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Netzpiloten @newTV Kongress

Der newTV Kongress ist Hamburgs prominentes Event der Bewegtbild-Branche und zählt mittlerweile zu den gefragten Veranstaltungen in der Multi-TV-Industrie. Am 28. März findet der Kongress bereits zum zehnten Mal statt. Wir Netzpiloten sind wieder als Medienpartner mit dabei und sind gespannt darauf, welche aktuellen Trends und Entwicklungen die visuelle Bewegtbild-Szene bewegen. Die Veranstalter nextMedia.Hamburg und newTV Focus Group warten mit einer Reihe an Panels auf und versprechen viele spannende Vorträge. Neue mediale Formate und Variationen erfordern innovative Strategien. Content, Technology und Distribution werden im Bewegtbild-Bereich daher immer wichtiger. Wie sieht die Zukunft des Bewegtbilds aus? Welche innovativen Content-Formate können begeistern? Branchen- und Medienvertreter können sich also auf einen spannenden Konferenztag mit tollen Gästen freuen.

Welche Speaker werden da sein?

All diese Fragen und mehr werden beim newTV Kongress unter dem Motto „Business Innovation on Screen“ von nationalen und internationalen Branchenexperten diskutiert. Zu den exzellenten Keynote Speakern gehört der beliebte Trendforscher und Visionär Henry Mason, CEO von TrendWatching. Sein Thema lautet „2020: Will AI enslave or entertain us?“. Spannend wird es sicherlich auch mit Dominik Schilling von der ARD. Er ist für die ARD Mediathek zuständig und koordiniert darin die SmartTV-Distribution. Er wird über On-Demand-Plattformen referieren.

Welche Themen und Formate erwarten dich?

  • Masterclasses
  • Interaktive Workshops
  • Startup Pitches
  • Experten und internationale Keynotes
  • Mobiles FOODBOOM Studio
  • Innovation, Networking & Aftershow

Und sonst noch?

Das Event bietet ein buntes Programm mit exklusiven Masterclasses und interaktiven Sessions. Bewegtbildkunst & Digitales sorgen für ein kreatives Ambiente. Lasst euch dieses spannende Branchen-Event nicht entgehen! Tickets für den newTV Kongress gibt es hier. Wenn ihr wissen wollt, was euch erwartet, dann werft doch einen Blick auf den newTV Kongress des letzten Jahres. Wir sehen uns in Hamburg!


Image via Netzpiloten

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DVD als Rarität: Sammeln statt ausrangieren

Bei meinem rituellen Rundgang auf dem Flohmarkt, auf der Suche nach verborgenen Schätzen, machte ich unter allerlei Trödel eine ungewöhnliche Beobachtung, die kaum meiner Aufmerksamkeit entging. Es gab eine überdurchschnittliche Ansammlung an DVDs in den buntgewürfelten Reihen der Gebrauchtwarenhändler, die ungeduldig zum Kaufen einluden. Manches lag wertlos in Behältern herum, anderes wiederum war liebevoll in extra angefertigten Kisten aufgereiht und nach Buchstaben sortiert. Eifrig ergriff ich diese Gelegenheit und blätterte unauffällig wie ein hinterlistiger Schurke los. Jeder kennt die Situation. Sobald man etwas fixiert und auffällig begutachtet, stürzen andere Schurken herbei, um einem die Beute abzujagen. Diese Vorsichtsmaßnahme sollte sich nachträglich als Irrtum erweisen. Schnell verdrängte ich meine Umgebung und begab mich wie im Rausch und mit funkelndem Blick in die groteske Gefühlswelt des Konsums. Nachdem ich mich durch die Titel und Namen gelesen hatte, erkannte ich sofort den Wert dieser kostbaren Sammlung.

Raritäten

Unzählige Raritäten und Klassiker in den wildesten Formaten, Materialien und Ausführungen, befanden sich unter den DVDs. So etwa Platinum, Gold und Silber Versionen, neben Collector´s und Limited Editionen. Manche DVD-Schalen waren aufwendig aus Holz, Metall-, oder Aluminium hergestellt. Glücklich und ein wenig konspirativ, freute ich mich heimlich über meine Entdeckungen und fischte sogleich ein gutes Dutzend dieser Raritäten raus. Ich war wahrhaftig auf einen Schatz gestoßen. Sogleich überprüfte ich den Zustand und die Qualität der DVDs. Kurzerhand zupfte ich einen Schein und zahlte einen soliden Preis, der galaktisch unter dem Realwert lag. Meine Freude war groß und ich befand den Grund zu erfahren, weshalb denn jemand solch eine Sammlung veräußert. Folglich machte mich die Verkäuferin auf die Umbrüche in der digitalen Welt aufmerksam und sagte mir den Tod der DVD voraus. Diese Erkenntnis war mir wohl entgangen. Daher kam also die Gleichgültigkeit meiner Mitmenschen.

Eigentlich sollte ich nicht überrascht sein. Das Tempo mit der sich technische Produkte in den letzten Jahren entwickelt haben, ist nämlich beinahe surreal. In unregelmäßigen Abständen wird eine Innovation präsentiert. Die DVD ereilt nun ein ähnliches Schicksal wie die VHS. Nachdem die VHS aus den Regalen verbannt wurde, rückt nun ein weiteres mediales „Fossil“ in die vermessene Tradition dieser Kultur des Ausrangierens. Während meine Regalböden wöchentlich mit neuen DVD Käufen bestückt werden und vertikal wachsen, schrumpfen die DVD Abteilungen in den Kaufhäusern immer schneller. Stattdessen erobern Streaming-Dienste die Haushalte. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die DVD, sondern allgemein auf unser Konsumverhalten. Selbst das klassische Fernsehen muss die Konkurrenz aus dem Netz fürchten. Bereits drei von vier Internetnutzern ab 14 Jahren schaut sich über Internetportale Videostreams an. Einer Umfrage zufolge ersetzt das Videostreaming bereits bei jedem dritten Nutzer den bisherigen TV-Konsum. So auch die unzähligen illegalen Videoportale wie z.B. movie4k.to.

Temporärer Wahnsinn

Es vergehen keine Tage ohne das eine neue Erfindung erfolgt, ein neues Ereignis die Medienlandschaft bewegt. Der Markt wird beherrscht von Wettbewerb und Innovation. Die hohe Volatilität nimmt dabei irrsinnige Ausmaße an und braust zwischen Fortschritt und temporärem Wahnsinn. Die Industrie ist jedenfalls anpassungsfähig. Sofort wird ein passendes Tool geliefert. Um Anteile und Reichweite zu generieren werden die Bedürfnisse einer neuen Zuschauergeneration gestillt. Insgesamt hat sich die kollektive Wahrnehmung mit der Zunahme von On-Demand Diensten verändert. Alles muss jederzeit abrufbar sein, die komplette Staffel am besten dazu. Mit weniger gibt man sich nicht zufrieden. Die Laufzeiten von der Kinopremiere bis zur Heimvideo-Veröffentlichung soll am besten auf ein Minimum verkürzt werden. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, brauchen wir natürlich mehr Zeit. Deshalb bin ich dafür, dass man den Tag auf flexible 26 Stunden erhöht und einen achten Wochentag einführt. Doch kehren wir wieder zur Realität zurück.

Video on Demand-Dienste

Streamingdienste oder Videoportale bedrohen nicht nur Speicherträger wie die DVD, sondern eben auch traditionelle Formate wie das TV oder Kino. Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt, um den Thron des Erfolgs zu kosten. Netflix, Amazon Prime, Maxdome oder Sky sind mittlerweile eine ernste Konkurrenz zu klassischen Medien-Formaten. Die Dinge können sich dabei auch mal verwirren. Mittlerweile folgt der Markt nämlich einer überaus seltsamen Logik. Zwar gibt es einen Zuschauerschwund beim TV, andererseits gewinnt kurioserweise das TV-Format, insbesondere das Kabelfernsehen wieder zusehends an Attraktivität. Eine tragende Rolle spielen wunderlicherweise Serienproduktionen. Mittlerweile haben das auch die Privatsender begriffen. Der Aufwand mit der Serien heutzutage produziert werden, ähneln dabei immer mehr großen Kinoproduktionen und übertreffen diese meist durch eine epische Erzählweise. So findet auch eine Umdisponierung statt. Ein Serienstar geniesst mittlerweile genauso viel Ansehen wie ein Filmstar. Aber auch die Gagen machen Serienproduktionen attraktiver und locken mehr und mehr große Filmstars an.

Der Markt ist hart umkämpft, so viel ist klar. Die Macher sind sich über den stetigen Wandel bewusst und versuchen ihre Dienste an das Verhalten der Konsumenten anzupassen. Kehren wir uns ab von der Zählerei und widmen wir uns wieder den schönen Dingen zu. Ich kann mir vorstellen, dass uns die DVD noch eine Weile erhalten bleibt. Immerhin sieht eine DVD genauso repräsentabel aus wie eine VHS oder Schallplattensammlung. Kommerziell droht ihr definitv das Aus, als zukünftiges, kulturelles Gut hingegen gewinnt sie jedoch immer mehr Anhänger. Ob sie einen ähnlichen Kultstatus wie die Videokassette oder die Schallplatte erlangt, wird die Zeit zeigen.


Image by Oksana Churakova via stock.adobe.com

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Netzpiloten @Medientage München

Ihr wollt bei den Medientagen in München dabeisein? Dann macht bis zum 15. Oktober mit bei unserer Verlosung und gewinnt ein Ticket!


Es wird wieder Zeit darüber zu sprechen, was die sich nach wie vor rasant verändernde Mediengesellschaft in den nächsten Jahren prägen wird. Hierfür öffnen die renommierten Medientage München vom 24. bis 26. Oktober ihre Tore. Das dritte Mal sind wir Netzpiloten als neugierige Medienpartner mit dabei, wenn im Kongress und auf der Expo (mit rund 80 Ausstellern) die Zukunft der Medien im Mittelpunkt steht: „Engage! Shaping Media Tech Society“

Auf welche Speaker dürfen sich Kongressbesucher freuen?

Auf dem Kongress werden dem Fachpublikum viele interessante Einblicke geboten in Bereiche wie TV- und Radio, Medienunternehmen, Produktion und Medientechnologie. Hierfür stehen über 400 Experten auf der Bühne, um ihr Wissen in Vorträgen und anregenden Diskussionen weiterzugeben. Wir sind gespannt auf den scheidenden Spiegel Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. Auch auf die französische Schriftstellerin, Journalistin und Bloggerin Dr. Ariane Fornia sowie die Leiterin der ZDF-Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie II Heike Hempel, die über ihre Erfahrungen in der Medienwelt sprechen werden. Nicht zuletzt wird durch die Moderation von Klaas Heufer-Umlauf der MEDIENTAGE Gipfel am 24. Oktober sicherlich ein Highlight werden.

Themen der Medientage München

  • Wie die Medien neue Technologien nutzen können
  • Wie die Medien zukünftig ihr Publikum erreichen
  • Wie sich die Medien verändern müssen
  • Welche Auswirkungen diese Vorgänge auf die Gesellschaft haben

Was müsst ihr noch wissen?

Die Medientage München stecken voller Highlights. Nicht nur, dass die große Expo Party am 24. Oktober in guter Erinnerung bleiben wird, sondern auch die Expo Ausstellung und der Kongress an sich werden viel Stoff zum Nachdenken geben. Vernetzung und Austausch werden beim großen Medienmacher-Klassentreffen auch nicht zu kurz kommen. Um diese drei Tage nicht zu verpassen, solltet ihr euch schnell noch die Tickets sichern!

Psst! Bis zum 19. Oktober ist das Expo-Ticket gratis!

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • VIRTUAL REALITY t3n: HTC soll über Verkauf der Virtual-Reality-Sparte nachdenken: Auch an der diesjährigen Gamescom war Virtual Reality an gefühlt jedem zweiten Stand vertreten und gar nicht mehr aus der Gamesbranche wegzudenken. Einer der größten Player auf dem VR-Markt, HTC, steht jetzt womöglich kurz davor, seine VR-Sparte zu verkaufen. HTC stellt mit der Vive eines der aktuell bekanntesten VR-Headsets her. Sogar ein Verkauf des kompletten Unternehmens soll in Erwägung gezogen werden.

  • HYBRID golem: James Bond fährt bald Hybrid: Das Kultfahrzeug des fiktiven, britischen Geheimagenten soll es in Zukunft in “umweltfreundlich” geben. Die Luxusmarke Aston Martin, die James Bond seit jeher den Dienstwagen bereitstellt, plant eine Zukunft als Hybridhersteller. Ab ca. 2025 sollen ausschließlich Hybridfahrzeuge angeboten werden und auch ein reines Elektroauto sei in Planung. Der Unternehmenschef Andy Palmer teilte der Financial Times zudem seine Prognose mit, dass 2030 schon 25 Prozent der verkauften Fahrzeuge Elektroautos seien sollen.

  • SEXISMUS sueddeutsche: Sexismus im Algorithmus: Wenn eine Bilderkennungssoftware das Bild einer Küche automatisch mit dem Wort “Frau” assoziiert, ist das nicht gerade erfreulich. Dem Informatiker Vicente Ordóñez ist kürzlich ein derart sonderbares Verhalten an der Bilderkennungssoftware aufgefallen, die er gerade entwickelt. Die Bilder von unterschiedlichen Aktivitäten werden dabei geschlechtsspezifisch gewertet. Einkaufen und Kochen wird Frauen zugeordnet, Schießen oder Trainieren dagegen Männern. Zwei IT-Professoren der Universität von Massachusetts, wollen sich mit der Software „Themis“ nun des Problems annehmen.

  • TV horizont: Pro Sieben Sat 1 hält trotz schwachem TV-Markt an Jahreszielen fest: Video on Demand-Dienste schwächen nach und nach den TV-Markt. Auch einem der größten Netzwerke, Pro Sieben Sat 1, macht dieser Wandel zu schaffen. Der Münchner Medienkonzern berichtete, dass sich die Werbeeinnahmen des dritten Quartals unter den Erwartungen entwickeln. Pro Sieben Sat 1 will nun die Konzernstruktur unter die Lupe nehmen, um sich besser auf den Wandel der Medienlandschaft auszurichten.

  • GAMESCOM ign: Gamescom 2017: Das waren die Highlights der IGN-Redaktion: Eine Woche ist bereits wieder seit dem Start der Gamescom 2017 in Köln vergangen und langsam aber sicher einigen sich die Redaktionen auf ihre Tops und Flops der dort vorgestellten Spieletitel. Die IGN-Redaktion hat sich die üblichen Verdächtigen wie Battlefield oder Need for Speed angesehen. Aber auch unbekanntere Titel wie das Playstation VR-Game Moss haben das Interesse der Redaktion geweckt. Zudem lässt die Hardware der präsentierten Xbox One X auf die wohl stärkste Konsole aller Zeiten hoffen.

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Was bisher geschah: Unsere Lieblingsserien werden niemals aussterben

Retro (adapted) (Image by Tracy Thomas) [CC0] via unsplash

Am 22 Mai kam endlich das langerwartete Remake einer der beliebstesten 90er-Serien ins Fernsehen. Die Rede ist von Twin Peaks von David Lynch. Die Serie ware 1991 nach nur zwei Staffeln abgesetzt worden und endete mit einem Cliffhanger – was mit den Charakteren passieren würde, blieb offen.

Twin Peaks kam in dem Jahr heraus, in dem ich geboren wurde (1990), und so habe ich es erst 2013 gesehen, als es schon Kult-Status hatte und die Fans von damals noch immer Loblieder auf die Show sangen. Die Rückkehr von Twin Peaks wurde ganz unterschiedlich gefeiert: In Sydney bauten Gelato Messina in Newtown ihr Geschäft komplett um, so dass es aussah wie das berühmt-berüchtigte Double R Diner. Plakate, die nach der vermissten Laura Palmer suchten, wurden auf den Straßen angebracht.

Einer der Schöpfer der Serie, Mark Frost, sagte die Neuauflage war nicht nur aus nostalgischen Gründen entstanden, sondern war eine Übung darin, „sich mit einem der stärksten Themen in der Kunst auseinanderzusetzen“: wie die Zeit unbarmherzig vergeht. Die neue Serie wird sowohl Verbindungen zur den Themen der alten Serie herstellen, als auch neue Fragen über die Charaktere aufwerfen. Bislang ist die Neuauflage ziemlich schräg: Der klassische Lynch mit den bizarren und kryptischen Dialogen, schrägen Handlungssträngen, die scheinbar keine Auflösung finden, ist zurück.

Einer der wichtigsten neuaufgerollten Handlungsstränge ist das Schicksal von Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan), der gefangen war, während sein Doppelgänger seinen Körper übernahm. Während die Serie sehr stark an die nostalgische Ader der Fans apelliert, fehlt ihr die intime Atmosphäre der Originalserie. Manche haben schon die Frage aufgeworfen, ob die neue Show dem Hype ihrer beeindruckenden Marketingkampagne standhalten kann.

Wie dem auch sei, die 90er-Nostalgie ist derzeit absolut in. Serien und Filme wurden neu aufgelegt – darunter Akte X, Full House, Gilmore Girls, Pokémon, Will und Grace und sogar Baywatch. Andere Filme aus anderen Zeiten wurden auch gerade erst zu Serien – wie zum Beispiel Picnic at Hangig Rock oder Lemony Snickets Eine Reihe betrüblicher Ereignisse. Aber warum boomen Remakes gerade so? War das Fernsehprogramm damals wirklich so viel besser als heute?

Einen Sinn für Vergangenheit

Nostalgie ist nichts Neues. Johannes Hofer, ein Schweizer Arzt, prägte den Begriff 1688, als es noch als Krankheit angesehen war. Er kommt aus dem Griechischen: nóstos (nach Hause kommen) und álgos (Sehnsucht).

Das Narrativ rund um die Nostalgie hat sich seither etwas liebevoller gestaltet: Es ist weniger eine Krankheit als eine natürliche Reaktion auf das Erwachsenwerden. Simon Reynolds schrieb in seinem Buch Retromania: „Die Sucht der Popkultur nach ihrer eigenen Vergangenheit aus dem Jahre 2010, dass Nostalgie eng verbunden ist mit dem Konsumenten-Entertainment Komplex: wir lieben Produkte aus der guten alten Zeit – die Neuigkeiten und kleinen Ablenkungen, die uns in unserer Jugend beschäftigt haben.“

Natürlich hat jede Generation ihre ganz eigenen Erinnerungen an die Popkultur, mit der sie großgeworden ist. Sind nun die 90er dran, die von National Geographic kürzlich das „letzte großartige Jahrzehnt“ genannt wurden? Es war, so schreibt Patrick J. Kiger, ein Jahrzehnt voller „inkongruenter Motive ohne einem Thema, das sie kohärent zusammenhält“. Ereignisse wie der Golfkrieg, die Angst vor dem Jahr 2000, die Dotcom-Blase, der Tod von Prinzessin Diana, der Fall O.J. Simpson und die Serie Seinfeld sind untrennbar damit verbunden.

Die Faszination für die 90er ist weit verbreitet: In Japan feiern Filme wie die Reihe Neon Genesis Evangelion und TV-Serien wie Dragonball Z und Sailor Moon gerade ihr Comeback. Der Film Dragonball Z: Battle of the Gods sus dem Jahr 2013 war ein absoluter Kassenschlager.

Internet und Nostalgie

Einige Theoretiker haben andere Ideen, warum die 90er so eine Faszination auf uns ausüben: Sie sagen, dass das Internet zu dem Hype beigetragen hat, weil es die jüngere Geschichte praktisch archivieren kann. Pat Saperstein, Redakteur für das Magazin Variety sagt: „Durch die sozialen Netzwerke befeuert, hat sich das Interesse an den Popkultur-Relikten der Vergangenheit, besonders der 90er, zu einem fruchtbaren Boden für TV-Programmverantwortliche entwickelt.“

Es gibt nicht nur Websites, die die 90er-Nostalgie feiern, sondern auch Suchmaschinen machen es einfach, Zugriff auf die Vergangenheit zu erhalten. Charlie Lyne vom Guardian findet: „Unsere popkulturelle Vergangenheit ist nur eine Google-Suche weit weg. Diese Unmittelbarkeit hat aus Nostalgie die dominante kulturelle Kraft gemacht.“

Es gibt aber auch weniger enthusiastische Stimmen, die die Rolle des Internets im Hype der 90er-Nostalgie ansprechen: Eva Peyser nennt das Internet die „Senkgrube der Nostalgie“, James Wolcott spricht von einer „unermüdlichen Pumpe, die wahllos den Dreck und die versunkenen Perlen wieder hochsaugt“.

Das Internet hat es einfacher gemacht, über die Vergangenheit nachzudenken und sie wieder aufleben zu lassen – besonders Buzzfeed und Youtube fungieren als Galerien der Nostalgie. Aber das Internet kann nicht alles erklären. Wolcott beschreibt die „panische, gefräßige Beschleunigung der Nostalgie“ als „mehr als eine Reflexion der allgemein vorherrschenden Beschleunigung der digitalen Kultur“. Für viele, die in den 90ern aufgewachsen sind, war das Jahrzehnt tatsächlich eine Art neues Goldenes Zeitalter. Es war die Zeit der Unschuld und des Optimismus,der noch vor dem Internet, 9/11, dem endlosen Krieg gegen den Terror und dem Wachstum extremistischer Gruppen wie Daesh (ISIS) verbreitet war.

Nostalgie ist ein kompliziertes Phänomen. Der Theoretiker Arjun Appadurai spricht gern von „eingebildeter Nostalgie“, also einer Nostalgie, die sich auf eine Zeit bezieht, die man selbst nicht erlebt hat. Manche Kritiker behaupten, dass diese durch die Konsumkultur geprägt ist, die unsere Sehnsüchte schürt. Nostalgie wird so zum Materialismus gewandelt.

Tatsächlich ist das Seltsame an der Nostalgie in Zeiten des Internet, dass die Leute daran indirekt teilhaben können. Viele, die die Rückkehr von Twin Peaks kaum erwarten können, sind entweder zu jung, um damals schon Fans gewesen zu sein oder sind sogar noch gar nicht auf der Welt gewesen, als das originale Twin Peaks ausgestrahlt wurde (mich eingeschlossen). Sie konnten die Show nur über Videokassetten, DVDs oder Streaming erleben. Man könnte das als ‚entfremdete Nostalgie‘ beschreiben.

Die Zukunft der Revivals

Svetlana Boym schrieb 2001 in ihrem Buch ‚Die Zukunft der Nostalgie‘ von zwei Arten der Nostalgie: der restorativen und der reflektiven. Erstere bezieht sich mehr auf den „nóstos“-Aspekt des Nach-Hause-Kommens; die zweite auf den „algos“-Aspekt des Schmerzes und des Verlusts.

Die Vergangenheit ist jedenfalls bequemes Terrain: Rückblickend sieht sie attraktiver aus als sie es damals noch war. Trotzdem waren die 90er tatsächlich eine spannende Zeit für das Qualitätsfernsehen mit Klassikern wie Seinfeld, die Sopranos, die Simpsons, Buffy – Im Bann der Dämonen und natürlich Twin Peaks.

Wichtig ist es, sich zu erinnern, dass Remakes von heute nicht das Gleiche sein werden wie die Originale. In einer anderen Zeit und an einem anderen Ort erzählen sie von aktuellen Ängsten und Sorgen anstatt uns zurückzuholen in die gemütliche, angenehm schaurige Welt, die wir damals kannten.

Die neue Staffel von Twin Peaks holt uns beispielsweise in eine ganz andere kulturelle Landschaft – ironischerweise zeigt sie alte Charaktere, die sich mit dem Internet und iPhones abmühen. Die originale Serie hingegen repräsentierten sie noch die Unschuld der 50er Jahre.

Neuauflagen von Serien müssen daher als das gesehen werden, was sie sind: Eine etwas entkoppelte Erweiterung eines Originals. Während Revivals zur Zeit wahnsinnig in sind, können sie niemals wirklich einen spezifischen Moment der Vergangenheit wiederaufleben lassen. Und das sollten sie auch nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Retro“ by Tracy Thomas (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Zattoo, Magine und Waipu.tv: Drei Apps für TV-Streaming im Check

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Wer heutzutage TV-Sendungen schauen will, braucht dafür nicht zwingend ein Fernsehgerät mit TV-Anschluss. Die einfachste Möglichkeit ist über die heimische Internetverbindung auf einen der zahlreichen Streaming-Angebote zurückzugreifen. Doch welcher Dienst bietet das ansprechendste Paket und die beste Android-App? Wir bringen Licht in den Dschungel des TV-Streaming und haben mit Zattoo, Magine und Waipu.tv die drei spannendsten Angebote ausprobiert.

Zattoo: Schweizer TV-Streaming-Primus

Seit mittlerweile zehn Jahren ist der Schweizer Streamingdienst Zattoo auf dem Markt vertreten. Er zählt damit zu den Pionieren in diesem Segment und ist dementsprechend der meistgenutzte Service. In der kostenlosen Variante kann der Nutzer alle öffentlich-rechtlichen Programme empfangen, ARD, ZDF, Kika und Arte sogar in HD. Auch einige wenige private Sender wie Viva oder Welt der Wunder sowie internationale Programm wie CNN oder France 24 sind inkludiert. Zudem gibt’s eine On-Demand-Funktion, die Inhalte für einige Tage nach der TV-Ausstrahlung bereitstellt. Darunter zählen die ProSieben-Gruppe (Pro7, Sat1, Kabeleins) sowie BBC, Spiegel TV oder auch NZZ. Dank Netzkino werden auch einige, wenn auch unterirdisch schlechte Filme angeboten. Der Nachteil des Geizes: Vor jedem Aufruf werden ausgedehnte, nervige Werbeclips eingeblendet.

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Zattoo bietet einen praktischen EPG. Screenshot by Jonas Haller

Wer öfter auf Smartphone, Tablet oder PC fernsieht, der sollte sich also das Premium-Paket Zattoo HiQ genauer anschauen. Neben dem Wegfall der diensteigenen Werbung spendieren die Schweizer zudem Privatsender wie Pro7, Sat, RTL oder n-tv. 30 Sender sind zudem in HD verfügbar. Zudem gibt’s eine Restart-Funktion, über die eine laufende Sendung von Beginn angeschaut werden kann. Mit Recall wird zudem eine erweiterte On-Demand-Funktion freigeschaltet, die Sendungen bis 7 Tage nach Ausstrahlungen verfügbar macht. Doch was kostet das? Ein Tages-Pass schlägt mit 1,59 Euro zu Buche, ein Monat kostet 9,99 Euro. Wer sich ein Jahr an den Schweizer Dienst binden will, kann zusätzlich sparen und bezahlt 99,99 Euro.

Für Android-Nutzer ist im Google Play Store eine entsprechende App hinterlegt. Sie zeichnet sich durch eine übersichtliche Menüführung sowie kurze Ladezeiten aus. Ein Elektronischer Programm-Guide hilft bei der Orientierung und zeigt die aktuellen Sendungsinformationen an. In den Einstellungen kann zudem die Download-Bitrate für WLAN- und Mobilfunkzugriff gesetzt werden. Ein spannendes Feature vor allem für Nutzer mit begrenztem Datenvolumen. Um besonders effektiv werben zu können, integrieren die Schweizer Software-Entwickler unter anderem Google Analytics oder auch eine Adjust Nutzungsanalyse. Hier empfiehlt sich die Deaktivierung über die Optionen. Per Chromecast kann das TV-Streaming auch auf den Fernseher übertragen werden.

Magine: Schwedischer Individualist

Seit März 2013 ist der schwedische Mitbewerber Magine auf dem Markt. Gegenüber dem Schweizer Service Zattoo gibt es auf dem ersten Blick nur wenige Unterschiede: Alle öffentlich-rechtlichen Programme sowie ausgewählte Privatsender wie Nickelodeon, Viva oder Comedy Central sind bereits in der kostenlosen Variante verfügbar. Jedoch werden ARD und ZDF lediglich in SD-Qualität ausgestrahlt. Dafür verzichten die Schweden selbst in der kostenlosen Variante auf jegliche Art von Werbung und bieten für die kostenlosen Sender eine Art Mediathek mit Catchup.

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Die Android-App von Magine bietet einen übersichtlichen Aufbau. Screenshots by Jonas Haller

Wer auch auf Privatsender wie Pro7, Sat1 oder RTL nicht verzichten möchte, greift am besten zum Basic-Paket. Es beinhaltet zudem die Sender ARD und ZDF in HD. Für insgesamt 40 Sender müssen 6,99 Euro pro Monat berappt werden – drei Euro weniger als beim Schweizer Konkurrenten. Zudem hat der Dienst ein Paket mit etlichen Pay-TV-Sendern wie Universal, Sony Channel oder AXN im Angebot. Die Aufstockung auf 76 Sender kostet insgesamt 11,99 Euro pro Monat. Zusätzlich bietet Magine interessenbasierte Pakete an. darunter zählen Film & Serie (u.a. TNT Film, Sports TV, Sat1 Emotions), Original English (u.a. Cartoon Network, Boomerang, E! Entertainment) oder auch Sport & Action (u.a. Sportdigital, Auto Motor & Sport, Fuel TV). Die Preise liegen bei monatlichen 2,99 Euro bzw. 3,99 Euro. Pluspunkt: Statt drei gleichzeitig streamenden Geräten bei Zattoo können bis zu fünf Geräte auf den Dienst zugreifen.

Wie auch beim Schweizer Vorbild steht eine schicke Android-App im Play Store kostenlos bereit. Durch den Wegfall des Werbeintros kann schnell auf die verschiedenen TV-Sender zugegriffen werden. Auch ein Elektronischer Programm-Guide (EPG) ist mit an Bord. Der Videostream läuft leider nur im Landscape-Modus, wodurch beim Anschauen nicht gleichzeitig im EPG gestöbert werden kann. Wie auch bei Zattoo könnt ihr in den Einstellungen den Datenhunger der Anwendung drosseln. Zudem unterstützt Magine das Streaming auf den Google Chromecast, ebenso wie Zattoo.

Waipu.tv: Deutscher Schnellstreamer

Der jüngste und ein technisch besonders ambitionierter Streaming-Anbieter ist Waipu.tv, der vom Münchner Netzspezialisten Exaring AG betrieben wird. Das Besondere ist dabei die im Hintergrund arbeitende Infrastruktur. Das Unternehmen betreibt für das TV-Streaming ein eigenes Glasfasernetz, das für eine geringe Latenz und ein schnelles Umschalten zwischen den Kanälen sorgen soll und in der Praxis auch tut. Dafür ist allerdings eine Kooperation mit den jeweiligen Internetanbietern notwendig. Im Test funktionierte die Übertragung beispielsweise im weit verbreiteten Universitätsnetz Eduroam nicht.

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Der Senderwechsel funktioniert bei Waipu unglaublich schnell. Screenshots by Jonas Haller

Wie bei den anderen Angeboten können mit einem kostenlosen Konto die öffentlich rechtlichen Programme in SD-Qualität geschaut werden. Zusätzlich sind Privatsender wie Eurosport, Deluxe Music oder die Nachrichtensender Deutsche Welle, CNN und Euronews verfügbar. Weitere Privatsender sind im Comfort-Paket verfügbar, das mit monatlich 4,99 Euro zu Buche schlägt und auch dementsprechend kündbar ist. Die 59 Sender flimmern in Standard-Qualität über das Mobilgerät, eine HD-Option kostet einen Euro zusätzlich. Im Comfort-Paket sind neben dem Pausieren von Sendungen auch 10 Stunden Aufnahmespeicher enthalten. Wie in alten VHS-Zeiten kann das TV-Programm also auch definiert aufgezeichnet werden. Wem das nicht reicht, der kann auf das Perfect-Paket zugreifen. Der Aufnahmespeicher erhöht sich auf 50 Stunden und zudem ist eine Mobiloption fürs TV-Streaming im Mobilfunknetz enthalten. Der Preis steigt dann allerdings auf 14,99 Euro pro Monat.

Anders als Magine und Zattoo funktioniert Waipu ausschließlich auf Mobilgeräten. Dementsprechend bietet die im Play Store verfügbare App ein ansprechendes Design und eine sehr gute Performance. Innerhalb von wenigen Sekunden ist der Stream geladen und durch einfaches Wischen nach rechts oder links schnell gewechselt. Über einen Reiter im unteren Bereich stehen zudem ein EPG, TV-Tipps, der Aufnahmespeicher sowie das Nutzerkonto zur Verfügung. Wie bei Zattoo und Magine ermöglicht Google Chromecast die Wiedergabe auf einem TV-Gerät. Seit letzter Woche wird zudem Amazons Fire TV unterstützt.

Fazit: TV-Streaming ist flexibel und kostengünstig

Dank des immer besseren Netzausbaus stellt das Fernsehen per Streaming eine ernst zu nehmende Konkurrenz zu Satellit, IPTV und Co dar. Die drei Anbieter Zattoo, Magine und Waipu.tv zeichnen sich besonders durch ihre Flexibilität und den niedrigen Preisen aus. Zudem sind sie unabhängig von Internetanschluss und Telefon buchbar, Zusatzhardware wird nicht benötigt. Auch die Verbindungsqualität war bei den getesteten Angeboten sehr gut – es kam nur zu Stoßzeiten zu vereinzelten Abbrüchen.

Zattoo HiQ bietet die meisten Sender (90 Programme), Magine den geringsten Preis (6,99 Euro) und Waipu.tv die beste Performance und zusätzlichen Aufnahmespeicher. Alles in allem sind die Unterschiede beim TV-Streaming so marginal, dass es vor allem eine Philosophiefrage ist, ob man nun auf Zattoo, Magine oder Waipu.tv zurückgreift.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


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Wie Telekom mit der StreamOn-Funktion die Netzneutralität gefährdet

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Mobilfunkverträge mit inklusivem Datenvolumen sind hierzulande ja ein leidiges Thema. Während Anbieter in Nachbarstaaten wie Finnland mit Dutzenden Gigabytes um sich werfen, erhält der Otto Normalverbraucher in Deutschland nur ein mickriges Inklusiv-Volumen. Bei Verwendung von Streamingplattformen wie Spotify oder YouTube ist das schnell aufgebraucht. Abhilfe soll beim größten deutschen Mobilfunkanbieter Telekom die neue Option „StreamOn“ schaffen. Doch was gut gemeint ist, könnte den Streaming-Wettbewerb womöglich spürbar verzerren.

StreamOn: Streamingdienste vom Inklusivvolumen ausgenommen

Streaming ist der Trend der letzten Jahre. Songs und Videos müssen nicht mehr auf dem kostenbaren Speicher des mobilen Endgeräts gespeichert, sondern können unterwegs „on-the-fly“ von den Webservern abgerufen werden. Gerade das kostet allerdings eine Menge Bandbreite, die bei den meisten Verträgen rar ist. Der Netzanbieter Telekom hat diese Entwicklung erkannt und bietet ab 19. April eine neue Option mit dem Namen StreamOn an.

Dabei ist der Name Programm: Der Nutzer kann Musik hören und Videos schauen, ohne dass das im Tarif enthaltene Highspeed-Datenvolumen belastet wird. Die Telekom selbst gibt sich selbstbewusst und Unternehmenssprecher Niek Jan van Damme tönt: „Mit StreamOn werden wir den deutschen Mobilfunkmarkt revolutionieren. Das neue Angebot ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, unseren Mobilfunkkunden auch unterwegs eine uneingeschränkte Nutzung von Audio- und Videoinhalten im besten Mobilfunknetz zu bieten.

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Spotify ist zum Marktstart von StreamOn noch nicht enthalten. (Image by Jonas Haller)

Doch uneingeschränkt gilt nicht ganz: Für die Aufnahme in die Liste der ausgewählten Dienste müssen die Anbieter Telekom-Partner sein oder werden. Zum Start werden im Audiosegment lediglich Apple Music, Amazon Music Unlimited, JUKE, Napster sowie radioplayer.de unterstützt. Verhandlungen mit Spotify laufen nach Unternehmensangaben, eine Einigung wurde aber noch nicht erzielt. Soundcloud oder Google Play Music wurden gar nicht angefragt. Auch im Videobereich sind zwar die Big Player wie YouTube, Netflix, Amazon Prime Video, Sky Go oder das ZDF an Bord, allerdings fehlen Dienste wie Google Play Filme, Vimeo oder die ARD. Letzteres Angebot steht lediglich über den Telekom-eigenen Service EntertainTV live zur Verfügung.

Selektierung von Seiten der Telekom

Das Dilemma der kostenlos hinzubuchbaren Option ist die Willkürlichkeit des größten deutschen Netzbetreibers. Schlussendlich entscheidet er, welche Streaming-Dienste es wert sind, für StreamOn freigeschalten zu werden. Zwar verspricht Michael Hagspihl, Geschäftsführer Privatkunden Telekom Deutschland GmbH, dass keine Einschränkungen vorliegen und jeder Anbieter von legalen Audio- und Video-Inhalten Partner werden kann, allerdings müssen die Streaming-Unternehmen erst auf die Telekom zugehen. Und das ist die falsche Vorgehensweise. Der Mobilfunkanbieter bevorteilt einmal mehr die großen Content-Lieferanten und beschneidet etwaige Mitbewerber in ihrer Konkurrenzfähigkeit.

Fazit: Entweder alle oder keine

Auf dem ersten Blick ist StreamOn eine echte Revolution für den Mobilfunkmarkt. Gerade große Datenmengen bleiben von der Anrechnung an das Datenvolumen verschont. Der zweite Blick offenbart allerdings vielmehr einen Rückschritt – vor allem in Sachen Netzneutralität. Kooperierende Streaming-Anbieter werden durch die Funktion in ihrer Wettbewerbsfähigkeit bevorteilt. Der Mobilfunkbetreiber sollte nicht die Schlüsselrolle spielen, warum ein Kunde genau diesen Streaming-Dienst nutzt. An die Telekom gilt deswegen der Appell: entweder alle oder keine. Entweder, man spendiert den Kunden echte Flatrates oder bleibt weiterhin im alten System der engen Datenvolumina.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • FERNSEHEN rp-online: Das neue DVB-T startet: Es ist das Ende des Fernsehens, wie wir es kannten. In der Nacht wird der TV-Standard DVB-T in Deutschland weitgehend abgeschaltet. Die Umstellung zum neuen Standard DVB-T2 erfolgt aus ähnlichen Gründen, wie damals die Umstellung vom analogen zum digitalen Antennenfernsehen. Kanäle können besser komprimiert werden und die Qualität verbessert sich mit der Auflösung von 1920 zu 1080 Bildpunkten bei einer Bildwiederholfrequenz von 50 Hertz deutlich und kann potenziell besser sein als bei Kabel-TV. Weitere Fragen und Antworten zum neuen TV-Standard gibt’s bei RP-Online.

  • SPIEGEL wuv: Spiegel Online war offline – Abrufe bei Konkurrenten steigen: Nichts da mit “Online” – das Nachrichten Portal Spiegel Online war am Dienstag für mehrere Stunde offline. Grund dafür sei ein Stromausfall in einem Rechenzentrum gewesen. Tatsächlich bescherte der Stromausfall Konkurrenzseiten erhöten Zulauf – kurzzeitig gab es etwa bei Sueddeutsche.de Spitzen von 15 bis 20 Prozent über Normal. Focus Online beobachtete ein Plus von sieben bis zehn Prozent. Nachrichten wurden stattdessen über Facebook und Twitter geteilt.

  • ELON MUSK heise: Neue Firma: Elon Musk will Gehirn mit Computern vernetzen: Ob Elon Musk ein Visionär oder einfach nur größenwahnsinnig ist, teilt die Meinungen. Jetzt hat der Unternehmer offenbar ein Unternehmen gegründet, das Computer mit menschlichen Gehirnen vernetzen soll. Mit „Neuralink“ sollen laut Musk schwerwiegende Krankheiten behandelt werden, gleichzeitig soll es aber auch eine wichtige Zukunftstechnologie, ähnlich der künstlichen Intelligenz, darstellen. Vergangenes Jahr hatte der Unternehmer bereits ein direktes Interface zur Hirnrinde vorgeschlagen, um die Hirnkapazität zu erweitern. Noch befindet sich „Neuralink” aber in den Kinderschuhen.

  • FACEBOOK t3n: Facebook stattet jetzt auch die reguläre App mit Snapchat-artigem Feature aus: Instagram, WhatsApp und jetzt auch Facebook – nach und nach gleichen sie einander, wie ein Ei dem anderen. Snapchat ist der große Vorreiter und die Konkurrenz schaut sich das prominenteste Feature – die Stories – schamlos ab. Mit Facebook-Stories bekommen jetzt auch die iOS- und Android-Apps des sozialen Netzwerks eine Funktion, die nicht ganz zufällig an Snapchat erinnert. Facebook-Tochter hat ein ähnliches Feature schon seit 2016, den WhatsApp-Status gibt es erst seit kurzem, fraglich ist jetzt nur, wie das Überangebot an Video-Diensten beim Nutzer ankommt.

  • SAMSUNG spiegel: Samsung plant Wiederverkauf von Pannen-Smartphones: Im letzten Jahr wurden Sie aufgrund von Explosionsgefahr noch aus Flugzeugen verbannt – jetzt soll das Galaxy Note 7 zurückkehren. Samsung hat jetzt angekündigt, die umstrittenen Smartphones wieder in Umlauf zu bringen. Es sollen nicht nur Rohstoffe und Bauteile wiederverwendet werden, sondern sogar ganze Geräte wiederverkauft werden.

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OldTV, NewTV und irgendwas dazwischen – Budi von den Rocketbeans im Interview

Daniel Budi Budiman (Image by Lisa Kneidl)

Am 21.03. fand der 9. newTV Kongress in Hamburg statt. Rund 200 Besucher haben sich zum Austausch rund um OldTV vs. NewTV unter dem Leitthema „Business Innovation on Screen“ getroffen. Zu den Highlights zählten internationale Speaker wie Chris Mead von Twitch mit seiner Keynote über die Online-Streaming-Plattform und deren Creator-First-Mentalität, Raquel Bubar von der New York Times (einer Expertin für Branded Content und Native Advertising) oder Cyrus Saihan (BBC) mit seinem Vortrag über VR und 360°.

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Daniel „Budi“ Budiman beim Panel „Experten treffen Jugendliche“ auf dem newTV Kongress. Image by Lisa Kneidl

Daniel „Budi“ Budiman war als Panel-Moderator zu Gast, um einen Dialog mit Jugendlichen zum Thema Medienkompetenz zu starten. Budi, als Moderator aus Giga Games und Game One bekannt, ist Co-Gründer und Head of Strategy von Rocket Beans Entertainment, die am 15. Januar 2015 mit dem ersten 24-Stunden-Sender auf Twitch online gegangen sind und mit nunmehr rund 90 Mitarbeitern und mittlerweile auf YouTube rund um die Uhr Gaming- und Unterhaltungscontent streamen. Bei Rocketbeans TV schalten zu Spitzenzeiten rund 50.000 Zuschauer live ein – Erfolg, der für sich spricht und mit dem vor knapp zwei Jahren nicht jeder gerechnet hätte. Wir haben Budi im Vorfeld seines Panels zum Interview getroffen und mal nachgefragt, was für ihn oldTV, newTV und das ist, was Rocketbeans TV so dazwischen macht.

Lisa Kneidl: Du bist ja hier für das Panel „Experten treffen Jugendliche“. Worum wird es da genau gehen?

Daniel Budiman: Ich treffe vier Jugendliche im Alter von 11 bis 13 und die müssen mir heute ganz dringend erklären, wie ich mich als junges Elternteil auf die Zukunft vorbereiten muss. Was ist cool, was ist nicht cool, was finden sie selber cool, das ihre Eltern vielleicht zulassen oder nicht zulassen. Das Thema des Generationswandels, diese gesamte Medienlandschaft organisiert sich komplett neu. Es werden neue Regeln gesucht, aufgestellt, zerworfen, wiederaufgebaut, dann fällt es wieder in sich zusammen und es kommen plötzlich ganz viele neue Akteure auf den Markt. Durch neue Technologien, aber eben auch durch tatsächlich die Demographie, durch die Generation.

Ich bin Jahrgang 83, das bedeutet, mein technisches Verständnis ist ein grundlegend anderes als das von älteren Generationen. Als junger Vater beschäftigte ich mich sehr deutlich mit der Materie, also Internet, Streaming, Apps, Gaming – alles was Technologie bedeutet. Und wie sieht das morgen eigentlich aus? Und was müsste ich in der Theorie verstehen, damit meine Jungs gewappnet sind. Gewappnet im Sinne von ‚was bedeutet Datenschutz, was bedeutet generell Medienkonsum, was ist dieses ominöse Medienkompetenzthema wovon eigentlich alle reden?‘. Alles was man tun kann, um der Situation eigentlich Herr zu werden, ist, Gespräche zuzulassen und nicht in Regeln zu unterwerfen, die vielleicht auch nicht mehr funktionieren können. Ein reines Verbot von Technologie ist etwas sehr Schädliches für die junge Generation. Aber ein ‚ach tu doch was du willst‘ ist genauso schädlich.

Es ist ein individuelles Thema und so oder so müssen wir darüber sprechen. Ich hoffe da wirklich auch einen Dialog schaffen zu können, der für alle Beteiligten einen Mehrwert bietet. Nämlich einfach mal den Start eines Dialoges, eines sich Öffnens, eines Generationswandels und nicht aus Angst Regeln aufbauen, sondern aus Respekt vor der Geschwindigkeit eher den Dialog fördern.

Was ist „newTV“ für dich?

NewTV ist die Art und Weise, wie man konsumiert und nicht was man konsumiert. Die Verbreitung eines Inhaltes, eines Films, einer Serie, was auch immer, ist eigentlich vollkommen irrelevant. Das hat sich jetzt gezeigt durch Internet, YouTube, Twitch, Beam, Facebook. Alle haben komplett unterschiedliche Parameter und Marktwährungen, aber der Content kann auf alle Seiten bespielt werden.

NewTV bedeutet für mich ein plattformunabhängiges Produzieren, verbreiten und konsumieren von Inhalten und kein Endprodukt, sondern einen Prozess. Das ist eine Bewegung, die rein durch diesen unglaublich schnellen technologischen Wandel hervorgerufen wird. Sachen die produziert werden, sollen zu jedem Zeitpunkt auch konsumierbar sein. Aber die Art und Weise der Produktion verändert sich rapide. Es wird nicht mehr als Endprodukt produziert, sondern als etwas Fortlaufendes und Nachhaltiges. Nachhaltig bedeutet, sich ernsthaft mit einem Thema oder einem Video oder einem Format längerfristig zu beschäftigten. Wenn die Konsumenten aber die Kommunikationsart, zum Beispiel Social Media oder über andere Kanäle oder Kommentarfunktionen, einfach selber noch nicht kennen, oder so wie es vielleicht mal am Anfang des Internets war, dann passiert so etwas, was wir heutzutage unter Populismus verstehen. Schnelle Meinungen werden sehr schnell rausgepackt.

Das alles fällt für mich unter newTV, weil wie lange dauert das Konsumverhalten, welche Informationen werden wie verstanden und wie wird das gespiegelt und zurückgegeben. Ein Ende der Diskussion gibt es gar nicht. Es geht den meisten Leuten immer nur darum, sozusagen gewisse Standpunkte im Prozess weiterzuentwickeln oder einen Punkt zu überprüfen. Aber das ist in der heutigen Diskussion so gut wie nicht machbar.

Wie schätzt du da die Grenzen zum klassischen Fernsehen ein? Und hat das eine Medium dem anderen gegenüber Vorteile?

Der einzige große Unterschied der Fernsehlandschaft oder der TV-Branche zum newTV ist das Alter der Beteiligten, sowohl senderseitig, auftraggeberseitig, auftragnehmerseitig inklusive aller Stationen, wie da Geld verdient wird, sprich durch den Rundfunkstaatsvertrag oder das duale System in Deutschland. Das ist alles für mich die klassische TV-Welt. Und newTV ist im Prinzip alles, was nicht mehr in dieses klassische Bild reinpasst. Wenn es tatsächlich eine Definition gibt, ist es das Budget.

OldTV ist ein gesamter Bereich, plattformunabhängig, der über größere Budgets verfügt, wo alle Akteure, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, der gesamte Markt insgesamt einen anderen technologischen Hintergrund bearbeitet haben, eventuell dadurch einfach insgesamt mehr Geld verdient haben und auf diesen Pötten sitzen. NewTV wiederum bespielt eine andere Zielgruppe in Gänze. Eine Zielgruppe, die andere Produkte oder Prozesse versteht. Es wird anders Geld verdient. Und der Hybrid daraus bestimmt gerade den Markt. Und da passiert jeden Tag etwas Neues.

Du kommst aus der Gaming-Sparte, hat Gaming noch einen Platz im Old TV?

Gaming ist unfassbar weitreichend. Gaming hat immer eine Relevanz und ist so vielfältig, dass es jede Zielgruppe auch tangieren kann und vielleicht sogar sollte, weil es eine verspielte Art und Weise ist, Technologie zu verstehen, komplexe Systeme irgendwie zu zulassen. Es geht nur um die Bereitschaft sich darauf einzulassen. Das sind nicht immer nur um die oberflächlichen Themen, ist es gewalttätig oder nicht oder dauert das jetzt 80 Stunden oder verliere ich meine Hygiene, wenn ich zu viel zocke, das ist alles alter Scheißkäse. Es gibt für jeden, egal wie alt und egal wo, digitale Spiele, die Sinn machen für diese Person. Und deswegen schließe ich da nichts aus.

Die Frage ist eher, wollen Senderverantwortliche dieses Format wagen? Wir haben mit Game One sehr lange ein Format bei einem Privatsender gehabt. Aktuell gibt es kein Fernsehformat. Warum? Weil die Alternative über die digitalen Kanäle zu gehen einfach aktuell sinnvoller erscheint, weil der Markt es halt hergibt. Warum? Weil die meisten Leute, die Gaming-affin sind, ohnehin Interaktion-komplexere Systeme gewohnt sind. Das heißt, diese reine Passivität hat nur eine kulturelle Bewandtnis. Wenn du sozusagen einer anderen passiveren Zielgruppe Gaming verständlich machen willst, dann kann es das tatsächlich nur aus einem kulturellen Aspekt heraus. Dokus, Magazine, wie auch immer, in diese Richtung muss es gehen. Ich hoffe, dass sich Senderverantwortliche weiterhin so öffnen, wie ich das Gefühl habe, dass sie es in den 11 Jahren mehr gemacht haben und mehr Leute zulassen, die sich gut mit diesem Thema auskennen, weil das ein kulturelles Thema ist. Ob das passieren wird, keine Ahnung. Also ich glaube ja.

Ist Fernsehen also gar nicht mehr das Non-Plus-Ultra für das Medium als Plattform?

Fernsehen ist halt einfach Gewohnheitssache, weil es früher gewisse Sachen noch nicht gab. Die Kommunikationsart und Geschwindigkeit war eine andere als heutzutage. Deswegen kann ich auch nachvollziehen, wenn ältere Generationen romantisch, teils verklärt, teils aber auch berechtigt sagen ‚früher hat man sich noch richtig unterhalten und nicht auf das Smartphone geguckt‘. Da saß man noch vor dem Fernseher und hat zusammen „Wetten, Dass…?“ geguckt und sich unterhalten und gelacht. Das sind immer so Pro-Argumente aus älteren Tagen.

Heutzutage kann man das ähnlich machen, aber parallel auch noch aktiv sein, beispielsweise über Twitch, YouTube, Discord, Teamspeak und ähnliches und zusammen Spiele spielen. Das sind neue Formen und es bespielt trotzdem genau dieses Lagerfeuerding, wovon viele Leute immer noch romantisch oder teilweise verklärt reden. Eine gemeinschaftliche Nutzung von einer Medienform, die man selbst gestaltet. Du kannst Einfluss darauf nehmen und das ist der Mehrwert.

Wie ordnest du Rocketbeans TV da ein?

Rocket Beans ist wie ein Virus. Und die Fernsehwelt und der Markt ist wie ein Antibiotikum. Also ein gezüchtetes Präparat um sozusagen Viren zurück zu halten. „Viren“ klingt negativ, ich meine das ein bisschen positiver. Wir entwickeln uns in irgendeiner sehr absurden Art und Weise logisch weiter. Wir wollen sozusagen überprüfen, welche Grenzen es gibt und was müsste es tun, damit wir uns weiter ausbreiten, weiterleben können, uns finanzieren können. Aber wir sollen selber neue Regelsysteme überprüfen. Für uns und für unsere Art und Weise, wie wir aufgewachsen sind, wie unsere aktuelle Analyse des Marktes ist oder der Szene, wenn man so möchte, gibt es unter unseren Aspekten noch nicht die Regeln, die uns Spaß machen. Alte Regeln befolgen und es dabei belassen, ist nicht mehr möglich. Alle sind im Aufbruch, alle wollen verstehen was geht und das ist für mich Rocket Beans.

Wir sammeln gerade und vereinen unterschiedliche Generationen. Wir haben unglaublichen Spieltrieb und wollen versuchen, neue Ideen in lustigen, anderen Fassungen, auch teilweise mit alten Handwerken, zu kombinieren. Wir stehen im Prinzip zwischen old und newTV und kombinieren das. Wir sind ein Sender, aber eigentlich sind wir mehr als ein Sender. Wir sind eigentlich kein Sender, weil wir eigentlich nur Videospiele spielen – oder nicht nur. Wir machen Bundesligaformat, ohne irgendwie die Bundesliga anzupeilen. Aber wir mögen das Thema, wir wollen da rein und wir wollen gemeinsam, auch mit der Community versuchen, ob da nicht mehr geht, ob das nicht sinnvoll ist und wollen uns dabei parallel ausbilden. Wir wollen verstehen, wollen die Zeit haben, wollen auch dafür bezahlt werden, so frei wie möglich diese neuen Regelsysteme so agil wie möglich immer wieder für uns neu zu definieren. Das ist Rocket Beans für mich.

Wie schafft ihr bei RBTV den Spagat zwischen alter Fernsehschule und Anarcho-Internetfernsehen?

Anarcho gab es ja immer, auch im Fernsehen. Viva war Anarcho wie nichts Anderes, das war so geil damals in meiner Jugend. Ich sage ja, ich bin ein medienverbranntes Kind. Und ja, wir haben ein gewisses Handwerk verstanden. Aber das Anarchische, was uns trägt ist eigentlich nichts Anderes, als zu raffen, was eigentlich möglich ist. Wir wollen einfach auch die Grenzen spüren und feststellen, um uns innerhalb dessen auch weiterentwickeln zu können. Und wenn es dann Zeit ist, Grenzen zu durchbrechen, dann wollen wir es machen. Und das was Rocket Beans gemacht hat vor zweieinhalb Jahren, war das dümmste der Welt. Wirtschaftlich gesehen würde das niemand machen und zum Glück sind wir so schlau oder beziehungsweise nicht so schlau, dass wir es trotzdem einfach gemacht haben.

Als ihr mit RBTV gestartet seid, war es das Ziel, 3 Monate zu überleben. Was ist heute das Ziel?

Die nächsten 15 Jahre überleben. Nach zweieinhalb Jahren können wir sagen, dass sich bei Rocket Beans unglaublich viel getan hat. Wir verstehen so langsam, was wir tun müsen. Wir haben das früher mehr aus dem Bauch heraus gesagt, dass wir was Nachhaltiges bauen wollen, jetzt verstehen wir, was das bedeutet. Wir verstehen grob, dass wir wirklich auch Geld verdienen wollen. Wir wollen, dass es den Leuten gut geht, wir wollen selber einfach ein richtig gutes neues modernes Fundament bauen. Von dort aus soll die Reise weitergehen und wir wollen bestenfalls – zurück zur Virusanalogie – gerne mehr Leute von so einem Spieltrieb anstecken. Das ist auch nichts Neues für den Markt, aber wir versuchen das auf einer Art persönlichen Ebene zu machen. Wir wollen den Markt besser deuten können, wir wollen sinnvoll, logisch und vor allem nachhaltig irgendwie weiter nach vorne schreiten.

Unser Ziel ist ganz deutlich, wir wollen es nachhaltig aufbauen, wir wollen, dass es bleibt, dieses Ding, was wir da haben, wir versuchen gerade, Grenzen zu durchbrechen. Es gibt keine Definition für mich, was Rocket Beans angeht, es ist halt ein Hybrid. Aber ich wünsche mir, dass es etwas Rigides wird, was Nachhaltiges, was man eventuell dann auch noch weitergeben kann an andere Medienunternehmungen oder kleine Unternehmen.

Schlusswort: Was ist Rocketbeans TV für dich in drei Worten?

Liebe fürs Spiel.

Die ungekürzte Version haben wir auf unseren Sound-Cloud-Account gepackt. Viel Spaß!


Images by Lisa Kneidl


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Wie Netflix den TV-Markt revolutioniert hat

Netflix VHS (adapted) (Image by karat [CC BY 2.0] via flickr)

Die erste Revolution: Die Sehgewohnheiten

Viele Fans hätten sich diese Option wohl gerne für das Ende der US-Sitcom „How I Met Your Mother“ gewünscht: Gerüchten zufolge experimentiert der Streaminganbieter Netflix mit der Interaktivität von Handlungsverläufen. Die Zuschauer sollen die volle Kontrolle erhalten und entscheiden können, wie die Serie auf dem eigenen Bildschirm weitergehen soll – ein Happy End auf Knopfdruck. Wie viel an den Gerüchten dran ist, lässt sich nur schwer beurteilen, doch sie unterstreichen die Rolle von Netflix als disruptive Kraft im Mediensektor. Seitdem der Video-on-demand-Anbieter (VoD), der 1997 noch als Online-DVD-Verleih startete, vor ziemlich genau zehn Jahren sein Streaming-Angebot auf den Markt warf, hat sich die TV-Branche extrem gewandelt.

Netflix war der erste Anbieter, der alle Episoden eigenproduzierter Serien auf einen Schlag zur Verfügung gestellt hat – ganz im Gegensatz zur gewohnten wöchentlichen TV-Ausstrahlung. Auch das „Binge Watching“, also das Schauen zahlreicher Folgen am Stück, geht letztlich auf den Streaminganbieter aus Los Gatos in Kalifornien zurück. Die Amerikaner bieten vor allem auch sicheres und ruckelfreies Streaming und schaffen es, mit den eigenen Algorithmen recht treffsicher den Geschmack der einzelnen Zuschauer vorherzusagen.

Netflix‘ Erfolg basiert demnach auch auf seiner Rolle als Technikunternehmen: „Ihre Stärke ist, dass sie ein wirklich gutes Produkt haben“, so formulierte es Media-Analyst Michael Nathanson im vergangenen Jahr gegenüber der New York Times. Hinten über fällt gerne die Tatsache, dass Netflix natürlich eine Menge Daten von seinen Nutzern sammelt: Wann bricht man eine Serie ab? Wann pausiert man die aktuelle Folge? Ab welchem Zeitpunkt wird man „süchtig“ nach einer Produktion? Alles wertvolle Kundendaten für das Unternehmen.

Die zweite Revolution: Der globale Anspruch

Insgesamt kann Netflix auf 93,8 Millionen Abonnenten verweisen und peilt für dieses Quartal die 100-Millionen-Marke an. Das Wachstum des Streaminganbieters ist immer noch immens: innerhalb des letzten Jahres legte die Zahl der Kunden um ein Viertel zu, die Umsätze stiegen um 40 Prozent. Dabei denkt die Unternehmensführung konsequent global: in jedem Land der Welt solle es möglichst dasselbe Angebot geben – und das setzt die klassischen Akteure der Branche mächtig unter Druck. Dieses Vorgehen entspricht nicht mehr dem alten Geschäftsmodell der Studios und Sender, die ihre Lizenzen teuer in andere Länder verkaufen. Und noch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil hat Netflix gegenüber klassischen Sendern: im Vergleich zu US-Kabelanbietern, die zunehmend an Zuspruch verlieren, zahlen Kunden nur knapp die Hälfte pro geschauter Stunde.

Netflix hat sich durch seine globale Reichweite – fast die Hälfte der Netflix-Kunden stammt mittlerweile aus dem Ausland – im Rechtepoker in eine deutlich bessere Verhandlungsposition katapultiert. Doch gegen die Windmühlen der Studios hilft selbst das manchmal nicht, sodass Eigenproduktionen konzeptueller Mittelpunkt des Anbieters sind.

Die dritte Revolution: Die Inhalte

Unter anderem mithilfe gezielter Reboots alter Serien trifft Netflix den Nerv der Millenials: im vergangenen Jahr legte man sehr erfolgreich „Full House“ und „Gilmore Girls“ neu auf. Mit den eigenen Ideen erregt Netflix vor allem seit 2013 globale Aufmerksamkeit. Die Veröffentlichung von „House of Cards“ war einer der Game Changer in der Branche und der erste Schritt in Netflix‘ Positionierung als ernstzunehmender Konkurrent im Produktionsbereich. In diesem Jahr will der Anbieter sechs Milliarden Dollar für Inhalte ausgeben und langfristig sicherstellen, dass die Hälfte der auf der eigenen Seite gestreamten Inhalte Eigenproduktionen sind.

Die Masse an neu auf den Markt geworfenen Netflix-Serien ist für den einzelnen Zuschauer natürlich nicht zu bewältigen, doch das ist auch nicht das Ziel des Unternehmens. Der große Vorteil des eigenen Geschäftsmodells, so Programmchef Ted Sarandos, sei die Möglichkeit, Serien und Shows zu produzieren, die es im klassischen TV nicht gegeben hätte. Massentaugliche Serien entstehen bei Netflix selten, vor allem die Nische wird bedient. Auch klassische Branchen-Messgrößen wie die Einschaltquote verlieren im Video-on-Demand-Bereich zunehmend ihre Bedeutung – eine Serie muss nicht sofort bei der Veröffentlichung ein Zuschauermagnet sein.

Das bietet natürlich auch für die Kreativen hinter der Kamera neue Chancen. Nicht nur Einkäufe bekommen durch Netflix neuen Schub („Breaking Bad“-Schöpfer Vince Gilligan berichtet, dass die Bereitstellung auf Netflix die Zuschauerzahlen erst richtig in die Höhe getrieben hat, nachdem die AMC-Serie trotz toller Kritiken noch kein Quotenhit war), auch ungewöhnliche Ideen haben bei Netflix die Chance auf Verwirklichung. Und das ganz ohne Quotendruck, schließlich werden die Streaming-Zahlen selbst vor den Machern einer Serie geheim gehalten.

Die vierte Revolution?

Doch trotz der vielen Erfolge, die Netflix in den vergangenen Jahren feierte, prophezeien nicht alle dem Anbieter eine goldene Zukunft. Börsenanalysten gehen davon aus, dass der Höhenflug des Anbieters an der Wall Street nicht ewig andauern wird – in den vergangenen zwölf Monaten stieg der Aktienwert immerhin um über 40 Prozent.

Diese Einschätzung rührt vor allem daher, dass die klassischen TV-Anbieter mittlerweile verstanden haben, welche Gefahr für sie von Netflix ausgeht und steuern mit eigenen Angeboten dagegen. Anfangs nahm man die neue Konkurrenz noch nicht ernst, doch inzwischen setzt beispielsweise auch Sky Deutschland zunehmend auf selbstproduzierte Inhalte (das prestigeträchtigste Projekt ist derzeit die für 2018 angekündigte Serien-Fortsetzung von „Das Boot“).  Schon lange haben sich Disney, 21st Century Fox und Comcast für den gemeinsamen US-Dienst “Hulu” zusammengeschlossen – seit vergangenem Jahr schaltet der Streaminganbieter der drei größten Medienunternehmen in den USA mit zwei großen selbstproduzierten Dramen (u.a. von J.J. Abrams) einen Gang höher.

Auch die BBC und HBO scheinen sich der Veröffentlichungsstrategie von Netflix anschließen zu wollen. Und nicht zu vergessen Amazon Prime Video, der derzeit größte direkte Konkurrent – mit dem Vorteil eines riesigen Unternehmens im Rücken. Netflix‘ entscheidender Vorteil aus den Anfangsjahren ist inzwischen verschwunden: das Unternehmen hat nicht mehr den ganzen Markt für sich allein, sondern muss sich immer mehr mit ernstzunehmenden Konkurrenten herumschlagen.

Netflix bleibt im Moment der Platzhirsch auf dem Streaming-Markt und beeindruckt mit Innovationen und starkem Wachstum. Doch wie lange können die Kalifornier noch auf der Welle des Erfolgs reiten? Aber egal, in welche Richtung sich der VoD-Anbieter entwickelt: der Wandel der TV-Branche ist bereits in vollem Gange – und die Interaktivität von Handlungsverläufen ist vielleicht nicht die letzte von Netflix angestoßene Revolution.


Image (adapted) „Netflix VHS“ by karat (CC BY 2.0)


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  • WORDPRESS golem: WordPress-Sicherheitslücke ermöglicht Änderung von Inhalten: In den aktuellen WordPress Versionen 4.7.0 und 4.7.1 wurde jetzt eine Sicherheitslücke entdeckt, mit der ein Angreifer nach Belieben Inhalte ändern kann. Der Fehler bezieht sich auf die Filterung der Eingabedaten einer REST-API. Ein erstes Auto-Update soll für Sicherheit sorgen, ein manuelles Update sollte jedoch noch folgen.

  • E-COMMERCE t3n: Butlers ist pleite: Was die Konkurrenz jetzt verstehen muss: Der Deko-Einzelhändler Butlers ist pleite. Woran könnte dies liegen und was bedeutet dies jetzt für die Konkurrenz? Stichworte sind hier Online-Strategie und E-Commerce. Butlers habe nicht viel falsch gemacht, aber im Sinne des Onlinehandels auch sehr wenig richtig und konsequent umgesetzt.

  • FACEBOOK allfacebook: Neue Nutzer- und Umsatzzahlen von Facebook: Am Mittwoch hat Facebook die Nutzer- und Umsatzahlen für das vierte Quartal 2016 sowie das Gesamtjahr 2016 vorgestellt. Facebook hat inzwischen fast 1,9 Milliarden aktive Nutzer weltweit, 349 Millionen davon in Europa und 1,2 Milliarden Menschen nutzen Facebook auf mobilen Endgeräten. Damit hat Facebook in 2016 das Versprechen „Mobile first“ klar eingehalten. 

  • VODAFONE heise: Vodafone startet übergreifende TV-Plattform “GigaTV”: Vodafone ist der größte TV-Anbieter Deutschlands und versorgt bundesweit rund 8 Millionen Nutzer über Kabel und DSL. Ab Mitte Februar will der Konzern jetzt eigene TV-Lager aufschlagen und mit dem eigenen „GigaTV“ eine nach eigenen Angaben völlig neue Fernseh-Plattform starten. Es sollen für zuhause und die mobilen Endgeräte Sender, Mediatheken, Video-on-Demand-Angebote und Apps von Streaming-Diensten gebündelt werden.

  • APPLE zeit: Datenspende für Siri: Apple bittet um Almosen? Zumindest im Sinne von Daten. Erstmals bittet der Konzern darum, iCloud-Daten analysieren zu dürfen, um Siri zu verbessern. Apple bittet iPhone-Nutzer in den Datenschutzeinstellungen um die Erlaubnis, ihre iCloud-Daten, beispielsweise Fotos, E-Mails, Notizen, Kontakte und Termine, analysieren zu dürfen. Standardmäßig ist diese Option deaktiviert und es muss aktiv eingewilligt werden.

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#ibes – Das Dschungelcamp als crossmediales Phänomen des Hate-Watching

Monkey (adapted) (Image by samuelrodgers752 [CC BY 20] via flickr)

Weihnachten ist vorbei, das Feiertags-Fernsehprogramm ausgeschöpft und allgemein herrscht einfach Antriebslosigkeit und dem Wetter entsprechend graue Stimmung. Doch der Silberstreif am Horizont des Trash-TV kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Alle Jahre wieder können wir uns Mitte Januar auf das Dschungelcamp „freuen“ und von den Dschungel-Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich (in Nachfolge des verstorbenen Dirk Bach) zu einer neue Staffel „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ begrüßen lassen. In der nunmehr elften Staffel kommen jetzt Z-Promis im australischen Dschungel zusammen, um zwei Wochen lang zwischen Klatsch und Kakerlaken die Zuschauer zu bespaßen.

Auf der heimischen Couch nehmen dann auch Angehörige aller Bildungskategorien Platz. Ob man ihn mag oder nicht, ihn als Trash-TV abtut oder sich darüber echauffiert – der Dschungel ist ein wahres Medienphänomen und der massive Marktanteil der Werberelevanten Zielgruppe spricht dafür. Sogar in die Popkultur hält das Dschungelcamp schon Einzug, „Good Morning in the Morning“ und „Was geht los da rein?“ sind beliebte und kultverdächtige Phrasen. Das letztjährige Finale haben mehr als sieben Millionen Zuschauer gesehen. Doch was fasziniert die Zuschauer so an dem Format, dass es sogar bereits im Feuilleton und verschiedenen Werken im akademischen Diskurs auftaucht und sich damit auseinandergesetzt wird?

Meta-Ebene Twitter

Wodurch entsteht der Unterhaltungsfaktor beim Dschungelcamp? Sind es die Prüfungen, der Ekel, der Klatsch und das (manchmal auch nicht) inszenierte zwischenmenschliche Drama der Kandidaten? Oder fiebern wir einfach gern mit ihnen mit? Vor allem die Begleitung der Sendung durch Twitter macht für viele einen großen Spaßfaktor beim Dschungelcamp aus. Während der zwei Wochen Sendezeit ist der Hashtag #ibes mit ziemlicher Sicherheit wieder häufiger in den Twitter-Trends. Die Nutzer fiebern mit, kommentieren und inszenieren sich so auch selbst mit Witzchen, Bemerkungen und sarkastischen Kommentaren. Man kann es teilweise schon fast ‚Hate-Kultur‘ nennen.

So entsteht ein ganz neues Dispositiv, denn zum Konsum der Serie ist der Fernseher nicht mehr das einzige Medium, das zum Erlebnis beiträgt. Dieses entsteht quasi auf zwei medialen Kanälen und wird so zum crossmedialen Konsumerlebnis. Twitter ist das Sekundärmedium neben dem Primärmedium Fernseher und lässt eine neue Meta-Ebene entstehen, durch die das Konsumverhalten und das Konsumieren der Sendung verändert wird.

Authentizität und Inszenierung zwischen Klatsch und Kakerlaken

Teilnehmer gehen zwischen Authentizität und Inszenierung quasi von der Person zum Charakter über. Ob ihnen ihre Rolle nun vorgeschrieben wurde oder ob sie sie irgendwann von selbst übernehmen und weiterspielen, ist dabei nicht von Bedeutung. Durch das Wechselspiel der extremen Ausgangssituation (man bedenke: der Hunger und die Hygienezustände sind echt) und dem Geltungs- und Inszenierungsdrang der Kandidaten vor allem während der Prüfungen, entsteht eine gewisse Theatralik, das Camp wird zur Bühne und zum Schauplatz für die Figuren.

Großer Spaß unter den Zuschauern und vor allem Twitter-Nutzern entsteht so vor allem um das „Haten“ gewisser Teilnehmer. Bestes Beispiel ist der sogenannte „Honey“, einer der Kandidaten des aktuellen Camps. Alexander Keen, so der volle Name des Male-Models, erlangte zuerst „Prominenz“ durch einen Gast-Auftritt in „Germany’s Next Topmodel“ als Freund einer Kandidatin, ein Format, bei dem die Grenzen zwischen Inszenierung und Authentizität auch immer mehr zu verwischen erscheinen. Auf Twitter mauserte sich der eigentliche Nebencharakter in der Model-Saga bald zum Publikums-Liebling beziehungsweise eher Anti-Liebling. Woche für Woche explodierte der Hashtag #Honey auf Twitter und Nutzer verfielen in einen wahren Hate-Rausch. Sogar ProSieben griff dies auf und passte die Promos für die aktuellen Folgen auf das Phänomen „Honey“ an.

Prinzip Hate-Watching

Das Format SchleFaz treibt das Prinzip des Hate-Watching, sich also etwas nicht zum Vergnügen, sondern um sich darüber auslassen zu können, dabei auf die Spitze. „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ ist eine satirische Filmreihe des Senders Tele 5, bei der die Moderatoren Oliver Kalkofe (der das Dschungelcamp ebenfalls auch in Kalkofes Camp-Report mit erwartungsgemäß spitzem Ton kommentieren wird) und Peter Rütten in jedem Nebensatz humorvoll, spitzzüngig und gezielt denunzierend den jeweiligen Trash-Film vorstellen und ihn meist begleitet durch ein Trinkspiel zusammen mit den Zuschauern ansehen. Das klingt nach einem großen Spaß – wenn man sich darauf einlassen kann.

Das Prinzip des Hate-Watching kommt einem Unfall gleich, es ist schrecklich, man kann aber nicht wegsehen. Durch Hate-Watching oder auch das Guilty Pleasure“, etwas, das einem Freude bereitet, obwohl man weiß, wie schlecht“ es ist, lassen ein ganz neues Dispositiv für Konsumenten entstehen. Viele Serien und Filme werden nicht mehr zur Freude am Content angesehen, sondern gezielt gehasst, um später in Social Media dazu zu diskutieren und sich in manchen Fällen auch zu echauffieren.

Das Dschungelcamp muss man nicht verstehen. Das macht vielleicht aber auch die Faszination aus. Vorbei sind die Zeiten, wo man noch Sendungen geschaut hat, weil sie einem gar gefallen. Heutzutage wird Hate-Watching betrieben und der richtige Spaß entsteht für viele erst an der multimedialen Missgunst online.


Image (adapted) Monkey“ by samuelrodgers752 (CC BY 2.0)

Screenshots by Lisa Kneidl


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  • INTERNET Zeit Online: Der nächste große Angriff aus dem Internet der Dinge: Zwei Stunden lang waren am Freitag zahlreiche populäre Internetdienste wie Twitter, Spotify, Airbnb, Reddit, eBay oder die Seite der New York Times auf normalem Wege nicht zu erreichen. Die betroffenen Seiten sind Kunden beim DNS-Provider (Domain Name System) Dyn im US-Bundesstaat New Hampshire, der nach eigenen Angaben zum Opfer eines massiven Angriffs wurde. Nach zwei Stunden waren die Störungen demnach behoben, es mussten aber zwei weitere Angriffswellen abgewehrt werden. In den USA gibt es nun Befürchtungen, eine Attacke am 8. November könnte die Präsidentschaftswahl beeinflussen.

  • AT&T Neue Zürcher Zeitung: Telekomriese greift nach Time Warner: Der amerikanische Telekomkonzern AT&T will das Medienunternehmen Time Warner für 85 Milliarden Dollar übernehmen. AT&T ist der zweitgrösste Mobilfunkanbieter und bezüglich Kabel-TV mit 20 Millionen Abonnenten der Marktführer in den USA. Time Warner gehört zu den führenden Film- und Fernsehproduzenten im Land: Mit CNN, dem TV-Netzwerk HBO steht das Unternehmen für einige der erfolgreichsten Filme der letzten Jahre.

  • YOUTUBE Chip: YouTube bald wie Fernsehen? PayTV-Abo soll kommen – und teuer wird’s: YouTube soll künftig klassisches Fernsehprogramm bieten. Dazu verhandelt Google aktuell mit großen TV-Sendern – und hat bereits den ersten Deal eingetütet. YouTube hat das Fernsehen beinahe überflüssig gemacht – und doch soll YouTube bald TV-Programme zeigen. Die Pläne für diese Projekt – genannt: „YouTube Unplugged“ – sind schon seit Mai bekannt. Nun melden US-Medien, dass Google den ersten TV-Sender für Unplugged gewinnen konnte. Das große Kabel-Netzwerk CBS hat demnach einen Vertrag mit Google unterzeichnet, und wird sein Programm künftig auch dem YouTube-Publikum zeigen – zumindest dem zahlenden. Denn YouTube Unplugged wird als Abo-Dienst Geld kosten.

  • NESTLE Die Welt: Nestlé will gesundes Essen künftig ausdrucken: Erstmals in der Geschichte gebe es zu viel Nahrung. Vor allem in den westlichen Überflussgesellschaften bringe weiteres Mengenwachstum an kalorienreicher Nahrung aber mehr Schaden als Nutzen. Für die Hersteller von Nahrungsmitteln bedeute dies eine grundlegende Umorientierung. Statt auf Masse müssten sie sich darauf konzentrieren, Produkte mit gesundheitsfördernden Eigenschaften auf den Markt zu bringen, „die weit über Reduktion oder Ersatz von Zucker, Fett und Salz in der Nahrung hinausreichen“.

  • ZEBRASTREIFEN Handelsblatt: Dem Straßen-Zebra geht es an den Kragen: Pferdestärken, Starenkästen, Zebrastreifen – auf deutschen Straßen geht es mitunter recht artenreich zu. Doch ein Bewohner des Straßenzoos könnte bald auf die Rote Liste kommen – denn er wird zu teuer. Ein Eimer weißer Farbe und ein Pinsel waren früher alles, was man für einen Zebrastreifen brauchte. Heute ist das anders. Eine im Beamtendeutsch R-FGÜ genannte Verordnung macht Zebrastreifen zu ausgeklügelten Systemen – mit Markierungen auf der Straße, einer Mindest-Streifenbreite, Schildern über der Fahrbahn, abgesenktem Bürgersteig für Rollstuhlfahrer, Auffindstreifen für Blinde und ausreichend Beleuchtung. Die Nachrüstung ist einfach zu teuer für viele Städte.

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Digitale Disruption im TV: Wie können die Nachrichtensender reagieren?

Night Television (Image by Stock Tookapic [CC0 Public Domain], via Pexels)

Das Fernsehen sollte ursprünglich ganz anders sein. Es sollte widerstandsfähiger gegenüber digitaler Disruption sein als die Printmedien. Eine Zeit lang war es das auch, nun jedoch nicht mehr. Heutzutage muss sich auch das Fernsehen dem Sturm kreativer Zerstörung und digitaler Umwälzungen stellen, in einem Ausmaß, dass anderen Medienindustrien ebenfalls bekannt ist. Das Fernsehen ist noch immer ein wichtiges Medium und wird es auch in den nächsten Jahren sein, allerdings wird es nicht die dominierende Kraft innehaben, die es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewesen ist.

Der Fernsehkonsum ist in Ländern wie den USA und dem Vereinigten Königreich seit 2012 jährlich um vier Prozent gesunken. Dieser Rückgang ist mit dem der Printmedien in den 2000ern vergleichbar. Über 10 Jahre betrachtet, sind die Zuschauerzahlen um ein Viertel oder mehr zurückgegangen. Der durchschnittliche Fernsehzuschauer vieler Nachrichtenprogramme ist inzwischen älter als der Durchschnittsleser der meisten Zeitungen. Der Rückgang junger Zuschauer ist beim Fernsehen im Allgemeinen und insbesondere bei Nachrichtensendungen besonders gravierend.

Unterdessen sehen wir jedoch einen starken Anstieg der Zuschauer von Onlinevideos auf Video-Portalen, kostenpflichtigen Streamingseiten und in sozialen Netzwerken, die eingebettete Videos beinhalten. Der Wandel zu einer “Post-Broadcast-Demokratie” wurde mit dem Anstieg des Kabel- und Satellitenfernsehens in den 1990ern und den 2000ern eingeläutet, geht jedoch inzwischen über in eine “Post-Fernsehen-Demokratie”, da digitale Medien dabei sind, das Fernsehen als wichtigste Nachrichtenquelle abzulösen.

Die Auswirkungen auf den Journalismus könnten durchaus tiefergehend sein. Sogar als die Zeitungsauflagen sanken und digitale Medien in den 1990ern und den frühen 2000ern zunahmen, blieb das Fernsehen in vielen Ländern die einzige, wichtigste und weit verbreitetste Nachrichtenplattform. Private sowie öffentliche Nachrichtenanbieter investierten hohe Summen in den Journalismus, der sein internationales, nationales und lokales Publikum mit Nachrichten versorgte. In den kommenden Jahren werden sowohl die Reichweite als auch die Erträge deutlich sinken.

Da sich das Fernsehen generell verändert, wird sich auch der Fernsehjournalismus anpassen müssen. Heute bestimmen bessere Internetverbindungen, bessere Geräte und bessere Dateikomprimierungsformate in Verbindung mit der enormen Zunahme von Onlinevideoangeboten und Video-on-Demand-Services wie Netflix und sozialen Netzwerken wie Facebook einen beschleunigten Wandel des Fernsehens und der Nachrichtenanbieter.

Da wir uns in Richtung einer zunehmend wettbewerbsfähigen, aufteilenden und abrufbereiten medialen Umwelt bewegen, wird der TV-Journalismus immer weniger von großen Zielgruppen anderer Programme profitieren und die Ressourcen, die in den Fernsehjournalismus investiert wurden, wahrscheinlich weiter abnehmen.

Gewissermaßen ist dies ein goldenes Zeitalter der Fernsehinhalte — man denke an Game of Thrones und House of Cards oder Downton Abbey und The Night Manager. Vor allem Onlinevideos an sich nehmen zu und stehen immer mehr im Fokus unserer digitalen Medienerfahrung.

Es wird immer weniger ersichtlich, ob TV-Nachrichten in dieser sich stetig verändernden Umgebung einen Platz haben.

In einer neuen Studie des Reuters-Instituts analysieren wir, wie sich das traditionelle Fernsehen wandelt, untersuchen den Anstieg von Onlinevideos und schauen uns Beispiele an, wie Nachrichtenanbieter – sowohl traditionelle Nachrichtensendungen als auch Zeitungen, etablierte digitale Mitstreiter und neue Startups – neue Wege finden, digitalen Videojournalismus, aufbauend auf ältere Formen des Fernsehens und der TV-Nachrichten, aber auch indem sie diese hinterfragen, zu be- und vertreiben.

Obwohl viele traditionelle TV-Anbieter nur begrenzte Investitionen in digitale Medien geleistet haben und online über eine kleinere Zielgruppe verfügen als offline, sind dennoch interessante Experimente innerhalb des Videojournalismus zu sehen. Sie beinhalten sowohl kommerzielle Medien wie CNN und öffentliche Medien wie BBC, als auch neue Initiativen von Zeitungen wie der New York Times und dem Daily Telegraph, etablierte digitale Mitstreiter wie Vice und Startups wie NowThis News.

Obwohl beeindruckende Projekte zu beobachten sind, ist das wichtigste Ergebnis unseres Berichts, dass es nicht das eine Rezept für Online-Nachrichtenvideos gibt.

Die Tatsache, dass bisher niemand die richtige Mischung für die Erstellung von Online-Nachrichtenvideos in einer sich so stetig verändernden Umgebung gefunden hat, heißt nicht, dass eine Anpassung nicht notwendig ist. Eine Generation, die im Genuss von digitalem, sozialem und mobilem Videokonsum auf Abruf über verschiedenste Geräte aufgewachsen ist, bevorzugt nicht irgendwann live stattfindende, lineare, vorgeschriebene Programme auf einem einzigen Gerät, nur weil sie älter wird. Wenn sich TV-Nachrichten-Anbieter dieser Sache nicht annehmen, riskieren sie es, an Bedeutung zu verlieren.

TV-Nachrichtensender stehen der nächsten Welle digitaler Umwälzungen gegenüber, die Hindernisse, wie beispielsweise bekannte Marken, kreative Talente und tiefgreifende Archive qualitativ hochwertiger Inhalte mit  einschließen. Zudem riskieren sie Einschränkungen aufgrund ihrer veralteten Ordnung und Kultur. Formate, die auf Programme oder sich ständig aktualisierende Nachrichten und auf Bildschirme mit hoher Auflösung im eigenen Zuhause ausgelegt sind, eignen sich nur selten für Online-Nachrichtenvideos. Da diese über Apps und soziale Netzwerke verbreitet und oft auf mobilen Geräten angeschaut werden.

Da sich die Umstände momentan so beträchtlich verändert und es keine klaren Angaben gibt, wie damit am besten umgegangen werden kann, ist die einzig richtige Reaktion der Nachrichtenanbieter, sicher zu stellen, dass ihre Organisationen fähig sind, sich dem anhaltenden Wandel immer wieder anzupassen. Standardisierte Arbeitsabläufe und Organisationsformen sind zwar effektiv, jedoch nicht zum experimentieren geeignet.

An dieser Stelle können TV-Nachrichtenanbieter von dem profitieren, was wir bereits über Innovationen wissen – zum Beispiel von Michael Tushmans Untersuchung zum Thema “ungewöhnlich geschickte Organisationen”, die für Effizienz und Erforschung aufgebaut wurden, David Starks Arbeit bezüglich der Reflexivität von Organisationen oder Lucy Küngs Untersuchung, die einige Merkmale aufdeckt, die innovative digitale Nachrichtenorganisationen gemeinsam haben.

Diese Versuche des Experimentierens, Entdeckens und Neuerfindens können dazu beitragen, TV-Journalismus und TV-Nachrichtenanbieter mit den Herausforderungen zu konfrontieren, die sich den TV-Nachrichten nach mehr als einem Jahrzehnt ununterbrochener Dominanz stellt – wie dessen Kern und seine politische Mission neu erfunden und wie Wege zur Umsetzung gelingen können. Man sollte nicht fragen, was die traditionellen TV-Nachrichten ablösen wird. Denn ersetzen wird sie nichts. Die Frage sollte lauten: Wie können wir das Fernsehen, so wie wir es bisher kannten, hinter uns lassen?

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image “Nicht Televisiion” (adapted) by Stock Tookapic.com (CC BY-NC 2.0)


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Digitale Transformation – Disruption oder Weiterentwicklung?

old tv stuff (adapted) (Image by Gustavo Devito [CC BY 2.0] via flickr)

Der Begriff Disruption ist zurzeit in aller Munde und rückte auch auf dem NewTV Kongress 2016 wieder in den Fokus. Nicht alle sind sich einig, dass sie wirklich existiert und gerade Unternehmer betonen im Zusammenhang mit neuen Technologien gern ihren Charakter der Weiterentwicklung – im Gegensatz zur simplen Substitution alter Produkte und Dienstleistungen. So sehen einige im momentanen Wandel der Bewegtbild-Branche eine weitere Disruption und andere schlicht eine Weiterentwicklung.

Disruption beschreibt das Phänomen, dass neue Technologien oder Produkte alte ersetzen und diese damit überflüssig machen. Im Bereich Musik kann man zum Beispiel Musikstreaming-Plattformen wie Spotify als Ergebnis einer Disruptionsentwicklung bezeichnen. Nachdem der Kauf von Platten und CDs durch die Möglichkeit des MP3-Downloads ersetzt wurde, bieten Spotify und Co. heute den einfachsten und preiswertesten Zugriff auf Songs. Disruptionen dieser Art passieren zunächst oft unbemerkt und zeigen ihr volles Ausmaß erst im Nachhinein.

Bewegtbildtrends

Ob sich diese Entwicklung auf das Bewegtbild übertragen lässt, wurde beispielsweise diese Woche auf dem NewTV Kongress 2016 diskutiert, der dieses Jahr in der Handelskammer Hamburg stattfand. Einer der Gäste war Jette Nygaard-Andersen, CEO der Modern Times Group (MTG) und Keynote-Sprecherin der Veranstaltung. Die MTG ist ein skandinavischer Medienkonzern und Anbieter für Fernsehen und Rundfunk. Neben Free und Pay-TV-Sendern betreibt das Unternehmen das schwedische Online-Portal Viaplay.

 

Für Nygaard-Andersen, die sich selbst nur ungern als Expertin in ihrer Branche bezeichnet, ist das Thema ein eindeutiges. Sie sieht die derzeitige Entwicklung des TV bereits als zweite Disruption in der Geschichte des Fernsehens. Schon die Einführung von Privatsendern lasse sich als Disruption bezeichnen – die des öffentlich rechtlichen Fernsehens. Hinter der Idee der Entwickler von damals verberge sich die gleiche wie heute: etwas Altes durch etwas Neues und Besseres zu ersetzen.

Digitalisierung des Fernsehens

Die neue Art der Disruption im Bereich Bewegtbild erscheint heute in der Tendenz zu Online-Angeboten und -Portalen. Die Besonderheit liegt hier offensichtlich in der Ungebundenheit an einzelne Geräte. Damit wächst vor Allem das Angebot für mobile Geräte. Wie es so oft der Fall ist, wandeln sich die Anforderungen der Nutzer und die Industrie reagiert darauf. Wie es Nygaard-Andersen in ihrer Präsentation deutlich betont hat, ist es immer entscheidender die aktuellen Trends der jungen Generationen zu verfolgen. “Follow the eyeballs” nennen sie und viele andere dieses Prinzip. Eine wichtige Zielgruppe bei der Planung neuer Entwicklungen sind die Millenials – auch Generation Y genannt. Sie werden gern pauschal als Digital Natives bezeichnet und deshalb als wichtige Zielgruppe in der Medienbranche angesehen. In den Vereinigten Staaten liegt ihr Anteil in der Bevölkerung beispielsweise bei 30%. Ähnlich sehen die Zahlen in Deutschland aus und die Tendenz steigt. Ihr Verbraucherverhalten zeichnet sich im Bewegtbild vor allem dadurch aus, dass sie Fernseh- und Videoportale viel mehr über mobile Geräte nutzen und einen Fernseher oft gar nicht mehr besitzen. Die klassische Art des Fernsehens hat bekanntermaßen stark an Bedeutung verloren. An Bedeutung zugenommen haben dagegen Streamingportale, wie YouTube, Vevo oder Zattoo und Netflix. Der Konsum von Bewegtbildern spielt sich zunehmend im Netz ab, woran sich die Industrie in Zukunft immer stärker orientieren wird. Was das für Ausmaße annehmen kann, zeigen aktuelle Trends. Einer dieser Trends zeichnet sich in der starken Nutzung von YouTube ab. Waren die beliebtesten Stars der jüngeren Generationen früher noch aus Hollywood, findet man jetzt fast zwei Drittel von ihnen bei YouTube. Berühmte YouTuber gibt es inzwischen etliche. Gerade für Jugendliche, die bereits der “Generation Z” angehören, werden viele von ihnen zum Idol. Startups wie ReachHero, dessen Mitgründer übrigens selbst erfolgreicher YouTuber ist, nutzen diese Entwicklung und integrieren die neuen Stars in die Werbewelt. Ein weiterer Trend, der aus der zunehmenden Nutzung mobiler Geräte resultiert, ist das Streamen vertikaler Videos. Sie sind vor allem für Smartphone-Nutzer attraktiv und gleichzeitig ein Resultat aus der zunehmenden Nutzung mobiler Geräte. Sie bilden ein neues Format, an dem sich immer mehr Anbieter, wie beispielsweise Snapchat Discover oder Mashable, orientieren. Dass das Bewegtbild aber nicht nur auf Online-Plattformen gebracht werden muss, sondern anders herum auch die Netzwelt selbst in großen Fernseh-Events verpackt werden kann, zeigt das Beispiel der Intel Extreme Masters-Meisterschaften. Es ist eines der größten eSports-Events der digitalen Generation. Live-Übertragungen im Sport sind generell zu einem Angebot geworden, das viele auch von Unterwegs nutzen. Wie zum Beispiel auch Jette Nygaard-Andersen, die sich im Interview mit nextMedia.Hamburg als Chelsea-Fan outete. Viel reisende Menschen müssen dank mobiler Geräte nicht mehr auf ihre Lieblingsevents verzichten.

Der Faktor Social Media

Neben der Rolle der Millenials und mobiler Medien, betont die Geschäftsführerin der MTG die Bedeutung sozialer Netzwerke. “Social media has become a factor shaping the industry”, so Nygaard-Andersen bei ihrer Präsentation auf dem NewTV Kongress. Sie sind ein wichtiges Tool, um eine große Gruppe an Usern zu erreichen und zeigen zudem die aktuellen Trends der Zielgruppen auf. Soziale Plattformen bieten daher eine gute Orientierung für die Industrie, was im Grunde nichts Neues ist. Was hierbei jedoch essentiell ist und auch von Nygaard-Andersen nochmal betont wird, ist die zunehmende Interaktion. E-Communication kennzeichnet die digitalen Medien und beeinflusst so auch den Bereich Video und Film.  

Disruption Online-Streaming

Mit dem Bereich der Stremingportale für Filme, Serien und Fernsehen verbindet man meistens große internationale Anbieter wie Netflix. Deshalb tauchte auch auf dem NewTV Kongress die Frage auf, ob nationale Portale (in Deutschland beispielsweise Zattoo) nicht an Relevanz verlieren. Nygaard-Andersen sieht diese Sorge eher als überflüssig. “Ich glaube, Deutschland hat eine große Kundennachfrage nach lokalen Inhalten. Diese Nachfrage ist ein wenig stärker ausgeprägt als auf unserem skandinavischen Markt, aber ähnlich wie in Zentral- und Osteuropa.”, sagt sie im Interview. Daher sei es ratsam, Produkte anzubieten, die sowohl lokal als auch global die Menschen erreicht. Guckt man sich die aktuellen Angebote an, wäre demnach in nächster Zeit kein großer Wandel zu erwarten.

Eines bleibt bei der ganzen Entwicklung eindeutig. Neue Arten der Anforderungen verlangen auch neue Finanzierungsmöglichkeiten, um vorhandene “Monetarisierungslücken” zu schließen. Es ist an den Unternehmen der Bewegtbild-Industrie, diese zu finden. Wie alle anderen Medienbereiche, muss sich somit auch das Fernsehen an die Digitalisierung und die damit einhergehende Entwicklungen der Gesellschaft anpassen. Wie man in den Online-Medien so schön sagt, geht der Trend von “Mad Men” zu “Math Men”. Der traditionelle “Broadcaster” erlebt seine Transformation zum digitalen “Entertainer”. Oder um es schlicht mit den Worten Nygaard-Andersens auf den Punkt zu bringen: “The only constant is change”.


Image (adapted) “old tv stuff” by Gustavo Devito (CC BY 2.0)


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Was Frank Underwood vom politischen Theater der 60er Jahre lernte

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Mit dem fiktionalen Charakter des Labour-Politikers Nigel Barton hat der britische Theater-Autor Dennis Potter schon in den 1960er Jahren die Grundlage für Frank Underwood und die Politikserie House of Cards gelegt.

Mehr als 20 Jahre nach seinem Tod zählt Dennis Potter nicht zuletzt aufgrund einer Reihe von TV-Dramen aus seiner Feder noch immer zu den bedeutendsten TV-Autoren Englands. Er bleibt insbesondere für seine Lippensynchronisation verschiedener Charaktere zu populären Songs in Erinnerung, die er auf unvergessliche Weise in “Pennies from Heaven” (1978) und “The Singing Detective” (1986) vorführte. Und zusammen mit erwachsenen Schauspielern spielte er in “Blue Remembered Hills” (1979) eine Kinderrolle.

Potters Popularität, die sich in diesem Monat zum 50. Mal jährt, gelangte erst mit den Stücken von Nigel Barton zu ihrem Höhepunkt- einer Zusammenstellung von halbautobiographischen Dramen, die zunächst als Teil der BBC-Reihe “Wednesday Play” gesendet wurden. Diese festigten seinen Ruf als aufregender, neuer Schauspieler und bescherten ihm zahlreiche Preise. Viele erinnern sich noch heute an ihn – so veröffentlichte die BBC vor kurzem eine umfassende Dennis-Potter-Sammlung, die auch die zuvor genannten Werke enthält. Die Stücke bewegen auch heutige Zielgruppen dazu, über die derzeitige Politik zu sprechen.

Sie handeln von der ehrgeizigen und idealistischen Persönlichkeit des Nigel Barton, dem potenziellen Kandidaten der Arbeiterpartei, der ein ein karikaturhaftes Alter Ego von Potter darstellt. Gespielt wird dieser von Keith Barron, der erstmals bei “Stand Up, Nigel Barton” auftrat. Dies wurde erstmalig am 8. Dezember 1965 ausgestrahlt. Rückblicke zu Bartons Schulzeiten werden seiner Zeit als Arbeiterkind in der Universität von Oxford gegenünbergestellt, in der er sich wohl kaum mehr fehl am Platz fühlen könnte. Die Schulszenen sind bemerkenswert, weil Potter in diesen zum ersten Mal auf den Einsatz erwachsener Schauspieler als Kinderdarsteller zurückgreift.

Bereits sein zweites Stück “Vote, Vote, Vote for Nigel Barton” ist für uns heute ganz besonders ansprechend. Das Stück wurde nur eine Woche nach der Erstaufführung am 15. Dezember 1965 ausgestrahlt. Es handelt sich um eine wenig verhüllende Darstellung von Potters Erfahrungen als Labour-Kandidat der Wahlen 1964, in denen er chancenlos gegen die Konservativen der East Hertfordshire (im Stück in West Barset geändert) antritt.

Einen großen Anteil des Charmes ist dabei Jack Hay zuzuschreiben, dem Wahlkampfpartner von Barton (dieser wird ganz wunderbar von John Bailey gespielt). Wie Barton bewegt er sich durch West Barset, um Wähler zu werben. Diese sind jedoch nicht sonderlich interessiert. Hay greift zur Kamera und durchbricht die vierte Wand, um das Publikum mit zynischen Kommentaren auf die ganze Sinnlosigkeit des konventionellen politischen Prozesses aufmerksam zu machen.

Er macht uns so zu Mitverschwörern, und zeigt auf, dass man “eine Menge Gutes” an dem jungen und idealistischen Kandidaten der Sozialisten finden kann. Er sagt aber auch: “Trotzdem würde niemand seine Stimme für Nigel Barton abgeben, auch in einer Million Jahren nicht”. Stattdessen sei alles, was zählt, dem Wechselwähler zu gefallen, und zwar samt “Haus, Auto, sowie 2,8 Kindern”.

Drehbuchautor Andrew Davies griff auf ähnliche Weise auf diese Stilmittel zurück, als er Michael Dobbs´ Roman “House of Cards” für die BBC im Jahr 1990 adaptierte, genau wie das erfolgreiche US-amerikanische Remake mit Kevin Spacey. Wenn sich Spacey als Frank Underwood mal wieder zur Kamera dreht und uns seine Sicht auf die Dinge darlegt, ist dies eine Verbeugung vor der politischen TV-Tradition, die mit “Vote, Vote, Vote for Nigel Barton” ihren Anfang nahm.

Die schmutzige Wahrheit

Das Hauptthema von “Vote, Vote, Vote” beinhaltet, dass, um Potter selbst zu zitieren: “es in der Parteipolitik praktisch gar mehr darum geht, sich um echte Probleme zu kümmern.” Je öfter Nigel Bartons Sichtweise dargelegt wird, desto deutlicher wird die unschöne Wahrheit des modernen Stimmenfangs aufgezeigt. Diese wird durch seine Frau und Hampstead-Sozialistin Ann (gespielt von Valerie Gearon). Sie tadelt ihn, dass früher oder später alle Anführer der Labour-Partei einen Kompromiss zu ihren sozialistischen Idealen eingehen müssen und ihre “weißbehandschuhte Hand” küssen müssen. Es ist ein Bild, das auf ein Ereignis von vor 50 Jahrenm Bezug nimmt: als Jeremy Corbyn nicht wusste, ob er die Hand der Königin küssen sollte, als er dem Staatsrat beitreten sollte.

Bartons Dilemma beinhaltet, dass es für ihn ein Leichtes wäre, sich wie Ann zu verhalten. Wenn er jedoch die “Reinheit” seiner Ideale gewährleisten wolle, indem er seine Kandidatur zurückzöge, wie sollte sich dann jemals etwas ändern? Viel eher sollte man in die Welt hinausgehen, um Veränderungen zu erreichen – aber was ist, wenn diese Welt zu guter Letzt gar kein Interesse an einem Wohlstand für alle hat, oder gar das Gegenteil durchsetzen möchte?

Bei der Wählerwerbung durchlitt Barton Angstzustände, falls er gefragt werden würde: “Was wollen Sie für die Schwarzen tun?” Genau das passierte Potter schließlich tatsächlich, als im Jahr 1964 eine Wählerkampagne durchführte. Während er sich mit dem potentiellen Wähler stritt, trat ihm sein Wahlhelfer gegen das Schienbein. Er erzählte später, dass es eben dieser Moment war, als er erkannte, dass er “falsch handelt”. Man kann sich leicht vorstellen, wie ein Kandidat der Labour Partei heute Fragen von traditionellen Kernwählern mit UKIP-Sympathien zum Thema Einwanderung beantworten muss.

“Kompromisse, Kompromisse – das ist der Weg für dich, hervorzustechen”, neckt Ann ihren Mann in dem Theaterstück. Die Labour-Partei hatte sehr wahrscheinlich das gleiche Problem während ihrer Nachkriegsgeschichte. Man kann ein paar Blair-ähnliche Kompromisse mit den Wirtschaftsmächten eingehen – aber wann werden die Kompromisse zu viel? Oder haben Sie vor, zu Ihren sozialistischen Idealen zu stehen und das Risiko einzugehen, am Ende doch nur die Basis anzusprechen, und dabei die Wechselwähler und ihr “Haus, Auto und 2,8 Kinder” zu ignorieren?

Sobald Corbyn und die Labour-Partei von heute sich entschieden haben, können sie uns Bescheid geben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Kevin Spacey” by Paul Hudson (CC BY 2.0)


 

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Sponsored Post: Once You Go Perfect Black, You’ll Never Go Back

Schaut Eure Lieblings Filme, wie Ihr sie noch nie zuvor gesehen habt mit OLED – dem nächsten revolutionären Schritt der TV Technologie.

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In den vergangenen Jahren stieg die Popularität des 4K TVs und man konnte immer mehr von ihnen in unseren Wohnzimmern finden. Nachdem diese Art von Technologie immer erschwinglicher wurde, verbreitete sie sich in Windeseile. Die Menschen wollten immer bessere Qualität, besseren Sound und ein besseres TV Erlebnis. Der Sprung nach vorne hat die alte Technologie immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Aber gerade durch sie haben wir unsere Lieblings Filme kennen und lieben gelernt. Aber wie würde wohl der klassische Batman oder die originale Star Wars Trilogie in 4K Auflösung aussehen?

Wenn man Batman und Star Wars visuell mit einem Wort beschreiben müsste, welches wäre dann wohl das richtige? Genau! Dunkel. Denn gerade im Film Batman, wie er in seinem schwarzen Cape durch die Nacht saust oder X-Wings, die hinauf zum Todes Stern fliegen, ist in beiden Filmen gerade die Farbe schwarz ausschlaggebend. Experten beurteilen die TV-Fähigkeit, schwarz perfektioniert darzustellen, als eines der wichtigsten Elemente des Fernsehens.

Ebenso spielt sie für den Kontrast eine große Rolle auf dem TV Markt. Es wurde eine Technologie entwickelt, die nicht bloß schwarz rendert, sondern schwarze Farben perfektioniert.

Die Evolution der Bildschirm Technologie: OLED

Es gibt vier verschiedene Typen von Bildschirm Technologien in der Geschichte der Fernseher: Die Kathodenstrahlröhre (CRT), anschließend Plasma, LCD und OLED. Jede dieser Technologien steht für eine weitere Verbesserung der Bildqualität. Nach der guten alten Kathodenstrahlröhre entstand eine große Lücke bis zur Erreichung des Plasmas. Und eine ebenso große Lücke besteht auch zwischen LCD und OLED, denn OLED benötigt keine Hintergrundbeleuchtung.

Jeder einzelne Pixel kann Licht auf sich selbst emittieren. Genau dadurch entstehen diese perfekten Schwarztöne und das unverwechselbare Kontrastverhältnis. Mit Hintergrundbeleuchtung, wie die des LCD, wäre das nicht möglich. Aus diesem Grund ist die Umstellung auf OLED Fernseher so revolutionär für die Display Technologie, sowie damals die Einführung von Smartphones für die Handyindustrie.

Black Contrast

Den Unterschied der Bildqualität zwischen LCD und OLED ist gravierend und zeigt sich im obigen Bild. Links ist das, was man auf einem LCD Bildschirm sehen würde. Die Schwarzlicht-Panels verfärben das Bild und produziert Licht auf die Pixel, wo eigentlich gar keines sein sollte. OLED hingegen rendert jeden einzelnen Pixel nur so hell oder dunkel, wie es auch sein sollte. Es schafft ein sauberes, klares, glattes Bild und lässt die Images und Farben mehr als nur real wirken.

Vielleicht dachten Sie sich ja immer, dass eine schlechte Bildqualität nicht ausschlaggebend für den Filmgenuss sei, aber wenn Sie das erste Mal auf einem OLED TV einen Film gesehen haben, werden Sie es nicht mehr vermissen wollen. Der Schwarzwert liefert uns nicht nur die schwarze Farbe, die in den dunklen Filmen so überaus wichtig ist, er wird auch seiner Farbbrillanz gerecht.

Was wir von der neuem OLED Display Technologie erwarten

Denken Sie einmal an einen Nachthimmel. Wie dunkel sind die schwärzesten Stellen des Himmels? Wenn Sie ein Stadtbewohner sind, dann können Sie vielleicht gar nicht so genau wissen, wie dunkel der Himmel in Wirklichkeit ist, denn die künstlichen Lichtquellen blenden vieles einfach aus.

Erst in der freien Natur, fernab von jeglicher Zivilisation wie beispielsweise in der Wüste, können wir die majestätischen Farben des Nachthimmels genauer erkennen. Ohne die Lichtverschmutzungen, werden die Objekte im Himmel erst so richtig sichtbar.

Die unteren Bilder zeigen die einzelnen Effekte von Lichtverschmutzung. Auf der linken Seite sehen Sie, wie schwer die Lichter einer Großstadt es machen, einzelne Objekte genau zu erkennen. Auf der rechten Seite kann man jedoch erkennen, dass der LG OLED TV frei von sämtlichen Lichtverschmutzungen ist und der Nachthimmel in all seiner Pracht erstrahlt.

Das Bild von den hellen Punkten auf dem schwarzen Hintergrund, ist auf dem OLED TV viel klarer und deutlicher zu sehen, während auf dem LCD TV die Punkte eher verschwommen und weniger sichtbar sind.

LG Light Pollution

LCD TV vs. LG OLED TV

LG ELECTRONICS – der weltweit führende OLED-TV-Anbieter – hat kürzlich ein Video unter dem Titel “Colorful Sensation in Black” veröffentlicht. Der Clip zeigt eine Horde von laufenden und springenden Männern in schwarzer Kleidung. Sie helfen dabei, die Bedeutung der schwarzen Farbe zu verstehen und die Genauigkeit der heutigen Fortschritte des perfekten schwarzen Bildes hervorzuheben. Wie man sieht, ist die Darstellung der schwarzen Farbe auf einem Bildschirm, für die Home-Entertainment-Experten einer der wichtigsten Elemente.


Teaser & Image by LG


 

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Trends des Monats – Oktober

Samsung Gear VR (adapted) (Image by Maurizio Pesce [CC BY 2.0] via Flickr)

Gemeinsam mit der Standortinitiative der Hamburger Medien- und Digitalwirtschaft, nextMedia.Hamburg, stellen wir euch ausgewählte Trends des Monats vor. Die Medien- und Digitalbranche ist ständig in Bewegung. Fast im Tagesrhythmus gibt es neue, innovative Medienprojekte, praktische Gadgets oder neue digitale Geschäftsmodelle. Wir stellen euch dieses Mal “Borapp” – die App gegen Langeweile, eine Plattform für Virtual Reality Erlebnisse, Emojiface und Facebook Moments vor. Außerdem zeigen wir euch “News Decoder” – die Plattform, die Nachrichten für junge Leute verständlich macht.

Borapp – die App gegen Langweile

Vermutlich kennt jeder diesen einen Moment, in denen wir uns langweilen und wir uns nichts sehnlicher als eine Nachricht auf unser Smartphone herbei wünschen. Dann gibt es wiederum diese Momente, in denen wir Push-Nachrichten ganz und gar nicht gebrauchen können. Mit “Borapp” soll sich das jetzt allerdings ändern. Die App basiert auf einem Algorithmus, der merkt, wann man sich langweilt und versorgt einen dann mit Push-Nachrichten. Hierfür hat ein Wissenschaftler-Team anhand der Parameter wie beispielsweise Uhrzeit oder Akku-Stand analysiert, wann der Nutzer sich langweilt. Setzt die Langeweile beim User ein, wird dieser direkt mit einer News-Nachricht aufgeheitert.

Discovery VR läd den Zuschauer ein dabei zu sein

Schon seit vielen Jahren überzeugt der Discovery Channel mit atemberaubenden Bildern und faszinierenden Dokumentationen. Der Zuschauer wird hier an einen anderen Ort versetzt. Daher erweitert sich der Konzern in Richtung Virtual Reality. Bei einer Raubtierfütterung direkt daneben zu stehen, erscheint für viele kaum vorstellbar. Oder bei einem Tauchgang mit Haien dabei zu sein, kann ebenfalls sehr faszinierend sein. Durch die VR-Erweiterung soll das aber nun möglich sein. Um die komplette Erfahrung wahrzunehmen, benötigt der Zuschauer möglichst Google Cardboard oder die Samsung MilkVR und die DiscoveryVRApp.

Mit Emojiface wird man selbst zum Emoji

Emojis sind in unserer Welt eigentlich kaum noch weg zudenken. Mit ihnen drücken wir unsere Emotionen aus, wenn auch etwas unpersönlich. Aber wer keine Lust mehr auf Standard Emojis hat, der kann jetzt seine eigenen erstellen und das ausgerechnet mit seinem eigenen Gesicht. Mit der App “Emojiface” kann man nicht nur sein eigenes Gesicht sondern auch seinen eigenen Hund oder die eigene Katze cartoonifizieren lassen. Außerdem sind die selbsterstellten Emojis auch kompatibel mit Whatsapp und iMessage.

Facebook Moments zaubert Erinnerungen

Erinnerungs-Videos, die sich selbst erstellen – mit der neuen App “Moments” von Facebook werden jetzt automatisch Videos erstellt, die sich aus einzelnen Bildern zusammen setzen. Das Ganze wird noch dazu mit passender Musik nach Wahl ergänzt und schon hat man sein persönliches Erinnerungsstück. Im Anschluss kann man dieses selbstverständlich auf Facebook mit seinen Freunden teilen. Der Sinn dahinter ist, dass das Teilen von Fotos mit den Freunden dadurch erleichtert werden soll. Allerdings ist diese App vorerst nur in den USA erhältlich, da in Europa die damit einhergehende automatische Gesichtserkennung aus Datenschutzperspektiven kritisch gesehen wird.

News Decoder macht Nachrichten für junge Leute verständlich

Viele junge Erwachsene und Jugendliche informieren sich derzeit über die aktuellen Schlagzeilen. Allerdings ist leider das Verständnis für die Inhalte nicht immer ganz so stark ausgeprägt. Mit “News Decoder” soll das Verständnis von Nachrichten bei jungen Leuten gestärkt werden. Die Plattform bietet nicht nur Raum für Austausch und Diskussionen – sie hält auch Erklärstücke von internationalen Experten, Korrespondenten und ausgewählten Jungredakteuren bereit. Zusätzlich findet man in der Rubrik “Decodes” auch einige Erklärungen wie beispielsweise China, die US-Wahlen oder der Klimawandel.


Image (adapted) “Samsung Gear VR” by Maurizio Pesce (CC BY 2.0)


 

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Apple-Chef Tim Cook: „Die Zukunft des TVs sind Apps“

Apple TV - HD 1080p (adapted) (Image by Silvio Sousa Cabral [CC BY 2.0] via Flickr)

Der Begriff des “Cord Cutters” hat sich in der Diskussion um die Zukunft des Fernsehens als Schlagwort etabliert. Noch sind es nur wenige, die auf reguläres TV zu Gunsten von Internet-Diensten wie Netflix verzichten, doch neue Geräte wie Apple TV machen das immer attraktiver. Die klassischen TV-Sender wissen um den Trend und bereiten sich schon länger auf die sich ändernden Nutzungsgewohnheiten vor.

Apple TV wird mehr als TV können

“Die Zukunft des TVs sind Apps”, hat Apple-Chef Tim Cook vergangene Woche von der Bühne in San Francisco posaunt (bei 52:06 im Video). Aus seiner Sicht klar: Mit dem baldigen Marktstart des neuen Apple TV hält ein App Store auf das Gerät Einzug, für dass Entwickler neue Software erfinden sollen. Basierend auf einem neuen Betriebssystem namens tvOS ist es Developern nun möglich, ihre Apps für Apple TV zu optimieren. Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt: Neben den logischen Kandidaten Netflix, Hulu, HBO Now oder iTunes gibt es zum Start neben Games auch Apps von Airbnb oder Gilt. So soll man am Flat-TV seinen nächsten Urlaub buchen oder Kleidung shoppen können.

Wichtigstes Einsatzgebiet von Apple TV und seinen Konkurrenten (z.B. Fire TV von Amazon oder Nexus Player von Google) werden aber die bewegten Bilder bleiben. In den USA werden Menschen, die auf Kabel-TV verzichten und Serien und Filme ausschließlich nur mehr via Internet beziehen, bereits “Cord Cutters” genannt.

Einer Studie der Yahoo-Tochter Flurry zufolge hat in den USA im zweiten Quartal 2015 ein interessanter Wechsel stattgefunden: In dem Quartal wurden erstmals mehr Minuten mit Apps auf Smartphones und Tablets verbracht als vor dem TV-Bildschirm. Das bedeutet natürlich nicht, dass US-Nutzer in Apps nur Videos sehen, und die TV-Nutzungszeiten sind deswegen nicht gesunken. Für Anbieter von TV-Apps ist aber eines interessant: Laut Flurry wurde 2015 erstmals mehr Geld für Apps ausgegeben als für Mobile-Werbung (33 vs. 31 Milliarde US-Dollar), und zwar nicht mehr nur für Games, sondern eben auch für Anbieter wie Netflix, Hulu, HBO Now, Spotify und Pandora. Apple als App-Store-Betreiber ist dabei teilweise in der schönen Position, 30 Prozent der Monatsgebühren als Provision einzustreichen.

TV bleibt noch immer König

Zu glauben, dass Netflix & Co. dem klassischen TV bald den Rang ablaufen werden, wäre aber verkehrt. Schon allein, wenn es um Live-Übertragungen geht (z.B. Sport oder aktuelle Ereignisse), sind Fernsehsender natürlich ungeschlagen und bannen Millionen vor die Bildschirme. In Deutschland und Österreich ist das TV weiter das dominierende Medium, dem die meisten Minuten pro Tag Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die TV-Anstalten wissen aber auch, dass sie auf Internet-TV mit seinen Vorzügen (On Demand, auf allen Geräten) reagieren müssen, um bei jungen Konsumenten relevant zu bleiben. Von der BBC über ARD und ZDF bis zum ORF finden sich überall Bestrebungen, immer mehr Inhalte via Internet zugänglich zu machen. Und da könnte Tim Cook letztendlich recht behalten – denn über kurz oder lang werden sich die Apps der europäischen TV-Sender auch am Apple TV finden.


Image (adapted) “Apple TV – HD 1080p” by Silvio Sousa Cabral (CC BY 2.0)


 

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MediaCon 2015: Storytelling fürs TV à la James Joyce

Mediacon

Auf der MediaCon 2015 in Dublin wurde diskutiert, wie sich TV durch das Internet verändert und wohin die Reise gehen kann. // von Rainer Kiebat

Podium auf der MediaCon 2015 (Image: Rainer Kiebat/Netzpiloten)

250 Delegierte fanden sich in dieser Woche zu Irlands erstem TV und Tech Summit MediaCon in Dublin ein. Das Event ist das “Baby” von Lesley O’Connor, die lange beim erfolgreichen Dubliner Web Summit involviert war: “Wir zeigen, wie neue digitale Plattformen die TV-Industrie verändern und helfen Produzenten, neue Wege des Fundings für ihre Formate zu finden.

Stephen McCormack ist einer der Gründer von MediaCon. Er macht deutlich, wie Online und Mobile das TV-Geschäft revolutionieren. “Die Zielgruppe unter 40 hat ein ganz anderes TV-Verhalten. Statt eine Episode pro Woche zu sehen, wollen sie 4 bis 5 am Stück oder gleich die ganze Serie verschlingen – und zwar wann und wo es gerade passt.

Als eine Antwort auf das “Warum so einen Event in Dublin stattfinden lassen?” hatte McCormacks Mitstreiterin Lesley O’Connor ja bereits die positiven Erfahrungen mit dem Web Summit angeführt. Eine weitere Antwort fand die Dubliner Oberbürgermeisterin Criona Ni Dhálaigh. In ihrer Eröffnungsrede sprach sie eine auf Dublins Straßen häufig angewandte Begrüßung an. “What’s the story?” kriegt man hier oft zu hören. Dubliner waren schon immer Geschichtenerzähler und nicht von ungefähr hat die Stadt schon mehrere Nobelpreisträger für Literatur hervorgebracht. Digitale Technologien gepaart mit globaler Reichweite von TV und Film haben die Macht einer guten Geschichte deutlich erhöht. Warum sollte der nächste YouTube-Star, auf den eine Fernsehserie zugeschnitten wird, also nicht aus der Stadt von James Joyce kommen?

Anne-Marie Tomchack von BBC Trending sprach davon, dass es niemals eine aufregendere Zeit für Journalisten gegeben habe und stellte den digitalen Werkzeugkasten der BBC vor, der von Periscope bis Facebook reicht.

Im Facebook-Chat beantwortete Anne-Marie Tomchak sowohl Fragen aus dem Saal als auch von Followern ihrer Seite. Eine Frage war, ob man sich nicht via Social Media die Konkurrenz ins Haus hole. Ein guter Punkt laut Tomchak, denn so mancher YouTuber hat mittlerweile sein Team um sich und agiert wie seine eigene Fernsehstation. “Wir können aber alle voneinander lernen.

Livestreaming mit Periscope ist ein weiteres nützliches Werkzeug, das von der BBC zum Beispiel genutzt wurde, als in den USA Michael Brown erschossen worden war. Es kann aber für eine Journalistin auch bedeuten, dass Trolle angelockt werden.

In einer Podiumsdiskussion mit dem Titel “Digital Video killed the TV-Star” wurde die Frage diskutiert, ob soziale Medien das Fernsehen für immer überflüssig machen werden. Man war sich hier einig, dass man sich zwar in einer Art Kampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer befinde, dass andererseits aber auch soziale Medien einen Weg und somit eine Chance bedeuten, die Nutzer zu sich herein zu holen. Alle Teilnehmer beobachten, wie Zuschauerzahlen bei klassischem TV runtergehen, während gleichzeitig Interaktionen auf sozialen Medien rasant ansteigen. Herausforderung wie Lösung sei hier das Schaffen von interessanten Inhalten, über die in sozialen Medien gesprochen wird. Nur so können auf Dauer diese Nutzer eingebunden werden. Zurück an den Anfang also – zurück zu interessanten Geschichten.

Paul Quigley von NewsWhip sprach davon, wie er und seine Kollegen Kunden wie USA Today Daten über Trends bei sozialen Medien liefern. Zwei Dinge seien wichtig – “Werdet gut verbreitet” und “Lasst über Euch reden”. Quigley erzählte in Sachen Verbreitung davon, dass er sich bei der SXSW auf einer Bühne mit gleich vier berühmten “Mommy-Bloggern” wiedergefunden habe. Es sei deutlich geworden, dass solche Blogs weitaus besser für die Verbreitung von Inhalten zur Familie seien, als so manches traditionelles Medium. Am Bespiel von Game of Thrones wiederum machte Paul Quigley, der den Netzpiloten demnächst ein Blick hinter die Kulissen von NewsWhip ermöglichen wird deutlich, wie Nutzerdaten zeigen, wie eine Serie auch zwischen Staffeln von sich Reden machen kann – mit einem Quiz zum Beispiel:


Im Podcast “Content Convergence” spricht Moderator Steve Rubel mit NewsWhip-CEO Paul Quigley:


Daniel Ravner von Practical Innovation sprach davon, dass Digital zwar cool und innovativ sei, stellte aber auch die Frage “But where is the money?”. Es seien bessere Kosten-Strukturen notwendig. Warum etwas teuer bauen, wenn mir als TV-Sender doch Instagram zur Verfügung steht? “Poste doch einfach für Deine Kochsendung Bilder von leckeren Gerichten!” Das Gerede von Strategie allein sei nicht ausreichend und digital um jeden Preis könne eher zu finanziellen Verlusten führen. Aber was sei mit einer detaillierten digitalen Strategie? Die Antwort von Daniel Ravner: “There is the money!

In weiteren Podiumsdiskussionen waren sich Repräsentanten von TV-Sendern wie BBC, ITV, RTE und Channel 5 Produzenten sowie die Vertreter neuer Medien einig, dass das “alte” TV unter Druck steht. Sowohl von Seiten des “neuen” TV wie Netflix oder Amazon Prime, aber auch durch soziale Medien. Solange sich aber das traditionelle Fernsehen als lernfähig erweist und es schafft, Nutzer sozialer Medien einzubinden, wird die Zukunft ein Zusammenwachsen von “Alt” und “Neu” zeigen. Und solange wie eine interessante Geschichte erzählt wird, kommt es auf das Medium eh nicht so sehr an. Dem hat in der Stadt der Geschichtenerzähler niemand widersprochen.


Image by Rainer Kiebat/Netzpiloten


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5 Lesetipps für den 2. September

In unseren Lesetipps geht es heute um Facebook, das neue Google-Logo, Amazon, Startup-Unternehmen und Kommentar-Funktionen. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK Social Media Today: And in Ominous News: Facebook had 1 Billion Users on Monday: Am Montag den 24. August, postete Mark Zuckerberg auf seinem eigenen Facebook Profil, dass Facebook die eine Milliarde Nutzer-Grenze geknackt hat. Außerdem fügt er seinem Post hinzu, dass das bedeutet, dass jeder siebte Mensch weltweit einen Account bei Facebook besitzt, um sich dort mit Freunden und der Familie zu verbinden. Allerdings hatte diese Plattform bereits über eine Milliarde Nutzer, nur haben sich am Montag über eine Milliarde Nutzer innerhalb von 24 Stunden in das Netzwerk eingeloggt. Zuckerberg bedankt sich in seinem Post bei der Community für die Erreichung dieser Zahlen und strebt nun das Ziel an, die ganze Welt zu vernetzen. Fragt sich nur, ob das wirklich so gut ist?

  • GOOGLE GWB: Das neue Google-Logo: Details zum Design, weitere Entwürfe & das Logo im Einsatz: Eine weitere Änderung steht im Hause Google an, denn nach der Umwandlung von Google in Alphabet vor wenigen Wochen, gibt es jetzt ein neues Logo. Erst gestern wurde die neue Änderung bekannt. Designer des neuen Logos berichten in einem Post, über die Beweggründe der Änderung des Designs. Man möchte sich auf die vier Hauptfarben konzentrieren und daher verzichtete man auf jegliche Nuancen. Das Logo soll außerdem auf allen Plattformen deutlich erkennbar sein und das auch auf kleinen Displays. Auch von der Zentrale wird bereits das alte Google Logo entfernt und das neue aufgehängt.

  • AMAZON Horizont: Prime-Kunden dürfen künftig TV-Sendungen herunterladen: Amazon setzt wieder einen drauf. Neben vielen Videostreaming-Diensten bietet Amazon seinen Kunden jetzt an, ausgewählte Sendungen herunterzuladen, um sich diese auch ohne Internetverbindung ansehen zu können. In der Auswahl stehen auch von Amazon selbst produzierte Sendungen wie “Bosch” oder “Transparent”. Der Dienst soll für Amazon-Prime Kunden verfügbar sein. Außerdem wird eine E-Book-Leihbücherei und eine schnellere Warenlieferung zu dem neuen Paket gehören.

  • STARTUP Welt: Auf der Suche nach Deutschlands Mini-Facebooks: Bei der Frage, welches Tech-Unternehmen eigentlich am schnellsten wächst, stellt sich heraus, dass die Frage kaum zu beantworten ist. Das Startup-Portal “Gründerszene” will das nun ändern und sucht die 111 wachstumsstärksten Tech-Unternehmen, welche anhand von transparenten Kennzahlen verglichen werden sollen. Die Umsatzzahlen werden dabei nicht veröffentlicht, sondern nur das prozentuale Wachstum der 111 Digitalunternehmen.Wie sich zeigt, boomt die Startup-Szene in Deutschland ordentlich und das vor allem in Berlin.

  • KOMMENTARE t3n: Beleidigungen, Hetze, Verschwörungstheorien: Warum News-Seiten ihre Kommentarfunktion abschaffen sollten [Kolumne]: Kommentar-Funktionen sind nicht immer von Vorteil. Wenn jeder seine Meinung zu einem Thema öffentlich abgeben kann, entstehen hin und wieder Beleidigungen, Hetze und Vorurteile. Auch Facebook hat dieses Problem, denn das soziale Netzwerk kann seine Kommentare nun mal nicht abschaffen. Anders sieht es bei News-Seiten aus. Hier wäre eine Abschaffung der Kommentar-Funktion durchaus möglich und teilweise auch sinnvoll, denn sofern das erste Kommentar verfasst ist, werden viele weitere Leser angeheizt, ihre Meinung dazu abzugeben und so entstehen die Streitereien, die es eigentlich gar nicht wert sind.

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5 Lesetipps für den 29. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um Überwachung, Startups, Netzpolitik, Datenschutz und Netzkultur. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZKULTUR Kleinerdrei: Es kann ein wenig lauter werden: Über das Diskutieren im Netz: Intoleranz im Netz ist bei vielen ein präsentes Thema, wenn es um die Kommunikation im Internet geht. Hasserfüllte Kommentare, Beleidigungen und harte Diskussionen gehören leider nicht mehr der Seltenheit an. Aber gehört es auch manchmal dazu, dass der Ton in einer Diskussion etwas umschlägt? Ist es überhaupt möglich, in jedem Gespräch freundlich und fokussiert zu bleiben?

  • ÜBERWACHUNG Frankfurter Allgemeine: TV-Kritik: Supernerds: Was passiert mit uns bei der Digitalisierung?: In einer TV Kritik des Feuilleton der Frankfurter Allgemeine wird der „Supernerd-Überwachungsabend“ des WRDs genauer unter die Lupe genommen. In dieser Sendung ging es um ein Multimediales Experiment, bei dem den Zuschauern vermittelt werden sollte, wie präsent die Überwachung und das Sammeln von Daten in der Zeit der Digitalisierung geworden sind. Hierfür sollten die Zuschauer vor Ort digital „ausgezogen“ werden.

  • STARTUP Gründerszene: Fruit Salad Tonight: Wie zwei Weltenbummler dazu kamen, eine Sexspiel-App zu entwickeln: Bei einer App mit dem Namen „Fruit Salad Tonight“ würde man wohl kaum an eine App für Erwachsene denken. Doch bei der App, welche die beiden Backpacker Ting Wong und Dominic Bräunlein zusammen entwickelten, handelt es sich um eine App, welchen Paaren Sex-Spiele näherbringen soll. So wollen sie verhindern, dass Sex in einer Beziehung zu etwas alltäglichem wird und spannend und aufregend bleibt.

  • NETZPOLITIK Politik Digital: VDS: Späte Kritik von Datenschützerin Voßhoff: Am Dienstag, dem 26.05.2015, hielt Andrea Voßhoff, die Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, einen Gastvortrag an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort forderte sie die Aufwertung ihrer Behörde. Um ihre Aufgaben effektiv zu erfüllen benötige sie mehr Geld, mehr Personal und mehr Kompetenzen. Auf den aktuellen Entwurf zur Vorratsdatenspeicherung ging sie nicht ein. Auf Nachfrage verwies sie auf eine später veröffentlichte Stellungnahme.

  • DATENSCHUTZ Datenschutzbeauftragter: E-Health-Gesetz: Digitales Gesundheitswesen in der Kritik: Am 27.05.2015 hat das deutsche Bundeskabinett das E-Health-Gesetz beschlossen. Dieses Gesetz soll dafür sorgen, dass eine umfassende digitale Infrastruktur im Gesundheitswesen geschaffen wird. Maßnahmen hierfür sind unter Anderem ein eigenes Datennetz für Patientendaten sowie die Einführung einer elektronischen Krankenakte. Bisher können Patienten laut dem Entwurf nicht entscheiden, ob ihre Daten gespeichert werden sollen. Dieser Umstand sorgt für starke Kritik.

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Medienethik: Filipovic über die Ethik der TV-Unterhaltung

Screenshot Medienethik Nacktdating, Dschungelcamp und Co - Zur Ethik der TV-Unterhaltung

Professor Alexander Filipovic, erster Inhaber des Lehrstuhls „Medienethik“ an der Hochschule der Philosophie in München, berichtet über die Ethik des deutschen Unterhaltungsfernsehen und setzt sich mit der Kritik daran auseinander.

Zu Beginn der Sendung befasst sich Filipovic mit der Fernsehunterhaltung und ihrer Stellung in der Gesellschaft. Er stellt gleich zu Beginn klar, dass das Fernsehen nicht nur mit das bedeutendste Medium der allgemeinen Bevölkerung darstellt, sondern auch, dass das Format der Unterhaltung zum beliebtesten Format in Deutschland zählt. Jedoch gibt es auch Kritik, welche diesen Bereich besonders trifft. Belegt wird dies durch eingespielte Ergebnisse einer Umfrage, in der sich verschiedene deutsche Bürger zum Unterhaltungsfernsehen äußern. Besonders werden Datingsendungen kritisiert. Diese seien zu gestellt und würden keinen Mehrwert bieten. Auch Talkshows werden oft genant, jedoch nicht nur im negativen Sinne. Ein guter Moderator und interessante Gäste würden die Qualität solcher Sendungen heben, heißt es dort. Doch ein schlechter Moderator könne auch für eine schlechte Sendung sorgen, sowie immer gleiche Gäste das Publikum ebenfalls langweilen können.

Nach dem Einspieler wird eine Grafik präsentiert, welche zeigt, dass die Unterhaltung zusammen mit Serien und Spielfilmen den größten Teil des konsumierten Fernsehens ausmacht. Bei einer durchschnittlichen Fernsehdauer von vier Stunden am Tag werden zwei davon von Unterhaltungssendungen eingenommen.

Danach geht Filipovic kurz auf die Digitalisierung des Fernsehens ein. Er beschreibt, dass Fernsehen heutzutage nicht mehr an den Fernseher gebunden ist, sondern das wir unser Unterhaltungsprogramm mittlerweile auch von vielen anderen Geräten beziehen können. Leider bleibt es nur bei dieser oberflächlichen Erklärung.

Unterhaltungsethik soll es laut Filipovic zurzeit gar nicht geben. Unterhaltungsprogramme werden durchwegs abgelehnt und kritisiert, heißt es weiter. Diese Ansicht sei jedoch nicht gerecht. Die Kritik wird in linke und rechte Kritik aufgeteilt. Die rechte Kritik lautete in dem Falle, dass jegliche Unterhaltung der Sitte und der Moral schaden würden, da die Sendungen die Menschen beeinflussen könnten. Die linke Kritik besagt, dass Unterhaltung den Menschen einlullen würde, ihn von den wichtigen Problemen der Welt ablenken würde und ihn zu einem guten Konsumenten machen solle.

Für Filipovic sind diese Ansichten und Kritiken zu flach. Außerdem seien beide schlichtweg falsch. Die rechte Kritik würde der Unterhaltung zu viel Macht zusprechen, da es empirisch kaum bewiesen werden könne, dass ein Mensch nur durch Unterhaltung beeinflusst werden könne. Die linke Kritik hingegen wäre zu streng mit dem Menschen, da dieser ein Grundbedürfnis nach Entspannung und Unterhaltung besitzt. Er nutzt das philosophische Beispiel der Funktionslust, um zu zeigen, dass der Mensch Unterhaltung quasi automatisch konsumiert und somit wichtige Probleme nicht komplett vergisst, ihnen aber während der Unterhaltung keine Bedeutung beimessen könne.

Zum Schluss der Sendung geht es noch um die Themen der Menschenwürde und des Jugendschutzes. In Shows wie „Big Brother“ oder dem „Dschungelcamp“ würde der Würde eines Menschen geschadet werden, heißt es in der Kritik. Diese Ansicht unterstützt Filipovic. Beim Jugendschutz heißt es hingegen, in Deutschland besitzen wir mit der FSK zwar eine Institution, welche die Sendezeiten vorgeben kann, die letzte Entscheidung läge aber bei den Eltern. Diese müssen entscheiden, ob eine Sendung die Erziehung und Entwicklung eines Kindes beeinflussen kann und sollten dem entsprechend handeln.

Filipovic schließt die Sendung mit einer Aufforderung an das Publikum ab. Wer sich anstatt sinnloser Unterhaltung TV-Sendungen mit informativen Inhalten wünscht, der sollte diese auch unterstützen und Sendungen, welche diese nicht bieten, schlichtweg ignorieren. Dieser Aussage kann auch ich selbst ohne Bedenken zustimmen.


Teaser & Image Screenshot „Nacktdating, Dschungelcamp und Co – Zur Ethik der TV-Unterhaltung


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5 Lesetipps für den 5. Mai

In unseren Lesetipps geht es um das soziale Netzwerk 8, Hart aber Fair, Probleme der Hebammen, Startups und um die Entrepreneur’s Organisation. Ergänzungen erwünscht.

  • TV Frankfurter Allgemeine: TV-Kritik „Hart aber fair“: Der könik krif zum telefon: In der gestrigen Ausgabe von Hart aber Fair ging es um ein Thema, welches viele Deutsche beschäftigt und welches viel Diskussionsbedarf bietet: das deutsche Bildungssystem. Gäste waren unter anderem Mirko Drotschmann, Florian Langenscheidt oder Josef Kraus. In einer Kritik zur Sendung beschreibt Sandra Kegel die Diskussion und kritisiert dabei, dass sie nach einem guten Start eher ins Belanglose abgedriftet sei.

  • SOCIAL NETWORK t3n: Social Network „8“: Videos und Fotos für eine Handvoll Dollar posten: Das soziale Netzwerk 8 möchte Nutzer für Inhalte bezahlen. Es ist nicht das erste Netzwerk, dass so versucht, Benutzer zu generieren, doch zurzeit wahrscheinlich das lukrativste für die Nutzer. 80 Prozent der Umsätze von 8 sollen an die Nutzer gehen, bisher mehr als bei jedem anderen Netzwerk. Mit dem Netzwerk soll eine Alternative zu Youtube geschaffen werden, der Fokus liegt auf Videos und Fotos.

  • HEBAMMEN Kleinerdrei: Elend ohne Ende – Warum wir keine Lösung für die Geburtshilfe finden: In einem Gastbeitrag auf Kleinerdrei.org berichtet Hester Hansen über die momentanen Probleme der Hebammen und der Geburtenhilfe. Zurzeit schließen immer mehr Kreissäle, auf Sylt zum Beispiel sind Geburten garnicht mehr möglich. Schwangere Frauen sollen entweder auf dem Festland gebären. Auch heute, am internationalen Tag der Hebammen, sollen viele Aktionen das große Problem in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

  • STARTUP t3n: „Shut up and take my Wohnung“ – Dieses Startup zahlt dir deine Miete: Das Startup Flatbook möchte Verreisenden ihre Miete bezahlen. Klingt zu schön um wahr zu sein? Ist es eigentlich auch, doch das Unternehmen möchte es trotzdem möglich machen. Flatbook zahlt Mietern 100 US-Dollar und bittet dafür um die Erlaubnis, die gesamte Wohnung auszuräumen, neu zu möblieren und dann zu vermieten. So sollen sowohl die Mieten für die Zeit der Abwesenheit bezahlt als auch für besonders günstige Wohnungen gesorgt werden.

  • EO Gründerszene: Wenn Gründer ihr Sushi von nackten Frauenkörpern naschen…Nach einer großen Feier in LA, welche von der Entrepreneur’s Organisation ausgerichtet wurde, gibt es Online viel Kritik an dem Gründernetzwerk. Der Grund hierfür ist ein Foto von der Feier, auf welchem eine nackte Frau zu sehen ist, auf deren Körper Sushi serviert wird. Viele Gründerinnen sind empört über dieses Foto, da es ein überaus frauenfeindliches Bild auf das Gründernetzwerk EO wirft.

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Die Trends des Monats – April

iSkin (Screenshot by EmbodiedInteraction)

Die Medien- und Digitalbranche ist ständig in Bewegung. Fast im Tagesrhythmus gibt es neue, innovative Medienprojekte, praktische Gadgets oder neue digitale Geschäftsmodelle. Gemeinsam mit der Standortinitiatve der Hamburger Medien- und Digitalwirtschaft, nextMedia.Hamburg, stellen wir euch ausgewählte Trends des Monats vor. Dieses Mal geht es um Magzter, das Startup PayOrShare, Clippet, iSkin und was YouTuber bald im TV machen.

Magzter

Mit über 2.000 internationalen Magazintiteln, wie zum Beispiel “Forbes”, “Glamour”, “Wired” und “GQ”, ist bei Magzter für jeden Geschmack der richtige Titel dabei. Neu ist jetzt Magzter Gold: mit der All-You-Can-Read-Flatrate erhält man von überall Zugriff auf das gesamte Portfolio. Der Zugang kostet 9,99€ im Monat oder 99,99€ im Jahr. Die Magazine können mit der passenden App auch offline gelesen werden. Und wenn einem das Material zum Lesen zur Neige geht, bekommt man neue Magazine passend zu seinem persönlichen Geschmack vorgeschlagen oder kann unkompliziert durch das gesamte Sortiment stöbern.

PayOrShare

Das junge und innovative Hamburger Startup “PayOrShare” hat schon auf der Social Media Week in Hamburg von sich überzeugen können. Die Idee dahinter ist, dass Unternehmen sich die Potentiale des Internet zunutzen machen, um die Reichweite, den Traffic und die Conversion zu steigern. Gleichzeitig kann aber auch mit Micropayments Geld verdient werden. Das funktioniert wie folgt: Das Unternehmen bindet das PayOrShare-System auf ihrer Website ein. Der User kann nun entscheiden, wie er für Rabatte oder Artikel zahlen möchte: Entweder er teilt den Beitrag in Social Media und generiert damit Reichweite und Traffic für das jeweilige Angebot, oder er zahlt klassisch via Micropayments. PayOrShare ist eine einfache Alternative zu zum Beispiel starren Paywalls.

Clippet

Jetzt gibt es die Nachrichten auf die Ohren! Das britische Startup Clippet, selbstbezeichnend die “Frische Stimme der Nachrichten”, wählt die relevantesten nationalen und internationalen Nachrichten aus verschiedenen Themen aus. Aus diesem werden kurze Audio Clips aufgenommen, welche ungefähr eine Minute dauern. Diese kann man sich entspannt zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit, Schule oder Universität anhören. Mit der passenden App geht das auch offline. Außerdem kann man einfach Nachrichten mit Freunden über Social Media teilen. Die Redaktion besteht aus jungen Millennials, genauso wie die Zielgruppe des Unternehmens.

Computer Bild: iSkin

Das lässt die AppleWatch blass aussehen: Informatiker aus dem Saarland versuchen jetzt die Haut des menschlichen Körpers zu einer berührungsempfindlichen Oberfläche zu machen und damit mobile Geräte zu steuern. In speziellen elektrischen Stickern aus Silikon sind leitfähige Elektrosensoren integriert, welche technische Befehle empfangen und ausführen. Der Nutzer kann die Sticker individuell gestalten und die Klebedauer selbst bestimmen, dank des hautfreundlichen und medizinischen Klebers. Damit lassen sich Anrufe entgegen nehmen und die Lautstärke regulieren. Die Sticker lassen sich außerdem einfach zusammenrollen und einstecken. Damit sind Tastaturen auf der Haut ein denkbarer nächster Schritt.

TrendHunter: YouTube im TV

2014 hat Disney die Maker Studios für etwa eine Milliarde US Dollar gekauft. Jetzt macht das Unternehmen sich das Multi-Channel-Network (MCN) zunutzen: Maker soll halbstündige Specials für einige von Disneys Fernsehsender drehen. Bei den Sendern handelt es sich um die US-Varianten des Disney Channel und Disney XD. In diesen Filmen sollen dann bei Maker unter Vertrag stehende YouTube-Stars auftreten. Dabei kann Disney auf mehr als 55.000 Erstellern von Inhalten zurückgreifen. Dadurch ergibt sich außerdem die Möglichkeit, auf lokale Talente zurückzugreifen und den Inhalt dem lokalen Markt anzupassen.

Weitere Trends aus der Medien- und Digitalwirtschaft, gibt es in der Rubrik “Case of the Day” bei nextMedia.Hamburg sowie auf Facebook und Twitter. Jeden Monat werden darüber hinaus 25 Trends in dem nextMedia.Kompass Trendreport präsentiert, welcher von nextMedia.Hamburg in Kooperation mit dem Innolab der Hamburg Media School entsteht. Hier findet ihr den aktuellen Report.


Teaser & Image: “iSkin” (Bild: Oliver Dietze via Universität des Saarlandes)


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5 Lesetipps für den 9. März

In unseren Lesetipps geht es heute um den Blogger Raif Badawi, Twitter, ein Troll vor Gericht, Amanda Palmer und Crowdfunding, sowie digitale Bibliotheken. Ergänzungen erwünscht.

  • RAIF BADAWI Heise Online: Gabriel will sich in Riad für Blogger einsetzen: Das ist zwar nur eine kurze dpa-Medlung, aber eine, die man gelesen haben sollte: „Vizekanzler Sigmar Gabriel hat zu Beginn seiner Reise nach Saudi-Arabien versprochen, sich für die Freilassung des inhaftierten Bloggers Raif Badawi einzusetzen.“ Man sollte stets auf die Worte und folgenden Taten von Politikern achten, besonders wenn der Budneswirtschaftsminister hier den Spagat zwischen Achtung der Menschenrechte und den wirtschaftlichen Interesse der ihn begleitenden Unternehmen schaffen will.

  • TWITTER NYTimes.com: Study of TV Viewers Backs Twitter’s Claims to Be Barometer of Public Mood: Über die Bedeutung von Twitter kann man wahrscheinlich endlos diskutieren. Für mich persönlich – als jemand, der was mit Medien macht – ist es sehr wichtig. Weniger als Werkzeug für mehr Reichweite statt als Instrument zur Selbstdarstellung und Vernetzung mit den für mich relevanten Leuten. Offensichtlich kann Twitter aber als Secondscreen-Netzwerk viel über das Verhalten von Firstscreen-Nutzern aussagen, wie eine Nielsen-Studie jetzt ermittelt haben möchte.

  • TROLLE CNET: Man trolls lawyer on Web, lawyer sues (guess who wins): An sich klingt die Geschichte einfach: ein Unbekannter trollt einen US-amerikanischen Anwalt und schreibt falsche Bewertungen über ihn. Der Anwalt schafft es, diesen Troll zu identifizieren und erfolgreich zu verklagen. Jetzt wird es aber komplizierter: der Troll ist ein junger Brite, der offensichtlich in keinerlei Verhältnis zu dieser Anwaltskanzlei steht und behauptet, sein Gmail-Konto sei gehackt worden. Wie entscheidet man da? Und da wird es interessant: auf die hohe Sicherheit von Google bei Passwörtern vertrauend, wird der junge Brite schuldig gesprochen, denn es sei wahrscheinlicher, dass er der Troll ist als das sein Konto gehackt worden wäre.

  • AMANDA PALMER Süddeutsche.de: Crowdfunding – Vom Fan zum Mäzen: Amanda Palmer ist quasi der Prototyp des vom Internet lebenden Künstlers. Ihren Erfolg kann sicher nicht jeder kopieren, sie ist aber der Beweis, dass es funktioniert und das gesamte System der Musikbranche und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von der reinen Lizenzierung von Nutzungsrechten überdacht werden sollte. Amanda Palmer möchte ihre Werke in Zukunft kostenlos im Internet veröffentlichen und hat deshalb ihre Fans gebeten, ihr eine Art Grundeinkommen zu zahlen, was auch Tausende taten. Es ist nicht der erste MIndchanger in puncto Crowdfunding, den Palmer erfolgreich versucht hat.

  • BIBLIOTHEKEN ZBW MediaTalk: „Bringt die Inhalte zum Nutzer!“: Bibliotheken galten als eines der ersten „Opfer“ der Digitalisierung, besonders da sie sich wie so gut wie jeder andere nur langsam anpassten. Das EU-Projekt EEXCESS möchte diese Entwicklung für Bibliotheken zu einem Erfolgsfaktor machen, wie Maren Lehmann schreibt. Das Programm möchte eine Grundlage für wissenschaftliche Bibliotheken sein, ein zeitgemäßes Angebot für Recherchen anzubieten, dass nicht Google Scholar ist.

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5 Lesetipps für den 24. November

In unseren Lesetipps geht es um den Bewertungskapitalismus, das Interesse für IT-Berufe, wie aus Marken Medien werden, die Abnahme des TV-Konsums durch Streaming und einen Antrag des Europäischen Parlaments. Ergänzungen erwünscht.

  • BEWERTUNGEN Spiegel Online: Uber, Airb’n’b & Co.: Bewertungskapitalismus statt Regulierung?: Bewertungen sind inzwischen zur Grundlage unseres Handelns im Internet geworden. Doch sie entscheiden nicht nur darüber, ob wir ein Produkt kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch nehmen, sondern der bewertungsbasierte Kapitalismus entscheidet auch darüber, ob Einzelpersonen oder sogar ganze Unternehmen ihr Geschäft fortführen können, wie Christian Stöcker schreibt. Wer würde schließlich in ein Auto bei Uber einsteigen, dessen Fahrer nur mit zwei Sternen bewertet wurde? Laut Stöcker könne so die Regulierung durch Gesetze und Behörden wegfallen. Stattdessen würden sich die Qualitätsstandards crowdbasiert durch Bewertungen ergeben. Was gut bewertet wird, ist schließlich auch gut. Lediglich die Kunden, die dann ständig aufgefordert werden würden, alles zu bewerten, dürften genervt sein.

  • IT-BERUFE Golem: Studie: Mädchen interessieren sich quasi gar nicht für IT-Berufe: Laut einer aktuellen Studie interessieren sich nur 0,5 Prozent der Schülerinnen für einen Beruf in der IT. Bei den Jungen sind es immerhin sechs Prozent. Das Ergebnis ist verheerend, bedenkt man, dass mit aufwendigen Aktionen wie dem Girls Day massiv für Berufe aus den Bereichen Technik und den Naturwissenschaften geworben wurde. Alleine in diesem Jahr nahmen an diesem mehr als 100.000 Mädchen teil. Insgesamt entsprechen die Ergebnisse der Studie weitgehend dem „klassischen Rollenmuster“.

  • MARKEN Dirk von Gehlen: Marken werden Medien: Anhand des Fußballspielers und WM-Torschützen Mario Götze beschreibt Dirk von Gehlen, wie Marken zu Medien werden. Schon längst ist Götze nicht mehr nur ein Fußballspieler oder die Werbeikone eines Unternehmens, er ist selber ein Medium. Auf Instagram erreicht Götze mit seinen Bilder und kurzen Videos beispielsweise mehr als 2,2 Millionen Follower. Mehr als 100.000 Fans liken durchschnittlich seine Bilder. Dazu betreibt der Fußballspieler eine eigene Website, die einem Magazin ähnelt. Somit ist aus der Marke Mario Götze ein Medium geworden. 

  • STREAMING DIE WELT: TV-Konsum nimmt durch Filmstreaming ab: Mit Netflix, Maxdome und Co. verändert sich der Fernsehkonsum. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des High-Tech Verbandes Bitcom. Momentan schauen laut der Umfrage ca. 40 Millionen Deutsche Online-Videos und jeder dritte Nutzer von Videostreaming verzichtet komplett oder teilweise auf das klassische Fernsehen. In den USA hat sich der TV-Konsum mittlerweile sogar um 20 Prozent reduziert. Dadurch müssen sich Sender und Produzenten auf eine veränderte Medienwelt einstellen. Neben den kostenpflichtigen Streaminganbietern verstärken auch die illegalen Streamingportale wie kinox.to oder movie4k.de den Streaming-Trend.

  • GOOGLE CNet: European Parliament to call for breakup of Google, report says: Das EU-Parlament erwägt den Suchmaschinenriesen Google zu zerschlagen – das geht aus einem Report der Financial Times hervor. Dafür sollen die Abgeordneten einen Antrag bei der Europäischen Kommission gestellt haben, die hierüber entscheidet. Unterstützt wird der Antrag von der christdemokratischen Europäischen Volkspartei und den Sozialdemokraten. Ob die Europäische Kommission dem Antrag folgen wird, ist aber unwahrscheinlich, da diese bereits seit vier Jahren gegen Google ermittelt und angekündigt hat, das Wettbewerbsverfahren beizulegen. Am Donnerstag soll nun erst mal im Parlament über den Antrag abgestimmt werden.

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Spezielle Top-Level-Domains: Wie .tv-Domains reich machen

Briefmarke aus Tuvalo mit der eigenen Top-Level-Domain

Der Boom sogenannter Medien-Domains hat längst begonnen – und spiegelt eine interessante Entwicklung im Internet wider. // von Tobias Gillen

Briefmarke aus Tuvalo mit der eigenen Top-Level-Domain

Amazon kauft Twitch.tv für eine knappe Milliarde US-Dollar ein – und schnappt den Zocker-Streaming-Dienst damit Google vor der Nase weg, die ebenfalls Interesse gehabt haben sollen. Twitch.tv ist ein gutes Beispiel für den Wandel der Medienwelt. Nicht nur, dass inzwischen teils mehr Leute Videos davon schauen, wie andere Leute Spiele spielen als so mancher Fernsehsender zur Primetime Quote hat – nein, auch die Domain steht für eine spannende Entwicklung.

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5 Lesetipps für den 2. Juni

In den Lesetipps geht es um Profis auf Airbnb, die aktuellen Generationen, Netzkultur im TV, die Digitalisierung unseres Denkens und Suchmaschinenzensur. Ergänzungen erwünscht.

  • AIRBNB Skift: The Professionalization of Airbnb Hosts: In den Rechtsstreitigkeiten von Airbnb in New York, Berlin und Amsterdam vertritt das Unternehmen meist die Position, dass die bestehenden Gesetze ein disruptives Peer-To-Peer-Geschäftsmodell nicht berücksichtigen, aber das eigentliche Problem sind nicht Menschen, die ab und zu ihre Zimmer oder Wohnung vermieten, sondern die Professionalisierung einiger Airbnb-Mitglieder, die ganze Hotels über die Plattform organisieren.
  • GENERATION X, Y, Z ARTE Future: Generation X, Y, Z und danach?: Digitale Revolution, Umweltprobleme, eine Ökonomie, die umgedacht werden muss: Die heutige Jugend tritt ihr Erwachsenenalter in einer Welt voller Herausforderung an. Aber auch voller Hoffnungen. Was zeichnet die Generationen X, Y und Z aus? Aus welchen Ressourcen können sie schöpfen, um die Welt von morgen zu gestalten? Die Arte-Sendung Square setzt sich mit den mit dem Internet aufgewachsenen Generationen auseinander.
  • NETZKULTUR iRights.info: Geheimwissen um Katzenbilder erreicht die Massenkultur: Auf iRights.info schreibt der Journalist Dirk von Gehlen, dass das Fernsehen und die Werbeindustrie die anarchische Netzkultur der Meme entdeckt haben. Oft bleibt davon nicht viel mehr übrig als das Schielen auf virale Reichweite. Andere aber greifen die Remix- und Memkultur gekonnt auf – und das Fernsehen wird wieder frech.
  • DIGITALISIERUNG The Catjects Project: Wie verändert die Digitalisierung unser Denken und unseren Umgang mit der Welt?: Der an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen lehrende Soziologe Dirk Baecker setzt sich in einem Debattenbeitrag mit der Frage auseinander, wie die Digitalisierung unser Denken und unseren Umgang mit der Welt verändert. Eine seiner Thesen dazu ist, dass wir Skandale brauchen, um die Oberfläche des Wandels zu durchdringen und den Verlust unserer Kontrolle über unsere Daten wieder gewahr zu werden.
  • RECHT AUF VERGESSEN Alvars Blog: Das Recht auf private Suchmaschinenzensur am Beispiel von Bettina Wulff: Auf seinem Blog setzt sich der Netzaktivist Alvar Freude mit dem EuGH-Urteil über das vermeintliche Recht auf Vergessen auseinander und zeigt am Beispiel von Bettina und Christian Wulff auf, was die Leute wohl nicht mehr von Google angezeigt haben möchten. Das wirkt wie ein Recht auf private Suchmaschinenzensur, die noch viele offene Fragen nach sich zieht.

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5 Lesetipps für den 27. Mai

In den Lesetipps geht es um die Datenschutz-Lüge, den Erfinder des Passworts, Internet vs. TV, einen kühnen Plan von Google und Gegenwind für Amazon. Ergänzungen erwünscht.

  • ÜBERWACHUNG Zeit Online: Die Datenschutz-Lüge: Geheimdienste und Sicherheitsbehörden lagern immer mehr Überwachungsmaßnahmen an private Unternehmen aus. In einem Gastbeitrag auf Zeit Online fordert der grüne Politiker Malte Spitz, dass die Politik diese unheilvolle Allianz beenden muss. Längst sind europäische Geheimdienste, also auch „unser“ BND, Teil einer globalen Überwachungsmaschinerie. Der von Angela Merkel und Sigmar Gabriel nahezu perfektionierte Populismus ist aber keine angemessene Reaktion auf diesen für eine Demokratie nicht hinnehmbare Situation. Die Bundesregierung sollte einmal wirklich etwas gegen Überwachung tun.
  • PASSWORT Wall Street Journal: Man Behind the First Computer Password: Nach dem Heartbleed-Bug haben sich viele Nutzer mit einem in Zeiten von Social Login fast vergessenen Artefakt des Internets auseinandergesetzt: dem Passwort. Für das Wall Street Journal hat Danny Yadron den Erfinder des ersten Computer-Passworts, Fernando Corbató, interviewt. Corbató schreibt seine Passwörter noch heute auf ein Blatt Papier und erklärt im Interview, warum er das erste Passwort erst erfinden musste.
  • INTERNET VS. TV Forbes: Time Warner CEO Says TV is Taking Over The Web: Der TV-Moderator Fareed Zakaria hatte die undankbare Aufgabe seinen sehr weit über ihn stehenden Vorgesetzten Jeff Bewkes, CEO von Time Warner, zu interviewen. Auf die wohl als nette Steilvorlage gedachte Frage, ob denn nicht das Internet das Fernsehen auffrisst, legte Bewkes eine einem Raketenstart gleichende Antwort vor: Das Fernsehen wird das Internet schlucken. Bewkes begründet diese Aussage dann noch mit einer Argumentation, die Steven Rosenbaum in seinem Forbes-Artikel kommentiert.
  • GOOGLE Go2Android.de: Google plant kostenloses WLAN für Alle: Das Feuilleton hat uns in den letzten Monaten ja sehr intensiv über die uns bedrohenden Denkweisen des Silicon Valley aufgeklärt. Bei Google soll man ja groß denken und das dann mal Zehn oder so multipliziere. Scheinbar hatte jemand mal wieder so eine Idee, denn Stefan Kirchner berichtet auf Go2Android.de, dass Google jetzt plane, nach den Entwicklungsländern und weißen Flecken auf der Internet-Karte auch Industrienationen mit einem kostenlosen WLAN zu versorgen. Was wie die angekündigte Disruption von Mobilfunkanbietern klingt ist vor allem Grundlage für die lukrative Auswertung der absoluten Vernetzung des wohlhabendsten Teil der Welt.
  • AMAZON Frankfurter Rundschau: Brutale Erpressung: Auf der Seite der Frankfurter Rundschau schreibt Jonas Rest über die Praxis von Amazon, Bücher aus dem eigenen Angebot verschwinden zu lassen, um Verlage gefügig zu machen. Nun erwägt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels kartellrechtliche Schritte, denn auch in Europa wendet der US-Internetkonzern diese Taktiken an. Wer Brad Stones „Der Allesverkäufer“ gelesen hat wird ahnen, dass Amazon sich hier durchsetzen wird, denn am Ende entscheiden die Kunden und mein letzter Versuch bei einem Verlag direkt ein Buch zu bestellen, zeigte mir einmal mehr auf, warum Amazon gegen jede Moralvorstellung weiterhin erfolgreich sein wird.

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