Nokia 6.2 im Kurztest – Günstiges Smartphone mit schnellen Updates

Das Nokia 6.2 ist der Nachfolger des erfolgreichen Mittelklasse-Smartphones Nokia 6.1. Das neue Gerät kommt in neuem Design mit deutlich weniger Bildschirmrändern und einer besseren Kamera. Wie schon der Vorgänger, ist das Nokia 6.2 ein Android-One-Smartphone und erhält demnach mindestens drei Jahre lang monatliche Sicherheitsupdates und zwei Jahre zeitnahe Systemupdates. Ich hatte das Nokia 6.2 im Kurztest und konnte es vor Veröffentlichung bereits für euch ausprobieren.

Erster Eindruck des Nokia 6.2

Das Design des Nokia 6.2 wirkt deutlich moderner als sein Vorgänger. Das Display ist auf 6,3 Zoll gewachsen und statt breiten Bildschirmrändern befindet sich nur noch eine kleine Waterdrop-Notch an der Oberseite des Screens. Die Aluminium-Rahmen sind etwas abgerundeter, wodurch das Smartphone besser in der Hand liegt. Das Glas auf Vorder- und Rückseite ist etwas abgerundet, um ohne Kanten wie beim Vorgänger in den Rahmen überzugehen. Leider hat Nokia beim 6.2 auf die schicken kupferfarbenen Elemente an der Kamera und im Rahmen des Vorgängers verzichtet. Die Rückseite ist nun genau wie das Display mit Gorillaglas 3 geschützt. Zur Auswahl stehen die Farben Schwarz und Eisblau. Das Smartphone ist insgesamt sehr gut verarbeitet und macht einen wertigen Eindruck.

HDR Display

Die Vorderseite des Nokia 6.2 bedeckt ein 6,3 Zoll großes LC-Display. Am oberen Ende befindet sich eine kleine Tropfenförmige Notch und unten ein doch relativ großer Rand. Für diese Preisklasse ungewöhnlich unterstützt das Nokia 6.1 HDR 10 und kann SDR Inhalte in Echtzeit in auf HDR hochrechnen. Dadurch sollen Filme und Fotos schöner dargestellt werden, auch jene die nicht in HDR vorliegen. Für ein optimales Video-Erlebnis verfügt das Smartphone über eine Widevine L1 Zertifizierung und kann Full-HD Videos von Youtube, Netflix und co streamen. Videos von Amazon Video können sogar in HDR10 gestreamt werden. Mit einer Helligkeit von 500nits ist das Display auch bei Sonnenlicht gut ablesbar.

Leistung ausreichend

Beim verbauten Octacore-Prozessor Snapdragon 636 handelt es sich um eine etwas heruntergetaktete und damit stromsparsamere Version des Snapdragon 660. Dieser wurde zwar schon ende 2017 vorgestellt, bietet aber alle modernen W-Lan Standards und Bluetooth 5.0. Die Performance des Nokia 6.2 im Kurztest konnte überzeugen: Alltagsaufgaben erledigt das Smartphone schnell und ohne Ruckler. Auch aufwändigere Spiele wie Pokemon Go lassen sich problemlos auf dem Smartphone spielen. Beim Arbeitsspeicher hat Nokia leider etwas gespart. Die Basisversion bietet lediglich 3GB. Dies reicht zwar für eine flüssige Nutzung. Speicherintensive Apps im Hintergrund werden jedoch schnell beendet und müssen neu laden, wenn ihr sie wieder startet. Bei der größeren Version mit 4GB Arbeitsspeicher sollte dieses Problem jedoch nicht auftreten.

Kamera mit 3 Linsen

Die Kamera des Nokia 6.2 bietet 3 verschiedene Linsen. Die Hauptkamera besitzt eine Auflösung von 16 Megapixeln. Bei der zweiten Linse handelt es sich um eine 118 Grad Weitwinkel-Linse mit einer Auflösung von 8 Megapixeln. Besonders beim Fotografieren von Gebäuden kann eine Weitwinkel-Linse interessante Perspektiven ermöglichen. Gerade für diejenigen unter euch, die gerne fotografieren ermöglicht diese Linse viele spannende Motive. Die dritte Linse bietet einen 5 Megapixel Sensor, welcher Tiefeninformationen erfasst. Diese werden beispielsweise für Fotos mit Bokeh-Effekt benötigt. Selfies können mit einer Auflösung von 8 Megapixeln aufgenommen werden. Auf meinem Testgerät war noch Vorab-Version der Kamera-App installiert. Daher kann ich zu der Fotoqualität noch keine Aussagen treffen. Mehr dazu und Testfotos seht und lest ihr in meinem vollständigen Testbericht. Zum Verkaufsstart wird die App des Nokia 6.2 außerdem einen Nachtmodus bieten und das gleichzeige Aufnehmen mit Vorder- und Rückseiten-Kamera ermöglichen.

Farbauswahl Nokia 6.2
Die neuen Nokia 6.2 Modelle in grau und schwarz. Image by Nokia

Mobilfunk & Akku

Das Nokia 6.2 verfügt über alle Funkstandards, die in keinem Smartphone fehlen dürfen. Neben Wlan 6 (ac) und LTE cat4 ist sogar NFC zum Datenaustausch und mobilem Bezahlen an Bord. Außerdem bietet das Smartphone Platz für zwei Simkarten und zusätzlich einen Platz für eine Speicherkarte. So müsst ihr euch nicht zwischen Dual-Sim und einer Speichererweiterung entscheiden. Der Akku hat eine Kapazität von 3500 mAh und die Akkulaufzeit des Nokia 6.2 im Kurztest ist mir nicht negativ aufgefallen. Ein abschließendes Urteil lest ihr dann im ausführlichen Test. Das Nokia 7.1 aus dem letzten Jahr verwendet denselben Prozessor wie das Nokia 6.2 verbaut, verfügt aber einen 500 mAh kleineren Akku. Von daher dürfte das Nokia 6.2 euch locker durch den Tag bringen. Zum Aufladen setzt Nokia auf einen modernen USB-C Port.

Software auf Pixel-Niveau

Die Software der Nokia Smartphones zeichnet sich durch pures Android und schnelle Updates aus. Das Nokia 6.2 im Kurztest ist Mitglied in Googles sogenannten „AndroidOne“ Programm. Dies garantiert dem Smartphone ein pures Android ohne vorinstallierte Apps. Außerdem verpflichtet sich der Hersteller für 3 Jahre monatliche Sicherheitsupdates sowie für 2 Jahre neue Android-Versionen auszuliefern. Bei all seinen vorherigen Smartphones hat Nokia dieses Versprechen ohne Beanstandungen umgesetzt, also sollte dies auch beim Nokia 6.2 der Fall sein. Bei der Benutzeroberfläche setzt das Nokia 6.2 auf pures Android, ohne eigene Anpassungen. Lediglich eine App mit dem Namen „my phone“ ist vorinstalliert. Hier lassen sich beispielsweise der Akkuzustand oder die Gerätetemperatur überwachen oder Garantieleistungen in Anspruch nehmen. Ausgeliefert wird das Smartphone noch mit Android 9, ein Update auf Android 10 sollte spätestens im 4. Quartal dieses Jahres erfolgen. 

Fazit: Gutes Mittelklasse-Smartphone mit Android One Nokia liefert mit dem 6.2 ein solides Gesamtpaket. Das für diese Preisklasse überdurchschnittlich gute Display und das saubere Android ohne weitere Anpassungen und mit schnellen Updates können besonders überzeugen. Designmäßig haut einen das Smartphone nicht vom Hocker, bietet aber auch keinen Grund zum Meckern. Alles ist solide und hochwertig verarbeitet, lediglich die Farben sind etwas langweilig. Trotz des eigentlich sehr positiven Tests würde ich dennoch nur Wenignutzern zum Nokia 6.2 raten. Dafür ist die Konkurrenz aus dem eigenen Haus zu stark. Das Nokia 7.2 bietet für nur 50 Euro mehr eine bessere Performance dank 4GB Ram in der Basisversion und eine deutlich bessere Kamera. Meinen Test des Nokia 7.2 findet ihr hier

Rückenansicht:Nokia 7.2 links und Nokia 6.2 rechts
Rückenansicht des Nokia 7.2 (links) und des 6.2 (rechts) Image by Timo Brauer

Pro

+ 3 Jahre Updategarantie dank Android One

+ schönes HDR Display

+ sehr gute Verarbeitung

Contra

– Kamera nur Mittelmaß

– Fingerabdruckmagnet

Hier gelangt ihr zum Vorgänger: dem Nokia 6.1 (Provisionslink)


Image by Nokia 

Timo Brauer

beschäftigt sich mit jedem Technikprodukt, das ihm unter die Finger kommt. Besonders Gadgets fürs Smart Home haben es ihm angetan. Wenn er nicht gerade mit Technik herumspielt, ist er auf Reisen - Smartphone und Kamera immer dabei.


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