Der Verein D64 startet Initiative zur Förderung von Creative Commons

Der netzpolitische Verein „D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e. V.“ startet eine Initiative zur Förderung von Creative Commons in Deutschland // von Nico Lumma

CC Fairy (Bild: Kristina Alexanderson [CC BY 2.0], via Flickr)

Smartphones und soziale Netzwerke machen das Teilen von Inhalten im Internet immer einfacher. Zentrale digitale Kulturtechniken wie Sharing oder Remix stehen dabei aber häufig im Widerspruch zum Urheberrecht. Creative Commons könnte hier zumindest teilweise einen Ausweg bieten. Den wenigsten Menschen sind die alternativen Urheberrechtslizenzen aber überhaupt ein Begriff. Mit einer Initiative zur Förderung von Creative Commons unter cc.d-64.org möchte D64 e. V. daran etwas ändern.

Weil wir das Netz lieben. Weil wir Sharing lieben. Weil wir Remix lieben. Aus diesen und vielen anderen Gründen wollen wir Creative Commons fördern. Vor allem im öffentlichen Bereich gibt es dazu einen dringenden Handlungsbedarf: Warum sind so wenig öffentlich geförderte Werke unter offenen Lizenzen verfügbar? Hier müssen wir ansetzen und Creative Commons bei der Vergabe von Förderungen berücksichtigen. Außerdem wünsche ich mir einen vermehrten Einsatz von Creative Commons im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sowie im Bildungsbereich.

Auch auf Plattformen wie Facebook und YouTube gehören Urheberrechtsverletzungen zum Internetalltag. Die Nutzung von Creative Commons ist aber oft nicht einmal eine Option. “Wir fordern von Plattformebetreibern wie Facebook, dass sie die Nutzung von Creative Commons implementieren. Und zwar so einfach wie möglich,” kritisiert D64-Co-Vorsitzende Valentina Kerst, dass Facebook bislang auf eine Integration von Creative Commons verzichtet. “Warum kann ich beim Hochladen von Fotos auf Facebook nicht einfach eine Creative-Commons-Lizenz auswählen? Bei Flickr geht das doch auch völlig reibungslos.

Verantwortlich für die Konzeption der Initiative ist Leonhard Dobusch, der sich als Juniorprofessor an der Freien Universität Berlin seit Jahren wissenschaftlich mit Creative Commons beschäftigt. Dobusch sieht auch Handlungsbedarf im Bereich von Verwertungsgesellschaften und verweist auf eine kürzlich verabschiedete EU-Richtlinie, die diesen die Ermöglichung nicht-kommerzieller Lizenzierung vorschreibt: “Hoffentlich wartet die GEMA hier nicht auf die nationalstaatliche Umsetzung sondern ändert bereits jetzt ihre Regeln, um ihren Mitgliedern Creative Commons zu erlauben.

Neben Forderungen an Politik und Wirtschaft, Creative Commons zu unterstützen, wendet sich D64 e. V. mit seiner Initiative all jene Internetnutzerinnen und Internetnutzer, die selbst Inhalte erstellen und im Netz teilen. Auf cc.d-64.org finden sich 10 Gründe für Creative Commons sowie eine erste Serie von Motiven, die für die Nutzung von Creative Commons werben. Weitere Sujets und Infographiken zu Creative Commons werden in den nächsten Tagen folgen. “Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen die Bilder teilen und auf diese Weise die Bekanntheit von Creative Commons steigern helfen,” so Kerst abschließend.

Disclosure: Nico Lumma ist Netzpiloten-Autor und Co-Vorsitzender von „D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e. V.“


Teaser by Karin Dalziel (CC BY 2.0)

Image by Kristina Alexanderson (CC BY 2.0)


Nico Lumma

arbeitet als COO des next media accelerator (http://nma.vc) in Hamburg. Er bloggt auf lumma.de und ist seit 1995 eigentlich nicht mehr offline gewesen. Er ist Mitglied der Medien- und netzpolitischen Kommission des SPD Parteivorstandes und Co-Vorsitzender des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Unter @Nico findet man ihn auf Twitter. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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