All posts under cloud

Winamp 6 – Der Kult-Musikplayer kehrt zurück

Was für eine Überraschung! Fünf Jahre nach der letzten Winamp-Version 5.66 kündigt die Radioplattform Radionomy an, dass an Version 6 gearbeitet wird. Diesmal als All-in-One-Lösung und Konkurrenz zu den aktuellen Platzhirschen.

Winamp war vor allem um die Jahrtausendwende herum, einer der beliebtesten Mediaplayer auf dem Markt. Vorwiegend zum Abspielen von MP3-Dateien entwickelt, ließen sich die unterstützten Formate über Plugins beliebig erweitern. Mit Skins konnte man den Media Player zudem auch optisch ganz nach dem eigenen Geschmack anpassen.

Noch immer gibt es viele Winamp-Nutzer, dessen ist sich auch Radionomy-CEO Alexandre Saboundjian bewusst. Gegenüber Techchrunch erklärt er: „Winamp-Nutzer sind wirklich überall. Es ist eine riesige Zahl. Wir haben eine wirklich starke und wichtige Community. Aber jeder „weiß“, dass Winamp tot ist und wir nicht mehr daran arbeiten. Das ist nicht der Fall.“

Eine einzige Erfahrung

Nächstes Jahr soll die neue Version erscheinen. Radionomy nahm sich den Wunsch nach einer Komplettlösung zu Herzen. Winamp 6 bietet nicht nur das Abspielen lokaler Dateien. Auch die Wiedergabe aus der Cloud, Podcasts, Radiostreams und eigenen Playlists, sind Teil der kommenden Version.

Genauere Details zum Releasedatum oder den Features sind noch nicht bekannt, sollen aber im Laufe des Jahres folgen. Vor allem auf dem Mobilmarkt wolle man abzielen.

Vorher kommt Update 5.8

Bevor Winamp 6 den Markt aufmischen kann, gibt es einen kleinen Vorgeschmack in Form eines offiziellen Updates 5.8 für die alte Version. Bereits im September ist versehentlich eine Betaversion des Updates geleakt worden. Die neue Version behebt vor allem die Kompatibilitätsprobleme unter Windows 10. Außerdem trennt man sich von den Pro-Features.


Image by Gennadiy Poznyakov via stock.adobe.com

Weiterlesen »

Von Google Drive zu Google One

Du nutzt die kostenpflichtige Variante von Google Drive? Dann musst du dich in Zukunft auf eine Umstellung gefasst machen, denn Google Drive wird sich verändern. Neue Preise, neue Services und ein neuer Name. Das künftige Google Drive wird dann unter dem Namen Google One im Netz zu finden sein.

Was wird sich ändern?

Zum einen können sich Nutzer über eine Familienoption freuen, bei dem bis zu fünf Personen auf den Speicher zugreifen können. Zum anderen fallen auch die Preise. Für den 100 GB-Tarif müssen Kunden dann in Zukunft 1,99 US-Dollar und für den 200 GB-Tarif 2,99 US-Dollar bezahlen. Außerdem wird es auch die 1 Terabyte-Option, die Nutzer derzeit nutzen können, nicht mehr geben, denn diese wird durch 2 Terabyte ersetzt und kostet dann 9,99 US-Dollar.

Des Weiteren legt Google künftig noch eine ausgebaute Service-Funktion obendrauf. Hier können Kunden einen direkten Chat-Kontakt zu Google-Experten herstellen, sobald Probleme oder Fragen auftreten.

Ein kleines Extra obendrauf

Wer außerdem ein kleines Geldgeschenk von Google in Form von Google-Pay-Guthaben erhaschen möchte, bekommt in Zukunft die Möglichkeit dazu. Das heißt, dass Nutzer für eine kleine Prämie lediglich neue Kunden anwerben müssen.

Bisher wird Google One jedoch nur in den USA gelauncht und anschließend auch global. Doch genau ist es noch nicht abzusehen, wann wir in Deutschland mit der neuen Version von Google Drive rechnen können.


Image by Google

Weiterlesen »

Die Netzpiloten sind Partner der BloomReach Connect

Partnergrafik_Connect_Amsterdam

Lust bei der BloomReach Connect dabei zu sein? Dann gewinnt bei uns 3×1 Ticket für die spannende Konferenz in Amsterdam! Teilnahmebedingungen.


Hier dreht sich alles rund ums „Connecten“: BloomReach läd am 6. Dezember 2017 auf die Konferenz Connect Amsterdam ein! Das Verbinden von Content und Commerce, Maschine Learning und Human Creativity, Customer Journey und Customer Experience und vieles mehr stehen hier im Mittelpunkt. Denn der digitale Erfolg der Zukunft  liegt in diesen Verbindungen, die von den Experten der Branche bereits intensiv diskutiert werden: Wie sieht die Zukunft der Cloud, Customer Experience und Künstlichen Intelligenz aus? Und wie schafft man es, diese digitalen Trends zu verbinden?

Ein Experte auf diesem Gebiet ist der Gartner-Analyst Mike Lowdnes. Seine 18-jährige Expertise im Bereich Digital Commerce, Softwareentwicklung und Architektur bestimmen die Thematik seines Vortrags: Hier wird er sich mit dem aktuellen Stand von Digital Experience befassen und diskutieren, welche Innovationen und Fähigkeiten sich aus diesen Trends ergeben.

Auch der Gründer der Zukunftsforschungs-Agentur Whetston, Thimon de Jong, wird vor Ort sein. Unter dem Thema „Mensch & Maschine: Rivalen oder Gefährten?“ wird er seine Keynote halten: Hier zeigt er euch einen Einblick in die Welt der Künstlichen Intelligenz, sowie gesellschaftliche Veränderungen und Geschäftsstrategien.

Ihr dürft somit nicht nur internationale Speaker erwarten, sondern auch Best Practices, Workshops, sowie ein Hackmarathon, die die Veranstaltung BloomReach Connect abrunden werden. Das spannende Programm richtet sich dabei vor allem an Developer, Solutions-Experts und Digital Marketer, doch auch alle anderen Teilnehmer sind herzlich willkommen.

Wann & Wo?

6. Dezember 2017, 9 bis 18 Uhr, am Beurs van Berlage, Damrak 243, 1012ZJ in Amsterdam. Hier könnt ihr euch Tickets sichern. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Spaß!

Weiterlesen »

Studie: Diese digitalen Business-Trends kommen 2018

Business (adapted) (Image by Olu Eletu [CC0 Public Domain] via Unsplash

Die digitale Arbeitswelt ist bereits Realität. Doch welche digitalen Business-Trends bringt die Zukunft? Der Telekommunikationsanbieter NTT Group mit Sitz in Südafrika hat in einer aktuellen Studie, „Top IT trends in 2018: digital business“, fünf Kernthesen für die Business-Trends 2018 herausgearbeitet.

Was erwartet Unternehmen mit Blick auf den digitalen Wandel im kommenden Jahr? Die NTT Group hat in ihrer aktuellen Studie zu IT-Trends 2018 auch auf die Businesswelt geschaut und prognostiziert fünf große Trends für das kommende Jahr:

  • Die Kopplung von künstlicher Intelligenz und virtueller Realität (VR)
  • Blockchain in Unternehmen
  • Cloud-Technologien
  • Die Dominanz von Wireless
  • Wer als Unternehmen im digitalen Wandel nicht smart agiert, wird untergehen
grafik business trends
Business Trends (Screenshot by Dimensiondata)

KI ist Chance, nicht Bedrohung

Während Unternehmen und vor allem Arbeitnehmer in Deutschland sich vor künstlicher Intelligenz fürchten, betont der NTT-Report, dass sowohl KI als auch VR die Trends in Unternehmen im Jahr 2018 werden. Vor allem die Kopplung von künstlicher Intelligenz und Robotik mit virtueller Realität und erweiterter Realität habe großes Zukunftspotential, sagen die Experten: „Wir sehen verstärkt wie diese Technologien gemeinsam das Potential haben, disruptive Ergebnisse zu liefern.”

Beispiel DHL. Der Paketlieferdienst hat seinen Lagerhausmitarbeitern Smart Glasses verpasst, die den Mitarbeitern genau zeigen, wo die Ware in welcher Reihenfolge am besten verstaut wird. Das hat laut DHL sowohl die Produktivität der Mitarbeiter erhöht als auch die Genauigkeit der Auslieferungen verbessert.

In Deutschland experimentiert zum Beispiel die Airline Lufthansa mit VR-Brillen. Die möglichen Anwendungen sind dabei vom Erleben eines Urlaubsziel bis hin zu 360-Grad-Ansichten des Flugzeugs sehr vielfältig. Um etwa Passagiere zu einem Upgrade ihrer Flugklasse zu ermuntern, können Kunden im Vorfeld mit den Brillen sehen, wie das Fliegen in der ersten Klasse eigentlich aussieht.

Air New Zealand wiederum stattet seine Flugbegleiter mit VR-Brillen aus. Während sie mit den Brillen durch den Gang gehen, können sie mit der Technologie Informationen zu den Fluggästen sehen: was das Flugziel ist, welche  Essensvorlieben der Passagier hat oder ob er an Duty-Free-Einkäufen interessiert ist.

All das könnte, laut NTT-Studie, zu einem besseren Kundenservice führen. Ähnlich sieht es mit Robotern aus, die, mit AI ausgestattet, Kunden viel besser helfen könnten. „Das wahre Versprechen der Robotik beginnt sich zu zeigen”, heißt es im Report. Mehr und mehr Unternehmen werden diese Technologien 2018 einsetzen, so die Prognose.

business trends VR
Business Trends VR (Screenshot by Dimensiondata)

Nicht nur für Kriminelle: Blockchain in Unternehmen

Der zweite große Trend 2018 sind nach Ansicht der NTT-Experten Blockchain-Technologien. Je mehr Transaktionen online stattfinden, je mehr das Internet der Dinge sich verbreitet, umso sicherere Technologien brauchen Unternehmen, um die Daten ihrer Kunden zu sichern.

Blockchain im Business sei daher der nächste große Trend im kommenden Jahr, heißt es in der Studie. Die Tatsache, das Kriminelle die Kryptowährung Bitcoin aufgrund der dahinter stehenden Blockchain-Technologie als sicherste Transaktion sehen und nutzen, sollte nach Meinung der Experten Unternehmen ermuntern, nicht abschrecken. Wenn es so sicher ist, dass Hacker sie nutzen, warum sollten Unternehmen Blockchain nicht nutzen? „Wir glauben, dass Blockchain das Potential hat Cybersicherheit völlig neu zu strukturieren, doch die Industrie muss noch lernen, damit umzugehen.

Gerade im Hinblick auf das Wachstumspotential im Internet der Dinge brauchen Nutzer mehr Sicherheit. Blockchain sei in der Lage, dieses Sicherheitsversprechen zu erfüllen – wenn Unternehmen den Mut hätten, diese Technologie einzusetzen.

Unternehmen wollen die Cloud „einfach nutzen”

Auch die Cloud-Technologien in Unternehmen sind nach NTT-Studie im kommenden Jahr nicht mehr aufzuhalten. Die Vorteile einer zentralen Datenbank für alle Mitarbeiter seien ersichtlich, Unternehmen setzen daher auf die Cloud in der Arbeitswelt. Tatsächlich gehören Speicherdienste per Cloud zu den größten Wachstumssegmenten in der IT-Branche. Denn mit der Digitalisierung der Arbeitswelt, werden auch die Arbeitsprozesse an sich, öfter von Ort und Zeit entkoppelt – wie zum Beispiel beim Home Office oder bei international agierenden Unternehmen. Cloud-Lösungen sind deshalb immer gefragter.

Unternehmen wollen sich dabei aber nicht mehr darum kümmern müssen, ob die Cloud sicher sei, wo diese stehe und wie sie funktioniere, „sie wollen sie einfach nur nutzen.” Ganz so einfach wie die Studie es darlegt, mag es für Unternehmen in der Praxis dennoch nicht sein. Denn wer mit empfindlichen Daten arbeitet, muss natürlich sicherstellen, dass diese entsprechend gesichert werden.

Doch mit einem hat der Report sicher Recht: Wenn es eine sichere und unkomplizierte Cloud-Lösung gäbe, wären Unternehmen sicher dankbar, diese „einfach“ nutzen zu können.

Wireless ist nicht mehr aufzuhalten

Dies geht einher mit dem vierten Business-Trend 2018, den die Experten voraussagen: dem Durchbruch von Wireless in Unternehmen.

Mit dem Internet of Things, Cloud-Lösungen und automatisierten Prozessen sei der Boom von Wireless in Unternehmen nicht mehr aufzuhalten. Vom Einkaufszentrum über smarte Geräte im Haushalt bis hin zum Universitätscampus sei das kabellose Internet bereits jetzt schon Teil unseres Alltags. In der Arbeitswelt könnten so in Zukunft mehr Applikationen automatisiert und damit Arbeitsprozesse beschleunigt werden.

business trends wireless
Business Trend Wireless (Screenshot by Dimensiondata)

Nur Unternehmen, die den digitalen Wandel smart umsetzen, werden profitieren

All die Vorteile, die diese digitalen Trends Unternehmen bringen können, seien aber nur dann spürbar, wenn der digitale Wandel in Unternehmen mit der richtigen Infrastruktur einhergehe, so die fünfte Prognose der NTT-Experten für 2018. Das mag als Aussage eines Telekommunikationsanbieters nicht weiter überraschen. Dennoch ist es im Kern nachvollziehbar, dass Digitalisierung von Prozessen an sich noch keine Vorteile bringt. Es kommt vor allem darauf an, wie IT im Unternehmen eingesetzt wird.

Welche Technologie bringt meinem Unternehmen wirklich etwas? Inwieweit können automatisierte Prozesse Mitarbeiter unterstützen? Welche Software ist am besten geeignet? Das sind Fragen, die Unternehmen sich in Zukunft verstärkt stellen werden müssen, wenn sie vom digitalen Wandel nicht überrollt, aber auch nicht überfordert werden wollen. Die NTT-Studie tippt deshalb darauf, dass dies 2018 vor allem einem neuen Geschäftsfeld zum Durchbruch verhelfen könnte: IT-Beratung für Unternehmen.


Image (adapted) „Business“ by Olu Eletu [CC0 Public Domain]


Weiterlesen »

Das Digitale sprengt Schulen auf: Jöran Muuss-Merholz über Digitalisierung in den Schulen

Klassenzimmer-Image-by-Dmitry-Vereshchagin-

Snapchat statt Zeitung, Youtube statt TV, Slack statt Arbeitsgruppentreffen: Für die Jugend ist das Digitale selbstverständlich. Über einen groß angekündigten „Digitalpakt“ zwischen Bund und Ländern sollen die Schulen – das tägliche Umfeld von Kindern und Jugendlichen – eigentlich besser ausgestattet werden. Die Rede ist von fünf Milliarden Euro, die in naher Zukunft fließen sollen. Nun stocken die Verhandlungen erst einmal.

Aber was heißt eigentlich ‚digitale Schule‘ bisher in Deutschland? Jöran Muuß-Merholz, Diplom-Pädagoge und Experte für digitale Medien im Bildungsbereich, zum Ist-Zustand und was er ändern würde. Dabei plädiert er dafür, sich bei der Digitalisierung in den Schulen nicht auf falsche Fährten locken zu lassen.

Netzpiloten: Wo stehen wir bei der Digitalisierung der Schule, also des Umfeldes, wo die junge Generation täglich mit am meisten Zeit verbingt?

Joeran Muuß-Merholz (CC-by-3.0) (Image by Hannah Birr) (cc-by-3-0 DE)
Jöran Muuß-Merholz. Image by Hannah Birr/J&K

Jöran Muuß-Merholz: Im Moment würde ich das als großes Durchwursteln bezeichnen. Es gibt zwar immer mehr Schulen, an denen das Internet und Digitales als hilfreich entdeckt wird. Das ist aber noch die Minderheit. Insgesamt erlebt das Thema Auftrieb, alle finden Digitalisierung plötzlich toll. Der Digitalpakt wird verhandelt. Bei den Parteien ist es im Bundestagswahlkampf ein großes Schlagwort. Das Schuljahr 2017/2018 könnte in Bezug auf die Schulen rückblickend irgendwann mal als Wendejahr wahrgenommen werden.

Das heißt, noch ist eher das Arbeitsblatt up-to-date?

Das Arbeitsblatt ist sogar Nummer Eins unter den Lehrmaterialien und einer Untersuchung der Uni Augsburg zufolge am Schulbuch vorbeigezogen.

Ideen für Digitales in der Schule scheitern an schlechter Ausstattung mit Hard- und Software, wird häufig beklagt…

Was die Ausstattung angeht, landet Deutschland im Industrieländervergleich regelmäßig hinten. Hardware ist allerdings das Zweitwichtigste. Davor kommt das Netz. Ich bin im Beirat einer Studie der Bertelsmann Stiftung, die im Herbst veröffentlicht wird. Ein Befund ist, dass Schulen ihr Internet als gar nicht so schlecht empfinden. Ich halte diese Selbsteinschätzung für falsch. Es ist nur solange nicht das Schlechteste, wie nur ein paar Geräte einbezogen sind.

Das heißt: Wenn wir Schulen jetzt ans Netz bringen, haben sie teilweise 50 Mbit pro Sekunde. Gehen alle Schüler gleichzeitig ins Netz, verursacht das aber irren Traffic. Das ist zu bedenken, wenn man auf politischer Ebene Infrastrukturmaßnahmen beschließt. Es reicht außerdem nicht, den Schulen einfach nur Netz und Technik zu geben. Jede Organisation, in der 500 Leute arbeiten, hat einen Systemadministrator. Das kann in der Schule niemand nebenbei leisten.

So denn Technik gegeben ist, wie digital ist der Schulalltag schon gestaltet?

Sehr viel wird entdeckt, was das Lehren und Lernen erleichtert. Um ein Beispiel zu nennen: Ein großer Hype ist der so genannte flipped classroom. Den Lehrstoff schauen sich die Schüler zuhause als Video an. Die Zeit in der Schule ist zum Üben und der Lehrer kann unterstützen. Die Videos machen die Lehrer selbst, das ist eine regelrechte Bewegung. Es gibt Youtuber mit Erklärvideos, die haben Millionen Klicks. Weiter werden Apps oder Quizze genutzt. Alles lauter gute Ideen. Allerdings handelt es sich bisher eher um eine Optimierung des Bestehenden.

Also noch nicht die große Revolution? Sind Apps, Videos und Quiz-Spiele nicht ein erster Schritt?

Das wäre der optimistische Blickwinkel, also dass im Fahrwasser der digitalen Medien neue Möglichkeiten in den Schulen einziehen. Ich glaube inzwischen, dass es so nicht funktioniert. So ist zum Beispiel die Ausstattung mit interaktiven Whiteboards an den Schulen sehr gut. Man kann damit bestimmt tolle Sachen machen – macht man aber nicht. Die Hauptanwendung besteht darin, dass Lehrer Youtube-Videos von einem USB-Stick abspielen. Hier, böse formuliert, optimiert es nur den Frontalunterricht.

Was wäre aus Ihrer Sicht stattdessen notwendig?

Neben einem technischen braucht es einen pädagogischen Wandel. Auch weil Computer immer mehr das übernehmen, wofür die Schule einmal Menschen ausgebildet hat. Wir müssen uns folgende Frage stellen: Was sollten Leute in der Schule lernen, damit sie mehr können als ein Computer. Die 4K-Kompetenzen, die von der OECD angeführt werden, zum Beispiel: Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken.

Wie anders sollten digitale Herangehensweisen ans Lernen aus diesem Blickwinkel aussehen?

Wie das pädagogisch aussehen kann, wissen wir schon länger als es Digitalmedien gibt. Das Lernen anhand von Projekten oder an Real-World-Zusammenhängen steht im Vordergrund. Das Digitale aber sprengt plötzlich auf, worauf Schule bisher limitiert war. Man hat nicht nur das Schulbuch als Quelle, sondern das ganze WWW. Früher war es sehr aufwändig, einen Experten in die Schule einzuladen, heute ginge das unkompliziert per Skype.

Ein tolles Beispiel kenne ich von einer Grundschullehrerin an der Nordsee. Sie hat mit ihren Schülern Partnerprojekte mit Schulen in Kanada und Neuseeland. Im Sachkunde-Unterricht stellen sie sich gegenseitig ihre Heimat vor, auf Englisch. Außerdem arbeiten sie gemeinsam an einer Blogplattform. Internet und reale Welt verbinden sich hier ganz stark.

Nun ist Bildung Ländersache. Welche Weichen müssten denn Bundesländer stellen, um ihre Schulen nach vorn zu bringen?

Infrastruktur braucht es auf jeden Fall. Ob der Netzzugriff dann über ein von Schülern mitgebrachtes oder von der Schule bereitgestelltes Gerät erfolgt, ist eine Frage der Konzepte und Kosten. Wenn man über eine Cloud arbeitet, ist es egal, von welchem Gerät aus er geschieht – Hauptsache, man hat einen Browser. Da spielt die Technik den Schulen in die Hände. Was aber ein Bundesland wirklich als erstes machen könnte, und zwar völlig kostenfrei, betrifft Open Educational Ressources: dafür nämlich eine Ermutigung auszusprechen. Die Stadt Leicester in England macht das vor. Als Schulträger sagt sie: Wir finden toll, wenn unsere Lehrer freie Materialien selbst entwickeln und unter freier Lizenz bereitstellen. In Deutschland ist für Lehrer unklar, ob sie überhaupt frei lizensieren dürfen, wenn sie etwas im Auftrag ihres Dienstherren gemacht haben.

Gibt es in Bezug auf freie Bildungsmaterialien nicht viel größere Bedenken beim Copyright?

Da gibt es eine seltsame Situation. Copyright-Unsicherheiten können ein großer Treiber für zwei verschiedene Tendenzen sein: Entweder stärkt es den Impuls zu sagen, dann machen wir die Fotos und Infovorlagen halt alle komplett selbst. Oder es wirkt bremsend. Viele lassen davon lieber die Finger – was ich nachvollziehen kann. Es ist nicht mal geklärt, wer bei Fehlern eines Lehrers haftet. Letztlich brauchen wir eine Reform des Urheberrechts.

Welche Chancen bieten Lernplattformen für die Schulen?

Lernplattformen erfüllen ganz verschiedene Zwecke: Zugang zu Tools, Videos und Dateien zu gewähren, die ganze Schulkommunikation kann darüber laufen. Möglich ist auch, Zugang zu Microsoft Office-Produkten in der Cloud zu schaffen. So etwas möchte Microsoft gern in die Schulen bringen.

Die deutliche Mehrheit der Schulen hat eine Lernplattform. Das heißt aber gar nichts: Ganz viele davon sind tot, werden kaum genutzt oder nur von einzelnen Lehrern. Zu dem, was möglich ist, hatte ich an einer Berufsschule in Kassel einen Aha-Effekt. Sie nutzen zwei Plattformen, eine für die Lehrmaterialien, eine für die Lernergebnisse. Tausende spannende Sachen, die andere Schüler anschauen können. Das geht nur mit einer modernen Pädagogik, wo Abschreiben nichts bringt. Es muss deutlich gesagt werden, dass es bei einer Aufgabenstellung nicht um reine Wiedergabe des Gelernten geht. Vielmehr muss der Schüler zeigen, dass er die Inhalte wirklich verstanden hat. So schließt sich übrigens der Kreis zu den 4Ks.


Jöran Muuß-Merholz schreibt Bücher über das Digitale und Bildung, darunter „Mein Kind ist bei Facebook. Tipps für Eltern“ (2012) und „Neues Lernen mit Medien. Wie man Internet und moderne Pädagogik verbindet“ (2009). Aktuell hat er ein Buch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, das unter dem Titel „Die vier Dimensionen der Bildung. Was Schüler im 21. Jahrhundert lernen müssen“ im September 2017 erscheint. In Hamburg betreibt er die Bildungs-Agentur „Jöran und Konsorten“.


Image „Klassenzimmer“ by Dmitry Vereshchagin/stock.adobe.com

Image by Hannah Birr / J&K (CC BY 3.0 DE)


Weiterlesen »

Ab ins sichere Nest: Die smarte Überwachungstechnik für Zuhause im Test

image_NestCam_3Q_global_shelf_Q42016_hi-res

Das Zuhause, das mitdenkt, ist keine Utopie mehr. Immer mehr digitale Helfer erreichen mittlerweile auch den deutschen Markt und die Technik ist sicher nicht mehr nur für Technik-Geeks. Amazon Echo oder Google Home wollen den breiten Markt erobern, aber für ein smartes Zuhause braucht es neben einem Assistenten auch Geräte, die miteinander interagieren – Lichter, Staubsauger-Roboter oder auch Überwachungstechnik. Auf Letzteres hat sich Googles Schwesterunternehmen Nest Labs spezialisiert. Im Februar 2017, ganze sieben Jahre nach Markteintritt in den USA, wurden die ersten Produkte in Deutschland eingeführt. „Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern sind sehr spezifisch.”, sagt Lionel Guicherd-Callin, Head of Product Marketing für Nest in Europa. „Wir wollten erst sicherstellen, dass alles für den deutschen Markt passt.“

Bisher kannte ich smarte Überwachungskameras nur von meinen Verwandten, die damit ihre Kleinkinder im Auge behalten, wenn sie selbst nicht zu Hause sind. In meiner Wohnung passiert allerdings nicht viel. Gelegentlich bewegen sich ein paar Schatten und niemand kann so einfach auf meinen Balkon klettern. Deswegen musste ich mir ein paar andere Testsituationen überlegen. Nach einer ausführlichen Testphase stelle euch die Nest Cam Indoor und die Nest Cam Outdoor vor. Beide sind momentan zu einem Preis von 199 Euro erhältlich.

Der erste Eindruck

Die Kameras kommen in stabilen Boxen, minimalistisch verpackt ohne große Probleme und Plastikberge. Das simple Design setzt sich in den Produkten fort. „Ventilatoren oder Rauchmelder sind Produkte, die das Raumgefühl stören. Deswegen war es uns bei den Nest Produkten wichtig, dass sie gut designt sind und sich in das Zuhause einpassen“, erklärt Guicherd-Callin.

Inhalt_Nest-Cam-Outdoor_Image-by-Nest
Lieferumfang der Nest Cam Outdoor. Image by Nest.

Mit einer Gesamtgröße von nur elf Zentimetern ist die Indoor-Kamera nicht auffällig oder störend, eingebunden in einen stabilen Metallfuß. Sie kann Dank eines eingebauten Magneten angebracht werden. Ist keine magnetische Oberfläche in der Nähe, tut es auch die mitgelieferte Wandhalterung. Die Kamera wird mit einem gängigen Micro-USB-Kabel verbunden. Nest hat sich hierbei bewusst gegen Batteriebetrieb entschieden, da die dauerhafte Stromversorgung dem System viel umfangreichere Möglichkeiten bietet.

Die Nest Cam Outdoor kann Dank des Magneten individuell ausgerichtet werden. Das übertragene Bild lässt sich allerdings im Nachhinein nur um 180 Grad drehen. Die Vielseitigkeit der Winkel wird hier leider wieder etwas einschränkt.

Besonders gefällt die Verbindungsart des Netzteils der Outdoor-Kamera. Der USB-Anschluss und das Netzteil werden durch eine Druck-Drehbewegung miteinander verbunden, sodass der Anschluss witterungsgeschützt ist. Eine einfache, aber sehr effektive Lösung.

Die Outdoor Kamera ist mit der IP-Schutzart IP65 ausgestattet, was absolute Staubdichte und Schutz gegen Strahlwasser aus beliebigen Winkeln verspricht. Dem Hamburger Dauerregen hat die Kamera standgehalten – durch den Regen haben sich allerdings andere Probleme ergeben, auf die ich später eingehen werde.

Plug and Stream

Zu jeder smarten Hardware sollte eine gute Software gehören. Deswegen lassen sich alle Nest-Produkte über eine App steuern. Die Nest App ist sowohl für Android als auch im iOS-App-Store erhältlich. Wir haben beide Plattformen während dieses Tests auf einem Smartphone (LG G4) und einem Tablet (iPad Air) gestestet. Die iOS-App fror sich während dieses Tests leider regelmäßig fest und hinkte auch sonst ein wenig hinter der Android-Version hinterher. Schade. In Puncto Funktionen und Übersichtlichkeit nehmen sich die Apps jedoch nichts.

Um die Produkte verwenden zu können, muss ein Nest-Konto erstellt werden. Auf diesem Konto werden die Cloud-Daten gespeichert und gewährleistet, dass nur zugelassene Personen auf die Kameras zugreifen können. Für das Einrichten der Geräte ist momentan noch zwingend ein Smartphone oder Tablet mit der Nest-App notwendig. Einmal eingerichtet, sind sie allerdings auch vom Computer aus steuerbar.

Die Installation geht schnell und ist sehr einfach gestaltet. Jeder Schritt der Installation wird mit Illustrationen oder Bildern begleitet. Wer seine Adresse nicht mit der Kamera verknüpfen möchte, muss seinen Wohnort nicht angeben. Die einzige verpflichtende Angabe, die bei der Kameraaktivierung gemacht werden muss, ist die Postleitzahl. Um die Kamera mit der App zu verknüpfen, muss nur noch der aufgedruckten QR-Code gescannt werden. Bei einer stabilen Internetverbindung dauert die Kameraeinrichtung vom Anschluss an die Steckdose bis zur fertigen Inbetriebnahme weniger als fünf Minuten. Ist die Kamera fertig eingerichtet, beginnt sie sofort mit der Bildübertragung. 

Die Steuerung innerhalb App ist sehr intuitiv. Mit einem Fingerwisch kann man das Bild vergrößern und bewegen. Die Einstellungen sind hinter einem Zahnrad in der Ecke versteckt, der Aufbau lenkt etwas vom Bild ab. 

Immer wachsam

Die Basisfunktionen erfüllen, was sie versprechen: Live-Video rund um die Uhr (zumindest, wenn die Bandbreite stimmt), HD-Streaming mit einer Auflösung von 1080 Pixeln, Bewegungsmeldungen, Infrarot-Nachtmodus und eine Gegensprechanlage. Wer zuhause nicht dauerhaft gefilmt werden möchte, kann auch die Abwesenheitsfunktion nutzen. Die App erkennt, wenn man das Netzwerk der Kamera verlässt und schaltet sie automatisch ein. Wenn man den Wohnort wieder betritt, schaltet sich die Kamera ab. Ein netter Effekt, denn so fühlt man sich nicht dauerhaft in den eigenen vier Wänden beobachtet. Der Nutzer hat ebenfalls die Möglichkeit, genau einen Zeitplan zu erstellen, der bestimmt, wann die Kameras aktiv sein sollen. So können die Kameras sehr individuell eingestellt werden.

Aber Nest kann noch mehr. Für Nutzer, die das volle Potential der Geräte dauerhaft nutzen möchten, kann dies allerdings sehr schnell teuer werden. Das Bezahlangebot Nest Aware, das als Monats- oder Jahres-Abo angeboten wird, speichert den Videoverlauf nicht nur für drei Stunden, sondern für ganze zehn Tage (Kosten: zehn Euro pro Monat) oder 30 Tage (30 Euro pro Monat). Das aufgezeichnete Videomaterial kann gespeichert werden, als Clip oder auch als Zeitraffer. Wer möchte, kann die Videos auch direkt über die Webseite auf diversen sozialen Netzwerken teilen. Zum Anschauen im Netz außerhalb der App ist allerdings ein Flash-Player notwendig. Für Nutzer eines iPad oder iPhones ist diese Voreinstellung leider äußerst unpraktisch.

Die letzte, sehr nützliche Funktion von Nest Aware ist das Einrichten von Warnbereichen. Die Bedienmaske, die leider nur in der Webansicht am Computer zugänglich ist, ermöglicht es dem Nutzer, über eine Drag-and-Drop-Maske gesonderte Warnmeldungen zu erhalten. In diesem Fall haben wir den Haustürbereich festgelegt, um zu testen, ob vorbeifahrende Autos von der Kamera ignoriert werden.

Die Kamera verfügt außerdem über die Nest Aware-Ansicht. Hier ist jeder Punkt in der Zeitleiste ein von der Kamera wahrgenommenes Ereignis. Die Zeitleiste von Nest Aware kann die Meldungen der Warnzonen farblich zugehörig sortieren. Je nach Ausrichtung der Kameras können so eine große Anzahl an Meldungen zusammenkommen. Insgesamt wurden mir an einem Wochenende 228 Warnmeldungen angezeigt, von denen 24 in jedem Fall angemessen, aber der Großteil vorbeifahrende Autos, Schatten oder sogar nur ein paar Fliegen waren. Angemessen bedeutet in diesem Fall: Die Nachbarskatze lief über unsere Treppe, Besuch stand vor der Haustür oder wir sind selbst aus dem Haus gegangen, um etwas zu holen.

An einem anderen Tag habe ich die Outdoor-Kamera im Regen getestet. Die Bilanz: 369 Warnmeldungen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt habe ich die Benachrichtigungen der Kamera ausgeschaltet. Jeder Regentropfen wurde mir als „mögliche Person“ gemeldet. Das ist wohl etwas übertrieben.

Aber was ist mit meinen Daten?

Die Videos und Daten, die die Kameras aufzeichnet, speichert Nest in einer Cloud und ist mit dem Nest-Nutzerkonto verknüpft. Eine berechtigte Frage ist hierbei: Wie kann ich denn sicherstellen, dass die Daten nicht von jemandem gestohlen oder abgegriffen werden?

„Die Sicherheit der Daten ist Nest sehr wichtig. Von dem Moment in dem die Kamera etwas aufnimmt ist es verschlüsselt. Und die Aufnahmen bleiben verschlüsselt“, erklärt Lionel Guichard-Callin im Gespräch. „Wenn die Daten in einem internen Speicher liegen würden, wären sie bei einem Diebstahl anfälliger.“

Die Kameras sind über eine Zwei-Faktor-Authentifikation mit dem Konto verbunden. Sollte die Kamera also gestohlen und in einem anderen Netzwerk wieder angeschlossen werden, kann man nur in dem zugehörigen Nest-Account auf die Daten zugreifen. Nest empfiehlt den Nutzern im Falle eines Diebstahls, das Passwort zum persönlichen Nest-Konto zu ändern und so sicherstellen, dass niemand auf die gespeicherten Daten zugreifen kann.

Ein Zugriff von einem anderen Konto muss vom Besitzer der Kamera aktiviert werden. Nest bietet die Möglichkeit, Familienmitglieder für ein gemeinsames Konto freizuschalten, die daraufhin ebenfalls Zugriff auf die Daten und Einstellungen haben.

Ohne Bandbreite keine Bilder

Nach einem ausgiebigen Test konnte ich mehrere Dinge feststellen. Erstens: Um die Kameras effektiv nutzen zu können, ist eine stabile und schnelle Internetverbindung zwingend notwendig. Wenn die Bandbreite nicht stimmt, schaltet sich die Kamera ständig aus und muss sich erneut mit dem WLAN verbinden und lädt dabei jedes Mal neu. Sehr nervig! Für Nutzer mit einem schlechtem WLAN-Netz bietet Nest in den Einstellungen die Möglichkeit, die Video-Qualität zu verändern, um die Ladezeiten zu verringern.

Ein weiterer persönlicher Störfaktor ist die Status-LED. Während des Betriebs leuchtet sie dauerhaft in einem grellen Blau. Durch die auffällige Farbe des Lichts zieht die Kamera sofort alle Aufmerksamkeit auf sich. Wer sich von so etwas schnell gestört fühlt, könnte damit ein Problem haben. 

Man muss sich also beim Einstellen der Kamera und der Einrichtung der Warnbereiche Gedanken machen, dass ungewollte Bereiche nicht zu sehen sind. Wenn man Push-Benachrichtigungen eingeschaltet hat, schickt die Kamera auch Benachrichtigungen von sich verändernden Schatten oder vorbeifahrenden Autos, die nur eine Sekunde im Bild zu sehen sind und im Normalfall keine Meldung wert sein sollten. Wer also im Urlaub die Kamera auf das werte Heim aufpassen lassen möchte, könnte durch das ständige Auftauchen von Push-Benachrichtigungen anstelle der versprochenen Entspannung eher ständigen Stress durchleben.

Ein sicheres Nest

Zusammenfassend machen die Kameras trotz der Kritikpunkte einen sehr guten Job. Wer sie nicht zwingend als Überwachungskamera nutzen möchte, sondern sie lieber als Wetterkamera für Zeitraffer einsetzt, wird die stablie und hochqualitative Streaming-Qualität überzeugen. Die Warnmeldungen waren in meinen Tests nicht vollends überzeugend, da sie zum Teil sehr vage waren. Die Benachrichtigungen wurden auf jedenfalls stets binnen kürzester Zeit auf mein Smartphone gesendet. Die meisten Funktionen, die ich im Test lieben gelernt habe, sind momentan nur mit der Funktion Nest Aware verfügbar. Wer sich für das Rundum-Sorglos-Paket entscheidet, ist mit den Nest-Kameras definitiv gut ausgestattet.

Die Nest Cam Indoor empfiehlt sich meiner Meinung nach für Familien mit Haustieren oder kleinen Kindern, die Nest Cam Outdoor für Hausbesitzer, die ihren Eingang im Auge behalten wollen. Die Anwendungsmöglichkeiten der Produkte sind noch viel weitreichender, wenn man sie in Kombination von anderen Smart Home Produkten verwendet. Für alle, die einfach eine solide, hochwertige Kamera suchen, sind die Nest-Produkte meiner Meinung nach eine gute Wahl. 

Nest Cam Sicherheitskameras bei Amazon (Provisions-Link)


Images by Nest
Video & Images by Melina Mork


Weiterlesen »

Amazon Echo im Test: Der vernetzte Lautsprecher für Einsteiger erklärt

1 Amazon-Echo-Black-Lifestyle

Amazon Echo ist ein smarter Lautsprecher und das Zuhause von Alexa, der virtuellen Amazon-Assistentin. Ähnlich wie die angekündigten Geräte Google Home und Apple HomePod ist es ihre Berufung, euch einfache Aufgaben abzunehmen, indem ihr sie einfach per Sprachbefehl diktiert. Angefangen bei Internet-Recherchen über die Steuerung eures Smart Home, bis hin zur Buchung von Reisen und Bestellungen bei Amazon. Alexa soll all das und noch mehr für euch erledigen können. Ich habe Alexa und ihre Behausung in den letzten Wochen auf Herz und Nieren geprüft, und bin dabei zu einem durchwachsenen Ergebnis gekommen.

Wie Alexa euch im Alltag helfen kann

Alexa hat bei uns vor einigen Wochen Einzug erhalten. Nachdem die ganze Familie sie ausgiebig getestet, gefordert und beleidigt hat, und dabei kläglich an der harten Schale des „Entschuldigung, das weiß ich leider nicht“ gescheitert ist, steht sie nun im Flur im ersten Stock. Mittlerweile hat sich Alexa fest in unseren Alltag integriert und einige Aufgaben an sich gerissen, die sie einfach am besten kann.

Dabei könnt ihr Alexa einfach über Sprachbefehle steuern. Wichtig ist, dass ihr jedes Kommando mit „Alexa, …“ beginnt. Die einzige Ausnahme ist, wenn sie eine Rückfrage stellt und die Mikrofone im Zuhörmodus selbstständig wieder aktiviert. Man kann das Keyword auch ändern, wenn einem der Name „Alexa“ nicht gefällt. Wenn ihr wissen wollt, was Alexa kann, sagt ihr „Alexa, stell dich vor“.

Die Wettervorhersage? Kein Problem, Alexa weiß, wie das Wetter an ihrem Standort oder an einem beliebigen Ort weltweit ist. Wenn man möchte, kann man Alexa Artikel in den Amazon-Warenkorb legen lassen. Brav liest sie dann die komplette Artikelbezeichnung vor, was schon einmal eine halbe Minute dauern kann. Gut, dass man sie jederzeit mit dem Kommando „Alexa, stopp!“ unterbrechen kann.

Bei meiner Familie besonders beliebt ist auch die Radio-Funktion. Über die Verknüpfung mit TuneIn kann man die meisten Radiosender in der Umgebung hören, sowie unzählige thematisch sortierte Playlists abspielen lassen.

Praktisch finde ich auch, dass man per Sprachbefehl die Musikwiedergabe steuern kann. Besonders gelungen finde ich dabei, dass das intuitiv funktioniert, genau so, wie man es erwartet. „Alexa weiter“ für den nächsten Track, „Alexa lauter/ leiser“, um die Lautstärke anzupassen und „Alexa zurück“, um von vorn zu beginnen.

Ohne Amazon Prime sind viele Funktionen von Alexa allerdings nicht nutzbar, was im im Alltag hinderlich ist. Daher habe ich mir für meinen Praxistest einen kostenlosen 30-tägigen Test-Account zugelegt.

Alexa hat die Skills: Neue Funktionen einfach dazulernen

Einige Dinge kann Alexa schon von Haus aus. Viele andere Dinge muss sie erst noch lernen. Amazon bietet dem Nutzer damit die Möglichkeit, seinen Sprachassistenten zu personalisieren. Dies erledigt ihr mit einem sogenannten Skill. Einer dieser Skills ist beispielsweise die App der Deutschen Bahn. Alexa kann mehr oder weniger gut Bahnverbindungen heraussuchen. Das funktioniert – wenn überhaupt – aber nur mit dem Keyword „Deutsche Bahn“ und nicht mit DB, Bundesbahn, Bahn oder DB Navigator. Praktisch ist allerdings, dass man nicht einmal die entsprechende App auf dem Gerät installiert haben muss. Es genügt, wenn der Skill aktiviert ist.

2 Amazon-Echo-living-room-768x432
Image by Amazon

Eine weitere nützliche Funktion von Alexa ist die tägliche Zusammenfassung. Dabei kann man sich ganz individuell die Nachrichten des Tages vorlesen lassen. Quellen dafür sind standardmäßig die „Tagesschau in 100 Sekunden“ und die Nachrichten der BILD-Zeitung. Erweitern lässt sich der Überblick beispielsweise mit Deutschlandfunk-Nachrichten und dem Wetterbericht.

Einen Skill könnt ihr mit der Alexa-App für Android und iOS einrichten. Diese Seite bietet eine Übersicht der unzähligen Skills aus verschiedensten Kategorien, von Nachrichten über Sport bis hin zu Lifestyle.

Wichtig ist, dass ihr immer die jeweiligen Schlüsselbegriffe nennt, die für die Sprachsteuerung eines Skills vorgesehen sind. Dahingehend ist Alexa weniger flexibel als Siri, die auch natürliche Sprache versteht. Da es so wichtig ist, die richtigen Keywords zu benutzen, um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, sind sie in der Alexa App im Bereich Skills nachzulesen.

Die App: bitte nachbessern!

Die Alexa-App ist auch in anderer Hinsicht für die Nutzung von Amazon Echo wichtig. Etwa, wenn ihr im Musik-Katalog stöbern wollt. Die Applikation ist zwar soweit logisch aufgebaut und überrascht mich immer noch mit ihrem Funktionsumfang. Allerdings wünsche ich mir für die Zukunft einige Verbesserungen in der Performance.

Wählt man im Bereich „Musik und Bücher“ beispielsweise „Prime Music“ und dann „Alle Künstler (A-Z)“ aus, dauert es erst einige Sekunden, bis die Auflistung geladen ist. Eine Suche nach einem speziellen Künstler gibt es ebenso wenig wie die Möglichkeit, zu einem bestimmten Buchstaben zu springen. Wählt man dann einen Künstler aus, wird die zufällige Wiedergabe von Songs dieses Künstlers gestartet. Meist sind es nur wenige Lieder, die für Amazon-Prime-Mitglieder verfügbar sind. Wer sich dann allerdings überlegt, dass er statt X Ambassadors doch lieber Musik von ZAYN hören möchte, fängt wieder ganz von vorne im Hauptmenü an und ist minutenlang mit Scrollen beschäftigt.

Es gibt zwei Varianten des Amazon Echo

Der vernetzte Lautsprecher Amazon Echo kommt in schwarz und oder weiß. Das Gerät hat eine zylindrische Form. Lautsprecher und Mikrofone befinden sich in der unteren Hälfte, wo die Oberfläche durchlöchert ist. Der oberste Teil lässt sich drehen, hier kann manuell die Lautstärke eingestellt werden. Auf der Oberseite befindet sich eine Taste zum manuellen Aktivieren des Zuhörens, sowie eine Taste zum Stummschalten, so dass das Mikrofon deaktiviert wird. Ein LED-Band bildet den oberen Rand. Sagt man das Aktivierungswort, leuchtet dieser blau und an der Stelle, aus der die Stimme kommt, grün. Wenn der Sprachbefehl verarbeitet wird, wandert der Lichtimpuls im Kreis. Ist das Mikrofon aus, leuchtet das Band rot. Amazon Echo kostet zurzeit beim Hersteller 179,99 Euro.

Eine deutlich kleinere Version trägt den Namen Amazon Echo Dot. Sie besteht sozusagen nur aus dem obersten Teil, hat ebenfalls das LED-Band und verfügt über die Taste zur manuellen Aktivierung der Spracherkennung und die Stummschaltetaste. Darüber hinaus gibt es noch zwei Tasten zur Lautstärkenregulierung. Auch der Amazon Echo Dot ist in schwarz oder weiß verfügbar. Im Moment liegt der Preis für den Amazon Echo Dot beim Hersteller bei deutlich günstigeren 59,99 Euro.

3 Amazon-Echo-Dot-Bookshelf-768x512
Amazon Echo Dot. Image by Amazon

Amazon Echo und der Datenschutz

Es ist nicht so ganz einfach, sich vorzustellen, dass Alexa im einem Moment noch ein Gehör haben soll, wie ein Sieb – alles, bis auf das Aktivierungswort würde sie vergessen – und im nächsten Moment genau zuhören soll. In den häufig gestellten Fragen zu Alexa heißt es dazu:

„Amazon Echo und Echo Dot verwenden eine geräteinterne Stichworterkennung, um das Aktivierungswort zu erkennen. Wenn diese Geräte das Aktivierungswort erkennen, leiten sie Audiodaten in die Cloud, einschließlich eines Sekundenbruchteils vor Äußerung des Aktivierungswortes.“

„In die Cloud“ – das bedeutet, die Daten werden an einen Server irgendwo auf der Welt weitergeleitet. Im Zweifelsfall kann dieser Server auch in einem Land stehen, dass einen niedrigeren Datenschutzstandard hat als Deutschland. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht durch Amazons Lautsprecher den Datenschutz gefährdet. Sie weist darauf hin, dass Hacker Amazon Echo als Wanze missbrauchen könnten. Auch die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Andrea Voßhoff, warnt vor den Gefahren durch Alexa, wie sie im Interview mit der WirtschaftsWoche erklärte.

Leider gehen die Probleme in puncto Datenschutz bei Alexa noch einen Schritt weiter. Wie Amazon in seiner Datenschutzerklärung darlegt, werden darüber hinaus noch sogenannte „automatische Informationen“ weitergeleitet. Diese umfassen so ziemlich alles, was ein Internetriese wie Amazon an Daten über seine Kunden erfassen kann, von der IP-Adresse über Cookies bis hin zu Scroll-Verhalten, hier detailliert nachzulesen.

Test-Fazit Amazon Echo

Wer Alexa im Gewand von Amazon Echo zuhause hat, kann sich einige lästige Handgriffe ersparen. Besonders in stressigen Situationen oder wenn man gerade keine Hand frei hat, ist es praktisch, per Sprachbefehl kleine Aufgaben zu erledigen. Mich hat allerdings gestört, dass Alexa noch sehr unflexibel ist und nur dann vernünftig funktioniert, wenn man Keywords oder Skills druckreif ausspricht. Außerdem fehlen mir die Smart-Home-Geräte, die ich mit Alexa hätte verbinden können. Ich stelle mir vor, dass man sich dadurch noch viele weitere Handgriffe ersparen kann. Wer die entsprechenden Geräte sowie Alexa im Haus hat, ist aber definitiv auf den Haushalt der Zukunft vorbereitet.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten


Images by Amazon


Weiterlesen »

1Password und die Risiken der Cloud

Cloud (adapted) (image by rawpixel [CC0] via pixabay)

Der insbesondere bei Apple-Nutzerinnen und -Nutzern populäre Passwort-Manager 1Password speicherte die abgelegten Passwörter bislang lokal auf dem Gerät. Nun wurde auf eine Cloud-basierte Speicherung umgestellt. In der IT-Sicherheits-Community sorgt das für Kritik: eine Speicherung in der Cloud wird als weniger sicher angesehen, da Nutzerinnen und Nutzer nicht kontrollieren können, was mit ihren Daten geschieht. Auch die unterschiedliche Gesetzeslage in verschiedenen Ländern könnte ein Problem darstellen.

1Password-Nutzer werden zum Umstieg gedrängt

Der Passwort-Manager 1Password ist äußerst beliebt. Insbesondere die Apple-Nutzergemeinde schätzt das Produkt für Mac OS X und iOS. Aber auch auf Windows und Android kommt 1Password zum Einsatz und erfreut sich einiger Beliebtheit. Vor Kurzem trafen die Entwickler vom Unternehmen Agile Bits allerdings eine kontroverse Entscheidung: Sie begannen, die Speicherung der archivierten Passwörter vom lokalen Gerät in die Cloud zu verlagern. Nutzerinnen und Nutzer wurden gedrängt, auf die neue Variante – bei der der Cloud-Speicher im Abo-System bezahlt wird – umzusteigen. Die alte Einzelplatz-Version existiert zwar noch, wird aber nicht mehr beworben und ist schwierig zu bekommen. So sollen Kunden zum Umstieg gedrängt werden.

Gefahr für sensible Daten in der Cloud

In der IT-Sicherheits-Gemeinde sorgt die Entscheidung von Agile Bits für Kritik. Diese beruht vor allem darauf, dass im Falle einer Cloud-Speicherung die Absicherung der Daten nicht mehr in den Händen der Benutzerin oder des Benutzers liegt. Werden die Passwörter auf dem eigenen PC, Laptop oder Smartphone gespeichert, kann die Besitzerin oder der Besitzer selbst für deren Absicherung sorgen. Bei entsprechend sicherheitsbewussten Nutzerinnen und Nutzern könnte dies beispielsweise durch eine Verschlüsselung des Benutzer-Verzeichnisses geschehen. Werden die Daten dagegen in der Cloud abgelegt, müssen sich die Nutzerinnen und Nutzer auf die Verschlüsselung des Anbieters verlassen. Weist diese einen Fehler auf, sind die Daten nur unzureichend geschützt, ohne dass die Nutzerinnen und Nutzer daran etwas ändern können. Durch die zentralisierte und über das Netzwerk aufrufbare Speicherung der Daten werden diese zudem zu einem attraktiven Ziel für Online-Kriminelle. Angreiferinnen und Angreifer können hier mit einem einzigen Coup hunderttausende von Benutzerkonten samt Passwörtern erbeuten – und haben das in der Vergangenheit bei 1Passwords Konkurrenten auch schon getan. So wurde beispielsweise der Dienst Lastpass schon Opfer eines derartigen Angriffs.

Ein weiteres Problem ist die je nach Land unterschiedliche Gesetzeslage. Agile Bits ist ein kanadisches Unternehmen und somit weniger von – oftmals fragwürdigen – behördlichen Zugriffen betroffen als Unternehmen mit Firmensitz in den USA. Dennoch ist es beispielsweise für deutsche Nutzerinnen und Nutzer wahrscheinlich besser, sich auf die vergleichsweise strengen deutschen Datenschutz-Gesetze berufen zu können. Werden die Daten auf einem privaten Gerät gespeichert, ist das der Fall. Bei einer Speicherung in der Cloud ist oftmals entweder der Firmensitz oder der Server-Standort, nicht der Wohnort oder die Staatsangehörigkeit der Nutzerin oder des Nutzers, relevant. So sind die sensiblen Daten womöglich nicht nur technisch, sondern auch juristisch in der Cloud schwächer geschützt.

Im Sinne der Kundinnen und Kunden

Mit seiner Entscheidung, die Datenspeicherung in der Cloud zu forcieren, hat Agile Bits keine Entscheidung im Sinne seiner Kundinnen und Kunden getroffen. Mögliche Vorteile beim Komfort und der Sicherheit der Daten vor versehentlichem Verlust werden mehr als aufgewogen durch mögliche schwere Einbußen bei Privatsphäre und Datensicherheit. Es bleibt zu hoffen, dass das Unternehmen diese Tatsache angesichts der öffentlichen Kritik einsieht und die Wahl seinen Kundinnen und Kunden überlässt.


Image (adapted) „Cloud“ by rawpixel (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Beliebte Sprachassistentin: So hilft euch Siri im Alltag

Siri-Logo (Image by Apple)

Sprachassistenten werden beliebter, wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt. Demnach möchte jeder vierte Deutsche einen smarten Assistenten nutzen, um Smart-Home-Produkte zu steuern. Ebenfalls beliebt ist mit 14 Prozent das Abrufen von Verkehrsnachrichten und knapp dahinter mit 13 Prozent ist der Anteil der Befragten, die sich E-Mails und Kurznachrichten vorlesen lassen. Der Rest entfällt auf das Erfahren von Sportnachrichten per Stimme, das Bestellen von Waren im Internet und das Musikhören über den Lautsprecher. Auch, wenn Google mit Google Home und Amazon mit Alexa nachgelegt haben, so bleibt Apple‘s Siri bisher das ausgereifteste Produkt.

Seit der Einführung im Herbst 2011 hat Apple seine Sprachassistentin Siri fortlaufend verbessert. Inzwischen hat sich der virtuelle Assistent fest in das Nutzungsverhalten der Besitzer von iPhone, iPad, Apple TV und Apple Watch integriert. Viele möchten ihn nicht mehr missen. Nachdem mit der neusten iOS-Version 10 inzwischen auch die Interaktion zwischen Siri und Apps von Drittanbietern klappt, hat sich Siris Mehrwert mit vielen neuen Funktionen noch mal gesteigert. Schaut mal, was Siri alles für euch tun kann!

Eure persönliche Sprachassistenz einrichten

In den Einstellungen auf iPhone und iPad könnt ihr Siri aktivieren und an eure Bedürfnisse anpassen. Ihr könnt Siri beibringen, euch beim Namen zu nennen, indem ihr eure Kontaktinformationen zuweist. Spricht sie euren Namen falsch aus, könnt ihr sie verbessern. Außerdem reagiert sie auf das Kommando „Hey Siri“, das auch ohne Drücken des Home-Buttons funktioniert. In den Einstellungen könnt ihr zudem zwischen einer männlichen und einer weiblichen Stimme wählen.

Siri versteht sich auch mit anderen Apps gut

Zu Beginn verstand sich Siri nur mit Apples eigenen Apps. Seit iOS 10 kann sie auch mit anderen Apps zusammenarbeiten. Zum Beispiel kann man sich mit ihrer Hilfe ein Taxi über die App MyTaxi rufen. Auch WhatsApp-Nachrichten kann Apples Sprachassistentin inzwischen verschicken. Und wenn man das möchte, und alles richtig konfiguriert hat, erledigt sie sogar Überweisungen. Möglich ist dies über die Banking-App Azimo. Sagt Siri dazu: „Überweise meinem Bruder 20 Euro“. So eine Kooperation funktioniert auch mit Pinterest, sodass ihr Siri nach Inspiration suchen lassen könnt. Im Test konnte Siri allerdings nur die App öffnen.

In Verbindung bleiben

Siri kann euch helfen, Kontakt zu Familie, Freunden, Kollegen und anderen Bekannten aufzunehmen. Beispielsweise könnt ihr Siri jemanden für euch anrufen lassen. Dazu müsst ihr nicht nicht zwangsläufig den Namen nennen, unter dem derjenige im Adressbuch steht. Siri kann sich inzwischen das Verhältnis merken, in dem ihr zu jemandem steht. Dazu müsst ihr einen entsprechenden Eintrag im Adressbuch hinterlassen. Es stehen etliche Verwandtschaftsgrade sowie hierarchische Ebenen im beruflichen Kontext zur Verfügung. Außerdem lassen sich sogar eigene Verhältnisse hinzufügen. So ist es möglich Siri zu sagen, „Ruf Schatz an“.

Mit Siri den Alltag organisieren

Siri kann für euch Ereignisse im Kalender erstellen oder euch an Dinge erinnern. Wenn gewünscht, erfolgen diese Erinnerungen nicht nur zu einer festgelegten Uhrzeit, sondern auch, wenn ihr einen bestimmten Standort erreicht. Ihr könnt Siri also sagen: „Erinnere mich daran, sobald ich das Haus verlassen habe.“ Siri kennt euren Kalender und gibt euch gerne eine Auskunft, wann der nächste Termin ist, ob ihr am Nachmittag noch Zeit für einen neuen Termin habt und warnt euch auch, wenn ihr dabei seid, Terminsalat zu machen.

Siri macht Musik, erklärt euch Bücher

Siri hat den Rhythmus im Blut. Sie kann für euch Lieder spielen und anhalten, ein Lied vor- oder zurückspulen. Außerdem kann die Sprachassistenz ähnliche Lieder suchen, wenn euch gefällt, was ihr gerade hört. Ich mag besonders die Funktion „Spiele das beliebteste Lied aus dem Jahr XY„. Voraussetzung dafür ist, dass ihr Apple Music aktiviert habt. Aber auch mit Filmen und Büchern kennt sich Siri aus. Wo und wann welcher Film in der Nähe läuft verrät sie euch ebenso gerne wie sie Bücher aus dem iBooks-Store zu eurer Mediathek hinzufügt. Eine weitere hilfreiche Funktion finde ich, dass Siri im Internet nach Zusammenfassungen von Büchern oder Filmen suchen kann. Sagt dazu einfach: „Worum geht es in …?“

Unterwegs

Auch, wenn ihr gerade nicht Zuhause seid, könnt ihr euch mithilfe von ein paar Sprachkommandos das Leben leichter machen. Siri kennt zum Beispiel immer den kürzesten Weg. Wo in der Nähe ein gemütliches Café oder ein beliebtes Restaurant sind, weiß sie ebenfalls. Auch, wenn ihr nur eure Bedürfnisse nennt, kann die Assistentin euch unterstützen. Eine gescheite Antwort erhaltet ihr zum Beispiel auf dieses Sätze:

  • Ich brauche eine Aspirin.
  • „Wo kann ich mir die Haare schneiden lassen?“
  • Ich muss bald tanken.
  • Ich brauche einen guten Elektriker.

Im Auto

Praktisch ist auch die Nutzung von Sprachbefehlen im Auto. Ihr wisst ja, dass es verboten ist, während der Fahrt das Handy ans Ohr zu halten, eine Nachricht zu tippen oder zu lesen. Dies könnt ihr Siri erledigen lassen. Sie arbeitet außerdem mit Apple’s CarPlay zusammen, einer abgespeckten Version von iOS, die sich in die Betriebssysteme einiger Autohersteller integrieren lässt. Hier findet ihr eine Auflistung der Hersteller und Modelle, bei denen das möglich ist. Die Digitalassistentin kann dann während ihr fahrt Anrufe annehmen und tätigen, Nachrichten vorlesen, verfassen und verschicken.

Das Lexikon aus der Cloud

Apples Sprachassistentin hilft euch bei vielen kleinen Fragen des Alltags. Hier ein paar Anregungen.

  • Wie viel sind 7 Prozent Trinkgeld auf 85 Euro?
  • Wie hoch ist der Mount Everest?“
  • Wie viel ist ein Viertel von 128?“
  • Wie viel ist 1 Euro in US-Dollar
  • Wie hat der HSV zuletzt gespielt?“
  • Zeige mir Bilder von Tim Cook.“
  • Wie viel Tage noch bis Weihnachten?“
  • Wie steht der DAX?“

Spaß muss sein

Zu guter Letzt noch ein paar unterhaltsame Frotzeleien, die ihr mit eurem virtuellen Assistenten austauschen könnt, wenn euch gerade langweilig ist.

  • Wirf einen Würfel.
  • Wie macht ein Fuchs?“
  • Kannst du auch Dirty Talk?“
  • Was ist besser? iPhone oder ein Samsung Handy?“
  • Warum vibrierst du?“
  • Was ist Null geteilt durch Null?“
  • Wann wird die Welt untergehen?“
  • Wie viele Mitarbeiter von Apple benötigt man, um eine Glühbirne zu wechseln?“

Image by Apple

Dieser Artikel erschien zuerst bei Applepiloten


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • ANDROID golem: Android O und Android Go: Es ist Zeit der großen Entwicklerkonferenzen. Am Mittwoch den 17.5. kündigte Google auf der Google I/O Neuerungen und Pläne an. Darunter auch Android O und die etwas leistungsschwächere Variante Android Go. Das neue Betriebssystem soll nun Funktionen wie Bild-in-Bild Wiedergabe und ein neues Benachrichtigungssystem eingerichtet. Am meisten begeisterte die Besucher der Konferenz die Ankündigung nun auch die Programmiersprache Kotlin einzubinden. Android Go ist eine Abwandlung des neuen Systems und soll explizit für Geräte mit weniger als 1GB Ram verwendet werden können.

  • KI t3n: Konkurrenz für Siri: Der Google Assistant kommt aufs iPhone: Auf dem Google Pixel testete Google seinen neuen sprachgesteuerten Assistenten, der nun auf vielen weiteren Android-Smartphones und sogar iPhones oder iPads verfügbar sein soll. Bis Sommer 2017 soll der Assistent nur in den USA verwendet werden können. Bis dahin wird eine Umstellung auf Deutsch oder andere Sprachen möglich sein. Der Assistent soll auch mit kurzen Textkommentaren bedient werden können und Funktionen wie Paketverfolgung oder Appbedienung beinhalten.

  • CLOUD wired: Sundar Pichai Sees Google’s Future in the Smartest Cloud: Google ist jetzt ein Unternehmen mit dem Grundsatz ‘Künstliche Intelligenz zuerst’. Auf der I/O wurde ebenfalls ein neuer Chip angekündigt, der künstliche Intelligenz versorgen kann. CEO Pichai sagt, dass es wichtig sei, dass diese Technologie für alle zugänglich ist um ihr so den Mythos zu nehmen. Googles Entwicklungen im Bereich der KI sind vor allem für den Google Übersetzer oder andere Bereiche des maschinellen Lernens innovativ.

  • WHISTLEBLOWING sueddeutsche: Die Heldin ist frei: Seit gestern ist Whistleblowerin Chelsea Manning wieder frei. Manning hat vor sieben Jahren Dokumente und Kriegspraktiken der USA an die Plattform Wikileaks weitergegeben und so den größten Militärskandal der USA an die Öffentlichkeit gebracht. Nun kommen erneut Debatten um Whistleblowing und ob es ein Whistleblowerschutz per Gesetz geben sollte. Unter den Daten die Manning veröffentlichte waren Videomaterial, interne Kabelberichte mehrerer US-Botschaften oder Daten aus dem Militärgefängnis Guantanamo.

  • G20-GIPFEL heise: G20-Gipfel: Globales Wettbewerbsnetz soll digitale „Superstar-Konzerne“ einhegen: Der Beraterstab für den G20-Gipfel im Hamburg hat eine neue Strategie vorgeschlagen mit welcher man kartellrechtlich gegen Großkonzerne wie Facebook und Google vorgehen könnte. Mit einem sogenannten „Weltwettbewerbsnetzwerk“ möchte Ökonomin Dalia Marin ein Rahmenwerk schaffen um das Kartellrecht international anwenden zu können. Ebenso wichtig sei es digitale Entwicklungen wie Algorithmen und Big Data miteinzubeziehen.

Weiterlesen »

Digitalisierung: Kundenerlebnisse entscheiden über den Erfolg

adobe_experience_cloud (adapted) Image by Stefan von Gagern

Die Digitalisierung bringt derzeit alle Branchen in Aufruhr. Der Trend ist das Thema für den Adobe Summit in London, zu dem Anfang Mai über 5.000 Marketing und IT-Experten aus Europa zusammen kamen. „Es ist eine Zeit des Übergangs“, sagte Adobe CEO Shantanu Narayen zur Eröffnung seiner Keynote. „Digitale Technologie verändert unser Leben. Die Unternehmen liefern sich dabei einen Wettlauf, um vorne mit dabei zu sein und um die Aufmerksamkeit des Kunden zu gewinnen“, so Narayen. Riesige Datenmengen, das Aufkommen verschiedener Endgeräte und gleichzeitig immer höhere Kundenerwartungen zwingen die Unternehmen dazu mehr über den Kunden nachzudenken.

Es gilt heute, überall präsent zu sein, den Kunden persönlich anzusprechen und gleichzeitig einheitlich und mit anspruchsvollem Design zu kommunizieren. Keine leichte Aufgabe, doch laut Adobe lohnt es sich, hier zu investieren. Zum Beispiel können Unternehmen, die in gutes Design investieren, laut einer Studie von Adobe über 200 Prozent mehr Umsatz machen. Design ist gleichzeitig laut Adobe „der Treibstoff für das Kundenerlebnis“ sein. Denn Design kommt überall da zum Einsatz, wo es Berührungspunkte mit dem Kunden gibt – zum Beispiel auf der Website, in einer mobilen App oder einem Display im Showroom beim Autohändler.

Begeisternde Kundenerlebnisse sollen künftig nicht nur wichtig, sondern der Vorsprung gegenüber der Konkurrenz sein und künftig über den Erfolg mehr denn je entscheiden. Langfristig sollen die Erlebnisse die Kundenbeziehung sichern. „Wir von Adobe glauben, dass Kundenerlebnisse das große Unterscheidungsmerkmal sind, das Zünglein an der Waage, um lebenslanges Kundeninteresse und Wachstum zu entfachen“, sagt Brad Rencher, Executive Vice President und General Manager Digital Marketing bei Adobe.

Neue Komplettlösung mit Geheimzutat künstlicher Intelligenz

Um mit den Herausforderungen der Zeit Schritt zu halten geben Unternehmen deshalb Millionen aus, viele investieren aber dabei in alte Technologien die für die neue Welt gar nicht gemacht sind. „Das digitale Business braucht eine neue Plattform, ein zentrales Nervensystem“, so Narayen.

Die Antwort soll die neue Adobe Experience Cloud liefern. In der Plattform stecken gleich drei Cloud-Lösungen, die unter dem neuen Dach zusammengeführt werden: Die Adobe Marketing Cloud, Adobe Advertising Cloud und Adobe Analytics Cloud. Zudem kommen zwei schon bekannte Cloud-Lösungen zum Einsatz: Die Adobe Creative Cloud liefert alles fürs Design, die Document Cloud kümmert sich um den papierlosen Dokumentenaustausch mit PDF.

experience_cloud_adobe-summit
Image by Stefan von Gagern

Die wichtige Basis dafür ist die Adobe Cloud Plattform, die gleichzeitig Adobe Sensei im Bereich maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz nutzt. Die Adobe Cloud-Plattform ist offen und kann Kundendaten und Content aus einem beliebigen System zentralisieren und standardisieren. Adobe Sensei wurde letzten Herbst schon auf der Adobe MAX vorgestellt. Das Framework bringt übergreifend künstliche Intelligenz in die Plattform. Sensei kann große Datenmengen verarbeiten und verstehen. Zusammen mit Sensei sollen so detallierte Kundenanalysen möglich sein und die Einblicke zum Beispiel in Designentscheidungen übersetzt werden. Die künstliche Intelligenz soll dabei immer nur die Kreativität des Menschen verstärken, aber nie ersetzen.

Zugeschnittene Erlebnisse für verschiedene Kunden

Sensei und die künstliche Intelligenz kommt dann an vielen Stellen zum Einsatz. Die Herausforderung beim Design ist heute das Tempo: Designs müssen in kürzester Zeit entstehen dann an viele Geräte und Plattformen ausgeliefert werden. Oft wirken sich Anpassungen auf hunderte Bildschirmseiten in Apps oder Webseiten aus. Hier kommt Sensei zum Einsatz.

Die künstliche Intelligenz hilft Kreativen dabei in kürzester Zeit zum Beispiel das richtige Bildmaterial für die Zielgruppe zu finden. Ein Beispiel ist die intelligente Bildsuche bei Adobe Stock, die nach einer Vorlage ähnliche Bilder aus der 35 Millionen Bilder umfassenden Datenbank heraussuchen kann. Das ist jedoch nur ein Beispiel. Adobe will künftig immer mehr künstliche Intelligenz und neue Service zu seinen Tools bringen, um beispielsweise Design mit Kundendaten zu verzahnen. So können Webseiten oder E-Mails personalisiert werden und für den Kunden passend ausgeliefert werden.

Digitale Unternehmen verändern sich – von Autohandel bis zum Pizzadienst

Wie das Kundenerlebnis in der Praxis aussehen kann, zeigten einige Kunden, die mit den Lösungen schon arbeiten. Als Beispiel zeigte BMW wie sich der 100 Jahre alte Traditionshersteller angepasst hat. „Früher drehten sich alle Gedanken um das Auto, heute geht es darum was der Kunde braucht“, so Dr. Rainer Feurer von BMW.

Der Autohersteller will im Jahr 2025 nicht nur 100 Millionen Kunden haben, sondern jeden davon kennen. Dafür werden Daten benötigt, mit denen BMW dem Kunden personalisierte Angebote präsentieren will, der sich heute meist sein Auto schon selbst zuhause per Website selbst konfiguriert. Per Web kann er auch noch gleich die Finanzierung erledigen und seinen Gebrauchten in Zahlung geben. Beim Händler geht es dann nur noch um die Probefahrt.

Auch im Online-Handel herrscht ein enormer Konkurrenzdruck. Als Beispiel, wie man sich von der Konkurrenz durch nur ein paar digital umgesetzte Ideen absetzen kann, zeigte Adobe mit dem Fast-Food-Hersteller Domino´s Pizza. Die Marke war schon früher ein Pionier unter den Lieferdiensten und zeigt heute, wie das Kundenerlebnis helfen kann, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Durch die neue App, die auch für die Apple Watch erhältlich ist, und mittels einer neu gestaltete Website kann der Kunde nicht nur seine Pizza online bestellen, sondern auch verfolgen, wann sie im Ofen landet und wie sie knusprig wieder herauskommt. Seit der Einführung dieser kleinen Details in die Online-Apps verkauft das Unternehmen deutlich mehr – und 60 Prozent seiner Bestellungen werden seither mobil getätigt. Adobe hat also auch hier weiterhin die Nase vorn.


Images by Stefan von Gagern


Weiterlesen »

Teuer vs. günstig: Welches Amazon Fire Tablet ist besser?

Amazon Fire Tablet Größenvergleich

Stapelweise Literatur, Serien-Streaming oder neuerdings auch Supermarkt im Netz: Derzeit gibt es kaum eine Branche, in die der Internetriese Amazon nicht hineinwächst. Und er produziert auch eigene Geräte für seine Plattform. Nachdem ich bereits den Kindle-E-Reader ausführlich getestet habe, war ich neugierig, ob die Amazon Fire Tablets des Online-Händlers halten, was sie versprechen. Zum Vergleich habe ich aus Amazons Produktreihe die günstige Tablet-Variante und das Top-Tablet Fire HD 10 genauer unter die Lupe genommen. Bei beiden handelt es sich eigentlich um Android-Tablets, die mit einer speziellen Oberfläche von Amazon angepasst sind.

Das Schnäppchen: Amazon Fire Tablet

Dieses Tablet ist das günstigste aus der Tablet-Reihe von Amazon Fire – und eben einen genaueren Blick wert. Der erste Eindruck war ziemlich gut. Das Tablet kommt mit seinem farbigen Design stylisch daher. Mit seinen 7 Zoll wirkt es klein und kompakt. Die Auflösung von 1024 x 600 Bildpunkten mit einer Pixeldichte von 171 ppi empfinde ich für das kleine Gerät mehr als ausreichend. Allerdings liegt es mit 313 Gramm etwas schwer und klobig in der Hand. Mit einer Tiefe von 10,6 mm ist es auch ganz schön dick geraten. Durch das stabile Kunststoffgehäuse ist es nicht so schmutzempfindlich wie das hochwertigere Amazon Fire Tablet HD 10. Somit passt es perfekt als kleiner Begleiter in die Tasche und kann unterwegs bestens genutzt werden.

FIRE TABLET (2)
Image by Jennifer Eilitz

Das Amazon-Tablet ist auf dem Gerät mit eigenen Apps und Funktionen wie beispielsweise „Amazon-Angebote“ oder auch den „Amazon-Shop“ vertreten, um den Nutzer in den eigenen Amazon-Kosmos zu locken.

Bei dem Versuch, das Tablet benutzerdefiniert für mich einzurichten, gibt es die ersten Stolpersteine. Die vielen Apps aus dem Google Play Store kann ich nämlich nicht benutzen. Ab Werk ist nur Amazons hauseigener App-Store installiert. Sein Angebot ist viel kleiner. Schade!

Schwächen bei Akku und WLAN

Die Akkulaufzeit konnte mich nicht beeindrucken, da sich der Akku bei intensiver Nutzung schnell entlädt. Amazon vermerkt hier eine Laufzeit von etwa sieben Stunden – und somit eine ganze Stunde weniger als beim Fire HD 10. Mir kommt das ziemlich kurz vor – schließlich halten moderne Netbooks locker doppelt so lange durch.

Fire Tablet Startmenü
Image by Jennifer Eilitz

Die Kameraauflösung ist höchstens mittelmäßig. Eine VGA-Frontkamera und eine rückseitige Kamera mit gerade mal zwei Megapixeln sorgen für einen gewissen Retrofaktor, denn die Bilder sehen aus, als wären sie zu einer Zeit geschossen worden, als Fotohandys gerade frisch auf den Markt kamen. Für den geringen Kaufpreis überrascht mich die Qualität jedoch nicht.

Musikhören auf dem Gerät klappt besser, der Klang selbst ist deutlich und klar. Leider hat Amazon hier beim Design nicht so gut aufgepasst. Die Lautsprecher sind unten auf der Rückseite angebracht – sobald das Tablet hingelegt wird, dringt der Klang nur noch gedämpft nach außen. Es gibt noch weitere Mankos: Die Musik, die ich über die Prime-Musik-App abgespielt habe, bricht immer wieder ab, da die WLAN-Verbindung unterbricht und neu gesucht werden muss.

Das Lesen auf diesem Gerät war schon angenehmer als das ständige WLAN-Gesuche, das Gerät liegt auch nach längerer Zeit gut in der Hand. Durch die sogenannte Blue-Shade-Funktion ist das Lesen auch am Abend sogar augenschonend. Zusammen ergibt dies also ein allgemeines „befriedigend“ mit leichten Abzügen in der B-Note. Wer diesen kleinen Begleiter für Reisen, unterwegs und fürs Sofa erstehen möchte, muss immerhin nicht allzu tief in die Tasche greifen. Das Low-Budget-Tablet gibt es in verschiedenen Farben ab ca. 60 Euro.

Das Elegante: Fire Tablet HD 10

Fire HD 10 Tablet Startmenü
Image by Jennifer Eilitz

Trotz seiner Displaygröße von ganzen 10,1 Zoll liegt das schlanke Tablet mit einer Randbreite von gerade einmal 7,7 mm angenehm in der Hand. Ein Leichtgewicht ist es mit seinen 432 Gramm allerdings nicht. Die Auflösung mit über einer Million Pixeln (1280 x 800 Bildpunkte ergeben eine Pixeldichte 149 ppi) hat mir auf den ersten Blick besonders zugesagt. Sie stellt die Bilder und Hintergründe auf dem Tablet klar dar.

Allerdings zieht das Gerät im Gebrauch auch Fingerabdrücke magisch an, sodass es sich empfehlen würde, eine passende Hülle gleich mitzubestellen. Die günstige Variante mit ihrer Kunststoffverkleidung hat sich hier als robuster erwiesen.

Die Akkulaufzeit empfand ich bei diesem Gerät mit mehr als acht Stunden als durchaus langlebiger. Die rückseitige Kamera ist hier mit seinen fünf Megapixeln um einiges besser als sein Billigkonkurrent. Bei der Frontkamera handelt es sich hier genau wie bei der kostengünstigeren Variante um eine VGA-Kamera – nicht gerade der neueste Standard. Vielleicht lassen wir beim nächsten Mal die Kameras einfach weg.

(zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken)

Lesen: nein. Streaming und Daten sichern: ja, bitte!

Wie verhält sich das Amazon Fire Tablet im Alltagsgebrauch? Es taugt ganz sicher nicht zum regelmäßigen Lesen – ein starker Spiegeleffekt stört den Genuss zumindest bei Tageslicht. Außerdem ist es für gemütliche Daddel-Sessions auf der Couch einfach zu groß und zu unhandlich geraten.

Als schicker, externer Datenspeicher macht es hingegen eine enorm gute Figur, denn mit einer microSD-Karte kann man es um bis zu 200 GB Speicherplatz erweitern. Alternativ kann auch der von Amazon angebotene unbegrenzte Cloud-Speicherplatz genutzt werden. Wer das Tablet zum Streamen von Filmen oder Musik nutzt, den erwartet ein wirklich guter Klang. Pluspunkt: Das Gerät lässt sich schön laut stellen, der Ton ist klar und gut verständlich.

Das Shoppen und Stöbern in den Shops empfand ich ebenfalls als sehr angenehm, da der Shop genauso aufgebaut ist wie die Desktop-Version. Den Nutzer erwartet hier keine große Überraschung. Auch hier bekommen vor allem Amazon Prime-Nutzer erneut eine Menge geboten: Zahlreiche kostenlose Apps und Spiele sind freigeschaltet, zusätzlich lockt Amazon mit besonderen Angeboten, dem Amazon-Shop und regelmäßige Hinweise auf dem Startbildschirm für die neuesten Aktionen.

Fazit: Auch dieses Amazon Fire Tablet bleibt eindeutig Zweitgerät – als netter Zeitvertreib beim Streaming und als Back-up-Hilfe macht es wirklich Spaß. Für etwa 199,00 Euro kann man das Tablet bestellen.

Die Amazon Fire Tablet-Funktionen

Amazon ist überall: Die Amazon-Apps springen dem Nutzer ständig ins Auge. Für das Amazon Fire Tablet lohnt es sich definitiv, ein Prime-Mitgliedsabo abzuschließen, denn nur so lässt sich das Rundum-Sorglos-Paket wirklich genießen. Für Nichtabonnenten macht die Nutzung deutlich weniger Spaß – eine subtilere Vermarktung der eigenen Apps und Services wäre hier eleganter gewesen.

  • Unbegrenzt, aber nicht für immer: Amazon Drive

Wer viele Daten hat, muss auch viel Speicherplatz zur Verfügung haben – eine Platzerweiterung gibt es unbegrenzt in der Cloud von Amazon-Drive. Die Übertragungsrate ist angenehm schnell, so macht Backuppen zumindest ein bisschen Spaß. Amazon bietet hier eine dreimonatige, kostenlose Probemitgliedschaft an. Nach Ablauf der Zeit lässt Amazon sich die Nutzung der Cloud ganze 70 Euro im Jahr kosten. 

  • Ein flüssiges Prime-Erlebnis: Streaming ohne Ende

Amazon Prime Nutzer können sich entspannt zurücklehnen und Filme und Serien ohne Ende schauen. Hier eignet sich die Videofunktion ganz besonders gut, da Filme und Serien wie auf dem Fernseher geschaut werden können – und zwar geräteübergreifend. Die Streaming-Funktion eignet sich daher ideal zum Reisen oder für eine kurze Serienfolge abends im Bett. Besonders clever: Filme und Serien können auch offline auf den Geräten gespeichert werden. Der Download ist einfach zu handhaben. Dem Nutzer werden je nach Qualität des Videos verschiedene Speichervarianten empfohlen. Der Download dauert nur wenige Minuten und im Anschluss findet man den Film oder die Serie im übersichtlich gestalteten Download-Ordner der Video-App. 

  • Unendlich lesen wie auf dem Kindle

Die Fire Tablets sorgen für mehr Ordnung im Elektroregal. Sie verfügen über die gleichen Funktionen wie der herkömmliche Kindle-E-Reader, und die werden immer smarter. Dass Amazon sich Gedanken über das beste Leseerlebnis macht, merkt man: Die Seitenzahl, Positionsangabe oder aber auch die Minutenangabe für das verbleibende Kapitel kann je nach Bedarf angezeigt werden. Der Nutzer kann auch hier die Buchstabengröße, Zeilenabstand sowie die Schriftart und den Rand nach eigener Vorliebe einstellen. Die Geräte können außerdem die persönliche Nutzerbibliothek anzeigen, sodass man seine Bücher auch auf dem E-Reader lesen kann. Prime-Mitglieder können einmal monatlich ein Buch kostenfrei leihen. Will man diesen Service nutzen, um das Abo aber einen Bogen machen, kann man sich auch bei Kindle Unlimited anmelden.

Die Tablets verfügen zwar nicht über augenschonende Displays, mit der „Blue Shade“ -Funktion werden die Augen aber gerade vor dem Schlafen gehen um einiges entspannter. Die Funktion minimiert das blaue Licht, was uns am Einschlafen hindert und ein entspanntes Lesen ermöglicht, ohne die Augen zu belasten. Blue-Shade ist nicht nur zum Lesen geeignet, sondern auch für andere Funktionen wie Apps oder Spiele.

  • The Game is on: Spiele auf dem Tablet

Im App-Store gibt es zahlreiche Spiele und Apps, die sich der Nutzer herunterladen kann. Ob „Social Media“-Apps oder bekannte Games – mit einer Auswahl von über 500.000 Apps und Spiele lässt sich Amazon nicht lumpen. Auf jedem der beiden Geräte funktionierte das auch wirklich gut. Die Spielegrafik hat eher auf dem HD 10-Tablet überzeugt, für ein gemütliches Daddeln auf dem Sofa hingegen erwies sich das kleinere Amazon Fire Tablet als Gewinner.

  • Musikstreaming bei Amazon: Log dich ein

Bei Amazon gibt es nicht nur Serien und Filme, auch die Musikauswahl ist groß. Der Nutzer kann unter zwei Millionen Songs auswählen und seine eigenen Playlists zusammenstellen. Das ist weniger als bei den anderen großen Anbieter wie Spotify oder Apple Music, aber es reicht. Zudem laden verschiedene Playlists zum Stöbern und Streamen ein. Hierfür braucht der Nutzer jedoch ein neues Konto bei Amazon Music-Unlimited. Als Prime-Kunde zahlt man 7,99 Euro für den Zugang – alle Externen müssen 9,99 Euro über den virtuellen Musiktresen reichen.

Die Bedienung der Amazon-Music-App war einfach und unkompliziert und ähnlich aufgebaut wie bei den Konkurrenzdiensten Spotify oder Deezer. Und auch hier punktet die Offline-Variante: Alben, Songs oder Playlists können auf das Gerät heruntergeladen und offline wiedergegeben werden.

Fazit: Prime-Nutzer haben es besser

Die beiden Tablets passen ideal in die Zeit, denn sie sind schnell, leistungsstark und für den reinen Medienkonsum ausgelegt. Auf beiden Geräten lässt es sich angenehm und ruckelfrei Filme und Serien schauen, Musik hören, Spiele spielen und im Internet surfen. Wer ein Tablet genau dafür nutzen und nur hin und wieder mal ein Buch darauf lesen möchte, ist hier mit der günstigeren Variante gut beraten.

Der Elefant im Raum ist bei allen Funktionen die Dauerpräsenz von Amazon Prime. Dabei muss man nicht zwingend Prime-Kunde werden, um dieses Tablet zu nutzen, denn alle Funktionen – wie beispielsweise der Browserzugang bei Netflix – laufen problemlos. Dennoch bietet sich eine Mitgliedschaft an, um von den zahlreichen Vorteilen profitieren zu können. Die Apps, der Shop und die Angebote richten sich nun einmal am ehesten an Amazon Kunden.

Zum reinen Arbeiten finde ich die Tablets nicht brauchbar, es sei denn, man nutzt die von Amazon angebotene Cloud, um seine Daten dort abzulegen. Zudem lasen sich nicht alle frei verfügbaren Apps außerhalb des Amazon-Shops installieren.

Das Amazon Fire HD 10 kommt mit seinem gepfefferten Kaufpreis von 200 Euro etwas übertrieben daher, da es sich von den Möglichkeiten her kaum vom günstigeren Produkt unterscheidet. Für den Alltag reicht die günstige Variante, trotz weniger Speicherplatz, einer mittelmäßigen Akkulaufzeit, einem nicht ganz so hochwertigen Display und einer wirklich unterirdisch miesen Kamera dennoch aus. Die Basisfunktionen sind dem teureren Modell sehr ähnlich und alle Amazon-internen Service-Apps sind auf beiden Geräten nutzbar. Daher empfiehlt sich das Gerät am ehesten auf Reisen und für den Pendler-Alltag.


Images by Jennifer Eilitz


Weiterlesen »

Backup-Strategien: So bleiben eure Daten unter macOS und iOS sicher

Backup-Mac-Time-Machine-Applepiloten

Es ist die absolute Horror-Story: Man arbeitet an einem wichtigen Dokument, schreibt die Bachelor-Arbeit oder sucht nach den Urlaubsfotos von letztem Jahr – und die Daten sind weg. Es gibt mehrere Möglichkeiten, eure Daten auf MacBook, iMac, iPhone und iPad zu sichern. Ich stelle euch Vor- und Nachteile verschiedener Backup-Strategien vor.

Einmal gesichert ist gar nicht gesichert

Wusstet ihr, dass eine Festplatte im laufenden Betrieb durchschnittlich nur fünf Jahre hält? Nicht viel besser sieht es mit gebrannten CDs aus, sie halten etwa fünf bis zehn Jahre. Was also könnt ihr tun, um eure Daten verlässlich zu sichern?

Voll und ganz fahrlässig ist es, Daten nur auf einem einzigen Datenträger zu haben. Mindestens ein zweiter muss her. Das Motto: Einmal gesichert ist gar nicht gesichert. Es bringt aber auch nichts, Laptop und Backup-Festplatte im gleichen Raum aufzubewahren, wenn bei einem Feuer beides zu Siliziumbrei verschmilzt. Gleiches gilt für eine zusätzlich in den Rechner eingebaute Platte. Deshalb ist die goldene Regel: Mindestens zwei Backups an mindestens zwei räumlich getrennten Orten.

Dabei gilt: Eure Backup-Strategien sollte zwar sicher, aber gleichzeitig so einfach wie möglich sein. Denn: Je mehr Aufwand ihr mit der Datensicherung habt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihr sie nicht regelmäßig genug durchzieht.

macOS-Variante 1: Time Capsule und andere externe Festplatten

Backup-Strategien Apple Time Capsule
Die Rückseite der Apple Airport Time Capsule. Image by Apple

Die Standardvariante ist eine externe Festplatte als Backup-Medium. Die gibt es in unzähligen Ausführungen und Preisklassen. Am günstigsten und schnellsten sind 3,5-Zoll-Festplatten. Etwas handlicher, aber minimal langsamer sind die kleineren 2,5-Zoll-Festplatten ohne eigenes Netzteil. Noch praktischer sind Festplatten mit Funkübertragung wie die Time Capsule von Apple, die allerdings mehr als dreimal so viel kostet. Das aktuelle Modell kostet in der kleineren Variante mit 2 TB bei Apple 329 Euro.

Eine wichtige Rolle spielt die Backup-Software. Im Idealfall nimmt sie automatisch Backups vor, sodass ihr nicht immer an eine Datensicherung denken müsst. Apple-Nutzern nimmt das die in macOS integrierte Lösung Time Machine ab. Sie arbeitet inkrementell. Das heißt: Bei jedem Sicherungsvorgang wird nur das gesichert, was sich seit dem letzten Mal verändert hat. Das ist genauso sicher und spart sowohl Zeit als auch Speicherplatz. Ist alles eingerichtet, startet das Backup automatisch, sofern die Festplatte angeschlossen ist und das MacBook oder der iMac am Strom hängt.

Ob ihr Time Machine nun mit einer Time Capsule oder einer anderen Festplatte nutzt – von folgenden Vorteilen profitiert ihr immer: Die Einrichtung ist selbsterklärend. Zudem macht die optional wählbare Verschlüsselung das Backup für potenzielle Datendiebe unbrauchbar. Zudem bleiben die Daten unter eurer Kontrolle. Allerdings muss man aktiv etwas dafür tun: Die Festplatte kaufen, einrichten und dann immer wieder anschließen. Auch die räumliche Trennung erfordert etwas Disziplin.

macOS-Variante 2: Ab in die Cloud damit

Heutzutage ein immer beliebterer Aspekt im Rahmen von Backup-Strategien ist es, Daten virtuell zu sichern: Über Cloud-Anbieter wie iCloud Drive, Dropbox oder OneDrive. Der Vorteil: Die Sicherung funktioniert vollautomatisch, solange die Dateien im richtigen Ordner liegen und noch Online-Speicherplatz frei ist. Arbeitet man direkt in einem synchronisierten Ordner, werden Dateien bei jedem Speichern sofort hochgeladen.

Zum Anfixen bietet praktisch jeder Anbieter ein wenig Gratis-Speicherplatz an. Bei Apples iCloud sind das etwa 5 GB. Für ein größeres Backup reicht das natürlich nicht. Wollt ihr mehr Speicher, zahlt ihr im Abo. Für 50 GB im Monat nimmt Apple 0,99 Euro, für 2 TB nimmt das Unternehmen 19,99 Euro. Das ist im Vergleich moderat. Mit der Funktion iCloud Drive könnt ihr die Daten, die in eurem Dokumente- und Schreibtisch-Ordner des Macs auch unterwegs mitnehmen.

Backup-Strategien iCloud Drive
Mit iCloud Drive könnt ihr Dokumente und den Schreibtisch des Macs sichern. Image by Apple

Eine automatische Spiegelung der kompletten Festplatte wie etwa Time Machine nimmt aber keiner der bekannten Cloud-Anbieter vor. Wollt ihr ein inkrementelles Auto-Backup, schaut euch mal Mozy Home oder Backblaze an. Mit monatlich 5 US-Dollar für unbegrenzten Speicherplatz ist Backblaze extrem günstig.

Praktisch alle Cloud-Dienste haben ein Web-Interface mit einem Account, den es mit Zugangsdaten zu schützen gilt. Wie leicht etwas schiefgehen kann, zeigen etliche Skandale, bei denen die Accounts prominenter User kompromittiert wurden. Kommt das vor, ist oft ein zu schwaches Passwort schuld. Nutzt ihr die von Apple angebotene Zwei-Faktor-Authentifizierung, ist iCloud so sicher, wie eine Cloud nur sein kann.

Das hilft aber nichts, wenn ihr ein Passwort wählt, das Hacker leicht herausfinden können. Auf Seiten wie How secure is my Password könnt ihr herausfinden, wie sicher ein Passwort ist. Aus taktischen Gründen ist es klüger, lieber ein ähnliches und nicht genau euer eigenes Passwort auszuprobieren. Wichtig ist auch, für verschiedene Dienste verschiedene Passwörter zu verwenden.

Nehmt ein willkürliches und möglichst kompliziertes Passwort mit Eselsbrücke. Ein Beispiel: Aus dem Satz „Das ist eins der 500 geilsten Passwörter überhaupt!“ wird „Di1d500gPü!“. Groß- und Kleinbuchstaben: Check. Zahlen: Check. Sonderzeichen: Check. Über zehn Zeichen: Check. Wirklich sicher? Nicht mehr, seit es in diesem Artikel steht, also überlegt euch lieber ein eigenes.

macOS-Variante 3: Mit einer privaten Cloud behaltet ihr die Kontrolle

Ihr solltet noch einen anderen Aspekt in euren Backup-Strategien berücksichtigen. Und zwar den Ort, an dem die Daten gespeichert werden. Die Server aller oben genannten Dienste stehen in den USA. Dort gilt ein vergleichsweise schwacher Datenschutz.

Wollt ihr wirklich sichergehen, auf welchen Festplatten eure Daten landen, aber nicht auf die Vorteile der Cloud verzichten, bleibt ein Mittelweg. Legt euch eine private Cloud dazu!

Bei einer solchen Lösung richtet ihr euch einen eigenen Server ein und greift darauf von überall über ein verschlüsseltes Web-Interface zu (an das sichere Passwort denken!).

Backup-Strategien Lima Ultra
Mit dem Netzwerk-Speicher LIma Ultra baut ihr eure eigene Cloud auf. Image by Lima Technology

Sehr flexible Möglichkeiten bietet aber auch viel Aufwand erfordert der Dienst OwnCloud, den ich bereits als mobile Version vorgestellt habe. Eine standardisierte und intuitivere Lösung ist Lima. Den privaten Cloud-Speicher Lima Ultra haben wir hier getestet.

Backup-Strategien für iOS: So sichert ihr euer iPhone und iPad

OwnCloud und Lima helfen euch auch weiter, wenn ihr die Daten eures iPhones oder iPads sichern wollt. Per iCloud könnt ihr das alternativ auch mit Apples Bordmitteln erledigen.

Backup-Strategien OwnCloud
Bei Owncloud hostet ihr eure Backups auf eurem eigenen Server. Screenshot by Anton Knoblach

Sofern in den Einstellungen aktiviert, sichert Apples Speicherdienst viele eurer Daten in der Cloud. Das ist einerseits extrem praktisch: Sobald euer eben geschossenes Foto hochgeladen ist, könnte das iPhone im schlimmsten Fall auch geklaut werden, die Daten wären noch da. Allerdings ist hier die Frage noch relevanter, ob ihr das möchtet. Bei vielen Bildern ist es egal, wer sie sieht – bei manchen jedoch nicht.

Überlegt euch deshalb gut, wie ihr euer Smartphone konfiguriert und geht lieber vom schlimmsten Fall aus: Was wäre, wenn all eure iCloud-Fotos veröffentlicht würden? Jede Antwort außer „kein Problem“ wäre ein Grund, die Sache zu überdenken.

Wer all seine Fotos oder gar ein vollständiges Backup seines iPhones oder iPads in iCloud speichern möchte, kommt an einem kostenpflichtigen Abo zu oben genannten Preise nicht vorbei.

Völlig kostenlos hingegen könnt ihr ein Backup mit iTunes realisieren. Ihr könnt euren Mac so einstellen, dass er stets das neueste Backup zieht, sobald das iDevice per Kabel oder WLAN verbunden ist.

Egal für welche der Backup-Strategien ihr euch entscheidet: In allen Fällen solltet ihr beachten, dass auch die Geräte selbst gut geschützt sind. iOS-Geräte lassen sich zusätzlich so einstellen, dass alle Daten nach zehn erfolglosen Zugriffsversuchen gelöscht werden. Das solltet ihr natürlich nur machen, wenn der Datensatz auch noch woanders gesichert ist.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Images & Screenshots by Anton Knoblach; Apple; Lima Technology


Weiterlesen »

Sensible Daten gehören nicht auf US-Server

Server (adapted) (Image by NeuPaddy [CC0 Public Domain] via pixabay)

Das amerikanische Datenschutzrecht soll dahingehend verändert werden, dass Ausländer von vielen Schutzklauseln, die US-Bürgern zustehen, ausgenommen werden. Die genauen Implikationen der geplanten Veränderungen sind noch unklar. Dennoch steht eines fest: wer sensible Daten in der Cloud speichern will, sollte jetzt noch weniger als zuvor auf US-Dienste zurückgreifen. Obwohl die EU und Deutschland durchaus selbst einige „Baustellen“ im Bereich Datenschutz haben, sind schützenswerte Informationen auf deutschen Servern im Vergleich weitaus besser aufgehoben.

Trump will den Datenschutz (weiter) einschränken

US-Präsident Donald Trump ist nicht gerade als großer Verfechter der Bürgerrechte bekannt. Auch in puncto Datenschutz steht er eher für eine Politik, die die Rechte der Bevölkerung weiter einschränkt. Das hat er am 25. Januar unter Beweis gestellt. Damals erklärte Trump per Dekret seine Absicht, dass bestimmte Datenschutzrechte nur noch für US-Bürger gelten sollen. Für Ausländer sollen sie eingeschränkt oder ganz abgeschafft werden.

Noch ist unklar, wie genau sich Trumps Pläne juristisch auswirken werden und inwieweit er sie umsetzen darf. Selbst für Fachleute sind die juristischen Folgen schwer abzuschätzen. Einig sind sich jedoch viele Rechts- und Datenschutzfachleute, dass das Datenschutzabkommen „Privacy Shield“ zwischen den USA und Europa im Zuge von Trumps neuer Politik wohl abgeschafft werden wird.

Sensible Daten raus aus der US-Cloud!

Schon vor Trumps Entscheidung war die Datenschutzgesetzgebung in den USA im Vergleich zur EU weitaus schwächer. Trumps Pläne – wie auch immer ihr Endergebnis konkret aussehen wird – verstärken diesen Trend noch einmal deutlich.

Unternehmen, die ihre sensiblen Daten externen Dienstleistern anvertrauen wollen, können aus der aktuellen Situation nur einen Schluss ziehen: Sie sollten sich keinesfalls für ein US-Unternehmen als Hoster entscheiden. Das empfehlen auch die Kollegen des IT-Magazins c’t, die fordern: „Raus aus den US-Clouds!“

Daten, die von US-Unternehmen auf amerikanischen Servern gehostet werden, unterliegen der US-Gesetzgebung. Das bedeutet, dass die dort liegenden Daten nur unzureichend vor behördlichen Zugriffen geschützt sind, umso mehr, wenn die Neuregelung den Schutz für die Daten von Nicht-US-Bürgerinnen und -Bürgern weiter einschränkt. Zudem unterstützen einige US-Firmen die Kompetenzüberschreitungen der Behörden, sei es aus falsch verstandenem Patriotismus oder um Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen.

Das sind schlechte Voraussetzungen für eine angemessen sichere Unterbringung sensibler Daten, seien es persönliche Informationen über Kundinnen und Kunden, Geschäfts-Interna oder Sonstiges. Derartige Daten sollten daher nach Möglichkeit immer in der EU, idealerweise in Deutschland mit seinen besonders strengen Datenschutzgesetzen, gehostet werden. Mittlerweile haben einige US-Cloud-Dienstleister, unter anderem Microsoft, eigens Server in Deutschland in ihr Portfolio aufgenommen, um europäische Nutzerinnen und Nutzer, die sich der Datenschutzproblematik zunehmend bewusst werden, nicht zu verlieren. Wer ganz sicher gehen will, sollte aber dennoch Unternehmen mit einem Firmensitz in der EU den Vorzug geben.

All dies gilt umso mehr, als die USA keineswegs nur in lauterer Absicht fremde Kommunikation bespitzeln. Unter dem Deckmantel der Verbrechensbekämpfung wird teilweise auch schlichtweg Wirtschaftsspionage bei ausländischen Konkurrenten von US-Unternehmen betrieben.

Verschlüsselung als zusätzlicher Schutz

Bekanntermaßen allerdings ist auch in der EU und in Deutschland die Datenschutzgesetzgebung nicht perfekt. Zudem umgehen Geheimdienste und Ermittlungsbehörden bei ihren Überwachungsprogrammen häufig geltendes Recht. Das gilt umso mehr für die Kooperation mit den US-Behörden.

Auch, wenn also die europäische Gesetzgebung einen weitaus besseren Schutz bietet als die US-amerikanische – gerade für EU-Bürgerinnen und -Bürger –, sollte, je nach Sensibilität der fraglichen Daten, auf zusätzliche technische Schutzmaßnahmen gesetzt werden. Eine Verschlüsselung der Daten schützt diese zuverlässig vor den Zugriffen Krimineller ebenso wie vor behördlichen Kompetenzüberschreitungen und gehört daher unabdingbar zu einem guten Sicherheitskonzept dazu.


Image (adapted) „Server“ by NeuPaddy (CC0 Public Domain)


 

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me

  • EMOBILITÄT golem: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?: Wären benzinbetriebene Automobile so weit verbreitet, wenn jeder Halter sich eine eigene Zapfsäule dafür aufstellen müsste? Was für Eigenheimbesitzer noch vorstellbar wäre, stieße in Städten schnell an seine Grenzen. Doch genau vor diesem Problem stehen derzeit Käufer von Elektroautos. Selbst wer für seinen Wagen einen festen Stellplatz in einer Tiefgarage hat, steht bei der Installation einer Ladesäule vor großen Hürden und hohen Kosten. Falls er überhaupt die Erlaubnis bekommt, die erforderlichen Anschlüsse zu verlegen. Kein Wunder, dass der Verkauf von Elektroautos trotz Prämie von bis zu 4.000 Euro nicht vorankommt.

  • CLOUD heise: c’t empfiehlt: Raus aus den US-Clouds: In puncto Datenschutz sind Deutsche seit dem 25. Januar in den USA Internetnutzer zweiter Klasse. Denn US-Präsident Donald Trump hat per Dekret im Januar erklärt, Nicht-US-Bürger vom US-amerikanischen Datenschutzrecht auszuschließen oder zumindest ihre Rechte diesbezüglich einzuschränken, „soweit dies mit geltendem Recht vereinbar ist“. Die rechtlichen Folgen sind noch ungeklärt, doch Heise-Justiziar Joerg Heidrich schätzt die Chancen hoch ein, dass das Datenschutz-Abkommen Privacy Shield zwischen USA und EU nicht lange überleben wird. In der aktuellen Ausgabe 9/17 widmet sich das Computermagazin c’t diesem Problem und rät Anwendern, ihre Daten auf deutsche oder zumindest EU-Server umzuziehen.

  • FACEBOOK horizont: Facebook will Umgang mit Gewaltbeiträgen überprüfen: Es müsse für Nutzer einfacher werden, gefährliche Beiträge zu melden und die anschließende Prüfung müsse schneller ablaufen. Hintergrund ist ein Video von einem Mord in Cleveland, das am Sonntag zwei Stunden lang online und über die Facebook-App zu sehen war. Der US-Polizei zufolge stellte der mutmaßliche Täter das Video selbst ins Netz, auf dem zu sehen ist, wie er einen älteren Mann erschießt. Die Fahndung nach ihm läuft auf Hochdruck.

  • POLITIK netzpolitik: Treue Gefolgschaft – so twittert die AfD: Die AfD schafft sich auf Twitter eine eigene Öffentlichkeit. Eine umfangreiche Datenanalyse von netzpolitik.org und Tagesspiegel ergibt: Die Partei spielt dabei nicht immer mit offenen Karten. Die Analyse verschiedener Parteien zeigt die Nutzung der Social-Media-Plattform auf und wie diese speziell von der AFD genutzt wird

  • KI heise: Gigabitnetz, KI & Robotik: Zypries will Innovationen ankurbeln: Rund eine Woche vor Beginn der Hannover Messe hat Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) am Dienstag Eckpunkte für eine neue Innovationsagenda vorgestellt. „Wir wollen, dass Deutschland seine Forschungsanstrengungen deutlich steigert“, heißt es in dem Papier des Ministeriums. Ziel sei es, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) bis 2025 von 3 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu steigern.

Weiterlesen »

Netzpiloten sind Partner der European Identity & Cloud Conference 2017

Partnergrafik_eic

Vom 9. bis 12. Mai ist es wieder soweit und die nunmehr 11. European Identity & Cloud Conference (EIC) von Veranstalter KuppingerCole findet statt. Veranstaltungsort ist das Dolce Ballhaus Forum in Unterschleissheim bei München.

Die EIC ist das führende Event für Identitäts- und Zugriffsmanagement, Unternehmensführung, Risikomanagement und Compliance und Cloud Security. Rund 700 Teilnehmer von internationalen Unternehmen werden auf der EIC Best Practices und Diskussionen anbieten. 29 internationale Top-Speaker werden zu Themen referieren wie:

  • Identity Based Security der nächsten Generation
  • Bauen einer Informationsarchitektur für agile Unternehmen
  • Privacy by Design: ein praktischer Ansatz zum Erreichen von GDPR-Bereitschaft
  • Werterbringung für den ‚Connected Customer‘
  • Management von Risiken der Service basierten digitalen Business-Technologie
  • Blockchain, Blockchain, Blockchain
  • Inegration und Sicherung des Internet of Things

Eine komplette Liste der Speaker findet ihr hier. Freut euch auf vier prall gefüllte Tage mit Präsentationen, Panel-Diskussionen, sowie der EIC-Awards-Zeremonie. Einen detaillierten Überblick über das gesamte Programm befindet sich auch auf der Website. 

Um euch weiterhin auf dem Laufenden zu halten, könnt ihr auf dem Twitter-Profil des Events oder der Facebook– und LinkedIn-Seite des Veranstalters vorbeischauen oder dem Hashtag #eic17 folgen. Auf dem Event selbst könnt ihr zudem die offizielle Conference App nutzen, die für iOs, Android, Windows Phone, sowie für Blackberry verfügbar ist. 

Das war die EIC im letzten Jahr – Blockchain ist und bleibt ein vieldiskutiertes Thema und Identitäts- und Berechtigungsmanagement werden immer größere und zentralere Themen in der Industrie:

Hier könnt ihr euch für die EIC anmelden!

Weiterlesen »

Business-Apps: Wie ich mein Startup mit dem Smartphone führe

Business-Apps-Smartphone-Anton-Knoblach

Eine gute Idee, die richtigen Leute und eine Portion Mut. Viel mehr braucht es nicht, um das eigene kleine Unternehmen zu gründen. Bei aller kreativen Energie und Tatendrang schadet es dennoch nicht, eine solide Struktur für die tägliche Arbeit zu schaffen. Ich stelle euch fünf kostenlose Business-Apps vor, mit denen sich Startup und Selbstständigkeit auch bequem von unterwegs managen lassen.

Producer-Alltag statt Hollywood-Klischee

Das Skateboard unter dem Arm, mit dem Hoodie im Meeting und durchfeierte Nächte in der Großstadt. Die Startup-Welt ist ähnlich klischeeträchtig wie die Filmbranche. Doch auch dort besteht der Alltag unbedingt nicht aus roten Teppichen, schicken Empfängen und wahnsinnig viel Kohle. Ein Punkt stimmt aber: Sein eigener Chef zu sein und volle Verantwortung zu übernehmen ist ein befreiendes Gefühl, in das sich zurecht junge und jung gebliebene Leute auf der ganzen Welt voller Hingebung hineinstürzen. Mir geht es auch so.

Mein Alltag ist dennoch meist unspektakulär: Ich entwickele meine Idee, treffe mich mit Leuten, sitze am Schreibtisch. Ein Filmproducer kommt auch mit einem Telefon, Zettel und Stift aus. Es gibt aber ein paar Business-Apps, die das Tagesgeschäft erheblich komfortabler machen.

Struktur schützt vor schlaflosen Nächten

Viele frische Teams benutzen zunächst die Kommunikationsmittel, die sie gewöhnt sind. Müssen mehr als zwei Personen gemeinsam kommunizieren, liegt es nahe, direkt eine WhatsApp-Gruppe mit einem flippigen Titel zu gründen. Will ich nur kurz durchgeben, dass ich jetzt beim Inder bestelle und die anderen gerne mitmachen können – keine Einwände. Sobald es aber um konkrete Aufgaben geht, birgt dieser Kommunikationsweg schnell ein hohes Frustrationspotenzial. Innerhalb kürzester Zeit geht der Überblick verloren. Was dazu führt, dass sich die Aufgaben ein neues Zuhause suchen.

Dieses neue Zuhause ist entweder das Nirwana oder der eigene Kopf. Bei erster Möglichkeit habe ich verloren, die Information ist weg. Bei der zweiten hat man auch verloren, denn das Gehirn ist zwar extrem leistungsfähig, denkt aber in Verknüpfungen und nicht in Listen. Doch sogar, wenn man sich alles merken kann, hat diese Methode einen riesigen Nachteil: Der Kopf wird spürbar „voll“. Das Ziel einer soliden Struktur ist für mich, möglichst viel Information sinnvoll aus dem Kopf und in die richtigen Tools, sprich in die richtige Business-Apps, zu bekommen.

Slack-Screenshot-App-169x300
Screenshot by Anton Knoblach

Das hat zwei Vorteile. Nummer 1: ist eine Aufgabe in irgendeiner Form gelistet, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie vergessen wird. Nummer 2: sortiere und organisiere ich meine Projekte und deren Aufgaben diszipliniert, weiß ich, dass mein Projektmanagement immer auf dem bestmöglichen aktuellen Stand ist. Was zu einem dritten Vorteil führt: Ich kann nachts besser schlafen und grüble nicht stundenlang, ob ich an alles gedacht habe.

Ich möchte euch fünf kostenlose Business-Apps vorstellen, die meinen Alltag erheblich erleichtern.

#1: Der Kommunikator – Slack

Slack bringt den Chat als Kommunikationsweg ins 21. Jahrhundert. Innerhalb eines Teams gibt es Channels (Gruppenchats) und Direktnachrichten. Erstere sind zum Beispiel thematisch gegliedert, bei meiner Produktionsfirma unfourseen etwa gibt es unter anderem die Channels „#mustwatch“, „#projektmanagement“ und „#anfragen“.

Die Nachrichten-Threads selbst sind hübsch aufbereitet und übersichtlicher als bei WhatsApp oder dem Facebook-Messenger. Eines der vielen praktischen Features ist, sich für einzelne Nachrichten Erinnerungen setzen zu können – zum Beispiel, um am nächsten Abend an einen geteilten Link erinnert zu werden. Slack ist im kleinsten Feature-Paket kostenlos im Google Play Store verfügbar.

#2: Die Stoppuhr – Toggl

Toggl-Screenshot-App-169x300
Screenshot by Anton Knoblach

Ob ich meine Leistungen pro Stunde in Rechnung stelle oder einfach nur wissen will, welchen Anteil bestimmte Tätigkeiten und Projekte an der gesamten Arbeitszeit haben – es lohnt sich eigentlich immer, während der Arbeit die Uhr mitlaufen zu lassen.

Für das Time-Tracking gibt es eine Vielzahl an guten Business-Apps, ein Beispiel dafür ist Toggl. In Toggl kann die Arbeitszeit in Projekte und Tätigkeiten kategorisiert werden.

Für die Auswertung lassen sich schöne Reports erstellen. Mit diesen Reports habe ich eine gute Kontrolle, ob sich der zeitliche Aufwand für das Ergebnis gelohnt hat.

Ein Beispiel: Wenn ich in der Angebotsphase bis zum Auftrag durchschnittlich zehn Stunden brauche und aber nur jedes zehnte Angebot zu einem Auftrag führt, muss ich mir gut überlegen, wie ich meinen Workflow optimieren kann. Toggl für Android ist mit den Basis-Funktionen für Teams bis zu 5 User kostenlos.

#3: Das digitale Rückgrat – Asana

Asana ist mein Inbegriff für das, was ich mit „Struktur“ meine. Das Programm selbst ist relativ simpel aufgebaut: Angelegte Projekte bestehen aus Aufgaben, die wiederum Eigenschaften wie Deadline und verantwortlichem User haben.

Asana-Screenshot-App-169x300
Screenshot by Anton Knoblach

Der Clou: Eine Aufgabe kann auch Unteraufgaben haben, die wiederum Unteraufgaben haben können. Zum Beispiel: Ich brauche für einen Werbespot eine Fabrikhalle. Die Firma X hat so eine, bei der ich einen Ansprechpartner Y habe. Aufgaben lassen sich also gut ordnen und wie in einer Kaskade abarbeiten.

Asana kommt eigentlich aus der Tech-Welt, lässt sich aber leicht auch für andere Branchen anpassen. Die Grundregel: Die im Tool angelegte Struktur und die individuelle Arbeitsweise des Teams müssen sich gegenseitig so lange näherkommen, bis der perfekte Workflow gefunden ist. Das kann durchaus ein weiter Weg sein und es lohnt sich, für die erste Zeit einen erfahrenen Asana-User dazu zu holen. Ist der aber mal Workflow eingespielt, werdet ihr euch fragen, wie ihr es vorher aushalten konntet.

Ich persönlich liebe an Asana die vielen Möglichkeiten, eine sinnvolle Struktur aufzubauen – sowohl für konkrete Projekte als auch für Dinge wie Selbstorganisation, Akquise oder Marketing. Asana für Android ist mit den wichtigsten Features für Teams bis zu 15 User kostenlos.

#4: Der Social-Media-Profi – Hootsuite

Hootsuite-Screenshot-App-169x300
Screenshot by Anton Knoblach

Eine Facebook-Page und die Profile bei Twitter und Instagram sind schnell erstellt und werden genauso schnell unübersichtlich.

Hootsuite unterstützt euch mit verschiedenen Features dabei, euch einen Überblick über die Aktivitäten im Social Web zu vermitteln. Neben den eigenen könnt ihr auch fremde Kanäle wie von anderen Produktionsfirmen oder neuen Talenten im Auge behalten.

Ihr könnt die Benutzung von Hashtags überwachen und zu guter Letzt könnt ihr von zentraler Stelle aus alle eigenen Kanäle bespielen. Gerade diesen Punkt finde ich extrem praktisch, weil er die operative Social-Media-Arbeit stark erleichtert. Hootsuite für Android ist mit den wichtigsten Funktionen mit bis zu drei Kanälen kostenlos.

#5: Die eigene Cloud – Owncloud

Die Festplatte ist abgeschmiert, die Daten-DVD zerkratzt und der Laptop geklaut? Es gibt viele gute Gründe, die eigenen Daten einer Cloud anzuvertrauen. Die Server von iCloud, Google Drive Co. stehen in riesigen ausfallsicheren Rechenzentren und werden regelmäßig gesichert. Einen großen Nachteil haben die vielen Anbieter aber: Die Daten liegen meist im Ausland, wo andere Rechte und Gesetze gelten.

Owncloud-Screenshot-App-169x300
Screenshot by Anton Knoblach

Wer die volle Kontrolle haben will, muss es selbst machen. Eine der verschiedenen Lösungen für den eigenen Server ist Owncloud. Die Software ist modular aufgebaut. Sie kommt standardmäßig mit Filesharing, einer Kalender- und einer Kontakte-App, die jeweils mit den gängigen mobilen Betriebssystemen synchronisiert werden können.

Über das Filesharing-Modul kann ich beispielsweise Videos zur Kundenabnahme teilen und habe die volle Kontrolle, wer Zugriff hat und wer nicht. Auch das Kontakte- und Kalender-Management im Team ist extrem praktisch. Erweiterungen bringen zum Beispiel einen Passwort-Manager und eine eigene Verschlüsselung dazu. Aber Vorsicht: Alles selbst einzurichten ist nur etwas für IT-Versierte.

Owncloud ist Open Source und ohne Support uneingeschränkt kostenlos. Wie ihr Owncloud auf eurem Android-Smartphone einrichtet, erklärte ich in diesem Text.

Dieser Text erschien zuerst bei Applepiloten.de.


Image & Screenshots by Anton Knoblach


Weiterlesen »

Box World Tour: Neue Arbeitsweisen durch neue Technologien

Box World Tour (adapted) (Image by Box.com)

Dass Datensicherheit ein europäisches Gut ist und auch ein Wettbewerbsvorteil sein kann, war für mich lange immer mehr Wunschdenken als Realität. In den letzten drei Jahren hat mich aber der Anbieter für Cloud-Content-Management, Box, davon überzeugt, dass man diese bisher sehr leer wirkenden Phrasen auch mit Business füllen kann.

Vor allem die allein in den letzten zwölf Monaten eingeführten Dienste – wie Box Zones, KeySafe, Governance und Binding Corporate Rules – zeigen, dass man mit sicheren und sogar auf Europa zugeschnittenen Angeboten, erfolgreich sein kann. Laut eigenen Aussagen hat das Unternehmen dadurch ein bedeutendes Wachstum verzeichnet.

Box hatte früh den Status als der Speicherdienst der Fortunate-500-Unternehmen. Auch heute noch sind unter den mehr als 71.000 Kunden rund 64 Prozent Unternehmen des Fortunate-500-Rankings. In den letzten Jahren verwandelte sich aber das Unternehmen zur grundlegenden Plattform für den digitalen Wandel dieser Firmen.

Box als Grundlage strategischer Partnerschaften

Aaron Levie (Image by Box.com)
Aaron Levie. Image by Box.com

Unternehmen suchen heute nach einfachen und sicheren Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter, Informationen und Anwendungen zu vereinen und so ihre Arbeit zu revolutionieren“, erklärt Aaron Levie, Mitbegründer und CEO bei Box, auf dem heute in London stattfinden Event der Box World Tour Europe (BWT), an dem die Netzpiloten ebenfalls teilnahmen.

Schon in den letzten zwei Jahren konnte Box auf seiner stets in San Francisco stattfindenden Konferenz BoxWorks zeigen, dass es die Plattform für strategische Partnerschaften wird, wie sie lange Zeit in der Welt der Tech-Unternehmen verpönt waren. Heutzutage arbeitet Apple, Google und Microsoft zusammen – mit und auf Box.

Mit einer robusten Verwaltung von Cloud-Inhalten können die weltweit größten Unternehmen verknüpfter und kooperativer als jemals zuvor arbeiten – damit wird der Weg für völlig neue Arbeitsweisen frei“, sagt Levie. Dies macht Box zu einem der wichtigsten Akteure in der Debatte um die Zukunft der Arbeit.

Box und IBM ermöglichen bereits heute automatisierte Prozesse in Unternehmen, Box und Google ermöglichen Zusammenarbeit von Teams in der Cloud, überhaupt die Stoßrichtung des neuen Box, und Box und Microsoft arbeiten sowieso schon seit Jahren zusammen. Für Levie liegt die Zukunft in der Cloud, dort werden Innovationen stattfinden.

Die Zukunft der Arbeit findet auf Box statt

Mit Google, IBM Watson und Slack nahmen auch gleich Vertreter dieser neuen, Cloud-fokussierten Ansatzes an einem Podiumsgespräch auf der Box World Tour mit Aaron Levie teil. Sie alle waren sich darin einig – wenig überraschend – dass neue Technologien auch vollkommen neue Arbeitsweisen hervorbringen.

„Cognitive hat die Arbeitsweise von Mitarbeitern verändert – in kleinen und großen Unternehmen. Das liegt unter anderem daran, dass ein Zugriff auf tief im Unternehmen verborgenes Wissen möglich ist und es blitzschnell bereitgestellt werden kann“, erklärt Christopher C. Crummey von IBM Watson, als ein Beispiel.

Johann Butting von Slack, die intensiv in Lösungen für maschinelles Lernen investieren, betonte im Gespräch auf dem Panel, wie die „Zusammenführung von Cloud-Computing, immer leistungsstärkeren mobilen Geräten, Bots und künstlicher Intelligenz könnte die Produktivität wesentlich verändern“ wird.

Box vereinfacht für mehr als 71.000 Unternehmen weltweit die Freigabe von, den Zugriff auf und die Zusammenarbeit an Dateien auf sichere Art und Weise. Den Einfluss auf das Verhalten und den Anspruch der dies nutzenden Menschen, ist eine treibende Kraft im Wandel der Arbeit. Immer mehr Menschen werden weniger Möglichkeiten zur digitalen Kollaboration, wie sie sie durch Box kennengelernt haben, akzeptieren.


Image (adapted) by Box.com


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • NETZSTANDARD heise: 5G: Das Rennen ist eröffnet: Der letzte Mobile World Congress (MWC) in Barcelona hat gerade erst stattgefunden. Die Rede war dabei auch der nun beginnende Standardisierungsprozess rund um 5G-Netze. Mitte 2018 soll das erste Standardpaket fertig sein, damit die ersten Netze wie geplant 2020 live gehen können. In Deutschland seien dafür Investitionen von 100 Milliarden Euro zum Ausbau geplant.

  • SPEICHERTECHNIK t3n: Speicher-Virtualisierung: Alles, was du über Software-defined Storage wissen musst: Software-defined Storage (SDS) steht in der IT-Branche hoch im Kurs. Vereinfacht gesagt beschreibt der Begriff die Möglichkeit, die unterschiedlichen Datenträger und Speichersysteme im Unternehmen mit einer zentralen Software-Lösung verwalten zu können. Hier werden euch Konzepte und Technologien vorgestellt und erklärt, wie Unternehmen von diesem innovativen Storage-Konzept profitieren können.

  • FACEBOOK thenextweb: Facebook launches its first real VR app for 360 photos and videos: Heute veröffentlicht Facebook seine erste App zum schauen von 360-Grad-Videos in der virtuellen Realität, Facebook 360. Die VR-Funktion ist derzeit nur über Samsung Gear VR möglich. Allgemein ermöglicht die App zudem einen geordneteren Video-Feed auf Facebook, die sonst im regulären Feed durch anderen Content untergehen würden. 

  • SNAPCHAT theguardian: Snapchat raises eyebrows with Women’s Day filter that lightens Frida Kahlo’s skin: Wer sich am vergangenen Tag in diversen Social-Media-Kanälen bewegt hat ist wohl kaum um einen Hashtag oder dessen diverse Variationen herumgekommen: #womensday. Auch Snapchat hat zur Feier des Tages drei Filter herausgebracht, um einflussreiche Frauen aus der Geschichte zu würdigen wie beispielsweise Marie Curie. Das ging aber laut Meinungen aus dem Netz gehörig nach hinten los.

  • KI googlewatchblog: Google Cloud Video API: Künstliche Intelligenz kann jetzt auch Objekte in Videos erkennen: Bei der Google-Bildersuche wird schon seit Jahren auf Algorithmen gesetzt, um Objekte in Bildern zu erkennen, was auch mittels eine Chrome Extension auf Facebook ausprobiert werden kann. Im bewegten Bild gestaltet sich dies logischerweise schwieriger. Das war jahrelang eine große Herausforderung, aber jetzt will Google entscheidende Fortschritte gemacht haben. 

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • WORDPRESS golem: WordPress-Sicherheitslücke ermöglicht Änderung von Inhalten: In den aktuellen WordPress Versionen 4.7.0 und 4.7.1 wurde jetzt eine Sicherheitslücke entdeckt, mit der ein Angreifer nach Belieben Inhalte ändern kann. Der Fehler bezieht sich auf die Filterung der Eingabedaten einer REST-API. Ein erstes Auto-Update soll für Sicherheit sorgen, ein manuelles Update sollte jedoch noch folgen.

  • E-COMMERCE t3n: Butlers ist pleite: Was die Konkurrenz jetzt verstehen muss: Der Deko-Einzelhändler Butlers ist pleite. Woran könnte dies liegen und was bedeutet dies jetzt für die Konkurrenz? Stichworte sind hier Online-Strategie und E-Commerce. Butlers habe nicht viel falsch gemacht, aber im Sinne des Onlinehandels auch sehr wenig richtig und konsequent umgesetzt.

  • FACEBOOK allfacebook: Neue Nutzer- und Umsatzzahlen von Facebook: Am Mittwoch hat Facebook die Nutzer- und Umsatzahlen für das vierte Quartal 2016 sowie das Gesamtjahr 2016 vorgestellt. Facebook hat inzwischen fast 1,9 Milliarden aktive Nutzer weltweit, 349 Millionen davon in Europa und 1,2 Milliarden Menschen nutzen Facebook auf mobilen Endgeräten. Damit hat Facebook in 2016 das Versprechen „Mobile first“ klar eingehalten. 

  • VODAFONE heise: Vodafone startet übergreifende TV-Plattform “GigaTV”: Vodafone ist der größte TV-Anbieter Deutschlands und versorgt bundesweit rund 8 Millionen Nutzer über Kabel und DSL. Ab Mitte Februar will der Konzern jetzt eigene TV-Lager aufschlagen und mit dem eigenen „GigaTV“ eine nach eigenen Angaben völlig neue Fernseh-Plattform starten. Es sollen für zuhause und die mobilen Endgeräte Sender, Mediatheken, Video-on-Demand-Angebote und Apps von Streaming-Diensten gebündelt werden.

  • APPLE zeit: Datenspende für Siri: Apple bittet um Almosen? Zumindest im Sinne von Daten. Erstmals bittet der Konzern darum, iCloud-Daten analysieren zu dürfen, um Siri zu verbessern. Apple bittet iPhone-Nutzer in den Datenschutzeinstellungen um die Erlaubnis, ihre iCloud-Daten, beispielsweise Fotos, E-Mails, Notizen, Kontakte und Termine, analysieren zu dürfen. Standardmäßig ist diese Option deaktiviert und es muss aktiv eingewilligt werden.

Weiterlesen »

Die Netzpiloten sind Partner des IDC Hybrid Cloud Summit 2017

IDC-Partnergrafik

In Frankfurt am Main wird am 09. Februar 2017 im Hotel Hilton zum IDC Hybrid Cloud Summit geladen.

Das Programm des Events beginnt um 09:00 Uhr und geht bis 16:45 Uhr. Veranstalter ist die International Data Corporation, kurz IDC. Als eines der einflussreichsten Marktforschungs- und Beratungsunternehmen auf dem Gebiet der Informationstechnologie und der Telekommunikation ist die IDC international in über 110 Ländern tätig. Die eintägige Konferenz richtet sich an Unternehmen, die sich einer digitalen Transformation unterziehen oder unterziehen möchten. Wie man bei diesem Vorgang am besten agieren sollte und worauf geachtet werden muss, wird den Teilnehmern beim Event näher gebracht. Der IDC Hybrid Cloud Summit soll IT-Fachkräften eine Plattform zum Austausch bieten, um gemeinsam Lösungen zu finden. Beispielsweise der Workshop einer Rechtsanwältin zu Datenschutzgesetzen zählt zu den Favoriten.

Im Vorfeld des Summits veranstaltet IDC am 17. Januar 2017 zudem einen Cloud Future Scape Webcast, der auf das Event vorbereiten und in die Themen einführen soll.

Weiterlesen »

Wir können jede E-Mail lesen: Was Geheimdienste und Hacker von Beamten lernen können

apple (adapted) (Image by unsplash [CC0 Public Comain] via Pixabay)

Die Angst davor, dass Hacker private E-Mails in Cloud-basierten Systemen wie Microsoft Outlook, Gmail oder Yahoo lesen könnten, trieb kürzlich Normalbürger und Beamte in den USA dazu, ganze Nachrichtenkonten zu löschen, die schon Jahre alt waren. Wir erwarten schlicht nicht, dass die eigene Regierung unsere E-Mails hackt – aber es geschieht trotzdem.

Aktuell werden Fälle vor dem US-Bundesgerichtshof verhandelt, bei denen enthüllt wurde, dass Bundesbeamte all unsere E-Mails lesen können, ohne dass wir davon wissen. Als Anwalt und Wissenschaftler habe ich vor mehr als 30 Jahren damit begonnen, über die Geschichte und die Bedeutung des vierten Zusatzes der US-Verfassung zu forschen und zu schreiben. Ich sah sofort, wie die Auseinandersetzung FBI gegen Apple Anfang dieses Jahres den Gründerkampf um Freiheit ins 21. Jahrhundert brachte. Meine Forschung zu diesem Rechtskampf brachte mich dazu, in den wahren Methoden der Bundesregierung zu wühlen, durch die sie den Inhalt von E-Mails von Cloud-Konten und Mobiltelefonen erhalten. Dies weckt in mir die Angst, dass unsere Grundfreiheiten bedroht werden könnten.

Regierungen suchen anders

Die Bundesregierung erhält Zugang zum Inhalt eines ganzen E-Mail-Kontos, indem sie mit dem Durchsuchungsbefehl eine alte Prozedur nutzt – allerdings mit einem neuen, finsteren Twist: geheime Gerichtsverfahren. Die frühesten Durchsuchungsbefehle hatten einen sehr beschränkten Nutzen – nämlich den Eintritt auf privates Gelände zu autorisieren, um gestohlene Dinge zu finden und zu bergen. Während der Ära der Amerikanischen Revolution missbrauchten Britische Autoritäten diese Macht, um Rasterfahndungen in Kolonialhäusern durchzuführen und die privaten Schriftstücke der Menschen zu beschlagnahmen, auf der Suche nach Beweisen für politischen Widerstand.

Um die neue Bundesregierung daran zu hindern, diese Art von Tyrannei einzusetzen, wurden spezielle Regulierungen der Durchsuchungsbeschlüsse in den vierten Zusatz der Verfassung aufgenommen. Diese Verfassungsbestimmungen versagen aber darin, unsere persönlichen Dokumente zu beschützen, wenn diese in der Cloud oder in unseren Smartphones gespeichert sind. Glücklicherweise wurden die Anstrengungen der Regierung endlich publik gemacht, dank der Rechtsstreitigkeiten, die durch Apple, Microsoft und andere große Firmen aufgenommen wurden. Aber die Beamten schlagen zurück, indem sie umso mehr subversiv legale Taktiken nutzen.

Die Suche im Geheimen

Um überhaupt an diese Ermächtigungen heranzukommen, nutzt die Regierung den Electronic Communications Privacy Act, der 1986 beschlossen wurde – also lange vor dem weitverbreiteten Gebrauch von cloudbasierten E-Mails und Smartphones. Dieses Gesetz erlaubt es der Regierung, einen Durchsuchungsbefehl zu nutzen, um durch die den Service anbietende Firma an die elektronische Kommunikation zu kommen, statt durch den wahren Inhaber des E-Mail-Kontos, die diesen nutzt.

In der Folge bittet die Regierung in der Regel darum, dass dieser Durchsuchungsbefehl „versiegelt“ wird. Das bedeutet, dass er nicht in öffentlichen Gerichtsakten auftaucht und vor dem Beklagten versteckt bleibt. Schlimmer noch, das Gesetz erlaubt es der Regierung, etwas zu bekommen, das sich „Maulkorberlass“ nennt, also eine Gerichtsentscheidung, die die Firma daran hindert, den Mitarbeitern von dem Durchsuchungsbefehl für Ihre E-Mails zu erzählen. Diese würden möglicherweise nie erfahren, dass die Regierung all ihre E-Mails gelesen hat – oder sie finden es erst heraus, wenn Sie eines Verbrechens angeklagt werden auf der Basis Ihres Nachrichtenverlaufs.

Microsoft wehrt sich

Es wurde viel über Apples erfolgreiche Auseinandersetzung zu Jahresbeginn geschrieben, durch die Apple verhindern konnte, dass das FBI die Firma dazu zwingt, das Sicherheitssystem des iPhones zu sprengen. Vergleichsweise wenig Notiz wurde allerdings einer ähnlichen Anstrengung durch Microsoft geschenkt, die im April 2016 im Interesse der Kunden begann.

Die Klage der Firma wurde so verargumentiert, dass Durchsuchungsbefehle für Kunden-E-Mails, die Microsoft zugestellt wurden, das verfassungsmäßig festgesetzte Recht der Normalbürger verletzen. (Es wurde auch argumentiert, dass das Verpassen eines Maulkorbs Microsofts eigenes erstes Verfassungszusatzrecht verletze).

Die Klage von Microsoft, die in Seattle erfasst wurde, besagt, dass Microsoft im Verlauf von 20 Monaten in den Jahren 2015 und 2016 mehr als 3000 Maulkorberlasseerhalten hat – und dass mehr als zwei Drittel dieser Erlasse dauerhaft angelegt waren, weil sie kein Auslaufdatum enthielten.

Gerichtsdokumente, die Microsoft unterstützen, beschreiben noch weitere Tausende solcher Erlasse, ausgestellt gegen Google, Yahoo, Twitter und andere Firmen. Bemerkenswerterweise haben drei ehemalige Generalbundesanwälte, die zusammen die Entscheidungsbefugnis über die Region Seattle in jedem Jahr von 1989 bis 2009 hatten, und der sich im Ruhestand befindende Leiter des FBI-Büros in Seattle ebenfalls ihre Kräfte gebündelt, um Microsofts Position zu unterstützen.

Die Regierung bekommt alles

Es ist sehr schwierig, an eine Kopie dieser Durchsuchungsbefehle heranzukommen, dank der Anordnungen, Akten zu versiegeln und Firmen einen Maulkorb zu verpassen. In einem anderen Verfahren Microsofts gegen die Regierung wurde ein redigierter Durchsuchungsbefehl allerdings zum Teil des Gerichtsprotokolls gemacht. Dieser zeigt, wie die Regierung die Erlaubnis erbittet – und bekommt – alle E-Mails einer Person zu sehen.

Auf der ersten Seite des Durchsuchungsbefehls wird das cloudbasierte E-Mail-Konto ganz klar als „Ausgangspunkt“ behandelt, das durch Microsoft kontrolliert wird und nicht durch den Inhaber des E-Mail-Kontos: „Ein Antrag durch einen Bundesstrafverfolgungsbeamten oder durch einen Anwalt der Regierung beantragt die Durchsuchung des folgenden … Eigentums, das sich im westlichen Bezirk Washingtons befindet, der Ausgangspunkt ist bekannt und beschrieben als der E-Mail-Account, der durch die Microsoft Corporation kontrolliert wird.“ Der vierte Zusatz verlangt, dass ein Durchsuchungsbefehl „genau die Dinge, die beschlagnahmt werden sollen, beschreiben“ muss und es muss ein „hinreichender Verdacht“ bestehen, basierend auf einer eidesstattlichen Erklärung, dass speziell diese Dinge Beweismittel in einem Verbrechen sind. Aber dieser Durchsuchungsbefehl befiehlt Microsoft, „den Inhalt aller E-Mails, die in dem Konto gespeichert sind, inklusive Kopien der E-Mails, die von diesem Account versendet wurden“, herauszugeben. Vom Tag der Eröffnung des Kontos bis zum Datum des Durchsuchungsbefehls muss alles der Regierung übergeben werden.

Alles davon lesen

In Durchsuchungsbefehlen wie diesen limitiert sich die Regierung vorsätzlich nicht auf die verfassungsgemäß benötigte „spezielle Beschreibung“ der Nachrichten, nach denen sie sucht. Um damit davonzukommen erzählt sie den Richtern, dass belastende Mails schwer zu finden seien – vielleicht sogar versteckt sind hinter irreführenden Namen, Daten und Anhängen – so dass ihre forensischen Computerexperten Zugang zur ganzen Datenbank brauchen, um ihre Aufgabe zu verrichten. Wenn die Regierung ernsthaft die Verfassung wahren wollte, würden sie zumindest Grenzen bezüglich der forensischen Analyse in dem Durchsuchungsbefehl festlegen wenn sie nach einem ganzen E-Mail-Konto fragen, so dass nur E-Mails, die tatsächlich Beweismaterial eines Verbrechens sind, angesehen werden könnten.

Aber dieser Durchsuchungsbefehl an Microsoft besagt, dass eine unspezifizierte „Bandbreite von Techniken zum Einsatz komme, um die beschlagnahmten E-Mails zu durchsuchen“, inklusive „E-Mail für E-Mail Überprüfung“. Wie ich in einer anderen Arbeit darlege, gibt es gute Gründe, zu vermuten, dass diese Art von Durchsuchungsbefehlen die übliche Vorgehensweise der Regierung darstellt und nicht nur eine Ausnahme ist. Paul Ohm, ehemaliger Bundesanwalt für Computerverbrechen sagt, dass nahezu jedem bundesstaatlichen Computer-Durchsuchungsbefehl diese benötigte Genauigkeit fehlt.

Ein anderer ehemaliger Anwalt, Orin Kerr, der die erste Ausgabe des Bundesleitfaden über die Durchsuchung von Computern schrieb, stimmt zu: Alles kann beschlagnahmt werden. Alles kann durchsucht werden. Sogar einige Bundesrichter machen auf das Problem aufmerksam, indem sie ihren Widerspruch zum Unterschreiben solcher Durchsuchungsbefehle in Druck geben – aber leider scheinen die meisten Richter nur allzu gern dazu bereit zu sein, dies alles zu akzeptieren.

Was als nächstes passiert

Wenn Microsoft gewinnt, werden die Bürger die Chance haben, sich die Durchsuchungsbefehle anzusehen und die Art, wie sie die Verfassung verletzen, in Frage zu stellen. Die Regierung hat allerdings ein cleveres – und übles – Argument dafür gefunden, den Fall aus dem Gericht zu streichen, bevor er überhaupt beginnt. Die Regierung hat den Richter in diesem Fall gebeten, zu entscheiden, dass Microsoft keinen rechtlichen Anspruch darauf hat, die Verfassungsrechte seiner Kunden einzufordern. Diesen Schritt voraussehend, bat die American Civil Liberties Union (ACLU) darum, dem Prozess beitreten zu dürfen, indem sie sagten, dass sie Outlook nutzten und Kenntnis davon haben wollten, ob Microsoft einen Durchsuchungsbefehl für ihre E-Mails erhalten hätte.

Die Antwort der Regierung? Die ACLU hätte kein Recht zu klagen, weil sie nicht beweisen könne, dass es jemals einen Durchsuchungsbefehl für ihre E-Mails gegeben hätte oder geben wird. Natürlich ist der Sinn der Klage aber, die Bürger zu beschützen, die wegen der Geheimhaltung des ganzen Prozesses eben nicht beweisen können, dass sie das Objekt eines Durchsuchungsbefehls sind. Die Position der Regierung besteht darin, dass niemand in Amerika einen rechtlichen Anspruch darauf hätte, die Art und Weise, wie Anwälte dieses Gesetz nutzen, in Frage zu stellen.

Nicht das einzige Risiko

Die Regierung verfolgt einen ähnlichen Vorsatz bezüglich der Daten von Smartphones. So nutzte zum Beispiel im Fall USA gegen Ravelo, der in Newark, New Jersey, noch aussteht, die Regierung einen Durchsuchungsbefehl, um den gesamten Inhalt des persönlichen Smartphones eines Anwalts zu downloaden – mehr als 90.000 Quellen, inklusive SMS, E-Mails, Kontaktlisten und Fotos.

Als sich der Besitzer des Handys bei einem Richter beklagte, argumentierte die Regierung so, dass sie sich alles anschauen durften (abgesehen von den privilegierten Kommunikationen zwischen Anwalt und Klient), bevor das Gericht eine Entscheidung fälle. Paul Fishman, der Bundesanwalt von New Jersey, ist sogar noch weiter gegangen, indem er dem Richter sagte, dass, sobald die Regierung das Handy geklont hat, sie das Recht hätte, die Kopien aller 90.000 Gegenstände zu behalten, wenn der Richter entschieden hätte, dass die Durchsuchung des Handys die Verfassung verletzt hätte.

Was bedeutet das nun für uns? Der Richter im Fall Ravelo wird wahrscheinlich eine vorläufige Entscheidung gemäß des Arguments der Regierung treffen. Die Regierung wird ein letztes Mandat ihres Gesuchs, den Microsoft-Fall abzuweisen, einreichen. Alle Amerikaner sollten sorgfältig darauf schauen, was als nächstes in diesen Fällen passiert – die Regierung beobachtet Sie möglicherweise – und zwar schon ohne, dass sie es mitbekommen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „apple“ by unsplash (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • HACKER golem: Das FBI darf jetzt weltweit hacken: Das FBI wird jetzt endgültig zu einer Hacker-Vereinigung. In den USA soll jetzt die sogenannte „Rule 41“ der Federal Rules of Criminal Procedure in Kraft treten. Diese besagt, dass Amtsrichter in den USA Bundesbehörden wie etwa dem FBI die Erlaubnis zum Hacken beliebig vieler Computer erteilen kann und stellt quasi einen Durchsuchungsbefehl dar, der jeden betreffen könnte, der eine entsprechende Website besucht. Die Genehmigungen zum Hacken können von jedem US-amerikanischen Amtsrichter in beliebigen Jurisdiktionen erteilt werden.

  • AMAZON itreseller: Amazon bringt Daten per LKW in die Cloud: Der Online-Großhändler hat jetzt in Las Vegas einen Cloud-LKW, das sogenannte „Snowmobile“, vorgestellt. Dieses Konzept basiert auf dem Erflog der mobilen Snowball-Datenfestplatten, auf welchen Kunden bereits Daten im Terabyte-Bereich per Kurier in die Cloud senden können. Jetzt werden schwerere Geschütze aufgefahren und klassisch analog sollen auch große Datenmengen per Lastwagen in das Cloud-Rechenzentrum transportiert werden. Dies soll vor allem für Unternehmen mit großen Datenbeständen hilfreich sein, da selbst mit Highspeed-Leitungen Datenvolumen im Petabyte-Bereich Monate wenn nicht Jahre für die Übertragung brauchen können. Der Truck hingegen kann in rund zehn Tagen mit 100 Petabyte an Daten beladen werden.

  • RUSSLAND zeit: Hacker erbeuten Millionenbetrag von russischer Zentralbank: Die russische Zentralbank wurde filmreich um einen Millionenbetrag erleichtert. In der Moskauer Bank wurden durch einen Hacker-Angriff rund 29 Millionen Euro erbeutet. „Der FSB (der russische Inlandsgeheimsdienst) hat die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um Bedrohungen für die russische Wirtschafts- und Informationssicherheit zu neutralisieren“, hieß es in einer Mitteilung. Neben dem Hacker-Angriff kam es zudem zu gezielten Falschmeldungen, die von einer Krise bei den Bankensystemen, Insolvenzen und dem Entzug von Lizenzen handeln.

  • APPLE t3n: Project Titan doch nicht tot? Apple arbeitet wohl weiter an autonom fahrenden Auto: Apple scheint auch überall seine Finger im Spiel zu haben. So auch in der Welt der autonom fahrenden Autos. Unter dem Decknahmen “Project Titan” arbeitete der Konzern an einem solchen Konzept, soll es aber wieder auf Eis gelegt haben. Apple-Direktor Steve Kenner hat jetzt in einem Schreiben an die National Highway Traffic Safety Administration neue Sicherheits-, sowie Datenschutzregeln gefordert. Konkret angesprochen wird Project Titan darin nicht, so lässt sich aber zwischen den Zeilen ein defintives Interesse an einer Weiterverfolgung des Projekts herauslesen, welches ursprünglich für den Verkauf in 2019 angedacht war.

  • US-WAHL spiegel: So angreifbar sind die Wahlcomputer der USA: Sein Kreuzchen in der Wahlkabine auf einem Computer statt einem Stimmzettel zu hinterlassen sollte eigentlich durchaus praktischer und sicherer sein. So können etwa ungültige Stimmabgaben verhindert werden und die Auszahlung in Sekundenschnelle erfolgen. US-amerikanische IT-Experten haben besagte Wahlcomputer jetzt aber für unzureichend gesichert erklärt und somit das Vertrauen in das Ergebnis der Wahl erschüttert. Computer-Wissenschaftler J. Alex Halderman hat empfohlen die Stimmen in drei Bundesstaaten neu auszuzählen, der Antrag dazu wurde jetzt aber wieder zurückgezogen.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me

  • MEDIENWANDEL carta: ARD, ZDF & „Cloud-TV“: Ein Gutachten wie ein Requiem: Das vom ZDF bestellte Gutachten zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens bestätigt den Auftraggebern letztlich nur ihren Status quo. Das 108-seitige Gutachten „Legitimation und Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Zeiten der Cloud“ von Dieter Dörr, Bernd Holznagel und Arnold Picot dient der Bestandsaufnahme und der Perspektivbestimmung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Es unternimmt den durch eine Perlenschnur von Thesen verbundenen Versuch, den Funktionsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter den aktuellen Bedingungen der sich wandelnden Medienumgebung zu stützen. Dagegen wäre nichts einzuwenden, aber schon die Analyse des Heute im Jahr 2016 lässt Fragen offen. Der Neologismus „Cloud-TV“ erweist sich dabei als wenig hilfreich.

  • MICROSOFT golem: Microsoft Paint soll 3D-Modus erhalten: Die Bildbearbeitung Microsoft Paint soll mit einem 3D-Modus ausgestattet werden. Das zeigt ein offenbar von Microsoft stammendes geleaktes Video, das der Twitter-Nutzer Walkingcat veröffentlicht hat. Microsoft Paint war mit Windows 10 zwar optisch verschönert worden, der Funktionsumfang bleib jedoch identisch zur Vorgängerversion. Das Video zeigt, wie Microsoft Paint künftig zum Erstellen dreidimensionaler Modelle genutzt werden kann. Das Blog Windowsblogitalia bietet nach eigenen Angaben eine inoffizielle Vorabversion der Software zum Download an. Woher diese stammt, ist nicht bekannt. Eine öffentliche Betaversion hat Microsoft bisher nicht vorgestellt.

  • DIGITALISIERUNG haufe: Wann startet die digitale Aufholjagd der KMU?: In den meisten deutschen Betrieben bleibt der digitale Wandel auf der Strecke. Trotz Jubelmeldungen und Statistiken, wie sehr die digitale Transformation die Unternehmen beschäftigt, wird schon der kleinste gemeinsame Nenner in Form einer guten Webseite von vielen Mittelständlern vernachlässigt. Zu hoch ist der Aufwand für Betrieb, Pflege und Aktualisierung der Firmenpräsenz im Internet. Egal ob durch einen externen Dienstleister oder doch die Mitarbeiter, über die Website wird schließlich kaum ein Cent eingenommen. Obendrein redet noch alle Welt von den Vorzügen digitaler Kommunikation, dem Dialog mit Kunden in Social Media, der Präsenz in Vergleichsportalen und dem Vertrieb über Connected Commerce. Diese böhmischen Dörfer erregen bei vielen Chefs meist keinen Handlungsbedarf, sondern alle digitalen Aushängeschilder erzeugen nämlich nur eines: German Digital Angst.

  • EBOOK e-book-news: Jedes zweite Kind lauscht Hörspielen bereits via Smartphone & Tablet: Kinder lieben Hörbücher und Hörspiele, daran hat auch die Digitalisierung wenig geändert. Acht von zehn Kindern lauschen gerne solchen Geschichten, unter den drei bis achtjährigen sogar 91 Prozent. Allerdings: Hörbuch per Kassette oder Schallplatte, das war einmal. Selbst die CD ist im Kinderzimmer offenbar längst ein Auslaufmodell: fast jedes zweite Kind hört bereits Hörspiele, die von den Eltern via Smartphone oder Tablet aus dem Internet heruntergeladen wurden. Immer öfter auch bei Audible, der Hörspieltochter von Amazon, der wir diese und weitere aktuelle Zahlen zu den Hörgewohnheiten der Jüngsten verdanken.

  • SAMSUNG süddeutsche: Samsung ruft Kunden auf, ihr Galaxy Note 7 abzuschalten: Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat eine weltweite Rückrufaktion des Smartphones Galaxy Note 7 gestartet. Kunden sind aufgerufen, das Gerät abzuschalten und überhaupt nicht mehr zu benutzen. Es bestehe Brandgefahr. Die Betroffenen sollen ihr Geld zurückbekommen oder gegen Geräte eines anderen Typs austauschen. Die südkoreanischen Behörden teilten am Dienstag mit, sie hätten möglicherweise eine zweite Fehlfunktion entdeckt, die sich nicht so schnell beheben lasse. Bereits gestern hatte der Konzern die Produktion des Modells gestoppt.

Weiterlesen »

Die künstliche Hilfskraft: Wie ein Roboter jedes unserer Bedürfnisse errät

Banksy NYC, Coney Island, Robot (adapted) (Image by Scott Lynch [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Sie ist da – die Welt, in der Hilfsroboter mit uns leben, uns durch den Tag bringen und sogar unsere Freunde werden. Science-Fiction wird zur wissenschaftlichen Tatsache.Wie der Science-Fiction-Autor William Gibson offenkundig bemerkt hat: „Die Zukunft ist bereits hier – sie ist nur noch nicht gleichmäßig verteilt.“ Die Nachfrage nach Hilfs-Robotern boomt, und sowohl die akademische als auch die industrielle Welt und das Militär machen Überstunden, um den Bedarf zu decken, während eine völlig neue Industrie an Fahrt gewinnt. Die Nachfrage wird durch die Existenz dieser langweiligen, schmutzigen und gefährlichen Jobs angekurbelt, die trotzdem gemacht werden müssen. Also durch dieser schlecht bezahlten Jobs, die als unter der Würde eines Menschen angesehen werden, zumindest in der entwickelten Welt. Was gäbe es also besseres als einen lebensechten Roboter, um uns von dieser Schufterei zu befreien?

Gute Gesellschaft

Natürlich müssen Roboter auch eine angenehme Gesellschaft sein, wenn wir sie in unser Leben lassen, unser Zuhause und unseren Arbeitsplatz mit ihnen teilen und sie Dinge für uns tun lassen sollen. Diese Anforderungen gelten für alle Roboter, nicht nur diejenigen, die laufen und sprechen, sondern auch für künstliche Intelligenz, die in größere Systeme oder das Internet integriert sind. Benutzerfreundlichkeit wird durch natürliche Sprache und affektives Berechnen erreicht, die es der KI erlaubt, Sie „kennenzulernen“, indem sie den Zyklus Ihres emotionales Zustands durch eine Ableitung Ihrer Stimmlage oder Körpersprache im Laufe der Zeit erkennt. Die Großen in der Technikwelt, wie etwa Google, Microsoft, Apple und Facebook, stecken großen Aufwand in Softwares, die Sprache verstehen können und als sogenannte Chatbots bekannt sind. Sie werden als die nächste große Sache angesehen. Der Vorstandsvorsitzende von Microsoft, Satya Nadella, sagte auf der Build-Konferenz in San Francisco im März, dass Chatbots, oder „Konversation als eine Plattform“, die nächste große Sache im Programmieren wäre, genauso wichtig wie der Wechsel zu graphischen Benutzeroberflächen, dem Webbrowser und Touchscreens. Das ist ein hoher Anspruch, nachdem viele sagen würden, dass dies wichtige Entwicklungsschritte der Interaktion zwischen Mensch und Computer sind. Chatbots bergen das Potenzial in sich, Computerressourcen für nicht-technische Benutzer leicht erreichbar zu machen. Man kann einen Chatbot nutzen, um einen Termin auszumachen, das Auto zur Inspektion anzumelden, Blumen für den ganz besonderen Jemand zu kaufen, einen Urlaub zu buchen, eine Wohnung zu finden oder besondere Interessen auszuleben. All dies wird möglich werden, wenn man einfach einen natürlich sprechenden digitalen Assistenten danach fragen kann, dies zu erledigen. Unter dem Deckmantel von Microsofts Cortana, Facebooks M, Apples Siri, Amazons Alexa und all denen, die noch kommen, werden sich diese kleinen Chatbots einschmeicheln und die Kontaktstelle zwischen Ihnen und den vielen Arbeiterrobotern sein. Sie werden wie eine Kombination aus Vorstandsassistent und Concierge sein, ein enger Vertrauter, der Ihre Bedürfnisse vorhersieht und die Aktivitäten der Vertreter auf einer niedrigeren Ebene reibungslos koordiniert, während diese ihrer Arbeit in der Cloud nachgehen.

Die Poeten von Silicon Valley

Schriftsteller finden heutzutage einträgliche Beschäftigungen in der Welt der Spitzentechnologie, wie neulich in der Washington Post berichtet wurde. Autoren, die einst Drehbücher und Gedichte geschrieben haben nutzen ihr Talent nun, um liebenswerte Charaktere für Chatbots zu erschaffen und ihnen coole Dinge einzupflanzen, die sie sagen können. Die neue Rasse intelligenter digitaler Assistenten sieht gut aus, klingt gut und werden unterstütz durch die neuste KI. Da der Trend hin zur Integration von Geräten in verschiedenen informationstechnologischen Umgebungen geht und den Menschen somit Zugang zu ihren Cloud-verbundenen Anwendungen und Daten über Plattformen hinweg gibt, ist es angemessen, zu erwarten, dass Ihr digitaler Assistent mit Ihnen geht, wenn Sie von einem Gerät zum nächsten wechseln oder von einem Ort zum anderen gehen. Wenn Sie beispielsweise Ihr Zuhause verlassen und in Ihr selbst fahrendes Auto steigen, das seine Batterien mit der Energie der Solarzellen auf Ihrem Dach selbständig geladen hat, wird derselbe digitale Assistent, mit dem Sie in Ihrem Heimarbeitsplatz interagiert haben, zur Stimme in Ihrem Auto werden, der Sie nun die Richtung ansagen. An einem bestimmten Wochentag wird das Auto Sie, wohlwissend, dass Sie zu dieser Zeit an diesem Tag normalerweise zur Arbeit fahren, in einem angemessen gesprächigen Tonfall fragen, ob dies Ihr Ziel ist, so wie es jeder gute Chauffeur tun würde. In der Folgewoche werden Sie ins Auto springen und es bitten Sie zur Arbeit zu bringen, aber der digitale Assistent wird sie an Ihren Arzttermin in Ihrem Kalender erinnern und sollten Sie nicht stattdessen dorthin fahren? Auf dem Weg zu dem Termin werden Sie einige Emails, die der Assistent verfasst hat, überprüfen und versenden. Sie haben außerdem die Zeit, die Inhalte eines Antrags zu diktieren, mit Hilfe Ihres wissenschaftlichen Mitarbeiters/Fahrers. Die Vorstellung eines intelligenten, natürlich sprechenden Assistenten wird trotzdem wahrscheinlich die vier Stadien der Ideenakzeptanz durchlaufen, wie sie durch den Britischen Genetiker John Burdon Sanderson Haldane beschrieben wurden:

  1. Das ist wertloser Unsinn
  2. Das ist eine interessante, aber abwegige Sichtweise
  3. Das ist wahr, aber ziemlich unwichtig
  4. Ich hab’s doch immer gesagt!

In etwa fünf, vielleicht auch erst in zehn Jahren, wenn wir unsere Skepsis überwunden haben und auf unsere digitalen Assistenten angewiesen sind, werden wir uns wundern, wie wir überhaupt jemals ohne sie zurecht gekommen sind. Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Banksy NYC, Coney Island, Robot“ by Scott Lynch (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

waipu.tv: Klassisches Fernsehen neu gedacht

waipu.tv

Ein treuer Weggefährte, der einem stets zur Seite steht, wenn man ihn braucht und der mit einem durch dick und dünn geht – gemeint ist mit diesen Worten jedoch nicht der Vierbeiner als Begleiter, sondern vielmehr das Smartphone. Ganze 88 Mal am Tag, also alle 18 Minuten, auf den Tag gerechnet also insgesamt 2,5 Stunden nutzen wir das mobile Endgerät.

Warum sollte das Smartphone als First Screen also nicht auch das Fernsehen steuern? Die Plattform Exaring erkannte das sich verändernde Nutzerverhalten und entwickelte daraufhin ein neues TV-Angebot. Es nennt sich waipu.tv.

Es handelt sich dabei um die erste voll integrierte Plattform für IP-Entertainment Services, die gestützt auf einer eigenen Glasfaser-Infrastruktur über 23 Millionen Haushalte in Lichtgeschwindigkeit erreicht. Denn Fernsehen ist so aktuell wie nie – ob man nun Serien streamen oder Liveübertragungen in HD-Qualität empfangen will. Kombiniert mit dem Gedanken der stetig anwachsenden Nutzung von Smartphones liegt eine Verschmelzung der Einfachheit und Flexibilität einer mobilen Lösung mit der Qualität und Zuverlässigkeit von Kabelfernsehen tatsächlich nahe. Waipu.tv will diese beiden Komponenten nun also vereinen.

Kabellos in die Zukunft

Anders als klassische Anbieter von Kabel- und IP-TV, die auf stromfressende Set-Top-Boxen und ‚Second-Screen-Apps‘ setzen, macht waipu.tv Schluss mit Kabelsalat und komplizierter Bedienung.

Lediglich ein Internetanschluss, ein Chromecast und die waipu.tv-App werden benötigt. Die meist mit viel zu vielen Tasten ausgestattete Fernbedienung wird praktischerweise durch das Smartphone ersetzt.
waipu.tv
Nachdem die App gestartet wurde, wird ein Sender gewählt, dessen Programm sofort und ohne lange Ladezeiten loslegt. Mit einem kurzen Wisch nach oben am Smartphone – die Hersteller nennen es ‚waipen‘- wird das Bild vom Handy auf den Fernseher übertragen. Das Bild ist kristallklar und die Übertragung angenehm schnell.

Der Streit um die Fernbedienung ist vorbei

Waipu.tv hat den ewigen Familienstreit gelöst: Hat man beispielsweise keine Lust, mit seinem Partner den Tatort auf dem Fernseher zu schauen, kann man auf dem Smartphone zeitgleich andere Programme entdecken. Plus: Nie wieder nerviges Zappen! Müssen zwischendurch die Kinder vom Sport abgeholt werden oder unterbricht ein wichtiger Anruf das Programm, kann jederzeit pausiert und später fortgesetzt werden – eine on-demand-Lösung ist hier sinnigerweise integriert.

Die waipu-Cloud ermöglicht es seinen Nutzern außerdem, eine individuelle Mediathek zu erstellen – von unterwegs genauso wie zu Hause auf der Couch. Desweiteren schlägt die intelligente App anhand von bereits gesehenen Inhalten Empfehlungen vor, die mit One-Click zur Speicherung programmiert werden können. Die Programmzeitschrift ist zukünftig ebenfalls überflüssig, denn in der App ist eine 14-tägige Programmvorschau enthalten.

Ready for the Future of Video?

Die auf 12.000 Kilometern gestützte Glasfaser-Infrastruktur, der sogenannte ‚EXA-Ring’, ist mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 4K oder 8K bereit für Virtual Reality und Cloud-Gaming-Anwendungen. Waipu.tv gibt außerdem seine Infrastruktur-Vorteile an Sender weiter, wodurch Kunden neben klassischen Öffentlich-Rechtlichen-Kanälen auch exklusive Sender zur Auswahl stehen. Die Programmvielfalt lässt somit wohl kaum einen Wunsch offen.

Neben kostenpflichtigen Paketen steht auch ein Free-Paket zur Verfügung. Das Produkt bietet seinen Nutzen eine flexible Angebotsstruktur, da Pakete und Optionen nach eigenem Bedarf frei kombinierbar sind. Das kleinste Paket mit 53 Sendern in SD-Qualität und zehn Stunden Speicher ist bereits ab 4,99 Euro monatlich erhältlich und bietet im Vergleich mit der Konkurrenz ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bei der exklusiven Vorabpräsentation des Produkts konnte die App vor allem mit einer guten Usability punkten. Auch das Design der Benutzersoberfläche kann sich sehen lassen und ist ansprechend aufbereitet. Waipu.tv will es mit seinem Angebot schaffen, die Unabhängigkeit von Sendezeiten und somit Flexibilität, die wir sonst von Diensten wie Netflix kennen, auf das klassische Fernsehen umzumünzen.

Ob sich der Service gegen die Businessriesen Amazon oder besagtes Netflix durchsetzen kann, weil hier mit der Smartphoneeinbindung und der Möglichkeit für mehrere parallele Kanäle vielversprechend weitergedacht wurde, wird sich zeigen. Die Ansätze stimmen jedenfalls schonmal.


Images via Waipu.tv


Weiterlesen »

Deutsche Unternehmen ohne Plattformkompetenz – Über die Silo-Politik der Hidden Champions

Roboter(image by Mixabest[CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons)

Ein Produkt ohne digitale Plattform ist völlig nutzlos, oder präziser formuliert: „Ein Produkt, das über keine Plattform verfügt, wird immer ersetzt werden durch ein äquivalentes Produkt, das mit einer Plattform ausgestattet ist“, so das Credo eines Google-Mitarbeiters, der die Netzstrategien seines Unternehmens in einem langen Kommentar zerstückelte und in einem kleinen Zeitfenster öffentlich lesbar war.

Google+ sei ein Musterbeispiel eines Unternehmens, das die Signifikanz von Plattformen absolut verkannt hat. „Das Nichterkennen dieser Bedeutung zieht sich von der höchsten Hierarchieebene der Geschäftsführung (hallo Larry, Sergey, Eric, Vic, wie geht´s Euch?) bis zur untersten Unternehmensebene der Mitarbeiter (hallo Ihr!). „Wir haben es alle nicht kapiert. Die goldene Regel der Plattformen lautet: ‚Eat your own dogfood‘. Die Google+ Plattform ist eine erbärmliche ‚Nachlese'“, bemerkt der Insider.

Die ‚Hundefutter-Regel‘ ist ganz einfach zu verstehen: Führungskräfte können ihren Entwicklern nicht einfaches Hundefutter vorsetzen, während sie sich selbst mit anderen Dingen beschäftigen. Das zu machen hieße, sich selbst des langfristigen Plattform-Wertes zu berauben, um einen kurzlebigen Erfolg zu erhaschen. Bei Plattformen ist eine langfristige Planung und Investition gefragt.

Falsches Kurzzeit-Denken bei Google

Bei Google+ handelte es sich um eine spontane Reflexreaktion, um eine Erforschung im Kurzzeit-Denken, orientiert an der falschen Vorstellung, dass der Siegeszug von Facebook darauf beruhe, ein geniales Produkt erfunden zu haben. Das sei nach Auffassung des zerknirschten Google-Mitarbeiters aber nicht der Grund, weshalb sie so erfolgreich sind. Facebook habe eine komplette Produktpalette aufgebaut, indem sie anderen Leuten gestatten, ihre Arbeit zu machen. Das mache den Zuckerberg-Konzern so einmalig. „Es gibt hundert oder sogar tausend unterschiedliche, zeitaufwändige Beschäftigungsformen mit hohem Qualitätsanspruch. Da ist für jeden etwas dabei.“

Google rekrutiert Leute

Das mittlerweile aufgelöste Google+Team habe den Anschlussmarkt für Dienstleistungen analysiert und dabei festgestellt: „‚Es wäre eine gute Idee, unser Angebotsspektrum um Computerspiele zu erweitern. Lasst uns jemanden rekrutieren, der diese Spiele für uns konzipiert‘. Verstehen Sie jetzt, wie unglaublich falsch dieser Gedankengang ist, vor allem aus heutiger Sicht? Das Problem ist, dass wir versuchen, zu prognostizieren, was die Leute wollen und es ihnen dann zur Verfügung stellen.“

Wer ist so gut wie Steve Jobs?

Dieser Ansatz sei unrealistisch und absolut nicht verlässlich. Es habe nur ein paare wenige, hochkarätige Menschen in der gesamten Welt der Computer-Geschichte gegeben, die in der Lage waren, eine zuverlässige Prognose zu erstellen. „Steve Jobs war einer von ihnen. Leider haben wir keinen Steve Jobs bei uns. Das können wir nun einmal nicht ändern.“

Larry Tesler mag Bezos überzeugt haben, dass er kein Steve Jobs sei. Bezos habe jedoch erkannt, dass es nicht zwingend eines Steve Jobs bedarf, um Konsumenten mit den richtigen Produkten zu versorgen: Wichtig sei es, Anwenderschnittstellen und Unternehmensabläufe als Workflows zu schaffen, mit denen die Benutzer gut und gerne arbeiten. Bezos musste nur externe Entwickler damit beauftragen.

Alles andere würde dann automatisch passieren. „Ich entschuldige mich bei all denjenigen dafür, die meine Ausführungen zu diesem Thema als ganz offensichtlich und auf der Hand liegend betrachten. Es ist in der Tat unglaublich evident. Und trotzdem unternehmen wir nichts dagegen. Wir schaffen weder Plattformen noch die richtigen Zugangsmöglichkeiten.“ Plattformen lösen das Problem des Zugangs und das bekommt man nur hin, wenn man selbst mit den digitalen Werkzeugen leidenschaftlich arbeitet.

Kirchturm statt Plattform

Das Notiz-Amt wünscht sich auch von deutschen Unternehmern und leitenden Angestellten in den Vorstandsetagen soviel kritischen Sachverstand, um die Logik der Digitalisierung und die Matching-Prinzipien des Netzes nicht nur zu verstehen, sondern auch in Geschäftsmodelle zu gießen. Den gleichen Sachverstand sollten Autoren wie Marc Beise und Ulrich Schäfer kultivieren, wenn sie in einem Buchprojekt mit dem Titel „Deutschland digital – Unsere Antwort auf das Silicon Valley“ Beispiele präsentieren, wie wir mit digitalen Fabriken, Robotern, Sensoren und Künstlicher Intelligenz wieder in den Angriffsmodus kommen.

Sie huldigen den üblichen Verdächtigen unter den Hidden Champions, singen das Lied von der verkannten Industrienation und beschäftigen sich nur wenig mit der Frage, wie die in ihrem Opus erwähnten Protagonisten persönlich in der Lage sind, das eigene digitale Hundefutter zu konsumieren. Etwa Till Reuter, der Chef des Robotik-Herstellers Kuka. Anstatt auf den Angriff von Google und Co. zu warten, will das Augsburger Unternehmen selber zum digitalen Angreifer werden und sein Geschäftsmodell radikal verändern.

Wenn die Roboter über die Computerwolke miteinander kommunizieren, könne Kuka künftig nicht bloß einzelne Roboter liefern, sondern gleich komplette Fabriken steuern. „Reuter will dazu eine flexible Lösung schaffen, eine Plattform, die für andere Anbieter offen ist, steuerbar auch über das Smartphone; mit Apps, die man nach Bedarf zusammenstellen kann“, schreiben Beise und Schäfer.

Meine Cloud, meine Maschinen, meine Marke

Reuter möchte die Prinzipien eines App-Stores auf den Maschinenbau übertragen und damit Geld verdienen. Bisher habe das Unternehmen seine schlauen Maschinen verkauft. Die Cloud ermögliche es nun, die Anzahl der Roboterbewegungen über das Internet exakt zu messen; es wird dadurch erstmals möglich, Roboter nach Leistung zu bezahlen.

Man werde die Maschinen deshalb künftig wohl nur noch vermieten und bekomme dann für jedes gefertigte Werkstück einen bestimmten Beitrag. Kling zunächst sehr smart. Den Knackpunkt benennen die Buchautoren unfreiwillig mit einem Reuter-Zitat: „Aber die Oberfläche wollen wir liefern, das look and feel soll Kuka sein.“ Die Marke, das Branding sei für die Augsburger entscheidend. Hat Reuter das Spiel der Vernetzung wirklich verstanden? Am Kuka-Wesen solle die Plattform-Welt genesen.

Mein digitaler Vorsprung, mein Stahlhandel

Und das ist kein Einzelfall im Opus der SZ-Autoren. So bringen sie Klöckner & Co.-Chef Gisbert Rühl ins Spiel, der zum Hoffnungsträger für den digitalen Wandel aufgehübscht wird. Er war einer der Ersten, die hierzulande nicht nur über Disruption sprachen, sondern diese Philosophie auch lebten.
Er reiste ins Silicon Valley und bekam die Empfehlung, Wetterdaten bei der Nachfrage nach Stahl zu berücksichtigen. Logik und Planung könnte man auf die Weise optimieren. Fein. Also mietete sich Rühl für eine Woche im Betahaus in Berlin-Kreuzberg ein, um neue Ideen für die Digitalisierung seiner Traditionsfirma aufzusagen. Schon mal nicht schlecht. Und was springt dabei raus. Silo-Denken: „Ob er eine Art Amazon für den Stahlhandel schaffen wolle, wird Rühl immer wieder gefragt. Ja warum nicht, antwortet er dann und fügt stolz hinzu, dass Klöckner & Co. bei der Digitalisierung weiter sei als alle Konkurrenten (jeder Bäckermeister lobt seine Brötchen); und zwar so weit, dass junge Programmierer den alten Stahlhändler mittlerweile als ziemlich hip empfinden: ein gewachsenes Traditionsunternehmen, das nun, der Plattform-Strategie von Airbnb oder Uber folgend, zur zentralen Plattform im modernen Stahlhandel aufsteigen will“, führen Beise und Schäfer aus. Am Klöckner-Wesen wird also wieder die Stahlwelt genesen. Mit Onlineshop-Weisheiten soll also ein offenes Ökosystem für die Stahlbranche entstehen? Was unterscheidet Alibaba von der Kirchturmpolitik des Klöckner-Chefs?

Viel Ego und wenig Eco

Wir könnten jetzt die führenden Köpfe der Hidden Champions von Trumpf bis Viessmann durchnudeln und würden erkennen, dass niemand auch nur in eine Richtung denkt, wie der offenherzige Google-Manager. Schaut Euch den Habitus dieser Top-Manager im Netz an und beurteilt dann, ob sie in ihrem persönlichen Verhalten auch nur ansatzweise eine digitale DNA mitbringen, um die Erkenntnis des Google-Insiders zu leben: „Ein Produkt, das über keine Plattform verfügt, wird immer ersetzt werden durch ein äquivalentes Produkt, das mit einer Plattform ausgestattet ist.“

Ist eine firmenunabhängige Plattform wie Alibaba für das industrielle Umfeld in Europa oder Deutschland in Sicht. Noch nicht einmal in Ansätzen. Die Mein-Label-Meine Marke-Mein digitaler Vorsprung-Fraktion der Industrie ist noch nicht einmal bereit, via Alibaba ins OEM-Geschäft einzusteigen.

„Original Equipment Manufacturer“ sind Unternehmen, die die Produkte des Herstellers in ihre eigenen Produkte einbauen; für den Endkunden ist nicht ohne weiteres erkennbar; welche Komponenten ein OEM in seinen Produkten verwendet. Mit deutschen Unternehmen sind solche Deals im Plattformgeschäft fast unmöglich, betont Nils Öldörp von der Agentur Minted Sourcing. Made in Germany wird heilig gesprochen. Da wird man dann irgendwann in Schönheit sterben, wie im Industrie 4.0-Konsortium.


Image „Roboter“ by Mixabest (CC BY-SA 3.0)


Weiterlesen »

Jetzt wird es ganz eng: Adobe-Software und Stockfoto-Dienst rücken noch näher zusammen

Screenshot AdobeCreativeCloud by Adobe

Adobe hat mit dem Juni-Update sein Kreativlösungs-Paket Creative Cloud turnusmäßig aktualisiert. Vor allem fotoorientierte Content-Produzenten sprechen die Neuerungen an: Der Stockmedien-Dienst Adobe Stock wird noch tiefer in Desktop-Programme des Herstellers integriert. Zudem beinhaltet die Grafiksoftware Photoshop neue umfangreiche Funktionen für die Bild-Retusche. In der Creative Cloud bündelt Adobe Kreativ-Software für Desktop-Rechner und Mobilgeräte sowie webbasierte Dienste für den Kauf und Austausch von Design-Elementen und Stock-Medien. Vernetzte Workflows über verschiedene Geräte und Plattformen hinweg sind ein zentraler Ansatz der Creative Cloud.  

Stock-Medien direkt aus der Anwendung kaufen

Vor diesem Hintergrund verzahnt der Hersteller seinen Stock-Medien-Katalog nun noch enger mit den wichtigsten Hauptprogrammen. Nutzer von Photoshop, Illustrator, InDesign, Dreamweaver, Premiere Pro und After Effects können ab sofort aus der jeweiligen Anwendung heraus Bilder in Adobe Stock durchsuchen, in Vorschau-Qualität verwenden und bei Gefallen unmittelbar lizenzieren. Dies ermöglicht ein Update des CreativeSync-Dienstes und der damit verbundenen Bibliotheks-Funktion in Photoshop und Co. Ebenfalls neu: Wer im Team Stock-Bilder und weitere Design-Elemente gemeinsam verwendet, kann in den Creative-Cloud-Bibliotheken Mitbenutzern jetzt Rechte zum Bearbeiten oder Betrachten zuweisen. Für Einkäufer will Adobe seinen Stock-Dienst anhand einer neuen Premium-Sammlung mit 100.000 kuratierten Bildern attraktiver gestalten. Sie heben sich unserer Stichprobe zufolge tatsächlich vom Stock-Einerlei ab, sind aber mit Preisen von rund 100 bis 500 Euro auch deutlich teurer als üblich.

Neue Funktionen für Photoshop und Co.

Fotojournalisten dürfen an ihren Bildern so ziemlich genau nichts verändern. Wer sich hingegen als Visual Storyteller betrachtet und die Sache mit der fotografischen Wahrhaftigkeit eher locker nimmt, darf ruhig zu den neuen Funktionen in Photoshop greifen. Unter Adobes Hauptprogrammen erfährt der populäre Foto-Editor mit dem Juni-Update die größten Neuerungen. Der Verflüssigen-Filter erkennt in Photoshop CC 2015.5 nun automatisch Gesichter. So lassen sich Nase, Mund, Augen, Kinn und Wangen bei der Porträt-Retusche leichter als zuvor anpassen. Das Beschnitt-Werkzeug kann jetzt leere Stellen inhaltsbasiert füllen, wenn ein Bild gedreht wird und dabei an den Rändern weiße Flächen entstehen. In einem kurzen Test arbeiteten die beiden neuen Features tadellos. Photoshop_1 (Image by Adobe) Außerdem kann Photoshop mittels der Funktion „Match Font“ in Bilddateien verwendete Schriftarten erkennen. Sollte diese nicht installiert oder verfügbar sein, schlägt das Programm eine ähnlich aussehende Schriftart vor. Photoshop_2 (Image by Adobe) Dem Trend zu 360-Grad-Videos und Virtual Reality trägt Adobe mit einem speziellen Workflow im Videoschnitt-Programm Premiere Pro Rechnung. Im neuen Sichtfeld-Modus können Filmemacher kontrollieren, was Betrachter in einem Kugelpanorama sehen, wenn sie in eine bestimmte Richtung blicken. Außerdem lassen sich diese Aufnahmen leicht mit Metatags versehen, sodass YouTube und Facebook sie als 360-Grad-Aufnahmen erkennen und entsprechend darstellen. Mehr zu den diversen Neuerungen in weiteren Adobe-Programmen bietet diese Überblicksseite.

Update per App, die Abo-Zahl wächst

Die Updates stehen Bestandskunden direkt über die Creative-Cloud-App für PC und Mac zur Verfügung. Einsteiger erhalten bei der Erstinstallation gleich die aktuellste Version. Die Foto-Software Photoshop und Lightroom ist für 12 Euro im Monat verfügbar, das komplette Adobe-Paket kostet 60 Euro monatlich. Das Mietsoftware-Modell von Adobe polarisiert die Kreativ-Community seit der Einführung im Jahr 2012. Ein Teil der Anwender vermisst zeitlich unbegrenzt nutzbare Einmalkauf-versionen. Ungeachtet dessen ist die weltweite Zahl der Creative-Cloud-Abonnenten kontinuierlich auf derzeit über sechs Millionen gewachsen.


Image „Screenshot Adobe Creative Cloud“ via Adobe Images „Photoshop“ by Adobe


Weiterlesen »

Die neuen Krypto-Kriege

Sicherheit (Image by pixelcreatures 45Bilder [CC0] via pixabay)

Der verlangte Zugriff der US-Regierung auf iPhone- und WhatsApp-Daten wirft eine alte Frage neu auf: Wo hört die digitale Privatsphäre auf, und wo fängt die Staatssicherheit an? Die Messaging-App WhatsApp, 2014 von Facebook aufgekauft, ist das neueste der US-Behörden in einer Kampagne gegen verschlüsselte digitale Kommunikation. Einem Bericht der New York Times zufolge droht WhatsApp ein Gerichtsverfahren, weil die Firma Ermittlern keinen Zugang zu den Chats der Nutzer geben kann. Ende 2014 hat die Facebook Tochter so genannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt, die dafür sorgt, dass nur der Empfänger einer Nachricht diese lesen kann, nicht aber Dritte wie die Polizei, die die Kommunikation abhören wollen. In dem konkreten Fall soll es übrigens nicht um Ermittlungen in Bezug auf Terrorgefahr gehen.

WhatsApp hat in der Angelegenheit noch keine Stellungnahme abgegeben. Aus einem Fall in Brasilien aber weiß man, dass die Macher der Messaging-App argumentieren, Behörden keine Informationen herausgeben zu können, die sie nicht hat.

Die populäre App, mit weltweit mehr als einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer, mit der man nicht nur Texte, Bilder und Videos versenden, sondern auch via VoIP telefonieren kann, ist damit innerhalb von kurzer Zeit die zweite Silicon-Valley-Firma, deren Verschlüsselungstechnologien ins Visier der US-Behörden geraten sind. Apple geht ab 22. März gerichtlich gegen das FBI und dessen Forderung, das verschlüsselte iPhone 5C des San-Bernandino-Attentäters zu knacken, damit die Ermittler auf die darauf gespeicherten Daten zugreifen können, vor. Apple-Chef Tim Cook weigert sich öffentlichkeitswirksam, eine Hintertür in Apple-Geräte einzubauen. Das würde dem Hacken der eigenen Kunden gleichkommen und die Privatsphäre von Millionen gefährden, so Cook.

Der Krypto-Krieg hat schon lange begonnen

Das aktuelle Vorgehen der US-Behörden erinnert stark an den so genannten ersten Krypto-Krieg in den 1990er Jahren. 1993, wenige Jahre, nachdem Phil Zimmermann mit PGP (Pretty Good Privacy) eine Verschlüsselungs-Software herausbrachte, die praktisch jeder verwenden kann (z.B. für eMails), wollte das Weiße Haus den so genannten “Clipper Chip” einführen. In jedes Telefon hätte dem Plan der US-Regierung nach ein Mikrochip eingebaut werden sollen, der einerseits stark verschlüsselte Telefonate ermöglicht, andererseits US-Behörden einfachen Zugang zu Gesprächen geben sollen, wenn diese abgehört werden müssen. Das Weiße Haus ließ die Pläne 1994 wieder fallen, nachdem der Computerwissenschaftler Matt Blaze eine Sicherheitslücke im “Clipper Chip” entdeckte.

Dass etwa 20 Jahre später, nach dem Auffliegen der NSA-Überwachung durch Edward Snowden, neue Krypto-Kriege toben, verdeutlichte US-präsident Barack Obama auf dem Tech-Festival SXSW, das derzeit in Austin, Texas stattfindet. Bei einem Podiumsgespräch sagte er: “Es gibt triftige Gründe, warum wir sicherstellen wollen, dass die Regierung nicht einfach so auf unsere iPhones oder Smartphones schauen kann, weil sie voller persönlicher Informationen und sehr persönlicher Daten sind.” Starke Verschlüsselung von digitaler Kommunikation sei auch notwendig, damit Hacker nicht einfach das Finanzsystem oder den Flugverkehr stören könnten. Aber: “Wenn die Regierung nicht hinein kann, dann läuft jeder mit einer Schweizer Bank in der Hosentasche herum. Deswegen muss es Zugeständnisse geben, an diese Informationen herankommen zu können”, so Obama. Ihm schwebt ein System vor, in dem eine möglichst kleine Gruppe an Menschen in speziellen Fällen auf Daten zugreifen können sollen, während starke Verschlüsselung den Rest der Welt vom Zugriff ausschließt.

Cyberkriminellen wird Tür und Tor geöffnet

Das Problem bei einer solchen, wie auch immer gestalteten Hintertür für US-Behörden: Sie bietet auch Cyberkriminellen und autoritären Staaten die Möglichkeit, auf Nutzerdaten zuzugreifen. Außerdem greift die Diskussion um Smartphones zu kurz: Wie der renommierte auch Tech-Journalist Walt Mossberg festhält, geht es heute eben nicht nur auf Handys gespeicherten Kontakte oder Fotos, sondern um den Datenberg, den Nutzer in den Clouds (a.k.a. Rechenzentren) von Apple, Google, Facebook oder Amazon ablegen. Während sich Apple wehrt das Attentäter-iPhone für das FBI zu entsperren, hat man den Ermittlern längst Zugriff zum iCloud-Backup des Attentäters gewährt. Insofern kann man Tim Cooks Pochen auf “Privatsphäre als Menschenrecht” auch als Marketing-Gag sehen, der das iPhone als Datenschutzbunker am Markt gegen Googles Android positioniert.

Der zweite Krypto-Krieg, der derzeit wogt, stellt den ersten bei weitem in den Schatten. In den 1990ern ging es um Telefonate in den USA – heute geht es um Kommunikationstechnologien, die von Milliarden Menschen auf der ganzen Welt genutzt werden. Wie der Kompromiss zwischen digitaler Privatsphäre und staatlicher Sicherheit letztendlich aussehen wird, bleibt abzuwarten. Doch dass es einen Kompromiss geben muss, daran lassen Politiker wie Obama oder der britische Premier David Cameron keinen Zweifel.


Teaser & Image “Sicherheit” by pixelcreature / 45-Bilder [CC0]


Weiterlesen »

Privatsphäre in der digitalisierten Gesellschaft ?

Privacy (adapted) (Image by g4ll4is [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Unsere digitalisierte Gesellschaft bietet viele Chancen, verändert aber auch unser Verhältnis zur Privatsphäre unwiderruflich. Fast rund um die Uhr sind wir heute vernetzt. Das Internet spielt im Leben vieler Menschen eine große Rolle und fast alle Aspekte unseres Lebens werden in irgendeiner Form digitalen Medien anvertraut. Das bietet eine Reihe von Chancen. Es besteht aber auch die Gefahr, dass wir durch diese ständige digitale Öffentlichkeit unsere Privatsphäre einbüßen. Diese aber ist wichtig für den Menschen als soziales Wesen. Deswegen müssen wir Strategien entwickeln, den Verlust der Privatsphäre zu begrenzen und zu kontrollieren.


Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie, die sich im Vorfeld der Konferenz MSFT Explained mit Fragen der Digitalisierung unserer Gesellschaft auseinandersetzt.


Das Internet als Chance

Bei dieser kritischen Betrachtung geht es keineswegs darum, das Internet oder dessen Nutzung zur sozialen und geschäftlichen Vernetzung zu verteufeln. Die neuen Möglichkeiten bieten riesige Chancen. Sie ermöglichen nicht nur neue ökonomische Ansätze und Geschäftsmodelle, sondern sie verändern auch in vieler Hinsicht unsere Gesellschaft zum Positiven. Wissen wird einfacher und für mehr Leute verfügbar, Kampagnen-Portale und e-Voting ermöglichen mehr direkte Demokratie, Hierarchien werden durch die flachen Kommunikationsstrukturen Schritt für Schritt überwunden und geographische Landesgrenzen erscheinen zunehmend bedeutungslos angesichts eines Mediums, das Echtzeit-Kommunikation rund um die Welt ermöglicht. All das sollten wir feiern und bei allen berechtigten Bedenken nicht aus den Augen verlieren.

Privatsphäre in Gefahr

Unsere Privatsphäre allerdings ist durch das Internet und dessen heutige Nutzung in Gefahr. Kaum noch gibt es Momente, in denen wir nicht in irgendeiner Form unter Beobachtung sind. Ein Teil der ständigen Öffentlichkeit ist selbst gewählt. Begeistert – und mitunter allzu sorglos – teilen viele Menschen auch private Momente mit ihren Social-Media-Followern, laden Fotos, Standortdaten und Videos hoch und machen das Private somit öffentlich.

Andere Angriffe auf die Privatsphäre sind in der Art und Weise begründet, wie unsere Apps und die digitale Marktwirtschaft funktionieren. Daten über unsere sozialen Kontakte, unsere Hobbies und unser Einkaufsverhalten sind bares Geld wert und werden dementsprechend gern und selbstverständlich gesammelt. Gerade in der Summe ermöglichen auch diese Informationen besorgniserregend genaue Rückschlüsse auf unser Leben.

Überwachung im Namen der Sicherheit

Neben den genannten Formen der digitalen Öffentlichkeit, die selbst gewählt oder zumindest auf Grund ihrer Vorteile (Bequemlichkeit, Preisvorteile) in Kauf genommen werden, gibt es allerdings eine Bedrohung für die Privatsphäre im Netz, gegen die einzelnen Nutzer nur sehr begrenzt und indirekt etwas unternehmen können: die staatliche Überwachung, durchgeführt im Namen der Sicherheit.

„Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein“, heißt es oft von Seiten der Befürworter massiver staatlicher Überwachung. Das ist natürlich nicht grundsätzlich falsch – auch im Netz muss es ein gewisses Ausmaß an Sicherheit und sozialer Verbindlichkeit geben. Allerdings dient der genannte Satz derzeit vor allem dazu, ein Ausmaß an Überwachung zu rechtfertigen, das weit über alles bisher Gekannte hinaus geht und Handlungen auch völlig unbescholtener Menschen in einer Art und Weise nachvollziehbar macht, wie es ohne Internet gar nicht möglich wäre.

So wird beispielsweise immer wieder darüber diskutiert, ob verschlüsselte Kommunikations-Software, Hintertüren eingebaut bekommen muss, über die die Ermittlungsbehörden jederzeit zugreifen können. In Deutschland konnten diese Vorstellungen bislang nur auf wenig Gegenliebe stoßen, in anderen Ländern, wie den USA und Großbritannien, werden entsprechende Pläne weitaus konkreter diskutiert. Diese Ideen sind gefährlich. Nicht nur würden solche Backdoors die betreffende Software anfälliger für die Angriffe von Kriminellen machen. Sie würden auch Zugriffe der Behörden in einem Ausmaß ermöglichen, welcher in der physischen Welt nicht üblich ist – denn schließlich ist es so gut wie immer möglich, ein vertrauliches Gespräch an einem ruhigen Ort zu führen. Das digitale Äquivalent dazu ist nur mit starker Verschlüsselung denkbar. Und wer garantiert uns, dass die Ermittlungsbehörden in jedem Fall vertrauenswürdig sind – und das auch in Zukunft, wenn entsprechende Systeme etabliert sind, immer sein werden?

Ähnliches gilt für die – gerade wieder eingeführte – Vorratsdatenspeicherung. Bei dieser Sicherheitsmaßnahme werden die Verbindungs- und Standortdaten aller Nutzer von Telekommunikation (Telefon und Internet) von den Providern verdachtsunabhängig gespeichert. Die Ermittlungsbehörden können dann bei einem Verdachtsfall auf diese Daten zugreifen. Problematisch bei dieser Maßnahme ist, dass die Archivierung der Daten vollkommen ohne einen konkreten Anlass und somit zwangsläufig auch gegenüber völlig unschuldigen Menschen erfolgt. Zwar werden bei der Vorratsdatenspeicherung „nur“ Metadaten archiviert. Auch diese ermöglichen jedoch bereits umfassende Rückschlüsse auf das Leben und das soziale Umfeld. Die letzte Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung wurde vom Bundesverfassungsgericht kassiert. Auch gegen das neue Gesetz laufen bereits mehrere Verfassungsbeschwerden.

Ein weiteres großes Diskussionsthema, das allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, sind die Spionage-Tätigkeiten der NSA und des britischen GCHQ, oftmals mit Unterstützung ausländischer (unter anderem deutscher) Geheimdienste. Die von Whistleblower Edward Snowden aufgedeckten Überwachungs-Programme sind so umfassend, dass es mitunter eher sinnvoll scheint, aufzuzählen, welche Bereiche des Internets von den Diensten der „Five Eyes“-Staaten nicht überwacht werden. Diese Enthüllungen werden uns zweifellos noch auf Jahre hinaus beschäftigen.

Das Problem ist nicht, dass es Möglichkeiten gibt, auch im Internet Polizei-Maßnahmen gegen Verdächtige einzuleiten. Das ist vielmehr richtig und wünschenswert. Aber so funktioniert es derzeit nur selten. Stattdessen wird eine umfassende, verdachtsunabhängige Überwachung aller Internet-Nutzer vorgenommen – und diese ist ein großes Problem.

Privat im Internet: So kann es gelingen

Wir Menschen brauchen ein gewisses Ausmaß an Privatsphäre, an geschützten Räumen – für unsere geistige Gesundheit, unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und auch angstfreien politischen und sonstigen Meinungsaustausch. Wie aber kann es uns gelingen, ein Mindestmaß an Privatheit zurückzuerobern, ohne die Vorteile der digitalen Gesellschaft aufzugeben oder uns selbst von diesen auszuschließen?

Der erste und wichtigste Schritt ist es, zu lernen, welche Daten geschützt werden sollten und was es bedeutet, Informationen an bestimmter Stelle ins Netz zu stellen. Wir müssen sensibilisiert werden für den Unterschied zwischen schützenswerten und weniger wichtigen Informationen und uns weiterbilden in der Art, wie sich Daten online verbreiten. Unsere Persönlichkeitsrechte und auch die unserer Mitmenschen müssen für uns mehr werden als ein vages juristisches Stichwort, wenn es beispielsweise darum geht, Fotos zu machen und diese womöglich auch ins Internet zu stellen. Nur durch einen gezielten und informierten Umgang mit unseren Daten – und denen der Menschen, mit denen wir interagieren, – können wir hoffen, die Hoheit über diese zurück zu gewinnen. All diese Fähigkeiten müssen wir natürlich auch der nächsten Generation beibringen, sei es in der Schule, der Familie, in gezielten Kursen oder eher zufällig im weiteren sozialen Umfeld. Denn auch die vermeintlichen „Digital Natives“, die schon im Kleinkind-Alter Touchscreen-Gesten beherrschen und als Teenager ganz selbstverständlich mit WhatsApp und Snapchat umgehen, lernen nicht von selbst, wie sie ihre persönlichen Daten schützen. Aufgewachsen mit ständiger Erreichbarkeit, ist es für sie eher schwieriger als für die ältere Generation, diese Fähigkeit zu meistern. Daher dürfen wir sie nicht im Stich lassen und ungeschützt der totalen Öffentlichkeit aussetzen.

Wo immer möglich, sollten wir – gerade für die berufliche, aber auch für die private Nutzung – Apps und Diensten den Vorzug geben, die die Privatsphäre achten, seien es Instant Messenger wie Signal, Datenschutz-kompatible E-Mail-Provider oder andere Software. Dadurch schützen wir uns nicht nur selbst. Wir setzen auch unsere Marktmacht ein, um Anbieter, die sich Gedanken über Datenschutz, Datensicherheit und Privatsphäre machen, zu fördern, und sorgen so hoffentlich langfristig dafür, dass es mehr solche Angebote gibt. Ähnlich gelagert ist die Empfehlung, wo immer möglich Verschlüsselung zu nutzen, denn auch diese ist ein Grundstein digitaler Privatheit und Freiheit.

Last but not least: um dauerhaft und für alle Menschen die Privatsphäre im Internet zu verbessern, ist es unabdingbar, einen politischen Wandel anzustreben. Überwachungsmaßnahmen, die zweifelhaften Nutzen bringen, dafür aber die Privatsphäre von Millionen unschuldigen Menschen einschränken, müssen geächtet und abgeschafft werden. Es darf nicht mehr auf jeden kriminellen Akt reflexartig mit mehr Überwachung reagiert werden, selbst wenn mehr als zweifelhaft ist, ob diese Überwachung überhaupt effektiv gegen diese – oder eine andere – Art von Verbrechen schützt. Die Regierung muss aufhören, Politik mit der Angst der Menschen zu machen, um diese zur Aufgabe ihrer Grundrechte zu bewegen. Für all das müssen wir uns auf politischem Wege einsetzen. Damit wir auch in Zukunft noch wissen, was es heißt, etwas ganz privat zu tun.


Image (adapted) „Privacy“ by g4ll4is (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »