All posts under fernsehen

Flummi Open: Rocket Beans TV erweckt den Geist alter Raab-Events wieder

Vergangenen Samstag war es so weit: Der Streaming-Sender Rocket Beans TV ließ die Flummis springen. Die Flummi Open wurde als Live-Event ausgestrahlt und unterhielt neben den gut 100 Zuschauern vor Ort auch bis zu 20.000 Zuschauer an den heimischen Geräten. Beim von Ninja Warrior-Kommentator Jan Köppen und AI-Enthusiast Lukas Gehner erdachten Sportspektakel, traten zwölf Teams in mehreren Disziplinen an, bei denen natürlich immer der namensgebende Ball im Vordergrund stand.

Hier geht es übrigens zum YouTube-Video des vierstündigen Events.

Dort, wo den Fernsehsendern der Mut verlässt

Bevor Fragen aufkommen: Ich selbst bewege mich zwar gerne auf YouTube und Amazon Prime, sehe das lineare Fernsehen aber keinesfalls als Überflüssig an. Programm zu festen Zeiten baut eine ganz andere Vorfreude auf und große Showformate finden bislang auch vorwiegend in den klassischen Medien statt. Doch die Samstagabend-Show hat ein großes Problem: Es fehlt ihr an Mut. Es sind die immer gleichen Prominenten, die in den immer gleichen Spiel- und Quizformaten gegeneinander antreten. Lediglich die Yoko & Klass-Formate „Duell um die Welt“ oder „Die beste Show der Welt“ setzen kreative Impulse, leiden aber trotzdem unter immer mehr gescripteter Herbeiführung der Momente, die diese Shows groß gemacht haben.

Die Flummi Open von Rocket Beans TV bringt frischen Wind in die Showlandschaft. Dabei wird das Rad nicht wirklich neu erfunden. 24 Teilnehmer in zwölf Teams, die in einer unterhaltsamen Sportart gegeneinander antreten. Das kennen wir von den Spaßveranstaltungen des Stefan Raab. Es ist das gleiche Grundprinzip, wie wir es von der Wok-WM oder der Stock Car Crash Challenge kennen.

Die Ausführung des Konzepts ist es, die den Unterschied macht. Obwohl ich sonst bei vielen Shows keine Einspieler mehr sehen kann, gehören sie bei der Flummi Open zu den klaren Highlights. Man merkt einfach, dass die Teams selbst für ihre Vorstellung verantwortlich waren. Auch Moderation, Kommentar und Interviews funktionieren deutlich besser. Kaum ein schlechtes Wortspiel wurde ausgelassen und schlagfertige Erwiderungen hagelt es auf beiden Seiten des Mikrofons. Das funktioniert, weil man sich nicht krampfhaft an eine Vorlage hält und die großen Momente nicht künstlich inszeniert werden – sie geschehen einfach.

Viel Raum zur Verbesserung

Bei aller Euphorie möchte ich trotzdem nicht die Schwächen der Sendung ignorieren. Die „erste liebe studios“ im Hamburger Oberhafenquartier waren schlecht ausgeleuchtet und die leider ebenfalls eher dunklen Flummis damit oft schlecht zu erkennen. Hier hätte man das schwache Licht mit floreszierenden Flummis sogar gewinnbringend nutzen können.

Außerdem fehlte während der punktebasierenden Geschicklichkeitsspiele ein Counter, der den aktuellen Stand anzeigt. Ich muss allerdings zugeben, dass es eine gewisse Spannung erzeugt, wenn man als Zuschauer auch erst nach dem Spiel erfährt, wer überhaupt gewonnen hat.

Die Spiele selbst waren ebenfalls nicht alle gut durchdacht. Die lange Erklärung welcher Spieler wann seine Position wohin wechselt, verwirrte zuerst sowohl Teilnehmer, als auch Zuschauer. Das Spiel, bei dem die Spieler Lichtschalter anwerfen mussten, war hingegen schnell erklärt, aber ein wenig zu anspruchsvoll in der Ausführung.

Allerdings muss man hier auch sehen, dass die Rocket Beans nur ganz selten derart große Live-Veranstaltungen produzieren und das Budget nicht mit dem der großen Fernsehsender zu vergleichen ist. Was die Requisiteure hier neben ihren gewohnten Tätigkeiten geleistet haben, ist schon beeindruckend und hat sicherlich auch einige Überstunden bedeutet.

Zerrissene Anzüge, Handwärmer und Taktiererei

Bei der Flummi Open merkte man, wie sehr solche Shows auch von den Teilnehmern abhängen. Und da war einfach alles vertreten, was eine solche Show braucht. Die Schöpfer Jan Köppen und Lukas Gehner gaben sich humorvoll-professionell, indem sie ihre Spielhand außerhalb des Einsatzes immer mit einem auffälligen Ofenhandschuh warm hielten. Andere Teams waren hingegen Stimmungskanonen oder wahre Taktikfüchse. Team Tantra ließ ihre Grafik-Expertise beispielsweise in einen sehr einprägsamen Einspieler fließen, der den Teamnamen nachdrücklich ins Gedächtnis prägte. Da das Teilnehmerfeld aus den bekannten Bohnen und engen Freunden bestand, hatten die Zuschauer ohnehin einen starken Bezug zu den Flummisportlern.

Die bunten Trainingsanzüge hielten indes nicht den harten Belastungen des Events stand. Bohne Etienne Gardé hatte bereits beim ersten Spiel eine unfreiwillige Lüftung am Gesäß und auch sein Teamkollege, YouTuber und MMA-Kämpfer Flying Uwe, ließ den Anzug immer mehr aus seinen Nähten platzen. Statt sich zu ärgern wurde der Umstand lieber als Aufhänger für neckende Bemerkungen genutzt.

Auch die Community tat ihr übriges dazu. Es ist nicht unüblich große Shows live auf Twitter zu kommentieren. Da Rocket Beans TV über YouTube läuft, hat man als Zuschauer aber auch noch den Livechat, der zusätzliche Unterhaltung bringt – und sogar einmal zur Rate gezogen wurde, als Moderation und Regie den Überblick verloren hat, wie viele Versuche den Teilnehmern noch blieben.

Flummi Open 2020?

Wenn es nach mir ginge, könnte es die Flummi Open gerne in einem weiteren Jahr geben. Es gab bei der Premiere zwar einige Ungereimtheiten, die sich aber für eine Neuauflage relativ einfach beheben ließen. Es war nicht die große Innovation, aber dennoch eine angenehme Abwechslung. Durchweg gelungene Moderation, fern der glattgezogenen Fernsehschule, durchweg unterhaltsame Kandidaten, und keine Werbung mitten in einem Spiel, wie man es zuletzt beispielsweise von Schlag den Star kannte. Außerdem sah ich endlich mal wieder Kandidatenvorstellungen, die einfach lustig waren.

Es wehte ein wenig der Geist der alten Raab-Shows durch die Sendung. 24 Personen, größtenteils Ü30, werden mit einem springenden Ball wieder zu kleinen Kindern. Obwohl ich es anfangs schade fand, dass Spruch-Kanone Jan Köppen als Teilnehmer und nicht als Kommentator an den Start ging, standen ihm Moderation und Kommentar der Sendung in nichts nach.

Auch abseits der Flummi Open darf Rocket Beans TV gerne weitere Liveshows durchführen. Schon letztes Jahr konnte das „Battle of the Beans“ zum dreijährigen Senderjubiläum ähnlich überzeugen. Damals traten die vier Bohnen Etienne, Budi, Simon und Nils in einer Art Live-Version ihres Gaming-Formats Royal Beef gegeneinander an. Da kann sich so mancher Fernsehsender noch eine große Scheibe von abschneiden. 


Image by GioRez via stock.adobe.com

Weiterlesen »

Netzpiloten @newTV Kongress

Der newTV Kongress ist Hamburgs prominentes Event der Bewegtbild-Branche und zählt mittlerweile zu den gefragten Veranstaltungen in der Multi-TV-Industrie. Am 28. März findet der Kongress bereits zum zehnten Mal statt. Wir Netzpiloten sind wieder als Medienpartner mit dabei und sind gespannt darauf, welche aktuellen Trends und Entwicklungen die visuelle Bewegtbild-Szene bewegen. Die Veranstalter nextMedia.Hamburg und newTV Focus Group warten mit einer Reihe an Panels auf und versprechen viele spannende Vorträge. Neue mediale Formate und Variationen erfordern innovative Strategien. Content, Technology und Distribution werden im Bewegtbild-Bereich daher immer wichtiger. Wie sieht die Zukunft des Bewegtbilds aus? Welche innovativen Content-Formate können begeistern? Branchen- und Medienvertreter können sich also auf einen spannenden Konferenztag mit tollen Gästen freuen.

Welche Speaker werden da sein?

All diese Fragen und mehr werden beim newTV Kongress unter dem Motto „Business Innovation on Screen“ von nationalen und internationalen Branchenexperten diskutiert. Zu den exzellenten Keynote Speakern gehört der beliebte Trendforscher und Visionär Henry Mason, CEO von TrendWatching. Sein Thema lautet „2020: Will AI enslave or entertain us?“. Spannend wird es sicherlich auch mit Dominik Schilling von der ARD. Er ist für die ARD Mediathek zuständig und koordiniert darin die SmartTV-Distribution. Er wird über On-Demand-Plattformen referieren.

Welche Themen und Formate erwarten dich?

  • Masterclasses
  • Interaktive Workshops
  • Startup Pitches
  • Experten und internationale Keynotes
  • Mobiles FOODBOOM Studio
  • Innovation, Networking & Aftershow

Und sonst noch?

Das Event bietet ein buntes Programm mit exklusiven Masterclasses und interaktiven Sessions. Bewegtbildkunst & Digitales sorgen für ein kreatives Ambiente. Lasst euch dieses spannende Branchen-Event nicht entgehen! Tickets für den newTV Kongress gibt es hier. Wenn ihr wissen wollt, was euch erwartet, dann werft doch einen Blick auf den newTV Kongress des letzten Jahres. Wir sehen uns in Hamburg!


Image via Netzpiloten

Weiterlesen »

Lineares Fernsehen bald tot? On-Demand-Angebote holen auf

Statista hat vom 7. bis zum 12. Januar 2019 im Auftrag von nextMedia.Hamburg eine repräsentative Studie zum Bewegtbild-Konsum der Deutschen durchgeführt. Sie ist Teil des Media Innovation Reports und bietet spannende Einblicke in unser Konsumverhalten. Die Studie widmet sich vor allem auch der Frage, ob das lineare Fernsehen in Zukunft abgelöst wird. Die Ergebnisse zeigen ein sehr starkes Generationgefälle.

Linear oder On-Demand?

Eine der wichtigsten Fragen der Studie: Schauen die Teilnehmer eher lineares Fernsehen oder setzen sie auf On-Demand-Dienste? Vor allem wenn man die Ergebnisse der 18- bis 29-Jährigen denen der Altersgruppe 50-65 Jahre gegenüber stellt, werden die Unterschiede mehr als deutlich.

Die ältere Generation schaut noch zu 87 Prozent lineares Fernsehen, also klassische Fernsehformate, die auf ihren Sendern zu festgelegten Zeiten gesendet werden. „Nur“ 35 Prozent dieser Altersgruppe nutzt On-Demand-Inhalte. In der jüngeren Zielgruppe sind es nur noch 67 Prozent, die auf lineares Fernsehen zurückgreifen. On-Demand hat das klassische Fernsehen mit 73 Prozent mittlerweile überholt.

Insgesamt liegt das lineare Fernsehen trotzdem unangefochten von 80 Prozent vorne. Videoplattformen wie YouTube folgen mit 67 Prozent, Mediatheken mit 59 Prozent und On-Demand-Anbieter mit 53 Prozent der Befragten.

Das Konsumverhalten von jung und alt unterscheidet sich grundlegend. | Image by nextMedia.Hamburg

Lineares Fernsehen ist in zehn Jahren tot?

Etwas direkter wird es in der Frage, wie es um die Überlebenschancen klassischer TV-Formate wie Samstagabend-Shows, Reality-Formate, Serien und Telenovelas steht. Werden sie in fünf Jahren noch bestehen? Existiert das lineare Fernsehen an sich überhaupt noch in zehn Jahren?

Die 18- bis 29-Jährigen sind sich nur zu 44 Prozent sicher, dass die genannten Formate alle noch in fünf Jahren existieren. Dass das lineare Fernsehen in zehn Jahren tot ist, sehen sie zu 65 Prozent sogar „eher zutreffend“. Bei den 50- bis 65-Jährigen sind hingegen 70 Prozent der Meinung, dass es „eher nicht“ zutrifft. 74 Prozent sind sich außerdem sicher, dass keines der klassischen Formate in fünf Jahren verschwunden ist.

Ob das lineare Fernsehen bald tot ist? Die Generationen sind sich nicht einig. | Image by nextMedia.Hamburg

Jeder für sich

Nie gab es mehr Auswahl. Die Anzahl an Fernsehsendern und das vielfältige Programm On-Demand, hält für jeden Zuschauer etwas bereit. Kein Wunder, dass Fernsehen nicht mehr das große Familienereignis ist, dass es einst war. Die meisten Befragten konsumieren Bewegtbild-Inhalte vorwiegend allein (40 Prozent) oder mit dem Partner (39 Prozent). Vorwiegend mit der Familie schauen nur elf Prozent, mit Freunden sogar nur zwei Prozent. Interessant ist an dieser Stelle übrigens eine Studie aus 2015 über Kinobesucher – ins Kino gingen nur zehn Prozent der Befragten allein.

Bewegtbild wird mittlerweile vor allem allein konsumiert | Image by nextMedia.Hamburg

Eine große Auswahl an Serien und Filmen On-Demand auf Amazon Prime (Provisionslink)


Image by nextMedia.Hamburg

Weiterlesen »

Japan läutet 8K-Ära mit „2001: Odyssee im Weltraum“ ein

Die japanische Rundfunkgesellschaft NHK überträgt seit Anfang Dezember erstmals einen Sender in 8K über Satellit. Das Programm des Senders BS8K soll vor allem Musik und Kunst bieten, umfasst aber ebenfalls Dokumentationen und Dramen. In Kooperation mit der NASA sendet der Sender sogar 8K-Aufnahmen von der ISS.

Erster 8K-Film keine moderne Produktion

Als ersten Film in 8K wurde nicht etwa eine extra darauf ausgelegte Neuproduktion auserkoren, sondern den Klassiker 2001: Odyssee im Weltraum. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, die damals auf 35mm-Film produziert wurden, nahm man den Science Fiction-Klassiker auf 65mm auf.

Nach Angaben von BBC hat Warner Bros. für die Produktion die originalen Negative neu gescannt und dabei etwaige Störungen entfernt. Auch als zweiten 8K-Film bedient man sich bei Produktionen der 1960er: Im März plant der Sender die Ausstrahlung der Musicalverfilmung My Fair Lady mit Audrey Hepburn.

Neben der hohen Auflösung protzt der neue Sender auch mit 22.2 Multichannel Audio – ein Format, das die japanische Rundfunkgesellschaft selbst entwickelt hat.

Ein teurer Spaß

Der Sender dürfte vorerst aber eher ein erster Feldtest sein, um Erfahrungen zu sammeln. Erst langsam etablieren sich 4K-Fernseher auf dem Markt. 2017 lag der Anteil neu ausgelieferter 4K-Fernseher bei rund 33 Prozent.

Während 4K-Geräte langsam auf erschwingliche Preise fallen, lässt sich das von der nächsten Generation noch nicht behaupten. Ab 5.000 Euro fangen beispielsweise die Geräte von Samsung an. Damit die Auflösung auch wirklich zur Geltung kommt, benötigen die Fernseher außerdem auch entsprechend viel Platz.

Zu den eigentlichen Anschaffungskosten des Fernsehers kommt im Falle des Senders BS8K auch noch ein Receiver, der die hohe Auflösung erlaubt. Dieser schlägt nochmal mit umgerechnet gut 2.000 Euro zu Buche.

Schon vor zwei Jahren angekündigt

Der 8K-Start kam aber nicht völlig unvorbereitet. Bereits 2016 gab der Sender NHK im Rahmen der Olympischen Spiele 2016 bekannt, einen großflächigen Marktstart für Ende 2018 zu planen. Zuvor hatte man eine Testausstrahlung der Spiele 2016 als Testphase für hochauflösende Fernsehübertragung gestartet.

Die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio sollen direkt in 8K produziert werden. Die Olympischen Spiele sind ohnehin gerne ein Schaulaufen für neue Technologien. Bei der Eröffnung der Winterspiele 2018 in Südkorea faszinierten 1.218 Drohnen im spektakulären Formationsflug mit 3D-Figuren, die durch die Luft flogen. Das diente auch als Werbung für den kommenden Mobilfunkstandard 5G. Dieser ermöglichte nämlich erst die Choreographie derart vieler Drohnen. Leider verhinderte schlechtes Wetter die geplante Live-Inszenierung der Tech-Show. Stattdessen wurde die Aufzeichnung der Generalprobe gezeigt, bei der alles nach Plan gelaufen ist.

8K-Fernseher von Samsung auf Amazon kaufen (Provisionslink)


Image by alphaspirit via stock.adobe.com

Weiterlesen »

Zattoo, Magine und Waipu.tv: Drei Apps für TV-Streaming im Check

Teaser-TV-Angebote-AP

Wer heutzutage TV-Sendungen schauen will, braucht dafür nicht zwingend ein Fernsehgerät mit TV-Anschluss. Die einfachste Möglichkeit ist über die heimische Internetverbindung auf einen der zahlreichen Streaming-Angebote zurückzugreifen. Doch welcher Dienst bietet das ansprechendste Paket und die beste Android-App? Wir bringen Licht in den Dschungel des TV-Streaming und haben mit Zattoo, Magine und Waipu.tv die drei spannendsten Angebote ausprobiert.

Zattoo: Schweizer TV-Streaming-Primus

Seit mittlerweile zehn Jahren ist der Schweizer Streamingdienst Zattoo auf dem Markt vertreten. Er zählt damit zu den Pionieren in diesem Segment und ist dementsprechend der meistgenutzte Service. In der kostenlosen Variante kann der Nutzer alle öffentlich-rechtlichen Programme empfangen, ARD, ZDF, Kika und Arte sogar in HD. Auch einige wenige private Sender wie Viva oder Welt der Wunder sowie internationale Programm wie CNN oder France 24 sind inkludiert. Zudem gibt’s eine On-Demand-Funktion, die Inhalte für einige Tage nach der TV-Ausstrahlung bereitstellt. Darunter zählen die ProSieben-Gruppe (Pro7, Sat1, Kabeleins) sowie BBC, Spiegel TV oder auch NZZ. Dank Netzkino werden auch einige, wenn auch unterirdisch schlechte Filme angeboten. Der Nachteil des Geizes: Vor jedem Aufruf werden ausgedehnte, nervige Werbeclips eingeblendet.

Zattoo-Screenshots-AP
Zattoo bietet einen praktischen EPG. Screenshot by Jonas Haller

Wer öfter auf Smartphone, Tablet oder PC fernsieht, der sollte sich also das Premium-Paket Zattoo HiQ genauer anschauen. Neben dem Wegfall der diensteigenen Werbung spendieren die Schweizer zudem Privatsender wie Pro7, Sat, RTL oder n-tv. 30 Sender sind zudem in HD verfügbar. Zudem gibt’s eine Restart-Funktion, über die eine laufende Sendung von Beginn angeschaut werden kann. Mit Recall wird zudem eine erweiterte On-Demand-Funktion freigeschaltet, die Sendungen bis 7 Tage nach Ausstrahlungen verfügbar macht. Doch was kostet das? Ein Tages-Pass schlägt mit 1,59 Euro zu Buche, ein Monat kostet 9,99 Euro. Wer sich ein Jahr an den Schweizer Dienst binden will, kann zusätzlich sparen und bezahlt 99,99 Euro.

Für Android-Nutzer ist im Google Play Store eine entsprechende App hinterlegt. Sie zeichnet sich durch eine übersichtliche Menüführung sowie kurze Ladezeiten aus. Ein Elektronischer Programm-Guide hilft bei der Orientierung und zeigt die aktuellen Sendungsinformationen an. In den Einstellungen kann zudem die Download-Bitrate für WLAN- und Mobilfunkzugriff gesetzt werden. Ein spannendes Feature vor allem für Nutzer mit begrenztem Datenvolumen. Um besonders effektiv werben zu können, integrieren die Schweizer Software-Entwickler unter anderem Google Analytics oder auch eine Adjust Nutzungsanalyse. Hier empfiehlt sich die Deaktivierung über die Optionen. Per Chromecast kann das TV-Streaming auch auf den Fernseher übertragen werden.

Magine: Schwedischer Individualist

Seit März 2013 ist der schwedische Mitbewerber Magine auf dem Markt. Gegenüber dem Schweizer Service Zattoo gibt es auf dem ersten Blick nur wenige Unterschiede: Alle öffentlich-rechtlichen Programme sowie ausgewählte Privatsender wie Nickelodeon, Viva oder Comedy Central sind bereits in der kostenlosen Variante verfügbar. Jedoch werden ARD und ZDF lediglich in SD-Qualität ausgestrahlt. Dafür verzichten die Schweden selbst in der kostenlosen Variante auf jegliche Art von Werbung und bieten für die kostenlosen Sender eine Art Mediathek mit Catchup.

Magine-Screenshots-AP
Die Android-App von Magine bietet einen übersichtlichen Aufbau. Screenshots by Jonas Haller

Wer auch auf Privatsender wie Pro7, Sat1 oder RTL nicht verzichten möchte, greift am besten zum Basic-Paket. Es beinhaltet zudem die Sender ARD und ZDF in HD. Für insgesamt 40 Sender müssen 6,99 Euro pro Monat berappt werden – drei Euro weniger als beim Schweizer Konkurrenten. Zudem hat der Dienst ein Paket mit etlichen Pay-TV-Sendern wie Universal, Sony Channel oder AXN im Angebot. Die Aufstockung auf 76 Sender kostet insgesamt 11,99 Euro pro Monat. Zusätzlich bietet Magine interessenbasierte Pakete an. darunter zählen Film & Serie (u.a. TNT Film, Sports TV, Sat1 Emotions), Original English (u.a. Cartoon Network, Boomerang, E! Entertainment) oder auch Sport & Action (u.a. Sportdigital, Auto Motor & Sport, Fuel TV). Die Preise liegen bei monatlichen 2,99 Euro bzw. 3,99 Euro. Pluspunkt: Statt drei gleichzeitig streamenden Geräten bei Zattoo können bis zu fünf Geräte auf den Dienst zugreifen.

Wie auch beim Schweizer Vorbild steht eine schicke Android-App im Play Store kostenlos bereit. Durch den Wegfall des Werbeintros kann schnell auf die verschiedenen TV-Sender zugegriffen werden. Auch ein Elektronischer Programm-Guide (EPG) ist mit an Bord. Der Videostream läuft leider nur im Landscape-Modus, wodurch beim Anschauen nicht gleichzeitig im EPG gestöbert werden kann. Wie auch bei Zattoo könnt ihr in den Einstellungen den Datenhunger der Anwendung drosseln. Zudem unterstützt Magine das Streaming auf den Google Chromecast, ebenso wie Zattoo.

Waipu.tv: Deutscher Schnellstreamer

Der jüngste und ein technisch besonders ambitionierter Streaming-Anbieter ist Waipu.tv, der vom Münchner Netzspezialisten Exaring AG betrieben wird. Das Besondere ist dabei die im Hintergrund arbeitende Infrastruktur. Das Unternehmen betreibt für das TV-Streaming ein eigenes Glasfasernetz, das für eine geringe Latenz und ein schnelles Umschalten zwischen den Kanälen sorgen soll und in der Praxis auch tut. Dafür ist allerdings eine Kooperation mit den jeweiligen Internetanbietern notwendig. Im Test funktionierte die Übertragung beispielsweise im weit verbreiteten Universitätsnetz Eduroam nicht.

Waipu-Screenshots-AP
Der Senderwechsel funktioniert bei Waipu unglaublich schnell. Screenshots by Jonas Haller

Wie bei den anderen Angeboten können mit einem kostenlosen Konto die öffentlich rechtlichen Programme in SD-Qualität geschaut werden. Zusätzlich sind Privatsender wie Eurosport, Deluxe Music oder die Nachrichtensender Deutsche Welle, CNN und Euronews verfügbar. Weitere Privatsender sind im Comfort-Paket verfügbar, das mit monatlich 4,99 Euro zu Buche schlägt und auch dementsprechend kündbar ist. Die 59 Sender flimmern in Standard-Qualität über das Mobilgerät, eine HD-Option kostet einen Euro zusätzlich. Im Comfort-Paket sind neben dem Pausieren von Sendungen auch 10 Stunden Aufnahmespeicher enthalten. Wie in alten VHS-Zeiten kann das TV-Programm also auch definiert aufgezeichnet werden. Wem das nicht reicht, der kann auf das Perfect-Paket zugreifen. Der Aufnahmespeicher erhöht sich auf 50 Stunden und zudem ist eine Mobiloption fürs TV-Streaming im Mobilfunknetz enthalten. Der Preis steigt dann allerdings auf 14,99 Euro pro Monat.

Anders als Magine und Zattoo funktioniert Waipu ausschließlich auf Mobilgeräten. Dementsprechend bietet die im Play Store verfügbare App ein ansprechendes Design und eine sehr gute Performance. Innerhalb von wenigen Sekunden ist der Stream geladen und durch einfaches Wischen nach rechts oder links schnell gewechselt. Über einen Reiter im unteren Bereich stehen zudem ein EPG, TV-Tipps, der Aufnahmespeicher sowie das Nutzerkonto zur Verfügung. Wie bei Zattoo und Magine ermöglicht Google Chromecast die Wiedergabe auf einem TV-Gerät. Seit letzter Woche wird zudem Amazons Fire TV unterstützt.

Fazit: TV-Streaming ist flexibel und kostengünstig

Dank des immer besseren Netzausbaus stellt das Fernsehen per Streaming eine ernst zu nehmende Konkurrenz zu Satellit, IPTV und Co dar. Die drei Anbieter Zattoo, Magine und Waipu.tv zeichnen sich besonders durch ihre Flexibilität und den niedrigen Preisen aus. Zudem sind sie unabhängig von Internetanschluss und Telefon buchbar, Zusatzhardware wird nicht benötigt. Auch die Verbindungsqualität war bei den getesteten Angeboten sehr gut – es kam nur zu Stoßzeiten zu vereinzelten Abbrüchen.

Zattoo HiQ bietet die meisten Sender (90 Programme), Magine den geringsten Preis (6,99 Euro) und Waipu.tv die beste Performance und zusätzlichen Aufnahmespeicher. Alles in allem sind die Unterschiede beim TV-Streaming so marginal, dass es vor allem eine Philosophiefrage ist, ob man nun auf Zattoo, Magine oder Waipu.tv zurückgreift.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Teaser Image by Jonas Haller, Screenshots by Jonas Haller


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • FERNSEHEN rp-online: Das neue DVB-T startet: Es ist das Ende des Fernsehens, wie wir es kannten. In der Nacht wird der TV-Standard DVB-T in Deutschland weitgehend abgeschaltet. Die Umstellung zum neuen Standard DVB-T2 erfolgt aus ähnlichen Gründen, wie damals die Umstellung vom analogen zum digitalen Antennenfernsehen. Kanäle können besser komprimiert werden und die Qualität verbessert sich mit der Auflösung von 1920 zu 1080 Bildpunkten bei einer Bildwiederholfrequenz von 50 Hertz deutlich und kann potenziell besser sein als bei Kabel-TV. Weitere Fragen und Antworten zum neuen TV-Standard gibt’s bei RP-Online.

  • SPIEGEL wuv: Spiegel Online war offline – Abrufe bei Konkurrenten steigen: Nichts da mit “Online” – das Nachrichten Portal Spiegel Online war am Dienstag für mehrere Stunde offline. Grund dafür sei ein Stromausfall in einem Rechenzentrum gewesen. Tatsächlich bescherte der Stromausfall Konkurrenzseiten erhöten Zulauf – kurzzeitig gab es etwa bei Sueddeutsche.de Spitzen von 15 bis 20 Prozent über Normal. Focus Online beobachtete ein Plus von sieben bis zehn Prozent. Nachrichten wurden stattdessen über Facebook und Twitter geteilt.

  • ELON MUSK heise: Neue Firma: Elon Musk will Gehirn mit Computern vernetzen: Ob Elon Musk ein Visionär oder einfach nur größenwahnsinnig ist, teilt die Meinungen. Jetzt hat der Unternehmer offenbar ein Unternehmen gegründet, das Computer mit menschlichen Gehirnen vernetzen soll. Mit „Neuralink“ sollen laut Musk schwerwiegende Krankheiten behandelt werden, gleichzeitig soll es aber auch eine wichtige Zukunftstechnologie, ähnlich der künstlichen Intelligenz, darstellen. Vergangenes Jahr hatte der Unternehmer bereits ein direktes Interface zur Hirnrinde vorgeschlagen, um die Hirnkapazität zu erweitern. Noch befindet sich „Neuralink” aber in den Kinderschuhen.

  • FACEBOOK t3n: Facebook stattet jetzt auch die reguläre App mit Snapchat-artigem Feature aus: Instagram, WhatsApp und jetzt auch Facebook – nach und nach gleichen sie einander, wie ein Ei dem anderen. Snapchat ist der große Vorreiter und die Konkurrenz schaut sich das prominenteste Feature – die Stories – schamlos ab. Mit Facebook-Stories bekommen jetzt auch die iOS- und Android-Apps des sozialen Netzwerks eine Funktion, die nicht ganz zufällig an Snapchat erinnert. Facebook-Tochter hat ein ähnliches Feature schon seit 2016, den WhatsApp-Status gibt es erst seit kurzem, fraglich ist jetzt nur, wie das Überangebot an Video-Diensten beim Nutzer ankommt.

  • SAMSUNG spiegel: Samsung plant Wiederverkauf von Pannen-Smartphones: Im letzten Jahr wurden Sie aufgrund von Explosionsgefahr noch aus Flugzeugen verbannt – jetzt soll das Galaxy Note 7 zurückkehren. Samsung hat jetzt angekündigt, die umstrittenen Smartphones wieder in Umlauf zu bringen. Es sollen nicht nur Rohstoffe und Bauteile wiederverwendet werden, sondern sogar ganze Geräte wiederverkauft werden.

Weiterlesen »

OldTV, NewTV und irgendwas dazwischen – Budi von den Rocketbeans im Interview

Daniel Budi Budiman (Image by Lisa Kneidl)

Am 21.03. fand der 9. newTV Kongress in Hamburg statt. Rund 200 Besucher haben sich zum Austausch rund um OldTV vs. NewTV unter dem Leitthema „Business Innovation on Screen“ getroffen. Zu den Highlights zählten internationale Speaker wie Chris Mead von Twitch mit seiner Keynote über die Online-Streaming-Plattform und deren Creator-First-Mentalität, Raquel Bubar von der New York Times (einer Expertin für Branded Content und Native Advertising) oder Cyrus Saihan (BBC) mit seinem Vortrag über VR und 360°.

OMR2017
Daniel „Budi“ Budiman beim Panel „Experten treffen Jugendliche“ auf dem newTV Kongress. Image by Lisa Kneidl

Daniel „Budi“ Budiman war als Panel-Moderator zu Gast, um einen Dialog mit Jugendlichen zum Thema Medienkompetenz zu starten. Budi, als Moderator aus Giga Games und Game One bekannt, ist Co-Gründer und Head of Strategy von Rocket Beans Entertainment, die am 15. Januar 2015 mit dem ersten 24-Stunden-Sender auf Twitch online gegangen sind und mit nunmehr rund 90 Mitarbeitern und mittlerweile auf YouTube rund um die Uhr Gaming- und Unterhaltungscontent streamen. Bei Rocketbeans TV schalten zu Spitzenzeiten rund 50.000 Zuschauer live ein – Erfolg, der für sich spricht und mit dem vor knapp zwei Jahren nicht jeder gerechnet hätte. Wir haben Budi im Vorfeld seines Panels zum Interview getroffen und mal nachgefragt, was für ihn oldTV, newTV und das ist, was Rocketbeans TV so dazwischen macht.

Lisa Kneidl: Du bist ja hier für das Panel „Experten treffen Jugendliche“. Worum wird es da genau gehen?

Daniel Budiman: Ich treffe vier Jugendliche im Alter von 11 bis 13 und die müssen mir heute ganz dringend erklären, wie ich mich als junges Elternteil auf die Zukunft vorbereiten muss. Was ist cool, was ist nicht cool, was finden sie selber cool, das ihre Eltern vielleicht zulassen oder nicht zulassen. Das Thema des Generationswandels, diese gesamte Medienlandschaft organisiert sich komplett neu. Es werden neue Regeln gesucht, aufgestellt, zerworfen, wiederaufgebaut, dann fällt es wieder in sich zusammen und es kommen plötzlich ganz viele neue Akteure auf den Markt. Durch neue Technologien, aber eben auch durch tatsächlich die Demographie, durch die Generation.

Ich bin Jahrgang 83, das bedeutet, mein technisches Verständnis ist ein grundlegend anderes als das von älteren Generationen. Als junger Vater beschäftigte ich mich sehr deutlich mit der Materie, also Internet, Streaming, Apps, Gaming – alles was Technologie bedeutet. Und wie sieht das morgen eigentlich aus? Und was müsste ich in der Theorie verstehen, damit meine Jungs gewappnet sind. Gewappnet im Sinne von ‚was bedeutet Datenschutz, was bedeutet generell Medienkonsum, was ist dieses ominöse Medienkompetenzthema wovon eigentlich alle reden?‘. Alles was man tun kann, um der Situation eigentlich Herr zu werden, ist, Gespräche zuzulassen und nicht in Regeln zu unterwerfen, die vielleicht auch nicht mehr funktionieren können. Ein reines Verbot von Technologie ist etwas sehr Schädliches für die junge Generation. Aber ein ‚ach tu doch was du willst‘ ist genauso schädlich.

Es ist ein individuelles Thema und so oder so müssen wir darüber sprechen. Ich hoffe da wirklich auch einen Dialog schaffen zu können, der für alle Beteiligten einen Mehrwert bietet. Nämlich einfach mal den Start eines Dialoges, eines sich Öffnens, eines Generationswandels und nicht aus Angst Regeln aufbauen, sondern aus Respekt vor der Geschwindigkeit eher den Dialog fördern.

Was ist „newTV“ für dich?

NewTV ist die Art und Weise, wie man konsumiert und nicht was man konsumiert. Die Verbreitung eines Inhaltes, eines Films, einer Serie, was auch immer, ist eigentlich vollkommen irrelevant. Das hat sich jetzt gezeigt durch Internet, YouTube, Twitch, Beam, Facebook. Alle haben komplett unterschiedliche Parameter und Marktwährungen, aber der Content kann auf alle Seiten bespielt werden.

NewTV bedeutet für mich ein plattformunabhängiges Produzieren, verbreiten und konsumieren von Inhalten und kein Endprodukt, sondern einen Prozess. Das ist eine Bewegung, die rein durch diesen unglaublich schnellen technologischen Wandel hervorgerufen wird. Sachen die produziert werden, sollen zu jedem Zeitpunkt auch konsumierbar sein. Aber die Art und Weise der Produktion verändert sich rapide. Es wird nicht mehr als Endprodukt produziert, sondern als etwas Fortlaufendes und Nachhaltiges. Nachhaltig bedeutet, sich ernsthaft mit einem Thema oder einem Video oder einem Format längerfristig zu beschäftigten. Wenn die Konsumenten aber die Kommunikationsart, zum Beispiel Social Media oder über andere Kanäle oder Kommentarfunktionen, einfach selber noch nicht kennen, oder so wie es vielleicht mal am Anfang des Internets war, dann passiert so etwas, was wir heutzutage unter Populismus verstehen. Schnelle Meinungen werden sehr schnell rausgepackt.

Das alles fällt für mich unter newTV, weil wie lange dauert das Konsumverhalten, welche Informationen werden wie verstanden und wie wird das gespiegelt und zurückgegeben. Ein Ende der Diskussion gibt es gar nicht. Es geht den meisten Leuten immer nur darum, sozusagen gewisse Standpunkte im Prozess weiterzuentwickeln oder einen Punkt zu überprüfen. Aber das ist in der heutigen Diskussion so gut wie nicht machbar.

Wie schätzt du da die Grenzen zum klassischen Fernsehen ein? Und hat das eine Medium dem anderen gegenüber Vorteile?

Der einzige große Unterschied der Fernsehlandschaft oder der TV-Branche zum newTV ist das Alter der Beteiligten, sowohl senderseitig, auftraggeberseitig, auftragnehmerseitig inklusive aller Stationen, wie da Geld verdient wird, sprich durch den Rundfunkstaatsvertrag oder das duale System in Deutschland. Das ist alles für mich die klassische TV-Welt. Und newTV ist im Prinzip alles, was nicht mehr in dieses klassische Bild reinpasst. Wenn es tatsächlich eine Definition gibt, ist es das Budget.

OldTV ist ein gesamter Bereich, plattformunabhängig, der über größere Budgets verfügt, wo alle Akteure, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, der gesamte Markt insgesamt einen anderen technologischen Hintergrund bearbeitet haben, eventuell dadurch einfach insgesamt mehr Geld verdient haben und auf diesen Pötten sitzen. NewTV wiederum bespielt eine andere Zielgruppe in Gänze. Eine Zielgruppe, die andere Produkte oder Prozesse versteht. Es wird anders Geld verdient. Und der Hybrid daraus bestimmt gerade den Markt. Und da passiert jeden Tag etwas Neues.

Du kommst aus der Gaming-Sparte, hat Gaming noch einen Platz im Old TV?

Gaming ist unfassbar weitreichend. Gaming hat immer eine Relevanz und ist so vielfältig, dass es jede Zielgruppe auch tangieren kann und vielleicht sogar sollte, weil es eine verspielte Art und Weise ist, Technologie zu verstehen, komplexe Systeme irgendwie zu zulassen. Es geht nur um die Bereitschaft sich darauf einzulassen. Das sind nicht immer nur um die oberflächlichen Themen, ist es gewalttätig oder nicht oder dauert das jetzt 80 Stunden oder verliere ich meine Hygiene, wenn ich zu viel zocke, das ist alles alter Scheißkäse. Es gibt für jeden, egal wie alt und egal wo, digitale Spiele, die Sinn machen für diese Person. Und deswegen schließe ich da nichts aus.

Die Frage ist eher, wollen Senderverantwortliche dieses Format wagen? Wir haben mit Game One sehr lange ein Format bei einem Privatsender gehabt. Aktuell gibt es kein Fernsehformat. Warum? Weil die Alternative über die digitalen Kanäle zu gehen einfach aktuell sinnvoller erscheint, weil der Markt es halt hergibt. Warum? Weil die meisten Leute, die Gaming-affin sind, ohnehin Interaktion-komplexere Systeme gewohnt sind. Das heißt, diese reine Passivität hat nur eine kulturelle Bewandtnis. Wenn du sozusagen einer anderen passiveren Zielgruppe Gaming verständlich machen willst, dann kann es das tatsächlich nur aus einem kulturellen Aspekt heraus. Dokus, Magazine, wie auch immer, in diese Richtung muss es gehen. Ich hoffe, dass sich Senderverantwortliche weiterhin so öffnen, wie ich das Gefühl habe, dass sie es in den 11 Jahren mehr gemacht haben und mehr Leute zulassen, die sich gut mit diesem Thema auskennen, weil das ein kulturelles Thema ist. Ob das passieren wird, keine Ahnung. Also ich glaube ja.

Ist Fernsehen also gar nicht mehr das Non-Plus-Ultra für das Medium als Plattform?

Fernsehen ist halt einfach Gewohnheitssache, weil es früher gewisse Sachen noch nicht gab. Die Kommunikationsart und Geschwindigkeit war eine andere als heutzutage. Deswegen kann ich auch nachvollziehen, wenn ältere Generationen romantisch, teils verklärt, teils aber auch berechtigt sagen ‚früher hat man sich noch richtig unterhalten und nicht auf das Smartphone geguckt‘. Da saß man noch vor dem Fernseher und hat zusammen „Wetten, Dass…?“ geguckt und sich unterhalten und gelacht. Das sind immer so Pro-Argumente aus älteren Tagen.

Heutzutage kann man das ähnlich machen, aber parallel auch noch aktiv sein, beispielsweise über Twitch, YouTube, Discord, Teamspeak und ähnliches und zusammen Spiele spielen. Das sind neue Formen und es bespielt trotzdem genau dieses Lagerfeuerding, wovon viele Leute immer noch romantisch oder teilweise verklärt reden. Eine gemeinschaftliche Nutzung von einer Medienform, die man selbst gestaltet. Du kannst Einfluss darauf nehmen und das ist der Mehrwert.

Wie ordnest du Rocketbeans TV da ein?

Rocket Beans ist wie ein Virus. Und die Fernsehwelt und der Markt ist wie ein Antibiotikum. Also ein gezüchtetes Präparat um sozusagen Viren zurück zu halten. „Viren“ klingt negativ, ich meine das ein bisschen positiver. Wir entwickeln uns in irgendeiner sehr absurden Art und Weise logisch weiter. Wir wollen sozusagen überprüfen, welche Grenzen es gibt und was müsste es tun, damit wir uns weiter ausbreiten, weiterleben können, uns finanzieren können. Aber wir sollen selber neue Regelsysteme überprüfen. Für uns und für unsere Art und Weise, wie wir aufgewachsen sind, wie unsere aktuelle Analyse des Marktes ist oder der Szene, wenn man so möchte, gibt es unter unseren Aspekten noch nicht die Regeln, die uns Spaß machen. Alte Regeln befolgen und es dabei belassen, ist nicht mehr möglich. Alle sind im Aufbruch, alle wollen verstehen was geht und das ist für mich Rocket Beans.

Wir sammeln gerade und vereinen unterschiedliche Generationen. Wir haben unglaublichen Spieltrieb und wollen versuchen, neue Ideen in lustigen, anderen Fassungen, auch teilweise mit alten Handwerken, zu kombinieren. Wir stehen im Prinzip zwischen old und newTV und kombinieren das. Wir sind ein Sender, aber eigentlich sind wir mehr als ein Sender. Wir sind eigentlich kein Sender, weil wir eigentlich nur Videospiele spielen – oder nicht nur. Wir machen Bundesligaformat, ohne irgendwie die Bundesliga anzupeilen. Aber wir mögen das Thema, wir wollen da rein und wir wollen gemeinsam, auch mit der Community versuchen, ob da nicht mehr geht, ob das nicht sinnvoll ist und wollen uns dabei parallel ausbilden. Wir wollen verstehen, wollen die Zeit haben, wollen auch dafür bezahlt werden, so frei wie möglich diese neuen Regelsysteme so agil wie möglich immer wieder für uns neu zu definieren. Das ist Rocket Beans für mich.

Wie schafft ihr bei RBTV den Spagat zwischen alter Fernsehschule und Anarcho-Internetfernsehen?

Anarcho gab es ja immer, auch im Fernsehen. Viva war Anarcho wie nichts Anderes, das war so geil damals in meiner Jugend. Ich sage ja, ich bin ein medienverbranntes Kind. Und ja, wir haben ein gewisses Handwerk verstanden. Aber das Anarchische, was uns trägt ist eigentlich nichts Anderes, als zu raffen, was eigentlich möglich ist. Wir wollen einfach auch die Grenzen spüren und feststellen, um uns innerhalb dessen auch weiterentwickeln zu können. Und wenn es dann Zeit ist, Grenzen zu durchbrechen, dann wollen wir es machen. Und das was Rocket Beans gemacht hat vor zweieinhalb Jahren, war das dümmste der Welt. Wirtschaftlich gesehen würde das niemand machen und zum Glück sind wir so schlau oder beziehungsweise nicht so schlau, dass wir es trotzdem einfach gemacht haben.

Als ihr mit RBTV gestartet seid, war es das Ziel, 3 Monate zu überleben. Was ist heute das Ziel?

Die nächsten 15 Jahre überleben. Nach zweieinhalb Jahren können wir sagen, dass sich bei Rocket Beans unglaublich viel getan hat. Wir verstehen so langsam, was wir tun müsen. Wir haben das früher mehr aus dem Bauch heraus gesagt, dass wir was Nachhaltiges bauen wollen, jetzt verstehen wir, was das bedeutet. Wir verstehen grob, dass wir wirklich auch Geld verdienen wollen. Wir wollen, dass es den Leuten gut geht, wir wollen selber einfach ein richtig gutes neues modernes Fundament bauen. Von dort aus soll die Reise weitergehen und wir wollen bestenfalls – zurück zur Virusanalogie – gerne mehr Leute von so einem Spieltrieb anstecken. Das ist auch nichts Neues für den Markt, aber wir versuchen das auf einer Art persönlichen Ebene zu machen. Wir wollen den Markt besser deuten können, wir wollen sinnvoll, logisch und vor allem nachhaltig irgendwie weiter nach vorne schreiten.

Unser Ziel ist ganz deutlich, wir wollen es nachhaltig aufbauen, wir wollen, dass es bleibt, dieses Ding, was wir da haben, wir versuchen gerade, Grenzen zu durchbrechen. Es gibt keine Definition für mich, was Rocket Beans angeht, es ist halt ein Hybrid. Aber ich wünsche mir, dass es etwas Rigides wird, was Nachhaltiges, was man eventuell dann auch noch weitergeben kann an andere Medienunternehmungen oder kleine Unternehmen.

Schlusswort: Was ist Rocketbeans TV für dich in drei Worten?

Liebe fürs Spiel.

Die ungekürzte Version haben wir auf unseren Sound-Cloud-Account gepackt. Viel Spaß!


Images by Lisa Kneidl


Weiterlesen »

Wie Netflix den TV-Markt revolutioniert hat

Netflix VHS (adapted) (Image by karat [CC BY 2.0] via flickr)

Die erste Revolution: Die Sehgewohnheiten

Viele Fans hätten sich diese Option wohl gerne für das Ende der US-Sitcom „How I Met Your Mother“ gewünscht: Gerüchten zufolge experimentiert der Streaminganbieter Netflix mit der Interaktivität von Handlungsverläufen. Die Zuschauer sollen die volle Kontrolle erhalten und entscheiden können, wie die Serie auf dem eigenen Bildschirm weitergehen soll – ein Happy End auf Knopfdruck. Wie viel an den Gerüchten dran ist, lässt sich nur schwer beurteilen, doch sie unterstreichen die Rolle von Netflix als disruptive Kraft im Mediensektor. Seitdem der Video-on-demand-Anbieter (VoD), der 1997 noch als Online-DVD-Verleih startete, vor ziemlich genau zehn Jahren sein Streaming-Angebot auf den Markt warf, hat sich die TV-Branche extrem gewandelt.

Netflix war der erste Anbieter, der alle Episoden eigenproduzierter Serien auf einen Schlag zur Verfügung gestellt hat – ganz im Gegensatz zur gewohnten wöchentlichen TV-Ausstrahlung. Auch das „Binge Watching“, also das Schauen zahlreicher Folgen am Stück, geht letztlich auf den Streaminganbieter aus Los Gatos in Kalifornien zurück. Die Amerikaner bieten vor allem auch sicheres und ruckelfreies Streaming und schaffen es, mit den eigenen Algorithmen recht treffsicher den Geschmack der einzelnen Zuschauer vorherzusagen.

Netflix‘ Erfolg basiert demnach auch auf seiner Rolle als Technikunternehmen: „Ihre Stärke ist, dass sie ein wirklich gutes Produkt haben“, so formulierte es Media-Analyst Michael Nathanson im vergangenen Jahr gegenüber der New York Times. Hinten über fällt gerne die Tatsache, dass Netflix natürlich eine Menge Daten von seinen Nutzern sammelt: Wann bricht man eine Serie ab? Wann pausiert man die aktuelle Folge? Ab welchem Zeitpunkt wird man „süchtig“ nach einer Produktion? Alles wertvolle Kundendaten für das Unternehmen.

Die zweite Revolution: Der globale Anspruch

Insgesamt kann Netflix auf 93,8 Millionen Abonnenten verweisen und peilt für dieses Quartal die 100-Millionen-Marke an. Das Wachstum des Streaminganbieters ist immer noch immens: innerhalb des letzten Jahres legte die Zahl der Kunden um ein Viertel zu, die Umsätze stiegen um 40 Prozent. Dabei denkt die Unternehmensführung konsequent global: in jedem Land der Welt solle es möglichst dasselbe Angebot geben – und das setzt die klassischen Akteure der Branche mächtig unter Druck. Dieses Vorgehen entspricht nicht mehr dem alten Geschäftsmodell der Studios und Sender, die ihre Lizenzen teuer in andere Länder verkaufen. Und noch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil hat Netflix gegenüber klassischen Sendern: im Vergleich zu US-Kabelanbietern, die zunehmend an Zuspruch verlieren, zahlen Kunden nur knapp die Hälfte pro geschauter Stunde.

Netflix hat sich durch seine globale Reichweite – fast die Hälfte der Netflix-Kunden stammt mittlerweile aus dem Ausland – im Rechtepoker in eine deutlich bessere Verhandlungsposition katapultiert. Doch gegen die Windmühlen der Studios hilft selbst das manchmal nicht, sodass Eigenproduktionen konzeptueller Mittelpunkt des Anbieters sind.

Die dritte Revolution: Die Inhalte

Unter anderem mithilfe gezielter Reboots alter Serien trifft Netflix den Nerv der Millenials: im vergangenen Jahr legte man sehr erfolgreich „Full House“ und „Gilmore Girls“ neu auf. Mit den eigenen Ideen erregt Netflix vor allem seit 2013 globale Aufmerksamkeit. Die Veröffentlichung von „House of Cards“ war einer der Game Changer in der Branche und der erste Schritt in Netflix‘ Positionierung als ernstzunehmender Konkurrent im Produktionsbereich. In diesem Jahr will der Anbieter sechs Milliarden Dollar für Inhalte ausgeben und langfristig sicherstellen, dass die Hälfte der auf der eigenen Seite gestreamten Inhalte Eigenproduktionen sind.

Die Masse an neu auf den Markt geworfenen Netflix-Serien ist für den einzelnen Zuschauer natürlich nicht zu bewältigen, doch das ist auch nicht das Ziel des Unternehmens. Der große Vorteil des eigenen Geschäftsmodells, so Programmchef Ted Sarandos, sei die Möglichkeit, Serien und Shows zu produzieren, die es im klassischen TV nicht gegeben hätte. Massentaugliche Serien entstehen bei Netflix selten, vor allem die Nische wird bedient. Auch klassische Branchen-Messgrößen wie die Einschaltquote verlieren im Video-on-Demand-Bereich zunehmend ihre Bedeutung – eine Serie muss nicht sofort bei der Veröffentlichung ein Zuschauermagnet sein.

Das bietet natürlich auch für die Kreativen hinter der Kamera neue Chancen. Nicht nur Einkäufe bekommen durch Netflix neuen Schub („Breaking Bad“-Schöpfer Vince Gilligan berichtet, dass die Bereitstellung auf Netflix die Zuschauerzahlen erst richtig in die Höhe getrieben hat, nachdem die AMC-Serie trotz toller Kritiken noch kein Quotenhit war), auch ungewöhnliche Ideen haben bei Netflix die Chance auf Verwirklichung. Und das ganz ohne Quotendruck, schließlich werden die Streaming-Zahlen selbst vor den Machern einer Serie geheim gehalten.

Die vierte Revolution?

Doch trotz der vielen Erfolge, die Netflix in den vergangenen Jahren feierte, prophezeien nicht alle dem Anbieter eine goldene Zukunft. Börsenanalysten gehen davon aus, dass der Höhenflug des Anbieters an der Wall Street nicht ewig andauern wird – in den vergangenen zwölf Monaten stieg der Aktienwert immerhin um über 40 Prozent.

Diese Einschätzung rührt vor allem daher, dass die klassischen TV-Anbieter mittlerweile verstanden haben, welche Gefahr für sie von Netflix ausgeht und steuern mit eigenen Angeboten dagegen. Anfangs nahm man die neue Konkurrenz noch nicht ernst, doch inzwischen setzt beispielsweise auch Sky Deutschland zunehmend auf selbstproduzierte Inhalte (das prestigeträchtigste Projekt ist derzeit die für 2018 angekündigte Serien-Fortsetzung von „Das Boot“).  Schon lange haben sich Disney, 21st Century Fox und Comcast für den gemeinsamen US-Dienst “Hulu” zusammengeschlossen – seit vergangenem Jahr schaltet der Streaminganbieter der drei größten Medienunternehmen in den USA mit zwei großen selbstproduzierten Dramen (u.a. von J.J. Abrams) einen Gang höher.

Auch die BBC und HBO scheinen sich der Veröffentlichungsstrategie von Netflix anschließen zu wollen. Und nicht zu vergessen Amazon Prime Video, der derzeit größte direkte Konkurrent – mit dem Vorteil eines riesigen Unternehmens im Rücken. Netflix‘ entscheidender Vorteil aus den Anfangsjahren ist inzwischen verschwunden: das Unternehmen hat nicht mehr den ganzen Markt für sich allein, sondern muss sich immer mehr mit ernstzunehmenden Konkurrenten herumschlagen.

Netflix bleibt im Moment der Platzhirsch auf dem Streaming-Markt und beeindruckt mit Innovationen und starkem Wachstum. Doch wie lange können die Kalifornier noch auf der Welle des Erfolgs reiten? Aber egal, in welche Richtung sich der VoD-Anbieter entwickelt: der Wandel der TV-Branche ist bereits in vollem Gange – und die Interaktivität von Handlungsverläufen ist vielleicht nicht die letzte von Netflix angestoßene Revolution.


Image (adapted) „Netflix VHS“ by karat (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

#ibes – Das Dschungelcamp als crossmediales Phänomen des Hate-Watching

Monkey (adapted) (Image by samuelrodgers752 [CC BY 20] via flickr)

Weihnachten ist vorbei, das Feiertags-Fernsehprogramm ausgeschöpft und allgemein herrscht einfach Antriebslosigkeit und dem Wetter entsprechend graue Stimmung. Doch der Silberstreif am Horizont des Trash-TV kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Alle Jahre wieder können wir uns Mitte Januar auf das Dschungelcamp „freuen“ und von den Dschungel-Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich (in Nachfolge des verstorbenen Dirk Bach) zu einer neue Staffel „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ begrüßen lassen. In der nunmehr elften Staffel kommen jetzt Z-Promis im australischen Dschungel zusammen, um zwei Wochen lang zwischen Klatsch und Kakerlaken die Zuschauer zu bespaßen.

Auf der heimischen Couch nehmen dann auch Angehörige aller Bildungskategorien Platz. Ob man ihn mag oder nicht, ihn als Trash-TV abtut oder sich darüber echauffiert – der Dschungel ist ein wahres Medienphänomen und der massive Marktanteil der Werberelevanten Zielgruppe spricht dafür. Sogar in die Popkultur hält das Dschungelcamp schon Einzug, „Good Morning in the Morning“ und „Was geht los da rein?“ sind beliebte und kultverdächtige Phrasen. Das letztjährige Finale haben mehr als sieben Millionen Zuschauer gesehen. Doch was fasziniert die Zuschauer so an dem Format, dass es sogar bereits im Feuilleton und verschiedenen Werken im akademischen Diskurs auftaucht und sich damit auseinandergesetzt wird?

Meta-Ebene Twitter

Wodurch entsteht der Unterhaltungsfaktor beim Dschungelcamp? Sind es die Prüfungen, der Ekel, der Klatsch und das (manchmal auch nicht) inszenierte zwischenmenschliche Drama der Kandidaten? Oder fiebern wir einfach gern mit ihnen mit? Vor allem die Begleitung der Sendung durch Twitter macht für viele einen großen Spaßfaktor beim Dschungelcamp aus. Während der zwei Wochen Sendezeit ist der Hashtag #ibes mit ziemlicher Sicherheit wieder häufiger in den Twitter-Trends. Die Nutzer fiebern mit, kommentieren und inszenieren sich so auch selbst mit Witzchen, Bemerkungen und sarkastischen Kommentaren. Man kann es teilweise schon fast ‚Hate-Kultur‘ nennen.

So entsteht ein ganz neues Dispositiv, denn zum Konsum der Serie ist der Fernseher nicht mehr das einzige Medium, das zum Erlebnis beiträgt. Dieses entsteht quasi auf zwei medialen Kanälen und wird so zum crossmedialen Konsumerlebnis. Twitter ist das Sekundärmedium neben dem Primärmedium Fernseher und lässt eine neue Meta-Ebene entstehen, durch die das Konsumverhalten und das Konsumieren der Sendung verändert wird.

Authentizität und Inszenierung zwischen Klatsch und Kakerlaken

Teilnehmer gehen zwischen Authentizität und Inszenierung quasi von der Person zum Charakter über. Ob ihnen ihre Rolle nun vorgeschrieben wurde oder ob sie sie irgendwann von selbst übernehmen und weiterspielen, ist dabei nicht von Bedeutung. Durch das Wechselspiel der extremen Ausgangssituation (man bedenke: der Hunger und die Hygienezustände sind echt) und dem Geltungs- und Inszenierungsdrang der Kandidaten vor allem während der Prüfungen, entsteht eine gewisse Theatralik, das Camp wird zur Bühne und zum Schauplatz für die Figuren.

Großer Spaß unter den Zuschauern und vor allem Twitter-Nutzern entsteht so vor allem um das „Haten“ gewisser Teilnehmer. Bestes Beispiel ist der sogenannte „Honey“, einer der Kandidaten des aktuellen Camps. Alexander Keen, so der volle Name des Male-Models, erlangte zuerst „Prominenz“ durch einen Gast-Auftritt in „Germany’s Next Topmodel“ als Freund einer Kandidatin, ein Format, bei dem die Grenzen zwischen Inszenierung und Authentizität auch immer mehr zu verwischen erscheinen. Auf Twitter mauserte sich der eigentliche Nebencharakter in der Model-Saga bald zum Publikums-Liebling beziehungsweise eher Anti-Liebling. Woche für Woche explodierte der Hashtag #Honey auf Twitter und Nutzer verfielen in einen wahren Hate-Rausch. Sogar ProSieben griff dies auf und passte die Promos für die aktuellen Folgen auf das Phänomen „Honey“ an.

Prinzip Hate-Watching

Das Format SchleFaz treibt das Prinzip des Hate-Watching, sich also etwas nicht zum Vergnügen, sondern um sich darüber auslassen zu können, dabei auf die Spitze. „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ ist eine satirische Filmreihe des Senders Tele 5, bei der die Moderatoren Oliver Kalkofe (der das Dschungelcamp ebenfalls auch in Kalkofes Camp-Report mit erwartungsgemäß spitzem Ton kommentieren wird) und Peter Rütten in jedem Nebensatz humorvoll, spitzzüngig und gezielt denunzierend den jeweiligen Trash-Film vorstellen und ihn meist begleitet durch ein Trinkspiel zusammen mit den Zuschauern ansehen. Das klingt nach einem großen Spaß – wenn man sich darauf einlassen kann.

Das Prinzip des Hate-Watching kommt einem Unfall gleich, es ist schrecklich, man kann aber nicht wegsehen. Durch Hate-Watching oder auch das Guilty Pleasure“, etwas, das einem Freude bereitet, obwohl man weiß, wie schlecht“ es ist, lassen ein ganz neues Dispositiv für Konsumenten entstehen. Viele Serien und Filme werden nicht mehr zur Freude am Content angesehen, sondern gezielt gehasst, um später in Social Media dazu zu diskutieren und sich in manchen Fällen auch zu echauffieren.

Das Dschungelcamp muss man nicht verstehen. Das macht vielleicht aber auch die Faszination aus. Vorbei sind die Zeiten, wo man noch Sendungen geschaut hat, weil sie einem gar gefallen. Heutzutage wird Hate-Watching betrieben und der richtige Spaß entsteht für viele erst an der multimedialen Missgunst online.


Image (adapted) Monkey“ by samuelrodgers752 (CC BY 2.0)

Screenshots by Lisa Kneidl


Weiterlesen »

Vollständige Barrierefreiheit – eine Utopie?

skluptur-hoerrohr-muschel

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelreihe im Vorfeld eines gemeinsamen Events und Hackathons von Microsoft und der Aktion Mensch für mehr Inklusion und Teilhabe im Netz.


Als das Internetzeitalter angebrochen war, hatte jeder bei sich zuhause Internet. So war es in den 90ern auch bei mir. Ich erinnerte mich, dass meine Mutter mich oder meine Geschwister mal aufforderte, raus aus dem Internet zu gehen, weil sie ein wichtiges Telefonat hatte.  Seitdem macht dieses „Neuland“ enorme Fortschritte.  Sehr viele haben Internet bei sich zuhause und man hat das Gefühl, die Gesellschaft ist schon sehr weit gekommen. Aber die Eindrücke könnten ziemlich täuschen. Das Internet ist nicht so inklusiv wie angenommen. Hier möchte ich aufzeigen, an welcher Stelle es mangeln könnte. Das Internet war für mich eine große Chance, mit vielen Menschen in Kontakt zu bleiben. Dazu gibt über verschiedene Kanäle sehr viele Möglichkeiten. Manchmal sage ich, dass ich mit Freunde „ telefoniere“. Dann sind viele erst einmal verwirrt, dass ich es so ausdrücke und nicht explizit „videotelefonieren“ sage. Ich finde den Begriff etwas seltsam und benutze deshalb „telefonieren“, weil es für mich irgendwie normal ist und es auch zur einer inklusiven Gesellschaft gehört, dass man sagt, dass man gerade telefoniert. Erst im Grundschulalter wurde mir bewusst, dass das Internet für  mich nur bedingt barrierefrei zugänglich ist. Die Videos oder die Tutorials zu Lernvideos waren nicht mit Untertiteln versehen. Ich hätte damals gerne im Internet bestimmte Fragen zu Büchern beantwortet, die ich gelesen habe. Es gab damals eine Internetseite, die mir in Erinnerung geblieben ist. Man musste sich da nur registrieren. Das war für mich als Neunjährige sehr neu. Ich hatte Spaß dabei, die Multiple-Choice-Fragen zu beantworten, bevor die Tonspur dazu kam und durch  die schriftlichen Fragen ersetzt wurde. Da war ich furchtbar enttäuscht.

Untertitel könnten helfen, das Internet barrierefrei zu machen

Als Teenager habe ich wie jeder andere YouTube für mich entdeckt. Ich hatte mich schon irgendwie dran gewöhnt, dass YouTube kaum barrierefrei für alle zugänglich war, weil ich als Kind kaum Untertitel im Fernsehen hatte (immerhin: heutzutage werden Sendungen mehr und mehr mit Untertiteln ausgestattet). Als YouTube ankündigte, es gäbe automatische Untertitel bei allen Videos, habe ich mir gedacht, dass ich mir endlich die Tutorials anschauen könnte, die für die Schule wichtig wären. Aber die automatischen Untertitel stellten sich als Enttäuschung heraus. Die Untertitel waren fehlerhaft und nicht wie im Fernsehen. Meine Lehrer dachten sich, dass es toll ist, dass ich mit eingebunden werden könnte im Unterricht, wenn sie uns im Kurs wissenschaftliche Tutorials zeigen wollen. Dann kommt es zu solchen Situationen, dass wir in Gelächter ausbrechen, weil die Untertitel gar nicht zum eigentlichen Thema passen und man sich als Gehörlose verarscht vorkommt. Denn man hofft, es zu verstehen und dann steht in den Untertiteln der Videos gar nicht das, was wirklich gesagt wird. Die Lehrer mussten den Unterricht für einen kurzen Moment unterbrechen und die Gebärdensprachdolmetscher einspringen. Fazit: Man kann es mal zuhause testen, wenn man Langweile hat, aber man sollte den Inhalt des Videos vorher kennen. Dann kann man schon feststellen, dass die automatischen Untertitel nicht wirklich alles wiedergeben können, was der Protagonist im Video  sagen möchte. Die Idee des automatischen Untertitels  ist an sich gut, nur ist es irgendwie schwierig umzusetzen.

Engagement von Freiwilligen

Wie können wir mithilfe des Internets inklusiv werden? Das ist die Frage, an der man sich orientieren müsste. Ich frage mich, wie man die technischen Herausforderungen meistern kann, dass das Gesagte automatisch richtig erkannt und dann richtig untertitelt wird. Es wäre super, wenn in Zukunft die Untertitel genau das wiedergeben, was gesprochen wird. Bis zum Jahr 2020 müsste das machbar sein. Es gab auch Nutzer, die zum Nachdenken durch die schlechten, automatisch erstellte Untertitel angeregt wurden, solche Untertitel selbst zu erstellen. Eine Freundin von mir, die in den USA lebt, hat gerade angefangen, ihre Videos selbst mit Untertiteln zu versehen. Das macht sehr viel Arbeit für sie, aber sie macht es mit Liebe. Die experimentelle Spracherkennung bei YouTube ist noch nicht so ausgereift, aber die Nutzer können die Untertiteldatei an sich schon herunterladen und es dann auf der Grundlage des Videos untertiteln. Das klingt doch schon mal nach einer guten Grundlage, oder? Nur steckt darin so viel Arbeit und vielen fehlt dafür das Bewusstsein. Wenn ich dieses Problem anspreche, kommen dann Sprüche wie: „Ich dachte, das Internet sei  für alle zugänglich“ oder „Oh, ich wusste nicht, dass es auch Gehörlose gibt, die sich das angucken wollen“.

Eure Hilfe für Barrierefreiheit im Netz ist gefragt!

Es sind auch nicht nur die Untertitel bei  YouTube, es gibt auch andere Sachen, die mich und auch die anderen stören – unter ihnen auch Menschen, die hören können. Wenn man kein Radio hört, ist man ähnlich ausgeschlossen wie Menschen, die keinen Facebook-Account angelegt haben. Man ist automatisch von der Welt abgeschnitten. Man kriegt seine Informationen dann nur über das Internet oder von Freunden. Das können zum Beispiel Onlinezeitungen sein oder man ist bei Twitter angemeldet. Dort sind die Infos meistens aktuell und man bekommt dann alles mit, was gerade um einen herum oder auch ganz woanders in der Welt passiert. Lasst uns das Internet zu einem inklusiven Ort machen, das für alle Menschen mit Behinderungen zugänglich ist. Dadurch werden viele Menschen die Vorteile eines barrierefreien Internet besser nutzen können. Auch für die Hörenden wären die Untertitel oder die barrierefreien Inhalten von Vorteil. Meine Freunde mögen die Untertitel auch, obwohl sie hören können. Sie sagen, sie könnten die Dialekte nicht verstehen und fänden es hilfreich, wenn die Inhalte dann untertitelt wären. Das Internet bietet die Chance, inklusiv zu werden. Die Ressourcen gibt es schon, es müsste nur jemand die Chance dazu ergreifen. Es liegt in unserer Hand.


Image “Skulptur” by nonatickler (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Das sehen Hunde, wenn sie fernsehen

hund(image by lightstargod[CC0 Public Domain] via Pixabay)

Hundebesitzer bemerken oft, wie ihre Tiere fernsehen oder auf Computerbildschirme und Tablets schauen. Aber was geht in ihrem Hundekopf vor? Tatsächlich konnten Studien durch eine Rückverfolgung ihres Sehvermögens mithilfe ähnlicher Methoden, wie sie beim Menschen verwendet wurden, feststellen, dass Haushunde bestimmte Bilder und Videos bevorzugen.

Diese Studie deutet darauf hin, dass Hunde bevorzugt andere echte Hunde sehen – aber unsere Studien haben auch herausgefunden, dass es zunächst die Geräusche sind, die Hunde zum Fernseher oder zu anderen Geräten locken.

Die beliebtesten Geräusche umfassen dabei das Bellen von Hunden sowie deren Winseln, aber auch die Laute, die Menschen erzeugen, wenn sie Hunde loben und ihnen freundlich Befehle erteilen und das Quietschen von Spielzeug.

Dennoch schauen Hunde ganz anders fern als es Menschen tun. Statt still zu sitzen, nähern sich die Tiere oft dem Bildschirm, um genauer hinschauen zu können und laufen wiederholt zwischen ihrem Besitzer und dem Fernseher hin und her. Sie sind sehr zappelige, interaktive Zuschauer.

Hunde sehen auf dem Bildschirm auch andere Dinge als Menschen. Hunde sehen zweifarbig – sie haben zwei Arten von Farbrezeptor-Zellen und sehen Farben innerhalb zweier Farbspektren: blau und gelb. Die Farbverwendung in den Medien ist sehr wichtig für Hunde und erklärt, warum der Hunde-Fernsehsender DogTV diese Farben bei seinen Programmen bevorzugt verwendet. Hundeaugen sind außerdem viel sensibler gegenüber Bewegungen und Tierärzte vermuten, dass das verbesserte, flimmerfreie Fernsehen, das aus dem Wechsel von normalem zu hoch auflösendem Fernsehen resultiert, Hunden ermöglicht hat, die Medienprogramme im Fernsehen besser wahrzunehmen.

Mögen Hunde das TV-Programm

In Studien wurden auch mehrere Bildschirme verwendet, um zu sehen, ob Hunde aussuchen können, was sie anschauen. Frühe Forschungen haben ergeben, dass Hunde unfähig sind, sich zu entscheiden, wenn sie mit drei Bildschirmen konfrontiert werden und sich stattdessen nur einen Bildschirm anschauen, ganz egal, was auf diesem gezeigt wird. Dies muss noch mit zwei Bildschirmen getestet werden und möglicherweise auch noch einmal mit mehr als dreien.

Während die Wissenschaft gezeigt hat, dass Hunde sich auf Fernsehprogramme einlassen können und dass sie bestimmte Programme bevorzugen, muss sie noch komplexere Fragestellungen erforschen, wie beispielsweise die Frage, ob ihnen Fernsehen eigentlich tatsächlich gefällt. Wir Menschen schauen oft anstrengendes Bildmaterial oder Videos, die uns eine Vielzahl an Emotionen durchleben lassen, von Erschütterung zu Wut und Schrecken. Wir schauen auch nicht nur deshalb fern, um uns wohlzufühlen. Wir wissen jedoch nicht, ob ähnliche Faktoren Hunde dazu motivieren, fernzusehen.

Worauf sich ein Hund einlässt, variiert jedoch von Hund zu Hund und hängt von seiner Persönlichkeit, Erfahrung und von seinen Vorlieben ab. Es wird spekuliert, ob dies davon beeinflusst wird, was ihre Herrchen schauen, da Hunde dem Blick der Menschen und anderen Kommunikationssignalen, wie zum Beispiel Gesten und Kopfschütteln, folgen.

Anders als bei Menschen gibt es bei Hunden sehr kurze Interaktionen mit den Medien mit einer Zeitspanne von meist unter drei Sekunden, wobei die Tiere bevorzugt kurze Blicke auf den Fernseher werfen, anstatt sich auf diesen zu fokussieren, wie es die Menschen tun. Studien haben herausgefunden, dass selbst Medienprogramme, die speziell für Hunde konzipiert wurden, zum Großteil von diesen nicht geschaut werden. Das ideale Fernsehprogramm für Hunde sollte daher viele Bildausschnitte beinhalten und keine Szenarios mit langen Geschichten.

Aber während Hunde ihren eigenen Fernsehsender haben und eine Vorliebe dafür gezeigt haben, andere Hunde zwischen kurzen Interaktionsphasen im Rahmen spezieller Programme in bestimmten Farben zu sehen, bleiben noch viele Dinge unklar. Dennoch besitzt die Technologie das Potential, für Unterhaltung für den Haushund zu sorgen, wodurch das Wohlergehen der allein im Zwinger und zu Hause gelassenen Hunde gesteigert wird. Man sollte allerdings noch keine Hundeversion der Nachrichten erwarten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Hund“ by lightstargod (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Jung gegen Alt: Nachrichten werden anders gelesen

french tourists (Image by Ron Porter [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Vergessen Sie die unterschiedlichen Meinungen zu Heirat, Hausbesitz und Politik: die aussagekräftigsten Unterschiede zwischen jungen und alten Menschen liegen in der Art und Weise, wie sie ihre Nachrichten bekommen.

Die neue Umfrage des Pew Research Centers über Trends der modernen Nachrichtennutzung, die mit der Knight Foundation zusammen durchgeführt wurde, zeigt, dass einen großen Unterschied zwischen jungen und alten Nutzern hinsichtlich der Nachrichtennutzung gibt. Während 54 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sagen, dass sie ihre Nachrichten am liebsten digital abrufen, geben bloß 38 Prozent im Alter von 30 bis 49 und 15 Prozent im Alter von 50 bis 64 Jahren das gleiche an.

pew-how-americans-get-news-online
Image by Pew Research Center

Die Ungleichheit in der bevorzugten Nachrichtennutzung der Jungen und der Alten ist sogar noch deutlicher, was Handys betrifft. Siebzig Prozent der 18- bis 29-Jährigen sagen, dass sie es bevorzugen, nur Nachrichten über mobile Geräte zu bekommen.

Diese Zahl sinkt auf 53 Prozent bei Menschen zwischen 30 und 49 Jahren und sogar nur 29 Prozent zwischen dem 50. und dem 64. Lebensjahr. (Die mobile Nachrichtennutzung insgesamt steigt jedoch: Ungefähr 72 Prozent der Befragten sagten, dass sie Nachrichten über mobile Geräte abrufen. 2013 lag diese Zahl noch bei 53 Prozent.)

Diese Unterschiede zwischen den Generationen könnten schlechte Nachrichten für das Fernsehgeschäft bedeuten. Pews Bericht beweist, was die meisten Fernsehnetzwerke bereits in ihren Zuschauerzahlen bemerkt haben: die Zahl der jungen Zuschauer sinkt.

Während 72 Prozent der Menschen zwischen 50 und 64 Jahren und 85 Prozent derer über 65-Jährigen sagen, dass sie ihre Nachrichten im Fernsehen anschauen, sagen nur 29 Prozent der 18- bis 29-Jährigen das gleiche.

Pew befragt nur Menschen ab 18 Jahren, was eine bedeutende Anzahl von jüngeren Nachrichtennutzer mit eigenen Bevorzugungen für die Beschaffung von Nachrichten auslässt. Es ist trotzdem wahrscheinlich, dass diese Vorlieben schlechte Nachrichten für die traditionellen Medien bedeuten.

pew-confidence-in-news
Image by Pew Research Center

Hier sind ein paar Highlights des Berichts:

  • Mehr schlechte Nachrichten für Verlage, die versuchen, dass die Menschen ihre Nachrichtenvideos online anschauen: Pew fand heraus, dass Menschen, die gerne Nachrichten sehen, dies zu 80 Prozent über das Fernsehen tun. Im Gegensatz dazu hat das Internet diejenigen angezogen, die die Nachrichten lieber lesen als sehen wollen.

    Vorhergehende Forschungen vom Oxford’s Reuters Institute for the Study of Journalism behandelten ebenfalls die Herausforderungen von digitalen Nachrichtenagenturen, die Menschen dazu bewegen sollen, sich die die Nachrichten-Videos online anzuschauen.

 

  • Druckerzeugnisse gehen weiterhin zurück: Nur 20 Prozent der Menschen bekommen ihre Nachrichten über analoge Zeitungen; drei Jahre zuvor waren es noch 27 Prozent. Nur 26 Prozent der Menschen, die die Nachrichten lieber lesen, tun dies mit Printerzeugnissen.

 

  • Menschen, die ihre Nachrichten online abrufen, haben öfter eine negative Meinung über die Medien. Ungefähr 67 Prozent der Menschen, die es bevorzugen, die Nachrichten online abzurufen, haben eine positive Meinung über die Medien, im Vergleich zu 81 Prozent der Menschen, die andere Plattformen bevorzugen. Besonders junge Erwachsene sind den Medien generell negativer eingestellt.

 

  • Nachrichten insgesamt scheinen ein Vertrauensproblem zu haben: Nur 20 Prozent der Amerikaner vertrauen den Informationen, die sie von Nachrichtenagenturen online und offline bekommen. Das Vertrauen in Nachrichten der sozialen Medien ist noch geringer,zeigen die Befunde eines Berichts im April vom AP-NORC Center for Public Affairs Research and the American Press Institute

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „French tourists“ by RonPorter (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me

  • MEDIENWANDEL carta: ARD, ZDF & „Cloud-TV“: Ein Gutachten wie ein Requiem: Das vom ZDF bestellte Gutachten zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens bestätigt den Auftraggebern letztlich nur ihren Status quo. Das 108-seitige Gutachten „Legitimation und Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Zeiten der Cloud“ von Dieter Dörr, Bernd Holznagel und Arnold Picot dient der Bestandsaufnahme und der Perspektivbestimmung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Es unternimmt den durch eine Perlenschnur von Thesen verbundenen Versuch, den Funktionsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter den aktuellen Bedingungen der sich wandelnden Medienumgebung zu stützen. Dagegen wäre nichts einzuwenden, aber schon die Analyse des Heute im Jahr 2016 lässt Fragen offen. Der Neologismus „Cloud-TV“ erweist sich dabei als wenig hilfreich.

  • MICROSOFT golem: Microsoft Paint soll 3D-Modus erhalten: Die Bildbearbeitung Microsoft Paint soll mit einem 3D-Modus ausgestattet werden. Das zeigt ein offenbar von Microsoft stammendes geleaktes Video, das der Twitter-Nutzer Walkingcat veröffentlicht hat. Microsoft Paint war mit Windows 10 zwar optisch verschönert worden, der Funktionsumfang bleib jedoch identisch zur Vorgängerversion. Das Video zeigt, wie Microsoft Paint künftig zum Erstellen dreidimensionaler Modelle genutzt werden kann. Das Blog Windowsblogitalia bietet nach eigenen Angaben eine inoffizielle Vorabversion der Software zum Download an. Woher diese stammt, ist nicht bekannt. Eine öffentliche Betaversion hat Microsoft bisher nicht vorgestellt.

  • DIGITALISIERUNG haufe: Wann startet die digitale Aufholjagd der KMU?: In den meisten deutschen Betrieben bleibt der digitale Wandel auf der Strecke. Trotz Jubelmeldungen und Statistiken, wie sehr die digitale Transformation die Unternehmen beschäftigt, wird schon der kleinste gemeinsame Nenner in Form einer guten Webseite von vielen Mittelständlern vernachlässigt. Zu hoch ist der Aufwand für Betrieb, Pflege und Aktualisierung der Firmenpräsenz im Internet. Egal ob durch einen externen Dienstleister oder doch die Mitarbeiter, über die Website wird schließlich kaum ein Cent eingenommen. Obendrein redet noch alle Welt von den Vorzügen digitaler Kommunikation, dem Dialog mit Kunden in Social Media, der Präsenz in Vergleichsportalen und dem Vertrieb über Connected Commerce. Diese böhmischen Dörfer erregen bei vielen Chefs meist keinen Handlungsbedarf, sondern alle digitalen Aushängeschilder erzeugen nämlich nur eines: German Digital Angst.

  • EBOOK e-book-news: Jedes zweite Kind lauscht Hörspielen bereits via Smartphone & Tablet: Kinder lieben Hörbücher und Hörspiele, daran hat auch die Digitalisierung wenig geändert. Acht von zehn Kindern lauschen gerne solchen Geschichten, unter den drei bis achtjährigen sogar 91 Prozent. Allerdings: Hörbuch per Kassette oder Schallplatte, das war einmal. Selbst die CD ist im Kinderzimmer offenbar längst ein Auslaufmodell: fast jedes zweite Kind hört bereits Hörspiele, die von den Eltern via Smartphone oder Tablet aus dem Internet heruntergeladen wurden. Immer öfter auch bei Audible, der Hörspieltochter von Amazon, der wir diese und weitere aktuelle Zahlen zu den Hörgewohnheiten der Jüngsten verdanken.

  • SAMSUNG süddeutsche: Samsung ruft Kunden auf, ihr Galaxy Note 7 abzuschalten: Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat eine weltweite Rückrufaktion des Smartphones Galaxy Note 7 gestartet. Kunden sind aufgerufen, das Gerät abzuschalten und überhaupt nicht mehr zu benutzen. Es bestehe Brandgefahr. Die Betroffenen sollen ihr Geld zurückbekommen oder gegen Geräte eines anderen Typs austauschen. Die südkoreanischen Behörden teilten am Dienstag mit, sie hätten möglicherweise eine zweite Fehlfunktion entdeckt, die sich nicht so schnell beheben lasse. Bereits gestern hatte der Konzern die Produktion des Modells gestoppt.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • INSTAGRAM mashable: Instagram is killing photo maps: Instagram hat die „Photo Map“ entfernt, eine Landkarte auf der man sehen konnte wo die Nutzer ihre Fotos aufgenommen haben. Man kann diese Funktion nun nicht mehr bei anderen Nutzern sehen, sondern nur noch auf dem eigenen Profil. Jedoch soll auch die eigene Karte bald entfernt werden. Der Grund dafür ist, dass die meisten Nutzer die Funktion garnicht verwendet haben.
  • SNAPCHAT maclife: Snapchat will in den Hardware-Markt: Snapchat ist nun Mitglied im Bluetooth Konsortium. Unternehmen müssen mehr oder weniger Mitglied in dieser Gemeinschaft sein, wenn sie Bluetooth-Geräte auf den Markt bringen wollen. Dass Snapchat nun Mitglied davon ist, bestärkt die Gerüchte um die Entwicklung eines eigenen Gerätes. Wie das Produkt aussehen wird und welche Funktionen es haben wird, ist bisher noch unklar. Ein weiterer Hinweis ist, dass das Unternehmen vor kurzer Zeit mehrere Hardware-Spezialisten für Kamera-Technologie eingestellt hat.
  • MICROSOFT t3n: Skype Teams: Microsoft entwickelt eine Slack-Alternative: Slack bekommt nun Konkurrenz von Microsoft. Der Konzern baut ein neues Tool mit dem Namen Skype Teams. Dieser Dienst soll die Kommunikation in Unternehmen erleichtern. Mit Skype Teams kann man Dateien und Notizen teilen. Außerdem gibt es eine Funktion, welche Slack noch nicht hat – die „Threaded Conversations“. Kommentare werden also ähnlich wie bei Facebook untereinander angeordnet. Microsoft wollte Slack eigentlich für acht Milliarden US-Dollar kaufen, aber Bill Gates und CEO Satya Nadella lehnten das ab und empfahlen Skype für die Kommunikation in Unternehmen auszubauen.
  • INTEL heise: Internet der Dinge: Intel übernimmt Spezialist für maschinelles Sehen Movidius: Intel hat das Computer-Vision-Startup Movidius übernommen. Die Produkte des Unternehmens werden zukünftig mit Intels Realsense-Technologie verbunden. Geräte wie Roboter, Drohnen und Smartphones sollen mithilfe der performanten Chips von Movidius in der Lage sein Dinge perspektivisch zu sehen. Durch den Gebrauch der Technologie möchte man eine neue Entwicklungsstufe starten. Die Geräte werden dann durch maschinelles Lernen erkennen und das Umfeld verstehen können, sodass sie gewissermaßen wie ein Mensch sehen.
  • UNITYMEDIA golem: Erste Analogabschaltung bei Unitymedia in diesem Monat: Hanau wird die erste Stadt ohne analoges Kabelfernsehen von Unitymedia sein. Bereits am 20.September wird das analoge TV-Angebot des Kabelnetzbetreibers dort enden. Die Digitalnutzungsquote im Kabel liegt laut dem Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten zurzeit bei 82,1 Prozent, das sind etwa zehn Prozent mehr als 2015. Für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg hat Unitymedia das Ende der analogen Verbreitung für den 30.Juni 2017 angekündigt. In Bayern und Sachsen wird die analoge Kabelverbreitung 2018 auslaufen.
Weiterlesen »

Google will sich das Zweite Goldene Zeitalter des Fernsehens zunutze machen

Google (adapted) (Image by Open Grid Scheduler Grid Engine [CC0 1.0] via flickr)

Traditionelle Pay-TV-Anbieter, die bereits unter Druck stehen, weil die Konsumenten sich vermehrt für das Streamen von Internet-Videos entscheiden, sehen sich einer neuen Bedrohung gegenüber. Google macht jetzt Ferbsehwerbung, und eine Entscheidung, die Anfang des Jahres von der US Federal Communications Commission (FCC) getroffen wurde, beunruhigt alle: von traditionellen Set-Top-Box-Anbietern bis hin zu Diversitäts-Champions. Die FCC sagt, sie wollten „die Box entsperren“ und genehmigten im Februar einen Antrag, der von traditionellen Kabelanbietern fordert, ihre Daten hinsichtlich Programmierung, Geräten und Inhaltsgestaltung mit „den Schöpfern konkurrierender Geräte oder Apps“ zu teilen. Sie lehnte hingegen ab, „einen regierungsspezifischen Standard“ anzuordnen, in der Annahme, dies würde Innovationen behindern. Stattdessen beantragte sie, dass die Spezifikationen durch „ein unabhängiges Organ offener Standards“ festgelegt werden.

Früher Rückschlag der Industrie

Doch nicht jeder stimmt zu, dass diese neue Regelung tatsächlich Innovationen fördern würde. Stanton Dodge von Dish Network Corp argumentierte, dieser Antrag „würde sich tatsächlich eher hinderlich auswirken“ auf Innovationen in diesem Gebiet. Bob Quinn, stellvertretender Leiter für die Bundesgesetzbehörde von AT&T, stimmt dem zu und stellt fest, dass „die FCC beschlossen hat, einen Weg einzuschlagen, der den Wettbewerb und die Innovationen, die zu diesem lebendigen Markt geführt haben, grundlegend bedroht“. Bedeutende TV-Produzenten, angefangen bei Disney über Time Warner bis hin zu Fox und Comcast-NBC sowie die nationale Vereinigung für Kabelfernsehen haben ihre Reaktionen an die FCC übermittelt. Ihr gemeinsam vorgebrachtes Argument ist, dass „die Urheber die Kontrolle über Produktplatzierung und kommerziellen Inhalt behalten müssen“. Die Motion Picture Association of America und die Screen Actors Guild baten die FCC

im Bestreben, den Wettbewerb unter Set-Top-Box-Anbietern zu sichern, unsere Inhalte nicht ohne unsere Zustimmung und Entschädigung an Drittparteien weiterzugeben, unsere Inhalte nicht dem Diebstahlrisiko auszusetzen, und die Ökonomie, die die Erstellung neuer Programme untermauert und ein Zweites Goldenes Zeitalter des Fernsehens fördert, nicht zu bedrohen.

Pay-TV wird wachsen

Der Rückschlag für die amerikanischen Pay-TV-Dienste resultiert wahrscheinlich aus den bereits zurückgegangenen Pay-TV-Umsätzen in Nordamerika. Man erwartet eine Verringerung des Umsatzes um 13,5 Milliarden US-Dollar innerhalb der nächsten fünf Jahre. Der Wegfall der Mieterträge der Set-Top-Boxen, die den Weg für Konkurrenten wie Google, Apple und Tivo ebnen, wird diesem Rückgang nur weiter zuträglich sein. Trotz des Rückgangs in Nordamerika wird Pay-TV global weiterhin wachsen. Die Regionen mit dem größten Umsatz-Wachstum zwischen den Jahren 2015 und 2021 wird mit einem Wachstum von 25 Prozent (das entspricht etwa 8 Milliarden Dollar) der Pazifik im asiatischen Raum sein. Die Umsätze in Indien werden sich voraussichtlich von umgerechnet 3,5 Milliarden US-Dollar auf 7,8 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Auch von China wird ein großes Umsatzwachstum von 1,9 auf 11,7 Milliarden US-Dollar erwartet. Der Nahe Osten und Nordafrika werden ebenfalls ein Umsatzwachstum von 26 Prozent erleben und für die Sub-Sahara-Region Afrikas ist ein massiver Anstieg von 63 Prozent zu erwarten. Dies folgte einer Aufforderung des FOX Geschäftsführers James Murdoch an Pay-TV-Dienste, ihre Anzahl der angebotenen Kanäle zu verkleinern, um in der neuen Abo-Medienlandschaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Nielsen-Bericht zeigte, dass trotz der Anzahl der verfügbaren Kanäle, die von 129 im Jahr 2008 auf 189 im Jahr 2013 angestiegen waren, die Konsumenten weiterhin nur durchschnittlich 17 Kanäle einschalteten.

Wer wird am meisten profitieren: Konsumenten, Pay-TV oder digitale Disruptoren?

Die FCC argumentiert, dass den Konsumenten letztlich mehr Auswahl, größere Flexibilität, mehr Innovationen, gesteigerter Wettbewerb und bessere Preise geboten würden. Der Antrag der FCC wird Kabel-Abonnenten in den Vereinigten Staaten, die aktuell jährlich im Durchschnitt 231 US-Dollar zahlen, um eine Set-Top-Box ihres Kabelanbieters zu mieten, mehr Optionen ermöglichen. Die Kabelanbieter generierten im vergangenen Jahr einen Umsatz von schätzungsweise 20 Milliarden US-Dollar. Die FCC stellte fest, dass die Preise für Set-Top-Boxen seit 1994 um 185 Prozent gestiegen sind – der Verbraucherpreisindex steigt somit um das Dreifache an. Ein Großteil der Diskussion um die FCC-Entscheidung dreht sich um die Vorteile für die Konsumenten. Ein offener Set-Top-Box-Markt wird jedoch ebenfalls Möglichkeiten für andere Unternehmen bieten, die in die Medienverbreitung involviert sind – insbesondere solchen, die bereits die traditionellen Medien aufgerüttelt haben wie Google, Amazon und Apple. Diese Unternehmen sind nicht nur innerhalb der Vereinigten Staaten etabliert, sondern haben alle auch in einer Vielzahl anderer Länder Einflüsse. Dies wirft Fragen auf in Bezug darauf, wie der Flow-on-Effekt der FCC-Entscheidung in anderen Ländern aussehen könnte, insbesondere in Regionen, denen Wachstum im Pay-TV-Sektor vorausgesagt wird.

Ist die Box notwendig?

Der FCC Antrag dreht sich rund um „die Box“, doch wir haben eine massive Veränderung in der Art und Weise, wie Konsumenten Inhalte anschauen, beobachtet. Die Konsumenten schauen Videos mittlerweile über eine Vielzahl von Geräten an, inklusive Smartphones, Tablets, Computer (Laptop und Desktops-PCs) und Spielekonsolen. Das Anschauen von Video-Inhalten ist nicht länger abhängig von Plattformen oder Geräten, sondern erfordert stattdessen eine plattformunabhängige Herangehensweise. Zusätzlich wird eine Rate von mit dem Internet verbundenen Fernsehgeräten von weltweit 26,8 Prozent für das Jahr 2018 erwartet. Im Vereinigten Königreich sind 29 Prozent der Fernsehgeräte Smart-TVs. Etwa 78 Prozent dieser Fernseher wurden in den vergangenen zwei Jahren gekauft. In Australien haben 32 Prozent der Wohnungen einen Fernseher mit Internetanschluss. Dies trägt zu dem einfachen Zugriff von Fernsehbildschirmen auf Video-Inhalte online bei. In einer offenen Set-Top-Box Umgebung könnten Pay-TV-Dienste Inhalte einer Reihe von unterschiedlichen Unternehmen anbieten – und damit Fragen rund um Daten und Ratings aufwerfen.

Geht es um Inhalte oder Daten?

Ratings sind ausschlaggebend für den Verkauf von Werbung für kommerzielle Sendeanstalten. Bei einem offenen Zugang zu Inhalten könnte eine Vielzahl von Organisationen Zugriff auf die Rating-Informationen bekommen. Dieser offene Ansatz könnte Unternehmen wie Google, die für ihre Datensammlung bekannt sind, zugutekommen. Sollte Google Anwendungen oder andere periphere Technologien entwickeln, die Zugriff auf Pay-TV-Dienste erlauben, dann würden diese ebenfalls den Zugriff auf und das Sammeln von Daten erlauben, die mit Fernsehgewohnheiten und -verhalten der Konsumenten zusammenhängen. Google war mit YouTube extrem erfolgreich beim Sammeln von Daten. Dieser Ansatz könnte in eine größere Analyse der Sehgewohnheiten integriert werden und für gezielte Werbung durch das Netzwerk genutzt werden. Google könnte Medienproduzenten eine Fülle von Informationen hinsichtlich der Programm-Sehgewohnheiten präsentieren. Diese könnten nicht nur spezifisch für lokale Märkte sein, sondern ebenfalls eine globale Analyse der Sehgewohnheiten der Konsumenten für spezifische Programme liefern. Es würde darauf hinauslaufen, dass Google ein Wettbewerber für andere TV- und Medien-Rating-Agenturen rund um den Globus würde, so Nielsen. Im letzten Jahr verkündete Nielsen ein strategisches Abkommen mit Roku, um die Messung des Online Video Streamings durch Nielsen Digital Ad Ratings zu ermöglichen. Amazon könnte diese Daten nutzen, um Produktempfehlungen speziell angepasst an die Sehgewohnheiten der Konsumenten zu präsentieren. Amazons Serie ‚Transparent‘ gewann einen Golden Globe, was, wie Gründer Jeff Bezos sagte, den Verkauf anderer Produkte auf der Seite unterstütze. Netflix hat bereits angedeutet, seiner mobilen App im Verlauf des Jahres ein Second-Screen-Erlebniselement hinzuzufügen. Google könnte zusammen mit Netflix, Apple und Amazon auch diese Information dazu nutzen, um Programme und Produkte über verschiedenste Online-Netzwerke und Geräte hinaus zu empfehlen. Während die Entscheidung der FCC von den Konsumenten als ein Gewinn angesehen werden könnte, bedarf es Überlegungen und weiterer Analysen hinsichtlich dessen, was der offene Zugang zu Medieninhalten tatsächlich bedeutet. Wollen die Konsumenten wirklich, dass all ihre Daten in Bezug auf ihr Online-Verhalten und ihre Sehgewohnheiten gesammelt werden? Dies würde Unternehmen wie Google und Amazon erlauben, Produkte, Dienste und Werbung, die vermutlich auf der Basis der individuellen Online-Historie personalisiert sind, zu platzieren. Doch hier es könnte es mit den personalisierten Medien zu weit gehen. Es könnte in Zukunft also seltener passieren, dass man einfach einmal über ein Programm stolpert oder seine gewöhnlichen Sehgewohnheiten verlässt, um Inhalte, die einem ein Freund empfohlen hat, zu schauen. Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Google“ by Open Grid Scheduler / Grid Engine (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 22. Januar

In unseren Lesetipps geht es heute um Polen, Periscope, Netflix, wie ein Algorithmus politische Reden schreibt und die Messenger der Zukunft. Ergänzungen erwünscht.

  • POLEN Foreign Policy: Obama Is Poland’s Only Hope: Die neue polnische Regierung versucht mehr als zwei Dekaden demokratische Entwicklung in nur wenigen Wochen umzukehren. Und die Europäische Union wird wohl nur zu schauen können. Genau wie bei Ungarn. Nur wenn die europäischen Werte keinen Anreiz mehr für Polen darstellen, wohin wendet sich das Land dann? Denn Russland ist in diesem Fall keine Alternative für Polen. Bleiben noch die USA, und damit die Hoffnung der Europäischen Union, dass über die NATO-Beziehungen die polnische Regierung zurück in den Kreis der anderen Demokratien führen kann.

  • PERISCOPE Fast Company: Inside Periscope: Als uns im Sommer 2015 Dienste wie Meerkat und Periscope quasi überfielen, eine Technologie als neuesten Hype zu erklären, die es schon seit Jahren gab und wofür es auch schon Apps gab, nervten Dienste wie Persicope erst einmal gewaltig. Auf der ElbeBlogger-Reise nutzte ich den Dienst dann zwei Wochen lang jeden Abend und lernte ihn so langsam kennen und mögen. Inzwischen hat sich der aufgewirbelte Hype-Staub etwas gelegt und Periscope hat sich als Dienst erwiesen, der länger als einen Sommer gefragt ist. Harry McCracken hat sich für Fast Company intensiver mit dem Dienst auseinandergesetzt und gibt einen lesenswerten Einblick in das Unternehmen.

  • NETFLIX Meshed Society: Netflix is the next phase of globalization: Über die Vorteile des Streaming-Dienstes Netflix muss man wohl heutzutage nicht mehr viel sagen. Letzten Sommer habe ich es auf einer Europareise unglaublich geschätzt, vor allem Dank VPN, auch in anderen Ländern Content zu sehen, dessen Sprache ich verstehen kann. Martin Weigert analysiert auf seinem Blog, wie ein global zugängliches Netflix unsere Sehgewohnheiten verändern könnte. Welche Vorteile das hat, aber auch, denn das traditionelle Fernsehen wird technologisch definitiv nicht mithalten können, was es bedeuten könnte, wenn Netflix so mächtig wird, fragt er sich in seinem Blogpost.

  • ALGORITHMUS MIT Technology Review: How an AI Algorithm Learned to Write Political Speeches: In einer Folge der dänischen Politikserie Borgen muss der Spin Doctor Kasper Juul eine Rede für die Premierministerin schreiben und erklärt dabei einer Mitarbeiterin, wie eine politische Rede aufgebaut sein muss. Dahinter steckt System und dies hat Valentin Kassarnig von der Universität Massachusetts nun einem Algorithmus beigebracht, der politische Rede schreiben kann. Die sind im Detail noch nicht perfekt, und selbstverständlich nur auf Englisch, denn die Datenbank des Algorithmus ist mit über 4.000 Reden von 53 Debatten des US-Kongress gefüllt. Aber der erste Schritt ist getan, eine gute Rede zu schreiben können nun auch Maschinen. Irgendwann wird eine Maschine eine Rede halten und wir werden sie wählen.

  • MESSENGER Wired: Do We Really Want Messaging to Replace Our Apps?: Messenger-Apps werden unsere wichtigsten Apps. Medien schicken uns auf dem Messenger von Facebook die neuesten Nachrichten, Startups geben uns via WhatsApp Tipps für unser Outfit, ein mit Künstlicher Intelligenz verbesserter Slackbot erinnert uns an das nächste Meeting und was wir dazu wissen müssen. Dies sind nur einige Beispiele, wie Messenger unsere wichtigsten Assistenten im Alltag werden. Am Beispiel des von Berlin nach New York abgewanderten GoButler geht Cade Metz auf Wired.com der Frage nach, ob wir das überhaupt wollen.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps über Twitter für den 14. Januar

In unseren Lesetipps geht es heute nur um Twitter, wie es das Fernsehen und unsere Sprache beeinflusst, neue Funktionen, virale Fakes und Cyberbullying. Ergänzungen erwünscht.

  • FERNSEHEN CNN: Can your tweets change your favorite TV show?: Die per Twitter den jeweiligen Tatort auseinander nehmende Community nutzt den Microblogging-Dienst wohl eher um Frust über oft schlechtes Fernsehen abzulassen. In unseren global vernetzten Welt kennen wir alle Beispiel, von richtigen guten Fernsehserien, die so viel besser sind, als was das deutsche Fernsehen hinbekommt. Diese Beispiele, oft aus den USA, nutzen Social-Media-Kanäle wie Twitter und Facebook aber auch anders als hierzulande. Auch da wird Frust kommuniziert, oft aber auch eine Community aufgebaut, die einer bestimmten Serie folgt.

  • FUNKTIONEN om.co: What Twitter Can Do To Get Better & Increase Engagement: Noch ist nicht raus, ob Jack Dorsey als Twitter-Chef mehr Schaden anrichten wird als er nützt, aber man muss ihm lassen, dass Stillstand nicht zu seinen Strategien gehört. Und vielleicht mag es an seiner Person liegen, dass sämtlichen Ideen und neuen Funktionen so kontrovers diskutiert werden. Der Kommentar von Om Malik ist dadür ein gutes Beispiel und eine lesenswerte Warnung, vielleicht auch einmal die Perspektive bei seiner Kritik mitzudenken.

  • SPRACHE The Huffington Post: Is Twitter Bad For Language? Statistical Analysis Says No: Die englische Sprache mag durch ihre globale Rolle, vor allem im Internet, vielleicht für digitale Kommunikation priviligiert sein, denn sie ist Arbeitssprache des Netzes, seiner ErfinderInnen und der Menschen, die es weiterentwickelt haben. OkCupid-Gründer und Ok-Trends-Blogger Christian Rudder hat die Auswirkungen von Twitter und seinem Zeichenlimit auf die englische Sprache untersucht und ist zu dem Fazit gekommen, dass solche technischen Restriktionen und die kulturelle Popularität von Twitter der englischen Sprache nicht geschadet haben.

  • FAKE BBC News: The Twitter murder that never happened: In Südafrika ging die Suche nach einem Mädchen und dann die Geschichte ihres Todes auf Twitter viral. Verschiedene Medien und auch ein Ministerium berichteten über die emotionale Geschichte oder den thematischen Hintergrund von Gewalt gegen Frauen und Kinder. Doch die Geschichte war ein Fake, auf den sehr viele Menschen reingefallen sind. Eine 18-jährige Südafrikanerin steckte hinter dem Twitter-Account, mit dem sie ihren Frust über das Leben in Südafrika ausdrücken wollte. Was bleibt ist die Grundaussage über die Situation von Frauen in der Gesellschaft, auf die sich scheinbar viele Menschen einigen konnten, und ein paar JournalistInnen, die hoffentlich etwas gelernt haben.

  • CYBERBULLYING WoodTV.com: Twitter polls become outlet for cyberbullies: Dass man auf Twitter auch kleine Umfragen machen kann, wurde in meiner Timeline bisher stets sinnvoll angewendet, meist aber mit einem Augenzwinckern. Ein nettes Feature, mit den man ein paar Scherze machen kann und vielleicht ab und zu sogar was interessantes. In Michigan haben verschiedene SchülerInnen diese Funktion für Cyberbullying genutzt, also mithilfe der Umfrage im Internet MitschülerInnen beleidigt. Daraus lernt man, dass man auch auf Twitter nicht anonym kommuniziert, dass man für seine Kommunikation haftbar ist und das Technologie neutral ist. Es kommt auf uns Menschen an, wie wir sie nutzen und was wir damit mitteilen wollen.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Sponsored Post: Once You Go Perfect Black, You’ll Never Go Back

Schaut Eure Lieblings Filme, wie Ihr sie noch nie zuvor gesehen habt mit OLED – dem nächsten revolutionären Schritt der TV Technologie.

LG650x366

In den vergangenen Jahren stieg die Popularität des 4K TVs und man konnte immer mehr von ihnen in unseren Wohnzimmern finden. Nachdem diese Art von Technologie immer erschwinglicher wurde, verbreitete sie sich in Windeseile. Die Menschen wollten immer bessere Qualität, besseren Sound und ein besseres TV Erlebnis. Der Sprung nach vorne hat die alte Technologie immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Aber gerade durch sie haben wir unsere Lieblings Filme kennen und lieben gelernt. Aber wie würde wohl der klassische Batman oder die originale Star Wars Trilogie in 4K Auflösung aussehen?

Wenn man Batman und Star Wars visuell mit einem Wort beschreiben müsste, welches wäre dann wohl das richtige? Genau! Dunkel. Denn gerade im Film Batman, wie er in seinem schwarzen Cape durch die Nacht saust oder X-Wings, die hinauf zum Todes Stern fliegen, ist in beiden Filmen gerade die Farbe schwarz ausschlaggebend. Experten beurteilen die TV-Fähigkeit, schwarz perfektioniert darzustellen, als eines der wichtigsten Elemente des Fernsehens.

Ebenso spielt sie für den Kontrast eine große Rolle auf dem TV Markt. Es wurde eine Technologie entwickelt, die nicht bloß schwarz rendert, sondern schwarze Farben perfektioniert.

Die Evolution der Bildschirm Technologie: OLED

Es gibt vier verschiedene Typen von Bildschirm Technologien in der Geschichte der Fernseher: Die Kathodenstrahlröhre (CRT), anschließend Plasma, LCD und OLED. Jede dieser Technologien steht für eine weitere Verbesserung der Bildqualität. Nach der guten alten Kathodenstrahlröhre entstand eine große Lücke bis zur Erreichung des Plasmas. Und eine ebenso große Lücke besteht auch zwischen LCD und OLED, denn OLED benötigt keine Hintergrundbeleuchtung.

Jeder einzelne Pixel kann Licht auf sich selbst emittieren. Genau dadurch entstehen diese perfekten Schwarztöne und das unverwechselbare Kontrastverhältnis. Mit Hintergrundbeleuchtung, wie die des LCD, wäre das nicht möglich. Aus diesem Grund ist die Umstellung auf OLED Fernseher so revolutionär für die Display Technologie, sowie damals die Einführung von Smartphones für die Handyindustrie.

Black Contrast

Den Unterschied der Bildqualität zwischen LCD und OLED ist gravierend und zeigt sich im obigen Bild. Links ist das, was man auf einem LCD Bildschirm sehen würde. Die Schwarzlicht-Panels verfärben das Bild und produziert Licht auf die Pixel, wo eigentlich gar keines sein sollte. OLED hingegen rendert jeden einzelnen Pixel nur so hell oder dunkel, wie es auch sein sollte. Es schafft ein sauberes, klares, glattes Bild und lässt die Images und Farben mehr als nur real wirken.

Vielleicht dachten Sie sich ja immer, dass eine schlechte Bildqualität nicht ausschlaggebend für den Filmgenuss sei, aber wenn Sie das erste Mal auf einem OLED TV einen Film gesehen haben, werden Sie es nicht mehr vermissen wollen. Der Schwarzwert liefert uns nicht nur die schwarze Farbe, die in den dunklen Filmen so überaus wichtig ist, er wird auch seiner Farbbrillanz gerecht.

Was wir von der neuem OLED Display Technologie erwarten

Denken Sie einmal an einen Nachthimmel. Wie dunkel sind die schwärzesten Stellen des Himmels? Wenn Sie ein Stadtbewohner sind, dann können Sie vielleicht gar nicht so genau wissen, wie dunkel der Himmel in Wirklichkeit ist, denn die künstlichen Lichtquellen blenden vieles einfach aus.

Erst in der freien Natur, fernab von jeglicher Zivilisation wie beispielsweise in der Wüste, können wir die majestätischen Farben des Nachthimmels genauer erkennen. Ohne die Lichtverschmutzungen, werden die Objekte im Himmel erst so richtig sichtbar.

Die unteren Bilder zeigen die einzelnen Effekte von Lichtverschmutzung. Auf der linken Seite sehen Sie, wie schwer die Lichter einer Großstadt es machen, einzelne Objekte genau zu erkennen. Auf der rechten Seite kann man jedoch erkennen, dass der LG OLED TV frei von sämtlichen Lichtverschmutzungen ist und der Nachthimmel in all seiner Pracht erstrahlt.

Das Bild von den hellen Punkten auf dem schwarzen Hintergrund, ist auf dem OLED TV viel klarer und deutlicher zu sehen, während auf dem LCD TV die Punkte eher verschwommen und weniger sichtbar sind.

LG Light Pollution

LCD TV vs. LG OLED TV

LG ELECTRONICS – der weltweit führende OLED-TV-Anbieter – hat kürzlich ein Video unter dem Titel “Colorful Sensation in Black” veröffentlicht. Der Clip zeigt eine Horde von laufenden und springenden Männern in schwarzer Kleidung. Sie helfen dabei, die Bedeutung der schwarzen Farbe zu verstehen und die Genauigkeit der heutigen Fortschritte des perfekten schwarzen Bildes hervorzuheben. Wie man sieht, ist die Darstellung der schwarzen Farbe auf einem Bildschirm, für die Home-Entertainment-Experten einer der wichtigsten Elemente.


Teaser & Image by LG


 

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 3. November

In unseren Lesetipps geht es heute um Nomophobia, selbstfahrende Autos von Google, Push-Benachrichtigungen, Netzneutralität und Star Trek. Ergänzungen erwünscht.

  • NOMOPHOBIA Fusion: Are you afraid of being away from your phone?: Es gab den Hype um die vermeintliche Angst etwas auf dem Smartphone zu verpassen, nun gibt es wohl die Angst von seinem Smartphone an sich getrennt zu sein. Nomophobia betitelt Kristen Brown ihren Artikel darüber für Fusion.net und nennt es auch gleich eine moderne Horror-Geschichte. Es gibt zwar bereits einige Studien mit gewissen Erkenntnissen, aber die Forscher geben zum Glück zu (statt schon verurteilend anzuklagen), dass man noch kaum etwas über das Phänomen weiß. Dass es Nomophobia geben könnte, ist vielleicht ein guter Anlass, um einmal über sein eigenes Verhältnis zum Smartphone nachzudenken.

  • SELBSTFAHRENDE AUTOS The Next Web: Google had nearly 50 self-driving cars on the road in October: Google hat einen Bericht über seine selbstfahrenden Autos im Monat Oktober veröffentlicht, der zumindest einen kleinen Einblick in das Programm gewährt. Insgesamt hat Google zurzeit 48 selbstfahrende Autos auf den Straßen von Kalifornien und der texanischen Stadt Austin. Die Autos haben bereits 10.000 bis 15.000 Meilen zurückgelegt. Diesen Monat testet Google das Verhalten und die Fähigkeiten der Autos, wenn Kleinkinder im Straßenverkehr sind.

  • PUSH-BENACHRICHTIGUNGEN Digiday: Inside the New York Times‘ new push notifications team: Lucia Moses wirft für Digiday einen Blick in das neue Team für Push-Benachrichtigungen der New York Times, in der Medienwelt eine Inspirationsquelle für vieles, dass andere dann woanders kopieren. Wie also die New Yorker demnächst ihre Leser mobil über Nachrichten informieren, könnte weltweit Verbreitung finden. Wie überhaupt mehr Benachrichtigungen, denn das hat die New York Times schon heraus gefunden, mehr Leser kommen zu dem Medium, wenn sie persönlich auf dem Smartphone erreicht werden.

  • NETZNEUTRALITÄT The Economist: A multi-speed Europe: Der Economist vergleicht den US-amerikanischen und den europäischen Telekommunikationsmarkt und deren Verhältnis zur Politik, die in beiden Regionen neue Regeln für diese Märkte aufgestellt hat. Wie sehr die neuen Regeln für eine vermeintliche Netzneutralität in Europa durch den Lobbyismus der verschiedenen Telekoms schon vor Verabschiedeung geschwächt waren, berichteten sogar hierzulande alle größeren Medien und der Chef der Deutschen Telekom machte das ja gleich einen Tag nach Verabschiedung mit seinen Vorstellungen von neuen Geschäftsmodellen deutlich. Europa wird wohl, für den Profit einiger weniger Firmen, seine digitale Wirtschaft opfern und gegenüber den USA weiter zurückfallen.

  • STAR TREK Vox.com: Star Trek is returning with a new TV series — on a streaming service nobody uses: Es wird eine neue Serie von Star Trek geben und Matthew Yglesias bringt es bei Vox.com auf den Punkt, warum das eine tolle Nachricht ist: mehr Utopie! Star Wars hat schon immer inspiriert – die erste Serie damals die ersten Internetunternehmen, die zweite Serie dann die heutigen Internetunternehmer. Zwar konnte nicht jede Serie von Star Wars diese Wirkung erzielen, aber erst einmal kann man ja hoffen, dass die eue Serie es schafft. Einziges Problem dabei ist, dass es erst einmal wohl für ZuschauerInnen außerhalb der USA keinen legalen Weg geben wird, das zu schauen (aber es gibt ja Dutzende andere Wege).

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Apple-Chef Tim Cook: „Die Zukunft des TVs sind Apps“

Apple TV - HD 1080p (adapted) (Image by Silvio Sousa Cabral [CC BY 2.0] via Flickr)

Der Begriff des “Cord Cutters” hat sich in der Diskussion um die Zukunft des Fernsehens als Schlagwort etabliert. Noch sind es nur wenige, die auf reguläres TV zu Gunsten von Internet-Diensten wie Netflix verzichten, doch neue Geräte wie Apple TV machen das immer attraktiver. Die klassischen TV-Sender wissen um den Trend und bereiten sich schon länger auf die sich ändernden Nutzungsgewohnheiten vor.

Apple TV wird mehr als TV können

“Die Zukunft des TVs sind Apps”, hat Apple-Chef Tim Cook vergangene Woche von der Bühne in San Francisco posaunt (bei 52:06 im Video). Aus seiner Sicht klar: Mit dem baldigen Marktstart des neuen Apple TV hält ein App Store auf das Gerät Einzug, für dass Entwickler neue Software erfinden sollen. Basierend auf einem neuen Betriebssystem namens tvOS ist es Developern nun möglich, ihre Apps für Apple TV zu optimieren. Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt: Neben den logischen Kandidaten Netflix, Hulu, HBO Now oder iTunes gibt es zum Start neben Games auch Apps von Airbnb oder Gilt. So soll man am Flat-TV seinen nächsten Urlaub buchen oder Kleidung shoppen können.

Wichtigstes Einsatzgebiet von Apple TV und seinen Konkurrenten (z.B. Fire TV von Amazon oder Nexus Player von Google) werden aber die bewegten Bilder bleiben. In den USA werden Menschen, die auf Kabel-TV verzichten und Serien und Filme ausschließlich nur mehr via Internet beziehen, bereits “Cord Cutters” genannt.

Einer Studie der Yahoo-Tochter Flurry zufolge hat in den USA im zweiten Quartal 2015 ein interessanter Wechsel stattgefunden: In dem Quartal wurden erstmals mehr Minuten mit Apps auf Smartphones und Tablets verbracht als vor dem TV-Bildschirm. Das bedeutet natürlich nicht, dass US-Nutzer in Apps nur Videos sehen, und die TV-Nutzungszeiten sind deswegen nicht gesunken. Für Anbieter von TV-Apps ist aber eines interessant: Laut Flurry wurde 2015 erstmals mehr Geld für Apps ausgegeben als für Mobile-Werbung (33 vs. 31 Milliarde US-Dollar), und zwar nicht mehr nur für Games, sondern eben auch für Anbieter wie Netflix, Hulu, HBO Now, Spotify und Pandora. Apple als App-Store-Betreiber ist dabei teilweise in der schönen Position, 30 Prozent der Monatsgebühren als Provision einzustreichen.

TV bleibt noch immer König

Zu glauben, dass Netflix & Co. dem klassischen TV bald den Rang ablaufen werden, wäre aber verkehrt. Schon allein, wenn es um Live-Übertragungen geht (z.B. Sport oder aktuelle Ereignisse), sind Fernsehsender natürlich ungeschlagen und bannen Millionen vor die Bildschirme. In Deutschland und Österreich ist das TV weiter das dominierende Medium, dem die meisten Minuten pro Tag Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die TV-Anstalten wissen aber auch, dass sie auf Internet-TV mit seinen Vorzügen (On Demand, auf allen Geräten) reagieren müssen, um bei jungen Konsumenten relevant zu bleiben. Von der BBC über ARD und ZDF bis zum ORF finden sich überall Bestrebungen, immer mehr Inhalte via Internet zugänglich zu machen. Und da könnte Tim Cook letztendlich recht behalten – denn über kurz oder lang werden sich die Apps der europäischen TV-Sender auch am Apple TV finden.


Image (adapted) “Apple TV – HD 1080p” by Silvio Sousa Cabral (CC BY 2.0)


 

Weiterlesen »

Trends des Monats – September

starbucks spill (adapted) (Image by Eric [CC BY 2.0] via Flickr)

Die Medien- und Digitalbranche ist ständig in Bewegung. Fast im Tagesrhythmus gibt es neue, innovative Medienprojekte, praktische Gadgets oder neue digitale Geschäftsmodelle. Wir stellen euch dieses Mal einen Innovationshub für digitale Inhalte, die Kooperation zwischen der New York Times und Starbucks, einen 24-stündigen Hackathon und den weltweit ersten Android PC vor. Außerdem zeigen wir euch die neue App WhipClip .

Blogfabrik – Was das Coworking Space so besonders macht

Die Blogfabrik in Berlin zeichnet sich dadurch aus, dass die Atmosphäre mehr als gemütlich ist. Neben einem Konferenzraum, 30 Arbeitsplätzen, einem Fotostudio und vielem anderen, findet man hier auch eine Lounge und eine Küche. Zusammenarbeit und Kommunikation werden hier großgeschrieben. Das besondere Konzept von diesem innovativen Coworking Space ist, dass ansässige Blogger, Instagramer und weitere, hier ihre Miete für ihren Arbeitsplatz mit Content zahlen der im Daily Brad Mag, einem Onlinemagazin der Blogfabrik, veröffentlicht wird.

Zeitung lesen und Kaffee trinken – Die New York Times kooperiert mit Starbucks

Die New York Times und Starbucks haben eine Zusammenarbeit angekündigt. Dass Kaffee trinken und Zeitung lesen wunderbar zusammen passen, haben auch diese beiden Unternehmen mitbekommen. So können einige Zeitungsartikel der NYT kostenlos auf der Smartphone-App von Starbucks gelesen werden. Das Ziel dahinter ist folgendes und ganz simpel: Es sollen neue Leser erreicht werden.

Hackday – Die Zukunft des Fernsehens

Der Blogger Bertram Gugel und die Medienanstalt Berlin Brandenburg starten Ende September erneut den Hackday in Berlin. Hierbei handelt es sich um einen 24-stündigen Hackathon zur Zukuft des Fernsehens. Verschiedene Leute wie beispielsweise Designer, Entwickler oder aber auch TV-Sender werden gemeinsam daran arbeiten neue Apps, Formate, Remixe vorhandener Werke und Hardware zu erstellen. Für die Fertigstellung ihrer Projekte haben die Teams 24 Stunden Zeit.

Remix Mini – Der weltweit erste Android PC

Der weltweit erste Android PC – Remix Mini – soll auf den Markt kommen. Drei ehemalige Ingeneure von Google wollen diesen herstellen. Der PC soll für lediglich 40 US-Dollar angeboten werden. Mit einem Arbeitsspeicher von gerade mal einem 1GB und einem internen Speicher von 8GB, sowie Ethernet, W-Lan, Bluetooth und USB-Anschluss, bringt der kleine PC eine ganze Menge mit sich. Für Begeisterung sorgt dieser kleine Computer jetzt schon auf Kickstarter. Bereits über eine Million US-Dollar wurden dort schon zur Finanzierung eingesammelt.

WhipClip – Die Serien-App

Viele kennen wahrscheinlich das Gefühl, dass man eine lieblings Sendung sieht und einen Clip daraus am liebsten mit freunden teilen möchte. In den USA ist das bereits möglich. Mit der App „Whip Clip“ kann man ganz legal Ausschnitte mit anderen teilen. Dadurch, dass zahlreiche Partnerschaften zwischen WhipClip und Unternehmen wie FOX, ABC oder CBS bestehen, ist für entsprechend viel Material aus den aktuellen Programmen gesorgt. Das alles funktioniert ganz einfach. Man sucht sich einfach seine Sendung aus dem Archiv raus und erstellt einen zweiminütigen Clip. Da fügt man dann noch ein Kommentar hinzu und teilt es mit seinen Freunden. In dem Portfolio befinden sich außerdem Musikvideos.


Image (adapted) „starbucks spill“ by Eric (CC BY 2.0)


 

Weiterlesen »

MediaCon 2015: Storytelling fürs TV à la James Joyce

Mediacon

Auf der MediaCon 2015 in Dublin wurde diskutiert, wie sich TV durch das Internet verändert und wohin die Reise gehen kann. // von Rainer Kiebat

Podium auf der MediaCon 2015 (Image: Rainer Kiebat/Netzpiloten)

250 Delegierte fanden sich in dieser Woche zu Irlands erstem TV und Tech Summit MediaCon in Dublin ein. Das Event ist das “Baby” von Lesley O’Connor, die lange beim erfolgreichen Dubliner Web Summit involviert war: “Wir zeigen, wie neue digitale Plattformen die TV-Industrie verändern und helfen Produzenten, neue Wege des Fundings für ihre Formate zu finden.

Stephen McCormack ist einer der Gründer von MediaCon. Er macht deutlich, wie Online und Mobile das TV-Geschäft revolutionieren. “Die Zielgruppe unter 40 hat ein ganz anderes TV-Verhalten. Statt eine Episode pro Woche zu sehen, wollen sie 4 bis 5 am Stück oder gleich die ganze Serie verschlingen – und zwar wann und wo es gerade passt.

Als eine Antwort auf das “Warum so einen Event in Dublin stattfinden lassen?” hatte McCormacks Mitstreiterin Lesley O’Connor ja bereits die positiven Erfahrungen mit dem Web Summit angeführt. Eine weitere Antwort fand die Dubliner Oberbürgermeisterin Criona Ni Dhálaigh. In ihrer Eröffnungsrede sprach sie eine auf Dublins Straßen häufig angewandte Begrüßung an. “What’s the story?” kriegt man hier oft zu hören. Dubliner waren schon immer Geschichtenerzähler und nicht von ungefähr hat die Stadt schon mehrere Nobelpreisträger für Literatur hervorgebracht. Digitale Technologien gepaart mit globaler Reichweite von TV und Film haben die Macht einer guten Geschichte deutlich erhöht. Warum sollte der nächste YouTube-Star, auf den eine Fernsehserie zugeschnitten wird, also nicht aus der Stadt von James Joyce kommen?

Anne-Marie Tomchack von BBC Trending sprach davon, dass es niemals eine aufregendere Zeit für Journalisten gegeben habe und stellte den digitalen Werkzeugkasten der BBC vor, der von Periscope bis Facebook reicht.

Im Facebook-Chat beantwortete Anne-Marie Tomchak sowohl Fragen aus dem Saal als auch von Followern ihrer Seite. Eine Frage war, ob man sich nicht via Social Media die Konkurrenz ins Haus hole. Ein guter Punkt laut Tomchak, denn so mancher YouTuber hat mittlerweile sein Team um sich und agiert wie seine eigene Fernsehstation. “Wir können aber alle voneinander lernen.

Livestreaming mit Periscope ist ein weiteres nützliches Werkzeug, das von der BBC zum Beispiel genutzt wurde, als in den USA Michael Brown erschossen worden war. Es kann aber für eine Journalistin auch bedeuten, dass Trolle angelockt werden.

In einer Podiumsdiskussion mit dem Titel “Digital Video killed the TV-Star” wurde die Frage diskutiert, ob soziale Medien das Fernsehen für immer überflüssig machen werden. Man war sich hier einig, dass man sich zwar in einer Art Kampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer befinde, dass andererseits aber auch soziale Medien einen Weg und somit eine Chance bedeuten, die Nutzer zu sich herein zu holen. Alle Teilnehmer beobachten, wie Zuschauerzahlen bei klassischem TV runtergehen, während gleichzeitig Interaktionen auf sozialen Medien rasant ansteigen. Herausforderung wie Lösung sei hier das Schaffen von interessanten Inhalten, über die in sozialen Medien gesprochen wird. Nur so können auf Dauer diese Nutzer eingebunden werden. Zurück an den Anfang also – zurück zu interessanten Geschichten.

Paul Quigley von NewsWhip sprach davon, wie er und seine Kollegen Kunden wie USA Today Daten über Trends bei sozialen Medien liefern. Zwei Dinge seien wichtig – “Werdet gut verbreitet” und “Lasst über Euch reden”. Quigley erzählte in Sachen Verbreitung davon, dass er sich bei der SXSW auf einer Bühne mit gleich vier berühmten “Mommy-Bloggern” wiedergefunden habe. Es sei deutlich geworden, dass solche Blogs weitaus besser für die Verbreitung von Inhalten zur Familie seien, als so manches traditionelles Medium. Am Bespiel von Game of Thrones wiederum machte Paul Quigley, der den Netzpiloten demnächst ein Blick hinter die Kulissen von NewsWhip ermöglichen wird deutlich, wie Nutzerdaten zeigen, wie eine Serie auch zwischen Staffeln von sich Reden machen kann – mit einem Quiz zum Beispiel:


Im Podcast “Content Convergence” spricht Moderator Steve Rubel mit NewsWhip-CEO Paul Quigley:


Daniel Ravner von Practical Innovation sprach davon, dass Digital zwar cool und innovativ sei, stellte aber auch die Frage “But where is the money?”. Es seien bessere Kosten-Strukturen notwendig. Warum etwas teuer bauen, wenn mir als TV-Sender doch Instagram zur Verfügung steht? “Poste doch einfach für Deine Kochsendung Bilder von leckeren Gerichten!” Das Gerede von Strategie allein sei nicht ausreichend und digital um jeden Preis könne eher zu finanziellen Verlusten führen. Aber was sei mit einer detaillierten digitalen Strategie? Die Antwort von Daniel Ravner: “There is the money!

In weiteren Podiumsdiskussionen waren sich Repräsentanten von TV-Sendern wie BBC, ITV, RTE und Channel 5 Produzenten sowie die Vertreter neuer Medien einig, dass das “alte” TV unter Druck steht. Sowohl von Seiten des “neuen” TV wie Netflix oder Amazon Prime, aber auch durch soziale Medien. Solange sich aber das traditionelle Fernsehen als lernfähig erweist und es schafft, Nutzer sozialer Medien einzubinden, wird die Zukunft ein Zusammenwachsen von “Alt” und “Neu” zeigen. Und solange wie eine interessante Geschichte erzählt wird, kommt es auf das Medium eh nicht so sehr an. Dem hat in der Stadt der Geschichtenerzähler niemand widersprochen.


Image by Rainer Kiebat/Netzpiloten


CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Weiterlesen »

BuzzFeed-Gründer Jonah Peretti mailt seinen Mitarbeitern

Jonah Peretti (image (adapted screenshot) by Re_code)

Am Dienstag wendete sich BuzzFeed-CEO und Gründer Jonah Peretti in einer Mail an die gesamte Belegschaft und verkündete ein paar Neuigkeiten, die es in sich haben. Unter anderem hat BuzzFeed einen Fernseh-Deal mit NBCU geschlossen, kommt mithilfe von Yahoo nach Japan und wird noch stärker Inhalte für andere Plattformen produzieren. Am Ende profitieren davon laut Peretti vor allem die BuzzFeed-Mitarbeiter, weshalb wir seine doch altbackene Mail mal in den BuzzFeed-Style übersetzt haben, damit sich auch alle an der frohen Kunde erfreuen können. Gern geschehen, Jonah.

1. BuzzFeed kommt ins Fernsehen!

via GIPHY

Das US-amerikanische Medienunternehmen NBCUniversal (NBCU) hat eingewilligt, 200 Millionen US-Dollar in BuzzFeed zu investieren und mit dem Unternehmen eine Partnerschaft einzugehen, sodass BuzzFeed seine Reichweite auch auf Film und Fernsehen ausweiten kann. Die Kooperation und vor allem die Investition versetzt BuzzFeed in die Lage, neue Projekte zu starten, die sie alleine niemals alleine auf die Beine hätten stellen können.

2. Nihongo wo hanasemasu ka? BuzzFeed bald schon.

via GIPHY

BuzzFeed goes Japan, zumindest zum japanischen Ableger von Yahoo, das eines der führenden Internet-Unternehmen auf dem japanischen Markt ist. Dadurch muss BuzzFeed nicht von selbst neu starten, sondern kann das Netzwerk von Yahoo nutzen, schnell Nutzer mit seinen eigenen Inhalten zu erreichen. BuzzFeed-Präsident Greg Colemann erklärt die Details der Kooperation in einem eigenen Beitrag.

3. BuzzFeed produziert mehr Inhalte für andere Plattformen.

via GIPHY

Facebook wandelt sich immer mehr zu einer Nachrichtenplattform und das wohl am meisten alles auf soziale Netzwerke setzende Medium BuzzFeed darf da natürlich nicht fehlen. Doch neben Instant Articles kooperiert BuzzFeed auch mit Snapchat Discover und Apples News App, ist also eigentlich überall vertreten, um ein an seinen Inhalten interessiertes Publikum zu erreichen. Noch nie war die URL eines Medienunternehmens wohl so bedeutungslos wie bei BuzzFeed.

4. BuzzFeed ist zu allem bereit und vor allem mit jedem.

via GIPHY

Die Plattform für die eigenen Inhalte ist BuzzFeed egal, redaktionelle und kreative Unabhängigkeit ist es laut Peretti aber nicht. Doch weder Geld (siehe dazu Punkt 1 zum Investment von NBCU) noch Reichweite (siehe BuzzFeeds Distributionsstrategie in Punkt 3) sollen daran was ändern. Am Ende muss alles BuzzFeed dienlich sein.

5. And the winner is: die BuzzFeed-Mitarbeiter!

via GIPHY

Wer jetzt aber glaubt, dass von den Investitionen und dem Zugang zu BuzzFeed über mehr Medien und Plattform, sogar in neuen Sprachen, vor allem das eigene Publikum profitiert, der irrt. Für Peretti sind es vor allem die Mitarbeiter, die durch die von ihm ausgehandelten Kooperationen am meisten profitieren. Denn neben mehr Möglichkeiten, innerhalb des Unternehmens Karriere zu machen, hat die Leistung der Mitarbeiter einen größeren Einfluss. Da bleibt uns wohl nur noch, allen Angestellten von BuzzFeed zu gratulieren. You rock!

6. Jonah Peretti will noch (einmal) überrascht werden!

via GIPHY

Ein erstaunliches und manchmal wunderliches Medienunternehmen wie BuzzFeed aufgebaut zu haben, kann noch nicht das Ende sein. Peretti freut sich vor allem auf das, was noch kommt und mit welcher überraschenden Entwicklung sein Unternehmen ihm noch eine Freude machen wird.


Teaser & Image „Jonah Peretti“ (adapted screenshot) by Re/code


CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Weiterlesen »

TV Spielfilm: Von Print zu Digital zu Fernsehen

TvSpielfilm 200x200 Quelle: Mediadaten TV Spielfilm live

In Zeiten des Medienwandels müssen sich bestehende Formate neuen Technologien anpassen. Nach der App startet TV Spielfilm nun einen Livestream. // von Felicitas Hackmann

TvSpielfilm 650x317 Quelle: Mediadaten TV Spielfilm live

Mit einer Printauflage von über 900.000 Exemplaren, ist die Fernsehprogrammzeitschrift TV Spielfilm immer noch in vielen deutschen Wohnzimmern vertreten. Viele andere nutzen die Smartphone App, die 2011 gelauncht wurde. Jetzt möchte das Verlagshaus Burda einen Schritt weitergehen und auch gleich Livestreaming anbieten: TV Spielfilm live. Die Details dazu stellte Sebastian Spang, Mobile und Digital Projektmanager bei BurdaNews, auf der Interactive Cologne vor.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Medienethik: Filipovic über die Ethik der TV-Unterhaltung

Screenshot Medienethik Nacktdating, Dschungelcamp und Co - Zur Ethik der TV-Unterhaltung

Professor Alexander Filipovic, erster Inhaber des Lehrstuhls „Medienethik“ an der Hochschule der Philosophie in München, berichtet über die Ethik des deutschen Unterhaltungsfernsehen und setzt sich mit der Kritik daran auseinander.

Zu Beginn der Sendung befasst sich Filipovic mit der Fernsehunterhaltung und ihrer Stellung in der Gesellschaft. Er stellt gleich zu Beginn klar, dass das Fernsehen nicht nur mit das bedeutendste Medium der allgemeinen Bevölkerung darstellt, sondern auch, dass das Format der Unterhaltung zum beliebtesten Format in Deutschland zählt. Jedoch gibt es auch Kritik, welche diesen Bereich besonders trifft. Belegt wird dies durch eingespielte Ergebnisse einer Umfrage, in der sich verschiedene deutsche Bürger zum Unterhaltungsfernsehen äußern. Besonders werden Datingsendungen kritisiert. Diese seien zu gestellt und würden keinen Mehrwert bieten. Auch Talkshows werden oft genant, jedoch nicht nur im negativen Sinne. Ein guter Moderator und interessante Gäste würden die Qualität solcher Sendungen heben, heißt es dort. Doch ein schlechter Moderator könne auch für eine schlechte Sendung sorgen, sowie immer gleiche Gäste das Publikum ebenfalls langweilen können.

Nach dem Einspieler wird eine Grafik präsentiert, welche zeigt, dass die Unterhaltung zusammen mit Serien und Spielfilmen den größten Teil des konsumierten Fernsehens ausmacht. Bei einer durchschnittlichen Fernsehdauer von vier Stunden am Tag werden zwei davon von Unterhaltungssendungen eingenommen.

Danach geht Filipovic kurz auf die Digitalisierung des Fernsehens ein. Er beschreibt, dass Fernsehen heutzutage nicht mehr an den Fernseher gebunden ist, sondern das wir unser Unterhaltungsprogramm mittlerweile auch von vielen anderen Geräten beziehen können. Leider bleibt es nur bei dieser oberflächlichen Erklärung.

Unterhaltungsethik soll es laut Filipovic zurzeit gar nicht geben. Unterhaltungsprogramme werden durchwegs abgelehnt und kritisiert, heißt es weiter. Diese Ansicht sei jedoch nicht gerecht. Die Kritik wird in linke und rechte Kritik aufgeteilt. Die rechte Kritik lautete in dem Falle, dass jegliche Unterhaltung der Sitte und der Moral schaden würden, da die Sendungen die Menschen beeinflussen könnten. Die linke Kritik besagt, dass Unterhaltung den Menschen einlullen würde, ihn von den wichtigen Problemen der Welt ablenken würde und ihn zu einem guten Konsumenten machen solle.

Für Filipovic sind diese Ansichten und Kritiken zu flach. Außerdem seien beide schlichtweg falsch. Die rechte Kritik würde der Unterhaltung zu viel Macht zusprechen, da es empirisch kaum bewiesen werden könne, dass ein Mensch nur durch Unterhaltung beeinflusst werden könne. Die linke Kritik hingegen wäre zu streng mit dem Menschen, da dieser ein Grundbedürfnis nach Entspannung und Unterhaltung besitzt. Er nutzt das philosophische Beispiel der Funktionslust, um zu zeigen, dass der Mensch Unterhaltung quasi automatisch konsumiert und somit wichtige Probleme nicht komplett vergisst, ihnen aber während der Unterhaltung keine Bedeutung beimessen könne.

Zum Schluss der Sendung geht es noch um die Themen der Menschenwürde und des Jugendschutzes. In Shows wie „Big Brother“ oder dem „Dschungelcamp“ würde der Würde eines Menschen geschadet werden, heißt es in der Kritik. Diese Ansicht unterstützt Filipovic. Beim Jugendschutz heißt es hingegen, in Deutschland besitzen wir mit der FSK zwar eine Institution, welche die Sendezeiten vorgeben kann, die letzte Entscheidung läge aber bei den Eltern. Diese müssen entscheiden, ob eine Sendung die Erziehung und Entwicklung eines Kindes beeinflussen kann und sollten dem entsprechend handeln.

Filipovic schließt die Sendung mit einer Aufforderung an das Publikum ab. Wer sich anstatt sinnloser Unterhaltung TV-Sendungen mit informativen Inhalten wünscht, der sollte diese auch unterstützen und Sendungen, welche diese nicht bieten, schlichtweg ignorieren. Dieser Aussage kann auch ich selbst ohne Bedenken zustimmen.


Teaser & Image Screenshot „Nacktdating, Dschungelcamp und Co – Zur Ethik der TV-Unterhaltung


Weiterlesen »

Medienethik: Jörg Sadrozinski über heutigen Journalismus

Medienethik-Gespräch zwischen Alexander Filipovi? und Jörg Sadrozinski über Journalismus

Jörg Sadrozinski diskutiert in der zweiten Folge der Sendung „Medienethik“ über den Status Quo des Journalismus. // von Tobias Schwarz

Medienethik-Gespräch zwischen Alexander Filipovi? und Jörg Sadrozinski über Journalismus

Der Leiter der Deutschen Journalistenschule (DJS), Jörg Sadrozinski, diskutiert mit Moderator Alexander Filipovi? den Status Quo des Journalismus, zeigt aktuelle Tendenzen auf, was neu ist und wo es seiner Meinung nach Grund zur Kritik gibt.

In der ersten Folge der sechsteiligen Sendereihe „Medienethik“ ging es schon um den Journalismus und den Anspruch, den die Gesellschaft an ihn stellt. Mit dem Gespräch zwischen Filipovi? und Sadrozinski wird der erste Themenblock beendet. Sadrozinskis einleitender Satz kann auch als Fazit stehen: Journalismus befindet sich „in einem gravierenden, wirklich umwälzenden Wandel.“

Zwei Bedingungen sind dabei prägend: die wirtschaftliche Krise von traditionellen Medien und der Vertrauensverlust seitens der Gesellschaft. Dieser betrifft zwar auch andere Institutionen wie die Politik, führt aber zu direkter Konkurrenz für den Journalismus: bloggender Bürgerjournalismus. Dieser teste neue Formen der Berichterstattung und zeigt, dass es auch ohne den verlagstypischen Verwaltungsapparat geht. Ein Zeichen für den kreativen Nachwuchs, der durch die wirtschaftliche Krise sowieso schwerer auf die bisherigen Stellen in den Medien vorrücken kann. Not führt meist zu sie lösen wollenden Innovationen – mit den Krautreportern, Crowdspondent und Correctiv nennt Sadrozinski drei seine Theorien sehr bestätigende Beispiele.

Für Sadrozinski ist es die Aufgabe von Journalismus, Missstände anzusprechen und auf Verbesserung zu drängen (Correctiv), dabei sollte aber nicht ausschließlich Schnelligkeit im Vordergrund stehen, sondern tiefgründige Analytik (Krautreporter… an guten Tagen) und das Publikum für mehr Transparenz eingebunden werden (Crowdspondent). Grundlage dieser Lösungsansätze ist aber eine journalistische Ausbildung – sagt der Leiter der Deutschen Journalistenschule – um sich als Profession von dem engagiertem Bürgerjournalismus im Netz zu unterscheiden.

Sadrozinski irrt aber meiner Meinung nach in der Annahme, dass die für den Journalismus notwendigen Regeln nur durch eine Ausbildung erlangt werden können und andere Publizierende diese nur selten auch verinnerlicht haben. Gewisse Regeln ergeben sich durch den Anspruch an Qualität meist von selbst, andere Regeln verdienen es auch herausgefordert zu werden und die meisten Verstöße beobachte ich – als jemand mit Vertrauen in die Medien – bei traditionellen Akteuren und nicht bei den Blogs.

Den von Filipovi? angesprochenen „Ethos der Genauigkeit und Kritik“ können sich eben auch nur noch die leisten, die den wirtschaftlichen Druck nicht spüren – sei es durch einen anderen Beruf oder anderen Einnahmequellen (und dann oft trotzdem nichts auf Ethik geben, wie Bild.de oder die deutsche Ausgabe der Huffington Post).

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 22. April

In unseren Lesetipps geht es heute um Yahoo, den Bahnstreik, Medien, Facebook und UberPOP. Ergänzungen erwünscht.

  • YAHOO Horizont: Yahoo Quartalsbilanz: Internetkonzern mit Fehlstart ins neue Geschäftsjahr: Der US-Internetkonzern Yahoo hat im ersten Quartal 2015 Verluste zu beklagen. Der Gewinn brach im Vergleich zum letzten Jahr um ganze 93 Prozent ab. Auch der Börsenkurs fiel um ca. zwei Prozent. Gründe für die schlechten Zahlen seien wohl immer weniger Werbeeinnahmen, vor allem im Bereich der Desktop-Werbung. Aufgrund der Verluste fordern Investoren, einzelne Unternehmensteile vom Konzern abzuspalten.

  • MEDIEN Horizont: Nielsen-Studie: Jeder vierte Deutsche surft beim Fernsehen im Internet: Laut der Nielsen-Studie „Screen Wars“, welche sich mit der weltweiten Nutzung von TV- oder Videonutzung befasst, nutzt jeder vierte Deutsche beim Fernsehen einen Second Screen. Es soll immer interessanter werden, sich während des Fernsehens auch in sozialen Netzwerken zu engagieren. Doch die Deutschen stehen hinter dem europäischen Durchschnitt zurück.

  • BAHNSTREIK DIE WELT: Arbeitskampf: Millionen Bahnreisende von neuen Streiks betroffen: Nachdem die Lokführergewerkschaft GDL seit Dienstag schon den Güterverkehr bestreikt, hat sie nun in der Nacht zum Mittwoch ihren Streik auch auf den Personenverkehr ausgeweitet. Betroffen sind vor allem Fernzüge und die S-Bahnen. Während des Streiks sollen insgesamt 15-60 Prozent der Züge fahren. Grund für den Streik waren die erneut gescheiterten Verhandlungen zwischen der GDL und der deutschen Bahn. Der mittlerweile siebte Streik der Lokführer soll 43 Stunden dauern und am Donnerstagabend beendet werden.

  • FACEBOOK t3n: „Facebookgeddon“? Facebook setzt Publisher mit neuem News Feed-Algorithmus unter Druck: Facebook hat den Algorithmus für ihren News Feed angepasst. Mit diesem „Facebookgeddon“ will der US-Konzern für mehr Nutzerfreundlichkeit sorgen. Die Nutzer sollen mehr von dem sehen, was ihre Freunde selbst gepostet haben. Was den Freunden gefällt, wird in Zukunft deutlich weniger Priorität gegenüber eigenen Beiträgen besitzen. Dies ist zwar für Nutzer von Vorteil, doch für Publisher und ähnliche Betreiber von Facebook Pages ein großer Nachteil.

  • UBER heise online: Mitfahrdienst UberPOP tritt auf die Bremse: Es gibt eine neue Entwicklung im Fall von UberPOP. Nachdem das Urteil des Frankfurter Landgerichts durch eine Sicherheitsleistung von Taxi Deutschland vollstreckbar geworden ist, hat die US-Amerikanische Firma Maßnahmen ergriffen. Es wurde bundesweit der Kilometerpreis von 35 Cent eingeführt, um so die Kosten auf ein Selbstkostenniveau anzuheben. Damit wird der Dienst deutlich weniger attraktiv.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 30. März

In unseren Lesetipps geht es heute um Apple, Uber in Deutschland, die Pkw-Maut, Youtube und book-date. Ergänzungen erwünscht.

  • APPLE Golem.de: Apple-Patent: Smartphone-Kamera mit drei Sensoren: Apple hat sich ein Patent für eine neuartige Smartphone-Kamera gesichert. Diese Kamera soll nicht nur über einen, sondern über drei Bildsensoren verfügen. Jeder dieser Sensoren kann nur das Licht einer Grundfarbe aufnehmen. Darum wird das eintreffende Licht vor dem Auftreffen mit Hilfe eines Prismas in seine Grundfarben aufgeteilt. Bisher wurde diese Technik bei Smartphone-Kameras nicht eingesetzt, obwohl sie schon länger existiert.

  • UBER heise online: Uber bezahlt Fahrern den Personenbeförderungsschein: Obwohl der Fahrdienstvermittler Uber eine juristische Niederlage in Kauf nehmen musste, möchte das US-Unternehmen noch immer in Deutschland Fuß fassen. In Zukunft soll der Dienst von Fahrern ausgeführt werden, welche über einen Personenbeförderungsschein verfügen. Uber möchte sogar den Erwerb des Scheins für Fahrer finanzieren. Auch die Kosten einer Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer zum Taxi- oder Mitewagenunternehmer sollen übernommen werden.

  • YOUTUBE Broadmark: Fernsehen vs. YouTube: Das Fernsehen und Youtube sind schon seit längerer Zeit erbitterte Konkurrenten. Denn seitdem man auf Youtube Videos monetarisieren kann, werden Videos immer professioneller. Doch obwohl sich beides sehr ähnlich ist und von manchen Menschen schon als gleich gesehen wird, so handelt es sich beim Fernsehen und bei Youtube um zwei unterschiedliche Medien. Es gibt entscheidende Unterschiede in der Produktion, den Akteuren und den Einnahmequellen.

  • PKW-MAUT Deutscher Bundestag: Bundestag beschließt Einführung der Pkw-Maut: Am Freitag, dem 27. März 2015, stimmte der Bundestag dem Gesetzesentwurf zur Einführung der Pkw-Maut zu. 433 Abgeordnete stimmten für den Gesetzesentwurf, 128 stimmten dagegen und 6 enthielten sich. Ab 2016 soll die Abgabe von allen Haltern von im Inland und im Ausland zugelassenen Pkws für die Nutzung von Bundesautobahnen und Bundesstraßen eingefordert werden.

  • BOOK-DATE e-book-news.de: Wenn das Buch zum Date lädt – Interview mit Simona Dobrescu (book-date): Mit der Social-Reading-Plattform book-date werden Nutzer anhand ihrer Vorlieben an bestimmte Autoren, Verlage, Blogger oder Buchhändler vermittelt. Das Portal ist von Verlagen unabhängig. Gegründet wurde die Plattform von der Autorin und Literaturwissenschaftlerin Simona Dobrescu. Im Interview mit E-Book-News verrät sie etwas über ihre Motivation und was sie zur Gründung des Portals bewegte.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 9. März

In unseren Lesetipps geht es heute um den Blogger Raif Badawi, Twitter, ein Troll vor Gericht, Amanda Palmer und Crowdfunding, sowie digitale Bibliotheken. Ergänzungen erwünscht.

  • RAIF BADAWI Heise Online: Gabriel will sich in Riad für Blogger einsetzen: Das ist zwar nur eine kurze dpa-Medlung, aber eine, die man gelesen haben sollte: „Vizekanzler Sigmar Gabriel hat zu Beginn seiner Reise nach Saudi-Arabien versprochen, sich für die Freilassung des inhaftierten Bloggers Raif Badawi einzusetzen.“ Man sollte stets auf die Worte und folgenden Taten von Politikern achten, besonders wenn der Budneswirtschaftsminister hier den Spagat zwischen Achtung der Menschenrechte und den wirtschaftlichen Interesse der ihn begleitenden Unternehmen schaffen will.

  • TWITTER NYTimes.com: Study of TV Viewers Backs Twitter’s Claims to Be Barometer of Public Mood: Über die Bedeutung von Twitter kann man wahrscheinlich endlos diskutieren. Für mich persönlich – als jemand, der was mit Medien macht – ist es sehr wichtig. Weniger als Werkzeug für mehr Reichweite statt als Instrument zur Selbstdarstellung und Vernetzung mit den für mich relevanten Leuten. Offensichtlich kann Twitter aber als Secondscreen-Netzwerk viel über das Verhalten von Firstscreen-Nutzern aussagen, wie eine Nielsen-Studie jetzt ermittelt haben möchte.

  • TROLLE CNET: Man trolls lawyer on Web, lawyer sues (guess who wins): An sich klingt die Geschichte einfach: ein Unbekannter trollt einen US-amerikanischen Anwalt und schreibt falsche Bewertungen über ihn. Der Anwalt schafft es, diesen Troll zu identifizieren und erfolgreich zu verklagen. Jetzt wird es aber komplizierter: der Troll ist ein junger Brite, der offensichtlich in keinerlei Verhältnis zu dieser Anwaltskanzlei steht und behauptet, sein Gmail-Konto sei gehackt worden. Wie entscheidet man da? Und da wird es interessant: auf die hohe Sicherheit von Google bei Passwörtern vertrauend, wird der junge Brite schuldig gesprochen, denn es sei wahrscheinlicher, dass er der Troll ist als das sein Konto gehackt worden wäre.

  • AMANDA PALMER Süddeutsche.de: Crowdfunding – Vom Fan zum Mäzen: Amanda Palmer ist quasi der Prototyp des vom Internet lebenden Künstlers. Ihren Erfolg kann sicher nicht jeder kopieren, sie ist aber der Beweis, dass es funktioniert und das gesamte System der Musikbranche und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von der reinen Lizenzierung von Nutzungsrechten überdacht werden sollte. Amanda Palmer möchte ihre Werke in Zukunft kostenlos im Internet veröffentlichen und hat deshalb ihre Fans gebeten, ihr eine Art Grundeinkommen zu zahlen, was auch Tausende taten. Es ist nicht der erste MIndchanger in puncto Crowdfunding, den Palmer erfolgreich versucht hat.

  • BIBLIOTHEKEN ZBW MediaTalk: „Bringt die Inhalte zum Nutzer!“: Bibliotheken galten als eines der ersten „Opfer“ der Digitalisierung, besonders da sie sich wie so gut wie jeder andere nur langsam anpassten. Das EU-Projekt EEXCESS möchte diese Entwicklung für Bibliotheken zu einem Erfolgsfaktor machen, wie Maren Lehmann schreibt. Das Programm möchte eine Grundlage für wissenschaftliche Bibliotheken sein, ein zeitgemäßes Angebot für Recherchen anzubieten, dass nicht Google Scholar ist.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

YouTube: Die „Tagesthemen“ für Jugendliche

republica 2014, Tag 2 - LeFloid aka Florian Mundt (adapted) (Image by republica [CC BY 2.0] via Flickr)

Die Jugend schaut Nachrichten nicht mehr im Fernsehen, sondern auf YouTube. Dort präsentieren Nachrichtenmacher wie LeFloid und Was geht Ab!? den Jugendlichen die neuesten Informationen so, wie diese sie haben wollen. Nicht Caren Miosga, Claus Kleber oder Thomas Roth, sondern LeFloid, Fräulein Chaos oder theClavinover heißen die Nachrichtenmacher für viele Jugendliche. Auf der Online-Videoplattform YouTube versammeln sie das junge Publikum und versorgen die 16 bis 24 Jährigen tagtäglich mit den neuesten Nachrichten. Alleine zwei Millionen Abonnenten kann der bekannteste deutsche Newsmoderator im Netz, LeFloid, vorweisen und erreicht mit seinem Newsformat LeNews nicht selten mehr als eine Million Zuschauer. Damit gehört der Berliner und Preisträger des Grimme Online Awards zu den erfolgreichsten YouTubern in Deutschland und erreicht mit seinen LeNews die Jugendlichen wie keine zweite Nachrichtensendung.

Mit jeder Menge Action, Humor und einer Schnelligkeit, springt Florian Mundt, wie LeFloid bürgerlich heißt, in seiner Newssendung von einem Thema zum Nächsten. Die jungen Menschen begeistert er nämlich nicht durch ausführliche Hintergrundinformationen oder zielsichere Analysen, sondern durch jede Menge Unterhaltung und Interaktion. Damit will er sich klar von Fernsehnachrichtensendungen wie der Tagesschau oder heute abgrenzen. „Mich oder andere junge Leute erreicht man nicht, wenn ein Nachrichtensprecher monoton von den schrecklichen Geschehnissen des Tages erzählt, danach zum Sport geht und danach zum Wetter und das war’s – das ist eine Einbahnstraße, es ist keine Interaktion da„, macht Mundt im Interview mit Tagesschau.de deutlich.

Die Mischung aus Unterhaltung und Informationen macht’s

Aus diesem Grund sind seine „Action News“, wie er die Art seiner Nachrichtensendung beschreibt, oft von Ironie und Satire geprägt, durch die die Videos mehr an eine Unterhaltungs- denn Informationssendung erinnern. Thematisch spricht Mundt jedoch weitgehend wichtige Nachrichten an, die auch in der Tagesschau behandelt werden. Anders als dort, gibt Mundt aber nicht nur die jeweiligen Informationen wieder, sondern bricht die Themen gekonnt auf die Quintessenz herunter und gibt dazu seinen Kommentar ab. Seine eigene Meinung ist dabei elementarer Bestandteil seiner Sendung und so macht er offen deutlich, was er über den Klimawandel oder bestimmte Politiker denkt. Dafür bekommt er auch gerne mal Kritik, da er hierdurch indirekt die Meinung von hunderttausenden Zuschauern beeinflusst. Er selbst sieht sich aber gar nicht als Journalist, sondern als Videoblogger und Entertainer, der einfach nur das Weltgeschehen kommentiert. So schafft er es auch Jugendliche, die die Nachrichtensendungen im Fernsehen scheuen, von aktuellen Themen zu begeistern und über das aktuelle Weltgeschehen zu informieren. Zusätzlich stellt Mundt all denen Zuschauern, die mehr Informationen zu den jeweiligen Themen haben möchten, Verlinkungen auf passende Artikel bereit.

Professionell produzierte Nachrichten für Jugendliche

Auch wenn Mundt mit seinen Format LeNews eine Reichweite erreicht, wie kein zweiter Nachrichtenmacher im Internet, ist er nicht der Einzige, der Nachrichten über das Internet publiziert. Mittlerweile gibt es in Deutschland sogar einen professionell produzierten Nachrichtenkanal, bei dem vergleichbar mit der Tagesschau, täglich die wichtigsten News und Informationen aus der ganzen Welt präsentiert werden. Was geht Ab!? nennt sich dieser, hinter dem das größte deutsche Multi-Channel-Netzwerk Mediakraft steckt. Ein ganzes Team aus Redakteuren recherchiert täglich und seriös die neuesten Nachrichten, welche dann in Videoform aufbereitet vorgestellt werden. Die Themen richten sich weitgehend danach, was die jungen Zuschauer sehen möchten, die sich selber aktiv über die sozialen Medien in die Themenauswahl einbringen können.

Allgemein spielt die Interaktion zwischen den Nachrichtenmachern und den Zuschauern, der Community, eine weitaus größere Rolle als beim Fernsehen. Durch Bewertungen und Kommentare kann die Community sofort und direkt ihr Feedback und ihre Meinung mitteilen, sodass die Macher von Was geht Ab!? sofort sehen können, ob sie beispielsweise ein Thema umfassend erklärt haben oder noch Fragen offen sind. In einem extra Format, dem Community Check, wird sogar gesondert auf die Stimmen aus der Community eingegangen.

Die Tagesschau für die Jugend

Somit sind die Zuschauer anders als im Fernsehen fester Teil des Konzepts und können sich in die Sendung aktiv mit einbringen. Sie entscheiden darüber, welche Nachrichten gezeigt und wie sie diese Nachrichten vermittelt haben wollen. Der Erfolg von LeFloid und Was geht Ab!? zeigt, dass die jungen Zuschauer nicht nur reine Informationen, wie beispielsweise bei der Tagesschau möchten, sondern dass sie Nachrichten, Unterhaltung und Interaktion in einer Sendung haben wollen. Dies bietet ihnen das Fernsehen nicht, die Videoplattform YouTube mit ihren zahlreichen Machern aber schon.


Image (adapted) „republica 2014, Tag 2 – LeFloid aka Florian Mundt“ by re:publica (CC BY 2.0)


Weiterlesen »