Tolle Kamera und schnelle Updates – Nokia 7.2 im Kurztest

Das Nokia 7.2 ist der Nachfolger des erfolgreichen Mittelklasse-Smartphones Nokia 7.1. Am meisten getan hat sich bei der Kamera. Wie schon der Vorgänger, ist das Nokia 7.2 ein Android-One-Smartphone und erhält demnach mindestens drei Jahre lang monatliche Sicherheitsupdates und zwei Jahre zeitnahe Systemupdates. Ich hatte das Nokia 7.2 im Kurztest und konnte es vor Veröffentlichung bereits für euch ausprobieren.

Erster Eindruck des Nokia 7.2

Das Design des Nokia 7.2 wirkt etwas ausgereifter als sein Vorgänger. Das Display ist auf 6,3 Zoll gewachsen und statt einer breiten Notch befindet sich nur noch eine kleine Waterdrop-Notch an der Oberseite des Screens. Die Aluminium-Rahmen sind etwas abgerundeter, wodurch das Smartphone besser in der Hand liegt. Das Glas auf Vorder- und Rückseite ist etwas abgerundet um ohne Kanten wie beim Vorgänger in den Rahmen überzugehen. Sehr schick sind die Farben der Rückseite. Entgegen dem aktuellen Trend setzt Nokia hier auf mattes Glas was je nach Licht interessant spiegelt. Durch das matte Material lag das Nokia 7.2 im Kurztest auch nicht ganz so rutschig in der Hand und ist weniger anfällig für Fingerabdrücke. Zur Auswahl stehen die Farben Schwarz, Türkis-Grün und Eisblau. Das Smartphone ist insgesamt sehr gut verarbeitet und macht einen wertigen Eindruck.

HDR Display

Die Vorderseite des Nokia 7.2 bedeckt ein 6,3 Zoll großes LC-Display. Am oberen Ende befindet sich eine kleine Tropfenförmige Notch und unten ein doch relativ großer Rand. Für diese Preisklasse ungewöhnlich unterstützt das Nokia 7.1 HDR 10 und kann SDR Inhalte in Echtzeit in auf HDR hochrechnen. Dadurch sollen Filme und Fotos schöner dargestellt werden, auch jene die nicht in HDR vorliegen. Für ein optimales Video-Erlebnis verfügt das Smartphone über eine Widevine L1 Zertifizierung und kann Full-HD Videos von Youtube, Netflix und co streamen. Videos von Amazon Video können sogar in HDR10 gestreamt werden. Mit einer Helligkeit von 500nits ist das Display auch bei Sonnenlicht gut ablesbar.

Leistung ausreichend

Der verbaute Octacore-Prozessor Snapdragon 660 wurde zwar schon ende 2017 vorgestellt, bietet aber alle modernen W-Lan Standards und Bluetooth 5.0. Die Performance des Nokia 7.2 im Kurztest konnte überzeugen: Alltagsaufgaben erledigt das Smartphone schnell und ohne Ruckler. Auch aufwändigere Spiele wie Pokemon Go lassen sich problemlos auf dem Smartphone spielen. Beim Arbeitsspeicher hat Nokia im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls aufgerüstet. Je nach gewählter Speichergröße sind 4 oder 6GB verfügbar. Dadurch sind auch mehrere offene Apps kein Problem.

Kamera mit 3 Linsen

Die Kamera des Nokia 7.2 wurde in Zusammenarbeit mit dem Objektiv- und Linsenhersteller Zeiss entwickelt. Die Hauptkamera bietet eine Auflösung von 48 Megapixeln. Mithilfe der „Quad-Pixel“-Technologie werden 4 Pixel zu einem zusammengerechnet. So soll das Smartphone insbesondere bei schwierigen Lichtbedingungen bessere Bilder liefern. Auf meinem Testgerät war noch Vorab-Version der Kamera-App installiert. Daher kann ich zu der Fotoqualität noch keine Aussagen treffen. Mehr dazu und Testfotos seht und lest ihr in meinem vollständigen Testbericht.

Bei der zweiten Linse handelt es sich um eine 118 Grad Weitwinkel-Linse mit einer Auflösung von 8 Megapixeln. Besonders beim Fotografieren von Gebäuden kann eine Weitwinkel-Linse interessante Perspektiven ermöglichen. Gerade für diejenigen unter euch, die gerne fotografieren ermöglicht diese Linse viele spannende Motive. Die dritte Linse bietet einen 5 Megapixel Sensor, welcher Tiefeninformationen erfasst. Diese werden beispielsweise für Fotos mit Bokeh-Effekt benötigt. Die Frontkamera bietet eine Auflösung von 20 Megapixeln und verfügt auch über die oben erläuterte „Quad-Pixel“-Technologie. Zum Verkaufsstart wird die App des Nokia 7.2 außerdem einen Nachtmodus bieten und das gleichzeige Aufnehmen mit Vorder- und Rückseiten-Kamera ermöglichen.

Mobilfunk & Akku des Nokia 7.2

Das Nokia 7.2 verfügt über alle Funkstandards, die in keinem Smartphone fehlen dürfen. Neben Wlan 6 (ac) und LTE cat6 ist sogar NFC zum Datenaustausch und mobilem Bezahlen an Bord. Außerdem bietet das Smartphone Platz für zwei Simkarten und zusätzlich einen Platz für eine Speicherkarte. So müsst ihr euch nicht zwischen Dual-Sim und einer Speichererweiterung entscheiden. Der Akku hat eine Kapazität von 3500 mAh und die Akkulaufzeit des Nokia 7.2 im Kurztest ist mir nicht negativ aufgefallen. Ein abschließendes Urteil lest ihr dann im ausführlichen Test. Der Akku ist im Vergleich zum Vorgänger jedoch um 500 mAh größer geworden, von daher dürfte das Nokia 7.2 euch locker durch den Tag bringen. Zum Aufladen setzt Nokia auf einen modernen USB-C Port.

Software auf Pixel-Niveau

Die Software der Nokia Smartphones zeichnet sich durch pures Android und schnelle Updates aus. Das Nokia 7.2 im Kurztest ist Mitglied in Googles sogenannten „AndroidOne“ Programm. Dies garantiert dem Smartphone ein pures Android ohne vorinstallierte Apps. Außerdem verpflichtet sich der Hersteller für 3 Jahre monatliche Sicherheitsupdates sowie für 2 Jahre neue Android-Versionen auszuliefern. Bei all seinen vorherigen Smartphones hat Nokia dieses Versprechen ohne Beanstandungen umgesetzt, also sollte dies auch beim Nokia 7.2 der Fall sein. Bei der Benutzeroberfläche setzt das Nokia 7.2 auf pures Android, ohne eigene Anpassungen. Lediglich eine App mit dem Namen „my phone“ ist vorinstalliert. Hier lassen sich beispielsweise der Akkuzustand oder die Gerätetemperatur überwachen oder Garantieleistungen in Anspruch nehmen. Ausgeliefert wird das Smartphone noch mit Android 9, ein Update auf Android 10 sollte spätestens im 4. Quartal diesen Jahres folgen. 

Fazit: Nokia baut das wahre Pixel lite

Google bietet eine abgespeckte Variante des Pixel 3 als Pixel 3a für 400 Euro an. Das Pixel 3a bietet pures Android und garantierte Updates für 3 Jahre. Nokia folgt beim 7.2 einem ähnlichen Konzept und macht einiges besser. So kommt das Pixel 3a mit einem kleineren Akku und bietet keinen Slot zur Speichererweiterung. Die Kamera des Pixel 3a kann zwar im low-light Modus mehr punkten, muss aber auf Features wie eine Weitwinkel-Linse verzichten. Auch Designmäßig hat mich das Nokia 7.2 im Kurztest überzeugt. Die matte Glasrückseite sieht nicht nur schick aus, sondern liegt auch gut in der Hand. Die Software bekommt kontinuierlich Updates und läuft flüssig ohne Ruckler. Wer ein bezahlbares Smartphone mit guter Updateunterstützung sucht, wird hier fündig. Wer weniger Wert auf eine gute Kamera legt, kann ein paar Euro sparen und wird vielleicht beim Nokia 6.2 fündig.

Das gefällt mir besonders am Nokia 7.2

  • 3 Jahre Updategarantie dank Android One
  • schönes HDR Display
  • gute Kamera mit Weitwinkel
  • sehr gute Verarbeitung
  • schickes mattes Design

Mehr Infos zu weiteren Modellen findet ihr hier.


Image by Nokia

Timo Brauer

beschäftigt sich mit jedem Technikprodukt, das ihm unter die Finger kommt. Besonders Gadgets fürs Smart Home haben es ihm angetan. Wenn er nicht gerade mit Technik herumspielt, ist er auf Reisen - Smartphone und Kamera immer dabei.


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