Two Minute Papers – Forschung für jeden

Ich befinde mich in den letzten Zügen meines Studiums. Das bedeutet, ich beginne in etwa zwei Wochen mit dem Schreiben meiner Bachelorarbeit. Am Anfang einer jeden wissenschaftlichen Arbeit steht dabei die Recherche. Das eigene Thema will recherchiert werden. Gibt es vielleicht schon Antworten auf die Fragestellung? Hat jemand schon mal etwas Vergleichbares gemacht? Häufig ist diese Recherche mit dem Lesen vieler, nicht gerade auf „Verständlichkeit“ geschriebener, wissenschaftlicher Paper verbunden. Der YouTube Kanal Two Minute Papers bietet dabei eine großartige Alternative zu trockenen Arbeiten und fasst Paper aus der Wissenschaft in kurzweiligen und gut gemachten Videos zusammen.

Worum geht es eigentlich?

Überwiegend beschäftigt sich der Kanal mit Themen aus dem Bereich Computer Science, wie Künstlicher Intelligenz, Machine Learning, Simulationen, Robotik oder Animationen. Die behandelten Paper setzen also in der Regel eine Menge Mathematik voraus. Dabei schafft Two Minute Papers es aber, die in den Arbeiten beschriebenen Konzepte so zu erklären, dass wir eigentlich keine Ahnung von Mathematik zu haben brauchen, um sie zu verstehen.

Auch beantworten die Videos nicht bloß die Frage, worum es in dem Paper geht. Der Kontext in dem die Arbeit aus wissenschaftlicher Sicht steht, wird hier erläutert. In einem Video geht es beispielsweise um ein Paper über eine AI, die Menschen in Videos erkennt. Dabei stellt Two Minute Papers ganz klar die Besonderheiten der Arbeit heraus. Nämlich, dass die hier verwendete AI das Bild nicht in unabhängige Frames zerlegt, sondern auch die vorherigen und folgenden Frames mit einbezieht. So kann die Künstliche Intelligenz eine hohe Genauigkeit erreichen, ohne dabei auf „Überwachtes Lernen“ zu setzen.

Wir haben in der Vergangenheit über den Sieg der KI Five über das Dota 2-Team OG berichtet, über den auch Two Minute Papers ein Video gemacht hat. Entgegen des Kanal-Namens ist das allerdings elf Minuten lang.

Wer steckt hinter Two Minute Papers?

Der Kanal mit mehr als 233.000 Abonnenten wird von Károly Zsolnai-Fehér betrieben. Er hat selbst eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlich, wie seine Google Scholar Seite verrät. Zwar werden seine Arbeiten nicht über die Maßen häufig zitiert, doch scheint der Betreiber des Two Minute Papers-Kanals, durchaus Ahnung von Forschung zu haben.

Was bringt mir der Kanal?

Research papers are for experts, Two Minute Papers is for everyone. With your help, we can create even more elaborate videos. Thank you so much for your generous support! – Károly Zsolnai-Fehér auf Patreon

Wer wirklich an wissenschaftlichen Arbeiten schreiben muss, wird um das Lesen trockener Abstracts und Arbeiten nicht herum kommen. Das zu ersetzen, ist aber auch gar nicht das Ziel von Two Minute Papers. Vielmehr geht es, wie Károly Zsolnai-Fehér auf seiner Patreon-Seite erklärt, darum, Forschung für viele verständlich und damit interessant zu machen. Wir finden, das ist ihm gelungen. Wer Up-To-Date im Bereich Machine Learning und Computer Science sein möchte, der wird hier auf jeden Fall fündig. Wer sich einfach nur für die entsprechenden Themen interessiert, hat mit Two Minute Papers eine Möglichkeit, auch ohne allzu großes Vorwissen spannende Infos zu finden.

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Image by sittinan via stock.adobe.com

Moritz Stoll

studiert Medieninformatik an der HAW und schreibt für die Netzpiloten. Nebenbei betreibt er einen Comedy-Podcast, und arbeitet als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen und ganz viel auszuprobieren.


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