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Deus ex digitus: Theater im digitalen Mantel

Klassische Aufführungsorte wie das Theater werden seit geraumer Zeit stilistisch ausgedehnt. Viele Theatermacher bauen in ihre Inszenierungen mediale Elemente ein und formen dabei eine Ästhetik, die den Raum des Denkbaren erprobt. Es finden sich kaum mehr Theaterstücke, die nicht aus dem weiten Datennetz fischen oder digitale Medien als Requisite hinzuziehen. Für manche scheint diese Form der Wendung nicht nur die geschmackliche, sondern auch die veritable Grenze zu sprengen. Man echauffiert sich über diesen Wagemut der Sinne wie erregte Kleriker und verkündet das Ende des Theaters. Eine kategorische Ablehnung ist immer noch die wirksamste Methode, Aufmerksamkeit zu erregen. Der Einsatz von iPads und Live-Streams sei eine Versittung, ein kultureller Niedergang. Die zunehmende Technisierung auf der Bühne, wie das Abspielen von Filmelementen, Projektionen oder anderweitige Video-Installationen, würden dem Stück allmählich seine Identität rauben. Ein Erkennungswert wäre nicht mehr vorhanden und das ursprüngliche Stück entfremdet, da eine illusionistische und werkgetreue Inszenierung fehlen würde. 

Einteilungen und Ordnungen

Interaktionen sind nicht willkommen in bestimmten Kreisen. Die bewusste Vermengung unterschiedlicher Disziplinen verursacht daher bei manchen Menschen einen starken Widerwillen. Widerwillen sollte man allerdings nicht mit politischem Widerstand verwechseln. Nicken und Toleranz suggerieren trifft es am ehesten. Nun ist man Experimentelles oder Spielereien von kleinen Theatern gewohnt, jedoch nicht an den renommierten Häusern, die sich zunehmend zum kultur-elitären Biotop entwickeln. So weit reicht das Verständnis nun doch nicht. Manchmal hat man das Gefühl, dass Kritiker lediglich persönliche Befindlichkeiten kommunizieren, sobald die gewohnte Einteilung oder Ordnung durcheinander gerät. Das Auge fürchtet nämlich nichts mehr als die Disharmonie. So erwartet man eine gemütliche Theateraufführung und ist dann empört über Bilder, die den eigenen Erwartungen nicht entsprechen und wie ein schwarzer Balken im Bilderkosmos erscheinen. Jenen geht es aber nicht nur um die vermeintliche, ästhetische Verunglimpfung eines Stücks, vielmehr lehnen sie ungewohnte, fremdwirkende Methoden kategorisch ab.

Störung führt zum Dissens

Manche haben festgelegte Regeln für gute Kunst, das heißt, die Zusammensetzung muss stimmig sein, einen Konsens ergeben. Selbst „moderne“ Interpretationen bewegen sich innerhalb dieser Vorgabe und folgen einer festgelegten, ästhetischen Logik. Statt eines gemütlichen Theaterabends, ist man plötzlich mit einer Masse von Technik und digitalen Erscheinungen konfrontiert, die mitunter zur Unerträglichkeit wachsen können und Verwirrung stiften, da sie abstrakt wirken und dem Anschein nach logische Lücken aufweisen. Man stört sich an den Bildern und hinterfragt die Sinnhaftigkeit solcher Inszenierungen. Die Störung ist jedoch entscheidend: statt Konsens herrscht nämlich Dissens. Der platzierte Bruch mit herkömmlichen Denk- und Sichtweisen entspricht keinem bekannten Identitätsmuster und folglich ist auch kein Wiedererkennungswert vorhanden. Das Fehlen von klassischen Verhaltens- und Identifikationsmustern löst beim Betrachter Unbehagen und Abwehr aus. Das Fremde oder Andere passt daher auch nicht ins Weltbild.

Während der Konsens oft Ignoranz und Verfehlung zugleich darstellt, da sie die Angleichung sucht, bewirkt der Dissens grade die Akzentuierung der Verfehlung als die notwendige Differenz. Statt Realitäten auszublenden, ist die Einbeziehung digitaler Medien, so unschön sie auf manche wirken mag, eine Notwendigkeit, um die Spannungen zu fühlen und die Interaktion zwischen den verschiedenen Realitäten zu fördern. Die kategorische Verbannung bestimmter Realitäten hingegen ist gleichzeitig die radikale Vereinnahmung des Raumes. Stattdessen sollte Sie jedem zugänglich sein und partizipieren statt auszugrenzen.

Spielplatz

Theater ist mehr als nur ein Ort für pädagogische Aufklärung oder die kritische Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Themen oder Misständen. Es ist vorallem auch Experimentierstätte und Spielplatz, demnach auch Fläche, wo Beteiligte oder Ereignisse auch den Streit einbringen, Diskrepanzen erproben. Die Aufhebung eines Regelkonstrukts und die Vermischung verschiedener Einteilungen ist ein positiver Nebeneffekt, dass im Spiel, im Experiment entsteht. „Theater ist ein Labor der Gegenwart. Das bedeutet, es kann und darf einem auch um die Ohren fliegen.“ Dieses Zitat stammt vom deutschen Theaterregisseur Kay Voges, der des Öfteren den analogen Theaterraum in eine virtuelle Bühne verwandelte, mit Virtual Reality-Brille, Hologrammen, Videoscreens und allem technischen Know-How. Aufgrund seiner Erfolge und der Aktualität gründete er die „Akademie für Digitalität und darstellende Kunst„, um die Idee des Spiel-Labors aufzugreifen und Platz für alternative Formen zu schaffen. Kunst und Technik können voneinander lernen.


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Technik-Trends für das Jahr 2019

Es ist schon wieder soweit: Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu und 2019 erscheint langsam am Horizont. In diesem Jahr gab es viele technische Neuerungen. Gerade die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz und die Verbesserung vieler Wearables-Produkte bestimmten die News aus der Technik-Branche. Doch was hält das neue Jahr bereit? Was sind die technischen Themen, die uns 2019 begleiten werden? Wir wagen einen Blick in die Zukunft.

„Alte“ Trends bleiben bestehen

Auch im neuen Jahr werden wir auf altbekannte Trends stoßen, die bereits 2018 für Aufsehen sorgten.

So wird zum Beispiel die Künstliche Intelligenz ein Forschungs- und Entwicklungsfeld mit hoher Relevanz bleiben. Ganz egal ob intelligente Service-Systeme oder Home-Assistants wie Google Home und Amazons Alexa. Auch in 2019 werden wir in diesem Feld einige Verbesserungen und Neuerungen sehen, die die Künstliche Intelligenz dem menschlichen Verstand noch näherbringen wird. Außerdem wird in diesem Zusammenhang das Machine Learning im Mittelpunkt stehen. So nennt sich das selbstständige Erlernen von neuen Fähigkeiten, ohne dass es von Menschenhand programmiert wurde. In 2019 werden Künstliche Intelligenzen fähig sein, Bilder und andere äußere Einflüsse besser zu analysieren und zu verarbeiten, um somit den eigenen „Horizont“ selbstständig zu erweitern.

Auch der Bereich Blockchain wird uns 2019 in der Technik weiter beschäftigen. Dass Blockchain noch viel mehr kann, als nur für die Verwaltung von Kryptowährungen herzuhalten, haben wir bereits in diesem Jahr gelernt. Wie diese Systeme verbessert und vor allem sicherer gemacht werden können, werden wir dann im neuen Jahr sehen. Das Forbes Magazine spricht in seinen Voraussagungen für das neue Jahr zum Beispiel von innovativen B2B2C-Beziehungen, also wirtschaftlichen Beziehungen zwischen mehreren Firmen und Endkunden, die durch das Einsetzen von Blockchain vereinfacht werden könnten. Des Weiteren wird die Verbesserung der derzeitigen Sicherheits-Mechanismen ein großes Thema im Blockchain sein.

The Internet of Things bleibt im Trend

Wer sich schon jetzt beschwert, dass das WLAN vom Toaster mal wieder nicht funktioniert, oder einen Kleinkrieg mit seinem Router-gebundenen Rauchmelder führt, den wird im Jahr 2019 mit dem Internet of Things noch mehr Spaß erwarten. Denn das Vernetzen und Verbinden von verschiedensten Haushalts- und Arbeitsgeräten wird im ausgehenden Jahrzehnt weiterhin eine große Rolle spielen. Auch hier ist zum Beispiel die Verwendung von sprachgesteuerten Assistenten ein großes Zukunftsfeld. Letztendlich geht der Trend des Internet of Things auch in 2019 zu einer angenehmeren User-Erfahrung. Hierbei bleibt das Ziel natürlich immer, Technik so nahtlos wie möglich in unseren Alltag zu integrieren und damit unser Leben zu erleichtern.

Neue spannende Technik-Bereicherungen in Sicht

Doch nun ist es an der Zeit sich den spannenden Trends zu widmen, die in 2018 zwar schon absehbar, aber noch nicht im Mainstream angekommen waren. Wie zum Beispiel der E-Sport. Wir haben schon öfters darüber berichtet, wie die Community rund um den elektronischen Sport wächst. Aber in 2019 werden noch einmal ganz neue Dimensionen in Punkto Wachstum angesteuert. Es wird davon ausgegangen, dass die E-Sport Szene im nächsten Jahr 1.1 Milliarde US-Dollar wert sein wird. Mit namenhaften Sponsoren wie Coca Cola, die schon jetzt diese besondere Industrie unterstützen. Außerdem wird beobachtet, wie immer mehr Sport-Clubs auf der Welt sich E-Sport Teams aufbauen, um an diesen noch relativ jungen Events teilzunehmen.

Währenddessen werden wir auch im Bereich Retail-Technologie große Fortschritte sehen. Denn wo Supermarktketten wie Famila mit Selbstbedienungskassen ansetzen, ist noch viel Luft nach oben. Kontaktloses Bezahlen, Essen vom Supermarkt nach Hause liefern lassen, oder benutzerdefinierte Angebote bekommen. Für den Bereich Einzelhandel haben derzeitig entwickelte Technologien bereits viel zu bieten. Infolgedessen wird uns in 2019 eine noch angenehmere Einkaufs-Erfahrung erwarten. Immer abgestimmt auf unsere Vorlieben und Bedürfnisse.

Zuletzt möchten wir auf einen Technik-Trend aufmerksam machen, der sich bisher noch im Hintergrund gehalten hat. Das sogenannte Quantum Computing. Der Begriff steht für den Versuch einen Computer zu bauen, der auf den Gesetzen der Quantenphysik beruht. Einfach gesagt ist damit das Verarbeiten und Kategorisieren, sowie Archivieren von großen Datensätzen deutlich leichter, als mit herkömmlichen PCs und Servern. Derzeit befinden sich diese auch als „Supercomputer“ bezeichnete Geräte noch in der Entwicklung. Aber das Rennen um das Erfinden des ersten effizienten Quantencomputers wird 2019 in seine heiße Phase gehen.

Hier einmal ein Video, welches die Quantencomputer-Experimente des Hardware-Herstellers IBM zeigt:

Die Zukunft wird noch interaktiver

Was ist also festzuhalten? Viele Technologien, die sich über die Jahre entwickelt haben, werden in 2019 einen Feinschliff erfahren. Der allgemeine Trend der Technik richtet sich immer stärker danach, die individuellen Bedürfnisse der Nutzer besser zu verstehen. Somit soll auch die Technik „sensibilisiert“ werden- frei nach dem Motto: Die Maschine dient dem Menschen, und nicht anders herum. Wir sind gespannt, was das nächste Jahr an Entwicklungen bereithält und werden für euch auch in 2019 Trends, Tipps und Geschichten aus der digitalen Welt aufbereiten.


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Neuer VR-Handschuh ermöglicht es virtuelle Objekte „anzufassen“

Forschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich ist es in Zusammenarbeit mit der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) gelungen, einen besonderen Handschuh zu entwickeln. Mit diesem soll es möglich sein in Virtual-Reality-Simulationen Objekte auch zu „ertasten“. Die meisten Handschuhe, die man bisher für virtuelle Simulationen entwickelte, waren oftmals zu schwer oder nicht feinfühlig genug. Damit macht der DextrES nun Schluss.

Deutliche Verbesserungen in Gewicht und Bewegung

Der DextrES wiegt nur beeindruckende 8 Gramm und soll sich somit so anfühlen, als würde man gar kein Gerät tragen. Zudem setzen die Entwickler auf ein 2mm dünnes Baumwollgewebe, das die Finger umgibt. Ansonsten ist der Handschuh ausgestattet mit ultradünnen Metallbändern, die von jedem Finger zur „Zentrale“ des Handschuhs am Handgelenk gehen. Die Technik hinter dem DextrES ist so genial wie einfach. Sobald man in der Simulation virtuelle Objekte berührt, ziehen sich die Metallbänder zusammen. Damit ist es den Fingern im Handschuh unmöglich, sich zu bewegen.

In Zusammenspiel mit entsprechenden Bildern aus einer VR-Brille, denkt das Gehirn, man fasse gerade einen realen Gegenstand an. Der größte Vorteil des DextrES besteht wohl aber darin, dass der Handschuh ganz ohne lästiges Exoskelett oder dicke Kabel auskommt. Bei anderen Modellen schränkt genau das die Bewegungsfreiheit ein. Aber ganz ohne Kabel für die Stromversorgung kommt der neue Handschuh auch noch nicht aus. In einem zukünftigen verbesserten Model des DextrES soll es möglich sein, ihn mittels einer kleinen Batterie zu betreiben. Damit ist die komplette Bewegungsfreiheit gewährleistet.

Einsatzmöglichkeiten gehen weit über Videospiele hinaus

Im Moment sei die Nachfrage nach diesen Handschuhen bei den Gamern am größten, so Otmar Hilliges, Leiter des Advanced Interactive Technologies Lab der ETH Zürich. In Zukunft könne man sich auch vorstellen, den Handschuh in ganz anderen Bereichen einzusetzen. Durch den DextrES könnte es zum Beispiel möglich sein, komplizierte Operationen im Vorhinein zu üben. Oder Medizinstudenten bessere Lernmöglichkeiten zu geben. Aber auch in der Technik, zum Beispiel im Ingenieurwesen, gäbe es somit die Möglichkeit der Erstellung von realitätsnahen Simulationen. Der Leiter des Soft Transducers Laboratory vom EPFL Herbert Shea merkte an, dass diese Technik auch auf Augmented Reality übertragen werden könnte.

Die Einsatzmöglichkeiten des DextrES sind also mehr als vielseitig. Es bleibt spannend um die Entwicklungen in der VR- und AR-Welt. Wir halten euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden!


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Google stellt neues Google Pixel 3 und Pixel 3 XL vor

Google hat zwei neue Top-Smartphones vorgestellt, mit denen das Unternehmen wieder ganz oben auf dem Markt mitmischen will. Die größten Neuerungen betreffen dabei den integrierten Google Assistant und die Kamera.

Im Design hat sich nicht allzu viel verändert. Mit einem 5.5“ Bildschirm beim Pixel 3 und einem 6.3“ Bildschirm beim Pixel 3 XL ist die dritte Generation des Google Pixel ein wenig größer als der Vorgänger. Ansonsten weist es das typisch moderne und schlanke Design vor, das man auch schon von den Vorgängermodellen kennt. Das Smartphone soll Staub- und Wasserresistent sein und hat einen speziellen Sicherheits-Chip integriert. Er heißt Titan M und soll die Datensicherheit des Handys unterstützen.

Große Neuerungen bei der Kamera

Google stellt mit seinem Pixel 3 und dem Pixel 3 XL ein Smartphone vor, das noch stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Benutzer eingestimmt sein soll.

Die Kamera soll mithilfe einer integrierten KI verbessert werden. Die neue Funktion „Super Res Zoom“ soll den Zoom verbessern und zudem gibt es nun „Night Sight“ in der Kamera. Dank dieser soll es endlich möglich sein, auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen, wie abends noch gute Bilder zu schießen. Mit dem „Group Selfie“ soll die Kamera noch einmal um 184 Prozent erweitert sein, sodass man auch Gruppen ohne Probleme auf ein Bild bekommt. Das Feature „Fotobooth“ erkennt automatisch, wenn man lächelt oder eine Grimasse schneidet und schießt anschließend von selbst ein Selfie. Damit muss man nicht mehr selbst den Auslöser betätigen und hat keine Hand mehr im Bild.

Die Kamera des Google Pixel 3 fokussiert nun auch automatisch beim Filmen. Wenn man zum Beispiel ein Haustier filmt, bleibt die Kamera immer auf diesem gerichtet. Auch wenn man sich bewegt. Gleichzeitig versucht die Kamera durchgängig das Bild zu stabilisieren. Zudem bietet Google seinen Kunden mit dem Google Pixel 3 unbegrenzten Speicherplatz für die Bilder. Diese sollen automatisch online bei Google Photos gespeichert werden.

Mehr Phone-Live-Balance

Wie auch schon Apple in seinem Update auf iOS 12 es getan hat, wird es nun auch auf dem neuen Google Pixel möglich sein einzustellen, wie lange man welche App benutzen möchte.

Außerdem kann man einsehen, wie lange man das Handy genutzt hat und man kann nun den „Wind Down“–Modus nutzen, um besser einschlafen zu können.

Ein weiteres tolles Feature ist die integrierte Google Lens. Unter Verwendung dieser soll man sofort durch die Kamera des Google Pixel 3 Texte aus seiner Umgebung übersetzt bekommen, oder ähnliche Kleidung finden wie die, die man vor sich sieht. Und zum Beispiel auch Pflanzen und Tiere kann die Kamera erkennen. Google Lens scannt die Umgebung und erkennt, wozu es mehr Informationen anzeigen kann.

Neue Funktionen beim Google Assistant

Doch Google denkt noch viel weiter mit seiner KI. Denn auf dem Google Pixel 3 sollen eingehende Spam-Anrufe zum Beispiel von Reisegesellschaften oder Verkäufern automatisch erkannt werden. Sobald eine Nummer anruft, die nicht eingespeichert ist, kann der Benutzer aus mehreren Optionen wählen. Er kann auch auswählen, den Google Assistant abheben zu lassen. Die KI nimmt den Anruf entgegen und teilt dem Gesprächspartner mit, dass er mit einer KI spricht und diese das Gesagte in schriftlicher Form dokumentiert und an den Besitzer des Handys weitergibt. Handelt es sich bei dem Anruf um Werbung, kann man dem Google Assistant gleich mitteilen, er soll dem Gesprächspartner sagen, diese Nummer in Zukunft nicht mehr zu wählen. Das knüpft direkt an die Technik an, mit der man ebenfalls Friseurtermine oder Arztbesuche bequem mit der KI abschließen können soll. Diese Funktion wird es zunächst allerdings nur in den USA geben.

Wie auch schon bei dem Google Pixel 2 wird der Akku innerhalb von 15 Minuten geladen und soll dann sieben Stunden halten.

Erhältlich ist das Google Pixel 3 für 799 Dollar (694,46 Euro) und das Google Pixel 3 XL für 899 Dollar (781,37 Euro) im Moment zum vorbestellen.

Hier lest ihr unseren Test zum Google Pixel.


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Cooles Kinder-Coden in Hamburg!

Vom 6. bis 21. Oktober findet in Hamburg wieder die außergewöhnliche Code-Week statt. Sie ist Teil einer europäischen Initiative, die Kinder und Jugendliche für das Programmieren und das Experimentieren mit Technik begeistern will. Ins Leben gerufen wurden diese Veranstaltungen im Jahr 2013 und sie erfreuen sich seither einer regen Beteiligung.

In über 80 verschiedenen Workshops können Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 18 Jahren Spiele programmieren, mit dem 3D-Drucker arbeiten oder eigenen Apps entwickeln. Veranstaltet wird das Ganze zum einen von der Körber-Stiftung und den Bücherhallen Hamburg, sowie zum anderen von Initiativen der Hamburger Coding und Making-Szene und einigen engagierten Vertretern von Hochschulen und Unternehmen.

Eröffnungsveranstaltung und Anmeldung

Für interessierte Kinder, Jugendliche und Eltern gibt es am Samstag, den 6. Oktober, eine Auftaktveranstaltung in der Zentralbibliothek von 11 Uhr bis 17 Uhr. Dort gibt es dann auch die ersten aufregenden Projekte. So können Besucher der Eröffnung der Code-Week im Untergeschoss der Bücherhallen mithilfe von Luftballonketten selbst Computer-Geheimcodes schreiben und auch wieder dekodieren. Zudem gibt es viele offene Mitmachstationen an denen man zum Beispiel LED-Schmuck selbst gestalten, oder Roboter durch ein Labyrinth steuern kann. Außerdem kann man hier in einem Informatik-Test sein Wissen auf die Probe stellen. Darüber hinaus gibt es nicht nur am ersten Tag der Code-Week, sondern auch an jedem anderen Tag tolle Workshops. Wie man sich für diese anmelden kann, steht hier.

Wer sonst Interesse an der Code-Week hat, kann sich hier die Übersicht zu allen Workshops ansehen. Und wer genaueres zu der Auftaktveranstaltung wissen will, der sollte hier vorbeischauen.

Die Code-Week bietet eine tolle Möglichkeit, junge Menschen an diese wichtigen Berufsfelder heranzuführen. Jährlich finden bundesweit 425 solcher Veranstaltungen statt. Und mit so vielen verschiedenen Workshops und Initiatoren, die an dieser Code-Week beteiligt sind, ist Hamburg ganz vorne mit dabei.


Image by Pressebilder / Code Week Hamburg

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Netzpiloten @Ada Lovelace Festival

Diesen Herbst erwartet uns geballte Frauenpower beim Ada Lovelace Festival 2018. Vom 11. bis 12. Oktober werden in Berlin Vorträge und Workshops präsentiert, rund um die Themen technologisches Know How, Innovationen und Computing. Unter der geistigen Patronage der berühmten Mathematikerin Ada Lovelace (1815-1852), die als die erste Programmiererin gilt, gestaltet sich die Veranstaltung als größtes Crossover-Event für Frauen aus allen IT-Branchen.

Es gilt der notorischen Unterbesetzung von weiblichen IT-lern in der Informatik- und Technologiebranche entgegenzuwirken. Deshalb engagiert sich das Ada Lovelace Festival für einen stärkeren Austausch unter den Tech-Frauen. Die Netzpiloten sind zum ersten Mal als Partner mit dabei und wir freuen uns auf zwei spannende Tage in Berlin. Das Festival richtet sich übrigens nicht nur an Expertinnen, sondern auch an Berufseinsteigerinnen, Studentinnen und Visionäre, die sich gerne weiterbilden möchten. In über 15 verschiedenen Workshops, Think Tanks und Mentoring Classes gibt es viel zu Lernen und Ideen auszutauschen!

Welche Referentinnen werden da sein?

Das Festival bietet den Teilnehmerinnen die Möglichkeit mit über 70 Experten/innen aus allen Zweigen der IT-Branche in Kontakt zu kommen. Eine der Rednerinnen ist Dorothee Bär, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung. Des Weiteren wird Lisa Domican vor Ort sein, CEO der Grace App Communication. Ihre Anwendung richtet sich speziell an Kinder mit Autismus, um sie bei ihren individuellen Lernprozessen zu unterstützen. Ebenfalls mit dabei ist Svenja Heinecke, Community Managerin bei der Sozialhelden e.V. und viele weitere Frauen und einzelne Männer aus dem IT-Bereich.

Um welche Themen wird es gehen?

  • Die digitale Revolution und wie sie unser Leben verändert
  • Technologie zur Spracherkennung
  • Workshops rund um das Thema Marketing und Kommunikation
  • Technik in Verbindung mit sozialen Aufgabenbereichen
  • Integration von Frauen in die IT-Berufe

Und sonst noch?

Es sind noch reguläre Tickets zu bekommen. Studenten, sowie Freelancer und Startups erhalten Rabatt. Zudem berechtigt das Ticket auch zur Teilnahme an der Aftershowparty. Wir freuen uns drauf!

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Netzpiloten @solutions.hamburg

„Digitalisierung ist Teamsport!“ – Wir finden, das ist ein super Motto unter dem in diesem Jahr die solutions.hamburg vom 12. bis zum 14. September stattfindet. Wir Netzpiloten sind gerne mit dabei wenn sich drei Tage lang in einer von Hamburgs besten Locations – der internationalen Kulturfabrik Kampnagel – alles um die große digitale Transformation dreht. Veranstaltet vom Silpion Team werden in verschiedenen Vortragsräumen und Hallen alle Digitalisierungsinteressierten jede Menge Wissenswertes, Trends, Strategien und Lösungsansätze für Unternehmen im digitalen Wandel erfahren.

Was die solutions.hamburg so spannend macht? Das ausgefeilte Programm! Die drei Kongresstage sind unterteilt in drei Themenbereiche, sodass jeder auf seine Kosten kommt. Erlebt den Mittwoch im Zeichen des Strategy Day. Lasst euch hier zeigen, wie digitale Schlüsseltechnologien auf strategischen Ebenen zu erfassen sind. Der Donnerstag widmet sich ganz dem Thema innovative Technologien und Lösungsansätze aus den Bereichen Künstliche Intelligenz oder Virtual Reality. Den Freitag verbringt ihr mit Themen rund um die Technologie. Blickt gemeinsam mit Experten in die Gegenwart und Zukunft und erlangt praktisches Wissen für eure Arbeit im Unternehmen.

Welche Speaker werden da sein?

Die solution.hamburg fährt rund 500 tolle Experten auf. Das macht sie ganz klar zu einem der größten Digitalisierungskongresse. Wir sind gespannt auf inspierende Vorträge wie etwa vom Wissenschaftsjournalisten und Autor Ranga Yogeshwar, der seine Keynote direkt am Mittwoch halten wird. Zudem wird uns Dr. Markus Durstewitz – Innovation Manager bei Airbus – etwas zum Thema Design Thinking erzählen. Spannend wird auch der Vortrag von Jenny Kornmacher, der Projektleiterin der Hamburg Kreativ Gesellschaft, die uns neue Impulse für die Industrie liefern wird. – Und wir freuen uns natürlich auf unseren Blogger-Freund Sascha Lobo!

Welche Formate und Themen erwarten dich?

  • Erfahrungsberichte, Impulsvorträge, Workshops und Netzwerkveranstaltungen
  • Zukunft Kundenkommunikation
  • KI Revolution
  • New Work & Digital Collaboration
  • Blockchain
  • AI in Brand Management
  • Mensch und Technik im Wandel

Und sonst noch?

Mit mehr als 5.000 Besuchern und mit über 400 Sessions, erwartet die Teilnehmer ein immenser Input. Haushaltet schön mit euren Kräften und wählt gut aus ;) Tickets gibt es hier! Wir seh’n uns auf Kampnagel!

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Netzpiloten @EBSpreneurship

Es ist bereits das zehnte Mal, dass Investoren, Studenten, Unternehmer und die, die es noch werden wollen, auf dem EBS Campus im Reingau aufeinandertreffen. Denn vom 19. bis 20. Oktober findet erneut der EBSpreneurship statt.

Hierbei handelt es sich um den größten von Studenten organisierten Kongress mit dem diesjährigen Fokus auf das Zusammenspiel von Finanzen und Technik.

Highlights für Jedermann

Wie schon in den Vorjahren können Besucher sich auf ein vielfältiges Programm freuen. Dabei erwartet sie spannende Vorträge von namhaften Speakern wie unter anderem Peter Holzer – Autor des Buches “Mut braucht eine Stimme” – oder auch Rouven Dresselhaus von Cavalry Ventures.

Zudem können sich die Teilnehmer auf anregende Podiumsdiskussionen mit Experten und Referenten freuen, bei denen es um interessante Themen wie Künstliche Intelligenz oder auch um die Zukunft der Mobilität geht.

Besonders sinnvoll ist an den beiden Tagen außerdem die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen. Die Chancen stehen besonders gut sich seinen Praktikumsplatz zu ergattern oder gar andere Gründer mit ins Boot zu holen. Die Optionen scheinen an den beiden Tagen beinahe unbegrenzt.

Neben spannenden Workshops unter anderem zu den Themen Social Media oder Unternehmens- und Marktsimulationen können Teilnehmer hier ihr Wissen auffrischen und von den Besten lernen, um sich in Zukunft ein sicheres Standbein zu schaffen.

Diese beiden Tage sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, denn hier ergeben sich zahlreiche Chancen für Gründer, Investoren, Unternehmer und Studenten. Aber auch Interessierte, die erst noch den großen Schritt in die Gründerszene wagen wollen, sind auf dem Kongress herzlich willkommen. Seid dabei, wenn Wissen auf Innovation trifft und vernetzt euch untereinander!

Tickets ergattern und dabei sein!

Wenn ihr euch den EBSpreneurship nicht entgehen lassen wollt, dann könnt ihr euch schnell Studenten-, Early Bird-, oder Unternehmer-Tickets besorgen.

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„Für Originalität muss man die Welt wahrnehmen“: Technikphilosoph Mads Pankow im Interview

Den Rückruf zum Interview über KI und Kreativität mit Mads Pankow bekomme ich auf einer kleinen Lichtung mitten im Teutoburger Wald. Der 33-jährige Technikphilosoph, Herausgeber und Politikberater sitzt an diesem sonnigen Dienstagnachmittag im Mai gut vorbereitet in seinem Berliner Büro – ihm liegen meine Fragen vor – ich habe immerhin Stift und Papier dabei. Es geht um KI und Kreativität. Dazu gehören das bisschen Bewusstsein, das Computern fehlt, poetisch interessante Ergebnisse, die sie trotzdem liefern und den Mensch als letztverantwortliche Instanz. Mads Pankow wird beim Kongress Mind the Progress eine Keynote zum Thema halten, wie originell die Technik ist. Der Kongress kümmert sich um Themen zu Kreativität und Digitalisierung und findet am 1. Juni in Hamburg statt. Im Anschluss wird auf einem Panel mit Branchenexperten über KI als kreativen Partner diskutiert. 

Lena Simonis (Netzpiloten): Man sagt, Not mache erfinderisch. Wie kann man sich das kreative Potential eines Algorithmus vorstellen, der zwar ein Problem löst, dazu aber nur definierte Schritte durchrechnet?

Mads Pankow: Klar, ein Algorithmus kennt keine Not. Er hat keine Absicht, keine Motivation. Sein einziger Antrieb sind unsere Anweisungen. Der Mut zu ungewöhnlichen Ansätzen und Kombinationen, aus denen sich die Kreativität derer schöpft, die in Not sind, kennt ein Algorithmus nicht. Aber ein Computer kann natürlich trotzdem mutig kombinieren, er weiß nur nicht was er da tut. Da gibt es etwa das All prior arts project: Hier rekombiniert eine Software Millionen von Patenten, aber bisher war keins davon brauchbar.

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Adrian Thompson ließ 1996 einen Algorithmus einen Schaltkreis zur Tonausgabe berechnen. Der Algorithmus kam nicht nur zu einem effektiveren Ergebnis, sondern auch zu einem originellen Lösungsansatz.

Spannend bei „problemlösenden“ Algorithmen sind evolutionäre Algorithmen. Das ist keine KI, aber schon in den 90ern haben Algorithmen nach dem Optimierungsprinzip eigene Schaltpläne entwickelt, die effizienter, aber für Menschen regelrecht unverständlich waren. Man könnte sagen, die Software hätte da etwas Originelles gemacht. Da werden nicht nur definierte Schritte durchgerechnet, sondern wirklich wild kombiniert. Das können Computer gut, weil sie viel, viel schneller sind als Menschen.

Es gibt inzwischen Programme, die bessere Sportmeldungen texten als mancher Redakteur – welche „kreativen“ Jobs können uns Maschinen demnächst noch abnehmen?

Naja, was heißt „bessere“ Sportmeldungen. Wenn sie nur Informationen enthalten, kann man nicht viel falsch machen: Das Spiel ging 7:1 aus, eine Demütigung. Fakten in Phrasen übersetzen ist wirklich nicht aufwändig. Die Frage ist hier nicht, ob die Maschine kreativ ist, sondern ob das, was wir als kreative Arbeit bezeichnen wirklich immer so originell ist, oder doch nur die Anwendung eingeübter Gestaltungs- und Stilregeln. Maschinen können gut Lösungen für Probleme finden, die Menschen nicht durchschauen. Aber sie wissen am Ende nicht, ob die Lösung in der Praxis taugt. Menschen müssen also nach wie vor die Ergebnisse prüfen, einen Realitätscheck machen und auch die Anweisungen und Aufträge so übersetzen, dass Maschinen sie verstehen.

Algorithmen haben also keine Wahrnehmung, sie können weder Mehrdeutigkeit, Intuition, noch Neugier; all die wichtigen Fähigkeiten für kreative Prozesse fehlen ihnen – noch?

Nein, also dieses nachgeschobene “noch“ können wir vorerst streichen. Wir haben keinen Hinweis darauf, dass sich mit digitaler Technik ein Bewusstsein ähnlich dem menschlichen realisieren ließe. Dafür braucht es Selbstbewusstsein, also die Beobachtung der eigenen Beobachtung, eine paradoxe Operation. Aber Paradoxien führen bei Computern zum Absturz, sie lassen sich formallogisch nicht abbilden. Da möchte ich also mindestens bis zur Funktionsfähigkeit von Quanten- oder Biocomputern entwarnen – und wann die mal laufen sollen, ist bisher völlig unabsehbar. Aber klar, viele Formen der Kreativität lassen sich simulieren: etwa Lösungsfindung durch Versuch und Irrtum, wie bei den evolutionären Algorithmen, oder Gestaltung nach Schema F, beziehungsweise gelernten Gestaltungsroutinen. Das sieht tatsächlich häufig besser aus als das, was Menschen so liefern.

Vor 100 Jahren schworen die Post-Impressionisten auf La fée verte. Sind Algorithmen sowas wie der neue Absinth der Kreativbranche, Inspiration und Mode?

Ja klar, Algorithmen können sehr inspirierend sein, weil sie außerhalb unserer eingeübten Denkstrukturen funktionieren. Sie rekombinieren und vermischen völlig ohne Absicht und Einsicht. Da kann durchaus Neues entstehen. Googles Mensch-KI-Kollaboration Deep Dream mit seinem digitalen Surreal-Impressionismus wäre ein Beispiel. Das verfolgt keinen Zweck und dient nur der Inspiration. In der Praxis wird uns die Software vor allem assistieren, indem sie beispielsweise Arrangements nach vorgegebenen oder erlernten Regeln vorschlägt und wir dann nachbessern oder aufbohren. Aber wie gesagt, da geht es vornehmlich um zweckmäßige gestalterische Tätigkeiten. Für die Kunst sind Algorithmen bisher nur Spielzeug, da hilft der gute alte Absinth doch deutlich mehr.

Wir müssen also nicht um unsere Jobs bangen?

Ich denke, die wenigsten Jobs werden durch KI ersetzt werden. In den meisten Fällen erleichtert die KI unsere Arbeit, assistiert uns, rechnet mit, schlägt vor und inspiriert. Aber nichts was KI bisher geliefert hat, hat aus sich heraus schon funktioniert, auch im Kreativbereich noch nicht. Am Ende war alles nur interessant, aber durchschnittlich, uninspiriert eben. Oder Menschen mussten die Ergebnisse nachjustieren, damit sie wirklich ästhetischen Wert hatte. Dennoch reichen ja manchmal auch durchschnittliche Leistungen. Nicht jede Zahnarzt-Homepage muss den Ansprüchen ästhetischen Genusses genügen, da tut‘s dann vielleicht auch die sich selbst erstellende Homepage von the grid.

Vielen Dank für das Interview Herr Pankow!


Images by Mads Pankow

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Fünf Tipps für das Smartphone im Winter

creativefamily - stock adobe com Smartphone im Winter

Wir stecken mitten in der kalten Jahreszeit und verpacken uns in dicke Klamotten, um nicht kläglich zu erfrieren und unsere Gesundheit zu erhalten. Allerdings sollten wir das nicht nur für uns selbst tun, sondern auch für unsere Geräte, die wir bei uns tragen. So auch das Smartphone, was ohnehin sehr empfindlich gegenüber Wärme und Kälte ist. Im Netz gibt es einige hilfreiche Tipps wie unser Smartphone im Winter vor der Kälte am besten schützen können. Auch der Digitalverband Bitkom hat diesbezüglich klare Empfehlungen, was gerade bei Kälte zu beachten ist. Wir haben für euch einmal die nützlichsten Tipps und Tricks zusammengetragen.

Packt euer Smartphone im Winter warm ein

Wir wissen, wie warm wir uns anziehen müssen, sobald wir im Winter unsere vier Wände verlassen. Auch das Smartphone sollte gut verpackt sein damit es den kalten Temperaturen nicht so stark ausgesetzt wird. Hierfür gibt es Hüllen, die das Smartphone im Winter bestens schützen. Am besten eignen sich hier wasserdichte oder wärmeisolierende Hüllen wie beispielsweise aus Neopren. Bei Amazon findet ihr eine Riesenauswahl an geeigneten Smartphone-Taschen für diese Jahreszeit.

Körperkontakt ist wichtig

Sobald ihr euch draußen aufhaltet, solltet ihr euer Smartphone im Winter nah bei euch am Körper tragen. Gerade bei niedrigen Temperaturen, kann der Akku vom Smartphone oder auch von eurer Powerbank weniger Energie speichern. Ab und an kann es sogar zu Prozessor-Schwächen kommen, wenn es so richtig kalt wird. Beim iPhone kommt es sogar vor, dass es sich von alleine ausschaltet. Sinnvoll ist es daher, wenn ihr das Gerät nahe bei euch tragt. Am besten in der Jacken- oder auch in der Hosentasche. So wird es gar nicht erst extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Hierbei kann es nämlich zur Bildung von Kondenswasser kommen, was die Funktionen des Geräts ebenfalls stark beeinträchtigen kann. Lasst das Smartphone im Winter also auch nicht im Auto liegen, denn auch das kühlt nach kurzer Zeit sehr stark aus.

Achtung bei der Wahl der Handschuhe

Es ist vor allem wichtig, dass Smartphone-Besitzer auf die Wahl der Handschuhe achten. Ganz normale Handschuhe, können den ohnehin schon angegriffenen Bildschirm in der Kälte, nicht richtig bedienen. Praktischerweise gibt es dafür vorgesehene Handschuhe, die es ermöglichen, den Bildschirm des Smartphone im Winter schadlos zu benutzen. Zu finden sind diese unter dem Namen “Touchscreen-Handschuhe” oder “Screen-Gloves” in vielen Shops wie unter anderem Zalando oder bei Tchibo.

Auf ein Headset zurückgreifen

Draußen ist es kalt, aber ein dringender Anruf muss getätigt werden? Dann ist es durchaus sinnvoll auf ein Headset zurück zu greifen, damit das Smartphone weiterhin im Warmen verweilen kann. Mithilfe eines Headsets kann man allerdings nicht nur telefonieren, sondern auch per Sprachsteuerung das Smartphone benutzen. So ist gewährleistet, dass ihr es, ohne dem Gerät zu schaden, auch Anrufe draußen im Kalten machen könnt.

Ein warmer Platz zum Aufladen

Sobald ihr ins Warme kommt und euer Smartphone aufladen möchtet, ist es wichtig, dass ihr dem Gerät ein wenig Zeit zum aufwärmen einräumt. Das Smartphone auf einen Heizkörper zu legen, bringt allerdings auch nichts. Es ist also besser, wenn es von alleine wieder eine normale Temperatur aufnimmt, denn erst dann kann der Akku auch wieder eine volle Leistung erzielen.

Wenn ihr mehr interessante Beiträge vom Bitkom lesen möchtet, dann schaut einfach mal auf Bitkom.org vorbei. Der Digitalverband bietet regelmäßige spannende Themen rund um Medien, Technik und Digitalisierung.


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Japans neues Zeitalter: Tradition und Moderne kombiniert

Japan (adapted) (Image by Andre Benz [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Viele Menschen sind von Japan fasziniert. Man stellt sich ein Land vor, das zwischen zwei Sphären existiert. Einerseits gibt es dort die traditionelle „alte Welt“ mit Tempeln, Teezeremonien und kalligraphischen Kirschblüten. Andererseits leuchtet hier auch eine futuristische „neue“ Welt voller Hochgeschwindigkeitszüge, KI-Hunden und trendigen Spielekonsolen.

In Form von Mangas und Animes, Spielen wie Pokemon Go!, Filmen und sogar Snacks (möchte jemand ein Maccha-KitKat?) hat die japanische Popkultur dies alles zu einem süchtigmachenden, spaßigen Potpourri für den Westen zusammengemixt.

Egal ob es futuristische Mecha-Roboter sind, die auf den alten Hängen des Mount Fuji herumstapfen oder J-Pop-Stars, die wie Plastikpuppen in Seidenkimonos glänzen – wir sind süchtig nach einem Genuss, den es nur in Japan gibt. Müsste man etwas erfinden, was dieses Gefühl fassbar macht, wäre es wohl eine Art elektronisches Sushi: etwas Traditionelles, das mit einer Innovation gepaart wird, woraus ein perfekter Snack aus dem Alten und dem Neuen entsteht. Aber was wissen wir wirklich über das heutige Japan – abgesehen von ‚Kawaii‚ (Niedlichkeit), Ninjas und dieser mysteriösen Geschmackssensation Umami?

2D- und 3D-Welten bewohnen

Ganz im typischen japanischen Stil, in dem man das Zwischenleben (alt und neu, Ost und West, salzig und süß) liebt, ist das 2,5-dimensionale Theater eine digital-technologische Kunstform, die zwischen 2D- und 3D-Welten existiert. Es begann ursprünglich als fanbasierte Idee und entwickelte sich innerhalb der letzten zehn Jahre zu einer gefestigten Industrie und Institution mit ihren eigenen Rechten. Produktionen der 2,5 Dimension machte die 2D-Welt von Manga, Anime und Videospielen auf einer 3D-Ebene lebendig und nutzen die neuesten digitalen Entwicklungen und Kommunikationsplattformen.

Die Nutzung von sozialen Netzwerken, Smartphones und anderen Technikspielereien (wie etwa Brillen, die Untertitel einblenden) bereichern die Erfahrung des Publikums, indem man sich noch mehr und intensiver beteiligen soll. Das 2,5-dimensionale Theater kommt aus einem Land mit einer langen Geschichte von künstlerischen Bühnenproduktionen – von Noh und Bunraku bis zu Kabuki – und ist damit ein perfektes Beispiel für zahlreiche japanische Kreativindustrien, alte und neue, die durch die digitale Technologie zusammenkommen, um vollkommen neue Erfahrungen zu schaffen.

Solche digitalen Phänomene zeigen, dass die Gesellschaft immer öfter auch Augmented Reality nutzen möchte. Produkte und Leistungen motivieren die Nutzer, immer wieder neue Wege zu suchen, um Realitäten durch digitale Technologien noch echter darzustellen. Es gehört zur Norm, uns zu digitalisieren (wie diejenigen, die ihre Fitnessdaten durch Fitbits generieren) und unsere Leben sind dauerhafte, personalisierte, winzige 2D-Dimensionen.

Beispielsweise handelt es sich bei der Ricoh THETA SC um eine virtuelle Kamera, die 360-Grad-Bilder aufnimmt und Nutzern hilft, ihre eigene “Zwischenrealität” zu erschaffen. Vor wenigen Wochen wurde eine limitierte Edition „Hatsune Miku“ veröffentlicht. Die Nutzer können nun neben dem beliebten virtuellen Sänger in jeder Umgebung ihrer Wahl „existieren“.

Roboter und digitale Währungen

Shinzo Abe, der japanische Premierminister, untersucht eine Anzahl von Ressourcen „um Roboter als Grundpfeiler für unsere wirtschaftliche Wachstumsstrategie zu machen“, die während der Olympiade im Jahr 2020 in Tokio zur Schau gestellt werden sollen. Gefeiert als der „vierte Pfeiler“ von Abenomics, scheint Tokio 2020 tatsächlich Anreize für die Regierung geboten zu haben, um Japans „weiche“ Macht anzukurbeln (unvergessen bleibt Abe als Super Mario während der Abschlusszeremonie in Rio 2016) und die Position des Landes als Weltmacht zu stärken. Auch hier gestaltet die digitale Technologie den Weg.

Japanische Banken haben Pläne für die Einführug digitaler Währungen angekündigt. Ihr Ziel ist es den J-Coin in Japan bis 2020 in Umlauf zu haben – auch soll Tokio wieder als finanzielles Zentrum etabliert werden.

Gleichzeitig arbeitet Toyota, einer der größten Sponsoren für Tokio 2020, an selbstständig fahrenden Autos, die in der Nähe der Veranstaltungsorte während der Olympiade genutzt werden. Die japanische Regierung plant außerdem das Straßennetzwerk des Landes, um eine digitale Infrastruktur zu bieten.

Neben all dem Hi-Tech ist es auch faszinierend, wie große digitale Plattformen wie Uber und AirBnB tatsächlich in Japan scheitern – und zwar Dank rechtlicher, sozialer und kultureller Gründe. In gewisser Hinsicht zeigt dies den Druck Japans auf, das westliche und selbstprojizierte Bild eines Landes zwischen den Welten beizubehalten. Ist es für Japan möglich, zugleich alt als auch neu zu sein und dabei in seinen eigenen gegensätzlichen Spannungen gefangen zu sein?

Japan ist wahrscheinlich an der Spitze einer digitalen Revolution. Aber wenn eine dieser Innovationen global wird, werden sie trotzdem den Stempel des japanischen, eben etwas eigenen Charakters haben, der das Land so einzigartig macht.


Image (adapted) „Japan“ by Andre Benz (CC0 Public Domain)


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Check-up Ireland: Ein Nachtrag & ein Vortrag

Coworking (adapted) (Image by rawpixel.com [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November letzten Jahres hatte ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Das Jahr ist nun rum. Und wie sagt man hier so schön? „It’s been a blast!“

Nachtrag in Sachen „Athenry & Apple“ und einen Kollegen

Zuerst zum Nachtrag. In meiner letzten Kolumne hatte ich von den Problemen berichtet, die Apple mit der Baugenehmigung für ein 850 Millionen Euro teures Datenzentrum in Athenry hat. Es gab drei Widersprüche gegen das Projekt – zwei von Einwohnern aus Athenry, die sich Sorgen um die Umwelt machen, sowie einen eines Projektentwicklers für Datenzentren aus Dublin, der sich offensichtlich Sorgen um seine Brieftasche macht. Zum Glück hat sich der Mann nicht getraut, seinen abgeschmetterten Widerspruch erneut beim High Court vorzubringen. Die beiden Einwohner aus Athenry nahmen allerdings ihr Recht in Anspruch, beim zweithöchsten Gericht Widerspruch gegen das Abschmettern ihrer Bedenken einzulegen.

Mehrere Dutzend Bürger aus Athenry versammelten sich am vergangenen Mittwoch im High Court – während Hunderte mehr daheim am Handy auf Nachrichten aus Dublin warteten – und lauschten wie ihre zwei Nachbarn gebannt den Ausführungen des Richters. Justice Paul McDermott lies zur Freude der Befürworter des Projekts den erneuten Widerspruch mit der Begründung nicht zu, dass die Antragssteller keinen Punkt in der Rechtssprechung genannt hätten, der neue Aspekte öffentlichen Interesses hervorbringen könnte.

Theoretisch können die beiden Einwohner nun zwar Einspruch beim höchsten Gericht des Landes, dem Supreme Court, einlegen – dort gilt aber noch mehr, dass ein Einspruch nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn es im öffentlichen Interesse ist. Der Jubel war natürlich laut in Athenry, aber was immer noch Sorgen bereiten sollte, ist der Fakt, dass Apple sich immer noch nicht geäußert hat. Der irische Ministerpräsident Leo Varadkar, der jetzt auf seiner USA-Reise auch bei Apple vorbeischauen wird, um mit Tim Cook zu reden, wird da nachhaken müssen.

Als unser Editor at Large vor gut einem Jahr das Vorhaben einer regulären Kolumne an mich herantrug, geschah das im Hinblick auf die Coworking Europe Konferenz  – auf die ich quasi ein Jahr lang hinschreiben sollte. Nun ist es soweit. Tobias ist in Dublin. Hoffentlich nicht, um mir persönlich eine Kündigung zu überreichen, aber mit Sicherheit, um den Vortrag zu halten, den ich in der Überschrift erwähnt habe.

Ich bin zwar nicht sehr mit der Coworking-Materie vertraut, aber ein Coworking Space, an dem ich, nein, niemand in Dublin vorbeikommt, ist zweifelsohne Dogpatch Labs im Herzen nicht nur der Hauptstadt, sondern vor allem auch der Silicon Docks. Der Name stammt von der Nachbarschaft in San Francisco, in der ein Investment Fond beheimatet ist, der vor Jahren einen eigenen Coworking Space in Dublin betrieben hat, dann aber feststellte, dass so ein eigenständiger Geschäftszweig nicht mal eben auf halber Flamme neben dem Hauptgeschäft betrieben werden kann. Man wollte den Coworking Space schon aufgeben, doch zum Glück ist Dublin nicht nur Hauptstadt, sondern in vielen Belangen auch ein Dorf. Man kennt sich halt. Patrick Walsh, mit Mervyn Greene Gründer von Dogpatch Labs, hörte von den Plänen und man übernahm den Coworking Space.

Die Heimat von Dogpatch Labs, das historische chq wurde 1820 gebaut und war einst ein Lagerhaus für Tabak, Wein und Whiskey. Das letzgenannte leckere Zeug wurde im Keller, den sogenannten Vaults, bei entsprechender Temperatur gelagert. Heute werden die Vaults von Dogpatch Labs genutzt und beherbergen Büros, Meeting-Räume, sowie einen Event Space für 100 Leute. Die Vaults waren Phase 2 des imposanten Coworking Spaces. Phase 1 war das Erdgeschoss und zuletzt wurde Phase 3, das geräumige Mezzanine, eröffnet.

Hier finden sich Hot Desks, ein Communal Garden, aber auch die neuen Büros von Pivotal, einer typischen Dogpatch Labs-Erfolgsgeschichte: Als das Unternehmen nach einem geeigneten Standort in Dublin für das Starter-Team von vier Developern suchte, wurde man bei Dogpatch Labs im Erdgeschoss fündig. Schnelles Wachstum brachte Bedarf nach mehr Raum mit sich, womit man aber bei den Machern von Dogpatch Labs offene Türen einrannte. Pivotal wollte nicht weg, Dogpatch wollte Pivotal behalten und der Ausbau ward beschlossen.

Das Credo von Dogpatch Labs lautet, dass man ein Coworking Space sein will, der nur solche Tech-Unternehmen unterstützt, die von Developern vorwärtsgetrieben werden. 77 Startups und über 300 Mitglieder belegen, dass dieser „strenge“ Weg, mit dem man sich von anderen Coworking Spaces abgrenzt, der richtige ist. Die Arbeit von Dogpatch Labs ruht hierbei auf drei Pfeilern: Coworking Space, Events (wie zum Beispiel Tech-MeetUps oder Hackathons) und Community.

Menno Axt, der mich rumgeführt hat, ist Membership Manager und erklärt die Wichtigkeit dieser Community wie folgt: „Sobald Du Leute zusammenbringst, springen die Ideen nur so heraus.“ Alles an Dogpatch Labs (ich gebe zu – vor allem die Vaults für mich persönlich) ist so beeindruckend, dass die Frage an Menno gehen musste, ob es nicht Neid gibt bei der Konkurrenz. Die Antwort lautete Nein. Im Gegenteil – man habe ein gutes Verhältniss und empfehle auch hier und da einen anderen Coworking Space, nämlich in solchen Fällen, wenn ein anfragendes Unternehmen schlicht und einfach nicht zur eigenen, sehr eng gefassten Philosophie passt.

Was weitere Coworking Spaces anbetrifft, so liefert diese Website einen guten Überblick. In diesem Sinne – lieber Tobias, viel Spaß in Dublin bei der Coworking Europe. Und Euch, liebe Leser, vielen Dank! It’s been a blast!


Image (adapted) „Coworking“ by rawpixel.com [CC0 Public Domain]


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Das Digitale sprengt Schulen auf: Jöran Muuss-Merholz über Digitalisierung in den Schulen

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Snapchat statt Zeitung, Youtube statt TV, Slack statt Arbeitsgruppentreffen: Für die Jugend ist das Digitale selbstverständlich. Über einen groß angekündigten „Digitalpakt“ zwischen Bund und Ländern sollen die Schulen – das tägliche Umfeld von Kindern und Jugendlichen – eigentlich besser ausgestattet werden. Die Rede ist von fünf Milliarden Euro, die in naher Zukunft fließen sollen. Nun stocken die Verhandlungen erst einmal.

Aber was heißt eigentlich ‚digitale Schule‘ bisher in Deutschland? Jöran Muuß-Merholz, Diplom-Pädagoge und Experte für digitale Medien im Bildungsbereich, zum Ist-Zustand und was er ändern würde. Dabei plädiert er dafür, sich bei der Digitalisierung in den Schulen nicht auf falsche Fährten locken zu lassen.

Netzpiloten: Wo stehen wir bei der Digitalisierung der Schule, also des Umfeldes, wo die junge Generation täglich mit am meisten Zeit verbingt?

Joeran Muuß-Merholz (CC-by-3.0) (Image by Hannah Birr) (cc-by-3-0 DE)
Jöran Muuß-Merholz. Image by Hannah Birr/J&K

Jöran Muuß-Merholz: Im Moment würde ich das als großes Durchwursteln bezeichnen. Es gibt zwar immer mehr Schulen, an denen das Internet und Digitales als hilfreich entdeckt wird. Das ist aber noch die Minderheit. Insgesamt erlebt das Thema Auftrieb, alle finden Digitalisierung plötzlich toll. Der Digitalpakt wird verhandelt. Bei den Parteien ist es im Bundestagswahlkampf ein großes Schlagwort. Das Schuljahr 2017/2018 könnte in Bezug auf die Schulen rückblickend irgendwann mal als Wendejahr wahrgenommen werden.

Das heißt, noch ist eher das Arbeitsblatt up-to-date?

Das Arbeitsblatt ist sogar Nummer Eins unter den Lehrmaterialien und einer Untersuchung der Uni Augsburg zufolge am Schulbuch vorbeigezogen.

Ideen für Digitales in der Schule scheitern an schlechter Ausstattung mit Hard- und Software, wird häufig beklagt…

Was die Ausstattung angeht, landet Deutschland im Industrieländervergleich regelmäßig hinten. Hardware ist allerdings das Zweitwichtigste. Davor kommt das Netz. Ich bin im Beirat einer Studie der Bertelsmann Stiftung, die im Herbst veröffentlicht wird. Ein Befund ist, dass Schulen ihr Internet als gar nicht so schlecht empfinden. Ich halte diese Selbsteinschätzung für falsch. Es ist nur solange nicht das Schlechteste, wie nur ein paar Geräte einbezogen sind.

Das heißt: Wenn wir Schulen jetzt ans Netz bringen, haben sie teilweise 50 Mbit pro Sekunde. Gehen alle Schüler gleichzeitig ins Netz, verursacht das aber irren Traffic. Das ist zu bedenken, wenn man auf politischer Ebene Infrastrukturmaßnahmen beschließt. Es reicht außerdem nicht, den Schulen einfach nur Netz und Technik zu geben. Jede Organisation, in der 500 Leute arbeiten, hat einen Systemadministrator. Das kann in der Schule niemand nebenbei leisten.

So denn Technik gegeben ist, wie digital ist der Schulalltag schon gestaltet?

Sehr viel wird entdeckt, was das Lehren und Lernen erleichtert. Um ein Beispiel zu nennen: Ein großer Hype ist der so genannte flipped classroom. Den Lehrstoff schauen sich die Schüler zuhause als Video an. Die Zeit in der Schule ist zum Üben und der Lehrer kann unterstützen. Die Videos machen die Lehrer selbst, das ist eine regelrechte Bewegung. Es gibt Youtuber mit Erklärvideos, die haben Millionen Klicks. Weiter werden Apps oder Quizze genutzt. Alles lauter gute Ideen. Allerdings handelt es sich bisher eher um eine Optimierung des Bestehenden.

Also noch nicht die große Revolution? Sind Apps, Videos und Quiz-Spiele nicht ein erster Schritt?

Das wäre der optimistische Blickwinkel, also dass im Fahrwasser der digitalen Medien neue Möglichkeiten in den Schulen einziehen. Ich glaube inzwischen, dass es so nicht funktioniert. So ist zum Beispiel die Ausstattung mit interaktiven Whiteboards an den Schulen sehr gut. Man kann damit bestimmt tolle Sachen machen – macht man aber nicht. Die Hauptanwendung besteht darin, dass Lehrer Youtube-Videos von einem USB-Stick abspielen. Hier, böse formuliert, optimiert es nur den Frontalunterricht.

Was wäre aus Ihrer Sicht stattdessen notwendig?

Neben einem technischen braucht es einen pädagogischen Wandel. Auch weil Computer immer mehr das übernehmen, wofür die Schule einmal Menschen ausgebildet hat. Wir müssen uns folgende Frage stellen: Was sollten Leute in der Schule lernen, damit sie mehr können als ein Computer. Die 4K-Kompetenzen, die von der OECD angeführt werden, zum Beispiel: Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken.

Wie anders sollten digitale Herangehensweisen ans Lernen aus diesem Blickwinkel aussehen?

Wie das pädagogisch aussehen kann, wissen wir schon länger als es Digitalmedien gibt. Das Lernen anhand von Projekten oder an Real-World-Zusammenhängen steht im Vordergrund. Das Digitale aber sprengt plötzlich auf, worauf Schule bisher limitiert war. Man hat nicht nur das Schulbuch als Quelle, sondern das ganze WWW. Früher war es sehr aufwändig, einen Experten in die Schule einzuladen, heute ginge das unkompliziert per Skype.

Ein tolles Beispiel kenne ich von einer Grundschullehrerin an der Nordsee. Sie hat mit ihren Schülern Partnerprojekte mit Schulen in Kanada und Neuseeland. Im Sachkunde-Unterricht stellen sie sich gegenseitig ihre Heimat vor, auf Englisch. Außerdem arbeiten sie gemeinsam an einer Blogplattform. Internet und reale Welt verbinden sich hier ganz stark.

Nun ist Bildung Ländersache. Welche Weichen müssten denn Bundesländer stellen, um ihre Schulen nach vorn zu bringen?

Infrastruktur braucht es auf jeden Fall. Ob der Netzzugriff dann über ein von Schülern mitgebrachtes oder von der Schule bereitgestelltes Gerät erfolgt, ist eine Frage der Konzepte und Kosten. Wenn man über eine Cloud arbeitet, ist es egal, von welchem Gerät aus er geschieht – Hauptsache, man hat einen Browser. Da spielt die Technik den Schulen in die Hände. Was aber ein Bundesland wirklich als erstes machen könnte, und zwar völlig kostenfrei, betrifft Open Educational Ressources: dafür nämlich eine Ermutigung auszusprechen. Die Stadt Leicester in England macht das vor. Als Schulträger sagt sie: Wir finden toll, wenn unsere Lehrer freie Materialien selbst entwickeln und unter freier Lizenz bereitstellen. In Deutschland ist für Lehrer unklar, ob sie überhaupt frei lizensieren dürfen, wenn sie etwas im Auftrag ihres Dienstherren gemacht haben.

Gibt es in Bezug auf freie Bildungsmaterialien nicht viel größere Bedenken beim Copyright?

Da gibt es eine seltsame Situation. Copyright-Unsicherheiten können ein großer Treiber für zwei verschiedene Tendenzen sein: Entweder stärkt es den Impuls zu sagen, dann machen wir die Fotos und Infovorlagen halt alle komplett selbst. Oder es wirkt bremsend. Viele lassen davon lieber die Finger – was ich nachvollziehen kann. Es ist nicht mal geklärt, wer bei Fehlern eines Lehrers haftet. Letztlich brauchen wir eine Reform des Urheberrechts.

Welche Chancen bieten Lernplattformen für die Schulen?

Lernplattformen erfüllen ganz verschiedene Zwecke: Zugang zu Tools, Videos und Dateien zu gewähren, die ganze Schulkommunikation kann darüber laufen. Möglich ist auch, Zugang zu Microsoft Office-Produkten in der Cloud zu schaffen. So etwas möchte Microsoft gern in die Schulen bringen.

Die deutliche Mehrheit der Schulen hat eine Lernplattform. Das heißt aber gar nichts: Ganz viele davon sind tot, werden kaum genutzt oder nur von einzelnen Lehrern. Zu dem, was möglich ist, hatte ich an einer Berufsschule in Kassel einen Aha-Effekt. Sie nutzen zwei Plattformen, eine für die Lehrmaterialien, eine für die Lernergebnisse. Tausende spannende Sachen, die andere Schüler anschauen können. Das geht nur mit einer modernen Pädagogik, wo Abschreiben nichts bringt. Es muss deutlich gesagt werden, dass es bei einer Aufgabenstellung nicht um reine Wiedergabe des Gelernten geht. Vielmehr muss der Schüler zeigen, dass er die Inhalte wirklich verstanden hat. So schließt sich übrigens der Kreis zu den 4Ks.


Jöran Muuß-Merholz schreibt Bücher über das Digitale und Bildung, darunter „Mein Kind ist bei Facebook. Tipps für Eltern“ (2012) und „Neues Lernen mit Medien. Wie man Internet und moderne Pädagogik verbindet“ (2009). Aktuell hat er ein Buch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, das unter dem Titel „Die vier Dimensionen der Bildung. Was Schüler im 21. Jahrhundert lernen müssen“ im September 2017 erscheint. In Hamburg betreibt er die Bildungs-Agentur „Jöran und Konsorten“.


Image „Klassenzimmer“ by Dmitry Vereshchagin/stock.adobe.com

Image by Hannah Birr / J&K (CC BY 3.0 DE)


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Vive la France Digital – Ein Kommentar zur #VivaTechnology

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Vive la France und Viva Technology! In unserer Artikelreihe haben wir euch in den letzten Wochen schon darauf eingestimmt und jetzt waren wir tatsächlich in der Stadt der Liebe zu einem der europäischen Tech-Events des Jahres, der VivaTech, welches in seinem erst zweiten Jahr bereits 50.000 Besucher anlocken konnte.


Zahlreiche Besucher sind ebenfalls zu den Startups gepilgert, einem der Standbeine der VivaTech. Wirft man einen Blick über den Hallenplan, sieht man sich quasi überall umgeben von diversen – manchmal pseudo–trendigen Startups. Rund die Hälfte des Messegeländes ist den Startups gewidmet und namhafte Firmen geben ihnen durch eine Kooperation die entsprechende Plattform auf der Messe.

Diese Stände locken die Besucher dann mit knuddeligen Robotern, oft überflüssigen Virtual-Reality-Demos – für eine durfte ich mich in einen Windkanal stellen um lediglich eine PowerPoint-Präsentation in der virtuellen Realität zu betrachten – und – ja tatsächlich – Fidget Spinner. Und genau das ist sowohl die große Stärke als auch die Schwäche der VivaTech – und nein, nicht die Fidget Spinner, sondern die schiere Größe.

Viel Show – wenig Innovation?

Die VivaTech ist groß bunt und laut, aber ist sie auch innovativ? Quantität ist ja nicht gleich Qualität und wenn man den Blick einmal durch die Startup-Stand-Reihen schweifen lässt, kriegt man nach dem 25. Pepper-Roboter auch irgendwann den Tunnelblick. Versteht das nicht falsch, die Startup-Kultur ist etwas tolles und Frankreich und Paris platzieren sich mit dem Angebot auf der VivaTech definitiv mit beiden Beinen im europäischen Vergleich zu beispielsweise Berlin, Dublin und London. Trotzdem hat man alles zu künstlicher Intelligenz oder Virtual Reality schonmal irgendwo gehört oder gesehen und es stellt sich aber die Frage, wo bei all dem Schall und Rauch um Gimmick-Roboter und die ach-so-neuere-und-bessere VR-Anwendung die Innovation bleibt.

Groß, bunt und laut ist auch die VivaTech Main Stage, diese kann locker mit Konsorten wie den Apple-Präsentationen oder der gleichzeitig zur diesjährigen VivaTech stattfindenden E3 mithalten. Auch das Speaker-Angebot kann beeindrucken – volles Haus gab es bei Eric Schmidts „Case of Optimism“, bei dem der Vorsitzende von Alphabet hoffnungsvolle Worte mit dem Publikum zur Zukunft der Arbeit teilte und in denen er der Meinung war, dass die digitale Transformation auch Arbeit schaffen würde, als vieles durch künstliche Intelligenz zu ersetzen und dass die zwischenmenschliche Kommunikation durch bspw. Messenger doch wieder eher zusammenwächst, als dass sie sie trennen würde.

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Beim Panel mit dem Titel ‚Future of Entertainment‘ gaben sich führende Persönlichkeiten die Ehre, wie Gilles Pélisson, CEO vom französischen Medienunternehmen TF1 oder Bob Bakish, dem CEO von Viacom. Namedropping und Show können sie auf der VivaTech, große Worte zu großen Themen wie Energie, Entertainment und künstlicher Intelligenz gab es auf der Main Stage en masse, aber viel Neues und Innovatives habe ich dort auch nicht gehört.

 

Wenig Neues, aber viel Menschlichkeit

Die spannenden, disruptiven Themen fanden für mich eher auf den kleineren Stages statt, die sich über die Messe verteilten. Dort wurde dann auch über die Themen gesprochen, die bereits die VivaTech Organisatoren Maxime Baffert und Yael Kusch-Stassart in unserem Interview so betonten, wie ‚Women in Tech‘ oder alles zu ‚Techfugees‘.

Auf der bescheideneren Stage 2 traf ich dann auch auf das Panel ‚How tech is improving the lives of refugees‘, das von Joséphine Goube von der Organisation Techfugees geleitet wurde und Geflüchtete aus Kroatien, Jordanien und Griechenland per Konferenz-Call dazuschaltete, um mit ihnen über ihr technisches Engagement zu reden.

Das Ziel der gemeinnützigen Organisation ist es, zusammen mit Geflüchteten eine Community rund um das Thema Tech zu schaffen und die gemeinsame Begeisterung für Technologie für einen humanitären Zweck zu nutzen. Wie wichtig Technik für Menschen in solchen Situationen ist, wird erst klar, wenn einer der Panel-Teilnehmer erwähnt, dass die Geflüchteten noch vor Essen und Wasser nach WiFi fragen. Joséphine kommentiert, dass das viele überrascht, aber für sie gibt es daran nichts überraschendes, „wenn man vor dem Tod flieht nimmt man sein Smartphone, die Leute müssen verstehen, welche Strapazierfähigkeit es den Menschen gibt, wenn sie mit ihren Familien in Kontakt bleiben können.“

Jopsephine_Image by Lisa Kneidl


Nachgefragt bei Joséphine Goube, CEO von Techfugees

Erzähl uns ein bisschen von deiner Organisation Techfugees.

Techfugees ist eine international agierende, nichtstaatliche Organisation, die sich in eine Bewegung aus Techies, Datenwissenschaftlern, Ingenieuren und vielen weiteren entwickelt hat, die ihre Fähigkeiten nutzen möchten um Technologie mit und für Flüchtlinge zu erschaffen. Wir möchten mithilfe von Technik Flüchtlingen Zugang zu Informationen, Bildung, der Arbeitswelt, zum Gesundheitswesen und der Gesellschaft zu geben.

Wie bist du mit dem Thema in Kontakt gekommen? Gab es einen Moment, an dem du gedacht hast: „Ich muss jetzt etwas tun”?

Ich bin jetzt seit sechs Jahren in der Technikbranche. Ich habe 2012 eine Firma mit fantastischen Kollegen gegründet, in der wir eine Technologie entwickelt haben, die einer künstlichen Intelligenz ähnelt. Unsere KI ist einfach erklärt ein Algorithmus, der für Migranten entwickelt wurde und ihnen helfen soll, Visas zu beantragen.

Innerhalb dieser Arbeit haben wir etwas herausgefunden. Denn wenn man die Formulare und Prozesse lesen und verstehen muss, damit man sie dem Algorithmus beibringen kann, stellt man fest, wie schwierig dieser Prozess ist und dass der Rassismus in diesen Gesetzen regelrecht festgesetzt ist. Das ist der Grund, warum viele Flüchtlinge lieber ein Boot nehmen, statt einen Antrag auf ein Visum zu stellen, weil sie wissen, dass sie, obwohl sie vielleicht sogar die richtigen Dokumente vorliegen haben, abgelehnt werden.

So bin ich regelmäßig mit Menschen in Kontakt, die versuchen, ein Visum zu bekommen, oder die ein Boot genommen haben und als Flüchtlinge in ein Land einreisen. Und diese Umstände haben mich immer mehr verärgert, da meine Technologie nicht genug war und das Problem viel tiefer saß. Und so dachten wir, wir brauchen viel mehr Menschen, die mehr Technologie erschaffen als nur eine einzige KI, die Nutzern hilft, Visums-Anträge zu stellen. Wir brauchten Menschen, die den Flüchtlingen sichere Routen nennen können, und die dafür sorgen, dass sie keine Schmuggler bezahlen müssen. Menschen, die ihnen helfen, sich zu vernetzen, die Informationen vermitteln und viele weitere Dinge tun können.

Mike Butcher von TechCrunch wurde darauf aufmerksam und hat auf Facebook gefragt: “Was können wir mit Technologie für Flüchtlinge tun?”. Da habe ich beschlossen, seinem Team beizutreten und etwas zu entwickeln, so dass diese Masse an Menschen denen helfen kann, um die sich gerade nicht gekümmert wird. Und diese Gruppe ständig an – wir haben immer mehr Mitglieder und unzählige talentierte Leute.

Würdest du sagen, dass die VivaTech eine besonderes gute Plattform für dieses Thema ist?

Wo, wenn nicht hier, ist das technikaffine Publikum, die sich darüber austauschen? Wenn ich auf die Bühne gehe und von meinem Projekt erzähle, werden sie es verstehen. Diese Konzentration finde ich nicht, wenn ich vor einem Publikum aus dem humanitären Sektor spreche, oder Politik. Dort werden sie einen Großteil der Dinge nicht sofort verstehen. KI, Blockchain, Chatbots – sie haben vielleicht eine grobe Ahnung, wovon ich rede – oder sie schweigen und tun nur, so als ob sie mich verstehen.

Die VivaTech dagegen ist ein sehr guter Ort, um Gleichgesinnte zu finden und zu rekrutieren. Wir hatten zum Beispiel auch einen Flüchtling, der sein eigenes Startup gegründet hat, das Flüchtlinge unterstützt. Um noch mehr dieser Menschen zu finden ist es wichtig, die Aufmerksamkeit auf diese Bereiche zu werden und zu zeigen: „Schaut, Flüchtlinge tragen zu unserer Gesellschaft bei, und zwar auf einem legalen Weg.“

Das Projekt stellt außerdem ein gute Möglichkeit dar, um ein ichtiges Thema noch besser sichtbar zu machen. Besonders im Techniksektor findet sich so viel Entertainment, Gaming, Sport und ähnliches, die Aufmerksamkeit ist eher auf die nicht wichtigen Dinge gerichtet. Innerhalb der Branche passiert aber so viel. Wir kennen mittlerweile Tricks, um das Dopamin-Level eines Nutzers nur mithilfe eines Instagram-Posts zu steigern. Deswegen ist es wichtig, auf Veranstaltungen wie diese, wo viel Disruption und Potential herrscht, teilzunehmen.


Resümee: Alles so schön bunt hier. Es gibt aber auch Wichtiges.

Inmitten all der bunten Stände, der Gimmick-haften Roboter, VR-Brillen oder riesigen Daddel-Touchscreens gibt es in diesem Jahr erstaunlich wenig Innovation. Wenn man jedoch genau hinsieht, enteckt man zwischen dem üblichen Tech-Messen-Einheitsbrei auch Themen abseits des Entertainment-Sektors, wie eben die Techfugees, die Technik wirklich disruptiv und humanitär anwenden.

Vivatech2_Image by Lisa Kneidl

Es spricht sehr für die VivaTech, auch Themen solcher Art zu unterstützen und ihnen eine Plattform mit derartiger Größe und Einfluss zu bieten. Auch wenn die Messe meiner Meinung nach noch mehr mit dem Strom der Trends als dagegen schwimmt – das ewige Streben der Tech-Messen nach Innovation resultiert wohl langsam in einer Art Berufsblindheit – ist das schiere Angebot und der Einfluss der Messe in der Techie-Szene, die sich gerade mal in ihrem zweiten Jahr befindet, schier beeindruckend.

Luft nach oben ist definitiv noch, doch die Messe scheint sich auf einem guten Weg zu befinden. Für weitere Stimmen aus dem Volke zur zweiten VivaTech folgt kommende Woche unser Destination Check, also Augen auf und à bientôt!


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Alte Besen kehren schlecht: Wie gefährdet sind veraltete Computersysteme im öffentlichen Dienst?

PC (adapted) Image by Fifaliana (CC0) via Pixabay

Der kürzlich durchgeführte Cyber-Angriff via eines Verschlüsselungstrojaners (auch: Ransomware), der Krankenhäuser in ganz Großbritannien lahmgelegt hat, macht den nationalen Gesundheitssektor (NHS) zu einem der bekanntesten Opfer dieses globalen Vorfalls. Die Regierung stand in der Kritik, Unterstützungen im IT-Bereich des Gesundheitssektors gekürzt zu haben und veraltete Computersysteme nicht zu ersetzen. Unterdessen schlugen die Minister scharf zurück und warfen dem Management des NHS vor, ihre Cybersicherheit nicht zu verbessern – obwohl zur gleichen Zeit bekannt wurde, dass eine technische Weiterentwicklung, die den Angriff hätte verhindern können, einen Monat vor der Attacke fertiggestellt wurde.

Diese Geschichte ist nicht sonderlich überraschend. Jeder, der selbst regelmäßig mit dem öffentlichen Sektor zu tun hat, wird erlebt haben, dass Regierungsangestellte mit technisch veralteten Computersystemen kämpfen müssen. Sicher – auch andere bedeutende staatliche Organisationen, wie etwa die Deutsche Bahn oder das US-amerikanische Ministerium für Innere Sicherheit, waren von der Ransomware betroffen. Aber hängt der öffentliche Bereich wirklich hinterher, wenn es darum geht, die IT-Sicherheit auf dem neusten Stand zu halten, um Internetkriminalität zu verhindern?

Die neuste „WannaCry“-Attacke konnte aufgrund eines Defekts innerhalb des 15 Jahre alten Betriebssystems Windows XP ihr Ausmaß entfalten. Serviceanbieter erstellen und verkaufen Upgrades und Korrekturen für solche Fehler meist nachdem diese entdeckt werden. Damit soll verhindert werden, dass die Schwachstellen durch Internetkriminalität ausgenutzt werden. Nichtsdestotrotz hat Microsoft die regelmäßige Weiterentwicklung dieses Betriebssystems im Jahr 2014 eingestellt, sodass alle, die es noch nutzen, für Korrekturen einen Serviceaufschlag bezahlen müssen.

Sobald die Firma den WannaCry-Defekt bemerkte, war eine Fehlerkorrektur im März auch schnell auf dem Markt. Da viele Kunden jedoch immer noch veraltete Betriebssysteme in Benutzung hatten, verbreite sich der Trojaner binnen kürzester Zeit auf eine Vielzahl von Geräten, als er im Mai erstmals auftauchte. Microsoft stellte die Fehlerkorrektur dann schnell allen Betriebssystemen zur Verfügung. Viele von ihnen, die das Update nicht unverzüglich installiert hatten, waren aufgeschmissen. Das ist genau das, was dem NHS passierte. 

Die Regierung hat die Notwendigkeit einer grundlegenden Erneuerung des internen IT-Systems schon lange zugegeben. Als der Support für Windows XP im Jahr 2014 eingestellt wurde, habe die Regierung mit einem Update der meisten Geräte innerhalb eines Jahres gerechnet. Berichten zu Folge endete es damit, dass NHS für benutzerdefinierten XP-Service draufzahlte, in dem Versuch, die Chefs des Gesundheitssektors dazu zu ermutigen, ihre Computersysteme auf dem neusten Stand zu halten.  Ein Bericht Ende 2016 deckte jedoch auf, dass 90 Prozent der NHS-Konzerne noch mindestens einen Computer mit Windows XP verwenden.

Der wahrscheinlichste Grund dafür, dass veraltete Systeme weiter genutzt werden, liegt darin, dass ein Update dieser sehr kostspielig ist. In den meisten Fällen verlangt eine neue Version eines Windows-Betriebssystems auch einen neuen, leistungsstärkeren Computer. Damit einher geht oftmals auch die individuelle Abstimmung von Hard- und Software der Firma auf das neue System, damit der alltägliche Betrieb fortgeführt werden kann. Die Röntgenabteilung eines Krankenhauses zum Beispiel, die bisher mit XP gearbeitet hat, benötigt mit einem neuen Computersystem möglicherweise auch eine neue Software, um die Röntgengeräte zu steuern.

Institutionen der öffentlichen Hand haben außerdem den Luxus, direkt auf Regierungsexperten der nationalen Internetsicherheit zurückgreifen zu können. Diese sind in der Lage sicherzustellen, dass entscheidende Dienste wie die des NHS in Betrieb bleiben. Auch wenn dieser jüngste Trojaner-Angriff die Szene notwendigerweise wachrüttelt, gibt es doch ein erkennbares Sicherheitsnetzwerk.

Ein privates Problem

Der WannaCry-Angriff traf jedoch nicht nur den öffentlichen Bereich. Um die 200.000 Opfer in über 150 Ländern waren davon betroffen – nach Angaben der europäischen Polizei Europol sogar bedeutende Großunternehmen wie Nissan, FedEx und Hitachi. Eine Quelle gibt an, dass mehr als 10 Prozent aller Desktop-Computer mit XP laufen und ein Großteil der oben genannten Opfer aller Wahrscheinlichkeit nach kleine Betriebe sind. Allgemein gibt es keinen Hinweis darauf, dass Organisationen des öffentlichen Bereichs überdurchschnittlich unter Cyber-Attacken leiden.

Obwohl das NHS engen finanziellen Rahmenbedingungen unterliegt, haben staatliche Institutionen ein großes Spektrum an Möglichkeiten, Cyber-Attacken auf ein Minimum zu reduzieren und können an signifikante Geldmengen gelangen, wenn die Politiker zustimmen. Allein in Großbritannien hat das Zentrum für nationale Internetsicherheit 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung

Für kleine Betriebe, die keinen einfachen Zugang zu finanzieller Unterstützung für Systemupgrades haben und schwer an Regierungsexperten oder sogar IT-Abteilungen rankommen, sieht es dagegen ganz anders aus. Oftmals fehlt es hier schon an der Erkenntnis, dass es überhaupt ein Problem gibt. Es existieren einige staatlich unterstützte Initiativen, wie zum Beispiel die „British Cyber Essentials“, die kleinen Betrieben im Bereich der Internetsicherheit helfen. Diese haben meist jedoch weder die Reichweite noch die Möglichkeit, alle Firmen flächendeckend zu erreichen und denen zu helfen, die in Not sind. Man kann sich sicherlich fragen, ob sie einen großen Einfluss auf den Umfang des jüngsten Cyber-Angriffes hatten.

Cyber-Attacken in der Größenordnung des WannaCry-Angriffs erinnern Organisationen vielleicht daran, ihre IT-Systeme stets auf dem neusten Stand zu halten. Den Beteiligten nahezulegen, wie genau das geht, ist und bleibt eine ernsthafte Herausforderung. Organisationen der öffentlichen Hand vertrauen in vielen Fällen vielleicht zu oft auf veraltete Computersysteme – schlussendlich jedoch haben sie im Gegensatz zum privaten Sektor weit einfachere Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „PC“ by Fifaliana (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Softe Hardware: Der smarte Schal „SKARV“

SKARV (Image by Lisa Kneidl)

Seit geraumer Zeit „schmücken“ sie schon die Handgelenke der Technik-Enthusiasten von nah und fern, überwachen unseren Schlaf und zählen unsere Schritte. Nicht etwa der dystopische Big Brother, nein – Gadgets wie Smartwatches oder Fitness-Armbänder sind schon längst im öffentlichen Interesse und Gebrauch angekommen.

Das sogenannten „Wearable“ ist kein gänzliches neues Konzept. So zählt beispielsweise der Walkman schon seit dem Jahr 1979 zur tragbaren Technologie, Hörgeräte und andere technische Hilfsmittel sind bei vielen Mitmenschen im täglichen Gebrauch. In jüngster Zeit hat sich das Konzept aber vor allem durch Unternehmen wie Google mit seinem als gescheitert geltendes Experiment Google Glass oder durch den Technologie-Platzhirsch Apple und deren Apple Watch wieder verstärkt ins öffentliche Interesse befördert.

Subtilität ist einer der primären Faktoren für das Durchsetzungsvermögen von tragbarer Technologie und ein Aspekt, an dem schon die Google Glass durch ihr ausgeprägtes Design scheiterte. Denn das ist der Key-Aspekt: Wearables müssen auch wirklich von jedem getragen werden wollen – nicht nur vom fancy IT-Enthusiast aus dem Silicon Valley. Und deshalb soll jetzt auch unsere Kleidung intelligent werden.

SKARV – das erste Social Wearable

denkwerk Montage (Images by Lisa Kneidl)

In der Kölner Filiale der Multimedia-Agentur denkwerk habe ich den SKARV ausprobiert. Der SKARV ist ein smarter Schal, der durch zwölf ultraflache Vibrationsmotoren Impulse an den Hals des Trägers abgibt und so menschliche Berührung simulieren soll. Gesteuert wird das Ganze mit einer eigens entwickelten iOS-App.

Mit ihr kann man die Impulse in Mustern abgeben, was ich dann auch am eigenen Leib testen durfte. Zugegeben, ich war anfangs skeptisch – ein Schal, der so etwas Intimes wie eine Berührung nachstellen soll, kann und soll es so etwas geben? Und wozu brauchen wir tragbare Technologien mit solchen Funktionen überhaupt?

Beim SKARV wird ganz auf das soziale Miteinander gesetzt. Deshalb geht es nicht einfach nur um ein „Ego Wearable“, das unsere körpereigene Fitness und unseren Schlaf misst, sondern um ein sogenanntes „Social Wearable“. Ein ziemlich dehnbarer Begriff, wie ich finde. Für die denkwerker soll der Schal das Teilen von Inhalten und Emotionen mit Freunden und Familie in den Vordergrund stellen.

Von der Idee zum Produkt

SKARV Montage (Images by Lisa Kneidl)

Jeden Sommer wird der sogenannte „Summer of Thinx“ veranstaltet. Hier werden Praktika an eine Handvoll internationaler Bewerber vergeben, die an einem Projekt arbeiten, das dann schließlich von denkwerk verwirklicht wird. So ist während des zweiten Summer of Thinx im Jahr 2015 der SKARV entstanden. „Thinx soll keine Gadgets auf den Markt bringen, sondern ist ein Tool mit viel Raum zum Experimentieren.“, erzählt mir Motion Director Gregor Kuschmirtz. Er und seine Kollegin Alina Schlaier, Creative Director im denkwerk Köln, sind es auch, die mich empfangen und herumführen.

Hergestellt wird der SKARV im Textiellab in Holland, wo auch schon Adidas und Gucci ihre Innovationen getestet haben. Der Schal wird hier aus nachhaltigem Garn im 3D-Verfahren gestrickt. Im fertigen Schal befindet sich dann ein Tunnel, in den die Motoren und der Akku eingesetzt werden können und sich so von hinten um den Hals legen. Der Akku wird dann per Micro-USB geladen und die Kommunikation zwischen Schal und Smartphone läuft über Bluetooth.

Wie tragbar ist das Wearable?

Der Schal unterscheidet sich vom Tragegefühl nicht von einem herkömmlichen Schal. Die eingenähte Tasche mit den Motoren ist tatsächlich sehr unscheinbar und kann sowohl von außen nicht gesehen, als auch von innen fast nicht gefühlt werden. Ich hatte von den Impulsen auch direkt eine Intensität wie bei einem dieser Teleshopping-Massagegeräten erwartet – also eher unangenehm – aber war von der tatsächlichen Subtilität der Impulse überrascht. Die denkwerklerin mit dem Smartphone hat also Befehle an die App abgegeben – die Motoren sind im Interface als Kreis dargestellt und können dadurch gesteuert werden – die dann direkt an den Schal per Bluetooth übertragen wurden.

Alina betonte zudem, dass rund 20 Prozent der SKARV-Tester den Sinneseindruck aber ablehnen, eine solch menschenähnliche Berührung sei zu befremdlich. Für mich war die „Berührung“ durch den Schal tatsächlich angenehm und nicht störend oder ähnliches. Ob man die Impulse tatsächlich für eine menschliche Berührung halten könnte, bezweifle ich aber. Das Wissen, dass es von Motoren ausgeht, schwingt dann doch immer mit.

Wann tragen wir alle schlaue Schals?

Ich war von der unauffälligen Erscheinung des SKARV überrascht und beeindruckt. Der Tragekomfort ist hoch und auch von außen würde man nie auf die Idee kommen, ein Wearable vor sich zu haben. Auch den Ansatz eines „Social Wearable“ finde ich grundsätzlich spannend, aber nicht unbedingt durchsetzungsfähig. Vielfältige Möglichkeiten für den Einsatz der im SKARV verbauten Technologie gibt es aber definitiv. So könnte sie beispielsweise im Gaming Verwendung finden – über die Motoren könnten in Multiplayer-Spielern Impulse wie Richtungen oder andere Team-Kommandos übermittelt werden. Möglichkeiten gäbe es auch bei der Navigation – man stelle sich einen Gürtel oder Schuhe mit ähnlichen Motoren wie im SKARV vor, die Richtungsimpulse der Navigations-App auf dem Smartphone abgeben, ohne dass man dieses aus der Tasche holen müsste.

Noch ist der SKARV ein Prototyp und geht noch nicht in die Massenproduktion. Ich könnte mir durchaus vorstellen, ihn zu kaufen, aber nicht als „social“ sondern doch lieber als „Ego-Wearable“, um mich und meine Aktivität zu messen oder mir im Alltag behilflich zu sein. Vielleicht ist die Gesellschaft – und ich selbst natürlich – noch zu leistungs- und nutzungsorientiert, um auf eine so einfühlsame Konzeptidee anzuspringen. Es bleibt spannend, wie die Modeindustrie das Konzept der smarten Kleidung aufgreifen wird. Alina meint dazu: „Die Fashion-Industrie wird in fünf oder zehn Jahren ihr blaues Wunder erleben, weil sie die komplette Digitalisierung verschlafen!”. Der intelligente Schal wird uns vielleicht beim Aufwachen helfen – oder zumindest sanft wachstreicheln.


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  • TECHNIK heise: Lithium-Ionen-Akku-Pionier stellt Arbeiten für neuen Akku vor: Ein Team der University of Texas hat im Energy & Environmental Science Journal Forschungsarbeiten für einen neuen Akku vorgestellt, der sich besonders für Mobilgeräte, elektrische Fahrzeuge und stationäre Energiespeicher eignen soll. Im Vergleich zu den heute gängigen Lithium-Ionen-Akkumulatoren soll die Ladezeit der Neuentwicklung deutlich geringer ausfallen und sowohl in Sachen Haltbarkeit als auch Energiedichte Vorteile bringen. Besonders für die Automobilindustrie könnten die schnell aufladbaren neuen Akkus durch ihre höhere Energiedichte von Interesse sein. Außerdem sollen sie mit der neuen Technik länger halten und weniger anfällig für Feuer und Explosionen sein.

  • FACEBOOK t3n: Facebook testet Dislike-Button – vorerst im Messenger: Schon oft wurde darüber spekuliert, ob Facebook die Möglichkeit einführen würde, „Gefällt mir nicht“-Angaben für Beiträge zu machen. Bislang hat sich in der Richtung nichts getan, auch nachdem mit der Reactions-Funktion weitere Möglichkeiten eingeführt wurden, Beiträge zu bewerten. Jedoch haben User in der neusten Beta-Version des Facebook-Messengers den nach unten zeigenden Daumen entdeckt. Facebook hat das neue Feature gegenüber dem US-Techportal Techcrunch bestätigt. Dass der Dislike-Button auch in den Newsfeed kommt, ist allerdings eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Facebook selbst sieht den Dislike-Button eher als eine Art „Nein“ als Antwort in Diskussionen.

  • ENERGIE golem: Stadtwerke bieten 1 GBit/s zum Preis von 100 MBit/s: Die Stadtwerke der nordrhein-westfälischen Stadt Gronau bieten seit letzter Woche einen symmetrische Datenrate von 1 GBit/s an. Die Datenrate wird zusammen mit dem deutsch-niederländischen Netzwerk NDIX realisiert. Bestandskunden und Interessenten für das Projekt Gigabitcity Gronau bekommen als Startangebot die GBit/s-Verbindung zum Preis einer 100-MBit/s-Verbindung. Das schnelle Internet wird im gesamten Stadtgebiet angeboten werden und bietet die Geschwindigkeit von 1 GBit/s sowohl beim Upload als auch beim Download.

  • FINANZEN Gründerszene: Bitcoins sind erstmals mehr wert als Gold: Die digitale Revolution hat nun auch die Hackordnung an den Finanzmärkten verändert. Zum ersten Mal in der Geldgeschichte ist die Kryptowährung Bitcoin mehr wert als die Feinunze Gold. Beide gelten als eine Alternative zum Papiergeld und damit als Art globale Schattenwährung, die Menschen nutzen, um ihr Erspartes in Sicherheit zu bringen. Bisher war Gold deutlich wertvoller als der Bitcoin. Seit gestern nicht mehr. Der Wert des Bitcoin schoss am Donnerstag um mehr als drei Prozent in die Höhe und markierte bei 1.269 Dollar einen neuen Rekord. Gleichzeitig rutschte der Goldpreis um fast zwei Prozent auf 1.230 Dollar ab.

  • GOOGLE GoogleWatchBlog: Rechtliche Probleme bei der neuen Bildersuche: Google stellt die deutschen Gerichte immer wieder vor Herausforderungen und sorgt für völlig unterschiedliche Einschätzungen, Urteile und Diskussionen in den Rechtsabteilungen. Schon vor über vier Jahren hat Google die neue Bildersuche vorgestellt und in Deutschland und einigen anderen Ländern vorerst noch nicht eingeführt. Das hatte aber keine technischen sondern rechtliche Gründe, und die liegen vor allem an der Art der Einbindung der einzelnen Bilder. Statt wie in der alten Variante nur Thumbnails anzuzeigen und mit diesen auf die ursprünglich Webseite zu verlinken, bekommt der Nutzer in der neuen Version deutlich größere Bilder zu sehen.

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Das Darknet: Festung der Meinungsfreiheit?

network (adapted) (Image by Unsplash [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Das Internet ist viel mehr als die öffentlich zugänglichen, ergooglebaren Webservices, die die meisten Nutzer aufsuchen – und das ist gut für die Meinungsfreiheit. Firmen erstellen häufig private Netzwerke, die es ihren Angestellten beispielsweise ermöglichen, sichere Firmenserver zu benutzen. Und freie Software ermöglicht es jedem Einzelnen, ein „Peer-to-Peer“-Netzwerk zu schaffen, das ein Gerät direkt mit einem anderen verbindet.

Da sie von gegenwärtigen Suchmaschinen nicht indizert werden können und daher für die breite Öffentlichkeit weniger sichtbar sind, werden solche Subnetzwerke oft „Darknets“ genannt oder als Sammelbegriff im Singular „Darknet“. Typischerweise benutzen diese Netzwerke eine Software wie Tor, die die Geräte anonymisieren, die zu ihnen Verbindung aufnehmen und die Daten verschlüsseln, die durch die Verbindungen gehen.

Manches von dem, was man im Darknet findet, ist alarmierend. Eine Story von Fox News aus dem Jahr 2015 liest sich wie folgt:

„Eine genaue Prüfung des Darknet stellt sich als erschütternder Ausflug durch eine Verderbtheit dar, die einem den Mund offen stehen lässt: Bildergalerien voller Kinderpornographie, Videos von Menschen, die Sex mit Tieren haben, Verkaufsangebote für illegale Drogen, Waffen, gestohlene Kreditkartennummern und gefälschte Identitäten. Sogar menschliche Organe, die angeblich von chinesischen Hinrichtungsopfern stammen, stehen im Darknet zum Verkauf.“

Aber das ist nicht die ganze Geschichte – und auch nicht der einzige Inhalt und Zusammenhang des Darknet. Eine Beschreibung des Darknet als in erster – oder sogar in einziger – Linie einem Ort für Kriminelle lässt die gesellschaftlichen Kräfte außer Acht, die die Leute in diese anonymen Netzwerke treibt. Unsere Recherche bezüglich Inhalt und Aktivität eines größeren Darknets namens Freenet zeigt, dass das Darknet nicht als vom Verbrechen regierter „Wilder Westen“ gesehen werden sollte, sondern eher als „unberührtes Gebiet“, das durch sein Design so angelegt ist, dass es unbehelligt von kulturellen Institutionen wie Strafverfolgungsbehörden, Regierungen und Firmen bleibt, die inzwischen das Internet beherrschen.

Definitiv gibt es im Darknet illegale Aktivitäten, genau so wie im offenen Internet. Dennoch haben die meisten Darknet-Nutzer ein breites Spektrum an Motivationen und Aktivitäten, die durch den gemeinsamen Wunsch nach dem vereint werden, was sie als die größten Vorteile der Technologie sehen: Vertraulichkeit und freie Meinungsäußerung.

Eine Beschreibung von Freenet

Wir haben uns bei unserer Recherche Freenet angeschaut, ein anonymes Peer-to-Peer-Netzwerk, auf das mit Hilfe einer kostenlosen Anwendung zum Herunterladen zugegriffen wird. In dieser Art Netzwerk gibt es keine zentralisierten Server, die Informationen speichern oder Daten weiterleiten. Stattdessen übernimmt jeder Rechner, der dem Netzwerk beitritt, einige der Aufgaben zum Teilen von Informationen.

Wenn ein Nutzer Freenet installiert, stellt der Rechner eine Verbindung zu einer kleinen Gruppe existierender Freenet-Nutzer her. Jeder dieser Rechner verbindet sich wiederum mit den Computern anderer Freenet-Nutzer. Durch diese Verbindungen steht der gesamte Inhalt des Netzwerks jedem beliebigen Nutzer zur Verfügung. Dieses Design erlaubt es Freenet, dezentralisiert, anonym und widerstandsfähig gegen Überwachung und Zensur zu sein.

Die Software von Freenet verlangt von den Nutzern, einen Teil ihres Festplattenplatzes für die Lagerung von Freenet-Material zu „spenden“. Diese Information wird automatisch verschlüsselt, sodass der Besitzer des Computers weder weiß, welche Dateien auf seinem Rechner liegen, noch den Inhalt dieser Dateien kennt. Dateien, die im Netzwerk geteilt werden, sind auf einer Vielzahl von Computern gespeichert, was sicherstellt, dass sie auch erreichbar sind, wenn einige Leute ihre Rechner ausschalten.

Dem Netzwerk beitreten

Während unserer Recherche übernahmen wir die Rolle eines neuen Freenet-Nutzers. Das Netzwerk bietet eine Menge verschiedener Interaktionsarten, inklusive sozialer Netzwerke und sogar die Möglichkeit, direkte Beziehungen zu anderen Nutzern herzustellen. Aber unser Hauptziel war es, zu verstehen, was das Netzwerk einem neuen Nutzer bieten kann, der gerade erst anfängt, das System zu erkunden.

Es gibt einige Freenet-Seiten, die Webcrawler benutzt haben, um das Netzwerk zu indizieren, und so eine Art Inhaltsverzeichnis dessen bieten, was zur Verfügung steht. Wir besuchten eine dieser Seiten, um ihre Liste herunterzuladen. Von den insgesamt 4286 Seiten im Index wählten wir eine Zufallsprobe von 427 Seiten aus, um sie zu besuchen und genauer zu untersuchen. Die Seiten mit diesen Indices sind ein Teil des Freenet-Netzwerkes und können daher nur von Nutzern besucht werden, die die Software heruntergeladen haben. Standardsuchmaschinen können nicht benutzt werden, um Seiten im Freenet zu finden.

Die Entdeckung einer „Hacker-Ethik“

Was wir gefunden haben, lässt darauf schließen, dass Freenet von etwas dominiert wird, das Wissenschaftler „Hacker-Ethik“ nennen. Dieser Begriff fasst eine Gruppe von fortschrittlichen und freidenkenden Überzeugungen zusammen, die oft von Hackern unterstützt werden. Diese Gruppe wird vorrangig mit diesen Idealen in Verbindung gebracht:

  • Der Zugang zu Informationen sollte frei sein;
  • Technologie kann und soll das Leben der Menschen verbessern;
  • Bürokratie und Autorität kann nicht vertraut werden;
  • Widerstand gegen konventionelle und „Mainstream“-Lebensweisen

Einiges mag damit zusammenhängen, dass die Nutzung von Darknet-Technologie oft zusätzliches technisches Verständnis erfordert. Außerdem könnten Menschen mit technischen Fähigkeiten dazu neigen, Services zu finden, zu nutzen und sogar zu schaffen, die technische Schutzmaßnahmen gegen Überwachung bieten.

Unsere Lektüre der Hacker-Literatur legt nahe, dass die philosophischen und ideologischen Überzeugungen, die Darknet-Nutzer antreiben, weitestgehend unbekannt sind. Ohne diesen Kontext jedoch wäre es schwer, dem einen Sinn zu geben, was wir in Freenet beobachtet haben. Es gab Freenet-Seiten zum Teilen von Musik, E-Books und Filmen. Viele Seiten legten ihren Schwerpunkt auf Selbstdarstellung, wie normale Internetblogs. Andere waren der Verbreitung einer bestimmten Ideologie verschrieben. Beispielsweise waren sozialistische und freidenkende Inhalte häufig vorhanden. Wieder andere Seiten teilten die Informationen von Whistleblowern oder Regierungsdokumente, inklusive einer Kopie der Daten der Webseite von Wikileaks, komplett mit seinem „Tagebuch des Afghanistankriegs“ voller Geheimdokumente über die militärische Invasion der Vereinigten Staaten in Afghanistan, die auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 folgte.

Mit der Hacker-Ethik als Vorlage können wir verstehen, dass der Großteil dieses Inhalts von Menschen stammt, die tiefes Misstrauen gegenüber Autoritäten haben, Materialismus und Angepasstheit ablehnen und sich davon abgestoßen fühlen und ihr digitales Leben frei von Überwachung leben wollen.

Was ist mit Verbrechen?

Es gibt kriminelle Aktivitäten im Freenet. Etwa ein Viertel der Seiten, die wir besuchten, stellte entweder Kinderpornographie zur Verfügung oder verlinkte darauf. Das ist alarmierend, muss aber in einem angemessenen Kontext gesehen werden. Rechtliche und ethische Grenzen für Forscher machen es sehr schwer, das Ausmaß von pornographischen Aktivitäten online zu bestimmen, was insbesondere für Kinderpornographie gilt.

Sobald wir auf eine Seite stießen, die behauptete, Kinderpornographie bereitzuhalten, verließen wir diese Seite unverzüglich, ohne weiter zu recherchieren. Beispielweise ermittelten wir nicht eingehender, ob lediglich ein Bild, eine gesamte Bibliothek oder gar ein riesiger Marktplatz zum Verkauf pornographischer Inhalte vorhanden war. Aus der Perspektive von Recht und Ethik gesehen war das eine gute Entscheidung. Unser Vorgehen hat uns jedoch dadurch nicht ermöglicht, vergleichbare Daten darüber zu sammeln, wie viel Pornographie tatsächlich vorhanden war.

Andere Untersuchungen legen nahe, dass die Anwesenheit von Kinderpornographie nicht nur ein Problem von Darknets oder Freenet ist, sondern ein generelles Problem, das im Internet auftritt. Eine Arbeit der Association for Sites Advocating Child Protection (ASACP) zeigt die allgemeine Verbreitung von Kinderpornographie weit über Freenet oder sogar größerer Darknets hinaus. Die Beurteilung des Darknets sollte nicht durch die Anwesenheit von illegalem Material gestoppt, sondern erst Recht auf seinen gesamten Inhalt und Kontext ausgedehnt werden.

Mit dieser neuen Information können wir uns das Darknet sorgfältiger anschauen. Es beinhaltet eine Menge verschiedener Orte, die ein breites Spektrum an Aktivitäten von beeindruckenden bis abstoßenden Inhalten bieten. In diesem Sinn ist das Darknet nicht gefährlicher als der Rest des Internets. Und die Darknet-Services bieten Anonymität, Vertraulichkeit, Meinungsfreiheit und Sicherheit, sogar im Angesicht eines wachsenden Überwachungsstaates.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „network“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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Nice To Miet You: Smartphone-Mietangebote von Otto Now und Grover im Check

Image Samsung Galaxy S7 by K?rlis Dambr?ns.

Das menschliche Konsumverhalten ändert sich stetig. Galt früher Besitz als wichtig, so legt die Generation Y heutzutage besonderen Wert auf Verfügbarkeit und preiswerte Lösungen. Mit Otto Now und Grover sind nun zwei neue Dienste an den Start gegangen, die Elektronik vermieten – darunter auch Smartphones und digitale Peripherie. Doch für wen rechnet sich das Angebot und kommt man mit einem Mobilfunkvertrag nicht günstiger weg? Wir haben dies am Beispiel der populären Geräte Samsung Galaxy S7 sowie iPhone 7 und 7 Plus nachgerechnet.

teaser-mietportale

Seitdem es Smartphones gibt, erstehen viele Kunden ihre Geräte gemeinsam mit einem Mobilfunkvertrag. Dabei zahlt man das Smartphone im Sinne eines Ratenkredits ab. Ein Smartphone zu leasen ist nicht üblich. Genau diese Lücke schließen nun Otto und Grover. Sie vermieten etliche Produkte. Das Versandhaus Otto bietet eine breite Warenpalette aus den Bereichen Technik, Haushalt und Sport an. So können unter anderem Beamer, Drohnen, Fernseher oder Kameras ausgeliehen werden. Aber auch Geschirrspüler, Kaffeevollautomaten, Waschmaschinen oder E-Bikes und Crosstrainer sind im Angebot. Grover ist da pragmatischer und beschränkt sich auf Elektronik wie Smartphones, Notebooks, Spielekonsolen, Drohnen und Kameras.

Flexibel und ohne Anzahlung

Vorteil der beiden Angebote ist vor allem eines: Es wird keine Anzahlung verlangt. Das heißt, die Produkte können einfach für eine monatliche Gebühr geordert werden. Die Mindestmietzeit beträgt beim Otto-Dienst lediglich drei Monate, Grover gibt sich mit einem Monat zufrieden. Dafür sinkt bei Otto Now der Mietpreis nach einer gewissen Zeitspanne. Je länger man ein Produkt ausleiht, desto preiswerter wird die monatliche Gebühr.

Am Beispiel des Samsung Galaxy S7 bedeutet das folgendes: Werden im ersten Jahr noch 27,99 Euro monatlich fällig, so sinkt die Gebühr nach 12 Monaten auf 22,99 Euro, im dritten Jahr gar auf 13,99 Euro. Dafür kann beim Konkurrenten Grover das Produkt nach Erreichen der UVP komplett erstanden werden; lediglich drei weitere Monate muss voll gezahlt werden (S7: insgesamt +150 Euro). Diese Option fehlt bei Otto Now. Wir haben für das koreanische Flaggschiff nachgerechnet.

Wer das Samsung Galaxy S7 über einen kurzen Zeitraum probieren und nutzen will, kommt mit Otto Now und Grover günstiger. (Image by Jonas Haller)

Es zeigt sich also, dass die neuen Mietdienste vor allem in Sachen Flexibilität und Kosten über einen kürzeren Zeitraum punkten können. Geeks, die immer das neueste Mobiltelefon nutzen wollen, kommen sowohl bei Otto Now als auch bei Grover auf ihre Kosten. Für besonders preisbewusste Interessenten dürfte Otto Now die erste Anlaufstelle sein. Die Geräte sind deutlich günstiger als beim Konkurrenten Grover. Wer dem aktuellen Standardlebenszyklus eines Smartphones entsprechend sein Gerät zwei Jahre lang halten will, kommt mit Mobilfunkverträgen ebenso gut oder sogar günstiger weg. Bei entsprechender Liquidität lohnt auch ein Blick in Preisportale wie Idealo oder Günstiger: Dort ist das Samsung Galaxy S7 beispielsweise beim Onlineshop der Deutschen Post All You Need für 469 Euro zu haben.

Grover – das Paradies für Apple-Fans

Ähnlich sieht es bei Apples iPhone aus. Wer sich für das Gerät aus Cupertino entscheidet, kommt allerdings um den Anbieter Grover nicht drum herum. Er hat sich speziell auf Apple-Produkte spezialisiert und bietet ein breites Spektrum der populären Elektronikartikel aus Kalifornien. Allerdings haben die selbst mit Mietgebühr ihren Preis, wie unsere vergleichende Rechnung mit iPhone 7 und iPhone 7 Plus beweist. iPhone-7-Plus-Produktfoto-NP59,90 bzw. 79,90 Euro monatlich  sind deutlich mehr als die Mobilfunkanbieter in ihren Verträgen aufrufen. Wird die unverbindliche Preisempfehlung erreicht, schlagen die drei ausstehenden Monatsgebühren zum Erwerb des Mietgeräts mit 180 bzw. 240 Euro zu Buche.

Doch was ist, wenn etwas schief läuft? Sollte es zum unverschuldeten Schadensfall kommen, versprechen die beiden Portale Grover und Otto Now eine schnelle, kostenlose Reparatur. Geht der Defekt vom Nutzer aus, springen immer öfter die Haftpflichtversicherungen ein und begleichen die entstandenen Kosten. Hierzu lohnt ein Blick in die eigene Police, ob Mietgegenstände abgedeckt sind.

Fazit: Preiswerte Testmöglichkeit für Tech-Nerds

Samsung-Galaxy-S7-Fotografie-NPWelcher Technik-Nerd träumt nicht davon, immer die neueste Hardware testen und nutzen zu können. Mit den beiden neuen Portalen für Mietangebote von Otto Now und Grover wird dieser Wunsch relativ kostengünstig wahr. Es ist denkbar, dass man alle paar Monate die Geräte tauscht und sich so durch das Line-up der Elektronikbranche funkt. Ein weiterer Vorteil gegenüber zweijährigen Mobilfunkverträgen mit Smartphone-Ratenkauf ist die kurze Mindestlaufzeit. Über kurzfristige Zeiträume lohnt sich der Service finanziell vor allem für Nutzer, die knapp bei Kasse sind. Bei längeren Mietfristen von über zwei Jahren schwindet der Preisvorteil oder entfällt komplett. All jene, die nicht jedes Jahr ein neues Endgerät benötigen, sollten daher einen Blick in die diversen Onlineshops werfen. Dort sind viele Produkte einige Monate nach dem Erscheinen billiger als zum Marktstart.


Image Samsung Galaxy S7 by K?rlis Dambr?ns via Flickr (CC BY 2.0)

Images via Apple & Samsung

Teaser by Jonas Haller


Dieser Text erschien zuerst auf unserer Schwesterseite Androidpiloten.

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  • TESLA golem: Teslas Autopilot reduziert Unfallquote um 40 Prozent: Laut des Untersuchungsberichts der US-Behörde NHTSA trifft Tesla keine Schuld an dem tödlichen Verkehrsunfall, in dem das Tesla Model S, auf Autopilot geschaltet, beteiligt war. Des Weiteren lobt der Bericht Teslas Sicherheitsfunktionen: Um 40 Prozent soll die Unfallrate mit Tesla-Fahrzeugen nach der Aktivierung der Autopilotfunktion zurückgegangen sein.

  • TECHNIK heise: US-Künstler will Tarnkleidung gegen Gesichtserkennung herausbringen: Der Künstler Adam Harvey hat ein Muster entwickelt, das für das verbreitete Gesichtserkennungssystem OpenCV haarcascade aussieht wie Hunderte von Gesichtern. Für sein HyperFace-Projekt macht sich Harvey die Tatsache zunutze, dass Computer zwar riesige Datenmengen auswerten können, in vielen Fällen aber nur wenige Pixel eines Bilds analysieren, um Speicherplatz und Rechenzeit zu sparen.

  • FAKE-NEWS t3n: Fake-News im US-Wahlkampf: Einfluss scheint geringer als vermutet: Fake-News werden spätestens seit dem US-Wahlkampf diskutiert. Unklar bliebt, welchen Einfluss die Fake-News auf den Ausgang des US-Wahlkampfes hatten. Dieser Frage sind nun Wissenschaftler nachgegangen: Wenn Fake-News den Ausgang der Wahl verändert hätten, müsste jede Falschmeldung rechnerisch so viel Einfluss auf das Wahlverhalten eines Einzelnen haben wie 36 Wahlwerbespots.

  • DATENSCHUTZ datenschutzbeauftragter-info: Augen auf beim Onlinekauf – Kundendaten vom Online-Shop ausgespäht: Wie das BSI jüngst bekannt gegeben hat, sind zahlreiche deutsche Online-Shops vom sog. Online-Skimming betroffen. Schuld daran sind Sicherheitslücken in der bei Online-Shops weit verbreiteten Software Magento. Diese Sicherheitslücken ermöglicht es Kriminellen, Schadcodes einzuschleusen.

  • YOUTUBE googlewatchblog: YouTube überträgt die Amtseinführung von Donald Trump als 45. US-Präsidenten live: Die Inauguration Party des neu-gewählten Präsidenten wird seit Wochen mit Spannung erwartet und wird natürlich von allen großen Sendern und Netzwerken Live übertragen. Auch YouTube ist mit dabei und bietet in Zusammenarbeit mit den großen TV-Sendern gleich mehrere Streams an.

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Check-up Ireland: Stuck in the Middle – Wir stecken fest

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden zwölf Monate werde ich nun die „Tech-Insel“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. 

Irlands Tech-Entscheider schauen sorgenvoll auf Trump & Brexit

In dieser Kolumne warf ich erst vor kurzem einen durchaus positiven Blick auf das vergangene Jahr. Zu Beginn des neuen Jahres gehen viele Blicke sowohl nach Westen über den Atlantik als auch nach Osten über die Irische See nach London. Noch bis vor wenigen Monaten ließ Irlands Sandwich-Position zwischen den USA und dem so wichtigen Handelspartner Großbritannien Politiker und Industrielle im Einklang endlose Jubelarien auf den Standort-Vorteil der Iren anstimmen. Die Wahl von Donald Trump und die Entscheidung der Nachbarn für das Brexit sorgten jedoch für tiefe, übelklingende Kratzer auf dieser altbewährten Platte. Nun kramt manch einer „Stuck in the Middle with you“ der Gruppe ‚Stealers Wheel‘ hervor: „Clowns to the left of me, jokers to the right, here I am stuck in the middle with you!“

Sowohl Milliarden-Investitionen von US-Firmen als auch der rege Handel mit den Briten hatten schon immer auch viel mit Steuern und Zöllen zu tun. Was wird sich links und rechts ändern und was bedeutet es für Irland? 

Trump to the left

Noch weiß niemand genau (wahrscheinlich auch er selbst nicht), welche seiner Wahlversprechen Donald Trump wirklich umsetzen wird. Ein Zentralstück seiner Wirtschaftspolitik sollen aber erhebliche Steuersenkungen werden. Unter anderem war im Wahlkampf immer wieder die Rede davon, den Körperschaftssteuersatz von 35 Prozent auf 15 Prozent zu senken – eine Zahl, die in Irland, wo der Leitsatz 12,5 Prozent beträgt, Sorgenfalten auf die Stirnen der Ansiedlungspolitiker treibt. Zu stark ist noch die Abhängigkeit der irischen Wirtschaft von Multinationals, vor allem aus den USA, die insgesamt rund 200.000 Menschen beschäftigen. Facebook, Microsoft, Google und Apple gehen dabei vorneweg. 

Jede auch noch so kleine Änderung bei der Körperschaftssteuer wird direkte Folgen in Irland nach sich ziehen. Zwar hat es in den letzten 30 Jahren auf US-Seite keine signifikanten Änderungen gegeben und jede Administration, auch wenn sie von einem Lautsprecher wie Trump geleitet wird, tut sich schwer daran, spürbar UND schnell an der Körperschaftssteuer zu drehen. Da diese rund zehn Prozent des US-Steueraufkommens ausmacht, werden Donald Trump und seine Berater vorsichtig zu Werke gehen müssen, damit der Schuss, der US-Unternehmen und ihre Steuern nach Hause locken und die Wirtschaft erstarken lassen soll, nicht nach hinten losgeht. Zu bedenken ist auch, dass schon heute ein Teil der Profite von US-Unternehmen mit irischen Tochterfirmen sowohl in Irland als auch in der Heimat besteuert werden.

Auf Twitter drohte Trump jüngst diversen Autoherstellern mit Einfuhrzöllen falls Fabriken nicht ins Homeland zurückverlagert werden sollten. Zweifelsohne spielt die Tatsache, dass es sich bei dem Land, aus dem die Produktion zurückgebracht werden soll, um dessen Lieblingsfeind Mexiko handelt, eine besondere Rolle. Toyota und Chrysler gaben auch schnell nach und kündigten Milliarden-Investionen in den USA nach. Könnten den Drohungen an Auto-Bosse via Twitter bald Drohungen an Tech-Bosse bei Facebook oder Google (nicht bei Twitter, die weder in Irland noch in den USA Profite machen) folgen? Noch ist nichts derart in Sicht. Doch zum einen ist Donald Trump unberechenbar und zum anderen benötigen Investoren – egal ob in der Auto-Industrie oder in Tech – Sicherheit. Und da die alles andere als gegeben ist, warten viele Investoren erst einmal ab.

Brexit to the right

Noch spricht die britische Regierung mehr- und vor allem unstimmig darüber, wie das mit dem Brexit genau funktionieren soll. Dies sorgt in der Wirtschaft ebenso für Unsicherheit wie die bangen Fragen, was genau Trump so vorhat. Und genau wie Trump reden auch britische Politiker davon, den Körperschaftssteuersatz zu senken. Nur greift die Unsicherheit in Bezug auf den (noch) gemeinsamen Handels- und Reiseraum mit dem Vereinigten Königreich und was wohl daraus werden möge, wenn der Brexit umgesetzt wird, schon jetzt spürbar um sich – noch bevor der Artikel 50 des EU-Vertrags überhaupt aktiviert wurde. Zwar macht man sich in Bereichen wie FinTech berechtigte Hoffnungen, dass Finanzunternehmen Investitionen von London nach Dublin verlegen werden, um weiterhin Zugang zum einheitlichen EU-Markt zu haben. Da hört es dann aber auch auf. So manch ein Unternehmen hält Investitionen, was den britischen Markt betrifft, erst einmal zurück. Andere denken gar darüber nach, den Firmensitz nach Großbritannien zu verlagern, was dann Sinn macht, wenn zwei Drittel der Kunden dort sind und es zu lange dauern würde, neue Märkte zu erschließen.

Über Jahre hinweg konnten irische Firmen sich darauf ausruhen, dass in Bezug auf den wichtigsten Handelspartner in Europa die Fähigkeiten der Mitarbeiter ideal waren. Man spricht die gleiche Sprache und der Nachwuchs ist technisch gut ausgebildet. Dem Ausruhen folgt jetzt aber mehr und mehr die Unruhe – und neue Fragen: Kennt sich bei uns eigentlich jemand mit Ausfuhrzöllen aus?


Image “ireland” by belindasoundso (CC0 Public Domain)


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Momente in 360-Grad-Fotografie festhalten- Die Essener Firma 360ties zu Besuch in Dubai

republik-dominikaner-image-by-omarmedinafilms-via-pixabay

Vor der Weltraum-Fotowand reihen sich Kamera an Kamera – der „Twister“, so wie es in 360ties-Fachsprache heißt, lichtet die springenden, lachenden und gestikulierenden Besucher des Youtube-Events in Dubai mit einem einfachen „Klick“ aus 19 verschiedenen Perspektiven ab. Wenige Sekunden später sieht man das Resultat der blitzschnellen „One-Shot-Technologie“: „360ties“ friert Momente in einem 360-Grad-Winkel ein – ähnlich, wie man es aus Filmen wie Matrix kennt. Diese faszinierenden, dynamischen Aufnahmen können direkt vom Event aus schnell und einfach auf allen Social Media geteilt werden und fleissig Likes sammeln.

360-Grad-Fotografie aus Leidenschaft

Dirk Blanke, der geschäftsführende Gesellschafter der Essener Firma, treffe ich bei der Eröffnung des #YoutubeSpaceDXB in der Alserkal Avenue in Dubai. Der gelernte Werbefotograf begeisterte sich schon vor 15 Jahren für 360-Grad-Fotografie, aus der sein Geschäftsmodell im Jahre 2008 entstand. Mittlerweile vertrauen Kunden wie Youtube, H&M, Phillips, Huawei oder auch SAP auf 360ties, das seit 2012 besonders in der Event-Fotografie unterwegs ist.

„Alle wollten es ausprobieren!“

Der 53-jährige freute sich über deutschen, journalistischen Besuch und plauderte für Netzpiloten aus dem Nähkästchen: „Der Weg von 360ties in die Eventfotografie ist aus einer witzigen Begebenheit entstanden. Einmal haben wir ein ganz normales Werbe-Shooting mit unserer 360-Grad-Technik gemacht, für die ich das Konzept eigentlich entwickelt habe. Kaum waren wir mit unserem Model fertig, kamen alle anderen Anwesenden im Raum angelaufen – die Visagisten, Ausstatter und sogar der Taxifahrer. Sie wollten alle in unseren Fotoaufbau rein und die 360-Grad-Fotografie austesten. Und da habe ich gemerkt, dass nicht nur das Endprodukt toll ist, sondern auch der Foto-Aufbau die Menschen anzieht. Sie betreten die Fläche und sofort entsteht eine Interaktion. Sie lachen, springen und gestikulieren von ganz allein.“

 

Ein Effekt, den man auch auf dem #YoutubeSpaceDXB-Event in Dubai beobachten kann. Immer wieder wird das Interview unterbrochen, da Neugierige Fragen stellen und sich in dem „Weltraum“ ausprobieren möchten.

Social-Media-Tauglichkeit durch automatisierte Verarbeitung

Um ihren Aufbau Event-tauglich zu gestalten, arbeiteten 360ties besonders an einer schnellen und einfachen Social Media-Anbindung : „Wir haben das Konzept so technisch aufbereitet, dass das Ganze automatisiert abläuft und wir damit nach hinten hinaus keine Nachbearbeitungszeit haben. Wir produzieren einen Content, der dann jeweils für das Event auf einem Server abgelegt werden muss. Für das heutige YoutubeSpaceDXB- Event haben wir passend zu der Veranstaltung einen Youtube-Kanal angelegt. In der Regel können wir 30 Sekunden, nachdem das Foto geschossen wurde, das 360-Grad-Foto uploaden und nach zwei bis drei Minuten sind sie dann online schon verfügbar. Je nach Social-Media können dann die Fotos in unterschiedlichen Formaten heruntergeladen werden- sei es als GIF oder Video. Wir sind für alle Social Media interessant.“

Die Momentaufnahmen lohnen sich für Firmen. Lachend erzählt Dirk Blanke, dass seine Videos bei der letzten Veranstaltung im Like-Ranking direkt nach den Beauty-Videos von Bloggern kamen. „Fingernägel ziehen bei Videos anscheinend immer, aber direkt danach kommt unsere 360-Grad-Fotografie, die durch ihre Dynamik einfach fasziniert.“

Ob mit dem platzsparenden „Twister“, der bei dem #YoutubeSapceDXB zur Anwendung kam, oder dem 360ties Booths, der durch Design und Aufbau auf jedem Event auffällt – 360ties sind mittlerweile weltweit für ihre Kunden unterwegs, um ihre springenden, schreienden und lachenden Besuchern in Momentaufnahmen einzufangen.

Mit Dubai erschließt die Essener Firma einen neuen Markt. Für das Sharjah International Children’s Film Festival waren sie schon in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs und auch ihr Auftritt bei dem Youtube-Event wird wohl nicht ihr letzter Besuch in den Emiraten gewesen sein.


Image “Republik Dominikaner” by OmarMedinaFilms (CC0 Public Domain)


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Warum wir Hologramme noch nicht abgeschrieben haben

Sie konnten dreidimensionale Bilder erzeugen und waren der Renner in jedem Haushalt: die sogenannten Stereoskope waren zur viktorianischen Zeit ein echter Hit. Dann kamen Schreibmaschinen und Faxgeräte, die für alle Handgriffe im Büro essentiell wichtig waren, ihnen folgten Fotodrucker und der Videoverleih. Mittlerweile sind sie alle von der Bildfläche verschwunden.

Wenn innovative Techniken wie diese ihrem Ende zu gehen, haben wir verschiedene Möglichkeiten, uns an sie zu erinnern. Einmal durch die Wiederentdeckung – die Hipster-Subkultur hat die Retro-Techniken wie Radioröhren oder Vinyl-Platten wieder populär gemacht. Wir können die veraltete Technologie in eine Geschichte des Fortschritts integrieren, so wie wir zum Beispiel über die ziegelartigen Mobiltelefone von vor 30 Jahren lachen, wenn wir sie mit den schnittigen Smartphones von heute.

Diese Geschichten vereinfachen die Entwicklung vielleicht etwas zu sehr, aber sie haben auch ihre berechtigte Funktion: durch sie können sich die Firmen selbst mithilfe kontinuierlicher Verbesserungen anpassen und die geplante Obsoleszenz rechtfertigen. Selbst technische und naturwissenschaftliche Museen tendieren dazu, Fortschritte zu chronologisch darzustellen, statt Sackgassen oder unerreichte Hoffnungen zu dokumentieren.

Aber manche Technologien sind weitaus problematischer: die an sie gestellten Erwartungen wurden nicht erfüllt oder haben sich unendlich verzögert. Das elektrische Dreirad (Modell C5) von Sir Clive Sinclair war ein gutes Beispiel dafür. Unsichtbar im Verkehr, dem Wetter ausgesetzt und von Geh- und Fahrradwegen ausgeschlossen, stellte es niemanden wirklich zufrieden. Es wurde nicht als Retro-Technologie wiederbelebt und passt nur schlecht in die erfolgreiche Geschichte der Weiterentwicklung der Transportmittel. Die Gefahr, dass es irgendwann völlig in  Vergessenheit gerät, ist durchaus gegeben.

Wenn wir über ein einzelnes Produkt wie das C5 sprechen, ist das die eine Sache. Aber in manchen Fällen sprechen wir über ein ganzes Genre einer Innovation, wie eben das Hologramm.

Das Hologramm wurde vor 70 Jahren von dem ungarischen Ingenieur Dennis Gaborsome erschaffen. Die Medien der frühen 1960er Jahre berichteten beinahe pausenlos darüber. Im Jahr 1971 erhielt Gabor für seine Erfindung den Nobelpreis für Physik. Hologramm-Ausstellungen zogen in den 1980ern ein Publikum von zehntausenden Menschen an. Bis heute sind sie Millionen Menschen ein Begriff, aber meist eher durch Science-Fiction, Computerspiele oder durch die sozialen Medien. Keine dieser Darstellungen kommt den echten Holgrammen auch nur entfernt nahe.

Als ich meine Forschungen auf diesem Gebiet begann, war mein Rohmaterial eher typisches Futter für Historiker: unveröffentlichte Dokumente und Interviews. Ich musste diese aus alten Kisten in den Häusern, Garagen und Erinnerungen von Ingenieuren, Künstlern und Unternehmern, die schon lange im Ruhestand waren, aufstöbern. Die Firmen, Universitäten und Forschungslabore, die einst diese Aufnahmen aufbewahrt hatten, hatten oft jeden Überblick darüber verloren. Es war nicht besonders schwierig, den Gründen hierfür auf die Spur zu kommen.

Die Zukunft, die nie kam

Die Holografie wurde durch Gabor als eine Verbesserung für Elektronen-Mikroskope erschaffen, aber nach einem Jahrzehnt fanden ihre britischen Entwickler sie unpraktisch und lästig. Zur selben Zeit entwickelten amerikanische und sowjetische Forscher im Stillen eine Anwendung für den Kalten Krieg: der Plan war, die zu langsamen Computer damit zu füttern. Leider kam er in der Öffentlichkeit nicht gut an.

Stattdessen machten die Ingenieure der 1960er Jahre die Technologie als „linsenfreie 3D-Fotografie“ bekannt. Man sagte voraus, dass sie die traditionelle Fotografie ersetzen würde und dass holografische Fernsehgeräte und Heimfilme unmittelbar bevorstünden. Firmen und Labore, die von der Regierung finanziert wurden, packten mit an, erpicht darauf, das reiche Potential dieser Thematik zu entdecken, wodurch 1000 Promotionsschriften, 7000 Patente und 20.000 Forschungsaufsätze entstanden. Jedoch war gegen Ende des Jahrzehnts keine dieser Ideen fertig entwickelt.

Von den 1970ern an begannen Künstler und Handwerker damit, Hologramme als Kunstform und eine Art Attraktion aufzugreifen, wodurch es zu einer Welle von öffentlichen Ausstellungen und zu einer richtiggehenden Hologramm-Manufaktur kam. Unternehmer kamen in Scharen, angelockt durch die Erwartungen garantierten Fortschritts und Profits. Stephen Benton, Physiker der Polaroid Corporation und später am MIT, war überzeugt: „Ein zufriedenstellendes und effektives dreidimensionales Bild“, sagte er, „ist keine technologische Spekulation, es ist eine historische Unvermeidbarkeit“.

Ein Jahrzehnt später hatte sich noch nicht viel Neues entwickelt, obwohl unerwartete, neue Nischen mit Potential aufgekommen waren. Man versuchte, die Hologramme für die Illustrierung von Magazinen und Plakatwänden populär zu machen. Schließlich gab es doch noch einen kommerziellen Erfolg: mit holografischen Sicherheitsmarken auf Kreditkarten und Geldscheinen.

Dennoch ist dies letztendlich eine Geschichte der gescheiterten Bemühungen. Die Holografie hat nicht die Fotografie ersetzt. Hologramme dominieren weder die Werbung noch die Unterhaltungsbranche zuhause. Es gibt keine Möglichkeit, ein holografisches Bild zu erzeugen, das sich wie das Bild der Prinzessin Leia verhält, die bei Star Wars von R2-D2 in den Raum hinein projiziert wird oder wie den holografischen Doktor bei Star Trek. Unsere kulturellen Erwartungen sind heute allerdings derart hoch, dass man bei solchen Beispielen heutzutage immer ein „jedenfalls noch nicht“ anfügen muss.

Bewahrende Enttäuschung

Die Holografie steckt trotzdem voller Innovationen, bei der sich Kunst, Wissenschaft, Populärkultur und kultureller Optimismus vermischen. Sie wurde gleichermaßen von ihrem Publikum als auch von ihren Erfindern geformt. Dennoch passt sie nicht zu den Geschichten des Fortschritts, die wir tendenziell erzählen. Man könnte dasselbe vom 3D-Kino oder von den gesundheitlichen Nutzen der Radioaktivität sagen.

Wenn eine Technologie nicht den Erwartungen entspricht, sind sie für Museen nicht sonderlich interessant. Die Sammlungen in den Universitäten und anderen Institutionen haben für so etwas keinen Platz. Wenn die Leute, die die gescheiterte Technik in ihren Garagen aufbewahren, einmal sterben werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Technik auf der Müllhalde endet. Der aus Mali stammende Schriftsteller Amadou Hampâté Bâ meinte dazu: „Wenn ein alter Mensch  stirbt, brennt eine ganze Bibliothek“. Dennoch ist es wichtig, dass wir diese Bemühungen im Gedächtnis behalten.

Technologien wie das Hologramm wurden durch eine außergewöhnliche Bandbreite sozialer Gruppen erschaffen und konsumiert, von Wissenschaftlern bis zu Protestkulturforschern. Die meisten von ihnen glaubten an diese Technologie. Manche von ihnen konnten mit ihr frustrierende oder verborgene, aber innovative Erfahrungen teilen.

Es bleibt an uns Historikern, diese Geschichten der nicht sonderlich erfolgreichen Forschungsfelder zusammenzuhalten. Verständlicherweise reicht das nicht aus. Wenn wir unsere Bestrebungen mit Hologrammen oder 3D-Kinos oder der Strahlentherapie im Gedächtnis behalten, helfen wir zukünftigen Generationen vielleicht dabei, zu verstehen, wie Technik unsere Gesellschaft zusammenhält. Aus diesem essentiellen Grund müssen wir verinnerlichen, wie wichtig es ist, Dinge zu bewahren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image “wallpaper” by DirtyOpi (CC0 Public Domain)


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Smartphones mit Dualkameras – die fehlende Verbindung für Augmented Reality

Taking a close up (adapted) (Image by Susanne Nilsson [CC BY-SA 20] via flickr)

Smartphones mit Dualkameras werden immer häufiger, und die Tatsache, dass sie Bestandteil des neuen iPhone 7 Plus sind, deutet darauf hin, dass sie sich auch mehr und mehr etablieren. Aber während Dualkameras den Bemühungen entspringen, die Bildqualität zu verbessern, haben sie das Potenzial, uns auf einen viel interessanteren Weg zu bringen: Der wahre Grund könnte sein, dass Apple die Dualkameras benutzt, um sich auf die Welt der Augmented Reality einzustellen, die vor wenigen Monaten vom Phänomen Pokémon Go eingeführt wurde.

Das Prinzip der Augmented Reality war seit Jahren eine Lösung, die nach dem Problem gesucht hat. In den letzten Monaten war Pokémon Go die App, die die Augmented Reality nach Jahren in die Mitte der Gesellschaft gerückt hat. Da beispielsweise die Apple Watch nun ebenfalls in der Lage ist, Pokémon Go direkt auszuführen, hofft das Unternehmen offenbar, die Antwort gefunden zu haben. Das neue Dualkamera-System des iPhone 7 Plus könnte genau die Plattform sein, um vollkommen in die erweiterte Realität zu expandieren.

Die Hersteller präsentieren Dualkameras als Mittel, um Smartphone-Kameras dabei zu helfen, sich mehr wie eine professionelle digitale Spiegelreflexkamera zu verhalten – der digitale Abkömmling des Kameradesigns, das seit Mitte des 20. Jahrhunderts beliebt ist. Der Hauptgrund für die Zunahme an Dualkameras ist ihre physische Notwendigkeit. Es ist nicht möglich, ein Zoomobjektiv mit Profimaßen an einem Mobiltelefon anzubringen – die heutigen Smartphones sind einfach zu klein. Auf der anderen Seite stößt die Integration von Kamerazoom-Funktionen in die Software schnell an die Grenzen der Bildqualität. Aber da Objektive immer günstiger werden, ist eine zweite physische Kamera nun praktikabel, mit Software zum Wechseln zwischen beiden und zum Einfügen von Bildern beider Kameras.

Zwillingskameras mit verschiedenen Brennweiten, etwa einem Weitwinkel- und einem Teleobjektiv, bieten diverse Vorteile. Das Teleobjektiv kann verwendet werden, um die Verzerrung auszugleichen, die bei Weitwinkelobjektiven charakteristisch ist, indem es den abflachenden Effekt einer langen Linse ausblendet. Das Vorhandensein zwei geringfügig verschiedener Arten von Sensoren sorgt für einen besseren Dynamikbereich, den Bereich von Hell und Dunkel in Szenen, in dem eine Kamera Details erkennen kann. Ein größerer Dynamikbereich und mehr Informationen über die Szene sorgt für schärfere Details und sattere Farben.

Sich für den Zoom auf echte optische Linsen statt auf Software zu verlassen, reduziert das digitale Rauschen, das Bilder körnig werden lässt. Und mit rauscharmen Bildern mit mehr Bildinformationen ist es möglich, die Qualität des Softwarezooms zu verbessern.

Die Konstruktion stereoskopischer Szenen

So reizvoll das auch sein mag, das Hinzufügen einer zweiten Kamera auf der Rückseite bietet noch viel interessantere Möglichkeiten. Das Vorhandensein zweier geringfügig verschiedener Blickpunkte bedeutet, dass Livebilder in Hinblick auf die Tiefeninformation pro aufgenommenem Pixel verarbeitet werden können, sodass die Bilder eine zusätzliche Dimension an Tiefendaten erhalten. Da die Entfernung zwischen den beiden Kameras bekannt ist, kann die Software in Echtzeit Triangulationen durchführen, um die Entfernung zu übereinstimmenden Punkten in beiden Bildern zu ermitteln. Tatsächlich tut unser Gehirn etwas Ähnliches – dieser Vorgang nennt sich Stereopsis – sodass wir in der Lage sind, die Welt in drei Dimensionen wahrzunehmen.

Das iPhone nutzt Algorithmen für maschinelles Lernen, um die Objekte in einer Szene zu überprüfen, und schafft so eine Echtzeit-3D-Tiefenkarte der Umgebung und Objekte. Momentan nutzt das iPhone dies, um den Hintergrund vom Vordergrund zu trennen, um sich gezielt auf Objekte im Vordergrund fokussieren zu können. Dieser Effekt des Ausblendens von Hintergrunddetails, Bokeh genannt, ist eine Besonderheit von Spiegelreflexkameras und nicht ohne weiteres für kleinere Kameras wie jene in Smartphones verfügbar.

Die Tiefenkarte ermöglicht es dem iPhone, eine variable Apertur zu simulieren, welche die Möglichkeit bietet, Teile des Bildes, die außerhalb des Fokus liegen, anzuzeigen. Zwar ist das eine beneidenswerte Zusatzfunktion für die Nutzer von Smartphone-Kameras, aber nur lediglich eine Spielerei im Vergleich dazu, was Tiefenkarten wirklich können.

Natürliche Interaktivität entwickeln

Was Apple bietet, ist der erste Schritt hin zu einem Gerät wie Microsofts HoloLens. Microsoft hatte nur wenig Erfolg mit den vorangegangenen System Kinect, das kurzzeitig als Controller für die Xbox-Spielekonsolen angeboten wurde. Aber für Forscher und Ingenieure ist das Kinect ein bemerkenswertes und nützliches Stück Ingenieurskunst, das benutzt werden kann, um mit Computern natürlich zu interagieren.
Microsoft integriert einiges von der Hardware, der Software und den Erkenntnissen des Kinect in das HoloLens-System und erweitert diese durch simultane Lokalisierung und Kartenerstellung (SLAM), bei der die Umgebung in 3D kartiert und die Information benutzt wird, um geografische Überblendungen auf oder innerhalb eines Video-Feeds zu realisieren.

Eine Software, die eine vergleichbare Analyse für die Haltung und den Aufenthaltsort von Personen innerhalb einer Szene für Smartphones mit Dualkameras zur Verfügung stellt, würde ein virtuelles Fenster in die echte Welt öffnen. Durch Gesten, die ausgelesen werden, könnten die Nutzer mit einer Welt voll ‚Mixed Reality‘, also einer Mischung aus virtueller und realer Welt, interagieren, während der Beschleunigungsmesser und die GPS-Daten des Telefons Veränderungen aufzeigen und vorantreiben, wie diese Welt präsentiert und weiterentwickelt wird.

Es gab Spekulationen, dass Apple diese Technik für seinen Service Apple Maps nutzen will, um Objekte der realen Welt um digitale Informationen zu erweitern. Andere Nutzungsmöglichkeiten werden sich zeigen, wenn Dritthersteller und App-Designer ihre physischen Produkte mit sozialen Medien sowie den Möglichkeiten zum Einkaufen und Bezahlen verbinden, die das Smartphone bietet.

Apple ist nicht zufällig dort angelangt. Zusätzlich zum Erwerb von LinX hat Apple außerdem im Jahr 2015 mit Metaio einen echten Augmented Reality-Pionier aufgekauft, was an einen Plan zur Entwicklung einer Plattform für ‚Mixed Reality‘ denken lässt. Metaio hat nicht nur an Software für Augmented Reality gearbeitet, sondern auch an einem mobilen Hardware-Chipset, das diese Augmented Reality wesentlich schneller funktionieren lassen würde.

Bezeichnenderweise hat Apple zudem bereits im Jahr 2013 PrimeSense gekauft. Wenn der Name nicht vertraut klingt: PrimeSense ist ein israelisches Unternehmen, das seine Technologie zur 3D-Abtastung an Microsoft zugelassen hat, woraufhin die Kinect entwickelt werden konnte.

Wenn man Apples Fokus auf soziale Netzwerke dazuzählt, erhält man durch Augmented Reality die Möglichkeit, ein Nachrichtensystem mit Fernpräsenz – holografische Repräsentationen oder Repräsentationen der Augmented Reality entfernter Gesprächspartner – zu schaffen, oder einen Facetime-Videokonferenz-Service mit digitalisierten Hintergründen und Charakteren. Bald könnte es nicht mehr nur ein Pokémon sein, dem wir mit unserem Telefon hinterherjagen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) Taking a close up“ by Susanne Nilsson (CC BY-SA 2.0)


 

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Eltern und Roboter-Babys: Neues über die Eltern-Kind-Bindung

Angeregt durch die schrumpfende Bevölkerung hat sich in Japan ein neuer Trend entwickelt, bei dem mechanische Babys dazu genutzt werden, Paare dazu zu ermutigen, sozusagen „Eltern“ zu werden. Die verschiedenen Herangehensweisen unterscheiden sich sehr voneinander und werden durch unterschiedliche Geisteshaltungen angetrieben, die auch einige Fragen aufwerfen – wie nicht zuletzt, ob diese Roboter-Babys das Ziel erreichen, für das ihre Entwickler sie konstruiert haben.

Um all dies zu verstehen, lohnt es sich, die Gründe hinter dem so dringend beworbenen  Bevölkerungswachstum in Japan zu erforschen. Das Problem stellt die unverhältnismäßige Zahl alter Menschen dar. Laut Prognosen der UN sollen im Jahr 2050 mehr als doppelt so viele Japaner über 70 Jahre alt sein als es 15- bis 30jährige geben wird.  Dies wird auf eine Reihe von Faktoren zurückgeführt, unter Anderem auf die sogenannten Parasiten-Singles, außerdem auf immer mehr unverheiratete Frauen sowie auf einen Mangel an Einwanderung.

Was sind also die verschiedenen Herangehensweisen, um mehr Menschen die Elternschaft schmackhaft zu machen? Man preschte mit verschiedenen Lösungen vor: Angefangen bei Robotern, die ein Baby oder dessen Verhaltensweisen nachahmen bis zu Robotern, die ziemlich lebensecht aussehen. Bei Toyota haben die Ingenieure kürzlich den Kirobo Mini auf den Markt gebracht. Der Roboter soll eine Maßnahme sein, die emotionale Reaktion des Menschen hervorzuheben. Der Roboter sieht nicht aus wie ein Baby, aber er verhält sich so „hilflos“ wie ein baby. Beispielsweise erkennt und reagiert er auf Menschen in einer hohen Tonlage und bewegt sich tapsig und unsicher, eben wie ein echtes Baby.

Am anderen Ende des Spektrums steht Yotaro, ein motorgetriebener Baby-Simulator, der eine Projektionsfläche für den Gesichtsbereich hat, sodass Emotionen und Gesichtsausdrücke angezeigt werden können. Der Simulator reagiert, wenn er berührt wird und kann verschiedene Stimmungen darstellen. Mithilfe einer Schniefnase kann er sogar so tun, als sei er krank.

Ermutigend oder abschreckend?

Die Befunde der Vergangenheit suggerieren möglicherweise, dass man das Bevölkerungswachstum fördern könnte, wenn man Paaren mechanische Baby-Simulatoren gibt. Vor kurzem wurden Experimente mit Roboter-Babys und Jugendlichen durchgeführt. In den USA und in Australien hat man unter anderem herausgefunden, dass sie trotz der Überprüfung der Babys getestet wurden, um vor Schwangerschaften in der Jugend zu warnen. Die Roboter haben diese Umstände in der Gruppe, der die mechanischen Babys zugeteilt wurden, im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöht. Dennoch wäre es zu einfach, zu sagen, dass es bei allen Nutzern von Roboter-Babys dasselbe Ergebnis wäre. Sowohl das Alter als auch kulturelle Unterschiede spielen beim Ausgang eine wichtige Rolle.

Genauso wie darauf abgezielt wird, ein Bevölkerungswachstum zu bewerben, zielen Forscher auch darauf ab, junge Paare auf die längerfristigen Bedürfnisse eines heranwachsenden Babys vorzubereiten. Man entwickelte eigens Roboter, die Kinder in verschiedenen Altersgruppen repräsentieren sollten, vom „neun Monate alten Noby“ zum „zwei Jahre alten“ Kleinkindern, wie des CB2 (obwohl letzterer das Ergebnis einer Forschung ist, die die Entwicklung eines biometrischen Körpers erforschte).

Während ein deutlicher Fokus darauf gelegt wurde, was in einen Baby-Roboter gelangt, gibt es potenzielle emotionale Probleme für die „Eltern“. Es gab eine nicht geringe Anzahl an Studien, die die Beziehung zwischen Mensch und Roboter untersuchten. Forscher haben entdeckt, dass ein hoher Grad an Bindung zwischen beiden entstehen kann, wenn die Maschine ein sozialer Roboter ist, der über ein menschenähnliches Aussehen verfügt oder menschenähnliche Verhaltensweisen an den Tag legt.

Es gibt einige interessante Vorsichtsmaßnahmen zu dieser Faustregel, wie zum Beispiel das sogenannte verblüffende Tal, das Mashiro Mori ermittelt hat. Es zeigt auf, dass es eine Reihe an realistischen menschlichen Eigenschaften gibt, die Menschen eher abstoßend als anziehend finden.

Momentan ist die Entwicklung recht einseitig, wenn man schlichtweg menschliche Eigenschaften auf den Roboter projiziert. Aber es gibt zurzeit einige Projekte, bei denen Roboter entwickelt werden, die sich die Techniken der künstlichen Intelligenz zu Nutze machen, sodass sie ihre eigene Beziehung zu den Menschen formen können.

Dies führt dann zu den ethischen Fragen nach der angebrachten Verwendung von Robotern. Moralisten fragen sich und uns, ob der Einsatz eines Roboters innerhalb eines speziellen Gebiets akzeptabel ist und auch, ob sich der Roboter selbst moralisch korrekt verhält. Die Roboter-Babys betreffend, sind bereits jetzt eine Reihe an Problemen aufgetaucht. Sollte es den „Eltern“ beispielsweise gestattet sein, sich die Eigenschaften ihres Roboters auszusuchen? Sollten Eltern vielleicht therapiert werden, wenn sie ihr Roboter-Baby abgeben? Und soll das „Baby“ später auf die gleiche Weise von jemand anderem verwendet werden?

Diese Probleme werden möglicherweise während der gesamten Lebensspanne des „Kindes“ immer wieder auftauchen. Wenn ein Punkt erreicht wird, an dem Eltern ihr Roboter-Baby aufgrund von Defekten gegen ein anderes austauschen müssen oder weil sie zum Beispiel ein älteres „Kind“ möchten, wie wird dann die emotionale Bindung zum ersten „Kind“ auf den Ersatz übergehen, wenn man bedenkt, dass diese Maschine dieselbe „Person“ darstellen soll?

In praktischer Hinsicht wäre dies vielleicht durch Software-Updates möglich, ähnlich wie die heutigen Updates bei Smartphones – oder indem man Komponenten verpflanzt, um zu ermöglichen, dass das sich entwickelnde „Kind“ Charakteristiken und Erinnerungen beibehält, ähnlich wie beim Austausch einer Festplatte in einem Computer.

Doch selbst wenn man Asimovs drei Gesetze der Robotik berücksichtigt, wird es problematisch, abhängig von der Interpretation dieser Gesetze. Zum Beispiel sagt das erste Gesetz aus, dass ein Roboter einem menschlichen Wesen nicht schaden soll. Was ist, wenn man Schaden auf emotionaler oder psychologischer Ebene betrachtet? Man könnte argumentieren, dass einem Menschen möglicherweise als ein Resultat der Aktionen des Roboters Schaden zugefügt wird, wenn er eine Bindung zu einem Roboter-Baby aufbaut .

Im Allgemeinen wirft die Nutzung sozialer Roboter viele Probleme auf, sowohl in ethischer als auch in technischer Hinsicht. Die sinkenden Geburtenraten sind tatsächlich ein echtes Problem, das zudem immer mehr zunimmt. Roboter-Babys werden vielleicht auch nicht die Lösung sein, aber eventuell könnten sie zu Forschungen führen, die ein besseres Verständnis und einen Einblick in das Problem der sinkenden Geburtenrate ermöglichen.

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „partner“ by ThomasWolter (CCO Public Domain)


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Gefährden Altmedien den Digitalstandort Deutschland?

Kaum ist der von der Bundesregierung angekündigte „Digitalpakt“ Gegenstand der (veröffentlichten) öffentlichen Diskussion, schon finden sich die üblichen KulturpessimistInnen und bemühen sich um die altbekannten Gefahrennarrative der Förderung des „Häppchenwissens“ und der digitalen Überforderung der jüngeren Generationen dieses Landes.

Pensionierte Lehrer in einflussreichen Positionen meinen, immer noch auf der Höhe der Pädagogik zu sein, und verbauen mit ihrer Ignoranz gegenüber aktuellen Entwicklungen den Schülerinnen und Schülern die Chancen auf dem globalisierten Arbeitsmarkt. Die Gewerkschaften möchten sowieso lieber Schul-Klos repariert wissen, obwohl nicht zuletzt die aktuelle Studie der Initiative D21 zum Stand der Digitalisierung in deutschen Schulen große Defizite identifiziert hat.

Rückwärtsgewandtheit der Entscheiderinnen ist ein Problem für Deutschland

Damit fügt sich die aktuelle Debatte in eine lange Kette von Drohszenarien, die digital nicht aktive Menschen, die in Deutschland in EntscheiderInnenpositionen sitzen, gegenüber dem Internet aufbauen. Pokémon Go trackt Jugendliche und erhöht das Risiko, im Straßenverkehr unter die Räder zu kommen. Ein altbekanntes Printmedium spricht vom „Feind in meiner Hand“ und meint das Smartphone. Lehrer können sich in diesem Medium mit der Meinung breitmachen, dass Eltern Schuld an der „Internetsucht“ der Kinder seien.

Das Morgenmagazin von ARD und ZDF stellt die Teilnehmerinnen der Gamescom als der Kindheit verhaftete Deppen dar und warnt vor der – natürlich – übermäßigen Nutzung von Videospielen. Ebenfalls im Morgenmagazin wird vor den Gefahren der VR-Brillen gewarnt („Auswirkungen auf das Gehirn“). Während IBM verkündet, dass IBM-Watson nun auch im Kampf gegen den Krebs helfen wird, warnen deutsche Altmedien vor der Nutzung von Gesundheits-Apps.

Wissen die VertreterInnen der Altmedien eigentlich, was sie mit diesem Kampf gegen das Netz und gegen das Digitale indirekt auch unseren Kindern antun? Kinder und Eltern sind in einer rückwärtsgewandten Meinungs-Bubble gefangen, die sie davon abhält, sich offensiv und frühzeitig mit den Gefahren und den Chancen des Netzes zu befassen. Unsere Kinder werden, wenn sie nicht rechtzeitig digitale Kompetenzen erwerben, von den gleichaltrigen Jugendlichen und Berufsanfängern aus den USA, Asien und Russland übertrumpft.

Wir als Eltern entlassen sie aber auch gleichzeitig ungeschützt in eine Welt, in der es natürlich Risiken und Gefahren gibt; da wir sie aber nicht darauf vorbereitet haben (außer der Strategie: schaltet den PC am besten aus), werden sie unvorbereitet auf die digitale Welt außerhalb von Deutschland treffen.

Beispiel Pokémon Go: Gefahren und Chancen der Augmented Reality

Spätestens seit der Verfilmung der Stephen King-Kurzgeschichte über den Rasenmähermann im Jahr 1992 kann eine breite Masse etwas mit der Idee der Virtual Reality anfangen. Auch wenn eine Umsetzung mittels Brille und Kopfhörer vorerst weit hinter dem angepeilten Ziel der startrekschen Holdecks zurückbleibt, sind in den vergangenen 20 Jahren alle Versuche, einen komfortablen Einstieg zu schaffen, mehr oder weniger grandios gescheitert.

Letztendlich scheint es, als habe es das Jahr 2016 gebraucht – in dem alle technischen Errungenschaften wie Prozessorminiaturisierung, Grafikleistung, Rechenpower zur Erfassung des Raums und die Vorarbeit der Konsolenhersteller mit Sonys Play und Microsofts Move sowie der Druck durch den Occulus-Rift-Kickstarter zusammentrafen – um der Virtual Reality im Konsumentenmarkt zum Durchbruch zu verhelfen. Wobei bei den abgerufenenen Preisen eine schnelle Marktdurchdringung zumindest für das kommende Weihnachtsgeschäft noch fraglich bleibt.

Umso erstaunlicher erscheint es, dass diesem zukunftsträchtigen Vorstoß zumindest in der breiten öffentlichen Wahrnehmung der Rang durch eine weitere visionäre Technik abgelaufen wurde. Der Erfolg des Smartphonespiels Pokémon Go hat der Augmented Reality den Einzug auf die Endgeräte und in die Presse beschert. Der Entwickler Niantic stellte mit dem Spiel Ingress bereits seit Ende 2013 eine Augmented Reality App zur Verfügung. Auch hierbei bewegen sich die Spieler durch den öffentlichen Raum, das Kartenmaterial basiert auf Daten von Google Maps und die Bewegungen der Spieler werden zur Auswertung an die Server des Spiels zurückgemeldet.

Schon Ingress konnte in den vergangenen Jahren eine große und äußerst aktive (vornehmlich erwachsene) Spielergemeinde gewinnen. Der wirkliche Durchbruch erfolgte aber durch die Zusammenführung der Spielprinzipien von Ingress gepaart mit der Pokémon Lizenz von Nintendo.

Seit der Veröffentlichung von Pokémon Go im Juli diesen Jahres sind insbesondere in den Ballungsräumen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene der Aufforderung der Eltern gefolgt, doch endlich mal wieder rauszugehen, und fangen die Taschenmonster mit dem Blick durch die Bildschirme und Kameras ihrer Smartphones. Hierbei werden die Pokémon vom Spiel in die Abbildung der den Spieler umgebenden Realität projiziert.

Eine äußerst erfreuliche Folge des Pokémon-Go-Hypes war die Rückeroberung des öffentlichen Raums durch spielende Menschen aller Altersklassen bis zu Kindern, welche Ihr erstes Smartphone daran ausprobierten. Schon in der Woche vor dem Deutschlandstart aber machten Meldungen aus den USA über Verkehrsunfälle und Überfälle in hiesigen Medien schnell die Runde.

Das Gefährdungspotential für junge Spieler wird bei genauer Betrachtung schnell offensichtlich: Hand in Hand mit dem Austritt der Onlinespieler in die reale Welt erfolgt, zusätzlich zu den Gefahren des Straßenverkehrs, eine Übertragung der virtuellen Risiken. Was eben noch Grooming in einem Chatroom war, kann jetzt schnell eine persönliche Kontaktaufnahme werden. Hierbei ist insbesondere die schnelle Erkennbarkeit der Spieler und das gemeinsame Thema, über welches ein Kontakt hergestellt werden kann, eine nicht zu unterschätzende Komponente.

Panikmache vor Medien hat noch nie etwas gebracht

Die logische Schlussfolgerung kann aber eben nicht mediale Panikmache und pauschalisierte Warnung vor der Nutzung des Spiels sein, sondern muss eine Aufklärung der Spieler über die mit dem Spiel verbundenen Risiken sein – auch wenn die althergebrachten Grundsätze des Jugendschutzes in Bezug auf Medien hierzulande am ehesten in einer Verbotsdebatte gipfeln. Aufbauend auf dem „Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften“ von 1926 verfestigte sich die Debatte um eine moralisch-sittliche Gefährdung der Jugend in den 50er-Jahren mit der pädagogisch wie feuilletonistisch vorgetragenen Kritik an Groschenromanen und Comics.

Sie wurde in den folgenden Jahrzehnten auf Videofilme erweitert und gipfelt seit den 80ern in der Diskussion um Computerspiele. Die konsequente Aberkennung des Kunstbegriffs, welcher unabhängig vom Inhalt nur bestimmten Medien vorbehalten bleibt, sagt schon viel über den Stellenwert neuartiger Technologien aus.

In Zeiten, in denen die moralisch-sittliche Verfestigung der Kinder und Jugendlich allenthalben bestritten wird, ist wohl mit deren Bedrohung kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Folglich stürzen sich die Altmedien auf die „reale“ Gefährdung von Kindern, und die Reaktion von Eltern und Pädagogen folgt – wie auch in vorhergehenden Generationen – auf dem Fuße. Unsere Eltern haben Comics und Groschenromane genauso gelesen, wie wir Videofilme sahen und Computerspiele spielten und immer noch spielen. Heute vertreiben sich die Kinder und Jugendlichen die Zeit auf Youtube, in Chaträumen und eben mit Pokémon Go. Und morgen in der Virtual Reality der Spielekonsolen und Augmented Reality der Smartphones.

Die Gründe für den rückwärtsgewandten Blick in deutschen Altmedien sind vielfältig:

  1. Wir leben in dem Land mit der zweitältesten Bevölkerung weltweit. Da kann man keine EntscheiderInnen erwarten, die in der Mehrzahl jünger und innovativer sind.
  2. „Bildung“ ist in Deutschland eine Attitüde, die man vor sich herträgt. Das Buch noch „riechen zu wollen“ und das gefüllte Bücherregal im heimischen Wohnzimmer gelten nach wie vor als Ausdruck von Belesenheit. Wobei dies letztlich auf dem Missverständnis beruht, „digital“ und „Lesen“ würden sich gegenseitig ausschließen.
  3. Ohne vorherige Studien und konsensual abgesegnete Standards wagen wir nichts (s.a. Tesla-Debatte).
  4. Die derzeit in den Schulen befindlichen LehrerInnen gehören vor allem der technikskeptischen Baby-Boomer-Generation an, die in den 1970ern in die Laufbahnen eingetreten ist. Erinnert sich jemand noch an die damalig dominierende Debatte um die sogenannte „Technikfolgenabschätzung“? Auf Basis dieser Sozialisation kann man nicht wirklich Offenheit gegenüber den Internetfirmen des Silicon Valleys erwarten.

Pokémon Go schult die neue Generation

Sollte der Umgang mit neuen Technologien und Inhalten denn nicht besser von der Betrachtung des Potentials (unter Abwägung der Risiken) getragen werden?

Online-Spiele und digitale Tools stellen die Zukunft dar; seien es Google Docs, Keynote Live-Funktion, soziale Medien, Mikro-Blogs, Snapchat oder sonstige Plattformen, auf denen sich Menschen weltweit zusammenfinden. All diesen Plattformen sind einige Merkmale gemein, die für den zukünftigen Arbeitsmarkt von übergeordneter Bedeutung sind:

1. Der Wille zum Teilen muss vorhanden sein. Ohne Teilen kann es keine nachhaltige Interaktion geben.

2. Multilingualität ist Grundvoraussetzung für alle Menschen weltweit, um sich in mehreren Meinungs- und Inhaltesphären ausreichend austauschen zu können.

3. Kommunikationsfähigkeit auf mehreren digitalen Kanälen gleichzeitig ist eine der Grundbedingungen für die Nutzung digitaler Tools und dafür, dass man überhaupt noch auf der Höhe der Zeit in seinem Beruf tätig sein kann.

4. Ohne Teamfähigkeit geht nichts mehr. Als Teammitglied muss man sich jederzeit einordnen können. Dafür kann man aber auch gezielter seine eigenen Kompetenzen einbringen. „Aufgabenteilung“ ist dabei auf gar keinen Fall mit dem altbackenen „Zuständigkeit“ zu verwechseln!

5. Der Spruch „Für die Technik ist mein Kollege zuständig“ funktioniert nicht mehr. Um zu wissen, wie ich zu Ergebnissen gelangen kann, muss ich auch die dahinter stehende Technologie ansatzweise verstehen lernen.

6. Nicht mehr das Alter ist relevant für die eigenen Relevanz, sondern mein Beitrag für das Ganze. Das eröffnet sowohl für Jung als auch Alt, aus dem „Wahrnehmungsfängnis“ und damit seiner durch das Alter selbst zugeschriebenen Rolle auszubrechen.

All diese Kompetenzen zählen wohlgemerkt sowohl für beruflich genutzte Plattformen (wie Google Docs und andere) als auch Spieleplattformen (wie beispielsweise Lol). Wenn wir also die Kinder und Jugendlichen nicht rechtzeitig auf diese digitalisierte Arbeitswelt vorbereiten und stattdessen „Internet“ und “Digital” nur kulturpessimistisch bewerten, entziehen wir unseren Kindern die zukünftige gleichberechtigte Teilhabe am globalisierten Arbeitsmarkt. Daran können wir alle kein Interesse haben.

Die Kinder vorbereiten auf eine Zukunft der Arbeit

Stattdessen sollte man aber vielleicht mal einfach seinen Kindern beim Spielen über die Schulter schauen, um zu verstehen, in welcher Weise digitale Tools und auch Spiele dazu geeignet sind, sie auf eine Zukunft der Arbeit vorzubereiten, mit der sie sich später befassen müssen. Spiele, Apps, Services, Plattformen und der gezielte Blick auf die dahinterstehende Technik sind notwendig, um zu verstehen, in welcher Weise zukünftige Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt und die Art und Weise von Bildung eigentlich schon heute zusammenhängen, ohne dass dieser Blick von den Entscheiderinnen tatsächlich auch erkannt wird.

Kinder haben einen entscheidenden Vorteil im Umgang mit neuen Technologien: sie betrachten diese nicht als „neu“. Sie werden weder von einem Gefühl zurückgehalten, dass es „früher alles besser war“, noch vom Gedanken „Wir leben in der Zukunft“ verunsichert.

Sie stehen mit beiden Beinen in der Gegenwart und es ist unfair, ihnen den Weg in Ihre Zukunft mit den sie begleitenden Technologien zu verbauen. Statt in den Medien der Vergangenheit zu verweilen, sollten wir uns als die wissensvermittelnde Generation viel mehr damit beschäftigen, wie wir die Inhalte mit den Medien der Zukunft transportieren können.


Image “girl” by nastya_gepp (CC BY 2.0)


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Digitale Lösungen für analoge Probleme – Reloaded

glühbirne-image-by-jniittymaa0-via-Pixabay-[CC0 Public Domain]

Vor nunmehr 4 Jahren hatte ich an dem spannenden Buchprojekt Reboot_D von Ulrike Reinhard und Hendrik Heuermann mitgewirkt, in dem es darum ging, die analoge Welt mit digitalen Vorzeichen neu zu denken. Unter der Überschrift „Digitale Lösungen für analoge Probleme“ hatte ich mich gefragt, in welcher Weise bis dato die Digitalisierung zur Lösung politischer Probleme beigetragen hatte und warum dies in analogen Zeiten vorher nicht möglich gewesen war.

Mit Blick auf die fehlende Nachhaltigkeit unserer Lebensweise, den Klimawandel und die Änderung nicht-nachhaltiger Geschäftspraktiken skrupelloser Alt-Unternehmen, die mit Hilfe von manipulierter Software unserer aller Lebensgrundlage zerstören helfen, ergibt sich erneut die Frage, wie man mit digitalen Tools und Produkten die Welt ein kleines bisschen besser gestalten kann. Einige Filme und Keynotes der letzten Tagen haben aus meiner Sicht gezeigt, wie dies vonstatten gehen könnte.

Der im Netz viel diskutierte desaströs Beginn (Stichwort: Digitale Demenz bei Anne Will) der ARD Themenwoche zur Zukunft der Arbeit hat wieder eines gezeigt: Es fehlt in Deutschland an Vordenkern, die uns einen (Aus-) Blick auf globale Trends und Themen zeigen können und es fehlt weiterhin an entsprechenden Altmedien, die in der Recherche relevanter Themen und dieser internationalen Vordenker auf der Höhe der Zeit sind. Wie kann es sein, dass uns ausgerechnet der Altmeister des deutschen Films Werner Herzog mit über 70 Jahren mit „Lo and Behold“ einen spannenden Blick auf die Zukunft des Internets, der Robotik und damit der Gesellschaft zeigt?

In dieser Woche hatte ich aber Gelegenheit, weitere drei Filme bzw. Präsentationen zu schauen, die uns zeigen, wie sich Geschäftsmodelle mit Hilfe von Blockchain in Richtung sozialer Nachhaltigkeit ändern können (Don Tapscott), in welcher Weise Geschäftsmodelle ökologische Nachhaltigkeit fördern können (SolarCity) und warum wir ein Interesse an diesen Änderungen haben sollten (Leonardo DiCaprio).

National Geographic hat seit drei Tagen den Klimawandel-Film von Leonardo DiCaprio „Before the Flood“ in seinem YT-Channel freigeschaltet. Der Kampf gegen den Klimawandel und die Förderung der Solarindustrie, alles dies waren mal deutsche Kernkompetenzen. Aus und vorbei. Im Film von LDC wird stattdessen die Giga-Factory von Tesla gezeigt und das Geschäftsmodell und die Mission dahinter vorgestellt.

In welchem Kontext die Giga-Factory zu verstehen ist, kann man erahnen, wenn man die aktuelle Keynote von Elon Musk zur Vorstellung des Konzepts der Solardächer anschaut. Die Keynote – unter freiem Himmel – als Chef eines Industrieunternehmens mit der Botschaft zu beginnen, dass 404 ppm CO2 Antrieb für deren Überlegungen sei, ist gerade aus deutscher Sicht erstaunlich. Man stelle sich Zetsche oder Müller vor, wie sie versuchen, „Nachhaltigkeit“ mit ihren Produkten zu bewerben. Was die Keynote zeigt, ist die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit und Business sich nicht ausschließen sondern ganz im Gegenteil gegenseitig bedingen.

Ebenso wie Jobs versteht es Musk, eine Sache, die die Menschen bewegt, mit einem Industrieprodukt und einer Dienstleistung zu verbinden. Wen erinnert der Dreiklang in der Musk-Keynote – Generation, Storage, Transport – und die daraus folgende Ableitung des Produkts nicht an die Jopbs-Keynote zur Vorstellung des iPhones, der damals in ähnlicher Weise drei Produkte zu einem neuen verbünden hatte. Haus, Auto und Energie integriert zu betrachten, ist im Grunde genommen so naheliegend und bleibt schnell im Kopf hängen. Und schon fragt man sich, wieso dies bisher immer getrennt betrachtet worden ist.

Wie sich Geschäftsmodelle mit Hilfe der Blockchain-Protokolle schließlich komplett erübrigen können und inwiefern dies allen Menschen im Sinne sozialer Nachhaltigkeit zugute kommen kann, stellt Don Tapscott in seinem aktuellen TED-Talk vor. Zwischenhändler, die sowieso nur abkassieren, Gatekeeper sind und Ungleichheiten verstärken, können mit der Blockchain-Technik komplett eliminiert werden. Tapscott nennt als Beispiele die Sicherung von Eigentumsrechten bezogen auf Landbesitz, das Peer2Peer-sharen, die individuelle Datensouveränität und die unmittelbare Entlohnung von Inhalte-Schaffenden.

Alle Filme zusammen genommen zeigen uns ein Bild auf, warum es nicht nur Technik ist, über die wir reden sondern warum Technik soziale und politische Implikationen hat und warum dies den herrschenden Akteuren – Ölkonzernen, Banken, Blechebiegern – nicht gelegen kommt. Denn: Es geht um Macht.


Image „glühbirne“ by jniittymaa0 (CC0 Public Domain)


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Nematode: Auch „gute” Würmer sind gefährlich

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Das „Mirai”-Botnet sorgt derzeit für Probleme und Schlagzeilen. Sicherheitsforscher haben deswegen eine Möglichkeit aufgezeigt, die betroffenen Geräte abzusichern und das Botnet so unschädlich zu machen. Allerdings sieht der Plan vor, dass die Experten ihrerseits die betroffenen Geräte mit einer bestimmten Art von Wurm – einer sogenannten Nematode – angreifen. Das ist in vielen Ländern strafbar. Darüber hinaus birgt es auch technische und ethische Risiken. Trotz aller guten Absicht ist daher von dem Vorhaben abzuraten.

Mirai: Kameras und Videorecorder im Botnet

Das Mirai-Botnet besteht aus gekaperten Geräten des sogenannten „Internet of Things“ (IoT), insbesondere Überwachungskameras und Videorecordern. Es wird vermutet, dass diese Ansammlung ferngesteuerter Mediengeräte für den DDoS-Angriff benutzt wurde, der vor Kurzem den DNS-Provider DynDNS und in der Folge zahlreiche, teils sehr populäre Websites lahmlegte.

Nematode: Ein gutartiger Wurm soll helfen

IT-Sicherheitsforscher haben den Quellcode des Mirai-Botnets analysiert und einen Lösungsansatz präsentiert. Dieser sieht den Einsatz einer sogenannten Nematode vor. Dabei handelt es sich um einen speziellen Typ von Computerwurm, der, ähnlich wie sein Vorbild aus dem Tierreich, nach dem er benannt ist, zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird.

Die Sicherheitsforscher haben Schwachstellen im Mirai-Quellcode entdeckt, die mit Hilfe der Nematode gezielt angegriffen werden könnten. Die Nematode soll sich über die selben Sicherheitslücken, die auch Mirai selbst verwendet, ausbreiten, die Sicherheitslücken stopfen und Mirai so an einer weiteren Verbreitung hindern.

In vielen Ländern ist die Nematode illegal

Ein solches Vorgehen wäre allerdings juristisch in vielen Ländern der Welt fragwürdig. In Deutschland etwa würden sich die Beteiligten wahrscheinlich der Datenveränderung (§303a StGB) strafbar machen. Auch in den USA und Großbritannien wäre ein solches Handeln Experten zufolge illegal.

Wohl vor allem aus diesem Grund ist der Nematoden-Quellcode mittlerweile wieder von der Programmierer-Plattform GitHub verschwunden. Der Entwickler hat ihn nach Diskussionen um die Rechtmäßigkeit des Nematoden-Einsatzes vorsichtshalber zurückgezogen.

Technische und ethische Probleme

Abgesehen vom rechtlichen Aspekt ist der Einsatz eines „gutartigen Trojaners“ auch in anderer Hinsicht bedenklich. Ethische ebenso wie technische Probleme fallen an. Da ist zunächst einmal die Frage, ob es überhaupt zulässig ist, in die IT-Systeme eines Anderen ohne dessen Wissen einzugreifen, und sei es mit den besten Absichten. Immerhin sind auf diesen Geräten häufig sensible Daten gespeichert und Datenschutz ist ein wichtiges Grundrecht.

Doch selbst, wenn man obige Frage (unter bestimmten Umständen oder Auflagen) positiv beantwortet, ist der Einsatz der Nematode technisch problematisch. Ein Angriff auf ein System und die Installation von Software bergen, auch, wenn sie mit der Absicht geschehen, lediglich Sicherheitslücken zu schließen, immer das Risiko, das Gerät zu beschädigen oder seine Funktion zu beeinträchtigen. Sogar noch wahrscheinlicher ist es, dass unbeabsichtigt zusätzliche Sicherheitslücken aufgerissen werden und so das Gerät anfälliger für zukünftige unautorisierte, in der Regel bösartige Eingriffe ist.

All dies wird noch wahrscheinlicher dadurch, dass das Zielgerät bei einer automatisierten Verbreitung nicht genau bekannt ist. Dementsprechend können kaum gezielte Tests beispielsweise bestimmter Software-Konfigurationen durchgeführt werden. Der Nutzer, der von dem Eingriff gar nichts weiß, kann diese Probleme kaum gezielt diagnostizieren. Eine Kontaktaufnahme mit dem Verursacher und gemeinsame Fehlersuche – oder eine Haftung der beteiligten Sicherheitsforscher für versehentlich angerichtete Schäden – sind ebenfalls schwierig bis unmöglich.

Die Hersteller in die Pflicht nehmen

Aus all diesen Gründen ist, trotz guter Absichten und einigen Potentials, von einem Nematoden-Einsatz (und ähnlichen zukünftigen Aktionen) abzuraten. Die Risiken sind zu unüberschaubar und werden auch durch die möglichen Erfolge nicht negiert.

Nichtsdestotrotz muss das Problem unsicherer IoT-Devices angegangen werden. Solche Geräte erleben gerade eine stark wachsende Verbreitung und sind häufig unsicher. Das erhöht die Gefahr von Sicherheitsvorfällen, auch solchen großen Ausmaßes. Erschwert wird diese Aufgabe dadurch, dass Benutzer Smart Devices nach ihrer Installation häufig nicht warten, solange sie zu funktionieren scheinen. Haben bei Computern, Smartphones und Tablets viele Menschen mittlerweile die Notwendigkeit regelmäßiger Updates für die Sicherheit begriffen, so übertragen leider nur wenige von ihnen dies auch auf ihre Kameras, Videorecorder und andere Smart Devices, sei es aus Bequemlichkeit, Unwissenheit oder schlichter Überforderung.

Eine legale und wahrscheinlich ungefährlichere Möglichkeit als der Wurm-Einsatz durch Sicherheitsexperten wäre, dass die Anbieter entsprechender Geräte die Verantwortung für deren Sicherheit auch nach dem Kauf übernehmen. Sie würden dann – vom Kunden durch einen entsprechenden Vertrag genehmigt – eine Möglichkeit zur Fernwartung der Geräte vorsehen. Sicherheits-Updates könnten so über das Netzwerk eingespielt und problematische Einstellungen notfalls ebenfalls über das Netzwerk korrigiert werden, ähnlich, wie es beispielsweise viele DSL-Provider bereits mit den von ihnen ausgelieferten Routern tun.

Ein solcher Eingriff wäre dem Nutzer immerhin vorab bekannt und von ihm akzeptiert. Zudem hätte der Nutzer einen Ansprechpartner bei eventuellen Problemen. Auch könnte die Verbreitung der Updates so gezielt auf bestimmte Geräte erfolgen, was durch Inkompatibilität verursachte Probleme zwar nicht ausschließt, aber doch deutlich unwahrscheinlicher macht. Allerdings bedeutet ein solches Szenario für die Hersteller zusätzlichen Aufwand und Kosten. Sie müssten also – sei es durch Vorschriften, durch positive Anreize oder schlichtweg durch die Marktsituation – motiviert werden, diese Nachteile zu akzeptieren und Verantwortung für die Sicherheit der Smart Devices zu übernehmen.

Daneben sollten auch die Nutzer besser über Sicherheitsrisiken beim IoT aufgeklärt werden. Sie sollten zudem sinnvolle Tipps erhalten, wie sie ihre eigenen Geräte mit vertretbarem Aufwand sicherer machen können. So können sie mithelfen, das Internet of Things sicherer zu machen, statt nur passive Unbeteiligte zu sein, während andere mit Würmern auf ihre Geräte zugreifen.


Image „Computer & Sicherheit“ by TheDigitalWay (CC0 Public Domain)


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Wie Vögel noch immer den Flugzeugbau inspirieren

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Sieht man sich ein Flugzeug an und anschließend einen Vogel, wird man nicht gerade große Ähnlichkeiten feststellen können. Bis auf die Flügel und die Tatsache, dass sich beide in der Luft fortbewegen und halten können, gibt es kaum Äußerlichkeiten, die bei einem Vogel direkt an ein Flugzeug erinnern und umgekehrt. Dabei haben Vögel und Flugzeuge viel mehr gemeinsam, als man auf dem ersten Blick vermuten könnte.

Faszination Fliegen stand für viele Forscher schon immer im Mittelpunkt. Bereits Leonardo DaVinci hatte davon geträumt, in die Lüfte empor zu steigen und so beobachtete er die Welt der Vögel genauer. Er benutzte deren Flügel als Vorbild, um seine ersten, selbst entwickelten Flughilfen zu bauen. Welches Vorbild, um in die Luft zu steigen, eignet sich schließlich besser als ein Vogel?

Otto Lilienthal – ein sogenannter Pionier des Flugzeugbaus und der Luftfahrt – setzte ebenfalls auf die Kraft der Natur und ihrem Einfluss in die Technik und verfasste daher 1889 das Buch „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“. Er konstruierte Gleitflugzeuge und konnte mit ihnen bereits den ersten Gleitflug unternehmen. Doch leider wurden Lilienthal seine Flugversuche zum Verhängnis, denn vor etwa 120 Jahren stürzte dieser mit einem seiner Gleitflugzeuge ab und er erlag nur einen Tag später seinen Verletzungen.

Natur und Technik im Einklang

Die Natur gibt einiges her, wenn es darum geht, diese auch im technischen Bereich einzusetzen. Der Forschungsbereich der Bionik – ein Begriff, der die Biologie und die Technik beinhaltet und das Anregen und Umsetzen von der Biologie in die Technologie meint – liefert mit Vögeln und Fischen gleich einige Beispiele, die zur Inspiration in der Automobilwelt dienen. Auch der Gecko oder die Katze haben ihren Teil dazu beigetragen und nützen Herstellern beispielsweise bei der Entwicklung von Autoreifen.

Aber was genau konnte man denn nun bei Vögeln eigentlich abkupfern, um Flugzeuge flugtauglich zu konstruieren? Nach Jahrhunderten der aufschlussreichen, jedoch in den meisten Fällen gescheiterten Flugversuchen hat sich im Laufe der Zeit eine Menge verändert. Denn mal abgesehen vom Flügelschlag eines Vogels, was das Einzige war, das man bisher noch nicht nachzustellen vermochte, hat die Technik sich auf die Tragflächen von Flugzeugen konzentriert – die eindeutigste Verbindung zwischen Vogel und Flugzeug.

Die Flügel der Vögel sind vorne abgerundet und verlaufen schmaler nach hinten. Diese Konstruktion ist auch bei Flugzeugtragflächen zu finden. Während des Fluges bildet sich ein Randwirbel an den Tragflächen. Durch den Unterdruck auf der Flügeloberseite und dem Überdruck auf der Flügelunterseite bildet sich der Randwirbel immer wieder neu, da der Druckunterschied der Oberseite und Unterseite von der Luft versucht wird auszugleichen.

Um den Luftwiderstand zu verringern, spreizt der Vogel seine Flügel und gerade bei Landvögeln, wie beispielsweise dem Storch, ist gut zu beobachten, dass dieser vor allem die Flügelenden spreizt. Das können auch Flugzeuge, indem man diese mit sogenannten Winglets ausgestattet hat. Die am Ende der Tragflächen hochgeklappten Spitzen, bieten wie beim Vogel eine Verringerung des Widerstands und sorgen für mehr Auftrieb. Auch Treibstoff kann so besser eingespart werden – das Gleiche tut der Vogel, um Energie zu sparen.

SunExpress Boeing 737-800 TC-SUM (adapted) (Image by sloppyperfectionist [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Image (adapted) „SunExpress Boeing 737-800 TC-SUM“ by sloppyperfectionist (CC BY-SA 2.0)

 

Auch der Hai dient als Vorbild für den Bau von Flugzeugen, denn auf seiner Haut findet man mikroskopisch kleine Rillen, die in der Richtung der Strömung verlaufen. Eine solche rillenartige Haut kann man auch in Form einer Folie auf Flugzeugen finden, die Forschern der Haihaut nachempfunden haben.

Bionik in der Zukunft

Aber die Entwicklung bleibt nicht stehen und daher suchen Ingenieure immer wieder nach geeigneten bionischen Inspirationen gerade für den Flugzeugbau. Spiroids oder auch Split Wing Loops genannt – eine Weiterentwicklung der Winglets, die sich ebenfalls an den Tragflächen befindet, wurden dafür entwickelt, um die Randwirbel kontinuierlich zu verschmieren. Sie erinnern an die Schwungfedern der Vögel.

Dassault Falcon 50 (adapted) (Image by FlugKerl2 [CC BY-SA 3.0] via wikimedia)
Image (adapted) „Dassault Falcon 50“ by FlugKerl2 (CC BY-SA 3.0)

Auch Airbus bedient sich beim Körperbau der Vögel und so sollen sich die Flugzeuge in der Zukunft am Vogel-Skelett orientieren und im Jahr 2050 umgesetzt sein. Passagiere könnten dann das Fliegen ganz neu erleben und ihre Umgebung während eines Fluges mit ganz anderen Augen wahrnehmen. Zudem soll die Natur bei der Formation der Flugzeuge wieder einmal als Vorbild dienen: Flugzeuge in Gruppen. Der Sinn dahinter ist, dass Flugzeuge wie Vögel im Schwarm fliegen sollen, um ihren Energieverbrauch einzudämmen.

Was davon allerdings in der kommenden Zeit umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Die Zukunft wird viele Innovationen beinhalten und sich sicherlich besonders im Flugzeugbau ausweiten. Spannend wird es, wenn wir tatsächlich eines Tages in den Himmel schauen und erst auf den zweiten Blick erkennen, dass der Vogelschwarm über unseren Köpfen tatsächlich aus Flugzeugen besteht.


Image (adapted) „Flugzeug“ by Joelfotos (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • AMAZON heise: „Zertifiziert und generalüberholt“: Amazon verkauft gebrauchte Hardware: Amazon bietet nun auch gebrauchte Elektronik an, zum Beispiel Smartphones und Notebooks. Der Händler verspricht, dass die Geräte „neuwertig aussehen”. Außer Amazon selbst können auch Marktplatz-Händler Produkte in dieser Kategorie anbieten. Alle Geräte haben laut Amazon ein „neuwertiges Aussehen und eine neuwertige Funktionalität“. Aus mehr als 30 Zentimetern Entfernung sind angeblich auch keine „kosmetischen Fehler“ sichtbar. Die Garantie läuft stets mindestens ein Jahr.

  • VINE Zeit Online: Sag zum Abschied leise „tröööt“: Am Donnerstag gab Twitter bekannt, Vine in den kommenden Monaten einstellen zu wollen. Sämtliche Inhalte bleiben zunächst online und können von ihren Schöpfern heruntergeladen werden. Die App allerdings wird demnächst nicht mehr funktionieren. Rein wirtschaftlich betrachtet ist diese Entscheidung nachvollziehbar. Twitter kämpft ums Überleben, die Plattform ist weit davon entfernt, Gewinn zu machen. Erst in dieser Woche entließ das Unternehmen wieder einmal zehn Prozent seiner Mitarbeiter. Wohl auch deshalb geht es mit dem zuletzt kriselnden Vine zu Ende, zumal Konkurrenten aus dem sozialen Netz wie Snapchat und Instagram seit einiger Zeit ganz ähnliche Funktionen bieten und gleichzeitig ein weitaus stärkeres Nutzerwachstum verzeichnen.

  • TESLA Süddeutsche Zeitung: Tesla-Chef Elon Musk will Solarziegel bauen: Die Solardächer sollen günstigen Strom für Haus und E-Auto liefern und schön aussehen. Doch die Fertigung hängt an einem wackligen Deal des Tesla-Chefs. Die ersten derartigen Dächer sollen im Sommer 2017 gebaut werden, sagt Musk. Noch stammt die Technik vom Solarunternehmen SolarCity, das Tesla nun für 2,6 Milliarden US-Dollar übernehmen will. Es ist allerdings unsicher, ob der Deal zustande kommt. Vereinbart wurde der Kauf bereits, doch mehrere Aktionäre von Tesla klagen dagegen – weil Musk auch an SolarCity beteiligt ist und in den Verwaltungsräten beider Unternehmen sitzt. Die Anteilseigner werfen ihm daher eine Interessensverquickung vor.

  • WHATSAPP Chip: Ärger für WhatsApp und Facebook: Jetzt reicht es der EU: Die EU will den geplanten Datenaustausch von Facebook und WhatsApp verhindern. EU-Datenschützer wollen den Datentransfer zwischen WhatsApp und dem Mutterkonzern Facebook untersuchen und fordern bis zum Ende der Untersuchung einen Stopp des Datenaustauschs. WhatsApp mit rund einer Milliarde Nutzer hatte Ende August angekündigt, künftig die Telefonnummer des Nutzers an Facebook weiterzugegeben. Außerdem sollen mit der Konzernmutter Informationen darüber geteilt werden, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird. Dadurch sollten die Werbung und die Freunde-Vorschläge in Facebook-Diensten verbessert werden, hieß es. Um die Daten zu erhalten, hatte Facebook letztlich sogar geklagt.

  • TECHNIK Die Welt: Schlüssel lassen sich mit 3-D-Druckern kopieren: Eines der ältesten Sicherheitskonzepte scheint ausgedient zu haben. Fast jeder Schlüssel lässt sich mittlerweile einfach kopieren. Alles, was es dazu braucht, ist ein Foto und ein 3-D-Drucker. Mit einem modernen 3-D-Drucker und ein bisschen Know-how kann praktisch jeder einen Schlüssel ganz einfach nachmachen. Ist der klassische Schlüssel also nicht nur unpraktisch, sondern auch unsicher? Wustrow ist überzeugt, dass klassische Schlüssel keine allzu lange Lebensdauer mehr haben. Zu rapide sei der Fortschritt bei den 3-D-Druckern, zu einfach sei es, die Form eines Schlüssels auszuspähen.

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