Photo Mode – Alles über Ingame-Fotografie

Unsere Technik ermöglicht immer neue Formen der Unterhaltung und Hobbys. Wer hätte vor 15 Jahren noch gedacht, dass (abseits von Giga Games) viele Leute ihr Geld damit verdienen werden, Computerspiele live zu spielen oder Beauty Tipps zu geben? Wer konnte sich vorstellen, dass sich irgendwann Tausende in Parks treffen, um Pokémon zu fangen? Mit dem Photo Mode in vielen Spielen, nimmt nun langsam die Ingame-Fotografie Fahrt auf. Statt mit tausende Euro teurem Equipment brauche ich dabei nicht mehr, als einen brauchbaren Gaming-Rechner und eine digitale Welt, in der ich die Jagd auf das perfekte Motiv beginnen kann.

In diesem Guide findest du nicht nur Antwort auf die Frage, ob Gaming-Fotografie überhaupt Fotografie ist, sondern auch viele hilfreiche Tipps zum immer beliebter werdenden Photo Mode. In diesem Sinne: Sagt „Cheeeeeeese“!

Ist Ingame-Fotografie überhaupt Fotografie?

Ob Fotografie an sich Kunst oder Handwerk ist, darüber wird ohnehin schon ewig gestritten. Nicht zuletzt weil durch das Smartphone jeder ein Stück weit Fotograf ist, verschwimmt die Grenze dessen, wo eine künstlerische Intention hinter einem Bild steckt. Derweil gibt es jedoch viele Fotografen, die sich weigern, Ingame-Fotografie überhaupt als Fotografie anzuerkennen.

Daraus spricht für mich vor allem eine verletzte Eitelkeit. Für ihre Leidenschaft und Arbeit geben klassische Fotografen viel Geld aus und stehen mitunter früh auf, in der Hoffnung die perfekten Bedingungen für gute Bilder zu erwischen. Dabei sind sie den Launen der Natur ausgesetzt, die nicht immer einen sternenklaren Himmel oder das perfekte Wolkenbild bereithält. In Spielewelten sitzen wir Zuhause und können mitunter die Zeit anhalten oder sogar Wetter und Tageszeit selbst in die Hand nehmen. Der Aufwand für ein echtes Foto ist schon ungleich größer, belohnt einen dafür aber umso mehr. Trotzdem ist es beeindruckend, wie abwechslungsreich viele digitale Welten gestaltet sind.

Die künstliche Welt selbst ist aber auch oft Teil der Kritik. In der Gaming-Fotografie fotografieren wir quasi nur die Kunst anderer, die diese Welt erschaffen haben. Aber wenden wir das Blatt doch einfach mal. Ist die echte Welt etwa vom Fotografen geschaffen? Die Motive sind in der Regel von der Natur geschaffen oder im Falle von Städten ebenso das erbaute Werk anderer, wie in digitalen Welten.

In beiden Fällen ist es am Ende der Fotograf, der bestimmt welchen Ausschnitt der Welt er wie in Szene setzt. Wo die reale Welt mehr Einzigartigkeit besitzt, bietet eine Spielewelt mehr Möglichkeiten der Manipulation. Die Basis ist ähnlich, die Art und Weise zu fotografieren dann aber doch wieder unterschiedlich. Doch wenn Ingame-Fotografie keine Fotografie ist, was ist es dann? Ein einfacher Screenshot jedenfalls nicht.

5 Gründe, warum Ingame-Fotografie einfach Spaß macht

Wer sich selbst schon in dem ein oder anderen Photo Mode herumgetrieben hat, der weiß vermutlich schon genau, warum dieser manchmal sogar mehr Spaß macht, als das eigentliche Spiel. Ich zeige euch fünf Gründe, die auch mich selbst zur digitalen Fotografie brachten:

Ich kann Gott spielen

Mit der PC-Version von Red Dead Redemption 2 fing das Hobby bei mir erst an. Ich erinner mich noch gut daran, wie ich den Photo Mode das erste Mal genutzt habe und gleich dieser WOW-Effekt da war. Das Spielgeschehen war mitten in der Action eingefroren, aber ich konnte mich mit der Kamera frei durch das Standbild bewegen. Es hatte etwas von Szenen in Superheldenfilmen, in denen jemand mit seiner Kraft die Zeit anhält und dabei allerlei Unsinn anstellt, während der Rest wie eingefroren ist.

Nur konnte ich nun selbst bestimmen, was ich mir anschaue. Es dauerte etwas, bis ich tatsächlich anfing, ein Foto zu machen – einfach, weil dieses Art der Bewegen durch eine Szene so faszinierend war. Aber das ist nur der Anfang. Mancher Photo Mode erlaubt es uns, Wetter und Tageszeiten zu ändern, den eigenen Charakter auszublenden oder Pose und Gesichtsausdruck anzupassen. Wir können die Farbgebung anpassen, Blätter umherfliegen lassen oder sogar die Windrichtung bestimmen. Ein Stück weit fühlt man sich da schon wie ein Gott, wenn man die Szene selbst on the fly manipulieren kann.

Keine Scheu vor dem Knipsen

Vor allem schüchterne Menschen profitieren davon, dass man sich in einer künstlichen Welt befindet. Man kann einfach losknipsen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben oder jemandem im Weg zu stehen. Wir müssen uns keine Gedanken machen, ob sich Personen daran stören, dass sie Teil des Bildes sind. Ebenso müssen wir nicht erst fragen, wenn wir den Menschen sogar in den Mittelpunkt des Bildes setzen wollen. Wir tun es einfach und müssen nirgends einen Mosaikfilter drüberlegen – es kann aber trotzdem lustig sein, das zu machen, um mehr Realität zu suggerieren. Da wir kein Fremdkörper sind, reagiert auch niemand auf uns – außer das Spiel legt es darauf an, dass Figuren die Illusion brechen und bewusst in die Kamera schauen. Im Normalfall können wir jede Person im Spiel in ihrer künstlichen aber dennoch natürlichen Umgebung ablichten, ohne dass sie sich anders verhält.  

Welten voller Postkartenmotive

In immer mehr Spielen wird die Welt selbst zum heimlichen Star. Das fing eigentlich schon bei GTA V an. Im Detail war die Grafik zum Release sicher nicht die Beste, aber das Gesamtbild stimmte. Rockstar Games schaffte es vor allem mit der Beleuchtung dafür zu sorgen, dass man beim Spielen stets das Gefühl hatte, durch eine Postkartentaugliche Szenerie zu fahren. Mittlerweile schaffen das ein paar Spiele mehr. Die Entwickler sind sich dessen bewusst und vor allem diese riesigen offenen Welten bieten oft schon von Haus aus einen Photo Mode an, mit dem man diese Schönheit festhalten kann. Dabei ist es nicht immer nötig, irgendwelche Presets zu nutzen, wenn die Welt auch in ihrer Dynamik immer wieder tolle Motive entstehen lässt.

Die Community

Eine immer größere Community bildet sich rund um die Ingame-Fotografie. Vor allem in verschiedenen Subreddits und auf Instagram sieht man beeindruckende Bilder. Es ist nicht nur das eigene digitale Fotografieren, dass die Begeisterung ausmacht, sondern auch zu sehen was andere machen und von ihnen sogar noch Ideen zu bekommen, was man selbst besser machen kann. Außerdem teilt man sich auch die gemeinsame Leidenschaft für die Games an sich. Wer sich in der Gaming-Szene wohlfühlt, ist hier auch Zuhause.

Ein günstiges Hobby

Hat man sowieso einen leistungsstarken Rechner, kostet einen dieses Hobby so gut wie nichts. Natürlich kauft man sich manche Spiele eher, wenn sie einen guten Photo Mode an Bord haben, aber oft geht das Hand in Hand mit Spielen, die man sich sowieso holen würde. Wer einen weniger potenten Rechner sein eigen nennt, muss für Top-Qualität dann aber doch etwas in die Tasche greifen. Generell geht es aber auch ohne High End und gerade auf Instagram kommt ein großer Teil der Bilder sogar von Konsolenspielern.

Nvidia Ansel – Photo Mode von der Grafikkarte

Ein Photo Mode bietet großartige Möglichkeiten und manchmal sogar einige einzigartige, auf das Spiel bezogene Features. Am glücklichsten bin ich mittlerweile aber, wenn ein PC-Spiel Nvidia Ansel unterstützt. Ansel ist ein Photo Mode direkt von den Nvidia-Grafikkarten, der entsprechend auch auf Informationen direkt von der Bildberechnung zurückgreifen kann.

Das ermöglicht mitunter Features wie einen Tiefenschärfe-Effekt oder sogar das Freistellen von Figuren. Es erlaubt uns aber vor allem, je nach Spiel in sehr unüblichem Detailgrad zu fotografieren. Die Auflösung kann dann nämlich ein vielfaches der eingestellten Spiele-Auflösung betragen. Ansel berechnet daraus mehrere Screenshots, die schließlich aneinander gefügt werden. Das erzeugt auch im Detail sehr scharfe Bilder. Aber Vorsicht: Das Hochschrauben der Auflösung führt mitunter zu riesigen Bilddateien, deren Vorschau und Öffnen entsprechend Zeit verschlingt. Diese hochaufgelösten Bilder sind allerdings nur möglich in Offline-Spielen, wo das Spielgeschehen für den Photo Mode auch einfriert. In Onlinespielen, in denen das Spielgeschehen stets weiterläuft, ist das nicht möglich.

So nutzt ihr Nvidia Ansel

Um Nvidia Ansel zu nutzen, braucht ihr eine Nvidia Grafikkarte und neben dem Treiber auch die GeForce Experience, die optional bei der Installation des Treiber mit installiert werden kann. Welche Spiele Ansel unterstützen, könnt ihr euch übrigens auf dieser Seite von Nvidia anschauen. Den Suchfilter oben rechts müsst ihr dort einfach auf Ansel einstellen. Um Ansel im Spiel zu öffnen, drückt ihr während des Spiels einfach ALT+F2. Außerdem könnt ihr die Effekte auch dauerhaft für den Spielbetrieb mit ALT+F3 einstellen. Das ist dann vergleichbar mit den Anpassungen durch das Programm Reshade.

Die spezielle Herausforderung in Online-Spielen

Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass Nvidia Ansel nur eingeschränkt in Onlinespielen funktioniert. Doch Obwohl es schwieriger ist und in vielen Onlinespielen kein richtiger Photo Mode existiert, ist es für viele Gaming-Fotografen ein besonderer Reiz, gerade in diesen Spielen tolle Aufnahmen zu machen. Es kommt vielleicht am ehesten an die Herausforderung realer Fotografie heran, da man oft aus der eingeschränkten Perspektive der Figur und in Echtzeit den perfekten Moment abpassen muss. Dabei ist das Equipment jedoch minimal. Es fehlen nämlich nicht nur Filter, sondern auch die Möglichkeit, etwa mit Tiefenschärfe, Zoom oder Weitwinkel zu arbeiten. Darum muss gegebenenfalls mit einem Bildbearbeitungsprogramm nachgeholfen werden, um den ein oder anderen Effekt zu erzielen.

Bei kompetitiven Spielen läuft man zudem Gefahr, das Spielerlebnis der anderen zu zerstören. Zumindest wenn es sich um ein Teamspiel handelt. Wenn ihr euch irgendwo ins Gras verdrückt, um auf den perfekten Moment zu warten, lasst ihr euer Team mit einer Person weniger zurück und damit im Nachteil. Gerade dieser Aspekt wird in dem Video „Art of Gaming“ von Artes im Interview mit Ingame-Fotograf Martin Geisler angesprochen. Dabei kommt auch der Aspekt „ist das überhaupt Kunst?“ in dem Video nicht zu kurz.

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Ingame-Fotografie – Besser auf PC oder Konsole?

Im Grunde ist die Antwort auf die Plattform-Frage dieselbe, wie sonst auch: Es kommt darauf an, was euch mehr zusagt.

Vorteile vom PC

  • Durch Nvidia Ansel auch ein Photo Mode für Spiele, die das nicht direkt im Spiel haben.
  • Je nach System beeindruckendere Grafik (zumindest im Vergleich mit PS4, Xbox One und Switch).
  • Bessere Möglichkeiten zur Nachbearbeitung.
  • Einfacheres Verschieben in den Cloud-Speicher.
  • Nutzung von Mods für zahlreiche Spiele.

Vorteile der Konsole

  • Entspricht immer den Grafikanforderungen.
  • Exklusivtitel, die es nicht auf dem PC gibt.
  • Starke Next Gen mit schnellem SSD-Speicher
  • Weniger Fehleranfälligkeit

Der PC hat zwar die Nase vorn, setzt aber voraus, dass man auch entsprechend gute Hardware hat. Hat man ohnehin einen leistungsstarken Gaming-Rechner, fällt die Wahl weniger schwer. Auch für PC solltet ihr am besten einen Controller besitzen, weil die Kamera sich so oft etwas angenehmer bewegen lässt.

Aktuelle Top-Spiele für Ingame-Fotografie

Es gibt eine Vielzahl von Spielen, die sich für Ingame-Fotografie eignen und bestimmt habe ich einige dieser Spiele auf der Liste vergessen. Es handelt sich allerdings auch um eine sehr subjektive Auswahl. Gemein ist ihnen in der Regel, dass sie eine meist sehr offene und detailreiche Welt bieten, in der man sich nicht nur spielerisch, sondern eben auch im Photo Mode nach Herzenslust austoben kann. Übrigens ist auch bereits für Cyberpunk 2077 ein Photo Mode angekündigt. Besonders wegen der Raytracing-Effekte lassen sich da großartige Fotos erwarten.

Red Dead Redemption 2 (PC)

Mein eigener Einstieg in die virtuelle Fotografie. In einem anderen Artikel habe ich bereits über die Ingame-Fotografie mit Red Dead Redemption 2 geschrieben. Das Spiel hat eigentlich alles was man sich von einem Spiel für das Hobby erhoffen kann. Die Welt ist gigantisch und doch voller Details. Die Charaktere und die Hauptgeschichte sind interessant und doch passieren immer wieder kleine Sachen im Hintergrund, die ein Foto wert sind. Das Spiel bietet von sich aus auf dem PC außerdem einen Photo Mode. Es ist jedoch auch das erste Spiel in dem ich mit Nvidia Ansel herumgespielt habe, um noch mehr aus den Bildern rauszuholen. Falls ihr selbst Lust habt, den Photo Mode in Red Dead Redemption 2 mal auszuprobieren, könnt ihr das Spiel auf MMOGA etwas günstiger kaufen (Provisionslink).

Achtung: Bei mit dem eingebauten Fotomodus geschossenen Bildern werden diese im Social Club von Rockstar Games gespeichert. Die Anzahl Bilder ist begrenzt und das Löschen quälend umständlich. Ansel speichert die Bilder dagegen lokal, in viel besserer Qualität und spart euch das langwierige Aufräumen der Bilder zwischendurch.

Mit dem richtigen Timing sorgt das Mündungsfeuer für besonders dynamische Schnappschüsse. Bild von Stefan Reismann.

Dragon Quest XI – Streiter des Schicksals (PC)

Ein Spiel von dem man kaum erwartet, dass es so gut für die Ingame-Fotografie funktioniert. Dabei lädt die Welt, vor allem aber auch die Helden-Riege geradezu dazu ein, Fotos zu schießen. Allerdings nur auf dem PC, da wir erst mit Nvidia Ansel die Möglichkeit zur freien Fotografie bekommen. Leider klammert das eigentlich Kämpfe und Szenen aus – gerade die interessantesten und dynamischsten Momente. Dragon Quest XI bekommt ihr auf MMOGA (Provisionslink).

Hier kommt die Mod „Ansel Anywhere“ ins Spiel. Mittels des Programms Cheat Engine wählen wir das Spiel und die Mod aus, setzen das Kreuzchen für Ansel Anywhere und dürfen nun in jeder Situation des Spiels Ansel starten. Das führt allerdings zu manchen kuriosen Momenten in geskripteten Szenen. Da nicht jede Kameraeinstellung alle Charaktere benötigt, können diese daher je nach Einstellung in einer Szene plötzlich fehlen. Dieser Blick hinter die technischen Kulissen einer Cutscene ist aber auch spannend.

Mit der „Ansel Anywhere“-Mod dürfen wir in Dragon Quest XI auch in Kämpfen zur virtuellen Kamera greifen. Bild von Stefan Reismann

Ghost of Tsushima (PS4)

Ich glaube der Photo Mode von Ghost of Tsushima ist zu einem großen Teil am Erfolg des Spiel beteiligt. Denn gegen Ende der PlayStation 4 eine ganz neue Marke aufs Schlachtfeld zu führen ist mutig. Schnell kursierten jedoch die traumhaft schönen Bilder durchs Netz. Der Photo Mode macht sich nämlich die japanische Bildpoesie zum Vorteil und erlaubt neben der Manipulation von Wetter und Zeit auch das Hinzufügen von fliegenden Blättern, Glühwürmchen oder Funken – und sogar die Kontrolle über den Wind. Mit dem Erfolg des Spiels dürfte auch die Ingame-Fotografie an sich einen starken Push bekommen haben. Hier könnt ihr Ghost of Tsushima für die PS4 auf Amazon bestellen (Provisionslink).

Ein Tempel im Spiel Ghost of Tsushima
Ghost of Tsushima hat seine ganz eigene Bildästhetik. Es schreit förmlich nach Ingame-Fotografie. Bild von Stefan Reismann

Horizon: Zero Dawn (PS4, PC)

Auch das Spiel um die taffe Kriegerin Aloy ist ein Fest für virtuelle Fotografen. Auch drei Jahre nach Release gehört das Spiel zu den schönsten seiner Art und genießt auf Instagram auch noch eine überaus aktive Community. Neben der Grafikpracht überzeugen aber auch das ungewöhnliche Setting und der überaus potente Photo Mode, der ein recht natürliches „Fotografie-Erlebnis“ mit verschiedenen Blenden ermöglicht. Einzig der sehr eingeschränkte Bewegungsradius mit der Kamera kann einen gelegentlich ärgern. Dafür lässt sich der Hauptcharakter etwa ausblenden, wenn der Fokus auf der Welt liegen soll.

Horizon: Zero Dawn
Auch 3 Jahre nach Release, ist das Spiel einfach nur schön. Bild von Stefan Reismann

Forza Horizon 4 (Xbox One, PC)

Als Rennspiel fehlen mir bei den Forza-Titeln die Intensität und das Rennwochenende-Feeling. Die Autoleidenschaft selbst fängt die Reihe dafür umso besser ein. Das Fahrgefühl beeindruckt seit Jahren, ebenso wie die schiere Anzahl an Autos und die Möglichkeiten, diese zu lackieren. Der neueste Open World Ableger Forza Horizon 4(Provisionslink) verschlägt uns ins Herz des europäischen Motorsports, nach Großbritannien. Die Welt ist bildschön umgesetzt und erstrahlt erstmals in wechselnden Jahreszeiten. Der Photo Mode ist einfacher zu bedienen als in manch anderen Rennspielen und liefert spektakuläre Bilder. Manchmal etwas zu spektakulär. Denn die Unschärfe erzeugt zwar das Gefühl von Geschwindigkeit, lässt aber oft wenige Details der Spielwelt erkennen.

Achtung: Wie bei Red Dead Redemption 2 speichert das Spiel die Bilder online mit begrenzter Anzahl. Zumindest das Löschen geht aber etwas flotter von der Hand.

Autos fliegen in Forza Horizon 4 durch den Garten
Friedliche Gartenidylle? Nicht, wenn plötzlich einige Raser mit viel zu vielen Pferdestärken über einen hinwegfliegen. Bild von Stefan Reismann

Black Desert Online (PC)

Auch wenn es sich bei Black Desert Online um ein Onlinespiel handelt, kommt das MMORPG mit einem eigenen Fotomodus daher. Nicht nur Spieler, sondern auch zahlreiche beschäftigte Nichtspieler-Charaktere bevölkern die Welt. Besonders beeindruckend sind die Städte die organisch gewachsen wirken und nicht so statisch, wie in vielen anderen Online-Rollenspielen. Mit mehreren Filtern und Tiefenschärfe-Einstellungen könnt ihr die noch immer atemberaubende und belebte Pracht des mittlerweile bald 6 Jahre alten Spiels festhalten. Ganz so intuitiv wie in aktuelleren Games, ist der eingebaute Modus jedoch nicht.

Duvencrune in Black Desert Online.
Die Stadt Duvencrune ist ein verstecktes Juwel in der gigantischen Welt von Black Desert Online. Bild von Stefan Reismann.

Planet Coaster & Planet Zoo (PC)

Mit Planet Coaster bekamen Theme Park und Rollercoaster Tycoon endlich einen würdigen Erben. Mehr noch als die Simulation, stand aber die Kreativität im Vordergrund. In diesem Artikel seht ihr beispielsweise unglaubliche Kreationen talentierter Baumeister, die die Möglichkeiten des Spiels komplett ausschöpfen. Vor einem Jahr folgte dann mit Planet Zoo ein Zoo-Ableger mit gleichem Prinzip. Ob die Tiere in dem Tycoon-Spiel ähnlich gut funktionieren, wie der Adrenalinrausch einer Achterbahn, verrät euch unser Test.

Beide Spiele eignen sich jedenfalls hervorragend für Ingame-Fotografie, vor allem durch die Nutzung von Nvidia Ansel, da es keinen richtigen Photo Mode gibt. Ein bisschen kreativ sollte man auch gerne sein, weil man selbst eine abwechslungsreiche Umgebung für die Motive erschaffen muss. Das süßeste Tier wirkt nicht, wenn es nur auf einer kaum dekorierten, ebenmäßigen Grasfläche steht.

Ein Flamingo im Wasser mit Kirschbaum im Hintergrund
Gerade für Tierfreunde bietet das Spiel immer wieder großartige Motive wie diesen Flamingo. Bild von Stefan Reismann.

Cities Skylines (PC, Konsolen)

Auch bei dem beliebten Städteplaner Cities Skylines hängt viel von den eigenen Baukünsten ab – dafür ist dann auch die Schöpfungshöhe größer, als wenn man sich eine fertige Welt vor die Linse nimmt. Doch auch das Modding ist hier essentiell. Die Mods für Cities Skylines sorgen unter anderem für andere Farbgebungen, Bodentexturen, Gebäude-Assets und noch viel mehr. Obwohl das Spiel von Haus aus eher einen Spielzeuglook versprüht, gibt es vor allem auf Reddit einige Bilder, bei denen man mehrfach hinschauen muss, um es von einer Fotografie zu unterscheiden. Mit Mods und einem Händchen für Stadtdesign entstehen Fotos, die das Fernweh nähren.  

Photo Mode in Cities Skylines
Vor allem mit Mods wird Cities Skylines sehr ansehnlich. Auch die beschauliche Kleinstadt kann da idyllisch wirken. Bild von Stefan Reismann.

Marvel’s Spider-Man (PS4)

Dass Peter Parker selbst Fotos seiner Superhelden-Identität Spider-Man macht und verkauft, ist schon ewig bekannt. Mittlerweile ist Spider-Man aber im Smartphone-Zeitalter angekommen und er kann auch mal ein schnelles Selfie zwischendurch machen. Genau das macht er auch im neuesten Spiel für die PlayStation 4. Die Grafik ist großartig, die Perspektiven cool und comicwürdig und ihr dürft obendrein noch das Heldenkostüm eurer „freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft“ anpassen. Das Spiel ist gewissermaßen für Ingame-Fotografie gemacht.  

Screenshot aus Marvel's Spider Man
Immer schön freundlich. Marvel’s Spiderman ist wie geschaffen für den Photo Mode und spielt gerne mit dem Objektiv. Image by Insomniac Games via IGDB.

Stefan Reismann

Das Internet ist sein Zuhause, die Gaming-Welt sein Wohnzimmer. Der Multifunktions-Nerd machte eine Ausbildung zum Programmierer, entdeckte dann aber vor allem die inhaltliche Seite für sich. Nun schreibt er für die Netzpiloten und betreibt nebenher einen Let's Play-Kanal, auf dem reichlich gedaddelt wird.


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