-Chef Jeremy Corbyn).

 

Twitter wurde jedoch auch als Maß der öffentlichen Meinung genommen, was jedoch oft ein fehlgeleitetes Gefühl von Konsens erzeugte oder davon, wie viele Menschen eine bestimmte Meinung zu einem Thema haben (die sogenanten Twitter-Storms). Das liegt daran, dass Menschen mit ähnlichen Ansichten dazu neigen, sich zu verbinden und so seltener auf andere Themen und Meinungen stoßen. Hinzu kommt, dass Twitter Politikern geholfen hat, sie mit personifizierten Profilen, ähnlich denen von Berühmtheiten, als Prominente darzustellen, nicht als jemand, der im öffentlichen Dienst steht.

Wissenschaft

Philip James, Dozent für geografische Informationssysteme, Universität Newcastle

Twitter-Daten eröffnen Wissenschaftlern neue Horizonte. Zum einen als reiche Datenquelle an sich und auch als Möglichkeit, Informationen aus der Öffentlichkeit zu sammeln. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass ihr Bewusstsein für und die direkte Teilnahme an der Wissenschaft erhöht wird. Die Datenerfassung über Twitter kann passiv (Erfassung von Tweets, die bereits veröffentlicht sind) oder aktiv (Menschen bitten, an einem Projekt teilzunehmen und Informationen einzusenden) erfolgen.

Für ein Projekt zur Simulierung von Hochwasser in Städten baten wir zum Beispiel Menschen, Informationen zu Überschwemmungen in ihrer Nähe zu twittern, um uns dabei zu helfen, das Szenario so genau wie möglich zu simulieren. Da diese Daten über einen konstanten Zeitraum erstellt wurden, konnten wir das Modell alle paar Minuten aktualisieren. Für ein anderes Projekt sammelten wir lokale Tweets aus dem ganzen Nordosten Englands und verwendeten einen Algorithmus, der sich an die Karte anpassen konnte, um die wahrscheinlichsten Routen, die Twitter-Nutzer zwischen zwei Standorten nahmen, zu berechnen. Wir verwendeten diese Daten zur Simulation, wie sich Änderungen an der Infrastruktur, wie beispielsweise Straßensperrungen, auf die Verkehrsströme auswirken würden.

Gewerbe

Aleksej Heinze, Dozent für digitale Wirtschaft, Universität Salford

Twitter hat eine Zwei-Weg-Kommunikation zwischen Unternehmen und deren Kunden eröffnet. Auf der einen Seite wird es Kunden vereinfacht, sich über ein Unternehmen zu beschweren – und das zudem öffentlich. Aber auch Unternehmen können viel schneller und einfacher darauf reagieren und so möglicherweise ein Problem beheben. Außerdem spart es dadurch möglicherweise Kosten für den Kundenservice ein.

Xbox stellte so im Jahr 2010 beispielsweise einen Guiness-Weltrekord als Marke mit “der besten Reaktionsquote bei Twitter” auf, nachdem mehr als 5.000 Anfragen pro Tag beantwortet wurden. Dies schafft einen wichtigen Indikator dafür, dass sich ein Unternehmen um seine Kunden kümmert und steigert damit das Vertrauen in die Marke. Andererseits können hohe Erwartungen auch zu Enttäuschungen führen.

 

Twitter schafft für Unternehmen auch eine Möglichkeit der Marktforschung, indem ermittelt werden kann, worüber Kunden reden, wie ihre Resonanz ist und was ihnen an den Produkten und Dienstleistungen wichtig ist. Es bietet den Firmen zudem den Service, dass treue Kunden für sie Marketing betreiben; online die Marke verteidigen, schützen und sie anderen potentziellen Käufern empfehlen. Im Falle eines Mobilfunknetzausfalls konnte sich ein Netzbetreiber mit den Kunden per Twitter auseinandersetzen und das negative Ereignis für die Marke in etwas Positives umwandeln.

Journalismus

Richard Jones, Lektor für Journalismus und Medien, Universität Huddersfield

Nachrichtenredaktionen wurden lange von Kabeln dominiert. Viele Journalisten sitzen hinter ihren Monitoren, während ihre Augen über die neuesten Kurzmeldungen in den Ecken ihrer Bildschirme fliegen. Twitter änderte das, zumindest ein wenig. Der Informationsfluss rund um die Welt wird nicht mehr nur von den Associated Press oder Reuters dominiert – es wird auch getwittert. Twitter hat mehr als 300 Millionen Nutzer und jedes Mal wenn eine Geschichte auftaucht, ist jemand da, um sie zu posten, was beinahe sofort geteilt wird. So kam zum Beispiel der erste Bericht über die Razzia, die Osama bin Laden in Pakistan tötete, nicht von einer offiziellen Quelle, sondern von einem lokalen IT-Berater.

 

Journalisten, die sich brüsten, einen Lügner enttarnen zu können, mussten feststellen, dass dies online viel schwerer ist. Zur Übertreibung neigende Berichte und Hoaxes sind häufiger und leicht zugänglich. Informationen aus sozialen Medien zu filtern und zu verifizieren ist etwas, das Jornalisten – und der Öffentlichkeit – schwer fällt. Der tragische Fall von Sunil Tripathi, der 2013 zu Unrecht mit den Anschlägen in Boston in Verbindung gebracht wurde, ist nur eines vieler Beispiele.

 

Beziehungen

Deborah Chambers, Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft, Universität Newcastle

Alle Social-Media-Plattformen wurden entwickelt, um eine Kultur der Preisgabe von persönlichen Daten zu fördern. Twitter ist jedoch im Gegensatz zu anderen Seiten, wie beispielsweise Facebook, anders, weil die meisten seiner Nachrichten öffentlich sind und jeder jedem folgen kann, ohne dass man dieser Person ebenfalls folgt und (in der Regel) ohne jegliche Art der Zusatimmung. Das hat eine neue Möglichkeit des Cyberstalkings geschaffen, die es Nutzern erlaubt, persönliche Informationen über private und berufliche Netzwerke hinaus zu sammeln.

Der hochöffentliche Raum von Twitter hat zur Folge, dass sich Nutzer auf dieselbe Weise wie in einer konventionellen Beziehung öffnen, was wiederum eine Offenlegung von sehr persönlichen Aspekten der Identität, des Alltages, der Kompetenzen und Wünsche beinhaltet. Nutzer entwickeln verschiendene Wege, um ihre Privatsphäre zu schützen, beispielsweies durch codierte und mehrdeutige Sprache. Jedoch hat Twitter eine ganz neue Kultur der Konnektivität erschaffen, die auf dem Prinzip des öffentlichen Teilens von persönlichen Gefühlen basiert. Indem Intimität gezwungenermaßen öffentlich gemacht wird, werden persönliche Beziehungen zu einem Konzept des öffentlichen Auftritts.

Prominenten-Kultur

Kirsty Fairclough-Isaacs, Dozent für Medien und Performance, Universität Salford

Twitter hat die Promi-Kultur bis zur Unkenntlichkeit verändert. Vereinfacht gesehen sind wir nun in der Lage, dem Alltag berühmter Personen zu folgen und, was für viele Fans noch wichtiger ist, ohne strikte Kontrolle durch Managements direkt mit ihnen zu kommunizieren. Das bedeutet, dass sich das Image von Prominenten inzwischen weniger durch einen festen Charakter auszeichnet, als durch dauerhaften Wandel und eine Performance, an der das Publikum aktiv teilnehmen kann.

 

Prominente müssen ständig das Bild einer intimen, authentischen und zugänglichen Person zeigen. In einigen Fällen bedeutet das wirklich, seine wahren Gedanken offenbaren zu können, was zuvor nicht möglich war. Für andere Prominente bedeutet es jedoch das Erstellen eines Produkts, welches speziell für den öffentlichen Gebrauch konzipiert ist, welches so streng verwaltet ist wie ein Fotoshoot für ein Magazin. Diese unscharfe Grenze zwischen Bild und Realität hat den Weg freigemacht für eine neue Art der Promi-Werbung.

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Multiple Tweets Plain” by mkhmarketing (CC BY 2.0)


The Conversation

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Medienkonsum: Relevant ist, was interessiert

Matthias Bannert über Medien (Teaser by Christian Kahler)

Im Interview mit dem digitalen Journalisten und Medienschaffenden Matthias Bannert geht es um die Zukunft des Medienkonsums, den Hunger auf Neues, aktuelle Trends im Journalismus und den Medien und News für Teenager. Matthias Bannert war Gründungschefredakteur der Samsung-Springer-News-App “Upday” und ist zurzeit Redaktionsleiter des Springer-Jugendmagazins “Celepedia”. Seine Ausbildung hat er 2012 bis 2013 an der Axel Springer Akademie absolviert. Zwischenzeitlich war er für digitale Projekte von “Bild” in Berlin und Los Angeles tätig. Ich habe ihn in Berlin zum Interview getroffen und mich mit ihm vor allem über den Medienkonsum der Gegenwart und Zukunft unterhalten.

Hendrik Geisler: Woher bekommst Du täglich Deine Informationen?

Matthias Bannert: Das meiste über Social Media, vor allem Twitter, wenn ich die Zeit habe. Bei Twitter habe ich drei Accounts, die ich eigentlich alle gerne lese. Um die wichtigsten Informationen nicht zu verpassen, habe ich meine Lieblingsaccounts in einer Liste angelegt. Wenn ich wenig Zeit habe, gehe ich halt nur die durch. Ansonsten informiere ich mich querbeet, vor allem aber in sozialen Medien und teilweise Aggregatoren. Ich habe den perfekten Aggregator aber noch nicht gefunden. Wenn ich ein bisschen länger Zeit habe und mich umfassend informieren möchte, surfe ich besonders “Spiegel Online” und “bild.de” einfach von oben nach unten ab.

HG: Wie wird Dein Medienkonsum wohl in zehn Jahren aussehen?

MB: In zehn Jahren werde ich meine News nicht mehr suchen, sondern meine News werden mich finden. Ich werde sie da konsumieren, wo ich mich gerade aufhalte, bei dem, was ich in dem Moment tue. Vielleicht auf meinem Smartphone, wenn es sowas noch gibt, oder integriert in ein Kleidungsstück, eine Uhr, ein TV-Gerät, eine Waschmaschine. Auf jeden Fall werden die News da sein, wo ich gerade bin, und sie werden personalisiert sein. Ich werde keine Tageszeitung haben, keine Webseite aufrufen, keine App installiert haben, sondern die News bei dem, was ich täglich tue, quasi im Vorbeigehen konsumieren. Vielleicht beim Blick auf einen Kalender, vielleicht in der Dusche.

HG: Und was wird Dein eigener Beitrag dazu sein?

MB: Hoffentlich ein Teil der Technologie, die alles bereitstellt. Oder ich bin Teil des Content-Teams, das die News bereitstellt und auf verschiedene Plattformen anpasst. Das könnte ich mir gut vorstellen. Hoffentlich in einer Position, in der ich gut Geld damit verdienen kann, meine News in andere Produkte zu implementieren.

HG: Du hast früh ein Wissenschaftsmagazin gegründet, mit 18 hattest Du einen eigenen Verlag, Du hast ein lokales Sportnachrichtenjournal ins Leben gerufen, bist Absolvent der Axel Springer Akademie, hast mit Zoom Berlin hyperlokalen Journalismus gemacht, warst Chefredakteur von Upday Deutschland und bist jetzt Redaktionsleiter bei Celepedia. Woher kommt der Hunger auf das Neue im Journalismus?

MB: Der Hunger kommt aus einem ganz natürlichen Verhalten bei Journalisten. Journalisten suchen immer nach Neuigkeiten, nach Veränderungen. Auch auf mich trifft es zu, dass ich mich einfach dafür begeistere, Trends hinterherzujagen. Ich habe das, was ich gemacht habe, meist aus dem entwickelt, was mich selbst interessiert hat. Als ich mich extrem für Wissenschaftsjournalismus interessiert habe, habe ich das Magazin gegründet, das ich selber gerne lesen möchte. Danach habe ich mich als Leser und als Autor mit Lokaljournalismus beschäftigt und habe angefangen, meine Ideen, die ich bei der Arbeit für eine Regionalzeitung entwickelt habe, in die Tat umzusetzen. Bei der Axel Springer Akademie wurde ich dann in dem ausgebildet, was ich auch wirklich machen wollte, nämlich Journalist sein. Alles andere hat sich ergeben. Zoom Berlin war ein Projekt von Axel Springer, da kam die Initiative nicht von mir selbst, aber es war für mich spannend, mich mit Hyperlokaljournalismus zu beschäftigen. Das war damals eine Zeitlang groß im Trend. Zumindest werde ich nicht müde, mich neuen Wegen anzuschließen. Und ich hoffe, dass noch einige kommen werden, sonst werde ich mich irgendwann langweilen.

HG: Was ist denn der aktuelle Trend, an dem Du jetzt gerade arbeitest?

MB: Ich beschäftige mich, wie bei Upday auch, weiter mit der Personalisierung von News. Ich glaube, dass der nächste große Trend ist, zielgruppenspezifischen Journalismus zu machen. Wenn man sich viele Jugendportale anguckt, beispielsweise Celepedia, versuchen viele Medienhäuser nun, Leute zu erreichen, die klassische Medien – und dazu gehören für mich auch Internetseiten – nicht mehr erreichen. Das sind ganz junge Menschen unter 18, teilweise erst zwölf Jahre alt, die Medien ganz anders konsumieren als wir und unsere Eltern es je getan haben. Das finde ich total spannend, für diese Gruppe Journalismus zu machen, bzw. eine Form zu finden, diese Menschen mit News zu erreichen.

HG: Wie erreicht man die denn?

MB: Man muss dahin gehen, wo sich die Zielgruppe aufhält. Und im Fall von Teenagern sind das soziale Medien, teilweise Messenger wie WhatsApp. Das sind auch Misch-Apps wie Snapchat, die teilweise Content-Plattform, zum Teil soziales Netzwerk oder Messenger sind. Man muss die Nachrichten auf den Plattformen verteilen, auf denen sich beispielsweise Teenager aufhalten. Ich glaube, dass sich die Jugendlichen von heute gar nicht dafür interessieren, wo sie die News herbekommen. Die surfen durch ihren Tumblr-Feed und wollen dann dort einen Teil ihrer Medien konsumieren. Und zwar in einer Form, die nativ ist. Bei Tumblr können das etwa Videos oder längere Texte sein, bei Snapchat muss das Video im Hochformat und höchstens zehn Sekunden lang sein. Auch bei Instagram oder Vine müssen Videos kurz sein. Teenager wollen sich nicht darum kümmern, ob etwas Journalismus ist und gelesen werden muss. Sie wollen in ihrem normalen Alltag Informationen in sozialen Medien so, wie diese dort natürlich zu finden sind, konsumieren.

HG: Ist das eine gute oder schlechte Entwicklung?

MB: Ich glaube, dass Entwicklungen nie gut oder schlecht sind, sondern dass sie sind, wie sie eben sind. Wir als Medienschaffende müssen uns diesen Entwicklungen anpassen. Das haben wir schon immer getan. Als der Farbdruck kam, haben die Zeitungen auf Farbdruck umgestellt. Da hat sich niemand gefragt, ob die Farbbilder in der Zeitung jetzt gut oder schlecht sind. Und als das Fernsehen aufkam, haben alle Videos produziert und als das Radio aufkam, haben alle Radio gemacht. Die Frage nach Anpassung hat sich nie gestellt. Ich frage mich immer, warum wir Medienhäuser uns in den letzten zehn Jahren so schwer damit getan haben, die Entwicklungen aufzunehmen und teilweise an alten, blöden Dingen festhalten, die völlig out of date sind.

HG: Geht es bei den Nachrichten, die Teenager lesen wollen, nur um YouTuber, Beauty und Trends? Was sind überhaupt relevante Nachrichten?

MB: Nein, ich denke, dass Teenager genauso auch an, sagen wir mal, ernsteren Themen interessiert sind. Sie gehen ja nicht mit Scheuklappen durch die Welt. Die Herausforderung ist es, einen teenagergerechten Zugang zu ihnen zu finden. Das kann beispielsweise über eine altersgerechte Sprache geschehen. Außerdem funktioniert es immer gut, wenn man einen persönlichen Zugang schafft, indem man die Flüchtlingskrise beispielsweise anhand eines geflohenen Gleichaltrigen beschreibt. Das gilt im Übrigen auch für Erwachsene. Relevant ist, was interessiert – und das gilt für alle Zielgruppen.

HG: Du hast mit Deinen 28 Jahren schon ein paar Sachen gegründet und warst an vielem beteiligt. Was braucht man Deiner Meinung nach, um erfolgreich zu sein?

MB: Viel Geld als Startkapital (lacht). Nein. Also, was ich in den letzten Jahren festgestellt habe ist, dass man vor allem ein gutes Team braucht. Du brauchst Menschen in der Zusammenarbeit, die Dinge ausgleichen können, die man selber nicht schafft. Wenn das Team an sich harmoniert, ist die Idee, die man verfolgt, zweitrangig. Oft ist nicht die Idee das Entscheidende, sondern das Team und wie es miteinander zusammenspielen kann. Ohne ein Beispiel zu nennen: Man sieht immer wieder Firmen nicht daran scheitern, dass sie eine schlechte Idee haben, sondern sich im Team falsch aufgestellt haben und das falsche Management haben oder vielleicht auch den falschen Investor. Meine Gründungen waren alle nicht so erfolgreich, dass ich mich zur Ruhe setzen könnte, und das scheiterte wirklich an den richtigen Projektpartnern. Ich habe zwar journalistische Portale gemacht, die auch halbwegs publizistisch funktioniert haben, die aber an der Vermarktung gescheitert sind. Wenn ich heute nochmal etwas Neues gründen würde, würde ich mich genau um diese Faktoren kümmern: Dass im Team Leute sind, die sich um diese Aufgabe kümmern. Die das übernehmen können, was ich selber nicht erfüllen kann.

HG: Gibt es ein Medienprojekt, auf das Du Dich momentan besonders freust oder spannend findest?

MB: Es gibt kein einzelnes Projekt, das ich spannend finde. Insgesamt aber die Bewegung der sozialen Netzwerke zu Content-Anbietern. Wohin bewegt sich Facebook in den nächsten Jahren, auch als Konzern im Konglomerat mit WhatsApp und Instagram? Was passiert aus einer erst belächelten App wie Snapchat, die immer mehr Content anbietet? Was macht das mit Medienunternehmen? Geben wir da etwas aus der Hand, was bisher unser Monopol war? Auch Twitter ist interessant, wurde jahrelang gehyped und steht jetzt am Scheideweg und es entscheidet sich, ob Twitter so bleibt, wie es ist oder ob es sich total verändert. Es gibt kein einzelnes Projekt, das ich spannend finde. In sozialen Medien wird momentan aber vieles ausgetestet, was uns demnächst noch sehr beschäftigen wird.


Teaser & Image by Christian Kahler


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Digitale Transformation – Disruption oder Weiterentwicklung?

old tv stuff (adapted) (Image by Gustavo Devito [CC BY 2.0] via flickr)

Der Begriff Disruption ist zurzeit in aller Munde und rückte auch auf dem NewTV Kongress 2016 wieder in den Fokus. Nicht alle sind sich einig, dass sie wirklich existiert und gerade Unternehmer betonen im Zusammenhang mit neuen Technologien gern ihren Charakter der Weiterentwicklung – im Gegensatz zur simplen Substitution alter Produkte und Dienstleistungen. So sehen einige im momentanen Wandel der Bewegtbild-Branche eine weitere Disruption und andere schlicht eine Weiterentwicklung.

Disruption beschreibt das Phänomen, dass neue Technologien oder Produkte alte ersetzen und diese damit überflüssig machen. Im Bereich Musik kann man zum Beispiel Musikstreaming-Plattformen wie Spotify als Ergebnis einer Disruptionsentwicklung bezeichnen. Nachdem der Kauf von Platten und CDs durch die Möglichkeit des MP3-Downloads ersetzt wurde, bieten Spotify und Co. heute den einfachsten und preiswertesten Zugriff auf Songs. Disruptionen dieser Art passieren zunächst oft unbemerkt und zeigen ihr volles Ausmaß erst im Nachhinein.

Bewegtbildtrends

Ob sich diese Entwicklung auf das Bewegtbild übertragen lässt, wurde beispielsweise diese Woche auf dem NewTV Kongress 2016 diskutiert, der dieses Jahr in der Handelskammer Hamburg stattfand. Einer der Gäste war Jette Nygaard-Andersen, CEO der Modern Times Group (MTG) und Keynote-Sprecherin der Veranstaltung. Die MTG ist ein skandinavischer Medienkonzern und Anbieter für Fernsehen und Rundfunk. Neben Free und Pay-TV-Sendern betreibt das Unternehmen das schwedische Online-Portal Viaplay.

 

Für Nygaard-Andersen, die sich selbst nur ungern als Expertin in ihrer Branche bezeichnet, ist das Thema ein eindeutiges. Sie sieht die derzeitige Entwicklung des TV bereits als zweite Disruption in der Geschichte des Fernsehens. Schon die Einführung von Privatsendern lasse sich als Disruption bezeichnen – die des öffentlich rechtlichen Fernsehens. Hinter der Idee der Entwickler von damals verberge sich die gleiche wie heute: etwas Altes durch etwas Neues und Besseres zu ersetzen.

Digitalisierung des Fernsehens

Die neue Art der Disruption im Bereich Bewegtbild erscheint heute in der Tendenz zu Online-Angeboten und -Portalen. Die Besonderheit liegt hier offensichtlich in der Ungebundenheit an einzelne Geräte. Damit wächst vor Allem das Angebot für mobile Geräte. Wie es so oft der Fall ist, wandeln sich die Anforderungen der Nutzer und die Industrie reagiert darauf. Wie es Nygaard-Andersen in ihrer Präsentation deutlich betont hat, ist es immer entscheidender die aktuellen Trends der jungen Generationen zu verfolgen. “Follow the eyeballs” nennen sie und viele andere dieses Prinzip. Eine wichtige Zielgruppe bei der Planung neuer Entwicklungen sind die Millenials – auch Generation Y genannt. Sie werden gern pauschal als Digital Natives bezeichnet und deshalb als wichtige Zielgruppe in der Medienbranche angesehen. In den Vereinigten Staaten liegt ihr Anteil in der Bevölkerung beispielsweise bei 30%. Ähnlich sehen die Zahlen in Deutschland aus und die Tendenz steigt. Ihr Verbraucherverhalten zeichnet sich im Bewegtbild vor allem dadurch aus, dass sie Fernseh- und Videoportale viel mehr über mobile Geräte nutzen und einen Fernseher oft gar nicht mehr besitzen. Die klassische Art des Fernsehens hat bekanntermaßen stark an Bedeutung verloren. An Bedeutung zugenommen haben dagegen Streamingportale, wie YouTube, Vevo oder Zattoo und Netflix. Der Konsum von Bewegtbildern spielt sich zunehmend im Netz ab, woran sich die Industrie in Zukunft immer stärker orientieren wird. Was das für Ausmaße annehmen kann, zeigen aktuelle Trends. Einer dieser Trends zeichnet sich in der starken Nutzung von YouTube ab. Waren die beliebtesten Stars der jüngeren Generationen früher noch aus Hollywood, findet man jetzt fast zwei Drittel von ihnen bei YouTube. Berühmte YouTuber gibt es inzwischen etliche. Gerade für Jugendliche, die bereits der “Generation Z” angehören, werden viele von ihnen zum Idol. Startups wie ReachHero, dessen Mitgründer übrigens selbst erfolgreicher YouTuber ist, nutzen diese Entwicklung und integrieren die neuen Stars in die Werbewelt. Ein weiterer Trend, der aus der zunehmenden Nutzung mobiler Geräte resultiert, ist das Streamen vertikaler Videos. Sie sind vor allem für Smartphone-Nutzer attraktiv und gleichzeitig ein Resultat aus der zunehmenden Nutzung mobiler Geräte. Sie bilden ein neues Format, an dem sich immer mehr Anbieter, wie beispielsweise Snapchat Discover oder Mashable, orientieren. Dass das Bewegtbild aber nicht nur auf Online-Plattformen gebracht werden muss, sondern anders herum auch die Netzwelt selbst in großen Fernseh-Events verpackt werden kann, zeigt das Beispiel der Intel Extreme Masters-Meisterschaften. Es ist eines der größten eSports-Events der digitalen Generation. Live-Übertragungen im Sport sind generell zu einem Angebot geworden, das viele auch von Unterwegs nutzen. Wie zum Beispiel auch Jette Nygaard-Andersen, die sich im Interview mit nextMedia.Hamburg als Chelsea-Fan outete. Viel reisende Menschen müssen dank mobiler Geräte nicht mehr auf ihre Lieblingsevents verzichten.

Der Faktor Social Media

Neben der Rolle der Millenials und mobiler Medien, betont die Geschäftsführerin der MTG die Bedeutung sozialer Netzwerke. “Social media has become a factor shaping the industry”, so Nygaard-Andersen bei ihrer Präsentation auf dem NewTV Kongress. Sie sind ein wichtiges Tool, um eine große Gruppe an Usern zu erreichen und zeigen zudem die aktuellen Trends der Zielgruppen auf. Soziale Plattformen bieten daher eine gute Orientierung für die Industrie, was im Grunde nichts Neues ist. Was hierbei jedoch essentiell ist und auch von Nygaard-Andersen nochmal betont wird, ist die zunehmende Interaktion. E-Communication kennzeichnet die digitalen Medien und beeinflusst so auch den Bereich Video und Film.  

Disruption Online-Streaming

Mit dem Bereich der Stremingportale für Filme, Serien und Fernsehen verbindet man meistens große internationale Anbieter wie Netflix. Deshalb tauchte auch auf dem NewTV Kongress die Frage auf, ob nationale Portale (in Deutschland beispielsweise Zattoo) nicht an Relevanz verlieren. Nygaard-Andersen sieht diese Sorge eher als überflüssig. “Ich glaube, Deutschland hat eine große Kundennachfrage nach lokalen Inhalten. Diese Nachfrage ist ein wenig stärker ausgeprägt als auf unserem skandinavischen Markt, aber ähnlich wie in Zentral- und Osteuropa.”, sagt sie im Interview. Daher sei es ratsam, Produkte anzubieten, die sowohl lokal als auch global die Menschen erreicht. Guckt man sich die aktuellen Angebote an, wäre demnach in nächster Zeit kein großer Wandel zu erwarten.

Eines bleibt bei der ganzen Entwicklung eindeutig. Neue Arten der Anforderungen verlangen auch neue Finanzierungsmöglichkeiten, um vorhandene “Monetarisierungslücken” zu schließen. Es ist an den Unternehmen der Bewegtbild-Industrie, diese zu finden. Wie alle anderen Medienbereiche, muss sich somit auch das Fernsehen an die Digitalisierung und die damit einhergehende Entwicklungen der Gesellschaft anpassen. Wie man in den Online-Medien so schön sagt, geht der Trend von “Mad Men” zu “Math Men”. Der traditionelle “Broadcaster” erlebt seine Transformation zum digitalen “Entertainer”. Oder um es schlicht mit den Worten Nygaard-Andersens auf den Punkt zu bringen: “The only constant is change”.


Image (adapted) “old tv stuff” by Gustavo Devito (CC BY 2.0)


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