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Jurassic World Alive: neues AR-Game im Pokémon-Go-Style

Jurassic World Alive (Image by Ludia - Universal Studios)

Pokémon Go mit Dinosauriern? Genau das verspricht Jurassic World Alive. Das AR-Mobile-Game ist ab sofort, nach Beta-Phasen in ausgewählten Ländern, weltweit verfügbar.

Das Pokémon Go Erfolgsrezept

Kommt der Sommer, müssen die Gamer wieder nach draußen gelockt werden. Ideal dafür eignet sich das AR-Konzept, das wir schon vom Pokémon Go kennen, das die Welt im Sommer 2016 innerhalb eines Monats eroberte. Jurassic World Alive sieht dabei auf den ersten Blick wie ein Klon des Games um die Taschenmonster aus.

Die Marketing-Maschine zum Kinostart des nächsten Jurassic Park-Kinofilms läuft auf Hochtouren. “Jurassic World: Fallen Kingdom” startet am 7. Juni in den deutschen Kinos. Um den Hype des Dino-Streifens anzufeuern wird jetzt auch pünktlich zum Kinostart das Mobile Game veröffentlicht, Entwickler des Games ist das Studio Ludia

Jurassic World ist kostenlos im Google Play und Apple App-Store verfügbar und konnte zum offiziellen Release bereits über eine Millionen Nutzer, sowie fast 100.000 App-Bewertungen bei Google Play mit einem Durchschnitt von 4,3/5 Sternen.

Dino-Jagd mit Drohne

Das Game ist kostenlos, es finanziert sich aber durch Werbeeinblendungen und In-App-Käufe. Inwiefern unterscheidet sich Jurassic World Alive nun aber vom Platzhirsch Pokémon Go? Die zu fangenden Dinosaurier lokalisiert ihr über die In-Game-Karte, indem ihr eine digitale Drohne steigen lasst. Statt mit Pokébällen jagt ihr die Dinosauerier dann mit Betäubungspfeilen. Gefangene Dinosaurier könnt ihr anschließend eurem Team hinzufügen.

Die Ressourcen im Spiel sind DNA, Münzen, Dollar, Pfeile, Reichweite und Drohnen-Energie. Mit Reichweite, Pfeilen und Drohnen-Energie fangt ihr wilde Dinosaurier, mit der DNA erstellt ihr Klone. Ein Pendant zu den Pokéstops gibt es auch, bei denen sich neue Ressourcen abgeholt werden können. Ein großes Feature das für Jurassic World Alive spricht und bei Pokémon Go aktuell noch vermisst wird, ist die Option Kämpfe zwischen Dinosauriern auszuführen.

Ob Jurassic World Alive ein vergleichbares Phänomen wie zu Pokémon Go Zeiten auslösen wird ist fraglich. Vorübergehenden Spielspaß bereitet das Game aber allemal und es bewegt wieder dazu draußen mit seinem Smartphone zu spielen. Also ideal um am Wochenende Dinosaurier in der Stadt zu jagen! Jurassic World ist ab sofort kostenlos für Android und iOS verfügbar.


Image (adapted) by Ludia Inc./Universal Pictures

Screenshots by Lisa Kneidl

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Die Netzpiloten sind Partner der Monetize Mobile Media 2018

Partnergrafik_Monetize_Mobile_Media_2018

Die Akademie der Deutschen Medien und die VDZ Akademie bündeln ihre Kompetenzen und veranstalten zusammen die Monetize Mobile Media. Am 16. April wird das Literaturhaus München Schauplatz eines Events rund ums Thema Mobile.

Mehr als nur ein Trend

Der mobile Sektor ist längst kein Trend mehr. Während früher noch Desktop den Ton angegeben hat, setzen sowohl jüngere als auch etablierte Medienhäuser auf Mobile als Hauptnutzungskanal!

Ab 10 Uhr erwarten euch viele spannende Vorträge rund um die drei Haupt-Themenblöcke “Content”, “Context” und “Conversion”. Wichtig sind im Bereich Content also Fragestellungen wie der Einsatz von Storytelling, beispielsweise durch Podcasts und crossmediale Kampagnen, oder VR erfolgreich von statten gehen kann. Im Themenkomplex Content wird sich mit digitalen Assistenten, Chatbots, Gamification und mehr auseinandergesetzt. Der Themenblock Conversion behandelt die mobile Erlösquellen und -modelle für die Monetarisierung, aber auch, wie man neue Nutzer gewinnen kann. 

Viele interessante Speaker teilen ihre Erfahrungen aus dem Bereich der Monetarisierung mobiler Medien. Vincent Kittmann von den Online Marketing Rockstars ist dort der Head of Podcasts und spricht zum Thema „Monetarisierung von Podcasts als wachsende Streaming-Media-Marken“. Dr. Markus Dömer (Carlsen Verlag/Bonnier) referiert über AR und VR Storytelling in (Buch-)Verlägen und Matthias Mehner (WhatsBroadcast) lässt uns an seinem Wissen über „Messenger Chatbots und Gamification als Traffic-Treiber (und Werbekanal)“ teilhaben. 

Für wen ist die Monetize Mobile Media?

Wenn digitale und vor allem mobile Fragestellung schon zum Tagesgeschäft eures Unternehmens zählen, ist die Monetize Mobile Media für euch geeignet. Vor allem Verantwortliche und Praktiker aus Verlagen- und Medienunternehmen, aber auch Redakteure, Vertriebsmitarbeiter und viele mehr, sind auf der Veranstaltung richtig. 

Bis zum 22.03.2018 gibt es Tickets für die Monetize Mobile Media noch zum regulären Preis, danach werden sie teurer, also entscheidet euch bald! Mit dem Hashtag #mmm18 könnt ihr euch mit News zur Veranstaltung auf dem Laufenden halten. Seid am 16. April in München dabei! 

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Die Netzpiloten sind Partner vom Online Handel 2018

Partnergrafik_2017_online_Handel

Unter dem Motto „Picking up speed“ könnt ihr beim Online Handel 2018 am 6. und 7. Februar in Berlin alles über die neusten Trends, Tools, Methoden und Innovationen sowie spannende Best Cases der Branche erfahren, die euch für die Transformation eures Online-Kanals inspirieren können.

Euch erwarten zwei wissensreiche und spannende Networking-Tage mit DEM Jahres Kick-Off der E-Commerce Branche, exzellenten Speakern mit spannenden Themen, Networking mit dem Who is Who der Branche und der Verleihung des 7. Online-Handel-Awards.

Unter anderem dürft ihr euch auf diese Top Themen freuen:

  • New Tech – Artificial Intelligence meets Online Handel, Chatbots & Robotics, AR/VR
  • International Trends 
  • Social + Mobile – Wachstumsfaktor Social Selling & Mobile Commerce
  • Digital Marketing – Storytelling & Content Creation
  • Customer Centricity – Personalisierung für die Online Shopping Experience

Unter den Referenten werden Denis Burger, Mitglied der Geschäftsleitung und Senior Director Seller Growth von eBay Deutschland und Kai Herzberger, Director of eCommerce & Transformational Retail DACH & EMEA und Mitglied der Geschäftsleitung Deutschland Facebook, vor Ort sein.

Also worauf wartet ihr? Hier findet ihr die Anmeldung und weitere Informationen.

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Virtual Reality für unterwegs: Mobile VR-Brillen im Vergleich

augmented-reality (Image by Pexels) (CC0 Public Domain) via Pixabay

Virtual Reality ist inzwischen mehr oder weniger im Wortschatz eines jeden Smartphone-Nutzers angekommen. Kein Wunder also, dass Hersteller immer mehr mobile VR-Brillen auf den Markt bringen. Zwar hat Virtual Reality den Hype-Gipfel inzwischen überschritten – unter anderem wegen des hohen Preises der VR-Brillen HTC Vive und Oculus Rift sowie der geringen Anzahl an VR-Spielen. Dennoch birgt Mobile VR ein riesiges Potenzial. Während Apple bei diesem Stichwort noch etwas reserviert reagiert, sind Hersteller von Android-Smartphones in den Startlöchern, um jedem Nutzer eine virtuelle Ansicht so ziemlich aller denkbaren Situationen zu bieten. Ich zeige euch in einem Überblick, wo die Reise für mobile VR-Brillen startete und wo es hingehen kann.

Mobile VR-Brillen – mit einer deutschen Brille ging es los

Alles begann im Jahre 2013 mit der Durovis Dive: Diese VR-Brille von der Münsteraner Firma Shoogee bestand aus 3D-gedrucktem Plastik und zwei kleinen Konvex-Linsen, die zwischen Auge und Display standen. Das Smartphone des Nutzers konnte – damals mit nur etwa einem Viertel der Grafikleistung von heutigen Geräten – erste 3D-Videos und Spiele darstellen, die allerdings eher an eine Diashow statt an ein richtiges Game erinnerten.

Google ließ sich vom Design der Dive inspirieren: die Cardboards waren geboren. Dieser erste mehr oder weniger offene Standard machte es für Programmierer einfacher, Virtual-Reality-Software für Android zu entwickeln. Denn: Die Linsenstärke wurde definiert, der Abstand zwischen Display und Auge eingegrenzt, und ein Magnetschalter sorgte dafür, dass der Nutzer selbst mit aufgesetzter Brille navigieren konnte.

Proprietäres Nonplusultra: Samsung Gear VR

Der koreanische Hersteller Samsung sah die Chance, die sich bot, und ergriff sie schnell: Schon kurze Zeit später erschien die erste Samsung Gear VR, speziell angepasst an Samsung-Smartphones. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Diese VR-Brille war den Cardboards technisch einiges voraus und zudem viel bequemer. Stichwort Motion Sickness: Durch eine hohe Latenz zwischen Kopfbewegung und Umsetzung im Spiel hatten gerade in den Anfangszeiten viele Leute Schwindelgefühle nach der Nutzung von Virtual-Reality-Anwendungen. Samsung verbaute in der Brille einen zusätzlichen Lagesensor, der eine schnellere Reaktion und dadurch ein stressfreieres Erlebnis ermöglichte.

Samsung Gear VR - mobile VR-Brillen
Image by Samsung

Die 2017er Generation der Gear VR hat hingegen keinen integrierten Sensor mehr. Die Hardware der Smartphones hat sich rasant verbessert. Die aktuelle Gear VR arbeitet mit den Samsung-Galaxy-Geräten S7 und S8 in allen Variationen zusammen. Ein Adapter erlaubt die Nutzung der Anschlüsse Micro-USB wie beim S7 und USB-Typ-C, welcher beim S8 verbaut ist. Zudem ist ein Steuerungskreuz auf der rechten Seite der Brille verbaut, welches die Bedienung in virtuellen Welten deutlich vereinfacht. Brillenträger können die Samsung Gear VR zwar nutzen, riesige „Hipstergläser“ passen aber nicht.

Seit neuestem ist ein Hand-Controller mit an Bord, der ähnlich wie ein Zauberstab zur Manipulation von Objekten im 3D-Raum genutzt werden kann. Samsung nutzt einen eigenen Virtual-Reality-Appstore, um schlechte Spiele oder Games ohne Unterstützung des Trackpads auszusperren. Dadurch sehen die Nutzer nur die Crème de la Crème, nicht aber von Schülern zusammengeschusterten Code.

Mit 99 Euro ist die Samsung Gear VR kein wirkliches Schnäppchen. Das soll sie aber auch nicht sein: Vielmehr handelt es sich um ein hochqualitatives Gadget. Solltest du ein Galaxy-Smartphone besitzen und schon einmal positive Erfahrungen mit Virtual Reality gemacht haben, ist die Gear VR eigentlich eine Pflichtanschaffung, wenn um es mobile VR-Brillen geht.

Hauseigenes Rezept: Google Daydream VR

Seit 2016 ist Google auch wieder aktiv im VR-Geschäft vertreten. Am Ende des vergangenen Jahres präsentierte der Suchmaschinenriese die Daydream-Plattform (hier zum Test). Mobile VR-Brillen aus Stoff ersetzten die Papp- und Plastik-Brillen, welche Virtual Reality auf einem Einstiegslevel ermöglichten. Dazu gibt es noch einen ergonomischen Hand-Controller, um sich in künstlichen Welten fortbewegen zu können. Das Set kostet rund 70 Euro, ist aber genauso wie die Samsung Gear VR nicht mit jedem Smartphone kompatibel. Die unterstützten Geräte müssen „Daydream Ready“ sein, also eine offizielle Zertifizierung von Google haben. Die Liste der Smartphones ist noch recht kurz. Google unterstützt bisher die Pixel-Phones, das Motorola Moto Z, das Mate 9 Pro und das ZTE Axon 7, jeweils in allen Konfigurationen. Bald sollen auch das Asus ZenFone AR und Samsung Galaxy S8 mit der Daydream-Brille kooperieren.

Daydream - Mobile VR-Brillen
Image by Google

Einfacher als mit der Daydream View geht es kaum: Die benötigte App ist auf den kompatiblen Telefonen vorinstalliert. Das Telefon wird in den Schacht gelegt und ist direkt einsatzbereit – sei es jetzt für Youtube-Videos oder Spiele. Dank des geringen Gewichts sind lange Virtual-Reality-Sessions kein Problem. Auch eine Brille findet in der Daydream View Platz, solange sie nicht besonders breit ist.

Halbgare Lösung: LG360 VR

Was sich LG bei der LG 360 VR dachte, weiß irgendwie niemand so genau. Kein Wunder also, dass heise online „LG 360 VR ist die schlechteste aktuelle VR-Brille“ titelte. An sich ist das Konzept einer VR-Brille, die so aussieht wie eine normale Brille, sehr interessant. Das Gewicht ist geringer, das Aussehen nicht so befremdlich und natürlich ist solch eine kompakte Bauweise im Transport von Vorteilen. Die LG 360 VR ist per USB-Kabel mit dem kompatiblen LG G5 verbunden, das Mobiltelefon wird also nicht wie bei der Gear VR oder Daydream vor den Kopf geklemmt.

In der Brille finden sich zwei kleine Displays, die den VR-Inhalt abbilden. Und so klein die Displays sind, so klein ist leider auch das Sichtfeld: Nur rund 40 Grad Sichtfeld reichen nicht aus, um ein „Ich bin mittendrin“-Gefühl zu simulieren. Die Konkurrenz schafft 90 bis 100 Grad. Ein zusätzliches Problem ist der große Raum zwischen Brille und Auge: Hier fällt so viel Licht ein, dass du als Nutzer nicht richtig in die virtuelle Realität eintauchen könntest – die Umwelt ist einfach zu sehr wahrnehmbar, als dass du dich darauf einlassen könntest. Eine Sehstärke solltest du außerdem auch nicht besitzen, das Konzept „Brille über Brille“ klappt nicht wirklich gut.

Insgesamt heißt es also bei der LG 360 VR: Idee super, Umsetzung leider nicht. Konkurrenz belebt allerdings das Geschäft – und wenn LG in der Version „Numero zwo“ einige Fehler behebt, ist der Weg in Richtung eines guten Produktes mit Chancen auf dem Markt für mobile VR-Brillen vielleicht gar nicht mehr so weit.

Plastik-Cardboards: Von hui bis pfui

Daydream heißt nicht, dass die normalen Cardboards ihre Daseinsberechtigung verloren haben. Schließlich würde der Nutzer eines der wenigen unterstützten Smartphones besitzen müssen, was bei rund 95 Prozent nicht zutreffend ist. Die Cardboards selbst sind, wie bereits erwähnt, mehr oder weniger genau spezifiziert und können deswegen von diversen Herstellern mit leichten Abweichungen von den Vorgaben hergestellt werden. Dadurch gibt es eine sehr breite Angebotsspanne. Die Preise variieren zwischen zwei und 100 Euro.

Zur ersten Kategorie gehören die Papp-Gestelle: Sie sind weder bequem, noch sind die Linsen besonders gut. Dazu kommt, dass die Modelle oft noch selbst zusammen gebaut werden dürfen und sehr schnell den Geist aufgeben. Derartige mobile VR-Brillen findest du beim Händler deines Vertrauens zuhauf, allerdings ist das Geld hier besser in zwei oder drei Kugeln Eis investiert.

Die Mittelklasse kann schon einiges: Exemplarisch stelle ich hier die Elegiant VR-Brille vor. Sie ist Amazon-Bestseller und macht einiges richtig: Das Plastik-Polster ist recht bequem, es entstehen keine Druckstellen am Kopf. Eine Distanzanpassung des Displays sorgt dafür, dass eine leichte Dioptrien-Anpassung für Brillenträger möglich ist. Die Linsen sind tatsächlich recht gut, sogenannte Chromatische Aberrationen treten nur gering auf. Für 19 Euro ist die Brille für Einsteiger erschwinglich.

Möchtest du auf wirklich gute Optiken nicht verzichten, bleibt prinzipiell nur der Griff zur Zeiss VR One Plus, die schon Teil unser Weihnachtstipps 2016 war. Die VR-Brille vom Jenaischen Optik-Hersteller bietet erstklassige Glaslinsen, die verzerrungsfrei arbeiten. Spezielle Schubladen werden in die Brille geschoben, um einen festen Halt des genutzten Smartphones zu garantieren. Für Augmented Reality-Erfahrungen sind in den Schubladen Aussparungen für die Kamera, um die Außenwelt sehen zu können. Die Brille ist ziemlich bequem und fühlt sich wertig an. Die Qualität hat aber auch einen Preis: Rund 90 Euro werden fällig.

Zeiss VR One Plus - Mobile VR-Brillen
Image by Zeiss

Fazit: Mobile VR-Brillen bereiten keine Qual der Wahl

Welche Virtual-Reality-Brille ist denn nun die richtige für dich? Nun ja, die Antwort ist gar nicht so kompliziert: Bist du Besitzer eines Galaxy-Smartphones ab Generation fünf, sollte es wohl die Samsung Gear VR werden. Die Implementierung ist super, das App-Angebot reichhaltig. Bist du Besitzer eines Google Pixel oder eines anderen von Google Daydream unterstützten Telefons, solltest du tatsächlich die 70 Euro in die Daydream View investieren: Der Controller sorgt für ein unglaublich immersives Gefühl, welches sich positiv auf die VR-Erfahrung auswirkt.

Alle anderen sollten bei Cardboard bleiben: Die Plattform ist etabliert, die meisten Apps für mobile VR-Brillen wie die Daydream und Gear VR gibt es mit kleinen Abstrichen auch für die ältere VR-Generation. Selbst wenn du ein LG-Smartphone hast: Greife nicht zur LG 360 VR. Das Produkt ist derzeit nicht ausgereift genug. Wähle dann doch lieber etwas Älteres und Bewährtes.

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Teaser Image „Augmented Reality“ by Pexels (CC0 Public Domain)

Images by Zeiss, Google, Samsung


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • WINDOWS chip: Windows Phone ist tot: Jetzt zieht Microsoft den Stecker: Microsoft zieht sich vorerst aus dem mobilen Markt zurück – Grund dafür ist das Scheitern des Windows Phone. Dieses steht nun offiziell vor dem Aus, Microsoft hat diese Woche den Support eingestellt. Damit werden Windows Phone 7, Windows Phone 8 und Windows Phone 8.1 werden nicht mehr unterstützt. Ob Microsoft den mobilen Markt noch einmal betreten wird ist fraglich, die Konkurrenz durch Android uns iOs war einfach zu groß, zumindest gäbe es aber Pläne, in Zukunft weitere Smartphones zu bauen.

  • MOBILE t3n: Xiaomi kommt nach Europa: Wird das chinesische Startup Xiaomi jetzt zum Global Player? Der Smartphone-Hersteller, auch bekannt als das Apple Chinas, expandiert und tastet sich langsam auf den europäischen Markt. Deshalb sollen Xiaomi-Produkte jetzt über offiziellen Weg in den europäischen Handel kommen. Für den Anfang sollen Smartphones und Fitnessbänder angeboten werden, aber auch Lautsprecher und Power-Packs.

  • VIRTUAL REALITY golem: Oculus plant drahtloses 200-Dollar-Headset: Der Boom des Virtual-Reality-Marktes scheint nicht abzuebben. VR-Pionier und Facebook-Tochter Oculus will jetzt ein VR-Headset veröffentlichen, das rund 200 Euro günstiger als das Rift und kabellos sein wird. Die Facebook-Tochter will damit den Massenmarkt ansprechen, was mit Modellen wie dem Rift oder konkurrierenden Modellen wie HTCs Vive und Sonys Playstation VR bisher nicht gelang. Das Headset wird unter dem Codenamen Pacific entwickelt und voraussichtlich für 2018 angekündigt werden.

  • POKEMON GO spiegel: Ein Jahr „Pokémon Go“: 1000 Kilometer, 5390 Monster: Heute vor genau einem Jahr konnte man vielerorts nicht vors Haus gehen, ohne auf hysterisch auf dem Screen wischende Pokémon-Trainer zu treffen. Der Pokémon Go-Hype hat die Welt im Sturm erobert, der Nostalgie-Faktor war groß und die Nutzung der Augmented Reality Technologie für den Zweck ideal eingesetzt. Spiegel-Autor Stephan Freundorfer hat seine Eindrücke und Erfahrungen nach einem Jahr gesammelt und zusammengefasst.

  • WIRTSCHAFT gründerszene: Flixbus‘ Allmacht sorgt bei Reisenden für Ernüchterung: Der Fernbus-Konzern Flixbus hat in den vergangenen Jahren erfolgreich die Konkurrenz vom Markt vertrieben und sich so ein regelrechtes Bus-Monopol aufgebaut. Nachdem diverse Konkurrenten wie MeinFernbus, Postbus oder City2City geschlcukt wurden, hat Flixbus jetzt einen Marktanteil von 93 Prozent, aber das Wachstum stagniert und das soll sich in steigenden Preisen bemerkbar machen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich diese Entwicklung der letzten Jahre im Fernverkehr nun auch auf die Deutsche Bahn auswirken könnte.

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Die Netzpiloten sind Partner der CO-REACH 2017

Partnergrafik_CoReach_2017

In Nürnberg findet am 21. und 22. Juni die CO-REACH 2017 statt. Die CO-REACH ist die Crossmedia Marketing Messe, bei der einmal im Jahr tausende Dialogmarketing-Experten zusammen kommen. Ihr bekommt Insights und Inspiration für Multichannel-Kampagnen, außerdem erwartet euch neben Vorträgen und Workshops auch die Mitmachkonferenz „Open Summit“ – ein Barcamp rund um Crossmedia Marketing. Agenturen, Web-, Database-, Druck- und Logistik- und Onlinedienstleister zeigen hier jedes Jahr eine Bandbreite an Services.

Die Multichannel-Kampagnen werden euch anhand von Praxisbeispielen für Social Media und Online-Marketing verdeutlicht. Darüber hinaus findet ihr Print-Mailings und Mobile Solutions vor. Ihr habt zudem die Möglichkeit, euch selber einzubringen. Die Gelegenheit dazu habt ihr bei Praxis-Vorträgen und Workshops, die zum Vertiefen und Mitdiskutieren einladen. Auf drei Bühnen mitten im Messegeschehen findet das spannende Fachprogramm statt. Es werden rund 5.600 Besucher erwartet, außerdem wird es 95 Fachvorträge geben.

Renommierte Speaker

Zu den Vortragenden und Experten vor Ort zählen dieses Jahr:

Damit ihr immer den Überblick habt, wo sich welcher Aussteller auf dem Messegelände befindet, wo das nächste WC ist und wo ihr zwischendurch etwas snacken könnt, solltet ihr euch die CO-REACH-App auf euer Smartphone laden. Hier bekommt ihr die App für iOS und hier für Android.

Die Location ist das Messezentrum Nürnberg. Eure Tickets für die Veranstaltung bekommt ihr hier.

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Die Netzpiloten sind Partner beim MobileCamp Dresden

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In Dresden findet vom 29. bis zum 30. April das MobileCamp Dresden statt. Bereits zum neunten Mal treffen sich Interessierte zu dem zweitägigen Event, das sich mit dem Thema Mobile beschäftigt. Im Fokus stehen die Aspekte Mobile Marketing, Mobile Vermarktung, Mobile Trends und Mobile Development. Inhalte, die aktuelle zu den interessantesten und am häufigsten diskutierten Themen in der Szene und der Gesellschaft gehören, werden hier aufgegriffen. Zu der Veranstaltung werden 300 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet.

Das erwartet euch

Zu den Speakern, die beim MobileCamp Dresden auftreten werden, gehören Sascha Pallenberg mit einer Präsentation zum Thema „Kampf um Dashboards“ und René Schulte, der zum Thema „Mixed Reality“ referieren wird. Neben weiteren Keynotes wird es Workshops zu den Themen „Internet der Dinge“ und „App-Prototyping“ geben. Außerdem erwarten euch zahlreiche spannende Sessions.

Organisiert wird das MobileCamp Dresden vom MobileCamp e.V. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, den fachlichen Austausch rund ums Thema Mobilität zu fördern, insbesondere mobile Kommunikation, mobile Technologien, mobile Enderäte und mobile Anwendungen sowie damit verbundenen gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen und Auswirkungen.

Das MobileCamp Dresden findet in den Räumlichkeiten der TU Dresden statt. Die Teilnahme an dem ereignisreichen Wochenende ist kostenlos, ermöglicht wird es durch namenhafte Sponsoren wie Google, Microsoft und Lovoo.
Hier könnt ihr euch eure Tickets for free sichern.

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Destination Check: Digital Innovators‘ Summit

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Am 20. und 21. März fand die Digital Innovators‘ Summit in Berlin statt. Dieses Mal sogar mit einem großen Jubiläum: Die #DISummit feierte ihren zehnten Geburtstag. In der Zeit seit 2007 hat sich eine ganze Menge getan im Netz und auf dem Verlegermarkt. Eins ist schon mal klar: Nostalgische Stimmung kam hier kaum auf, dazu waren die vielen Trends und Umbrüche viel zu spannend. Ich habe mich in den zwei Konferenztagen für die Netzpiloten umgeschaut.


Organisator: Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer VDZ


Image by Stephan Scherzer
Image by Stephan Scherzer

Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Die Konferenz gibt es jetzt seit zehn Jahren. Die erste Konferenz in Hannover hatte gut 150 Besucher, da ging es nur um Visionen, dann ging es irgendwann um Trends und jetzt haben wir heute hier 600 Leute aus 34 Nationen. Aus den Trends sind jetzt Geschäftsmodelle geworden. Und wenn ich mir anschaue, dass wir als Verlagsbranche auf drei verschiedenen Bühnen Inhalte transportieren – und es geht um Virtual Reality, Mobile, Augmented Reality, Communities, Social – dann sieht man, wie sich die Themen mittlerweile in der DNA der Verlage festgesetzt haben. Dieses Jahr geht es vor allem darum, Inhalte mit Hilfe von Technologie zu optimieren, also Audience Matrix, um den Content noch besser auf die Interessen der Menschen zuzuschneiden. Die Vision gibt es schon lange, aber jetzt sind endlich die Tools da und es ist nicht mehr so teuer, so dass auch die kleinen Firmen dabei mitmachen können.

Ein anderes wichtiges Thema ist Mobile, und zwar nicht als Kanal selbst, sondern auch in Bezug auf die Frage, wie Mobile andere Kanäle beeinflusst. Es geht darum, wie ich meine Marke so einbaue, dass sie auch zuerst genutzt wird. Heute würde niemand mehr behaupten, dass Mobile nicht wichtig ist, besonders in der Generation Z. Für die sind das alles Tools, das ist wie Strom aus der Steckdose, das ist nicht mehr überraschend. Das ist eine entscheidende Veränderung, das wahrzunehmen, anzuerkennen und damit umzugehen. Wenn wir über Zeitschriften reden, merkt man in diesem Jahr auch: es reden alle über Content. Ein gut gemachtes analoges Magazin ist ein guter Anker für Markenstärke im Digitalen.

Welche Erwartungen hatten Sie an den diesjährigen Kongress?

Wir haben mit Visionen angefangen, aber mittlerweile erwarten die Leute ganz handfeste Beispiele und Best Practice. Wie funktioniert was, wie setzt man es ein? Und das funktioniert hier sehr gut. Es geht darum, von der Vision über den Trend zum Geschäftsmodell zu gelangen. Das ist allen, die hier sind, gut gelungen. Die Mischung zwischen den großen Verlegern und den kleinen Startups mit der großen Idee zeichnet diese Konferenz aus. Es ist sehr hands-on, keine visionäre Spielerei, und man kriegt immer Inspirationen. Dafür sind diese Marktplätze da. Und dass das ein Verband macht, zusammen mit dem Weltverband, zeigt, denke ich, dass Verbände auch modern und zukunftsorientiert sein können. Und das gefällt mir sehr gut.

Was war Ihr persönliches Highlight?

Ich fand Geoff Ramsey, den CEO von eMarketer, sehr gut, der sehr schön und datenbasiert erklärt hat, in welche Richtung die Welt geht. Dann war Jeremy Gilbert toll, der ist einfach ein klasse Typ und er hat interessante Visionen. Das ist auch das, was uns von allen anderen in der Branche unterscheidet, das darf man nie vergessen: Verlage sind redaktionelle Editorial Media, das zeichnet sie vor allem aus. Deshalb ist es spannend, solchen Leuten zuzuhören, wie sie mit der digitalen Transformation umgehen.

Wer muss nächstes Jahr unbedingt noch dabei sein?

Es muss immer der dabei sein, der die tollen Ideen hat. Hier sind ganz viele Companies dabei, die ganz klein angefangen haben und groß geworden sind, wie Twitter und Facebook. Das ist auch ein großer Reiz, sich das über die Jahre anzuschauen.

Warum machen Sie das Ganze?

Lebenslanges Lernen. Ich war immer in den Medien unterwegs und ich finde unsere Branche super spannend. Wir werden noch so viele spannende Entwicklungen sehen, für mich ist die Konferenz Druckbetankung. Food for Thought.


Besucherin: Nadja Scholz, Head of Corporate Strategy bei der Deutschen Welle, Berlin


Image by Nadja Scholz
Image by Nadja Scholz

Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Ich fand es sehr informativ und gebündelt. Wir haben in vielen Vorträgen gehört, dass es um Voice geht, um Bots und natürlich um AI, das war für mich in vielen Fällen noch einmal die Bestätigung dessen, was man auch schon anderswo gehört hat. An manchen Stellen haben sich die Speaker auch widersprochen, das fand ich sehr interessant. Es wurde beispielsweise versucht, die Zukunft der Homepages zu deuten, und ob sie überhaupt eine Zukunft hat – und andere sagten, dass Homepages ganz besonders wichtig werden. Das war für mich ein sehr spannendes, anschauliches Bild.

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich fand die Redner teilweise qualitativ recht unterschiedlich, aber das liegt natürlich auch immer am persönlichen Interessensspektrum. Leider fand ich es oft sehr schnell und für Fragen war fast nirgendwo Zeit, das war etwas schade. Aber ich habe mich mit ein paar Speakern danach via Twitter verabredet, um das Gespräch noch weiterführen zu können. Ich hatte außerdem gedacht, es würde mehr über Snapchat geredet, aber darum geht es dann vielleicht im nächsten Jahr. Jedenfalls ist nichts Grundlegendes unbeantwortet geblieben.

Hatten Sie ein persönliches Highlight?

Ich fand die Vorträge von Jeremy Gilbert von der Washington Post sehr interessant, seine Themen haben mich noch einmal bestärkt. Überraschend spannend fand ich Andrew Losowsky vom Coral Project, dessen Non-Profit-Tool hat mich sehr angesprochen.

Würden Sie wiederkommen, und wem würden Sie den DI Summit empfehlen?

Ich werde versuchen, es zu schaffen, ich wäre gern mit dabei. Ich denke, die Themen sind für jeden interessant, der sich in der Medienbranche umtreibt, vor allem für Journalisten, die aktiv im Thema sind, ist es sicher super interessant, so etwas mitzubekommen.

Was war Ihre Motivation, dabei zu sein?

Ich bin natürlich als strategische Unternehmensplanerin hier, aber wir entwickeln auch gerade eine Digitalstrategie. Außerdem bin ich auch für das Innovationsmanagement zuständig, es waren im Grunde alle Themen abgedeckt, die mich interessieren.


Besucher: Stanley Chien, CEO und Co-Founder von Kono, Mountain View, Kalifornien


Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Wir haben unseren Hauptsitz in den USA und wir haben Vertretungen in Asien, aber in Europa haben wir noch keine Kontakte aufgebaut, also habe ich die Chance genutzt, um viele europäische Verlage und Kollegen zu treffen. Unsere Firma besteht erst seit ein paar Monaten, daher sind wir hier zum ersten Mal zu Besuch – und auch das erste Mal überhaupt in Europa zu Gast.

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich fand die meisten Speaker gut. Das Angebot ist ziemlich breit gefächert, vom Medienunternehmen bis hin zu Tech-Leuten und Video. Und weil wir aus dem Silicon Valley kommen, kannten wir natürlich schon eine ganze Menge der Themen, die hier besprochen wurden. Es ist also nichts wirklich Neues für mich, aber ich finde es immer interessant, die europäische Perspektive kennenzulernen. Manche Technologietrends sind natürlich nicht neu, aber sie müssen sich erst einmal durchsetzen und eine Breitenwirkung entwickeln.

Hatten Sie ein persönliches Highlight?

Der Vortrag von Michael Isaacs von Vindicia hat mir gut gefallen. Hier konnte man gute Vergleiche zwischen den Geschäftsmodellen von Zeitungen und Zeitschriften anstellen und was die nächsten Renevue Generators für die Verlage sein werden. Ich bin schon sehr gespannt, was passieren wird, weil unsere Firma sich auf Zeitschriften spezialisiert hat. Die Aggregatoren sind eine der am schnellsten wachsenden Geschäftszweige im Verleger Business.

Würden Sie wiederkommen, und wem würden Sie den DI Summit empfehlen?

Ich würde es spannend finden, wenn ich noch einmal teilnehmen kann, aber das muss unsere Firma entscheiden. Die Konferenz als solches würde ich definitiv weiterempfehlen, solche Themen sind für uns sehr wichtig.

Was war Ihre Motivation, dabei zu sein?

Mich hat die europäische Perspektive interessiert, also wie die Menschen hier denken, und natürlich zum Kontakte pflegen und neue aufzubauen.


Julia Redner, Marketingleitung, knk Business Software AG, Anbieter für Verlagssoftware, Microsoft-Partner, Kiel


Julia Redner und ein zugeschalteter Kollege, Image by Anne Jerratsch
Julia Redner und ein zugeschalteter Kollege, Image by Anne Jerratsch

Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Ich war in den vegangenen zwei Jahren auch bereits hier und muss sagen, es wird immer internationaler und immer größer. Was mir besonders gefallen hat, waren die vielen internationalen Best Practices. Das ist häufig vor allem technologiegetrieben, aber heute gab es hier einen tollen Vortrag über den Umbruch eines Editorenteams in Indien, das fand ich spannend, weil es die Erfahrungen in diesem digitalen Wandel sehr gut dargestellt hat. Das ist für mich auch eine ganz wichtige Message aus dem Kongress: Der Fokus auf den Kunden, auf die User Experience und auf das Engagement, die durch die Bank aus den Vorträgen deutlich wurde.

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich denke, ich konnte viele neue Ideen mitnehmen. Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt, ich konnte mich mit vielen spannenden Leuten unterhalten und austauschen. Auch auf unseren mobilen Roboter-Kollegen haben wir viele positive Resonanzen bekommen. Es hat sich auf jeden Fall für uns gelohnt!

Hatten Sie ein persönliches Highlight?

Ich fand viele Vorträge toll und interessant, aber am spannendsten fand ich den Vortrag von John Wilpers über Top Innovationen in den Medien. Der Vortrag war sehr aktiv gestaltet, das fand ich toll. Und den Vortrag „How Editorial Innovation Really Works“ mit John Wilpers und dem indischen Kollegen Ananda Vikatan, der anhand des indischen Verlags den Innovationsprozess und die menschlichen Rückschläge, die er mit seinem Personalstab hatte, sehr bildhaft dargestellt hat. Das fand ich wirklich beeindruckend.

Würden Sie wiederkommen, und wem würden Sie den DI Summit empfehlen?

Sehr gerne, allein schon um zu sehen, wohin sich die Trends entwickeln. Vor ein paar Jahren haben alle nur über 3D gesprochen, das war auf dieser Konferenz gar nicht mehr so sehr Thema. Ich finde es spannend, zu sehen, wie sich so etwas verschiebt.

Was war Ihre Motivation, dabei zu sein?

Ich möchte allein schon aus Marketingsicht wissen, was unsere Kunden bewegt, genau wie die Verlage ihre Leser analysieren. Wir wollen wissen, was die Top-Themen sind und wie wir ihnen dabei helfen können, diese Herausforderungen mit unseren Lösungen und Kompetenzen zu stemmen, auch wenn und gerade weil der mediale Wandel und die Digitalisierung nun schon eine ganze Weile stattfindet


Michael Schöning, Vice President Sales DACH bei 1plusX, Schweiz/Düsseldorf


Image by Michael Schöning
Image by Michael Schöning

Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Wir sind in diesem Jahr das erste Mal da. Die Konferenz hat ziemliches High-Level-Niveau und ist sehr strategisch, es werden sehr grundlegende Dinge besprochen. Einige Themen waren für uns in Ansätzen sehr interessant, wir haben auch einige Gespräche geführt, die uns durchaus weiter oder generell erst einmal in eine Startposition gebracht haben. Für uns als technischer Dienstleister ist dies hier durchaus eine lohnende Veranstaltung. Und ich finde es wichtig, den Geist der Branche mitzubekommen, und die Richtung, in die es geht.

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Teils, teils. Natürlich ist es bei so einer Konferenz immer eine Produktshow, andererseits gab es auch viele High-Level-Vorträge. Die Balance zu finden, ist da wohl manchmal etwas schwierig, es gab also Licht und Schatten.

Hatten Sie ein persönliches Highlight?

Wir haben viele spannende Kontakte knüpfen können, das fand aber eher abseits der Vorträge statt, die waren für mich nur teilweise interessant. Beim Vortrag von Max Amordeluso über Alexa Home habe ich mir ein bisschen mehr erwartet, weil ich das Thema hochspannend finde, und alles, was mit Spracheingabe zu tun hat. Ansonsten war es für uns einfach ein Netzwerk-Event.

Würdest Sie wiederkommen, und wem würden Sie den DI Summit empfehlen?

Ich habe die Frage gerade mit meinem Kollegen diskutiert, ob wir hier herein passen, und er würde wohl wiederkommen. Ich persönlich denke aber, dass wir auf den reinen Technik-Konferenzen besser aufgehoben sind.

Was war Ihre Motivation, dabei zu sein?

Uns war es wichtig, herauszufinden, ob diese Veranstaltung etwas für uns ist und ob wir hier die Kontakte pflegen können, die uns interessieren. Jetzt müssen wir erst einmal diskutieren, ob wir das fortführen und auf welchem Niveau, vielleicht ist beim nächsten Mal auch nur noch jemand für das C-Level dabei.

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Netzpiloten sind Partner des Mobile Advertising Summit

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Am 30. März findet in Berlin der Mobile Advertising Summit statt. Dieser Gipfel beschäftigt sich mit den Fragen nach der Konzeption und der Umsetzung von Werbung auf mobilen Screens. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Wirkung, Formaten und Technologie. Das Motto lautet: Werbung „neu“ denken. Der Veranstalter ist das Magazin „Adzine“ für Online-Marketing.

Zu den Experten, die vor Ort referieren, zählen unter anderem:

Claudia Bauhuber und Philipp Thurmann werden am Vormittag einen Vortrag zum Thema „Social is mobile!“ halten. Das Thema „Mobile Insights“ stellt Ben Martin vor. Gegen Mittag werden sich Martin Lütgenau, Jens Barczewski und François Roloff mit dem Thema „Mehr ‚Wumms‘ in Mobile – Wirkungsvolle Formate auf skalierbarer Reichweite!“ beschäftigen. Vermarkter und Mediaagenturen diskutieren dabei die Erfordernisse des Marktes und betrachten die bestehenden Lösungen vor dem Hintergrund von Standardisierung und Skalierbarkeit. 

Die Location ist der Palais der Kulturbrauerei in Berlin. Hier könnt ihr euch für den Mobile Advertising Summit anmelden. Das Ticket verschafft euch Zugang zur Konferenz und zum Aftershow-Get-Together sowie zu Fotos von der Veranstaltung. Außerdem könnt ihr euch die Vorträge als PDF runterladen. Während der Konferenz könnt ihr euch am Frühstücks- Mittags- und Kaffeepausenbuffet bedienen. Es werden durchgehend alkoholfreie Heiß- und Kaltgetränke angeboten.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • KI deutschlandfunk: Künstliche Intelligenz macht Musik: Zwar sorgte folgendes Musikstück schon Anfang Juni für große Aufregung, allerdings ist der Wirbel für diesen „speziellen“ Song ein anderer. Denn dieses Stück wurde von einer Künstlichen Intelligenz von Google geschrieben. Genauer gesagt handelt es sich beim „Magenta Projekt“ um Computer, die zu Künstlern werden. Aber was Google kann, konnte David Cope schon in den 90ern. Damals hatte eine Künstliche Intelligenz ebenfalls schon Stücke komponiert.

  • MOBILE golem: Eine Woche in Deutschland im Funkloch: Heutzutage rechnet man eigentlich nicht mehr mit Funklöchern, andererseits ist man dennoch wenig überrascht, wenn mal wieder nichts geht. Oft bekommt man so einen Zustand bei belebten Zugstrecken zu spüren oder wenn man am Wochenende die Oma im 500 Selen Dorf besucht. Doch warum ist das auch noch 2016 so? Im folgenden Beitrag wird gezeigt, warum trotz einer 90 prozentigen LTE-Abdeckung in Deutschland manchmal gar nichts mehr geht.

  • STARTUP gruenderszene: Wie leitet man ein Startup vom Strand aus?: Minecraft-Erfinder Markus Persson hat es getan. Tinder-Geschäftsführer Sean Rad ebenso. Und Snapchat-Gründer Evan Spiegel. Sie haben ihre Heimat oder das Silicon Valley gegen ein neues Zuhause eingetauscht, wo sie Meer, Strand und Wellen ganz nah sind – im Fall der drei oben genannten ist das Los Angeles. Dahinter steht das Lebenskonzept eines digitalen Nomaden, also eines Gründers, der sein Unternehmen von unterwegs aus leitet. Technik macht es möglich, dass sie von vielen Orten der Welt aus arbeiten können – und das nutzen sie aus. Manche von ihnen bleiben nur wenige Tage an einem Fleck: Ansonsten reisen sie ständig von einem Hotspot zum anderen. Andere lassen sich ein paar Wochen oder Monate dort nieder, wo es ihnen gefällt.

  • BILDUNG t3n: Technikfeinde sind eine Gefahr für unsere Kinder – nicht Smartphones: Die Diskussion um die Nutzung von Smartphones von Kindern ist mittlerweile ein recht weit verbreitetes Thema. Sollte man Kinder lieber komplett von der Mediennutzung abschotten oder auf einem gesunden Level daran heranführen? Der Lehrer Arne Ulbricht verteufelt auf Spiegel Online Smartphones und Mediennutzung der Kinder. Und ist zusammen mit der alarmistischen Diskussion um digitale Demenz selbst ein Teil des Problems. Ein Kommentar.

  • AIRBNB engadget: Airbnb tests an app that plans your trips: Der Vermittler für Apartments, Wohnungen und Unterkünften arbeitet an einer App, die Nutzern Restaurants, Lokale oder Bars vorschlagen soll. Mit „Airbnb Trips“ will das Unternehmen eine App schaffen, die eigenständig funktionieren soll und dem Nutzer passende Tipps für die Umgebung liefert.

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Google AMP – Risiko oder auf Nummer sicher gehen?

Viele Verlagsunternehmen sind sich noch unsicher, ob sie sich ganz auf die Accelerated Mobile Pages von Google umstellen oder erst ein paar Tests starten sollten. Wie ist hier der Stand? Ein paar Redaktionen haben es bereits ausprobiert.

Die Ladeleistung der mobilen Websiten ist schlecht– finden Sie mal jemanden, der dem widersprechen würde”, erklärte mir die Leiterin der Unternehmensentwicklung vom Mic (CSO) Cory Haik. “Wenn unsere Seiten auf mobilen Geräten zu langsam geladen werden, verlieren wir als Herausgeber eine Zielgruppe – und das ist schmerzhaft für uns. Daher sind wir ganz gespannt darauf, AMP nutzen zu können.

Die Accelerated Mobile Pages-Initiative von Google wurde vor wenigen Tagen gelauncht. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das mobile Web zu dem wunderbaren Ort zu machen, an dem alle “Herausgeber einen mobilen, optimierten Inhalt erstellen können und dieser unverzüglich überall geladen wird”. Anders als sein plattformspezifischer Gegenspieler Facebook Instant Articles wendet sich Google mit seiner AMP-Initiative an das komplette Internet und vertraut darauf, dass teilnehmende Herausgeber und Technologen von selbst (und nicht nur firmeneigene) Codes beisteuern, damit die Seiten das Gesamte des “regulären” Webs wiederspiegeln können.

Welche Art der Geschwindigkeitsverbesserung liefert AMP? Hier ein Beispiel: Diese Desktopversion eines Artikels  der New York Times erreicht domContentLoaded – ein Schlüsselelement in der Auslastung einer Webpage, auf der  die HTML vollständig heruntergeladen und bestimmte wichtige Satzelemente abgeschlossen wurden – in 0,985 Sekunden und lädt vollständig in 3,82 Sekunden. (Diese Ergebnisse beziehen sich auf einen Test mit Chrome auf einem schnellen iMac.)

Die mobile Version dieser Seite erreicht domContentLoaded in 0,857 Sekunden und ist in 2,99 Sekunden vollständig geladen.

Die AMP Version derselben Webpage – man beachte die .amp.html in der URL – erreicht domContentLoaded in 0,240 Sekunden und ist in 0,646 Sekunden vollständig geladen.

Wie passen sich die Redaktionen an etwas an, das einerseits eine Möglichkeit darstellt, die eigene mobile Präsenz zu beschleunigen, sie aber andererseits beauftragt, eine zusätzliche Version für alle Inhalte zu entwickeln und zu pflegen? Ich machte mich auf die Suche nach einigen von ihnen und fand vielfältige Antworten – manche komplett involviert, andere in der Testphase und wieder andere, die die nötigen Entwicklungsressourcen nicht aufbringen wollen (oder können).

Mehrere von mir aufgesuchte Redaktionen lehnten es ab, genauere Gründe dafür darzulegen, führten jedoch “geringe Ressourcen” und “andere Prioritäten” als Gründe dafür an, dass sie momentan nicht den Weg zu AMP einschlagen.

 

“Die größte Herausforderung war in unserem Fall die Implementierung der Paywall-Anliegen, da unser System im gesamten Umfang auf JavaScript basiert, welches nicht von AMP unterstützt wird”, erklärte mir Roberto Dias, der Assistent des Geschäftsführer von Folha de S.Paulo. Die brasilianische Zeitung testet und experimentiert mit AMP in einem eingeschränktem Umfang.

Außerdem und aus der alleinigen Sicht einer Redaktion würde ich mir natürlich mehr interaktive Features und mehr Links zu verwandten Inhalten wünschen. Allerdings verstehe ich auch, was das Projekt versucht umzusetzen und ich empfinde es ebenfalls als einen sich stetig entwickelnden Prozess.

“Wir haben 29 Redaktionen und wir führen die Firma CMS – ein Projekt wie dieses zu verfolgen, erfordert zu großen Teilen eine sehr sorgfältige Überprüfung”, informierte mich Damon Kiesow, Leiter der Mobile Initiative von McClatchy .

Wir führen eine Art Betriebsprüfung unserer gegenwärtigen Seiten durch und versuchen nachzuvollziehen, was von Anfang an im Rahmen von AMP unterstützt wird und was ab sofort in das neue System umgewandelt werden kann – mit der Erwartung, dass dies nicht auf alles zutrifft.  Unsere Erwartung mag in etwa sechs Monaten erfüllt werden. Und wenn ich darüber spreche, meine ich hauptsächlich Umsatzmöglichkeiten der auf der Seite, wie Videowerbung und andere Dinge, die jenseits der Interessen von AMP oder deren Leistungsumfängen liegt, beispielsweise Tracker auf der Seite.

McClatchy plant, irgendwann im nächsten Monat einen Demonstrationsversuch in einem ihrer kalifornischen Zeitungen herauszubringen und erhält Unterstützung durch einen externen Anbieter, der die Codierung von Seitenvorlagen übernehmen und tägliche Unterstützung zur Verfügung stellen wird, sobald McClatchy seine Geschäftsanforderungen erfüllt. Die Initiative bei einer Zeitung zu testen, statt auf allen 29 Märkten, vereinfacht den Implementierungsprozess, sagt Kiesow, während er dennoch einige spezifische Rückmeldungen dazu erhält, inwiefern das Projekt Arbeitsabläufe beeinflusst, welchen Effekt es auf die Erlöse hat und wie der Effekt auf die Nutzererfahrungen ausfällt, und ob dies überhaupt geschieht. Doch auch mit einer externen technischen Aufbereitung ist eine AMPifizierung noch weit von einer schlüsselfertigen Lösung entfernt.

Alles, was wir über das Aufstellen einer Webpage wissen, müssen wir noch einmal neu und anders lernen. Doch wir lernen es unter der Voraussetzung, dass wir ein bestehendes Produkt verwandeln und nicht ein völlig neues Produkt erfinden müssen. Es ist ein ziemlich komplexer Prozess!”, ergänzte er. “Aber wir sind da nicht anders aufgestellt als irgendwer sonst in der Branche. Wir führen eindringliche Diskussionen über Seitengewichtung und Seitenoptimierung, und das seit etwa sechs Monaten. Dies ist nur eine weitere Möglichkeit für uns, darauf zu achten, was Google vorschlägt, betreffend der Konzeption und der Herangehensweisen und der Strategien, die sie gewählt haben, um zu versuchen, das Problem zu lösen.

Abhängig davon, wie die neue Version ankommt, könnten die nächsten Schritte eine Einführung von einigen der “besten Methoden” sein, die im Rahmen des AMP-Projektes vorgeschlagen wurden oder um AMP als eine Vorlagenversion für Seiten von McClatchy nutzen zu können.

 

Komplett einsteigen in AMP

Die Diskussion darüber, was AMP für neue Herausgeber bedeutet, hörten seit dem vergangenen Herbst nicht mehr auf, seit Recode die Meldung herausgab, dass Google zusammen mit anderen Technologiepartnern wie Twitter eine ungenutzte Quelle erforschen will, der den Instant Articles entspricht. (“Die Welt braucht eine Antwort auf die  firmeneigenen Instant Articles – und Twitter und Google können sie beschaffen”, so eine Quelle damals Recode.) Die mehr als 180 Herausgeber, die auf Googles offizieller AMP-Seite gelistet sind als “Herausgeber, die AMP-HTML” nutzen, sind nur ein kleiner Teil derer, die sich darum reißen, AMP auszuprobieren.

Viele dieser Outlets, wie beispielsweise Mic, sind komplett involviert, wenn es darum geht, ihre Artikel online als  AMP zur Verfügung zu stellen. (Von jetzt an wird, wann auch immer Nutzer nach einem Artikel von Mic bei Google suchen, “eine AMP Datei für 100 Prozent unseres Inhalts angezeigt”, erklärte Haik.) Artikel, die AMP nutzen durften, werden bei den mobilen Suchergebnissen von Google seit Dienstag in einem Klickstrecken-Karussell angezeigt. (Eine Suche nach “Trump” brachte an diesem Morgen eine Reihe von AMP-behandelten Seiten der USA Today, Fortune, BBC, ABC, The New York Times, U.S. News, The Big Lead und der MSNBC.)

Für uns – und ich denke, viele Herausgeber würden da zustimmen – ist die Suche ein sehr bedeutsamer Vertriebsweg, was neue Zielgruppen betrifft und Handys haben diese Möglichkeiten noch erweitert”, sagte Haik. “Immer mehr Menschen sind bekanntermaßen mobil im Netz unterwegs und keiner davon öffnet Safari auf dem iPhone und tippt allen Ernstes ‚Http-Doppelpunkt-Slash-Slash-Mic-Dot-com‘ ein. So greift niemand auf Inhalte über sein Handy zu, man bekommt sie durch die Suche und über Social Media.

Mic beschäftigt zwei Angestellte, die sich ab jetzt komplett auf AMP konzentrieren, und seine Entwickler haben ebenfalls Codes zur AMP-HTML-Bibliothek beigetragen. Es wurde zusätzlich eine Versammlung in New York veranstaltet, anwesend waren der leitende Ingenieur von AMP sowie andere Entwickler und Produktionsverantwortliche aus der Gegend. Und für Mic gilt: “Wir sind in der Lage, dies zu Geld zu machen, so wie wir es benötigen; denn es ist immer noch HTML, was wir beherrschen – man fühlt sich nicht so eingeschränkt.”

Auch der Atlantic beabsichtigt, AMP zu 100 Prozent in ihren Inhalten zu etablieren, beginnend mit ihren standardisierten Artikelseiten:

Es war beeindruckend zu sehen, wie sich das Projekt entwickelt. Wir konnten tatsächlich von der aktiven Teilnahme des gesamten Systems, von analytischen Providern bis hin zu Drittpersonen der Ad Technology, profitieren”, sagte Kimberly Lau, der digitale Geschäftsführer von Atlantic. “Gerade jetzt stellen wir sicher, dass wir unser Werbepotenzial vollständig auf dieses Format replizieren können. In dieser Woche konzentrieren wir uns darauf, ursprüngliche Werbefähigkeiten auf unsere AMP-Seiten zu übertragen.

Der Guardian, der von Anfang an vertraulich mit in die AMP-Initiative involviert wurde, hält AMP bereits für sein Kernartikelformat, “das für ungefähr 18 Millionen individueller Artikel gilt” und man “könnte zu einem späteren Zeitpunkt beginnen, AMP-Versionen von unseren übrig bleibenden Inhalten zu veröffentlichen”, so Produktionsleiter Anthony Sullivan. Der Guardian nutzt momentan keine AMP-Version auf seinen Homepages, “doch wir haben dies nicht für die Zukunft ausgeschlossen – es hängt davon ab, wohin AMP sich entwickelt und wo wir es einsetzen möchten.”

Sullivan bestätigte, dass es einige Herausforderungen dabei gab, die bestehenden Umsatzarten des Herausgebers und die analytische Anforderungen in AMP-Dateien umzuwandeln, doch er hielt sich optimistisch, was die Zukunft des Projekts betrifft. Er sagte, dass “die Wegrichtung weitgehend dem zugewandt scheint, dass AMP die breite Unterstützung erhält, die es benötigt.”

Google ist eine Art Gatekeeper für AMP-Codes, doch seine Entwickler haben sich bemerkenswert offen und ansprechend auf externen Input gezeigt und die AMP-Produktgruppen bei Google waren zudem aufmerksam darauf, die Anforderungen der Veröffentlichungsindustrie zuberücksichtigen, fügte er hinzu.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “A Quote from A Computer That Takes Too Long To Load” by Surian Soosay (CC BY 2.0)


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Senkrecht ist Trend: Was man bei vertikalen Videos beachten muss

2nd VFF 2016 (Screenshot by Vertical Film Festival)

Während sie durch die Hügel über Otta wanderten – eine Stadt in Norwegen mit 1700 Einwohnern, die ungefähr vier Stunden von Oslo entfernt liegt – stellte ein Team des norwegischen Senders NRK fest, dass sie einen neuen Ansatz brauchen, um den Ausblick für ihre aktuelle interaktive Dokumentation zu filmen.

Als Teil der unternehmensweiten Mühen zur Verbesserung der mobilen Strategien wurde die Dokumentation, die davon handelt, wie Otta sich an das Flüchtlingszentrum anpasst, das in einem verlassenen Hotel eröffnet wurde, einfach vertikal gefilmt. Dafür wurde die Kamera um 90 Grad zur Seite gedreht. Mitarbeiter konstruierten einen speziellen Griff, um die Kamera stabil seitwärts zu halten.

Wenn du hoch in die norwegischen Berge gehst, ist es wunderschön und du bist daran gewöhnt die Landschaft vertikal zu sehen, erzählte mir Projektleiter Kim Jansson von NRK.Man muss seine Art zu Denken anpassen. ‘OK, wir müssen die linke und die rechte Seite abschneiden, was können wir noch tun, damit es vertikal funktioniert?‘ Wir haben Bäume benutzt, um den Leuten Höhe und Weite zu demonstrieren: Wie hoch die Berge sind, wie hoch die Häuser sind, erläuterte er. Du bekommst eine andere Sicht. Man muss nur seine Denkrichtung ein wenig ändern, um die Möglichkeiten zu sehen, die man mit horizontalen Filmen nicht hat.

Mit der zunehmenden Nutzung von Mobilgeräten wenden sich Nachrichtenagenturen, besonders solche, die auf Snapchat Discover veröffentlichen, ebenso dem vertikalen Video zu, um ihre Inhalte für Smartphone-Bildschirme zu optimieren – einem Format, das früher oft verspottet wurde.

Laut der Analystin Mary Meeker nutzen User vertikale Geräte zu fast 30 %, 2010 waren es noch 5% der Anwenderfälle. Und mehr als 7 Milliarden Videos werden täglich auf Snapchat angesehen, das speziell für die vertikale Nutzung konzipiert wurde.

Aber wenngleich Nachrichtenagenturen, von National Geographic über Mashable bis hin zu Vox vertikale Videos herstellen, gibt es noch immer keine Einigkeit darüber, wie sie am besten produziert werden sollten. Manche Organisationen wie NRK haben sich entschieden, die Kamera direkt zu drehen und vertikal zu filmen, während andere lieber auf die traditionelle Art filmen und im Anschluss das Material an einen vertikalen Bildschirm anpassen.

Neben der Tatsache, dass vertikales Filmen häufig einfache logistische Probleme mit sich bringt (wie sichert man am besten eine Kamera seitwärts auf einem Stativ?), zwingt die unorthodoxe Orientierung die Produzenten dazu, ihre Kompositionen und Techniken zu ändern, unabhängig davon, wie das Video gefilmt wird.

“Für jeden, der versucht, mit einer traditionellen Kamera ein vertikales Video zu erstellen, hat das System gewisse Stolperfallen”, sagte Adam Sébire, Mitbegründer des Vertical Film Festivals in Australien, das einen Leitfaden zum Filmen von vertikalen Videos veröffentlicht hat.

Neben der Herstellung des Videos kann auch seine Präsentation eine Herausforderung bedeuten. Der Videoplayer von NRK konnte keine vertikalen Videos abspielen, daher mussten die Entwickler für den Film über Flüchtlinge einen neuen entwickeln. YouTube hat erst im letzten Sommer seine Smartphone-App aktualisiert, sodass es jetzt möglich ist, vertikale Videos auf dem ganzen Bildschirm zu sehen.

Snapchats problemlose Handhabung vertikaler Videos ist einer der Gründe, warum sich Publisher immer mehr auf die Plattform konzentrieren. National Geographic war einer der ersten Publisher auf Snapchat Discover, aber erst seit letztem September werden ausnahmslos alle Videos vertikal präsentiert, meint James Williams, der beim national Geographic für digitale Videos verantwoortlich ist.

Der National Geographic hat horizontale Videos für Snapchat wiederverwendet, filmt aber einige Videos auch vertikal, beispielsweise die ganz alltägliche Quizsendung. Nachdem Williams über die geistige Blockade, “ein Video so zu filmen, wie meine Mutter ihren Hund im Garten filmt”, hinweg war, musste das Digital-Team herausfinden, wie es vertikale Geschichten am besten umsetzen sollte.

Wenn man in seiner Karriere fortschreitet, gewöhnt man sich daran, in bestimmten Maßen zu kommunizieren, erklärte Williams.Man lernt, wie man den Platz am effektivsten nutzt, was die Kompositionen angeht, oder wie man ein Subjekt im Fokus richtig platziert. Plötzlich die Seiten abzuschneiden und ganz neu darüber nachzudenken, wie du Dinge gestaltest – das war für mich die größte Herausforderung. Es gab eine Phase des Experimentierens und dann das Gefühl von Erleichterung, dass wir auch in neuen Dimensionen großartige Geschichten erzählen können.

Für die vertikal gefilmten Videos montiert National Geographic die Kamera seitlich, doch es gibt keine Möglichkeit, das Video zuzuschneiden oder seine Dimensionen zu verändern. Während ein horizontal gefilmtes Video, das vertikal zugeschnitten wird, auf verschiedene Arten genutzt werden kann.“Man ist festgelegt”, sagt Williams.

Mashable hat sich entschieden, dass es am einfachsten ist, horizontal zu filmen. Als sie bei Snapchat Discover anfingen, versuchte Mashable mit einer Handykamera und mit einer auf die Seite gedrehten DSLR Kamera zu filmen. Später entschieden sie alle, ihre Videos mit einer horizontal orientierten Kamera zu filmen, sagt der Direktor von Mashable, Jeff Petriello.

“Bezüglich der Qualität und damit der Inhalt in so vielen Formen wie möglich weiterlebt, hat es sich als effizient erwiesen, mindestens mit einer 4K Kamera horizontal zu filmen”, sagt er.

Petriello schätzt, dass nur ein Drittel der vertikalen Inhalte, die Mashable gestaltet, wirklich eine Kamera benötigt. Der Rest wird durch Animation und Design mit Programmen wie Adobe After Effects kreiert.

Vox nutzt für seinen Snapchat Discover Kanal ebenso größtenteils Animationen. Und Yvonne Leow, Chefredakteurin bei Snapchat von Vox, sagt, man hätte “mehr oder weniger dazu gelernt”, während die Vox-Designer den besten Weg ausknobelten, um Grafiken und andere Visualisierungen für den vertikalen Bildschirm zu erschaffen.

Wenn Livevideos auf Snapchat Discover genutzt werden, filmt Vox in der Horizontalen. Beim Filmen eines Interviews im Studio setzt der Kameramann die Person so in das Zentrum des Bildes, dass das Video einfach an das vertikale Bildformat angepasst werden kann.

Vox legt zudem Grafiken über seine Interviews. Bei einer auf das Zentrum fixierten Aufnahme ist es möglich, diese der finalen vertikal orientierten Version anzupassen.

Die New York Times nutzte diesen Ansatz im letzten Jahr, als sie ein Video über die Zusammenarbeit von Justin Bieber, Skrillex und Diplo produzierte. Sie machten drei verschiedene Versionen des Videos – eine in 16:9 für ihren eigenen Player und YouTube, 3:4 für Tablets und 9:16 für eine vertikale Orientierung auf Handys – und passten die Grafiken jeder der Versionen an.

Die beste Art der Darstellung vertikaler Videos auf einem Bildschirm herauszufinden, wenn es kein Handydisplay ist, erfordert ein wenig Einfallsreichtum.

Mashable hat ein paar vertikale Videos außerhalb von Snapchat Discover veröffentlicht. Wenn diese auf einem regulären Bildschirm angesehen werden, sind sie in die linke Spalte der Story eingebunden.

Für sein interaktives Video über die Flüchtlinge zeigte NRK große Zitate neben den Videobildern. Der Sender schätzt aber, dass etwa 66% der Zuschauer das Video auf ihrem Handy angesehen haben. Die interaktive Geschichte war eine der am häufigsten gesehen Berichte des Jahres 2015, obwohl sie erst in der letzten Dezemberwoche veröffentlicht wurde.

Janssons Team wird sich diesen Monat wieder nach draußen begeben, um seine nächste vertikale Dokumentation zu drehen. Dieses Mal wird es versuchen, mehr Bewegungen in das Video zu bringen.

Im letzten Video ist nicht viel passiert, sagt er. Wir werden sehen ob es möglich ist, dieses Mal ein bisschen bessere Arbeit zu leisten. Aber wir machen mehr oder weniger die gleiche Sache. Wir haben es bis jetzt erst einmal durchgezogen und brauchen mehr Übung.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “NiemanLab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image “Vertical Film Festival” (screenshot) by Vertical Film Festival


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5 Lesetipps für den 16. November

In unseren Lesetipps geht es heute um Snapchat, Lkw mit Elektromotoren, eine Sicherheitslücke beim Samsung Galaxy S6, Sponsored Cards bei YouTube und den VW-Skandal. Ergänzungen erwünscht.

  • SNAPCHAT t3n: Selfie-Filter für 99 Cent: So will Snapchat Geld verdienen: Viele Snapchat-User sind empört, denn für die sogenannten “Lenses”, die man bei Snapchat für die Dekoration seiner Selfies nutzen kann, gibt es jetzt einen “Lens Store”. Die begrenzte Auswahl an Emojis und Regenbögen ist zwar kostenlos, wer aber mehr möchte, muss zahlen. Ganze 99 Cent muss der Nutzer dann pro Filter bezahlen – allerdings sind diese ohne zeitliche Beschränkung verfügbar. Die Snapchat-Nutzer finden das ganz und gar nicht gut, denn es liegt nahe, dass das Startup von Anfang an plante, Geld für die Filter zu verlangen, was den Nutzern wiederum den Spaß an der App raubt.

  • ELEKTROMOTOREN DIE WELT: Logistik: Siemens testet Lkw mit Elektromotoren: Um den wachsenden Güterverkehr zu bewältigen, sprudeln mittlerweile die Ideen. Denn nicht alles kann auf die Schienen verlagert werden und auch der Ausstoß von Kohlendioxid sollte nicht weiter in die Höhe getrieben werden. Auf einer Teststrecke in Brandenburg testet Siemens jetzt elektrisch betriebene Lkw. Der Vorteil: Das effizientere Arbeiten von Elektromotoren. Zudem setzt Siemens auf die bewährte Bahntechnik mit Oberleitung. Der Anblick ist schon etwas seltsam, denn Lastwagen, deren Stromabnehmer sich an eine Oberleitung drücken, hat man so bisher noch nicht gesehen aber ab 2017 wird das dann wohl öfter passieren.

  • SICHERHEITSLÜCKE ZDNet.de: Sicherheitslücke: Forscher hören fabrikneues Samsung Galaxy S6 Edge ab: Forscher haben nun eine Sicherheitslücke in den Modellen Galaxy S6 und Galaxy Note 4 gefunden. Beim Hackerwettbewerb Pwn2Own Mobile in Tokio, haben die Forscher Daniel Komaromy und Nico Golde mithilfe einer speziell präparierten Basisstation Telefonate abhören können. Die Schwachstelle soll sich in dem von Samsung selbst entwickelten Baseband-Chip befinden. Lediglich eine OpenBTS-Basisstation soll genügen, um Samsung Telefone abhören zu können. Laut einem Bericht verbinden sich die Smartphones automatisch mit der “falschen” Basisstation. Bislang ist es allerdings noch unklar, ob die Schwachstelle auch Baseband-Chips anderer Anbieter betrifft.

  • YOUTUBE Broadmark: “Sponsored Cards” als neue Werbeform auf YouTube: YouTube hat sich um eine weitere Maßnahme gekümmert, wie YouTuber Werbung auf ihrem Kanal machen können. Sogenannte Sponsored Cards ergänzen die bisherigen Werbeanzeigen in Form von Overlays und Werbespots auf der Plattform. Das Feature ist jetzt aber auch von Unternehmen nutzbar, sodass sie jetzt ebenfalls in dieser Form Werbung schalten können. Für einen kurzen Moment werden diese Infokarten am Anfang des Videos eingeblendet, danach muss der Nutzer dann manuell auf das Symbol klicken, damit ihm der Inhalt angezeigt wird.

  • VW heise online: VW-Skandal: CO2-Problem betrifft vor allem Neuwagen: Der VW-Skandal ist noch immer präsent und zeigt jetzt, dass über die Hälfte der Autos, die mehr CO2 ausstoßen, als die Papiere es aufzeigen, aus dem Modelljahr 2016 sind. Ein Teil der betroffenen Fahrzeuge befinden sich allerdings auch schon im Handel. VW hat jetzt eine Liste veröffentlicht, bei denen sich die Kunden informieren können, ob ihr Auto von den manipulierten Werten betroffen ist. Die “Übersicht kritischer CO2-Fahrzeuge” zeigt Einträge von fünf Marken – VW, Audi, Skoda, Seat und leichte Nutzfahrzeuge. Trotz der sehr hohen Kosten des Abgas-Skandals, will der Konzern möglichst auf einen Stellenabbau verzichten.

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Lektionen aus dem #Mobilegeddon

Dass die digitale Zukunft mobil ist, liest man nahezu überall – eine neue Searchmetrics-Studie belegt dies nun auch, klärt über die Gründe auf und zeigt, was im mobilen Internet funktioniert und was nicht. // von Tobias Schwarz

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Die mobile Nutzung nimmt zu. Zwar liegt der gute alte Desktop noch auf Platz 1, allerdings zeigt die neueste Studie von Searchmetrics zu mobilen Ranking-Faktoren, dass der Trend zur mobilen Nutzung weiter ungebremst wächst. Unter anderem wird auch erklärt, worauf Webseiten-Betreiber achten müssen. Denn eines zeigt das Ergebnis der Studie genauso klar: Mobil und Desktop funktionieren grundlegend verschieden.

[too long ; won’t read]: “Mobile First” als nettes Add-on war gestern, wer in Zukunft noch im Internet mithalten will, sollte grundsätzlich auf die mobile Nutzung seiner Webseite vorbereitet sein. Warum genau und wie das geht, zeigt die Studie “Mobile Ranking Faktoren DE 2015” von Searchmetrics.


Den Trend zur mobilen Nutzung können wir alle an unserem eigenen Verhalten ablesen, Tag für Tag. Um etwas schnell im Internet nachzuschauen oder einfach nur seine Mails zu checken, werden mobile Endgeräte dem PC immer öfters vorgezogen. Mit einem Wisch und zwei Klicks lassen sich derartige Aufgaben wesentlich bequemer und schneller am Smartphone erledigen.

#Mobilegeddon: Die mobile Revolution

Dies gilt genauso für den Konsum von Nachrichten, Musik und Videos. Durch die mobilen Endgeräte wird die “mobile Revolution” gefördert. Was heutzutage technisch möglich ist, wird schnell angenommen und prägt unser Nutzungsverhalten. Darauf müssen sich Betreiber von Webseiten einstellen und ihre Seite für die mobile Nutzung optimieren, denn die Karten werden mobil neu gemischt.

Ende Oktober erklärte uns Spreadshirts technischer Leiter Guido Laures im Gespräch auf einer Veranstaltung der Leipziger Startup Safary, dass die Optimierung des Shops für die mobile Nutzung zu einem Nutzerwachstum führte, der an die stationäre Nutzung an Desktops nahezu aufschließt. Haben die Nutzer die Möglichkeit etwas mobil zu erledigen, ziehen sie diesen Weg vor.

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Zalando-Gründer Robert Gentz beobachtet den gleichen Trend im Fashion-Bereich, indem Nutzer immer öfters durch mobile Messenger-Apps auf die Webseiten von Shops gelangen und dann mobil einkaufen. Dazu müssen aber Shops und Webseiten auch optimiert sein, denn nicht nur die Technik ist dafür entscheidend, sondern das komplette Nutzungserlebnis.

Google belohnt mobile Vorreiter

Google bereitet sich schon länger auf die “mobile Revolution” des Nutzungsverhaltens vor und startete das Mobile Update, das “mobile-friendly” Webseiten in den eigenen Suchergebnissen bevorzugt. Seitdem ist der Anteil von mobilfreundlichen Domains weiterhin kontinuierlich gestiegen, weil auch die meisten Betreiber von Webseiten umgestiegen sind und mobil optimierte Webseiten anbieten.

Diese Tatsache rührt daher, dass Google bereits im Vorfeld sehr transparent gearbeitet hat. Sogar Betreiber von Plattformen bekommen ein kleines Know-how verpasst, damit die Seite optimiert werden kann. Zeitgleich haben Seitenbetreiber die Möglichkeit, ihre Webseiten und Plattformen in der mobilen Ansicht zu testen.

Mit Big Data eine detaillierte Auswertung erzielen

Searchmetrics bezieht sich nicht auf Daten von Dritten, sondern nutzt die eigene historische Datenbank. Mit den darin enthaltenen, über 250 Milliarden Informationen verfügt das Unternehmen über einen enormen Datenpool. Mithilfe von gesammelten Daten bietet Searchmetrics nicht nur Agenturen, sondern auch SEO-Teams oder Content Marketern Tipps und Lösungen für Konzeptionierungen, Identifikation und die Optimierung relevanter Inhalte.

Die Vielzahl an Analysen macht deutlich, welche Inhalte in verschiedenen Ebenen performen. Wie funktionieren organisch oder bezahlte Suchergebnisse am besten? Wie kann der eigene Werbeaufritt aufgestellt werden und wie performen Inhalte eines Unternehmens im Vergleich zur Konkurrenz?

Relevanter Content muss schnell und mobil sein

In der Studie von Searchmetrics wurden speziell die mobilen Suchergebnisse von Google auf bestimmte Ranking-Faktoren hin analysiert, um aufzuzeigen, wie diese sich von Desktop-Suchergebnissen unterscheiden. Dazu hat Searchmetrics die ersten 30 Suchergebnisse für ein Keyword-Set von 10.000 Begriffen untersucht. Diese wurden später mit den entsprechenden Desktop-Werten und teilweise auch mit bereits von dem Mobile Update geholten Daten verglichen.

Die Ergebnisse zeigen mit einer überraschenden Klarheit auf, dass die Suche in Zukunft vor allem mobil stattfindet. Schon jetzt sieht Google in seinen Daten, dass in bestimmten Ländern, wie den USA oder Japan, mehr Suchanfragen mobil als am Desktop gestellt werden. Die im mobilen Suchmaschinenranking vorne liegenden Ergebnisse sind mobil optimierte Landing Pages.

Ein Punkt aus der Studie von Searchmetrics ist für uns Netzpiloten auch das erfreulichste Ergebnis der Untersuchung: Relevante Inhalte bilden in den mobilen Suchergebnissen eine Voraussetzung für Top-Rankings. Nicht nur die Anzahl der Backlinks oder die Viralität in den sozialen Medien sind entscheidend, sondern lesbare Texte mit höherer Wortanzahl.

Content schlägt Backlinks ist eine Lektion, die vor allem kleine Blogs und Webseiten erfreut. Große Medienhäuser weltweit, die per se oft besser ranken als kleinere Marken, werden dadurch hoffentlich zum Nachdenken angeregt, ihre eigenen Strategien zu überdenken und auf besseren statt mehr Content zu setzen.

Es sollte daher kein Wert auf die reinen Backlinks gesetzt werden. Die Bedeutung von Backlinks als Ranking-Faktor nimmt ab. Denn gerade beim Surfen mit Mobilgeräten werden Inhalte kaum noch aktiv auf den Seiten verlinkt.

Schnellere Ladezeiten sind bewiesen

Ein weiterer wichtiger Punkt der aus der Studie hervorgeht, sind die Ladezeiten. Die mobile Ladezeit unterscheiden sich deutlich zu der Zeit, die in der Desktop-Nutzung vergeht. URLs die in der mobilen Nutzung verwendet werden – bis auf URLs in den ersten beiden Suchergebnispositionen – sind etwa eine Zehntelsekunde schneller. Auch im Durchschnitt schneidet die mobile Nutzung besser ab. Vergleicht man die durchschnittliche Ladezeit, so beträgt diese in den mobilen Top30 nur 0,80 Sekunden, in den Desktop-Top30 sind es hingegen 0,87 Sekunden.

Um Ladezeiten ständig unter Kontrolle zu haben, kann mittels Google Page Speed oder der Searchmetrics Site Structure Optimization ein Auge auf Ladezeiten zwischen Landingpages in der mobilen bzw. Desktop-Nutzung geworfen werden.

Chart Ladezeit-Mobil deutlich schneller als Desktop

Studie: Mobile Ranking Faktoren DE 2015

Besonders wichtig sind die Ergebnisse für die Betreiber von Webseiten, Content-Marketer und jedem, der sich für Suchmaschinenoptimierung interessiert (was eigentlich jeder machen sollte). Mit der Studie von Searchmetrics können Handlungsempfehlungen und mobil spezifische Strategien für die eigenen Webprojekte erarbeitet werden.

Die Studie gibt dabei Antworten auf folgende Fragen:

  • Welche Ranking-Faktoren sind mobil am wichtigsten, insbesondere nach dem Google Mobile Update?

  • In Bezug auf welche Ranking-Faktoren unterscheiden sich Desktop- und Mobile-Ergebnisse am stärksten?

  • Welche Werte haben die Landing Pages, die in den mobilen Top10-Suchergebnissen zu finden sind, für diese Ranking-Faktoren?

Die komplette Studie findet ihr hier.

 


Teaser & Image by Serachmetrics


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Tipp: Umgekehrte Google-Bildersuche auf dem Smartphone

Mit Google am Desktop suchen (Image-FirmBee(CC0 Public Domain) via Pixabay

Wie man mit Google auch direkt nach Bildern suchen kann, ist bekannt. Genauso wichtig kann es aber sein, umgekehrt zu suchen und herauszufinden, auf welchen Webseiten bestimmte Bilder verwendet werden. Dadurch können Hinweise auf Erstveröffentlichungen, unterschiediche Formate und die Originalquelle gefunden werden.

Umgekehrte Bildersuche mit Google

Am Desktop lässt sich eine umgekehrte Bildersuche, bei der geprüft wird, auf welchen Webseiten ein bestimmtes Bild verwendet wird, sehr leicht durchführen. Mit Googles Chrome muss beispielsweise nur auf einem beliebigen Bild per Rechtsklick die Funktion “In Google nach diesem Bild suchen” ausgewählt werden. Schon werden Bildgrößen und Quellen für das gesuchte Bild angezeigt. Das gleiche gilt auch, wenn man im Suchfenster von Google Images auf das Kamera-Icon drückt und dann entweder die Bild-URL einfügt oder das Bild hochlädt.

Mit dem Smartphone ist diese Funktion noch nicht vorhanden, was in einer zunehmend mobiler arbeitenden Gesellschaft problematisch ist. Der Blogger Amit Agarwal hat dafür eine Web-App entwickelt, die er auf seinem Blog Digital Inspiration vorstellt. Dadurch können jetzt auch von unterwegs Bilder von beispielsweise WhatsApp oder Twitter zurückverfolgt und verifiziert werden.

Mobil können Bilder jetzt auch zurückverfolgt werden

Agarwals Web-App kann mit jedem mobilen Browser von einem Smartphone oder Tablet aufgerufen werden. Unter ctrlq.org/google/images kann ein Bild aus dem Speicher des Smartphones ausgewählt und dann danach gesucht werden. Die Vorgangsweise ist intuitiv und ein kurzer Text auf Englisch erklärt kurz den Schritt. In einem kleinen Info-Kasten erklärt Agarwal den Sinn dieser App.

Nachdem ein Bild via “Select Image” ausgewählt und durch “Reverse Search” gesucht wurde, zeigt einem der mobile Chrome-Browser von Google das Ergebnis der umgekehrten Bildersuche an. Wie schon bei der Suche am Desktop sieht man Größe, Maße und Quellen für das Bild. Amit Agarwals hat mit seiner App einen tollen Weg gebaut, wie auch auf dem Smartphone mobil rückwärts nach Bildern gesucht werden kann.

Neues Smartphone bei Amazon aussuchen (Provisions-Link)


Teaser & Image “Google” by FirmBee (CC0 Public Domain).


 

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5 Lesetipps für den 9. September

In unseren Lesetipps geht es heute um Googles „Copy-Paste“-Lösung, das Grundsatzabkommen, Aldi-Talk, das iPhone 6S und den Chief Digital Officer. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE+ androidpolice: Google Is Testing Proper Post Sharing To Apps In Google For Android, Which Rather Annoyingly Wasn’t A Thing Already: Wie eigentlich fast alle Social Networks, macht es die App von Google+ dem Nutzer nicht gerade leicht, Inhalte außerhalb des Netzwerkes zu teilen. Interessante Beiträge müssen erst über die Zwischenablage des Smartphones gespeichert werden, um diese später wieder umständlich einzufügen. Nun soll die nervige und zeitaufwendige Aktion endlich der Vergangenheit angehören. Ein Toll soll derzeit in Entwicklung sein, welches „Copy-Paste“ endgültig ablöst und dem Nutzer somit ein leichtes Sharing garantiert.

  • DATENSCHUTZ Datenschutzbeauftragter: US-EU Grundsatzabkommen über Datenaustausch steht: Das US-EU Grundsatzabkommen über Datenaustausch steht fest aber es rührt sich nicht vom Fleck. Einzelheiten sind noch nicht bekannt, allerdings sollen folgende Regeln im Grundsatzabkommen, für die Weitergabe personenbezogener Daten an US-Behörden gelten: EU-Bürger müssen ihr Recht auf Datenschutz und Privatsphäre vor Gerichten in den USA durchsetzen können. Es soll eine verbindliche Löschfrist für die Daten und eine eindeutige Zweckbindung der Daten, insbesondere für Terrorismusbekämpfung geben. Allerdings sieht es derzeit noch so aus, als ob das Abkommen noch länger auf Eis liegen wird.

  • MOBILE Golem.de: Netzbetreiber: Kunden werden per SMS vor Aldi-Talk-Falle gewarnt: Die Telefónica wehrt sich gegen die Kritik an Aldi Talk. Denn der Verbraucherschutz warnt: Aldi Talk ist eine Kostenfalle. Ein Unternehmenssprecher jedoch wehrt alle Anschuldigungen ab und meint, dass die Darstellung der Verbraucherzentrale nicht korrekt sei und es bei Aldi Talk keine Kostenfalle gebe. Die Verbraucherzentrale erklärt, dass Nutzer des Pakets 300 von Aldi Talk, erhalten hohe Nachforderungen, wenn sie die automatische Aufladung der Prepaid-Karte auf unter fünf Euro eingestellt haben. Der Paketpreis, für acht Euro monatlich, könne nicht abgebucht werden, wenn das Guthaben sich zwischen 5 und 7,98 Euro befindet. In diesem Fall beendet Aldi Talk nach Ablauf des Monats die Flatrate und rechnet zu dem rund zehnmal teureren Basistarif ab.

  • APPLE DIE WELT: Das neue iPhone 6S von Apple soll alle Verkaufsrekorde brechen: Das neue iPhone 6S kann nur gut sein – weil die Erwartungen sehr gering sind. Trotz diverser Verbesserungen, stellt das neue Smartphone keine große Revolution dar. Schneller, dünner und insgesamt besser, so wird das iPhone 6S vorgestellt. Doch die Optik und die Technik, versprechen keine großen Schübe. Auch die Wall-Street steht dem Smartphone skeptisch gegenüber, denn der Aktienkurs wird seit Monaten nach unten gedrückt. Für diese Skepsis, gibt es im wesentlichen zwei Gründe: die Schwäche der chinesischen Konjunktur und der große Erfolg des iPhone 6 und 6 Plus. Dadurch das Apple einen dermaßen großen Erfolg feiern durfte, wird jetzt jede einzelne Schwäche des neuen Smartphones sehr deutlich zum Vorschein kommen.

  • MARKT Gründerszene: Fachbeitrag: Was ist und wofür braucht es einen Chief Digital Officer? Unternehmen wie Starbucks und Toyota haben einen, auch zahlreiche deutsche Unternehmen überlegen, ob sie einen einstellen sollen. Andere wiederum sind dabei, ihn wieder abzuschaffen. Die Rede ist vom CDO – dem Chief Digital Officer – Fast jedes Unternehmen muss sich mittlerweile mit dieser digitalen Transformation auseinandersetzen. Lohnt sich dieser Posten überhaupt noch und warum macht es gerade jetzt so viel Sinn/Unsinn darüber zu diskutieren. Was ein CDO bringt und was nicht.

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Privatsphäre im Netz: Software will Trackern an den Kragen

Half an hour of web ads (adapted) (Image by Daniel Oines [CC BY 2.0] via Flickr)

Mit dem Add-on Privacy Badger (derzeit für Firefox und Chrome, Opera, Safari und Firefox Mobile in Planung) hat die für Datenschutz eintretende US-Organisation EFF (Electronic Frontier Foundation) eine neue Software veröffentlicht, mit deren Hilfe Internetnutzer verhindern können, dass sie beim Surfen von Werbenetzwerken und anderen Trackern verfolgt werden.

Zwar basiert Privacy Badger auf dem Code von AdBlock Plus, ist aber kein Werbeblocker im eigentlichen Sinn. Vielmehr geht es darum: Wenn das Browser-Add-on entdeckt, dass ein Werbenetzwerk den User mittels Cookie, Super-Cookie oder Fingerprinting-Technologie über mehrere Webseiten hinweg verfolgt um ihm zum Beispiel per Retargeting die gleiche Werbung mehrmals zu zeigen, dann unterbindet Privacy Badger, dass dieser Content geladen wird. Für das Werbenetzwerk verschwindet der User plötzlich und wird unsichtbar.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Webseiten heute bauen sich in der Regel aus verschiedenen Inhalten zusammen, die von unterschiedlichen Servern stammen, z.B. eingebettete Videos, Karten oder Kommentarsysteme. Privacy Badger kann auch Social Widgets, etwa von Facebook (Like-Button), Twitter, Pinterest oder AddThis blockieren.

Die EFF hat kürzlich auch einen neuen Standard herausgegeben, der schärfere Regeln für Do-Not-Track vorsieht. Er soll die Privatsphäre der Nutzer stärken, hängt aber auch stark davon ab, wer ihn einsetzt. Bis dato haben etwa Disconnect, die Suchmaschine DuckDuckGo und die Blog-Plattform Medium ihre Unterstützung dafür zugesagt.

Weiteren Druck auf die trackende Werbeindustrie könnte auch bald von Seiten Mozilla kommen. Der Firefox-Hersteller kürzlich verkündet, in eine der nächsten Versionen des populären Browser einen Privatmodus einzubauen, der automatisch Elemente auf Webseiten blockiert, die einen Nutzer durchs Netz tracken können. Nutzer müssten dann nicht mehr extra Plugins installieren. Von diesen gibt es immerhin einige. Disconnect und Ghostery etwa sind zwei bei auf Privatsphäre bedachten Usern beliebte Browser-Add-ons, mit deren Hilfe das Tracken durch Internet-Firmen wie Google, Facebook oder Twitter nicht nur transparent wird, sondern auch gleich unterbunden werden kann.

So wichtig Privacy Badger, Disconnect oder Ghostery für den Datenschutz auch sind – ihre Möglichkeiten sind eingeschränkt. Zum einen müssen User die Software aktiv installieren und sich mit zumindest ein wenig auseinandersetzen, um sie auch richtig zu bedienen. Zum anderen läuft die mobile Internetnutzung heute sehr stark in Apps ab, wo der Anbieter die Regeln diktiert. Ein Beispiel: Die Apps von Facebook und auch die Apps, wo sich Nutzer mit Facebook-Account anmelden, können Nutzer auf Basis dieser Login-Daten über verschiedene Angebote hinweg tracken – verhindern kann man das dann nicht.


Image (adapted) „Half an hour of web ads“ by Daniel Oines (CC BY 2.0)


 

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Google wird ein Teil von Alphabet, aber was wird aus Android?

Google Food (adapted) (Image by brionv [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Sommerloch? Von wegen! Genau in dem Moment, wo die Nordhalbkugel unter der Sommerhitze beinahe zum Stillstand kommt, lässt Google eine Bombe platzen und verkündet eine massive Umstrukturierung. Alphabet ist das neue Google, eine Holding-Firma, unter der alle bisherigen Bereiche als eigenständige Unternehmen operieren. Google wird weiterbestehen und sich um die bisherigen Internet-Produkte kümmern. In der Ankündigung hat Larry Page allerdings kein Wort über Android verloren – wir gehen daher der Frage nach, was die Umstrukturierung für das mobile Betriebssystem bedeutet.

ABC… Buchstabensuppe

G steht für Google. Mit diesen Worten hat Larry Page seinen Blog-Post betitelt, in dem er Montagnacht die Umstrukturierung von Google verkündete. Google, das neben der Internetsuche und anderen Online-Diensten auch das Geheimlabor Google X oder Unternehmen wie Nest oder Calico unterstanden, wird in Alphabet umbenannt. Diese Unternehmen sollen alle als eigenständige Unternehmen unter dem Alphabet-Dach ihre Arbeit verrichten – damit es etwas kompliziert wird, gehört auch Google dazu.

Google wird quasi entschlackt und muss sich nun nicht mehr um Projekte kümmern, die mit dem Kerngeschäft eigentlich nichts zu tun haben, so wie etwa selbstfahrende Autos, Kontaktlinsen für Diabetiker oder Internet verbreitende Wetterballons.

Bei all diesen Projekten ist es in letzter Zeit ohnehin immer schwerer geworden, die Frage zu beantworten, was das alles mit Google zu tun hat. Warum forscht ein Internet-Konzern an solchen Dingen? Die Antwort liegt bei Larry Page und seinem großen Vorbild Nikola Tesla. Dessen Erfindungseifer will Page ebenfalls an den Tag legen, aber das kann er eben nicht, wenn er sich als CEO bei Google um alles kümmern muss, was mit großem Verwaltungsaufwand verbunden ist.

Die Lösung ist so logisch wie unausweichlich, Page muss die Verantwortung auf andere Mitarbeiter verteilen. Etwa auf Tony Fadell, der Nest leitet, oder den neuen CEO von Google, Sundar Pichai, der bereits die Chrome- und Android-Sparten geführt hat. Damit sind die „kleinen“ Tochterunternehmen von Alphabet unabhängiger und erinnern in vielen Fällen eher an Startups, die wiederum auch von außen Fördergelder erhalten können – damit dürften dann auch die Aktionäre von Google bzw. nun Alphabet zufriedengestellt sein, bei denen der Forschungsdrang und die damit verbundenen Ausgaben nie auf große Gegenliebe gestoßen sind.

Die Zukunft von Android

Bei all der Berichterstattung ist allerdings ein Detail etwas untergegangen, nämlich Android. Das mobile Betriebssystem hat Larry Page in seiner Ankündigung nicht erwähnt und da stellt sich schon die Frage, was hat das zu bedeuten? Das verschlankte Google bleibt auch weiter die Heimat von den Internet-Diensten, wie es im Blog-Post heißt. Aber ist Android denn Teil davon, wenn es unter all den klassischen Internetdiensten, wie etwa die Suche oder Google Maps, schon etwas aus der Rolle fällt?

Es ist davon auszugehen, dass Android auch weiter ein Teil von Google bleibt. Zum einen, weil Sundar Pichai das Betriebssystem seit einiger Zeit unter seinen Fittichen hat und außerdem, weil bei Android alle anderen Dienste zusammenlaufen. Doch auch wenn Android weiter Teil von Google ist, wird sich sicherlich einiges für das mobile Betriebssystem ändern. Sundar Pichai hat mit dem entschlackten Google nun mehr Luft zum Atmen und kann Android endlich mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Denn auch wenn Android in den letzten Jahren das weltweit beliebteste, mobile Betriebssystem geworden ist, hat es doch mit einigen Problemen zu kämpfen, die sich über die Jahre manifestiert haben. Allen voran dürfte wohl die Update-Problematik auf dem Schirm stehen und da wird es auch allerhöchste Zeit, dass Google hier endlich durchgreift. Doch solche tiefgreifenden Veränderungen lassen sich nicht von heute auf morgen umsetzen und so wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, ehe der Nutzer tatsächlich etwas von den ganzen Veränderungen hinter den Kulissen zu spüren bekommt.


Image (adapted) „Google Food“ by brionv (CC BY-SA 2.0)


 

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Chris Barton über die Vergangenheit und Zukunft von Shazam

Auf dem Berliner Tech Open Air (TOA) sprach Shazam-Mitgründer Chris Barton mit den Netzpiloten über die Vergangenheit und Zukunft der beliebten App.

Shazam-Mitgründer Chris Barton auf dem TOA Berlin (Image: Tobias Schwarz-Netzpiloten, CC BY 4.0)

Nur wenige Wochen nachdem ich Shazam-Mitgründer Philip Inghelbrecht zu einem Interview auf der Heureka getroffen habe, sitzt mir mit Chris Barton auf dem diesjährigen Tech Open Air Berlin der nächste aus dem Gründerteam gegenüber (Avery Wang und Dhiraj Mukherjee, Ihr seid die nächsten!) und spricht mit mir beim Spaziergang am Stralauer Spreeufer über die Anfänge des Unternehmen, das Potential von Shazam und wohin seiner Meinung nach die Reise noch gehen kann. Besonders interessant sind die doch sehr unterschiedlichen Antworten auf die Fragen, die ich beiden Mitgründern gestellt habe.

Tobias Schwarz (TS): Eine Sache interessiert mich ganz besonders: Wer nutzt Shazam? Ich denke nämlich, dass ich ein Vielnutzer bin, aber als ich meine Freunde und meine Familie gefragt habe, kannten sie die App gar nicht. Das hat mich überrascht. Wer ist der typische Shazam-Nutzer?

Chris Barton (CB): Das ist ein weites Spektrum, aber eines haben sie alle gemeinsam: sie mögen Musik. Viele Leute mögen Musik, besitzen Smartphones und wollen neue Musik entdecken. Ich denke, das sind die drei Gemeinsamkeiten. Die Leute, die Shazam nicht brauchen sind die, die bereits eine Musiksammlung haben. Sie suchen nicht nach neuer Musik, vielleicht mögen sie nur Klassik und hören das auch nicht so oft in der Öffentlichkeit. Das wäre ein Beispiel für jemanden, der Shazam nicht so oft nutzt.

Aber die Leute, die neue Musik entdecken wollen, nutzen Shazam sehr gern. Die App ist weit verbreitet und erreicht viele Leute. Ich glaube, mittlerweile sind es über 600 Millionen Downloads. Sicherlich sind es nicht 100 Prozent der Leute, die Shazam nutzen, sogar Twitter wird nur von einem Drittel der Smartphone-Nutzer genutzt. Vielleicht befinden wir uns in der Nähe von Twitter, was die Nutzerzahlen angeht. Und die Nutzer sind alle möglichen Leute jeden Alters aus den verschiedensten Ländern.

TS: Ich habe vor Kurzem Ihrem Mitgründer Philip Inghelbrecht eine Sache gefragt: Wie war das vor 15 Jahren, als Sie mit Shazam angefangen haben, und wie kann man das mit heute vergleichen? Was würden Sie anders machen? Bevor das iPhone erfunden wurde, konnten Sie ja noch nicht wissen, dass man sich auf mobiles Internet verlagern würde. Das gab es da noch gar nicht. Wie war es so als Startup im Jahr 2000?

CB: Das war eine ziemliche Herausforderung damals. Wir mussten Geld heran bekommen und unsere Bank hat im August 2001 seine Pforten geschlossen. Die Welt damals brach zusammen, die Internetblase war geplatzt, Investoren wollten nicht mehr investieren. Da war alles ziemlich schwierig. Man musste viel härter arbeiten, um seinen Traum zu verwirklichen. Die Welt der Mobiltelefone war auch noch ziemlich unterentwickelt. Es gab keine Apps und die Leute haben noch nicht einmal das Konzept verstanden, dass man daraus ein Geschäftsmodell machen kann. Es gab damals nicht den Anspruch auf “mobile first”.

Interessanterweise war Shazam vom ersten Tag an “mobile first”, weil es von Beginn an auf Handys ausgelegt war. Interessant war, wie sich die Industrie dazu positionierte, welche Telefone die Leute nutzen, und auch die finanzielle Umgebung. Wir hatten eine Vision, einen Traum und wir haben darauf beharrt, dass er wahr werden kann, egal, wie groß die Herausforderungen sein mochten.

TS: Startups haben oft Probleme, gute Mitarbeiter zu finden. Wie war das um 2000 herum? Haben Sie nach einem App-Entwickler gesucht?

CB: Nein, haben wir nicht. Wir wussten gar nicht, was das sein könnte. Wir haben Ingenieure angestellt und ich weiß noch, dass einer davon sich mit Sprachsteuerung auskannte. Wir haben unser eigenes kleines Google gebaut, eine Reihe von PCs, die sich durch jede Menge Datenspeicher wühlten, um ein bestimmtes Lied an seinen Merkmalen zu erkennen. Wir haben also Leute angestellt, die diese Software bauen konnten. Die Infrastruktur dazu wurde von Hardware-Ingenieuren erstellt. Wir hatten auch schon ein paar Marketingleute.

Wir waren ein kleines Team, vielleicht insgesamt 30 Arbeiter. Wir mussten auch erst einmal herausfinden, wie man in London am besten Leute finden kann. Was uns zugute kam, war das Ende all der anderen Dot-Com-Unternehmen. Auf einmal waren die Leute wieder frei. Es war kein besonders umkämpftes Feld damals für so kleine Firmen wie unsere. Damals gab es keine Zeiten des Booms.

TS: Vor fünf oder sechs Jahren wurde es normal, dass jeder ein Smartphone hatte. Da ging es bei Shazam um Musik. Jetzt sehe ich aber sehr oft Ihr Logo im Fernsehen, wenn ich Werbung sehe. Es bezieht sich auf die Musik, aber eher darauf, Sound zu erkennen. Wie verändert dies das Unternehmen? Bewegen Sie sich weg von der Musik und eher in die Richtung, alle möglichen Geräusche einer Umgebung zu speichern?

CB: Das ist eine gute Zusammenfassung unserer Arbeit. Wir haben verstanden, dass unser Kerngeschäft die Musik ist und wir werden davon nicht abweichen. Die meisten Menschen setzen noch immer auf Musik und identifizieren sich mit ihr. Für unsere Nutzer ist das sehr wichtig. Aber als wir weiter gewachsen sind, konnten wir in neue Bereiche investieren und uns dort umschauen. Wir versuchen, das grundlegende Kapital, welches Shazam hat, auszunutzen: Wiedererkennung. Viele Leute verstehen, was Shazam ist, aber noch nicht alle. Manche Leute haben schon die App auf ihrem Telefon, sie wissen, wie man damit umgeht, wie man was findet und verstehen, was passiert.

Wenn man auf den Knopf drückt, findet es etwas für einen. Also nehmen wir diesen Wert und sagen “Wow, was wäre, wenn man damit auch Leute mit anderen Dingen als Musik verbinden kann? Wie wäre es mit verschiedenen Arten von Werbung?“ Das ist natürlich kein Vorschlag der Kunden, sie sagen nicht “Ja, ich will sehr gern mehr Werbung bekommen“, aber es ist ein ganz gutes Anwendungsbeispiel. Das wird wahrscheinlich nur zu wenigen Zeitpunkten stattfinden, kann aber wichtig für die Einnahmen sein.

Ich vergleiche das mal mit Google. Ich treffe oft Leute, die sagen: “Was ist mit der ganzen Google-Werbung? Ich klicke nie drauf, sondern nutze Google nur als Suchmaschine.” Und ich sage “Toll! Aber jemand klickt durchaus darauf, denn Google verdient 40 Milliarden US-Dollar im Jahr.” Das ist nur ein kleiner Teil von Menschen, die nur selten darauf klicken, aber manche Leute klicken auf eine Werbung, weil sie wirklich etwas kaufen wollen.

Ich glaube, bei Shazam werden die meisten Leute das nicht tun, aber manchmal reagieren sie vielleicht auf eine Werbung oder verknüpfen sich mit ihr, vielleicht auch offline, als Printanzeige in der Zeitung, als TV-Werbung oder im Radio. Und Sie denken: “Oh, das interessiert mich, ich shazamme es mal.” Und Sie kriegen Ihre Infos auch direkt aufs Handy. Also hat man eine Werbung, die offline war, in ein mobilgesteuertes Erlebnis verwandelt.

TS: Eine Sache die mich fasziniert ist, dass Ihnen der Schritt von der Telefon/Web-App zur Smartphone-App gelungen ist. Im App-Store ist die App immer ganz weit oben. War das schwer, mussten Sie besonders weit denken, um so erfolgreich zu sein? Oder war es ganz natürlich, so weiterzumachen? Ich meine, ich habe es schon vorher angesprochen, es gab kein mobiles Internet, aber Sie haben daran mitgewirkt, dass es ein nichtmobiles Ökosystem gibt.

CB: Es gab durchaus Telefone, aber keine Apps.

TS: Aber war das einfach eine alltägliche Idee, die man im Jahr 2000 hatte?

CB: Nein, absolut nicht.

TS: Und das ist genau meine Frage: Was macht Ihre Entscheidungen so besonders? Wieso hatten Sie die Idee und nicht jemand anders?

CB: In den frühen Tagen von Shazam habe ich ein Brainstorming veranstaltet, das war so um 1999 herum. Es gab keine Smartphone-App und man ahnte nicht einmal, dass es sie eines Tages geben würde. Das iPhone war noch sieben Jahre entfernt. Ich wusste, dass jeder ein Handy hatte, ich wusste, dass das Internet sehr beliebt war, sich damit ein Geschäft aufbauen ließ, wie bei Firmen wie Amazon, Verizon und so weiter.

Ich dachte mir, es muss einen Weg geben, um mit all diesen Handybesitzern in Kontakt zu treten. Im Moment telefonieren sie nur damit und schicken SMS. Da muss es eine Geschäftsidee geben, also, was wollen wir machen? Die Leute kommunizieren. Es gab nur wenige Informationen, man kennt vielleicht den Nachrichtenservice in England unter der 102, in Amerika ist es glaube ich 411. Meistens nannten es alle aber nur Auskunft. Man zahlt ungefähr einen Dollar und findet jemandes Telefonnummer heraus, solche Beispiele waren das. Es gab nur wenige Services für SMS-Verkehr, zum Beispiel für Fußballspiele. Ich habe jedes Mal eine SMS bekommen, wenn mein Team ein Tor gemacht hat.

Diese Konzepte gab es also schon früher, und ich dachte mir, es wäre eine unglaubliche Fülle an Möglichkeiten, die einen zwingt, es jedem mit Handy anzubieten, sogar in einer Welt ohne Apps. Und ich dachte, was kann das sein? Und das Konzept von Shazam ergab sich daraus, das Konzept der Wiedererkennung. Ich dachte, wenn ich einen Song nur durch den Sound identifizieren kann, der durch das Telefon mit dem Mikrofon ausgegeben wird, dann kann das richtig nützlich sein und gleichzeitig sehr beliebt werden.

TS: Ähnliche Dienste des mobilen Internets, wie beispielsweise Messenger, kooperieren immer mehr mit den Medien, die hier neue Distributionskanäle vermuten. Haben die Verleger schon mit Ihnen über neue Ideen gesprochen, Shazam zu nutzen?

CS: Shazam baut gerade eine Plattform, die alle möglichen Offlinemedien erlaubt – das schließt Werbung mit ein, aber auch Inhalte –, eine Verbindung zu den Leuten über ihre Telefone aufzubauen. Das funktioniert so: Wenn zum Beispiel ein Magazin mit Shazam arbeiten möchte und seine Artikel für Shazam bereitstellen will, kann jeder, der Shazam nutzt, den Artikel finden, denn es gibt auch eine Funktion bei Shazam, mit der man Artikel erkennen kann.

TS: Sie haben jetzt auch einen QR-Code-Scanner, richtig?

CB: Wir nutzen QR, könnten aber auch sichtbare Wasserzeichen benutzen. Wir erkennen die wieder, man hat sofort ein mobiles Erlebnis und der Ersteller der Inhalte und der Werbende können es dann kuratieren und verwalten. Besonders bei der Webseite von Shazam können sie dann sagen: “Wir wollen, dass die Nutzer die Seite sehen, sie sollen diese Formulare ausfüllen, und so weiter, und hier kaufen.”

TS: Als Medienunternehmen kann ich also einfach mein Unternehmen auf der Shazam-Plattform eintragen, um Ihre Technik zu nutzen?

CB: Ja. Man muss seine Inhalte shazambar machen, also für Shazam bereitstellen, wie beispielsweise Shazam-Logos auf Ihr Material bringen und so weiter. Man muss es wiedererkennen können, es wird auch für andere Sachen verwendet. Die Geschäfte haben ihre Etiketten an ihrer Ware und haben sie shazambar gemacht, man kann im Geschäft bleiben und das Geschäft shazammen, um die Infos zu bekommen, die Shazam auch über das Geschäft hat und Shazam benutzt die Etiketten zur Identifikation.

Die Werbung und die Inhalte im Radio können auch shazambar gemacht werden. Jetzt haben diese Unternehmen ziemlich viel Erfahrung gesammelt und sie können sagen, wenn jemand ihr Produkt mit ihrem Etikett shazamt, das sichtbare Wasserzeichen hat, egal worum es sich handelt, dann ist es das, von dem ich möchte, dass die Nutzer es sehen, wenn sie Shazam nutzen. Sie müssen es selbst aufrufen. Man würde beispielsweise in der Fernsehwerbung oder im Radio aufgefordert werden, etwas mit Shazam zu suchen, um mehr Informationen zu bekommen, oder in der Zeitung, um an bestimmte Studien heranzukommen. Dann gibt es eine Landingpage, auf die man geleitet wird. Das sind noch die ersten Schritte, es ist noch kein eigenständiges System wie Google.

Eines Tages wird es bei Google möglich sein, eine Werbung zu bauen, ohne dass man überhaupt zu seinem Telefon greifen muss. So ist es bei uns nicht. Shazam arbeitet mehr auf der Basis der gegenseitigen Absprache. All diese Werber und Verantwortlichen aus Radio, Fernsehen, Print und so weiter sind Partner von Shazam. Später wollen wir unsere Reichweite vergrößern und ein selbständiges System erstellen. Dann kann man sagen: “Ich werde dieses und jenes für Shazam bereitstellen und ich nehme entweder ein Etikett, ein Wasserzeichen, oder irgendetwas anderes und das ergibt dann das, was die Leute sehen wollen.”

TS: Last but not least: Was habe ich vergessen zu fragen? Worüber möchten Sie gern einmal sprechen?

CB: Witzig, dass Sie das sagen. Mein Mitbegründer Philip Inghelbrecht sagte, das wäre seine liebste Frage gewesen. Er beendet jedes Meeting mit dieser Frage. Das ist eine tolle Möglichkeit, um herauszufinden, an was man nicht gedacht hat, und jemand möchte unbedingt davon erzählen.

Shazam macht den Leuten Spaß. Ich denke, Shazam kann noch viel mehr, es kann Musik wiedererkennen und dies kann man nutzen, beispielsweise kann man dies in Playlists einbauen. Bei Spotify wird das bereits gemacht, man kann einen Song über Shazam suchen und auf seine Spotify-Playlist stellen. Ich fände es toll, wenn Shazam das bei jeder Playlist kann, völlig egal, ob sie nun bei Spotify, Deezer oder Apple Music ist. Eines Tages wird es einen derart großen Servicebereich geben und in den verschiedenen Ländern wird das alles unterschiedlich laufen, dass Shazam dafür genutzt werden sollte, wie man seine Playlists ordnet. Man nutzt dann einfach Shazam für alles.

Das Management der Playlists ist etwas, das ich mir für Shazam gut vorstellen kann. Das ist sehr nützlich für die Nutzer, vor allem in einer Welt, in der unsere gesamte Musik in der Cloud ist. Wie mache ich es also mit meiner Musik? Ich kann natürlich nicht alle 30 Millionen Songs hören, ich muss irgendwie auswählen. Eine offensichtliche Möglichkeit ist die, dass jemand für mich aussucht, welche Playlist ich benutze. Spotify empfiehlt mir ein paar Playlists, das ist aber eher wie beim Radio, wo man nur das hört, was andere für einen bestimmt haben.

Das Interessante ist, dass es auf Abruf geschehen kann, wo man selbst aussuchen kann, was man sich anhört. Man muss sich nur irgendwie entscheiden. Man muss dann sagen können “Ich will diesen und jenen Song hören”, das klappt am besten mit Shazam, wo man zusätzlich inspiriert wird, einen Song immer und immer wieder zu hören. Ich würde gern erleben, dass sich Shazam in solch eine Richtung entwickelt.

TS: Vielen Dank für das Interview!


Teaser & Image by Tobias Schwarz/Netzpiloten (CC BY 4.0)


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Zwischen Apps und QR-Codes – Bekenntnisse der Generation Online

Smartphones (adapted) (Image by Esther Vargas [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

“Passen Sie doch uff!” Oha. Ich habe neulich eine Autofahrerin verärgert. WhatsApp war wichtiger und so bin ich fast vor ein Auto gelaufen. Bin also nicht multitaskingfähig. Wohl eher smartphoneabhängig. Aber sind wir das nicht alle? Wieso machen wir es dann eigentlich nicht wie die Chinesen und bauen extra Fußwege für Menschen mit Smartphones? Wäre doch mal sinnvoll. Jetzt mal Spaß beiseite. Wir reden hier von einem ernsten Problem. Ja, ich gebe es zu: Ohne mein Handy fühle ich mich leer und einsam. Gäbe es eine Gruppentherapie für Smartphoneabhängige, ich glaube, ich würde dort mal vorbeischauen. Lasst es uns mal kurz visualisieren. Also. Ein karger, grauer Raum, in der Mitte ein Stuhlkreis. Am Eingang muss ich sämtliche technische Geräte abgeben. Dann muss ich mich vorstellen. “Ich heiße Ann-Kathrin und…ich bin smartphonesüchtig”. Kurz Stille. Dann: “Hi Ann-Kathrin”, murmeln die anderen Mitglieder. Neugierige Blicke treffen mich.

Unter der Leitung irgendeines Hippiepädagogen tanzen wir dann unsere Namen, spielen Brettspiele, gehen wandern und finden so Stück für Stück zu unserem normalen Leben zurück. Einem Leben ohne Smartphoneabhängigkeit. Solche Kurse soll es in den USA bereits geben. Beschäftigungstherapie quasi. Grusel. Dennoch: In Zeiten, in denen das Internet zum wichtigsten Informationsmedium geworden ist, WhatsApp die SMS fast vollständig ersetzt hat und uns von jeder Plakatwand QR-Codes angrinsen, erscheint uns das Leben von vor fünf Jahren irgendwie paradiesisch. Oder? Aber auch ruhig und friedlich. Da wird man glatt wehmütig. Nicht ständig erreichbar sein müssen. Nicht immer das Ding mit sich herumschleppen müssen. Ach, herrlich!

Wenn ich hier etwas definieren müsste, würde ich sagen, wir sind die Generation Online. Wir, das sind die 90er-Babies. Mit dem Internet aufgewachsen und dementsprechend verblödet. Keine Bücher mehr im Regal, dafür 100 Apps auf dem Handy.

Wobei ich noch Glück gehabt habe. Mitte der 90er geboren, hatte ich trotzdem das Privileg (okay, damals kam es mir wie eine Strafe vor), meine Kindheit ohne Handy und ohne Internetzugang verbringen zu dürfen. Meine Mama war der Meinung, das mache dumm. Und so langsam glaube ich, sie hatte Recht. Denn ohne mein Smartphone und meinen Laptop geht bei mir inzwischen so gut wie gar nichts mehr. Ich bin gefühlt 24 Stunden am Tag online und ich liebe es.

Ich liebe es, wie mein Handy viele Gegenstände überflüssig macht. Einen Fotoapparat zum Beispiel. Oder den Duden. Denn für beides habe ich ja eine App. Apropos App – ich habe gerade mal nachgezählt. Ich habe 73 Apps auf meinem Handy, etwa die Hälfte davon nutze ich regelmäßig. Allen voran der Facebook Messenger und Whatsapp. Ständig poppt irgendwas auf, blinkt oder vibriert. Irgendwie aufregend.

Schlimm ist es, wenn die Statusleiste ganz leer ist. Dann fühle ich mich auch leer. Leer und sehr, sehr einsam. Noch schlimmer: Es zeigt irgendwas Deprimierendes an. “Akku schwach”. Oder “10 Aufgaben überfällig” zum Beispiel.

 

Schon irgendwie komisch, dass ein relativ kleines Gerät so viel leisten und unsere Gewohnheiten so sehr verändern kann. Heutzutage tippen wir lieber auf unserem Handy herum, als uns mit unseren Freunden zu unterhalten. Immer häufiger sehe ich auch Pärchen zusammensitzen, jeder einzeln mit seinem Smartphone beschäftigt. DAS muss wahre Liebe sein.


Image (adapted) “Smartphones” by Esther Vargas (CC BY-SA 2.0)

 


 

 

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Push-Benachrichtigungen sind nervig. Geht es auch besser?

Apple - ? Watch Sport (adapted) (Image by Yasunobu Ikeda [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Die meisten Menschen stellen die Push-Benachrichtigungen ihrer Nachrichten-Apps aus. Kann man sie dazu bekommen, das nicht zu tun? Wenn Sie eine Apple Watch besitzen, haben Sie wahrscheinlich als erstes die Systemeinstellungen umgestellt, damit es nicht die ganze Zeit am Handgelenk rüttelt (Entschuldigung, ich wollte natürlich sagen, sanft vibriert). Ein vibrierendes Telefon in der Tasche ist schon relativ nervig, aber ein vibrierendes Handgelenk ist schlichtweg noch anstrengender. Die neuen tragbaren Geräte machen es den Nachrichtenorganisationen schwerer, wenn es um Nachrichtenstrategien für ihre Apps geht. Und dabei kann man ziemlich viel falsch machen.

Versuchen Sie sich an die Entwicklung, die der Updateprozess für die Nachrichten durchlaufen hat, zu erinnern: von den Portalen aus den 90ern über die Twitter- und Facebook-Feeds in den 2000ern bis hin zu den Benachrichtigungen auf den Desktops und Handys von heute. “Wir verzeihen eher mal einen Fehler, der auf einem Portal oder in einem Feed passiert”, sagt Matt Boggie, ausführender Geschäftsführer des New York Times R&D Lab beim “Future of Notifications”-Gespräch des NYC Media Lab.

Bisher schienen die Verleger ungefähr dieselben Strategien für ihre Armbandgeräte zu benutzen, die sie auch für die Smartphones einsetzten, sagt Boggie. Das ist der beste Weg, um seine Nutzer fernzuhalten. “In dem Moment, in dem man entschieden hat, einer App zuzugestehen, einem eine Benachrichtigung zu senden, ist man ein loyaler Nutzer. Jede Benachrichtigung ist eine neue Möglichkeit, diesen Eindruck vollkommen zu zerstören und ihnen wirklich auf die Nerven zu gehen.

Noch komplizierter wird es, wenn die Unternehmen private Daten haben wollen. “Es ist unglaublich mühsam, alles per Hand einzustellen, was man gerne haben möchte”, sagt Steven Levy, Stellvertreter des Backchannel von Medium. Er hat neulich über ein paar Probleme in diesem Themenfeld geschrieben. “Das für jede App voreinzustellen, ist wirklich eine mühselige Angelegenheit. Die Gefahr dabei ist, dass man, obwohl man eigentlich die Kontrolle über die Benachrichtigung haben möchte, die Verantwortung an große KIs wie Google, Apple und Co abgibt. Man gibt also mehr von sich preis, als man will.

In Diskussionen wurde sich schon viel darüber gestritten, wie man das besser machen könnte. “Vielleicht sollten wir Gebühren nehmen”, sagt Dana Karwas, eine Dozentin der NYU Polytechnic School of Engineering. “Wenn wir schon nicht den Präsidenten ans Telefon kriegen, sollten die Provider ein bisschen dafür zahlen, dass sie sich unsere Zeit einfach nehmen.

Otto Toth, CTO bei der Huffington Post, hält das für Blödsinn. Die Leute wollen und erwarten kostenlosen Content mit Qualität. Matt Hartman von Betaworks schlug vor, dass die Apps Zugang zu den Kalendern der Nutzer bekommen sollten. Im Gegenzug würden sie keine Benachrichtigungen schicken, wenn sich die Nutzer beispielsweise in einer Besprechung befänden. Als er aber nachfragte, wie viele Menschen ihm diesen Zugang auf dem Handy gewähren würden, meldete sich nur ein einziger Mensch.

Benachrichtigungen nerven wirklich ziemlich”, sagte Noah Chestnut, Leiter der Produktion der gerade erschienenen Buzzfeed-News-App. Er zitierte einen Artikel aus dem Urban Airshift, der herausgefunden hatte, dass im Jahr 2013 nur 5 von 10 Personen, die eine Nachrichten-App installiert hatten, die Benachrichtigungen eingestellt hatten. Im Jahr 2014 sank die Zahl auf 4 von 10 Personen. “Die Leute sagen nicht einmal, dass sie Ihnen eine Chance geben, sie zu überzeugen. Sie sagen einfach gleich nein.

Die Nachrichtenorganisationen, die für ihre Apps versuchen, die ideale Einstellung der Benachrichtigung herauszufinden, haben zwei Hauptprobleme, sagt Chestnut. “Zuerst müssen wir mit der Last all der anderen Apps und Produkte umgehen, die wir nicht selbst gebaut haben.

Wenn die Leute erst einmal von den Benachrichtigungen aus anderen Apps abgeschreckt worden sind, schalten sie diese wahrscheinlich eher nicht in Ihrer App an, egal, wie durchdacht man sie aufgebaut hat. Und wo wir gerade davon reden: “Wir müssen cleverer einstellen, wofür die App gedacht ist und einstellen, dass man fragen kann: Hey, wollt ihr Benachrichtigungen? Welche Rolle spielt der Kontext?” Beispielsweise, dass man direkt nach der Installation gefragt wird, ob man die Benachrichtigungen einstellen will, oder erst, nachdem man die App eine Weile genutzt hat.

Die Verleger brauchen auch neue Messwerte, um herauszufinden, ob ihre Benachrichtigungen funktionieren.

Die Klickrate ist ein eher merkwürdiges Maß für die vielen Benachrichtigungen, betont Chestnut. Wenn ich eine Schlagzeile aus der Breaking News App oder über Circa kriege, muss ich nicht unbedingt den ganzen Artikel lesen. Ich verstehe das auch so. Die einzigen Maße, die es gibt, sind: Haben wir es abgeschickt? Hat es jemand geöffnet? Hat jemand die App deinstalliert? Es sollte noch mehr sein. Wir müssen es noch besser hinbekommen, herauszufinden, welchen Eindruck eine Benachrichtigung macht und welchen Wert man ihr zumisst.

Dieser Artikel erschien zuerst auf NiemanLab. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) “Apple – ? Watch Sport” by Yasunobu Ikeda (CC BY-SA 2.0)


 

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Zehn Zahlen, die das Nachrichten-Business definieren

one two three four (adapted) (Image by Jane [CC BY 2.0] via Flickr)

Von Videos bis Social Media, von Smartphones bis Paywalls – diese Daten definieren, wo wir uns gerade in der “Zukunft der Nachrichten” befinden – ob es Ihnen gefällt oder nicht. Wir werden jeden Tag mit unendlich vielen Zahlen überschüttet und manche von ihnen wollen Maße, oder sogar Richtwerte sein. Uns fällt es schwer herauszufinden, welche davon wichtig sind und welche sich in der Geschichte der Nachrichten-Transformation nur als Fußnoten erweisen. Könnte es der ARPU (der durschschnittliche Erlös per Kunde) sein? Oder der TOS (Type of Service, dient der Klassifizierung von Datenpaketen)? Oder die Post-Click-Activity? Ich finde, wenn man versucht, die Zahlen sinnvoll aufzuarbeiten, kann das schon helfen, ein wenig Ordnung in das Chaos zu bringen.

Ich habe vor ein paar Wochen in Menlo Park mit einer Gruppe der Media Impact Funders gesprochen, direkt an der Sand Hill Road, wo viel Geld in potenziell erfolgreiche Unternehmen fließt. Diese Gruppe repräsentiert die Geldgeber des Journalismus, sie haben die Experimente der letzten zehn Jahre gesucht und groß gemacht.

Innerhalb von 15 Minuten habe ich ihnen zehn Zahlen mitgeteilt, von denen ich glaube, dass sie uns zeigen, wo wir heute stehen, in einer noch nicht klaren Zeit für die “Zukunft der Nachrichten”. Und hier sind sie, für Sie zum Grübeln am Strand. Diese Zahlen verdienen Ihre Aufmerksamkeit. Es ist keine ewige Top-Ten-Liste, sondern eine momentane. Sie wird sich sicher nochmal verändern. Ich freue mich über Ihre Anmerkungen.

14 Millionen

… (US-Dollar) betrugen die monatlichen Werbeeinnahmen der Digitalausgabe der New York Times im ersten Quartal dieses Jahres. Interessanterweise ist das auch genau die gleiche Zahl wie bei der Huffington Post, die neuerdings Verizon gehört. Die Zahl ist für alle Art von Spekulationen offen. Ist sie zu niedrig, wenn man sie mit der Reichweite der beiden Unternehmen vergleicht? Und ist es nicht bemerkenswert, dass die Times mit ihren etwa 1.300 Topjournalisten in etwa gleich hohe Werbeeinnahmen erzielt, wie die Huffington Post, die aber mehr als 100.000 Mitarbeiter weltweit besitzt? Es ist eine Zahl, von der Arianna sagt, dass sie die Millionen erreichen soll, und zwar zusätzlich zu den eigenen durchgängigen Hunderten. Was sagt uns das über den werbetechnischen Wert des Contents? Vergleicht man diese 14 Millionen mit den monatlichen Einnahmen von Google, die 5,7 Milliarden US-Dollar betragen, oder nur den 1,2 Milliarden US-Dollar von Facebook, sieht man, wie es in der Welt läuft. Noch eine Zahl: Rechnet man beide Zahlen zusammen, machen Google und Facebook zusammen mehr als 52 Prozent der nationalen digitalen Werbeeinnahmen aus.

50 Prozent

Heutzutage, so teilen es die Nachrichten-Unternehmen mit, wird über die Hälfte der Nachrichten über mobile Endgeräte konsumiert. Heruntergerechnet ergibt das 2:1 im Kampf von Smartphones gegen Tablets. Ein Bericht von Gartner hat im Voraus berechnet, dass bis zum Jahr 2018 mehr als 50 Prozent des weltweiten Zugriffes von Mobilgeräten ausgehen wird. Gute Nachrichten für die Smartphones. Und das ist auch kein Wunder: Es passiert immer wieder etwas und es bietet sich einfach an, die News unterwegs zu lesen. Die nationalen und weltweiten Verleger interpretieren dies als tiefgreifenden Wandel, primäre Frage und Möglichkeit zugleich, denn die meisten regionalen Nachrichten-Unternehmen tun sich noch immer schwer mit diesem Thema. Egal ob es um Umsatzgenerierung geht, über Produktdesign bis hin zum Engagement der Leser, die Verleger müssen sich an diese neue, unabhängigere, personalisierte Welt gewöhnen.

54.581

… ist die Zahl, die neulich bei LinkedIn genannt wurde. Damit sind alle Jobs im Bereich “Social Marketing”, vom Strategen über den Ausbilder bis hin zum Praktikanten gemeint. Das sind gut 20.000 Jobs mehr als in den Nachrichten-Redaktionen der kompletten USA existieren und eine neue Welt voller “erworbener Medien”. Vergessen Sie OPM (other people’s money), denken Sie an OPT: other people’s time. Unsere Milliarden Shares bewerben (oder verbannen) die Inhalte an ihre angestammten Plätze im Internet, und fast alles davon ist kostenlos. Die großen Nachrichten-Marken (BuzzFeed, Vox, Business Insider , Vice, Mic) verlassen sich alle enorm auf diese Art „erworbener Medien“. Fragen Sie mal einen dieser CEOs, wie viel Geld sie für Bezahlmedien ausgeben, und sehr wahrscheinlich wird die Antwort eine große, fette Null sein.

1:2

Videowerbung ist immer noch effektiver als getextete Werbeinhalte, aber viele Verleger können noch immer nicht genug Nachrichten-Videos produzieren, um genug Publikum anzulocken. Außerdem ist es noch immer zu teuer. Hier kommt Arianna Huffington wieder ins Spiel, die ein Video pro zwei geschriebener Artikel herausbringen will. Dieser Ankündigung folge eine Kaskade von Videoankündigungen der Huffington Post: 11 neue Serienformate, 2,3 Milliarden Videoklicks in etwa drei Jahren, mehr als 30 Millionen Aufrufe innerhalb der ersten sechs Folgen der Sendung ‘The Huff Post Show’. Die Huffington Post hat sogar ein neues Netzwerk gelaunched, dass sie “die nächste Generation des Onlinevideojournalismus” nennen. Es trägt den Namen Outspeak. Und zuletzt gab es folgende Annäherung: Verizon, jetzt mit der Huffington Post als Aushängeschild, hat sich neu erfunden, diesmal als Video-Provider. Eigentlich heißt das: Die großen Unternehmen nehmen Kurs auf die Medienwelt und dieser riesige Trend sagt uns viel darüber aus, wie es mit “Nachrichten” weitergeht.

63 Prozent

… der insgesamt 58 Milliarden US-Dollar schweren US-Werbeindustrie, also etwa zwei Drittel, sind “programmatisch”. Die Verleger spotteten einst darüber, aber nun kommen sie diesem Trend kaum hinterher. Mike Klingensmith, der Verleger der Star Tribune, will sich besser für die digitalen Werbeeinnahmen im programmatischen Bereich wappnen. Wie mir Sebastian Tomich, der stellvertretende Leiter der Abteilung Werbung und Innovation der New York Times mitteilte, können die meisten Zeitungen ihre Werbeprioritäten an drei Fingern abzählen. Diese wären im Bereich Content oder Content Marketing, oder auch Mobile Content, und eben dem programmatischen Bereich. Man kann sich schwerlich ein Szenario vorstellen, in dem die Werbekäufer die Zielgruppeneffektivität der programmatischen Konzepte nicht haben wollen würden, ein perfektes Zusammenspiel zwischen Nutzerdaten und Produkt.

75 Prozent

… lautet die Anzahl des Traffics, den BuzzFeed durch soziale Medien bekommt. Diese Zahl hat Jonah Oeretti und andere dazu gebracht, Facebooks Instant Articles nicht mehr zu teilen. Vergleichen wir diese Zahl einmal mit den von anderen News-Medien: Vorreiter wie Deseret Digital Media aus Salt Lake City generieren etwa 30 Prozent ihres Traffics aus den sozialen Medien. WBUR etwa 33 Prozent, Quartz immerhin schon 60 Prozent. Die meisten Tageszeitungen bewegen sich zwischen 6 und 12 Prozent. Immerhin konnten bestimmte Traditionsmarken in den frühen Tagen des Internets ein großes Publikum außerhalb der sozialen Netzwerke aufbauen, heutzutage sind die sozialen Medien der direkte Weg zu einem neuen, jüngeren Publikum.

1,5 Millionen

… tägliche, zahlende Leser hat die New York Times. Interessanterweise hatten sie vor etwa 20 Jahren die gleiche Leseranzahl, als alle noch für die gedruckten Zeitungen zahlen mussten. Heute zahlen beinahe eine Million Leser für die Digitalausgabe und etwa eine halbe Million für die tägliche Printausgabe. (Sonntags hat die Times etwa 2 Millionen Leser – es lebe die Sonntagszeitung!) Was machen wir nun mit dieser Zahl? Es kommt darauf an, auf welcher Seite Sie stehen – Optimist oder Pessimist? Die Times kann sich freuen, dass sie ihre täglichen Zahlen in etwa gehalten hat, ganz im Gegensatz zu Anderen. Wir könnten auch bestätigen, dass das zahlende intellektuelle Publikum einer nationalen Zeitungsquelle etwa, nun ja, ein halbes Prozent der US-Bevölkerung beträgt, damals wie heute. Lustigerweise hielt man im Jahr 1995 bei den gleichen Leserzahlen die Times für ein enorm erfolgreiches Unternehmen. Heute wurden schon so manche Wetten über ihr Weiterleben als unabhängiges Unternehmen abgegeben.

36.000

… ist in etwa die Zahl der Jobs, die in den US-Redaktionen übrigbleiben, jedenfalls wenn wir uns an den Zahlen der ASNE-Zählung, die im August herauskommen sollen, orientieren. In den vergangenen Tagen gab es kaum Berichte über Verkäufe und Personalabbau. Manche Verleger schlossen daraus, die Probleme der Nachrichten-Industrie würden durch permanente Berichterstattung nur verschlimmert werden. Nun tritt Jim Romenesko zurück und die Schieflage verschlimmert sich noch weiter. Gelegentlich wird von Entlassungen in größeren Redaktionen berichtet, wie beispielsweise bei der Denver Post vor ein paar Wochen. Ein paar Dutzend Entlassungen hier oder dort fallen meist jedoch nicht weiter auf. Redakteur Greg Moore hat es so zusammengefasst: “Man muss schlichtweg… die Ausgaben und die Einnahmen ausbalancieren.” Wenn man nun seit einigen Jahren (seit 2007) keine Einnahmen hatte, muss man eben Jobs wegstreichen. Die Redaktionen leiden darunter. Wir können selbst nur raten: Wie viele Artikel, sowohl online als auch im Print, hätten 20.000 Journalisten produzieren können, die es nun nicht mehr tun? Was wissen die Gemeinden nicht, was sie noch vor etwa 10 Jahren hätten erfahren können?

0,5 Prozent

… ist die Prozentzahl der monatlichen Neubesucher, die der Boston Globe dazu gebracht hat, sich für ein Monatsabo anzumelden. Unter den Digitalzeitungen ist der Globe der Anführer, er vermeldete neulich mehr als 65.000 Digitalabonnenten und etwa 11 Millionen Besucher. Vergleichen Sie das mit der New York Times. Die Times zählt laut comScores neuester Untersuchung mehr als 960.000 Digitalabonnenten innerhalb des US-Publikums. Im Mai hat die Times etwa 60 Millionen Besucher vorzuweisen, und das auch erst zum zweiten Mal. Bei diesen Zahlen ergibt das etwa einen Prozentsatz von 1,5 der Einmalbesucher. Das heißt: Das Modell der Times, seine Inhalte nach den Lesern und dem Erlös auszurichten, funktioniert bei den Regionalzeitungen eher noch schlechter. Die Zahlen des Globe sind gut, aber trotzdem nur etwa ein Drittel von dem, was generiert werden könnte. Die meisten Einnahmen sind deutlich niedriger als die des Globe. Wir warten aber noch immer auf die Zahlen der Newspaper Association of America von 2014. (Im vergangenen Jahr kamen sie im April heraus, nun haben wir Mitte Juni und noch immer keine Zahlen. NAA sagt, sie sind in Arbeit, aber man kann noch kein Datum für die Veröffentlichung bekanntgeben.) Die Flugbahn dieser Hochrechnungen wirkt mittlerweile, als ob man die Paywall-Strategien noch einmal überdenken müsse.

44

… Minuten verbringen die Leser der ‘La Presse’ aus Quebec mit der Tablet-Ausgabe, und zwar jeden Tag. Das ist eine sehr beeindruckende Zahl und es scheint, dass alles, was wir über das Lesen digitaler Nachrichten zu wissen scheinen, falsch ist. Dankenswerterweise wird es ab Mitte September einen Testlauf des The Star aus Toronto geben. Möglicherweise liegt es an den Quebecern, aber falls nicht, wird der Erfolg auch bald auf andere Nachrichtenproduzenten herüberschwappen, die sich dann neu erfinden müssen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf NiemanLab. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „one two three four“ by Jane (CC BY 2.0)


 

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Apple will Nachrichten selber schreiben und wir sollten besorgt sein

Macintosh Network (adapted) (Image by C_osett [CC0 Public Domain] via Flickr)

Apple stellt derzeit Journalisten ein, die Artikel für die kommende News-App schreiben. Dies erhöht aber auch die Gefahr, dass der Konzern seine Machtposition missbraucht. Mit Newsstand hat Apple zwar bereits eine Nachrichten-App im Angebot, allerdings ist der virtuelle Zeitungskiosk nicht gerade ein großer Erfolg. Da Apple aber, was Nachrichten angeht, mit Facebook und Google mithalten will, bringt der Konzern mit der kommenden iOS-Version eine neue News-App heraus. Für diese stellt man derzeit Journalisten ein, die Inhalte speziell für das neue Apple-News-Format erstellen sollen. Dies sollte uns allerdings stark beunruhigen, denn Apple hat sich in der Vergangenheit nicht gerade als Freund von Journalisten dargestellt und könnte die Marktmacht zum eigenen Vorteil missbrauchen.


Warum ist das wichtig? Apple hat in der Vergangenheit bereits immer wieder viel Kontrolle über die Inhalte im eigenen Ökosystem ausgeübt und könnte diese Machtposition mit einem eigenen News-Kanal künftig noch stärker ausbauen.

  • Nach der Vorstellung von Facebooks Instant Articles zieht Apple nach und sucht Journalisten, die Inhalte exklusiv für die neue News-App produzieren.

  • In der Vergangenheit hat Apple eine sehr harte Linie gegenüber kritischen Journalisten gefahren und diese zu einer freiwilligen Selbstzensur erzogen.

  • Apple erhält dadurch sehr viel Macht darüber, welche Meldungen die große Nutzerbasis über die Konkurrenz oder auch über das Unternehmen selber zu lesen kriegen.


Wettrüsten

Es ist noch nicht lange her, dass Facebook die Instant Articles vorgestellt hat, mit dem die Medien-Dominanz ausgebaut werden soll. Dabei handelt es sich um Artikel, die Publikationen direkt über ihre Facebook-Seite veröffentlichen können, ohne den Umweg über die eigene Seite gehen zu müssen. Exklusive Nachrichten-Inhalte sollen Nutzer also stärker an eine Plattform binden und so verwundert es auch nicht, dass Apple ebenfalls die große Nutzerschar stärker an die eigenen Produkte innerhalb des knallhart abgeriegelten Ökosystems binden will. Wo Facebook bereits relativ viel Einfluss auf die Inhalte ausübt, strebt Apple nach deutlich mehr Kontrolle über die Nachrichten.

Kürzlich ist eine Jobausschreibung aufgetaucht, in der Apple nach Journalisten sucht, die Inhalte für das neue Apple-News-Format erstellt. Darin wird nach “ambitionierten, Detail-orientierten Journalisten mit einer Obsession für großartige Inhalte und Mobile-News-Delivery” gesucht. Außerdem geht aus der Ausschreibung hervor, dass Apple weiß, dass es “fesselnde Geschichten” gibt, die “Algorithmen nicht identifizieren können”. Und dies ist der Teil, bei dem die Redakteure eine Menge Macht erhalten, was uns wiederum beunruhigen sollte. Denn die neue News-App wird automatisch auf Millionen Apple-Geräten installiert und besitzt dadurch und durch die tiefe Integration in das OS einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Apple kann somit Meldungen bevorzugt platzieren und unliebsame Artikel in den Tiefen des News-Stream verschwinden lassen.

Selbstverständlich können die Nutzer selber entscheiden, welche Inhalte sie lesen, allerdings haben die von Apple auf der eigenen Plattform gepuschten Inhalte einen gewaltigen Vorteil. Dieser Einfluss lässt sich bereits bei Apps, Podcasts oder Musik erkennen, wo die Downloadzahlen nach einer Empfehlung von Apple in die Höhe schnellen.

Im Apfel ist der Wurm drin

Das große Problem an der Sache, das ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend erzeugt, ist dabei die Möglichkeit für den Konzern, diese Macht zu missbrauchen. Verstärkt wird dieses Gefühl noch durch die Umgangsweise mit Journalisten in der Vergangenheit. Als die Computerbild vor einigen Monaten ein iPhone-kritisches Video veröffentlichte, erntete dies einen erbosten Anruf von Apples PR-Agentur und die Drohung, die Redaktion von künftigen Events auszuschließen und auch nicht mehr mit Testgeräten zu versorgen. Richard Gutjahr hat ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass der Konzern kritische Journalisten ganz hart ausgrenzt und dass als Resultat dessen, viele Journalisten Apple mit völlig überzogenen Respekt behandeln, aus Angst sich den Zorn des Herrschers über iPhones und iPads zuzuziehen. In dem sehr lesenswerten Artikel gibt Gutjahr noch ein paar weitere interessante und erschreckende Beispiele für die freiwillige Selbstzensur seitens der Journalisten. Zudem hat Apple sich in der Vergangenheit des Öfteren bereits in Zensur geübt und anstößige Inhalte aller Art ausgegrenzt. Auch bei den iOS-Apps fährt Apple eine knallharte Schiene. Anwendungen deren Name oder Beschreibung eine Erwähnung der Konkurrenz beinhaltet, werden rigoros abgelehnt oder, wie im Falle der Pebble-Smartwatch, unnötig hingehalten.

Wenn man all das nun auf die kommende News-App überträgt, ergibt sich ein sehr bedenkliches Bild. Wie reagiert Apple auf Meldungen, die den Konzern oder seine Produkte kritisieren? Wie wird die Konkurrenz behandelt? Finden positive Meldungen über Samsung und Google eine gleichermaßen präsente Position wie die positive Meldungen über Apple selber? Oder werden negative Meldungen über die Konkurrenz gar höher eingestuft? Oder aber, wie stark beeinflusst die harte Linie des Konzerns die Journalisten beim Aussuchen und Recherchieren der Meldungen? Wir steuern auf eine Zukunft zu, in der Facebook, Google und Apple uns nicht nur Zugang zu Meldungen geben, sondern auch die Grenzen dessen immer stärker kontrollieren. Ein Effekt dessen ist, dass viele Publikationen sich entschließen, sich nicht in einer Art zu verhalten, die die Götter erzürnen könnte. Viele stehen lange schon dem Einfluss großer Medienkonzerne kritisch gegenüber, und zurecht. Doch sollten wir es mindestens genauso kritisch sehen, wenn die großen Tech-Konzerne unsere Perspektiven verzerren.


Image (adapted) “Macintosh Network” by C_osett (CC0 Public Domain)


 

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Open-Source und Apple ist längst kein Widerspruch mehr

Apple Logo and Checkmark Symbol (adapted) (Image by C_osett [CC0 Public Domain] via Flickr)

Open-Source-Entwickler haben inzwischen kein Problem mehr damit, Apple-Geräte zu nutzen – auch wenn dies auf den ersten Blick wie ein großer Widerspruch wirkt. Open Source und Apple vertragen sich nicht gerade gut, so die landläufige Meinung. Eigentlich erwartet man, dass ein Entwickler von Open-Source-Software auch ein Open Source-OS wie Linux nutzt. Viele Open-Source-Entwickler nutzen aber inzwischen sehr gerne Apple-Geräte, was eine Umfrage des Unternehmens unterstreicht. Demnach legen viele Open-Source-Entwickler ihre Prioritäten auf Verlässlichkeit und guten Geschmack, statt allumfassender Quelloffenheit.

Sesam öffne dich

Open Source war lange Zeit mit einem Dogma verbunden. Wer Open-Source-Software entwickelt war so stark davon überzeugt, dass keine andere Software in Frage kam, und schon gar keine Geräte, auf denen sich derartige Software gar nicht erst installieren lässt. Dementsprechend kamen eigentlich nur Windows-Laptops in Frage, denn da konnte man immerhin das ungeliebte Closed-Source-OS runterwerfen und durch die Linux-Distribution der Wahl ersetzen. MacBooks von Apple waren völlig ausgeschlossen, da man sie nur mit Mac OS oder Windows nutzen konnte. Inzwischen hat sich diese Sicht aber deutlich verändert und viele Open-Sourceler haben kein Problem mehr damit, Apple-Produkte zu nutzen, auch wenn das OS nach wie vor nicht gerade für seine Offenheit bekannt ist.

Das Unternehmen Eldarion hat dies kürzlich erst in einer Umfrage bestätigt. Demnach gaben fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten Open Sourceler an, zumindest einige Apple Produkte zu nutzen. Unter den Befragten, die zu Open-Source-Software beitragen, gab die Mehrheit (65 Prozent) an, dass OS X ihr Haupt-OS ist – Linux nutzen dagegen 22 Prozent und Windows nur 8 Prozent. Die Gruppe der zu OSS Beitragenden nutzt zwar zu 38 Prozent Android-Smartphones, allerdings nutzt über die Hälfte (57 Prozent) ein iPhone.

Auch über die Gründe für diese Zahlen gibt die Umfrage interessante Einsichten. So war der Hauptgrund, Apple-Produkte zu wählen, bei den Befragten, die zu OSS beitragen „Ich mag das Ökosystem“ (33 Prozent), gefolgt von „Verlässlichkeit“ (30 Prozent) und „Besser als Microsoft“ (21 Prozent). Umgekehrt waren bei den Befragten, die Apple komplett meiden die häufigsten Antworten: „Weil Apple die Antithese zu Open Source ist“ (50 Prozent), vor „Es ist überteuert und das Geld nicht wert“ (31 Prozent) und „Es ist so cool, dass es uncool ist“ (13 Prozent).

Äpfel und Birnen

Nun muss ich zugeben, dass ein Teil von mir der Umfrage nicht allzu viel Wert beimessen will, da nur 132 Menschen daran teilgenommen haben und die Umfrage danach einfach nicht repräsentativ ist, der andere Teil von mir muss aber durchaus zugeben, dass die Umfrage trotzdem die Entwicklung in der Open-Source-Szene widerspiegelt. Dies liegt auch an meinen eigenen Erfahrungen, auch wenn es nicht allzu viele sind. Immer wieder sieht man an OSS arbeitende Entwickler vor einem silbernen Laptop mit leuchtenden Apfel-Logo sitzen. Und das ist bei genauerer Betrachtung ja auch gar nicht so abwegig, denn immerhin, OS X ist UNIX, also ein System in dem sich viele Open Sourcler wohl fühlen. Zwar versteckt OS X Unix hinter einem hochglanzpolierten UI, aber gleichzeitig macht es Apple unheimlich einfach an die Kommandozeile zu gelangen. Dadurch können Entwickler also nutzen was „einfach funktioniert“ wenn sie es wollen und können dabei noch tief in die Katakomben des OS vordringen, wenn es nötig ist.

Damit hätten wir schon den zweiten und wichtigeren Grund erreicht: „It just works“. Entwickler, die Zeit damit verbringen wollen z.B. einen neuen Compiler zu bauen, wollen selten nochmal so viel Zeit damit verbringen, die verbundene Infrastruktur auch noch aufzubauen. Manchmal will man eben nicht mit dem OS herumfummeln, sondern will stattdessen, dass es einfach funktioniert. Und ein tiefes Engagement ist zudem nur für manche Software sinnvoll. Bei vielen kritischen Projekten ist die Mitarbeit der Community unheimlich wichtig, bei allen anderen lohnt es sich aber nicht, wenn man zu dogmatisch wird, wie etwa beim OS. Open Sourcler sind letztendlich auch nur Menschen und sind daher mit begrenzter Zeit und Aufmerksamkeit gesegnet, so dass Apple-Produkte gewählt werden, auch wenn sie nicht unbedingt dem übergeordneten Interesse an OSS entsprechen. Es lohnt sich aber auch einfach nicht darüber einen Glaubenskrieg anzufangen, denn am Ende gibt es nicht das beste OS, sondern nur das, was am besten zu einem passt um mehr Zeit zu haben, an den Projekten zu arbeiten, die einem am wichtigsten sind. Und letztendlich können weder Apple noch Microsoft sich der immer größeren Open-Source-Bewegung komplett entziehen – das ist doch der eigentliche Erfolg.


Image (adapted) „Apple Logo and Checkmark Symbol“ by C_osett (CC0 Public Domain)


 

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Ihr Smartphone könnte gut für Ihre Psyche sein

Close up person using smartphone (Image by Japanexperterna.se [CC BY-SA 2.0] vie Flickr)

Mit Smartphones und der heutigen Technik ist es möglich, psychisch kranken Menschen in Form von Apps zu helfen oder von Zuhause aus Therapiesitzungen abzuhalten. Wenn es um die geistige Gesundheit geht, werden Smartphones und Social Media fast immer in Zusammenhang mit Gefahr gebracht. Viele Experten äußerten ihre Besorgnis, dass Technologie für die immer weiter ansteigenden psychischen Krankheiten verantwortlich sein könnte. Es gibt jedoch auch Hinweise darauf, dass Ihr Smartphone gut für die Psyche sein kann.

Das Gehirn ist ein empfindliches Organ, das auf Stimulation reagiert und diese nachahmt. Forscher haben die Nutzung von Smartphones und den Effekt auf die tägliche Plastizität des Hirns untersucht. Man fand heraus, dass schon die Fingerbewegungen, die nötig sind um das Smartphone zu benutzen, ausreichen, um die Hirnaktivität zu verändern. Dass die Technik derart in der Lage ist, unsere Hirne zu verändern, hat die Frage aufgeworfen, inwiefern die Tätigkeiten am Bildschirm mit dem erhöhten Auftreten von ADHS, Depressionen oder Schlaflosigkeit zusammenhängen könnten. Die Technologie wurde auch schon für Cybermobbing, Isolation, Kommunikationsschwierigkeiten und verringertes Selbstbewusstsein verantwortlich gemacht. Alle diese Tatsachen könnten psychischen Krankheiten auslösen.

Positives Potential

Den Fokus nur auf die negativen Erlebnisse mancher Menschen zu richten, wird dem Potential der Technik so jedoch nicht gerecht. Sie kann ein Werkzeug sein, um psychische Probleme zu behandeln und zugleich die Lebensqualität und das Wohlgefühl steigern. Es gibt beispielsweise Programme für Depressionen und Angststörungen, die dazu kreiert worden sind, die Laune zu verbessern, die Menschen anzutreiben und ihnen dabei zu helfen, ihre Schwierigkeiten zu überwinden. Diese Programme verwenden gesteuerte Selbsthilfeprinzipien auf Kognitionsbasis und haben sich als sehr effektiv herausgestellt.

Auch gelten Computerspiele als sehr wirkungsvolle Therapie für Erwachsene. Da sie Spaß machen und weitestgehend anonym benutzt werden können, stellen sie eine Alternative zu traditionellen Therapien dar. Beispielsweise hat man herausgefunden, dass das Fantasy Rollenspiel SPARX ebenso effektiv wirkte wie eine direkte Gesprächstherapie in klinischer Behandlung.

Der Forscher David Haniff hat Apps zur Verbesserung des Gemütszustands von Menschen die unter Depressionen leiden erfunden, indem er ihnen erfreuliche Bilder, Video- und Audiodateien, beispielsweise von ihren Familien, zeigte. Er entwickelte zudem ein Computerspiel, das einer betroffenen Person dabei helfen konnte, ihre Depression zu behandeln. Gleichzeitig hat man herausgefunden, dass Smartphone-Apps, die unterschwellig entspannende Musik abspielen, um den Hörer vom Lärm und den Sorgen des alltäglichen Lebens abzulenken, dabei helfen können, Stress und Angstzustände zu vermindern.

Außerdem kann die Technik durch E-Mails, Onlinechats oder Videotelefonate eine bessere Verbindung zu Psychologen bieten. Dies ermöglicht es allen Parteien, auch weit entfernt voneinander zusammen zu arbeiten, was besonders den Patienten zugutekommt, denen es nicht möglich ist, regelmäßig einen Psychologen aufzusuchen. Solch ein Erlebnis kann stärken und Antrieb geben. Man ermutigt den Einzelnen, die Verantwortung für die eigene geistige Gesundheit zu übernehmen.

Diese Art der „Telemedizin“ hat sich bereits im Kinder- und Jugendgesundheitswesen etabliert. Hier findet es in Form von Onlinechats während Familientherapien statt, eine Form, bei der jede Partei in der Sitzung gleichermaßen zu Wort kommen kann. Aus unserer eigenen praktischen Erfahrung heraus können wir versichern, dass es jungen Menschen, die Probleme haben, sich vis-à-vis zu verständigen, leichter fällt, ihrem Therapeuten zu schreiben, um sich auszudrücken, da so der Zwang, jemandem gegenüberzusitzen und Augenkontakt zu halten, nicht besteht.

Umstände wie soziale Ängste halten Menschen oftmals davon ab, sich Hilfe zu suchen. Hier kann die Telemedizin helfen, die Krankheit von zuhause aus zu bekämpfen und die Patienten an ihre Termine zu erinnern, dementsprechend wird die Anwesenheit erhöht und die Aussteigerquote verringert.

Neue Wege zur Behandlung

Das Internet kann eine Möglichkeit sein, sich Hilfe zu suchen, insbesondere für diejenigen, die das Gefühl haben, dass Stigma zu einer psychischen Krankheit dazugehört. Mehr Zugang zu Informationen wie Videos über Mitmenschen mit psychischen Problemen, beispielsweise auch von Prominenten, kann dabei helfen, die Umstände zu normalisieren, über die sonst kaum gesprochen wird.

Die Menschen benutzen Technik, um sich zu informieren und einen leichten Zugang zu dem Thema psychische Krankheiten zu erlangen. Dies kann in Form von Services wie Chats, Blogs und zusätzlichen Informationen über die Umstände einer psychischen Krankheit, schon reichen. Auf diese Weise kann auch eine lange Wartezeit auf professionelle Hilfe überbrückt werden, indem Hilfe früher angeboten und so die Effektivität der Behandlung verbessert wird.

Generell gesprochen kann auch der Internetzugang an sich und die Nutzung von moderner Technik wie Smartphones eine Rettungsleine zur Außenwelt darstellen. Sie bringt Menschen auf völlig neuartige Weise zusammen und eröffnet neue Kommunikationswege. Wenn sich die sozialen Netzwerke verbessern, könnte es möglich sein, dass die Menschen seltener dazu gezwungen sind, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, da sie das, was sie belastet, nach außen tragen und verteilen können.

Untersuchungen über die potentiellen Gefahren der Technik und ihre Wirkungen auf das Hirn sind ebenso wichtig für unser Verständnis der modernen psychischen Krankheiten. Die Technik ermöglicht jedoch auch neue Möglichkeiten für innovative Ideen, um für mehr Engagement und Wohlbefinden für diejenigen zu sorgen, die mit psychischen Belastungen zu kämpfen haben. Lasst uns diese Chance ergreifen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei TheConversation. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „Close up person using smartphone“ by Japanexperterna.se (CC BY-SA 2.0)

 

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Kann man aus Yelp ein Herzstück der lokalen Presse machen?

Yelp Sticker and Reviews (adapted) (Image by StickerGiant Custom Stickers [CC BY 2.0] via Flickr)

Der Preis für Yelp wäre nicht gering, aber er könnte es wert sein, um einen Teil der alten Zeitungen wiederzubeleben: die Lokalnachrichten und den Service. Yelp steht zum Verkauf, und man vermutet die gewohnten Interessenten, die hier aufgelistet sind: Google, Amazon, Apple, Yahoo und Facebook. Es ist, als wäre alles Geld der Unternehmenswelt vom Tisch gefegt und ins Silicon Valley gespült worden. Vergessen Sie die alten Experimente von wegen „eine-Woche-ohne-Internet“! Ist es überhaupt noch möglich, eine einzige Woche zu verbringen, ohne über diese Firmen zu sprechen?

Man spekuliert, dass der Angebotspreis von 3,5 Miliarden US-Dollar für diese Unternehmen (oder auch jeden anderen) vielleicht zu hoch angesetzt sein könnte. Das Publikum von Yelp nimmt noch immer zu – bis zu 7,5 Prozent jährlich bis hin zu 142,5 Millionen US-Dollar im ersten Quartal, aber die Einnahmen und das Mitgliederwachstum verlangsamt sich. Insgesamt wird das Einkommen in diesem Jahr bei etwa 580 Millionen US-Dollar liegen. Das Unternehmen hat im laufenden Jahr etwa 40 Prozent seiner Marktkapazität verloren, die Investoren haben festgestellt, dass es sein Wachstums-Mojo verloren hat.

Ich habe eine kleine Idee, falls einer der digitalen Kolosse nicht vorher zuschnappen wird: Nachrichtenagenturen sollten Yelp kaufen und es als Quelle für Seiten und Apps im Bereich Lokalnachrichten nutzen. Bevor wir uns anschauen, wie das funktionieren kann, denken wir doch kurz über die Rolle von Yelp nach und was das über den Glamour aussagt, den lokale Nachrichtenagenturen momentan besitzen.

Yelp hebt sich in unserem digitalen Universum ab. Es hat eine Smartphone-App (Android | iOS), die ortsgebunden funktioniert. Versuchen Sie es gleich mal. Wie viele Ihrer Apps können das von sich behaupten? Natürlich gibt die Wetter-App das Wetter vor Ort wieder, und die Major League versorgt Sie mit den neuesten Infos und Videos Ihres Lieblingsbaseballteams, aber welche anderen Apps sind überhaupt lokal angesiedelt? Haben es überhaupt örtliche Nachrichtenportale auf ihren Homescreen geschafft? Lokale Apps sind bisher ein echtes Desaster, vor allem, seitdem alle Welt, inklusive der Leser, mobil geworden ist. Zugegeben, die Browser leiten die Leser zu den Webseiten der lokalen Nachrichten, egal, wie mittelmäßig diese sind. Trotzdem sind die Einsatzraten, monatlich gesehen und im Vergleich zur Verweildauer auf anderen Seiten, eher gering. Warum das? Teilweise weil es darum geht, nur zu lesen, und nichts zu tun.

Andererseits geht es bei Yelp ausschließlich um lokale Infos: um die Zugänglichkeit vor Ort, was man wo ausprobieren sollte und was man lokal nutzen kann. Jeremy Stoppelman hat Yelp im Jahr 2004 gegründet und hat den Wert solcher örtlichen Nutzbarmachung erkannt, genau wie das Zeitungsgeschäft sich darauf konzentriert, seine Inhalte von einem Print- in ein Onlinesystem umzuwandeln. Stoppelman sah, was direkt vor den Augen der Medien geschah: Die Menschen wollten Hilfe in ihrem Leben haben, und diese Leben finden nun mal an einem bestimmten Ort statt. Die erste und wichtigste Funktion von Yelp war es, den Wert der lokalen Informationen zu erhöhen.

Yelp entwickelte seine Zugkraft in seiner natürlichen Umgebung. Ich erinnere mich noch, wie nützlich es war, die omnipräsenten, aber unwichtigen Restaurants von denen der Schätze in San Francisco zu trennen. Wir nutzen Yelp, das mitterweile schon viele Personen erreicht hat, ziehen die paar vorhersehbaren, fast schon fanatisch positiv auffallenden Standardreviews ab, und entdecken tolle neue Orte. Sogar die Restaurantkritiken des San Francisco Chronicle und der San Jose Mercury News wurden hier überholt, weil es insgesamt mehr erfrischendere und manchmal auch qualitätsvollere Besprechungen gab.

Diese Kritiken waren seit Jahrzehnten der Standard für jede Lokalzeitung und hatten vor allem durch die Mundpropaganda eine ziemliche Macht. Das Internet und Yelp haben das gleiche getan. Genau wie die Zeitungen den Ausrufer ersetzt haben, dessen Neuigkeiten sich von Dorf zu Dorf verbreiteten, hat Yelp die Kritiken der Zeitungen ersetzt.

Spulen wir auf heute vor: Yelp kann das Wachtum, das es benötigt, nicht erzeugen. Lokale Nachrichtenfirmen und Informationsunternehmen, also auch Zeitungen, werden immer unwichtiger im täglichen Leben der Leser, denn das Smartphone verweist die Menschen auf örtliche Karten, Verkäufe, Veranstaltungen, und noch viel mehr.

Daher die Idee: Könnte man Yelp mit einer Nachrichtenplattform verbinden, könnte man diese je nach Ort anpassen. Vielleicht könnte man die Verbindung zwischen den täglichen (jetzt: stündlich und permanenten) Nachrichten und dem Leben, das die Menschen in den Städten führen, wieder herstellen. Man könnte die lokalen Dienste, Restaurants und den Einzelhandel mit den Nachrichten verbinden.

Schließen Sie kurz Ihre Augen und denken Sie darüber nach wie es wäre, in eine Welt zurückzukehren, welche von einer Tageszeitung geschaffen und beliefert wurde (so profitabel für die Besitzer und befriedigend für die Leser und Werbekunden), bis zum großen digitalen Erdrutsch. Dieser Erdrutsch beinhaltet: die wichtigsten Nachrichten, Werbung und anderes teilte sich untereinander auf, von Kleinanzeigen (Craigslist, eBay, Monster) über die Google-Suche und Facebook im sozialen Bereich.

Warum sollte man hier aufhören? Man kann auch andere nützliche Apps hinzufügen, zum Beispiel durch Partnerschaften. Da gäbe es Angie’s List (Android | iOS) für Haushaltsservices oder OpenTable (Android | iOS) für Reservierungen. Uber (Android | iOS) und andere Mitfahrservices sorgen für den Transport. Legt man sich Yelp zu, hätte man auch Eat24 (Android | iOS) dabei, die Restaurant-App hat Yelp im Februar 2014 schon für 134 Millionen US-Dollar gekauft. Außerdem hätte man Zugriff auf den Onlineservice SeatMe.

Okay, also wer fängt an und wirft als erstes ein Angebot von guten 3 Milliarden US-Dollar in die Runde?

Eine der großen Zeitungsketten (Gannett, New Media Investment oder Tribune Publishing) wäre denkbar. Jeder von ihnen benötigt eine Kapitalbeteiligung, bei New Media wäre das derzeit das Unternehmen Fortress. Wie sieht es bei Apollo Global Management aus? Die Verhandlungen mit Digital First Media (DFM) wurden neulich abgebrochen.

DFM wäre eine krasse Wende und würde ziemliche Kopfschmerzen bereiten. DFM als erster Stein eines national, lokalen Informations-Stadtführer-Review-Betriebs wäre ein völlig neues Angebot.

Wie würden die ungefähren Zahlen aussehen? Nun ja, das kommt auf die Fähigkeit der entsprechenden Unternehmen an. Der Besitzer muss dafür sorgen, dass das Publikum vor Ort angesprochen wird und Geld dafür zahlen möchte. Ich habe mit einigen Verlegern gesprochen, die zumindest laut darüber nachdenken, in ihr Geschäft zusätzlich E-Commerce einzuführen. Eine Verlegerplattform, die von Yelp durchdrungen ist, würde hier das Feld völlig neu aufrollen. Es kommt darauf an, wie viel Publikum man gewinnen und wie viel Ertrag man erwirtschaften kann. Die Verleger könnten eine ihrer größten Wachtumsinitiativen mit Yelp verbinden: dem digitalen Marketingservice.

Sicherlich sind 3 Milliarden US-Dollar eine ganze Menge Geld, aber erinnern wir uns an die drei Milliardäre, die sich neulich in das Zeitungsbusiness eingekauft haben. Stellen Sie sich vor, was John Henrys Boston Globe, Glen Taylors Minneapolis Star-Tribune, oder Jeff Bezos‘ Washington Post mit einer derartigen, um Yelp erweiterten, Plattform tun könnten. Könnte ein Netzwerk, das ihnen ganz oder zum Teil gehört, funktionieren?

Natürlich wäre Bezos hier der Platzhalter, schaut man sich seinen Reichtum an, seine Position und seine Querdenkerart. Wir warten alle darauf, dass die nächste Schuhlinie für die Washington Post hergestellt wird. Das wäre mal ein Geschäft, das aus heiterem Himmel kommt. Man denke weiter über die Vorteile eines möglichen Zusammenschlusses von Amazon und Yelp nach und könnte hier auch die Interessen von Amazon, nämlich superschnellen Lieferservice, mit einfließen lassen.

Noch viele Andere haben das Geld und die Ideen, um solch eine Idee in die Tat umzusetzen. Vielleicht wird es auch Verizon, die ein Medienunternehmen werden wollen, den Wetteinsatz vedoppeln und ihre GPS-Verbindungen mit den lokalen Medien und ihrem Service verbinden könnten. Viele Unternehmer erkennen, wie es funktionieren kann, aber wir hoffen, dass es jemand wird, der Respekt für die (ortsabhängigen) Nachrichten wertschätzt und in der Lage ist, sie für die digitale Ära aufzubereiten.

Was soll ein potentieller Käufer von einem Erwerb von Yelp halten? Die erste logische Frage: Warum sollte man ein sterbendes Unternehmen kaufen, das gerade vom Markt abgewertet wird? Zuerst einmal, der Preis ist günstig und nimmt stetig ab, also lohnt sich der Kauf. Zudem sind es nicht die Finanzen von Yelp, die hier die größte Rolle spielen. Die große Frage ist: Was passiert, wenn man das derzeitige Engagement und die Ertragskraft von Yelp mit der des größten Medienunternehmens und mit einem riesengroßen Publikum und deren Kaufkraft kombiniert? Und zu guter Letzt, was kann man verdienen, wenn man von einem lokalen, digitalem Nachrichten-Unternehmen auf einen lokalen, digitalen Nachrichten- und Reiseführer-Betrieb umstellt und zugleich den angestammten Platz der Zeitungen für sich selbst verlangt?

Zuerst erschienen auf niemanlab.org. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „Yelp Sticker and Reviews“ by John Fischer (CC BY 2.0)


 

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Arnulf Keese (PayPal): Nicht die Politik muss Innovation betreiben

Arnulf Keese, CEO von PayPal Deutschland (Image: Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0)

Im Interview spricht PayPal Deutschland-Chef Arnulf Keese über mobiles Bezahlen, die Aufgabe der Politik und PayPals Engagement für mehr Sicherheit. // von Tobias Schwarz

Arnulf Keese, CEO von PayPal Deutschland (Image: Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0)

Auf der Heureka 2015 haben wir uns mit PayPal Deutschland-Chef Arnulf Keese über die Vorteile mobiles Bezahlen unterhalten, wie Bargeld loses Bezahlen in anderen Ländern funktioniert, was PayPal für die Sicherheit tut und ob der Staat für Innovation oder Regulation zuständig ist.

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Mobiler Journalismus: Tipps und Apps für Android

Enredando con Android .) (1) (adapted) (Image by Daniel Sancho [CC BY 2.0] via Flickr)

Videoproduzent Florian Reichart erklärt, was es da draußen so alles gibt, wenn es ums Filmen, Aufnehmen und Redigieren auf Android-Geräten geht. Die beste Kamera ist die, die man immer dabei hat. Viele Journalisten benutzen heute ihre Telefone, um Fotos zu machen oder Videos für ihre Artikel aufzunehmen. Mobiler Journalismus ist eine etablierte Berichterstattungsmethode. Es gibt viele Apps für jede einzelne Stufe dieses Prozesses. Aber die Mehrzahl der Apps, von denen wir hören und schreiben, sind für iPhones und iPads. Also, was passiert, wenn die Kamera, die man dabei hat, zugleich ein Android-Smartphone ist?

Wenn es um die Smartphone-Bewegung geht, ist eines ihrer Versprechen, dass das Filmemachen und die Berichterstattung demokratischer wird, und zwar mehr, als man denkt„, meint Videoproduzent Florian Reichart und bezieht sich dabei auf den niedrigeren Preis der Androidgeräte im Vergleich zu iPhones. Reichart, der bei Twitter als @smartfilming bekannt ist, sprach im März auf der Mobile Journalism Conference. Hier ging er einige Vorteile des Androids für den mobilen Journalismus durch.

Florian Reichart erzählt bei Journalism.co.uk über die Vorteile eines Androids und dem Windows Phone für den mobilen Journalismus:

Wegen der höheren Anzahl an Modellen von Android gibt es auch mehr Optionen und spezifische Funktionen, wie zum Beispiel einen optischen Zoom. Ein weiterer Vorteil der Androidgeräte ist der erweiterbare Speicherplatz durch microUSB. „Man kann sogar den Akku austauschen„, sagte er.

Wenn man draußen unterwegs ist, besonders wenn man gerade filmt, weiß jeder, dass das eine Menge Batterie verbraucht. Also ist es gut, einen zweiten oder dritten Akku dabei zu haben, den man einfach tauschen kann. Wenn man ein Video draußen im Sonnenlicht macht, muss man meistens die Helligkeit auf Maximum stellen, damit man sieht, wie man im Moment am besten aufnehmen kann. Natürlich belastet das die Batterie.

Das iPhone ist dagegen als ‚Unibody‘-Gerät designed. Hier ist es eher kompliziert, den Akku auszutauschen – aber manche Hersteller von Android-Geräten bewegen sich nun ebenfalls in diese Richtung, beispielsweise hat das Samsung Galaxy S6 auch keinen austauschbaren Akku mehr.

Die Vielfalt der Geräte bringt auch Nachteile, wie die Aufteilung, bei der manche Apps nicht auf allen Geräten laufen, oder nicht alle Android-Geräte gleich gut funktionieren. Als Faustregel gilt, wie bei allen Apps, dass man alle Funktionen, die man braucht, ausprobiert, bevor man sich auf eine bestimmte App für seine Arbeit verlässt.

Also, was ist los da draußen? Hier sind ein paar von Reicharts Empfehlungen:

Filmen und Redigieren

Das Ausgangsmaterial für mobilen Journalismus auf dem iPhone namens FilMic Pro hat neulich angekündigt, dass sie eine Beta-Version der Android-App entwickeln.

Allerdings gibt es bereits eine App, die einem bessere Kontrollmöglichkeiten gibt als die voreingestellte Kamera – Cinema FV-5. Ein paar der Grundlagen beinhalten den Fokus, den man nun auch sperren kann, die Belichtung und den Weißabgleich, sowie den Audiopegel und die Abnahme per Kopfhörer. Für die Bearbeitung empfahl Reichart KineMaster, was seiner Meinung nach „genauso gut wie iMovie“ sein soll. „Es gibt eine Video- Und drei Audiospuren. Man kann in der App ein paar grundlegende Dinge einstellen, wie die Belichtung, den Sättigungswert und den Kontrast„, sagte er. Doch die kostenlose Version hat ein Wasserzeichen, wenn man also öfter mit KineMaster arbeiten will, sollte man sich eine kostenpflichtige Version besorgen. „Android-Nutzer sind es nicht gewohnt, so viel Geld für ihre Apps zu zahlen, daher ist das Abosystem ein bißchen seltsam„, fügte Reichart hinzu. Obwohl es kein Meerkat oder Periscope für Android gibt, oder zumindest noch nicht, gibt es dennoch einige Apps, mit denen man streamen kann, wie zum Beispiel Bambuser, Livestream, Ustream oder Reelsome.

Aufnahme und Audiobearbeitung

Für Audioaufnahmen kann man RecForge Pro oder den Field Recorder ausprobieren. „Field Reciorder ist sehr interessant, weil man den Display umdrehen kann„, erklärt Reichart. Das ist wichtig, wenn man das Mikrofon mit einem Windschutz abdecken möchte. Weil das Mikrofon sich meistens am unteren Teil des Telefons befindet, „steht natürlich das Display auf dem Kopf, und alle wichtigen Kontrollfunktionen [sind] nicht erreichbar. Mit dieser App kann man das Display umdrehen, so dass man das Telefon als Aufnahmegerät benutzen kann„. RecForge Pro kann auch benutzt werden, um Audiotracks zurechtzuschneiden. Für aufwändigeres Schneiden in Multitrack gibt es aber Audio Evolution Mobile. „Die App wurde eher für Musiker gebaut, damit sie ihre Songs aufnehmen können. Es gibt aber keinen Grund, wieso man sie nicht für andere Dinge benutzen können sollte.

Fotografie

Wenn die voreingestellte Kamera-App nicht ausreicht, gibt es aus dem Entwicklerhaus von Cinema FV-5 eine ähnliche App, die sich Camera FV-5 nennt. Zum Bearbeiten empfiehlt Reichart Photoshop Touch, Snapseed, oder Pixlr – hier kann man bei Pixlr einen Überblick bekommen, was man damit alles anstellen kann.

Das sind ein paar der Apps, die ich benutzt habe, um Grundlegendes zu redigieren, natürlich nichts, was allzu verrückt wäre„, sagt er.

Dieser Artikel erschien zuerst auf journalism.co.uk.


Image (adapted) „Enredando con Android :) (1)“ by Daniel Sancho (CC BY 2.0)


 

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Podcast: Über Slack und modernes Arbeiten

Slack

Im Podcast „a16z“ wird der Chat-Dienst Slack besprochen und sehr hörenswert über den Einfluss von Software auf modernes Arbeit nachgedacht. // von Tobias Schwarz

Slack

Seit ein paar Wochen nutzen wir in der Netzpiloten-Redaktion Slack und sind von dem Programm sehr angetan. In den letzten zwei Jahren habe ich noch nicht erlebt, dass wir in so kurzer Zeit ein neues Tool so schnell und intensiv angenommen haben. Hinter Slack steckt der Flickr-Mitgründer Stewart Butterfield, der in diesem Podcast mit Steven Sinofsky und Benedict Evans von der Ventue-Capital-Firma Andreessen Horowitz, die wie Google und Kleiner Perkins in das Startup investiert hat.

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Kooperation von Springer und der Bahn: Chat-App Lokin

Flugzeug Innenraum (Bild: [CC 0], via gratisography)

Über Axel Springer, die Deutsche Bahn und die App Lokin, die sich drei großen Problemen stellen muss. // von Felicitas Hackmann

Flugzeug Innenraum (Bild: [CC 0], via gratisography)

Axel Springer hat eine App (Android | iOS) rausgebracht, mit der sich Bahnfahrer verbinden und kennenlernen sollen. Also sowas wie Tinder? Für schöne Stunden zu zweit im Bordrestaurant der Deutsche Bahn? Nein. Man soll sich gegenseitig helfen und zum Beispiel über verspätete Züge informieren oder nach einem Ladekabel fürs Smartphone fragen können.  Weiterlesen »

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