All posts under studie

Saubere Toiletten sind eine dringend benötigte Innovation

Restrooms (adapted) (Image by Sam Howzit [CC BY 2.0] via flickr)
Wie ist es möglich, dass 2,4 Milliarden Menschen im Jahr 2015 keinen Zugang zu fortgeschrittenen Sanitäranlagen haben? Während im Westen viele die Zeit im Bad als “Zeit für sich” nutzen, verrichtet 40 Prozent der Weltbevölkerung “sein Geschäft” unter freiem Himmel, in einer unhygienischen Latrine oder einer Plastiktüte, die sie dann [...]
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Zurückgeblättert: Atlas der Internet-Verweigerer

GDC Online 2011_Tuesday_Show Environment (adapted) (Image by Official GDC [CC BY 2.0] via flickr)
“Atlas der Internet-Verweigerer“ titelte Sven Hansen am 15. Mai 2001 auf heise online und nahm damit schon das Thema seines Artikels vorweg. Die Initiative D21 hatte in diesem Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit eMind@emnid, einer Tochter von TNS Emnid, eine repräsentative Umfrage zum Internet-Nutzungsverhalten der Deutschen durchgeführt. Befragt wurden 19.690 [...]
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Lektionen aus dem #Mobilegeddon

Dass die digitale Zukunft mobil ist, liest man nahezu überall – eine neue Searchmetrics-Studie belegt dies nun auch, klärt über die Gründe auf und zeigt, was im mobilen Internet funktioniert und was nicht. // von Tobias Schwarz Die mobile Nutzung nimmt zu. Zwar liegt der gute alte Desktop noch auf Platz [...]
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Passwort: Die Länge ist wichtiger als Zahlen und Großbuchstaben

Linux password file (adapted) (Image by Christiaan Colen [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Die Kriterien für ein sicheres Passwort können die meisten von uns wohl im Schlaf aufzählen, eine Studie legt nun aber nahe, dass diese doch nicht so effektiv sind, wie angenommen. Passwörter müssen mindestens sechs Zeichen lang sein und folgende Elemente aufweisen: Groß- und Kleinbuchstaben (A–Z bzw. a–z), Ziffern (0–9) und Sonderzeichen [...]
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Das Internet verschlingt unser Gedächtnis

Loading... (adapted) (Image by Toms Baugis [CC BY 2.0] via Flickr)
Seitdem die Welt immer digitaler wird, ist eine der größten Veränderungen, dass sich unser Gedächtnis nicht mehr viel selbst merken müssen. Wieso sollte man das Risiko eingehen und den Geburtstag des Partners vergessen, oder eine Verabredung zum Abendessen mit einem guten Freund, wenn man die Details auch in seinem Computer, [...]
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5 Lesetipps für den 20. August

In unseren Lesetipps geht es heute um ein Google+ Update, Datenverlust durch einen Blitzeinschlag, Facebook, eine Studie über Technologie im Bezug auf Jobs und Werbenetzwerke. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE+ GWB: Erstes Google+ Update seit über 3 Monaten: Ab sofort kann auch gezielt nach Collections gesucht werden: Nachdem man für YouTube seit neustem kein Google+-Konto mehr braucht, ist es wirklich sehr, sehr ruhig um die Plattform geworden. Nach einer ziemlich langen Zeit gibt es jetzt aber ein neues Update, das wohl einige Nutzer ziemlich erfreuen wird: Vor drei Monaten wurden die Google+ Collections eingeführt, die bestimmte Themen oder Interesen beinhalten und die sind auch echt gut angekommen. Bisher gab es noch keine Suche, in der man ausschließlich Collections suchen konnte, was Google jetzt aber nachgeholt hat. Ob damit wieder mehr auf Google+ los ist, bleibt abzuwarten.

  • DATENVERLUST TIME: Google Lost Data After Lightning Hit Its Data Center in Belgium: Genau das, was man so über einen Blitz sagt, dass er zwei, drei, oder vielleicht sogar viermal einschlägt, ist vor einigen Tagen in einem Google-Daten-Center in Belgien passiert. Das löste für die nächsten paar Tage massive Probleme aus und sorgte zum Leidwesen von einigen sehr unglücklichen Nutzern zum Datenverlust. Jetzt kümmert sich Google darum, dass sowas auch ja nicht noch einmal passiert.

  • FACEBOOK Fortune: Facebook now drives more traffic to media sites than Google: Jeder, der für eine News-Website oder ähnliches arbeitet, weiß, dass gerade durch die sozialen Medien der Traffic auf der eigenen Website steigt und es ein guter Weg ist, um neue Leser für sich zu gewinnen. Laut neuen Ergebnissen von Parse.ly, ein Service, der den Traffic auf verschiedenen Webseiten analysiert, sorgt Facebook nicht mehr für ungefähr so viel Traffic, wie Google – die Social Media Plattform hat die Suchmaschine bereits überholt, Google sorgt für knapp 38 Prozent, während Facebook bei 43 Prozent liegt.

  • STUDIE The Guardian: Technology has created more jobs than it has destroyed, says 140 years of data: Man ist sich nicht immer ganz sicher, ob die Technologie eher die Jobs wegnimmt, oder ob sie uns einfach die Arbeit erleichtern. Eine Studie von ein paar Wirtschaftswissenschaftlern hat ergeben, dass durch die Technologie sogar noch mehr Arbeitsplätze erschaffen wurden. In einigen Branchen hat die Technologie zwar eindeutig Jobs weggenommen, zum Beispiel in der Landwirtschaft. In der Krankenpflege, oder auch im Bildungsbereich wurden aber dafür unglaublich viele Jobs geschaffen.

  • TRACKING TrendingTopics: Browser-Software, die trackende Werbenetzwerke blockiert: Wir alle werden wohl im Internet immer wieder von einem bestimmten Schuh, Laptop, oder Smartphone verfolgt, weil wir ihn uns einmal auf einer Website angeguckt haben. Diese Werbenetzwerke, die der Grund dafür sind, stehen schon länger in die Kritik, die Privatsphäre der User mit dem Tracking zu verletzen. Mittlerweile gibt es aber einige Tools, die uns dabei helfen, genau dieses Tracking zu unterbinden.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Die wachsende Bedeutung von Nachrichten auf Facebook und Twitter

Facebook Favourites Menu (adapted) (Image by Mixy Lorenzo [CC BY 2.0] via Flickr)
Twitter und Facebook gewinnen als Informationsquellen für aktuelle Nachrichten und Ereignisse außerhalb des eigenen Familien- und Freundeskreises an Bedeutung. So lautet das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie des Pew Research Centers, die die Rolle der beiden sozialen Netzwerke in der Nachrichtenrezeption der Nutzer erforschte. Das Pew Research Center in Kooperation mit [...]
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Mit Datenvisualisierungen kurzsichtige Politik entlarven

Bundestag (adapted) (Image by Thomas Quine [CC BY 2.0] via Flickr)
Politik in Deutschland gerät angesichts globaler Herausforderungen an ihre Grenzen. Wie können Daten und Datenvisualisierungen tradierte Governance-Ansätze reformieren helfen? Schaut man sich die gegenwärtige Bundespolitik an, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass nationale Governance-Systeme angesichts der globalen Probleme komplett überfordert sind. Später in Rente zu gehen, ein ElterngeldPlus [...]
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5 Lesetipps für den 25. Juni

In unseren Lesetipps geht es heute um den Facebook-Messenger, die Auswirkung der Digitalisierung auf Unternehmen, GMail, eine neue Funktion von Instagram und Googles neuen Streaming-Dienst. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK Golem: Entbündelung: Facebook-Messenger ohne Mitgliedschaft nutzbar: Bisher musste der Anwender, der den Facebook-Messenger benutzt, auch Mitglied in dem sozialen Netzwerk sein. Diesen Zwang hat Facebook jetzt in einigen Ländern, der USA, Venezuela, Peru und Kanada, aufgehoben. Dadurch möchte das Unternehmen eine größere Nutzerschaft erlangen. Auch in weiteren Ländern soll die Regelung nach und nach eingeführt werden, wann es in Deutschland soweit ist, ist noch nicht bekannt.

  • DIGITALISIERUNG Horizont: Cisco-Studie: Digitale Transformation bedroht fast jedes zweite Unternehmen: Viele Führungskräfte sehen zwar die Vorteile, die die digitale Transformation mit sich bringt, die meisten haben jedoch noch keinen konkreten Plan. In 13 Ländern wurde eine Studie zum “digitalen Wirbelsturm” durchgeführt. Es wurden 1.000 Entscheider aus insgesamt 12 Branchen befragt, wie ihre Branche durch die digitale Transformation verändert werden wird und wie sie sich dafür aufgestellt sehen. Vor allem die Technologie- und Entertainment-Branche werde Profit daraus schlagen, aber es gibt auch Branchen, für die die Digitalisierung sogar tödlich sein kann.

  • GMAIL Heise: Google: Gmail bietet E-Mail-Rückholfunktion: Für hastige Tipper, die E-Mails versenden und sich kurz darauf wünschten, genau das nicht getan zu haben, biete GMail ab sofort auch in der Browserversion die Möglichkeit, der Versand rückgängig zu machen. In einem Zeitfenster von 30 Sekunden können Nutzer auf “Versand rückgängig machen” klicken und dadurch den Sendevorgang abbrechen. Mit dieser Funktion möchte Google Nutzern entgegenkommen, die sich vertippt, etwas vergessen oder gar einen falschen Empfänger eingetragen haben.

  • INSTAGRAM t3n: Instagram Search & Explore: Ein neues Feature sorgt für geniale Use-Cases: Instagram ist eigentlich nur als soziales Netzwerk zum Teilen von Bildern bekannt. Mit einer neuen Suchfunktion ist es ab sofort möglich, die App auch als Reiseführer oder Newslieferant zu nutzen. Die Search- & Explore-Funktion erlaubt es parallel nach Personen, Orten und Markierungen, sowie nach Fotos und Videos zu suchen, wodurch zum Beispiel Events, an denen man nicht teilnehmen kann, begleitet, oder Orte, die man besuchen will, erkundet werden können. Das funktioniert zwar bisher erst in den USA, soll aber mit der Zeit auch in andere Länder ausgeweitet werden.

  • GOOGLE Horizont: Reaktion auf Apple Music: Google baut Musik-Service mit Gratis-Variante aus: Auf den Start von Apple Music bereitet sich jetzt auch Rivale Google vor: US-Nutzer bekommen kostenlosen Zugriff auf Playlisten für verschiedene Lebenslagen. Der Funktionsumfang kann jedoch nicht einmal mit dem von der Gratis-Version von Spotify, dem momentan führenden Streaming-Dienst, mithalten. Ob die Mischung aus Streaming und Internet-Radio eine Konkurrenz für Apple Music wird, ist abzuwarten.

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CityBeat: Daten sollen helfen, News zu finden

News (adapted) (Image by MIH83 [CC0 Public Domain] via Pixabay)
CityBeat versucht, durch Instagram-Daten, die mit Geomarkierungen versehen sind, die neuesten Nachrichten zu entdecken. Oft jedoch erfolglos oder zu spät. Am 12. März 2014, kurz nach 9:30 Uhr, explodierten zwei Wohnungen in East Harlem, als eine Wasserleitung in eine Gasleitung stürzte. Acht Menschen wurden getötet und es gab Dutzende Verletzte. [...]
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Facebook: Die Filterblase gibt es, aber wer ist schuld?

nothing but... (adapted) (Image by Gisela Giardino [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Sind es die Algorithmen, unsere Online-Freunde oder wir selbst, die bestimmen, welche News wir lesen? Eine neue Studie von Facebook will das endlich klären – und wird genau dafür kritisiert. In einer neuen Studie, die im Science Magazine veröffentlicht wurde, versucht das Data Science Team von Facebook zu widerlegen, dass [...]
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Studie zu Social Media: Was Katar von Facebook hält

Smartphone (adapted) (Image by geralt [CC0 Public Domain] via Pixabay)
Eine Studie zeigt, dass Katar das Land mit der am besten vernetzten Bevölkerung ist. Es gibt jedoch starke Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen. Eine zwischen September und Oktober 2014 durchgeführte Untersuchung legt dar, wie die Katarer soziale Medien nutzen und nach welchen Kriterien sie soziale Netzwerke favorisieren. Im Rahmen der Forschungsarbeit [...]
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5 Lesetipps für den 19. November

In unseren Lesetipps geht es um unser Handyverhalten, Uber und Journalisten, die Bundesdatenschutzbeauftragte, die Verschlüsselung von WhatsApp und das Internet vor 20 Jahren. Ergänzungen erwünscht.

  • HANDYVERHALTEN Gründerszene: Studie: Der ständige Griff nach dem Smartphone – ab wann ist es eine Sucht?: In einer groß angelegten Studie haben Forscher das Handyverhalten untersucht. Hierfür stellte diese Anfang des Jahres eine App bereit, die das Handyverhalten der Nutzer analysierte und anonymisiert an die Forscher übertrug. Nun wurden erste Ergebnisse der Studie veröffentlicht, an der mehr als 200 000 Menschen teilnahmen. So nutzen die Menschen ihr Handy durchschnittlich drei Stunden am Tag, wovon 12 Prozent ihr Handy sechs Mal in der Stunde, also alle zehn Minuten, nutzen. Eine lange Zeit, weswegen die Forscher daran arbeiten, wie man ein solches Verhalten verhindern kann.

  • UBER Spiegel Online: Uber: Emil Michael sinniert über Schmutzkampagne gegen Journalisten: Buzzfeed berichtet, dass Uber-Manager Emil Michael gedroht haben soll, Kritiker ausspionieren zu lassen. Auf einer privaten Veranstaltung spielte er demnach mit dem Gedanken, für eine Millionen Dollar eine Spezialeinheit anzuheuern, um Gegner und kritische Journalisten mit Details aus ihrem Privatleben unter Druck zu setzen. Nach der Veröffentlichung des Artikels erklärte Michael jedoch, dass seine Worte keinen Bezug zu den Ansichten von Uber aufweisen würden und nicht hätten veröffentlicht werden dürfen. Auch Uber selbst widersprach den Plänen.

  • DATENSCHUTZ FAZ: Andrea Voßhoff versagt als Datenschutzbeauftragte: Ein Jahr ist die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff nun im Amt und hat laut Constanze Kurz von der FAZ gründlich versagt. Warum und wobei sie versagt haben soll, begründet Kurz ausführlich. So ist von Andrea Voßhoff bislang weder ein flammendes Plädoyer, noch ein Denkanstoß oder ernstzunehmender Beitrag gekommen. Zu der NSA Affäre habe sie sich bis heute noch nicht geäußert. Allgemein scheint es, dass die Bundesdatenschutzbeauftragte sich eher bedeckt hält und es nicht für nötig erachtet die Menschen zu informieren – obwohl eine engagierte Stimme zum Thema Datenschutz dringend nötig wäre.

  • VERSCHLÜSSELUNG DIE WELT: Chat-Dienst: WhatsApp führt Nachrichten-Verschlüsselung ein: Der Nachrichtendienst WhatsApp führt die Ende zu Ende Verschlüsselung ein. Damit werden sämtliche Nachrichten künftig auf ihrem gesamten Weg verschlüsselt. Hierfür hat sich WhatsApp mit dem Verschlüsselungs-Experten TextSecure zusammengetan. Bei der Ende zu Ende Verschlüsselung werden die Daten verschlüsselt und sind erst beim Empfänger wieder lesbar. Momentan funktioniert die Verschlüsselung nur auf Androidgeräten und auch nur für persönliche Nachrichten. Die Verschlüsselung von Gruppen-Chats, Bildern und Videos soll aber schon in naher Zukunft folgen.

  • INTERNET CNet: The Internet in the era of VHS: Wie wurde vor 20 Jahren über das Internet gedacht? Wie wurde damals die Entwicklung prognostiziert? Das alles kann man sich nun auf YouTube anschauen, denn der Technologe und Blogger Andy Baio hat zahlreiche Dokumentation über das Internet aus den 1980er und 1990er Jahren von VHS digitalisiert und auf YouTube hochgeladen. Insgesamt elf Videos gibt es mittlerweile zu sehen, die einen guten Einblick in die damalige Zeit und das damalige Internet geben.

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D21-Digital-Index 2014: Bewusstsein für den digitalen Wandel wächst

Der D21-Digital-Index 2014 lässt einen Stillstand in der digitalen Gesellschaft vermuten, dabei ist nur ein breiteres Bewusstsein für den digitalen Wandel entstanden. Am Mittwoch stellte die Initiative D21 ihre vom Marktforschungsinstituts TNS Infratest erstellte und dem Bundeswirtschaftsministerium unterstützte Studie D21-Digital-Index 2014 vor, in der die Entwicklung der digitalen Gesellschaft in Deutschland untersucht wird. Was auf den ersten Blick wie ein Stillstand wirkt ist vielmehr Ausdruck eines breiteren Verständnisses für den digitalen Wandel.

Stagniert der Digitalisierungsgrad in unserer Gesellschaft?

Für Robert Wieland, Geschäftsführer des die Studie durchführenden Marktforschungsinstituts TNS Infratest und Vizepräsident der Initiative D21, sind die Ergebnisse zum Teil gut, zum Teil schön und einige nur Besorgnis erregend. Zwar haben sich im vergangenen Jahr der Zugang zum Internet, die Offenheit gegenüber neuen Technologien und die Vielfalt der Internetnutzung leicht verbessert, Unterschiede im Digitalisierungsgrad (also der qualitativen Nutzung des Internets) bleiben in Bezug auf Alter, Geschlecht und Regionalität nach wie vor bestehen.

 

Die digitale Gesellschaft bleibt insgesamt heterogen. Rund zwei Drittel der Bevölkerung sind zwar immer noch skeptisch bis vorsichtig gegenüber dem digitalen Wandel, doch alle definierten Nutzergruppen – von den außenstehenden Skeptikern bis zu den vorsichtigen Pragmatikern – sind leicht rückläufig, während die Gruppe der Digital Souveräne leicht zulegen konnte. Im Schnitt verbesserte sich der Index nur um 0,1 Punkte auf 51,3. Doch was wie ein vermeintlicher Stillstand wirkt ist viel mehr Ausdruck eines realistischeren Bewusstseins über den digitalen Wandel.

 

Die Aufdeckung der globalen Überwachung des Internets hat viele Nutzer verunsichert, zugleich aber auch die Debatte um den politisch bisher ohne Konsequenz gebliebenen Skandal, um eine technische Ebene erweitert. Viele der neuen Begriffe und Themen sind den meisten Bürgern aber unbekannt und zu speziell, weshalb sie ihre Kompetenz im Vergleich zum Vorjahr schlechter bewerten. Vor diesem Hintergrund und der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft wirkt der leichte Anstieg von 0,1 Indexpunkten fast schon positiv, denn er beruft auf realistischeren Einschätzungen als in den letzten Jahren.

Gesellschaftliche Probleme – analog wie auch digital

Die strukturelle Benachteiligung von Frauen in unserer Gesellschaft wie auch die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft spiegeln sich ebenfalls in den Ergebnissen der Studie wieder. Männer in Deutschland sind mit 57 Punkten im Index deutlich vor Frauen, die auf 46 Punkte kommen. Nicht einmal jede zweite Frau über 50 Jahren ist im Internet. Bei den 14 bis 19 Jährigen liegen die Mädchen allerdings inzwischen leicht vor den Jungs. Unabhängig vom Geschlecht wächst die digitale Lücke zwischen jüngeren und älteren, sowie geringer und besser gebildeten Befragten.

Innerhalb weniger Jahre hat die Digitalisierung die tägliche Lebenswelt verändert„, wie Wieland erklärt. Zwar möchten seiner Einschätzung nach 78 Prozent der Deutschen „keine persönlichen Daten gegen einen kostenlosen Service tauschen, dennoch sind die Nutzerzahlen bei den entsprechenden Anwendungen hoch. Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit macht deutlich, dass es zum Thema Datenbewusstsein noch massiven Aufklärungsbedarf gibt.“ Das Datenbewusstsein ist in der Bevölkerung nur schwach ausgeprägt, trotz der ungehinderten Überwachung des Internets.

Die Politik ist gefragt

Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, betonte vor allem die Rolle der Digitalisierung für den Industriestandort Deutschland: „Wir wollen die Menschen dabei unterstützen, ihre Digitalkompetenzen auszubauen, damit sie am Ende gemeinsam mit Wirtschaft und Politik aktiv zur Gestaltung des IT-Standorts Deutschland beitragen können.“ Der D21-Digital-Index zeigt auch, dass eine digitale Arbeitskultur immer wichtiger wird, denn vor allem Berufstätige weisen im Durchschnitt einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad auf.

Das zeigt, die Wissensvermittlung und der nötige Kompetenztransfer müssen verbessert werden„, wie Zypries klarstellte. „Um die daraus entstehenden Chancen für die Wirtschaft zu nutzen, ist es wichtig, dass für ein attraktives Arbeitsumfeld geschaffen wird, das die Chancen der Digitalisierung noch besser erschließt.“ Die Politik ist gefragt, die Möglichkeiten der Kompetenzerlangung und Teilhabe anzubieten und entsprechende Schutzmechanismen des Daten- und Verbraucherschutzes zu gewährleisten, so dass sich auch Internetnutzer mit geringer IT-Kompetenz sicher in der digitalen Welt bewegen können.


Die Studie gibt es hier als Download unter der Lizenz CC BY 4.0, weitere Grafiken in diesem Flickr-Album unter CC BY-ND 2.0.


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5 Lesetipps für den 28. Oktober

In unseren Lesetipps geht es um Coworking, wie unsere Bildung sein müsste, Uber, ein Denkmal für die Wikipedia und Smart Guns bei der Polizei. Ergänzungen erwünscht.

  • COWORKING Deskmag: Neue Fraunhofer-Studie zur „Faszination Coworking“: Dass die meisten Coworking Spaces einfach irgendwie „cool“ sind, wissen inzwischen wohl die meisten, die je damit in Berührung gekommen sind. Doch – was genau ist es, was diese Faszination des Coworking ausmacht? Worauf sollten Coworking Spaces achten, um eine solche Anziehungskraft zu entfalten? Wie reagieren herkömmliche Unternehmen auf die Sogwirkung, die Coworking offenbar auslöst? Ist eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Coworking Spaces denkbar? Diese und eine Reihe weiterer Fragen wurden vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation untersucht und in einer aktuellen Studie veröffentlicht.

  • BILDUNG Ramen.io: Technology and the Humanities: Die Digitalisierung wirkt sich auch auf verschiedenste Art und Weise auf die Bildung aus. Doch die Antworten der Politik geraten gedanklich oft zu kurz: Ein Laptop für jedes Kind, Informatik als Pflichtfach, mehr Medienkompetenz in der Schule (zumindest für die Schüler, aber zu selten für die Lehrer). Auf Ramen.io kommentiert Blossom-Geschäftsführer Thomas Schranz diese vermeintlichen Lösungen und bietet auch interessante Alternativen an.

  • UBER Slate.com: Uber says its drivers make great money, but its math just doesn’t add up: Auf Slate.com setzt sich die Wirtschaftsjournalistin Alison Griswold mit der Mathematik hinter und vor allem in Uber auseinander. Kernfrage ist, wie viel eigentlich die Fahrer verdienen, denn Ubers Angaben scheinen doch mit über 90.000 US-Dollar im Jahr etwas hoch. Was an den Aussagen der mit 17 Milliarden US-Dollar bewerteten Firma dran ist, kann im sehr gut recherchierten und aufgebreiteten Artikel nachgelesen werden.

  • WIKIPEDIA CNET: A Wikipedia monument? It’s true (we’re pretty sure): In der polnischen Stadt S?ubice, direkt gegenüber von Frankfurt/Oder, steht nun das erste Denkmal für die Wikipedia, mit der die Initiatoren ein Zeichen für die Bedeutung von freiem Wissen setzen wollen. Eingeweiht wurde es bereits letzte Woche Mittwoch, weshalb ich mich gerade frage, wieso ich erst sechs Tage später auf der Website eines US-Mediums davon lese. Neben dem Ausflugstipp an unsere Leserschaft aus Berlin und Brandenburg, kann die Meldung auch als Warnung gesehen werden, seine Filter mal neu zu justieren.

  • ÜBERWACHUNG Golem.de: US-Polizei testet Onlineüberwachung von Dienstwaffen: Auf Golem.de schreibt Nico Ernst über einen Test in zwei US-amerikanischen Polizeidienststellen: die Dienstwaffen von Polizisten werden um ein kleines Griffstück ergänzt, dass durch Sensoren u.a. das Ziehen und Abfeuern der Pistole in Echtzeit erfassen und an die Behörde funken. Was eine rechtliche Entlastung der Polizei bringen soll, stellt aber ebenso eine Form der Onlineüberwachung von für die Polizei arbeitenden Individuen dar. Es ist zum Glück unwahrscheinlich, dass es etwas ähnliches in Europa geben wird.

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5 Lesetipps für den 22. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um das Jubiläum von Spiegel Online, die Frage, ob Kinder programmieren lernen müssen, Merkels Rede auf dem IT-Gipfel, das Startup Magic Leap und eine Studie zur Social Media-Nutzung. Ergänzungen erwünscht.

  • JUBILÄUM SPIEGEL ONLINE: Geschichte und Entwicklung des Online-Journalismus: Vor 20 Jahren, im Jahr 1994, begann der Spiegel-Verlag, als eine der ersten Medien mit Spiegel Online auch eine Online-Präsenz aufzubauen. Nun feiert das Nachrichtenportal zwanzigjähriges Jubiläum, wozu die Redaktion einen multimedialen Rückblick auf die letzten zwei Jahrzehnte erstellt hat. In diesem wird gezeigt, was zum einen bei Spiegel-Online passiert ist und zum anderen, was in der Welt geschah. Durch den übersichtlichen Aufbau und die zahlreichen multimedialen Elemente auf jeden Fall empfehlenswert, sich den Rückblick einmal genauer anzuschauen.

  • PROGRAMMIEREN Heise Online: Kommentar: Müssen Kinder das Programmieren lernen?: Auf Heise Online äußert sich der Philosoph und IT-Unternehmer Jörg Friedrich zu der strittigen Frage, ob Kinder in der Schule das Programmieren lernen sollen. Zuletzt hatten sich dafür unter anderem Microsoft, SAP und Facebook stark gemacht und einen öffentlichen Brief veröffentlicht. Friedrich stimmt diesen zwar zu, dass Programmieren wichtig sei und gerne Teil der Schule sein dürfe, doch ist er der Meinung, das dieses bei weitem nicht das Wichtigste, was Kinder über die digitale Welt lernen sollten, sei. Vielmehr ist es wichtiger, dass diese lernen würden, wie Netze und Computer funktionieren und aufgebaut sind. So solle die Schule praktisches Orientierungswissen anstatt stumpfe Programmierbefehle vermitteln.

  • IT-GIPFEL Golem: Merkel auf IT-Gipfel: Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig: Am Dienstag startete der achte nationale IT-Gipfel in Hamburg, auf dem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Digitalisierung stark machte und über Netzneutralität und Big Data sprach. So dürfe es laut Merkel keine völlige Regulierungslosigkeit im Netz geben, wobei sie die europäische Datenschutzverordnung als ein schwieriges Unterfangen sieht. Zu dem Thema der Netzneutralität vertrat Merkel die Ansicht, dass diese erst bei schnellen Internetverbindungen ab 50 Mbit/s eine Rolle spielen würde. Zudem outete sie sich als Unterstützer von Big Data und meinte scherzhaft, dass Big Data-Mining gewinnträchtiger als der Steinkohleabbau werden könne. Neben Merkel besuchten auch sechs weitere Mitglieder des Bundeskabinetts den IT-Gipfel.

  • STARTUP The Verge: Google leads $542 million funding of mysterious augmented reality firm Magic Leap: Google hat sich an einer 542 Millionen US-Dollar starken Investitionsrunde für das mysteriöse Startup Magic Leap beteiligt. Mysteriös deswegen, weil bislang nicht viel über die Arbeit des amerikanischen Startups bekannt ist. So weiß man lediglich, dass Magic Leap an der Zukunft von interaktiven Schnittstellen unter dem Namen „Cinematic Reality“ arbeitet. Mithilfe dieser Technologie soll es laut der Aussage von Thomas Tull, CEO von Legendary Pictures, möglich sein, dass Bilder direkt auf das Auge projiziert werden können, sodass es wirkt, als ob sich diese Bilder in der echten Welt befinden. Was Google mit dem Startup genauer plant, ist bislang aber noch unklar. Schon bald soll aber ein erstes Produkt von Magic Leap erscheinen.

  • SOCIAL MEDIA Studie zu Social-Media-Nutzung: Geplatzte Blase – Digital – Süddeutsche.de: Eine Studie zeigt, dass wir bei Facebook und Twitter nicht unter einer Filterglocke, sondern sogar politisch heterogener als im normalen Leben leben. So werden die Nutzer in ihrer Timeline mit politischer Vielfalt konfrontiert, was dazu führe, dass sich die Wahrscheinlichkeit, eine extreme politische Position zu beziehen, verringere. Ebenfalls ermöglichen es die sozialen Netzwerke, auch mit entfernteren Bekannten den Kontakt aufrecht zu erhalten. Dadurch erhalten Social Media-Nutzer Informationen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln, sodass es keine Spur einer Filterblase gebe.

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Money, Cash, Blog$ – Geld verdienen in der Blogosphäre

BLOG IDEAS (adapted) (Image by Owen W Brown [CC BY 2.0] via Flickr)
Die Spezies der Journalisten hat eine neue Gattung hervorgebracht. Den Blogger. Wird sich die Blogosphäre im Informationsdschungel behaupten können? Sie sitzen in abgedunkelten Kellerräumen, durchforsten die entlegensten Ecken des Internets und chatten mit mysteriösen Gesinnungsgenossen. Immer auf der Suche nach der ganz großen Nachricht. Doch was ist dran am Klischee [...]
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5 Lesetipps für den 12. Juni

In den Lesetipps geht es um die Fußball-WM auf Twitter, Patenttrolle schaden Startups, Verbraucherschutz im Netz, Reputationsmanagement und wie Jurassic Park das Medium Film digitalisierte. Ergänzungen erwünscht.

  • #WM2014 Hyperland: Das sind die besten Twitter-Quellen zur Fußball-Weltmeisterschaft: Heute Abend beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 mit dem Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Brasilien und Kroatien. Die Echtzeitinfos dazu gibt’s im Netz. Tobias Wagner stellt im ZDF-Blog Hyperland die interessantesten Twitter-Accounts vor.
  • PATENTE Ars Technica: New study suggests patent trolls really are killing startups: Eine neue Studie hat sich mit den Auswirkungen von Patenttrollen in den USA auseinandergesetzt und die Zahlen sind erschreckend: fast 22 Milliarden US-Dollar wurden dadurch vernichtet und viele Startups kaputt gemacht. Die von Obama mal versprochene Reform des Patentwesen wird jetzt schmerzlich vermisst, aber weltweit bräuchte es eine Neuordnung unseres Umgang mit „geistigem Eigentum“, denn in einer digitalen Informationsgesellschaft können wir uns nicht mehr auf Gesetze aus der Industriellen Revolution verlassen.
  • VERBRAUCHERSCHUTZ Golem: Regierung will Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vorschreiben: Eigentlich keines der drei Ministerien, die an der Digitalen Agenda „federführend“ mitarbeiten, scheint das Verbraucherschutzministerium doch das aktivste zu sein, wenn es um digitale Themen geht. Auf Golem schreibt Friedhelm Greis über die geplanten Initiativen zu Datenschutz und Sicherheit. Auch Qualitätsansprüche bei Softwareprodukten und Googles Marktmacht sollen geprüft werden.
  • REPUTATIONSMANAGEMENT Süddeutsche.de: Bewertungen im Internet – Netz der Lügner: Das neue Superhandy, die Digitalkamera, sind sie wirklich so gut, wie die Werbung verspricht? Foren und Kommentare könnten helfen – doch sie sind unterwandert von Lohnschreibern. Früher konnten Verbraucherschützer die falschen Kommentare noch entlarven, mittlerweile ist das fast unmöglich. Robert Gast hat sich für die Süddeutsche Zeitung mit einem ehemaligen Schreiber für Reputationsmanagement unterhalten.
  • JURASSIC PARK CNET: How the digital dinos of ‚Jurassic Park‘ changed everything: Auf CNET schreibt Rusty Blazenhoff einen schönen Reminder, dass die Digitalisierung des Kinos gerade einmal 20 Jahre her ist. 1993 revolutionierte Steven Spielberg mit Jurassic Park das Kino, denn die Dinosaurier waren alles andere als die sich bisher ruckartig bewegenden Stop-Motion-Dinos der 60er Jahre, sondern eine Mischung aus Robotern und digitaler Überarbeitung. Die von der Oscar-Academy produzierte Dokumentation erklärt in 9 Minuten die Bedeutung des Films.

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Wie böse ist YouTube?

Welche Auswirkungen hat Musikvideo-Streaming über YouTube in den USA auf die dortigen Albenverkäufe? Kritische Analyse einer neuen Studie dazu. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die hier im Blog auch ausführlich besprochen wurden, darüber, wie schädlich oder unschädlich Filesharing für die Musikverkäufe ist. Ein klares Fazit aus wissenschaftlicher Sicht kann aber immer noch nicht gezogen werden. Nun legen R. Scott Hiller von der Fairfield University und Jin-Hyuk Kim von der University of Colorado Boulder eine erste Studie vor, wie sich das weitverbreitet Musikvideo-Streaming über YouTube in den USA auf die dortigen Albenverkäufe ausgewirkt hat.

Sie beobachteten dabei, wie sich der vorübergehende Boykott, den die Warner Music Group über YouTube nach gescheiterten Lizenverhandlungen zwischen Anfang Januar und Ende September 2009 verhängt hat, auf die Verkäufe von Alben jener Warner-KünstlerInnen ausgewirkt hat, die in diesem Zeitraum in den Billboard 200 Albencharts vertreten waren. Das Ergebnis scheint eindeutig zu sein: Warner konnte durchschnittlich 10.000 Stück pro Hit-Album mehr pro Woche verkaufen als die Konkurrenten, die ihr Repertoire weiterhin auf YouTube verfügbar gemacht hatten. Zudem hat der Warner-Boykott keinerlei statistisch signifikante Auswirkungen auf das Suchverhalten der Fans auf Google gezeitigt, was die Autoren zu Schluss veranlassen, dass es keine positiven Sampling- bzw. Promotionseffekt von YouTube gibt.

Wie diese Ergebnisse zustande kommen und was von ihnen zu halten ist, möchte in weiterer Folge genauer untersuchen.

Vorgeschichte

Nachdem YouTube um US$ 1,65 Mrd. von Google im Herbst 2006 gekauft worden war, ging der neue Eigentümer mit allen Musikkonzernen Lizenzpartnerschaften ein, um dem Vorwurf, Urheberrechtsverletzungen Vorschub zu leisten, Wind aus den Segeln zu nehmen. Allerdings waren die Majors mit den bescheidenen Ausschüttungen von YouTube nicht zufrieden. Als 2008 die Erneuerung der Verträge anstand, forderten sie wurden höhere Lizenzzahlungen. Im Dezember 2008 hatte sich Google und alle Majors mit Ausnahme der Warner Music Group (WMG) auf neue Lizenzdeals geeinigt, was dazu führte, dass die WMG begann, Musikvideos, die ihre Rechte berührten, von YouTube entfernen zu lassen. Vom 1. Januar bis zum 29. September 2009 waren in den USA keine Musikvideos mit Warner-KünstlerInnen bzw. Amateuraufnahmen mit Warner-Material auf YouTube zu sehen, bis sich die Videoplattform und der Musikkonzern dann doch auf einen Lizenzdeal einigten.

Datensample und Methodik

Dieses Blackout für Warner-Musikvideos auf YouTube wurde nun von den Studienautoren zum Anlass genommen, die Verkaufszahlen der Alben von Warner-KünstlerInnen mit jenen anderer Musikkonzerne zu vergleichen. Dazu benutzen Hiller & Kim die von SoundScan erhobenen Absatzzahlen, auf deren Basis allwöchentlich die Billboard 200 Albencharts zusammengestellt werden. Das ergibt ein Gesamtsample von 2.261 Alben von 1.663 KünstlerInnen. Die Gesamtzahl wurde pro Chartwoche um 10 bis 20 Nichtmusik- bzw. Compilation-Alben bereinigt.

Für jedes Album wurden nun die Zahl der in einer Woche verkauften Einheiten eines Albumstitels als abhängige Variable defininiert. Als unabhängige Variable flossen in die Schätzung ein:

  1. Der “Warner-Effekt” des Blackouts
  2. Die Gesamtanzahl der Wochen, die ein Album in den Top 200 war
  3. Die Zahl der in der ersten Woche nach Neuerscheinen verkauften Einheiten eines Albumtitels
  4. Ein Indikator für das Debütalbum einer KünstlerIn
  5. Ein Indikator für nachfolgende Alben einer KünstlerIn
  6. Die Dauer in den Charts sowie die Absatzzahlen des vorletzten Albums einer KünstlerIn, um ggf. Spillover-Effekte von früheren Produktionen sichtbar zu machen

Alle Alben wurden dann noch nach Musikgenres und nach Indie- bzw. Major-Release mit Hilfe der Discogs-Datenbank codiert. Schließlich wurden auch noch der Rang eines Albums in den US Top-100 Airplay-Charts berücksichtigt, um etwaige Promotionseffekte des Radios feststellen zu können.

Als weitere abhängige Variable wurde die Suchintensität der Musikfans nach “ihren” KünstlerInnen” im Internet gewählt. Dazu mussten die Studienautoren einen komplexen Index bilden, der nach US-Region differenziert die Suche nach MusikerInnen auf Google.com abzubilden in der Lage ist. Während die erste Variable den Einfluss der Warner-Blackouts auf YouTube auf die Absatzzahlen messen soll, dient die zweite Variable dazu, herauszufinden, ob der Blackout einen negativen Einfluss auf die Wahrnehmung durch die Fans auf die Warner-KünstlerInnen hatte.

Auf dieser Basis wurden nun alle Warner-Alben im Sample mit den Alben anderer Labels in den Top-200 vor, während und nach dem Blackout verglichen, wobei das Zeitfenster mit 1 Jahr sowie 9 Monate, 6 Monate und 3 Monate jeweils davor und danach variiert wurde.

Ergebnisse

Getestet wurde die Hypothese, ob der Blackout einen positiven oder negativen Einfluss auf die Absatzzahlen von Alben der Warner-KünstlerInnen hatte bzw. ob sich die Suchintensität der Fans durch den Blackout verändert hat. Anders formuliert: Wenn die Warner-KünstlerInnen in der Blackout-Periode verhältnismäßig mehr Alben absetzen konnten, dann könnte man auf einen negativen (Substitutions-)Effekt auf den Albenvverkauf schließen.

Für die vier verschiedenen Zeitfenster wurden nun Regressionen sowohl für die Absatzzahlen (Tabellen 2 bis 5) als auch für Suchintensität (Tabellen 6 bis 9) gerechnet. Dabei wurden schrittweise zuerst die Top-10 Alben aus dem Sample eliminiert, dann die Top-25-Alben und schließlich die Top-50-Alben, um ggf. unterschiedliche Effekte auf Superstarrepertoire und weniger bekanntes Repertoire sichtbar zu machen.

Die Daten für das Gesamtsample (Top-200) zeigen, dass je nach Zeitfenster ein Warner-Album im Durchschnitt um 5.718 Einheiten pro Woche bis zu 9.829 Einheiten pro Woche mehr verkaufen konnte. Dieser Effekt nimmt ab, wenn die Top-10-Alben aus dem Sample eliminiert werden – plus 2.458 bis 3.678 Einheiten pro Album – und ist noch schwächer, wenn die Top-25-Alben unberücksichtigt bleiben – plus 1.419 bis 1.870 Einheiten pro Album. Dieser “Warner-Effekt” verschwindet sogar ganz, wenn die Top-50-Alben aus dem Sample verschwinden. Das lässt den Schluss zu, dass der Blackout für die Warner-Superstars vorteilhafter war als für die weniger nachgefragten Stars und überhaupt keine Rolle für das Nicht-Superstar-Repertoire spielte. Allerdings darf nicht der Umkehrschluss gezogen werden, dass es für die Nicht-Superstars einen positiven Samplingeffekt gäbe, da die Ergebnisse weder negativ noch statistisch signifikant sind.

Die Studienautoren schlussfolgern: “(…) that the Warner artists who had Billboard top 200 albums during the nine-month blackout sold on average larger quantities of albums, as opposed to the non-Warner artists during the same period. (…) The estimates represent causal effects and thus render support for the sales displacement hypothesis” (S. 14). Dieser Effekt verschwindet aber, wenn die Top-50 platzierten Alben aus dem Sample genommen werden. YouTube hätte demnach also keinerlei negative Wirkungen auf die Absatzzahlen von Nicht-Superstaralben.

Des Weiteren können die Studienautoren keinen irgendwie gearteten Promotionseffekt von YouTube feststellen. Es lässt sich zumindest kein statistisch signifikanter negativer Einfluss des Blackouts auf die Google-Suche nach Warner-KünstlerInnen in den USA feststellen. Die Regressionen zeigen “(…) that the blackout had no statistically significant effect on the level of Internet user’s search activity. (…) Therefore, the hypothesis that a greater exposure to free online content increases the user’s level of interests finds no support in our data” (S. 16).

Kurz zusammengefasst legen die Studienergebnisse folgende Schlüsse nahe:

  • Die Verfügbarkeit von gratis konsumierbarer Musikvideos auf YouTube hat einen negativen Effekt auf den Albenabsatz. YouTube kannibalisiert demnach bis zu einem gewissen Grad die physischen und Download-Musikverkäufe.
  • Die Autoren betonen zwar, dass die Ergebnisse aufgrund des begrenzten Samples nicht verallgemeinerbar sind, legen aber doch die Vermutung nahe, dass Musikstreaming insgesamt einen Kannibalisierungseffekt auf Musikverkäufe haben könnte. Studien dazu müssten aber noch durchgeführt werden.
  • YouTube hat keinen Sampling- bzw. Promotionseffekt, weder auf das Superstar- noch auf das Nicht-Superstar-Repertoire.

Kritische Würdigung

Was haben die Autoren im Grunde genommen festgestellt? Sie haben gezeigt, dass der Absatz von Alben der Warner Music Group (WMG), die in den Billboard 200 in den ersten drei Quartalen des Jahres 2009 vertreten waren, im Durchschnitt relativ höher war als jener der Konkurrenz, verglichen mit den Jahren 2008 und 2010. Es handelt sich dabei um eine Korrelation von zwei Sachverhalten, die auf das Fehlen der Warner-Musikvideos auf YouTube im gleichen Zeitraum zurückgeführt wird. Ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Warner-Blackout auf YouTube und dem relativ höheren Albenabsatz kann aber noch nicht hergestellt werden. Es könnte schließlich auch andere Ursachen für die Korrelation geben, die von den Studienautoren nicht untersucht wurden.

Ein Anhaltspunkt für eine solche Ursache findet sich im Jahresbericht der Warner Music Group für 2009. Darin berichtet der damalige CEO Edgar J. Bronfman: “According to SoundScan data, we reported the highest U.S. album market share growth of all major music companies in total albums sold between calendar 2004 and calendar 2008? (WMG 2010: 3). Dieses starke Wachstum wird allerdings im Jahresbericht 2009 nicht auf die fehlende Präsenz auf YouTube zurückgeführt, sondern auf die 2007 formulierte und ab 2008 konsequent umgesetzte Digitalstrategie des Musik-Majors. Der Erfolg schlug sich auch in Zahlen nieder. Die digitalen Musikverkäufe der WMG, die von 2007 auf 2008 im US-amerikanischen Markt um ein Drittel gestiegen waren, konnten ein Jahr später um weitere 10,7 Prozent zulegen. Von 2009 auf 2010 fiel hingegen das Umsatzwachstum im digitalen Musiksegment mit 1,1 Prozent recht bescheiden aus. Vor allem in den USA griff die Digitalstrategie besonders gut. Nachdem der Digitalanteil an allen in den USA getätigten Umsätzen 2008 auf 29,9 Prozent gestiegen war, machte er 2009 einen weiteren starken Sprung nach oben auf 38,8 Prozent. Der Zuwachs auf 44,3 Prozent fiel 2010 vergleichsweise schwach aus.

Ein Vergleich mit dem Weltmarktführer, Universal Music Group (UMG), macht den Erfolg der Digitalisierungsstrategie von Warner in den Jahren 2008 und 2009 noch sichtbarer. Der UMG konnte zwar von 2007 auf 2008 die digitalen Musikumsätze um 30,5 Prozent steigern, aber mit einem Plus von 7,8 Prozent im Jahr 2009 fiel die UMG hinter die WMG zurück. Erst mit einer Steigerung um 13,8 Prozent im darauffolgenden Jahr konnte der Rückstand zur WMG wieder aufgeholt werden. Dementsprechend moderat fiel der Anteil des Digitalumsatzes der UMG im Jahr 2009 aus, als er 25,7 Prozent erreichte – 13,1 Prozentpunkte niedriger als der Digitalanteil der WMG am US-Markt im gleichen Jahr (Vivendi 2010: 150) Am Rande sei noch erwähnt, dass bei Atlantic Records, einem Sublabel der WMG, 2009 mehr als 50 Prozent der phonografischen Umsätze auf digitale Musikverkäufe entfielen (WMG 2010: II).

Diese Indizienlage legt einen anderen Schluss nahe: Die relativ höheren Albenverkäufe der WMG sind nicht auf das YouTube-Blackout zurückzuführen, sondern auf die Umsetzung der Digitalstrategie, die Warner 2009 einen vorübergehenden Vorteil im Digitalgeschäft gegenüber der Konkurrenz verschafft hat. Dieser Vorteil ging, wie die Zahlen belegen, bereits 2010 wieder verloren, was sich durchaus mit der Analyse von Hiller & Kim deckt. Auch der schwächer werdende “Warner-Effekt”, wenn immer weniger Hit-Alben in Betracht gezogen werden, kann mit der Digitalstrategie der WMG erklärt werden. Da die Konzerne vor allem ihr Superstar-Repertoire mit entsprechendem PR- und Marketingsaufwand am Markt positionieren, profitierten vor allem die Hit-Alben von der Digitalstrategie.

Diese Erklärung ist trotz des statistischen Apparates, den die Autoren aufbieten, schlüssiger. Warum sollten die Verantwortlichen in der Warner Music Group, denen die präzisen Absatzzahlen für jedes Album vorliegen, so dumm sein, den Vertrag mit YouTube zu verlängern, wenn sie aus den Daten einen massiven Kannibalisierungseffekt herauslesen müssten? YouTube kann also nicht so böse sein, wie die Studie von Hiller & Kim suggeriert. Schließlich glauben nicht nur die WMG, sondern alle anderen Majors und der Großteil der Indies an die positiven Promotions- und Samplingeffekte, die von YouTube ausgehen. Ganz im Gegenteil, heutzutage kann es sich kein Label leisten, nicht mit seinem Repertoire auf YouTube verfügbar zu sein. Die Autoren sollten also ihr Forschungsdesign noch einmal überdenken, und auch noch andere mögliche Erklärungen für den “Warner-Effekt” in Betracht ziehen.


Quellenangaben


Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog Musikwirtschaftsforschung.


 


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5 Lesetipps für den 10. März

In unseren Lesetipps geht es heute um Erfolg im Bereich Mobile Photography, das kaputte Urheberrecht, eine lesenswerte WLAN-Studie, Smart Toys im Kinderzimmer und ein innovatives Webformat im Journalismus. Ergänzungen erwünscht.

  • MOBILE PHOTOGRAPHY Mobile Photo Network: Daniel Arnold got paid… by his Instagram followers: Mobile Photography ist eine Kunst, die immer mehr Wertschätzung erfährt. Daniel Arnold gehört zu den umtriebigsten Nutzern auf Instagram und sein Engagement wurde ihm jetzt auch gut vergütet. Als Arnold knapp bei Kasse war, bot er seinen Followern an, Bilder von ihm zu kaufen. Dieses Angebot brachte ihm in kürzester Zeit über 15.000 US-Dollar zusammen.
  • URHEBERRECHT taz-Hausblog: Raubkopierer bei der SPD: Im taz-Hausblog erklärt Sebastian Heiser, wieso das (auch) von der SPD nicht modernisierte Urheberrecht ihn regelrecht dazu zwang, die Genossen für die Verwendung eines seiner Fotos abzumahnen, er aber trotzdem kaum Geld damit verdiente. Zwar vergisst auch Heiser in seinem eigenen Artikel die Angabe seiner eigenen Lizenz unter seinem eigenen Foto, aber nach der schon nicht lukrativen Abmahnung der SPD, wird er sich wohl verschonen. Lesenswertes Kommentar über das kaputte Urheberrecht.
  • WLAN OffeneNetze.de: Der (negative) Einfluss einer Registrierung auf das Geschäftsmodell eines WLANs: Zum Auftakt der CeBit 2014 in Hannover hat Kabel Deutschland – nach eigenen Worten einer der größten WLAN-Hotspot-Anbieter in Deutschland – im Rahmen einer Pressemitteilung über eine aktuelle (von Kabel Deutschland in Auftrag gegebene) Umfrage berichtet, deren spannendes Ergebnis auf OffeNetze.de lesenswert kommentiert wird.
  • SMART TOYS Fillmore: Smart Toys – Ubooly verwandelt das iPhone in ein Plüschtier: Ubooly verwandelt Smartphones und Tablets in Spielkameraden, die Kindern Wissen vermitteln. So revolutionieren Startups mit Smart Toys die Spielebranche. Elisabeth Oberndorfer erklärt auf Fillmore, wie das iPhone das Kinderzimmer spielend digitalisiert.
  • JOURNALISMUS jonasgerding.com: Homs – ein zerstörter Traum: Jonas Gerding stellt auf seinem Blog ein interessantes Web-Format von Arte vor, das die Chronik des Syrien-Konflikts auf beeindruckende Weise darstellt. Tagebuchartig erzählen drei junge Syrer in Kurzvideos, wie sie den Frieden wollen, aber sich immer mehr in den Konflikt verstricken. Für Gerding ein Beleg für innovativen Journalismus in der digitalen Revolution.

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Open Data: Die Scheu der Kommunen

open data (scrabble) (adapted) (Image by justgrimes [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Offene Daten haben in deutschen Kommunen immer noch Seltenheitswert. Eine ungewisse Finanzierung und unklarer Nutzen hält die Verwaltungen zurück. Vorreiter in Sachen offene Daten in Deutschland sitzen nicht nur in Berlin, sondern auch in einem Rathaus am Niederrhein. Die Stadt Moers ist eine von zwölf Städten, deren Open-Data-Ambitionen bisher in [...]
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5 Lesetipps für den 27. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um den Kontrollverlust im Digitalen, die journalistische Gerüchteküche, Menschlichkeit im Journalismus, Kultur braucht neue Formen der Kollaboration und Jugendliche fliehen aus Facebook. Ergänzungen erwünscht.

  • KONTROLLVERLUST taz.de: Ein Blogger über digitalen Kontrollverlust: Im taz-Interview mit Silvia Follmann redet Michael Seemann über sein Buchprojekt „Neues Spiel – Nach dem Kontrollverust“, welche Thesen und Aspekte er in in seinem Buch zu beleuchten beabsichtigt und wir wir in einer von Daten getriebenen Gesellschaft nach den Enthüllungen von Edward Snowden leben können.
  • DIGITALE GERÜCHTEKÜCHE PandoDaily: Look Who’s Gawking: Inside Nick Denton’s phony, hypocritical class war against tech workers: Auf Pando Dialy setzt sich Paul Carr kritisch mit dem von Gerüchten lebenden journalistischen Projekt Gawker auseinander, mit dem Nick Denton seine ganz eigen Politik gegen die großen IT-Unternehmen des Silicon Valley treibt und die durch Gentrifizierung ausgelöste Wut der Anwohner gezielt auf den Technologie-Sektor des Bay Area lenkt. Für Menschen, die mit der BILD-„Zeitung“ aufgewachsen sind ein interessanter Vergleich auf eine andere Medienwelt.
  • KOLLABORATION Berliner Gazette: Können Piraten und Kapitalisten gemeinsam eine universelle Kulturdatenbank erschaffen?: Können Piraten und Kapitalisten wirklich zusammenarbeiten? An gemeinsamen Visionen mangelt es nicht: Sowohl der IT-Riese Google als auch freie Projekte würden gern eine frei zugängliche Kulturdatenbank erschaffen. Der Hacker-Künstler Marcell Mars hat mit “Memory of the World” so ein Datenbank-Projekt gestartet und fürchtet sich vor der Vereinnahmung durch die Kapitalisten. Theaterwissenschaftlerin und Berliner Gazette-Autorin Sabrina Apitz hat ihn getroffen.
  • JOURNALISMUS Los Angeles Times: He understood not only what we did but what we were supposed to do: Am Weihnachtsmorgen hat Al Martinez in der Los Angeles Times die Leserschaft an einer sehr schönen, wenn auch tragischen, Weihnachtsgeschichte teilhaben lassen, die einen oft vergessenen Aspekt des Journalismus, der im Wandel nicht verloren gehen darf, lesenswert zu schau stellte: es geht auch um Menschen im Journalismus und nicht nur um die Meldung an sich.
  • FACEBOOK The Conversation: Facebook’s so uncool, but it’s morphing into a different beast: Eine von der Europäischen Union finanzierte Studie des Anthropologie-Instituts der Londoner Universität hat das Social-Media-Verhalten von Jugendlichen untersucht und der viel diskutierten Abwanderung von Jugendlichen aus Facebook frischen Input gegeben: Snapchat und WhatApps sind die Wahl-Netzwerke der Heranwachsenden, aber Facebook wird zu einem immer wichtigeren Ort für den (größeren) Rest der Gesellschaft.

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WhatsApp: Schrecken von Facebook, Albtraum der Mobilfunker

Texting in the rain (adapted) (Image by Garry Knight [CC BY 2.0] via Flickr)
Die Chat-Software entwickelt sich zum mobilen Netzwerk Nr. 1 und bringt SMS-Umsätze in Gefahr. Man kann es ruhig sagen: Die beiden WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton, zwei ehemalige und sehr öffentlichkeitsscheue Yahoo-Mitarbeiter, haben die SMS neu erfunden. Ihre kleine Chat-Software verbreitet sich rasend schnell auf Smartphones und bringt Kommunikationsgiganten [...]
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Digitales Leben 2020: Die Zukunft hat begonnen

Die Zukunft wurde schon immer von Menschen mit Phantasie und Visionen gestaltet, sie ist kein Zufallsprodukt, sondern immer Ergebnis eines Prozesses an dessen Anfang eine Idee stand. Der Grundstein für die nahe Zukunft ist bereits gelegt, doch wie werden wir im Jahr 2020 leben?  1999 fehlte dem visionären Filmemacher Steven Spielberg die Vision. Um Philip K. Dicks Kurzgeschichte „Minority Report“ mit futuristischen Bildern zu füllen, rief der Regisseur deswegen kurzerhand einen illustren Kreis aus Experten zusammen. Die Kommission entwarf eine Zukunft, die so abwegig nicht ist. Kürzlich haben sich Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts ebenfalls die klugen Köpfe darüber zerbrochen, wie die Welt künftig aussehen könnte – im Mittelpunkt steht die Digitalisierung. Laut der neuen Studie werden wir 2020 informierter, vernetzter und nachhaltiger leben. Weiterlesen »

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Ist es Liebe oder sind das nur Metadaten?

Vergangene Woche präsentierte das Vodafone Institut für Gesellschaft und Kommunikation erste Zwischenergebnisse einer internationalen Studie über emotionale Bindung zu ?Digitalen Dingen?. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere Metadaten und individuelle Verknüpfungen für die emotionale Bindung an eigene digitale Inhalte relevant sind.

Ein internationales Forschungsteam untersuchte für die Studie 48 jungen Erwachsene in den USA, Südkorea und Spanien im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. Dr. John Zimmerman von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh und Heather Moore von Vodafone Group Research & Development stellten die Studie vor, die noch mehr Fragen an und über unsere Gesellschaft aufwirft. Werden wir unseren Ebook-Reader bald genauso wertschätzen wie unser liebstes Kinderbuch? Welche Rollen werden Metadaten in Zukunft haben und wollen wir das überhaupt?

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(N)ONLINER-Atlas: Außenstehender Skeptiker oder passionierter Onliner?

Wie Internet-affin sind die Deutschen? Die Frage klingt simpel, aber ihre Beantwortung ist es nicht. Erhebungen wie die ARD/ZDF-Onlinestudie oder der N(ONLINER) Atlas messen, wer wie lange im Netz surft, sagen jedoch nichts über den Kompetenzstand der Nutzer oder darüber, auf welchen Seiten sie unterwegs sind. Darüber will ab sofort der D21-Digital-Index informieren – ihm zufolge ist Deutschland längst noch nicht komplett digitalisiert.

„Ergebnisse in dieser Form hat es noch nie gegeben“, preist Robert A. Wieland den D21-Digital-Index an. Wieland ist Geschäftsführer von TNS Infratest und Vorstandsmitglied der Initiative D21. Auch international sei das ein neuer Ansatz, sagt Hans-Joachim Otto, politischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Beide beziehen sich auf Aussagen der Studie, die so bisher tatsächlich noch nicht verfügbar waren – weder im N(ONLINER) Atlas, noch in der ebenfalls bekannten ARD/ZDF-Onlinestudie. Diese sind darauf beschränkt, die Zahl der Bürger, die 2012 online waren, nach den üblichen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Herkunft und Bildung aufzuschlüsseln. Der D21-Digital-Index erfragt neben dem Zugang auch die Nutzungsart, Offenheit und Kompetenz der deutschen User. Fazit: „Die Mehrheit der Deutschen ist noch nicht in der digitalen Gesellschaft angekommen.“

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Studie: Medienindustrie profitiert von der Digitalisierung

MADDIDA (Bild: Official US Navy photograph [Public domain], via Wikimedia Commons)
Während Deutschland das Leistungsschutzrecht für Presseverlage durchwinkt, Zeitungen Paywalls zunehmend in Betracht ziehen und die Musikindustrie über dieses böse Internet jammert, stellt Booz & Company im Auftrag von Google die Studie „Digitale Zukunft des Kreativsektors“ vor. Demnach sieht es in Europa gar nicht so schlecht aus, was die Digitalisierung der [...]
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Native Ads: Vom Werber geliebt, vom Nutzer gehasst

Werbung hat im Web keinen guten Ruf. Jetzt wird auch vermehrt auf sozialen Netzwerken mit Werbebotschaften gelockt. Wie finden User das?

Online-Ads spielen in sozialen Netzwerken eine wachsende Rolle. Mal als klassisches Banner, immer häufiger jedoch adaptieren moderne Werbeformen die typischen Web 2.0-Elemente “Content” und “Social” und passen sich so perfekt an ihre Umgebung an: Native Ads. Sponsored Posts und Stories nutzen die Interaktionen des eigenen Facebook-Netzwerks mit der Marke und präsentieren diese dem Nutzer als Werbebotschaft, Weiterlesen »

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Qualitative Nachrichten – Wer braucht schon das Web?

Qualitative Nachrichten - Wer braucht schon das Web?

Das Internet ist tot, es lebe das Web. So könnte man denken. Wenn man den Unterschied kennt. Neuerdings aber sind die Differenzierungen grundsätzlicher: Wer kann besser Nachrichten? Das vielköpfige Web oder die klassischen Verlage, die mit ihren Hochleistungslaubbläsern Trillionen von Buchstaben durchs Land pusten. Auf den ersten Blick erscheint die Studie mit dem vielsagenden Titel „Was wissen die Deutschen über aktuelle Nachrichten und woher wissen sie es?“ irgendwie deplatziert. Nachrichten werden dort auf Qualität und Recherchetiefe hin untersucht.

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Die Smartphone-Obsession – nicht ohne mein Handy

Das kennen wir gut. Menschen die ständig auf Ihr Smartphone sehen. In der Bahn, im Unterricht oder gar im Meeting. Wir empfinden das teilweise als unhöflich. Gerade wenn die Person, die dies tut, sich eigentlich mit einem selbst im Gespräch befindet. „Smartphone ist in und Knigge ist out, oder was?“, hallt es dann durch die Gedanken. Eine amerikanische Studie hat dieser Smartphone-Obsession jetzt einmal auf den Zahn gefühlt.

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Ich nutze digital und Du?

WelleIBM hat sich eine Studie geleistet. Klar. Die müssen das. Denn sie verkaufen nur Digitales. Nein. Ihre Kunden sollen damit Geld verdienen. Denn die IBM verdient mit den Dienstleistungen für Firmen, die auf das papierlose Büro setzen, die die Lagerverwaltung digital regeln und die via Web Geld verdienen und daher ihre Prozesse digital abbilden bzw. gestalten.

In der Studie aber geht es um die Kunden dieser Kunden und das goldene Kalb des dritten Jahrtausends: Digitalien. Also geht es um uns und die Welt der Computer bzw. Software. Klar ist schon lange, dass nicht nur die jungen Leute ihre Zeit mit digitalen Diensten und Werkzeugen verplempern. Die Studie hat einen beeindruckenden Umfang: Fast 4000 Leute in China, Frankreich, Deutschland, Japan, Großbritannien und den USA wurden befragt. Holla die Waldfee. Das sind zufällig die Länder in denen das Web seit Jahren boomt. Eigentlich hat IBM also die Leute danach befragt, was für einen Einfluß das Web auf ihren Konsum hat. Zerstreuung wäre die Antwort. Neu ist, dass das auch für die Älteren gilt: Rund 65 Prozent der Befragten zwischen 55 und 64 Jahren gaben häufiger zeitgleich das Fernsehen anzuschalten und im Internet surfen oder mit Freunden zu chatten. Chatten! Kennt das noch jemand? ICQ? Macht nix.

Durch die Medien geistern aktuell jedoch die Enkel der Digital Natives und Digital Immigrants und sollen schon bald die Powerpoint-Folien von 1001 Berater bevölkern:

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Studie von Google-Ergebnissen: SEO durch die Augen der Nutzer

Suchmaschinenoptimierung, tägliches Brot und mit Vorurteilen gespicktes Hassobjekt, spielt täglich in unserem Netzleben eine große Rolle. Hendrik Terbeck hat nun unter dem Titel „Der Einfluss sozialer Empfehlungen auf das Selektionsverhalten in Suchmaschinen“ eine Bachelorarbeit vorgelegt, die mittels Blickaufzeichnung und problemzentrierter Nutzerbefragung Antworten auf brennende SEO-Fragen geben möchte.

Suche: keine Muster mehr, sondern heterogene Strategien

Zunächst einmal widmet er sich bekannten und oft gestellten Fragen: Wonach selektieren Nutzerinnen Inhalte bei der Suche? Welche Elemente animieren sie zum Klick? Gibt es Muster in der Ergebnisselektion?

Wenig Bedeutung kommt der Studie zufolge älteren Modellen wie dem F-Muster oder dem goldenen Dreieck zu, da Suchende angesichts der immer vielfältiger werdenden Ergebnisdarstellungen heterogene Strategien wählen – wenn Suchmaschinen von reinen Textlinks zur Darstellung von Bildern, Anzeigen, lokalen Ergebnisse, sozialen Empfehlungen und vielem mehr übergehen, haben alte Selektionsmuster wenig Bestand. Wichtig sind vielmehr neben der Position der Ergebnisse (Hypothese 5, wenngleich nicht uneingeschränkt, wie in den Hypothesen 12 bis 14 gezeigt wird) die Bekanntheit der Marke (Hypothese 6) und besonders Titel (Hypothese 4) und URL (Hypothese 7) – ein Grund mehr für ein flexibles Content-Management-System wie etwa WordPress, das die freie Anpassung dieser Elemente erlaubt.

Bis zu diesem Punkt ist die Studie ein interessante Beleg für bereits bekannte oder stark vermutete Erkenntnisse. Richtig spannend werden jedoch die folgenden Fragen zu den sozialen Empfehlungen.

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Die Netzgemeinde ist das Volk

Nach einigen Artikeln über den Begriff der Netzgemeinde im Nachgang zum CDU-Internetpraktikanten Ansgar Heveling ist nun einen bemerkenswerte Studie von PricewaterhouseCoopers veröffentlicht worden. Von den Überfünfundfünzigjährigen, die befragt wurden sind mehr als 80 Prozent bei Facebook aktiv. 15 % des Traffics auf den Websites von Zeitungsverlagen stammt von eben jenem Marktführer bei den Sozialen Netzwerken. Von den 1000 Befragten gaben 80 Prozent an täglich bei Facebook unterwegs zu sein… Weiterlesen »

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In Google we trust

Eine neue Studie bestätigt Zweifel an der Relevanz des Web für die mentale Ausbildung. Die Junge Generation, oft als digital native missverstanden, ist gar nicht so klug und kritisch im Umgang mit ihren Alltagsgegenständen. Die Studie an der Northwestern University zeigt vor allem, dass den jungen Leuten das Ranking bei Google am wichtigsten ist, wenn es um das Einschätzen von Relevanz von Texten geht. Da es sich vornehmlich um Studenten handelt, dürfte das böse Ängste schüren. Denn die leicht verderbliche Ware Information im Web wird in 90% der Fälle von Google angeliefert. Nur 10 Prozent der Befragten kamen auf die Idee, dass auch der Autor einen wichtigen Hinweis auf Relevanz liefern könnte. Dessen Ausbildung war dann schon wieder zu exotisch als potentieller Nachweis für so eine Einschätzung. Aber wir müssen uns keine Sorgen machen, denn nicht jeder ist total abhängig von Google. Einige haben die Texte nicht gegoogled sondern bei Yahoo nach dem Ranking geschaut. Das ist natürlich etwas total Anderes und das humanistische Abendland scheint gerettet.

„Am Schönsten“ ist die Erkenntnis am Rande, dass Lehrer erfolreich waren in Sachen Medienkompetenz. Sie hatten jahrelang ihren Schülern eingebläut, dass Wikipedia eigentlich nicht kontrollierbar sei und man nie wisse, wer nun die Artikel schreibe. So gaben fast alle Studenten an, dass sie Wikipedia nicht für eine Quelle relevanter Texte halten. Zum Glück benutzen sie jetzt Google und Yahoo, denn da ist ja alles viel besser kontrollierbar für die Gesesllschaft. Im Gegensatz zu einer früheren Studie im Jahr 2007 wo noch über 45 Prozent der Befragten Wikipedia als Informationsquelle nutzten, tun das nun kaum mehr als ein Drittel.

Ach ja. Lehrer. Im Zweifel sagt die Berufsbezeichnung mehr über jemanden aus als seitenlange Ausführungen.

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Social Media Trendmonitor 2011

Präsentation der Ergebnisse des Social Media Trendmonitor 2011 KOMMUNIKATION von news aktuell (Faktenkontor):

Beim Social Media-Trendmonitor wurden Fach- und Führungskräfte aus Pressestellen von Unternehmen und aus PR-Agenturen sowie Journalisten zu den folgenden Themenschwerpunkten befragt:

•Persönlicher Umgang mit Social Media
•Social Media-Aktivitäten in Pressestellen, PR-Agenturen und Redaktionen

Nur jede dritte Redaktion (33 Prozent) und jede vierte Pressestelle (28 Prozent) hält sich laut Studie für den Umgang mit Social Media „gut“ bis „sehr gut“ gerüstet. Hier sehen vor allem Online- Redaktionen (43 Prozent) und Nachrichtenagenturen (33 Prozent) optimistisch in die Zukunft. Weniger selbstbewusst zeigen sich dagegen Zeitschriften- und Tageszeitungsredaktionen. Nur jede fünfte unter ihnen (jeweils 21 Prozent) fühlt sich gut gewappnet im Umgang mit dem Web 2.0. Nicht wenige halten Social Media für reine Nervensägerei…
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Social Media Marketing stirbt?

Seit einem Jahr ist jeder Werbetreibende, Agenturinhaber, Marketingverantwortliche mit dem Unvermeidlichen konfrontiert. Andere haben es schon 2008 irgendwo mal gelesen: Social Media und Marketing haben irgendwie irgendwas miteinander zu tun. Sollten es zumindest, wenn man die Konferenzen und Expertenbeiträge in Stadt und Land näher betrachtet. Amerika, ja Amerika, da geht es ganz nach vorn. Die sind ja schon so viel weiter, hört man den Senior Berater der 2007 gegründeten Social-Media-Agentur XYZ tönen.

Und in der Tat: Die Amerikaner sind tatsächlich weiter. 90% der Nutzer von Sozialen Netzwerken verlassen die Fanseiten, tweets und andere wohlfeile Social Media Marketing Wunderwaffen laut einer StudieWeiterlesen »

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Nutzung Sozialer Netzwerke

Insgesamt steigt die Anzahl der Nutzer von Social Networks wieder an

Vor einem Monat sah die Studie von Compass das Netzwerk wer-kennt-wen.de ganz klar auf dem zweiten Platz hinter facebook. Nun haben die Marktforscher von Fittkau & Maaß ihre Zahlen publiziert und kommen zu anderen Ergebnissen. Dort ist Xing auf Platz zwei. Bei Compass kamen dann stayfriends und SchuelerVZ gemeinsam auf den dritten Platz. F & M sehen StudiVZ weit hinter wer-kennt-wen auf dem vierten Platz.


Die Ergebniss der W3B-Studie sind hier erhältlich. Dort wird auch das ungebrochene Wachstum bei den regelmäßigen (wöchentlichen) Networkern bei Facebook: 64,4 % genauer erläutert.

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Blogosphere 2010

Technorati ist mit der 6. Ausgabe seiner Blogosphere-Studie draußen. Die Untersuchung in 24 Ländern zeigt, dass dieses Jahr der Einfluss von Blogs auf Massenmedien gewachsen ist. Die Übergangszeit vom Freizeitmedium zur ernst genommenen Informationsquelle ist in vielen Fällen in Richtung Recherchequelle umgeschlagen. Wie wir alle wissen, gibt es immer weniger Altvordere, die dem Web per se Seriösität absprechen. Vielleicht werden sie auch nur leiser und grummeln im Stillen. In jedem Fall helfen die Sozialen Netzwerke enorm dabei, unbekannte Blogs oder Nischenautoren ins Rampenlicht der digitalen Bühne zu zerren. 25% der Blogger schreiben per Smartphone und 40% dieser Blogger berichteten technorati, dass dies ihr Bloggen verändert hat.

Dieses Jahr hat die Blogosphere 2010 sich besonders auf Frauen und Bloggen fokussiert, was vor allem an dem Umstand lag, dass dieses Thema immer schneller an Bedeutung zunimmt. Ob dabei die Tatsache, das 65% der befragten Blogger selbständig sind, eine große Rolle spielt? Denn immer mehr Frauen erobern die Welt als Gründerinnen oder Freiberufler.

Die Studie fand außerdem heraus, dass die meisten Blogger 2-5 Mal in der Woche ihr Blog aktualiseren, dabei sind die Corporate Blogs verständlicherweise eher regelmäßig und die privaten eher sporadisch-spontan. Die Studie hat auch das Vertrauen der Leser in verschiedene Social Media Quellen bewertet und berichtet, dass 49,7% der Leser auf Facebook Glaubwürdiges zu Produkten finden, gefolgt von Blogs mit 47,1 %. Mehr dazu hier.

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Der kleine Unterschied ganz groß: Frauen im Netz

ComScore hat im Juni dieses Jahres eine Studie mit dem Titel Women on the Web: How Women are Shaping the Internet veröffentlicht, in der Zahlen und Statistiken zu Phänomenen aufgelistet sind, die ein Großteil der internetaffinen Menschen wahrscheinlich kaum überrascht: Der so genannte Gender Gap – die Ungleichheit des Zugangs zur Online-Welt in Hinblick auf Geschlecht – schließt sich zunehmend. Von den Internetuser_innen weltweit sind heute 54% männlich und 46% weiblich. In Singapur, den USA, Kanada, Neuseeland und Russland sind mindestens 50% oder mehr der Nutzer_innen weiblich, in Indien und Indonesien sind deren Anteile mit jeweils 28% und 35% am geringsten.

Obwohl Frauen und Männer im Internet in vielen Teilen der Welt quantitativ fast gleich stark vertreten sind, unterscheidet sich deren Nutzungsverhalten – wenn auch in vielen Bereichen nicht dramatisch: Weltweit verbringen Frauen mehr Zeit mit E-Mails, Instant Messenger (IM), Fotoseiten und insbesondere auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ.

Share of time spent online: Female vs. Males (zum Vergrößern bitte klicken)

Mehr und mehr Frauen in der Altersgruppe 45+ nutzen verstärkt soziale Netzwerke und E-Mails, wohingegen ältere Männer in diesem Alter weniger Interesse zeigen. IM spielt in Ländern Lateinamerikas eine erstaunlich wichtige Rolle, was wahrscheinlich der Tatsache geschuldet ist, dass die Bevölkerung im Vergleich zu anderen Ländern recht jung ist. Insgesamt verbringen Frauen und Männer in den meisten Online-Kategorien wie ,Multimedia’, ‚Onlineshopping’, ‚Suchmaschinen’ oder ‚Spiele’ ähnlich viel Zeit, wobei sich die Art der Nutzung unterscheiden kann, z.B. welche Suchmaschinen genutzt werden, was und wie viel gekauft wird oder welche Spiele gespielt werden. Auch auf Twitter tümmeln sich in etwa so viele Männer wie Frauen und unterscheiden sich in ihrem Nutzungsverhalten dahingehend, dass Frauen weniger eigene Tweets schreiben und häufiger nach Angeboten oder Kommunikation Ausschau halten…
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Studie: Information overload ist Einbildung

Wer die Agitation der Verlagshäuser gegen Anbieter beobachtet hat, die im Netz mit Werbung Geld verdienen, dem ist klar geworden, dass es heutzutage nicht mehr reicht, 30 Journalisten mit den Texten aus sechs Newsagenturen einzuschließen, um jeden Monat Abermillionen in die Schweiz oder auf die Caymans zu schicken. Aber ihr Schlachtruf „Information Overload“, der ertönt noch immer, wenn es darum geht, das Internet als Ganzes zu diskreditieren. In Zeiten, wo Verlage ihre Druckwerke am Flughafen wegschenken, um die Auflage für die Werbekunden künstlich zu beatmen, ist es sinnvoll, einfach mal ein paar Hundert Leute nach ihrem Eindruck zu befragen, wo sie Informationen her bekommen und welche Einstellungen sie sowohl zu den Quellen als auch zu den Informationen selbst gewinnen. Weber Shandwick, eine PR-Agentur, hat so eine Befragung durchgeführt und gleich noch ein paar mehr von den ewigen Wahrheiten zumindest statistisch widerlegen können. Da wäre zum Beispiel die Beeinflussung der Meinungen durch externe Informationsquellen, die bei den jungen Leuten deutlich geringer ist als bei den Baby Boomers. Ein Studie, die in keinem Ordner fehlen sollte!

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Das Web 2020 – more tinsel

Wer als Berater 4000 € und mehr am Tag erlösen will, der muss schon mit Lametta um sich schießen. Das tut man heutzutage nicht mehr mit einem MBA, einem Doktortitel und sechs Auslandssemestern in drei Ländern. Solche Leute arbeiten zu Hunderten in unzähligen Praktikumsstellen in Berlin und Hamburg. Sogar einige Firmen in München können sich noch Praktikanten leisten. Zumindest die Forschungsabteilungen der großen Automobilfirmen und die Pharmaunternehmen, die mittlerweile immer mehr günstige Werkdoktoranden und junge High Potentials mit Werkverträge auf Distanz halten, bis die endlich im Ausland verschwunden sind.

Da verwundert es nicht, wenn die strategischen Berater dieser Welt mit derselben vita sich mit abenteuerlichen Ideen hervortun müssen. Das „Web 2020“ passt ins Beuteschema. Wer auf breitband (MP3 – Interview beginnt ab 6. Minute) im deutschlandradio am letzten Samstag dem Vorsitzenden der Enquète-Kommission für das Internet lauschen durfte, der versteht, warum wir Berater brauchen. Denn Politiker und Entscheider können heutzutage vor lauter Entscheidungen nur noch überblicken, welche Personen sie als geeignet betrachten, sie zu beraten. Warum Expertise? Es gibt doch externes Denken. Denn offenbar kommt Expertise von extern. Die Berater sind im schlechtesten McLuhanschen Sinne zum Exoskelett der Entscheidungsebene mutiert. Inhaltlich ist da offenbar ein großes Vakuum im Bereich strategisches Management. Offenbar auch ein Grund, warum aus Deutschland beispielsweise seit SAP und Software AG nix global Besonderes mehr in Sachen Web und IT kam. Abgesehen von all den Grundlagenforschungen, die für dreifuffzich ins Ausland verhökert werden von lächerlich unterbelichteten Spin-offs der Unis, die regelmäßig bei den Lizenzverhandlungen mit asiatischen und amerikanischen Firmen übervorteilt werden. Zum Thema: Nun also hat so ein 4000€-Tagessatz-Berater tacheles gesprochen zum web2020 – auch noch im Manager Magazin.

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Enterprise 2.0 – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung

Centrestage (Dr. M. Göhring) und Prof. Joachim Niemeier haben eine lesenswerte und vor allem praxisnahe Studie zum Thema Einführung von Enterprise 2.0 in Unternehmen online gestellt. Sie wurde bereits bei bwlzweinull.de besprochen und bewertet. Sie umfasst 72 Beispiele und ist damit aus meiner Sicht den vielen Büchern zum Thema in einer Hinsicht voraus: Sie überschreitet den üblichen Rahmen aus mehr oder weniger klugen Vorstellungen von social software im Firmenumfeld um die praktische Perspektive. Die letzten Seiten der Studie beinhalten konsequenterweise einen abstrahierten Projektablaufplan, der als individualisierbares Muster für ein eigenes Vorgehensmodell dienen kann. Sehr lobenswert. Wie so oft im Leben überschreitet diese kostenlose Studie den Nutzwert von einigen teuren E20-Fachbüchern deutlich.

Enterprise 2.0 Studie 2010 - centrestage GmbH

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Die Säulen der digitalen Gesellschaft

Die Initiative D21 und tns infratest geben ja bekanntlich den (N)Onliner-Atlas heraus, in dem minutiös das Web-Nutzungsverhalten der deutschen Bevölkerung abgebildet sein soll. Die Wahrheit erblickt das Licht der Welt über den Umweg von telefonisch abgefragten Daten bei rund 1000 Menschen.
Aktuell handelt es sich in diesem Rahmen um eine Studie über eine Typologisierung der Webnutzer anhand einiger Kriterien des Umgang mit dem Web. Man unterscheidet dabei das sogenannte „digitale Potenzial“, das auf Infrastruktur, Kompetenz und Wissen lädt sowie der „Einstellung und Nutzung“, welches auf Nutzungsinstensität und -vielfalt sowie auf Einstellung lädt. Wie seinerzeit die Sinusmilieus ist hier wieder ein Schubladendenken am Werk, das dem exceltrunkenen Budgetverantwortlichen Argumente für oder gegen eine (Werbe)Aktion an die Hand geben soll. Oder präziser: Wer im Internet Millionen machen will, möge doch bitte erstmal die reine, empirische Wahrheit der Segmentierung der Webnutzer goutieren. Es treten auf:
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Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Alle Jahre wieder überschlagen sich die Auguren der Marktforschung und stellen fest, dass alles anders ist als früher. Aus dieser Art Fortschritt beziehen sie ihren Referenzcharakter. Seht her, die Welt dreht sich schnell und wer nicht mitrast, der bleibt auf der Strecke. Das neue Neu heißt Vertrauen. In den Neunzigern gab es einen dänischen Usability-Papst namens Jakob Nielsen, der Menschen, die sich mit Websites beschäftigten, eintrichterte, deren Design so schlicht wie möglich zu halten. Übersicht schafft Nutzer, war sein Credo. Google hatte das radikal befolgt. Er hatte wohl recht. Heutzutage verfügt ACNielsen über ein weltweites Imperium, dass Werbetreibenden und Medienschaffenden regelmäßig kalte Schauer über die Rücken treibt, denn alles, was im klassischen Marketing galt, wird von dieser Forschungs- und Analysegesellschaft in wenigen Worten pulverisiert. Weiterlesen »

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Elektronischer Polizeistaat: Realität oder heiße Luft?

Glaubt man dem 2008er Electronic Police State Report der amerikanischen Firma Cryptohippie, so bewegen sich totalitäre und demokratische Staaten aufeinander zu, wenn es um elektronische Überwachung und Spionage geht. Die Studie wertet 17 Kriterien auf einer Skala von 1 (gut) bis 5 (schlecht) aus, darunter Vorratsdatenspeicherung, die Trennung zwischen Polizei und Geheimdienst, die Häufigkeit, mit der man seinen Ausweis zeigen muss und die Strenge der Kontrollen an den Grenzen. Die Daten stammen von unterschiedlichen unabhängigen Organisationen. Gesetzliche Zensur des Internets und legitimierte Polizeiarbeit würden nicht gewertet werden, so der Report.

Die Karte der gefährdeten Länder laut dem Report: Deutschland ist unter den Top 10. Gleichzeitig verschweigt der Report seine Kriterien.

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