Peoplebrowsr: Wegweiser durch den Twitter-Dschungel?

Logo PeoplebrowsrTwitter, je nach Ansicht universalste Kommunikations- und News-Allzweckwaffe oder unsäglicher Zeiträuber, ist vieles – aber nicht gerade praktisch. Ein Beispiel: mal schnell nachgucken, wer meinem Lieblingszwitscherer x (Namen bitte nach eigenem Interesse einfügen) noch so alles folgt. Also anmelden, „View All“ klicken, „following_me“ klicken, scrollen, aussuchen, „follow“ klicken. Nun noch einmal die gleiche Prozedur, um mal schnell nachzugucken, wer meinem Zweitlieblingsfollower y so alles folgt. Also wie ein Wahnsinniger auf den Zurück-Button klicken; dann wieder von vorne: „View all“, „following_me“, scrollen… Anschließend dasselbe auf Flickr? Nope, keine Lust/Zeit/Nerven. Das muss doch einfacher gehen.

Peoplebrowsr möchte das Web-2.0-Gezwitschere (und noch einiges mehr) vereinfachen. An einer Stelle einloggen und mit einem Klick folgen, was die Freunde (und alle anderen) gerade so treiben. Dazu werden andere Dienste integriert, um das Web-2.0-Erlebnis perfekt zu machen. Umfangreiche Funktionen sind auch an Bord. Mit solchen Ansprüchen trat Peoplebrowsr  bei der Techcrunch50 an. Nun kann man das selbst ernannte Social Media Visual Dashboard in der Alpha Version testen.

Wie funktioniert Peoplebrowsr?

Peoplebrowsr erlaubt die Integration einiger zentraler Web-2.0-Dienste wie Twitter, Flickr, Friendfeed und Seesmic. Der Dienst hat zwei grundsätzliche Ansichten: Stream und Gallery. Im Stream werden horizontal Tweets und Updates angeordnet. Sie werden dabei in verschiedene Gruppen eingeteilt. Zwitschern und Suchen lässt sich hier natürlich auch.  Mit Shift-Klick lassen sich Nutzer zu Gruppen hinzufügen, die man dann zur Suche nach Kontakten nutzen kann. In der Gallery View kann man sich die Profilbilder anderer Nutzer anschauen und bekommt mit einem Klick alles angezeigt, was bei Twitter auf einer separaten Seite angezeigt wird: Follower, Profil und natürlich die Tweets. Außerdem kann man hier Direct Messages verschicken oder einen Kontakt hinzufügen.

Screenshot Peoplebrowsr

Peoplebrowsr ist Alpha, also noch im Entwicklungsstadium. Und das merkt man dem Service an jeder Stelle an. Im Test war er unglaublich langsam und legte zudem fast den Browser lahm – nur ein Schließen des Tabs half da noch weiter. Auch die Bedienung hakte an mehreren Stellen, und die Usability wird mit den vielen Buttons und einem Wirrwarr von Scrollbalken nicht erleichtert.

Für wen ist Peoplebrowsr gedacht?

Der Name sagt eigentlich schon alles: schön shiny web2.0ig wird das „e“ in Browser weggelassen, und die Zielgruppe weiß Bescheid. Wer im Wirrwarr von Twitter-Kontakten den Überblick behalten oder neue Menschen finden möchte, denen man folgen will, wird die Gruppen und Schlagworte lieben. Zudem erlaubt der Dienst, verschiedene Profile an einer zentraler Stelle im Blick zu behalten.

Blogpiloten-Fazit

Peoplebrowsr kämpft noch mit den Problemen, die ein noch nicht fertiges Produkt so hat: es ist langsam und die Bedienung wirkt noch sehr hakelig. Von der Funktionsfülle her macht Peoplebrowsr einen guten Eindruck: Funktionen sind sinnvoll und gut durchdacht. Viele davon sind jedoch derzeit nur unbefriedigend nutzbar: die grafische Oberfläche sollte dringend verbessert werden, damit sie weniger überladen wirkt. Gerade für eine derart komplexe Anwendung ist eine gelungene Bedienoberfläche zentral. Sollte das Peoplebrowsr gelingen, wird es eine gute, sinnvolle Erweiterung im Web 2.0 werden. Gegenwärtig gibt es jedoch noch viel zu viele Baustellen, um den Dienst weiterzuempfehlen.

Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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