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RimWorld im Test – Schiffbruch am Rand der Galaxie

Kaleun, Freckles und Lubov waren unter lauten Sirenen und dem Geräusch berstenden Metalls aus ihrem Kryoschlaf erwacht. So gerade schafften sie es in ihre Rettungskapseln, als das Raumschiff auch schon auseinanderbricht. Sie landen auf einer Ihnen unbekannten Welt am Rande der Galaxie. Die Umgebung scheint reich an Flora und Fauna. Weitab der Heimat und unwissend, wie gefährlich der Planet ist, müssen die drei Schiffbrüchigen sich einen sicheren Ort erbauen. Das ist der Plot des Indie-Spiels RimWorld. Unsere Eindrücke im Test.

Ein zusammengewürfelter Haufen

Bereits zu Beginn des Spiels legen wir ein Szenario fest. Das Standardszenario sind die besagten drei unglücklichen Seelen, die sich mittels einer Rettungskapsel gerade noch auf den Planeten retten können. Ebenso kann man aber auch als Stamm starten, der anfangs nur mit primitiven Mitteln überleben muss. Auch ein reicher Abenteurer ist möglich, der zwar alleine, dafür technisch deutlich besser ausgestattet ist. Sagen einem die angebotenen Szenarien nicht zu, kann man aber auch selbst die Rahmenbedingungen festlegen, unter denen man ums Überleben kämpfen darf.

Unsere Kolonisten oder Stammesmitglieder werden vom Spiel dann zufällig generiert. Jeder Kolonist hat Werte auf verschiedene Fähigkeiten. Diese werden beeinflusst durch eine Vielzahl an Eigenschaften und Lebensgeschichten.

Für den ersten Kolonisten achte ich auf überwiegend positive Eigenschaften. Lubov ist zum Beispiel eine Kurzschläferin und regeneriert damit schneller ihre Energie. Außerdem ist sie ein Vielfraß. Sie wird zwar mehr essen als andere, ist dafür aber auch eine umso bessere Köchin. Ihre stark neurotische Art könnte später aber einigen Ärger verursachen.

Eine KI, die uns ärgert

Die drei Kolonisten bauen sich also eine neue Existenz auf. Während Freckles erst einmal etwas Holz hackt, kümmert sich Lobov darum, erste Kartoffeln anzupflanzen. Der gemeinsame Schlafsaal wird bald von den ersten eigenen Zimmern mit richtigen Betten ersetzt. Während ein Lager für Nahrung und eine Küche geplant wird, baut Kaleun schon erste Verteidigungsanlagen aus Holzwänden und Sandsäcken. Auch Schlagfallen werden aufgestellt.

Der erste Angriff lässt nicht lange auf sich warten. Ein wildgewordenes Eichhörnchen greift die Kolonisten an, wird aber von Freckles mit einem gezielten Schuss niedergestreckt. Kurze Zeit später tritt Lobov in eine der ungünstig aufgestellten Schlagfallen und verletzt sich. Als einzige ausgebildete Medizinerin muss sie sich so gut es geht selbst zusammenflicken.

Bereits vor Spielstart haben wir uns für einen Schwierigkeitsgrad und eine Geschichtenerzähler-KI entschieden. Diese bieten verschiedensten Ereignisse, die uns immer wieder aus der Routine rausreißen. Cassandra Klassik versorgt den Spieler sehr ausgeglichen mit Ereignissen, die in ihrer Schwierigkeit dafür stetig ansteigen. Phoebe Chillout ist ähnlich wie Cassandra, lässt aber zwischen den Ereignissen mehr Zeit zum Durchschnaufen.

Zu diesen Ereignissen gehören Angriffe durch Stämme, Piraten oder mechanoide Wesen. Auch wilde Tiere wie das Eichhörnchen können den Spieler angreifen. Klingt lustig? Dann hast du wohl noch nicht erlebt, wie eine Horde brutaler Chinchillas deine ganze Kolonie auslöscht. Wer jetzt übrigens denkt, Phoebe Chillout klingt am einfachsten, der irrt. Da ihre Angriffe genau so heftig ausfallen wie Cassandras, kann es dich gewaltig überrumpeln – der letzte Test der Verteidigungsanlagen ist schließlich schon etwas länger her. Außerdem liefern uns die häufigeren Angriffe unter Cassandra mehr Waffen, die man erst später selbst herstellt.

Bevor es losgeht, wählt man die drei (un-)glücklichen Kolonisten aus, mit denen man bruchlanden kann. | Image by Stefan Reismann

Unvorhersehbare Ereignisse

Mein denkwürdigstes Ereignis war ein Angriff durch gnadenlos überlegene Mechanoide. Meine Kolonisten habe ich in den hintersten Raum gebrach. Ich war gedanklich schon beim Neustart, als ein Rudel menschenfressender Warge ebenfalls angriff. Womit mich die Zufalls-KI eigentlich hat ärgern wollen, entpuppte sich plötzlich als wahrer Glücksfall, als es zum Kampf zwischen beiden Angreifern kam. Die Überreste konnten selbst meine schwach bewaffneten Kolonisten alleine bewältigen.

Es gibt allerdings auch positivere Ereignisse. Wanderer, die unserer Kolonie beitreten wollen, Kapseln mit Fracht oder Handelskarawanen. Auch Naturkatastrophen, Hitzewellen oder Sonneneruptionen können auftauchen. Bei letzterem spielen die technischen Geräte verrückt – Vor allem für die Kühlung der Lebensmittel oder automatisierte Verteidigungsanlagen keine schöne Angelegenheit.

Schwieriger Einstieg

Für Einsteiger kann RimWorld anfangs überwältigend wirken. Es gibt vieles, auf das man achten muss und das Spiel kann einem nicht alle Feinheiten erklären. Die Komplexität ist hoch, wenn auch weit von seinem geistigen Vorfahren Dwarf Fortress entfernt. Der Entwickler Tynan Sylvester hat von vorn herein klargestellt, das Spiel zugänglich halten zu wollen. RimWorld trifft daher eine sehr gute Balance zwischen Komplexität und Zugänglichkeit, die das Spiel auch für Genre-Neulinge attraktiv macht.

Grafikpuristen könnten sich allerdings von der recht simplen Darstellung abschrecken lassen. Wer jedoch offen genug ist und sich ohnehin bei Indie-Spielen wohlfühlt, wird schnell dem Charme der Grafik erliegen. Wem das Design der Figuren vertraut vorkommt: RimWorld hat sich beim Art Style vom ebenfalls sehr erfolgreichen Prison Architect inspirieren lassen. Zusammen mit dem an Firefly erinnernden Soundtrack mit Western-Einflüssen strahlt das Spiel somit trotz aller Brutalitäten etwas sehr Entspanntes aus.

Erfolgreich abgewehrt – Na gut, es war auch nur ein Eichhörnchen. | Image by Stefan Reismann

Scheitern gehört dazu

Hat man die Grafik lieben gelernt und das Spielprinzip erst einmal verstanden, entwickelt sich die ungeheure Sogwirkung. Die Verteidigungsanlagen werden immer weiter optimiert, Ressourcen müssen mit der Zeit aus der Tiefe gebohrt und die Nahrungsversorgung möglichst ausfallsicher am Leben gehalten werden. Hinzu kommen Expeditionen um Aufträge auf der Weltkarte zu erfüllen. Dazu gehören unter anderem Angriffe auf Banditenlager, die nicht gerade wehrlos sind. Bis dahin ist aber schon die eine oder andere Kolonie zugrunde gegangen. Eine gewisse Frustrationsresistenz ist bei RimWorld nicht verkehrt. Dafür sind die Umstände, unter denen eine Kolonie untergeht, oftmals die denkwürdigsten Ereignisse

Erst kürzlich ging mir eine Kolonie wieder fast verloren, als mein pyromanischer Kolonist auf die glorreiche Idee kam, ausgerechnet in der Waffenkammer herumzuzündeln. Die Treibstoffvorräte explodierten und ließen das gesamte Gebäude in Flammen aufgehen. Um das Gebäude kontrolliert zu löschen, musste ich erst einige Wände einreißen, damit die Hitze entweichen kann. Erst dann konnte der Löschtrupp rein, um den Flammen im innern Herr zu werden. Mein bewusstloser Feuerteufel konnte genau so wenig gerettet werden wie die Waffen und wertvollen Baumaterialien.

Ein vages Ziel

Das große Ziel des Spiels ist es, seine Kolonisten mit einem Raumschiff wieder zurück in die Heimat zu bringen. Das können wir wahlweise in mühevoller Arbeit selbst bauen, oder dem Signal zu einem Raumschiff folgen. Eine lange und womöglich verlustreiche Reise zum Raumschiff stünde bevor. Während die Startsequenz eingeleitet wird, müssen wir uns sogar noch einer Welle von Angriffen entgegenstellen, ehe wir endlich in heimatliche Gefilde zurückkehren können.

Im Großen und Ganzen bleibt das Spiel aber eine Sandbox, in der wir tun und lassen können, was wir wollen. Der größte Spaß steckt ohnehin darin, seine Kolonie aufzubauen und zu sehen, ob sie den Gefahren gewachsen ist oder nicht.

Menschliche Abgründe

Anki ist untröstlich. Ihr Ehemann ist jüngst bei einem Angriff ums Leben gekommen und sie tut sich schwer diesen Umstand zu akzeptieren. Die Trauer übermannt sie und führt zu einem mentalen Zusammenbruch. Zielstrebig geht sie zum Grab ihres Geliebten und buddelt seine nicht mehr ganz frischen Überreste aus. Sie schleppt ihn in die Kantine und setzt ihn neben sich auf einen Stuhl. Erst nach einer Weile realisiert sie, was sie da eigentlich getan hat. Ein befreundeter Kolonist bringt den Toten wieder unter die Erde, während Anki sich vom Schock erholt.

Immer wieder kommt es im Spiel zu kuriosen Momenten, bedingt durch die Stimmung oder die nicht immer ganz einfachen Charakterzüge der Kolonisten. Politisch korrekt ist RimWorld dabei selten. Charaktere können männerfeindlich, drogenabhängig, gewalttätig oder einfach nur hässlich sein – was das Zusammenleben mit den anderen Kolonisten furchtbar erschwert. Auch hat jeder Kolonist einen Hintergrund aus Kindheit und Erwachsenenalter, der maßgeblich dazu beiträgt, was ein Kolonist gut kann und welchen Arbeiten er sich sogar verweigert.

Konnten wir bei der Charaktererstellung den Zufallsgenerator so oft bemühen, bis wir zufrieden waren, müssen wir bei zugereisten Kolonisten mit den vorhandenen Eigenschaften zurechtkommen. Alternativ können wir einen unerwünschten Bewohner aus unserer Kolonie verbannen.

Im späteren Verlauf fällt die Kolonie auch mal größer aus | Image by Stefan Reismann

Nicht ohne Makel

So groß die Sogwirkung des Spiels auch ist, ein paar Makel bringt das Spiel aus der Early Access-Phase noch mit. Die Übersetzung des Spiels ist noch immer nicht in allen Bereichen perfekt. Vor allem die automatisch generierten Beschreibungen der Kunstwerke, die die Erlebnisse der Kolonisten schildern, bringen sehr kuriose Stilblüten hervor. Auch wäre es schön gewesen, wenn man für den Anbau von Pflanzen entsprechendes Saatgut benötigt, anstatt sie aus dem Nichts heraus aussäen kann.

Die Weltkarte wurde zwar über die Early Access-Phase stets weiter ausgebaut, doch ein paar mehr Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Siedlungen hätten dem Spiel gut getan. Die Karte in Form einer Weltkugel weiß aber zu gefallen. Vor allem die Benennungen der Landstriche, Meere und Gebirge sind immer wieder für ein Schmunzeln gut. 

Ein Paradies für Modder

Auch wenn es im Test eher um den Ist-Zustand des Spiels gehen sollte, darf man bei Spielen wie RimWorld die Community nicht außer Acht lassen. Was viele Spieler selbst nach hunderten Stunden begeistert weiterspielen lässt, sind tausende Modifikationen, mit denen man jeden Aspekt des Spiels verändern kann. Ein neues Psychologiesystem, erweiterte Waffensysteme, H.P. Lovecraft als Geschichtenerzähler-KI, neue Möbel oder ein System, mit dem man Gäste aus anderen Siedlungen gut bewirten muss, sorgen für immer frischen Spielspaß.

Möchtet ihr das Maximum für euer Spielerlebnis rausholen, solltet ihr unbedingt einen Blick in den Steam-Workshop oder in das Forum des Entwicklers werfen. Ich empfehle vorher jedoch ein Spiel ohne Mods. Danach seht ihr am besten, wohin ihr euer Spiel modifizieren wollt.

Test-Fazit RimWorld

Wer auch nur halbwegs etwas mit dem Simulations-Genre anfangen kann, sollte sich das Spiel nicht entgehen lassen. Der Erfolg von RimWorld kommt nicht von ungefähr. Bereits vor Release ging die Kolonie-Simulation bei Steam mehr als eine Million Mal über die digitale Theke. Auch ich begleite das Spiel schon seit mehr als zwei Jahren durch den Early Access und sah das Spiel nach und nach wachsen. Langweilig ist mir auch nach weit über 100 Stunden nicht geworden.

RimWorld ist nicht das komplexeste Spiel seiner Art, findet aber eine ausgesprochen gute Balance zwischen Anspruch und Zugänglichkeit.


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Klein funkt gut: Der Ultrasone Go Bluetooth im Test

Ultrasone Go Bluetooth Image by Anne Jerratsch 8

Adieu, Kabelsalat, die Zukunft liegt im Funk. So schallt es schon seit Längerem durch die Hifi-Welt. Auch auf unserem Besuch bei der CanJam haben wir festgestellt, dass die Zukunft vor allem den mobilen Kopfhörern mit Bluetooth-Funktion gehört. Der bayerische Kopfhörerhersteller Ultrasone, der seit den 1990ern den Markt aufmischt, hat den Ruf nach Innovation vernommen und seinem 2015er Modell des Reisekopfhörers Ultrasone Go ein Update mit Funk-Features verpasst. Und das hat sich definitiv gelohnt!

Design: Schmal genug, aber nicht klapprig

Das Ultrasone Go Bluetooth hat Format. Das merkt man bereits am robust gebauten Kopfbügel. Der Bügel ist mit einer stabilen, rutschfesten, matten Gummischicht ummantelt, die Verstellgelenke an den beiden Ohrseiten bieten genügend Halt und Stabilität für jede Kopfgröße. Das Modell wiegt trotz seiner nicht ganz filigranen Bauweise nur etwa 160 Gramm und ist damit leicht genug für jede Reisetasche.

Auf der Außenseite der Ohrmuscheln prangt gut sichtbar das Logo auf silbern glänzendem Grund. Es wurde jedoch nicht farblich hervorgehoben. Diese Designentscheidung lässt das Ultrasone Go Bluetooth noch etwas hochwertiger wirken. Die Hörabdeckung ist aus weichem, schwarzem Kunstleder gefertigt. Auch nach längerem Hören wird es nicht zu warm unter den Muscheln.

Auch die Bedienungsknöpfe an der Unterseite der linken Hörmuschel sind angenehm schlicht gehalten. Neben den Buttons hat Ultrasone ein winziges Loch in die Hörmuschel gebohrt, aus der eine lichtstarke LED ihre Bereitschaft anzeigt. Die Drehscharniere an den beiden Hörmuscheln sind zwar aus Plastik, dieses erwies sich aber im Langzeittest als erfreulich robust.

Kabel oder nicht? Ihr habt die Wahl!

An der linken Hörmuschel befindet sich die „Schaltzentrale“ mit einem physischen Powerknopf und einem Vor- und Zurück-Button. An der unteren Seite ist zudem der Anschluss für ein Klinkenkabel angebracht, mit der sich das Ultrasone Go Bluetooth ganz einfach per USB-Charger aufladen lässt. Hierfür ist jedes handelsübliche Handy-Lademodell mit auswechselbarem USB-Kabel nutzbar. Apropos aufladen: Der Akku des Ultrasone Go Bluetooth ist nach etwa eineinhalb Stunden einsatzbereit und hält mit gut drei bis vier Tagen Dauerhörzeit erfreulich lange.

Wie durchdacht die Bluetooth-Variante des Go ist, merkt man spätestens, wenn der Akku doch einmal leergefunkt ist. In diesem Fall kann man in den selben Eingang, mit dem die Kopfhörer aufgeladen werden, auch das mitgelieferte Audiokabel mit edlem Stoffbezug einstecken und ganz analog weiterhören. Der Sound bleibt dabei vergleichbar dicht. Auch auf das Telefonieren muss man beim Tragen der Ultrasone Go Bluetooth-Kopfhörer nicht verzichten, denn die Kopfhörer bieten auch eine Telefonfunktion. Wahlweise kann auch mit Kabelverbindung und der integrierten Freisprecheinrichtung telefoniert werden.

Ultrasone Go Bluetooth Image by Anne Jerratsch 10
Image by Anne Jerratsch

Soundwand deluxe

Wie schon das Design, so steht auch der Klang des Ultrasone Go Bluetooth den großen Vorbildern aus dem Studio in nichts nach. Der Sound brettert ordentlich basslastig auf die Ohren, sodass es eine Freude ist. Die Höhen sind nicht zu spitz, die Mitten nicht zu breit – egal, ob man Pop, harte Gitarren oder Hörbücher hört, das Ultrasone kann mit seiner Klangstärke und -tiefe überzeugen. Das verdankt der Hersteller der Integration des aptX-Codecs, der die Klangqualität noch mehr verbessern soll.

Funk with my heart: Das Ultrasone Go Bluetooth im Praxistest

Während andere mobile Over-Ears mit komplizierter Faltung und Verdrahtung eher einem Geduldsspiel gleichen, ist das Ultrasone Go Bluetooth erfreulich unkompliziert zusammenfaltbar. Er erweist sich in der Tasche zwar nicht als superflach, lässt sich aber mit dem mitgelieferten Transportsäckchen platzsparend verstauen. Dank der dickeren Scharniere an den Seiten erlebt man zudem keine ziepende Überraschung beim Auf- oder Absetzen.

Das Ultrasone Go Bluetooth verbindet sich schnell und zuverlässig mit jedem Device, das in der Nähe zu finden ist. Im Alltagstest dürfte das in den meisten Fällen wohl das Smartphone sein. Besonders im Winter hat unsereins mit Schal und Umhängetasche bereits genug zu wursteln – da erweist sich die Bluetooth-Variante als ganz besonders praktisch.

Ultrasone Go Bluetooth Image by Anne Jerratsch
Image by Anne Jerratsch

Mit dem Powerknopf an der rechten Seite wird das Go eingeschaltet. Der Knopf ist in einem angenehmen Winkel angebracht, den man gut mit einer Hand erreichen kann. Die Kopfhörer geben eine melodische Klangfolge von sich und signalisieren so ihre Funkverbindung. Die Bluetooth-Verbindung wird vom Gerät in der Nähe zuverlässig gefunden und reicht auch im Alltagstest mehr als nur ein paar Meter weit.

Das Go verfügt über eine Telefonfunktion. Die Soundqualität der Anrufer ist klar und gut verständlich – aber um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht so recht dran gewöhnen, meine geübten Handgriffe umzustellen. Zum Annehmen des Gesprächs muss man das Device ohnehin aus der Tasche ziehen. Wenn dem so ist, kann auch direkt auf konventionelle Weise telefoniert werden. Man sollte nur daran denken, die Hörer vorher von den Ohren zu nehmen, um sich merkwürdige Blicke zu sparen.

Auch beim Tragekomfort muss tatsächlich gemeckert werden: Da ich im Alltag desöfteren eine Brille trage, hatte ich hier so meine Probleme, denn die Designer haben das Ultrasone Go recht knapp gebaut. Zwischen dem Brillenbügel und der aufliegenden Hörmuschel ist für mich zu wenig Spiel. Für Tester mit einem schmaleren Gesicht als meinem dürfte dies vielleicht kein Problem sein. Jedoch drückt das Ultrasone Go Bluetooth in meinem Test nach einigen Stunden intensiven Tragens ziemlich auf die Schläfen. Schade, ich hätte gerne weitergehört!

Fazit: Let’s Go, Ultrasone Go!

Mit dem Go Bluetooth hat Ultrasone sein Vorgängermodell Go aus dem Jahr 2015 sinnvoll aufgehübscht. Der kleine mobile Kopfhörer lässt sich leicht zusammen- und auseinanderfalten und ist so für Einsätze unterwegs bestens geeignet. Mit der integrierten Noise Cancelling-Funktion und dem sehr zufriedenstellenden Klangerlebnis macht das Musikhören doppelt Spaß. Der starke Akku und die Variante, per Klinkenkabel weiterhören zu können, gibt dem Set den letzten und entscheidenden Pfiff. Das Ultrasone Go Bluetooth ist derzeit für etwa 150 Euro im Handel erhältlich.


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Die Macht liegt in eurer Hand: Der Sphero R2D2 im Test

R2D2 - header - Image by Lisa Kneidl

Alle Jahre wieder entfacht Star Wars einen großen Hype. Auch in diesem Dezember feiern wir nicht nur Weihnachten, sondern die Premiere des nächsten Teils der Space-Opera. Kurz vor dem Start von „Die letzten Jedi“ läuft die Marketingmaschine auf Hochtouren. Auch vor smarten Gadgets macht das Merchandise nicht halt. Die Firma Sphero hat – wie schon zu Episode 7 – nun wieder einen per App steuerbaren Droiden auf den Markt gebracht. Diesmal aber nicht den kugelrunden BB-8, sondern Fan-Favorit R2D2! Ich habe mir den Sphero R2D2 mal kurz von der Resistance ausgeborgt und getestet!

Sphero R2D2 im Unboxing

Als Star-Wars-Fan fiel es mir schwer, mich beim Auspacken des Sphero R2D2 nicht wie das Nintendo-64-Kid einfach meinen Fan-Emotionen hinzugeben. R2D2 kommt in einer schicken schwarzen Box mit ordentlich Polsterung daher, das wirkt sehr wertig.

R2D2 Vergleich Disneystore
Der Sphero R2D2 (links) und sein großer Bruder aus dem Disneystore (rechts).

Überrascht haben mich allerdings die Maße. Der Sphero R2D2 ist 17 mal 11 Zentimeter groß und wiegt rund 370 Gramm, was vergleichbar mit einem Tablet im 7-Zoll-Format ist. Nicht ganz zum Einsatz als Kampfdroide geeignet, aber als Spielzeug allemal tauglich! Zum Vergleich: sein großer nicht-elektronischer Bruder aus dem Disney Store hat ein Größe von 26 mal 17,5 Zentimetern und kostet mit derzeit rund 20 bis 40 Euro einen Bruchteil des Geldes. Beide sind aus Plastik, aber zumindest die Bemalung und die silbernen Elemente des Sphero R2D2 wirken hochwertiger als beim matten Disney-Kollegen.

In der Box enthalten ist außerdem noch ein USB-Kabel, mit dem der Droide nach einem Ladevorgang auch schon fast betriebsbereit ist. Fehlt nur noch das Herunterladen der kostenlosen App und eine Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und dem Sphero R2D2.

Zur Inbetriebnahme ist die offizielle Sphero-App “Star Wars Droids App by Sphero” notwendig, die für Apple und Android verfügbar ist. Erforderlich dafür sind mindestens die Versionen iOS 8.0 und Android 4.4.

Ich habe die App mit einem Lenovo Motorola G4 Plus mit Android 7.0 getestet. Darauf lädt die App recht lange und führt außerdem dazu, dass das Smartphone im Betrieb schnell recht heiß wird. Daher ist die für die Nutzung der App ein leistungsstärkeres Smartphone zu empfehlen.

App geht’s: So steuert ihr den Sphero R2D2

Es gibt fünf Modi, in denen ihr den Droiden per App steuern könnt.

  1. ihr könnt R2 steuern und “Emotionen” anwenden
  2. R2 kann mit einer Patrouillenstrecke programmiert werden
  3. ihr könnt ihn Muster fahren lassen
  4. innerhalb des AR-Modus könnt ihr den Sphero R2D2 durch den Millenium Falcon fahren lassen
  5. lasst ihr R2 wissen, dass ihr einen der Star-Wars-Filme schaut, kann er mittels Soundeffekten auf das Geschehen reagieren

Die “Emotionen” die man R2D2 durchspielen lassen kann, sind wirklich süß und hauchen dem Droiden richtig Leben ein. Auch die Musterfunktion macht Spaß, aber trotzdem hätte ich meinen halben Arbeitstag wohl in der Steuerfunktion verbringen können. Es macht einfach zu viel Freude, den kleinen Droiden über den Flur und in andere Büros fahren zu lassen und die Kollegen mit einem lauten “BOO-BEEP!” aus dem Nachmittagstrott zu wecken. Der AR-Modus hat mich hingegen nicht überzeugt. Statt mit R2D2 in der Augmented Reality durch die Smartphone-Kamera in der echten Welt zu interagieren, bewege ich mich auf dem Smartphone durch Orte wie beispielsweise den Millenium Falcon, während R2 lediglich mit Kopfdrehungen sowie Licht- und Audioeffekte reagiert. Ebenfalls ärgerlich: Die Patrouillenfunktion und Filmfunktion waren auf meinem Smartphone buggy und konnte daher von mir nicht getestet werden.

Pädagogisch wertvoll: Coden lernen mit dem Sphero R2D2

Wer trotzdem keinen dreistelligen Betrag für ein reines Spielzeug ausgeben mag, dem sei gesagt, dass der Sphero R2D2 und seine Kollegen durch eine App sogar pädagogisch wertvoll gemacht werden können. Neben der regulären Steuerungs-App bietet der Hersteller auch noch die Sphero Edu App an. Diese ist wie ein Github und ermutigt den Droiden-Besitzer zum Coden von Javascript-Textprogrammen. Mit drei Basis-Code-Methoden – Blocks, Zeichnen und Text Coding mit Javascript – wird es den stolzen Droiden-Besitzern dann ermöglicht, ihre Schützlinge individuell zu steuern. Neue Programme können dann ganz einfach erstellt und der Typ der Programms und der Droide, für den es bestimmt ist, ausgewählt werden. Auf der Sphero-Edu-Plattform erwartet die Nachwuchs-Coder dann eine regelrechte Community, innerhalb der Programme und Wissen ausgetauscht werden können. Solch ein Droide aus dem Star-Wars-Universum eignet sich also ideal dafür, auch jüngeren Nutzern den Spaß am Programmieren schmackhaft zu machen.

Fazit: Charmanter, aber teurer Star-Wars-Spaß

Der Sphero R2D2 kostet laut Preisempfehlung vom Hersteller rund 150 Euro. Für das Weihnachtsbudget nicht ganz so schmerzhaft wie das 800 Euro teure Modell des Millenium Falcon von Lego, aber dennoch ein echtes Liebhaberspielzeug für Star-Wars-Fans mit sehr großem Budget. Für das gleiche Geld bekommt man auf dem Markt auch schon ein Einsteiger-Smartphone. Aus meiner Sicht ist der Preis für den gebotenen Spaß zu hoch. Letzlich ist der Sphero R2D2 nur ein besseres Funk-Auto. Das kann auch der Charme des populären Star-Wars-Charakters nicht wettmachen. Immerhin bietet das Gadget dank Sphero-Edu-App noch didaktisches Potenzial für Nachwuchs-Coder.

Alternativ bietet der Disney Store für um die 20 bis 40 Euro einen batteriebetriebenen R2D2 mit einfachen Sound- und Lichteffekten an, der auf Geräuschimpulse wie Klatschen reagiert. Im Vergleich dazu ist der Sphero R2D2 flüssiger animiert und weist die authentischeren Sound- und Licht-Effekte auf. Der Disney-Droide hingegen überzeugt durch größere Maße und hat insgesamt ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.


Images & Screenshots by Lisa Kneidl


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Vuze Camera im Test: 360-Grad-Videos mit 3D-Effekt

Vuze Camera Test (Image by Berti Kolbow-Lehradt)

Seit es 360-Grad-Kameras gibt, ist es sehr leicht, visuelle Erinnerungen als begehbares Kugelpanorama festzuhalten. Eine immer größere Auswahl an erschwinglichen und leicht zu bedienenden Modellen ermöglicht es Betrachtern, sich per VR-Brille in den Aufnahmen zu bewegen und diese so zu erleben, als wären sie dabei gewesen. Doch geht es nach dem Hersteller Humaneyes Technologies, fehlt es den gängigen 360-Grad-Kameras für Konsumenten an wirklicher räumlicher Tiefendarstellung. Und 3D-taugliche Modelle, die das beherrschen, kosten oft so viel wie ein Kleinwagen. Mit der Vuze Camera will der Hersteller diese Lücke schließen.

Mithilfe von acht Objektiven und Bildsensoren produziert die Vuze Camera sehr hochauflösende Bilder im 4K-Standard mit stereoskopischen 3D-Effekt, der für ein noch realistischeres Mittendrin-Gefühl sorgen soll. Zu einem Preis von 995 Euro ist sie kein Mainstream-Produkt im engeren Sinn, unterbietet professionelle Kamera-Setups aber erheblich. Daher vermarktet Humaneyes die Vuze Camera als disruptive Innovation im Konsumentenmarkt. Sie soll Nutzern ein VR-Erlebnis bieten, dass viel näher an die Wahrnehmung des menschlichen Auges herankommt, und gleichzeitig so einfach zu produzieren ist, wie mit einer üblichen 360-Grad-Kamera, erklärte mir Geschäftsführer Jim Malcolm auf der IFA 2017 in Berlin. Als einer der ersten deutschen Journalisten erhielt ich ein Testgerät, um mir selbst ein Bild von der Vuze Camera zu machen.

CD-Player mit acht Augen

Äußerlich sehe ich der Vuze Camera die High-Tech-Fähigkeiten nicht an. Mit dem verspielten Plastik-Look eines tragbaren CD-Spielers aus den 1990ern weicht sie von der Gehäuseform der meisten 360-Grad-Kameras stark ab. Im Gegensatz beispielsweise zur Insta360 Nano oder Gear 360 passt sie auch nicht in die Hosentasche. Mit Maßen von 12 x 12 x 3 Zentimetern und einem Gewicht von rund 470 Gramm ist sie dafür einfach zu sperrig.

Der Platzbedarf ist einem hochgerüsteten Optik-Setup geschuldet. Denn statt zwei Fisheye-Objektiven wie die meisten gängigen 360-Grad-Kameras enthält die Vuze acht Ultraweitwinkel-Linsen mit 180 x 120 Grad Bildwinkel. Jeder Aufnahmeeinheit steht zudem ein separater Bildsensor mit Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixeln) vom Typ Sony IMX408 zur Seite. Wer mit der Vuze Camera Videos und Fotos aufnimmt, erfasst deshalb ein Vielfaches an Bilddetails, aus denen die Software später leichter Tiefeninformationen errechnen kann.

Filmen und Fotografieren im Blindflug

Aufnahmen erstelle ich mit der Vuze Camera wie mit jedem herkömmlichen Modell. Entweder bediene ich sie über die wenigen Tasten am Gehäuse oder über die kostenlos nutzbare Steuer-App für Android und iOS. Letzteres bietet sich an, wenn man die Kamera fernbedienen möchte, um nicht selbst im Bild zu sein.

Vuze Camera
Die Vorschau in der Android-App zeigt nur einen sehr kleinen Bildausschnitt, keinen 360-Grad-Blick. Image by Berti Kolbow-Lehradt

In beiden Fällen agiere ich im Blindflug. Denn das Kameragehäuse bietet wie üblich kein Display, über das ich die Aufnahme kontrollieren könnte. Und die App zeigt regulär noch kein Live-Bild an. Zwar lässt sich in der Android-Variante optional eine Vorschau aktivieren, doch die zeigt nur die Weltsicht eines der acht Objektive an und ermöglicht angesichts dieses kleinen Bildausschnitts lediglich eine sehr vage Orientierung. Eine umfassendere Vorschaufunktion will Humaneyes in naher Zukunft per App-Update nachliefern.

Vuze Camera App
App für Android. Screenshots by Berti Kolbow-Lehradt

Punktuelle App-Abstürze beim Aufnehmen von Fotos unterstreichen, dass die Software noch weiteren Feinschliff benötigt. Auch bei der Aktivierung der Funkverbindung zwischen Vuze und Smartphone wünsche ich mir einen bequemeren Vorgang. Denn jedes Mal, wenn ich die Kamera einschalte, muss ich manuell die WLAN-Taste hinter einer fummeligen Abdeckung am Gehäuse und das Netz im Smartphones aktivieren. Automatisch klappt die Verbindung nicht. Dieser defensive Funkeinsatz mag zur Schonung des Energieverbrauchs dienen. Eine Ladung des 3.700-mAh-starken Akkus ermöglicht nämlich in meinem Praxistest deutlich weniger als die vom Hersteller angegebenen zwei Stunden Aufnahmedauer.

Ein Akku-Pack unterwegs dabei zuhaben, schadet also nicht. Der Kauf eines zusätzlichen Stativgriffs ist ebenfalls zu empfehlen. Der im Lieferumfang enthaltene Griff ist sehr kurz und bietet kaum Stabilität. Positiv ist, dass Staub und Spritzwasser dem IP64-zertifizierten Gehäuse nichts anhaben können.

Vuze Camera
Der kleine Stativgriff aus dem Lieferumfang (rechts) sorgt für wenig Stabilität. Ein Extra-Griff (links) ist praktischer. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Der PC wird zum Nähkästchen

Während bei herkömmlichen 360-Grad-Kameras das Bearbeiten und sofortige Teilen der Aufnahmen an Ort und Stelle mit dem Smartphone erfolgen kann, geht bei der Vuze Camera ohne einen Gang zum PC derzeit nichts. Nur die herstellereigene Software Vuze VR Studio ist in der Lage, die acht Full-HD-Einzelbilder zu einer 4K-Gesamtaufnahme „zusammenzunähen“ und in gängige Ausgabeformate abzuspeichern. Übertragen kann ich sie wahlweise per USB-Kabel oder mit einer MicroSD-Karte, auf der die Vuze die Dateien speichert.

Vuze Camera
Aufnahmen speichert die Vuze Camera auf einer MicroSD-Karte. Image by Berti Kolbow.-Lehradt

Eine Lizenz für die Windows-Software ist im Kauf der Kamera enthalten. Sie verlangt sehr schnelle und aktuelle Hardware. Eine Virtualisierung auf zwei älteren Macs scheitert daher, eine native Mac-Anwendung soll in Kürze folgen. Auf einem hochgerüsteten Microsoft Surface Studio lässt sich das Programm erst nach einem Grafikkarten-Treiberupdate starten, läuft dann aber problemlos. Das Rendern der Videos braucht angesichts der Datenfülle dennoch seine Zeit. Eine Minute Laufzeit erfordert rund eine Minute Verarbeitungszeit.

Vuze VR Studio
In der PC-Software Vuze VR Studio werden Videos und Fotos zusammengefügt. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Neben dem Stitching der Bilder bietet das Vuze VR Studio auch die Möglichkeit, die Blickachse zu zentrieren, falls die Aufnahmeeinheiten, die die Kamera als Frontobjektive verortet, nicht auf das Hauptmotiv ausgerichtet waren. Zudem lassen sich in einem Untermenü typische Übergangsfehler manuell korrigieren und Belichtungsunterschiede angleichen.

3D-Effekt bringt subtilen Vorteil

Am PC erstelle ich zwar den stereoskopischen 3D-Effekt, kann ihn dort aber nicht anzeigen. Um daher die Ergebnisse zu betrachten, übertrage ich die Videos vom Rechner in den Speicher eines Smartphones und montiere dieses in eine VR-Brille. Zum Abspielen nutze ich unter Android den Go VR Player. Für die richtige Darstellung wähle ich die Option „360 T/B“ aus.

Die Vorarbeit hat sich durchaus gelohnt: Auf dem Full-HD-Display eines Huawei Mate 9 betrachtet, wirken die Aufnahmen der Vuze Camera etwas räumlicher und realistischer als die Ergebnisse aus anderen 360-Grad-Kameras, die ich kenne. Jedoch ist die Wirkung subtil und kann für sich allein keinem Video einen Wow-Effekt verleihen. Aber ohnehin qualitativ hochwertigen Streifen kann der 3D-Effekt noch ein i-Tüpfelchen aufsetzen, wie ich anhand von Demo-Videos auf der IFA 2017 erlebt habe. Im Showroom auf der Webseite und auf dem eigenen YouTube-Kanal bietet Humaneyes entsprechende Clips an. Noch besser zur Geltung kommen dürfte der 3D-Effekt, wenn Smartphone-Displays bzw. die integrierten Bildschirme in VR-Headsets wirklich 4K auflösen können. Denn je schärfer und detailreicher das Video, desto leichter lassen sich Tiefenunterschiede erkennen.

In den weiteren Video-Kriterien leistet das Vuze-System ordentliche Arbeit. Das „Vernähen“ der Einzelbilder gelingt ihm bei zunehmender Entfernung gut, nur bei ganz nahen Objekten erkenne ich zum Teil deutliche Übergangsfehler. Farbwiedergabe und Belichtungsunterschiede managt es tadellos. Allerdings neigen die Aufnahmen zur leichten Unterbelichtung. Die insgesamt vier integrierten Mikrofone, von denen jeweils eins an jeder Gehäuseseite angebracht ist, erledigen den Job. Nur der Lautstärkepegel dürfte gern etwas lauter sein.

Fazit: Vuze Camera hat 3D-VR im Griff, braucht aber Usability-Feinschliff

Die Vuze Camera ist ein interessantes Stück Aufnahmetechnologie und steht für den nächsten Evolutionsschritt bei VR-Videos. Das VR-Erlebnis durch einen stereoskopischen 3D-Effekt voranzutreiben, ist ein begrüßenswerter Ansatz von Humaneyes. Er wird aber derzeit noch von der ausbaufähigen Auflösung in VR-Displays limitiert. Daher bleibt der Vorteil subtil. Den Mehrwert erkaufen Konsumenten nicht nur mit einem hohen Preis, sondern auch einer voraussetzungsreichen Bedienung.

Denn die Vuze Camera ist schwerer und unhandlicher als die meisten herkömmlichen 360-Grad-Kameras. Außerdem lässt sie per App mangels vollwertiger Live-Vorschau noch nicht so praktisch bedienen wie vergleichbare Produkte. Die Aufnahmen erst am PC bearbeiten und dann wieder zum Smartphone transportieren zu müssen, widerspricht zudem der Bequemlichkeit, die viele Verbraucher inzwischen gewohnt sind.

Während Humaneyes die 3D-VR-Technik schon gut im Griff hat, wäre eine leichtere und vor allem App-zentrierte Bedienung wünschenswert. In Sachen Usability ist die Vuze Camera daher ein typisches Pionierprodukt, das noch ein bis zwei Generationen benötigt, um für die Masse attraktiv zu sein. Berücksichtigt man dann noch den aus Konsumentensicht gehobenen Kaufpreis von rund 1000 Euro, ist die Vuze Camera vorerst experimentierfreudigen Filmemachern und Technik-Enthusiasten zu empfehlen. Die Vision von 3D-VR-Videos für alle ist daher noch keine Realität. Aber einen Blinzler kann man mit der Vuze Camera schon in diese Zukunft werfen.

Vuze Camera
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


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Adobe Scan, Office Lens und Scanbot: Was taugen Scanner-Apps?

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Mal nebenher den Kassenzettel speichern, einen spannenden Zeitungsartikel digitalisieren oder die handschriftlichen Vorlesungs-Notizen an den ‚kranken‘ Kommilitonen versenden. Das klappt am schnellsten mit der Smartphone-Knipse und der vorinstallierten Kamera-App. Deutlich praktischer sind allerdings Scanner-Apps von Drittanbietern wie Adobe oder Microsoft. Sie bieten automatische Entzerrung, Schrifterkennung oder Katalogisierung. Ich habe mit Adobe Scan, Office Lens und Scanbot die drei spannendsten kostenlosen Apps ausprobiert.

Adobe Scan: All-in-One-Lösung für Kreative

Mit Scan bietet Softwarehersteller Adobe ein umfangreiches Tool für alle Nutzer von Acrobat, Photoshop, Lightroom und Co. Für die Verwendung der Scanner-App ist ein Adobe-Konto nötig, das kostenlos angelegt werden kann. Nach dem Start der Anwendung öffnet sich blitzschnell die Kamera, sodass Dokumente schnell auf dem Smartphone landen können. Für die Seitenerkennung muss das Quellmaterial möglichst senkrecht zur Knipse gehalten werden. Das anschließende Fotografieren geschieht automatisch. Die digitalisierte Seite besitzt durch den entsprechenden Filter einen sehr guten Kontrast. Texte sind deshalb gut lesbar.

Wie bei den meisten Galerie-Apps auch, kann ich eingelesene Dokumente beschneiden und so für mich wichtige Informationen speichern. Ferner lassen sich mehrere Seiten zu einer Datei zusammenfassen.

Adobe gewährt lediglich das Speichern auf Webservern in der sogenannten Adobe Document Cloud. Das lokale Speichern ist nicht möglich. Allerdings kann ich über die Cloud-Verbindung auch an Computer oder Tablet auf die Dokumente zugreifen. Auf dem Desktop-Rechner muss ich dafür dann den Adobe Reader installieren und mich dort mit meiner Adobe-ID anmelden. Wer Adobe Scan richtig nutzen möchte, taucht also relativ tief ins Adobe-Ökosystem mit all seinen Desktop-Programmen, mobilen Apps und Web-Services ein.

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Die Scanner-App Adobe Scan ermöglicht dank Texterkennung eine sehr gute Weiterverwendung der Dokumente. Screenshots: Jonas Haller

Ein Grund, warum es sich lohnt, zu Adobe Scan zu greifen ist die ausgereifte Texterkennung. Eine gute Kamera vorausgesetzt erlaubt sie die komfortable Weiterverwendung im Acrobat Reader – Markierungen und Anmerkungen inklusive. Die Freigabe-Funktion erlaubt das schnelle Teilen für Arbeitskollegen und Freunde. Das geschieht wahlweise per Datei- oder Linkversand.

Office Lens: Rudimentäre Scan-Lösung von Microsoft

Natürlich stellt auch der Branchenprimus Microsoft eine passende Lösung bereit. Seine Scanner-App hört auf den Namen Office Lens und ist wie auch Adobe Scan kostenlos im Play Store verfügbar. Anders als beim Mitbewerber kann ich den Dienst auch ohne Anmeldung in Anspruch nehmen. Beim ersten Probieren wird deutlich, dass die Seitenerkennung deutlich flexibler möglich ist. Auch aus einem flachen Winkel sind Dokumente scanbar. Das geht allerdings zu Lasten der Qualität, da die abgelichtete Seite entzerrt werden muss. Für den Scan ist wie auch in der Foto-App ein zusätzlicher Fingertipp zum Auslösen nötig.

Leider suche ich Funktionen wie das Zusammenfassen mehrerer Seiten oder die Texterkennung vergeblich. Immerhin lassen sich Dokumente nachträglich beschneiden und in verschiedenen Farbeinstellungen abspeichern. Ein Vorteil von Office Lens ist die lokale Speichermöglichkeit. Allzu private Dateien landen auf dem Smartphone, der Upload in die Cloud ist nicht zwingend notwendig. Natürlich bietet Microsoft auch eine Anbindung an das eigene Cloud-Angebot OneDrive, wo sich die Dokumente blitzschnell synchronisieren lassen.

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Office Lens ist die simpelste aller getesteten Scanner-Apps. Screenshots by Jonas Haller

Scanbot: Underdog mit Bezahloptionen

Der kleine Softwareentwickler doo schickt mit Scanbot ebenfalls eine Scan-Anwendung ins Rennen. Die Kollegen bei den Applepiloten hatten sich schon einmal Unfade, eine App fürs Fotos scannen von doo, angeschaut. Im Gegensatz dazu ist Scanbot auf Dokumente spezialisiert.

In der kostenlosen Basisversion bietet die App eine Scan- sowie Uploadfunktion. Die Software lichtet das Dokument nach dem Erkennen automatisch ab. Das funktionierte im Test allerdings nicht immer fehlerfrei. Oft landeten die Seiten nur abschnittsweise digital auf dem Smartphone. Wie auch bei den Mitbewerbern sorgen verschiedene Filter- und Sättigungseinstellungen für eine bessere Lesbarkeit.

Auch mit Scannot lassen sich mehrere Seiten zu einem Dokument zusammenfügen. Die Datei kann anschließend per Mail versendet werden. Für große Dokumente bietet die Scanner-App eine Komprimierung an. Eine individuelle Erinnerung ist ebenfalls möglich. Wer wie bei Adobe Scan eine Texterkennung wünscht, muss einmalig 4,19 Euro investieren. Die 5,99 Euro teure Pro-Version der Scanner-App kommt mit Dokumentbearbeitung/Unterschrift, Magic Color Filter, intelligentem, inhaltsbasierten Benennen, Motiven und Erinnerungen daher.

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Die Funktionen von Scanbot sind in der kostenpflichtigen Pro-Version sehr umfangreich. Screenshots by Jonas Haller

Fazit: Die eierlegende Wollmilchsau unter den Scanner-Apps gibt’s nicht

Gerade für die Digitalisierung von analogen Schriftstücken sind Scanner-Apps die deutlich bessere Alternative zur Standard-Kamera-App. Mit Adobe Scan, Office Lens und Scanbot existieren bereits leistungsfähige Lösungen im Google Play Store. Doch nicht jede Anwendung eignet sich für jeden Nutzer. Adobe Scan zum Beispiel sollten sich alle Adobe-Nutzer mit umfangreicher Cloud-Verwendung näher anschauen. Die kostenfreie und hochwertige Texterkennung ist ein Novum.

Office Lens eignet sich hingegen für Nutzer, die sensible Dokumente lieber lokal speichern wollen. Damit müssen sie allerdings Abstriche beim Zusammenführen mehrerer Seiten sowie der nicht vorhandenen Texterkennung machen. Wer die Vorzüge der Scanner-Apps von Adobe und Microsoft genießen will, ist zwar bei Scanbot schon an der richtigen Adresse. Allerdings geht das dann nicht kostenlos. Es muss zur kostenpflichtigen Pro-Version gegriffen werden. Denn nur sie bietet neben lokaler Speicherung eine leistungsfähige Texterkennung. Nutzer benötigen bei der doo-App jedoch Geduld in Bezug auf die Seitenerkennung.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten Magazin


Images & Screenshots by Jonas Haller


 

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Ausprobiert: Warum Glitchskier verdient das Beste Mobile Spiel des Deutschen Computerspielpreises ist

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Jedes Jahr zeichnet die Jury um den Deutschen Computerspielpreis (DCP) in Berlin die besten Games des Jahres aus. In diesem Jahr ging der Preis in der Kategorie „Bestes Mobiles Spiel“ an das recht unbekannte ‚Glitchskier‘ des Hamburger Entwicklers Shelly Alon. Dabei handelt es sich um einen Weltraum-Shooter, der in nostalgischem Hacker-Design daher kommt. Ich habe das Game, das für 0,99 Euro aus dem App Store geladen werden kann, angespielt und verrate euch einige Tipps für den Überlebenskampf.

Röhrenflair auf dem Smartphone

Nach dem rund 50 MB großen Download und der anschließenden Installation des Games kann das Spielvergnügen auch schon los gehen. Nach einem kurzen Intro, das den Bootvorgang eines betagten PCs zeigt, befinde ich mich auf der Startseite, die wie auf einem alten Röhrenmonitor perspektivisch gekrümmt daher kommt. Sie ist einem Ordner mit darin enthaltenen Dateien nachempfunden. Ein etwas unkonventioneller Doppel-Tipp auf „bin“ und „glitchskier.exe“ startet die Spielrunde.

Ich finde mich in einer zweidimensionalen Welt aus Klötzchen und kryptischen Buchstaben wieder. Die eigene Spielfigur wird durch ein Pfeil charakterisiert. Durch Ziehen auf dem Display bewege ich mein ‚Raumschiff‘ und beschieße automatisiert meine Umgebung. Auf dem Weg durch das digitale Labyrinth muss ich umherfliegende Gegner ausschalten, um nicht mit ihnen zu kollidieren und bestenfalls neue, schlagkräftigere Waffen sammeln. Der Fokus sollte dabei auf die roten Gegner gesetzt sein, denn allein sie sind durch meine Waffen zerstörbar. Weiße Gegenspieler können nur mir schaden. Das Sammeln der rot-weißen Klötzchen bringt Extra-Punkte.

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Ziel von Glitchskier ist es unbeschadet durch ein Heer von Gegnern zu gelangen. Screenshots by Jonas Haller

Das Ende einer Spielrunde markiert eine Art Mutterschiff, das es für mich zu bezwingen gilt. Wichtig ist hierbei die verwundbaren roten Bereiche zu erwischen. In den ersten Spielrunden biss ich mir spätestens da die Zähne aus, denn ringsumher verfolgten mich diverse Gegner. Einer der Tricks ist hierbei, stets hinter die Schiffe zu gelangen und so nicht die Flugbahn zu kreuzen. Ist die Runde geschafft, baut sich ein neues Level auf und neue ‚Dokumente‘ können geladen werden. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um neue Farbschemata, die über den Ordner „data“ wählbar sind. Glitchskier bietet insgesamt vier Spielrunden, in denen Gegner eliminiert und Punkte gesammelt werden müssen.

Nerdig schick, aber akkuhungrig

Das Spiel des Hamburger Spieleentwicklers ist anders. Die Grafik beeindruckt nicht durch Fotorealistik und Detailtreue. Vielmehr schickt sie mich als Spieler zwei bis vier Jahrzehnte in die Zeit zurück, als Arcade-Games am PC oder Automat der große Trend waren. Nicht zuletzt das Schwelgen in Erinnerungen und das nostalgische Flair machen Glitchskier zu einem echten Geheimtipp für Nerds und Geeks. Der Soundtrack aus digitalen Synthesizerklängen verstärkt dieses Empfinden.

Die abstrakte, minimalistische Spielwelt ist allerdings alles andere als ressourcenschonend. Die Entwickler selbst sprechen von einem potenten Smartphone, das 2 GB RAM, eine OpenGL ES3 kompatible GPU sowie einen Quad Core Prozessor mit mindestens 2 GHz Taktrate besitzt. Im Test wurde der Ressourcenhunger durch einen starken Akkuverbrauch deutlich. Nichtsdestotrotz hat Glitchskier zurecht den Award „Bestes Mobiles Spiel“ der DCP erhalten und ist vor allem für Apple-Nerds eine Empfehlung wert. Mit 2,29 Euro ist auch der Kaufpreis fair.

Unser Autor Berti Kolbow-Lehrradt hat vier spannende iOS-Games „made in Germany“ getestet, die mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet wurden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Images and Screenshots by Jonas Haller; Video by Shelly Alon


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Honor 8 Pro: Das unerwartete Flaggschiff im Test

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Kurz nach der Vorstellung des Samsung Galaxy S8 hat die Huawei-Tochter Honor ein Smartphone präsentiert, das auf den ersten Blick so gar nicht zur Marke passt. Während Honor bisher für Geräte im unteren und mittlerem Regal stand, greift die Marke jetzt nach ganz oben. Denn das Honor 8 Pro ist ein ernstzunehmendes und gut ausgestattetes Flaggschiff.

Der Underdog will in die erste Liga aufsteigen

Die noch ziemlich junge Marke der Chinesen gilt nach wie vor als Geheimtipp. Bisher robbt sie sich mit guten Geräten für kleines Geld unter 300 Euro an den Android-Platzhirsch Samsung heran.
Das von uns zu Jahresbeginn getestete Honor 6X oder das Honor 7 und Honor 8 sind dafür gute Beispiele. Deswegen wurden bei der Produktpräsentation einige Augen groß, als die Specs des neuen Smartphones verkündet wurden. Sie entsprechen, ebenso wie der Preis von 550 Euro, dem Niveau von Top-Geräten des Android-Marktes.

Schlank und schick

Der erste Blick begeistert. Schon die Verarbeitung ist tadellos und macht einen sehr guten Eindruck. Das Gerät kommt in einem optisch und auch haptisch schönen Metall-Unibody, hat angenehm weiche Kanten und nahtlose Übergänge. Die einzigen drei Buttons liegen auf der rechten Seite. Sie regeln den Ein/Aus-Zustand und die Lautstärke.

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Image by Anton Knoblach

Der Fingerabdrucksensor liegt wie beim Galaxy S8 auf der Rückseite und ist intuitiv platziert. Zum Entsperren reicht das Auflegen eines gespeicherten Fingers, auch einfache Gesten lassen sich umsetzen wie beispielsweise das Blättern durch Fotos oder das Herunterklappen des Benachrichtigungs-Overlays. Das funktioniert gut und ohne nennenswerte Verzögerung.

Das Honor 8 Pro reiht sich mit seinem 5,7 Zoll großen Display in die gerade sehr beliebte Phablet-Kategorie ein. Es ist größer als ein herkömmliches Smartphone, aber kleiner als ein Tablet. Auch Samsung wirft mit dem Galaxy S8 und S8 Plus ein Auge auf dieses Marktsegment. Trotz der Displayflache ist das Honor 8 Pro mit 6,9 Millimetern Tiefe sogar ein kleines bisschen schlanker als das Phablet-Modell iPhone 7 Plus, das bei 7,3 mm nur ein 5,5-Zoll-Display bietet.

Hochauflösendes Display für Reise in die Virtual Reality

Auch nach dem Anschalten gibt es nichts zu meckern. Das farbbrillante 5,7-Zoll-Display ist mit 2.560 x 1.140 Pixeln (Quad-HD) sehr hoch aufgelöst. Endlich zieht Honor mit den Spitzengeräten von Samsung und LG gleich. Bisher boten alle Honor-Smartphones maximal Full-HD.

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Image by Anton Knoblach

Die hohe Auflösung qualifiziert das Smartphone auch für Virtual Reality, wo eine hohe Pixeldichte für den Genuss unerlässlich ist. Mitgeliefert ist – passend zum Zeitgeist – eine kleine VR-Brille zum Selberbasteln: Aus der Verpackung lässt sich mit ein paar Handgriffen ein Okular bauen. Das Smartphone selbst wird mit Display nach oben einfach in den Karton gelegt. Die Idee ist definitiv sehr nett. Mit einem ausgewachsenen mobilem VR-System wie Samsung Gear VR kann die Cardboard-Lösung nach wie vor nicht mithalten.

Ein wahrer Performance-Protz

Auch die inneren Werte zeigen, das der Hersteller beim Honor 8 Pro auf Performance setzt. Die Specs lesen sich wie die von High-End-Flaggschiffen. Für Rechenpower sorgt der achtkernige Spitzenprozessor Kirin 960 aus der Chipschmiede von Huawei. Ihm zur Seite stehen imposante 6 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 64 Gigabyte Festspeicher. Wem der Speicher noch nicht ausreicht, kann ihn mit einer microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern.

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Image by Anton Knoblach

Von dieser Power sollen vor allem komplexe 3D-Spiele profitieren. Zum Beweis kooperiert Honor mit den Enwicklern des bald erscheinenden Mobil-Krachers „Galaxy on Fire 3: Manticore“. Käufer des Honor 8 Pro sollen bei den In-App-Käufen besondere Vorteile erhalten. Für eine bessere Detaildarstellung bei Spielen unterstützt das Honor 8 Pro auch die Vulkan API.

Trotz dieser Leistungsstärke soll das Honor 8 Pro soll mit einer Akkuladung zwei Tage lang durchhalten. Immerhin bietet der integrierte Energiespeicher 4.000 mAh. Angesichts des Preises ist das insgesamt eine überragende Ausstattung.

Das Honor 8 Pro in der Praxis

Was direkt auffällt: Das Honor 8 Pro ist verdammt schnell. Sogar schneller als das iPhone 7 soll es sein, also habe ich den Test gemacht. Und tatsächlich: Bei alltäglichen Aufgaben ist das Honor ein gutes Stück schneller. Egal ob Google Maps, Instagram oder Spotify – beim Öffnen von Apps hat das Honor 8 Pro fast immer die Nase vorn. Natürlich geht es hier um Sekundenbruchteile, die höhere Geschwindigkeit ist aber deutlich spürbar.

Auch bei Benchmarks muss sich das 8 Pro nicht verstecken: Beim Multicore-Test von Geekbench schlägt es das iPhone knapp, beim AnTuTu-Benchmark kommt es zumindest nah ran. Anders sieht es allerdings bei rechenintensiven Aufgaben aus. Beim Export einer Sequenz in Adobe Premiere Clip zum Beispiel gewinnt das iPhone.

Doppelt knipst besser: Tolle Dual-Kamera

Wie beim iPhone 7 Plus oder dem Honor 6X gibt es zwei rückseitige Kameras, das Konzept aber ist anders. Die zweite Kamera dient nicht für einen optischen Zoom oder die Berechnung von Bokeh im Hintergrund, sondern soll für mehr Lichtstärke und Detail sorgen. Verbaut sind zweimal 12 Megapixel, von denen ein Sensor ein reines Schwarzweiß-Bild liefert. Die andere Kamera reichert dieses Bild dann mit Farbinformation an.

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Image by Anton Knoblach

Die mitgelieferte App lässt sich wie von Android gewohnt in einen Profi-Modus schalten, in dem alle wichtigen Einstellungen manuell getroffen werden können, zusätzlich kann man auch im RAW-Format fotografieren.

Im Kurztest macht die Kamera einen guten Eindruck. Das Honor 8 Pro macht helle und scharfe Bilder mit realitätsgetreuen Farben. Auch bei wenig Licht klappt das gut.

Fazit

Mit dem Honor 8 Pro platziert sich der Hersteller im ernstzunehmenden High-End-Sektor, ohne aber dessen Preise abzurufen. Das Smartphone ist ein würdiger Konkurrent zum deutlich teureren Samsung Galaxy S8, dem Huawei Mate 9, dem LG G6 und dem HTC 10. Das Top-Gerät lässt Kaufinteressierte den Haken in technischen Daten und Materialqualität vergeblich suchen. Wer die Größe mag und viel Power haben will, hat mit dem Honor 8 Pro nun eine leistungsmäßig ebenbürtige Alternative zu den Android-Smartphones von bekannteren Marken. Und das auch noch zu einem verdammt guten Preis.

In Deutschland wird das Honor 8 Pro vorerst exklusiv beim Mobilfunk-Provider O2 erhältlich sein. Entweder als Einmalkauf für 549 Euro oder per Ratenzahlung mit und ohne Vertrag.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Images by Julia Froolyks, Anton Knoblach


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • GAMES heise: Marktzahlen: Werbung ist wichtiger für Spiele als Reviews: Auf der Game Developers Conference wurden von dem Marktforschungs-Institut EEDAR die neuesten Statistiken der Spiele-Branche veröffentlicht. Während mobil vor allem Casual-Spiele genutzt werden, legen die aktuellen Konsolen den Fokus auf Actionspiele und Shooter für Männer. Gute Wertungen in Spiele-Reviews sind zwar nach wie vor wichtig für den Verkauf, sie haben aber weniger Einfluss als eine Erhöhung des Marketing-Budgets. 

  • OCULUS computerbase: Oculus Rift, Touch und Sensor ab sofort günstiger: Oculus Rift, die Controller Oculus Touch und der zusätzliche Sensor für das experimentelle 360-Grad-Setup mit drei Kameras sind nun günstiger auf dem Markt verfügbar. Die VR-Brille Rift fällt von 699 auf 589 Euro, Touch von 199 auf 119 Euro und ein Sensor von 79 auf 69 Euro. Mit der Preissenkung dürfte Oculus VR versuchen, konkurrenzfähiger zu werden. Analysten zufolge hat sich Oculus Rift nur etwa 240.000 Mal verkauft. Das HTC Vive kommt auf geschätzte 420.000 Verkäufe.
  • SNAPCHAT derstandard: Snapchat wird mit 24 Milliarden Dollar bewertet: Eine Snapchat- Aktie wird an der Börse 17 US-Dollar kosten, was über dem angekündigten Sprektrum von 14 bis 16 US-Dollar liegt. Der Ausgabepreis von 17 Dollar ergibt eine Bewertung des Unternehmens von annähernd 24 Milliarden US-Dollar. Damit gelingt Snapchat der größte Börsengang seit 2014. Angesichts der Tatsache, dass Snapchat noch nie Gewinn geschrieben hat und sich der Zustrom neuer Nutzer zuletzt geschmälert hat, verblüfft die hohe Firmenbewertung.
  • GOOGLE googlewatchblog: Google gibt Santa Tracker 2016 als Open-Source frei: Der Google Santa Tracker  ist in jedem Jahr eine große Tech-Demo, in der die Entwickler alles geben, was sie haben. In den vergangenen Jahren hatte Google den Santa Tracker erst in der Sommerzeit als Open-Source freigegeben – aber in diesem Jahr wollte man wohl doch nicht ganz so lange warten und hat diesen schon jetzt Online gestellt. Der Sourcecode kann bei GitHub eingesehen und heruntergeladen werden und steht auch zum Experimentieren zur Verfügung.

  • TECHNOLOGIE golem: Biolite Campstove 2 macht aus Feuer Strom: Biolite bietet seit Jahren tragbare Herd- und Feuerstellen an, die Wärme und Strom erzeugen. Der neue Campstove 2 zeigt an, wie viel Energie umgewandelt und im Akku gespeichert wird. Dadurch können auch USB-Geräte abseits von Steckdosen aufgeladen werden. Der Campstove 2 von Biolite nutzt ein kleines Holzfeuer, um Strom zu gewinnen und zeigt dabei mehr Energiedaten an als ein früheres Modell. 

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Einfach besser Musik machen mit GarageBand: Großes iOS-Update 2.2 ausprobiert

Image (adapted) GarageBand by Apple

Apple hat seiner Heimstudio-Software GarageBand auch dieses Jahr ein großes Update spendiert. Als GarageBand-Veteran und Homerecording-Fan habe ich das umfangreiche Update für iPad und iPhone auf Version 2.2 mit ein paar Probeaufnahmen ausprobiert.

Producer-Paradies im Apple-Ökosystem

Apples Einsteiger-Software für Musikproduktion, GarageBand, kenne und nutze ich seit der ersten Version. Damals lief sie nur auf dem Mac, inzwischen längst auch unter iOS. Die einfache Bedienung ist auf beiden Systemen geblieben. Obwohl ich normalerweise in jedem Lebensbereich gerne viel Technik einsetze, halte ich das Aufnehmen von Musik gerne so simpel wie möglich: Am liebsten würde ich immer noch mit einem guten alten Vierspurband meine Songideen aufnehmen, weil ich mich so gut auf die Musikidee selbst konzentrieren kann, statt mich tief in Effekt- und Soundeinstellungen zu vergraben.

GarageBand machte genau das seit der ersten Version möglich. Vorher gab es nur Logic, was mich beim ersten Anlauf mit seinem riesigen Mischpult und Spuren mit komplexen Send/Return-Effektschleifen glatt überforderte. Bei GarageBand hingegen fühlte ich mich sofort wohl wie mit dem alten Vierspurband.

Mit dem iPad schaffte GarageBand in leicht vereinfachter Variante den Sprung aufs Mobilgerät. Später auch aufs iPhone, was ich gerne zum Aufnehmen von Demos, also dem Festhalten einer spontanen Songidee nutze. Vergangenes Jahr kam dafür noch die neue, geniale App Musikmemos dazu, wie auch ein Update für GarageBand, das mit LiveLoops vor allem Elektronik-Musikern und Einsteigern eine neue Variante und Einstiegsmöglichkeit in die Musikproduktion bot.

GarageBand ist auf allen in den vergangenen Jahren neu gekauften Macs, iPhones und iPads vorinstalliert und wird somit kostenlos mitgeliefert. Das gilt zum Beispiel für alle iOS-Geräten die ab September 2013 gekauft wurden. Wer es nicht auf seinem Gerät findet oder kostenlos nachladen kann, kann die mobile Version im App Store für 4,99 Euro kaufen.

GarageBand lernt von Logic Pro X

Interessant ist, dass Apple im Laufe Jahre viel von GarageBand in das Profitool Logic Pro X übernommen hat. Es gibt einen Einsteiger-Modus, der aussieht wie die Oberfläche von GarageBand. Damit habe ich den Sprung in Logic Pro X geschafft und nutze beim finalen Aufnehmen und Mix meistens jetzt den „großen Bruder“. Widerum hat Apple beim jüngsten Update für GarageBand in der Version 2.2 ein paar Funktionen für ambitionierte Anwender von Logic Pro X übernommen.

Image (adapted) keyboard-GarageBand by Apple
Beim Keyboard steht jetzt der Alchemy-Synthesizer zur Verfügung. Screenshot by Stefan von Gagern

Zu den wichtigsten Transfers gehört Alchemy. Der Synthesizer ist nach dem Update auf die neueste Version nicht mehr nur auf dem Mac, sondern auch unterwegs in iOS dabei. Er steht unten im Spuren-Modus bereit, sobald Sie das Keyboard-Instrument auswählen.

Image (adapted) alchemy-GarageBand by Apple
Mit Alchemy spielen Nutzer von GarageBand auf dem Keyboard auch dann gut, wenn sie nicht wirklich Keyboard spielen zu können. Screenshot by Stefan von Gagern.

Mit Alchemy lassen sich schell und unkompliziert starke Synthie-Sounds einstellen und ebenso leicht direkt auf die Spur aufnehmen. Über 150 Patches aus verschiedenen Kategorien wie Bass, Leads und Sound Effects lassen in Qualität und Quantität für alle möglichen Stilrichtungen von EDM bis Rock keine Wünsche offen.

Image (adapted) akkordstrips-GarageBand by Apple
Bei Alchemy lassen sich Akkord-Strips einblenden. Screenshot by Stefan von Gagern

Um sie zu nutzen, müssen Anwender noch nicht einmal Keyboard spielen können. Die von den Smart-Instrumenten bekannten Akkord-Strips können sie jetzt in einem so genialen Keyboard wie Alchemy einblenden. Einfach gewünschte Akkorde antippen, fertig. Wer automatisiert spielen möchte, kann „Autoplay“ einschalten. Beim Abspielen können Nutzer mit dem Transform-Pad zwischen acht Sounds wählen. Durch Streichen auf dem Touchscreen können sie zudem Effekte auf die Sounds anwenden – ähnlich wie mit den Live Loops in GarageBand.

Leichter Musik aufnehmen

Image (adapted) instrumente-GarageBand by Apple
Die Verwendung der Instrumente in GarageBand ist in Version 2.2 einfacher geworden. Screenshot by Stefan von Gagern

Auch die anderen Instrumente in GarageBand sind zugänglicher geworden. Zum Beispiel stehen beim Gitarrenamp die Sounds schon eingeteilt in „Clean“, „Verzerrt“ oder „Bass“ bereit – so wie ein Gitarrist die Idee für eine Spur schon im Kopf hat. Mit einem Tipp darauf erhält man einen Grundsound aus der Kategorie und die Aufnahme kann starten. Mit „Mehr Sounds“ öffnet sich ein Browser zum gezielteren Einstellen und Durchblättern der Sounds. Das macht das schnelle Einspielen einer Idee viel besser möglich, da ich mich nicht mehr lange mit dem Drehen der Knöpfe an den virtuellen Amps und Bodeneffekten in GarageBand aufhalten muss.

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Endlich wie ein Roboter klingen. Spaßige Sound-Effekte im neuen GarageBand machen es möglich. Screenshot by Stefan von Gagern

Der Audio-Recorder hat jetzt spaßige Audio-Effekte von Roboterstimmen bis Autotune-Stimmverfremdern an Bord. Antippen reicht und los geht die Aufnahme mit dem internen Mikrofon. Wer einen Kopfhörer anschließt, kann die Aufnahme über einen Monitor verfolgen. Die Effekte machen Spaß und könnten auch Kinder motivieren mit GarageBand aufzunehmen. Die Aufnahme selbst wird durch visuelles Einzählen – auf dem Bildschirm erscheint „1, 2, 3, 4“ – einfacher. So werden „Fehlstarts“ oder zu spätes Einsetzen verhindert.

Endlich Multi-Take

In der neuen Version 2.2 kommt ein Feature in GarageBand, das viele Nutzer schon lange vermisst haben und das bisher nur in Logic zu finden war. Bisher mussten sich GarageBand-Nutzer zum Beispiel bei einem Gitarrensolo immer nach der Aufnahme entscheiden, ob man noch einen Anlauf wagt und damit die bisherige Version löscht oder ob man dies mit Tricks umgeht, wie zum Beispiel die Spur zu duplizieren.

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Mehrere Takes hintereinander aufzunehmen, geht in GarageBand 2.2 nun ganz einfach. Screenshot by Stefan von Gagern

Mit Multi-Take-Recording wird es einfacher: Jetzt können Nutzer einfach mehrere Durchläufe aufnehmen und zwischen den „Takes“, wie es in der Studiosprache heißt, einfach wechseln. Die Funktion ist per Voreinstellung deaktiviert. In den Spureinstellungen können Nutzer Multi-Take-Aufnahme für eine Spur, und damit im ganzen Song, einschalten. Zwischen den Aufnahmen können sie wechseln, indem sie auf der Spur „Takes“ im Kontextmenü antippen.

Profis freuen sich zudem über erweiterte Plug-Ins und Equalizer für jede Spur wie Noise Gate und Kompressor, sowie Master-Effekte wie Echo und Hall. Damit wird ein schneller Mix auf dem Mobilgerät einfacher und besser als zuvor.

Fazit: Applaus für dieses Update

Der Alchemy-Synthesizer ist der Synthie, den man sich schon lange in GarageBand für iOS gewünscht hat. Sounds in dieser Qualität und Bandbreite gab es bisher nur in Synthies von Drittherstellern. Erfreulich ist, dass der Synthie so einfach zu bedienen ist, dass auch Einsteiger damit schnell starke Sounds zaubern können. Der zweite große Fortschritt ist Multi-Take-Recording, bei dem viele Nutzer bislang mit Desktop-Workstations wie Logic Pro X Vorlieb nehmen mussten. Besonders erfreulich ist, dass GarageBand mit den Neuerungen seinem einfachen Bedienprinzip nicht nur treu geblieben ist, sondern gleichzeitig neue Attraktionen für Einsteiger zu bieten hat.

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„Inferno“-Review: Sorgen jetzt die Milliardäre für soziales Gleichgewicht?

Inferno (Image via Columbia Pictures)

Mit „Inferno“ kommt nach „The Da Vinci Code – Sakrileg“ (2006) und „Illuminati“ (2009) nun die dritte Verfilmung von Dan Browns Bestsellerromanen ins Kino. Wieder mit dabei: Tom Hanks. Mit ihm gehen wir in dem historisch angehauchten Thriller auf Schnitzeljagd. Ich habe mich einen ganzen Tag lang auf die Spuren von Tom Hanks begeben und dabei auch gleich noch die Frage geklärt, wie relevant der neue Film für unsere heutige Zeit ist.

Kann ein Einzelner wirklich wissen, was unserer gesamten Gesellschaft fehlt und was ihr gut tut? Eigentlich will man doch diese Frage sofort wild kopfschüttelnd verneinen. Wie anmaßend! Und irgendwie auch völlig weltfremd. Ja, und der Böse in „Inferno“ wirkt tatsächlich erst einmal ziemlich unecht. Bertrand Zobrist (Ben Foster) ist so ein Typ, der wohl kaum seinen Kontostand auswendig weiß. Dafür hat er viel zu viel Geld auf der hohen Kante. Ein Milliardär halt. Trotz seiner privilegierten Stellung fällt ihm nichts Besseres ein, als eine sektenartige Anhängerschar um sich zu sammeln und zu planen, einen tödlichen Virus auf die Welt loszulassen. Ganz schön rückständig, oder?

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Zumindest sieht das so aus, wenn man sich im Gegensatz dazu die Elon Musks und Mark Zuckerbergs dieser Welt anschaut, die ihr fettes Einkommen für das heißeste High-Tech-Gedöns sinnvoll einsetzen und damit auf eine bessere Zukunft hinarbeiten.

Schon klar, dass dann im Film Tom Hanks, alias Robert Langdon, mit so einem veralteten Beruf wie Symbologe zu Rate gezogen werden muss. Der soll nämlich die Zeichen deuten, die der ebenso althergebrachte Tyrann hinterlassen hat. Erster Ansatzpunkt: Ein Gemälde aus dem 14. Jahrhundert, das die Vorstellungen des italienischen Philosophen Dante abbildet. Erste Erklärung: Böse Seelen müssen bestraft werden.

Und da sind wir schon bei einem kritischen Punkt in unserer Zeit. So ein paar Typen, die sich mit was auch immer eine goldene Nase verdient haben, meinen plötzlich, Dinge besser zu wissen. Durchdachte Investments und kluge Entscheidungen haben sie zu den Mega-Verdienern gemacht und nun muss gleich die ganze Menschheit nach ihrem Vorbild umgestülpt werden. Das ist echt anmaßend. Vielleicht hätte es doch einfach noch eine weitere Villa mit XXL-Pool auf Mali getan?

Regisseur Ron Howard will in der Tat mit „Inferno“ ein Zeichen setzen. Auf der Berliner Pressekonferenz erzählt er, wie wichtig es für ihn ist, mit seiner Kunst auch das Problem der Überbevölkerung anzusprechen, die die Lebensmittel- und Lebensraumverknappung mit sich bringt. Sein Cast, der mit auf Promotour ist – Tom Hanks, Omar Sy und Felicity Jones sowie auch Buchautor Dan Brown – nickt ernsthaft. Ein schöner Ansatz, aber am Ende ist doch viel zu wenig echte Kritik im Film gelandet. Das knapp zweistündige Werk ist Popcornkino mit düsterer Note. Ein Abklatsch der Vorgänger, bei dem die weibliche Hauptrolle wieder einmal viel unnahbar bleibt. Ganz richtig betont Howard aber, dass wir in einer Vakuum-Zeit leben, in der viele Fragen aufgeworfen werden, aber keine Antworten geliefert werden.

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Der Film möchte auch wirklich nichts beantworten. Er möchte nicht mal anecken. An den heiklen Stellen macht er Rückzieher. Die blutrünstigen Visionen Langdons sollen die Rolle von wahrhaftigen Meinungen übernehmen. Der Milliardär, der eigentlich auch nur ein besorgter Bürger mit etwas extremeren Maßnahmen ist, wird zwar im Laufe des Films auseinandergenommen, doch es fehlt schlussendlich die Moral. Was machen wir nun mit all dem Gesehenen? Verstehen wir nun Dante besser? Irgendwie auch nicht. Und den Starrummel um Tom Hanks schon gar nicht.

Vielmehr kommt bei mir die Frage auf, warum es noch keinen satirischen Kinofilm über den ganzen Presserummel, der um Filmneuerscheinungen gemacht wird, gibt. Der Tag der Deutschlandpremiere von „Inferno“ war wieder so ein Tag, an dem mir dieser Gedanke in den Sinn kam – insbesondere, als ich nach der Pressekonferenz auch noch bei 8 Grad in der Mitte des Berliner Sony Centers stehe: Ein abgetrennter Bereich mit muskelbepackten Sicherheitspersonal, um mich herum wahnsinnig viele Menschen mit Spiegelreflexkameras, Eddings und Bildern von Tom Hanks. Sie schreien, als sie den Hollywoodschauspieler sehen. Journalisten, die sich brav am Roten Teppich aufgereiht haben, wollen seine Meinung zum Weltgeschehen wissen.

Und der Hanks? Der berichtet munter, dass er immer Google offen habe, wenn er die Romane von Dan Brown lesen müsste. Nur so könne er sichergehen, dass er auch alles verstehe. Aber seitdem er die Rolle spiele, sei er ein besserer Dinner-Gast, da er so viel unnützes Wissen angesammelt habe. Was für ein herrliches Blabla, das selbst ich nun eifrig wiedergebe. Aber vielleicht sollten wir noch einmal überdenken, wen wir zukünftig anhimmeln wollen?


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Samsung Galaxy S4: Upgrade des Galaxy-Flaggschiffs vorgestellt

Was bringt das neue Galaxy S4 von Samsung? Daniel Kuhn gibt einen Überblick über Funktionen und Stellenwert des neuen Flagshiffs.

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Vergangene Nacht war es so weit, Samsung hat das neue High End-Smartphone Samsung Galaxy S4 vorgestellt. Eine große Überraschung ist es allerdings nicht geworden, eher eine sinnvolle Weiterentwicklung des Vorgängers.

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Hater: Daumen runter für neue „Dislike“-App

Mit „Hater“ wird ein langersehnter Traum erfüllt. Sie gibt dir die Möglichkeit zu „disliken“. Tobias Gillen, sieht dennoch Gefahren in der neuen iOS-App.

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„Wer sagt, dass ,Liken‘ die einzige Option sein muss?“, fragen die Macher der neuen App „Hater“ auf ihrer Website und treffen damit vermutlich bei vielen Facebook-Nutzern genau ins Schwarze. Nicht selten kommen nämlich die meist nicht ganz ernst gemeinten Forderungen nach einem „Dislike“-Button hoch, mit dem man sein Unwohlsein im Netzwerk mitteilen kann.

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HTC One: Das momentane Maß aller Smartphone-Dinge

Von Krise ist bei HTC nichts zu spüren. Zumindest wenn man das neue HTC One als Indikator heranzieht. Daniel Kuhn über das momentane Maß aller Smartphone-Dinge.

HTC One: Das momentane Maß aller Smartphone-Dinge

Nachdem Sony und Blackberry das neue Jahr mit zwei wirklich tollen Smartphones eingeleitet haben, konnte HTC mit der Präsentation des HTC One eines der wohl schönsten Geräte des Jahres vorstellen, an dem selbst Samsung und Apple nur schwer vorbeiziehen werden.

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Facebook Seiten Review 2012 – wie erfolgreich war deine Page?

Der ultimative Jahresrückblick für Facebook-Pages wird jetzt durch socialBench möglich. Erfahre Statistiken und die beliebtesten Beiträge per Klick.

Facebook Seiten Review 2012 – SocialBench

Der persönliche Jahresrückblick von Facebook, war als Feature für viele eine spannende Sache. Man hat per Klick einen Überblick bekommen, was für Bilder und Videos man im Laufe des Jahres 2012 auf seiner Pinnwand gepostet hat. Nun hat socialBench, als Reaktion auf das gern angenommeen Feature, ein ähnliches Tool für Seitenbetreiber entwickelt.

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Caseable: Individuelle Smartphone-Hüllen im Test (+Verlosung)

Keine Geschenk-Ideen für das bevorstehende Weihnachtsfest? Vielleicht findet Ihr bei Caseable ein wenig Inspiration.

Caseable: Individuelle Smartphone-Hüllen im Test (+Verlosung)

Das Startup Caseable versteht sich darauf Hüllen und Cases für vielerlei Gadgets zu produzieren. Die Palette reicht dabei vom Smartphone-Case bis hin zur Laptop/Netbook- und eReader-Hülle. Dabei setzt Caseable auf Individualität. Nicht nur in Sachen Design, sondern auch in Sachen Produktion und verabschiedet sich vom Credo der ost-asiatischen Massenware.

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Destination Check: Wie war’s @ SUMMIT OF NEWTHINKING?

Im neuen Format Destination Check fragen wir Gäste, Redner und Organisatoren verschiedener Veranstaltungen: „Wie war’s eigentlich @ … ?

summit of newthinking

Veranstaltung verpasst, verworfen oder vorgemerkt fürs nächste Mal? Die Netzpiloten fragen Gäste, Mitwirkende und Macher wie es diesmal für sie gelaufen ist. Heute im Netzpiloten Destination Check: Der erste SUMMIT OF NEWTHINKING, vom 15. – 16.11.2012 in der STATION Berlin.

Heute im Gespräch, Tobias Schwarz, Sprecher der LAG Netzpolitik bei Bündnis 90/Die Grünen, der auf der SON zu Gast war.

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Nexus 4: Megastar oder Megahype?

Das Interesse an Googles diesjähriger Neuauflage eines eigenen Smartphone, dem Nexus 4, ist größer als je zuvor, doch kann das Smartphone dem Hype überhaupt standhalten?

Nexus 4: Megastar oder Megahype?

Jedes Jahr im November steht die Android-Welt Kopf, wenn Google ein neues Nexus-Smartphone auf den Markt bringt. In diesem Jahr wurden genaugenommen neben dem Nexus 4 auch die Tablets Nexus 7 (in neuen Speichervarianten) und Nexus 10 vorgestellt, aber um die kümmern wir uns ein anderes Mal. Das Nexus 4 hat bei der prunklosen Vorstellung Ende Oktober bereits große Begeisterung ausgelöst. Weiterlesen »

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Windows 8: Lookaround – Desktop und Bedienung

Windows hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona seine Beta-Version von Windows 8, auch „Consumer Preview“ genannt, vorgestellt. Microsoft geht damit einen großen Schritt nach vorne, denn das Unternehmen verabschiedet mit der Version altbewährtes und geht in direkte Konkurrenz zu Android und iOS. Mit guten Gründen. Anwendungen werden nämlich heutzutage kaum noch per Standrechner oder Laptop, sondern mehr und mehr durch Smartphones und Tablets ausgeführt. Wurde der Begriff „App“ vor einigen Jahren beispielsweise noch kaum im Sprachgebrauch genutzt, dominiert er gegenwärtig jede Diskussion. Ich habe mich mal oberflächlich mit dem Betriebsprogramm auseinander gesetzt und erzähle euch mal meine Eindrücke zur Bedienung und zum Desktop.

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Kindle Touch im Test: Touch-A touch me

Ende September stellte Amazon neue Kindles vor, und der Kindle 4 wurde in der Zwischenzeit mehrfach rezensiert. Während sich deutsche Nutzer derzeit noch mit dem einfachen Kindle begnügen müssen, steht US-Kunden auch die touch-gesteuerte Variante und der farbige Kindle Fire zur Auswahl – letzterer verfolgt jedoch ein anderes Konzept. Denn anders als Amazons Multimedia-Maschine Kindle Fire legen Kindle 4 und Kindle 4 Touch den Schwerpunkt aufs Lesen und setzen konsequent auf das dafür hervorragend geeignete eInk-Display – Details dazu gibt es in Martin Lindners Test des Kindle 3.

Bild: Der Kindle Touch (vorne) ist etwas größer als sein betasteter Bruder – und verfügt über einige Features mehr.


Da der Kindle 4 für mich nicht in Frage kam (Details weiter unten), teste ich hier den Kindle 4 Touch auf Herz und Nieren – den bekommt man in Deutschland entweder per Import über eine US-Adresse, etwa bei Borderlinx, oder beim österreichischen Buchclub mexxbooks.

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Preferred Blog: wortgefecht.net

Ein Corporate Blog in unserer Reihe preferred blog, geht ja gar nicht. Doch. Geht.

Wenn eine Agentur sich anschickt, einfach mal normale Themen auf normale Weise zu beleuchten, ohne aus dem Bereich Social Media rocket science zu machen, dann ist das in diesem Fall auch mal ein Lob wert. Unaufgeregt und informativ berichtet der Schweizer Michael Gisiger über den Bereich des Web, der am meisten inflationiert wird, ohne zu Faseln. Mein Tipp für alle selbst ernannten Social Media Berater, die – Hand auf’s Herz – nichts anderes sind als Leute, die für einen Tagessatz das lernen, was wir mit offenen Augen und Ohren eh alle verstehen, wenn wir uns in vielen Ecken und Winkeln im Netz bewegen. Aber auch jeder andere, der Kommunikation im und über das Netz betreiben will, kann mal beim wortgefecht.net vorbeischauen. Ach ja, es ist das erste Mal, dass ich es jemandem verzeihe, wenn er von DER Blog schreibt. Am allerbesten sind die Blindtexte beim Agentur-Link.
;-)

Erinnert mich doch ein bißchen an meine Anfänge vor 176 Millionen Jahre.

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Netzpiloten Preferred Blog: USA Erklärt

Fast schon ein Klassiker ist USA Erklärt, immerhin hat das Blog schon gut vier Jahre auf dem Buckel. Und es bleibt trotzdem frisch! Ganz gemäß seines Mottos „Der faktische Hintergrund, freundlich erklärt“ betrachtet Scot Stevenson hier kulturelle Unterschiede zwischen USA und Deutschland und erläutert quasi nebenbei amerikanische Redewendungen. Als Amerikaner in Berlin – Stevenson arbeitet als Redakteur bei der Nachrichtenagentur Reuters und ist mit einer Deutschen verheiratet – kennt er bei Welten bestens und nimmt keine der beiden so richtig ernst. Bei seinen augenzwinkernden Berichten bleibt kein Auge trocken.

Aus gegebenem Anlass seien zwei Artikel mit Fußballbezug empfohlen: Flaggenprobleme zur WM, das aufrechte Sternenbanner sowie Die Game Faces der Republikaner.

Aber Vorsicht: USA Erklärt ist ein wahres Zeitgrab. Stöbern auf eigene Gefahr.

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Kostenfreies Screen Sharing mit Mikogo

Es gibt ja so Gelegenheiten, da fragt man immer seinen Alpha-Nerd. Oder seine Alpha-Nerdin. Der oder die wird’s schon richten, denkt man sich dann. Ganz so einfach ist das aber doch nicht, denn wie erklärt man jemandem übers Telefon, was er wo zu klicken hat, um endlich … (hier bitte ein beliebiges Problem eintragen) zu können?

An dieser Stelle setzt Mikogo an. Der Dienst schreibt sich „free screen sharing for people and businesses“ auf die Fahne und wartet sogar mit Fernbedienbarkeit des Rechners auf. Im Rahmen der (mittlerweile beigelegten) Auseinandersetzung um den Twitter-Account @mannheim hat Mikogo einige Publicity bekommen. Es wird also Zeit, den Dienst genau unter die Lupe zu nehmen. Weiterlesen »

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Was ist eigentlich Gowalla?

Der Pl0g–Screencast geht in die sechste Runde. Diesmal erklären uns Marco (aka emzo) und Florian (aka dotdean) Gowalla, ein sogenanntes location–based game, in anderen Worten: Ein Spiel, das weiß, wo du dich befindest und diese Information ins Spielgeschehen einbezieht. So wird der öffentliche Raum zum Spielfeld. Warum das wirklich Spaß machen kann und hilft, deine Stadt neu zu entdecken, erklärt die Pl0g–Crew im Podcast …
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Kindischer Kindle – The inconvenient truth

 Neben meiner Tätigkeit hier bei den Blogpiloten bin ich ja viel als Medien– und Verlagsberater in Deutschland unterwegs. Auf Konferenzen und bei Vorträgen habe ich in diesem Jahr auch ab und an über den Kindle von Amazon, elektronische Lesefolien und andere neuartige E–Reader gesprochen bzw. wurde gefragt, ob das das nächste große Ding ist und ob man als Verlag da unbedingt mit dabei sein muss. Meist habe ich dann auf Basis meines Fachwissens und meines gesunden Menschenverstandes argumentiert, aber immer mit dem flauen Gefühl, Kindle und Co. noch nie selbst in der Hand gehabt zu haben – wie übrigens auch 99,9 Prozent derer, die mich dazu befragt haben. Weiterlesen »

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Google Dashboard: Nicht schlauer als zuvor

Es klingt spannend: Google will transparenter werden und hat darum eine Seite aufgelegt, auf der jeder User nachschauen kann, welche Daten Google über ihn ganz persönlich erfasst hat. Google Dashboard heißt dieser frisch gelaunchte Dienst. Google selbst erklärt den Dienst so: Weiterlesen »

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pip.io: Das bessere Google Wave

pipioWer versucht hat, eine Einladung für Google Wave zu bekommen und dann endlich reinschauen konnte, war überrascht und enttäuscht zugleich. Es ist ein cooles Tool, um mit Kollegen zusammen zu arbeiten. Die Integration anderer bestehender Netzwerke ist nicht direkt möglich. Obwohl zum Beispiel twittergadget auch ganz ohne die iFrame-Extension funktioniert. Die muss man erst einbinden, um friendfeed zu sehen. Weiterlesen »

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DandyID – Das eigene Ich aus dem Netz fischen

dandyidMan kennt das ja. Nach und nach häuft man Dutzende von Social–Network–Profilen an, pflegt davon wirklich nur 3–4 (wenn überhaupt) und verliert sehr schnell die Lust und den Überblick über all das, was man so im Laufe eines Onlinejahres im Netz an Spuren auf neuen Plattformen hinterlässt. DandyID kann hier helfen den Überblick zu behalten bzw. zurück zu erobern. Weiterlesen »

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minube – Der soziale Reiseplaner

minubeDu hast dir sicher schon mal ein Restaurant von einem Freund empfehlen lassen oder hast ein schönes Reiseziel dank des Tipps eines Bekannten entdeckt. Wer auf persönliche Empfehlungen von Freunden Wert legt, ist bei Minube am richtigen Platz. Denn hier teilen Onlinefreunde ihre Reiseerfahrungen. Minube bietet aber noch mehr. Weiterlesen »

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Zamzar – Der Online-File-Konvertierer

zamzarlogoBei der nahezu unüberschaubaren Zahl von Dateiformaten und dem immer wieder aufkommenden Bedarf an einer Transkodierung und Konvertierung stößt man beim eigenen Betriebssystem oder der jeweils benutzten Software schnell an Grenzen. Hier kommt Zamzar als Schweizer Messer ins Spiel. Denn … Weiterlesen »

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Twitter-Management mit HootSuite

picture-4Intensiv- und Profitwitterer entwickeln mit der Zeit eine Twitterstrategie, bei der es darum geht mit verschiedenen Accounts zu bestimmten Uhrzeiten bestimmte Tweets abzusetzen und gleichzeitig die Übersicht über Follower, Replys, Direct Messages etc. zu behalten. Mit dem Webfrontend von Twitter selbst stößt man hier schnell an Grenzen. Diverse Clients und Webservices von Drittanbietern sind bereits auf dem Markt, die das Twitter-Management erleichtern und unterstützen. Einer dieser Dienste ist HootSuite. Weiterlesen »

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