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Subscribe this! – Instagram Tipps für’s Aprilwetter

Was ist das Beste an Regentagen? Sie sind die perfekte Ausrede für einen Nachmittag auf dem Sofa. Il dolce far niente – zum süßen Nichtstun passt die Auswahl an originellen und humorvollen Instagram-Accounts. Leichte Kost, die amüsiert und inspiriert. Sie betrachten die Welt aus einer anderen Perspektive, suchen Schätze aus den sozialen Medien, nehmen die Hauptstadt unter die Lupe, führen die Influencer-Community ad absurdum und zeigen Visionäre, die aus Plastik und Putzschwämmen Kunst zum Nachdenken und Schmunzeln machen. Hier sind meine Empfehlungen für’s Aprilwetter – Subscribe this!

The Best Social Media DE

Das Team von The Best Social DE sieht sich selbst als die „Pfadfinder im digitalen Chaos. Wir sammeln täglich die lustigsten, kreativsten und bemerkenswertesten Updates aus dem Social Web. Dadurch wollen wir unentdeckten Querköpfen, witzigen Internet-Helden, originellen Marken oder interessanten Diskursen ein Podium bieten.“ Dabei amüsieren sie auch durch gekonnte Post-Texte und Interaktionen mit ihren Followern. Interessant wird der Instagram-Account auch durch Stellenanzeigen rund um Social Media Jobs, die von Digital-Agenturen auf dem Feed, Stories und der dazugehörigen Webseite platziert werden. Vorbeischauen lohnt sich!

The Best of Social Media DE auf Instagram

Notes of Berlin

„Hallo Rawaj melde dich, du wirst Vater!“ Diese und andere Botschaften findet man an Berlin’s Hauswänden, Kellereingängen oder Fahrradständern. Der Instagram Account von Joab Nist ist eine „Hommage an all die Notizen, die Berlin im Stadtbild hinterlässt.“ Ein Sammelsurium von schrägen, griesgrämigen, romantischen und verrückten Ideen und Gedanken, die die multikulturelle Gesellschaft und zugleich den Charme der Hauptstadt ausmacht. Alles fing 2010 mit dem Umzug des Gründers von München nach Berlin an. Er bemerkte nicht nur schnell die vielen Zettel, die die Sprache der Metropole sprechen, sondern fing auch an, sie fleißig auf seinem Blog und Social Media Plattformen zu sammeln. Mittlerweile hilft ihm eine ganze Community dabei, den Feed von Tag zu Tag mit Berliner Schnauze zu füllen.

Notes of Berlin auf Instagram

Insta_Repeat

Instagram ist der perfekte Nährboden für die neue Generation der #Travelblogger Community, die #LiveToExplore diese #Fantastic_Earth und dabei Fotos #FromWhereIStand machen. Dabei kommt es zu #breathtaking Schnappschüssen: Das offene Zelt direkt vor dem See; wehendes Haar am Felsen stehend oder die ausgestreckte Hand in endlose Weiten. Déjà Vu? Ja, das haben wohl die Gründer von Insta_Repeat auch gemerkt. Sie fassen ähnlich anmutende Fotos auf ihrem Account zusammen: „Person in middle of snowy road“. Herrlich trocken und amüsant!

Insta_Repeat auf Instagram

VonWong

Benjamin Von Wong ist Konzeptfotograf und Aktivist, der sich in seinen Foto-Projekten mit Umweltproblemen befasst. Sein Account inspiriert durch ausdrucksstarke Bilder, die zum Nachdenken anregen. Von Wong thematisiert besonders gerne die Verschmutzung durch zu hohen Plastikkonsum. Doch macht er es nicht – wie oft schon gesehen – durch schockierende Fotos. Er berührt durch Ästhetik, um dann den Betrachter nachdenklich zu stimmen. Von Wong ist es besonders wichtig, dass bei seinen Projekten nichts gephotoshoppt wird. Das demonstriert er in seinen Videos, die jedes Mal den Entstehungsprozess des Projektes zeigen, bei denen meist viele Volontäre helfen Plastikflaschen zu säubern, Strohhalme zu sortieren oder Plastikbecher zu schneiden und kleben.

VonWong auf Instagram

Olaf Breuning

Wer kennt das nicht – man schneidet einen Apfel und kaum liegen beide Hälften auf den Küchentisch, sieht das Gehäuse auf einmal aus wie ein Gesicht. Oder die schmutzige Wäsche auf den Boden scheint einen schon morgens mit einem verschmitzten Lächeln aus Socken und T-Shirts zu begrüßen. Nicht anders geht es dem Schweizer Multimediakünstlern Olaf Breuning. Ihm scheinen diese Alltagswesen des Öfteren zu begegnen und so hat er sich entschieden Mr WinterIsOver, Mr Avo, Mrs Fleck und Mr Useful einen ganzen Account zu widmen. Originell und humorvoll zugleich – und freut das innere Kind.

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Instagram Tipps für Bücherfreunde

Bücherwürmer freuen sich immer über buchigen Input. So hat unsere Autorin Jennifer Eilitz hier ihre Empfehlungen speziell für Bücherfreunde aufgelistet:

Ich bin selbst Buch-Autorin und liebe es anderen Usern zu folgen, deren Lebensinhalt eben auch zum Großteil aus Büchern besteht. Dabei treffe ich auf Rezensions-Beiträge, bei denen der Text ebenso wichtig ist, wie das Bild oder aber auf Lesemomente, die mit tollen Bildern festgehalten wurden. Zudem befinden sich zahlreiche Autoren in meiner Timeline, die mit ihren Bildern ihren Autorenalltag dokumentieren. Oder Blogger, die mit Tipps und Tricks rund um das Schreiben und Lesen von Büchern mit flotten Sprüchen und Bildern umso spannender machen.

Pinkfisch

Es startet mädchenhaft pink und auch der Name lässt erahnen, wie die Seite dahinter aussehen mag. Pinkfisch befasst sich, wie schon angekündigt, mit Büchern. Die Buchhändlerin Sarah beschäftigt sich hier vor allem mit ihren eigenen Leseerfahrungen und –eindrücken, empfiehlt und schwärmt nach Lust und Laune. Besonders ansprechend sind dabei ihre Bilder. Neben schick inszenierten Motiven, gibt es für die Follower auch immer mal wieder Schnappschüsse und Denkanstöße – stets mit einem gewissen Grad an Humor. Pinkfisch nimmt euch mit auf eine Reise querbeet durch alles, was irgendwie mit Büchern zu tun hat. Interviews, Statements, Eindrücke – es geht um die Stimmung in Büchern, und diese bringt euch Sarah auf sympathische Weise näher ;)

 
 
 
 
 
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diepetzi

Wer Bücher, Blumen, gutes Essen und vor allem die schönen Dinge im Leben liebt, der teilt seine Vorlieben mit diepetzi. Die Liebe zu den Büchern ist ein Account, der mir vor allem wegen der Vielfalt so gut gefällt. Während ich als Follower alles Mögliche an Literatur aus dem Belletristik und Sachbuch-Bereich vorgestellt bekomme, gibt es immer wieder wunderbare Eye-Catcher, die meine Timeline mit Blumen und tollen Gerichten verschönern.

Lasst euch mitziehen von den schönen Dingen des Alltags!

Die Liebe zu den Büchern auf Instagram

elizabeth_sagan

Bücher sind nicht nur zum Lesen da. Das beweist Elizwardbirth auf ihrem Account. Während andere in Büchern blättern, nutzt sie ebendiese literarischen Werke, um buchstäblich mit ihnen zu verschmelzen. Ob als Rock oder Superheldenumhang – Elizardbirth kommt wirklich auf fantastische Ideen Bücher in ihre Bilder zu integrieren. Wer also neben Büchern noch auf Kunst steht, der sollte einen Blick auf das Profil werfen!

 
 
 
 
 
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buchschnack

Lasst uns über Bücher schnacken! Mit tollen Beiträgen hat sich auch der Buchschnack in mein Herz gepostet. Schöne Bilder, Buchrezensionen, Ankündigungen und kurze Videos machen Buchfans wie mir natürlich sehr viel Spaß anzusehen. Wer also Abwechslung mag und nicht nur klassische Buchbilder sehen möchte, dem rate ich einmal beim Acoount von Buchschnack vorbeizuschauen. Hier führen euch Steffi und Sandra in die Welt der Bücher und haben dabei immer eine gewisse Prise Humor in petto.

buchschnack auf Instagram

dbroesel

Niemals langweilig wird es mit den Beiträgen von Brösels Bücherregal. Die Literaturbloggerin besticht nicht nur mir ihrer super sympathischen Ausstrahlung, sondern vielmehr noch mit tollen Bildern aus der Welt der Bücher und witzigen Zitaten, die einem beim Durchscrollen der Timeline ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Empfehlenswert also einfach mal einen Blick auf Brösels Account zu werfen, wenn ihr mit lehrreichen Sprüchen und aktuellen Rezensionen zu Büchern, vorlieb nehmen wollt.

dbroesel auf Instagram


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Bücher finden leicht gemacht

Geschenke zu suchen ist das Eine, die passenden zu finden, das Andere. Um den Überblick zu behalten, gibt es sogar schon Apps, die uns beim Geschenke managen helfen sollen. Doch greifen wir oftmals auf die üblichen Geschenke zurück, wie beispielsweise Gutscheine, Parfum oder Bücher. Das muss allerdings gar nicht mal schlecht sein. Viele Bücherwürmer freuen sich immer über neuen Lesestoff – allerdings muss dieser auch zu den Vorlieben passen. Dass man dabei das Falsche schenkt, kommt nicht unbedingt selten vor. Hier tut sich somit direkt das nächste Problem auf: Welches Buch soll es sein? Um diese Frage einfacher zu klären, stelle ich euch hier einmal den Buchgeschenkefinder vor.

Online nach passenden Büchern suchen

Wer sich unschlüssig und nicht sicher ist, welches Buch zum Beschenkten passen könnte, der hat es hier einfach. Die Seite Buchgeschenkefinder von der Verlagsgruppe Random House gibt hier beste Anreize und Möglichkeiten den Geschmack der Person, die beschenkt werden soll, zu analysieren. Dabei ist die Seite kein bisschen kompliziert aufgebaut und man findet sich gut zurecht. Der Geschenkefinder springt einem direkt ins Auge und dann kann es auch schon losgehen.

Screenshot by Jennifer Eilitz

Zu allererst werdet ihr auf der Seite gefragt, für wen das Geschenk sein soll. Ihr habt die Wahl zwischen Kindern und Erwachsenen. Klickt euch hier also durch die anschließenden Fragen wie unter anderem, ob das Buch für Mann oder Frau gedacht ist und welche Eigenschaften zur Person passen. Das läuft ganz einfach nach dem Entweder – Oder-Prinzip. Ist die Person anspruchsvoll oder emotional, abenteuerlustig oder doch lieber auf der Suche nach Unterhaltung? Ganze fünf Fragen müsst ihr beantworten, ehe es die ersten Vorschläge gibt.

Anschließend gibt es eine kleine Analyse über den Beschenkten und Vorschläge von verschiedensten Romanen und Sachbüchern. Ab hier geht das eigentliche Klicken dann erst los.

Screenshot by Jennifer Eilitz

Ein Rundumblick

Ihr habt die Fragen beantwortet und könnt jetzt eure Bücher aussuchen. Hierfür schaut ihr euch die Vorschläge an. Interessiert ihr euch für ein bestimmtes Buch, so erhaltet ihr nach einem Klick alles Wissenswerte zum Fundstück.

  • Der Klappentext
  • Leserstimmen und Rezensionen
  • Der Buchpreis
  • Links zu verschiedenen Onlineshops

Wenn ihr dann noch mehr über das Buch erfahren möchtet, dann werft auch gleich einen ersten Blick ins Buch.

Nicht nur zum Verschenken

Wenn du selbst auf der Suche nach neuem Lesestoff bist, dann lass dich inspirieren. Klicke einfach an, wofür du dich interessierst und erhalte im Anschluss eine Reihe toller Romane nach deinem Geschmack. Auch hier kannst du wieder mit einem Klick alle nötigen Informationen anzeigen lassen, um dir deine Entscheidung zu erleichtern.

Screenshot by Jennifer Eilitz

Und weiter?

Sehr viel mehr gibt die Seite allerdings nicht her. Es macht Spaß sich durch die Auswahl an Bestsellern, Klassikern und tollen Romanen und Sachbüchern zu klicken, doch eine Sache fehlt mir persönlich: Die Individualität. Es wäre schon, wenn man seine Interessen genauer detaillieren könnte, um so noch optimierter Buchempfehlungen zu erhalten. Ein paar Filter mehr, könnten hierbei schon helfen noch individuellere Vorschläge zu bekommen.

Allerdings ist es eine schöne Möglichkeit nach einem guten Buchgeschenk zu suchen, wobei man nicht von der massigen Auswahl an Romanen überflutet wird. Die Seite wirkt „einladend“ und so macht das Stöbern gleich mehr Spaß.


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Wenn Künstliche Intelligenz den nächsten Bestseller ausfindig macht

Wer als Autor unterwegs ist, der weiß mit Sicherheit, wie schwer es ist, einen Verlag für den eigenen Roman zu finden. Ist die letzte Zeile niedergeschrieben und alles überarbeitet, fehlt nur noch das Exposé. Im Anschluss reicht man das Manuskript entweder bei Verlagen oder aber an Literaturagenturen ein. Umso trauriger ist es, wenn die Absagen nach und nach eintrudeln und die Herzensgeschichte kein neues Zuhause findet. Bei der Vielzahl an unverlangt eingesandten Manuskripten ist es allerdings kein Wunder. Verlage bekommen täglich unzählige Exemplare auf den Schreibtisch. Aus diesem Grund wird nun einmal viel ausselektiert und teilweise ungelesen wieder zurückgeschickt.

Über dieses Problem hat sich ein Hamburger Startup ganz besonders Gedanken gemacht.

Bestseller-Potenzial: QualiFiction weiß wie es geht

QualiFiction nennt sich das Hamburger Startup, mit dessen Software Manuskripte auf Bestseller-Potenzial geprüft werden können. Bei der Vielzahl an eingesandten Manuskripten geht zu viel unter und mit diesem Analyse-Tool könnte das Problem vielleicht schon in naher Zukunft kein Thema mehr sein. Hierfür sorgt unter anderem die Option Bestseller-DNA. Sie basiert komplett auf der Grundlage von Künstlicher Intelligenz. So zeigen sich schon im Vorfeld die Erfolgsaussichten für den Roman. Zusätzlich zeigt das Tool auf, mit wie vielen Auflagen vom Manuskript nach der Veröffentlichung zu rechnen ist.

Aber wie kann ein Algorithmus eigentlich darüber entscheiden, ob ein Buch wirklich Potenzial hat oder nicht? Hier kommt Machine Learning zum Einsatz. Die Software wird mit tausenden Bestsellern ausgestattet, die bereits erschienen sind. Um nun ebendieses Potenzial in neuen Manuskripten zu entdecken, schaut die KI hier nach bestimmten Mustern, die einen Erfolg ausmachen sollen.

Mit LiSA zum neuen Bestseller?

Wenn es um die Thematik bei Manuskipten geht, kann außerdem LiSA helfen. Das Startup hat hier ein Tool entwickelt, um den Stil der Texte zu analysieren und darauf zu achten, um welches Thema es sich handelt. Steht das Thema Freundschaft oder Liebe im Fokus oder doch eher Verbrechen? Dabei klärt LiSA Fragen, die einen Ausblick darauf geben, ob es sich um einen Spannungsroman oder um eine leichte Lektüre handelt. Auch das Ende wird genau gesichtet. Das Analysetool stellt fest, um was für ein Ende es sich handelt. Erwartet den Leser ein Happy-End oder eher doch nicht?

Was vor allem verblüfft, ist die Schnelligkeit mit der das Tool arbeitet. Das Auswerten der Manuskripte dauert dabei gerade einmal 30 Sekunden.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich diese Innovation in der Verlangsbranche durchsetzt. Wer weiß wann wir in Zukunft einen Bestseller in der Hand halten, der exklusiv von einer Künstlichen Intelligenz ausgesucht wurde. Wir finden das Thema ganz besonders spannend und behalten es auf jeden Fall im Blick!


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Guilty Pleasure: Wirtschaftswandel-Bücher schmökern!

Ich gehöre zur Generation der Digital-Unternehmer, die um die Jahrtausendwende angefangen haben ihre Firmen zu starten. Mein guilty pleasure ist es von jeher, dass ich Artikel, Dokumentationen und Bücher verschlinge, die den großen Wandel der Arbeitswelt zum Thema haben.

Vermutlich auch deshalb, weil ich ganz unbescheiden hoffe, dass wir als Pioniere der sogenannten New Economy viele Akzente gesetzt hatten, die heute schließlich die Transformationsprozesse großer Firmen mitbestimmen. Wir wollten uns Mitte der 90er Jahre in absolut allem absetzen von der Old Economy. Wir kamen angezogen wie coole Fahrradkuriere in unsere Büros und spazierten in genau demselben Outfit in die holzgetäfelten Notarräume zur Millionen-Unterschrift.

Nichts konnte uns lässig genug sein, alles musste unkonventionell und total unverstellt daherkommen. Hohen EU-Beamten wurden beim Bürobesuch Sitzbälle angeboten. Meetings fanden im Stehen statt, im Treppenhaus, im Cafe, auf der Parkwiese. Sehr schnell ging uns die Selbstinszenierung in Fleisch und Blut über. Die begeisterte Ungläubigkeit der Old-Economy erfüllte uns mit Genugtuung. – Ich bin ganz froh, dass diese naive Zeit vorbei ist ;)

Selbstvergewisserung für die eigene Arbeitsbiographie

Wie gesagt: Wenn mir heute ein Buch in die Hände kommt, wo vorne draufsteht „12 überraschende Lösungen für Menschen, Wirtschaft und Gesellschaft“, bin ich sofort neugierig. Als wollte ich insgeheim nachschauen, ob aus dem gefeierten Work- und Lifestyle unserer Anfangsjahre etwas Sinnvolles geblieben ist.

Stefanie Kuhnhen und Markus von der Lühe, zwei sympathische Media-Macher (sie ist Geschäftsführerin einer Hamburger Kreativagentur und er macht ein Digitalisierungsfestival in München) spielten mir ihren neuesten Meta-Trend-Reader in die Hände. Sie haben in großer Fleißarbeit „Das Ende der unvereinbaren Gegensätze“ nachgewiesen. Ich fand das Buch inhaltlich sehr anregend, als Publikation aber etwas schwerfällig und recht altmodisch ediert. Empfehlen will ich es mit ein paar O-Tönen der beiden Autoren zu ihrem Wurf:

Markus von der Lühe und Stefanie Kuhnhen; Fotografie von Engels Uli Schneider
Hallo Stefanie, hallo Markus! Vorab eine Frage zur Form eures Buches: Was genau habe hier gelesen? – Ihr hantiert mit vielen wissenschaftlichen Erklärmodellen, ihr führt akribische Quellennachweise. Liest sich streckenweise wie eine Doktorarbeit.

Gute Frage! Was wir geschrieben haben, ist ein Ratgeber mit zwölf Handlungsanweisungen. Wir haben bewusst eine Mischung aus Theorie und Praxis gewählt. Denn der Metatrend, den wir beschreiben, basiert auf harten Fakten, Sekundärstudien und bekannten Theorien. Und um in die konkrete Beweisführung zu gehen, haben wir diese bewusst mit lebendigen und persönlichen Stories aus unserer Lebenswelt kombiniert. So hoffen wir, die beiden Pole Lesespaß und Seriosität auf neue Art und Weise zusammen zu führen.

Eure Beobachtung ist, dass große Spannungsfelder sich derzeit auflösen (z.B. Arbeit – Privatleben, Mensch – Technologie). Eure Schlussfolgerung daraus ist, dass wir alle uns ganzheitlicher wahrnehmen und integrativer agieren müssen. Richtig verstanden?

Richtig verstanden. Wir glauben daran, dass die digitale Transformation nicht damit getan ist, sich einfach systematisch zu digitalisieren. Sie wird die Verflechtung von „allem mit allem“ nach sich ziehen. Das heißt, man muss auch sich selbst ganzheitlicher wahrnehmen, um der Ganzheitlichkeit überhaupt Raum geben zu können. Das Leben besteht aus Ying und Yang, aus Entspannung und Dynamik, aus Hartem und Weichem, aus Natur und Technologie. Es gilt, dem allen viel mehr, viel multioptionaler gerecht zu werden. Das geht nur über Wahrnehmung, Werte und sich immer wieder neu fragen, was jetzt Sache ist. Also, was im Moment das Wichtigste ist. Wir plädieren für eine multioptionale, integrierte Denkweise, die unserem Leben in der ganzheitlichen Welt gerechter wird.

Jetzt meine geltungssuchende Frage: Würdet ihr den Startups der Jahrtausendwende zuschreiben, dass sie die Auflösung vieler der von euch beschriebenen Gegensätze eingeleitet haben?

Wir glauben nicht, dass die Startup-Bewegung sie alleine eingeleitet hat. Startups sind vielmehr das Symptom einer komplexer werdenden Welt, bei denen die Veränderungen besonders stark und frühzeitig zum Ausdruck kommen. Das ist auch ein Phänomen der neuen Gesellschaftsordnung, die gerade entsteht: Ursache und Effekt stehen in keinem klaren Zusammenhang mehr. Wir glauben aber, dass Startups ein wichtiger Teilbereich dieser Bewegung sind, die sich durch unsere Gesellschaft wie ein roter Faden zieht.

So gerne ich eurem harmonischen Leitbild folgen würde, kann ich die Auflösung der Gegensätze auf der großen Weltbühne nicht sehen. Die Trumps und Putins und die ganze Weltmacht Chinas stehen mit genau dem gegenteiligen Verhalten in vollem Saft. Macht mir eher bange. Euch nicht?
Image by Springer Verlag

Im Gegenteil: Trump, Brexit, Erdogan, AfD, Putin und die Datenschutzdebatte sind für uns eher Symptome einer sich radikal verändernden Gesellschaft und somit Übergangsphänomene. Wir spüren alle, dass die Welt, so wie wir sie kennen, für immer der Vergangenheit angehören wird. Das ist es, was den Menschen Angst macht.

Für uns sind die aktuell negativen, nationalistischen, despotischen Symptome jedoch auch Hoffnungsboten für eine neue Zeit. Denn wir sehen sie als Zwischenschritt auf dem Weg in das neue Integrierte, mit dem wir die großen Probleme der Zeit dann auch lösen können. Ganz bestimmt ist das eine Betrachtungsweise in einem 50-Jahre-Zeitraum – so, wie es bei Metatrends der Fall ist. Wir wollen bestimmt nicht sagen, dass alles gut und harmonisch ist. Wir wollen uns alle aber dazu aufrufen, uns für diese integrierte Sicht.

Das Buch „Das Ende der unvereinbaren Gegensätze“ ist erschienen im Springer Verlag und z.B. per Amazon zu bestellen (Provisionslink)

 

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Mit der BuchschrankFinder-App findest du deinen Lesestoff!

ChristinHume-via-Unsplash

Wir stecken mitten in der Sommerzeit. Die Menschen tummeln sich draußen am See, sitzen gemütlich in der Eisdiele um die Ecke oder fahren in den Urlaub. Was haben all diese Aktivitäten gemeinsam? Richtig! Man kann sie super mit dem Lesen verbinden. Doch ist die Auswahl an Literatur so groß und der Platz im Bücherregal irgendwann leider begrenzt. Deine Bücher einfach auszusortieren und zu verkaufen ist zwar eine Möglichkeit, um wieder für Platz im Regal zu sorgen, allerdings gibt es da noch was viel Besseres. Die folgende BuchschrankFinder-App zeigt dir, wie du Bücher loswerden, diese aber direkt ersetzen kannst.

Bücher für alle!

Bücherschränke sind keine Neuheit mehr. Dabei handelt es sich um nichts weiter als einen öffentlichen Schrank voller Bücher, aus dem sich jeder, der möchte, bedienen kann. Allerdings nur, wenn man nicht nur nimmt, sondern auch gibt. In den meisten Städten sind öffentliche Schränke voller Bücher bereits gut bestückt zu finden. Lege einfach eines der Bücher, welches du schon gelesen hast oder nicht mehr lesen möchtest, in einen der Schränke in deiner Nähe und nimm dir zum Tausch ein anderes Exemplar mit. Das Prinzip ist wirklich ganz einfach und dabei findet sich bestimmt der eine oder andere Schatz. Um aber zu wissen, wo du nach sogenannten Bücherschränken suchen musst, leistet dir die BuchschrankFinder-App gute Dienste.

Wie funktioniert’s?

Ganz ehrlich? Viel steckt hinter dieser App nicht. Wer sie sich auf sein Smartphone lädt, der erhält im Grunde nicht viel mehr als eine einfache Karten-App. Diese zeigt in einem großen Überblick, wie viele Bücherschränke in welchen Städten zu finden sind.

Um zu sehen, welche Bücher sich in deiner Nähe befinden, musst du ganz einfach ranzoomen und schon wird dir genau angezeigt, wo sich die nächste Tauschmöglichkeit befindet. Sobald du einen Bücherschrank gefunden hast, kannst du drauftippen und dieser zeigt dir die genaue Position und unter Umständen auch die Öffnungszeiten an.

Sobald du selber einen Buchschrank entdeckst, der noch nicht in der App eingetragen ist, kannst du das ebenfalls ganz einfach in die App einfügen.

Wer also noch neuen Lesestoff für die kommenden Urlaubstage braucht, sollte sich sein Smartphone schnappen und auf Bücherjagd gehen. Die Android-App dafür findest du kostenlos im Google Play Store.


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Mit Tigerbooks anders lesen

Kelly Sikkema - stock adobe com

In vielen Bereichen bringt die Digitalisierung ständig neue Innovationen mit sich. Auch auf dem Buchmarkt hat sich einiges getan. Ebooks sind immer mehr im Kommen und etablieren sich zunehmend in unseren Lesealltag. Verschiedene Apps geben dem Leser die Möglichkeit ein Buch unterwegs zulesen, obwohl man es gar nicht bei sich trägt. Aber auch für die jungen Leser gibt es nicht nur etwas auf die Augen, sondern auch auf die Ohren.

Mit den Augen lesen, mit den Ohren hören

Nachdem ich mich zum Thema Buch-Apps im Internet einmal umgesehen habe, bin ich auf eine spannende App gestoßen. Auch wenn ich aus dem Alter raus bin, habe ich etwas gefunden, was die jungen Leser begeistern könnte.

Mit Tigerbooks können Kinder von zwei bis zwölf Jahren ein ganz neues Lesevergnügen erleben. Hierbei sind sie nicht nur bloßem Text und Bildern ausgesetzt, sondern mit dieser App geht es weit über das Lesen hinaus.

Tigerbooks Screenshot by Jennifer Eilitz
Tigerbooks Hauptmenü (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Tigerbooks bietet den Kindern hier das Lesen in einer besonderen Form an. Die Bücher sind interaktiv gestaltet und können sowohl als Hörbuch genutzt oder eben selber gelesen werden. Die Bilder sind ebenfalls interaktiv und mit verschiedensten Geräuschen und Tönen bereichert. Kinder können somit auf die unterschiedlichsten Gegenstände und Figuren klicken, um das Leseerlebnis noch einmal zu untermauern.

Mit der App können aber auch Bücher ab 12 Jahren gelesen werden. Somit wird Lesespaß für kleine und große Kinder geboten. Mit Tigerbooks stehen Lesern eine Vielfalt an Büchern, Hörbüchern und interaktiven Büchern zur Verfügung. Wer ein Abonnement mit Tigerbooks eingehen möchte, der kann dies für 9,99 Euro monatlich tun.

Tigerbooks Shop Screenshot by Jennifer Eilitz
Tigerbooks Bibliothek und Shopübersicht (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Ich persönlich fand die App wirklich gut. Selbst die Lesemuffel haben hier einiges zu entdecken und können sich aktiv an den Geschichten beteiligen. Besonders schön finde ich, dass Eltern die Geschichten einlesen können, sodass ihre Kinder die Stimmen der Eltern immer dabeihaben.

Schaut euch die App mal an, es gibt sie kostenlos im Google App-Store und im Apple App-Store.


Kelly Sikkema / stock.adobe.com
Screenshots by Jennifer Eilitz


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Die Netzpiloten sind Partner des Kindermedienkongresses 2017

Partnergrafik_Kindermedienkongress

„Wer liest was wo?“ diese Frage steht beim Kindermedienkongress 2017 der Akademie der Deutschen Medien am 8. November 2017 im Literaturhaus München im Fokus. Dazu werden die aktuellen Mediennutzungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen, innovativen Technologien für die Generationen Z und Alpha sowie crossmediale Vermarktungsstrategien für Kinder- und Jugendmedien unter die Lupe genommen.

Die Art und Weise, wo und wie Kinder und Jugendliche Inhalte konsumieren, ändert sich rasant – „fly zu sein“ ist da alles andere als einfach. Manche Bücher werden in Print gelesen, andere auf dem Smartphone oder Online-Plattformen wie Wattpad. Innovative Digitalstrategien prägen die Kindermedienbranche zunehmend. Das Fernsehen könnte bald komplett von Netflix oder Amazon ersetzt werden und klassische Kinderspiele konkurrieren mit den neuen Mobile und Virtual Reality Games.

Darum geht’s

Auf dem Kindermedienkongress dieses Jahr stehen unter anderem folgende Fragen im Fokus: In welchen Themen- und Lebenswelten bewegen sich Kinder und Jugendliche heute? Welche Lesegewohnheiten und Mediennutzung zeichnen die Generation Z und Alpha aus? Und auf welchen Plattformen und Kanälen finden Kinder und Jugendliche ihre Lieblingsthemen?

Als Referenten erwarten euch unter anderem Ashleigh Gardner, Head of Partnerships von Wattpad Studios und Christoph Klara, Gründer & Geschäftsführer von WunderStudios.

Neugierig geworden? Anmeldung und weiter Infos findet ihr hier.

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Innovation auf dem Buchmarkt – Worüber sich die digitalen Leser freuen können

Auf dem Buchmarkt konnten in den letzten Jahren einige Veränderungen beobachtet werden. Immer mehr Leser greifen auf E-Books zurück – vor allem dann, wenn unterwegs nicht viel Stauraum in der Tasche vorhanden ist. E-Books werden mittlerweile von vielen Online-Händlern angeboten. Weltbild.de, Thalia.de und Amazon sind die üblichen Verdächtigen, an die man sich wenden kann, wenn neuer E-Book-Lesestoff hermuss.

Neben den Kaufangeboten für Einzelexemplare gibt es für die Vielleser unter uns noch die Flatrate-Variante. Auch da ist Amazon mit seinem Programm Kindle Unlimited oder dem neuen Prime Reading ganz oben mit dabei. Auch Verlage ziehen in der digitalen Welt nach und gründen digitale Imprints, die die verschiedensten Zielgruppen mit einer Vielzahl an E-Books versorgen. Gute Beispiele sind dafür Feelings von Holtzbrinck ePublishing GmbH oder Forever by Ullstein.

Die Digitalisierung bietet aber noch weitere Möglichkeiten, den Leser an sich zu binden. Eine eigene Verlagsapp ist eine Möglichkeit, den Verkauf von Büchern anzukurbeln. Der Carlsen Verlag setzt hier auf Modelle für Kinder.

Dennoch gibt es die überwiegende Masse, die auf Print nun einmal nicht verzichten möchte, wie diese Statistik genauer zeigt:
Infografik: Die Deutschen und das E-Book | Statista Quelle: Umfrage „Die Deutschen und das E-Book“ by Frauke Suhr via Statista

Dank dieser Umfrage wird klar, dass E-Books deutlich öfter auf Reisen oder unterwegs im Bus oder der Bahn genutzt werden, abends auf dem Sofa greifen die Vielleser noch immer lieber zum Printbuch.

Aber nicht nur das neue Lesefutter auf den smarten Geräten an sich, ist für die Verlage interessant. Immer öfter schauen die Verlage auch in bestehende Online-Communitys, die sich mit den Themen rund um Bücher beschäftigen, diese bewerten, rezensieren und darüber diskutieren. Für Autoren und Verlage bieten diese Plattformen eine gute Möglichkeit, die Reichweite ihrer Werke zu erhöhen.

Lesen unterwegs mit Read ’n‘ Go

Das Angebot ‚Read’n’Go‘ hat die Verlagsgruppe Random House entwickelt. Die Startseite ist sehr übersichtlich und kommt ohne großen Schnickschnack daher. Hier finden sich einige Titel, von denen bereits eine interaktive Leseprobe zur Verfügung gestellt wurden. Der Leser sucht sich sein Wunschbuch heraus und klickt auf den jeweiligen Titel. Sofort wird er auf die Seite weitergeleitet, bei der es dann wirklich interessant wird.

Die erste Seite zeigt das Cover und leitet den Leser direkt zum Shop, wo er das Buch erwerben kann. Außerdem kann die Leseprobe direkt per E-Mail, auf Facebook und Twitter geteilt werden.

Read'n'Go Startseite Buch (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Read’n’Go Bücher Startseite (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Die eigentliche Leseprobe erfolgt dann ganz einfach durch Scrollen. Die wichtigsten Ausschnitte werden nach und nach angezeigt. Zwischendrin gibt es immer wieder kleine Schaubilder mit Zitaten oder Videos, die zum Denken anregen und Lust auf mehr machen.

Read'n'Go Leseprobe (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Read’n’Go Leseprobe (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Diese interaktive Leseprobe hat mir schon einmal gut gefallen. Der Leser bekommt hier wirklich Lust auf mehr, denn mit jedem Scrollen erwartet den Leser etwas Neues. Bilder, Sprüche und kleine Textpassagen aus einzelnen Kapiteln verraten dabei nicht zuviel. Die Autoren werden zudem auf einer separaten Seite vorgestellt. Nach ein wenig Stöbern habe ich mich schnell darin verloren und sogar dabei erwischt, wie ich kurz davor war, den Online-Shop zu besuchen. Eine wirklich gute Gelegenheit für die Leser, neue Bücher kennenzulernen und für die Verlagsgruppe, den Leser neugierig zu machen.

Read'n'Go Werbung (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Read’n’Go Werbung (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Für Freunde des gedruckten Buches: Papego macht den Mix

Mit der App von Papego wird dem Leser das Schleppen und das schwere Mittragen von Büchern um einiges leichter gemacht. Wer die Taschen schon voll, aber eine lange Bahnfahrt vor sich hat, kann das Buch einfach auf dem Smartphone weiterlesen. Hierfür muss die zuletzt gelesene Seite im Buch fotografiert werden. Der Nutzer kann anschließend bis zu 25 Prozent des Buches weiterlesen. So wird nicht nur eine Menge Platz gespart. Der Leser kann die Kombi-Variante wählen und muss nicht völlig auf das herkömmliche Printbuch verzichten.

Wer ein Papego-Buch lesen möchte, muss auf den Sticker achten, der sich auf dem Cover befindet. Ohne diesen ist das Lesen mit der Papego-App nicht möglich. Die kostenlose App gibt es bei iTunes oder im Google App Store zum Download.

Social Reading mit Goodreads

Reading Challenge (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Reading Challenge (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Bei Goodreads handelt es sich um eine englischsprachige Social-Reading-Plattform, auf der sich jeder wohlfühlt, der sich gerne über Bücher austauscht. Hier kann der Leser zu Challenges antreten, bei der die Anzahl von zu lesenden und gelesenen Büchern im Vordergrund steht. Der Leser legt eine Zahl an Büchern fest, die dieser innerhalb eines Jahres lesen möchte.

Goodreads hilft seinen Nutzern außerdem dabei, Bücher zu finden, für die sie sich interessieren. Auf dieser Plattform kann man sehen, was die eigenen Freunde gerade lesen, oder man markiert Bücher, die man selbst gerade liest, lesen möchte oder gelesen hat. Goodreads bietet seinen Lesern zudem persönliche Leseempfehlungen, wenn einem selbst gerade die Ideen ausgehen. Aufgrund meiner Leseinteressen zeigt Goodsreads mir vor allem englischsprachige Empfehlungen, da die Plattform nur auf Englisch ist. Dennoch sind auch deutsche Autoren mit deutschen Inhaltsangaben auf der Plattform unterwegs.

Goodreads Empfehlung (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Leseempfehlung von Goodreads (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Hat man sich in dieser Plattform erst einmal zurecht gefunden, dann macht sie wirklich Spaß. Das eigene Bücherregal virtuell nachzustellen und sich Leseziele zu setzen, finde ich als Bücherbegeisterte sehr spannend.

Deine Stimme für das Buch: Lovelybooks

Nicht nur die Aufmachung und das Design ist einer der Gründe, warum ich mich auf Lovelybooks angemeldet habe, sondern auch die zahlreichen Funktionen, die diese Plattform bietet. Dieses Portal ist von den Funktionen her sehr ähnlich wie Goodreads und mehr oder weniger die deutsche Antwort auf die Goodreads-Plattform. Hier können sich Leser ebenfalls mit anderen Lesern austauschen, vernetzen und rund um die Themen Bücher, Autoren, Neuigkeiten und Neuerscheinungen diskutieren. Gewinnspiele, Leserunden – alles was das Bücherwürmerherz begehrt, sind hier möglich. Auch Leseempfehlungen mit Leserstimmen sind ganz oben im Programm von Lovelybooks, sodass die Nutzer immer auf das für sie passende Buch aufmerksam gemacht werden.

Lovelybooks Empfehlung (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Lovelybooks Empfehlung (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Besonders gut gefallen mir die Rankings, bei denen die Leser mitvoten können. Es gibt viele verschiedene Rankinglisten, wie beispielsweise der Lovelybooks-Leserpreis oder das Abstimmen für die persönlichen Lesehighlights, um das Lieblingsbuch nach ganz oben auf die jeweilige Liste zu bringen. Hierbei erhält jeder Leser 30 Punkte, die er an die jeweiligen Bücher vergeben darf.

Voting bei Lovelybooks (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Voting bei Lovelybooks (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Der Nutzer kann zudem seine eigene Bibliothek erstellen und die einzelnen Bücher darin anhand von Sternen bewerten und diese rezensieren. Außerdem kann er seinen Lesestatus mit anderen Nutzern teilen und sogar die Seitenzahl angeben, auf der er sich im aktuellen Buch befindet.

Lovleybooks Bibliothek (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Lovleybooks Bibliothek (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Auch Autoren haben die Möglichkeit, aktiv auf der Plattform mitzuwirken. Allerdings muss der Autor mindestens ein Werk veröffentlicht haben, um an diesem Autorenprogramm teilzunehmen. Hier kann er unter anderem Leserunden und Gewinnspiele veranstalten und vor allem mit seinen Lesern direkt in Kontakt treten. Für das Marketing eines Autors bietet sich eine solche Social-Reading-Plattform besonders gut an, da die Werke direkt mit dem Autorenprofil verbunden sind und auch auf anderen sozialen Kanälen die neuesten Aktivitäten geteilt werden können.

Auf den Autorenseiten kann der Leser Feedback hinterlassen. Aber nicht nur begeisterte Leser tummeln sich auf Lovelybooks, sondern auch Blogger, die auf der Suche nach neuen Inhalten und Themen für ihre Buchblogs sind.

And the winners are…

Eins vorweg: Alle vier Portale haben mir sehr gut gefallen. Mein absoluter Favorit, wenn es um die Social-Reading-Plattformen geht, ist jedoch eindeutig Lovelybooks. Der Aufbau ist überschaubar und überhaupt ist die Bedienung sehr einfach. Auf dem zweiten Platz folgt Read’n’Go, denn hier habe ich mich selbst ganz schnell beim Stöbern verloren und war bestens über die jeweiligen Bücher informiert. Ich würde mir wünschen, dass die Anzahl der angebotenen Read’n’Go-Bücher noch weiter steigt, denn nun bin ich gespannt auf die nächsten interaktiven Leseproben.

So, ich werde dann mal bei Lovelybooks mein virtuelles Bücherregal sortieren müssen…


Image (adapted) „lesen-ebook“ by haderer17 (CC0 Public Domain)


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Lesen zum neuen Jahr: Was uns ‚Herr der Fliegen‘ über 2016 erzählt

Lord of the Flies (adapted) (Image by Alaina Buzas [CC BY 20] via flickr)

Es ist die Geschichte einer Gesellschaft, in der sich die Demokratie in einer Art Stammesdenken und Tyrannei auflöst. Die Geschichte einer Zivilisation, die von den Redlichen nach Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit aufgebaut wurde, die sich dann aber gegeneinander aufhetzten und die Schwachen und Ausgestoßenen zu Sündenböcken erklärten. Letztlich ist es eine Erinnerung an die menschliche Barbarei, die unter der zerbrechlichen Fassade des Anstands lauert.

Klingt das bekannt? Allerdings: Es handelt sich um den Plot von ‚Herr der Fliegen‘, einem Roman über ein paar Jungs aus England, die einen Flugzeugabsturz überleben und auf einer Insel im Südpazifik gestrandet sind. Nach einer kurzen Zeit der Harmonie bewirkt ein Machtkampf zwischen den beiden Anführern Ralph und Jack die Spaltung der Gruppe. Jack gewinnt, indem er verspricht, einen gemeinsamen Feind zu jagen und zu töten – er meint das seltsame Phantom, das im Dschungel lebt und nur als ‚das Monster‘ bekannt ist. Es ist ein erfolgreicher Kampf, der die Angst benutzt, um die Gruppe zu spalten.

Der ‚Herr der Fliegen‘ wurde zuerst im Jahr 1954 veröffentlicht, hauptsächlich als Reaktion auf den Aufstieg des Nationalsozialismus und die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Und doch hat das Buch in vielerlei Hinsicht eine direkte Gültigkeit für die Welt von 2016, da Sparmaßnahmen, die Flüchtlingskrise, der Brexit und der Aufstieg Donald Trumps den nationalistischen Eifer ermutigt und die gesellschaftliche Zersplitterung geschürt haben.

Die rassistisch motivierte Sprache der Stammes-„Wildheit“ im Roman lässt zeitgenössische Leser zu Recht innehalten. Hier zeigt sich die Unfähigkeit des Autors William Golding, über eine grundsätzlich eurozentrische und kolonialistische Weltanschauung hinauszudenken. Letztendlich jedoch ist die Botschaft des Buches, dass eine „Wildheit“ quasi allgemeingültig ist. Sie ist weder rassisch noch anhand von Landesgrenzen definiert. Es ist eine Botschaft, die uns darüber nachdenken lässt, dass der Rechtsextremismus erneut in die Mainstream-Politik in ganz Europa und den USA eingekehrt ist.

Im Fahrwasser einer populistischen Sprache unter Betonung nationaler Zugehörigkeit gelingt es den Rechtsextremen, Rassismus zu legitimieren. Amerikas sogenannte alt-right-Bewegung, der Front National in Frankreich, UKIP und die fremdenfeindlichen ‚Leavers‘ in Großbritannien – sie alle nutzen die Unzufriedenheit, die mit der Globalisierung einherging, um im Innern Feindschaften zu schüren. Die Lösung komplexer wirtschaftlicher und politischer Wirklichkeiten ist für diese Gruppen so einfach wie die Jagd auf ‚das Monster‘. Der Anführer Jack gibt sein Erbe weiter an Figuren wie Trump, Marine Le Pen und Nigel Farage.

Die Stimme der Vernunft

Als Gegenstück zu Jacks Agitation und Angstmacherei stellt uns ‚Herr der Fliegen‘ die beiden Freunde Piggy und Simon vor. Piggy glaubt an den wissenschaftlichen Fortschritt, ist sich aber auch bewusst, dass eine Weiterentwicklung der Menschheit aufgehalten wird, wenn „wir Angst vor Menschen bekommen“. Piggy wird geschwächt, wenn die Jungen seine Brille stehlen – sein Symbol von Vision und Klarheit – und sie benutzen, um ein Feuer zu entzünden. Das Feuer gerät außer Kontrolle, was zur Zerstörung eines Teils ihres neuen Zuhauses führt. Statt den ersten Akt einer vereinten Zivilisation zu repräsentieren, signalisiert die Entstehung des Feuers die Uneinigkeit, die die Gruppe spaltet und schließlich unter Jacks Verantwortungs als Stammesoberhaupt zum Tode von Piggy führt.

Wie Piggy den Fortschritt repräsentiert, so steht Simon für die Vernunft. Er weiß, dass ‚das Monster‘ nicht real ist und durch die Angst der Jungen erschaffen wird. „Wann immer Simon an ‚das Monster‘ dachte“, so heißt es, „stand vor seinem inneren Auge das Bild eines Menschen, der heroisch und krank zugleich war.“ Trotz dieser Einsicht wird Simon als schwach angesehen und gemieden.

Nach einer Expedition, die er allein angetreten hatte, entdeckt er, dass ‚das Monster‘ lediglich ein toter Fallschirmjäger ist – ein Opfer des Krieges, der in der Ferne tobt. Sein Fallschirm hat ihn auf die Insel getragen. Simon kehrt zum Lager zurück, um die Nachricht zu überbringen, aber die Phantasie der Jungen erweckt in ihnen einen blinden Blutrausch. Sie sehen keinen Menschen mehr, sondern nur eine Bedrohung für ihre Gesellschaft. Simons Schreie werden durch das „Reißen der Zähne und Krallen“ übertönt.

Während seiner Vortragsreise an amerikanischen Universitäten im Jahr 1962 erklärte Golding die Gründe, weshalb er den ‚Herr der Fliegen‘ geschrieben hatte:

Mein Buch will sagen: Sie denken, dass jetzt der [Zweite Weltkrieg] vorbei ist und etwas Böses zerstört worden ist, und dass Sie jetzt in Sicherheit sind, weil Sie von Natur aus gut und anständig sind. Doch ich weiß, warum diese Sache in Deutschland so mächtig wurde. Ich weiß, dass es in jedem Land passieren kann.

So weit, so finster. Und dennoch – während Golding die Neigung der Menschheit zu Vorurteilen darstellt, gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Nach seiner Flucht vor den von Jack bestellten Menschenjägern trifft Ralph auf einen Marineoffizier, dessen Schiff angelegt hat, nachdem die Mannschaft den Rauch gesehen hat, der von der verwüsteten Insel aufsteigt. Als Ralph „das Ende der Unschuld“ beweint, dreht sich der Offizier um, um das Kriegsschiff in der Ferne zu betrachten. Dieses finale Bild des Buches ist ein Moment der Selbstreflexion. Inmitten der Wildheit und der Katastrophe der rudimentären Zivilisation der Jungen wird die Erwachsenenwelt mit einer Vision ihrer eigenen Torheit konfrontiert.

Die Moral von ‚Herr der Fliegen‘ ist nicht nur, dass die Barbarei keine Grenzen kennt. Die Moral besteht auch darin, dass die Barbarei verhindert werden kann, und zwar durch das Engagement für eine gemeinsame Menschheit. „Wenn die Menschheit eine Zukunft von hundert Millionen Jahren auf diesem Planeten hat“, sagte Golding in seinem Vortrag von 1962, „ist es unvorstellbar, dass sie diese Äonen in einem Gepräge von nationaler Selbstzufriedenheit und chauvinistischer Idiotie verbringen sollte.“

Der Roman mag keine sonderlich herzerwärmende Geschichte sein, aber er präsentiert uns eine erbarmungslose Darstellung einer Gesellschaft, die von Angst getrieben wird. Im neuen Jahr soll dies dem Leser eine dringende Warnung und ein Aufruf zum Handeln sein.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Lord of the Flies“ by Alaina Buzas (CC BY 2.0)


The Conversation

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Regelbrecher beim alternativen Wirtschaftsbuchpreis – Martin Gaedt gewinnt den #AWB16

Buch (Image by Shawn Reza [CC0 Lizenz] via Pexels)

Auf Facebook äußerte sich Anfang der Woche massive Kritik am diesjährigen Handelsblatt-Wirtschaftsbuchpreis, der traditionell zur Frankfurter Buchmesse stattfindet.

Hauptkritik von Nils Pfläging: „Der Buchpreis ist meiner bescheidenen Ansicht nach komplett falsch – nicht nur schlecht kuratiert. Beispiel Shiller/Akerlof – sollten die wirklich für den deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert sein?“ Zumindest könnte man das differenzierter angehen und eine internationale Kategorie einführen. Die Liste glänzt neben wenigen Ausnahmen auch in diesem Jahr mit den üblichen Prominenten – Keese, Schäuble, Sinn, Wagenknecht und Co. Dabei gibt es nach Ansicht von Professor Lutz Becker extrem gute deutschsprachige Wirtschaftsbücher, die nie in einem Ranking erscheinen. Grund genug, spontan einen alternativen Wirtschaftsbuchpreis ins Leben zu rufen und die Nominierung kollaborativ im Netz vornehmen zu lassen.

ichsagmal.com explodierte

Herausgekommen ist eine bunte Mischung von Werken, die man auf dem ersten Blick gar nicht als ökonomische Abhandlung verortet. Etwa: Ulrike Guérot: „Warum Europa eine Republik werden muss – Eine politische Utopie“, Dietz-Verlag, 2016. Oder: Felix Stalder: „Kultur der Digitalität“, Suhrkamp Verlag, 2016. Sieben Bücher wurden nominiert.

Der Wettbewerb entfaltete bei seinem Kaltstart eine große Resonanz. Der ichsagmal.com-Blogbeitrag wurde 431 Mal auf Facebook geteilt, intensiv auf Twitter kommentiert und mit einigen Proklamationen begleitet.  8.345 Stimmen wurden abgegeben bei knapp 4.000 Seitenaufrufen am finalen Abstimmungstag. Mehrfach-Votings waren möglich, was von zwei Buchfan-Fraktionen weidlich genutzt wurde. Man kennt das ja von TV-Abstimmungen beim Eurovision Songcontest. Die Zahl der Einzelaufrufe zeigt aber, dass sich sehr viele Buchbegeisterte für ihre Favoriten ins Zeug legten.

Autor mit Netzwerkstärke

Sieger des ersten alternativen Wirtschaftsbuchpreises #awb16 ist Martin Gaedt mit seinem Opus „Rock your idea – Mit Ideen die Welt verändern“, erschienen im Murmann-Verlag. Das kristallisierte sich erst in den letzten vier Stunden des Votings heraus. Am Donnerstagabend sah Claus Dierksmeier mit seinem Buch „Qualitative Freiheit: Selbstbestimmung in weltbürgerlicher Verantwortung“ wie der sichere Sieger aus.

Das Netzwerk von Gaedt bewies wohl die größere Ausdauer oder hatte die schnelleren Finger. Gaedt setzte sich mit 58 Prozent durch. Dierksmeier verzeichnete 38 Prozent. Alle nominierten Autorinnen und Autoren vereint die Originalität ihrer Gedanken. So reibt sich Gaedt in seinem Buch an der Konformität des Wirtschaftslebens, wie der frühere Personalvorstand Thomas Sattelberger. Blind und unaufmerksam werde alles Unpassende bei der Rekrutierung aussortiert. Genau dieses Unpassende sei aber für Innovationen so wichtig.

Fluch der Gleichheit

„Mitarbeiter verstärken den Fluch der Gleichheit, wenn jeder liest, was alle lesen, und jeder sieht, was alle sehen. Dann fehlt Fremdes, Paradoxes und Unpassendes. Branchenvertreter gehen auf dieselben Fachmessen, lesen dieselben Magazine und werden von ihren Kollegen im Gleichen bestärkt, die dasselbe denken, machen, lesen und berichten“, schreibt Gaedt. Es dominieren in Organisationen dressierte Äffchen, Ja-Sager und Schmeichler, in der unangenehmen Form sogar Schleimer, die es jedem recht machen wollen.

Gaedt plädiert dagegen für die Suche nach Regelbrechern, um Routineunternehmen ins Wanken zu bringen, die in erster Linie die Erfolge der Vergangenheit verwalten. Professor Claus Dierksmeier zählt als zweitplatzierter Buchautor mit seinem Plädoyer für qualitative Freiheit eher zu den unangepassten Denkern. Er ist ein Regelbrecher der besonderen Art, denn er wagt das Unterfangen, den politischen Liberalismus neu zu definieren. Und das ist überfällig.

Ökonomistische Liberale im Niedergang

Man erkennt es am Niedergang der FDP, die in den vergangenen 20 Jahren eher einer ökonomistischen Variante des Freiheitsbegriffes gefolgt ist.

Gegen die Marktvergötzung quantitativer Liberaler ist als qualitatives Grundprinzip festzuhalten: Die Freiheit zur Selbstbestimmung soll durch Märkte realisiert, nicht unterminiert werden. Der Markt hat den Menschen und ihrer Freiheit zu dienen, nicht umgekehrt.

Liberale auf dem politischen Parkett sollten aufhören, von der Notwendigkeit einer marktkonformen Demokratie zu faseln, die sich in den einzelnen Unternehmen als Gehorsamskäfig abspielt. Wer ausschließlich in das Horn der ökonomischen Maximierung bläst, hintergeht die Freiheit zur bürgerlichen Selbstbestimmung und blendet das Machtgehabe von Konzernen und großen mittelständischen Unternehmen aus. Auch hier ist ein Regelbruch vonnöten. Qualitativer Liberalismus steht in Konfrontation mit oligarchischen und plutokratischen Strukturen, die sich unter dem Deckmantel wirtschaftlicher Freiheit ausbreiten und Bürgerrechte mit Füßen treten. Insgesamt ein erfreuliches Aufmerksamkeitsspektakel, das mit dem alternativen Wirtschaftsbuchpreis losgetreten wurde. Alle Nominierten sind Gewinner. 

Mit dem Sieger und dem Co-Sieger werde ich in den nächsten Wochen Autorengespräche via Hangout on Air führen und ausführlich auf die beiden Bücher eingehen. Das Notiz-Amt freut sich schon auf den #AWB17 – der wird dann früher gestartet und mit Talkformaten auf der Frankfurter Buchmesse begleitet.


Image „Buch“ by Shawn Reza (CC0 Public Domain)


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Wattpad rückt Bücherschreiben in den Fokus

Devices (Image by Wattpad)

Wer gerne viel Zeit vor dem Laptop verbringt und Geschichten schreibt, allerdings keinen Verlag für seine Bücher findet oder einfach nur Wert auf Feedback und eine tolle Community legt, der sollte sich Wattpad genauer ansehen. Ich selbst bewege mich mittlerweile beinahe täglich auf der E-Book-Plattform und kann bislang nur von den besten Erfahrungen berichten.

Bei Wattpad handelt es sich um eine Webseite, die es auch als App für das Smartphone gibt. Die E-Book-Plattform gibt es bereits seit 2006, sie ist kostenlos und für jeden zugänglich. Wattpad hat bereits 40 Millionen Nutzer.

Jeder kann seine Geschichte hier hochladen – Kapitel für Kapitel, ein Cover und einen Klappentext erstellen, sowie seine Geschichte bewerten und kommentieren lassen.

Wem das nicht reicht, der kann an zahlreichen Wattpad-internen Wettbewerben teilnehmen oder sogar einen Verlagsvertrag, beispielsweise vom Piperverlag, ergattern.

Seit über einem Jahr bin ich als Autorin auf der Plattform aktiv und bin nach wie vor begeistert von der Community. Spaßeshalber habe ich angefangen, eine Geschichte zu schreiben und merkte schnell, dass meine Motivation stetig wuchs, je mehr Feedback ich dafür bekommen habe. Schließlich wurde es mir immer wichtiger, regelmäßig ein neues Kapitel hochzuladen und so entstand am Ende eine Geschichte mit etwa 380 Seiten.

Die vielen Kommentare und Votes haben mir dabei geholfen, meine Geschichte von Tag zu Tag wachsen zu lassen. Inzwischen arbeite ich an meinem dritten Buch und habe mit keinem Tag die Lust am Schreiben verloren. Im Gegenteil – mir hat es sehr geholfen, mich zu verbessern, auf bestimmte Kriterien zu achten und eine Community aufzubauen, die dabei zusieht, wie eine Geschichte immer größer wird.

Kleine Anreize – große Wirkung

Statistiken verraten ungefähr, welche Leserschaft man mit seiner Geschichte anspricht, in welchem Alter sie sich befindet und ob es überwiegend Männer oder Frauen, Jungs oder Mädchen sind, die man erreicht. Dies stellt eine weitere sinnvolle Stütze beim Schreiben von Geschichten dar.

Auch die zahlreichen Wettbewerbe, die auf Wattpad stattfinden, sind ein super Anreiz, sich ein paar Schritte weiter zu trauen. Genau hier erkennt man, ob die eigene Geschichte wirklich Potenzial hat. Inzwischen versuche ich mehrmals in der Woche, meine Geschichte zu schreiben, mir produktive Anregungen und Kritik zu sammeln, um anschließend den Schritt in die Verlagssuche zu wagen.

Alleine der Gedanke, dass es auch nur einem Leser gefällt, der mitfiebert, der kommentiert, votet – meiner Meinung nach lohnt es sich schon allein für ihn, weiter zu schreiben. Das Gefühl, dass jemandem gefällt, was man selbst fabriziert hat, ist einfach unbeschreiblich.

Aus diesem Grund kann man auch anderen Autoren auf Wattpad dieses Gefühl zurückgeben. Eine eigene Bibliothek und Leselisten mit vielen verschiedenen Storys aus 22 verschiedenen Genres – hier findet jeder etwas, was ihm gefällt. Es macht Spaß, sich durch die Massen an tollen Storys durchzuklicken und auch selbst Leser zu sein, seine Meinung abzugeben und zu voten, in der Bahn, auf dem Sofa – überall.

Meiner Meinung nach ist Wattpad ein spannendes Portal mit vielen Möglichkeiten. Jeder, der sich gerne die Zeit mit Lesen vertreibt und offen für neue Storys ist oder gerne seine eigenen Geschichten mit anderen teilt, hat hier seinen Platz. Gemeinsam Geschichten aufzubauen, zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln, ist für mich eine schöne Art, Bücher zu schreiben.


Image „Devices“ by Wattpad


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Spoiler verraten mit Spoil Me: Wer kann widerstehen?

Spoil Me Website (Image via Screenshot)

Wer kennt sie nicht – die gefährliche Versuchung schon mal die letzte Seite des Buches aufzuschlagen (werden sie zusammenkommen?), mal eben zum Ende des Films zu schielen (wird er überleben?) oder einen Blick in die nächste Folge der Serie zu riskieren. Danach ist das Bedauern über die eigene, unbändige Neugierde groß – und trotzdem machen wir es alle immer wieder.

Mit der Webseite Spoil Me ist diese Verlockung jetzt nur noch einen Mausklick entfernt. Das Prinzip ist ganz einfach: Entweder man gibt in der Suchmaske selbst einen Filmtitel ein und lässt sich von der digitalen Gerüchteküche mitreißen oder ergreift die Initiative und schürt das Feuer durch eigene Beiträge.

„Spoil me“ wurde in 48 Stunden während eines internen „Hackathons“ (ein Wortspiel zwischen Hacking und Marathon) aufgesetzt. Die Idee war, „ein wenig Spaß zu haben und Technologien auszuprobieren, die uns interessieren.“ erklärt Projektleiter Bruno Pérez der Pariser Webagentur Buddyweb. 2011 gegründet, beschreibt sich die Agentur selbst als 100% kreativ in Sachen Technologie, Marketing und Design.

Aus der kleinen Spielerei wurde ein wahrer Hit in Frankreich, sodass von dem dreiköpfigen Team bald eine englische Version folgte. “Zwei Wochen nachdem die Seite online war, gab es von der französischen und englischen Community bereits 10 000 Spoiler“, erzählt Bruno.

Genauso wie die Webseite aus einem Flachs entstand, so sind auch viele Spoiler nicht wirklich ernst zu nehmen. Denn die User von Buddyweb scheinen mindestens genauso kreativ zu sein wie ihre Gründer: So wird das Ende von Titanic relativ trocken in einem Spoiler zusammengefasst: „Der Eisberg gewinnt.“

The iceberg wins. (Image via Screenshot)

… oder es werden ganz neue Gerüchte in die Welt gesetzt – hier wohl aus alter Kindheits-Nostalgie: „Ich tötete Mufasa!

Auf die Frage hin, was sein Lieblings-Spoiler sei, antwortet Bruno: „Ein Teilnehmer hat ALLE James Bonds Filme mit dem gleichen Spoiler versehen: ‘James Bond kills the bad guy, get the girl and save the world’. Ziemlich witzig!

Bald sollen nicht nur Filme, sondern auch Serien gespoilt werden – „und das auch auf Deutsch!“, versichert Bruno.


Image „Spoil Me Website“ via Screenshot
Image „The Iceberg wins.“ via Screenshot
Image „I killed Mufasa!“ via Screenshot


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Brauchen wir eine Frist auf das Copyright von Micky Maus?

FIGHT CLUB (adapted) (Image by CHRISTOPHER DOMBRES [CC0 Public Domain] via flickr)

Im Jahr 1998 verabschiedete der US-Kongress den Copyright Term Extension Act (CTEA). Der CTEA verlängerte alle bestehenden Urheberrechte des Copyright Act von 1976 rückwirkend um 20 Jahre. Statt also Werke mit abgelaufenem Copyright in öffentlichen Besitz umzuwandeln, legte man fest, dass der CTEA zwischen Januar 1999 und Januar 2019 keine zusätzlichen urheberrechtlich geschützten Werke in die öffentliche Domain eintragen durfte.

So bescherte der CTEA den Besitzern wertvollen geistigen Eigentums, für welches das Copyright sonst verfallen wäre, einen erheblichen Geldsegen. Das von der CTEA auferlegte 20-jährige Moratorium nähert sich nun dem Ende. Der Kongress, welcher im November 2016 neu gewählt wird, wird entscheiden, ob er den CTEA auslaufen lässt oder die Dauer des Copyrights weiter verlängert. Welche Folgen wird es haben, wenn das Copyright erneut verlängert wird? Als wissenschaftlicher Bibliothekar und Kenner der Urheberrechtsgeschichte glaube ich, dass eine weitere Verlängerung des Urheberrechts dem Gemeinwohl schaden wird.

US-Gesetz und Copyright

Nehmen wir das Beispiel eines einzelnen, etwas unbedeutenden Buches. Am 21. Juli 1924 registrierte ein US-Armeeoffizier namens Walter C. Sweeney (sen.) das Copyright für das Sachbuch “Military Intelligence: A New Weapon of War”, welches auf seine Erfahrungen im ersten Weltkrieg basierte. Unter den damals gültigen US-Gesetzen lag das Copyright für dieses Buch bei 28 Jahren, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere 28 Jahre. Am 7. Juli 1952 verlängerte Major General Sweeney, der zu diesem Zeitpunkt im Ruhestand war, sein Copyright. Dadurch verlängerten sich seine exklusiven Rechte auf seine Arbeit bis zum 1. Januar 1981.

Auch wenn es nicht mit Sicherheit feststellbar ist, besteht doch die Möglichkeit, dass Sweeney bis 1952 Lizenzgebühren für “Military Intelligence” erhielt. Jedoch ist es genauso möglich, dass er jahrelang keine Lizenzgebühren bekam. Abgesehen von einer weitestgehend unbekannten Übersetzung ins Chinesische im Jahr 1946, wurde “Military Intelligence” nach der ersten Veröffentlichung im Jahr 1924 nie wieder nachgedruckt.

Bis zum Jahr 1952 hätten alle neuen (das heißt, Lizenzgebühren erzeugenden) Kopien bereits über die üblichen Kanäle verkauft oder einfach entsorgt werden können, als der ursprüngliche Herausgeber, die Frederick A. Stokes‘ Company, von J.B. Lippincott im Jahr 1943 aufgekauft wurde.

Unabhängig davon ist es durchaus wahrscheinlich, dass das Ende des Copyright von Sweeney zum Neujahrstag 1981 keinen finanziellen Schaden auf sein Erbe verursacht hätte. (Sweeney starb als Witwer im Jahr 1963, im Jahr 1981 war nur noch eins seiner drei Kinder am Leben.)

Wie die überwiegende Mehrheit von Werken, lief auch der wirtschaftliche Wert von „Military Intelligence“ Jahrzehnte vor dem Ablauf des Copyright ab. Für jeden “Great Gatsby”, der noch Jahrzehnte nach seinem Debüt Einnahmen generiert, gibt es Zehntausende Werke wie “Military Intelligence”, deren wirtschaftliche Haltbarkeit bestenfalls ein paar Jahre andauert.

Worin liegt also der Sinn?

Hier wendet sich das Blatt: Das Buch wurde im Jahr 1981 nicht in die öffentliche Domain eingetragen. Stattdessen verblieb es bis zum heutigen Tag ein urheberrechtlich geschütztes Werk. Nach dem gültigen Gesetz wird es erst am 1. Januar 2020 gemeinfrei werden und somit mehr als 95 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung. Doch warum blieb “Military Intelligence” für fast vier Jahrzehnte länger urheberrechtlich geschützt, als sein Autor erwartet hatte?

Der Grund dafür ist, dass der US-Kongress die Schutzdauer des Copyright weiter verlängert. Im Jahr 1976 erhöhte sich Sweeneys Copyright von 1952 durch ein neues Urheberrechtsgesetz von 28 auf 47 Jahre. Im Jahr 1998 verlängerte der CTEA einseitig alle Copyrights der nach 1. Januar 1923 erstellten und noch immer urheberrechtlich-geschützten Werke. Die Hauptrechtfertigung des CTEA war, dass es zu einem Einklang des U.S. Copyright und des europäischen Urheberrechtes gekommen sei, welche in der Berner Konvention spezifiziert wurden und festlegen, dass das Urheberrecht mindestens 50 Jahre nach dem Tod des Urhebers andauern soll.

Die Hauptkritik an dem Gesetz von Leuten wie dem Akademiker und Anwalt Lawrence Lessig ist, dass eine Handvoll von Unternehmen wie Disney und die Erben von kommerziell erfolgreichen Künstlern wie Irving Berlin von der rückwirkenden Verlängerung der Copyright-Bedingungen durch den Kongress profitieren. Dies geschieht unter Missachtung des Verfassungsmandats, welches besagt, dass das Urheberrecht die Rechte der Schöpfer für eine begrenze Zeit schützt, statt dies auf Dauer zu tun.

In diesem Verfahen werden Millionen von Werken, die nicht mehr oder nie wirtschaftliche Vorteile für ihre Urheber oder deren Erben brachten, heute an die gleichen Gesetze gebunden, die kommerziell erfolgreiche Werke, wie den ersten Micky-Maus-Film “Steamboat Willie” und Irving Berlins “Puttin’ on the Ritz” schützen. (Beide wären heute lizenfrei, wenn nicht der CTEA gelten würde.)

Warum das wichtig ist?

Also, wen interessiert es, wenn sich ein unbekanntes und hoffnungslos veraltetes Buch über den Militärgeheimdienst in den gierigen Tentakeln des Copyright-Oktopus verheddert? Abgesehen von ein paar Militärhistorikern wohl niemanden. Würde sich aber herausstellen, dass der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass “Military Intelligence” einige Fakten, Weisheiten oder Einsichten beinhaltet, die die Welt zu einem sicheren, glücklicheren oder gerechteren Platz machen können, dann sollte es die gesamte Welt kümmern.

Wie es aussieht, kann die Welt nicht wissen, was “Military Intelligence” zu bieten hat. Außer jene, welche bereits eine Kopie besitzen, Zugang zu einem der rund 100 in verschiedenen Bibliotheken verstreuten Kopien haben oder gewillt und fähig sind, einen Preis zwischen 25 bis 70 US-Dollar für ein gebrauchtes Exemplar zu bezahlen (kein Cent davon fließt in das Vermögen des Autors). Gemeinnützige Einrichtungen wie HathiTrust und Internet Archive können den digitalisierten Volltext von “Military Intelligence” (eine Arbeit ohne jeglichen wirtschaftlichen Wert) nicht frei zugänglich machen.

Und was wäre, wenn entgegen aller Vernunft jemand von “Military Intelligence” zu einem Spiel, Film, Comic-Roman oder einer anderen Arbeit inspiriert worden wäre? Im schlimmsten Fall ist es unmöglich, den aktuellen Rechteinhaber zu finden, um die Erlaubnis für die Erstellung eines abgeleiteten Werkes zu erhalten; im besten Fall wäre der Prozess zeitaufwändig und kostspielig. Selbst wenn der aktuelle Rechteinhaber gefunden wird, könnte jeder Versuch unterdrückt werden, “Military Intelligence” umzufunktionieren, indem eine exorbitante Gebühr für die Erlaubnis verlangt oder einfach die Zusammenarbeit verweigert wird. Wenn sie auf eine Premiere von “Military Intelligence: An American Musical” warten, tun sie das vergebens.

Natürlich ist nicht die Tatsache, dass ein bestimmtes Buch unter Verschluss liegt, das Problem des aktuellen Urheberrechtsgesetz. Das Problem ist die ständig verlängerte Sperrung einer Masse von Arbeiten, die frei verfügbar sein sollten, um die Schaffung neuer Werke zu inspirieren.

Ein unbefristetes Copyright?

Werden die Unternehmen und Individuen, die zwar alte, aber immer noch wertvolle Urheberrechte besitzen, ihr Privateigentum Jahr für Jahr in den Besitz der Allgemeinheit übergeben wollen? Oder werden sie den Kongress beeinflussen, damit es zu einer 20 oder 40 oder 100 Jahre langen Erweiterung des Urheberrechts kommt?

Es ist anzunehmen, dass die Eigentümer wertvoller Copyrights den 115. Kongress beeinflussen werden, damit er die Bedingungen des Urheberrechts verlängert. Sicherlich waren auch Lobbyisten daran beteiligt, den CTEA in den späten 90ern voranzutreiben – ein Sieg, den sie der insgesamt schwachen und desorganisierten Opposition verdankten.

Ich glaube, dieses Mal werden es die Lobbyisten, die auf ein längeres Copyright drängen, nicht ganz so leicht haben. Das Aufkommen digitaler Information im Alltag hat einen umfangreichen Bestand an Akademikern, Rechtsgelehrten, Bibliothekaren und Verbrauchern geschaffen, die viel über die Auswirkungen der Copyright-Gesetzgebung auf ihr Leben nachdenken.

In der Vergangenheit haben Organisationen, zum Beispiel die Electronic Frontier Foundation, die American Library Association und Creative Commons aus Sorge über die öffentliche Beteiligung an der Urheberrechtspflege damit begonnen, sich anderen unfairen Copyright-Gesetzen wie den Stop Online Piracy Act (SOPA) und den PROTECT IP Act (PIPA) zu widersetzen. Sollte der 115. Kongress zu einer erneuten Verlängerung des Copyright gedrängt werden, brauchen diese Organisationen und deren Verbündete eine aktive öffentliche Unterstützung. Es ist nicht genug, sich zurückzulehnen und darauf zu hoffen, dass Internet-Petitionen und Facebook-Schimpftiraden siegen werden.

Obwohl der Kongress die zeitliche Begrenzung des Copyright nicht abschaffen kann, könnten die Bedingungen so geändert werden, dass das Copyright selbst nahezu unendlich verlängert wird. Wenn das geschehen sollte, würden Millionen von Werken, die für aktuelle und zukünftige Generationen von Wissenschaftlern, Künstlern und Neugierigen frei verfügbar sein sollten, im Schatten des Urheberrechts verborgen bleiben – unzugänglich und nahezu unsichtbar.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „FIGHT CLUB“ by CHRISTOPHER DOMBRES (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Merve-Verlag und die Lust an der Respektlosigkeit

Outdoor Bu?cher (adapted) (Image by Robert Agthe [CC BY 2.0] via Flickr)

Erst marxistisch, dann daneben. Der Publizist Peter Gente hielt sich nicht an die Regeln – und schuf so ein erfrischend gut gelauntes Lebenswerk. Vor rund 45 Jahren wurde in Berlin der Merve-Verlag gegründet – und galt nach anfänglichen marxistischen Ausflügen als publizistische Zentrale von Postmoderne und Dekonstruktion. So bilanzierte der entkollektivierte Merve-Gründer Peter Gente Ende der 1970er Jahre, dass man an der Dialektik irre werde. Das Verlags-Kollektiv zerbröselte irgendwann. Unter dem Deckmantel des „proletarischen Erfahrungsinteresses“ flüchteten die Genossen ins partikulare Private: Bluesmusik, Nietzschelektüre, Malen, Biokost und Esoterikliteratur. Peter Gente entdeckte das Nachtleben.

Die Verlockungen der Kneipe

Seine Unlust am Diskutieren soll in dem Maß gewachsen sein, wie er den Lockungen der West-Berliner Kneipenlandschaft erlag, schreibt Philipp Felsch in einem Beitrag für die „Zeitschrift für Ideengeschichte” (Schwerpunkt: Die Insel West-Berlin).

Der hausmeisterliche universitäre Diskurs stand jedenfalls nicht mehr auf der Agenda des Verlages und bescherte uns doch wahnsinnig interessante Bücher. Aus der Internationalen Marxistischen Diskussion wurde ein Internationaler Merve-Diskurs. Man entdeckte die Kunstszene und die Neuen Wilden, die sich im Schöneberger „Dschungel” tummelten: Markus Oehlen, Rainer Fetting, Martin Kippenberger. Entstanden sind eine Reihe von Künstlerbüchern: Godard, Heiner Müller, Minus Delta t, Blixa Bargeld und Werke über ästhetische Theorie: Roland Barthes’ Cy Twombly, Böhringers Begriffsfelder oder Hosokawas Walkman-Effekt. Dann natürlich die Merve-Champions Foucault, Virilio, Baudrillard oder Deleuze.

Entdeckung der Systemtheorie

Später entdeckte der Berliner Verlag die Systemtheorie. Lesenswert der Luhmann-Band „Archmides und wir”. Nachgeholfen hatte der Luhmann-Schüler Dirk Baecker mit einem Brief an Gente:

Heute würde ich Ihnen gerne zwei Buchprojekte vorstellen, die sehr gut in Ihre Tradition innovativen Traditionsverzichts passen würden. Im ersten Projekt handelt es sich um einen kleinen Band mit den gesammelten Interviews von Niklas Luhmann. Sie haben sicherlich mitverfolgt, zum Beispiel in der FR und in der taz, dass Luhmann einen sehr kühlen und ironischen, manchmal bissigen und in der Selbstkommentierung an ‚Monsieur Teste’ erinnernden Interviewstil entwickelt hat, der diesem Genre wieder etwas literarischen Schwung verleiht. Allesamt immer etwas launige, auf Tagesgeschehen und – eindrücke bezogene Kommentare, können sie doch auch als Einführungen in den spezifisch luhmannschen Theoriestil dienen.

So der Auszug des Becker-Schreiben, abgedruckt im neuen und äußerst lesenswerten Felsch-Band „Der lange Sommer der Theorie – Geschichte einer Revolte 1960 – 1990“, erschienen im C.H.Beck-Verlag. Baecker und Georg Stanitzek liefern in der Einleitung des Luhmann-Buches noch eine kleine Epistemologie des Interviews. So könne man von dem Systemtheoretiker lernen, dass Kommunikation immer auch eine Operation der Beobachtung füreinander unerreichbarer Köpfe ist.

In kaum einer Gesprächsform werde dies anschaulicher als im Interview. Es wird nicht der Versuch unternommen, Köpfe kurzzuschließen. Die Gesprächsform lebt von der Zufälligkeit der Fragen, was allerdings durch Autorisierungen oder vorgefertigte Skripte häufig genug in eine aseptische und damit ungenießbare Metamorphose kippt.

Diskurse ohne Volkerziehung

Zur Merve-Kultur zählte immer die Lust am Diskurs und nicht die Volkserziehung. Das brachte Michel de Certeau, ein weiterer sehr wichtiger Autor des Berliner Verlags, trefflich zum Ausdruck: Wer die Masse zu repräsentieren vorgebe, kämpfe in Wirklichkeit darum, sie zu erziehen, zu disziplinieren und zu gruppieren.

Peter Gente und Heidi Paris kultivierten ihre gute Laune: „Wir wollen ein kleiner Verlag, unscheinbar und daneben sein, und das macht irre Spaß.“ Sie nutzten das Kontrollvakuum und erfreuten sich an der Partisanenexistenz ihrer Leser. Das wird auch nach dem Tod von Gente und Paris weiterleben. Zeitlose Bände mit hoher Diskurs-Dynamik auf billigem Papier. Paperbacks, bei denen man Sätze gegen den Strich lesen kann. Schlüsse aus den Texten ziehen von denen die Texte nichts wissen und einer Kunst des Lesens aus dem Geist der Respektlosigkeit frönen. Liebwerteste Gichtlinge sollten Merve-Bände lesen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf TheEuropean.de


Image (adapted) „Outdoor Bu?cher“ by Robert Agthe (CC BY 2.0)


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Bibliotheken vernetzen – Analog und Digital

Bibliothek_Stuttgart_005 (adapted) (Image by Rob124 [CC BY 2.0] via Flickr)

Am heutigen Welttag des Buches startet der Deutsche Bibliotheksverband eine neue Website für die Kampagne „Netzwerk Bibliothek“, um digitiale Optionen von Bibliotheken zu zeigen. Die Kampagnenseite www.netzwerk-bibliothek.de bietet einen Überblick zu den digitalen Angeboten der Bibliotheken. Die Website verfügt über eine Veranstaltungsdatenbank und zeigt wichtige digitale Services, zeitgemäße Formate und aktuelle Trends der Bibliothekslandschaft. „Netzwerk Bibliothek“ bietet Bibliotheken eine Plattform, sich aktiv mit den internationalen digitalen Entwicklungen in der Gesellschaft auseinanderzusetzen, die identifizierten Trends aufzugreifen und im gemeinsamen Austausch die Entwicklung von lokalen Bibliotheksstrategien weiter zu befördern.

Die wesentliche Dienstleistung von Bibliotheken besteht darin, allen Bürgern – unabhängig von Einkommen, Status, Alter, Geschlecht oder Herkunft – freien Zugang zu Information, Bildung und Kultur zu gewähren und Angebote der kulturellen Bildung zu vermitteln. Ziel von „Netzwerk Bibliothek“ ist es, die bestehenden Angebote und Bildungsprojekte der Bibliotheken einer breiten Öffentlichkeit noch sicht?barer zu machen.

Unter dem Motto „Bibliotheken neu erleben, Bibliotheken teilen: auch digital“ startete Ende 2014 die Kampagne „Netzwerk Bibliothek“ des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) und wird bis ins Jahr 2017 bibliothekarische Angebote im Bereich Lernplattformen, soziale Medien, Apps, E?Learning, E?Lending, Gamelounges, Online Datenbanken, Open Access und Science 2.0 in den Fokus der Aufmerksamkeit stellen.


Image (adapted) „Bibliothek_Stuttgart_005“ by Rob124 (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 30. März

In unseren Lesetipps geht es heute um Apple, Uber in Deutschland, die Pkw-Maut, Youtube und book-date. Ergänzungen erwünscht.

  • APPLE Golem.de: Apple-Patent: Smartphone-Kamera mit drei Sensoren: Apple hat sich ein Patent für eine neuartige Smartphone-Kamera gesichert. Diese Kamera soll nicht nur über einen, sondern über drei Bildsensoren verfügen. Jeder dieser Sensoren kann nur das Licht einer Grundfarbe aufnehmen. Darum wird das eintreffende Licht vor dem Auftreffen mit Hilfe eines Prismas in seine Grundfarben aufgeteilt. Bisher wurde diese Technik bei Smartphone-Kameras nicht eingesetzt, obwohl sie schon länger existiert.

  • UBER heise online: Uber bezahlt Fahrern den Personenbeförderungsschein: Obwohl der Fahrdienstvermittler Uber eine juristische Niederlage in Kauf nehmen musste, möchte das US-Unternehmen noch immer in Deutschland Fuß fassen. In Zukunft soll der Dienst von Fahrern ausgeführt werden, welche über einen Personenbeförderungsschein verfügen. Uber möchte sogar den Erwerb des Scheins für Fahrer finanzieren. Auch die Kosten einer Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer zum Taxi- oder Mitewagenunternehmer sollen übernommen werden.

  • YOUTUBE Broadmark: Fernsehen vs. YouTube: Das Fernsehen und Youtube sind schon seit längerer Zeit erbitterte Konkurrenten. Denn seitdem man auf Youtube Videos monetarisieren kann, werden Videos immer professioneller. Doch obwohl sich beides sehr ähnlich ist und von manchen Menschen schon als gleich gesehen wird, so handelt es sich beim Fernsehen und bei Youtube um zwei unterschiedliche Medien. Es gibt entscheidende Unterschiede in der Produktion, den Akteuren und den Einnahmequellen.

  • PKW-MAUT Deutscher Bundestag: Bundestag beschließt Einführung der Pkw-Maut: Am Freitag, dem 27. März 2015, stimmte der Bundestag dem Gesetzesentwurf zur Einführung der Pkw-Maut zu. 433 Abgeordnete stimmten für den Gesetzesentwurf, 128 stimmten dagegen und 6 enthielten sich. Ab 2016 soll die Abgabe von allen Haltern von im Inland und im Ausland zugelassenen Pkws für die Nutzung von Bundesautobahnen und Bundesstraßen eingefordert werden.

  • BOOK-DATE e-book-news.de: Wenn das Buch zum Date lädt – Interview mit Simona Dobrescu (book-date): Mit der Social-Reading-Plattform book-date werden Nutzer anhand ihrer Vorlieben an bestimmte Autoren, Verlage, Blogger oder Buchhändler vermittelt. Das Portal ist von Verlagen unabhängig. Gegründet wurde die Plattform von der Autorin und Literaturwissenschaftlerin Simona Dobrescu. Im Interview mit E-Book-News verrät sie etwas über ihre Motivation und was sie zur Gründung des Portals bewegte.

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5 Lesetipps für den 21. November

In unseren Lesetipps geht es um die Digitalisierung von Büchern, das Geheimnis der Passwörter, Uber, Erfahrungen mit dem Smart Home und Amazons Snapchat-Experiment. Ergänzungen erwünscht.

  • DIGITALISIERUNG Wired: Allen B. Riddell digitalisiert Bücher, deren Regelschutzfrist abgelaufen ist: Die Netzpiloten-Autorin Katharina Brunner berichtet auf Wired.de über die Digitalisierung von gemeinfreien Werken. Ab dem ersten Januar nächsten Jahres werden nämlich die Werke von 1280 Autoren gemeinfrei. Da der Aufwand, all diese Werke zu digitalisieren, sehr hoch ist, hat Allen B. Ridell nun ein Algorithmus entwickelt, der die Werke mit Wikipedia abgleicht und basierend darauf ein Ranking erstellt, welches angibt, welche dieser Werke für die Allgemeinheit am wichtigsten sind. Zwar ist der Algorithmus noch lange nicht perfekt, doch vereinfacht er die Arbeit der Freiwilligen, die die Werke mit viel Mühe digitalisieren.

  • PASSWÖRTER New York Times: The Secret Life of Passwords: Jeder hat sie, jeder benutzt sie täglich: Passwörter. Mit ihnen werden Dokumente, Daten und vieles mehr vor unerlaubtem Zugriff geschützt. Doch auch wenn diese somit hauptsächlich zweckmäßig verwendet werden, steckt hinter ihnen oftmals weitaus mehr. Wie Ian Urbina in einer Reportage für die New York Times untersucht hat, verstecken sich in den Passwörtern unsere persönlichen Hoffnungen und Träume, unsere liebsten Erinnerungen und die tiefsten Bedeutungen. Oft verraten die Passwörter sogar mehr, als unsere Accounts hinter ihnen.

  • UBER Gründerszene: 7 Gründe, warum Uber auf dem besten Weg zum Mobilitätsgiganten ist: In den letzten Tagen hatten wir bereits zwei Mal einen Artikel über den Taxi-Konkurrenten Uber in den Lesetipps. Auch heute wollen wir euch einen interessanten Artikel über das Startup nicht vorenthalten, denn über Uber wird momentan einfach viel spannendes geschrieben. So hat Gründerszene nun sieben Gründe genannt, warum Uber auf dem besten Weg ist, der nächste Mobilitätsgigant zu werden. Trotz der negativen Presse in dieser Woche seien die zukünftigen Aussichten weiter rosig, wie sowohl die Wachstumsaussichten als auch die Möglichkeit weiteres Kapital zu erhalten, zeigen.

  • SMARHOME Golem: Smarthome: Das intelligente Haus wird nie fertig: Das Smart Home ist im Trend. Doch ist der Aufbau und die langfristige Anwendung eines vernetzten und intelligenten Zuhauses auch praktikabel? Ein Erfahrungsbericht auf Golem erklärt die Vorzüge, aber auch Nachteile und Herausforderungen des Smart Homes. Von der Planung über die schrittweise Umsetzung zeigt der Bericht, dass einmal angefangen das Smart Home süchtig macht und man nicht mehr aufhören kann sein Zuhause nach und nach weiter zu vernetzen und intelligenter zu machen.

  • AMAZON CNet: Amazon uses Snapchat to send exclusive deals: In nur einer Woche findet der alljährliche „Black Friday“ statt. Der Online-Versandhändler Amazon versucht sich im Rahmen des Shopping-Events dieses Jahr an einer neuen Form der Promotion. Via der Instant-Messaging App Snapchat verschickt Amazon von nun an Geschenkideen, Empfehlungen und exklusive Deals. Der Versandriese verstärkt damit seine Präsenz in den sozialen Medien – vor allem im mobilen Segment. Mittlerweile kaufen bei Amazon mehr als die Hälfte aller Nutzer über mobile Endgeräte ein. Amazon möchte deswegen nun auch versuchen hierüber die Kunden zu erreichen.

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Sobooks: Die Verschmelzung von Buch und Internet

Sascha Lobo im Interview auf der Frankfurter Buchmesse (Bild: Julian Heck)

Sascha Lobo und Christoph Kappes haben auf der Frankfurter Buchmesse ihre Bücher-Plattform „Sobooks“ gelauncht. Über die Hintergründe und ihre Ziele sprach Sascha Lobo mit uns im Interview. // von Julian Heck

Sascha Lobo im Interview auf der Frankfurter Buchmesse (Bild: Julian Heck)

eBooks und Selfpublishing – das waren die Trendthemen der Frankfurter Buchmesse, die in den letzten Tagen in Frankfurt stattfand. Geht es nach Sascha Lobo und Christoph Kappes, sind Social Books das Trendthema des Buchmesse 2015. Die beiden haben am Freitag ihre Plattform „Sobooks“ – die Abkürzung für Social Books – gelauncht. Dort verkaufen sie Bücher, die im Browser oder in der Sobooks-App gelesen und direkt im Buch kommentiert werden können. Wie das funktioniert, welchen Mehrwert das hat und was wir von Sobooks in der nächsten Zeit erwarten können, das hat Sascha Lobo im Gespräch mit Julian Heck verraten.

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Angetestet: Blinkist für Android

Blinkist für Android

Die App Blinkist, die Sachbücher auf die Kernaussagen herunterkocht, ist jetzt auch für Android erschienen. Grund genug, für einen Test. // von Daniel Kuhn

Blinkist für Android

Vor rund einem Jahr habe ich an dieser Stelle bereits über die App Blinkist berichtet, die damals gerade für iOS-Geräte erschienen ist. Damals konnte ich aus Ermangelung eines iPhones allerdings nur aus der theoretischen Perspektive über die App schreiben, die Sachbücher auf die wichtigsten Aussagen herunter bricht. Die Vorstellung, lange Bücher in 15 Minuten statt 15 Tagen zu lesen, finde ich nach wie vor toll. Ein iPhone habe ich zwar immer noch nicht, aber zum Glück ist gerade die Android-Version erschienen.

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5 Lesetipps für den 13. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um die Zukunft von Büchern und Bibliotheken, wie die New York Times arbeitet, Fragen an Crowdspondent und Gedanken über das Silicon Valley. Ergänzungen erwünscht.

  • BÜCHER Gigaom: Apple, Amazon and the uncertain future of the book startup: Laut Laura Hazard Owen wird Self-Publishing ein Markttrend sein, der nie Mainstream wird und auch wieder verschwindet. Deshalb brauch es neuen Startups im Buchhandel und Verlagswesen, doch die werden von Anfang an mit Amazon, Google, Apple & Co. konkurrieren. Man muss nicht der gleichen Meinung wie Owen sein, aber trotzdem ein sehr interessanter Artikel über die Zukunft von Büchern.
  • THE NEW YORK TIMES Nieman Journalism Lab: The tension underlying how the NYTimes.com homepage gets made: Nikki Usher gibt auf dem Blog des Nieman Lab einen interessanten Einblick in die Online-Redaktion der New York Times. Pflichtlektüre für jeden, der sich für den Alltag und die Arbeitsabläufe der Redaktion interessiert.
  • BIBLIOTHEKEN Carta: Das E-Book und das drohende Ende der Stadtbücherei: Öffentliche Leihbibliotheken stehen heute mit dem Buchrücken zur Wand. Kommerzielle Anbieter machen ihnen den Platz streitig. Und die Politiker verweigern den versprochenen Schutz. Länder und Kommunen betrachten ihre öffentlichen Bibliotheken lieber weiterhin als freiwillige Leistungen – abhängig von Konjunkturlage und politischer Gnade. Ein Problem, wie Wolfgang Michal auf Carta schreibt.
  • CROWDSPONDENT Digitale Notizen: Crowdspondent: Steffi Fetz und Lisa Altmeier sind Crowdspondent. Mit dem Kofferwort beschreiben sie ihre ungewöhnliche Kombination von Korrespondenten-Tätigkeit und Leser-Kontakt. Im vergangenen Jahr berichteten sie auf diese Art aus Brasilien, für diesen Sommer haben sie sich eine Deutschland-Reise vorgenommen, die sie nun mit Hilfe ihrer Leser finanzieren wollen. Dirk von Gehlen hat ihnen dazu ein paar Fragen gestellt.
  • SILICON VALLEY Gigaom: Is it really a tech bubble, or is it something else?: Auf Gigaom geht Om Malik dem Gedanken nach, dass das Silicon Valley in einer Tech-Blase gefangen ist, genau wie schon einmal im Jahr 1999. Dabei zeigt er Parallelen zu damals auf, aber auch wesentliche Unterschiede. Ein interessanter Einblick in das Silicon Valley mit einem offenen Fazit: selbst wenn alles krachen geht, dann wird eben von vorne angefangen.

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5 Lesetipps für den 13. März

In unseren Lesetipps geht es heute um das Silicon Valley und Hollywood, einen Abschiedsbrief an De:Bug, zweimal über Roboter sowie die Zukunft von Büchern. Ergänzungen erwünscht.

  • SILICON VALLEY Curved: Wenn Hollywood mit dem Silicon Valley flirtet: Hollywood-Stars haben Startups und Technologien als lukratives Geschäft entdeckt. Ashton Kutcher und Tyra Banks investieren und Jungunternehmen und helfen ihnen, in die Unterhaltungsindustrie einzusteigen. Die ist jedoch nicht ganz so offen wie die progressive Startup-Community, wie Elisabeth Oberndorfer auf Curved schreibt.
  • DE:BUG Berliner Gazette: Mit De:Bug verabschiedet sich ein Vorreiter des jüngsten Indie-Magazin-Booms: De:Bug, die “Zeitschrift für elektronische Lebensaspekte”, stellt nach 16 Jahren ihre Print-Ausgabe ein. Damit verabschiedet sich ein Vorreiter des jüngsten Indie-Magazin-Booms – von 032C über Mono.kultur bis Apartamento. Und es verschwindet eines der wenigen Magazine vom Markt, das sich kompetent und publikumsnah mit Digitalkultur beschäftigt. Ein Abschiedsbrief von De:Bug Mit-Gründer Sascha Kösch.
  • ROBOTER I Zeit Online: Roboter werden die besseren Menschen: Auf dem Festival South by Southwest läutet Autodesk-CEO Carl Bass die Stunde der Utopisten ein: Im Jahr 2050 könnte es seiner Meinung nach mehr Roboter und intelligente Maschinen auf der Welt geben als Menschen. Was Bass damit meint, erklärt Thorsten Schröder auf Zeit Online.
  • ROBOTER II PandoDaily: If the robots steal all our jobs then true communism is possible: Aber selbst wenn Carl Bass Recht haben sollte und es bald mehr Roboter und intelligente Maschinen als Menschen auf de Erde gibt, sollten wir uns nicht darüber ärgern, dass wir bald keine Arbeit mehr haben, sondern uns erfreuen, dass dann endlich die Utopie des Kommunismus Wirklichkeit werden könnte, wie Tim Worstall auf PandoDialy schreibt.
  • BÜCHER Wired.com: The Future of Books Looks a Lot Like Netflix: Online-Dienste prägen unser persönliches Nutzungsverhalten und was bei einem Medium funktioniert, kann mit dem anderen schon nicht mehr klappen. Wir sind inzwischen den Konsum vieler verschiedener Quellen gewöhnt, so lange sie kurz und informativ sind, ähnlich einem Blogpost oder der Episode einer TV-Serie. Für ein Buch ist bei vielen oft keine Zeit mehr da. Hier setzt die Rooster-App von Plympton an, die Bücher in „Häppchen“ splittet, deren Leselänge man vorher festlegt und die einem zu einer festen Wunschzeit geschickt werden.

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PagePusher: Buchvermarktung über soziale Netze

Der Webdienst PagePusher hilft Selfpublishern in ihren sozialen Netzwerken eine neue Bücher kaufende Leserschaft zu finden. // von Matthias Matting

pagepusher

Ein interessantes Vermarktungskonzept kommt aus den USA: PagePusher erlaubt Autoren, ihre Titel über all ihre sozialen Netzwerke zu verkaufen. Das Konzept funktioniert so: Der Autor lädt sein Werk bei PagePusher hoch, und zwar als ePub- und Mobi-Datei. PagePusher und der Autor informieren dann alle Kontakte beziehungsweise Fans des Autors über die Neuerscheinung (das funktioniert natürlich umso besser, wenn der Autor schon eine Fanseite aufgebaut hat).

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Bayerische Staatsbibliothek hat eine Million digitalisierte Bücher

Lesesaal mit Galerie (Bild: Bayerische Staatsbibliothek [CC BY-SA 3.0 DE], via Wikimedia)

Seit Anfang Januar bietet die Bayerische Staatsbibliothek durch ein Digitalisierungsprojekt mit Google mehr als eine Million Bücher als digitalisierte Werke online an. // von Tobias Schwarz

Bayerische Staatsbibliothek (Bild: Digital Cat [CC BY-SA 3.0], via Wikipedia)

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt damit das größte Angebot an digitalen Medienbeständen im deutschen Sprachraum. In der Zahl enthalten sind neben dem eigenen Bestand auch rund 50.000 digitalisierte Werke aus der nachgeordneten Staatlichen Bibliothek Regensburg. Gleichzeitig wurde in der Bayerischen Staatsbibliothek kürzlich das 10-millionste Buch erworben und erschlossen. Die 1558 gegründete Bibliothek ist mit ihrem Buchbestand, ihren rund 62.000 Zeitschriften in elektronischer und gedruckter Form, zahlreichen E-Books, 96.000 Handschriften und umfangreichen Sondersammlungen eine der bedeutendsten europäischen Universalbibliotheken und genießt als internationale Forschungsbibliothek Weltrang.

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E-Books werden beliebter – die Buchpreisbindung nicht

Laut einer Studie des Marktforschungsinstitut Ipsos sind E-Books voll im Trend – die Mehrheit der Deutschen will sie aber deutlich günstiger als gedruckte Bücher. Für die von der Gutscheinplattform Deals.com beauftragten Studie hat das Marktforschungsinstitut Ipsos über 1.005 Studienteilnehmer nach ihren Lesegewohnheiten gefragt. Interessant ist, dass im Vergleich zum Vorjahr 10 Prozent mehr Deutsche E-Books lesen, dass ihn aber der durch die Buchpreisbindung festgelegten Preis dafür zu teuer ist. In Deutschland wird sich dieser Preis nicht ändern, denn die Buchpreisbindung ist ein von den Verlagen hart verteidigtes Politikum.

 


 

  • 2 von 5 der Deutschen haben bereits ein E-Book gelesen – rund 10 Prozentpunkte mehr als 2012.
  • E-Reader und Tablets als E-Book-Medien stark im Kommen, dennoch: Jeder Vierte findet E-Books zu teuer.
  • Doch das Politikum Buchpreisbindung wird preiswertere E-Books auch in Zukunft verhindern.

E-Books werden immer beliebter

Das Portal für kostenlose Gutscheine und Rabatte, Deals.com, hat bereits zum zweiten Mal das E-Book-Leseverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen. Fazit: E-Books werden immer beliebter. Während noch vor einem Jahr nur jeder dritte Deutsche schon mal ein E-Book gelesen hat, liegt die Zahl der Nutzer mittlerweile bei 41 Prozent. Auch wenn elektronische Bücher weithin bekannt sind, werden sie dennoch wenig gelesen: Nur ein Drittel (32 Prozent) der E-Book-Nutzer liest E-Books mehrmals die Woche oder sogar täglich – 42 Prozent nur einmal im Monat oder seltener. Jeder Zehnte behauptet allerdings, mehr zu lesen, seitdem er E-Books nutzt.

Was die Wahl des Mediums angeht, so geht der Trend ganz klar zu spezialisierten E-Readern. Vor allem die Beliebtheit von Notebooks und PCs als Medium für den Lesestoff sank im Vergleich zum Vorjahr: Nur noch 26 Prozent lesen E-Books auf diesen Geräten (49 Prozent 2012). Der Amazon Kindle wird von jedem vierten E-Book-Leser genutzt (Anstieg gegenüber 2012 von 16 auf 25 Prozent 2013). Auch iPads (12 Prozent) und andere Tablets (17 Prozent) erfreuen sich großer Beliebtheit. Das mobile Lesevergnügen scheint bei den Deutschen vor dem Zugang an sich zu E-Books entscheidend zu sein.

Politikum Buchpreisbindung

Die noch relativ geringe Nutzung von E-Books ist vor allem auf die zu hohen Geräte- und E-Book-Preise zurückzuführen. Jeder Vierte behauptet, dass ihm E-Books und E-Reader zu teuer sind (je 23 Prozent). Ganze 59 Prozent sagen ganz klar: E-Books sollten im Vergleich zum gedruckten Buch deutlich günstiger sein. Mehr als jeder Dritte behauptet, er würde sich eher für ein E-Book entscheiden, wenn es nur halb so viel kosten würde wie ein gedrucktes Buch (38 Prozent). Jeder Siebte liest derzeit sogar ausschließlich kostenlose E-Books (14 Prozent). Rund 60 Prozent der Deutschen fordern also deutlich günstigere Preise bei E-Books. Doch dazu wird es nicht kommen.

Die Buchpreisbindung sorgt dafür, dass von den Verlagen festgelegte Preise für sämtliche in Deutschland verlegten Bücher einzuhalten sind. Außerdem gilt die Buchpreisbindung für „Produkte, die Bücher, (…) reproduzieren oder substituieren und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind sowie kombinierte Objekte, bei denen eines der genannten Erzeugnisse die Hauptsache bildet“, wie zum Beispiel E-Books. Still und leise wird deshalb bei den laufenden Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD auch über die Buchpreisbindung geredet. Gegenüber Deutschlandradio Kultur nannte der frühere Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) auch „die Zukunft der Buchpreisbindung“ als ein Thema der laufenden Verhandlungen in der Arbeitsgruppe. Eine Änderung ist nämlich kaum zu erwarten.

Der Erhalt der Buchpreisbindung ist eine fast unumstößliche Forderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, für den „der feste Ladenpreise zum Erhalt einer intakten Buchhandelslandschaft“ beiträgt. Die Bundesregierung hat bisher, besonders unter dem scheidenden Kulturstaatsminister Bernd Neumann, daran auch nichts ändern wollen. Auch auf Europa-Ebene ist keine Initiative zu erwarten, wie die französische Kulturministerin Aurélie Filippetti im Interview mit der FAZ bekräftigt. Laut Filippetti steht die Buchpreisbindung beim geplanten USA/EU-Freihandelsabkommen nicht zur Debatte: „Das ist nicht verhandelbar„.

Mauern statt Windmühlen?

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.“ und der Wind stürmt regelrecht im Buchhandel, denn die Branche befindet sich im Umbruch. Die Buchpreisbindung stellt dabei eine Mauer dar, ein gesetzlicher Schutzmechanismus, der scheinbar den Kunden immer mehr ein Dorn im Auge wird, aber auch Internethändler, allen voran Amazon. Das die für das Unternehmen wertvollen E-Books in Deutschland trotz wachsender Verbreitung des eigenen E-Readers noch nicht wie in den USA die Verkaufszahlen gedruckter Bücher überholt haben, liegt vor allem an dieser ganz besonderen Mauer. Bisher um geht Amazon die Schranke mit der Veröffentlichung verlagseigener Bücher, bei denen Amazon die Preise selber festlegen kann.

Doch politisch ist die Sache wohl erst einmal nicht zu ändern. Zwar erkennt die EU-Kommission E-Books nicht als Kulturgüter an, sondern bewertet sie als Software-Dienstleistungen (weshalb übrigens in Deutschland der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt), doch Deutschland und Frankreich zeigen beim Thema Kulturpolitik keinerlei Sympathien für marktliberalere Vorstellungen. Eine fortschrittliche Veränderung ist zur Zeit nur denkbar, wenn Bücher in erster Linie als E-Book erscheinen, die Verlage dem Preiskampf gegen Amazon verlieren oder es eine Reform des Urheberrechts geben wird, die den Handel mit gebrauchten E-Books, ähnlich wie bei gedruckten Büchern, ermöglicht, denn so könnte die Preisbindung offiziell aufgehoben werden. Interessant wird zu beobachten sein, ob die Kunden auf unautorisierte Filesharing-Plattformen ausweichen, mehr fremdsprachliche E-Books kaufen oder Amazons niedrigen Preisen folgen. So oder so, der deutsche Buchhandel wird ohne eine alle Interessen berücksichtigenden Regelung wahrscheinlich hinter seiner Mauer ausgehungert werden.

 

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Blinkist: Sachbücher in 15 Minuten zusammengefasst

Den Konsum von Wissensliteratur soll die App Blinkist vereinfachen, indem Sachbücher auf Texte komprimiert werden, die in wenigen Minuten gelesen werden können. // von Daniel Kuhn

Blinkist

In der heutigen schnelllebigen digitalen Welt lässt sich nur schwer die nötige Zeit finden, um ein umfangreiches Sachbuch zu lesen. Die App Blinkist soll dabei helfen, das Wissen aus diesen Büchern zu konsumieren, indem der Inhalt jeweils auf kurze Texte heruntergebrochen präsentiert wird, der in ungefähr 2 Minuten gelesen werden kann.

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CULTURE&VIDEO TIPPS vom 05. September

Culture&Video heute mit einer überfälligen Erklärung, zur Abwechslung mal Literatur und zwei Geburtstagen.

VIRALES MISSVERSTÄNDNIS: I Forgot My Phone

Jede Woche auf’s Neue stellt sich die Frage, ob ein tolles Video neu genug ist. Worüber ich selbst seit Montag lache oder nachdenke, hat bestimmt auch schon seinen Weg auf andere Monitore oder in andere Mittagspausen gefunden. Auch das Video mit einer jungen Frau ohne Handy hat die Runde gemacht. Sie beobachtet, wie alle Menschen in ihrer Umgebung lieber mit ihren Telefonen kommunizieren, Bilder machen oder Videos aufnehmen, als mit ihr zu reden. Niemand nimmt wahr, was um ihn herum passiert. Das Mädchen sieht irgendwie unglücklich darüber aus und eine ganze Online-Welt paternalistischer Besserwisser stimmt das Klagelied auf die modernen Zeiten an (bis heute fast 20 Mio. Abrufe). Dabei scheint niemandem der Titel des Videos aufzufallen: I Forgot My Phone. Und auf einmal sieht der Clip anders aus: Hätte die hübsche Hauptdarstellerin ihr Telefon nicht liegen gelassen, würde sie dazu gehören. Vielleicht ist sie gar so traurig und genervt, weil sie jetzt gerade gern ein Foto geschossen oder ihren Status upgedated hätte. Interessante Gespräche scheint es in ihrem Freundeskreis ja nicht zu geben.

DOKU AUF DEM LITERATURFESTIVAL: Erlesene Welt

Vom 4. bis zum 15. September findet in Berlin das 13. internationale literaturfestival statt. Es hat seit langer Zeit schon den Ruf, mehr ein Forum für Gespräche oder zum Kennenlernen interessanter Autoren zu sein als eine Leistungsschau des Literaturbetriebs wie die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig. Auch Filme werden im Rahmen des Festivals gezeigt: Die liebenswerte Dokumentation Erlesene Welt stellt drei besondere Menschen vor, die in Umzugskartons, auf Booten und Kamelen Bücher zu den entlegensten Winkeln der Welt bringen. arte zeigt den Film der Grimme-Preisträgerin Elisabeth Schwehm am 13. Oktober. Mitternachtskinder nach einer Vorlage von Salman Rushdie ist ebenfalls auf dem Festival zu sehen. Der weiltweit gefeierte Autor wird in einem Gespräch mit Eva Mattes auch seine vor Kurzem erschienene Autobiografie Joseph Anton vorstellen.

LORIOT: Skat

Gestern hatte Skat Geburtstag. Jedenfalls wurde der Begriff erstmals am 4. September 1813 erwähnt. Gut, dass es Tage gibt, an denen man nicht lange nach einem Grund suchen muss, um einen Sketch von Loriot anzuschauen.

I WANT TO BREAK FREE

Und noch ein Geburtstag: Heute vor 67 Jahren wurde Freddie Mercury in Sansibar geboren. Zwei gut gemachte Dokumentarfilme gibt es über das Leben des großen Künstlers. Queen aus dem Jahr 2009 ist eine solide arte-Dokumentation, lohnt sich aber vor allem wegen der ersten 30 Sekunden: Ringo Starr ein bisschen Off-Topic. Freddie Mercury: The Great Pretender hat Furore gemacht (hier leider mit französischen Untertiteln bei Myvideo und hier auf DVD erhältlich) . Die Dokumentation aus dem letzten Jahr enthält jede Menge neues Material: Schnipselchen der Kollaberationen mit Rod Stewart oder Michael Jackson und viele bisher unentdeckte Aufnahmen. Auf seinem 39 Geburtstag ging es im legendären „Travestie-Lokal Mrs. Henderson’s“ heiß her, auch die Outtakes zum Videodreh von I Want To Break Free sind köstlich. Die BBC-Doku hat keine Scheu vor der Schwulenikone Mercury, unerlässlich für ein ehrliches Porträt des 1991 an den Folgen von AIDS gestorbenen Sängers.

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Warum das iPad in deutsche Schulen gehört

warum das ipad in deutsche schulen gehört

Computerunterstütztes Lernen oder auch e-Learning ist eines der großen Themen, das Medienwissenschaftler und Bildungsexperten nicht erst seit gestern umtreibt. Klar ist, dass der Computer und alle seine Ableger in Verbindung mit dem Internet große Chancen eröffnen auf Wissen zuzugreifen und es zugänglich zu machen. Auf der anderen Seite streiten sich aber auch die Geister, wie viel Konsum dieser digitalen Medien gut für uns ist und vor allem wie der Aufbau der Infrastruktur von Print auf Digital finanziert werden soll. Möchte man aber über vorteilhafte Entwicklungen sprechen, dann kann man aktuell kaum ein geeigneteres Beispiel heranziehen als den Einfluss des iPads in der Bildung.

Der Tablet-Computer iPad hat in seiner kurzen Lebenszeit von in etwa zwei Jahren einen beeindruckenden sowie rasanten Einfluss ausgeübt, dessen Einzug vor allem auch in den Universitäten und Schulen weltweit zu spüren ist. Wofür andere Medienträger wie Computer, Laptop, DVD-Player oder gar der Videoplayer lange Zeit brauchten, um von den Bildungseinrichtungen anerkannt und genutzt zu werden, hat das iPad nur wenig Monate gebraucht um Akzeptanz zu finden. Oft genug haben sich Schulträger in der Vergangenheit erst dann einem Fortschritt geöffnet, wenn dieser schon längst wieder durch andere Innovationen ersetzt wurde. Das hing zum einen damit zusammen, dass alteingesessene Strukturen nicht in Frage gestellt worden und zum anderen aber auch dass den meisten Schulen, gerade in Deutschland, ganz einfach das Geld für eine flächendeckende Anschaffung neuer Geräte fehlte.

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Frei zugängliche Inhalte will kein Mensch

Was ist vor ein paar Tagen passiert? Die Meldung des Tages aus Sicht der Buchverlage kam aus New York: Das dortige Bezirksgericht lehnte das Google Book Settlement ab, womit der Konzern künftig für die Digitalisierung von Literatur in jedem Fall die Zustimmung der Rechteinhaber braucht.

Siehe da: das Internet ist kein rechtsfreier Raum … Ich finde das Urteil gut, weil bestehendes Recht eingehalten werden muss. Es sollte sich niemand darüber hinweg setzen dürfen, wie wir das ja bspw. in der Weltpolitik leider täglich anders erleben. Wenn der Rechtsrahmen nicht mehr passt, weil bspw. neue Technologien Märkte umkrempeln, dann muss in jedem Falle erst das Recht angepasst werden, ehe man anders agieren kann. Sonst endet man in der Willkür.

So weit, so selbstverständlich. Interessant ist es nun, sich die Reaktionen auf dieses Urteil anzusehen. So hat der Justiziar des Buchbranchen-Verbandes Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Dr. Christian Sprang, neulich der Buchbranchen-Verbandsplattform Boersenblatt.net ein Interview gegeben, in dem er zunächst das Urteil gutheißt und die Perspektiven von Googles Projekt einschätzt:

Google wird sich sicher die Frage stellen müssen, ob sich der Aufwand für die Massendigitalisierung noch lohnt, wenn das Verfahren auf „Opt-in“ umgestellt wird. (…) Die Autoren und Verleger können sich das Urteil in Gold einrahmen

Dann aber folgt Wunderliches – im Überschwange des “Sieges”?: Weiterlesen »

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BookMooch – Abwechslung für dein Bücherregal

Wer kennt das Problem nicht? bookmoochlogo1.jpgHier ein interessantes Sachbuch, da ein schöner Schmöker, dort noch ein netter Roman und nachdem man das entsprechende Buch gelesen hat, stellt man es zu den anderen ins Regal. So sammelt sich im Laufe der Zeit ein ganzer Haufen Bücher an, die man vermutlich nie wieder braucht und die eigentlich nur Platz wegnehmen. Was also tun? Die alten Bücher in einen Karton packen und im Keller verstauben lassen und sich neue kaufen? Wem diese Lösung nicht mehr reicht (oder auf Dauer zu teuer wird), für den gibt es bereits seit 2006 BookMooch – eine Tauschbörse für Bücher, ins Leben gerufen von John Buckmann. Gegenwärtig sind etwa 65.000 User registriert, wobei die Statistiken von BookMooch vermuten lassen, dass nur etwa ein Drittel von ihnen aktiv ist.

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