All posts under buch

Guilty Pleasure: Wirtschaftswandel-Bücher schmökern!

Ich gehöre zur Generation der Digital-Unternehmer, die um die Jahrtausendwende angefangen haben ihre Firmen zu starten. Mein guilty pleasure ist es von jeher, dass ich Artikel, Dokumentationen und Bücher verschlinge, die den großen Wandel der Arbeitswelt zum Thema haben. Vermutlich auch deshalb, weil ich ganz unbescheiden hoffe, dass wir als [...]
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Mit Tigerbooks anders lesen

Kelly Sikkema - stock adobe com
In vielen Bereichen bringt die Digitalisierung ständig neue Innovationen mit sich. Auch auf dem Buchmarkt hat sich einiges getan. Ebooks sind immer mehr im Kommen und etablieren sich zunehmend in unseren Lesealltag. Verschiedene Apps geben dem Leser die Möglichkeit ein Buch unterwegs zulesen, obwohl man es gar nicht bei sich [...]
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Die Netzpiloten sind Partner des Self-Publishing-Day 2017

Partnergrafik_Self-Publishing-Day
Der Self-Publishing-Day kommt nach Hamburg! Am 10. Juni treffen sich Vertreter aus dem Belletristik und Sachbuch-Genre im Novotel City Alster um die Tipps und Tricks von erfahrenen Indie-Autoren zu lernen. Viele Autoren, die ihre Werke erfolgreich im Selbstverlag herausgebracht haben, bekommen mittlerweile gute Angebote von klassischen Verlagen, was für den [...]
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Schöne neue Welt: Wir leben in einer Dystopie

Drogen (adapted) (Image by katicaj [CC0 Public Domain] via pixabay)
Die orwellianische Dystopie vom Doppelsprech ist, aufgrund von Bedenken wegen Trumps „alternativen Fakten“ gerade ziemlich in Mode. Alternative Fakten, die mehr auf die weichen Gehirnwäschetechniken von Aldous Huxleys Roman Schöne Neue Welt als auf die strengen stalinistischen Unterdrückungen und propagandistischen Tricksereien von 1984 zurückzuführen sind, stellen jedoch nur die Spitze [...]
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Neuer Leitfaden für Unternehmer – Fit for Growth

Image by PwCs Strategy& Wiley
Eine häufige Zwickmühle, in die Unternehmen geraten, ist die Tatsache, dass sie zwar die Kosten senken sollen, dabei aber gleichzeitig für Wachstum sorgen und Gewinne einfahren müssen. Auch 2017 stehen Führungskräfte wieder vor dieser Herausforderung. Da man bei der Lösung dieses Umstandes viel falsch machen kann, sollte man sich Hilfe [...]
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Digitalisierung im Buchhandel: Besuch bei John Cohen in der Schanze

Buch, Bücher, Bücherei, Buchladen, Buchhandlung, Bücherregal, Geschäft, Schrank
Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie in Kooperation mit Microsoft, die sich mit der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen auseinandersetzt: Ich bin auf dem Weg zu John Cohen, der zusammen mit seiner Ehefrau Daniela Dobernigg in Hamburg-Sternschanze eine Buchhandlung betreibt. Es ist Dezember und auch über den sonst eher [...]
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Wieso die Kultur untergeht, wenn Günther sein Käsebrot fotografiert

smartphone-image-by-monikap-cc0-public-domain-via-pixabay
Googlen macht blöd, Smartphones machen unsozial und überhaupt, das wird sich nicht durchsetzen, dieses Internet: Als Teil der sogenannten ‚Netzgeneration‘ musste sich unsereins, der immer öfter auch im Netz Arbeit findet, Freunde trifft oder wiederfindet und seinen Alltag organisiert, in den vergangenen 15 Jahren schon so einiges anhören. Mittlerweile ist [...]
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Richtige Leser lieben alle Bücher

Lecteur ebook + livres papier (adapted) (Image by ActuaLitté [CC BY-SA 2.0] via flickr)
Im digitalen Zeitalter lässt sich Literatur auf verschiedene Arten genießen. Sei es als eBook auf dem Reader, Smartphone oder Tablet, als Hörbuch auf CD, per App oder ganz klassisch in Form eines Buches auf bedrucktem Papier. Leider gibt es noch immer Menschen, die diese Vielfalt nicht als Fortschritt, sondern als [...]
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OpenBookCase: Ein Mann, ein Buch, ein Regal

Image 'Screenshot Open Bookcase' by Marinela Potor
Zum Buch-Tausch ins Netz: Mit einer einer Website, mit der Nutzer auf der ganzen Welt auf einer interaktiven Karte öffentliche Bücherregale finden können. Christian Nielebock hat mit OpenBookCase eine Webseite gegründet, mit der Nutzer auf der ganzen Welt auf einer interaktiven Karte öffentliche Bücherregale finden können. Das funktioniert im Prinzip [...]
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Von YouTube in die Buchhandlung: YouTuber werden Autoren

Sami Slimani mit seinem Buch, das Slimani Prinzip (Bild: Sami Slimani/Screenshot)
Viele YouTuber versuchen auch über Googles Plattform Video-Plattform YouTube hinaus tätig zu werden und sich kreativ auszutoben. So haben nicht wenige Videocreator eigene Bücher geschrieben. // von Lukas Menzel Von YouTube in die Buchhandlung. Von einem typischen Online- zu einem klassischen Offlinemedium. Vom Videomacher zum Buchautor. Diese Schritte haben bereits einige [...]
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Management by Comittee: „Art and the Internet“

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Das Buch „Art and the Internet“ bietet einen undurchdachten und unvollständigen Überblick über die Einflüsse des Internets auf die Kunst.  // von Dr. Tilman Baumgärtel Die Auseinandersetzung mit dem Einfluss des Internets auf die Kunst ist in den letzten Jahren nahezu zum Erliegen gekommen. Mit „Art and the Internet“ wird [...]
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Malte Spitz: „Big Data is watching you“

Malte Spitz auf der Buchmesse (Bild: Christina zur Nedden)
„Was macht ihr mit meinen Daten?“ – Malte Spitz fragt bei Mobilfunkanbietern, Fluggesellschaften und Ämtern nach und legt die Grundlagen eines (möglichen) Überwachungsstaats offen. // von Christina zur Nedden Spätestens seit Beginn des von Edward Snowden enthüllten Überwachungsskandals ist Datenschutz ein Thema. Doch die Diskussion bewegt sich meist auf theoretischer [...]
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Sobooks: Die Verschmelzung von Buch und Internet

Sascha Lobo im Interview auf der Frankfurter Buchmesse (Bild: Julian Heck)
Sascha Lobo und Christoph Kappes haben auf der Frankfurter Buchmesse ihre Bücher-Plattform „Sobooks“ gelauncht. Über die Hintergründe und ihre Ziele sprach Sascha Lobo mit uns im Interview. // von Julian Heck eBooks und Selfpublishing – das waren die Trendthemen der Frankfurter Buchmesse, die in den letzten Tagen in Frankfurt stattfand. [...]
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Crowdfunding für Bücher: Wenn der Leser zum Verleger wird

Die Self-Publishing- und Crowdfunding-Plattform Pentian bezahlt nicht nur Autoren, sondern belohnt Unterstützer erfolgreicher Buchprojekte mit einem Teil der Tantiemen. Dieses System soll das Verlagswesen revolutionieren. // von Christina zur Nedden Pentian kombiniert zwei große Trends: Self-Publishing und Crowdfunding. Autoren können ihre Bücher selbst veröffentlichen und in direkten Austausch mit ihren [...]
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Durchgedreht mit… Wladimir Kaminer

In der vierten Folge von „Durchgedreht mit…“ spricht die Netzpiloten-Autorin Gina Schad mit dem Schriftsteller Wladimir Kaminer über seine Erfahrungen mit sozialen Netzwerken, sein neues Buch über das Erwachsenwerden seiner Kinder und die Berichterstattung über Russland in deutschen Medien:

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Auf Startnext.de ist die Crowdfunding-Kampagne von „Durchgedreht mit…“ gestartet. Die nächsten 25 Tage kann unsere Autorin Gina Schad und damit Vielfalt im Journalismus unterstützt werden!

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Scott Berkun über seine Zeit bei Automattic

Im Jahr 2010 hatte Automattic, die Firma hinter WordPress.com, 50 Mitarbeiter, die fast ausschließlich online zusammenarbeiten, ein Büro nur zu Demonstrationszwecken bei Fototerminen und keine Hierarchien. Gründer Matt Mullenweg und der damalige CEO Toni Schneider stellten fest, dass das nicht mehr optimal war und entschieden sich, eine Hierarchieebene einzuführen.

Als Folge wurden des von Mullenweg und Schneider geplanten Umbaus, wurden Teams mit jeweils einem Teamleiter gebildet. Der Kopf von „Team Social“ war Scott Berkun, 58. Automattic-Angestellter und ehemaliger Microsoft-Mitarbeiter. Er ist kein Programmierer, sondern Autor zu Management-Themen und seine Aufgabe war herauszufinden, wie die Teams organisiert werden sollten: „Durch den Eintritt in das Unternehmen würde ich zu einem Instrument meiner eigenen Ratschläge werden. Wenn der Wechsel von der flachen Hierarchie hin zu Teams scheiterte, wäre ich in doppelter Hinsicht verantwortlich.“ Berkun schrieb darüber ein Buch. In „Mein Jahr ohne Hosen“ berichtet er fast tagebuchartig aus dem Arbeitsalltag seines Teams mit Mitarbeitern in den USA, Europa und Australien, das in in Berkuns Zeit bei Automattic unter anderem „Jetpack“, eines der erfolgreichsten WordPress-Plugins, entwickelte. Im Netzpiloten-Interview erzählt Scott Berkun von seiner Zeit bei Automattic und Möglichkeiten für andere Unternehmen.

Katharina Brunner: Als Sie bei Automattic angefangen haben, sagte ein Kollege zu ihnen: „Willkommen im Chaos“. Wie schafft es ein Unternehmen ohne festgelegte Management-Prozesse, minimaler Hierarchie und Mitarbeitern auf der ganzen Welt mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet zu werden?

Scott Berkun: Das ist eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Ich musste dort selbst arbeiten und ein ganzes Buch darüber schreiben, um es zu erklären.

In Ihrem Buch berufen Sie sich immer wieder auf die Kultur als das entscheidende Element für einen Arbeitsplatz. Was macht die Kultur bei Automattic so außergewöhnlich?

Anders als bei den meisten anderen Arbeitsplätzen herrscht großes Vertrauen zwischen den Mitarbeitern. Sie wurden angestellt, weil sie echtes Interesse am Publishing und eine positive Einstellung dazu haben, Menschen zu helfen. Es ist selten, dass ein Unternehmen erfolgreich eine solche Kultur schafft – obwohl es viele versuchen.

Matt Mullenweg hat Sie als Experten für Projektmanagement angeheuert. Wie hat sich die Organisation von Automattic durch Ihr Anraten verändert?

Ich habe gezeigt, dass es jedes Team in egal welcher Organisation bestimmte Dinge braucht, um gute Arbeit abzuliefern. Die meisten Firmen scheitern daran. Drei dieser Dinge sind: Vertrauen gewinnen, klare Ziele setzen und Risiken eingehen. Die Organisation an sich habe ich nicht verändert, das ist sehr schwierig für eine einzelne Person.

Sind Manager in Open-Source-Organisationen und Firmen wie Automattic nicht mehr notwendig?

Sie sind notwendig, aber aus anderen Gründen. Open-Source-Organisationen haben Freiwillige – Leute, die bereit sind, ihre eigene Zeit zu investieren. Wie viele Menschen würden ihre Jobs bei machen, wenn sie nicht bezahlt werden würden? Nicht viele. Das ist eine gewaltige Stärke, die das Führungspersonal und die Manager bewahren müssen. Anstatt Kommandos zu brüllen, müssen sie daran arbeiten, das Projekt und die tägliche Arbeit zu schützen, damit es den Freiwilligen weiterhin Spaß macht und es interessant genug bleibt, damit sich Leute daran beteiligen wollen.

Sie berufen sich oft auf Eric Raymonds Essay „Die Kathedrale und der Basar„, um die Unterschiede zwischen einer traditionellen, zentralen Firma und einer dezentralen Organisation wie WordPress zu veranschaulichen. Gibt es eine optimale Position zwischen diesen Extremen?

Jede Organisation ist anders, niemand ist nur das eine oder das andere. Die optimale Balance unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen. Aber ich vermute, wenn die Firmen ihre talentiertesten Angestellten fragen, dann würden die sagen: Am besten ist eine Verschiebung Richtung Dezentralisierung.

Was sind drei Schlüsselfaktoren, falls eine Firma darüber nachdenkt, komplett virtuell zu arbeiten?

  • Sie sind bereits eine virtuelle Firma: ein großer Teil der Arbeit läuft bereits über E-Mail, Webbrowser und mobile Geräte.

  • Wenn sie gute Leute einstellen, dann sollten sie die Tools, mit denen sie arbeiten, selbst wählen.

  • Beurteile Angestellte nach ihrer Leistung und ihren Resultaten und nicht nach oberflächlichen Bewertungen, etwa wie viele Stunden sie gearbeitet haben.

Sie haben erwähnt, dass die Usability von WordPress nicht so gut ist wie sie sein könnte. Gibt es in dem Punkt Verbesserungen, seitdem sie die Firma verlassen haben?

WordPress wird bereits besser. Sie arbeiten im Moment an Version 4.0 und es sieht so aus, als wäre das die bisher beste Version.

Letzte Frage: Haben sie wirklich ohne Hosen gearbeitet?

Haben Sie wirklich Hosen getragen, als Sie diese Interview-Fragen gestellt haben?

Vielen Dank.

Mein Jahr ohne Hosen“ erschien im August 2014 im Wiley-VCH Verlag.


 


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E-Books im Denknebel des Literaturbetriebs

Das E-Book wird bislang als schlechteres Buch angesehen – und trotzdem teurer verkauft. Und die neuen Schreibweisen der Netzzeit warten nicht auf den alten Literaturbetrieb. // von Gunnar Sohn. E-Books sind in Deutschland noch nicht der absolute Renner. Und wenn ich mir die Preispolitik für digitale Bücher hierzulande anschaue, wundert [...]
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Rezension: „Journalism and Technological Change“

Newsroom von RIA Novosti in Moskau 5 (adapted) (Image by Jürg Vollmer [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
In einem Sammelband versuchen Wissenschaftler das Verhältnis zwischen Journalismus und Technologie auszuloten. Der Scherz bekommt mittlerweile einen grauen Bart und trotzdem funktioniert er noch immer: Einfach Eilmeldung vor eine nur mäßig spannende Nachricht schreiben. Der Witz zeigt das Problem, das Journalisten mit der immer schneller werdenden Geschwindigkeit im Nachrichtengeschäft haben. [...]
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Schreiben & Lesen – früher & heute

Cloudcuckoohome – Geschichten aus der digitalen Wolke! Hier resümiert die Netzpiloten Kolumnistin Miriam Pielhau regelmäßig über ihr tagtägliches Leben in der digitalen Welt.

Es war ein Krickel und Krackel. Mit Eselsohren und eingerissenen Seiten. Und es hatte am Ende nicht viel Schönes. Ehrlich gesagt. Egal, wie man es drehte und wand: Als ich die ausgedruckte Buchfahne zu „Radiergummitage“ – also, mein, ähm, „Werk“ auf 351(!) DIN A4 Seiten – zum dritten Mal durchgearbeitet hatte, sah sie aus, wie eine lange, penibel korrigierte Deutsch-Leistungskurs-Klausurarbeit. Eine sehr, sehr, SEHR lange Klausurarbeit. Und SEHR akribisch korrigiert. Durchgestrichene Passagen mit Kuli. Angemarkerte Sätze, die nicht wegfallen durften. Ideen zur späteren Ausarbeitung mit Bleistift am Rand. Farblich gekennzeichnet waren überdies durch die Gegend geschobene Absätze. Und nicht zu vergessen die 1 Millionen Post-Its mit Anmerkungen.

Ich fragte mich schon bei Abgabe dieser Korrektur sorgenvoll, ob das ein Lektor jemals a) verstehen, b) meiner Idee folgend in eine ansprechende Form und c) überhaupt in den Druck bringen konnte. Um das Finale vorweg zu nehmen: es hat alles geklappt. Holldrijo. Nun, gut. Ich hätte auch eine andere Möglichkeit gehabt. Es gab eine Alternative zur Chaosvariante. Die Erstversion des Romans nach dem gründlichen Lektorat kam digital. Mit nachvollziehbaren Änderungen und Bemerkungen. Mit Randnotizen oder auf dem Bildschirm bunt gemachten Verbesserungsvorschlägen. Ich verstand alles. Nahm alles (was an Änderungen angemerkt war) an. Digital und im Herzen. Und kapitulierte… Jede weitere Arbeit an diesem Dokument, müsste von nun an händisch von statten gehen, stellte ich für mich fest. Dieses Rumfrickeln in diesem übergroßen Word-/Pages-Dokument an dem Computer-Monitor strapazierte meine Geduld und überforderte mich maßlos. Weil sich irgendetwas in mir immer noch gegen „book auf dem macbook“ sträubte. Ich meine, ich bin nicht umsonst bislang noch nicht zur vollends begeisterten eBook-Leserin geworden. (Kann ja noch werden. Ich versuche es immer wieder.) Aber noch liebe ich zu sehr mein Taschenbuch in der Hand. Die Knicke und Falten in den Seiten. Beziehungsweise vielmehr: das Gefühl, dass das Papier angefasst, geblättert und gelesen wurde. Und nicht nur im Regal stand. Ich finde es großartig, dieses haptische Erlebnis der Abendlektüre, das mit einem auf den Bauch gedrehten Buch auf dem Nachtisch endet. Und dieser geherzten Routine folgend, brauchte ich also den Ausdruck für den ultimativen Eindruck vor Andruck. Wie gesagt: es ist nichts schief gegangen. Aber: es hat mich zum Nachdenken gebracht. So romantisch die Vorstellung vom Schriftsteller an seiner Schreibmaschine mit Blick auf provençalische Landschaften sein mag – so wenig hat das mit uns zu tun. Mit der Lebenswirklichkeit der Generation „@“. Und das ist gut so. Ich bin dankbar, nicht jede Seite neu abtippen zu müssen, nur weil ich drei Tage nach ihrer Beschriftung feststelle, dass ich über die Hälfte anders schreiben will. Ich bin glücklich, dass ich keine mehreren tausend Seiten im Copyshop kopieren muss (wie haben die das früher gemacht?), um sie an diverse Verlage zu schicken, die alle Interesse an meinem Roman haben. Ich mache drei Kreuze, dass das Netz uns derlei heute wirklich erspart. Holl-dri-jo. Sagte ich das bereits? Dass das Web die Welt verändert (hat), ja, uns verändert (hat) ist nicht neu. Dass es Bedenkenträger gab und immer wieder gibt – mal zu Recht und mal zu Unrecht – auch nicht. Ich will mich auf das konzentrieren, was meine kleine Welt beschäftigt. Und das war im Schaffensprozess des Buches das eben geschilderte. Und noch etwas mehr. Als es um die Planung und Abwicklung der Lesereise ging, trudelte eine Anfrage ein, die mir kurz Stirnrunzeln machte. Alle Beteiligten, vor allem die Profis vom Verlag, sagten „Doch, doch, das ist seriös. Und auch cool. Mach das.“ Ich stutzte dennoch. Lesung. Für mich hieß das bislang: zu einer Buchhandlung oder in ein kleines Theater fahren – auf interessierte Buch-Afficionados treffen – Kapitel oder mannigfaltige Auszüge präsentieren – danach Fragen beantworten – Bücher signieren – Gespräche haben – nach Hause gehen. Oder eher: ins Hotel. Schlafen, am nächsten Morgen Heimfahren oder zum nächsten Leseort. So. Jetzt kullerte ein neues Wort aufs Spielfeld. Es hieß „Online-Lesung“. Ein zunächst irritierendes Schlagwort, das mich innehalten ließ. Ich sollte, so der Gedanke, eine Lesung abhalten bei meinem Verlag. Nur ohne Publikum. Dafür aber mit Kamera und Ton und Assistenten und Technik und pipapo. Aha. „Und das funktioniert?“ Meine Skepsis war nicht zu überspüren. „Ja. Die Leute lieben das. Hat was exklusives.“ Was Exklusives. Soso. Dabei ist es doch kosten- und aufwandlos. Für alle (die Internet haben). Mehr oder weniger leblos aus dem Netz. Zweidimensional. Und damit nur eine schale Kopie von „echt“. Oder? Hat das wirklich Wert? Das war meine Frage. Am Tag der Lesung herrschte emsiges Treiben. Der Raum und mein spezieller Performance-Ort mit Tisch und Stuhl und Deko wurden hübsch hergerichtet, als würden Staatsmänner empfangen. Das Catering entsprach dem auch. Fast. Noch 10 Minuten bis zum Lesungsbeginn. Als ich den mir zugedachten Platz einnahm, mich allein wähnte mit dem Zimmer, der Wortlosigkeit und den zauberhaften, aber eher stillen Organisatoren dieser Lesung, zögerte ich innerlich. Ich begann ein Paar Absätze aus meinem Buch laut vorzutragen. Die Worte standen regungslos im Raum. Niemand, der sie in sich aufnahm oder reagierte. Konnte ich das so? Wollte ich das so? Noch 5 Minuten. Ich fand erstaunlich schnell eine Antwort. Und die lautete eindeutig: nein. Also stand ich auf und suchte meine Verbündeten. Die Verlagschefin, die Leiterin der Lesungen, die Chef-Assistentin, mein Lektor und so weiter und so fort. Kurzum: alle, die noch zu dieser unbürokratischen Stunde im Büro waren. Noch 1 Minute. Dann legte und las ich los. Zartes Hüsteln und Kichern an der ersten Stelle, an der geschmunzelt werden durfte. Ich fühlte mich ermutigt und erzählte meine Geschichte noch theatralischer weiter. Lautes Giggeln. Plötzlich einige große Lacher. Ich musste auch lächeln, blickte auf in die Kamera, die mich die ganze Zeit bei meiner Vorleserei beobachtete und stellte mir vor, wie die, die uns von Zuhause aus folgten, jetzt auch vor sich hin grinsten. Das fühlte sich gut an. Von diesem Augenblick an. Bis zum Schluss. Als ich am Ende des Vortrags zu Fragen aufrief, ließ sich die Netzgemeinde nicht lange bitten. Im Gegenteil. Schon während der Lesung waren bei Facebook und Twitter jede Menge Interessenten aktiv gewesen und hatten das gepostet, was sie wissen wollten. Also, diametral anders als beim analogen Event. Wo man nicht selten das Publikum gerade am Anfang mit einigen liebevollen Schubsern ermuntern muss, sich einzubringen. Nein. Hier sprudelten die Fragen und ich war dankbar, so viele unterschiedliche Dinge beantworten zu dürfen. Nach über einer Stunde wurde die Sitzung beendet. Meine Wangen glühten. Und die Stimme krächzte ein wenig. Hatte sie doch auch 70 Minuten lang mehr oder weniger ohne Punkt und Komma, in jedem Fall aber ohne Pause erklingen müssen. Dann lehnte ich mich zurück. „Zufrieden, Jungens?“ fragte ich in die Richtung der Organisatoren, die keck hinter ihren Monitoren hervor lugten. „Jawohl. Da war ja einiges los. Schön.“ „Da war einiges los. Stimmt…“ Das Signieren fehlte mir ein wenig. Und das ins-Gespräch-kommen mit Leuten, die das Werk, in dem 3 Jahre Arbeit, viel Liebe und Herzblut drinstecken, bereits konsumiert haben. Dafür, so dachte ich mir, haben das heute vielleicht Leute gesehen, die sonst gar nicht zu einer Lesung gekommen wären. Oder es rein körperlich vielleicht nicht hinbekommen hätten. Es konnte jeder, der wollte. Das kleine kulturelle Event – nur einen Klick entfernt. Für die nächste Online-Lesung beim nächsten, ähm, Bestseller, wünsche ich mir übrigens einen Ohrensessel in einem kleinen Landhaus. Vorzugsweise mit einer dekorativen Schreibmaschine neben mir. Und dem Blick frei auf eine schöne Landschaft. Die Provençe zum Beispiel.

 

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Crowdfunding-Projekt: „Die Bildung und das Netz“

Im Interview mit Netzpiloten.de spricht Martin Lindner über sein Crowdfunding-Projekt „Die Bildung und das Netz. Wie leben und lernen wir im digitalen Klimawandel?“ // von Kristin Narr Bildung und Lernen verändern sich gerade tiefgreifend, aber wie genau? Wir wissen es noch nicht recht, aber Martin Lindner möchte mit dem Crowdfunding-Projekt [...]
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Digitale Aufklärung: 5 Fragen an Tim Cole

Tim Cole (Bild: Microsoft Berlin)
Gestern Abend las Tim Cole in den Räumen von Microsoft Berlin aus dem zusammen mit Ossi Urchs geschriebenen Buch „Digitale Aufklärung“ vor. // von Tobias Schwarz Ende November hat Julia Solinksi das von Ossi Urchs und Tim Cole geschriebene Buch „Digitale Aufklärung“ auf Netzpiloten.de rezensiert. Die beiden von ihrem Verlag [...]
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„4 in 1“ – Miriam Pielhaus neuste Kolumne

Digital DNA, City of Palo Alto, Art in Public Places, 9.01.05, California, USA (adapted) (Image by Wonderlane [CC BY 2.0], via flickr)
„Cloudcuckoohome – Geschichten aus der digitalen Wolke!“ Hier resümiert die Netzpiloten Kolumnistin Miriam Pielhau regelmäßig über ihr tagtägliches Leben in der digitalen Welt. Miriam Pielhau. Die Schauspielerin, Moderatorin und Autorin resümiert einmal im Monat mit einer eigenen Kolumne auf Netzpiloten.de über ihren digitalisierten Alltag. Unter „Cloudcuckoohome“ berichtet sie heute von [...]
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Rezension: „Eine neue Version ist verfügbar“

Ein Buch über die Veränderung der Kultur durch die Digitalisierung ist interessant. Dass der Autor seinen Ansatz praktisch umsetzt, ist interessanter. Über von Gehlens neue verfügbare Version. // von Julian Heck

Eine neue Version

Es ist kein Buch wie jedes andere. Physisch reiht es sich zwar ein in die bisher veröffentlichten Sachbücher zahlloser Autoren. Das Konzept aber ist ein anderes, welches hinter „Eine neue Version ist verfügbar“ des Journalisten Dirk von Gehlen steckt. Finanziert hat das Buch mit der These, Kultur werde zur Software, nämlich die Crowd – 350 Unterstützer – und geschrieben hat er es gemeinsam mit ihr. Denn: „In einer kulturellen Welt, in der die Ergebnisse kopierbar sind, könnte der Blick auf das Erlebnis neue Perspektiven eröffnen„. Das Erlebnis bei Büchern: Denken und Schreiben.

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Big Data – Das neue Versprechen der Allwissenheit

Der Begriff „Big Data“ hat spätestens in diesem Jahr der Überwachung den Durchbruch geschafft – mit dem Sammelband des Suhrkamp Verlags bekommt nun jedermann den Data-Durchblick // von Julian Heck Groß ist nicht nur die Datenmenge, die heute gesammelt und ausgewertet werden, sondern auch das Themengebiet „Big Data“ per se. [...]
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Rezension: „Digitale Aufklärung“ nur bunter Optimismus

Die beiden Autoren Ossi Urchs und Tim Cole schreiben in ihrem Buch „Digitale Aufklärung“ über die grenzenlosen Möglichkeiten des Internets für die Gesellschaft // von Julia Solinski

Digitale-Aufklärung-Cover

Die Autoren Ossi Urchs und Tim Cole, laut Informationen des Verlags ihres Zeichens „Internet-Guru“ und „Internet-Experte“, haben sich zusammengetan, um die Fraktion der Optimisten zu unterstützen. Ihr Buch berührt die wichtigsten Brennpunkte in den aktuellen Netzdebatten: Was wird aus dem Urheberrecht und der Privatsphäre? Wie verändert die ständige Erreichbarkeit unsere Arbeitswelt? Welche Bedeutung haben Datenschutz und Anonymität noch? Oder: Führt die ständige Verfügbarkeit von Informationen zu Verdummung und Kulturverfall? Lässt die Echtzeit-Kommunikation unsere Bereitschaft für langwierige politische Aushandlungsprozesse sinken? Hat der Journalismus angesichts des Ozeans freier Informationen überhaupt noch eine Zukunft?

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„Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation“

Abseits von Kultur- und Technikpessimismus blickt Michel Serres geradezu neidisch auf die vernetze Generation und fordert sie dazu auf, sich und die Welt neu zu erfinden. Ein optimistisches Essay.

Der neue Schüler und die junge Studentin haben im Leben keine Kuh gesehen, kein Kalb, kein Schwein, kein Vogelnest„, schreibt der 1930 geborene Autor in seinem Buch „Erfindet euch neu – eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation„. Die Welt habe sich gewandelt. Nichts sei mehr, wie es früher war. Der Franzose aber sieht darin eine große Chance für die Kleinen Däumlinge – so nennt er die Generation Smartphone -, die moderne Gesellschaft zu gestalten. Kommunikation, Arbeit, Bildung – das und mehr könne man nicht mit der Generation des Universitätsprofessors Michel Serres vergleichen. Die Digitalisierung mache diese Generation zu völlig anderen Menschen. „Sie haben nicht mehr den gleichen Kopf. […] Sie wohnen nicht mehr im selben Raum. […] Sie sprechen nicht mehr dieselbe Sprache. […] Die Kleinen Däumlinge plagen sich nicht mehr mit den gleichen Arbeiten.“ Serres sieht diesen Wandel keineswegs kritisch, sondern geradezu blauäugig optimistisch. „Angesichts dieser Umbrüche gilt es zweifellos, auf Neuerungen zu sinnen (…)„, schreibt er im Abschnitt mit dem Titel „Zuneigung“. In diesen Zeiten des Umbruchs bestehe Handlungsbedarf, um den Herausforderungen gerecht zu werden. Er schwärmt von der gegenwärtigen Situation und würde gerne selbst anpacken: „Ich wäre gern achtzehn, so alt wie die Kleinen Däumlinge, jetzt, da alles zu erneuern, ja erst noch zu erfinden ist„. Das Bildungswesen scheint für ihn besonders von der digitalen Gesellschaft betroffen zu sein. Lehrer müssten nicht mehr vorne stehen und den Kleinen Däumlingen Wissen einmassieren. Das Wissen sei schließlich überall verfügbar. „Ende des Zeitalter des Wissens„, resümiert Serres und fügt an: „Ende des Expertenzeitalters?“ Serres spricht von der „Kompetenzvermutung„. Fraglich ist, ob die Informationen, die überall und jederzeit im Internet auffindbar sind, mit Wissen, wovon Serres spricht, wirklich gleichzusetzen ist. Ist der Autor auch hier wieder blauäugig und zieht voreilige Schlüsse? Michel Serres ist sich der Situation, in der wir leben, durchaus bewusst. Er analysiert auf den rund 70 Seiten seines Werkes in teilweise erzählerischer Form, was die Digitalisierung bewirkt, womit seine Generation zu kämpfen hat und welche Herausforderungen angenommen werden müssen („Die neuen Technologien zwingen uns dazu, das vom Buch und der Seite implizierte Raumformat zu verlassen„). Er erkennt den Wandel im Bildungs- und Arbeitsleben, sieht in Daten und Codes großes Potential, blendet aber gleichzeitig Risiken aus. Leser seines Essays dürfen keine kritische Auseinandersetzung mit dem digitalen Wandel erwarten. Serres scheint blind vor Liebe zu sein. Das darf er bei seiner Liebeserklärung aber auch. Michel Serres (2013): Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation. Berlin: Suhrkamp Verlag. [8,00 Euro] – auch als E-Book erhältlich.

 


 

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Vom Buch zum Byte – die Geschichte der E-Books

Es war ein weiter Weg vom Buch zum Byte, doch die heutigen E-Books sind noch nicht das Ende. Die dritte Phase der E-Book-Evolution beginnt bereits. // von Ansgar Warner Am heutigen Mittwoch lädt das Internet & Gesellschaft Co:llaboratory und die Staatsbibliothek zu Berlin zu einem Autorengespräch mit Ansgar Warner über [...]
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Unternehmenskommunikation: Laberrhabarber und Buchstabensuppe

Je komplizierter, desto besser – das scheint das Motto vieler Unternehmen zu sein, wenn diese mit ihren Kunden kommunizieren. Ansätze, wie man es besser machen könnte, bietet das neue Buch von Mercedes Bunz.

In der guten alten Zeit vor dem Internet glichen Unternehmen und Medienhäuser den mittelalterlichen Trutzburgen: Wann die Zugbrücke heruntergelassen und welche Informationen über den Wassergraben ins Land hinaus durften, entschieden wenige Meinungsführer. Von Zeit zu Zeit zeigte sich der Vorstandsvorsitzende am Burgfenster und die Medienöffentlichkeit sah ihm aus der Ferne zu, wie er – meist während der Bilanzpressekonferenz – vorgefertigte Worthülsen vortrug. Weiterlesen »

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Ist BitTorrent die Zukunft des Buchdrucks?

Self-Publishing ist das große Zauberwort in der Buchbranche. Der umstrittene Buchautor Timothy Ferriss, zeigt wie es geht. Mit BitTorrent.

Ist BitTorrent die Zukunft des Buchdrucks?

Auf readwrite.com ist ein interessanter Artikel von Johannes Paul Titlow über die Zukunft des Buchdrucks erschienen. Titlow, dessen Schwerpunkt in der Berichterstattung die Musik- und Unterhaltungsbranche ist, geht am Beispiel des US-Autor Timothy Ferriss der Frage nach, ob nicht BitTorrent die Zukunft des Buchdrucks ist. Ferriss beiden Bücher ?Die 4-Stunden-Woche? und ?Der 4-Stunden-Körper? schafften es in die New-York-Times-Bestsellerliste, letzteres ohne ein großes Verlagshaus.

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Tipp: Schön-schlaue Zeit- und Info(grafik)reisen!

Ausnahmsweise kommt hier mal ein dicker Geschenktipp für Weihnachten von uns. Und es ist nicht einmal ein E-Book sondern exklusiv ein good old P(aper)–Book. Aber was für eines!

Tipp: Schön-schlaue Zeit- und Info(grafik)reisen! - deutschland verstehen

Deutschland verstehen: Ein Lese-, Lern- und Anschaubuch (Gestalten Verlag, Euro 29,90) ist verführerisch schön wie ein Coffeetable Book und so beeindruckend schlau mit Schaubildern, Charts und Infografiken gefüllt, dass es eine Freude ist, sich darin zu verlieren. Zu den Highlights gehören Rundgänge durch den Reichstag, das Kanzleramt, die deutsche Geschichte aber auch die Disco Jahres-Charts seit 1950. Weiterlesen »

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Verlierer und Gewinner der Digitalisierung – Besser schlägt gut

Wer nicht auf Kundenwünsche hört, verschwindet vom Markt. Grund dafür ist die Digitalisierung – denn nur was praktisch ist, setzt sich auch durch.

Das Netz verändert die Welt. Das dürften weder Gegner noch Befürworter des digitalen Wandels bestreiten. Doch viel weiter reichen die Gemeinsamkeiten nicht. Ob sich das Ganze zum Guten oder zum Schlechten fügt, ist nach Ansicht von Sascha Lobo und Kathrin Passig nicht so eindeutig zu beantworten, wie die Verfechter beider Ansichten es gern hätten. Weiterlesen »

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Die Lautsprecher der Gestern-Branchen

Im Streit um geistiges Eigentum geht es auch um den Erhalt von alten Verwertungsketten. Das Urheberrecht ist jedoch auch Profitbremse – wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

In Anlehnung an Hagen Rether wird jetzt gesungen: „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“ „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“ „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“ Oder vielleicht doch? Was passiert, wenn Urheber von Büchern, Musik, Kunst, Design, Software oder Produkten das Geschäft nicht mehr mit Maklern, Beratern, Agenten, Vertriebsorganisationen, Gebühreneintreibern oder Zwischenhändlern machen? Die Urheber werden nicht mehr mit mickrigen Tantiemen oder irgendwelchen Brosamen der Verwerter abgespeist, sondern können direkt am Verkauf ihrer Werke partizipieren – mit geringeren Overhead-Kosten und viel höherer Rendite. Das schmeckt natürlich den Machtmonopolisten in den alten Industrien überhaupt nicht. Nehmen wir die E-Books von Amazon, die mit einem Kampfpreis von 9,99 Dollar verkauft werden. Nach der Kostenlogik der Verlagskonzerne ist das Preisdumping. In Wahrheit spart man sich die Produktion von teuren Hardcover-Ausgaben und die Autoren werden sogar mit viel höheren Honoraren entlohnt und müssen sich nicht mehr mit den Knebelverträgen der Verleger herumschlagen. Die Verwertungskette ist eben sehr viel kürzer und die Zwischenverdiener machen keinen Reibach mehr – aber: „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“

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TEDx: 500 Milliarden Wörter

Was ist eigentlich aus dem großen Projekt geworden, dass Google alle Bücher großer Büchereien scannt? Nun, ein Kind des Projekts heißt Google Labs NGram Viewer. Damit kann man in rund 5 Millionen Büchern nach Begriffen suchen, die in den letzten Hunderten Jahren in der Literatur benutzt wurden – und zwar als graphische Darstellung über die zeitliche Entwicklung der Nutzung der Begriffe. Datenvisualisierung für Leseratten und Historiker namens Culturomics! Wer die Idee hinter dem Begriff Meme verstanden hat, wird überrascht sein. Hier ist ein TEDx-Vortrag zum Thema:

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Faires Handeln mit Büchern

Faires Handeln mit Büchern

Support your Publisher
Amazon und Facebook, ein Paar zum Liebhaben? Vor drei Monaten verbreitete das Vorhaben der beiden Online-Giganten einen Schrecken. Facebook stellte seine User-Daten Amazon zur Verfügung. Zuerst noch gilt das nur für die USA. Aber schon das allarmierte hier in Deutschland die Datenschutz-Wächter. Die Nachteile aus Sicht des Datenschutzes liegen klar auf der Hand, doch welche Vorteile birgt die Affäre zwischen Deutschlands stärkster Marke und dem größten sozialen Netzwerk? Weiterlesen »

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Wikileaks ist doch keine „extremistische Website“!

Im internationalen Code für Bücher, den die Nationalbibliotheken der Länder nutzen – der Cataloging-in-Publication (CIP) – hatte die Library of Congress und die National Library Australias, Wikileaks, aufgrund der Kategorisierung einiger Bücher über die Whistleblower-Website, als „extremistische Website“ eingestuft. Die Library of Congress, mittlerweile aufgrund ihrer Bücher- und Medienbestände die bedeutendste Bibliothek der Welt, wurde – ebenso wie die Australier auf die seltsame Kategorisierung durch Hinweise einiger Twitter-User aufmerksam gemacht und beide machten diese Bezeichnung wieder rückgängig. Weiterlesen »

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Frei zugängliche Inhalte will kein Mensch

Was ist vor ein paar Tagen passiert? Die Meldung des Tages aus Sicht der Buchverlage kam aus New York: Das dortige Bezirksgericht lehnte das Google Book Settlement ab, womit der Konzern künftig für die Digitalisierung von Literatur in jedem Fall die Zustimmung der Rechteinhaber braucht.

Siehe da: das Internet ist kein rechtsfreier Raum … Ich finde das Urteil gut, weil bestehendes Recht eingehalten werden muss. Es sollte sich niemand darüber hinweg setzen dürfen, wie wir das ja bspw. in der Weltpolitik leider täglich anders erleben. Wenn der Rechtsrahmen nicht mehr passt, weil bspw. neue Technologien Märkte umkrempeln, dann muss in jedem Falle erst das Recht angepasst werden, ehe man anders agieren kann. Sonst endet man in der Willkür.

So weit, so selbstverständlich. Interessant ist es nun, sich die Reaktionen auf dieses Urteil anzusehen. So hat der Justiziar des Buchbranchen-Verbandes Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Dr. Christian Sprang, neulich der Buchbranchen-Verbandsplattform Boersenblatt.net ein Interview gegeben, in dem er zunächst das Urteil gutheißt und die Perspektiven von Googles Projekt einschätzt:

Google wird sich sicher die Frage stellen müssen, ob sich der Aufwand für die Massendigitalisierung noch lohnt, wenn das Verfahren auf „Opt-in“ umgestellt wird. (…) Die Autoren und Verleger können sich das Urteil in Gold einrahmen

Dann aber folgt Wunderliches – im Überschwange des “Sieges”?: Weiterlesen »

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Ein Versuch, “das Prinzip Buch” zu verstehen

Vor ein paar Tagen habe ich in meinem Blog kurz auf das neue Logo des Buchbranchen-Verbands Börsenverein des Deutschen Buchhandels hingewiesen. Dieses ist Teil eines neuen und durchaus ansprechenden Corporate Designs des Verbandes. Gleich nach Erscheinen des Beitrags bekam ich entsprechendes Informationsmaterial zugeschickt, was ich prima finde.

Beim Börsenverein steht zu lesen: Ein Gedanke, eine Zukunft, ein Logo: Die Börsenvereinsgruppe wächst zusammen. Sichtbar wird diese Entwicklung in der neuen gemeinsamen Bildmarke. Aus der klassischen Buchform wird ein Symbol für das Prinzip Buch. Es abstrahiert und visualisiert, dass Inhalte in vielen Erscheinungsformen angeboten werden – als Print-Bücher, E-Books, Hörbücher oder für mobile Endgeräte. Das neue Corporate Design bildet damit ein Dach – für die Börsenvereinsgruppe und die moderne Buchbranche.

Es soll sich also um ein “Symbol für das Prinzip Buch” handeln, das ausdrücklich Hörbücher mit umfassen soll. Was aber ist “das Prinzip Buch”? Gehört davon habe ich zum ersten Mal irgendwann 2010. Jetzt aber scheint der Begriff die offizielle Sprachregelung zu sein. Zumindest findet er sich allerorten und selbst der Börsenvereins-Vorsteher Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, der mir bisher nicht als Verfechter des Digitalen aufgefallen ist, sondern auch auf der Eröffnung der Leipziger Buchmesse 2011 eher wieder als Vorkämpfer der Anpassung des Internets an die Wünsche der Buchbranche, sprach in seinem Vortrag vom “Prinzip Buch”, obwohl das eine Entfernung vom gedruckten Buch bedeutet…

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Buchrezension: Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Web 2.0

Satte 418 Seiten habe ich durchgearbeitet und einiges an neuen Erkenntnissen zum Umgang mit den neuen Medien und zur Pressearbeit mitgenommen. Bei dem Buch Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Web 2.0 von David Meerman Scott handelt es sich um die zweite Auflage mit den neuen Regeln aus der social media Welt.

Anfänger müssen sich erst einmal zurechtfinden in dem Dschungel der Medienvielfalt. Aber es ist absolut lohnenswert. Auch für Fortgeschrittene halte ich das Buch für einen wichtigen Impulsgeber. Man kann es gut querlesen und ausgesuchte Kapitel genauer studieren.

Das Web 2.0 bietet zwischenzeitlich einen ganzen Katalog an Möglichkeiten, wie wir uns beim Kunden, bei Interessenten und in der Öffentlichkeit präsentieren können. David Meerman Scott stellt sie alle vor: Foren, Wikis, Blogs, Netzwerke, Website, Online-Presse, Audio und Video. Er weist immer wieder darauf hin, dass diese nicht nur ein neues Denken bei den Business Ownern und Marketing Verantwortlichen erfordern, sondern auch eine Ressourcen-Umstellung. Mitarbeiter brauchen andere Qualifikationen und der Informationsgehalt muss sich verändern. Ich denke, alten Marketinghasen fällt das Umdenken nicht grad leicht. Sie sind ja nicht durchweg mit Twitter, YouTube, Facebook & Co. im Einklang und können oder wollen meist auch nicht damit umgehen.

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Grenzüberschreitende Buchmesse

Das Motto der diesjährigen Frankfurter Buchmesse vom 6. bis zum 10. Oktober 2010 hieß für mich Grenzüberschreitung. Wir wissen ja seit langem, dass die Grenzen zwischen den verschiedenen Medienteilmärkten in dem Maße fließender werden müssen, in dem die technisch bedingte Abgrenzung bspw. zwischen Büchern und Datenträgern für Musik, Filme und Software schwächer wird.

Die Abgrenzung wird tatsächlich auch immer schwieriger. Denn was ist auf dem iPad noch ein Buch? Ist ein auf das iPad transportierter Bildband noch ein Buch oder nicht einfach eine Website oder Applikation mit Bildern?

Dass diese Fragen auch in der Buchbranche immer stärker diskutiert werden und zunehmend auch zu praktischen Konsequenzen führen, zeigte schon die zentrale Neuerung der Buchmesse: das StoryDrive-Konzept, bei dem – losgelöst vom Buch – die richtigen Fragen gestellt werden: „Sind auch Sie davon überzeugt, dass Inhalt keine Grenzen kennt? Stehen für Sie Geschichten im Mittelpunkt, unabhängig von ihrer Erzählform? Schaffen Sie mit Geschichten Welten?“

Dementsprechend sollte StoryDrive ein Treffpunkt für die internationale Medien- und Entertainmentwelt sein: „Gemeinsam mit Vertretern der Verlags- und Filmbranche, Experten aus Musik- und Gamesindustrie, aus Technologie und Social Media, mit Cybercitizens, Urhebern und Mediennutzern begegnet sich hier die Zukunft der Medien- und Entertainmentbranchen. StoryDrive richtet sich an alle, deren Welt sich um gute Geschichten dreht – und die mit Geschichten Welten schaffen.“ Mehr nach dem Klick…

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Blog goes Book: Wird offline das neue online?

Blogs zum Anfassen scheinen ein neuer Trend zu sein. Immer mehr Blogger machen den Sprung vom Bildschirm auf den Couchtisch und erscheinen im Druckformat. Die Streetstyle Blogs von Stil in Berlin (www.stilinberlin.com) und I like my Style (www.ilikemystyle.net) kommen plötzlich als Magazinformat daher. Scott Schumann von The Satorialist (www.satorialist.com) zeigt seine Streetstyle Aufnahmen bereits seit letztem Jahr als Bildband. Ebenso Ivan Rodic von The Facehunter (www.facehunter.net), der seine bunten Bilder von der Strasse als Catwalk gebunden ins Bücherregal gebracht hat. Während mich die Idee vom Modeblog als Druck noch nicht richtig überzeugt hat, bin ich vom Neuzugang The Selby is in your Place (www.theselby.com) ziemlich angetan…

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Rezension: Social Media Relations

Der Autor Bernhard Jodeleit fehlt auf keinem social media event mit PR-Bezug. Er ist aber auch im Netz unterwegs, wenn es um relevante Diskussionen zum Thema PR und Social Media geht. Zum Vorteil gereicht ihm dabei die Tatsache, dass er sich zwar fast immer beteiligt, aber nie in den Vordergrund spielt. Genau so funktioniert auch sein Buch zum Thema: Social Media Relations, erschienen im dpunkt Verlag. In bester Beratermanier umkreist er zunächst die Ausgangslage, um möglichst viele Leser abzuholen, die mit einer gewissen Skepsis dem Thema gegenüber stehen. Mit einem distanzierten Ansatz führt er in Chancen, Herausforderungen und kritische Pfade ein, die in diesem Themenfeld lauern.

Methode

Dankenswerterweise ist es ihm gelungen an den wichtigen Stellen einige Checklisten für Praktiker zu platzieren, die den Gesamteindruck des Buches nicht zu einem Kochbuch für Social Media degradieren, wie es sie schon allerorten auf dem Grabbeltisch gibt. Allerdings gelingt der Spagat zwischen praktischem Nutzen und theoretischem Rüstzeug nicht immer. Denn der mahnende Hinweis, dass ein frischer Aktionismus ohne strategische Basis wenig hilft, wird nur mit wenig Substanz wirklich unterfüttert. Das mag aber auch an der jahrelangen Praxis liegen die Jodeleit im Agenturumfeld gesammelt hat. Denn viele Kunden können mit langfristigen Strategien wenig anfangen und kommen oft mit extrem trivialen Vorgaben wie Umsatzsteigerung oder besserem ROI ins Haus und winken mit Jahresverträgen.

Insofern fehlt leider dem noch immer virulenten Hinweis auf eine nachhaltige Ausrichtung von Kommunikation eine gute und nachvollziehbare theoretische Begründung – im Zeitalter von Social Media ist dieses Thema aber eher noch essenzieller als es das früher war und unter dem Stichwort integrierte Kommunikation in die Fachdiskussionen Eingang hielt…

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Rezension: Facebook – Marketing unter Freunden II

Nach der ersten Rezension des Buches aus PR-Sicht, folgt nun eine Rezension unserer Leserin Beatrice Brenner aus Sicht des Marketing:

Das Buch hat mir anhand von Zahlen, Fakten und Erfolgsstories erst klargemacht, welchen Stellenwert mittlerweile das Social Web und speziell Facebook haben.

Die rund 250 Seiten lesen sich leicht, flüssig und unterhaltsam. Wer sich wie ich, ständig verleiten lässt, auf der Facebook-Seite rumzuklicken, um das gerade Erfahrene auszuprobieren, schaut sich besser vor Lesebeginn das Inhaltsverzeichnis genau an. Die „Geheimnisse“, hinter die man selbst nicht kommt, werden in späteren Kapiteln nämlich meist aufgeklärt.

Die Lektüre ist ein idealer Leitfaden für Einsteiger, Unternehmen und Marketingverantwortliche, die Facebook strategisch einsetzen wollen (siehe Seite 15). Die Autoren erklären zunächst das Prinzip des Social Web, bevor sie den Leser langsam darauf vorbereiten, selbst aktiv zu werden…
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Buchtipp: Twitter – Mit 140 Zeichen zum Web 2.0

mit140zeichen.deNiemand ist bekannter in der deutschen Twitter-Welt als Nicole Simon, sie ist Deutschlands führende Expertin in Sachen Web 2.0. Und was sie über Twitter weiß, das hat sie gerade aufgeschrieben in ihrem Buch „Twitter – Mit 140 Zeichen zum Web 2.0„.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Microblogging im Unternehmensbereich. Im Buch gibt Nicole einen Überblick und jede Menge Beispiele: Was ist Twitter, wie funktioniert der Dienst, wo und wie finde ich, was ich suche? Wer treibt sich so alles rum in Twitterland? Wie kann Twitter auch für den Unternehmenseinsatz optisch angepasst werden und wie verwalte ich mehrere Twitter-Accounts? Was sind Twitter-Badges und wie bekomme ich den größten Nutzen aus den Twitter-Feeds?

Schritt für Schritt und Button für Button werden alle Aspekte beleuchtet. Das Timing für das Erscheinen von Mit140Zeichen hätte besser kaum sein können: Microblogging im Allgemeinen und Twitter im Besonderen sind in Deutschland so bekannt wie nie, das Interesse gerade im Unternehmensbereich wächst und wächst. Mit diesem Buch hat Nicole Simon ein klasse Buch für Neulinge geliefert, bei dem aber auch fortgeschrittene Nutzer durchaus noch das ein oder andere lernen können. Dickes Lob!

Wer das Buch gleich kaufen möchte, kann direkt bei Amazon.de bestellen:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von rcm-de.amazon.de zu laden.

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Übrigens: Natürlich kann man nicht nur Nicole Simon auf Twitter folgen, sondern auch dem Buch selbst: @m140z.

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Book-Review: „Generation Internet“

generationinternet_hanserverlag.png„Generation Internet. Die Digital Natives: Wie sie leben – Was sie denken – Wie sie arbeiten“

Digital Natives – das sind die jungen Menschen, die mit Internet und digitalen Medien aufgewachsen sind. Doch wie unterscheidet sich diese Generation tatsächlich von denjenigen, die den Umgang mit Google, Blogs und Co. erst später im Leben gelernt haben, den so genannten Digital Immigrants? Welche Herausforderung stellen die Digital Natives an Eltern, Lehrer, Arbeitgeber und Websitebetreiber? Diesen Fragen wollen Urs Gasser und John Palfrey mit ihrem Buch „Generation Internet. Die Digital Natives: Wie sie leben – Was sie denken – Wie sie arbeiten“ nachgehen. Weiterlesen »

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