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Dota2 Weltmeister besiegt von der KI „Five“

Künstliche Intelligenz besiegt Dota2 Champions.

Das Online-Spiel Dota2 ist neben League of Legends eines der beliebtesten und komplexesten MOBA-Games unserer Zeit. Die jährlichen Championships sind mit über 25 Millionen US-Dollar Gewinn dotiert. Diesen riesigen Preis nahm im letzten Jahr, in der Saison August 2018, das Team OG mit nach Hause. Doch nun musste sich das Team in einem Freundschaftsspiel gegen einen Gegner beweisen, mit dem sie nicht gerechnet hatten: Einer künstlichen Intelligenz, die in einem best-of-three Match die Weltmeister in die Knie zwang.

OpenAI steckt hinter dem Projekt

Das Unternehmen OpenAI, über dessen KI wir bereits vor einiger Zeit berichteten, tüftelte in den vergangenen Monaten an einer künstlichen Intelligenz, der es möglich sein sollte, die komplexen Spielabläufe von Dota2 zu analysieren und daraufhin eigene Spielzüge zu erstellen. Heraus kam dabei dann die KI „Five“, die insgesamt das Äquivalent von 45.000 Jahren Dota-Erfahrung gespeichert hat. Die Forscher ließen die KI also Spiele mit einer Gesamtlaufzeit von 250 Jahren pro Tag simulieren und aus den Matches lernen.

Dafür musste Dota2 jedoch zunächst angepasst werden. Die KI lernte ganz zu Beginn mit einer sehr abgespeckten Version des Originaltitels und lernte über die Zeit immer mehr Komponenten, wie verschiedenste Attacken, Ausrüstungen und Champions in die Kalkulationen aufzunehmen. Trotzdem fand das Match von Five gegen OG letztendlich nicht unter den klassischen Bedingungen statt. Die Reaktionszeit von Five musste ein wenig heruntergeschraubt werden, das wäre ansonsten aufgrund der motorischen Fähigkeiten der Menschen dem Team OG gegenüber nicht fair gewesen. Außerdem musste die KI auf Items verzichten, die die Minions im Spiel kontrollieren. Dass eine KI besser micromanagen kann als jeder Mensch, sahen die Entwickler als gegeben und somit unfair an. Five konnte hingegen noch immer nicht mit allen Champions umgehen, weswegen nur eine geringe Anzahl Charaktere zur Auswahl standen.

Wie verlief das Spiel?

Wer sich selbst noch einmal die Matches ansehen möchte, der kann das hier tun. Zusammenfassend kann man aber sagen: Five hat seinen Zweck erfüllt. Auch wenn die künstliche Intelligenz im ersten Spiel gegen OG relativ lange brauchte, um ihre im Spiel gewonnenen Vorteile in einen handfesten Sieg zu verwandeln. Das zweite Spiel dauerte dann nicht einmal halb so lang und dieses Mal hatte OG wenig Chancen, gegen Five anzukommen. Bereits nach 15 Minuten standen die Five-Bots vor den Toren der OG Base und fünf Minuten später war das Match gewonnen.

Doch den Profis aus dem menschlichen Team fielen einige Schwächen der KI auf, die sie im Verlauf des Turnieres zu ihrem Vorteil nutzten. Five hat Schwierigkeiten damit, Gold zu farmen, was aber ein wichtiger Bestandteil ist, um im Spiel Items kaufen zu können. Stattdessen ist die KI zu sehr auf Spielzüge gegen die Gegner fokussiert. Darüber hinaus sind einige der Feinheiten des Spiels für den künstlichen Gegenspieler schwer zu verstehen. Five hat Schwierigkeiten mit unsichtbaren, sprich plötzlich auftauchenden Gegnern, umzugehen und kommt um Schilder, die von den Spielern aufgestellt werden, einfach nicht herum. Und damit treffen wir hier wieder auf die Grenzen der künstlichen Intelligenz. Sie mag 600 Menschenleben an Erfahrung im Dota2-spielen haben, aber sie kann nicht mit unvorhergesehenen Aktionen umgehen. Vor jedem Spielzug, den sie so noch nicht erlebt hat, bleibt die KI stecken.

Five für kurze Zeit für alle zugänglich

Für drei Tage konnten auch normale Spieler auf der ganzen Welt versuchen, gegen Five in einem Match zu bestehen. Dafür musste man sich allerdings vorher registrieren. Wer genug davon hat gegen die KI zu verlieren, dem sollte es auch möglich sein mit ihr zusammen zu spielen. Denn als Teamplayer eignet sich Five nach Angaben der Entwickler überraschend gut.


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Von der Fiktion in die Wirklichkeit: Diese Dinge aus dem Roman QualityLand sind schon Realität

„Come to where the quality is! Come to QualityLand”, sind die ersten Worte aus dem Reiseführer für QualityLand, die uns in Marc-Uwe Klings Bestseller aus 2017 begrüßen. Die in diesem Buch libertär-dystopische Zukunftsversion einer Welt, in der nur noch Gewinnmaximierung und Fortschritt zählt, hat viele Leser regelrecht vor dem Buch gefesselt. Wohl auch aufgrund der gewohnt sympathischen Figuren Klings, die sich oft einem beinahe kafkaesken System gegenübersehen. Erst kürzlich verkündete der Autor selbst auf Twitter, der amerikanische Fernsehprogrammanbieter HBO würde seinen Roman in eine Serie umwandeln. Wir sind in jedem Fall gespannt auf das Endergebnis. Gleichzeitig kommen wir nicht umhin, uns zu fragen: Wie realistisch sind die dystopischen Vorstellungen im Roman? Oder anders ausgedrückt: Wie viel QualityLand steckt in unserer Realität? Wir haben einmal fünf Zukunftstechniken aus QualityLand zusammengetragen, die sich bereits in der Wirklichkeit anbahnen.

Die Zukunft des Online-Shopping

„Exakt in dem Augenblick, als Peter zu Hause ankommt, trifft eine Lieferdrohne von TheShop ein. Über Zufälle dieser Art wundert sich Peter schon lange nicht mehr. […] Wer sich durch nur einen Kuss auf sein QualityPad für OneKiss anmeldet, bekommt fortan alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, zugeschickt, ohne sie bestellen zu müssen.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 17-18)

Dass Drohnen Pakete liefern ist nicht unbedingt eine Neuigkeit. Amazon arbeitet schon seit geraumer Zeit an einer zuverlässigen Technik, die das Liefern mit Drohnen ermöglichen soll. Drohnen sollen dann den Kunden innerhalb von 30 Minuten ihr Wunsch-Produkt liefern. Auch deutsche Unternehmen wie DHL probieren sich im Moment in Beta-Tests an den Drohnen aus. Wirklich interessant ist aber der zweite Teil des Zitats. Google und Co werten schon heute unser User-Daten aus und auch Onlineshops speichern genau, was wir auf ihren Websites angucken. Aus all diesen Daten lassen sich schon heute sogenannten Predictive Analysen erstellen, die schon jetzt herausfinden können, ob jemand schwanger ist, oder an einer Krankheit leidet. Diese Technik ist natürlich auch für Online-Händler höchst interessant. Sie könnten mit diesen Verhaltens-Analysen vorhersagen, was ihre Kunden wann kaufen wollen.

Online-Shopping wird interaktiver

„Denise guckt ihre Lieblingsserie. Es ist eine alte Show über vier Frauen, die in einer Stadt namens New York leben. „Stopp“, sagt sie, und das Bild friert ein. „Die Bluse von Carrie Bradshaw.“ Auf dem Bildschirm wird die Bluse markiert, die die Schauspielerin trägt. Produktname, Markenname und aktueller Preis bei TheShop […] werden eingeblendet.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 126)

Nicht nur künstliche Intelligenzen und Predictive Analysen werden das Online-Shopping beeinflussen, sondern auch die Art wie wir einkaufen wird sich verändern. Erst kürzlich integrierte Instagram in den USA ein Bezahlsystem, das es ermöglicht, sofort in der App zu shoppen. Bei Snapchat soll es bald sogar eine Funktion geben, mit der man zum  Beispiel ein Bild von einer Handtasche machen, und sofort Online-Shops vorgeschlagen bekommen kann, wo es diese Handtasche zu kaufen gibt. Die neue Funktion Google Lens für Smartphones schlägt ebenfalls in diese Kerbe. Wenn der User seine Kamera auf Gebäude oder Gegenstände richtet, erkennt Google Lens die Objekte und gibt Informationen und bei Produkten auch Online-Shops vor. Hier sind wir der Idee in QualityLand also schon fast ebenbürtig.

Fokussieren auf die wichtigen Dinge

„Eine neue Frage erscheint auf Sandras Brille: „Möchtest du, dass QualityPartner automatisch Ort und Termin für ein Rendezvous mit deinem Partner ausmacht?“ Sandra fokussiert ihre Pupillen wieder auf „OK“.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 49)

Es ist vielleicht eher ein kleines Detail, auf das wir uns hier stützen. Aber die Technologie hinter Eyetracking ist einfach zu interessant, um sie an dieser Stelle nicht einmal zu erwähnen. Gerade für Menschen mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten durch Alter, Unfälle oder Behinderung gibt es schon heute technische Geräte, die sich komplett mit der Eyetracking-Technologie steuern lassen. Ein Beispiel gefällig: Der Tobii Eye Tracker 4C ist ein Gerät, das für 150 Euro online gekauft und dann mit einem PC mit Windows 10 verbunden werden kann. Das längliche Board erkennt anhand von Infrarot-Strahlen, wie sich die Augen des Benutzers bewegen und ermöglichen Laut Test der COMPUTER BILD eine komplette Benutzung der Windows Oberfläche, nur mit den Augen.

KIs übernehmen die Kunstszene

„Ich bin Kalliope 7.3. Die weltbekannte E-Poetin. Verfasserin des erfolgreichen historischen Romans „Die Praktikantin und der Präsident.“ […] „Es ist Ihnen vielleicht auch bekannt, dass schon seit geraumer Zeit die erfolgreichsten Romane von E-Poeten verfasst werden, also von künstlichen Intelligenzen, die die marktkonformste Zusammenstellung von Wörtern ausrechnen?“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 65)

Wir berichteten vor Kurzem von AICAN, der ersten KI, die eigenständig Gemälde erstellt und diese für bis zu 18.000 US-Dollar verkauft. So weit hergeholt ist die Idee hinter Kalliope 7.3 also nicht. Denn auch aus der Welt der Literatur gibt es inzwischen schon einige KIs, die ihre Fähigkeiten als „E-Poeten“ unter Beweis stellen wollen. Der Autohersteller Lexus ließ sich vor Kurzem zum Beispiel das Drehbuch für seinen Werbespot von einer künstlichen Intelligenz schreiben. Auch die KI der Firma OpenAI versucht sich jetzt an kreativen Geschichten, und damit ist sie erfolgreicher, als die meisten anderen ihrer Art. Trotz all diesen Fortschritten stehen künstliche Intelligenzen, die kreativ sein sollen, aber noch vor einigen Herausforderungen, wie wir bereits einmal erörtert haben. Auf eine ausgeklügelte KI wie Kalliope 7.3 müssen wir also noch ein wenig warten. Diese leidet im Buch übrigens an einer Schreibblockade, übernimmt also sogar menschliche Fehler.

Autos übernehmen bei Unfällen

„Als sich Peter Arbeitsloser in einem autonomen Fahrzeug auf dem Weg nach Hause befindet, beginnt er eine Unterhaltung mit der KI des Autos. Diese teilt ihm mit, dass sie bei Autounfällen selbst die Kontrolle übernimmt und ausrechnet, welcher Ausgang des Unfalls den kleinstmöglichen Schaden verursachen würde. Daraus resultiert die KI: „Eine Maschine reagiert viel schneller und hat Zeit für genau diese komplexe Überlegung. Für uns beinhaltet fast jeder Unfall eine moralische Entscheidung.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 154)

Ja, auch in diese Richtung wird im Moment schon geforscht. In einem Experiment des nature-Wissenschafts-Magazines wurde getestet, wie sich autonome Autos im Falle eines Unfalls verhalten würden. Wie sie sich zum Beispiel entscheiden würden, wenn entweder die Insassen des eigenen Fahrzeuges sterben müssten, oder drei Rentner, die die Straße gerade überqueren. In dem Experiment versuchten die Wissenschaftler zu analysieren, welche Moralvorstellungen überhaupt in die KIs implementiert werden sollten. Sie fanden heraus, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen auch unterschiedliche Moralvorstellungen vertreten. Diese einer künstlichen Intelligenz beizubringen dürfte eine große Herausforderung der Zukunft sein.

Es ist erstaunlich zu sehen in welchem Tempo sich im Moment die Technik weiterentwickelt. Dabei kommen wir der Fiktion des Sci-Fis und fiktionalen Zukunftsszenarien aus allen Genres immer näher. Bei der Recherche wurde ich selbst ein wenig überrumpelt, wie viele Dinge aus dem Roman von Marc-Uwe Kling inzwischen schon in der Realität auffindbar sind. Dass die technische Revolution in der Zukunft unseren Alltag umkrempeln wird, dessen sind sich viele sicher. Bleibt zu hoffen, dass wird dafür, anders als die Charaktere in QualityLand, nicht unsere Demokratie und Freiheit aufgeben müssen.

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Die künstliche Intelligenz, die ein Künstler war

Was hat der kulturell versierte Geschäftsmann von heute in seiner Wohnung hängen? Natürlich ein Bild, erschaffen von einer künstlichen Intelligenz. Einer Maschine also, die mit großer Wahrscheinlichkeit selbst nicht so ganz versteht, was sie dort erschaffen hat. Dass Menschen mit Maschinen zusammenarbeiten um Kunst zu erschaffen ist nichts Neues. Auch, dass bei dem kreativen Prozess künstliche Intelligenzen eingesetzt werden, gab es schon vorher. Doch mit der KI AICAN steht uns mit einem Mal eine Maschine entgegen, die ihre Kunstwerke ganz alleine fabriziert.

AICAN mischt die Kunstszene auf

Bereits 2017 hat die künstliche Intelligenz AICAN ihre erste eigene Kunstgalerie in Los Angeles und später auch in Frankfurt präsentiert. Aber nun mal ganz langsam: Wie kam es überhaupt dazu? AICAN wurde im Art and Artificial Intelligence Laboratory erschaffen, von Dr. Ahmed Elgammal. Die künstliche Intelligenz wurde hier mit fünf Jahrhunderten an westlicher Kunst gefüttert und sollte schließlich ihre eigenen Bilder erstellen. Besonders faszinierend war dabei, dass AICAN von selbst erkannte, in welcher chronologischen Reihenfolge die Bilder, die ihm zugeführt wurden, erstellt wurden. So wusste die KI von selbst, dass zum Beispiel die Epoche der Renaissance lange vor der des Impressionismus stattfand.

Was nun die Bilder der künstlichen Intelligenz angeht, so variieren diese in ihrem Stil stark. Für besonderes Aufsehen sorgte nun die New Yorker Contemporary-Art Ausstellung mit dem Titel „Faceless Portraits Transcending Time“, in der AICAN Porträt-Bilder erstellte, die für 3000 bis 18000 US-Dollar verkauft wurden. Die „Menschen“ auf den Bildern sind dabei eher schemenhaft dargestellt, und gehen sehr ins Abstrakte. Ebenfalls sehr interessant ist, dass laut einer Umfrage, durchgeführt von der Conrell University, 75 Prozent der Befragten glaubten, die Bilder von AICAN seien von Menschen gemalt worden.

Die Kunstwelt ist gespalten

Der Einsatz einer solchen KI wirft natürlich viele Fragen in der Kunst-Szene auf. Werden wir irgendwann nur noch die Kunst von künstlichen Intelligenzen betrachten und konsumieren? Müssen wir AICAN vielleicht sogar eine Art „Persönlichkeit“ zusprechen, wenn er/sie/es sich in Kunst ausdrücken kann? Ist AICAN ein vollwertiger Künstler? Es ist zugegebenermaßen interessant zu sehen, welche Interpretationen in die Werke der KI gelegt werden und wie versucht wird, das, was AICAN tut, in Worte zu fassen.

Trotz der Tatsache, dass AICAN mit 500 Jahren Kunstgeschichte gefüttert wurde, erstellt die KI zunehmend abstrakte Bilder. Und das aus dem einfachen Grund, dass AICAN weiß, dass diese Art der Kunst gerade am meisten Anklang in der Welt findet. Die KI hat schließlich nicht 80.000 Bilder umsonst analysiert. AICAN ist also in gewisser Weise auf das ausgerichtet, was wir Menschen gerade interessant finden. Selbst der Erschaffer der KI sagt jedoch, dass er keine Kontrolle über das hat, was AICAN am Ende präsentiert. Die KI ist also wirklich die erste Maschine, die vollkommen autonom kreative Werke erstellt. Aber am besten sollte AICANs Kunst für sich selbst sprechen:

Die Zukunft der kunsterschaffenen KIs

Allerdings sollte man relativieren, wie viel Relevanz tatsächlich hinter AICAN steckt. Natürlich ist es erst einmal etwas total Neues, dass eine KI selbstständig Kunstwerke erschafft. Aber es gibt eben doch noch etwas, was auch dieses fortgeschrittene Programm von einem „richtigen“ Künstler unterscheidet. Echte Menschen sind inspiriert von den Orten, den Menschen und dem sozialen Kontext, in dem sie sich selbst bewegen. Sie interpretieren ihre eigene Außenwelt und verarbeiten sie in Kunst. Das kann AICAN nicht leisten, da die KI ausschließlich in ihrer eigenen Datenwelt existiert.

Dabei ist das Programm von Dr. Elgammal noch für ganz andere Dinge bestimmt. Denn mithilfe dieser KI könnte es in Zukunft möglich sein, Trends in der Kunstszene vorherzusagen. Oder Kunstwerke zu bewerten und einen möglichen Preis zu ermitteln. Letztendlich ist der Handel mit Kunst für viele zu einer guten Einnahmequelle geworden. AICAN könnte potenziellen Kunsthändlern helfen, geeignete Stücke für ihre Sammlung auszuwählen.

Die Entwicklungen rund um künstliche Intelligenzen in der Kunstwelt sind vor allem eines: Unglaublich spannend. Denn noch nie zuvor hat es einen anderen „Creator“, quasi einen „Erschaffer“ gegeben, der nicht menschlich, ja nicht einmal tierisch, sondern künstlich ist. Und der direkt mit den Menschen durch Kunst kommuniziert. Auch, wenn sich AICAN natürlich nicht seiner selbst, oder einer möglichen Bedeutung seiner Kunstwerke bewusst ist. Viele Experten gehen davon aus, dass KIs  in Zukunft eher ein weiteres Werkzeug für Künstler sein werden. Wie ein Fotograf, der heute mit automatischer Bildverbesserung arbeitet. Wie es im Moment aussieht wird der Hype um künstliche Intelligenzen in der Kunst jedoch irgendwann wieder abflauen und die Kunstwelt sich dann wieder in eine andere Richtung weiterentwickeln.


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Netzpiloten @Rise of AI

Egal ob Autonomes Fahren, Smart Home oder Journalismus – Künstliche Intelligenz wird immer mehr zu einer der beherrschenden Kräfte unseres Lebens. Seit fünf Jahren findet zu diesem Thema nun schon die Rise of AI-Konferenz statt. Am 15. und 16. Mai werden in Berlin wieder rund 800 Teilnehmer, 100 KI-Unternehmen, sowie 60 Speaker erwartet. Die Netzpiloten sind wieder als Medienpartner mit dabei, wenn sich zwei Tage lang alles um die Maschinenintelligenz dreht.

Welche Speaker werden da sein?

Die Eröffnungskeynote zum aktuellen Stand der künstlicher Intelligenz hält Fabian Westerheide von Asgard. Zu den mehr als 60 Speakern zählt auch Telekom CCO Manuela Mackert, die über den ethischen Rahmen für KI referiert. Einblicke aus dem Bundestag zur deutschen KI-Strategie gibt es von Andreas Steier (CDU). Prof. Dr. Moritz Helmstaedter stellt künstliche und natürliche Intelligenz gegenüber. Kann das Gehirn uns besseres Machine Learning beibringen? Und schließlich erklärt uns  Aleksandar Stojanovic wie er mit Deep Data die Welt sicherer machen will.

Welche Themen erwarten euch?

Auf vier Bühnen erwartet euch ein starkes Programm mit diesen Schwerpunkten:

  • Was ist KI und wie bringen wir ihr Moral und Ethik bei?
  • Sollten Regierungen Maschinenintelligenz regulieren?
  • Welchen Einfluss übt sie auf die Gesellschaft und unser Leben aus?
  • Wie schaut das Zusammenleben von Mensch und Maschine auf lange Sicht aus?
  • Finanzen, Versicherung und Banking
  • Fahrzeuge, Logistik und Fabrikation
  • Marketing, Verkauf und Telekommunikation

Und sonst noch?

Die AI World Exhibition, der Ausstellungs-Teil der Rise of AI, lädt zum Netzwerken ein. Mit der Networking App könnt ihr euch an einem der speziellen Meeting-Points treffen. Mehr als 20 Unternehmen warten auf euren Besuch an ihren Ständen. Wer die Rise of AI besuchen möchte, sollte sich schnell ein Ticket sichern. In den vergangenen Jahren waren die Tickets schnell ausverkauft. Ein begrenztes Kontingent vergünstigter Tickets gibt es für Studenten und Wissenschaftler. Wir wünschen euch viel Spaß!

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Super Social Media Week Hamburg!

Vergangene Woche fand die Social Media Week in Hamburg statt. Prunkstück der Social Media Week war die dreitägige Fachmesse in Hamburg Altona. Bereits vor Konferenzstart waren die Free- und Standard-Tickets vergriffen und der Veranstalter zieht mit rund 3.000 Teilnehmern ein erneut durchweg positives Fazit. Auch wir haben die Konferenz an allen drei Tagen besucht und können schon einmal so viel verraten: Es war großartig!

Drei sehr unterschiedliche Hubs

Die Konferenz der Social Media Week fand auf drei Hubs verteilt statt, die auf gerader Linie und dicht beieinander lagen. Die University of Applied Science Europe war direkt am Ausgang des Bahnhofes zu finden. Hier fand das Programm des Premium Passes, die Workshops und Masterclasses statt. Auch gab es eine Lounge für Premium Pass-Besitzer, die sich hier stärken oder an ihrem Laptop arbeiten konnten.

Das Altonaer Museum bot allen Ticket-Besitzern ein buntes Programm auf zwei Bühnen, sowie eine kleine Interactive Area mit Ständen der SMWHH-Partnern. Auch konnte man sich hier etwas ausruhen oder networken. Die Interactive Area bot zugegeben nicht wirklich viel um dort länger zu verweilen. Dafür war der Galionsfigurensaal der absolute Hingucker der Social Media Week.

Das Altonaer Theater erweiterte die Konferenz erstmals als dritter Hub und bot zusätzlich eine sehr große Bühne für Keynotes, Panels und andere Vortragsformate.

Ein spannendes „Standard“-Programm

Auch wenn ich stolzer Besitzer eines Premium-Tickets war, stand für mich am Mittwoch „nur“ das Standardprogramm an. Den Anfang machte ein Beitrag über den Kampf gegen die German Angst, der Angst der Deutschen vor Veränderung – in diesem Falle, technologischem Wandel. Eine sehr spannende Keynote, die leider relativ spärlich besucht war. Vielleicht lag es aber auch am ersten Veranstaltungstag und der frühen Uhrzeit.

Nach dem Mittag stand für mich dann E-Sports an. Erfolgsfaktoren und Best Practise für Brand-Engagement waren Thema des Panels. Für mich interessant war, das zur Gesprächsrunde auch Marketing-Experten von Wüstenrot und Warsteiner gehörten, zweier eigentlich sehr klassischer Unternehmen. Da merkt man erst, wie stark das E-Sport-Thema tatsächlich in der Breite angekommen ist. Das Panel fand im Galionsfigurensaal des Hamburger Museums statt, der für mich ein Highlight war. Der Saal war fast immer gut gefüllt und die Themen vielfältig. Außerdem war er – mit den Galionsfiguren an der Längsseite, lila beleuchtet in Szene gesetzt – ein absoluter Hingucker.

In beiden Locations gab es übrigens auch eine Social Media Wall. Mit etwas Glück konnte man dort sogar den ein oder anderen eigenen Tweet finden. Allgemein war im Social Media, entsprechend der Thematik, eine Menge los und auch in den Panels, Keynotes, Masterclasses und Workshops waren mehr Smartphones als Notizbücher zu finden, immer mal wieder eines nach oben gereckt, um ein Foto zur eigenen Dokumentation oder für Twitter und Co zu schießen.

In die Tiefe mit dem Premium Pass

Am Donnerstag ging es dann so richtig los. Gleich drei Angebote des Premium Passes standen für mich an und machten die Universität an diesem Tag zu meinem Arbeitsplatz. Hier war deutlich mehr Zeit, um in die Tiefe zu gehen. Während die Vorträge auf den großen Bühnen meist um die 45 Minuten gingen, waren die Slots der Workshops und Masterclasses doppelt so lang. Auch die Räume waren deutlich kleiner und damit der Austausch etwas direkter.

Die Themen waren bunt gemischt. Der Schlaumacher erklärte in seinem Workshop, warum YouTube für Unternehmen interessant ist und wie der Suchalgorithmus funktioniert. Im nächsten Workshop lernte ich einiges über Artificial Storytelling, also KI-Technologie in Journalismus und Marketing. Wichtige Erkenntnis: KI wird uns Redakteure weniger ersetzen, als uns viel mehr zu unterstützen. Den Abschluss meines zweiten Tages bildete ein Beitrag über das Nutzen der Reichweite von Influencern für die eigenen Inhalte.

Durch die ganzen Workshops und Masterclasses konnte ich leider nicht zur Podiumsdiskussion zum Thema New Work, bei der auch unser Editor-at-Large Tobias Kremkau auf der Bühne war. Zum Glück hat er aber einen Artikel über seine Eindrücke geschrieben, bei der auch die Aufzeichnung eingebettet ist.

Am nächsten Tag ging es nochmals in die Universität für eine Gesprächsrunde über konstruktiven Journalismus. Es entstand eine kritische Diskussion über die Auswirkung der vorherrschenden Negativ-Berichterstattung und wie man damit brechen kann. 

Gespannt aufs nächste Jahr

Für mich war die Social Media Week ein kleines Abenteuer, da ich beruflich erst seit kurzem in der Medienwelt unterwegs bin. Hier merkte ich aber, was für ein breites Wissen ich mir bereits als YouTuber angeeignet habe, da ich bei vielen Programmpunkten einen eher überschaubaren Erfahrungsgewinn hatte. Trotzdem gab es natürlich zahlreiche Impulse und auch Anregung für künftige Artikel. Auch die gesamte Atmosphäre und die rege Social Media-Aktivität haben mich richtig begeistert. Überrascht war ich, dass der in den sozialen Medien so heiß diskutierte Uploadfilter, hier nicht ein einziges Mal Erwähnung fand.  

Schon jetzt bin ich auf die nächste Social Media Week gespannt. Dann bin ich weniger grün hinter den Ohren und kann auch Vergleiche zur vorigen Veranstaltung ziehen. Die Veranstalter wollen bis dahin weiter die Strukturen ausbauen. Wie wichtig die Social Media Week für den Digitalstandort Hamburg ist, erkennt auch Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Mit der Social Media Week Hamburg hat unsere Stadt einen festen Platz im globalen Netzwerk der Digital- und Kreativwirtschaft“, äußerte sich dieser zur Konferenz.


Image by Malte Klauk: Die CARL GROUP im Expertengespräch mit Natascha Ochsenknecht, Jonas Kölln, Flemming Pinck und Sönke Nieswand. 

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Die Künstliche Intelligenz scheitert an der Sprache

Von allen Seiten des Internets sieht man gefühlt nur Artikel, die uns davor warnen, wie gefährlich uns künstliche Intelligenz in der Zukunft werden kann. Es geht darum, dass Deep-Learning Techniken letztendlich dazu führen würden, dass Maschinen sich ohne unser Wissen selbst verbessern, bis wir nicht mal mehr verstehen, was genau sie dort lernen. Auch von einem großen Arbeitsplatzverlust, durch das Ersetzen aller möglichen Stellen mit intelligenten Systemen, ist die Rede. Man spricht von „Superintelligenzen“, die in den Augen einiger Autoren die Weltherschafft an sich reißen könnten. Doch sind viele dieser Ansätze realistisch? Sieht so wirklich unsere Zukunft aus? Ein gerade veröffentlichter Artikel der Website MIT Technology Review zeigt ein deutlich „gemildertes“ Bild der künstlichen Intelligenzen von heute. Eines, wo diese noch starke Probleme aufweisen, bei so vergleichsweisen simplen Aufgaben wie dem Interpretieren von Sprache.

Binär-Code ist nicht gleich humanistische Sprache

Die künstlichen Intelligenzen, die heute entwickelt werden, kommunizieren auf einem ganz anderen Level als wir. Wenn sie untereinander kommunizieren, tun sie das durch das Übertragen von Datensätze. Die Daten werden 1:1 von der anderen Maschine gelesen und ausgeführt. Wenn es jedoch darum geht mit dem Benutzer aus Fleisch und Blut zu kommunizieren, stehen die künstlichen Intelligenzen vor ganz anderen Herausforderungen. Das Online-Magazine MIT Technology Review hat nun ein wenig gefiltert, woran es im Moment noch bei den künstlichen Intelligenzen harkt.

Künstliche Intelligenzen wissen nicht, was sie tun

Und das ist wohl das größte Problem. Viele sprach-basierte KIs sind darauf programmiert, aus ihnen zugeführten Texten zu analysieren, welche Wörter wie oft, in welchem Kontext, verwendet werden. Daraus ziehen sie einfach Schlüsse und versuchen dann, die Sprachwiedergabe nachzuahmen. Aber dabei verstehen sie selbst den Sinn hinter ihren eigenen Sätzen nicht und bemerken somit auch offensichtliche Fehler nicht. Was dabei rauskommen kann, sieht man an dem Beispiel, als eine KI versuchte, eigenständig ein Harry Potter-Buch zu schreiben.

Aber es gibt schon Beispiele wo KIs erfolgreich mit Menschen interagieren! Wie zum Beispiel bei Alexa. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass sie einzig darauf programmiert ist, aus gesprochenen Sätzen die Eckpfeiler „was, wann, wo und wer“ herauszufiltern. Wenn sie in ihrem System diese Fragen beantworten kann, gibt sie eine Antwort, die Sinn macht. Ihr Vorteil ist also, dass sie Sätze in Bausteine zerlegen und diese separat analysieren kann. Nuancen kann sie jedoch bis heute noch nicht erkennen und kreatives Schreiben ginge erst recht nicht.

Die Nuancen der Semantik

Dann gibt es in der menschlichen Kommunikation aber auch noch die sogenannte Model-theoretische Semantik. Diese ist für das Übermitteln einfacher Informationen von Mensch zu Mensch verantwortlich. Künstliche Intelligenzen, die dieses Wissen wiedergeben sollen, sind basierend auf der Annahme programmiert, dass alles menschliche Wissen einfach in einen Code umgeschrieben und den KIs gefüttert werden kann. Allerdings verhalten sich künstliche Intelligenzen hier wie ein Kleinkind: Man muss ihnen buchstäblich alles eigenhändig beibringen. Der Artikel des MIT Technology Review führt hier einen sehr guten Vergleich an. Wenn man einer KI beibringt: Adler sind Vögel, Vögel können fliegen, also können Adler fliegen, wird das spätestens bei den Pinguinen wieder zu einem Problem. Die sind schließlich auch Vögel, sie können aber nicht fliegen. Unterm Strich: Es gibt zu viele Ausnahmen in der Welt, als dass man einer KI alle Nuancen beibringen könnte.

Und schließlich für die Hobby-Psychologen hier noch ein Extra: Sprache ist auch immer sehr stark abhängig vom jeweiligen Kontext. Selbst wenn wir nur im Englischen bleiben würden, und somit zunächst die Bedeutung verschiedener Wörter/Betonungen in anderen Sprachen außer Acht lassen würden, ist Sprache ein sich ständig veränderndes Feld. Sie wird von jedem Individuum, selbst innerhalb einer Kultur, unterschiedlich verstanden und benutzt. Sprache ist immer auch ein Ergebnis unsere eigenen Erfahrungen, unseres eigenen sozialen Umfelds und letztlich auch unserer individuellen Prägung. Und gerade in der kreativen Literatur wird sie oft aus dem Kontext genommen, abgewandelt und umgeändert, damit etwas Neues und eben Kreatives dabei entsteht.

OpenAI versucht sich am kreativen Schreiben

Bis die Maschinen sich den Menschen soweit annähern, dass sie alle diese Nuancen und Bedeutungen verstehen, sodass von künstlicher Intelligenz geschriebene Manuskripte Sinn ergeben, wird es also wohl noch dauern.

Ursprung für den Artikel von MIT Technology Review war der Durchbruch der Firma OpenAI, die eine KI erschaffen hat, die fast perfekte Texte verfassen kann. Aber eben nur fast. In diesem Test hat ein Mensch die „Rahmenhandlung“ erfunden, Wissenschaftler hätten Einhörner entdeckt. Daraufhin sollte die KI die Geschichte weiterspinnen. Was sie daraus gemacht hat, ist zumindest unterhaltsam.


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Netzpiloten @KI Summit

Der KI Summit Handelsblatt ist der führende und visionäre Treffpunkt für die Realisierung von KI in Unternehmen. Am 21. und 22. März findet er zum 2. Mal in München statt. Wir Netzpiloten sind als Medienpartner mit dabei und sind gespannt darauf, wie die Unternehmen den digitalen Umbruch mithilfe der KI-Technologie bewältigen.  Zu den zahlreichen internationalen Rednern gehört unter anderem Wanli Min, Vice President des chinesischen IT-Giganten Alibaba Cloud. Er wird über den Zusammenhang von KI und Cloud Computing reden. Wir freuen uns drauf!

Welche Speaker werden da sein?

Weitere Vortragende sind unter anderen Sebastian Matthes, der Head of Digital beim Handelsblatt. Er wird zusammen mit Prof. Dr. Johann Füller von der Universität Innsbruck, die Eröffnungsrede halten. Spannend wird es außerdem mit Prof. Sabina Jeschke, Vorstand Digitalisierung und Technik bei der Deutschen Bahn. Ihr Fokus liegt auf digitaler Mobilität und welche Rolle KI im Bahnnetzwerk spielen kann. Ihr Thema lautet „KI revolutioniert die Mobilität“. Weitere Impulse zu dem Thema KI wird Monica Epple liefern. Sie ist Head of Digital & Smart Analytics EMEA, bei Swiss Re Management und wird über das Thema „So entfesseln Sie das Potenzial von datengetriebenen Lösungen“ referieren. Sie gibt ebenfalls einen Einblick in KI gesteuerte Versicherungsformen und dem daraus erwachsenen Mehrwert für den Kunden.

Welche Themen und Formate erwarten dich?

  • Future Lounge
  • Business Matching
  • Umfangreiche PR- und Kommunikationsleistungen
  • Networking
  • Partnerangebote
  • Best Practices und Bench Marks

Und sonst noch?

Die zweitägige Veranstaltung bietet eine Menge Input mit vielseitigen Gästen und Themen, die spannende Beiträge und Diskussionen versprechen. Es besteht die Möglichkeit eine Expertise zu einem Thema im Handelsblatt Journal zu präsentieren, um die Reichweite seines Unternehmens zu vergrößern. Die nötigen Informationen darüber findet ihr hier. Für Startups besteht außerdem die einmalige Gelegenheit vergünstigte Tickets zu erwerben. Ganz nach unserem Geschmack Preise und Konditionen findet ihr hier.

 

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Wenn Künstliche Intelligenz den nächsten Bestseller ausfindig macht

Wer als Autor unterwegs ist, der weiß mit Sicherheit, wie schwer es ist, einen Verlag für den eigenen Roman zu finden. Ist die letzte Zeile niedergeschrieben und alles überarbeitet, fehlt nur noch das Exposé. Im Anschluss reicht man das Manuskript entweder bei Verlagen oder aber an Literaturagenturen ein. Umso trauriger ist es, wenn die Absagen nach und nach eintrudeln und die Herzensgeschichte kein neues Zuhause findet. Bei der Vielzahl an unverlangt eingesandten Manuskripten ist es allerdings kein Wunder. Verlage bekommen täglich unzählige Exemplare auf den Schreibtisch. Aus diesem Grund wird nun einmal viel ausselektiert und teilweise ungelesen wieder zurückgeschickt.

Über dieses Problem hat sich ein Hamburger Startup ganz besonders Gedanken gemacht.

Bestseller-Potenzial: QualiFiction weiß wie es geht

QualiFiction nennt sich das Hamburger Startup, mit dessen Software Manuskripte auf Bestseller-Potenzial geprüft werden können. Bei der Vielzahl an eingesandten Manuskripten geht zu viel unter und mit diesem Analyse-Tool könnte das Problem vielleicht schon in naher Zukunft kein Thema mehr sein. Hierfür sorgt unter anderem die Option Bestseller-DNA. Sie basiert komplett auf der Grundlage von Künstlicher Intelligenz. So zeigen sich schon im Vorfeld die Erfolgsaussichten für den Roman. Zusätzlich zeigt das Tool auf, mit wie vielen Auflagen vom Manuskript nach der Veröffentlichung zu rechnen ist.

Aber wie kann ein Algorithmus eigentlich darüber entscheiden, ob ein Buch wirklich Potenzial hat oder nicht? Hier kommt Machine Learning zum Einsatz. Die Software wird mit tausenden Bestsellern ausgestattet, die bereits erschienen sind. Um nun ebendieses Potenzial in neuen Manuskripten zu entdecken, schaut die KI hier nach bestimmten Mustern, die einen Erfolg ausmachen sollen.

Mit LiSA zum neuen Bestseller?

Wenn es um die Thematik bei Manuskipten geht, kann außerdem LiSA helfen. Das Startup hat hier ein Tool entwickelt, um den Stil der Texte zu analysieren und darauf zu achten, um welches Thema es sich handelt. Steht das Thema Freundschaft oder Liebe im Fokus oder doch eher Verbrechen? Dabei klärt LiSA Fragen, die einen Ausblick darauf geben, ob es sich um einen Spannungsroman oder um eine leichte Lektüre handelt. Auch das Ende wird genau gesichtet. Das Analysetool stellt fest, um was für ein Ende es sich handelt. Erwartet den Leser ein Happy-End oder eher doch nicht?

Was vor allem verblüfft, ist die Schnelligkeit mit der das Tool arbeitet. Das Auswerten der Manuskripte dauert dabei gerade einmal 30 Sekunden.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich diese Innovation in der Verlangsbranche durchsetzt. Wer weiß wann wir in Zukunft einen Bestseller in der Hand halten, der exklusiv von einer Künstlichen Intelligenz ausgesucht wurde. Wir finden das Thema ganz besonders spannend und behalten es auf jeden Fall im Blick!


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5 Best Cases für innovatives KI-Storytelling

Im privaten Umfeld gewöhnen wir uns bereits nach und nach an die digitale Media-Intelligenz von Sprachassistenten wie Alexa, Siri und Google Assistant. Es stehen weltweit aber schon viele weitere smarte Medienanwendungen bereit, die über kurz oder lang in unserem persönlichen Medienkonsum eine Rolle spielen können. Die künstliche Intelligenz nimmt Einfluss aufs Geschichtenerzählen. In einem Best Cases Report der Medieninitative nextMedia.Hamburg in Kooperation mit dem InnoLab der Hamburg Media School werden zehn spannende Beispiele zum Thema Artificial Storytelling porträtiert. Hier sind die ersten fünf davon:

1. Sheldon County – Ein individueller Podcast

Podcasts erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. PhD-Student James Ryan hat die Vision, individuelle Podcasts für jeden Hörer zu erstellen. „Sheldon County“ heißt sein KI-basierter Podcast, der nach dem KI-Pionier Sheldon Klein benannt ist. Auf Grundlage einer beliebigen Zahl wird ein eigener exklusiver Podcast im Universum von Sheldon County generiert.

Handlungsstränge, Personen, Charakterzüge und Beziehungen werden aus einer Datenbank zu einer Geschichte zusammengefügt. Anschließend liest ein Sprachsynthesizer den Text und speichert ihn als Podcast. 2019 soll Sheldon County als Betaversion erscheinen. Bis dahin gibt es aber bereits die ersten Folgen auf Soundcloud zu hören.

2. KI-Autoren schreiben Bücher

Nicht nur Podcasts, auch ganze Bücher möchte man mit Hilfe von Artificial Storytelling erschaffen. Zack Thoutt, begeisterter Game of Thrones-Anhänger, konnte das lange Warten auf den nächsten Band nicht mehr aushalten. Er fütterte ein rekurrentes, neuronales Netz mit den bereits erschienenen fünf Bänden. Entstanden sind fünf Kapitel, die zwar nicht gerade ein Meisterwerk sind, aber durchaus zeigen in welche Richtung es gehen kann.

Der Japaner Hitoshi Matsubara trat mit seinem von einer KI erschaffenen Werk „The Day a Computer writes a Novel“ an einem Wettbewerb an. Er kam damit sogar in die zweite Runde des „Nikkei Hoshi Shinichi Literary Award“.

3. Fußball als 3D-Hologramm

Konstantinos Rematas und seine Kollegen von der University of Washington sehen die Zukunft des Fußballs in 3D-Hologrammen. Das 3D Hologramm entsteht dank AR-Technologie direkt auf dem Tisch. Als Grundlage dienten 12.000 Spielermodelle aus dem Computerspiel FIFA von EA Sports.

In Zukunft wollen sie die Technologie aber so weit ausbauen, dass auch Live-Spiele als Augmented Reality-Erlebnis Wirklichkeit werden. 3D-Hologramme funktioniert so derzeit aber nur in Verbindung mit der HoloLens von Microsoft.

4. ANGELINA – Neue Möglichkeiten im Game-Design

Künstliche Intelligenzen werden in der Spieleentwicklung eher für kleine Aufgaben genutzt. Die KI ANGELINA (Akronym für „A Novel Game-Evolving Labrat I’ve Named Angelina“) entwickelt hingegen komplette Spiele samt Spielregeln und Umgebungen.

Die Spiele gestaltet Angelina beispielsweise auf Basis von Fotos. Charaktere orientieren sich an News von Webseiten oder Social Media-Plattformen. KIs wie Angelina sollen laut Entwickler Michael Cook trotzdem eher eine unterstützende Rolle in der Programmierung einnehmen, anstatt den Menschen zu ersetzen.

5. Dreamwriter – Journalismus aus der Dose

Tencent heißt der chinesische Social Media-Riese, die mittlerweile genau so umsatzstark ist wie Facebook. Deren AI Dreamwriter ist in der Lage, selbstständig journalistische Texte zu schreiben. Die Rede von Zach Seward, Executive Editor bei Quartz wurde bei der Media Summit 2017 bereits aufbereitet und veröffentlicht, bevor Seward die Bühne verlassen hatte.

Neugierig auf fünf weitere zukunftsweisende Anwendungen?

Die kompletten 10 Cases stehen bei nextMedia.Hamburg zum kostenlosen Download bereit!

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Medieninitative nextMedia.Hamburg und dem InnoLab der Hamburg Media School.


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KI erfindet Parfums – Wird die menschliche Nase ersetzt?

KI gestützte Parfums

Zukünftig ist keine Nase mehr erforderlich, um das passende Parfum zu erstellen. IBM und Symrise führen jetzt KI-gestützte Parfums ein. Bis vor kurzem war es für viele noch unvorstellbar, dass eine Künstliche Intelligenz einem das perfekt passende Parfum kreiert. Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis die KI auch in der Duftstoffindustrie ihren Platz einnimmt. Doch wie genau erkennt die KI den individuell passenden Duft?

Die Griechische Göttin und die Duftformeln

Das US-amerikanisches IT- und Beratungsunternehmen IBM entwickelte eine KI namens Philyra, die nach der griechischen Göttin des Duftes benannt ist. Zusammen entwickeln sie Parfums für Symrise. Symrise ist ein globaler Hersteller von Aromen und Duftstoffen. Symrise stellt IBM eine Datenbank von über 1,7 Millionen Duftformeln zur Verfügung. Anhand dieser Duftformeln errechnet die KI dann mit anderen Datensätzen über die Persönlichkeit den passenden Duft. Der Algorithmus enthält Informationen über das Alter, Standort und über die Präferenzen der Kunden. IBM versucht dann herauszufinden, welche Parfums bei welcher Zielgruppe beliebt sind.

Die KI kann auch kreativ sein

Die KI führt nicht einfach nur immer wieder dieselbe Arbeit aus, sondern wird auch kreativ. Sie führt neue Formeln ein und experimentiert, um neue Duftnoten zu entwickeln. So generierte die Parfum-KI eine Formel, die veraltete Materialien entfernt und Dosierungen beliebter Duftstoffe erhöht. So entstehen ganz andere und neue Duftkombinationen. Für den brasilianischen Kosmetikhändler O Boticário erstellte die KI zwei völlig neuartige Düfte.

Ersetzt die KI die menschliche Nase?

In vielen Bereichen werden wir Menschen ja bereits von künstlichen Intelligenzen ersetzt. Trifft es in Zukunft auch die Menschen im Bereich der Duftstoffindustrie? David Apel ist Symrise Parfümeur und sagt, dass er sich nicht vorstellen kann, dass die menschliche Nase komplett von „Philyra“ ersetzt wird. Das maschinelle Lernen senkt hauptsächlich die Kosten für die Parfumherstellung und beschleunigt den kreativen Schaffensprozess. Die von der KI erstellten Parfums erhalten zum Schluss noch den letzten Schliff von einem Meisterparfümeur. Der Mensch bleibt also auch in der Herstellung von Parfums ein wichtiger Bestandteil. Viele sehen den Akt der Duftkreation als Kunst an und sind demnach noch eher skeptisch, was die Parfumherstellung mit einer KI betrifft. Es wird sich also zeigen, wie sich die Parfum-KI in Zukunft durchsetzen kann.


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Facebook launcht 3D-Fotofunktion

Facebook 3D-Fotofunktion

Nun kommt auch die Virtuelle Realität in die sozialen Netzwerke. Facebook launcht seine 3D-Fotofunktionen und bietet seinen Nutzern jetzt noch mehr attraktive Inhalte. Bereits im Mai kündigte Facebook diese Funktion an und nun könnt ihr euren Bildern ganz leicht einen dreidimensionalen Effekt verleihen. Ein Algorithmus fügt mit speziellen Berechnungen fehlende Informationen hinzu, die aus euren Fotos eine Art Wackelbild mit 3D-Effekt machen.

KI identifiziert und erstellt Tiefenebenen

Zur Erstellung der 3D-Fotos verwendet Facebook einen Algorithmus, der die Entfernung zwischen den Bildbestandteilen ermittelt. Um ein 3D-Bild erstellen zu können, funktioniert die Technik am besten mit einer Smartphonekamera, die mit zwei Objektiven ausgestattet ist. Laut Facebook funktioniert das mit den iPhone-Modellen 7+, 8+, X oder XS. Eine Künstliche Intelligenz identifiziert die verschiedenen Tiefenebenen bei einem 3D-Foto und wandelt diese um. So erzeugt die Technik auf euren Bildern einen Eindruck von Tiefe.

Um ein dreidimensionales Foto bei Facebook erstellen zu können, wählt ihr über die Auswahl beim Posten eines neuen Beitrages die 3D-Funktion aus. Ihr könnt euer 3D-Foto, wie jedes andere, im Newsfeed teilen. Wenn ihr durch euren Newsfeed scrollt, seht ihr die automatisch animierten Fotos. Das Foto wird zudem auch vertikal animiert, wenn ihr das Smartphone nach links oder rechts bewegt. Auch mit VR-Headsets sollen die 3D-Fotos zu betrachten sein.

Tipps, um die besten 3D-Fotos zu erstellen

Facebook erstellt ein optimales Bild, wenn ihr einen Abstand von circa einem Meter zu eurem Foto-Objekt habt. Facebook hat zudem in einem Blogbeitrag bekanntgeben, dass die Sichtebenen besser abgesetzt werden, wenn sich die Bildobjekte farblich deutlich voneinander unterscheiden. Noch mehr von dem 3D-Effekt bei euren Bildern habt ihr, wenn ihr darauf achtet, dass euer Motiv kontrastreiche Farben aufweist. Wenn ihr transparente Objekte vermeidet, wie zum Beispiel Glas oder durchsichtigen Kunststoff, wird euer 3D-Foto besonders gut.

Mit Android-Smartphones funktioniert die 3D-Fotofunktion leider noch nicht. Auch bei den Vorgängermodellen des iPhone 7+ gibt es noch Schwierigkeiten.


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Instagram will Mobbing mit Machine Learning entgegenwirken

Instagram

Instagram führt pünktlich zum Mental Health Day neue Funktionen gegen Mobbing ein. Auf Instagram findet man neben den zahlreichen schönen Fotos und vielen Komplimenten leider immer häufiger auch beleidigende Kommentare und Beiträge. Mobbing ist in den sozialen Netzwerken keine Seltenheit mehr und auch sehr komplex.

Nicht in jedem Fall kann Mobbing über Bild- und Stichworterkennung erkannt und gelöscht werden. Rund 96 Prozent der Jugendlichen  und Erwachsenen im Alter von 14-24 Jahren hatten bereits Erfahrungen mit Hasskommentaren im Internet. Ein sehr erschreckendes Ergebnis und deswegen möchte Instagram etwas dagegen unternehmen und für mehr Freundlichkeit auf der Plattform sorgen. Machine Learning soll Mobbing nun endgültig einen Strich durch die Rechnung machen.

Das Team trifft die Entscheidungen

Instagram Chef Adam Mosseri erläutert, dass künftig ein Verfahren basierend auf Machine Learning dabei helfen soll, die Hasspostings zu ermitteln. Die KI soll in Fotos und den Bildunterschriften Mobbing erkennen. Die betroffenen Beiträge werden automatisch an das Community-Operations-Team weitergeleitet. Das Team trifft dann die endgültige Entscheidung über eine Lösung. Wenn der Beitrag gegen die Richtlinien verstößt, wird dieser direkt gelöscht. Ist das der Fall erhält der Nutzer eine Nachricht mit entsprechender Begründung.

Machine Learning als logischer Schritt

Viele der Mobbing-Opfer würden ihre Beiträge selbst nicht melden. Auch Außenstehende beobachten zwar die Hasskommentare und sehen die Beiträge, aber melden diese nicht. Aus diesen Gründen ist die Ermittlung mit Machine Learning ein logischer Schritt, sagt Adam Mosseri. Bereits vergangenes Jahr hat Instagram einen Filter integriert, mit dem beleidigende Kommentare erkannt und gelöscht werden. Jetzt erweitert sich die Funktion und der Mechanismus weitet sich auf Bilder und Live-Videos aus. Unter den Kommentareinstellungen könnt ihr den Filter aktivieren.

Instagram Machine Learning
Kommentareinstellungen, Screenshot by Lina Schilling

Neuer Facefilter gegen Mobbing

Um noch mehr Positivität und Freundlichkeit auf der Plattform zu verteilen, hat Instagram einen passenden Facefilter veröffentlicht. Zusammen mit Maddie Ziegler hat Instagram den Filter entwickelt. Das Model setzt sich für mehr Freundlichkeit im Umgang miteinander ein und spricht sich gegen Mobbing aus. Um den Filter nutzen zu können, müsst ihr Maddie auf Instagram folgen (@maddieziegler). Nun werdet ihr sehen, dass Herzen den Bildschirm füllen. Zusätzlich könnt ihr eure Freunde taggen. Sobald sie dann die Kamera öffnen, erscheinen Komplimente in verschiedenen Sprachen auf seinem Display. Fraglich bleibt, ob diese Methode wirklich eine Lösung ist, um Mobbing auf der Plattform entgegenzuwirken.


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Google stellt neues Google Pixel 3 und Pixel 3 XL vor

Google hat zwei neue Top-Smartphones vorgestellt, mit denen das Unternehmen wieder ganz oben auf dem Markt mitmischen will. Die größten Neuerungen betreffen dabei den integrierten Google Assistant und die Kamera.

Im Design hat sich nicht allzu viel verändert. Mit einem 5.5“ Bildschirm beim Pixel 3 und einem 6.3“ Bildschirm beim Pixel 3 XL ist die dritte Generation des Google Pixel ein wenig größer als der Vorgänger. Ansonsten weist es das typisch moderne und schlanke Design vor, das man auch schon von den Vorgängermodellen kennt. Das Smartphone soll Staub- und Wasserresistent sein und hat einen speziellen Sicherheits-Chip integriert. Er heißt Titan M und soll die Datensicherheit des Handys unterstützen.

Große Neuerungen bei der Kamera

Google stellt mit seinem Pixel 3 und dem Pixel 3 XL ein Smartphone vor, das noch stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Benutzer eingestimmt sein soll.

Die Kamera soll mithilfe einer integrierten KI verbessert werden. Die neue Funktion „Super Res Zoom“ soll den Zoom verbessern und zudem gibt es nun „Night Sight“ in der Kamera. Dank dieser soll es endlich möglich sein, auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen, wie abends noch gute Bilder zu schießen. Mit dem „Group Selfie“ soll die Kamera noch einmal um 184 Prozent erweitert sein, sodass man auch Gruppen ohne Probleme auf ein Bild bekommt. Das Feature „Fotobooth“ erkennt automatisch, wenn man lächelt oder eine Grimasse schneidet und schießt anschließend von selbst ein Selfie. Damit muss man nicht mehr selbst den Auslöser betätigen und hat keine Hand mehr im Bild.

Die Kamera des Google Pixel 3 fokussiert nun auch automatisch beim Filmen. Wenn man zum Beispiel ein Haustier filmt, bleibt die Kamera immer auf diesem gerichtet. Auch wenn man sich bewegt. Gleichzeitig versucht die Kamera durchgängig das Bild zu stabilisieren. Zudem bietet Google seinen Kunden mit dem Google Pixel 3 unbegrenzten Speicherplatz für die Bilder. Diese sollen automatisch online bei Google Photos gespeichert werden.

Mehr Phone-Live-Balance

Wie auch schon Apple in seinem Update auf iOS 12 es getan hat, wird es nun auch auf dem neuen Google Pixel möglich sein einzustellen, wie lange man welche App benutzen möchte.

Außerdem kann man einsehen, wie lange man das Handy genutzt hat und man kann nun den „Wind Down“–Modus nutzen, um besser einschlafen zu können.

Ein weiteres tolles Feature ist die integrierte Google Lens. Unter Verwendung dieser soll man sofort durch die Kamera des Google Pixel 3 Texte aus seiner Umgebung übersetzt bekommen, oder ähnliche Kleidung finden wie die, die man vor sich sieht. Und zum Beispiel auch Pflanzen und Tiere kann die Kamera erkennen. Google Lens scannt die Umgebung und erkennt, wozu es mehr Informationen anzeigen kann.

Neue Funktionen beim Google Assistant

Doch Google denkt noch viel weiter mit seiner KI. Denn auf dem Google Pixel 3 sollen eingehende Spam-Anrufe zum Beispiel von Reisegesellschaften oder Verkäufern automatisch erkannt werden. Sobald eine Nummer anruft, die nicht eingespeichert ist, kann der Benutzer aus mehreren Optionen wählen. Er kann auch auswählen, den Google Assistant abheben zu lassen. Die KI nimmt den Anruf entgegen und teilt dem Gesprächspartner mit, dass er mit einer KI spricht und diese das Gesagte in schriftlicher Form dokumentiert und an den Besitzer des Handys weitergibt. Handelt es sich bei dem Anruf um Werbung, kann man dem Google Assistant gleich mitteilen, er soll dem Gesprächspartner sagen, diese Nummer in Zukunft nicht mehr zu wählen. Das knüpft direkt an die Technik an, mit der man ebenfalls Friseurtermine oder Arztbesuche bequem mit der KI abschließen können soll. Diese Funktion wird es zunächst allerdings nur in den USA geben.

Wie auch schon bei dem Google Pixel 2 wird der Akku innerhalb von 15 Minuten geladen und soll dann sieben Stunden halten.

Erhältlich ist das Google Pixel 3 für 799 Dollar (694,46 Euro) und das Google Pixel 3 XL für 899 Dollar (781,37 Euro) im Moment zum vorbestellen.

Hier lest ihr unseren Test zum Google Pixel.


Image by Google LLC

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Netzpiloten @Science & People

Angesichts der rasanten Entwicklung der digitalen Welten müssen wir unbedingt auch Schritt halten mit den gesellschaftlichen Fragen dieser Revolution. Am 6. November widmet sich im Rahmen der Berlin Science Week die Veranstaltung Science&People den schwierigen Fragen der Ethik, die selbstverständlich auch Technologien wie selbstfahrende Autos oder intelligente Kühlschränke betreffen. Wir Netzpiloten sind mit dabei, wenn über den Einfluß der Algorithmen debattiert wird.

Welche Speaker werden da sein?

Es diskutieren die Institutsleiterin des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme Ina Schieferdecker, die Professorin für Digitalisierung, Marketingcontrolling & Analytics an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Katharina Simbeck. Besonders freuen wir uns auf den langjährigen Netzpiloten-Bekannten und Gründer von Algorithm Watch Matthias Spielkamp.

Zentrale Fragen der Veranstaltung

  • Können Algorithmen objektive Entscheidungen treffen?
  • Werden unsere eigenen Entscheidungen zunehmend von Algorithmen gesteuert?
  • Unterdrücken uns Algorithmen?

Und sonst noch?

Wer mit dabei sein möchte, meldet sich hier an. Wir sehen uns in Berlin!

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Mit Adobe Acrobat DC PDF-Dateien jetzt auch auf dem Tablet editieren

Adobe Acrobat DC Tablet PDF editieren

PDF-Dateien sind das Rückgrat für den Austausch von Dokumenten und Adobe Acrobat das Standard-Programm dafür. Und zwar nicht nur am Laptop und Schreibtisch-Rechner, sondern immer öfter auch unterwegs an Smartphone und Tablet. Aus diesem Grund hat Adobe sein Abo-Paket Adobe Acrobat DC stark überarbeitet und um wichtige Funktionen für mobiles Arbeiten im Team ergänzt. Dazu zählen mobiles Einfügen von Text und Fotos am Tablet, was bisher nur am Desktop ging. Außerdem können Anwender den Versand und Verbleib von Projektdateien leichter nachvollziehen und für eine Freigabe unterschreiben lassen.

Dokumente leichter unterwegs bearbeiten

Dokumente werden zwar häufig als PDF verschickt, damit sie sich gerade nicht nachträglich verändern lassen. Aber manchmal möchte man als Autor oder Projektbeteiligter selbst doch noch etwas einfügen. In der Desktop-Variante von Adobe Acrobat DC ist das schon immer möglich gewesen. In der mobilen Version für iOS und Android hingegen ließen sich PDF-Dateien bisher nur mit Anmerkungen versehen. Ab sofort können Anwender jedoch die Text- und Bildelemente eines PDFs auch bearbeiten, zumindest auf einem Tablet. Einen Satz zu ergänzen oder ein Foto auszutauschen, geht dadurch auch unterwegs deutlich leichter und schneller als das Ursprungsdokument anzufassen.

Außerdem lassen Formulare sich in Acrobat Reader mit der Unterstützung von Adobes KI-Verfahren namens Adobe Sensei leichter ausfüllen. Sensei erkennt Formularfelder und unterbreitet Text- und Zeichenvorschläge, sodass Anwender die Dokumente schneller mit Inhalt befüllen und unterschreiben können.

Wer die Scannen-Funktion in der mobilen Acrobat-App aktiviert, wird seit längerem automatisch zur eigenständigen Anwendung Adobe Scan weitergeleitet, um ein Dokument zu digitalisieren und in der Document Cloud von Adobe zu speichern. Nun ist Adobe Scan auch in der Lage, Visitenkarten als solche zu erkennen und in digitale Kontaktdaten zu verwandeln. Dabei können Visitenkarten neben Deutsch auch in Englisch, Italienisch, Französisch und Spanisch vorliegen. Auch dabei kommt Adobe Sensei zum Einsatz und soll dank maschinellem Lernen Daten präzise und möglichst fehlerfrei konvertieren.

Bessere Übersicht und Zusammenarbeit: Projektdateien leichter ändern und freigeben lassen

Wer Textbeiträge, Angebote oder Präsentationen gemeinsam mit anderen erstellt und auf Feedback angewiesen ist, kann sich diesen Vorgang künftig mit einem Überprüfungsdienst erleichtern. PDFs können aus Acrobat heraus an beliebig viele Personen per Link versandt und mit Erinnerungen und Fristen versehen werden. Änderungen und der aktuelle Status werden zentral erfasst. Das soll überflüssige Feedbackschleifen vermeiden und E-Mail-Postfächer entschlacken.

Für das rechtsgültige Unterschreiben von Freigaben und Dokumenten kommt Adobe Sign zum Einsatz. Diese Signatur-Dienst war bislang ein separates Paket und nur über eine Browsermaske am Desktop zugänglich. Nun ist es direkt in Adobe Acrobat integriert und ersetzt das bisherige Werkzeug „Zum Unterschreiben senden“.

Startansicht Adobe Acrobat DC
Die neu gestaltete Startansicht soll sowohl auf dem Desktop als auch auf dem Smartphone und Tablet für eine bessere Übersicht bei PDF-Projekten sorgen. Image by Adobe

Zu einem besseren Überblick bei Dokumentenprojekten soll außerdem eine neu gestaltete Startansicht von Acrobat DC und Acrobat Reader beitragen. Sie dient als Zentrum für den Dateizugriff sowie alle anfallenden und erledigten Aufgaben. Das betrifft sowohl Dateien, die Anwender zur Überprüfung oder Unterschrift versandt als auch zu diesem Zweck erhalten haben. Anstehende Aufgaben zeigt die Startansicht in Form von To-Do-Karten an. Ferner unterbreitet die Startansicht in der Liste zuletzt geöffneter Dateien Vorschläge für Werkzeuge und Dienste, die beim Erledigen von Aufgaben hilfreich sein könnten.

Update für Adobe Acrobat DC ab sofort verfügbar

Wer die neuen Funktionen nutzen möchte, kann das Update ab sofort an Desktop- und Mobilgeräten einspielen. Neukunden erhalten beim Download vom Start weg die aktuelle Version. Der Einsatz der Bearbeitungs-, Überprüfungs- und Freigabefunktionen setzt ein kostenpflichtiges Abo für die Document Cloud ab 16 Euro monatlich oder für die Creative Cloud ab 60 Euro im Monat voraus. PDFs zu lesen und mit Hinweisen zu versehen, bleibt mit dem Acrobat Reader weiterhin kostenlos.

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Neue KI von Deezer erkennt Emotionen in Musik

Sobald ich meine Musikmediathek öffne, springen sie mir entgegen: Hunderte Playlists, Alben, Künstler und einzelne Titel. Wer auch nur ansatzweise so ein Playlist-Messie ist wie ich, der kennt das Problem: Welche Musik will ich jetzt hören? Zumal ich nicht nur „aufgeräumte“ Playlists habe, für bestimmte Interpreten oder Situationen. Sondern auch Playlists, in denen sich einfach alles Mögliche befindet. Ein einziges Chaos also, das oft darin mündet, dass ich ständig Songs skippe oder durch verschiedene Playlists nach genau diesem einen Song suche, von dem ich mir sicher war, er wäre hier irgendwo…

Der französische Streamingdienst Deezer hat nun einen großen Schritt getan, Playlist-Messies wie mir in Zukunft unter die Arme zu greifen. In einem kürzlich veröffentlichten Dokument haben die Forscher des Musik-Streamingdienstes ein Experiment vorgestellt, in dem sie ihre neue KI zur automatischen Emotions-Erkennung in Songs mit bisher „herkömmlichen“ Methoden vergleichen.

Die bisherigen Methoden

Bisherige Versuche, große Datensätze an Musik mithilfe von Computern eindeutigen Stimmungen und Emotionen zuzuordnen, verliefen eher schleppend. Denn die meisten Experimente in diese Richtung basierten auf festen Datenvorgaben. Betrachtet werden dabei bei jedem Track das Audio-Signal und die Songtexte. Für jeden Song wird vorher festgelegt, ob er eine negative oder positive Stimmung hat, und ob er ruhig oder aufbrausend ist. Doch durch diese einfache Kategorisierung ist nicht genug Differenzierung zwischen einzelnen Tracks möglich gewesen. Somit waren auch die Playlists, die von vorherigen Systemen zusammengestellt wurden, immer noch chaotisch.

Was die KI von Deezer besser macht

Deezer stützt seine KI nun auf ein zweidimensionales Stimmungs-System. Das bedeutet, dass ein Song nun auf einem Skala-Feld liegt. Ein Song kann dann z.B. als 85 Prozent positiv, 15 Prozent negativ, 30 Prozent ruhig und 70 Prozent aufregend eingestuft werden. Aus diesen Daten ergibt sich der genaue Punkt des Songs, den er auf dieser zweidimensionalen Skala einnimmt. Und aus diesem individuellen Punkt lässt sich dann die Emotion bestimmen. Das ermöglicht der KI deutlich mehr zu differenzieren und zudem repräsentiert dieses System die Emotionen-Vielfalt eines Menschen deutlich besser.

Das erste Experiment mit dieser neuen KI wurde mithilfe der Daten von 18.000 Songs durchgeführt. Das Ergebnis dessen war, dass die KI durchaus besser darin ist, zu erkennen ob ein Song eher positiv oder negativ ist. Allerdings ist die Trefferquote bei der Einteilung in ruhige und aufregendere Songs vergleichbar niedrig, wie bei älteren Methoden. Noch hat das Deezer-Team also einige Fehler zu beheben.

Wie diese KI die Art wie wir Musik hören beeinflussen könnte

Jedoch ist der Ansatz, eine KI für die Einteilung von Musik zu verwenden, gar nicht so verkehrt. Die Forscher von Deezer meinten, sie bräuchten Datensätze von synchronisierten Texten zu den Audio-Stücken, um die KI zu verbessern. Sollte diese oder ähnliche KIs dann aber irgendwann ausgereift sein, könnten sie die Art, wie wir Musik konsumieren, revolutionieren. Denn die Idee hinter diesen Vorhaben ist, dass man eines Tages in der Lage ist, die Stimmung von Musikkonsumenten automatisch zu erfassen und genau passende Playlists vorzuschlagen. Individualisiert man diesen Prozess noch weiter, könnten wir irgendwann ein perfekt auf unsere Hörgewohnheiten abgestimmtes Netzwerk aus Künstlern, Playlists und Titeln vorgeschlagen bekommen. Dann würden wir auch automatisch zu den besten Songs, die zu unserer derzeitigen Stimmung passen, geleitet. Und das Playlist-Chaos hätte ein Ende.


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Eine staatliche Agentur für Sprunginnovationen soll das deutsche Trauma bewältigen

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Durch eine staatliche Agentur für Sprunginnovationen will die Bundesregierung aus der exzellenten Grundlagenforschung in Deutschland Impulse für die Volkswirtschaft ableiten. „Zahlreiche Erfindungen, die völliges Neuland eröffnen und ganze Märkte umkrempeln können, sind in Deutschland entstanden, scheitern jedoch häufig noch in der Anwendung. Die staatliche Agentur zielt darauf ab, aus diesen hochinnovativen Ideen aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft auch erfolgreiche Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsplätze in Deutschland entstehen zu lassen“, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Fahndungsauftrag

Die staatliche Agentur verfolgt einen personenzentrierten Ansatz. Sie setzt auf hochkompetente und kreative Innovationsprotagonisten, die zeitlich befristet in der Agentur tätig sind und besondere Handlungsfreiräume genießen. Sie können nach Angaben der Bundesregierung Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Sprunginnovationspotential von der Idee möglichst bis hin zur Anwendung auswählen, steuern und – je nach Projektverlauf – beenden oder fortsetzen. Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen setzen die Vorhaben um. Geförderte Ideen werden über Ausgründungen, durch Unternehmen oder auch durch den Staat selbst, im Rahmen der öffentlichen Beschaffung verwertet und in den Markt eingeführt.

Die Mitarbeiter der Agentur sollen nach innovativen Ansätzen in der Wissenschaft fahnden und Erfinder ermuntern, ihre Ideen auch in der Praxis umzusetzen. Bis zum Ende der Legislaturperiode stellen Bundesforschungs- und Bundeswirtschaftsministerium dafür mindestens 151 Millionen Euro bereit. Für die gesamte Laufzeit der Agentur – zehn Jahre sind geplant – wird mit einem Mittelbedarf von rund einer Milliarde Euro gerechnet.

Das deutsche Trauma

„Dass der Bund nun eigens eine staatliche Agentur zur Förderung solcher Entwicklungsschritte gründet, hat auch mit einem deutschen Trauma zu tun, das in der Regierung seit Monaten immer wieder zitiert wird: die Geschichte des MP3-Players. Die Technik für dieses Gerät wurde schon in den achtziger Jahren in Deutschland entwickelt, von einer Gruppe von Forschern um Karlheinz Brandenburg am Fraunhofer-Institut in Erlangen und der dortigen Universität. Damit viel Geld verdient haben später allerdings nicht deutsche Unternehmen, sondern in erster Linie die asiatischen Elektronikkonzerne“, schreibt die FAZ. „Das dürfe nicht noch einmal passieren“, betont Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Nur waren es nicht Firmen in Asien, die MP3 zur Entfaltung brachten, sondern Apple mit ihrem kongenialen Chef Steve Jobs. Und es waren nicht in erster Linie neue Erfindungen, die Jobs erfolgreich auf dem Markt etablierte. Es waren Kombinationen von bestehenden und neuen Technologien. Der Apple-Mitgründer entsprach dem innovativen Unternehmen, wie ihn der Ökonom Joseph Schumpeter in seinem Werk „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ beschrieben hat – vor über 100 Jahren:

„Nur dann erfüllt er (der Unternehmer) die wesentliche Funktion eines solchen, wenn er neue Kombinationen realisiert, also vor allem, wenn er die Unternehmung gründet, aber auch, wenn er ihren Produktionsprozess ändert, ihr neue Märkte erschließt, in einen direkten Kampf mit Konkurrenten eintritt.“

Kombinatoriker müssen keine Erfinder sein

Innovatives Unternehmertum unterscheidet sich dabei deutlich vom Routineunternehmer, der auf überkommenen Grundlagen arbeitet und nie Neues schafft. Aus altbekannten Techniken wie W-LAN, MP3 und Bewegungssensoren schuf Apple neue Geräte mit Kultfaktor. Und auch das benutzerfreundliche Design ist keine Kreation aus Cupertino. Steve Jobs und seine Entwickler folgten konsequent dem Less-and-More-Diktum des legendären Industriedesigners Dieter Rams, der in den 1960er und 1970er Jahren bahnbrechende Produkte für die Braun AG schuf. Und was noch wichtiger für die Erfolgsstory von Apple ist: Jobs erzeugte neue Märkte. Der dynamische Unternehmer orientiert sich nicht primär an gegebener oder unmittelbarer Nachfrage des Konsumenten, sondern „er nötigt seine Produkte dem Markte auf“, so Schumpeter. Das ist Steve Jobs mit Produkten und Diensten für das mobile Internet und für den Tablet-Markt gelungen. Gelingt so etwas mit einer staatlich initiierten Agentur für Sprunginnovationen?

Verrückte Persönlichkeiten vonnöten

Dazu braucht man charismatische und ein wenig verrückte Persönlichkeiten, die Neues durchsetzen, intelligenter organisieren und sich vom Routinebetrieb abgrenzen. Es sind nicht nur Unternehmer, die das schaffen, sondern auch Beamte, wie der Generalpostmeister Heinrich von Stephan, der Ende des 19. Jahrhunderts unter Reichskanzler Otto von Bismarck aus Berlin ein Silicon Valley der Telekommunikation machte. Er erfand die Postkarte, gründete die Reichsdruckerei, das Postmuseum (heute: Museum für Kommunikation) sowie den Allgemeinen Postverein (1878 Weltpostverein). Dann forcierte er erst in Deutschland, und danach in der ganzen Welt den Aufbau der modernen Telegraphie. Stephan erkannte als einer der Ersten die politische und wirtschaftliche Relevanz des Telefons als Medium der Echtzeit-Kommunikation. So einen könnte die neue staatliche Agentur, die Anfang des nächsten Jahres ihre Arbeit aufnimmt, gut gebrauchen.

Propheten der Innovation brauchen wir nicht

Als Vorbild dient der Bundesregierung die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) in den USA. Als bekanntestes und erfolgreichstes Projekt kann das ARPANET angesehen werden, aus welchem das Internet hervorging. Welche Persönlichkeiten brauchen wir für Innovationen? brand eins-Autor Wolf Lotter hat auf der Kölner Fachmesse Zukunft Personal einige ins Spiel gebracht, die man möglichst meiden sollte.

Etwa Propheten, die es in Glaubensgemeinschaften, in der Dogmatik und in der Ideologie gibt. „Entweder Du machst mit oder Du landest in der Hölle. Ich bin gut und Du bist böse, hier ist mein Evangelium. Das sind die nicht sehr anschlussfähigen Damen und Herren, die in ihren Bubbles leben und den anderen die Welt erklären“, so Lotter.

innovate or die-Gelaber

Es sind Bühnenkünstler, die von Disruption und kreativer Zerstörung labern, aber Clayton M. Christensen oder Schumpeter nie im Original gelesen haben. Es sind alarmistische Lautsprecher, die vom Darwinismus schwadronieren, aber die Evolutionstheorie schlicht nicht verstehen. Als weiteren Vertreter der Innovationstypologie benennt Lotter den Eroberer. Er folgt dem Propheten auf dem Fuß und erklärt Innovationen zum Maß der Dinge. Religionskriege, ideologische Eroberungen aber auch die darwinistische Variante des „innovate or die“ sind sein Credo. „Wer sich nicht digitalisiert, ist von gestern und dessen Unternehmen wird sterben. Das sind die Sprüche, die wir kennen“, erläuterte Lotter auf der Keynote Arena der Zukunft Personal-Messe. Artificial Intelligence sofort einführen und zum Segen der Industrie erklären. Wer noch ein paar Fragen zur Sinnhaftigkeit hat, ist von vorgestern und hat nichts kapiert.

Fragen zur Intelligenz nicht erwünscht

Dass mit der Unterscheidung von natürlicher und künstlicher Intelligenz noch nicht alles geklärt ist, sei dahingestellt. Auch das Rätselraten von Biologen und Neurologen bei der Erklärung von natürlicher Intelligenz darf die KI-Verkäufer nicht stören. „Alles nur Marketing-Geschwurbel“, kritisiert Lotter.

„Selbst Erfinder werden uns wohl nicht mit volkswirtschaftlich relevanten Sprunginnovationen beglücken. Sie verbohren sich in ihrem Fach“, so Lotter. Ihre Metamorphose endet im Fachidiotentum.

Ich habe Patente, also bin ich?

Das systematische und planmäßige Erfinden in Konzernen produziert nach Auffassung von Lotter zuverlässig eine Vielzahl an Patenten und Rechten. Deren Wirksamkeit ist allerdings fraglich, lieber FDP-Bundestagsabgeordneter Thomas Sattelberger. Da helfen dann auch nicht Erbsenzählereien in irgendwelchen Studien zur KI-Forschung weiter. Lotter verweist auf die amerikanische Innovationsforscherin Rosabeth Moss Kanter. Sie bringt dieses Dilemma sehr schön auf den Punkt: Meistens folgen den großartigen Innovationsankündigungen mittelmäßige Ausführungen, die anämische Resultate nach sich ziehen. Irgendwann schlägt dann das Controlling zu. Moss Kanter nennt diese Vertreter „Innovations-Ersticker“. Welche Typologien sind besser?

Lotter nennt sie Erkenner und Ermöglicher. Also Persönlichkeiten, die Ideen aufsaugen, orchestrieren und kombinieren. Sie führen keinen Krieg gegen Talente, sie belohnen nicht Opportunismus, sondern Individualismus. Das Notiz-Amt ist gespannt, ob das die neue staatliche Agentur hinbekommt. Der Präsident der Fraunhofer Gesellschaft sieht übrigens mp3 als deutsche Erfolgsgeschichte. Das sollten Altmaier und Karliczek noch einmal jenseits der Lizenzgebühren, die Fraunhofer kassiert, mit Reimund Neugebauer ausdiskutieren.

 

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Netzpiloten @new.New Festival

new.New Festival 2018

Enthusiasten der Künstlichen Intelligenz aufgepasst! Bereits zum zweiten Mal sind die Netzpiloten Partner des new.New Festival und begleiten euch bei diesem spannenden Event von CODE_n. Dieses Jahr werden die Gäste vom 8. bis zum 10. Oktober in der berühmten Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart empfangen. Das Event dreht sich rund um die AI und den Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens.

Welche Speaker sind beim new.New Festival?

Ein sehr spezieller Gast des Events ist Sophia The Robot, ein sehr fortgeschrittener menschenähnlicher Roboter der Entwicklerfirma Hanson Robotics. Sophia wird an den Diskussionen teilnehmen und verschiedene Partner interviewen Zu den Speakern zählen dieses Jahr unter anderen: Dr. Sarah Atkinson, Head of Culture, Media & Creative Industries auf dem King’s College in London,  Dr. Costas Bekas, Researcher der IBM Gruppe aus Zürich,  Peter Breuer, Senior Partner bei McKinsey & Partner und  Susanne Tarkowski Tempelhof, Gründerin von BITNATION.

Welche Themen bietet das new.New Festival?

  • Ethics for AI
  • Software, Logistic & Automotive
  • The Future of Work
  • Show me the money

Und sonst noch? – 20% Netzpiloten-Rabatt!

Das new.New Festival bietet nicht nur zahlreiche Vorträge sondern auch Orte, wo man abschalten kann. Denn am jedem der drei Tage werden die Gäste den Meditation Room besuchen können, um dort die innere Ruhe zu finden. Drei verschiedene Bands liefern erstklassige Sounds. Abends erleben die Gäste das Pioneers‘ Dinner.

Tickets findet ihr hier. Der Netzpilote-Rabatt-Code (20% Nachlass) lautet: newNew18_Netzpiloten. Wir sehen uns in Stuttgart!

 

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Mehr Persönlichkeit für BMW mit dem Intelligent Personal Assistant

Mit BMW hat man Freude am Fahren! Das sagt zumindest der Werbeslogan des bayerischen Autoherstellers. Ab dem nächsten Jahr soll das Fahren mit dem BMW dann noch mehr Spaß bringen – und mehr Persönlichkeit.

Demnach können wir ab dem kommenden März 2019 dann mit unserem Auto sprechen, denn BMW bekommt einen intelligenten Charakter – den BMW Intelligent Personal Assistant. Mit der Anrede „Hey BMW“ kann der Fahrer künftig die Bedienung und Funktionen ganz einfach per Sprachbefehl steuern. Damit wagt BMW einen Schritt in eine neue Ära.

Doch nicht nur im Auto kann der Sprachassistent dem Fahrer behilflich sein. Zudem findet die Kommunikation auch außerhalb des Fahrzeugs statt wie beispielsweise über einen Smart Speaker oder über das Smartphone.

Auf was können sich Fahrer einstellen?

Das Fahrerlebnis wird laut Dieter May, Senior Vice President Digital Products BMW Group, neu definiert. Aber was genau kann man sich unter dem Sprachassistenten im Auto vorstellen?

Das Auto lernt. Dabei werden hier die Vorlieben, Gewohnheiten und Abläufe des Fahrers genau beobachtet und gespeichert. Der Sinn dahinter ist es, den Fahrzeughalter in seinem Alltag zu unterstützen. So werden beispielsweise die Einstellungen personalisiert wie unter anderem die Sitzheizung oder die Fahrziele im Navigationssystem. Unter dem einfachen Befehl „Bring mich nach Hause“ wird dann die übliche Route für Zuhause angezeigt, beim Befehl „Hey BMW, mir ist kalt“ wird die Temperatur automatisch angepasst.

Allerdings ist der persönliche Sprachassistent nicht nur für wichtige Zieleingaben und Einstellungen geeignet, sondern auch als netter Zuhörer und Gesprächspartner. „Hey BMW, was ist der Sinn des Lebens?“ Wenn man selber gerade keine Antwort hat, dann hat der Sprachassistent eine. Wer allerdings noch persönlicher mit seinem Fahrzeug werden möchte, der kann dem smarten Assistenten natürlich auch einen Namen geben.

Das Auto wird zum Büro

Durch die Anbindung von Microsoft Office 365 und Skype for Business verwandelt BMW das Auto in ein persönliches Büro. So kann der Fahrer etwa vereinfacht Termine festlegen, Telefonate führen oder bekommt die eingegangenen Mails und Nachrichten vom Sprachassistenten vorgelesen. Auch die Erinnerung für wichtige Meetings gibt der Assistent fristgerecht wieder, damit keine Termine untergehen.

BMW Intelligent Personal Assistant; Image by BMW

Gefahrenquellen sicher entgehen

Spannend ist das Wissen, was hinter dem BMW Intelligent Personal Assistant steckt, denn mit ihm hat man seinen eigenen Ratgeber mit an Bord. Fragen über bestimmte Funktionen, über den aktuellen Ölstand, den Reifendruck oder Warnhinweise werden dem Fahrer umgehend beantwortet. Dabei setzt BMW nicht nur auf das technische Befinden, sondern auch auf das menschliche. Wer müde ist, braucht das nur zu sagen und der eingebaute Assistent bestimmt die Lichtstimmung, die Temperatur und die Musik im Auto, damit der Fahrer sich besser fühlt.

Der BMW Intelligent Personal Assistant hat eine ganze Reihe an spannenden Funktionen mit im Gepäck und er könnte das Fahren durchaus revolutionieren. Wer den Assistenten in seinem Fahrzeug nutzen möchte, benötigt einen BMW mit dem neuen BMW Operating System 7.0.

Ab März 2019 ist der Einzug des Assistenten in den BMW geplant und wird in 23 Sprachen verfügbar sein.


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Netzpiloten @Servus KI!

Warum der Zukunft nicht einfach mal ein zünftiges „Servus!“ entgegenrufen! Wir sind dabei wenn am 28. September im schönen Nürnberg das Servus KI! Festival steigt. Alles dreht sich um das Trendthema „Künstliche Intelligenz“ – stark bezogen auf die Region. Veranstaltet von Deutschlands erste Akademie für digitale Transformation sind wir schon mal sehr gespannt, welche Impulse von diesem Herbsttag ausgehen werden. 

Was gibt es auf der Servus KI! zu entdecken?

Die Teilnehmer erwartet neben aufschlussreichen Vorträgen von Wissenschaftlern, Strategen oder Gründern auch viel Interaktives mit Paneldiskussionen, Workshops und sogar einer Erlebnisfläche mit sechs Ausstellern. Alles steht unter dem Motto „Verbinden, erleben, inspirieren“. Freut euch zum Beispiel auf den Vortrag der Gründerin von datanizing, Stephanie Fischer, den Innovationsmanager Daniel Betsche (Fiducia & GAD IT AG) und auch auf Prof. Dr. Ulf Pillkahn von der FOM University for Economy and Business.

Welche Themen erwarten euch?

  • Machine Learnig
  • Industrie 4.0
  • AI in the wild
  • KI trifft auf Altbewährtes, wie könnte die Zukunft aussehen?
  • Gesundheitsanalyse per KI
  • Risiken und Chancen von KI
  • selbstfahrende Autos
  • digitale Sprachassistenten 
  • künstliche und organische Intelligenz

Das wars noch nicht!

Wir wären ja nicht im freundlichen Frankenland, wenn es sich hier nicht bei angenehmster Atmosphäre (und Bier und Brotzeiten) bestens vernetzen ließe. Sichert euch jetzt die Tickets. Wir sehen uns in Nürnberg!

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Netzpiloten @Internet World Congress 2018

Dieser Kongress ist für alle, die Geld verdienen wollen in den digitalen Netzen! Wir Netzpiloten sind auch wieder mit dabei, wenn es am 9. und 10. Oktober in München beim Internet World Congress um die Trends, Strategien und Best Practices im digitalen Handel geht. Veranstaltet von der Neue Mediengesellschaft Ulm tagt die digitale Handelselite im Sheraton München Arabellapark.

Welche Speaker erwarten uns?

Wie immer teilen ausgesuchte Experten ihr Wissen mit allen Einsteigern und Profis unter den digitalen Machern im Publikum. Freut euch auf Marcus Casey (mit dem beeindruckenden Konzern-Titel: VP eCommerce & Customer Experience for Digital Services and Connected Car at BMW Group) oder den COO Europe von Groupon, Dominik Dreyer. Auch Managing Director Nina Pütz von eBay Germany ist eine spannende Referentin. Alle Vortragenden bieten sicherlich spannende Einblicke in Versand-Prozesse, Personalisierung und den Plattform-Handel. – Für alle Teilnehmer gilt es dann nur noch, sie rasch umzusetzen im eigenen Unternehmen ;)

Programm-Vielfalt garantiert!

Künstliche Intelligenz, Logistik, Mobile Shopping sind nur einige der Themen, mit denen sich der digitale Handel heutzutage auseinandersetzen muss. Neben neuen Lösungen für digitale Händler im Tagesgeschäft wie beispielsweise neue Shop-Software, Omnichannel-Strategien und erste KI-Anwendungen für den Online-Handel erwarten euch im vielseitigen Programm an den beiden Tagen noch folgende Schwerpunkte:

  • Bekanntheit, Nutzungsbereitschaft und Potenziale von Augmented Reality im Handel
  • Pro & Kontra Influencer Marketing (Diskussion)
  • Omnichannel-CRM: Wie erkennt man den Kunden in der Filiale? (Praxisbeispiel)
  • Customer Centricity als zentraler Erfolgsfaktor – alte und neue Wege zum Kunden

Und sonst noch?

 Wie auch im Vorjahr wird es on- und off-Stage garantiert wieder viele spannende Diskussionen geben und für angenehme Netzwerk-Events ist auf alle Fälle gesorgt! Tickets

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Netzpiloten @IoTcamp

Mit smarten Technologien und interaktiven Geschäftsmodellen das Leben der Menschheit einfacher gestalten – ein guter Ansatzpunkt über den ihr mehr auf dem IoTcamp erfahren könnt. Dafür versammeln sich alle Interessierten, Unternehmer und Gründer am 12. und 13. Oktober im innovativen  Space Shack Berlin.

Worum es genau geht? – Um die Vollvernetzung und um Künstliche Intelligenz im Zeichen des Internet of Things. Es geht um Fragen, die unsere Zukunft betreffen und unsere Realität. Zudem erfahrt ihr mehr über aktuelle Forschungen und Entwicklungsstände. Anlass genug, um sich das Barcamp – veranstaltet von der Cassini Consulting GmbH – nicht entgehen zu lassen.

Beim IoTcamp spontan die Themen mitbestimmen

Was ist eigentlich ein Barcamp? Bei dem aus der Bloggerszene entstanden völlig freien Format (wir lieben es!), werden weder die einzelnen Sessions noch die Sprecher vorher festgelegt. Und das macht das Ganze so spannend. Die Teilnehmer entscheiden erst am Morgen des Konferenztages, wie die Planung verläuft.

Es ist das erste Mal, dass das IoTcamp an zwei Tagen veranstaltet wird. Während wir also am 12. Oktober spannende Businessaspekte und Entwicklungen neuer Geschäftsmodelle kennenlernen, geht es dann am 13. Oktober über Entwicklungs- und Anwendungsfragen.

Um welche Themen wird es gehen?

  • Business-Modellentwicklung
  • IoT-Strategie
  • Success Stories
  • Industrial Internet of Things

Dabeisein ist alles!

Wer sich das spannende Barcamp und den sicherlich angeregten Austausch untereinander nicht entgehen lassen möchte, sollte also nicht lange zögern und sich die passenden Tickets sichern. Wir wünschen zwei tolle Tage!

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Netzpiloten @solutions.hamburg

„Digitalisierung ist Teamsport!“ – Wir finden, das ist ein super Motto unter dem in diesem Jahr die solutions.hamburg vom 12. bis zum 14. September stattfindet. Wir Netzpiloten sind gerne mit dabei wenn sich drei Tage lang in einer von Hamburgs besten Locations – der internationalen Kulturfabrik Kampnagel – alles um die große digitale Transformation dreht. Veranstaltet vom Silpion Team werden in verschiedenen Vortragsräumen und Hallen alle Digitalisierungsinteressierten jede Menge Wissenswertes, Trends, Strategien und Lösungsansätze für Unternehmen im digitalen Wandel erfahren.

Was die solutions.hamburg so spannend macht? Das ausgefeilte Programm! Die drei Kongresstage sind unterteilt in drei Themenbereiche, sodass jeder auf seine Kosten kommt. Erlebt den Mittwoch im Zeichen des Strategy Day. Lasst euch hier zeigen, wie digitale Schlüsseltechnologien auf strategischen Ebenen zu erfassen sind. Der Donnerstag widmet sich ganz dem Thema innovative Technologien und Lösungsansätze aus den Bereichen Künstliche Intelligenz oder Virtual Reality. Den Freitag verbringt ihr mit Themen rund um die Technologie. Blickt gemeinsam mit Experten in die Gegenwart und Zukunft und erlangt praktisches Wissen für eure Arbeit im Unternehmen.

Welche Speaker werden da sein?

Die solution.hamburg fährt rund 500 tolle Experten auf. Das macht sie ganz klar zu einem der größten Digitalisierungskongresse. Wir sind gespannt auf inspierende Vorträge wie etwa vom Wissenschaftsjournalisten und Autor Ranga Yogeshwar, der seine Keynote direkt am Mittwoch halten wird. Zudem wird uns Dr. Markus Durstewitz – Innovation Manager bei Airbus – etwas zum Thema Design Thinking erzählen. Spannend wird auch der Vortrag von Jenny Kornmacher, der Projektleiterin der Hamburg Kreativ Gesellschaft, die uns neue Impulse für die Industrie liefern wird. – Und wir freuen uns natürlich auf unseren Blogger-Freund Sascha Lobo!

Welche Formate und Themen erwarten dich?

  • Erfahrungsberichte, Impulsvorträge, Workshops und Netzwerkveranstaltungen
  • Zukunft Kundenkommunikation
  • KI Revolution
  • New Work & Digital Collaboration
  • Blockchain
  • AI in Brand Management
  • Mensch und Technik im Wandel

Und sonst noch?

Mit mehr als 5.000 Besuchern und mit über 400 Sessions, erwartet die Teilnehmer ein immenser Input. Haushaltet schön mit euren Kräften und wählt gut aus ;) Tickets gibt es hier! Wir seh’n uns auf Kampnagel!

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State of Mind: Transhumanismus-Thriller als Videospiel

state of mind daedalic

Berlin, 2048. Journalist Richard Nolan erwacht im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Sein Kind und seine Frau sind spurlos verschwunden und die Stadt, grau und dunkel, ist voller Roboter und Drohnen. So fängt das Spiel State of Mind der Hamburger Entwickler Daedalic an. Doch das ist nicht die einzige Erzählebene. Es gibt noch einen spielbaren Charakter, Adam Newman. Er lebt in einer utopischen modernen Stadt, die den Namen CITY 5 trägt. Dort scheint die Sonne, dort leben Menschen in einer Symbiose mit den Robotern.

Was erwartet uns bei State of Mind?

Die Entwicklergruppe aus Hamburg ist kein Blockbuster-Unternehmen. Der Name Daedalic Entertainment ist keine Marke, die jeder Spieler kennt. Ein begrenztes Budget zwingt die Firma ihr Spiel möglichst einfach zu halten. Auf den Zocker wartet keine Grafik, die der von Konsolen-Blockbustern gleicht. Für die wählerischen unter euch kann das Spiel langweilig sein. Denn es ist nicht kompliziert, man stockt nicht bei den Aufgaben, es gibt keine Levels, die man stundenlang entziffern muss. Durch eine Reihe an Minispielen statt Rätseln, spielt es sich sehr fließend.

Doch State of Mind fordert den Spieler, regt zum Nachdenken an. Es zeigt ein mögliches Szenario, eine potentielle Realität, eine Dystopie und eine Utopie. Berlin gegen CITY 5. Im weiteren Spielverlauf werden die Beobachter unter den Spielern merken, dass auch an der Utopie nicht alles stimmt.

Man darf aber nicht vergessen, dass State of Mind ein Thema anspricht, das uns seit Jahren beschäftigt. Künstliche Intelligenz, Zukunft mit Androiden, die Angst als Mensch überflüssig zu werden. Allein durch die Themenwahl finde ich das Spiel einen Versuch wert.

Verglichen wird es mit „Detroit: Become Human“ von der Blockbuster-Konkurrenz. Doch genau die Vielfalt an verschiedenen Spielen zum scheinbar gleichen Thema ist das, was das Spielerlebnis so spannend macht. Laut Hersteller bietet State of Mind 20 Stunden Spieldauer. Eindrücke vom Spiel ergänzen wir in Kürze.

Das Videospiel ist zum Preis von rund 40 Euro für PC, Xbox One, Playstation 4 und Nintendo Switch bei Amazon erhältlich (Provisions-Link)


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„Wir haben die Werkzeuge, aber nicht genügend Daten“: Gerichtsurteile müssen nicht veröffentlicht werden

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Wie bekommt man es hin, ohne Data Science-Fachexpertise mit großen Datenbeständen zu arbeiten? Diese Frage stellte Stefan Mück (IBM) bei einem Interview im Cebit-Livestudio in Hannover.

Für den juristischen Sektor geht es um nichts geringeres als um die Demokratisierung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz. Man könnte auch von Waffengleichheit in Rechtskonflikten sprechen, wenn beispielsweise Kleinunternehmer gegen Konzerne und ihre gigantischen Kanzleien antreten. Rechtsanwalt Michael Friedmann verweist auf den Erfolg seiner Plattform frag-einen-anwalt.de.

Flatrate für Rechtsfragen mit Watson kombiniert

Mit einer Flatrate von 80 Euro im Monat können die Nutzer so viele Rechtsfragen stellen, wie sie wollen. Damit das funktioniert, braucht man Künstliche Intelligenz. „Wir müssen die Anwälte, die bei unserem Dienst mitmachen, dabei unterstützen, Fragen möglichst präzise und schnell zu beantworten. Und hier kommt IBM Watson ins Spiel. Das System schlägt den Anwälten Antworten vor und führt so zu einer Zeiteinsparung von 50 Prozent.“ Der Umgang mit größeren Datenmengen sei wichtig für eine Verbesserung der Rechtsberatung, betont Dirk Hartung, Executive Director Legal Technology bei der Bucerius Law School. Beispielsweise im Mietrecht, wo es sehr unterschiedliche Konstellationen gibt und ein Zugriff auf möglichst viele Fakten sinnvoll ist. Problem:

99 Prozent der Urteile landen nicht in digitalen Formaten

„So einfach ist es nicht, an die Gerichtsurteile zu kommen“, moniert Hartung. Im Zivilrecht seien es 1,5 Millionen Urteile im Jahr. Selbst die größten kommerziellen Datenbank-Anbieter erfassen das nicht. „99 Prozent der Gerichtsurteile finden ihren Weg nicht in digitale Formate, sondern werden nur von Anwälten oder Gerichten im Einzelfall abgerufen.“

Die Gerichte haben das Problem, dass sie das überwiegend mit menschlicher Arbeitskraft bewältigen müssen. Größte Hürde: Die händische Entfernung der personenbezogenen Daten. „Das ist kein triviales Problem. Technologien zur Pseudonymisierung sind da und es gibt auch ausgefeilte kryptografische Verfahren. Allerdings muss der Kontext dann immer noch ersichtlich sein, um hinterher sinnvolle statistische Auswertungen zu ermöglichen“, sagt Mück.

Unfassbare Barriere: Richter sind bislang nicht verpflichtet, Urteile, die sie bekanntermaßen „Im Namen des Volkes“ fällen, zu veröffentlichen. Ab 2022 soll sich das ändern und Gerichte müssen dann alle Gerichtsurteile strukturiert zur Verfügung stellen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Hier sei auch Überzeugungsarbeit entscheidend, betont Hartung: „Für Richter ist es doch gut, dass die Arbeit, die in Gerichtsurteile reingesteckt wurde, auch öffentlich wird. Gleichzeitig macht es die Recherche deutlich einfacher. Heute führt schon der Wechsel eines OLG-Bezirks zu Defiziten beim Wissen über das, was Kollegen entschieden haben.“

Welche Gerichtsentscheidungen wurden erfolgreich angefochten?

Bei Urteilen des Bundesgerichtshofs ist das einfach, denn dort veröffentlicht man alle Urteile. 50.000 Urteile hat das Forschungsteam von Hartung bearbeitet.

Aus dem riesigen Datenbestand, sucht sich Watson die passenden Antworten auf Fragen aus und beginnt dabei selbstständig Dinge und Zusammenhänge zu verstehen, die man ihm vorher nicht gezielt antrainiert hat. Jura- und Informatikstudierende haben innerhalb von drei Wochen gemeinsam mit dem Watson Knowledge Studio und dem Sprachtool ein Lawnet Tool entwickelt, das Gerichtsentscheidungen nach Aktenzeichen, Normen und Verweisen durchsucht und den Erfolg und Nichterfolg von Revisionen nachverfolgt. Mit Law Stats wurden Statistiken entwickelt, welche Landgerichtsentscheidungen erfolgreich oder nicht erfolgreich mit der Revision angefochten werden konnten. „Juristen wollen genau nachvollziehen, warum eine Revision erfolgreich war oder nicht. So hat beispielsweise die Konstellation von Personen am BGH Einfluss auf den Erfolg von Revisionen. Zudem können wir sehen, dass in bestimmten Rechtsgebieten Revisionen nicht erfolgreich sind. Dazu zählt beispielsweise das Strafrecht“, weiß Hartung.

Weitere interessante Aspekte: Welche Normen führen besonders häufig zu Rechtsstreitigkeiten bis zum BGH? Oder welche Entscheidungen sind einflussreich und werden häufig zitiert?

Welche Kanzlei macht die beste PR und beeinflusst Richter und Staatsanwälte?

Oder welche Kanzleien glänzen mit Erfolgen vor Gericht? Man könnte auch systematisch unter die Lupe nehmen, welche Wirkung Medienberichte auf Richter und Staatsanwälte haben? Das haben die PR-Agentur Consilium und die Universität Mainz in einer Umfrage untersucht.

„Über 20 Prozent der Richter und mehr als 30 Prozent der Staatsanwälte äußerten, dass Medien, zumindest gelegentlich, einen Einfluss auf das Urteil hatten, weil sie das Verhalten von Opfern, Tätern oder Zeugen veränderten. Sie hatten vor allem beobachtet, dass Zeugen „von Medienberichten eingeschüchtert wurden“. Wenn das geschieht, können Richter und Staatsanwälte ein verzerrtes Bild von der Wirklichkeit erhalten. Damit wird die Verfahrensmäßigkeit des Strafverfahrens infrage gestellt, das ja inneren Regeln folgen soll und nicht äußeren Einflüssen“, betont Professor Hans Mathias Kepplinger im prmagazin-Interview.

Zu den spannendsten Ergebnissen der Studie zählt der Befund, dass Richter und Staatsanwälte über „ihre“ Verfahren viel mehr Beiträge lesen als über andere Prozesse. Obwohl mehr als die Hälfte sagt, dass sie von Medien kritisiert wurden. „Dabei widerspricht das der Forschung zur sogenannten kognitiven Dissonanz. 90 Prozent der Kognitionsforscher und Psychologen gehen davon aus, dass Menschen negative Informationen über sich selbst meiden. Meine Erfahrung aus den Medienwirkungsstudien – und das gilt auch für Richter und Staatsanwälte – ist eine andere: Die Leute, die öffentlich angegriffen werden, sind geradezu süchtig nach diesen Informationen“, erläutert Kepplinger.

All das könnte man in einer juristischen Matching-Maschine perfekt durchleuchten. „Man muss den Zugang zum Recht demokratisieren und das juristische Wissen für alle und nicht nur für Großkanzleien verfügbar machen“, fordert Friedmann.

Und Hartung betont: „Wir haben die Werkzeuge, aber nicht genügend Daten.“ Das Notiz-Amt sieht hier ein lohnendes Aktionsfeld für die Open Government-Bewegung.

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Netzpiloten @DDV-Kongress

Alle diejenigen, die sich für Dialogmarketing interessieren, sollten sich den 26. September 2018 unbedingt freihalten. An diesem Tag findet an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in Hamburg der 13. wissenschaftliche interdisziplinäre Kongress für Dialogmarketing statt. Bereits seit 2006 bietet der wissenschaftliche Kongress des DDV spannende Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse zum Dialogmarketing. Auch in diesem Jahr wird es daher viele hilfreiche Antworten auf die Frage geben, welchen Nutzen Marketingverantwortliche aus diesen Erkenntnissen mit nach Hause nehmen können.

Eine Vielfalt an Themen

An diesem Tag wird es eine breite Palette voller spannender Themen geben, die von Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen an alle Teilnehmer in angenehmer Atmosphäre weitergegeben werden. Erhaltet Einblicke in die aktuellen Forschungsthemen wie unter anderem:

  • Künstliche Intelligenz im Kundendialog
  • ROPO-Effekt bei Produkten der Unterhaltungselektronik
  • Connected Cars als Instrument des CRM
  • Dialog Excellence – Erfolgsbeitrag von Dialogmarketing für Unternehmen
  • Zur zielgrößenabhängigen Bestimmung der (Erfolgs-)Faktoren im Targeting

Ein Höhepunkt der Veranstaltung wird mit unter die Verleihung des Alfred Gerardi Gedächtnispreises sein, welcher an den Nachwuchs aus der Wissenschaft verliehen wird. Hier können sich Teilnehmer auf eine Kurzpräsentation der drei Preisträger freuen, bevor es dann in eine gemütliche Mittagspause übergeht.

Viele Möglichkeiten für die Teilnehmer

Neben den Vorträgen, bietet die Veranstaltung darüber hinaus einiges mehr. Nutzt die Chance euch untereinander und mit den Top-Referenten zu vernetzen. Knüpft Kontakte, sammelt Eindrücke und beteiligt euch an anregenden Diskussionen.

Wer Teil dieses Tages sein möchte, der kann sich hier schon einmal Anmelden und Tickets ergattern.

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Archos Mate ab Oktober verfügbar: intelligente Sprachassistenten in zwei Größen

Archos Mates

Archos bringt ab Oktober zwei neue KI-fähige Sprachassistenten auf den Markt. Die Archos Mates kombinieren dabei Sprachassistent und Bild und sollen außerdem in zwei unterschiedlichen Zollgrößen verfügbar sein. Beide Modelle lassen sich dann vom Nutzer über Amazons Sprachdienst Alexa per Frage aktivieren und bieten dann Unterstützung bei täglichen Aufgaben. Ob Terminkalender, Wetterprognosen oder Kochrezepte – beiden Geräte vom Typ Archos Mate liefern beispielsweise auf Nachfrage alle erdenklichen Nachrichten und Informationen.

Archos Mate: HD-Displays und Hi-Fi Klang

Die neuen Archos Mates managen ebenfalls Video-Anrufe oder das smarte Zuhause, denn sie lassen sich einfach nutzen, um 
Beleuchtung und Überwachungskameras zu steuern oder Heizung und Klimaanlage zu regeln. Außerdem kann der smarte Assistent Musik Fotos oder Videos verwalten und abspielen, denn beide Geräte sind entsprechend mit HD-Displays und einem omnidirektionalen Sound-System für präzise Hi-Fi-Klangqualität ausgestattet. Das Pariser Design-Team von Archos hat die Archos Mates in einer ovalen und einer viereckigen Form konzipiert.

Im Inneren arbeitet bei beiden Mates ein Quad-Core Prozessor. Ferner verfügen die Archos-Assistenten über Bluetooth und Wifi-Konnektivität sowie ein fünf Megapixel auflösende Kamera. Zwei Mikrofonen für die Kommunikation mit Alexa sind ebenso obligatorisch. Die 5-Zoll-Version bietet einen 1.500 mAh großen Akku, während die 7-Zoll-Variante über 3.000 mAh Akkuleistung verfügt. Archos bringt seine neuen Mates im Oktober 2018 ab 129 Euro in den Handel. Sie liegen damit unterhalb der Preise für den Amazon Echo und den Google Home, sind aber teurer als Echo Dot und Google Home Mini. Tatsächlich konkurrieren die beiden Archos-Geräte auch eher mit Amazon Echo Show und Amazon Echo Spot.

Amazon-Echo-Lautsprecher bei Amazon (Provisions-Link)


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Netzpiloten @EBSpreneurship

Es ist bereits das zehnte Mal, dass Investoren, Studenten, Unternehmer und die, die es noch werden wollen, auf dem EBS Campus im Reingau aufeinandertreffen. Denn vom 19. bis 20. Oktober findet erneut der EBSpreneurship statt.

Hierbei handelt es sich um den größten von Studenten organisierten Kongress mit dem diesjährigen Fokus auf das Zusammenspiel von Finanzen und Technik.

Highlights für Jedermann

Wie schon in den Vorjahren können Besucher sich auf ein vielfältiges Programm freuen. Dabei erwartet sie spannende Vorträge von namhaften Speakern wie unter anderem Peter Holzer – Autor des Buches “Mut braucht eine Stimme” – oder auch Rouven Dresselhaus von Cavalry Ventures.

Zudem können sich die Teilnehmer auf anregende Podiumsdiskussionen mit Experten und Referenten freuen, bei denen es um interessante Themen wie Künstliche Intelligenz oder auch um die Zukunft der Mobilität geht.

Besonders sinnvoll ist an den beiden Tagen außerdem die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen. Die Chancen stehen besonders gut sich seinen Praktikumsplatz zu ergattern oder gar andere Gründer mit ins Boot zu holen. Die Optionen scheinen an den beiden Tagen beinahe unbegrenzt.

Neben spannenden Workshops unter anderem zu den Themen Social Media oder Unternehmens- und Marktsimulationen können Teilnehmer hier ihr Wissen auffrischen und von den Besten lernen, um sich in Zukunft ein sicheres Standbein zu schaffen.

Diese beiden Tage sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, denn hier ergeben sich zahlreiche Chancen für Gründer, Investoren, Unternehmer und Studenten. Aber auch Interessierte, die erst noch den großen Schritt in die Gründerszene wagen wollen, sind auf dem Kongress herzlich willkommen. Seid dabei, wenn Wissen auf Innovation trifft und vernetzt euch untereinander!

Tickets ergattern und dabei sein!

Wenn ihr euch den EBSpreneurship nicht entgehen lassen wollt, dann könnt ihr euch schnell Studenten-, Early Bird-, oder Unternehmer-Tickets besorgen.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • iOS 12 t3n: iOS 12: Apple will, dass ihr eure iPhones weniger nutzt: Ab Montag findet in San José, Kalifornien die Worldwide Developers Conference 2018 statt. Apple soll auf dem Event wohl in einer Keynote iOS 12 ankündigen. Mit dem Software-Update sollen iPhone-Nutzer dazu angehalten werden, ihre Smartphone-Nutzung besser unter Kontrolle zu halten. Das neue Feature wird sich darum drehen nicht mehr Zeit am Smartphone zu verbringen, sondern weniger und gezielter. Am Montag wird in der Keynote bekannt gegeben, welche Features bis zum Release noch erwartet werden können.

  • GAMES welt: Dürfen Androiden aus Notwehr Menschen töten?: Mit „Detroit: Become Human“ wurde jetzt das neuste Spiel des Entwicklers Quantic Dream veröffentlicht. In dem düsteren Setting des Spiels sind Androiden die Sklaven der Menschen – sie müssen die schweren und unangenehmen Arbeiten der Menschen verrichten. Das dystopische Game wirft fragen über die Zukunft von künstlichen Intelligenzen auf und trifft den Zeitgeist. Die ganze Review zum Game könnt ihr bei Welt.de nachlesen.

  • ARBEIT politik-digital: Mit dem Turing-Bus durch die Arbeitswelten der Zukunft: Alan Turing war einer der einflussreichsten Theoretiker der frühen Computerentwicklung und Informatik. Die Gesellschaft für Informatik e.V. hat ihr mobiles, digitales Bildungsprojekt nach dem Urvater des Computers benannt – der Turing-Bus. Das Bildungsangebot reist unter dem Motto „Arbeitswelten der Zukunft“ zu Schulen, Jugendclubs und lokalen Institutionen in kleine und mittelgroße Städte in Deutschland. Heute, am 1. Juni, wird die zweite Station Rangsdorf angesteuert.

  • DIGITALISIERUNG gründerszene: Warum die Hypo-Vereinsbank ihre Digital-Pläne zurückdreht: Die Hypovereinsbank stellt Innovationsprojekte ein. Einst wurde beispielsweise der Einstieg beim Finleap-Startup Moneymap hoch angepriesen. Diese Beteiligung wurde jetzt allerdings verkauft. Damit hat die HVB binnen kurzer Zeit ihre beiden offenbar einzigen direkten Fintech-Beteiligungen abgestoßen. Wie kann es sein, dass sich eine der wichtigsten deutschen Banken aus ihren Fintech-Beteiligungen zurückzieht – während die übrige Branche, darunter inzwischen auch die Deutsche Bank, in die entgegengesetzte Richtung steuert?

  • KI handelsblatt: Merkel will Deutschland für KI-Forscher flexibler machen: Viele Forscher im Bereich der Künstlichen Intelligenz verlassen Deutschland. Die Kanzlerin möchte den Trend aufhalten. In einer Diskussionsrunde mit dem portugiesischen Ministerpräsidenten Antonio Costa äußerte sich die Kanzlerin, dass Deutschland in Sachen Digitalisierung und Zukunftstechnologien flexibler und wettbewerbsfähiger werden soll.

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„Für Originalität muss man die Welt wahrnehmen“: Technikphilosoph Mads Pankow im Interview

Den Rückruf zum Interview über KI und Kreativität mit Mads Pankow bekomme ich auf einer kleinen Lichtung mitten im Teutoburger Wald. Der 33-jährige Technikphilosoph, Herausgeber und Politikberater sitzt an diesem sonnigen Dienstagnachmittag im Mai gut vorbereitet in seinem Berliner Büro – ihm liegen meine Fragen vor – ich habe immerhin Stift und Papier dabei. Es geht um KI und Kreativität. Dazu gehören das bisschen Bewusstsein, das Computern fehlt, poetisch interessante Ergebnisse, die sie trotzdem liefern und den Mensch als letztverantwortliche Instanz. Mads Pankow wird beim Kongress Mind the Progress eine Keynote zum Thema halten, wie originell die Technik ist. Der Kongress kümmert sich um Themen zu Kreativität und Digitalisierung und findet am 1. Juni in Hamburg statt. Im Anschluss wird auf einem Panel mit Branchenexperten über KI als kreativen Partner diskutiert. 

Lena Simonis (Netzpiloten): Man sagt, Not mache erfinderisch. Wie kann man sich das kreative Potential eines Algorithmus vorstellen, der zwar ein Problem löst, dazu aber nur definierte Schritte durchrechnet?

Mads Pankow: Klar, ein Algorithmus kennt keine Not. Er hat keine Absicht, keine Motivation. Sein einziger Antrieb sind unsere Anweisungen. Der Mut zu ungewöhnlichen Ansätzen und Kombinationen, aus denen sich die Kreativität derer schöpft, die in Not sind, kennt ein Algorithmus nicht. Aber ein Computer kann natürlich trotzdem mutig kombinieren, er weiß nur nicht was er da tut. Da gibt es etwa das All prior arts project: Hier rekombiniert eine Software Millionen von Patenten, aber bisher war keins davon brauchbar.

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Adrian Thompson ließ 1996 einen Algorithmus einen Schaltkreis zur Tonausgabe berechnen. Der Algorithmus kam nicht nur zu einem effektiveren Ergebnis, sondern auch zu einem originellen Lösungsansatz.

Spannend bei „problemlösenden“ Algorithmen sind evolutionäre Algorithmen. Das ist keine KI, aber schon in den 90ern haben Algorithmen nach dem Optimierungsprinzip eigene Schaltpläne entwickelt, die effizienter, aber für Menschen regelrecht unverständlich waren. Man könnte sagen, die Software hätte da etwas Originelles gemacht. Da werden nicht nur definierte Schritte durchgerechnet, sondern wirklich wild kombiniert. Das können Computer gut, weil sie viel, viel schneller sind als Menschen.

Es gibt inzwischen Programme, die bessere Sportmeldungen texten als mancher Redakteur – welche „kreativen“ Jobs können uns Maschinen demnächst noch abnehmen?

Naja, was heißt „bessere“ Sportmeldungen. Wenn sie nur Informationen enthalten, kann man nicht viel falsch machen: Das Spiel ging 7:1 aus, eine Demütigung. Fakten in Phrasen übersetzen ist wirklich nicht aufwändig. Die Frage ist hier nicht, ob die Maschine kreativ ist, sondern ob das, was wir als kreative Arbeit bezeichnen wirklich immer so originell ist, oder doch nur die Anwendung eingeübter Gestaltungs- und Stilregeln. Maschinen können gut Lösungen für Probleme finden, die Menschen nicht durchschauen. Aber sie wissen am Ende nicht, ob die Lösung in der Praxis taugt. Menschen müssen also nach wie vor die Ergebnisse prüfen, einen Realitätscheck machen und auch die Anweisungen und Aufträge so übersetzen, dass Maschinen sie verstehen.

Algorithmen haben also keine Wahrnehmung, sie können weder Mehrdeutigkeit, Intuition, noch Neugier; all die wichtigen Fähigkeiten für kreative Prozesse fehlen ihnen – noch?

Nein, also dieses nachgeschobene “noch“ können wir vorerst streichen. Wir haben keinen Hinweis darauf, dass sich mit digitaler Technik ein Bewusstsein ähnlich dem menschlichen realisieren ließe. Dafür braucht es Selbstbewusstsein, also die Beobachtung der eigenen Beobachtung, eine paradoxe Operation. Aber Paradoxien führen bei Computern zum Absturz, sie lassen sich formallogisch nicht abbilden. Da möchte ich also mindestens bis zur Funktionsfähigkeit von Quanten- oder Biocomputern entwarnen – und wann die mal laufen sollen, ist bisher völlig unabsehbar. Aber klar, viele Formen der Kreativität lassen sich simulieren: etwa Lösungsfindung durch Versuch und Irrtum, wie bei den evolutionären Algorithmen, oder Gestaltung nach Schema F, beziehungsweise gelernten Gestaltungsroutinen. Das sieht tatsächlich häufig besser aus als das, was Menschen so liefern.

Vor 100 Jahren schworen die Post-Impressionisten auf La fée verte. Sind Algorithmen sowas wie der neue Absinth der Kreativbranche, Inspiration und Mode?

Ja klar, Algorithmen können sehr inspirierend sein, weil sie außerhalb unserer eingeübten Denkstrukturen funktionieren. Sie rekombinieren und vermischen völlig ohne Absicht und Einsicht. Da kann durchaus Neues entstehen. Googles Mensch-KI-Kollaboration Deep Dream mit seinem digitalen Surreal-Impressionismus wäre ein Beispiel. Das verfolgt keinen Zweck und dient nur der Inspiration. In der Praxis wird uns die Software vor allem assistieren, indem sie beispielsweise Arrangements nach vorgegebenen oder erlernten Regeln vorschlägt und wir dann nachbessern oder aufbohren. Aber wie gesagt, da geht es vornehmlich um zweckmäßige gestalterische Tätigkeiten. Für die Kunst sind Algorithmen bisher nur Spielzeug, da hilft der gute alte Absinth doch deutlich mehr.

Wir müssen also nicht um unsere Jobs bangen?

Ich denke, die wenigsten Jobs werden durch KI ersetzt werden. In den meisten Fällen erleichtert die KI unsere Arbeit, assistiert uns, rechnet mit, schlägt vor und inspiriert. Aber nichts was KI bisher geliefert hat, hat aus sich heraus schon funktioniert, auch im Kreativbereich noch nicht. Am Ende war alles nur interessant, aber durchschnittlich, uninspiriert eben. Oder Menschen mussten die Ergebnisse nachjustieren, damit sie wirklich ästhetischen Wert hatte. Dennoch reichen ja manchmal auch durchschnittliche Leistungen. Nicht jede Zahnarzt-Homepage muss den Ansprüchen ästhetischen Genusses genügen, da tut‘s dann vielleicht auch die sich selbst erstellende Homepage von the grid.

Vielen Dank für das Interview Herr Pankow!


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