All posts under creative-commons

5 Lesetipps für den 4. November

In unseren heutigen Lesetipps geht es um Herzen auf Twitter, Creative Commons, das Internet Of Things, die Frau hinter BroadbandTV und eine Verteidigung des Barts. Ergänzungen erwünscht!

  • SEXISMUS Psychology Today: Is There a Problem With Bearded Men?: Eine australische Studie legt nahe, dass Männer mit Bärten statistisch gesehen häufiger zu sexuellen Übergriffen und Sexismus neigen als rasierte Männer. Das kann zum einen daran liegen, dass sexistische Männer sich den Bart aus Ausdruck ihrer Denkweise stehen lassen oder diese auch erst durch den Bart entwickeln. Es gibt wohl bereits verschiedene Studien zu dem Thema. Nach zehn Jahren als Besitzer und Pfleger eines Vollbart kann ich zumindest persönlich versichern, dass ein Bart nicht automatisch zu einem sexistischen Verhalten führt und auch die Forschung räumt ein, dass noch andere soziale Faktoren eine Rolle spielen.

  • BROADBANDTV OZY: From the Iranian Revolution to the Video Revolution: Wer noch nicht von BroadbandTV gehört hat, sollte sich unbedingt Steven Butlers Porträt der Gründerin des Online-Video-Dienstes, Shahrzad Rafati, durchlesen. RTL, und damit quasi Bertelsmann, hat bereits mehr als 36 Millionen Euro in die Firma investiert. Und wer das Unternehmen kennt, dass inzwischen mehr als 5,7 Milliarden Views im Monat erreicht, sollte den Artikel trotzdem lesen, denn Rafati ist eine sehr spannende Person und das, kommt in der Startup-Branche wirklich nicht ständig vor.

  • CREATIVE COMMONS  Communia Association: Creative Commons Summit: next steps in copyright reform: Mitte Oktober fand im südkoreanischen Seoul der Creative Commons Summit statt, auf dem in einer Session diskutiert wurde, wie das Urheberrecht reformiert werden könnte. Alek Tarkowski berichtet über die wohl sehr gut besucht gewesene Session, an der auch die Europaabgeordnete Julia Reda teilnahm, die im Europäischen Parlament Berichterstatterin für die Reform des Urheberrechts innerhalb der Europäischen Union ist. Reda forderte das Publikum dazu auf sich ein Urheberrecht vorzustellen, indem Creative Commons den Standard darstellt und sich zu fragen, wie wir als Gesellschaft ein solches Ziel erreichen könnten.

  • INTERNET OF THINGS hbr: How People Are Actually Using the Internet of Things: Schon jetzt gibt es das Internet Of Things (IoT) und auch wenn wir erst am Anfang einer Entwicklung stehen, die unser Leben wohl in den nächsten Jahrzehnten grundlegend verändern wird, können schon erste Verhaltensweise im Umgang damit beobachtet werden. Forscher der Harvard University haben sich das Nutzungsverhalten und die Technologien des Internet Of Things angesehen und laut einem Blogeintrag von ihnen eine spannende Beobachtung gemacht: IoT-Technologie ist sehr auf die Nutzung durch Menschen bezogen und weniger zur Automatisierung entwickelt. Die Menschen haben die Möglichkeit, und nehmen diese auch an, die Geräte selber zu programmieren und miteinander zu vernetzen. Das IoT wird also nicht etwas sein, dass parallel zu uns Menschen existiert, sondern vor allem mit uns und durch uns.

  • TWITTER Netzpiloten.de: Wie das Herz-Symbol zum neuen Like-Button des Social Web wird: Vor zwei Monaten fiel uns auf Twitter auf, dass der Stern zum Faven von Tweets durch ein Herz ersetzt wurde. Unser Account war wohl damals in einer Testgruppe für das neue Feature, dass gestern ausgerollt wurde. Nun gibt es also Herzen auf Twitter statt Sterne – sonst ändert sich nichts. Natürlich hat das für eine Art Empörung gesorgt, wir reden ja immerhin bei Twitter und seinen Nutzern von dem sogenannten Social Web. Unser Autor Jakob Steinschaden hat schon im Sommer 2013 über das Herz im Social Web geschrieben und die Logik dahinter erklärt. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das Herz auch zu Twitter kommt. Nun ist es soweit.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

WDR fordert Ende der Sieben-Tage-Regel und neue Regeln

Der Rundfunkrat des WDR hat sich in seiner letzten Sitzung gegen die vorgegebene Sieben-Tage-Regel für Telemedien ausgesprochen und fordert neue Kriterien. // von Tobias Schwarz

Kippt die SIeben-Tage-Regel?

Öffentlich-rechtliche Sender dürfen laut der im Rundfunkstaatsvertrag vorgegebenen Sieben-Tage-Regel für Telemedien aktuelle Sendungen nur bis zu sieben Tage in Mediatheken oder Plattformen wie YouTube (für Video) oder Soundcloud (für Audio) anbieten. Der WDR-Rundfunkrat hat sich nun in einer Sitzung dagegen ausgesprochen und fordert von der für Medienregulierungen zuständigen Bund-Länder-Kommission das Ende der Sieben-Tage-Regel und die Schaffung klarer Kriterien.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Twitter-Chat über das EU-Urheberrecht: Wie möchtest DU es?

Handy (adapted) (Image by Unsplash [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Am 26. Februar diskutiert EU-Digitalkommissar Günther Oettinger auf Twitter über die Reform des Urheberrechts in Europa. Hast du jemals einen Film aus einem anderen Land heruntergeladen und es funktionierte nicht? Bist du jemals in ein anderes Land gereist und hattest keinen Zugang zu deiner Musik, für die du bereits bezahlt hast? Als Autor, Komponist oder Verleger – wirst du für deine Arbeit fair bezahlt? Mich interessieren eure Erlebnisse und Sichtweisen.

Wie du vielleicht weißt, möchte die Europäische Kommission das EU-Urheberrecht modernisieren und an heutige Bedürfnisse und Verhalten anpassen. Zur selben Zeit wollen wir einen richtigen europäischen Markt schaffen, der das Leben von Autoren und allen, die Filme, Musik oder Geschichten in die ganze Europäische Union verkaufen, vereinfachen.

Im Moment gibt es 28 verschiedene nationale Regeln und Regulierungen. Wenn ein Autor alle kennen möchte, muss er oder sie mit 28 Rechtsanwälten sprechen. Während das gute Nachrichten für den Berufsstand der Juristen sind, ist es nicht ideal für Europas Kreative.

Letzte Woche war ich auf der Startup Europe Summit in Berlin, wo Unternehmer und Gründer der innovativsten und erfolgreichsten digitalen Unternehmen Europas deutlich für eine EU-Regelung in diesem Bereich aufgerufen haben, um ihre Arbeit einfacher zu machen.

Einen digitalen Binnenmarkt zu schaffen kann die Jobschaffung ankurbeln und bis zu 250 Milliarden Euro zusätzliches Wachstum generieren. Das ist auch der Grund, dass eine Reform des Urheberrechts zu den politischen Prioritäten der Kommission gehört.

Aber bevor ich Vorschläge aufzähle, möchte ich eure Sicht und eure Geschichten hören! Wir werden eure Sichtweisen und Fragen unter dem #AskOettinger Hashtag sammeln – und wir werden so viele wie möglich am 26. Februar beantworten. Die Chat wird um 15:30 Uhr anfangen und ungefähr eine Stunde dauern.

Ich freue mich auf eure Tweets. Ich bin @GOettingerEU.

© Europäische Union, 1995-2015. Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog von Günther Oettinger. Weiterverwendung mit Quellenangabe gestattet (siehe Beschluss der Kommission vom 12. Dezember 2011 über die Weiterverwendung von Kommissionsdokumenten).


Image (adapted) „Handy“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


 

Weiterlesen »

2015 gibt es 1 Milliarde Creative Commons-Werke

Creative Commons BBB (adapted) (Image by Steren Giannini [CC BY 2.0] via Flickr)

2001 wurde die gemeinnützige Organisation Creative Commons begründet. 13 Jahre später werden täglich rund 27 Millionen neue CC-Plaketten im Internet vergeben – nächstes Jahr wird die Milliardenmarke geknackt. Nächstes Jahr wird eine magische Grenze geknackt. Dann gibt es im Internet eine Milliarde Werke, die mithilfe einer Creative Commons-Lizenz (CC) veröffentlicht wurden. Momentan sind im Web geschätzte 882 Millionen CC-lizenzierte Werke verfügbar. Google gibt an, dass es weltweit momentan 9 Millionen Webseiten gibt, die eine aktuelle oder ältere Lizenz implementiert haben. Die Idee, Wissen mit möglichst geringen Hürden allgemein zugänglich zu machen, hat sich offensichtlich bewährt. Oder etwa nicht? Wir schauen uns das einmal genauer an.

Anpassung des Rechts an die digitale Ära

Vor Einzug der Heimcomputer gab es nur ein paar wenige Musiker, die ihre Stücke mithilfe von Instrumenten erzeugen konnten. Und dann hatte plötzlich jeder sein eigenes Heimstudio zu Hause. Auf einmal war jeder ein Musikproduzent, dass nötige Feingefühl für Musik vorausgesetzt. Das gleiche gilt auch für Videos, Grafiken, Fotos, 3D-Oberflächen, Texte und vieles mehr. Jeder kann Hersteller und nicht nur Konsument sein. Die ehemals starren Grenzen zwischen Produzent und Konsument gibt es heute nicht mehr. Doch wie soll man seine Werke veröffentlichen? Das Urheberrecht ist bekanntlich träge und schwierig zu verstehen. Eine einfache Lösung musste her.

Zudem gab und gibt es überall auf der Welt zahlreiche Unterstützer von Projekten, die sich für die freie Verbreitung von Wissen einsetzen. Creative Commons kam für Wikipedia allerdings fast zwei Jahre zu spät. Wer heutzutage etwas Digitales publizieren will, braucht nur ein paar Fragen zur Nutzung des eigenen Werkes zu beantworten. Die CC-Webseite gibt dann auf Knopfdruck die passende Lizenz aus, die sofort auf der eigenen Webseite eingebunden werden kann. Die Lizenzen wurden sogar auf die rechtlichen Besonderheiten der Nationen abgestimmt, sie sind dennoch untereinander kompatibel. Die relativ einfache Anwendung sorgte letztlich für den Siegeszug von Creative Commons. In den vergangenen 10 Jahren setzte sich auch an den Lehrstühlen die Erkenntnis durch, dass sich die freie Verfügbarkeit von Wissen und Forschungsergebnissen positiv auf die eigene Lehre und Forschung auswirkt. Um den freien Austausch von Inhalten zu ermöglichen, entscheiden sich immer mehr Wissenschaftler aber auch andere Urheber für freie Lizenzen, die deutlich mehr Rechte einräumen, als das herkömmliche Urheberrecht.

Was die Bedienung erschwert, sind die teils englischsprachigen Erklärungen und die Tatsache, dass es unterschiedliche Versionsnummern (2.0, 3.0, 4.0 etc.) gibt. Im Kern können folgende Optionen ausgewählt werden: Möchte ich als Urheber auf jeden Fall namentlich genannt werden? Dann muss ich mich für den Bestandteil BY entscheiden. Zudem kann ich auswählen, ob mein Werk in der vorliegenden Fassung verwendet oder sogar verändert werden darf. Remixes von Musikstücken sind nur möglich, wenn der Komponist mit einer Verfremdung seines Materials einverstanden ist. Darf das Endprodukt unter einer anderen Lizenz vertrieben werden? Oder bestehe ich darauf, dass meine Lizenz Anwendung findet? Dann darf der Bestandteil SA nicht fehlen. Last, but not least gilt es zu entscheiden, ob das Werke problemlos kommerziell verwendet werden darf. Kann mit den Song ein Produkt beworben werden? Darf mein Bild als Motiv für T-Shirts herhalten? Darf mein Text in einem Buch verkauft werden? Wer sich dagegen entscheidet, hat die kommerzielle Nutzung aber nicht komplett ausgeschlossen (NC). Die Interessenten müssen sich dann allerdings an die Urheber wenden und nach den Konditionen und der Erlaubnis fragen.

No commercial licence

Den Mitgliedern der Verwertungsgesellschaft C3S weht vonseiten der Musiker häufiger eine steife Brise ins Gesicht, weil es noch immer keine Lizenzen zur kommerziellen Nutzung gibt. Warum automatisch bei Veröffentlichung auf zahlreiche Rechte verzichten, wenn man im Idealfall von seinem Hobby leben will? Denkbar wäre beispielsweise die Zahlung von einem Dollar oder Euro pro Werk. Du möchtest mein Foto auf Deiner Webseite nutzen? Kein Problem! Zahle im Fall von CC-E1 einen Euro auf mein Konto ein. Bei CC-E2 halt zwei. Wenn das ausreichend viele Menschen tun, kommt für mich als Fotograf genügend zusammen. Leider ist diese Vorgehensweise bislang nicht vorgesehen. Die C3S wird die CC-Lizenzen auf Dauer um eine automatisierte bezahlte Nutzung erweitern müssen. Mit Ausnahme von Hobbykünstlern möchten die meisten Musiker nicht auf ihre Rechte und somit auf jegliches Einkommen verzichten.

CC-Werke als Abmahnfalle

Leider nutzen manche Spezialisten ihre Werke als Honeypot. Vor allem in der Wikipedia treiben sich diverse Fotografen herum, die über die beliebte Online-Enzyklopädie ihre Fotos bekannt machen. Wer sie benutzt und dabei Fehler bei der Angabe des Autors oder der Lizenz macht, muss mit einer Abmahnung rechnen. Derartige Fotografen arbeiten gerne eng mit Rechtsanwaltskanzleien zusammen, die auf das Abmahngeschäft spezialisiert sind. Ein besonders dreister Trick für Abmahnungen besteht darin, dass die CC-Lizenzen zwar abgekürzt aufgeführt aber nicht verlinkt wurden. Die Vorgabe besagt, dass die Lizenz entweder vollständig ausgeschrieben oder als Abkürzung inklusive Link vorhanden sein muss. Fehlt der Link oder der vollständige Hinweis auf den Urheber, hat man dem beauftragten Anwalt wieder den Versand einer saftigen Kostennote samt Schadenersatzforderung ermöglicht. Ein Anwalt versuchte kürzlich vor Gericht, dem Deutschlandradio eine kommerzielle Nutzung eines CC-lizenzierten Fotos nachzuweisen. Der Versuch sich zu Lasten der Rundfunkanstalt gesund zu stoßen, musste er sich aber „abschminken“, wie Anwalt Markus Kompa berichtete.

Was die Rechtsdurchsetzung betrifft, sind die Urheber komplett auf sich selbst gestellt. Es wird niemand ohne Bezahlung für sie überprüfen, ob ihre Werke korrekt lizenziert wurden. Das ist aber beim herkömmlichen Urheberrecht ohne das Plug-in CC auch nicht anders.


Image (adapted) „Creative Commons BBB“ by Stephen Glannini (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 25. November

In unseren Lesetipps geht es um Social Media in der Politik, Community im Journalismus, Datenschutz und Big Data, die Arbeitswelt, sowie Flickr. Ergänzungen erwünscht.

  • SOCIAL MEDIA Tagesspiegel: Die Kommunikation über Soziale Netzwerke steigt: Trotz der jährlichen Empfehlung in den Berichten der amtlichen Datenschützer, auf die Nutzung von Social Media zu verzichten, setzen immer mehr Ministerien auf die Kommunikation in den sozialen Netzwerken, wie Christian Tretbar im Tagesspiegel zeigt. Ob und wie aber kommuniziert wird, hängt von den jeweiligen Hausleitungen ab und nicht in den sozialen Netzwerken zu sein, kann auch eine Form von Medienkompetenz sein, wie ausgerechnet die Bundeskanzlerin zeigt (wobei sie als Person anders als ein Ministerium zu bewerten ist).

  • KRAUTREPORTER Zeit Online: „Das Produkt des Journalismus ist die Community“: Auf Zeit Online findet sich ein Interview von David Schmidt mit Jessica Weber und Frederik Fischer von den Krautreportern über das Thema Community. Ein immer wichtiger werdendes Thema im Journalismus, das besonders bei den Kraureportern ausgetestet wird, denn hier haben nur zahlende Abonnenten die Möglichkeit Kommentare zu lesen und zu schreiben. Und auch nur sie werden zu den bisher sehr interessanten Community-Abenden eingeladen, die für mich bisher, trotz der guten Texte, den eigentlichen Mehrwert einer Krautreporter-Mitgliedschaft ausmachen.

  • DATENSCHUTZ Blog von Tabea Wilke: Was ihr wollt: In ihrem Blog kommentiert Tabea Wilke ein Studienergebnis, wonach fast alle Internetnutzer bereit sind, ihre Daten den Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Wilke zeigt auf, dass wenn nicht Big Data das eigentliche Problem ist, also die Erhebung und Verarbeitung von Daten, sondern nur das Geschäft damit, die Unternehmen mit verstärkter Transparenz über den Umgang mit unseren Daten auf die gesellschaftliche Debatte um einen zeitgemäßen Datenschutz antworten müssen. Denn der Zielkonflikt steckt im Bereich Datenschutz und dem Geschäft mit den Daten und weniger unserer Nutzung von datenproduzierenden Diensten.

  • ARBEITSWELT Cicero Online: „Die westliche Unternehmenskultur beruht auf Stress, Schlafentzug und Burnout“: Auf Cicero.de finde sich ein interessantes Interview mit Arianna Huffington. Im Grunde geht es um ihr neues Buch, aber eben auch um das grundlegende Thema, die ihrer Meinung nach falschen Definition von Erfolg in unserer Gesellschaft und die moderne Arbeitswelt. Zwei Bereiche, die sich zumindest in den westlichen Industrienationen ähneln und laut Huffington neu gedacht werden müssen. Huffington erfindet das Rad nicht neu, doch der „Spitzen-Unternehmerin“, wie der Cicero schreibt, lohnt sich immer zuzuhören. Sie benennt interessante Punkte, die diskutiert werden können.

  • FLICKR CNET: Some photographers bristle over Flickr’s selling of photos: Auf CNET schildert Richard Nieva die neueste Kontroverse um Flickr und das mehr Nutzungsfreiheit bietende Lizenzmodell Creative Commons. Flickr hat angefangen, Leinwandkopien von Flickr-Fotos zu verkaufen. Wer sein Foto unter dem klassischen Copyright veröffentlicht hat, bekommt 51 Prozent des Gewinns. Die Fotografen, die ihre Fotos unter Creative Commons der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt haben, bekommen gar nichts. Der Ärger ist vorprogrammiert, hat aber nichts mit Creative Commons zu tun. Die meisten Fotografen haben nämlich gar nichts gegen die rechtskonforme Nutzung von Flickr, sondern hätten sich von Yahoo als Plattformbetreiber nur ein alle Fotografen fairer behandelndes Vorgehen gewünscht. Jetzt wirkt es so, dass die der Gesellschaft Freiheiten einräumenden Fotografen bestraft werden. Nicht von der Gesellschaft, sondern von Yahoo.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Tipps für Blogger: Quellen für rechtssicher nutzbare Inhalte

Home Office (adapted) (Image by markusspiske [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Liste von ausgewählten Quellen für rechtssicher zu nutzende Inhalte, die Blogger kennen sollten. Am Wochenende sprach Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz beim Chemnitzer Blogger-Barcamper myBlögchen über Quellen für rechtssicher zu nutzende Inhalte, wie zum Beispiel unter Creative Commons lizenzierte Bilder oder auch YouTube und Soundcloud, um Videos und Podcasts in eigenen Blogbeiträgen embedden zu können. Hier hat er seinen vorgetragenen Tipps für Blogger verbloggt:

Hier ist eine kleine Übersicht der in meinem Vortrag vorgestellten Plattformen:

  • search.creativecommons.org: Meine zentrale Anlaufstelle, um unter Creative Commons lizenzierte Inhalte zu finden. Wichtig ist, dass bei „I want something that I can…“ die Haken bei „…use for commercial purposes“ und „modify, adapt, or build upon“ gesetzt sind. Von hier aus sind die unterschiedlichsten Datenbanken für verschiedene Medienarten auf frei lizenzierte Inhalte durchsuchbar und die „CC Search“ lässt sich auch gleich zur Suchmaschine des eigenen Browsers hinzufügen.

Was Creative Commons genau ist und wie es funktioniert, kann auf Bildersuche.org gut aufgearbeitet und verständlich formuliert nachgelesen werden.

  • Flickr: Über search.creativecommons.org kann bereits Yahoos Foto-Datenbank Flickr auf CC-Bilder durchsucht werden, aber es geht natürlich auch direkt. Hier kann in der erweiterten Suche neben Bildern auch nach Werkarten wie Illustrationen und Screenshots gesucht werden. Mehr als zwei Drittel aller CC-Bilder bei Yahoo sind mit dem Lizenzmodul „Non-commercial“ versehen, was eine kommerzielle Nutzung ausschließt. Das Problem daran ist, dass die Unterscheidung in kommerziell und nicht kommerziell bei vielen Blogs nicht klar zu treffen ist, weshalb ich empfehle, wie auch im ersten Beispiel erklärt, den Haken bei „Nach Inhalten zur kommerziellen Nutzung suchen“ zu setzen.

Kleines Extra bei Flickr ist die gut versteckte „Commons„-Rubrik, in der nur Fotos und digitalisierte Inhalte zu finden sind, die gemeinfrei sind. Das bedeutet, dass es kein Urheberrecht mehr an dem Bild gibt, sie also frei zu nutzen sind. Deshalb handelt es sich vor allem um historische Inhalte (aber auch Bilder der NASA), die aus Archiven, Kultureinrichtungen und ähnlichen Organisationen stammen.

  • PicsaStock: Neben der Nutzung freier Inhalte können Blogger auch mithilfe von Fotostock-Plattformen preiswerte Bilder rechtssicher kaufen. Mein persönlicher Favorit ist dabei die Berliner Plattform PicsaStock, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Anbietern von Stockfotografie, finde ich die oft mobil mit dem Smartphone aufgenommenen Bilder wesentlich authentischer, mir gefällt das sowohl für Amateure als auch Profis lukrative Geschäftsmodell (Fotografen bekommen 50 Prozent Provision pro Verkauf) und die Color Search in der Datenbank ist State of the Art.

Das Starter-Paket für 10 Euro im Monat beinhaltet ein Bild pro Tag, für die meisten Blogger also absolut ausreichend. Bei den Netzpiloten setzen wir selber auf PicsaStock, was wir sogar in einem Testimonial bezeugen.

  • Google-Bildersuche: Der einfachste Weg, Bilder im Internet zu suchen, ist die Bildersuche von Google. In der erweiterten Suche kann beim Filter „Nutzungsrechte“ eingestellt werden, dass nur Inhalte angezeigt werden, die entweder mit einer Creative Commons-Lizenz oder einer ähnlichen Lizenz gekennzeichnet oder urheberrechtsfrei sind. Großes Extra ist, dass auch Bilder angezeigt werden, die mit der GNU-Lizenz für freie Dokumentation gekennzeichnet sind.

Für die Suche nach wiederverwendbaren Bildern muss aber nicht extra die erweiterte Bildersuche aufgerufen werden, denn nachdem man eine normale Bildersuche durchgeführt hat, kann in dem Menü zwischen Eingabefenster und Ergebnisliste immer noch der Filter bei den Nutzungsrechten verändert werden. Google hat nicht alle frei lizenzierten Bilder indexiert, aber neben Flickr auch alle Bilder aus der Wikipedia, die neben anderen frei nutzbaren Werkformen in der Wikimedia zugänglich sind.

  • Unsplash: Auf diesem Tumblr (unsplash) bieten professionelle Fotografen alle zehn Tage jeweils zehn kostenlose Bilder in hoher Auflösung an. Die Bilder stehen unter einer CC Zero-Lizenz, sind also ohne Einschränkung nutzbar. Nachteil ist, dass die Bilder weder vertaggt noch in Kategorien organisiert sind, weshalb stets die komplette Timeline durchsucht werden muss, aber man kann sich die Bilder auch per Newsletter schicken lassen und dann selbst speichern und ordentlich markieren. Eine tolle Quelle, besonders für Hintergrundbilder auf Blogs.

[Vorbemerkung zum „Embedding“: Letzten Monat hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Framing regelmäßig keine Urheberrechtsverletzung darstellt (Az.: C-348/13). Das bedeutet, dass es grundsätzlich erlaubt ist, z.B. Videos von YouTube oder Podcasts von Soundcloud, auf seinem Blog einzubinden. Dabei ist aber zu beachten, dass es sich um eine rechtmäßige Vorveröffentlichung handelt, also zweifellos klar ist, dass der Uploader auch der Rechteinhaber ist und dass das Werk schon vorher jeden Benutzer frei zugänglich war, also z.B. nicht durch ein Login geschützt war, das Werk also nicht erst durch das Embedding einem neuem Publikum zugänglich gemacht wird. Mehr dazu auf Telemedicus.info.]

  • Soundcloud: Natürlich findet sich vor allem Musik auf Soundcloud, aber auch Podcasts, Interviews und andere spannende Inhalte, die vielleicht ergänzend zu Blogpost verwendet werden können, wie wir das bei den Netzpiloten zum Beispiel machen. Möchte jemand zum Beispiel das Interview der Netzpiloten mit Sascha Lobo bei sich einbinden, geht er auf den „Share“-Button und dann auf „Embed“. Hier kann zwischen drei Playerformaten gewählt und kleine Anpassung vorgenommen werden.

Zwei empfehlenswerte Talk-Formate, selbstverständlich neben unseren eigenen Netzpiloten-Inhalten, sind die „On the red couch with…„-Interviews der Social News-App Flipboard und der neunetz-Podcast von Marcel Weiss, in dem er mit Gästen über die Gesellschaft und Wirtschaft im digitalen Zeitalter spricht.

  • YouTube: Ähnlich wie bei Soundcloud finden sich auf YouTube auch viele informative Videos, die es sich lohnt, in einem eigenen Blogpost zu besprechen. Erwähnenswerte Kanäle wären z.B. das BBC College of Journalism, die den digitalen Wandel der Kultur behandelnde Interviewreihe Durchgedreht mit…, Vorlesungen der London School of Economics and Political Science oder die von Politik Digital und uns Netzpiloten organisierten Berliner Hinterhofgespräche. Unter „Teilen“ kann man den HTML-Code zum „Einbetten“ des Videos finden. Dadurch bekommt man interessante Inhalte anderer leicht aufs Blog, die man dann wieder kurz oder ausführlicher erklären bzw. kommentieren kann.

Passend zu Gesprächen beim myBlögchen sei die Folge von „Auf ein Bier mit“ erwähnt, in der ich mit Mark Heywinkel und Henning Bulka über Zweit- und Drittverwertung von Beiträgen rede.

Das sind natürlich nicht alle Quellen, die möglich sind, aber meine am meisten genutzten Plattformen, um rechtssichere Inhalte für mein Blog zu finden. Dadurch können Blogbeiträge angereichert werden, manchmal stellen diese Inhalte, vor allem Videos und Podcasts, einen guten Grund dar, etwas zu bloggen. Die Bilder machen den Beitrag dann anschaulicher und können auch ein gute Quelle für Traffic sein.


Image (adapted) „Home Office“ by markusspiske (CC0 Public Domain)


 

Weiterlesen »

ccMixter startet Crowdfunding-Kampagne

ccmixter – freie Musik dank Creative Commons

Die Betreiber der Musik-Community ccMixter.org haben eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Eine der beliebtesten Quellen für Open Source Musik will ihre technische Ausstattung künftig auf professionellere Beine stellen. // von Lars Sobiraj

ccmixter – freie Musik dank Creative Commons

Von dort können mehr als 6.000 Samples, 3.000 A capellas, über 15.000 Remixes und diverse Podcasts heruntergeladen werden. Alle angebotenen Werke werden unter einer Creative Commons Lizenz angeboten und dürfen in eigenen Musikstücken weiterverwendet werden. Die Webseite gibt es schon rund zehn Jahre. Das Portal wurde von der gemeinnützigen Organisation Creative Commons eröffnet. Der neue Eigentümer, die Firma ArtisTech Media, verlangt keine Gebühren und lässt auch keine Online-Werbung anzeigen. Um die Technik auf einen aktuellen Stand zu bringen, hat man kürzlich eine eigene Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 7. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Qualität dank Flatrate, Creative Commons, Joss Whedon, die Idee des Knopfdrucks und Stefan Niggemeier im Interview. Ergänzungen erwünscht.

  • FLATRATE Süddeutsche.de: Alle Macht dem Kunden: Die Kulturflatrate war eine der besten Ideen, die in den letzten Jahren als Reaktion auf den digitalen Wandel diskutiert wurden. Doch analoge Denkweisen in der Politik und ihre Pfründe sichernde Rechteinhaber zerstörten erfolgreich jeglichen Fortschritt dieses Gedankens. Mit dem Ergebnis, dass wir heute für verschiedene Flatrates bezahlen, die Gelder allerdings auf die Konten von Technologieunternehmen gehen und nur Cent-Beträge bei den Künstlern ankommen. Matthias Huber erklärt auf Süddeutsche.de (für die meisten leider zehn Jahre zu spät), warum Flatrates auch für Qualität sorgen können und zeigt, wie toll eigentlich ein Flatrate-Konzept à la Kulturflatrate „made in Germany“ gewesen wäre.

  • CREATIVE COMMONS Politik Digital: Creative Commons in der ARD: Im vergangenen Jahr hat die ARD auf Beschluss der Redaktionskonferenz Online (RKO) eine Arbeitsgruppe Creative Commons gegründet, in der darüber nachgedacht wurde, ob Creative Commons (CC) ARD-kompatibel ist und inwiefern freie Lizenzen in den ARD-Anstalten genutzt werden können. Nun wurden Ergebnisse bekannt, die ich in einem Gastbeitrag auf Politik Digital kommentiert habe.

  • KREATIVITÄT Co.Create: Life And Work Lessons From Joss Whedon’s Biography: Selten bin ich der Meinung, dass über eine Person eine Biographie geschrieben werden muss, die nicht mindestens 70 Jahre alt ist, was heutzutage ja fast schon kein Alter mehr ist, in dem man schon ein Fazit ziehen kann. Bei dem Regisseur Joss Whedon möchte ich da fast eine Ausnahme machen, obwohl er in diesem Jahr erst 50 Jahre alt geworden ist. Doch sein Schaffen ist, wie es seine Biographin Amy Pascale treffend heraus gearbeitet hat, eine nahezu perfekte Anleitung für Kreative, besonders wie man mit dem Scheitern umgehen sollte. Jackie Snow erklärt auf Fastcocreate.com was wir alles vom Schaffer von „Buffy“ und „Firefly“ lernen können.

  • TECHNOLOGIE Berliner Gazette: Alles auf Knopfdruck? Wie Technik unsere Fantasien von Ermächtigung beflügelt: In der Politik verspricht man Wandel per Knopfdruck. Demokratie soll zum Computerspiel werden und einem Whistleblower wie Edward Snowden wird nachgesagt, die Welt mit einer „gewitzten Tastenkombination“ verändert zu haben. Auch Parteien haben diesen Traum. Doch können wir die Welt tatsächlich per Knopfdruck verändern? Berliner Gazette-Herausgeber Krystian Woznicki geht dieser interessanten Frage auf eine sehr lesenswerte Art und Weise nach.

  • INTERVIEW Horizont: „Die Huffington Post ist im Vergleich zur Bild…“: Für Horizont hat Netzpiloten-Autor Jakob Steinschaden den Medienjournalisten und BILDblog-Gründer Stefan Niggemeier interviewt. In dem Interview gehen beide die komplette Checkliste an zu besprechenden Themen des Medienwandels durch – von C wie Clickbaiting. über K wie Krautreporter bis P wie Paywalls. Dazu spendiert Niggemeier die wohl beste Einordnung der deutschen Ausgabe der Huffington Post: „Es ist keine Bereicherung des deutschen Medienmarkts. Die deutsche Huffington Post macht nichts anderes, als Inhalte, die andere schon haben, nochmal zu überdrehen und eine übertriebene Überschrift zu geben.

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 24 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: „Durchgedreht mit…„.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 30. Mai

In den Lesetipps geht es um Social Media für Millionen, digitale Bequemlichkeit, Automatisierung, Kritik am Urheberrecht und Google will europäischer werden. Ergänzungen erwünscht.

  • SOCIAL MEDIA Nieman Journalism Lab: Who’s behind that tweet?: Joseph Lichterman hat für das Nieman Journalism Lab die Social Media-Manager der US-Medien ABC News, AP, CNN, NBC News, The New York Times, USA Today und The Wall Street Journal gefragt, wie sie ihre Social Media-Accounts verwalten. Ein interessanter Einblick von Leuten, die tagtäglich Accounts mit Millionen Followern bespielen.
  • DIGITALE GESELLSCHAFT RP-Online.de: Apps bedrohen die Freiheit im WWW: Das Internet, wie wir es kennen, ist 25 Jahre alt – und vom Aussterben bedroht. Nicht nur durch politische Kontrollwut und den Kampf um „Vorfahrt“ für bestimmte Daten. Die größte Gefahr ist unsere eigene Bequemlichkeit, wie Tobias Jochheim in einem äußerst lesenswerten Kommentar auf RP-Online.de schreibt.
  • AUTOMATISIERUNG Netzwertig.com: Die Roboter kommen, doch Politiker sprechen noch immer von Arbeitsplatzschaffung: Das Beförderungs-Startup Uber will auf mittlere Sicht selbstfahrende Autos einsetzen. Amazon verzehnfacht in diesem Jahr die Zahl der Roboter in seinen Versandzentren. Maschinen nehmen Menschen die Arbeit weg – doch Politik und Volkswirtschaft sind überhaupt nicht vorbereitet, wie Martin Weigert auf Netzwertig.com erklärt.
  • URHEBERRECHT Interview mit Cory Doctorow: „Das Urheberrecht ist ein Nährboden für Überwachung“: Ein äußerst lesenswertes Interview von Lea Weitekamp mit dem Sci-Fi-Autor Cory Doctorow, in dem der EFF-Aktivist über die Vorteile von Creative Commons für Schriftsteller spricht und wieso die derzeitige Gestaltung des Urheberrechts „ein Nährboden für Überwachung“ ist.
  • GOOGLE de lege data: Google setzt EuGH-Entscheidung um und möchte europäischer werden: Nach der EuGH-Entscheidung im Streit zwischen der spanischen Datenschutzbehörde und Google um ein sogenanntes „Recht auf Vergessen werden“ im Internet, hat das Unternehmen am Freitag ein Webformular bereitgestellt, durch welches Nutzer nun Löschantrage für Suchergebnisse einreichen können. Dr. Carlo Piltz stellt das Formular auf seinem Blog vor.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Podcast #4: Wie geht digitale Bildung? Auf der Suche nach Visionären

Education Reform: Insert your favorite “Wrath of Khan” joke blog title here (adapted) (Image by opensource.com [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Wie geht digitale Bildung? Der vierte Netzpiloten-Podcast hat auf der re:publica 2014 Antworten und Visionäre gesucht. Im vierten Netzpiloten-Podcast haben sich Jenny Genzmer und Tobias Schwarz auf der re:publica 2014 mit dem Thema „Digitale Bildung“ beschäftigt und sich auf die Suche nach Visionären gemacht. Gefunden haben sie Guido Brombach, Bildungsreferent im Themenbereich „Computer und Medien“ beim DGB Bildungswerk, und den Erziehungswissenschaftler Christoph Bartholomäus.

Podcast

 

Shownotes

Kapitel 1: OER (Open Educational Resources) – 4:05

Kapitel 2: Digital Citizenship – 11:50

Kapitel 3: Gamification – 34.14


„Podcast #4: Wie geht digitale Bildung? Auf der Suche nach Visionären“ steht unter der Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 (CC BY-ND 3.0).


Image (adapted) „Education Reform: Insert your favorite “Wrath of Khan” joke blog title here“ by opensource.com (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 12. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um Creative Commons, die Digitalisierung des Freistaats Bayern, Digital Natives im Journalismus, Debatte um Datenschutz-Gesetz und Apps zum schneller lesen. Ergänzungen erwünscht.

  • CREATIVE COMMONS creativecommons.org: White House supports CC0 for federal government datasets: Seltener als 2008 tut sich die Obama-Regierung in den USA mit guten Initiativen im Bereich Internet hervor, aber jetzt schlägt das Weiße Haus im sogenannten „U.S. Open Data Action Plan“ vor, dass nicht-vertrauliche Regierungsdokumente unter einer Creative Commons als gemeinfrei veröffentlicht werden sollten. Deutschland hinkt, trotz einiger Regierungswebsites unter einer Creative Commons, hier noch weit hinterher.
  • BAYERN eGovernment Computing: Freistaat investiert fast 1,8 Milliarden Euro in den digitalen Aufbruch: Bayerns soll nach dem Willen des Minister­präsidenten Horst Seehofer Leitregion für den digitalen Aufbruch werden. Auf dem IT-Gipfel der bayerischen Staatsregierung wurde nun eine entsprechende Digitalisiserungsstrategie beschlossen, nach der der Freistaat über 1,8 Milliarden Euro in den digitalen Aufbruch investieren möchte.
  • DIGITAL NATIVES Lousy Pennies: Ich dachte, diese Jungjournalisten wären Digital Natives: Auf Lousy Pennies schreibt Karsten Lohmeyer über „Digital Native Journalisten“, die für ihn inzwischen zu einer Urban Legend geworden sind. Er zeigt auf, dass es sie, zumindest in der Breite, gar nicht unter den Nachwuchsjournalisten gibt und beendet seinen Artikel mit nützlichen Tipps der Selbstvermarktung.
  • DATENSCHUTZ Heise Online: Bundesregierung will Datenhehlerei mit scharfen Mitteln bekämpfen: Im Bundesrat wird ein Gesetzesentwurf diskutiert, dass den Handel mit gestohlenen Identitäten kriminalisieren soll. Die Große Koalition, im Gegensatz zur schwarz-gelbrn Bundesregierung, die sich gegen die Bezahlung von Straftätern für Steuer-CDs aussprach, begrüßt die aktuelle Version. Datenschützer wie Peter Schaar kritisieren, dass das Gesetz stellenweise zu weit geht. Der Daten-Schwarzmarkt ist seiner Meinung nach in erster Linie ein Problem der Rechtsdurchsetzung.
  • APPS Bold Economy: 1000 Wörter pro Minute: Unsere morgenlichen fünf Lesetipps in unter einer Minute schaffen? Wer das will, sollte sich mit den von Thorsten Schröder auf Bold Economy vorgetellten Apps beschäftigen, die einem beibringen wollen, in Hochgeschwindigkeit über Texte zu fliegen. Das funktioniert sogar – und hat eine beinahe halluzinogene Wirkung, wie Schröder erklärt.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 2. April

In unseren Lesetipps geht es heute um Creative Commons, Streit um Innovation, Überwachung durch die NSA, Zensur in der Türkei und Netzneutralität. Ergänzungen erwünscht.

  • CREATIVE COMMONS Carta: Freie Lizenzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Wie kann ein qualitativ hochwertiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk aussehen, der auch in der digitalen Welt eine wichtige Rolle spielt? In einem Gastbeitrag auf Carta.info setze ich mich mit freien Lizenzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, als Teil der Antwort auf diese Frage, auseinander.
  • INNOVATION CNET: Samsung’s copying makes people ‚question‘ Apple’s innovation: Trotz diverser Gerichtsverhandlungen im Patentstreit zwischen Apple und Samsung, gibt es auch da noch interessante Wendungen. Apples Marketingchef Phil Schiller erklärt von Gericht, wie Samsungs angebliches Kopieren von Apples Produkten, wie das iPhone, den Ruf des Unternehmens schädigt, da es weniger innovativ erscheint als es angeblich ist.
  • ÜBERWACHUNG latimes.com: NSA chief’s legacy is shaped by big data, for better and worse: Der ehemalige stellvertretende NSA-Chef, John Inglis, bestätigt in einem Interview mit der L.A. Times, dass der seit den Snowden-Enthüllungen in der Kritik stehende US-Geheimdienst alle Anrufe, SMS und E-Mails des Iraks in Echtzeit abhören kann.
  • ZENSUR Zeit Online: Türkische Provider geben sich als Google aus: Die türkische Regierung von Erdo?ans treibt die Blockade von Internetdiensten weiter voran und versucht dabei immer mehr Einschränkungen. Viele Wege, die Zensur zu umgehen, gibt es nicht mehr, wie Pavel Lokshin auf Zeit Online erklärt.
  • NETZNEUTRALITÄT Startups for Net Neutrality: The Internet is Ours: Das Prinzip der Netzneutralität ist eine wichtige Grundlage für die Entwicklung des Internets und der digitalen Wirtschaft. Auf einer Kampagnenseite sprechen sich internationale Startups für den Erhalt der Netzneutralität aus. Diese zu begrenzen schränkt die Freiheit und Offenheit des Internets, wie wir es kennen, erheblich ein.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

2048 – Erfolgs-App punktet mit offener Lizenz

„2048“ rockt momentan die App Stores. Das Spiel punktet hauptsächlich mit einer offenen Lizenz und crowdbasierter Mitarbeit. // von Tobias Gillen

2048_android

Das Rechen-Spiel 2048 erinnert an den Kassenschlager Threes. Das Spiel aus der Feder eines 20-Jährigen entstand aber hauptsächlich durch die Mitarbeit der Crowd. Und wird inzwischen vielfach kopiert. Möglich macht das eine offene Lizenz, die die Entwickler für das Spiel gewählt haben.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Selbst ist der Musiker – heute: SoundCloud

DSC_0126 (adapted) (Image by Thomas Bonte [CC BY 2.0] via Flickr)

Über SoundCloud haben die Netzpiloten in den vergangenen Jahren immer mal wieder berichtet – heute gibt es hier eine aktuelle Bestandsaufnahme. SoundCloud ist wie Bandcamp oder Jamendo ein populärer Online-Musikdienst, auf dem Künstler ihre Werke unabhängig veröffentlichen können. Label, Vertrieb, Promotion – auf all das kann man hier theoretisch verzichten. Den Plattformen gemeinsam ist, dass sie ähnlich wie Flickr für Bilder oder Vimeo für Videos immanent Creative Commons-Lizenzen anbieten und im Basisangebot umsonst sind. Werden so genannte „Pro-Accounts“ beziehungsweise weitere Features genutzt, wird es kostenpflichtig.

Die 2007 von den Schweden Alexander Ljung und Eric Wahlforss in Berlin gegründete Firma ist einer der populärsten Musikdienste im Netz. Kaum eine Website, die auch nur am Rande mit Audio zu tun hat, kommt ohne den orange-weißen Player mit der Wellenform aus. „YouTube für Audio“ hat CEO Alexander Ljung seine Firma einmal genannt, und es stimmt: SoundCloud hat MySpace regelrecht vom Markt gefegt und ist mit angeblich 40 Millionen registrierten Nutzern und 200 Millionen Zuhörern Marktführer in seinem Segment. Verifizieren lassen sich diese Zahlen allerdings nicht – SoundCloud geht mit derlei Informationen spärlich um: Ganze sechs Presseinformationen wurden seit Anfang 2012 veröffentlicht und auch der Blog gibt wenig Auskunft. Meine vor einigen Tagen gestellte Anfrage bezüglich genauer Nutzerzahlen und „unique listeners“ wurde seitens der für die Medienarbeit zuständigen PR-Agentur leider noch nicht beantwortet.

Eric Wahlforss, als „Forss“ selbst unabhängiger Musiker, lud vor sechs Jahren den ersten Track auf SoundCloud hoch. Diese Tatsache unterstützt den Eindruck, dass die Plattform zunächst eher für Independent-Künstler und –Hörer konzipiert wurde, sich in der jüngeren Vergangenheit aber mehr und mehr dem Mainstream öffnete. Dies erscheint insofern nachvollziehbar, als Investmentfirmen wie Kleiner Perkins Caufield & Byers, die 50 Millionen Euro in Soundcloud steckten und in der Vergangenheit bereits in Facebook und Twitter investierten, sicher irgendwann ihr Geld wiedersehen wollen. Jedenfalls sind neben DIY-Netlabels wie Bad Panda Records, Brennnessel oder den Netaudio-Podcasts Machtdose und FreeQuency seit einiger Zeit beispielsweise auch Größen wie Hans Zimmer oder Beyoncé auf SoundCloud zu finden.

Was aber hält SoundCloud für den Independent-Musiker bereit? Da wäre zunächst einmal der recht großzügige „Free„-Account, mit dem man zwei Stunden hochqualitatives Audiomaterial kostenfrei hochladen und der Welt zur Verfügung stellen kann. Für drei Euro im Monat oder 29 Euro im Jahr gibt es „Pro“ (vier Stunden Audiomaterial) und für neun Euro im Monat oder 99 Euro im Jahr „Unlimited„.

Im Gegensatz zu Bandcamp oder Jamendo ist SoundCloud ein echtes soziales Netzwerk – und das war von vorneherein so geplant: „Wir haben beide einen Musik-Hintergrund und die musikalische Zusammenarbeit mit anderen Leuten war einfach extrem nervig für uns – ich meine eine einfache Zusammenarbeit, einfach Stücke an Leute in einem privaten Umfeld schicken zu können, Feedback von ihnen zu bekommen, und ein Gespräch über dieses Musikstück zu führen„, sagte CEO Alexander Ljung im Sommer 2009 dem Wired Magazin. Entsprechend kann man als Musiker seinesgleichen folgen, einen Stream zusammenstellen und hören, Tracks kommentieren, „liken“ und einiges mehr. Ob das allerdings dabei hilft, ohne weitere Promotion in der Masse der Nutzer und Hörer wahrgenommen zu werden, ist sicher fraglich.

Neben den oben beschriebenen Features der Plattform gibt es auch SoundCloud-eigene Promotionmaßnahmen, beispielsweise den am 4. Oktober 2010 gestarteten „SoundClouder of the Day“ (#SCOTD) via Tumblr und Twitter. Wie hier allerdings die Kriterien aussehen bleibt ein Geheimnis.

Creative Commons-Lizenzen (CC) gegenüber war man von Beginn an aufgeschlossen. Auf Nachfrage dazu, warum CC-Lizenzen auf Soundcloud zur Verfügung gestellt werden, teilt die für PR zuständige Agentur im Namen der Firma mit: „Von Beginn an hatten die Rechte und Interessen unserer Community Priorität. Das Creative Commons-Lizenzsystem gibt jedem – vom individuellen Künstler bis zu großen Firmen und Institutionen – eine standardisierte Möglichkeit, um Nutzungsrechte für ihre kreativen Werke zu vergeben und sicherzustellen, dass die Lizenzgeber den Credit bekommen, den sie verdienen. Insofern passten SoundCloud und Creative Commons einfach perfekt zusammen – und das wird auch so bleiben.“

Das freut Remixer, Video-Produzenten und sonstige Kreative, die über die „Erweitere SoundCloud-Suche“ entsprechend einfach CC-lizenziertes Material finden können. Ein schönes Beispiel für einen prominenten Einsatz von CC-Lizenzen auf SoundCloud ist der (leider bereits vergangene) Remix-Wettbewerb der US-amerikanischen Forschungs- und Bildungsorganisation Smithsonian.


Image (adapted) „DSC_0126“ by Thomas Bonte (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Netlabels, Teil II: Headphonica und Aaahh Records

20130824-braaahhlitz-1200.jpg (adapted) (Image by Simon Bierwald [CC BY 2.0] via Flickr)

Anfang Januar dieses Jahres versprach ich hier, Netlabels, die „aus der Masse herausragen„, vorzustellen. Heute geht es weiter – mit einem Kollektiv aus Berlin und experimentellen Sounds aus Halle. Neben Jamendo, Soundcloud oder Bandcamp, auf den Musikerinnen und Musiker ihre Werke selbst veröffentlichen und promoten können, gibt es immer noch – oder immer wieder – zahlreiche Netlabels, die mit viel Liebe zur Kunst und zum Detail „handgemachte“ Klänge unters digitale Volk bringen. Alle veröffentlichen bemerkenswerte Musik – unter Creative Commons-Lizenzen und meist ohne obligatorisch dafür Geld zu verlangen. In meiner Kolumne stelle ich sie in unregelmäßigen Abständen vor.

Headphonica

Wie die meisten Netlabelbetreiber sind auch die Menschen hinter Headphonica ein bisschen verrückt – im positivsten, künstlerischsten Sinn: Seinen Start – und auch seinen Namen – verdankt das Netlabel aus Halle und Weimar einer Compilation, deren Tracks ausschließlich mithilfe von als Mikrofon zweckentfremdeten Kopfhörern aufgenommen wurden. Nach diesem ersten Release im Jahr 2006 war die experimentelle Ausrichtung schnell klar. Bis heute begleitet dieses Attribut die meisten Veröffentlichungen, daneben spielen aber auch eine beabsichtigte Rohheit und Unfertigkeit eine tragende Rolle.

Zum Beispiel bei Jan Gründfelds „A Trace“ – definitiv eines meiner Lieblingsalben auf Headphonica. Fragmentarische Field Recordings, Akustikgitarren und zurückhaltender Gesang dominieren die zerbrechlichen Arrangements und erzeugen eine Intimität von verstörender Schönheit.

Oder Phonotrashs „Elsewhere“: Eine durchgeknallte Band interpretiert die klassische Rockbesetzung „Bass, Gitarre, Drums“ neu: Ein altes und entsprechend klingendes E-Drumset, eine E-Gitarre mit Billig-Effektgeräten und ein E-Bass mit ebenso trashigen Effekten nebst Bassgitarrensynthesizer erzeugen – live eingespielt! – eine Art Retro-SciFi-Garagenrock, den es so bisher nicht gab. Am ehesten noch mit dem frühen Console vergleichbar, haben die drei Slovenen so doch ihren ganz eigenen Stil geschaffen, irgendwo zwischen Chiptunes und Can. Das Ganze ist geprägt von einem „starken D.I.Y. Ethos“ – alles wurde selbst aufgenommen und gemischt –, ist witzig, aber nicht zu ironisch, klingt rau und hat einfach Potenzial.

Wenig fertige Konsumprodukte“ und „divergent“ bezeichneten die Labelbetreiber ihre Veröffentlichungen entsprechend einmal in einem Interview mit dem Phlow Magazin.

Aaahh Records

Für Aaahh Records reicht die bloße Bezeichnung Netlabel nicht. Vielmehr handelt es sich um ein Kollektiv im engen Sinn, denn hier sind Künstler und Labelbetreiber noch enger miteinander verwoben, als das bei den meisten anderen Netlabels ohnehin schon der Fall ist.

Aaahh Records wurde 2008 in Bielefeld von Christian Grasse, Jochen Dreier und Henning Cordes gegründet und ist heute neben Berlin hauptsächlich im Netz zuhause. Eine der ersten Veröffentlichungen stammt von der Kölnerin Julia Kotowski, besser bekannt als Entertainment for the Braindead. Mit ihrem ruhigen und dennoch vielschichtigen LoFi-Folk avancierte sie schnell vom Geheimtipp zum gefragten Live-Act und – ganz abseits von Musikbusiness und Mainstream und damit nicht vergleichbar mit Acts wie Zoe.Leela – zu so etwas wie einem Aushängeschild der Netlabelszene. Beachtliche zwölf Alben und EPs veröffentlichte sie seit 2007 – darunter die „Postcards“-Serie und das auf Aaahh erschienene „Roadkill„, vielleicht ihr bisher markantestes Werk.

Im Laufe der Zeit hat sich Aaahh Records gewandelt – etwas weg vom klassischen Netlabel hin zum – ich erwähnte es bereits – Kollektiv, bei dem die Hörerinnen und Hörer eine zentrale Rolle spielen. Es ging nie darum, besonders viel zu veröffentlichen, daher prägen eher wenige, sehr bedachte und qualitativ hochwertige Releases den Backkatalog. Nun allerdings – und davon zeugt auch der kürzliche Relaunch der Website – stehen die Veröffentlichung von Singles und insbesondere die Organisation kollaborativer Events wie „Braaahhlitz“ im Mittelpunkt: Ende August 2014 wird das Festival in dem kleinen Dorf Bralitz 50 Kilometer östlich von Berlin zum dritten Mal stattfinden. Bemerkenswert, weil hier die Grenzen zwischen Musikern, Label- und Festivalmachern sowie Gästen nicht nur verschwimmen, sondern schlicht nicht vorhanden sind. In Zusammenhang mit der Örtlichkeit, fernab der Großstadt und mitten im Grünen, schafft das Kollektiv so eine kreative Atmosphäre, in der nicht nur schöne Live-Musik entsteht. Es finden auch Aufnahmesessions statt, die später in Form von Compilations (Braaahhlitz 2012, Miss You EP, Denmaaahhrk) veröffentlicht werden.

Man kann sich vorab bereits auf den Festival-Newsletter eintragen, damit man sofort erfährt, wo und wie es Tickets gibt – diese sind auf 250 begrenzt und, wie auch in 2013, via ‚Zahl was du willst’ erhältlich„, sagt mir Christian Grasse. Auf meine Frage hinsichtlich einer potenziellen, nun ja, Hippieromantik entgegnet Christian lachend: „Das ist natürlich Definitionssache – ich würde das eher als „Crowd-Romantik“ verstehen„.

Frisch veröffentlicht wurde gerade die Single „The Preacher don’t care“ der Madrider „The Dark Colours Since 1685“, die es ordentlich krachen lässt – schließlich führt das Quartett seinen mit dem selbstbetitelten Debut begonnenen, energiegeladenen Garagenpunkrock konsequent fort.


Image (adapted) „20130824-braaahhlitz-1200.jpg“ by Simon Bierwald (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Der Fall Zoe.Leela: Eine Bestandsaufnahme

Zoe.Leela aus Berlin ist nicht nur eine Sängerin mit Band und professionellen Produzenten. Zoe.Leela ist auch ein Projekt, das etablierte Strukturen im Musikbusiness auf den Kopf stellt. // von Marco Trovatello

ZoeLeela-Foto-tompigs

Zoe.Leela war und ist das Vorzeigeprojekt, wenn es um Creative Commons-lizenzierte Musik im kommerziellen Umfeld geht. 2009 veröffentlichte sie ihr Debütalbum auf dem Kölner Netlabel rec72 – und löste eine bis heute anhaltende mediale Welle aus, bei der gelegentlich die Person Zoe.Leela und das Projekt dahinter stärker im Mittelpunkt standen als die Musik. Einerseits zu Recht, andererseits zu Unrecht: Zoe.Leelas Musik ist fett produzierter Elektropop mit Chartpotenzial, ihre politische Haltung gegenüber dem traditionellen Musikbusiness sowie Medienpräsenz sind allerdings ebenso bemerkenswert.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

ShortRead: Wellcome Library veröffentlicht unter Creative Commons

CC (adapted) (Image by Kristina Alexanderson [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Die Wellcome Library veröffentlicht mehr als 100.000 Bilder von Manuskripten, Zeichnungen und Fotos aus der eigenen Sammlung unter einer Creative Commons-Lizenz. Die Wellcome Library, eine von Sir Henry Wellcome angefangene Sammlung zur Dokumentation der Geschichte der Medizin, die nach seinem Tode in eine Forschungsstiftung umgewandelt wurde, hat mehr als 100.000 hochaufgelöste Fotos ihrer historischen Sammlung unter der Creative Commons Namensnennung (CC BY) veröffentlicht. Das bedeutet, dass alle Bilder heruntergeladen und privat sowie kommerziell verwendet werden können, solange die Wellcome Library als Quelle angegeben ist. Simon Chaplin, Leiter der Wellcome Library, sagte dazu: „Die gesamte Kollektion ist eine riesige Dokumentation der menschlichen Kultur und des Versuchs, den Körper, Verstand und unsere Gesundheit durch Kunst und Beobachtung zu verstehen. Als starke Unterstützer von Open Access wollen wir sicher gehen, dass jeder sie ohne Restriktionen frei nutzen kann„.


Image (adapted) „CC“ by Kristina Alexanderson (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

Netlabels: Von Überzeugungstätern, Pandas und schöner Qualität (Teil I)

ELECTROCHIP at Maxwell's Music House 2011-04-13

Neben Jamendo, Soundcloud und Bandcamp, auf den Musikerinnen und Musiker ihre Werke selbst veröffentlichen und promoten können, gibt es immer noch – oder immer wieder – zahlreiche Netlabels, die mit viel Liebe zur Musik und zum Detail „handgemachte“ Klänge unters digitale Volk bringen. Sie heißen beispielsweise La bèl, Bad Panda, rec72, Headphonica, ideology und aaahh records und sie verbindet eins: Alle veröffentlichen bemerkenswerte Musik – unter Creative Commons-Lizenzen und meist ohne obligatorisch dafür Geld zu verlangen. Ab sofort werde ich in unregelmäßigen Abständen Netlabels, die aus der Masse herausragen, vorstellen.

La bèl

„Quality Label“ untertiteln Elisabetta Luciani („Elisa Luu“) aus Rom und Adriano Bossola („Di Bos“) aus Biella ihr 2010 gegründetes Netlabel La bèl – zurecht, wie ich finde. Ich wurde über Old Splendifolias „Utterly Heartbreaking“ vor einiger Zeit auf sie aufmerksam. Kopf des Duos ist der Berliner Musiker FS Blumm, dessen Musik ich schon länger verfolge und der als unabhängiger, hauptberuflicher Musiker sein Einkommen neben Konzerten bisher eher über die Musikverwertungsgesellschaft GEMA bezog – oder besser: es versuchte. In einem Interview schilderte er mir die Umstände, weshalb es für ihn mittlerweile sehr wichtig geworden ist, neue, alternative Label und Vertriebsformen für seine Musik zu finden – wie beispielsweise La bèl.

21, zum überwiegenden Teil in die Genres Experimental, Folk, Indie oder Post-Rock einzuordnende Releases kann das Label bisher vorweisen. Neben den oben bereits erwähnten Veröffentlichungen von FS Blumm – gemeinsam mit Jana Plewa als Old Splendifolia oder in einem anderen Projekt mit Lucrecia Dalt – vermittelt folgende Auswahl einen guten Eindruck:

Die digitalen Veröffentlichungen werden immer wieder durch liebevoll handgemachte Tonträger-Kleinstauflagen begleitet und können wahlweise umsonst via archive.org, via Bandcamp „Pay what you want“ heruntergeladen oder aber zu fairen Preisen auf CD erworben werden. Als Elisa Luu und Di Bos steuerten die beiden Labelbetreiber übrigens auch eigene Releases bei.

Bad Panda Records

Wir bleiben in Italien: „One free song every Monday“ – mit dieser Idee startete Claudio Gallo aus Rom sein Netlabel im Jahr 2009. Das Ziel: Underground-Musik zu promoten, die ihm selbst gefiel. In der Zwischenzeit dürfte Bad Panda Records eines der populärsten aktiven Netlabels sein. Für seine digitalen Releases nutzt es in der Hauptsache Soundcloud und ist mit oben genanntem Prinzip irrsinnig erfolgreich.

Claudio GalloIn der Hauptsache begründet sich dies durch die hochqualitative Musikauswahl von Indiepop über Experimental bis hin zu Post-Rock und Elektronik. Schnell war mit dem Track „Radical Leap“ des Psych-Rock-Duos Dumbo Gets Mad ein grandioser Hit da und das ursprünglich als fixe Idee gedachte Label ging durch die Decke: Nach nunmehr vier Jahren freuen sich knapp 165.000 Follower auf Soundcloud jeden Montag auf eine neue digitale Single, Maxi oder EP – die Zahl der Releases liegt mittlerweile bei mehreren Hundert – und Vinyl-Freunde können via Big Cartel diverse Alben erwerben, unter anderem von eben erwähnten Dumbo Gets Mad. „Pressing beautiful things“ nennt Claudio Gallo das. Was treibt ihn an, warum macht er das? „Leidenschaft für Musik,, Liebe für Creative Commons und der Wille, etwas Neues in der Musik zu schaffen“ („Music passion, Creative Commons love and the will to make something new for music“), sagte Claudio in einem Interview mit dem Online-Magazin Netlabelism in 2011. Ein Netlabel mache einen nicht reich an Geld, aber reich auf andere Art und Weise – denn Kunst und Kultur sind dafür bestimmt, geteilt zu werden, ergänzt er.

rec72

marcomedkourMarco Medkour aus Köln betreibt sein Netlabel rec72 seit 2007 und hat sich auf hochqualitative elektronische Musik spezialisiert – von Ambient über Breakbeats bis zu abstrakten Electronica oder Instrumental Hip-Hop ist so ziemlich alles dabei. Im Laufe der vergangenen Jahre ist das Label immer freizügiger geworden und lotet die Grenzen freier Kultur aus, in dem es seine Musik seit 2011 unter einer der freiesten Creative Commons-Lizenzen (CC-BY-SA) veröffentlicht. Sie erlaubt auch die Weiterverwendung zu kommerziellen Zwecken, solange die Inhalte der Öffentlichkeit wieder unter gleichen Bedingungen bzw. unter gleicher Lizenz zur Verfügung gestellt werden („share alike“). Als akustikfilm unterstützt Marco Medkour seine Musiker mit Visuals – in Form von Webvideo beziehungsweise Musikvideoclips oder auch im Rahmen gemeinsamer Liveperformances. Seine Visuals sind ebenfalls unter CC-Lizenzen im Netz zu finden.

Pandacetamol – First Breach from akustikfilm on Vimeo.

Zu den aktuellen und sehr empfehlenswerten Releases zählen die spukigen Acidbeats des Schotten Paul Alexander aka Pandacetamol („Breaching Airwaves“), Ambient Noise von Pleiades M, Instrumental Hip-Hop von deef, der Big Beat-Kracher „Take Off Your Make Up“ des Köln-Stuttgarter Produzentenduos Spiedkiks oder sanfte Indietronics von Small Colin. Etwa alle ein bis zwei Monate wunderschöne, hochqualitative elektronische Musik – einfach umsonst, gratis, frei zum Weiterverteilen, solange damit kein Geld verdient wird. Medkour und seine Künstler müssen Überzeugungstäter sein.


Image (adapted) “ELECTROCHIP at Maxwell’s Music House 2011-4-13“ by jamesbastow (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

Totgesagte leben länger: Zum Status quo der Netlabels

Zuge der andauernden Debatte um eine Reform des Urheberrechts, digitale Selbstbestimmung und Medienwandel besitzen die oft totgesagten Netlabels mit ihrer freien Musik nach wie vor Relevanz.

The Black Atlantic, hier beim Cologne Commons-Festival 2010. Trotz mittlerweile ansehnlicher Erfolge – ausgedehnte Touren führten sie u.a. zum South by Southwest-Festival in Austin, Texas – ist die Band um Singer-Songwriter Geert van der Velde aus den Niederlanden überzeugte Nutzerin von Creative Commons-Lizenzen. (Bild: Simon Bierwald, CC-BY-NC-SA)

Ein Artikel, den ich im August 2012 für das Kölner Magazin Stadtrevue schrieb, trug die zugegebenermaßen optimistische Titelzeile „Maximale Verbreitung – Netlabels krempeln das Musikbusiness um“. Aktuelle und ehemalige Protagonisten der Netlabelszene kamen zu Wort und zur Unterstützung der formulierten These dienten die wissenschaftlichen Arbeiten von Patryk Galuszka, der das Potenzial alternativer Netzmusik untersuchte. Sein Fazit: Netlabels sind zwar ein Nischenphänomen ohne größere gesellschaftliche Relevanz, besitzen aber durchaus ein gewisses Potenzial zur Demokratisierung des Musikbusiness. Das haben Netlabels bisher nicht umgekrempelt, denn aus der Nische heraus war das bisher nicht möglich. Doch in der Zwischenzeit ist einiges passiert.

Mithilfe der frisch gegründeten Musikverwertungsgesellschaft C3S (siehe mein Netzpiloten-Interview mit Wolfgang Senges) kann hier noch einiges passieren. Und es wird freilich nicht nur um die vielbeschworene Aufmerksamkeitsökonomie durch kostenlose Downloads oder die Nutzung von Creative Commons-Lizenzen als Marketinginstrument gehen, sondern vielmehr um eine faire und selbstbestimmte Distribution eigener Werke jenseits von Bürokratie und anachronistischen Abrechnungs- und Vergütungsmodellen. Hier werden nicht nur Netlabels zur von Galuzska formulierten Demokratisierung der Musikindustrie beitragen, sondern auch Musikdienste wie Bandcamp oder Jamendo eine zunehmend größere Rolle spielen.

Ich definiere noch einmal aus meinem Verständnis heraus den Begriff „Netlabel“: Obwohl sie Musik meist zum kostenlosen Download anbieten, betreuen und promoten engagierte Netlabels ihre Künstler ebenso professionell wie traditionelle Labels. Sie stehen für ein eigenes musikalisches Profil und achten auf die Qualität ihrer Veröffentlichungen – inhaltlich wie technisch, von Mix über Mastering bis hin zum Artwork.

Um zu verstehen, warum es Netlabels auch heute noch gibt und sie alles andere als tot sind, warum Betreiber wie Musiker anscheinend so verrückt sind, das alles auch noch vollkommen umsonst zu tun, hilft ein Blick auf ihren Ursprung. Netlabels sind heute – d.h. auch in den 2010er Jahren – immer noch so etwas wie die legitimen Nachfolger der Do it yourself Tape-, Vinyl- oder CD-R-Labels der achtziger und neunziger Jahre.

Damals wie heute wird Musik leidenschaftlich und gut produziert – auch außerhalb von professionellen Studios und ohne große Plattenfirma – und zwar der Kunst und nicht eines von vorneherein angepeilten kommerziellen Erfolgs wegen. Was früher selbstfinanziert auf Tapes, Vinyl oder CD-R unter die Hörerinnen und Hörer gebracht wurde, wird seit Anfang der 2000er Jahre zu deutlich geringeren Kosten im Netz publiziert und über Social Media distribuiert und promotet. Denn im Grunde sind freie Musik im Netz und Netlabel so alt wie das Netz selbst. Sie lassen sich bis zu den Mods, Sound- bzw. Sequenzerdateien des Amiga-Heimcomputers, verfolgen, die über die heute noch aktive Netaudio-Plattform scene.org geteilt wurden.

Nicht wenige – darunter wichtige und sehr gute – Netlabels stellten den Betrieb ein, doch es sind auch zahlreiche neue hinzugekommen. Betrachten wir das Ganze einmal unter dem Aspekt der Konsolidierung: Meinem Eindruck nach hat das Netaudio-Massenphänomen „schnell produzierte und veröffentlichte elektronische Musik“ deutlich nachgelassen und speziell im vergangenen Jahr wurde mehr und mehr freie Musik aus den zuvor unterrepräsentierten Genres Indie, Alternative, Pop, Rock, Folk und Punk veröffentlicht – so viel wie noch nie zuvor. Es scheint als habe auch diese Sparte die Phänomene Netaudio und Creative Commons für sich entdeckt.

Zum Schluss noch eine Anmerkung zu Freier Musik, die vielen, aber vielleicht nicht allen Leserinnen und Lesern bekannt sein wird: Im Verständnis der partizipierenden Musikerinnen, Musiker und Netlabels gilt hier die Philosophie der freien Software mit dem Leitspruch „Frei wie in Freiheit“: Freier Umgang mit eigenen und fremden Werken, freie Zugänglichkeit, Recht auf Remix. In Abgrenzung zu „Frei wie in Freibier“ muss freie Musik nicht gratis sein (kann es aber sein). Oder anders gesagt: Es steht Euch offen, die Bands, Musikerinnen und Musiker zu unterstützen, indem ihr die Musik mit anderen teilt, Konzerte besucht, ihr Vinyl, ihre CDs oder Merchandising-Artikel kauft oder beim Download bezahlt oder spendet.

Und damit dieser Artikel nicht ohne Musik endet – hier noch einige Empfehlungen für den gepflegten Einstieg in eine der schönsten Nischen des Netzes:

Podcasts: MachtdoseFreeQuencyMusic ManumitKlangboot

Blogs/Magazine: ProgologNetlabelismFree Music ArchiveStadtrevue Netzmusik


 


Weiterlesen »

Der Verein D64 startet Initiative zur Förderung von Creative Commons

Der netzpolitische Verein „D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e. V.“ startet eine Initiative zur Förderung von Creative Commons in Deutschland // von Nico Lumma

CC Fairy (Bild: Kristina Alexanderson [CC BY 2.0], via Flickr)

Smartphones und soziale Netzwerke machen das Teilen von Inhalten im Internet immer einfacher. Zentrale digitale Kulturtechniken wie Sharing oder Remix stehen dabei aber häufig im Widerspruch zum Urheberrecht. Creative Commons könnte hier zumindest teilweise einen Ausweg bieten. Den wenigsten Menschen sind die alternativen Urheberrechtslizenzen aber überhaupt ein Begriff. Mit einer Initiative zur Förderung von Creative Commons unter cc.d-64.org möchte D64 e. V. daran etwas ändern.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

C3S: Der Countdown für die neue Musikverwertungsgesellschaft läuft

Im September 2013 wurde aus der Initiative C3S – kurz für Cultural Commons Collecting Society – die Europäische Genossenschaft C3S mbH. // von Marco Trovatello

C3S650x434

Über 1700 Crowdfunder brachten knapp 118.000 Euro zusammen, die Gründerinnen und Gründer nochmal 31.000 Euro – jetzt aber läuft der Countdown: Bis 31.12.2013 muss die Verwertungsgesellschaft nochmal 70.000 Euro aufbringen, um die vom Land Nordrhein-Westfalen in Aussicht gestellte Förderung von 200.000 Euro zu bekommen. Ein Interview mit Wolfgang Senges, einem der beiden CEOs und Leiter Business Development der C3S, von und mit Marco Trovatello. Weiterlesen »

Weiterlesen »

Lesetipps für den 15. November

In unseren Lesetipps geht es um die Space Night mit Creative Commons Musik, eine neue Identität mit Hilfe des Deep Web, eine europäische Cloud, Gericht sieht Google Books als Nutzen für die Allgemeinheit und die Lobby nimmt Einfluss auf die Urheberrecht-Pläne der Großen Koalition. Ergänzungen erwünscht.

  • SPACE NIGHT Digitalfernsehen.de: „Space Night“ startet mit Creative Commons-Musik und HD-Bildern neu: In der Nacht zum Samstag wird die Kultsendung des Bayerischen Rundfunks, die „Space Night“, modernisiert und mit freier Musik, die unter Creative Commons lizenziert ist, neu starten. Möglich gemacht haben das konstruktive Proteste im Internet, die auf freie aber nicht kostenlose Inhalte setzten und den BR so zu mehr Fortschritt und Offenheit bewegten. Eine der wenigen netzpolitischen Erfolge im Jahr 2013.
  • DEEP WEB Motherboard: How Aaron Brown, a Fake Person, Was Created for Real on the Deep Web: Der Fotograf Curtis Wallen hat mit Hilfe des Deep Web, Bitcoin und Tor die Kunstfigur Aaron Brown erschaffen, die nicht wirklich existiert – außer im Digitalen. Aber Brown besitzt alles, was auch unsere Existenz amtlich bestätigt. Ein interessantes Kunstprojekt, dass nicht nur die Möglichkeit von Kriminalität aufzeigt, sondern wie unsere Gesellschaft etwas Offizielles anerkennt.
  • EU-CLOUD Futurezone.at: EU-Kommissarin Kroes warnt vor digitaler Abschottung: EU-Kommissarin Neelie Kroes hat in der Diskussion um europäische Cloud-Lösungen nach dem NSA-Skandal eindringlich vor einer nationalen Abschottung gewarnt. „Eine Fragmentierung wäre absolut das Ende für eine Erfolgsgeschichte“, betonte die für Digitales zuständige Vize-Vorsitzende der Europäischen Kommission am Donnerstag in Berlin. Zunächst soll ein technischer und rechtlicher Rahmen für eine gemeinsame europäische Cloud entstehen.
  • GOOGLE BOOKS Zeit Online: US-Gericht entscheidet, dass Google Bücher digitalisieren darf: Ein New Yorker Richter hat die Klage der US-Autorenvereinigung abgewiesen, die die Digitalisierung von Büchern durch Google als eine Form der Urheberrechtsverletzung betrachtete. Der Richter sieht aber darin einen Vorteil für die Allgemeinheit und eine Beschleunigung des Fortschritts „in Kunst und Wissenschaft, während es gleichzeitig die Rechte von Autoren und anderen Kreativen berücksichtigt.“
  • URHEBERRECHT Netzpolitik.org: Koalitionsverhandlungen beschwören den Geist von ACTA: Auf Netzpolitik.org hat Markus Beckedahl einen Teil des ihm zugespielten Zwischenstands der Verhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD veröffentlicht. Darin geht es um das Urheberrecht und besonders die Positionen der Unionsparteien schein von der Content-Lobby verfasst zu sein. Anstatt eine notwendige Modernisierung des Urheberrechts anzugehen, wird wohl lediglich die Rechtsdurchsetzung verschärft.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 16. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um den Shutdown und die Space Night, moderne Arbeit, Snapchat gibt Fotos an ermittelnde Behörden weiter, einen Körper-Hacker und Glenn Greenwald verlässt den Guardian. Ergänzungen erwünscht.

  • SPACE NIGHT Bayerisches Fernsehen: Shutdown in den USA stoppt Neustart der Space Night im BR-Fernsehen: Mehr als 700 freie Lieder wurden für die Space Night hochgeladen, doch jetzt fehlen die gemeinfreien Bilder. Anfang November sollte die seit dem Frühjahr neukonzipierte mit HD-Bildern aus dem Weltall und unter Creative Commons lizenzierter Musik starten, doch der Streit um den US-Haushalt hat auch Auswirkungen auf den BR. Mitarbeiter der NASA, die die Space Night mit Bildern aus dem All beliefern, wurden in Zwangsurlaub geschickt. Und so verschiebt sich der Start der neuen Staffel.
  • ARBEIT 2.0 The European: Frithjof Bergmann über neue Arbeitskultur gegen alte Denkmuster: Nur noch zehn Stunden die Woche arbeiten? Der Philosoph Frithjof Bergmann hält das für die Zukunft – und hat dafür gute Gründe. Im Gespräch mit Florian Guckelsberger und Veronika Bürklin erklärt er im The European, warum er mit seinem Konzept der Neuen Arbeit in Deutschland und Österreich gegen Wände rennt. Ein interessanter Beitrag zur Debatte über eine neue Arbeitskultur, die auch im technologiegetriebenen Silicon Valley an Fahrt zunimmt.
  • SNAPCHAT Süddeutsche.de: Snapchat gibt Fotos an ermittelnde Behörden weiter: Erst am Montag haben wir über die Smartphone-App Snapchat berichtet, mit der versendete Bilder ein Verfallsdatum bekommen. Screenshots verhindern die absolute Sicherheit, dass das Bild auch wirklich zu 100 Prozent gelöscht wird, aber nach einem Artikel von Süddeutsche.de gibt es eine weitere Ausnahme: Auf richterlichen Beschluss hin können Bilder an Ermittlunsgbehörden weitergeleitet werden – sofern sie noch auf den Servern liegen, also noch nicht angesehen wurden.
  • TRANSHUMANISMUS Zeit Online: Der Hacker, der die Biologie überwinden will: Die Anhänger der Quantified-Self-Bewegung sind begeisterter Selbstvermesser, die sich z.B. Messgeräte um das Handgelenk schnallen, um ihre Körperfunktionen vermessen. Tim Cannon ist beim Projekt Selbstoptimierung längst weiter. Er lässt sich Technik lieber implantieren, als sie nur am Handgelenk zu tragen. Der Biohacker betrachtet den menschlichen Körper als „fundamental fehlerhaft“.
  • GLENN GREENWALD Buzzfeed: Glenn Greenwald Will Leave Guardian To Create New News Organization: Glenn Greenwald verlässt den Guardian, um eine neuen Nachrichtenorganisation zu gründen. Der Reporter, der Edward Snowdens Enthüllungen der Weltöffentlichkeit präsentierte, Viel weiß man noch nicht über die neue Organisation, aber sie soll keine festen Strukturen für Entscheidungen und Handlungen besitzen und in New York, Washington und San Francisco ihren Sitz haben. Greenwald bleibt in Brasiien.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 17. September

In unseren Lesetipps geht es um Facebooks Nutzerzahlen in Deutschland, eine Spende an kleine Buchhandlungen, Linux als Zukunft des Gaming, Kritik am neuen Personalausweis und ein Foto, dass um die Welt geht. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK Golem.de: Facebook gibt erstmals Nutzerzahlen in Deutschland bekannt: Facebook hat erstmals genaue Nutzerzahlen für Deutschland öffentlich gemacht. Demnach nutzen 25 Millionen Menschen Facebook mindestens einmal im Monat. Über 80 Millionen Einwohner hatte das Land zum Jahresende 2012. 54,2 Millionen Menschen waren online. Keine schlechte Quote für ein soziales Netzwerk, dass im hierzulande als Neuland bekannten Internet ist.
  • BUCHHANDLUNG GalleyCat: James Patterson To Give $1 Million To Indie Bookstores: Bestsellerautor James Patterson möchte kleinen Indie-Buchhandlungen mehr als eine Million US-Dollar geben. Patterson hat nur zwei Bedingungen: der Buchladen muss funktionieren und die Läden müssen eine Kinderabteilung haben.
  • LINUX Ars Technica: Linux is the future of gaming: Schon heute ist Linux eines der weit verbreiteten Betriebssysteme der Welt. Gabe Newell, Mitgründer und Direktor von Valve, bezeichnete auf der LinuxCon in New Orleans Linux als die Zukunft des Gamings. ein Grund dafür ist auch neue Hardware, auf der Linux laufen wird.
  • PERSONALAUSWEIS Heise Online: Chaos Computer Club bezeichnet neuen Personalausweis als nicht sicher: Der Chaos Computer Club (CCC) hat in einer Stellungnahme die immer noch bestehende Unsicherheit des neuen Personalausweises (nPA) kritisiert, wiederholt auf bekannte Schwachstellen hingewiesen und die Ausführungen des Bundesinnenministeriums als „trügerische Sicherheit“ bezeichnet.
  • FOTOGRAFIE Pin-Of-Interest: Bryant Park, late April 2009: Ed Yourdon hat zum richtigen Moment am richtigen Ort das richtige Foto gemacht. Zu sehen ist eine Frau, die auf einer Wiese liegt und an einem Notebook arbeitet. Yourdon hat das Bild unter einer Creative Commons veröffentlicht und in diesem Blogeintrag die virale Verbreitung nachgezeichnet. Es erschien übrigens auch schon auf Netzpiloten.de. ;-)

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Lesetipps für den 13. August

In unseren Lesetipps geht es heute um Musik-Streaming, neue Funktionen von Google Glass, Wahlkampf statt PRISM-Aufklärung, Kim Dotcom plant einen sicheren E-Mail-Dienst und das Schulbuch-O-Mat ist fertig. Ergänzungen erwünscht.

  • MUSIK-STREAMING t3n: Musik-Streaming-Dienste im Vergleich: Spotify hat sich bei vielen Musikliebhabern als digitaler Standard etabliert. Aber es gibt eine ganze Menge vergleichbare Anbieter, die t3n in einem großen und aktualisierten Überblick zusammen gefasst hat. Eine interessante Übersicht von Spotify-Alternativen.
  • GOOGLE GLASS Futurezone.at:: Google aktualisiert Funktionen von Glass: Google hat seinem zukünftigen Produkt Google Glass weitere neue Funktionen verpasst. Neben einem neuen Video-Player besitzt die Brille jetzt vor allem mehr Befehle für den Dienst Google Now und mehr Sprachbefehle.
  • PRISM Zeit Online: Union und FDP machen Wahlkampf statt Aufklärung: Anstatt die massenhafte Verletzung unserer Bürgerrechte im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestag aufzuklären, nutzen die Bundestagsabgeordnete den Streit um die NSA-Spähaffäre für den Wahlkampf. Union und FDP werfen Steinmeier vor, schon seit 2002 von PRISM gewusst zu haben, anhören wollen sie ihn aber nicht – zumindest nicht jetzt.
  • VERSCHLÜSSELUNG Business Insider: Kim Dotcom Is Building A Super-Secure Encrypted Email Service: Mit Megaupload hat Kim Dotcom ein erfolgreiches Projekt nach seiner Verhaftung durchgezogen. Nun will er sich an einem verschlüsseltem E-Mail-Dienst wagen, um die Lücke, die Lavabit und Silent Mail mit ihrem Rückzug hinterlassen haben, zu schließen.
  • OPEN EDUCATIONAL RESOURCES Schulbuch-O-Mat: Creative Commons-Schulbuch fertig: Pünktlich zum Ende der Sommerferien ist das erste freie Schul-E-Book zum Fach Biologie als Download erhältlich. Das via Kickstarter finanzierte Projekt hat ein rund 220 Seiten dickes Lehrbuch erarbeitet, dessen Texte und Bilder unter Creative Commons stehen. Ein wichtiger Schritt für freie Lehrmittel in Deutschland.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Space Night: Web-Relaunch am 5. August – mit CC-Musik

Nach Protesten gegen die geplante Absetzung der Sendereihe „Space Night“, entschied sich der Bayerische Rundfunk Anfang 2013 zu einer Neukonzeptionierung mit freier Musik. Marco Trovatello fasst das innovative Projekt zusammen.

 

Am Montag, 5. August 2013, wird der Bayerische Rundfunk (BR) eine erste Version der neuen Space Night-Website freischalten, auf der Musiker und Komponisten ihre Soundtracks für zukünftige, neue Folgen hochladen können. “Die ‘neue Space Night’ dürfte damit die erste Fernsehserie weltweit sein, bei der ein zentraler Bestandteil der Folgen – die Musik – durch die Community im Internet generiert wird”, teilte Redakteur und Projektleiter Thomas Hausner mit. Unter seiner Regie entstanden auch die vier bisherigen, überwiegend mit Creative Commons(CC)-Musik neuvertonten Space Night-Folgen.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Video: Motivationsfilm für Creative Commons

Dieser Motivationsfilm für Creative Commons wurde im Rahmen des Wikimedia Ideen-Wettbewerbs „WissensWert“ 2010 zur Förderung Freien Wissens mit sieben weiteren Projekten aus 93 Einsendungen von der Community und einer Jury auserwählt und finanziell unterstützt. – www.creativecommons.de

Dieser Film steht unter einer Creative Commons Namensnennung 3.0
Unported Lizenz http://creativecommons.org/licenses/by/3.0.

Weiterlesen »

Weiterlesen »