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Subscribe this! – Instagram Tipps für’s Aprilwetter

Was ist das Beste an Regentagen? Sie sind die perfekte Ausrede für einen Nachmittag auf dem Sofa. Il dolce far niente – zum süßen Nichtstun passt die Auswahl an originellen und humorvollen Instagram-Accounts. Leichte Kost, die amüsiert und inspiriert. Sie betrachten die Welt aus einer anderen Perspektive, suchen Schätze aus den sozialen Medien, nehmen die Hauptstadt unter die Lupe, führen die Influencer-Community ad absurdum und zeigen Visionäre, die aus Plastik und Putzschwämmen Kunst zum Nachdenken und Schmunzeln machen. Hier sind meine Empfehlungen für’s Aprilwetter – Subscribe this!

The Best Social Media DE

Das Team von The Best Social DE sieht sich selbst als die „Pfadfinder im digitalen Chaos. Wir sammeln täglich die lustigsten, kreativsten und bemerkenswertesten Updates aus dem Social Web. Dadurch wollen wir unentdeckten Querköpfen, witzigen Internet-Helden, originellen Marken oder interessanten Diskursen ein Podium bieten.“ Dabei amüsieren sie auch durch gekonnte Post-Texte und Interaktionen mit ihren Followern. Interessant wird der Instagram-Account auch durch Stellenanzeigen rund um Social Media Jobs, die von Digital-Agenturen auf dem Feed, Stories und der dazugehörigen Webseite platziert werden. Vorbeischauen lohnt sich!

The Best of Social Media DE auf Instagram

Notes of Berlin

„Hallo Rawaj melde dich, du wirst Vater!“ Diese und andere Botschaften findet man an Berlin’s Hauswänden, Kellereingängen oder Fahrradständern. Der Instagram Account von Joab Nist ist eine „Hommage an all die Notizen, die Berlin im Stadtbild hinterlässt.“ Ein Sammelsurium von schrägen, griesgrämigen, romantischen und verrückten Ideen und Gedanken, die die multikulturelle Gesellschaft und zugleich den Charme der Hauptstadt ausmacht. Alles fing 2010 mit dem Umzug des Gründers von München nach Berlin an. Er bemerkte nicht nur schnell die vielen Zettel, die die Sprache der Metropole sprechen, sondern fing auch an, sie fleißig auf seinem Blog und Social Media Plattformen zu sammeln. Mittlerweile hilft ihm eine ganze Community dabei, den Feed von Tag zu Tag mit Berliner Schnauze zu füllen.

Notes of Berlin auf Instagram

Insta_Repeat

Instagram ist der perfekte Nährboden für die neue Generation der #Travelblogger Community, die #LiveToExplore diese #Fantastic_Earth und dabei Fotos #FromWhereIStand machen. Dabei kommt es zu #breathtaking Schnappschüssen: Das offene Zelt direkt vor dem See; wehendes Haar am Felsen stehend oder die ausgestreckte Hand in endlose Weiten. Déjà Vu? Ja, das haben wohl die Gründer von Insta_Repeat auch gemerkt. Sie fassen ähnlich anmutende Fotos auf ihrem Account zusammen: „Person in middle of snowy road“. Herrlich trocken und amüsant!

Insta_Repeat auf Instagram

VonWong

Benjamin Von Wong ist Konzeptfotograf und Aktivist, der sich in seinen Foto-Projekten mit Umweltproblemen befasst. Sein Account inspiriert durch ausdrucksstarke Bilder, die zum Nachdenken anregen. Von Wong thematisiert besonders gerne die Verschmutzung durch zu hohen Plastikkonsum. Doch macht er es nicht – wie oft schon gesehen – durch schockierende Fotos. Er berührt durch Ästhetik, um dann den Betrachter nachdenklich zu stimmen. Von Wong ist es besonders wichtig, dass bei seinen Projekten nichts gephotoshoppt wird. Das demonstriert er in seinen Videos, die jedes Mal den Entstehungsprozess des Projektes zeigen, bei denen meist viele Volontäre helfen Plastikflaschen zu säubern, Strohhalme zu sortieren oder Plastikbecher zu schneiden und kleben.

VonWong auf Instagram

Olaf Breuning

Wer kennt das nicht – man schneidet einen Apfel und kaum liegen beide Hälften auf den Küchentisch, sieht das Gehäuse auf einmal aus wie ein Gesicht. Oder die schmutzige Wäsche auf den Boden scheint einen schon morgens mit einem verschmitzten Lächeln aus Socken und T-Shirts zu begrüßen. Nicht anders geht es dem Schweizer Multimediakünstlern Olaf Breuning. Ihm scheinen diese Alltagswesen des Öfteren zu begegnen und so hat er sich entschieden Mr WinterIsOver, Mr Avo, Mrs Fleck und Mr Useful einen ganzen Account zu widmen. Originell und humorvoll zugleich – und freut das innere Kind.

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Instagram Tipps für Bücherfreunde

Bücherwürmer freuen sich immer über buchigen Input. So hat unsere Autorin Jennifer Eilitz hier ihre Empfehlungen speziell für Bücherfreunde aufgelistet:

Ich bin selbst Buch-Autorin und liebe es anderen Usern zu folgen, deren Lebensinhalt eben auch zum Großteil aus Büchern besteht. Dabei treffe ich auf Rezensions-Beiträge, bei denen der Text ebenso wichtig ist, wie das Bild oder aber auf Lesemomente, die mit tollen Bildern festgehalten wurden. Zudem befinden sich zahlreiche Autoren in meiner Timeline, die mit ihren Bildern ihren Autorenalltag dokumentieren. Oder Blogger, die mit Tipps und Tricks rund um das Schreiben und Lesen von Büchern mit flotten Sprüchen und Bildern umso spannender machen.

Pinkfisch

Es startet mädchenhaft pink und auch der Name lässt erahnen, wie die Seite dahinter aussehen mag. Pinkfisch befasst sich, wie schon angekündigt, mit Büchern. Die Buchhändlerin Sarah beschäftigt sich hier vor allem mit ihren eigenen Leseerfahrungen und –eindrücken, empfiehlt und schwärmt nach Lust und Laune. Besonders ansprechend sind dabei ihre Bilder. Neben schick inszenierten Motiven, gibt es für die Follower auch immer mal wieder Schnappschüsse und Denkanstöße – stets mit einem gewissen Grad an Humor. Pinkfisch nimmt euch mit auf eine Reise querbeet durch alles, was irgendwie mit Büchern zu tun hat. Interviews, Statements, Eindrücke – es geht um die Stimmung in Büchern, und diese bringt euch Sarah auf sympathische Weise näher ;)

 
 
 
 
 
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diepetzi

Wer Bücher, Blumen, gutes Essen und vor allem die schönen Dinge im Leben liebt, der teilt seine Vorlieben mit diepetzi. Die Liebe zu den Büchern ist ein Account, der mir vor allem wegen der Vielfalt so gut gefällt. Während ich als Follower alles Mögliche an Literatur aus dem Belletristik und Sachbuch-Bereich vorgestellt bekomme, gibt es immer wieder wunderbare Eye-Catcher, die meine Timeline mit Blumen und tollen Gerichten verschönern.

Lasst euch mitziehen von den schönen Dingen des Alltags!

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elizabeth_sagan

Bücher sind nicht nur zum Lesen da. Das beweist Elizwardbirth auf ihrem Account. Während andere in Büchern blättern, nutzt sie ebendiese literarischen Werke, um buchstäblich mit ihnen zu verschmelzen. Ob als Rock oder Superheldenumhang – Elizardbirth kommt wirklich auf fantastische Ideen Bücher in ihre Bilder zu integrieren. Wer also neben Büchern noch auf Kunst steht, der sollte einen Blick auf das Profil werfen!

 
 
 
 
 
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buchschnack

Lasst uns über Bücher schnacken! Mit tollen Beiträgen hat sich auch der Buchschnack in mein Herz gepostet. Schöne Bilder, Buchrezensionen, Ankündigungen und kurze Videos machen Buchfans wie mir natürlich sehr viel Spaß anzusehen. Wer also Abwechslung mag und nicht nur klassische Buchbilder sehen möchte, dem rate ich einmal beim Acoount von Buchschnack vorbeizuschauen. Hier führen euch Steffi und Sandra in die Welt der Bücher und haben dabei immer eine gewisse Prise Humor in petto.

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dbroesel

Niemals langweilig wird es mit den Beiträgen von Brösels Bücherregal. Die Literaturbloggerin besticht nicht nur mir ihrer super sympathischen Ausstrahlung, sondern vielmehr noch mit tollen Bildern aus der Welt der Bücher und witzigen Zitaten, die einem beim Durchscrollen der Timeline ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Empfehlenswert also einfach mal einen Blick auf Brösels Account zu werfen, wenn ihr mit lehrreichen Sprüchen und aktuellen Rezensionen zu Büchern, vorlieb nehmen wollt.

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Canon EOS R im Test: Premiere mit Potenzial

Canon EOS R im Test

Spiegellos! Vollformat! Endlich! Canon fügt sich dem Trend und hat eine hochwertige Kamera ohne Spiegelreflextechnik aber großem, sogenannten Vollformatsensor vorgestellt. Das verspricht ein kompaktes Paket mit hoher Bildqualität. Wir hatten das neue Modell im Praxiseinsatz. Wie schneidet die Canon EOS R im Test ab?

Das steckt in und an der Canon EOS R

Bei der Canon EOS R handelt es sich um eine Kamera im Look einer DSLR, die aber ohne das Kernmerkmal derselben auskommt: dem Schwingspiegel. Dadurch ist das Gehäuse kompakter und benötigt neue Objektive, die für den kürzeren Abstand zum 30-MP-CMOS-Sensor gerechnet sind. RF nennt Canon das neue Bajonett. Dabei gibt es die Canon EOS R im Set mit einem 24-105-mm-Objektiv dieses neuen Standards, das durchgehend mit Blende F4 öffnet. Mit einem zum Lieferumfang unseres Kits gehörenden Adapter können wir jedoch auch problemlos existierende Objektive mit EF-Bajonett montieren. Der Autofokus funktioniert trotzdem.

Das Magnesiumgehäuse fühlt sich hochwertig an und ist augenscheinlich hervorragend verarbeitet. Im Sucherbuckel sitzt statt eines optischen Suchers eine elektronische Variante, die 3,69 Millionen Pixel auflöst und das Bild 0,78-fach vergrößert. Alternativ komponieren und sichten wir Bilder auf einem 3,2-Zoll-Display, das 2,10 Millionen Bildpunkte auflöst. Weil es klapp- und schwenkbar ist, ermöglicht es kreative Einsätze und eine bequemere Bedienung in ungewöhnlichen Perspektiven. Zudem können wir Einstellungen auf einem monochromen Schulterdisplay ablesen.

Mit 660 inklusive Akku liegt das Gewicht auf dem Niveau anderer spiegelloser Vollformat-Kameras wie der Nikon Z6 oder Sony Alpha A7 III. Zusammen mit dem Kit-Objektiv handelt es sich aber alles andere als um ein leichtes Paket – über 1,3 Kilogramm bringt unser Exemplar der Canon EOS R im Test auf die Waage.

Als „Immer-dabei-Kamera“ für Reisen, Familien-Events und Street Photography ist das Canon-Modell somit nicht ideal. Stattdessen eignet es sich eher für bewusstes Fotografieren, etwa in der Landschaftsfotografie, wofür wir sie während einer Reise nach Berchtesgaden ausprobiert haben. Dennoch ist die EOS R leichter und kompakter als eine Vollformat-DSLR wie die EOS 5D Mark IV oder 6D Mark II, was für viele Umsteiger ein Plus-Punkt sein dürfte.

Bedienung: Viele es ist anders, aber nicht einfacher

Nicht nur beim Gewicht speckt Canon gegenüber seinen traditionellen DSLR ab, auch in Sachen Steuerung trennt sich der Hersteller von Bewährtem. Mit neuartigen Bedienelementen und ungewöhnlicher Platzierung geht er neue Wege. Das fängt schon mit dem Verzicht auf ein separates Rad für den Betriebsmodus an. Denn den wertvollen Platz links neben dem Sucherbuckel belegt Canon lieber mit einem großen An-/Aus-Schalter. Stattdessen rufen wir den Betriebsmodus über einen Knopf auf, der im hinteren Rändelrad versenkt ist.

Zwei Rändelräder für Blende und Verschluss sind Fixpunkte, alle weiteren Funktionen lassen sich frei belegen und sind meist erst über einen Auswahlknopf einstellbar. Wir finden den Druckpunkt der meisten frei belegbaren Tasten aber sehr schwammig, deshalb freuen wir uns über alles, was wir über die gut fühlbaren Rändelräder bedienen können.

Ein besonders gewöhnungsbedürftiges Konzept ist ferner die Touch-Bar auf der Rückseite. Über Wischen und Tippen können wir dort beispielsweise ISO oder EV-Korrektur einstellen. Doch weil die Touch-Bar kein haptisches Feedback vermittelt, erweist sich ihre Bedienung bei der Canon EOS R im Test als sehr unpräzise. Nicht nur in eiligen Situationen bereitet das keine Freude. Alternativ lässt sich ein Einstellring am Objektiv mit einer wichtigen Funktion belegen. Dieser spricht deutlich spürbarer und schneller an als die Touch-Bar. Jedes RF-Objektiv wird künftig damit ausgestattet.

Klar, man kann sich mit diesem ungewöhnlichen Bedienkonzept arrangieren. Es erfordert jedoch ein gehöriges Maß an Kompromissbereitschaft und Einarbeitung. Jedenfalls erweist sich die Canon EOS R im Test als keine Kamera, die man nach kurzer Zeit in spontanen Fotogelegenheiten sofort unter Kontrolle hat.

Im Einsatz: Erstklassige Bildqualität mit einem Aber

Wenn die Bedienung erst einmal sitzt, bereitet das Fotografieren mit der Canon EOS R im Test durchaus großen Spaß. Dank der ausgeprägten Griffwulst liegt die Kamera gut in der Hand und lässt sich selbst mit einem schweren Objektiv akkurat führen. Der Autofokus schärft äußerst schnell und präzise – auch im Schummerlicht und bei sich schnell bewegenden Motiven.

Action-Aufnahmen sind dennoch nicht die Spezialität des neuen Canon-Modells. Mehr als fünf Bilder pro Sekunde mit kontinuierlicher Nachschärfung sind nämlich nicht drin. Um heran preschende Skifahrer auf der Piste im richtigen Moment festzuhalten, sollte man sich daher lieber nicht auf eine Bilderserie verlassen.

Die Bildqualität, die Canon aus dem 30-MP-CMOS-Vollformatsensor herausholt, betrachten wir als erstklassig. Schärfe, Details und Farben begeistern. Die Abbildungsleistung des Kit-Objektivs überzeugt uns. Das überrascht aber auch nicht, weil es sich um ein hochwertiges L-Objektiv handelt.

Dagegen fällt der Dynamikumfang nicht so groß aus wie erwartet. Dass Spitzlichter in Laternen trotz Nachbearbeitung in Lightroom CC derart ausfressen, wie auf der Langzeitbelichtung in der Bildergalerie, überrascht uns. Im gleichen Bild ist ferner erstaunlich viel Luminanzrauschen in den dunklen Bereichen des Berges zu sehen. Beides ist kein Weltuntergang. Doch an ein Vollformat-Spitzenmodell sind höhere Ansprüche zu stellen. Testergebnisse der Kollegen beispielsweise von DPReview decken sich mit unseren Beobachtungen.

Nichts auszusetzen haben wir an den Möglichkeiten der Sichtkontrolle. Sowohl der elektronische Sucher als auch das rückwärtige Display sind hell und scharf. Wer nicht extra einen Blick darauf werfen möchte um Einstellungen abzulesen, kann dafür auch das monochrome Schulterdisplay verwenden.

Trotz der vielen zu beleuchteten Displays ist Energie kein Problem. Der mitgelieferte Akku vom Typ LP-E6N bringt uns mit der Canon EOS R im Test trotz kalten Wetters locker über einen Tag. Selbst aktivierte smarte Funktionen wie Wi-Fi saugen den Energiespeicher nicht aus.

Canon EOS R im Test mit Canon Camera Connect und DPP Express

Canon stattet Kameras vorbildlich umfangreich mit Konnektivitätsfunktionen aus. Daher lassen sich Bilder von der Canon EOS R im Test nicht nur per SD-UHS-II-Karte oder per USB-C-Kabel, sondern auch drahtlos auf Smartphone und Tablet übertragen. Zu diesem Zweck sind Wi-Fi und Bluetooth an Bord. Das ist insbesondere beim beruflichen Einsatz der Kamera praktisch. Beispielsweise auf Events, von denen hochwertige Fotos sofort auf Social Media erscheinen sollen.

Für den kabellosen Transfer ist die kostenlose Android– und iOS-App Canon Camera Connect nötig. Die Verbindung per WLAN herzustellen, ist anfangs fummelig, danach läuft sie stabil. Entweder laden wir die Bilder manuell herunter oder lassen sie automatisch, direkt nach dem Fotografieren, hinüber schaufeln. In beiden Fällen gelangen sie als JPG-Dateien auf dem Mobilgerät – nicht als Raw. Beim manuellen Herunterladen können wir immerhin noch auswählen, ob eine Version von 2 MB Größe oder die Original-Auflösung übertragen wird. Beides geht sehr schnell.

Wer unterwegs Raw-Dateien aus der EOS R auf größerem Screen sichten und bearbeiten möchte, kann dies nur auf einem iPad vornehmen. Dafür hat Canon die kostenlose Software DPP Express für iOS veröffentlicht, die exklusiv mit dem neuem Raw-Format der EOS R, CR3, klarkommt.

Das aus unserer Sicht beste Setup für den Transfer ist, Canon Camera Connect und DPP Express auf dem iPad im „verknüpften Modus“ zu verwenden und dann mit der EOS R zu verwenden. Dann werden die etwa 60 MB großen CR3-Dateien direkt in DPP Express importiert und gehen keinen Umweg über Apple Fotos.

Der Import geht fix, doch mehr Lob können wir für DPP Express nicht aufbringen. Denn die Zahl der Werkzeuge für Belichtung und Schärfe sind arg begrenzt. Außerdem gelingt es der Canon-Software nicht, die Verzeichnungen des Objektivs in Weitwinkelstellung anständig zu entzerren. Wir raten daher, Raw-Fotos aus der EOS R lieber in Lightroom am Computer zu bearbeiten.

Fazit: EOS R braucht noch Feinschliff

Die Canon EOS R ist ein spannender Start in den Bereich der spiegellosen Vollformat-Kameras. Allen voran bietet sie eine erstklassige Bildqualität mit leichten Abstrichen im Dynamikbereich und Rauschverhalten. Verarbeitung und Ausstattung sind außerdem vom Feinsten. Beispielsweise ein voll klapp- und schwenkbares Display ist in dieser Produktkategorie nicht selbstverständlich. Demgegenüber nervt die Canon EOS R im Test mit einer experimentellen Bedienweise, die sowohl für Canon-User als auch für Einsteiger gewöhnungsbedürftig ist. Der Mehrwert insbesondere der Touch-Bar ist nicht ersichtlich.

Problematisch ist ferner der Preis. Denn ein Gehäuse für 2.500 Euro plus Objektive spricht Profis an. Doch für die bietet die Canon EOS R etwas zu wenig, beispielsweise eine viel zu gemächliche Serienbildgeschwindigkeit. Hingegen für viele Hobbyisten dürfte die Kamera zu teuer und auch zu schwer sein.

Insofern ist die Canon EOS R die erste Generation eines Neuanfangs, der noch Feinschliff braucht. Ein paar Kritikpunkte hat der Hersteller bei der kürzlich erschienenen Canon EOS RP ja schon angegangen. Sie ist mit 1.500 Euro und 440 Gramm deutlich günstiger und leichter.

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Olympus OM-D E-M1X: Kompakte Profi-Kamera sucht die Action

Olympus OM-D E-M1X

Anders als Canon, Nikon und Panasonic springt Olympus derzeit nicht auf den spiegellosen Kleinbild-Zug auf, sondern bleibt dem Micro-Four-Thirds-Standard treu. Sein bestehendes System ergänzt der Kamera-Hersteller mit der Olympus OM-D E-M1X jetzt um ein besonders leistungsstarkes, robustes und wetterfestes Gehäuse für Profi-Fotografen, das für 3.000 Euro ab Ende Februar in den Markt startet.

Bedienung und Ausdauer für Profis

So bietet die Kamera einen integrierten Akkuhandgriff für eine längere Laufzeit und bessere Haptik im Hochformat. Damit können Fotografen sowohl bei vertikaler als auch bei senkrechter Ausrichtung auf identisch angeordnete Bedienelemente zugreifen. Durch den Extra-Platz passen zwei Akku vom Typ BLH-1 in das Gehäuse, weswegen sich mit einer Ladung bis zu 2.580 Bilder aufnehmen lassen. Der Akku passt auch in das Modell E-M1 Mark II, sodass Besitzer beider Modelle nicht zwei verschiedene Typen an Energiespendern dabeihaben müssen.

Außerdem ist die Olympus OM-D E-M1X gegen Staub, Spritzwasser und Frost bis zu minus 10 Grad geschützt. Das ist auch dann gegeben, wenn Anwender beispielsweise ein Mikrofon anschließen und dafür die entsprechende Abdeckung öffnen. Trotz Wetterschutz-Dichtungen und integriertem Handgriff ist die Kamera für ein Profi-Modell noch relativ leicht. Denn das Gehäuse bringt mit Akkus und Speicherkarte – aber ohne Objektiv – 997 Gramm auf die Waage.

Hohe Geschwindigkeit und Auflösung für Action, Architektur und 4K-Video

In besonders dynamischen Motivsituationen soll ein komplett überarbeitetes Autofokussystem noch bessere Ergebnisse liefern. Zum Einsatz kommt ein Phasendetektions-AF mit 121 Kreuzsensoren und neuen komplexen AF-Algorithmen. Unter anderem gehört dazu eine neue intelligente Motiverkennungsfunktion, die beispielsweise Sportwagen, Flugzeuge und Züge automatisch erkennt, auf den optimal bewerteten Bereich fokussiert und diesen verfolgt, während sich der Anwender auf die Bildkomposition konzentrieren kann. Auch bei wenig Licht (-6 LW) soll dies noch funktionieren.

Für Natur- und Sportaufnahmen von Vorteil ist das hohe Serienbild-Tempo von 18 Bildern pro Sekunde bei aktivierter AF/AE-Verfolgung und 60 Bildern pro Sekunde bei inaktiven AF. Bilder speichert die Kamera in zwei SD-Kartenfächern, die beide das schnelle UHS-II-Tempo unterstützen.

Steht nicht die Action im Vordergrund, sondern eine möglichst detailreiche Aufnahme etwa von einer Stadtansicht, ermöglicht die Olympus OM-D E-M1X eine freihändige High-Res-Shot-Funktion. Dabei lassen sich ohne Stativ Einzelaufnahmen zu einer Datei mit 50 Megapixeln Auflösung kombinieren. Durch Verwacklungen verursachte Unschärfe verhindert eine Bildstabilisierung auf fünf Achsen, die bis zu 7,5 EV-Stufen kompensiert.

Ist wiederum zu viel Licht da und wird aus gestalterischen Gründen eine längere Verschlusszeit benötigt, ermöglicht eine integrierte Live-ND-Funktion das Bild wie mit einem Graufilter zwischen einer und fünf Belichtungsstufen abzudunkeln.

Video kann die Olympus OM-D E-M1X ebenfalls, und zwar in 4K. Dabei unterstützt sie sogar Cinema 4K (4.096 x 2.160 Pixel) und Log-Aufnahmen (OM-Log400) für hochaufgelöste Filmaufnahmen mit wenig Detailverlusten. Zeitlupen sind mit 120 Bildern pro Sekunde in Full-HD möglich.

Für die entsprechend nötige Qualitätsreserve und Rechenpower sorgen ein 20-Megapixel-Live-MOS-Sensor mit neuer Beschichtung für verbesserte Empfindlichkeit, sowie gleich zwei Bildprozessoren vom Typ TruPic VIII.

Olympus OM-D E-M1X ist richtig smart

Um Ortsdaten in den Bilddateien festzuhalten, muss niemand ein Smartphone anschließen. Schließlich verfügt die Kamera über eingebaute Sensoren für GPS und Temperatur sowie über ein Manometer und einen Kompass.

Trotzdem ist auch eine Funkverbindung an Bord, nämlich WLAN. Sie ermöglicht Bilder direkt und automatisch nach der Aufnahme an einen Computer zu übertragen. Diese kabellose Variante des Tethered Shooting setzt die Kamerasteuerungssoftware Olympus Capture voraus.

Profi-Service und neues Zubehör

Professionelle Fotografen benötigen nicht nur leistungsstarke Kameragehäuse, sondern auch ein umfangreiches Objektiv- und Zubehörsystem sowie im Bedarfsfall einen schnellen Service. Deshalb können sich Besitzer der Olympus OM-D E-M1X für den PRO Service anmelden, den der Hersteller vor einer Weile gestartet hat.

Mit dem vorhandenen Objektiv- und Zubehörfuhrpark des Micro-Four-Third-Systems ist die neue Kamera voll kompatibel. Zusätzlich gibt Olympus Profi-Fotografen weitere Werkzeuge an die Hand. Dazu zählt die neue, für professionelle Bedürfnisse konzipierte Bildverwaltungssoftware Olympus Workspace, die jedoch alle Olympus-Nutzer kostenlos nutzen können.

Ferner bringt der Hersteller ab Ende Februar das Blitzgerät FL-700WR in den Handel. Wie das neue Kameragehäuse gegen Staub, Wasser und Frost geschützt, ist der mobile Blitz für intensive Einsätze mit heller mobiler Beleuchtung (maximale Leitzahl 42) ausgelegt. Mit kabelloser Funkauslösung ist das Gerät kompatibel. Für den drahtlosen Einsatz mehrerer Blitzgeräte bringt Olympus zeitgleich den Funkauslöser FC-WR und den Funkempfänger FR-WR auf den Markt.

Noch etwas länger warten müssen Olympus-Fotografen auf ein neues Super-Telezoom mit der Typenbezeichnung M.Zuiko Digital ED 150-400 F4.5 TC1.25 IS PRO. Inklusive integriertem 1,25-fach-Telekonverter ermöglicht es eine auf den KB-Standard umgerechnete Brennweite von 1.000 Millimetern. Der Verkaufsstart des für Natur und Sport gedachten Objektivs ist für das Jahr 2020 geplant.

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Samsung The Frame 2018: Dieser bildhübsche Design-Fernseher hat etwas zu verbergen

Samsung The Frame 2018

Trotz Fußball-WM sind Fernseher derzeit keine Volltreffer. Nach einem Boom im Vorjahr fällt es den Herstellern in der aktuellen Modellsaison schwer, Kunden für neue TV-Geräte zu begeistern. Wenn schon die atemberaubendsten Bildwiedergabe-Technologien die Kunden nicht zum Kauf verführen, könnten ihnen vielleicht außergewöhnliche Design-Ideen die Köpfe verdrehen. Diesen Ansatz verfolgt beispielsweise der Marktführer. Das Modell Samsung The Frame sieht buchstäblich bildhübsch aus und verbirgt ausgeschaltet, dass es sich überhaupt um einen Fernseher handelt. Auf den IFA Innovations Media Briefing (IMB) 2018 präsentierte Samsung uns die neue Version. Im Vergleich zur Vorjahrespremiere wirkt die Neuauflage sogar noch etwas geheimnisvoller.

Ein Kunstwerk mit fast unsichtbarem Kabel

Eingeschaltet handelt es sich bei Samsung The Frame um einen Fernseher, im Standby um einen sehr großen digitalen Bilderrahmen. Wo ausgeschaltete TV-Geräte Betrachter sonst mit einer schwarzen Fläche angähnen, zeigt Samsung The Frame Fotografien aus Kunstsammlungen oder dem eigenen Familienalbum.

Samsung The Frame 2018 Verbindungskabel
Mehr als dieses drei Millimeter dünne Verbindungskabel benötigt der Fernseher nicht. Daher lässt er sich unauffällig aufhängen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Während im vergangenen Jahr ein dickes Netzkabel das Modell als Technik-Gerät outete, hat Samsung dies in 2018 gekappt. Stattdessen versorgt The Frame nur noch ein drei Millimeter dünnes Glasfaserkabel mit Bild, Ton und Strom. Wegen der halbtransparenten Isolierung lässt sich die Verbindung recht unauffällig verlegen. Geschickt platziert, ist der Fernseher daher noch weniger als solcher zu erkennen.

Samsung The Frame 2018 One Connect Box
Alle Anschlüsse lagert Samsung in diese Verteilerstation namens One Connect Box aus.

Das dünne Verbindungskabel führt wie beim Modell aus 2017 zu einer Verteilerstation (One Connect Box), die diverse Eingänge für Bluray-Spieler, Sound-Anlage und Spielekonsole bereitstellt. Weil sie nun auch das Netzteil beherbergt, fällt die One Connect Box etwas größer aus als im Vorjahr, ist aber immer noch sehr einfach in einem TV-Möbel zu verstauen. Eine Freude für Liebhaber aufgeräumten und puristischen Einrichtungsdesigns!

Große Fotokunst für kleines Geld

Neben der dezenten Verbindungstechnik kennzeichnet Samsung The Frame weiterhin eine ansprechende Einfassung, die ihn zusätzlich wie einen Bilderrahmen anmuten lässt. So können Käufer die Metallkanten wahlweise mit Zierleisten in Weiß, Schwarz, Blau, einer hellen Holzfarbe oder Walnuss verdecken. Diese sind magnetisch und lassen sich daher leicht anbringen und wechseln.

Samsung The Frame 2018 Rahmen
Mit Zierrahmen in unterschiedlichen Farben lässt sich der Charakter eines Technik-Produkts verbergen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Für den „Art Mode“ im Standby können Betrachter wahlweise 100 kostenlose Kunstwerke aus der Samsung Collection anzeigen oder Gemälde und Fotografieren per monatlicher Flatrate für 5 Euro mieten bzw. für 20 Euro einmalig kaufen. Im Vergleich zum Preis für hochwertige Drücke ist das schlankes Geld. Weltbekannte Galerien und Museen wie Lumas, Albertina, das Museo del Prado, seit kurzem die Staatlichen Museen zu Berlin und viele mehr, präsentieren bereits ausgewählte Werke im Art Store. Weitere Werke, wie „Der Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich, kommen regelmäßig hinzu. Bis zum Jahresende überschreitet die Anzahl der verfügbaren Kunstwerke die Marke von 1.000, kündigte Samsung an.

Samsung The Frame Bilder kaufen
Kunstwerke lassen sich mieten oder kaufen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Die liebsten Kunstwerke lassen sich als Favoriten abspeichern und erstmals auch als automatisch wechselnde Bildergalerie präsentieren. Wie hell die Hintergrund-LEDs das Kunstwerk beleuchten und welche Farbe das Passepartout hat, wählen Nutzer nach Belieben aus. Neu: Statt mit einer Smartphone-App können sie dies nun auch direkt mit der Fernseher-Fernbedienung einstellen. Auch die Empfindlichkeit des Helligkeitssensor und des Bewegungssensors lassen sich nun direkt am Fernseher ändern. Dadurch lässt sich das Gerät automatisch ausschalten, wenn niemand im Raum ist.

Samsung The Frame 2018 Einstelllungen
Statt mit dem Smartphone lassen sich Layout, Helligkeit und Passepartout-Farbe der Bilder nun direkt am Fernseher einstellen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Diese Einstellungen vorzunehmen klappt beim Ausprobieren erwartungsgemäß schnell und einfach. Zwar hätte es dafür nun wirklich kein neues TV-Modell benötigt, sondern auch einfach ein Software-Update getan. Aber Samsung verdient sein Geld nun einmal als Hardware-Hersteller.

Samsung The Frame in neuer Zollgröße

Als reiner Bilderrahmen wäre Samsung The Frame 2018 dann doch ein wenig zu schade. Daher handelt es sich auch um einen gut ausgestatteten TV-Schirm aus der Oberklasse. Bilder gibt er in 4K-UHD wieder. Sofern die Inhalte entsprechend aufbereitet sind, strahlt er sie auch in HDR aus. Dafür nutzt der Fernseher die bewährte LCD-LED-Technik. MicroLED ist noch kein Thema.

Samsung The Frame 2018 fernsehen
Die TV-Technik gehört zur Oberklasse. Samsung The Frame zeigt Bilder in UHD und HDR. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Bislang gab es Samsung The Frame in drei Zollgrößen: 43 (108 cm), 55 (138 cm) und 65 (163 cm) Zoll. Die 2018-Version ist zusätzlich in der neuen Größe 49 Zoll (123 cm) erhältlich. Das Modell bleibt unverändert ein Hochpreis-Produkt. Zwischen 1.200 Euro und 2.500 Euro müssen Design-Fans dafür berappen. Die One Connect Box, ein fünf Meter langes Verbindungskabel und eine Wandhalterung gehören zum Lieferumfang. Wer Samsung The Frame partout nicht aufhängen möchte, kann ihn auch auf einer Staffelei aufstellen. Die kostet allerdings extra. Erhältlich ist die auf der IFA IMB gezeigte Neuauflage wenn die große IFA startet, also ab Ende August 2018.

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Video-Content selbst produzieren: Nachhilfe bei Smartphone-Videos

Gute Smartphone-Videos: Anton Knoblach zeigt, wie's geht. / Image by Phil Dera für DIE ZEIT

Smartphones werden immer leistungsstärker. Das aktuelle iPhone 7 Plus besitzt beispielsweise eine Dual-Kamera, mit der Videos in einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln gedreht werden können. Mit 30 Bildern pro Sekunde und einer f/1.8-Blende ist das iPhone 7 Plus somit rein technisch bereits fähig, hochauflösende und ansehnliche Smartphone-Videos zu produzieren. Doch die Technik im Smartphone sei lange nicht alles, was für gute und erfolgreiche Handy-Videos nötig ist, sagt Video-Consultant Anton Knoblach, der Mitbegründer der Filmproduktionsfirma „unfourseen“ ist und zum Autoren-Team der Applepiloten zählt. Nun berät er kleine und große Teams beim Aufbau einer eigenen Videoproduktion. Gemeinsam mit Creative Producer Paul Ohmert zieht Knoblach momentan durch Deutschland und gibt Workshops im Bereich Videoproduktion mit dem Smartphone. Ich habe ihm im Interview nach ultimativen Tipps zum Filmedrehen mit dem Smartphone befragt.

„Ton ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale“

>„Videos zu produzieren ist mittlerweile technisch gesehen einfach geworden. Smartphones können immer mehr im Videobereich und sind in der Anschaffung im Vergleich super günstig“, betont der Wahl-Berliner. Zu einer erfolgreichen Smartphone-Produktion gehöre neben einem Smartphone vor allem auch ein ordentliches Mikrofon. „In der Filmbranche galt lang Zeit der Spaß-Leitsatz ‚Ohne Licht geht’s nicht – ohne Ton geht’s schon.‘ Das ist Quatsch, der Ton ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale. Vor allem, wenn es um Smartphone-Videos geht. Die eingebauten Mikrofone nehmen Ton nur sehr weiträumig auf – für Interviews ist das einfach nicht nah genug.“ Knoblach empfiehlt hier ein externes Mikrofon in Form eines DSLR-Aufsatzes oder ein klassisches Ansteck-Mikrofon mit oder ohne Funkstrecke.

Smartphone-Videos Workshop
Video-Consultant Anton Knoblach / Image by Eylül Aslan (Blogfabrik)

Smartphone-Videos: Stativ und Gimbal sind viel wert

Schlechter Ton sei laut Knoblach übrigens ein beliebter Anfänger-Fehler. Das Filmen im Hochformat gehörte übrigens auch lange Zeit zu diesen Fehlern. Das sei mittlerweile jedoch anders: „Früher galt das Hochformat-Video als Erkennungsmerkmal für Leute, die keine Ahnung von Video hatten, das einzige akzeptierte Format war quer. Mittlerweile kommt es aber ganz klar darauf an, für welches Format und welches Medium überhaupt gedreht wird. In manchen sozialen Netzwerken ist Hochformat beinahe schon ein Muss. Gerade die jüngeren Generationen sind immer weniger bereit, ihr Smartphone zu drehen, wenn Smartphone-Videos im Querformat in der Timeline erscheinen.“

Für die ultimative Smartphone-Produktion empfiehlt Knoblach zudem eine gute Ausleuchtung der Szenerie. Dazu gehört nicht nur Hardware in Form von beispielsweise LED-Panels, sondern vor allem bei Außendrehs auch die Berücksichtigung des Wetters. Den letzten Schliff erreichen Smartphone-Filmer laut Knoblach mit einem Stativ oder Gimbal, die unschöne Wackler im Bild verhindern. „Hier gilt die selbe Regel wie bei der Smartphone-Fotografie. Eine gute Bildgestaltung gelingt besser, wenn die Kamera unabhängig von einer wackeligen menschlichen Hand ist. Gerade bei Steadicam-ähnlichen Fahrten, etwa bei Eventfilmen, ist solches Zubehör viel wert.“

Gute Hardware muss kein Vermögen kosten

Nun scheint es doch so zu sein, dass Smartphone-Filmer eine ganze Menge Hardware anschaffen müssen, wenn gute Smartphone-Videos entstehen sollen. „Die Kosten für Licht, Stativ und Mikro sind bei der Smartphone-Videoproduktion aber immer noch überschaubar und bei weitem nicht so hoch, wie bei klassischer Ausrüstung mit Kamera“, so Knoblach.

Man müsse bei der Anschaffung der Hardware auch nicht immer das Teuerste kaufen. Explizit fürs iPhone empfiehlt der 26-Jährige beispielsweise die Anstecker-Kombi von Rode. Das smartLav+ Mikrofon gibt es bei Amazon bereits ab 59 Euro. Ein Muss ist hier allerdings der Lightning-auf-Klinke-Adapter, wenn das Mikro mit dem iPhone 7 genutzt wird. Einen richtig günstigen Geheimtipp in Sachen Mikrofon hat Knoblach ebenfalls noch parat: Das Ubegood-Ansteckmikrofon kostet gerade einmal zehn Euro und soll für Smartphone-Produktionen völlig ausreichend sein.

Dieses Wissen und einiges mehr vermittelt das junge Filmemacher-Duo Knoblach und Ohmert am 13. September im Rahmen eines Workshops in der Blogfabrik in Berlin. In neun Stunden zeigen Knoblach und Ohmert interessierten Medienschaffenden und Unternehmensvertretern, wie hochwertige Smartphone-Videos entstehen, die „für Buzz im Netz sorgen“. Dabei steht das Motto „Learning by Doing“ im Vordergrund: „Wir werden mit den Workshop-Teilnehmern alle Phasen der Videoproduktion mit dem Smartphone durchspielen. Von der ersten Idee bis hin zum Skript und schlussendlich zum fertig geschnittenen Film. Dabei zeigen wir, was mit dem Smartphone möglich ist, aber auch, wo noch die Grenzen in diesem Bereich liegen.“

Die Teilnehmerzahl des Workshops ist auf zehn begrenzt. Auf der Website der Blogfabrik sind noch Plätze zum Preis von 360 Euro verfügbar. Im großen Ratgeber-Artikel verrät Anton Knoblach außerdem 7 Tipps, mit denen ihr richtig gute iPhone-Videos erstellen könnt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Image „Workshop“ by Phil Dera für DIE Zeit / Image „Portrait Anton Knoblach“ by Eylül Aslan/Blogfabrik


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Instagram: So gewinnst du Reichweite und bekommst mehr Likes

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Wohl kein soziales Netzwerk hat in den letzten Monaten ein solches Wachstum verzeichnen können wie der Foto-Dienst Instagram (Download im Google Play Store). Der Grund liegt auf der Hand: Die mobilen Schnappschüsse können unkompliziert mit schicken Filtern versehen und anschließend direkt mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Doch vor allem in der Anfangsphase bekommen die Bilder meist nur wenige Follower zu Gesicht und so lässt Popularität auf sich warten. Abhilfe können unsere Tipps und Tricks schaffen.

1. Nutze mehr und richtige #Hashtags

Hashtags wurden ursprünglich für den Kurznachrichtendienst Twitter entwickelt, um eine bessere Sortierung der Tweets zu erreichen. Nach und nach haben auch andere soziale Netzwerke diese Keyword-Funktion übernommen – so auch Instagram. Hashtags sind mittlerweile in aller Munde und werden hin und wieder missbraucht, um ganze Wortgruppen zu vertaggen. Das mag zwar cool aussehen, hat aber keine Auswirkungen auf die Reichweite deiner Posts. Schlauer ist es da schon, einzelne Wörter zu vertaggen, die den Inhalt näher klassifizieren.

Das können Orte (#Alpen, #Meer oder auch #Berlin) und deren Sehenswürdigkeiten (#Fernsehturm, #Reichstag oder #Olympiapark) sein. Aber auch Gegenstände (#Bike, #Sonne, #Kaffee) oder Situationen (#Relax, #MorningGlory, #Spring, #Abenteuer) sein. Beliebte Tags sind unter anderem auch #igersgermany für „Instagramers Germany“ oder auch #igersoftheday.

Welche Hashtags häufig genutzt werden, verrät dir Instagram selbst. Sobald du das Hashtag-Zeichen und ein paar Buchstaben eintippst, schlägt dir Instagram passende Stichwörter vor. Dabei solltest du Hashtags sowohl in deutscher als auch englischer Sprache nutzen.

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Hashtags helfen beim schnellen Finden von Inhalten. Screenshots by Jonas Haller

2. Poste auf Englisch

Da komme ich auch direkt zum zweiten Punkt: Poste in englischer Sprache. Die Weltsprache Nummer 1 erreicht deutlich mehr Menschen als die deutsche Sprache. Zudem verstehen mehr Menschen deine Botschaft. Doch Vorsicht: Zwar kannst du den Text noch nachträglich ändern, allerdings sollten Rechtschreibung und Grammatik auch auf Englisch stimmen. Falls du unsicher bist, poste lieber in deutscher Sprache und verwende die passenden englischen Hashtags.

3. Verlinke Orte, Personen und Unternehmen

Seitdem es Instagram gibt, können Orte hinterlegt sowie Dritte sowohl im Bild als auch im Text verlinkt werden. Nutze diese Funktion ausgiebig! Merke dir den Ortm an dem du das Foto aufgenommen hast und verlinke ihn bei „Ort hinzufügen“. Auch eine Erwähnung im Text in Form von Hashtags wie #Berlin, #igersberlin oder #berlinstagram bringen Reichweite und damit auch Likes.

Oft sind neben dir auch andere Menschen auf dem Foto zu sehen. Verlinke befreundete Instagram-Nutzer auf deinen Aufnahmen, um anderen die Möglichkeit zu geben auch andere Konten kennenzulernen. Wie bei den anderen sozialen Netzwerken zählt auch bei Instagram: Sharing is caring. Das gilt ebenso für Unternehmen und Produkte, die auf den Fotos abgebildet sind. Natürlich solltest du dabei das richtige Maß finden und nicht jedes Detail verlinken – das nagt an deiner Glaubwürdigkeit und du wirst schnell als Werbefigur verstanden.

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Die Bearbeitungsmöglichkeiten bei Instagram sind vielfältig. Screenshots by Jonas Haller

4. Qualität statt Quantität

Ihr kennt sie sicher alle: Instagram-Nutzer, die zu jeder erdenklichen Situation ein (teilweise schlechtes) Foto posten und sich damit profilieren wollen. Auch wenn immer mehr Nutzer das Netzwerk zur Ablage ihrer persönlichen Fotos nutzen, solltest du bewusst bestimmte Inhalte veröffentlichen. Wie so oft zählt: Qualität statt Quantität. Das beginnt schon beim Bildaufbau und der Perspektive. Nimm dir für ein Foto (oder eine Fotogalerie) lieber etwas mehr Zeit und passe es nach deinen künstlerischen Vorlieben an, als die Inhalte einfach in das Netzwerk „zu rotzen“. Die Möglichkeiten sind mittlerweile schier unbegrenzt und die Bildbearbeitungsfunktionen reichen schon fast an vollwertige mobile Bearbeitungssoftware wie Lightroom Mobile heran.

5. Nutze die Share-Funktion von Instagram

Falls du noch andere soziale Netzwerke nutzt, dann verwende die Share-Funktion. Mit ihrer Hilfe können die Aufnahmen unkompliziert und automatisiert bei Facebook, Twitter und Co. geteilt werden. Etwas schade beim Netzwerk mit dem Vögelchen: Bilder werden nicht direkt in der Timeline, sondern lediglich als Link angezeigt. Wer die Fotos direkt in seiner Twitter-Medienbibliothek finden will, kann auf den Dienst IFTTT zurückgreifen. Per passendem „Rezept“ – so werden die Mikroprogramme genannt – kannst du Inhalte direkt bei Twitter veröffentlichen oder auch in deiner Dropbox speichern. Eine Auswahl dazu gibt es in der passenden Android-App.

Dieser Artikel erschein zuerst auf Androidpiloten.


Images by Jonas Haller


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Wie authentisch ist unser fotografisches Gedächtnis?

Auge (adapted) (Image by 2488716 [CC0 Public Domain] via pixabay)

Seit der Erfindung der Fotografie nutzen die Menschen Fotografie-Metaphern, wenn sie über Erinnerungen nachdenken oder sprechen. Wenn wir beispielsweise Erinnerungen aus dem Alltag behalten wollen, dann machen wir ‚Schnappschüsse‘ im Kopf. An bedeutungsvolle Ereignisse erinnern wir uns als ‚Blitzlicht-Momente‘ zurück. Aber sind Erinnerungen wirklich wie Fotos?

Zumindest glaubt dies die Mehrheit der Menschen. In der Tat stimmten in einer aktuellen öffentlichen Studie 87 Prozent der Befragten – zumindest bis zu einem gewissen Grad – zu, dass einige Menschen wirklich ein fotografisches Gedächtnis haben. Als dieselbe Aussage jedoch einer wissenschaftlichen Gesellschaft für Hirnforschung gezeigt wurde, stimmte dieser Aussage lediglich ein Drittel zu. Die zahlreichen Wissenschaftler, die an der Existenz eines fotografischen Gedächtnisses zweifeln, wissen, dass uns viele Erinnerungen wie Fotos erscheinen. Bisher kann keiner der bisherigen Beweise diese Skeptiker vom Gegenteil überzeugen.

Bedeutungsvolle Ereignisse

Viele von uns haben bereits ein persönlich oder weltweit wichtiges Ereignis erlebt, das auch nach Jahren noch in unseren Köpfen so lebendig und detailliert vorhanden ist, als wäre an diesem Tag ein Foto geschossen worden. Dennoch zeigen aktuelle Studien, dass diese sogenannten ‚Blitzlicht-Erinnerungen‘ von einem echten Foto weit entfernt sind.

In einer Studie, die von US-Studenten durchgeführt wurde, wurden Menschen einen Tag nach dem Anschlag des 11. September 2001 in New York aufgefordert, zu dokumentieren, wie sie als erstes vom Anschlag erfahren hatten. Außerdem sollten sie auch ein alltägliches Ereignis beschreiben, dass sie erst kürzlich erlebt hatten. Diese Testpersonen wurden noch einmal nach einem Zeitraum von entweder jeweils einer Woche, sechs Wochen oder sogar 32 Wochen nach den beiden Ereignissen befragt.

911 Memorial (adapted) (Image by Rebecca Wilson [CC BY 2.0] via Flickr)
Viele Leute behaupten, dass sie sich an die Anschläge vom 11. September wie an Fotos erinnern. Image (adapted) „9/11 Memorial“ by Rebecca Wilson (CC BY 2.0)

Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmer ihr Alltagsereignis nach einiger Zeit immer weniger lebendig in Erinnerung hatten. Ihre Berichte über diese Erinnerungen wurden über die Zeit ebenso weniger detailliert und passten auch nicht mehr so gut zu ihrer ursprünglichen Aussage. Im Gegensatz dazu berichteten die Teilnehmer, dass ihre Erinnerungen an 9/11 auch nach 32 Wochen noch genauso lebendig seien wie direkt nach dem Tag des Anschlages. Ihre Berichte zeigten jedoch, dass diese ‚Blitzlicht-Momente‘ ebenso viele Lücken und Ungenauigkeiten aufwiesen wie die der Alltagsereignisse.

Außergewöhnliche Ereignisse

Wenn unsere Blitzlicht-Erinnerungen nicht fotografischer Natur sind, was ist dann mit anderen überwältigenden Erinnerungen? Es gibt zahlreiche historisch dokumentierte und gegenwärtige Fälle von Menschen mit einem erstaunlichen Erinnerungsvermögen, die visuell eine scheinbar unmöglich riesige Menge an Informationen aufsaugen – und das mit sehr geringem Aufwand. Es ist, als würden sie mentale Fotos schießen und diese später vor ihrem geistigen Auge durchgehen. Meist jedoch schärfen diese sogenannten “Erinnerungskünstler” ihre Fähigkeiten durch intensives Trainings und uralte Erinnerungstechniken, nicht jedoch mit mentaler Fotografie. Es gibt nur sehr wenige, die die Ausnahme darstellen und den Skeptikern neue Rätsel aufgeben.

Wenn wir diese Erinnerungskünstler einmal beiseitelassen, gibt es eine weitere bemerkenswerte Gruppe von Menschen: jene mit sogenannten ‚besonders starken autobiografischen Erinnerungen‘ (englisch: highly specified autobiographical memories, kurz: HSAM), die sich an jeden Tag ihres Lebens seit der Kindheit mit oft erstaunlich vielen Details zu erinnern scheinen.

Nachdem immer mehr Menschen mit dieser Art Fähigkeit entdeckt wurden, wurden diese meist Gegenstand von wissenschaftlichen Studien, die einhellig behaupten, dass diese Fähigkeiten kein Ergebnis jahrelangen Trainings ist, sondern weitgehend unbeabsichtigt auftritt. Die Fähigkeit ist sicherlich verblüffend, aber auch hier argumentieren einige Wissenschaftler, dass das Erinnerungsvermögen dieser Menschen nicht als fotografisch bezeichnet werden kann. Tatsächlich zeige eine Studie mit 20 HSAM-Fällen, dass diese genauso anfällig für falsche Erinnerungen sind wie eine Kontrollgruppe im selben Alter.

Fotografien verblassen

Unter bestimmten Umständen wären wir also bereit, einigen Skeptiker zuzugestehen, dass, obwohl einige Erinnerungen sehr detailliert und konsistent erscheinen, nur ganz wenige tatsächlich mit Momentaufnahmen zu vergleichen sind. Sind aber nicht alle diese Entdeckungen ein Hinweis darauf, dass unser Gedächtnis wie eine Fotografie funktioniert? Schließlich waren Fotografien schon lange vor Begriffen wie „postfaktisch“ und „Fake News“ nie ganz zuverlässige Quellen.

Ebenso wie unsere Erinnerungen können sich auch anschauliche und detaillierte Fotografien sich als gefälscht und bearbeitete herausstellen und die Ereignisse, die auf den Bildern zu sehen sind, in ein falsches Licht rücken. Ebenso wie unsere Erinnerungen sehen wir Fotografien auch nicht objektiv, sondern durch den Filter unserer eigenen persönlichen Prägungen und Vorurteile. Und wie auch in unseren Erinnerungen verblasst eine Fotografie über die Zeit, selbst wenn wir sie noch genauso wertschätzen wie zu Beginn. Letztlich hat wohl jeder von uns ein fotografisches Gedächtnis – auch wenn es nicht ganz der Art entspricht, wie wir es zunächst vermutet haben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Auge“ by 2488716 (CC0 Public Domain)


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Meerjungfrauen hassen Plastik

VonWong_PlasticMermaid-4_Plastic_Drain (adapted) (Image by Benjamin Von Wong)

Auf Benjamin Von Wongs Bildern schwimmen Meerjungfrauen in 10.000 Plastikflaschen – er kreiert ästhetische Fotos, die auf verschmutzte Ozeane aufmerksam machen sollen. Der 30-jährige Fotograf sprach mit mir über seine Arbeit und Beweggründe.

Umweltkampagnen gegen Plastikkonsum kennt man eigentlich anders – man sieht tote Fische an vermüllten Stränden oder Vögel, in deren Gefieder oder Schnäbeln Plastikreste stecken. Benjamin Von Wongs Bilder greifen die gleiche Thematik auf, doch lässt er wunderschöne Fabelwesen in einem Flaschenmeer schwimmen, in Wellen aus Plastik tauchen und in Tropfen aus dem blauen Kunststoff verweilen. Faszinierende Fotos – die zugleich abschreckend wirken, sobald man den Titel liest: Mermaids hate plastic. Die Bilder, die aus der Natur und Fantasie inspiriert sind, zerstören zugleich ihre wundersame Wirkung, wenn die harte Realität auf Fotokunst stößt.

Kurze Zeit nach ihrer Veröffentlichung auf Benjamin Von Wongs Blog, Facebook und Youtube sind sie viral gegangen. Was die Internet-Gemeinde begeistert, sind nicht nur die Fotos, sondern auch der Entstehungsprozess der Kunstwerke, den Benjamin in einem kurzen Video erklärt.

Extravagant – Einzigartig – Anders

Auf die Idee für das Fotoprojekt kam er, als seine Mutter per Zufall auf eine Schneiderin stieß, die sich auf Meerjungfrauen-Kostüme spezialisierte: „Ich habe immer versucht, gewöhnliche, alltägliche Dinge in etwas Außergewöhnliches mit meiner Fotografie zu verwandeln. Die Bilder müssen extravagant, einzigartig und anders sein, damit sie Menschen ansprechen. Meerjungfrauen symbolisieren für mich die Schönheit des Ozeans, Plastikflaschen zerstören ihn – die Idee war geboren. Meine Bilder sollen zu einem Symbol werden.“

Ein riesiger Lastwagen transportierte die 10.000 Plastikflaschen zu der Lagerhalle in Montreal, die für einen Tag in ein Flaschenmeer verwandelt werden sollte. Benjamin trommelt per Social Media Freiwillige, Familie und Freunde zusammen, die mit ihm die Flaschen wuschen und von Etiketten und Deckeln befreiten. In ihnen badete dann das Model Clara Cloutier. Ganze sechs Sekunden, bis der Final-Shot im Kasten war – ein Tag schweißtreibende Arbeit für das Team rund um Benjamin.

#mermaidshateplastic

Am ersten Tag schauten bereits 1,5 Millionen Menschen das Video an, das Benjamin am 12. Dezember auf seinen Kanälen postete. Einen Monat später sind es ganze 18 Millionen Views. Die Online-Petition #mermaidshateplastic, die neben den Videos, Fotos und Blogeinträgen online ging, sammelte bis jetzt über 12.000 Unterschriften.

Benjamin erklärt mir, dass er versucht, den Hunger nach Neuartigem, Schönem und zugleich Schrecklichem des Internet-Publikums zu stillen: „Ich versuche, die Balance zu finden und verbinde oft schockierende Inhalte und Titel mit ästhetischen Bildern. Ganz wichtig ist, dass ich meine Bilder immer konzeptualisiere. Die Menschen werden auf eine Reise mitgenommen. Das ist das, was meine Artwork ausmacht – sie hat nicht diesen belehrenden Charakter wie viele andere Umweltprojekte, sondern ich zeige, was für ein Abenteuer wir erlebt haben.“

2050 gibt es mehr Plastik auf der Erde als Fische im Wasser

Damit käme er nicht nur an Menschen, die sich sowieso für die Umwelt engagieren, sondern erreiche ein größeres Zielpublikum: „Wer auf meine Bilder klickt, erfährt, wie sehr unser Plastikkonsum die Erde gefährdet. Wenn wir so weitermachen wie bisher, gibt es 2050 mehr Plastik auf dem Planeten als Fische im Wasser. Das ist erschreckend!“, erklärt der gelernte Bergbauingenieur. Er kündigte seinen festen Job, um sich seiner Leidenschaft zum widmen: „Der einfachste Weg, mich zu beschreiben, wäre Fotograf, doch ich blogge auch, filme, halte Vorträge und unterrichte. Meinen Stil kann man eigentlich ganz einfach zusammenfassen: Meistens mache ich irgendetwas völlig Verrücktes mit irgendjemand völlig verrücktem und teile dann den Entstehungsprozess. Wie einen magischen Trick, den man enthüllt“. Auch zu der Golf Photo Plus Week 2017 in Dubai ist er eingeladen, um sein Wissen, das er sich selbst angeeignet hat, weiterzugeben.

Bei der E.G. Conference in Kalifornien, die jährlich Erfindern und Kreativen unserer Zeit das Wort gibt, rief Benjamin dazu auf, mit neuen Ideen für Foto-Projekte zu ihm zu kommen: „Ich glaube, dass ich Menschen mit meiner Kunst reizen kann, sich mehr für die Umwelt zu engagieren und über sie zu lernen. Ich habe eine kleine Armee an Unterstützern, Make-Up-Artists und Designern zur Hand, die sich auf das nächste Projekt freuen. Wenn du also eine Idee, hast, dann kontaktiere mich, damit wir etwas tolles auf die Beine stellen und die Welt ein wenig besser machen können.“


Image „Plastic Mermaid 4 Plastic Drain“ by Benjamin Von Wong


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Momente in 360-Grad-Fotografie festhalten- Die Essener Firma 360ties zu Besuch in Dubai

republik-dominikaner-image-by-omarmedinafilms-via-pixabay

Vor der Weltraum-Fotowand reihen sich Kamera an Kamera – der „Twister“, so wie es in 360ties-Fachsprache heißt, lichtet die springenden, lachenden und gestikulierenden Besucher des Youtube-Events in Dubai mit einem einfachen „Klick“ aus 19 verschiedenen Perspektiven ab. Wenige Sekunden später sieht man das Resultat der blitzschnellen „One-Shot-Technologie“: „360ties“ friert Momente in einem 360-Grad-Winkel ein – ähnlich, wie man es aus Filmen wie Matrix kennt. Diese faszinierenden, dynamischen Aufnahmen können direkt vom Event aus schnell und einfach auf allen Social Media geteilt werden und fleissig Likes sammeln.

360-Grad-Fotografie aus Leidenschaft

Dirk Blanke, der geschäftsführende Gesellschafter der Essener Firma, treffe ich bei der Eröffnung des #YoutubeSpaceDXB in der Alserkal Avenue in Dubai. Der gelernte Werbefotograf begeisterte sich schon vor 15 Jahren für 360-Grad-Fotografie, aus der sein Geschäftsmodell im Jahre 2008 entstand. Mittlerweile vertrauen Kunden wie Youtube, H&M, Phillips, Huawei oder auch SAP auf 360ties, das seit 2012 besonders in der Event-Fotografie unterwegs ist.

„Alle wollten es ausprobieren!“

Der 53-jährige freute sich über deutschen, journalistischen Besuch und plauderte für Netzpiloten aus dem Nähkästchen: „Der Weg von 360ties in die Eventfotografie ist aus einer witzigen Begebenheit entstanden. Einmal haben wir ein ganz normales Werbe-Shooting mit unserer 360-Grad-Technik gemacht, für die ich das Konzept eigentlich entwickelt habe. Kaum waren wir mit unserem Model fertig, kamen alle anderen Anwesenden im Raum angelaufen – die Visagisten, Ausstatter und sogar der Taxifahrer. Sie wollten alle in unseren Fotoaufbau rein und die 360-Grad-Fotografie austesten. Und da habe ich gemerkt, dass nicht nur das Endprodukt toll ist, sondern auch der Foto-Aufbau die Menschen anzieht. Sie betreten die Fläche und sofort entsteht eine Interaktion. Sie lachen, springen und gestikulieren von ganz allein.“

 

Ein Effekt, den man auch auf dem #YoutubeSpaceDXB-Event in Dubai beobachten kann. Immer wieder wird das Interview unterbrochen, da Neugierige Fragen stellen und sich in dem „Weltraum“ ausprobieren möchten.

Social-Media-Tauglichkeit durch automatisierte Verarbeitung

Um ihren Aufbau Event-tauglich zu gestalten, arbeiteten 360ties besonders an einer schnellen und einfachen Social Media-Anbindung : „Wir haben das Konzept so technisch aufbereitet, dass das Ganze automatisiert abläuft und wir damit nach hinten hinaus keine Nachbearbeitungszeit haben. Wir produzieren einen Content, der dann jeweils für das Event auf einem Server abgelegt werden muss. Für das heutige YoutubeSpaceDXB- Event haben wir passend zu der Veranstaltung einen Youtube-Kanal angelegt. In der Regel können wir 30 Sekunden, nachdem das Foto geschossen wurde, das 360-Grad-Foto uploaden und nach zwei bis drei Minuten sind sie dann online schon verfügbar. Je nach Social-Media können dann die Fotos in unterschiedlichen Formaten heruntergeladen werden- sei es als GIF oder Video. Wir sind für alle Social Media interessant.“

Die Momentaufnahmen lohnen sich für Firmen. Lachend erzählt Dirk Blanke, dass seine Videos bei der letzten Veranstaltung im Like-Ranking direkt nach den Beauty-Videos von Bloggern kamen. „Fingernägel ziehen bei Videos anscheinend immer, aber direkt danach kommt unsere 360-Grad-Fotografie, die durch ihre Dynamik einfach fasziniert.“

Ob mit dem platzsparenden „Twister“, der bei dem #YoutubeSapceDXB zur Anwendung kam, oder dem 360ties Booths, der durch Design und Aufbau auf jedem Event auffällt – 360ties sind mittlerweile weltweit für ihre Kunden unterwegs, um ihre springenden, schreienden und lachenden Besuchern in Momentaufnahmen einzufangen.

Mit Dubai erschließt die Essener Firma einen neuen Markt. Für das Sharjah International Children’s Film Festival waren sie schon in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs und auch ihr Auftritt bei dem Youtube-Event wird wohl nicht ihr letzter Besuch in den Emiraten gewesen sein.


Image “Republik Dominikaner” by OmarMedinaFilms (CC0 Public Domain)


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Smartphones mit Dualkameras – die fehlende Verbindung für Augmented Reality

Taking a close up (adapted) (Image by Susanne Nilsson [CC BY-SA 20] via flickr)

Smartphones mit Dualkameras werden immer häufiger, und die Tatsache, dass sie Bestandteil des neuen iPhone 7 Plus sind, deutet darauf hin, dass sie sich auch mehr und mehr etablieren. Aber während Dualkameras den Bemühungen entspringen, die Bildqualität zu verbessern, haben sie das Potenzial, uns auf einen viel interessanteren Weg zu bringen: Der wahre Grund könnte sein, dass Apple die Dualkameras benutzt, um sich auf die Welt der Augmented Reality einzustellen, die vor wenigen Monaten vom Phänomen Pokémon Go eingeführt wurde.

Das Prinzip der Augmented Reality war seit Jahren eine Lösung, die nach dem Problem gesucht hat. In den letzten Monaten war Pokémon Go die App, die die Augmented Reality nach Jahren in die Mitte der Gesellschaft gerückt hat. Da beispielsweise die Apple Watch nun ebenfalls in der Lage ist, Pokémon Go direkt auszuführen, hofft das Unternehmen offenbar, die Antwort gefunden zu haben. Das neue Dualkamera-System des iPhone 7 Plus könnte genau die Plattform sein, um vollkommen in die erweiterte Realität zu expandieren.

Die Hersteller präsentieren Dualkameras als Mittel, um Smartphone-Kameras dabei zu helfen, sich mehr wie eine professionelle digitale Spiegelreflexkamera zu verhalten – der digitale Abkömmling des Kameradesigns, das seit Mitte des 20. Jahrhunderts beliebt ist. Der Hauptgrund für die Zunahme an Dualkameras ist ihre physische Notwendigkeit. Es ist nicht möglich, ein Zoomobjektiv mit Profimaßen an einem Mobiltelefon anzubringen – die heutigen Smartphones sind einfach zu klein. Auf der anderen Seite stößt die Integration von Kamerazoom-Funktionen in die Software schnell an die Grenzen der Bildqualität. Aber da Objektive immer günstiger werden, ist eine zweite physische Kamera nun praktikabel, mit Software zum Wechseln zwischen beiden und zum Einfügen von Bildern beider Kameras.

Zwillingskameras mit verschiedenen Brennweiten, etwa einem Weitwinkel- und einem Teleobjektiv, bieten diverse Vorteile. Das Teleobjektiv kann verwendet werden, um die Verzerrung auszugleichen, die bei Weitwinkelobjektiven charakteristisch ist, indem es den abflachenden Effekt einer langen Linse ausblendet. Das Vorhandensein zwei geringfügig verschiedener Arten von Sensoren sorgt für einen besseren Dynamikbereich, den Bereich von Hell und Dunkel in Szenen, in dem eine Kamera Details erkennen kann. Ein größerer Dynamikbereich und mehr Informationen über die Szene sorgt für schärfere Details und sattere Farben.

Sich für den Zoom auf echte optische Linsen statt auf Software zu verlassen, reduziert das digitale Rauschen, das Bilder körnig werden lässt. Und mit rauscharmen Bildern mit mehr Bildinformationen ist es möglich, die Qualität des Softwarezooms zu verbessern.

Die Konstruktion stereoskopischer Szenen

So reizvoll das auch sein mag, das Hinzufügen einer zweiten Kamera auf der Rückseite bietet noch viel interessantere Möglichkeiten. Das Vorhandensein zweier geringfügig verschiedener Blickpunkte bedeutet, dass Livebilder in Hinblick auf die Tiefeninformation pro aufgenommenem Pixel verarbeitet werden können, sodass die Bilder eine zusätzliche Dimension an Tiefendaten erhalten. Da die Entfernung zwischen den beiden Kameras bekannt ist, kann die Software in Echtzeit Triangulationen durchführen, um die Entfernung zu übereinstimmenden Punkten in beiden Bildern zu ermitteln. Tatsächlich tut unser Gehirn etwas Ähnliches – dieser Vorgang nennt sich Stereopsis – sodass wir in der Lage sind, die Welt in drei Dimensionen wahrzunehmen.

Das iPhone nutzt Algorithmen für maschinelles Lernen, um die Objekte in einer Szene zu überprüfen, und schafft so eine Echtzeit-3D-Tiefenkarte der Umgebung und Objekte. Momentan nutzt das iPhone dies, um den Hintergrund vom Vordergrund zu trennen, um sich gezielt auf Objekte im Vordergrund fokussieren zu können. Dieser Effekt des Ausblendens von Hintergrunddetails, Bokeh genannt, ist eine Besonderheit von Spiegelreflexkameras und nicht ohne weiteres für kleinere Kameras wie jene in Smartphones verfügbar.

Die Tiefenkarte ermöglicht es dem iPhone, eine variable Apertur zu simulieren, welche die Möglichkeit bietet, Teile des Bildes, die außerhalb des Fokus liegen, anzuzeigen. Zwar ist das eine beneidenswerte Zusatzfunktion für die Nutzer von Smartphone-Kameras, aber nur lediglich eine Spielerei im Vergleich dazu, was Tiefenkarten wirklich können.

Natürliche Interaktivität entwickeln

Was Apple bietet, ist der erste Schritt hin zu einem Gerät wie Microsofts HoloLens. Microsoft hatte nur wenig Erfolg mit den vorangegangenen System Kinect, das kurzzeitig als Controller für die Xbox-Spielekonsolen angeboten wurde. Aber für Forscher und Ingenieure ist das Kinect ein bemerkenswertes und nützliches Stück Ingenieurskunst, das benutzt werden kann, um mit Computern natürlich zu interagieren.
Microsoft integriert einiges von der Hardware, der Software und den Erkenntnissen des Kinect in das HoloLens-System und erweitert diese durch simultane Lokalisierung und Kartenerstellung (SLAM), bei der die Umgebung in 3D kartiert und die Information benutzt wird, um geografische Überblendungen auf oder innerhalb eines Video-Feeds zu realisieren.

Eine Software, die eine vergleichbare Analyse für die Haltung und den Aufenthaltsort von Personen innerhalb einer Szene für Smartphones mit Dualkameras zur Verfügung stellt, würde ein virtuelles Fenster in die echte Welt öffnen. Durch Gesten, die ausgelesen werden, könnten die Nutzer mit einer Welt voll ‚Mixed Reality‘, also einer Mischung aus virtueller und realer Welt, interagieren, während der Beschleunigungsmesser und die GPS-Daten des Telefons Veränderungen aufzeigen und vorantreiben, wie diese Welt präsentiert und weiterentwickelt wird.

Es gab Spekulationen, dass Apple diese Technik für seinen Service Apple Maps nutzen will, um Objekte der realen Welt um digitale Informationen zu erweitern. Andere Nutzungsmöglichkeiten werden sich zeigen, wenn Dritthersteller und App-Designer ihre physischen Produkte mit sozialen Medien sowie den Möglichkeiten zum Einkaufen und Bezahlen verbinden, die das Smartphone bietet.

Apple ist nicht zufällig dort angelangt. Zusätzlich zum Erwerb von LinX hat Apple außerdem im Jahr 2015 mit Metaio einen echten Augmented Reality-Pionier aufgekauft, was an einen Plan zur Entwicklung einer Plattform für ‚Mixed Reality‘ denken lässt. Metaio hat nicht nur an Software für Augmented Reality gearbeitet, sondern auch an einem mobilen Hardware-Chipset, das diese Augmented Reality wesentlich schneller funktionieren lassen würde.

Bezeichnenderweise hat Apple zudem bereits im Jahr 2013 PrimeSense gekauft. Wenn der Name nicht vertraut klingt: PrimeSense ist ein israelisches Unternehmen, das seine Technologie zur 3D-Abtastung an Microsoft zugelassen hat, woraufhin die Kinect entwickelt werden konnte.

Wenn man Apples Fokus auf soziale Netzwerke dazuzählt, erhält man durch Augmented Reality die Möglichkeit, ein Nachrichtensystem mit Fernpräsenz – holografische Repräsentationen oder Repräsentationen der Augmented Reality entfernter Gesprächspartner – zu schaffen, oder einen Facetime-Videokonferenz-Service mit digitalisierten Hintergründen und Charakteren. Bald könnte es nicht mehr nur ein Pokémon sein, dem wir mit unserem Telefon hinterherjagen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) Taking a close up“ by Susanne Nilsson (CC BY-SA 2.0)


 

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Filmen und Fotografieren mit Drohnen: Was Einsteiger beachten sollten

drone-image-by-unsplash-via-pixabay-[CC0 Public Domain]

Dank Smartphone-Apps und Videobrillen erstellen selbst Einsteiger in wenigen Minuten Luftaufnahmen mit Drohnen. Unser Selbsttest hat das eindrucksvoll gezeigt. Doch das Fliegen von Drohnen ist komplexer als nur eine App mit Fingergesten zu bedienen. Wir haben mit Joseph Metz vom Drohnenbranchen-Portal U-ROB darüber gesprochen, was Einsteiger vor dem Kauf und während des Flugs beachten sollten.

Hallo Herr Metz, Sie leiten Schulungen für Drohnenpiloten. Warum ist es keine gute Idee einfach so loszulegen?

Es reicht nicht, nur den Automatik-Modus zu beherrschen. Dank GPS fliegen Drohnen automatisch stabil und verhindern Fehlbedienungen. Ein Problem haben unerfahrene Piloten dann, wenn doch ein Hilfssystem ausfällt und eine manuelle Steuerung nötig ist. Das führt oft zur Bruchlandung. Weil die Automatik in 99,9 Prozent aller Fälle funktioniert, wiegen sich die Anwender in trügerischer Sicherheit. Es ist heutzutage üblich, dass man neue Technik intuitiv ausprobiert. In anderen Bereichen funktioniert das ja auch so. Aber Drohen sind kein Spielzeug, sondern Flugobjekte, die erheblichen Schaden anrichten können.

Was sind typische Anfängerfehler?

Waren die ersten Flugversuche erfolgreich, verlassen sich viele Neupiloten auf die Flugautomatik und konzentrieren sich stattdessen auf den Monitor mit dem Kamerabild. Dabei bemerken sie dann vor lauter Begeisterung zu spät, wenn die Drohne in einen Baum rauscht.

In anderen Fällen wissen Einsteiger nicht, dass der Kompass-Sensor durch die Karosserie von parkenden Autos, Gullideckel, Mobilfunkmasten oder Bewehrungsstahl in Mauern leicht gestört werden kann. Das bringt dann die Schwebeflug-Automatik durcheinander. Möchte dann jemand einen Image-Film von einem Firmengebäude filmen oder als Handwerker das Dach inspizieren, besteht Absturzgefahr. Können Piloten Störfaktoren vorab einschätzen und wissen sie, wie man manuell fliegt, gibt es kein Problem.

Ist es möglich, sich auch ohne Schulung autodidaktisch schlau zu machen?

Wenn Sie wollen, können sie sich tagelang im Web tiefgehendes Wissen über Luftrecht, technische Grundlagen und Störfaktoren anlesen. Wer nur gerade so das Geld für einen Drohnenkauf zusammenbekommen hat und sich keinen Workshop leisten möchte, soll sich lieber dort informieren, als völlig unbedarft loszufliegen. Viele Foren bieten auch durchaus wertvolle Tipps. Aber wie so oft sind sie gleichzeitig auch voll von technischen und rechtlichen Fehlinformationen, die lange Zeit oder nie richtiggestellt werden. Gefährliches Halbwissen eben. Fast täglich stoße ich darauf.

Welche Quellen empfehlen Sie fürs Selbststudium?

Mit einer kurzen Suche findet man bei YouTube diverse Kanäle, die Hardware vorstellen. Beim Abwägen von Kaufentscheidungen sind sie hilfreich. Viele der mir bekannten Betreiber leisten sich aber Schnitzer im Luftrecht. Rechtlich sauber und verbindlich ist eine Broschüre des Bundesverkehrsministeriums.

Welche luftrechtlichen Grundsätze sollten Anfänger beherzigen?

Generell dürfen Drohnen nur tagsüber, also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang aufsteigen. Langzeitbelichtungen in der Nacht sehen zwar toll aus, sind aber illegal. Fliegt die Drohne außerhalb eines Modellflugplatzes? Dann bitte nur unter 5 Kilo Abfluggewicht. Aber das trifft auf die meisten handelsüblichen Produkte zu.

Bei gewerblichen Einsätzen ist eine Flughöhe von bis zu 100 Metern erlaubt, per Sondergenehmigung geht es auch höher hinaus. Für Freizeitpiloten ist der Luftraum sogar in bis zu 760 Metern Höhe unkontrolliert. Das ist aber nur ein theoretischer Wert. Denn Drohnenpiloten sind verpflichtet, nur in Sichtweite zu manövrieren. Sie müssen Lage und Flugrichtung eindeutig erkennen können. In der Praxis gelingt das mit kleinen, handelsüblichen Drohnen niemanden jenseits von 100 Metern Entfernung.

Wer Drohnen kommerziell einsetzt, also etwa für gewerbliche Filmaufnahmen, braucht eine Aufstiegserlaubnis. Wo es die gibt, hängt vom Bundesland ab. Hier helfen die Broschüre des Bundesverkehrsministeriums und meine Themenseite auf U-ROB weiter.

Brauche ich auch als gelegentlicher Freizeitpilot eine Haftpflichtversicherung?

Einen Versicherungsschutz brauchen Drohnenpiloten immer! Ob privater oder gewerblicher Einsatz – das spielt keine Rolle. Kommt es hart auf hart, sind Schäden oft viel kostspieliger als bei einem Autounfall mit Blechschaden. Das möchte niemand aus eigener Tasche zahlen! Viele der vorhandenen Versicherungspolicen regulieren Schäden durch Modellflüge nur eingeschränkt oder gar nicht. Dies sollte man erfragen und im Zweifelsfall eine Zusatzversicherung abschließen. Für private Zwecke kostet eine Police zwischen 30 und 50 Euro im Jahr, gewerbliche Piloten zahlen nochmals 100 Euro drauf.

Wo sollte ich lieber nicht fliegen?

Es gibt generelle Flugverbotszonen, zum Beispiel rund um Flughäfen und -plätze, Militärstützpunkten und Kernkraftwerken. Als Faustregel gilt ein Abstand von 1,5 Kilometern. Selbst in einem größeren Abstand etwa zu einem Verkehrsflugplatz kann die Flughöhe auf 30 oder 50 Meter begrenzt sein. Rechtlich verbindlich sind Karten auf der Webseite der Deutschen Flugsicherung. Zusätzlich gibt es kurzzeitige Flugverbotszonen, die in diesen Karten nicht verzeichnet sind. Zum Beispiel wurde beim Obama-Besuch 2016 der Luftraum in einem Radius von 55 Kilometern um Hannover gesperrt. Einige Drohnenpiloten wussten das nicht und wurden festgenommen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Stolperfallen. Fast keiner weiß, dass er etwa nicht über den Rhein fliegen darf, weil es sich um eine Bundeswasserstraße handelt.

Wie vorsichtig muss ich rund um fremde Privatgrundstücke sein?

Schwieriges Thema, das ist eine rechtliche Grauzone. Es ist nicht definiert, in welcher Höhe ein Grundstückseigentümer Überflüge oder Flüge in der Nähe dulden muss. Liegt ein kommerzieller Film- oder Fotoauftrag in der Nachbarschaft vor, sind Drohnenflüge legitim. Ein grundsätzliches Verbot oder eine Genehmigungspflicht gibt es nicht. Aber: Fühlt sich ein Anwohner durch Lärm oder in seiner Privatsphäre gestört fühlt, gewichten Gerichte dessen Persönlichkeitsrecht mitunter höher. Allein um des lieben Friedens willen sollten Piloten daher vor dem Drohnenstart das Gespräch suchen. Spätestens anhand solcher Beispiele erkennt man, wie komplex das Luftrecht ist – auch für Freizeitpiloten.

Ist Fliegen doch nicht so einfach, wie es die Werbeaussagen von Drohnenherstellern á la „Anyone can fly“ suggerieren?

Solche Werbeaussagen zeichnen nicht das ganze Bild. Natürlich kann jeder dank Hilfssystemen innerhalb weniger Minuten abheben. Schon aus Eigeninteresse speichern die Hersteller auch Flugverbotszonen in das Kartenmaterial der Drohnen. Das geschieht aber manchmal halbherzig. Mir ist ein Modell bekannt, mit dem man praktisch bis auf die Landebahn eines großen deutschen Flughafens vordringen konnte, bevor die Sperre griff. Nur wer sich als Pilot selbst mit dem Luftrecht auskennt, geht auf Nummer sicher und macht sich im Zweifel nicht strafbar.

Worauf sollten Einsteiger beim Drohnenkauf achten?

Zuallererst sollten sie nicht am falschen Ende sparen. Empfehlenswerte Freizeitmodelle gibt es ab 300 Euro, Profi-Drohnen ab rund 1000 Euro. Die Hardware-Daten sind häufig ebenbürtig, daher fällt die Wahl oft auf das scheinbar preiswertere Angebot. Hundert Euro Ersparnis sind aber ein schwacher Trost, wenn fehlerhafte Software zu Abstürzen führen kann. Ich habe selbst schon bei einer Drohne eines führenden Herstellers erlebt, dass sie beim Wechsel von Automatik zu manueller Steuerung eine falsche GPS-Position annahm und mit Vollgas in die falsche Richtung flog. Viele Produkte stecken voller Kinderkrankheiten. Einsteiger legen sie dann schnell unglücklich beiseite.

Wie kann ich als Käufer schlecht programmierte Drohnen erkennen?

Das kann man auf dem Papier nicht ablesen. Gerade für Einsteiger ist es tatsächlich noch schwer, diesen jungen Markt zu Überblicken. Verlässliche Referenzlösungen gibt es nicht. Die Online-Shops quellen über vor billigen Nachbauten. Auch die Infrastruktur für Beratung, Handel und Service ist erst im Aufbau. Modellbauhändler und Elektronikmärkte haben in der Regel noch zu wenig Know-how. Eine eigene Webrecherche auf einschlägigen Testseiten ist unverzichtbar. Im Idealfall finden Interessierte bereits einen spezialisierten Händler oder erfahrenen Drohnenpiloten in der Region, die Testflüge ermöglichen.

Kann die Drohnenfliegerei vor diesem Hintergrund überhaupt ein massentaugliches Thema werden?

Zivile Drohnen sind ja schon ein Milliardenmarkt. Den notwendigen Sprung in der technologischen Entwicklung haben wir hinter uns. Wir sind jetzt in einer Phase von inkrementellen Innovationen. Alles wird noch ausgereifter. Ich gehe auch davon aus, dass die Zahl der Hobbyflieger nicht mehr stark wachsen wird. Es ist ein Thema für gewerbliche Anwender, die heutzutage für Luftaufnahmen oder Spezialmessungen für die Anschaffung der Drohne nur noch ein Zehntel dessen ausgeben müssen, was vor ein paar Jahren anfiel.

Für wen lohnen sich Kameradrohnen?

Dachdecker und andere Handwerker sind eine sehr große Zielgruppe. Mit Drohnen können sie Dächer prüfen, ohne auf einer Leiter hochzuklettern. Landvermesser, Inspekteure von Brücken und Hochspannnungsleitungen sowie Landwirte sind eine kleine, aber wachsende Kundschaft. Bildjournalisten sehen Kameradrohnen natürlich auch immer öfter als Arbeitswerkzeug, weil sie keine Cessna-Piloten mehr beauftragen müssen.

Was muss ich als Journalist oder Blogger investieren, um fit in der Drohnenfliegerei zu werden?

Rund 2.500 Euro sind eine übliche Größenordnung für die Erstausrüstung inklusive Zubehör. Etwa 20 bis 25 Flugstunden Trainingspensum sollte man mindestens einplanen. Dann hat man genügend Grundroutine, um einfache Aufträge zu absolvieren. Richtig gute Filmaufnahmen setzen aber viel mehr Übung und Know-how voraus. Das ist ein Thema für sich.

Danke für das Gespräch.

Über den Experten

Speaker Sebastian Kluth
Joseph Metz

 


Joseph Metz schult Drohnenpiloten, vertreibt und repariert Drohnen und informiert rund um das Thema auf seiner Webseite U-ROB. Das Thema fasziniert ihn seit 13 Jahren. Sein Quereinsteiger-Werdegang ist typisch. Der Hobby-Modellflieger und gelernte Industrieelektroniker montierte 2003 erstmals Digitalkameras an Modellflugzeuge. Diese Form der Luftfotografie professionalisierte er weiter und gründete 2005 sein erstes Unternehmen. 2011 stieg er mit der Height-Tech GmbH in die Produktion von Industriedrohnen ein, beide Unternehmen wurden 2014 an die SPECTAIR GROUP verkauft. Anschließend gründete er die U-ROB GmbH in Bielefeld als Schulungs- und Beratungsunternehmen für professionelle Anwender.


Image: „Drone“ by Unsplash (CC0 Public Domain)
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Bitte lächeln! Die wichtigsten Trends in der Mobilfotografie 2016

beitragsbild-image-by-lars-rehm

Im Rahmen der Photokina in Köln hatte ich die Gelegenheit, an einer Diskussion zum Thema Technologietrends in der Mobilfotografie teilzunehmen. Mit dabei waren auch der Veranstalter Hans Hartmann von Suite 48 Analytics und Haje Jan Kamps, Gründer von Triggertrap und freier Mitarbeiter bei TechCrunch. Die wichtigsten Trends und Entwicklungen, die zur Sprache kamen, will ich hier noch einmal vorstellen.

Raw-Daten auf Smartphone-Kameras

Die Aufnahme von Raw-Daten mit Smartphone-Kameras ist kein ganz neues Feature mehr. Bessere Windows- und Android-Smartphones bieten die Funktion schon länger. Mit der Vorstellung von Apples iPhone 7 Modellen und der mit iOS 10 einhergehenden Raw-Option ist das Thema allerdings erstmals einem breiteren Publikum nähergebracht worden.

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Konvertierung einer Raw-Datei aus dem Huawei P9 in Adobe Camera Raw

Die Vorteile von Digitalfotos im Raw-Format sind unabhängig von der Kamera immer dieselben. Anstatt den Algorithmen der JPG-Engine im Bildprozessor der Kamera die Konvertierung der aufgenommen Rohdaten ins JPG-Format zu überlassen, kann der Fotograf bei manueller Konvertierung in einer Raw-Software, wie z.B. Adobe Camera Raw, Lightroom oder Capture One, viele Bildparameter auch noch nach der Aufnahme ohne Qualitätsverlust anpassen. Rauschunterdrückung, Weißabgleich, Schärfe, Kontrast und, mit Einschränkungen sogar die Belichtung, können korrigiert werden. Raw-Daten können vor allem in schwierigen Lichtsituationen ein Lebensretter sein, helfen aber auch dabei, natürlichere Bildergebnisse zu erzielen, wenn die Standardeinstellungen der Kamera zu sehr überzeichnen, oder mehrere unterschiedliche Versionen eines Bildes zu erstellen, z.B. zum Drucken und zur Darstellung auf dem Monitor. Es besteht kein Zweifel, dass die Konvertierung von Raw-Daten die Bildqualität eines Digitalfotos verbessern oder zumindest besser an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Die Frage ist nun, ob das Ganze auf einem Smartphone überhaupt Sinn macht. Hier sind sich die Experten noch uneinig. Einerseits könnte man argumentieren, dass diejenigen Fotografen, die bereit sind, Zeit in die Bearbeitung von Raw-Daten zu stecken, im Normalfall auch ihre Spiegelreflex- oder Systemkamera nutzen. Andererseits weiß man nie, wo und wann man einem tollen Motiv begegnet. Wenn dann nur das Smartphone in der Tasche ist, bietet die Raw-Funktion viel Flexibilität, die den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem richtig guten Bild ausmachen kann.

Dual-Kameras

Dual-Kameras sind ebenfalls keine Neuheit mehr, aber in diesem Jahr haben sich zwei unterschiedliche Versionen dieses Kameratyps herauskristallisiert, die beide das Potenzial haben, echten Mehrwert zu bieten. Die Kamera im Huawei P9 oder dem Honor 5 nimmt eine Szene gleichzeitig auf einem Farb- und einem Monochromsensor auf. Letzterer kann dank fehlendem Farbfilter feinere Details, besseren Kontrast und eine erhöhte Bilddynamik erzielen. Werden die monochromen Bilddaten mit der Farbinformation des RGB-Sensors kombiniert, kann eine bessere Bildqualität erzielt werden als mit einer konventionellen Kamera.

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Die Dual-Kamera im iPhone 7 Plus

Das LG G5 und das iPhone 7 Plus nutzen eine Dual-Kamera zum optischen Zoomen. Das LG hat neben dem Standardweitwinkelobjektiv ein Superweitwinkel, auf dem iPhone gibt es stattdessen ein leichtes Tele. Das Fehlen eines optischen Zooms ist eine der Haupteinschränkungen von Smartphone-Kameras und kann durch Digitalzoom, der in der Regel zu minderwertigen Ergebnissen führt, kaum wettgemacht werden. Von daher stellen die Lösungen von LG und Apple einen echten Schritt nach vorne dar, der das kreative Spektrum der Mobilfotografie weiter erweitern sollte. Das Konzept der Dual-Kameras steckt noch in den Kinderschuhen und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis wir die ersten Kombinationen der beiden oben genannten Konzepte mit mehr als zwei Kameramodulen sehen werden. Dann wird das Thema Smartphone-Fotografie so richtig spannend werden. Die Light Kamera, die bisher nur als Prototyp existiert, gibt uns mit ihren 16 Sensoren und Objektiven darauf schon einmal einen Vorgeschmack.

Modulare Lösungen

Für viele Smartphonenutzer ist ein elegantes und vor allem dünnes Gehäuse ein wichtiges Kaufkriterium. Leider stehen diese Eigenschaften im direkten Gegensatz zur Kameraqualität. Größere Bildsensoren bieten besseres Rauschverhalten und Bilddynamik. Größere Objektive lassen mehr Licht zum Sensor oder bieten einen Zoom, und auch ein leistungsstarker Xenon-Blitz braucht Platz. Dieses Dilemma kann durch einen modularen Ansatz gelöst werden: Im Alltag trägt man das elegante und schlanke Smartphone in der Tasche. Sind bessere Bildqualität und Kamera-Features gefragt, z.B. beim Besuch eines Events oder auf Reisen, kann ein externes Modul ans Telefon angeflanscht werden.

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Das Hasselblad TrueZoom Modul am Lenovo Moto Z Force Smartphone

Bisherige Ansätze, wie zum Beispiel Sonys QX-Modelle oder die Kodak Pixpro Module, die mit vielen Smartphonemodellen kompatibel sind und per WLAN verbunden werden, hatten leider mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen, die eine größere Verbreitung verhindert haben. Die Verbindung zum Telefon war oft nicht sicher vor Unterbrechungen und konnte zu Verzögerungen in der Bedienung und Bildübertragung zum Smartphone führen. Lenovo ist der Hersteller, der dieses Jahr dem Thema Kameramodul fürs Smartphone neues Leben eingehaucht hat. Das Hasselblad TrueZoom Kameramodul bietet einen 10-fach Zoom und Xenon-Blitz. Es wird magnetisch ans Smartphone „angeheftet“ und verwandelt dieses im Handumdrehen, ohne Neustart, in eine smarte Reisekamera. Der Hauptnachteil des TrueZoom ist, dass es momentan nur mit den drei Modellen der Lenovo Moto Z Serie kompatibel ist, was einer weiten Verbreitung des Geräts nicht zuträglich sein dürfte. Trotzdem zeigt es, was momentan technisch machbar ist. Richtig spannend könnte es dann werden, wenn sich Samsung oder Apple dem Thema Kameramodul widmen und es einer breiteren Masse schmackhaft machen.

Algorithmen statt Hardware

In normalen Smartphonegehäusen gibt es nicht genug Platz, um große Bildsensoren, Zoomobjektive oder leistungsstarke Blitze unterzubringen. Die Geräte haben jedoch einen entscheidenden Vorteil gegenüber konventionellen Kameras: Rechenpower.

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Die Google Kamera App nutzt sogenanntes Image Stacking zur Verbesserung der Bildqualität

Dank leistungsstarker Prozessoren können moderne Smartphonekameras in Sekundenbruchteilen mehrere Bilder, und damit mehr Bildinformation, aufnehmen und digital verschmelzen. In der Fachsprache nennt sich dieser Prozess Image Stacking. Die resultierenden JPG-Dateien zeigen mehr feine Details, weniger Bildrauschen und eine größere Bilddynamik als Standardaufnahmen. Bei sehr dunklen Motiven ist es zudem möglich eine hellere Belichtung zu erzielen. Apples iPhones nutzen zum Beispiel solche High Dynamik Range und Nacht-Modi, ebenso wie der HDR+ Modus in der Google Kamera App. Auch hier steht die Industrie erst am Anfang der Entwicklung. Bessere Hardware und clevere Programmierkunst werden in den nächsten Jahren weiter zu noch besserer Bildqualität auf dem Smartphone beitragen.

Fazit

Während im Bereich der konventionellen Kameras der Innovationsschwung in den letzten Jahren merklich nachgelassen hat, stehen viele der neuartigen Konzepte des Mobile Imaging noch am Anfang ihrer Entwicklung. Es bleibt abzuwarten welche Technologien sich schlussendlich durchsetzen können, aber eins ist jetzt schon klar: Die Smartphonekameras der Zukunft werden ihre aktuellen Gegenstücke bei Weitem übertreffen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Applepiloten unter CC BY-ND 4.0.


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Insta-Urlaub oder Analogferien: Was verpassen wir, wenn wir unsere Erinnerungen inszenieren?

Frau Samsung Alpha (Image by Firmbee [CC0 Publoic Domain], via Pixabay

Auf einer Konferenz vor wenigen Wochen prophezeite Nicola Mendelsohn, die Geschäftsführerin von Facebook, dass die sozialen Netzwerke in fünf Jahren „vollständig aus Videos“ bestehen würden. “Wir sehen von Jahr zu Jahr eine Abnahme des Textanteils“, sagte sie. „Wenn ich wetten müsste, würde ich sagen: Video, Video, Video.“ Unterdessen berichtete ein Artikel in der New York Times jüngst über das Leben einer Gruppe junger Partylöwen – dem „Snap Pack“ – die ihre Nächte um das Knipsen von Fotos herum planen, die mit ihren Followern geteilt werden können. Der Reporter erklärte:

Für sie ist das Schießen von Fotos und Drehen von Videos für Instagram und Snapchat nicht eine Möglichkeit, um die Partynacht in Erinnerung zu behalten – es ist das Hauptevent der Nacht.

Diese beiden Geschichten zielen beide auf das gleiche Ergebnis ab: Bilder kommen an die Macht. Bilder sind zunehmend entscheidend für die Kommunikation mit anderen geworden, sie erhalten Aufmerksamkeit und dokumentieren neue Erlebnisse. Und obwohl es so scheint, als würde eine Flut von Farben, Pixeln, Gesichtern und Landschaft unsere Vorstellungskraft nur bereichern und zu einer Steigerung unseres Engagements für die Welt führen würde, ist wohl das Gegenteil der Fall.

In ihrem Artikel „Instagram is Ruining Vacation“ beschreibt die Journalistin Mary Pilon, wie eine Gruppe Touristen bei einer Besichtigung eines Tempels in Kambodscha so beschäftigt damit war, das perfekte Bild einzufangen, das sie anschließend in den sozialen Netzwerken teilen konnten, dass ironischerweise infolgedessen „niemand wirklich präsent war“.

Tatsächlich ist dieser zwanghafte Drang, sich unmittelbar elektronisch auszustellen, ein Phänomen, das durch unser digitales Zeitalter auf einzigartige Weise möglich gemacht wird. Ja, es liegen Vorteile in der Fähigkeit, mehr Bilder mit einem größeren Publikum zu teilen. Aber der Impuls, unaufhörlich zu dokumentieren und zu posten, ist wichtiger geworden als sich zu konzentrieren und auf direkte menschliche Kontakte einzugehen. Während es schwierig sein kann, diesen Wandel genau zu messen, beginnen Forscher in vielen verschiedenen Disziplinen, die Konsequenzen dessen zu sehen und zu verstehen.

Das Leben in einer selbstreflektierenden Blase

Wie die Psychologin Sherry Turkle in „Alone Together“ schreibt, „ist das Leben in einer Medien-Blase ganz naürlich geworden“ im 21. Jahrhundert. Mit der Hilfe unserer Handys und Computer sind wir, egal wo wir oder bei wem wir sind, konstant mit anderen vernetzt und stehen mit ihnen in Interaktion. Aber das Aufnehmen von Fotos und Erstellen von Videos sind ein zentraler Teil dieses digitalen Wandels geworden.

Psychologie-Professor John R. Suler interpretiert das ständige Fotografieren und Teilen der Fotos als Streben nach Aufmerksamkeit. Er schreibt:

Wenn wir Fotos teilen, hoffen wir, dass andere die Facetten unserer Identitäten, die wir in diese Fotos hineinbetten, wertschätzen. Zu wissen, dass andere die Bilder sehen können, gibt ihnen mehr emotionale Macht. Durch Rückmeldung anderer kommt sie uns greifbarer vor.

Auf der Suche nach digitaler Bestätigung werden sogar normale Erlebnisse Futter für Fotos. Anstatt präsent zu bleiben – also einfach dort zu sein (und tatsächlich wahrzunehmen), wo wir sind – geht unser Impuls dahin, alle erlebten Erfahrungen als eine Möglichkeit, uns selbst zu repräsentieren und visuell herauszuheben, zu vermarkten. Eine Sache, die bezüglich dieser Art von beständiger Dokumentation beunruhigend ist, ist der schmale Grat zwischen Repräsentation oder Ausdruck und – wie beim „Snap Pack“ – dem Vermarkten oder der Kommerzialisierung des täglichen Lebens.

Persönliche Foto-Sammlungen, wie sie durch Anwendungen wie Instagram und Facebook publiziert werden, laufen Gefahr, ein Werkzeug der Selbstdarstellung zu werden. Öffentliche Rückmeldung für jedes gepostete Foto kann von den Nutzern permanent gemessen werden. Sie könnten sich möglicherweise sogar ermutigt fühlen, die visuelle Repräsentation ihres eigenen Lebens zu optimieren, um die positiven Reaktionen zu verstärken. “Jeder Narzisst braucht einen reflektierenden, spiegelnden Teich. Genauso wie Narziss in den Teich schaut, um seine Schönheit zu bewundern, sind soziale Netzwerke wie Facebook zu unserem modernen Teich geworden“, schrieb Tracy Alloway, eine Psychologie-Professorin an der University of North Florida.

Im Jahr 2014 untersuchten sie und ihr Team in einer Studie die Beziehung zwischen der Nutzung von Facebook und Empathie. Sie fanden heraus, dass, während es durchaus Elemente der sozialen Medien gibt, die soziale Verbindungen stärken, die bildbasierten Merkmale der Plattformen – also die Möglichkeit, Fotos und Videos zu teilen – vor allem unsere Selbstabsorption nähren.

Kreativität benötigt Konzentration

Sich aber immer wieder von unseren reellen Erlebnissen loszureißen, um das Smartphone rauszuholen – und dann den richtigen Ausschnitt zu finden, ihn zu fotografieren, zu filtern und zu posten – hat den gegenteiligen Effekt auf das Unterbrechen des Fokus. Mit den Begriff des Fokus ist nicht nur die Fähigkeit, genau zu beobachten, gemeint, sondern auch die Gabe, sich zu konzentrieren und ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit aufzuwenden.

In seinem Buch „The Shallows: What the Internet Is Doing to Our Brains“ reflektiert Technikjournalist Nicholas Carr über Neuroplastizität, die Fähigkeit unserer neuralen Verschaltungskreise also, sich als Antwort auf Stimuli zu verändern. Besonders konzentriert er sich darauf, wie sich unsere Gehirne als Antwort auf die unablässige Beschäftigung mit der digitalen Technologie entwickelt haben. Über das Internetsurfen schreibt er: „Häufige Unterbrechungen zerstreuen unsere Gedanken, schwächen unser Gedächtnis und machen uns angespannt und nervös.“ Genauso drohen wiederholte Unterbrechungen, um Bilder zu posten und deren Rezeption zu verfolgen, unsere Aufmerksamkeit zu stückeln und unsere Nervosität zu steigern. Schließlich riskieren wir es, dass uns andere Aspekte unserer Umgebung und Erfahrungen entwischen. Während wir im Multitasking besser werden, wird unsere Fähigkeit, uns über längere Zeiträume zu konzentrieren, geschwächt.

Carr fährt fort: “Die mentalen Funktionen, die den Gehirnzellenkampf um das Überleben des Tüchtigsten verlieren, sind diejenigen, die ruhige, lineare Gedanken unterstützen – diejenigen, die wir benutzen, um einer langen Geschichte oder einer komplexen Diskussion zu folgen, von denen wir zehren, wenn wir unsere Erlebnisse reflektieren oder über ein äußerliches oder innerliches Phänomen nachdenken.”

In anderen Worten scheint die Aufmerksamkeit, die wir ständig durch notorisches Teilen von Fotos stärken, sich auf Kosten von der Art von Aufmerksamkeit zu entwickeln, die wir benötigen, um uns beispielsweise mit Büchern zu beschäftigen. Sven Birkerts, der Autor von „Changing the Subject: Art and Attention in the Internet Age” verbindet Literatur mit Konzentration und besteht darauf, dass “Kunstwerke Leistungen der Konzentration“ seien. “Vorstellungskraft”, fährt er fort, “ist das Instrument der Konzentration”.

Eine Empathie-Lücke?

In einer Studie aus dem Jahr 2013, die von Schriftstellern bejubelt wird, berichteten Forscher von der New School for Social Research von einer Korrelation zwischen dem Lesen von Romanen und erhöhter Empathiefähigkeit. Es ist wahrscheinlich, dass viele Literaturlehrende (inklusive mir selbst) mit einem Schulterzucken reagierten, da die Studie nur bestätigte, was wir schon immer gesagt haben. Literarische Werke geben uns die Möglichkeit, gedanklich in den Erfahrungen anderer Persönlichkeiten aus dieser Welt zu verweilen (statt nur eines flüchtigen Blickes oder eines schnellen Durchscrollens). Diese Möglichkeit können wir aber nur ergreifen, wenn wir fähig sind, Aufmerksamkeit zu schenken – wenn wir es uns selbst erlauben, lange genug zu zögern, um zu absorbieren, was wir beobachten.

Während diese spezielle Studie eher negative Resonanz erhielt, wurde mir und meinen Studenten durch die ruhige Beschäftigung mit Prosa, Poesie und sogar Fotografie ermöglicht, einige Erlebnissen zu untersuchen. Es zwang uns außerdem, uns bewusst darauf zu konzentrieren, welche Rolle diese Erfahrungen in Beziehung zu aktuellen Events spielen.

Ich denke zum Beispiel an das vielgelobte Buch „Citizen: An American Lyric“ von Claudia Rankine, das sowohl Bilder als auch Text verwendet, um bei der Realität von gegenwärtigem Amerikanischen Rassismus in seinen unzähligen Formen zu verweilen – und die Leser dazu drängt, Bilanz zu ziehen aus den Ungleichheiten, die unsere Gegenwart aufbauen.

“Mit zunehmender Erfahrung”, stellt Birkerts fest, “glaube ich, dass Kunst – mittels der Vorstellungskraft – der nötige Konter zur unserer informationsüberschwemmten Krise ist.” Wenn wir zu beschäftigt damit sind, Fotos aufzunehmen und zu bewerben, oder wenn wir zu zerstreut sind, weil wir die Photostreams anderer durchgehen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir aus unserem Leben in der Medien-Blase auftauchen.

Wir werden verpassen, was um uns herum passiert. Und wir werden nicht dazu fähig sein, der Welt die Empathie und Aufmerksamkeit zu geben, die sie benötigt und verdient.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Frau Samsung Alpha“ by Firmbee (CC0 Public Domain)


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Panono: “Wir wollen die Spiegelreflex der 360-Grad-Fotografie werden”

Panono_Pfeil_Jakob Steinschaden

Jonas Pfeil steht auf einem Hochhaus in Tokio und wirft einen schwarz-grünen Ball in die Luft, nur um gleich darauf von einem Hauswächter ermahnt zu werden, dass das hier gar nicht gehe. Das 360-Grad-Foto, das die Kamerakugel im Flug mit 36 Einzelkameras und insgesamt 108 Megapixel aufgenommen hat, hat Pfeil aber natürlich trotzdem in der Tasche.

“Wir wollen die Spiegelreflex der 360-Grad-Fotografie werden”, sagt Pfeil später im Gespräch. Gemeinsam mit Björn Bollensdorff und Qian Qin hat er das Startup Panono in Berlin 2012 ins Leben gerufen und vier Jahre Entwicklungszeit in den mittlerweile weltbekannten Fotoball gesteckt. Bis Mitte März konnte die Jungfirma rund 650 Panonos (zum Stückpreis von 1500 Euro) verkaufen, mehr als 35.000 interaktive Panoramabilder wurden von den Nutzern auf die Server hochgeladen. Die Chancen auf die Marktführerschaft in der hochqualitativen 360-Grad-Fotografie stehen nicht schlecht: Laut Pfeil böte man eine fünf Mal bessere Auflösung als die Konkurrenz.

Fotos in der Cloud

Die Cloud – Panono hat sich bei den Amazon Web Services eingemietet – ist die zentrale Komponente des Startups. Denn während die Hardware von Jabil, einem der größten Auftragsherstellern der Welt neben Foxconn (Apple), in Polen hergestellt wird, liegt das eigentliche Know-how des Startups in seiner Software. Denn erst auf den Servern werden die 36 hochauflösenden Einzelbilder zu einem nahtlosen Gesamtfoto zusammenrechnet, auf dem man sich im Web, auf Smartphones, mit Tablets und natürlich auf Virtual-Reality-Brillen umsehen kann:

Was die Ball-Kamera nicht kann: Video. “Wir wollen keine Kompromisse eingehen. Wenn man Foto und Video macht, dann ist beides nicht optimal”, sagt Pfeil. Deswegen fokussiert sich Panono, das bis dato vor allem Hobby-Fotografen mit dem nötigen Kleingeld begeisterte (das Startup sammelte via Crowdfunding insgesamt 2,6 Millionen Euro ein), zunehmend auf den B2B-Markt. Versicherungen, Immobilienfirmen, Tourismusgesellschaften oder Bauunternehmen will man künftig gleich mehrere Panonos verkaufen, weil diese die 360-Grad-Kamera brauchen könnten, um detailreiche Aufnahmen von Häusern, Baustellen oder anderen Objekten zu schießen.

Aus diesem Grund ist Pfeil auch in Japan unterwegs gewesen., denn dort sitzen führende Kamerahersteller wie Nikon oder Canon, zu deren Portfolio und weltweiten Vertriebsnetzen eine 360-Grad-Kamera auch ganz gut passen würde. Ob es Panono geschafft hat, einen der großen Kamerahersteller als strategischen Partner oder gar als Käufer gewonnen zu haben, wird die nähere Zukunft weisen.

Image by Jakob Steinschaden


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5 Lesetipps für den 30. Dezember

In unseren heutigen Lesetipps geht es um eGovernment in Berlin, Social Media in der Gesellschaft, Gründungskultur in China, Künstliche Intelligenz und Instagram. Ergänzungen erwünscht.

  • EGOVERNMENT Deutschlandradio: Berlin und die Digitalisierung – Wann kommt das smarte Bürgeramt?: Die Deutschlandradio-Volontärin (und auch Netzpiloten-Autorin) Jenny Genzmer hat sich in einem aktuellen Länderreport mit der Digitalisierung der Verwaltung in Berlin beschäftigt. Herausgekommen ist ein hörenswertes Stück über die selbsternannte „Smart City“ und die mit diesem Begriff nicht zusammenpassende Realität in den Bürgerämtern dieser Stadt. Denn seit 2011 ist trotz eGovernment-Gesetz so gut wie nichts passiert, die Politik trampelt auf der Stelle und hat höchstens das Ziel, in 30 Jahren einen Stand an Digitalisierung zu erreichen, wie er heute schon nicht mehr State of the Art wäre.

  • SOCIAL MEDIA The Dialy Beast: White People Should Read Black Twitter: Einer von vielen Nachteilen sozialer Unterschiede in einer Gesellschaft, besonders in Parallelgesellschaften, ist der fehlende Zugang zur Kultur der anderen Gruppe. Manchmal ist dies gewollt, oft wird von oben nach unten gezielt abgegrenzt, und manchmal fehlt das Bewusstsein dafür. Barrett Holmes geht in seinem Artikel für The Dialy Beast auf einen interessanten Punkt ein: heutzutage kommunizieren soziale Gruppen auf via Social Media. Einer weißen Bevölkerungsgruppe ist es beispielsweise somit möglich, Zugang zu den Themen der schwarzen Bevölkerung zu bekommen (und umgekehrt). Er plädiert dafür, dass Weiße sich die Tweets von Schwarzen ansehen sollten, um eine neue Perspektive auf ihre gemeinsame Gesellschaft zu bekommen. Diese Möglichkeit könnte zu mehr Verständnis und Solidarität führen, wovon alle profitieren könnten.

  • CHINA Wired: How a Nation of Tech Copycats Transformed Into a Hub for Innovation: Während meines Studiums habe ich mich jahrelang mit China beschäftigt, vor allem mit der Wirtschaft. Damals (also gerade einmal vor zehn bis fünf Jahren) gehört die Gründungskultur und eigene Innovation noch nicht zu den Särken der chinesischen Wirtschaft. Doch mein Wissen ist rasend schnell veraltet, wie der Wired-Artikel von Clive Thompson zeigt. In China werden Firmen wie Google und Apple nicht mehr nur kopiert, es werden die Unternehmen der Zukunft oft selber gegründet und das mit Standortvorteilen, wie man sie nirgends auf der Welt vorfinden kann. Schon jetzt gerät das Silicon Valley langsam in Rückstand, von Europa wird nicht einmal gesprochen.

  • KÜNSTLICHE INTELLIGENZ MIT Technology Review: The Year 2015 in Robotics and Artificial Intelligence: Für das MIT-Blog Technology Review hat Will Knight den aktuellen Stand der Robotik und der Entwicklung einer Künstlichen Intelligenz zusammengefasst, denn in diesem Jahr haben beide Themen große Fortschritte erzielt. Wir haben fortschrittlichere Roboter gesehen, selbstfahrende Autos haben eine Entwicklung erreicht, die sie bald zum Alltag auf unseren Straßen werden lassen und mehrere Tech-Unternehmen arbeiten gezielt daran, eine Künstliche Intelligenz zu entwickeln. Man sollte sich dieses Jahr noch einmal vor Augen führen, denn 2016 wird in all diesen Bereichen neue Meilensteine setzen.

  • INSTAGRAM Vice: This Is What It Looks Like When an Instagram Photographer Switches to Film: Jamal Burger ist eine kleine Berühmtheit auf Instagram, wo er sich mit meiner Meinung nach sehr schönen Fotos als Jayscale eine eigene kleine Fan-Community aufgebaut hat. Inzwischen ist für ihn aus dem Fotografieren ein Beruf geworden und Jayscale hat für sein aktuelles Projekt angefangen, mit einer klassischen Kamera mit Film zu fotografieren. Eine riesige Unmstellung für einen Instagramer, die ihm aber viel gelernt hat. Denn so konnte er sehen, was wirklich zu einem guten Foto gehört, wenn einem digitale Hilfsmittel nicht helfen können, sondern es so gut wie nur auf die eigenen Fähigkeiten ankommt. Die Vice hat sich mit ihm darüber unterhalten.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Ein Algorithmus analysiert Porträts eines Jahrhunderts

Jabez Hogg macht ein Portrait in Richard Beards Studio (1843)

Mit ihrer Studie A Century of Portraits, ein Jahrhundert voller Porträts, haben Studierende der kalifornischen Universität Berkeley einen Algorithmus entwickelt, mit dem zum ersten Mal eine große Anzahl von Fotos ganz gezielt analysiert wurde. Dafür wurden etwa 40.000 Jahrbuch-Porträts digital untersucht und dabei Spannendes zur historischen Entwicklung von Fotos herausgefunden. Ihre Erkenntnisse: Nicht nur die Veränderung von Mode und Frisuren über die Jahrzehnte lassen sich digital über die Bilder analysieren, sondern auch die Geschichte des fotogenen Lächelns.

Unser Foto-Projekt tanzt total aus der Reihe, aber wie das so ist im Leben – es ist einfach passiert.“ Das Projekt, das so spontan entstanden ist und Berkeley-Studentin Shiry Ginosar im Netzpiloten-Interview wie beiläufig beschreibt, könnte völlig verändern, wie wir mit historischem Fotomaterial umgehen.

Es gab zwar vor der Studie von Shiry Ginosar, Kate Rakelly, Sarah Sachs, Brian Yin and Alexei A. Efros einige Computerspezialisten, die Algorithmen zur Foto-Analyse entwickelt haben, aber keine dieser Studien hat bisher so viele Daten verwendet, um ganz spezifische Fragestellungen nachzugehen und somit einschneidend bewiesen, wie Computeralgorithmen und Gesellschaftswissenschaften Hand in Hand gehen können.

120 Jahre Schulgeschichte in einer Studie

Die Studie A Century of Portraits hat insgesamt 949 US-Jahrbücher aus 128 Schulen aus 27 Bundestaaten von 1905 bis 2013 untersucht. Insgesamt wurden so 154.976 Porträts aus über 100 Jahren herausgesucht – in der Welt von Shiry Ginosar ist das lächerlich wenig Analysematerial. „Wir werten normalerweise Daten mit Millionenwerten aus. Für diese Studie waren es letztendlich sogar nur etwa 40.000 Fotos, die wir mit verschiedenen Algorithmen analysiert haben.“ Dementsprechend schnell konnten die Daten verarbeitet werden.

Doch der Weg zu diesen Foto-Algorithmen war nicht ganz so leicht. Zunächst mussten Shiry Ginosar und ihr Team die Fotos vorbereiten. Im ersten Schritt wurden Porträts, in denen die Schüler nicht frontal in die Kamera schauten, aussortiert. Danach mussten alle Fotos auf eine Größe vereinheitlicht werden und in Graustufen angepasst werden. „Zum Glück haben die meisten High Schools in den USA mittlerweile all ihre Jahrbücher eingescannt, sodass es einfach war an die Fotos zu kommen. Aber manchen Jahrbüchern, die nicht im System waren, mussten wir monatelang hinterherjagen.“ Als dann aber endlich die Jahrbuch-Fotos zur Auswertung bereit standen, stellte sich die Frage: Was soll hier eigentlich untersucht werden?

Jahrbuch-Fotos aus über 100 Jahren (Image: Universität Berkely)
Jahrbuch-Fotos aus über 100 Jahren (Image: Universität Berkely)

 

Die Aussagekraft von Fotos

Wenn Historiker oder Sozialwissenschaflter Fotos oder Gemälde untersuchen, geht es ihnen oft um ganz bestimmte Aspekte. Haben sich gewisse Eigenheiten über einen Zeitraum hinweg verändert und wenn ja, warum? Kann man Unterschiede in Fotos aus dem 20. Jahrhundert in den USA und in Europa feststellen? Ein großer Teil unseres kulturellen Erbes ist nur in Bildform vorhanden, etwas, das sich natürlich heute im Zeitalter von Facebook und Instagram nur noch verstärkt. Für diese visuelle Geschichte können Geisteswissenschaftler Wörter und Begriffe finden, sie können sie beschreiben, aber wirklich verstehen, kann man sie oft nur durch die Bilder selbst.

Wenn Historiker also bisher visuelles Material analysiert haben, blieb ihnen nichts anderes übrig, als dies manuell zu tun – also mühsam Fotos durchgehen und diese selbst zu interpretieren. A Century of Portraits bietet hier möglicherweise zum ersten Mal einen ersten Ansatz, um unzähliges, bisher nicht angezapftes visuelles Material, auswerten zu können.

Für ihre Studie hat sich Shiry Ginosar zunächst auf drei Hauptpunkte konzentriert: Wie haben sich Frisuren Jahrzehnt um Jahrzehnt verändert? Wie änderte sich das Lächeln der Schüler im Laufe der Zeit? Und schließlich, welche Aussagen lassen sich über Brillenmode machen?

Die ersten zwei Punkte stellen sie in ihrer Studie A Century of Portraits vor, die Geschichte der Brillenmode wird bald in einer weiteren Arbeit des Teams veröffentlicht werden. Um diesen Fragen auf die Spur zu kommen, hat das Team im ersten Schritt ein „Durchschnittsgesicht“ für jedes Jahrzehnt aus Pixelwerten zusammengerechnet.

Berechnung von Durchschnittsgesichtern der Jahrzehnte (Image: Universität Berkely)
Berechnung von Durchschnittsgesichtern der Jahrzehnte (Image: Universität Berkely)

Im zweiten Schritt wurden dann „Frisuren-Cluster“ erstellt. Ein Algorithmus sollte errechnen, welche Frisuren nur in bestimmten Jahrzehnten vorkommen. Aus diesen Frisuren wurden dann die vier häufigsten Frisuren eines Jahrzehnts ermittelt.

Das vom Algorithmus erstellte Frisuren-Cluster (Image: Universität Berkely)
Das vom Algorithmus erstellte Frisuren-Cluster (Image: Universität Berkely)

 

Einmal lächeln bitte

Für die Entwicklung des Lächelns wurde ermittelt, inwiefern sich die Mundwinkel von Jahrzehnt zu Jahrzehnt veränderten. Das Ergebnis: Wir lächeln heute öfter und breiter als früher. Während Menschen 1903 gar nicht lächelten, werden 20013 richtig Zähne beim Lächeln gezeigt.

Heutzutage lächeln wir mehr auf Fotos als früher (Image: Universität Berkely)
Heutzutage lächeln wir mehr auf Fotos als früher (Image: Universität Berkely)

Die Historikerin Christina Kotchemidova, die sich mit dem Thema „Lächeln“ lange und intensiv beschäftigt hat, erklärt, dass es vor allem die Kodak-Werbung war, die Menschen dazu anregte, in Fotos zu lächeln. Auch die Tatsache, dass wir nicht mehr stundenlang für ein Foto posieren müssen, hat sicherlich viel damit zu tun, dass Menschen nicht mehr so ernst in die Kamera drein schauen.

Shiry Ginosar selbst hält sich mit möglichen Erklärungen zurück: „Wir selbst können nicht sagen, warum das so ist“, sagt Shiry Ginosar, „das müssen Historiker oder Psychologen analysieren. Wir stellen ihnen nur das Material zur Verfügung.

Genau das zeigt auch die Stärke der Studie von Ginosar und ihrem Team. Wissenschaften, die sich ansonsten eher feindlich gegenüber stehen, können plötzlich vom Wissen der anderen profitieren.

Mit Algorithmen Bilder für die Zukunft bewahren

Genau das haben Shiry Ginosar und ihr Team auch in Zukunft vor: „Wir arbeiten schon daran, einer Doktorantin mit ihrer Geschichtsarbeit zu helfen. Lustigerweise schreibt sie ihre Doktorarbeit zur Entwicklung von Haarmode.

An Ideen für weitere Algorithmus-Foto-Projekte fehlt es Shiry Ginosar nicht: Sie träumt von einer Haarenzyklopädie, die Frisurentrends über Jahrhunderte hinweg darstellt und sie träumt von einer Welt, in der Algorithmen es uns ermöglichen, unsere visuelle Welt zu ordnen, zu verstehen und zu bewahren.


Image „Jabez Hogg macht ein Portrait in Richard Beards Studio“ (Public Domain)


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Nützliche Tipps zum Aufwerten von Bier-Fotografien

Wenn es eine Sache gibt, die Bierliebhaber noch mehr lieben als das Bier an sich, dann ist es das Posten der Fotos von ihrem Bier im Internet. // von Matthew Curtis

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Ob es nun aktuelle Bilder der Getränke sind oder Fotos von der letzten Ausbeute, sie können nicht abwarten zu fotografieren und es sogleich auf einem beliebigen Social-Media-Kanal zu teilen. Aber wer kann es ihnen in der heutigen Zeit verdenken? Moderne Plattformen wie Instagram, Twitter und Pinterest bieten einem die Möglichkeit, seine Freunde innerhalb von Sekunden wissen zu lassen, was man gerade trinkt, egal wie weit man gerade voneinander entfernt ist.

Für das Schreiben über Bier bietet der Fotozusatz eine gute Methode, um den Inhalt zu vertiefen und zu verstärken. Das kann beispielsweise ein Foto als Ergänzung einer Bierbewertung sein. Desweiteren können Reisetipps mit Ortsfotos ergänzt werden oder die Bilder dienen im Allgemeinen einfach als Mittel, um lange Passagen eines Textes zu unterbrechen. Wenn das gut gelingt, wird es nicht nur die Verbindung zu den bisherigen Lesern verbessern, zusätzlich werden auch neue Leser dazugewonnen.

Es ist wichtig, sich Zeit für Fotos zu nehmen

Für mich ist Fotografie zu einem fundamentalen Teil des Schreibens über Bier geworden. Genauso viel Zeit wie ich für das Zusammenfügen des Textes aufwende, widme ich den Aufnahmen und dem Bearbeiten der Fotos. Das bedeutet zwar sehr viel Zeitaufwand, der sich aber wirklich lohnt. Jedoch war ich nicht immer auf diesem Stand, denn einige Posts von früher zeigen traurig fotografierte Bilder, die wenig oder gar keine Aussage beinhalteten. Sie waren schlecht gerahmt, oft war ich viel zu nah am Gegenstand und ich habe immer nur Flaschen von gebrautem Bier mit einem Glas, das einen anderen Markennamen enthielt, fotografiert – ein großer Fauxpas.

Der vielleicht größte Fehler meiner Fotografie wurde durch die unzureichende Lichtquelle verursacht, folglich wurden meine Aufnahmen grobkörnig und unfokussiert. Die Mehrheit meiner Fotos sagte absolut nichts über Bier aus – sie passten nicht annähernd zu dem Geschriebenen.

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Bilder sagen mehr als der Text

Im Januar 2014 las ich einen Artikel, der alles änderte. Der detaillierte Beitrag von Michael Kiser auf Hill Farmstead faszinierte mich vom ersten bis zum letzten Paragrafen. Es waren aber nicht nur die Worte, die meine Aufmerksamkeit ergriffen. Die erstaunliche Fotografie verschaffte mir das Gefühl, als wäre ich wirklich an diesem Ort gewesen. Das erste Foto in dem Artikel von einem traurigen, nass durchtränkten Shaun Hill sagte mehr über die Brauerei aus, als der Text beschreiben konnte. Es war das erste Mal das ich einen Bericht, Good Beer Hunting, auf Kisers Seite las, aber von dem Moment an habe ich nicht einen verpasst.

Durch diesen Bericht realisierte ich, dass ich als Bierautor keinen besonders guten Job machte. Ich bot meiner Leserschaft nicht den Service, den sie verdienten. Von diesem Zeitpunkt an war ich engagiert, jeden Aspekt meines Inhalts aufzubessern. Ein wichtiger Schritt war hierbei die Investition in eine geeignete Kamera. Während ich mir selber die Kenntnisse der Fotografie beibrachte, wurde mir klar, dass wenn ich meine Kamera überall mit hin nehme, mir mehr und mehr neue Themen begegneten, über die es sich lohnt zu schreiben. Im Nachhinein gesehen, war das eine meiner besten Investitionen.

Der wesentlichste Punkt von guter Bierfotografie ist wohl die Sicherheit, dass man über eine gute Lichtquelle verfügt. Eine geeignete Kamera und eine gute Linse mit einer hohen Blendeneinstellung sind natürlich ebenfalls sehr hilfreich. Das Bier und Orte mit niedrigen Lichtverhältnissen sind nach wie vor untrennbar, Tageslicht ist aber dennoch dein bester Freund. Du solltest über das Ablichten eines Gegenstandes genauso gut nachdenken, wie du über das Verfassen eines Satzes oder Absatzes nachdenkst. Machst du alles Nötige, um sicherzustellen, dass der Gegenstand im Fokus der Darstellung steht? Unterstützt die Abbildung die zu erzählende Geschichte?

A Moment in New Belgium 650x400

Durch Fotos Gefühle vermitteln

Der beste Ratschlag, der mir in Bezug auf die Bierfotografie gegeben wurde, war mich von dem fokussierten Gegenstand zu entfernen und dessen Umgebung und die Menschen drum herum im Gesamtbild zu erfassen. Jeder kann ein vernünftiges Foto von einer Bierflasche machen. Viel schwieriger ist es, dass Foto so zu schießen, sodass es ein bestimmtes Gefühl vermittelt. Im Wesentlichen sollte die Bierfotografie genauso behandelt werden wie das Schreiben – das beinhaltet natürlich auch zu wissen, wann man sich von dem Zeug trennen muss, das offensichtlich nicht funktioniert.

Um tolle Ergebnisse zu erzielen, musst du nicht unbedingt viel Geld in eine teure Kamera investieren, denn jeder von uns trägt eine gute Kamera immer mit sich, in unseren Smartphones. Smartphone-Fotos scheinen oft ein wenig leblos zu sein, aber mit ein wenig sorgfältiger Bearbeitung können diese zum Leben erweckt werden. Es gibt tolle Apps, wie z.B. Afterlight (Android | iOS) und VSCO Cam (Android | iOS), die einfach zu bedienen sind und die Qualität der Fotos enorm verbessern. Auch Instagram selbst – meine erste Wahl für schnelles und einfaches Teilen meiner Fotografien – ist heutzutage sehr empfehlenswert.

Berlin Beer Green 650x400

Komm nicht in Versuchung eingebaute Filter zu benutzen, besser ist es, selber zu probieren, den Gegenstand in Bezug auf seine Umgebung in den Fokus zu setzen. Merke dir, dass das ganze Verbessern nichts bringt, wenn das Foto langweilig und nicht fokussiert ist. Mein letzter Ratschlag ist, wenn man Fotos für seine eigene Online-Inhalte nutzt, man sie so groß wie möglich fotografieren sollte. Verkleinert die Fotos nicht! Es gibt nichts Schlimmeres als einen angemessenen Beitrag zu lesen, der mit winzigen und schwer entzifferbaren Bildern versehen ist. Man würde doch auch keine klitzekleine Schrift für einen geschriebenen Text wählen, oder?

Das Wichtigste ist aber, dass eine Kamera sein ständiger Begleiter ist, wo immer man hingeht und vor allem, dass man den Spaß an der Sache nicht verliert. Viel Spaß beim Fotografieren!

Übersetzung von Janine Billker.


Teaser & Images by Matthew Curtis.


CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Heady Up: Eine App, die Menschen im echten Leben zusammenführt

mobile generation (adapted) (Image by Stefano [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Zwei junge Schweizer haben mit HeadyUp eine neue Handy-App herausgebracht, die Menschen über’s Internet auch im echten Leben miteinander verbinden soll. Fotos uploaden und sofort Menschen im direkten Umfeld kennen lernen. So funktioniert HeadyUp. User können Fotos hochladen, die dann auf einer interaktiven Landkarte erscheinen. Registrierte Nutzer können so nicht nur ihre eigenen Fotos sehen, sondern auch, wer ebenfalls Bilder in ihrer Nähe hochlädt. Eine einfache Form, um spontan andere Menschen im Umkreis kennen zu lernen. Das Besondere von HeadyUp: Nutzer können nur unbearbeitete Fotos hochladen, die nach 24 Stunden automaisch wieder gelöscht werden. Anders als bei image-lastigen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram geht es bei HeadyUp also um die reale Welt in Echtzeit. Aber: Hat eine App, die auf Natürlichkeit und Unverfälschtheit setzt, überhaupt eine Chance?

HeadyUp ist die Geschichte von zwei Schweizern, die auszogen, um die Welt der Handy-Apps neu aufzumischen. Armin Juon und Hans Stuffer, 23 und 21 Jahre jung, lernten sich beim Studium im Kanton Wallis kennen. Wie viele junge Menschen, sind auch sie auf Twitter, Instagram und Facebook unterwegs. Doch ihnen fiel auf, dass es außer zahlreichen Dating-Apps, keine App gab, mit der sie tatsächlich neue Menschen in ihrer Nähe kennen lernen konnten. „Wir fanden es einfach schade, dass so viele Möglichkeiten gab, mit denen sich Menschen in virtuellen Welten treffen können, aber eben nicht in der realen Welt,“ sagt Armin. Also setzten sie sich mit zwei Programmierern zusammen und erstellten kurzerhand genau so eine Applikation – HeadyUp. Kopf hoch, Brust raus, zeigt wer ihr seid – dafür steht der Name „HeadyUp“. Die kostenlose App wurde vor ca. vier Wochen auf den Markt gebracht und ist für’s Erste nur für iPhones (mindestens iOS 8) zu haben. Eine Android-Version ist aber schon in Arbeit. Doch was genau kann HeadyUp? Wie funktioniert die App? Und bringt sie tatsächlich Menschen zusammen?

HeadyUp ist spontan, direkt und vor allem ungefiltert

User können über HeadyUp auf eine interaktiven Landkarte Fotos von sich oder ihrer Umgebung hochladen. Diese erscheinen dann direkt auf der Karte. So sehen Nutzer nicht nur ihre eigenen Fotos, sondern auch, wer weitere Fotos direkt in ihrer Nähe hochlädt. Es entsteht somit eine Landkarte voller Bilder.

Das soll User dazu anregen, andere Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung in Echtzeit kennen zu lernen. Nun braucht die Welt sicherlich keine weitere App, die nur Fotos hochladen kann. Doch Armin Juon und Hans Stuffer geht es um etwas anderes. Die Fotos, die hochgeladen werden, können nicht mehr bearbeitet werden und sie werden automatisch nach 24 Stunden von der Karte gelöscht. Es geht also um’s Spontane, um das Hier und Jetzt, erklärt Hans Stuffer: „Wenn du Beispiel auf ein Konzert gehst und niemanden kennst, dann postest du einfach ein Foto von dir beim Konzert auf HeadyUp und andere Nutzer, die dort sind, können dich dann direkt ansprechen. So lernst du dann ganz einfach neue Leute kennen.“

Den Machern von HeadyUp ist es wichtig, dass Menschen sich wirklich live und in Farbe kennen lernen können, ohne dass sie vorher aufwendige Profile kreieren und Fotos bis zur Unkenntlichkeit verändert können. Über die Landkarte von HeadyUp können User auch nach anderen Nutzern um sie herum suchen und sich so direkt im echten Leben begegnen.

Ein Gegentrend zur Scheinwelt der sozialen Netzwerke?

HeadyUp ist nicht einfach nur eine neue Applikation, sie zeigt auch eine Gegenbewegung zu sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram. Armin Juon und Hans Stuffer sehen sich zwar nicht als Gegner von Facebook, aber sie legen mit ihrer App den Finger auf die Wunde von Social Media: Jeder schafft sich seine virtuelle Welt, wie sie ihm gefällt und keiner weiß am Ende, was noch echt ist. Doch kann HeadyUp tatsächlich einen Gegentrend erzeugen? Wollen sich Menschen überhaupt noch so zeigen, wie sie wirklich sind?

Bisher haben sich 10.000 User bei HeadyUp registriert, die meisten davon in der Schweiz. In Deutschland sieht die Fotolandkarte dagegen noch recht mager aus. Im Selbstest zeigte die App gerade mal einen anderen aktiven User im Umkreis von 200 Kilometern an – zu wenig und zu weit weg, um tatsächlich reale Kontakte herzustellen. Denn es ist klar, wenn HeadyUp tatsächlich Menschen miteinander verbinden möchte, steht und fällt dies mit der Userzahl. Je mehr Menschen sich auf der HadyUp-Karte tummeln, umso interaktiver und interessanter wird die App. Die Zeit wird zeigen, ob sich HeadyUp tatsächlich durchsetzen kann.

Doch so spannend diese neue Entwicklung von HeadyUp auch ist, am Ende bleibt die Frage: Warum brauchen wir eigentlich eine App, um uns gegenseitig im echten Leben anzusprechen?


Image (adapted) „mobile generation“ by Stefano (CC BY-SA 2.0)


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5 Lesetipps für den 14. April

In unseren Lesetipps geht es heute um Fotografie, die Zukunft des Journalismus, Datenschutz bei WordPress, Cyberkriminalität und Filesharing. Ergänzungen erwünscht.

  • FOTOGRAFIE PetaPixel: An Interview with Photographer Arne Svenson: Der deutsche Datenschutz-Michel muss jetzt sehr stark sein: ein Gericht hat im August 2013 die Fotos des bekannten Fotografen Arne Svenson, der seine Nachbarn durch ihre Fenster fotografierte, als Kunst eingestuft (der Fall geht gerade in Berufung). Im Interview mit Ken Weingart spricht Svenson über seine voyeuristisch wirkende Fotokunst.

  • JOURNALISMUS OSK-Blog: „Journalisten hängen an Klickzahlen wie Junkies an der Nadel“: Deutschlands erster Social-Media-Redakteur am Newsdesk einer Regionalzeitung, Lars Wienand, erklärt im Interview mit Yannick Schiep für das OSK-Blog, welche Medien es zukünftig schwer haben werden und warum er beispielsweise eigene Magazine für YouTube und Instagram spannend fände.

  • WORDPRESS Tobias Gillens Blog: 6 Praxis-Tipps und Plugins für mehr Datenschutz beim WordPress-Blog: Gestern erklärte Sven Venzke-Caprarese beim Medien-Branchendienst turi2, wie man sein Blog sicherer und vor allem datenschutzkonformer gestalten kann. Tobias Gillen gibt auf seinem Blog sechs Ergänzungen mit den passenden Plugins und Praxis-Tipps zum Text von Venzke-Caprarese, den alle Blogger lesen sollten (beide Texte).

  • CYBERKRIMINALITÄT taz.de: Medien sind hilflos gegen Hacker: Längst sind nicht mehr nur internationale Wirtschaftsunternehmen von Cyberkriminalität bedroht, in den letzten Wochen waren vor allem europäische Medienunternehmen Ziele von Hacker-Angriffen. Eric Bonse zeigt auf taz.de auf, dass sowohl die Unternehmen als auch die Europäische Unternehmen vollkommen unvorbereitet sind, wenn es um derartige Attacken geht. Politikern wie EU-Digitalkommissar Günther Oettinger fällt auf Anhieb auch nur mehr Law-and-Order ein.

  • FILESHARING Zeit Online: Mit Popcorn auf den Eisernen Thron: In den letzten Monaten hätte man fast meinen können, dass der Trend zum Streaming und Dienste wie Netflix oder Amazon Prime unautorisiertes Filesharing fast überflüssig macht. Doch der Eindruck täuscht, denn mit Diensten wie Popcorn Time setzt die Szene etablierte Anbieter nur noch stärker unter Druck. Dies liegt vor allem an den Ländersperren, die im Internet immer noch wie ein Anachronismus wirken, wie Eike Kühl auf Zeit Online erklärt.

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Fotos und Selfies sind gut für Museen (…aber bitte ohne Sticks!)

Curse of the Selfie Stick (adapted) (Image by Larry Miller [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Selfies in Museen werden immer beliebter, was einigen Kulturliebhabern zuwider ist. Selfies bedrohen jedoch nicht die Kultur, sondern machen sie erfahrbar. Zwei der größten Musikfestivals in den USA haben beschlossen, Selfie-Sticks in diesem Jahr zu verbieten, um herumwedelnde Konzertbesucher zu verhindern und den anderen eine gute Sicht auf die Bühne zu ermöglichen. Sie schließen sich damit der National Gallery in London und anderen Museen an, wie auch dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Versailler Schloss und noch einigen anderen.

In den Museen wurde das Verbot aus pragmatischen Gründen ausgesprochen, um die Sicherheit der Sammlungen zu gewährleisten. So weit, so gut. Stöcke an sich sind gefährlich, wenn man mit ihnen herumwedelt, besonders in der Nähe von zerbrechlichen Kunstwerken. Wieso sollte es also bei Selfie-Sticks anders sein?

Diese Kontroverse hat jedoch noch etwas anderes zu Tage gefördert. In den Debatten rund um das Verbot der neuen Sticks nimmt man an, dass das Selfie selbst eine der letzten Manifestationen der jahrzehntealten Trennung zwischen “uns und denen provoziert: Zwischen denjenigen, die die Museumssammlungen “richtig anwenden (wie beispielsweise zur Bildung oder der kulturellen Weiterentwicklung) und denen, die sie “falsch anwenden (zur Ablenkung oder Unterhaltung).

Smartphones, soziale Medien wie Twitter oder Instagram und die Aufhebungen des Fotoverbots in vielen Museen, haben in den letzten Jahren den Museumsbesuch und das Selfie verschmelzen lassen. Der Trend hat sich sogar zu einer etablierten kulturellen Aktivität gewandelt. So findet der Museum Selfie Day nun schon zum zweiten Jahr in Folge statt. Wie Mar Dixon schreibt, soll die Veranstaltung “den Spaß und die Lockerheit der Museen noch mehr hervorheben”. Hier werden die Besucher aktiv aufgefordert, sich aktiv mit den Objekten in einem Museum zu beschäftigen und ein Selfie zu twittern. So kamen Tausende von Fotos zustande (manche eher touristisch, manche originell).

Der Hashtag #MuseumSelfie ist mittlerweile ein Phänomen geworden. Zuletzt wurde es für niemand geringeren als das Krümelmonster adaptiert, während es eine Tour durch ein paar New Yorker Museen machte. Die Selfies, die man danach twittern kann, und die Fotos, die dann auf Instagram landen, bringen die Menschen in die Museen und lassen sie über die Sammlungen reden. Aber für manche sind ist das auch schon zu viel.

Einige Kritiker freuten sich über das Verbot des Selfie-Sticks und nahmen dies als Anlass, sich generell über Selfies und Fotos in Museen zu beschweren. Brian Sewell schrieb in der Times, dass sie ein echtes Museums-Erlebnis ruinieren: “Jeder, der wirklich nur dort hin kommt, um sich ein Bild anzuschauen, kann das nicht tun, denn die Leute sind viel zu beschäftigt damit, Fotos zu schießen.” Ähnlich geht es Jonathan Jones, der im Guardian schreibt, Fotos in Museen sind nur dazu da, “um die Massen zu bespaßen”. Er beklagt die Veränderungen in der Besucherkultur der Galerien und geht sogar so weit, dass er Selfies, Kameras und Smartphones eine “seelische Bedrohung” nennt, weil es in ihrer Anwesenheit nicht möglich sei, in eine „versonnene Betrachtung“ zu versinken, für die die Museen ja wohl gedacht seien.

Hier haben wir das “wir und die anderen: traditionalistische Kunstkritiker, für die ein Museum eine Art Tempel für höhere Dinge darstellt, und die Selfie-Jäger, für die Museen neue Orte zum Entspannen geworden sind. Was besonders absurd ist, ist die Idee, dass diese beiden nie aufeinander treffen dürfen. Es ist ja nicht so, dass lehrreiche Erfahrungen nicht auch Spaß machen könnten oder dass man nicht auch beim versonnenen Betrachten unterhalten werden dürfe.

Was die Museen selbst angeht, müssen sie ihre unternehmerische Notwendigkeit, ein großes Publikum anzuziehen, mit der wichtigen Bewahrungs- und Kommunikationsarbeit abgleichen. Dies ist bei Weitem kein neues Problem, aber mit der neuen Fotopolitik und der neuen Technik könnte hier ein Spielraum für neue Lösungen geschaffen werden.

Auf den Philippinen wurde neulich die Ausstellung “Kunst auf der Insel eröffnet. Dort wird das Thema in einer drastischen Abwandlung präsentiert: ein komplettes Museum, das nur gebaut worden ist, um darin Selfies zu schießen. Statt echter Kunstwerke sind die Räume mit 3D-Repliken gefüllt, die zu Interaktionen und lustigen Fotoideen einladen. Man kann in Van Goghs “Sternennacht wortwörtlich hineinklettern oder den fliegenden Schuh aus Fragonards “Schaukel“ fangen, um danach die Fotos auf die Facebook-Seite des Museums hochzuladen. Die Seite hat inzwischen mehr Likes als die National Portrait Gallery in London (was auch immer das für ein Gradmesser für Erfolg sein mag) und bekommt so jede Menge Aufmerksamkeit.

Bei “Kunst auf der Insel handelt es sich weniger um ein Museum, als viel mehr um einen Vergnügungspark mit dem Thema “Museum“. Aber seine Popularität hat sogar Kritiker wie Jones zu einer neuen Sichtweise gebracht. Währenddessen kann man mit dem Europeana-Projekt “VanGo Yourself auf völlig neue Weise in Kunstwerke „hineingehen. Das Projekt “VanGo Yourself will Nutzer und deren Freunde anregen, selbst Kunstwerke nachzustellen und selbst Umgebungen, Posen und Kompositionen zu finden, die zu dem Bild passen. Die nachgestellten Fotos werden dann in den sozialen Medien geteilt und neben das Original gestellt.

Mit solch speziellen Angeboten wie dem Selfie oder den romantischen Kompositionen, erfüllt VanGo Yourself auf kreative Weise den allgemeinen Wunsch, mit Kunst auf Fotos spielen zu können. Zugleich kommt die Kritik auf, dass die Fotos das intensive Hinsehen ersetzen. Durch Auftritte im Stil des Tableau vivant (dt.: “lebendes Bild) und anderen kunstvollen Ansätzen wird vorausgesetzt, dass man sich eingehend mit dem Objekt beschäftigt haben muss. Frank Thinnes, einer der Erfinder, merkte an, dass viele der Einsendungen nicht nur eine Nachstellung sind, sondern eine vielsagende “Neuinterpretation des Bildes und seiner Botschaft”.

Das Rijksstudio hat sich auch zur Aufgabe gemacht, inspirierende Neuinterpretationen seiner Ausstellungsstücke anzustoßen. Das Rijksmuseum entschied sich dazu, 200.000 hochaufgelöste Abbildungen aus seiner Sammlung öffentlich zugänglich zu machen. Es sorgt so dafür, dass die Besucher “zu ihren eigenen Künstlern” werden, sagt Publikationsleiter Martijn Pronk. Die Nutzer können die Bilder in alles umwandeln, was ihnen gefällt – Kleidung, Tapeten, natürlich auch als Bilder, wie ursprünglich gedacht. Ihre Kreativität wird durch den jährlich verliehenen Rijksstudio Award belohnt.

Selfies und Fotospielereien mit Ausstellungsstücken zerstören also nicht zwangsläufig das Erlebnis der Museumsbesucher oder versagen ihnen die eingehende Auseinandersetzung mit der Sammlung. Im Gegenteil: hierbei kann eine völlig neue Art ausprobiert werden, die Kluft zwischen Kunstwerk und Betrachter zu überbrücken. Aber die Selfie-Sticks können ruhig draußen bleiben.

Der Artikel ist zuerst auf theconversation.com erschienen und unter CC BY-ND 4.0 lizensiert. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „Curse of the Selfie Stick“ by Larry Miller (CC BY-SA 2.0)


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5 Lesetipps für den 26. November

In unseren Lesetipps geht es um Netzneutralität, mobile Fotografie, das Leistungsschutzrecht, festliches Social Media und ein Projekt der hr-Volontäre. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZNEUTRALITÄT Deutschlandfunk: Von Datenstaus und Monopolen: Vor dem Provider sind alle Daten gleich – oder nicht? Internetbetreiber wie die Deutsche Telekom möchten mit Online-Diensten kooperieren, um am Geschäft im Internet mitzuverdienen. Aktivisten und Verbraucherschützer warnen vor einem Zwei-Klassen-Internet. In einem hörenswerten (und nachlesbaren) Beitrag hat sich unsere Autorin Jenny Genzmer im Rahmen ihres Volontariats mit der Debatte um Netzneutralität auseinandergesetzt.

  • FOTOGRAFIE LightBox: How Smartphones Have Changed the Way We Experience Photography: Im Lightbox genannten Foto-Blog der New York Times hat Krystal Grow einen lesenswerten Artikel über die Wirkung von Smartphones auf unsere Wahrnehmung von Fotografie geschrieben. Schon immer war Fotografie das Ergebnis der technischen Möglichkeiten und mit den Smartphones hat nun jeder Mensch die Möglichkeit ein Foto zu machen. Und nicht nur eins. In der Masse der so einen Auftrieb erfahrenen Fotografie finden sich neue Kunstwerke wieder, die auf das Teilen der Erfahrung setzen und nicht des Moments, der bei den bisherigen Produktionsmethoden im Vordergrund stand.

  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Internet-Law: Grüne und Linke fordern Abschaffung des Leistungsschutzrechts für Presseerzeugnisse: Die beiden im Bundestag vertretenden Oppositionsparteien haben gemeinsam einen Gesetzesentwurf auf Abschaffung des von Anfang an viel kritisierten Leistungsschutzrecht für Presseverlage gestellt. Leider trat genau das ein, was Kritiker stets betonten: Google wird die Muskeln spielen lassen, die Presseverlage dann einknicken und am Ende wird das Gesetz vor allem auf Startups eine Innovation verhindernde Wirkung haben. Es wird spannend zu beobachten sein, wie die SPD reagiert. Als Oppositionspartei war sie selbst dagegen, jetzt kann sie den Worten als Regierungspartei auch Taten folgen lassen.

  • SOCIAL MEDIA CNET: Facebook, Twitter ruining Christmas, says bishop: Vor dem von Traditionen geradezu übersprudelnden Weihnachtsfest ist stets eine gute Zeit, einmal in Ruhe über neue Angewohnheiten nachzudenken. Manche kommen dabei zu dem wenig überraschendem Ergebnis, dass diese modernen Medien vielleicht etwas unpersönlich sind. Ein britischer Bischof hat sich deshalb vorgenommen, zur Weihnachtszeit auf die sozialen Netzwerke zu verzichten und liebe 60 handgeschriebene Grußkarten zu versenden. Eine nette Geste, über die man zu Weihnachten nachdenken kann, gleich nachdem man ergründet hat, warum diese nette Idee einen Artikel wert war.

  • NACHTAKTIV Hessischer Rundfunk: 8 mal nacht: Im morgendlichen Krautreporter-Newsletter habe ich die Website „8 mal nacht“ der Volontäre des Hessischen Rundfunks gefunden, die acht verschiedene Arten zeigen, wie man die Nacht verbringen kann. Für manche der Nachwuchsjournalisten eine persönliche Grenzerfahrung, sei es beim Telefonsex, der Sauftour oder dem nächtlichen Training im Fitnessstudio. Was an sich ein Übungsprojekt ist, stellt sich zugleich als sehr lesenswertes und schick dargestelltes Rechercheexperiment heraus, dass interessante Einblicke in die hessische Nacht gibt.

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5 Lesetipps für den 8. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Twitter und das MIT, Fotografie, Netflix im Test, das Zertifizierungsprogramm Safe Harbor und Spotify. Ergänzungen erwünscht.

  • TWITTER 20 Minuten: Forscher sollen Twitter zur Goldgrube machen: Twitter hat dem Technologie-Institut Massachusetts rund zehn Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Zusätzlich bietet die Plattform noch Zugang zu seiner Datenbank. Damit hat das Institut nun vollen Zugriff auf alle öffentlichen Tweets, die seit 2006 gepostet wurden. Twitter will, wie auch schon Facebook vor einiger Zeit, künftig mehr an seinen Nutzern verdienen.

  • FOTOGRAFIE Whudat: François Dourlen Blurs The Line Between Popular Culture And The Real World With His IPhone: Der Franzose Francoi Dourlen verbindet bekannte Charaktere aus Filmen, Comics und Videospielen mit der realen Welt. Dafür transportiert er die auf seinem iPhone angezeigten Bilder der Charaktere in die reale Welt und erschafft so humorvolle Szenerien. Auf WHUDAT zeigt Dourlen 15 seiner schrägsten Fotos.

  • NETFLIX Welt: Ist Netflix wirklich besser als Watchever & Co?: Seit dem 16. September ist die weltweit größte Onlinevideothek auch in Deutschland durchgestartet. Doch der „Neuling“ könnte es auf dem deutschen Markt schwer haben. Nicht nur, dass es hier mehr frei empfangbare TV-Sender als in den USA gibt, sondern es tummeln sich auch nicht gerade wenige Rivalen auf dem VoD-Markt. Watchever, Prime Instant Video, Maxdome und Snap, um nur die Flaggschiffe zu nennen. Ob sich Netflix auch in Deutschland auf lange Sicht durchsetzen kann, wird sich zeigen.

  • SAFE HARBOR Datenschutzbeauftragter: EU-Kommission: Safe Harbor bald auf dem Prüfstand?: „Safe Harbor“, das Zertifizierungsprogramm, könnte bald vor der EU-Kommission auf seine Gültigkeit hin überprüft werden. Angeblich seien das Programm und die Inhalte nicht sicher. Das Problem: Unternehmen können sich selbst registrieren, eine Kontrolle hinsichtlich der Einhaltung der Prinzipien zum Datenschutz existiert quasi nicht. Eine Datenübermittlung basiert faktisch auf Vertrauensbasis.

  • SPOTIFY The Trichordist: Five Important Questions For Spotify from Artists and Managers: David Lowery, Sänger von Camper van Beethoven und Cracker, kämpft für die Rechte der Musiker im fortschreitenden digitalen Zeitalter. Er sieht Spotify als Pirat, welcher die Künstler ausbeutet. In seinem Blog stellt er fünf Fragen, in denen es darum geht, an welchem Punkt sich Spotify für die Künstler zu einem gut funktionierenden Geschäftsmodell entwickeln kann. Zahlen liegen vor, nur die Antwort lieferte bislang noch niemand.

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Pixelprojekt_Ruhrgebiet: Interview mit Peter Liedtke

Peter Liedtke (Foto: Harald Hoffmann)

Das Fotografen-Projekt „Pixelprojekt_Ruhrgebiet“ versteht sich als digitale Sammlung von fotografischen Positionen als regionales Gedächtnis. // von Merle Miller

Peter Liedtke (Foto: Harald Hoffmann)

Pixelprojekt_Ruhrgebiet“ wurde im Jahr 2003 von zunächst 27 Fotografinnen und Fotografen der Agentur “Magnum” gegründet. Als unabhängiges Projekt nimmt es dabei die regionalen Entwicklungen jenseits des Mainstreams und der Großveranstaltungen wahr. Jedes Jahr können interessierte Fotografen ihre Werke einreichen und nach einem Auswahlverfahren an diesem großen Projekt teilnehmen. Zudem finden immer wieder Ausstellungen der Neuaufnahmen stat. Aktuell können diese im Wissenschaftspark Gelsenkirchen noch bis zum 8. November 2014 angeschaut werden. Mit Peter Liedtke sprachen wir ausführlich über das „Pixelprojekt_Ruhrgebiet“.

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METAFOTO: Interview mit dem Gründer Benjamin Tange

Im Interview erklärt METAFOTO-Gründer Benjamin Tange sein Geschäftsmodell und wie er damit die Demokratisierung von Fotografien im Netz sinnvoll nutzt. // von Anna Maria Landgraf

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Bei der neuen App METAFOTO steht Aktualität vor Popularität. Der Pool an Fotografien ist damit interessant für Unternehmen, die auf der Suche nach guten und neuen Bildern sind. Auf der anderen Seite bietet METAFOTO eine gute Arbeitsmöglichkeit für Hobbyfotografen – insbesondere Schüler und Studenten, die sich ein bisschen Geld dazu verdienen wollen. Was steckt hinter dem Startup und sind die Verdienste nennenswert? Wir sprechen mit Benjamin Tange im Interview.

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Sponsored Post: Vaude – Timelapse: Island in the Sky

Die Nacht wird zu einem einzigartigen Phänomen wenn Christoph Malin mit seiner Kamera unterwegs ist.

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So etwas sieht man nun wirklich nicht jeden Tag. Ein Bild, pardon, Bilder für die Götter. Durch Langzeitbelichtungen die Christoph Malin mit seiner Nikon D4 aufnimmt, entsteht ein völlig neuer Blickwinkel. Aber nicht nur die Nacht wird dadurch besonders hervor gehoben. Ein alltägliches Treiben wird perfekt dokumentiert. Ihr habt heute noch nichts Beeindruckendes gesehen? Jetzt habt ihr die Chance dies nachzuholen! Viel Spaß.

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5 Lesetipps für den 17. September

In unseren Lesetipps geht es um Facebooks Nutzerzahlen in Deutschland, eine Spende an kleine Buchhandlungen, Linux als Zukunft des Gaming, Kritik am neuen Personalausweis und ein Foto, dass um die Welt geht. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK Golem.de: Facebook gibt erstmals Nutzerzahlen in Deutschland bekannt: Facebook hat erstmals genaue Nutzerzahlen für Deutschland öffentlich gemacht. Demnach nutzen 25 Millionen Menschen Facebook mindestens einmal im Monat. Über 80 Millionen Einwohner hatte das Land zum Jahresende 2012. 54,2 Millionen Menschen waren online. Keine schlechte Quote für ein soziales Netzwerk, dass im hierzulande als Neuland bekannten Internet ist.
  • BUCHHANDLUNG GalleyCat: James Patterson To Give $1 Million To Indie Bookstores: Bestsellerautor James Patterson möchte kleinen Indie-Buchhandlungen mehr als eine Million US-Dollar geben. Patterson hat nur zwei Bedingungen: der Buchladen muss funktionieren und die Läden müssen eine Kinderabteilung haben.
  • LINUX Ars Technica: Linux is the future of gaming: Schon heute ist Linux eines der weit verbreiteten Betriebssysteme der Welt. Gabe Newell, Mitgründer und Direktor von Valve, bezeichnete auf der LinuxCon in New Orleans Linux als die Zukunft des Gamings. ein Grund dafür ist auch neue Hardware, auf der Linux laufen wird.
  • PERSONALAUSWEIS Heise Online: Chaos Computer Club bezeichnet neuen Personalausweis als nicht sicher: Der Chaos Computer Club (CCC) hat in einer Stellungnahme die immer noch bestehende Unsicherheit des neuen Personalausweises (nPA) kritisiert, wiederholt auf bekannte Schwachstellen hingewiesen und die Ausführungen des Bundesinnenministeriums als „trügerische Sicherheit“ bezeichnet.
  • FOTOGRAFIE Pin-Of-Interest: Bryant Park, late April 2009: Ed Yourdon hat zum richtigen Moment am richtigen Ort das richtige Foto gemacht. Zu sehen ist eine Frau, die auf einer Wiese liegt und an einem Notebook arbeitet. Yourdon hat das Bild unter einer Creative Commons veröffentlicht und in diesem Blogeintrag die virale Verbreitung nachgezeichnet. Es erschien übrigens auch schon auf Netzpiloten.de. ;-)

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Smartphone-Selfies: Narzisstische Selbstporträts der Generation “Social”

Eitelkeit ist nur einer von vielen Gründen, warum junge Menschen Bilder von sich online stellen.

Stars tun es, Millionen Teenager tun es, und die IT-Industrie will, dass wir es alle tun: Selfies. Die Selbstporträts, die mit den Front-Kameras von Smartphones und Tablets geschossen und über Apps im Internet veröffentlicht werden, zählen mittlerweile zu den wichtigsten Content-Arten im Social Web. Sie sind aber nicht nur Ausdruck einer selbstverliebten Internet-Generation, sondern zeugen auch von der Verunsicherung junger Menschen in einer schöngezeichneten Welt.

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„Woody the Cowboy goes wild“ pres. by Santlov

Was macht Woody der Cowboy eigentlich so privat? Die Antwort gibt euch der Künstler Santlov.

“Woody the Cowboy goes wild” pres. by Stanlov

Wenn Steve Jobs etwas mehr gemocht hat, als sein Macintosh-Baby, dann war das wohl der Toy-Story-Held Woody. Woody ist eine Figur, die von Jobs mit erdacht und entwickelt wurde, während seiner Zeit als Pixar CEO und die, so behaupten es manche, sogar ein Stück weit an seinem Aussehen angelehnt ist.

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Zimmer-Portraits aus der Vogelperspektive von Menno Aden

Zimmer-Portraits aus der Vogelperspektive von Menno Aden

Schon mal dein Zimmer aus der Perspektive eines Vogels gesehen? Nein? Es könnte ähnlich aussehen wie eines dieser vier Wände. Die künstlerischen Fotografien von Menno Aden stellen eine Metapher an die Überwachung dar:

    „The views into private homes and secret retreats bring up associations of the ubiquitous observation camera. The notion of surveillance is systematically played out by the artist to hint at society’s voyeuristic urge that popular culture has made mainstream.“

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