All posts under Soziales-Netzwerk

Vero – Hype um die neue Social Media App

Wer sich viel im Netz und sozialen Medien aufhält, wird wohl kaum daran vorbei gekommen sein. Quasi über Nacht bahnte sich die neue Social Media App Vero mit einem unverwechselbaren Hype ihren Weg auf die Smartphones dieser Welt. Tatsächlich schlummert die App aber schon seit 2015 im Apple-Store. Aber was genau ist das “neue” Social Network und wird es dem Hype gerecht?

Nein zu Werbung und Datensammlerei, ja zu User-Content!

Social-Media-Plattformen wie Facebook und die Unternehmenstochter stehen vermehrt in der Kritik. Bezahlte Posts von Firmen und Influencern prägen die Feeds der User und die Algorithmen nehmen scheinbar kleinen, aufstrebenden Gewerben und Künstlern die nötige Reichweite, um ihr Following wachsen zu lassen. Vero will das ändern und hat dafür sogar ein Manifest aufgesetzt.

Wie bei jedem “Next Big Thing” war der Hype auch zu Vero anfangs groß. Auf Twitter vermuteten manche User hinter dem schlagartigen Hype schon eine Influencer-Kampagne.

Grund zur Begeisterung vieler war das Versprechen der App-Entwickler. Die App wird so als „True Social“ App bezeichnet. In Vero wird deshalb (noch) auf Werbung und Bezahl-Reichweite verzichtet – der User soll nur das sehen, was er sehen möchte und in der tatsächlichen chronologischen Posting-Reihenfolge. Ein nobles Versprechen, das aber auch die Frage nach der Finanzierung der App aufwirft. Für die ersten Millionen Nutzer soll Vero daher noch komplett kostenlos sein, alle, die sich danach anmelden, dürfen dann jährlich mit einem kleinen Betrag rechnen. Das traf zunächst auch auf viel Anklang in der Netzgemeinde. Allmählich schlagen die Meinungen teilweise aber auch um. Vor allem die AGB verunsichern aber viele User, da gepostete Bilder frei weiter verwendet und bearbeitet werden dürfen – was aber auf Instagram und Co. auch nicht anders ist.

Was kann die App?

Vero lässt sich wohl am besten als Facebook mit einer Prise Instagram beschreiben. Wenn ihr die App öffnet, findet ihr im chronologischen Feed, alle Inhalte von Freunden und Seiten, denen ihr folgt. Die Suchanzeige öffnet sich mit Trends, Vorschlägen und aktuell beliebten Hashtags.

Ihr könnt Freunde hinzufügen, Profilen aber auch gleichzeitig folgen. “Freunde” können zudem in die Kategorien “Bekannte”, “Freunde” und “Enge Freunde” eingeteilt werden und eure geteilten Inhalte so auch individuell nur für bestimmte Gruppen zugänglich gemacht werden. Ähnlich wie bei Twitter und Instagram, gibt es bei Vero aber auch Hashtags.

Wenn ihr Postings erstellt, habt ihr sechs verschiedene Optionen: Kamera, Link, Musik, Film/TV, Buch und Ort. Literarische Ergüsse durch reine Text-Postings sind dadurch also gar nicht möglich, was aber auch nicht stört. Das „Empfehlungs“-Feature durch die Posting-Optionen Musik, Film/TV und Buch sind eine nette Idee sich mit Freunden gezielt zu den Themen auszutauschen.

Fazit

Heutzutage erliegen viele Dinge im Internet dem “Next Big Thing”-Syndrom. Für etwa einen Tag bis zu einer Woche müssen sich Apps, News, Memes und mehr der Feuertaufe der Langlebigkeit im Internet unterziehen. Ob wir in den kommenden Monaten noch über Vero reden, bleibt abzuwarten. Potenzial hat die App definitiv und wenn sich das Konzept des Bezahl-Algorithmus- und werbefreien Feeds durchsetzt, kann sie sich definitiv durchsetzen. Ob man sich nur noch ein Social Media Profil antun will, das ebenso wie die anderen regelmäßig mit Inhalten versorgt werden möchte, ist fraglich.

Vero ist für iOS– und Android-Geräte verfügbar.


Image by Nils Hansen

Weiterlesen »

Pins bei Pinterest besser planen: Update bringt mehr Ordnung

Pinterest-Update

Hast du schon von den neuen Funktionsupdates bei Pinterest gehört? Ob es was mit dem Tag für Verliebte zu tun hat, weiß ich nicht, aber am 14. Februar – also pünktlich zum Valentinstag – hat das soziale Netzwerk Pinterest vier neue Funktionen verkündet. Mit ihnen wird das Organisieren noch viel einfacher. Veranstaltungen oder bevorstehende Projekte können mithilfe der neuen Funktionen ganz einfach geplant werden. In diesem Artikel findest du einmal die vier Neuerungen der Plattform schnell zusammengefasst, damit du direkt loslegen kannst. Let’s Pin It!

Du kannst bei Pinterest jetzt Ordner neu sortieren…

Vor gar nicht langer Zeit hat Pinterest die Funktion eingeführt auf deiner Pinnwand-Ordner zu erstellen. Jetzt kannst du diese Unterordner auch ganz nach Belieben verschieben, planen oder chronologisch anordnen. Ganz nach deinen Bedürfnissen.

…und Pins neu anordnen

Falls du deine Pins innerhalb einer Pinnwand neu anordnen möchtest, dann kannst du das jetzt auch ohne Probleme tun. Du möchtest deine Wohnung neu dekorieren oder ein neues Outfit zusammenstellen? Dann schieb am besten die Pins nebeneinander, um zu schauen, ob sie wirklich zusammenpassen.

…außerdem kannst du Pinnwände sortieren

Vielleicht brauchen deine Pinnwände mal wieder eine neue Anordnung? Dann sortiere sie neu. Das geht ab sofort ganz individuell und hilft dir dabei deine Pinnwände nach verschiedenen Gesichtspunkten zu sortieren. Möchtest du sie lieber in der alphabetischen Reihenfolge, oder nach dem Prinzip: Als letztes gemerkt? Du kannst sie aber auch benutzerdefiniert anordnen, in dem du die Pinnwände einfach per Drag-and-Drop umherschiebst.

…und sie archivieren

Sobald du ein Event oder ein Projekt hinter dich gebracht hast, dann kannst du ab jetzt auch deine Pinnwände archivieren. Der Sinn hinter dem Archivieren deiner Pinnwände ist, dass du den besseren Überblick über deine Pinnwände hast und immer auf dem aktuellsten Stand bist. Zudem passen sich deine persönlichen Empfehlungen an die Archivierung an. Wenn deine Halloween-Party zum Beispiel vorbei ist, dann bekommst du auch künftig keine zusammenhängende Ideen mehr zum Thema Halloween-Party angezeigt.

Teste es am besten einmal selbst. Du kannst die neuen Funktionen direkt auf der Webseite von Pinterest und den Apps für Android oder iOS downloaden.


Lightfield Studios / stock.adobe.com

Weiterlesen »

Warum Google+ in den USA das meistgeliebte Netzwerk ist

1 Google-Communities-Teaser-AP

Soziale Netzwerke bestimmen unseren Alltag. Facebook ist hierzulande die meist genutzte Plattform, Twitter und Google+ sind nur für Geeks gelungene Alternativen. Auch in den Vereinigten Staaten lässt sich ein ähnliches Bild erkennen. Doch die Anzahl der Nutzer muss kein Indiz für dessen Qualität sein. In einer Kundenzufriedenheitsstudie, dem American Satisfaction Index, belegte das Nischennetzwerk Google+ den ersten Platz. Doch warum ist das so? Ich habe mich auf Spurensuche begeben.

Google+ punktet durch Übersichtlichkeit

Trotz des kleinen Kundenstamms zeigen sich die Nutzer engagiert und sehr zufrieden. Grund dafür ist das etwas andere Konzept als beim Primus Facebook. Zwar gibt es auch eine Art Freundesfeed, allerdings steht der mit seinen romantischen Pärchen- und fernwehauslösenden Urlaubsfotos nicht im Vordergrund. Zentrales Bestandteil des Netzwerkes sind vielmehr sogenannte Circles und themenspezifische Communities. Durch letztere ist ein unkomplizierter Austausch mit Gleichgesinnten möglich. Jeder Nutzer kann Communities erstellen und Kontakte einladen. Wer allzu private Dinge besprechen will, kann die Gruppen privat setzen. Andererseits ist als Nutzer das Beitreten in öffentlichen Communities ohne Probleme möglich.

2 Google-App-Screenshots
Die Android-App von Google+ gibt sich schlicht und aufgeräumt. Screenshots by Jonas Haller

Für jeden Themenbereich existieren diese Gruppen. Besonders hoch im Kurs sind selbstverständlich Technologie-Themen und natürlich Android. Aber auch für Foto-Fans finden sich qualitativ hochwertige Gruppen. Ich persönlich kann im Smartphone-Bereich die Communities „Android“ (englischsprachig) und „Android Geräte“ (deutschsprachig) empfehlen. Der wohl größte Pluspunkt gegenüber den einschlägigen Facebook-Gruppen: Die Communities sind (nahezu) frei von Spam-Beiträgen und ungewollter Werbung. Je nach Interessen werden zudem passende Gruppen vorgeschlagen und angezeigt. Ein relativ neues Feature sind die „Sammlungen“. Damit können Nutzer themenspezifische Inhalte verbreiten. Man muss also nicht einer Person folgen. Vielmehr genügt es, der angelegten Sammlung zu folgen. Dank der nahtlosen Verbindung mit anderen Google-Diensten stieg die Bewertung des Netzwerks von 73 auf 81 von 100 möglichen Punkten.

Pinterest und Instagram folgen, Facebook und Twitter abgeschlagen

Auch der zweite Platz der US-amerikanischen Kundenzufriedenheitsstudie überrascht. Das kreative Netzwerk Pinterest erreicht eine Bewertung von 78 Punkten und kann aufgrund verbesserter Servertechnik und damit einhergehender Performance und verbesserter Suchfunktionen überzeugen. Dahinter folgt der Foto-Dienst Instagram, der einen Punkt im Vergleich zum Vorjahr zulegen konnte und nunmehr eine Bewertung von 75 Punkten erreicht. Grund dafür sind Funktionserweiterungen wie das von Snapchat bekannte Story-Feature. Nutzer loben zudem die hohe Interaktionsrate.

3 Statistik-Soziale-Netzwerke-ACSI
Mit Google+ und Pinterest befinden sich Nischennetzwerke an der Spitze der Kundenzufriedenheitsskala. Table by ACSI

Mit einer Steigerung um fünf Punkte ist Twitter ein weiterer Gewinner der Studie und zieht damit am Primus Facebook vorbei. Dafür sorgte nicht zuletzt der Twitter-Hype um Donald Trump, der Nutzer zum Kurznachrichtendienst zog. Anwender wollen zudem Echtzeitnachrichten und keine gefilterten Timelines wie bei Facebook, das bei lediglich 68 Punkten verharrt.

Fazit: Schwarmintelligenz liegt nicht immer richtig

Die sozialen Netzwerke leben von ihren Mitgliedern. Ohne Nutzer wird eine Plattform nicht populär – so gut sie auch sein mag. Das wird aktuell immer stärker deutlich. Das Google-Netzwerk überzeugt durch clevere Features und ein aufgeräumtes Design. Werbung sucht man vergebens. Und trotzdem hat es keine Chance gegen das mächtige Zuckerberg-Imperium Facebook, welches stetig Nutzer gewinnt. Schritte, um das Netzwerk profitabler zu machen und ein schlechtes Management gegen sogenannte Hatespeech quittieren die Anwender mit nur noch durchschnittlichen Bewertungen. Die Verantwortlichen sollten sich in diesen turbulenten Zeiten genau überlegen, welche Funktionen hohe Priorität genießen und welche Ressourcen für welchen Bereich eingesetzt werden sollten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten


Teaser and Screenshots by Jonas Haller, Table by ACSI


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me

  • NETZWELTsüddeutsche zeitung: Fadi spielt um sein Leben: Eine Freundschaft über alle Grenzen. Kennengelernt haben die beiden Männer sich über das Spiel „Plants vs. Zombies Heroes“. Der eine aus Damaskus, der andere aus Cobur. Zwischen den Beiden beginnt sich eine Art Freundschaft zu entwickeln. Der Austausch über Musik und Hobbies weicht dem Austausch über Familie und Lebensumstände. So kommt die Idee Ayan nach DEU zu bringen…

  • ÜBERWACHUNG mashable: Teachers are using facial recognition to see if students are paying attention Eine Schule in Frankreich überrascht mit einem Programm, welches unaufmerksame Schüler entlarvt. Mithilfe von Psychologen werden nun Webcams entwickelt, die die Augenbewegung und Gesichtsausdrücke der Schüler untersuchen. Diese Errungenschaft soll selbstverständlich kein Ersatz für die Lehrer werden, sondern diene der Unterstützung von Kindern aus sozial schwächeren Verhältnissen in ihrer schulischen Laufbahn. Die Daten werden zwar nicht gesammelt, dennoch wird sich die Schule die Frage stellen müssen, wie sie mit diesen sensiblen Daten umzugehen haben werde.

  • TWITTERthe new york times: How Twitter Is Being Gamed to Feed Misinformation: Facebook stand in harter Kritik aufgrund der „Fake News“, Twitter, als weiteres soziales Netzwerk wurde hierbei jedoch bis jetzt übergangen. Denn auch Twitter beeinflusst die Medienwiedergabe, unwichtige Themen werden über wichtige gestellt und die Gefahr in der Verbreitung von Propaganda und Falsch-Informationen besteht genau sowie bei Facebook auch bei Twitter. Die Plattform kann kleine Gruppen als sehr groß darstellen, beispielsweise durch Bots. So können Falschinformationen durch große Like und Retweet Anzahlen bedeutsamer wirken. Twitter als eine neue Oase für Manipulatoren?

  • FACEBOOK gründerszene: Mit dieser Unternehmenskultur wurde Facebook groß
    Der einstige Facebook-Manager Antonio García Martínez verrät die Geheimnisse des Erfolgs von sozialen Netzwerken. Neben einem enormen Durchhaltevermögen, sei auch Mark Zuckerbergs Marketing Grund für Facebooks Berühmtheit. Zu Zuckerbergs Marketing gehörten zum Einen das Ausprobieren über „Hackathons“, Veranstaltungen bei denen neue Produkte entwickelt und ausprobiert werden, zum anderen die spätere Vermarktung des Produktes, von dessen Erfolg man schon von Anfang überzeugt war.

  • REKORDhorizont: Facebook zählt mehr als 30 Millionen Nutzer in Deutschland a> Facebook ist und bleibt eines der wichtigsten sozialen Netzwerke. Dies zeigt sich bei der aktuellen Verkündung-, mehr als 30 Millionen Deutsche nutzen Facebook, mobil sind es 27 Mio. Martin Ott, Managing Director Central Europe bei Facebook bedankt sich im Namen von Facebook für dieses Engagement unter anderem bei 30 deutschen Gruppen.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • APPLE golem: Apple will Diebe mit iPhone-Technik überführen: Apple möchte bald den Fingerabdrucksensor in seinen Geräten nutzen, um Diebe zu überführen, die diese Geräte gestohlen haben. Zu diesem Prinzip hat Apple nun einen Patentantrag gestellt. Apple und andere Smartphone-Hersteller arbeiten schon lange daran Diebstähle zu verhindern. Auch die iOS-Funktion „Mein iPhone suchen“ trägt dazu bei, sein Gerät aus der Ferne zu lokalisieren und die Inhalte zu löschen. Bei dem neuen Patent würde der Touch-ID-Sensor den Fingerabdruck des Diebes nicht nur einlesen, sondern auch weitergeben. Aber auch die Kamera und das Mikrofon sollen zur Ermittlung des Diebes genutzt werden.
  • ANDROID heise: Android N ist da: Google verteilt Android 7.0 Nougat: Google hat die nächste Android-Version veröffentlicht und für die hauseigenen Geräte bereitgestellt. Die anderen Hersteller werden ein paar Monate für die Veröffentlichung ihrer Updates benötigen. Android 7.0 beinhaltet unter anderem einen Mehrfenster-Modus und verbesserte Benachrichtigungen mit der Möglichkeit zum direkten Antworten. Außerdem gibt es 72 neue Emojis und einen verbesserten Standby-Modus zum Stromsparen.
  • FACEBOOK faz: Facebook tauscht Redakteure gegen Roboter: Facebook tauscht die Redakteure der Trending Topics gegen Roboter ein. Das Soziale Netzwerk wird sich zukünftig stärker auf einen Algorithmus und weniger auf Personen verlassen. Es wird keine kurze Beschreibung des Trending Topics mehr in der rechten Facebook-Spalte geben. Dort wird nur noch stehen, um welches Thema es sich handelt und wie viele Nutzer darüber diskutieren. Vor einigen Monaten bekam der Konzern Vorwürfe, dass die Auswahl der Trend-Themen manipulativ sei, dadurch wirkt die Änderung wie eine nachträgliche Antwort.
  • SPOTIFY macnotes: Apple Music: Neuer Streit mit Spotify: Der Streit zwischen Apple Music und Spotify spitzt sich zu. Spotify benachteiligt nun bewusst Künstler, die exklusive Deals mit Apple haben. Die Acts der Musiker sind nicht in Playlists zu finden und werden bei der Suche weiter nach unten gereiht. Dieses Vorgehen soll schon seit längerer Zeit stattfinden, aber die Verdrängung mancher Künstler hat sich in den letzten Wochen verstärkt.
  • TWITTER t3n: Twitter: MTV Video-Music-Awards mit eigenem Sticker-Set: Twitter hat Sticker für die MTV Video-Music-Awards veröffentlicht. Diese fanden gestern in New York statt und es gab ein eigenes Sticker-Set dazu. Die Promoted Stickers sind das neue Marketing-Instrument von Twitter. Vor kurzem wurde bekannt, dass das Unternehmen dafür mindestens 500.000 US-Dollar verlangt.
Weiterlesen »

Peuplade.fr – Frankreichs soziales Netzwerk für den Kieztreff

Toits de Paris soleil d'hiver, novembre 2014 (image (adapted) by Jean-François Gornet (CC BY-SA 2.0) via Wikimedia Commons)

Das, was mit Gewehren und Bomben in Paris zerstört werden sollte, lebt in den letzten Monaten umso stärker auf: Gemeinschaft, Zusammenhalt und Solidarität auf den Straßen, in Cafés und auf öffentlichen Plätzen. Zur #NuitDebout versammeln sich Tausende auf dem Place de la République. Bei den Attentaten selbst wurden Fremde in den eigenen Wohnungen aufgenommen (#PortesOuvertes – #OffeneTüren). Mit erhobenem Haupte erklären die Pariser #jesuisenterrasse (#ichbinaufderTerrasse) und lassen sich von den Terroristen nicht von ihrem abendlichen Apéro abhalten. Das Leben findet zum Frühlingsanfang wieder in den vielen Pariser Gassen statt.

Seit neustem wird der Anonymität der Millionenstadt auch auf digitale Weise entgegengewirkt: Peuplade.fr – was übersetzt so viel wie „Volksstamm“ heißt – bringt als erstes soziales Netzwerk Menschen, die Tür an Tür wohnen, zusammen.

Ein gesellschaftliches Bedürfnis

Mitmachen ist so simpel wie die Idee selbst: Auf der Homepage gibt man seine Postleitzahl ein und gruppiert sich zu seiner „Peuplade“ – also zu seinem Viertel, von denen schon über 40 000 in Frankreich online sind.
Im digitalen Kieztreff kann dann entweder Kontakt (via „Bonjour!“) zu Nachbarn aufgenommen, an Veranstaltungen (via „Rendez-vous“) in der Umgebung teilgenommen oder nach Hilfe (via „Merci!“) gefragt werden.

Grégoire Even ist Biologe, arbeitete in der Umwelt-Wirtschaft und engagiert sich für Nachhaltigkeit. Ein lokales Startup zu gründen, mit dem sich ausgetauscht werden kann, war seine ursprüngliche Idee. So kam er zu Peuplade, das bereits vor einigen Jahren gegründet wurde. Im September 2015 holte er die Internetplattform aus dem Dornröschenschlaf: „Peuplade antwortet tatsächlich auf ein Bedürfnis der Gesellschaft und nicht des Marktes„, erklärt Grégoire und verweist auf die Charta der Seite. „In Paris gibt es schon über 15 000 aktive Mitglieder und es werden immer mehr. Das bestätigt die bürgerliche und soziale Tendenz, die wir beobachten, sich wieder mit seinem Quartier verbinden zu wollen.
Denn das, was digital angekurbelt wird, soll im Stadtviertel und in der Nachbarschaft „real“ gelebt werden. Ein „echter Austausch“, der zur Zufriedenheit des Einzelnen und zur einer nachhaltigen Gesellschaft führt.

Von Flüchtlingen über Katzen bis hin zu Sofas

Edle Worte, die bereits in Gesten umgesetzt wurden:

Es gibt viele Stadtbegrünungsprojekte, erklärt Grégoire. Auch setzten sich einige Peuplades für syrische Flüchtlinge ein. Eine weniger ernsthafte Vereinigung hat sich zusammengefunden, um gemeinsam nach einer Katze zu suchen. Und dann gibt es noch viele Sachspenden (Fahrräder, Sofas, Kleider) sowie kleine Trödelmärkte, die von den Peuplades intern organisiert werden.

Mit modernen Hilfsmitteln zum ursprünglichen Umgang zurückkehren – vielleicht sagen wir bald auch wieder ohne digitalen Umweg „Bonjour“ und „Merci“?


Image „Toits de Paris soleil d’hiver, novembre 2014“ (adapted) by Jean-François Gornet (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

LinkedIn vs. Xing: Beschleunigtes Rennen um Premium-Mitglieder

business_meet_121125 (adapted) (Image by Richter Frank-Jurgen [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Das deutsche Business-Netzwerk legt im Wettkampf gegen den US-Rivalen um zahlende Kunden einen Zahn zu. Das zum Medienkonzern Burda gehördende Business-Netzwerk Xing ist eine Bastion: Den neuesten Quartalszahlen zufolge zählt man im deutschsprachigen Raum 6,7 Millionen Mitglieder, während der US-Rivale “nur” etwa 4 Millionen Mitglieder in der Region hat. Monatlich zahlende Premium-Nutzer sind für Xing die wichtigste Einnahmequelle – weswegen man den Premium-Club um neue Funktionen und Produkte aufpoliert hat.

 


 

  • 63 Prozent des Xing-Umsatzes (13,7 Mio. Euro im 3. Quartal 2013) stammt aus dem Premium Club.
  • Für LinkedIn sind die “Talent Solutions” für Recruiter und Jobsuchende mit 57 Prozent Anteil am Umsatz die wichtigste Einnahmequelle (224,7 Mio. Dollar im 3. Quartal).
  • Der Anreiz, für Xing zu zahlen, ist höher als bei LinkedIn.

Trotz des erstarkenden US-Rivalen LinkedIn aus Mountain View, Kalifornien, droht dem Hamburger Business-Netzwerk Xing noch lange kein StudiVZ-Schicksal – jenes deutsche Social Network, das von Facebook einfach überrollt wurde. Zu stark verankert ist die Burda-Tochter mittlerweile im Berufsleben vieler Deutschen, Österreicher und Schweizer, um den Account einfach mal so gegen ein LinkedIn-Profil zu tauschen. So wie viele andere betreibe ich deswegen zwei Business-Profile parallel – eines bei Xing und eines bei LinkedIn. Kontakte aus lokalen, manchmal eher traditionelleren Branchen finde ich eher bei Xing, während sich internationale Kontakte aus jüngeren Branchen natürlich eher bei LinkedIn tummeln. Für manche, die so ein Business-Netzwerk-Doppelleben führen, stellt sich da die Frage: Wo leiste ich mir den Premium-Account?

XING

Xings Premium-Mitgliedschaft kostet je nach Laufzeit und Vergünstigungsangebot zwischen 6,35 und 9,95 Euro pro Monat. Das entspricht Jahreskosten von bis zu 120 Euro und ist damit deutlich billiger als eine Premium-Mitgliedschaft bei LinkedIn (siehe unten). Xing Premium befriedigt natürlich vor allem ein großes Bedürfnis: Sehen zu können, wer das eigene Profil besucht hat. Im Berufsleben ist das eine spannende Sache, weil man sieht, welche potenziellen Arbeitgeber, Partner, Kunden und auch Konkurrenten Interesse an der eigenen Person haben – gehäufte Besuche deuten da auf einiges hin. Xing bietet seinen zahlenden Nutzern außerdem erweiterte Kommunikationsfähigkeiten: So darf man pro Monat 20 Nicht-Kontakte direkt anschreiben und Dateianhänge von bis zu 100 MB verschicken – letzteres lässt sich aber leicht mit Dropbox, WeTransfer oder dergleichen auch gratis und über die Mauern des Xing-Netzwerkes erledigen.

Xing Premium bietet außerdem erweiterte Suchfunktionen, die das Durchstöbern des Netzwerks nicht nur nach Namen, sondern auch nach Positionen, Arbeitgebern, Interessen oder Einträgen erlaubt. Weiters geht es bei Xing Premium stark ums Präsentieren der eigenen Person. Zahlende Mitglieder dürfen ihre Karrierewünsche detailliert in ihrem Profil darstellen. Außerdem kann man sein Portfolio mit Bildern (ein Handshake mit Barack Obama macht sich hier sicher gut) und Dokumenten (Textproben usw.) unbegrenzt aufmotzen und sich Referenzen von anderen Mitgliedern geben lassen (das ist bei LinkedIn gratis). Last but not least: Xing will seinem Premium-Club künftig auch Vergünstigungen bei anderen Services zukommen lassen und hat deswegen ein Vorteilsprogramm gestartet. Demnächst dürfen Premium-Mitglieder die Smartphone-App Blinkist, die Sachbücher für den flotten mobilen Konsum zusammenfasst, ein Jahr gratis nutzen und die Coworking Spaces der Design Offices gratis verwenden (Standorte in Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf und Nürnbeg).

LinkedIn

LinkedIn Premium kostet mindestens 14,95 Euro pro Monat (Business), wenn man gleich ein ganzes Jahr bucht, die Betreiber versuchen aber gleich, das Paket um 29,95 Euro pro Monat (Business Plus) zu verkaufen. Im Unterschied zu den Gratis-Nutzern dürfen zahlende Nutzer jedenfalls alle Profile bis zum 3. Vernetzungsgrad (Kontakt eines Kontaktes eines Kontaktes) einsehen und bekommen alle Besucher des eigenen Profils gelistet – wie auch bei Xing die wohl beliebteste Funktion. Neben der Sichtbarkeit geht es bei LinkedIn Premium auch stark um die Reichweite. Zahlende Mitglieder dürfen je nach Tarif zwischen 3 und 25 Direktnachrichten an Nicht-Kontakte schreiben und sich 15 bis 35 Mal pro Monat von einem eigenen Kontakt einem Mitarbeiter eines bestimmten Unternehmens vorstellen. In der Gratis-Version ist das 5 Mal pro Monat möglich, was wohl den meisten Nutzern völlig ausreicht.

Wer besonders großzügig ist, erlaubt via OpenLink-Funktion allen anderen LinkedIn-Nutzern, ihn gratis zu kontaktieren. Schließlich geht es bei LinkedIn Premium auch stark um erweiterte Suchfunktionen: Zahler bekommen bis zu 700 statt nur 100 Profile bei einer Personensuche angezeigt und dürfen mit bis zu 8 Filtern auch genauer aussieben. Außerdem darf man öfter als die Gratisnutzer eine gespeicherte Suche automatisch ihren Dienst verrichten lassen (bis zu zehn Mal täglich statt nur drei Mal wöchentlich).

Fazit

Insgesamt zahlt es sich für den durchschnittlichen Nutzer im deutschsprachigen Raum heute eher aus, Premium-Mitglied bei Xing zu werden als bei LinkedIn. Xing ist günstiger, bietet für die meisten die wohl interessantere Zielgruppe und hat mit seinem neuen Vorteilsprogramm für Club-Mitglieder einen echten Vorsprung. LinkedIn sind derzeit spezielle Kunden wie Recruiter und Firmen wichtiger, für die eigene, sehr teure Abos (300 Euro pro Monat und mehr) geschnürt werden. Außerdem stößt man bei LinkedIn weniger häufig an die Grenzen des Gratis-Accounts, weil etwa einige Funktionen wie Referenzen anderer Nutzer oder die Anzeige von Profilbesuchern teilweise gratis ist – deswegen ist die Notwendigkeit, für LinkedIn zu zahlen, einfach nicht so groß wie bei Xing.


Image (adapted) „business_meet_121125“ by Richter Frank-Jurgen (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

Syrische Flüchtlinge dokumentieren ihre Flucht via Social Media

Syrian Refugees Crisis - HUNGARY IGNORANCE (adapted) (Image by Freedom House [CC0 Public Domain] via Flickr)

Syrische Flüchtlinge dokumentieren ihre Flucht auf Instagram und Facebook mit Smartphone-Schnappschüssen. Fotos sind für syrische Flüchtlinge oft der einzige Weg, um ihre Flucht in Erinnerung zu behalten und zu dokumentieren. Doch viele von ihnen haben die Bilder ihrer Flucht nicht nur geknipst, sondern sie danach auch auf sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook veröffentlicht: als Erinnerung, als Mahnung, als Nachricht und als Botschaft. In einem Hotel in Athen hat Netzpiloten-Autorin Marinela Potor zwei syrische Flüchtlinge getroffen, die ihr ihre Geschichte erzählt haben, zusammen mit Fotos von der Flucht.

Wer in den Urlaub fährt, macht Fotos. Wer als Syrer auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung ist auch. Was zunächst merkwürdig anmutet, ist eigentlich ganz logisch. Viele Flüchtlinge posten ihre Fotos auf sozialen Netzwerken, nicht nur um die Flucht zu illustrieren und festzuhalten, sondern auch um sie zu verarbeiten. Um ihren zurückgebliebenen Verwandten und Freunden zu zeigen, dass es ihnen gut geht. Um anderen Flüchtlingen Hoffnung zu machen. Um auf der schwierigen Flucht wenigstens einige wenige schöne Momente zu schaffen – selbst wenn es nur das Lächeln für den Schnappschuss ist.

Eindrucksvolle Fluchttagebücher in Bildern

So haben auch Maziad Aloush und Kamal Kawsara ihre Flucht aus Syrien, Land um Land, Grenzzaun um Grenzzaun, in Bildern festgehalten. Maziad ist mit seinen Brüdern per Boot und über Land nach Deutschland geflüchtet. Kamal ist über Boote, Busse und ein Flugzeug nach Belgien geflohen. Ihre Flucht-Fotos haben sie mit ihren Smartphones gemacht, um sie später auf Facebook oder Instagram zu veröffentlichen.

Auch Monate nach ihrer Flucht, schauen sie noch die alten Bilder an und erinnern sich and beschwerliche, aber auch an schöne Momente ihrer Flucht. Viele der Fotos erinnern in ihrer Selfie-Pose an ganz normale Urlaubsfotos, doch wer genau hinguckt erkennt schnell: diese Fotos haben wenig mit einem entspannten Ferienausflug zu tun. Sie zeigen wie die Flüchtlinge tagelang zu Fuß über die Balkanroute wandern, wie sie ohne Essen und ohne ein Dach über dem Kopf Schritt für Schritt ihrem Zielland näher kommen.

Flüchtlingsbilder wie die von Maziad und Kamal zeigen die schwierigsten, aber auch die hoffnungsvollsten Momente ihrer Flucht. So ist ein eindrucksvolles Bild-Tagebuch ihrer Flucht entstanden.

Ankunft in Europa

 

A photo posted by Maziad Aloush (@maziad.aloush) on

Endlich Europa! Maziad hat zum ersten Mal in seinem Leben (und das auch noch Nachts im Dunkeln) ein Boot gesteuert, um aus der Türkei zur griechischen Insel Lesbos zu gelangen. Nachdem ihm ein Schlepper um all sein Erspartes betrogen hatte, konnte er es sich nur so leisten, sich und seine zwei Brüder nach Europa zu bringen. Während Kamal tagelang vergeblich darauf wartet, mit gefälschten Pass per Flugzeug nach Frankreich zu fliegen, schaut er sich die Akropolis an. “Ich musste dabei an Syrien denken und wie viele historische Bauten dort durch den Krieg zerstört wurden.”

 

A photo posted by Maziad Aloush (@maziad.aloush) on

 

A photo posted by Maziad Aloush (@maziad.aloush) on

Um nach Mazedonien zu kommen, mussten Maziad und seine Gruppe 84 Kilometer zu Fuß durch den Wald stapfen. “Wir hatten nur Datteln zu essen und sehr wenig Wasser. An einem Punkt hatten wir kein Wasser mehr, und es war sehr heiß. Genau dann sind wir an eine Bergquelle gekommen – das war das beste Wasser, was ich je getrunken habe.” Einen einfacheren Weg gibt es nicht, denn dies ist die einzige Route, mit der Maziad und die anderen die strikten Grenzkontrollen in Mazedonien umgehen.

Kamal hat es mit sieben falschen Pässen nicht geschafft, einen Flug nach Frankreich zu bekommen. Er beschließt deswegen, mit dem Boot zurück nach Rhodos zu fahren und hofft, dass er dort mit seinem allerletzen Pass durch die Passkontrolle gelassen wird.

Die neue Heimat

Kamal hatte Glück. Er konnte mit seinem letzten Pass von Rhodos nach Paris fliegen. Hier holt ihn sein Bruder ab und sie fahren gemeinsam in Kamals neue Heimatstadt: Brüssel. Seit drei Monaten ist er mittlerweile hier und lernt schon fleißig Französisch: “Ich fühle mich sehr wohl hier und hoffe, dass ich die Sprache schnell lerne und mich möglichst schnell in die Gesellschaft aktiv einbringen kann.”

Nach vielen Monaten auf der Flucht sind sie endlich am Ziel. Maziad und seine Brüder werden von ihrem Cousin in Düsseldorf am Bahnhof abgeholt. Mittlerweile sind sie in einer Flüchtlingsunterkunft in Dorsten bei Dortmund – und warten immer noch darauf, dass ihr Aufenthaltsantrag geprüft wird.

Auch er sieht seine Zukunft in Deutschland: “Ich hoffe, es dauert nicht mehr lange, bis wir die Papiere haben. Dann kann ich endlich anfangen zu arbeiten und ein Flugticket für meine Eltern kaufen. Sie sind noch in Syrien – und sie sollen nicht wie ich über Land nach Deutschland kommen müssen.”

Unvergessliche Bilder

Wie auch viele andere Flüchtlinge haben auch Maziad und Kamal ihre Flucht nicht nur für sich, sondern auch für andere in Bildern auf sozialen Netzwerken wie Instagram oder Twitter festgehalten. Sie werden ihre Flucht sicherlich niemals vergessen, doch sie wollen auch, dass die Welt sie nicht vergisst. Ihre Bitte an die Netzpiloten: “Bitte veröffentlicht unsere Fotos! Wir möchten, dass so viele Menschen wie möglich unsere Bilder und unsere Geschichte sehen!”


Image (adapted) “Syrian Refugees Crisis – HUNGARY IGNORANCE” by Freedom House (CC0 Public Domain)


 

Weiterlesen »

Was kann die neue Plattform Brigade?

Gedanke (adapted) (Image by stux [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Zwischen Social Network oder Polit-Tinder: Alexander Löser hat sich die neue Plattform Brigade mal genauer angesehen. Kann sie den Bürgern ein Raum für politische Statements bieten? In Deutschland scheint der Graben zwischen Politikern und Bürgern immer größer zu werden. Das liegt nicht zuletzt an den Bürgern, die ihre Meinung immer seltener kommunizieren. Weil das in den USA ähnlich ist, hat der ehemalige Facebook Präsident und Napster-Mitbegründer Sean Parker „Brigade“ vorgestellt. Das soziale Netzwerk soll durch griffige politische Statements Meinungsbilder der Bürger einfangen. Wir haben die Handy-Applikation getestet.

Noch immer ist Sean Parker eng mit Facebook-Gründer Marc Zuckerberg verbunden. Doch im Gegensatz zu seinem Kumpel ist Parker davon überzeugt, dass Facebook nicht das richtige Medium sei, um seine politische Identität preiszugeben: „Auf Facebook gibt es einfach bestimmte soziale Normen, die du befolgst, und sie bestimmen, was du teilst und wann du es sein lässt.“ Für die Wiederbelebung der öffentlichen politischen Debatte sei ein soziales Netzwerk dennoch die beste Möglichkeit, weshalb Parker nun mit Brigade aufwartet.

Der Zutritt zur Beta-Version erfolgt bisher zwar nur per Einladung, doch muss das niemanden abschrecken. Über www.brigade.com kann man unter Angabe seiner Emailadresse auch einen Einladungslink anfordern. Das funktioniert allerdings nicht automatisiert und so muss man eventuell ein wenig warten, bis die Entwickler in Kaliforniern ausgeschlafen haben.

Wer wie ich selbst den Bestätigungslink erst gegen Mitternacht unserer Zeit erhält, läuft Gefahr, das Licht mal wieder später als geplant auszuschalten, weil es überraschend Spaß macht sich zu positionieren. Nach Angabe einiger persönlicher Informationen (Name, Geschlecht, Geburtsdatum und Herkunftsort) geht es direkt los. Unter „Trending Topics“ findet man auf der Startseite Sammlungen von Statements zu aktuellen Themen wie dem von Republikaner Rand Paul vorgeschlagenen Einheitssteuersatz oder dem rassistisch motivierten Massaker in Charleston. Dabei stößt man unweigerlich auch auf Aussagen, zu denen man als Nicht-Amerikaner nicht allzu viel zu sagen hat. Aber nur weil ich über TTP (Der TTIP-Version für den Pazifik-Raum) noch weniger weiß als über TTIP, entscheide ich mich noch lange nicht für „unsure“, sondern gebe fleißig mein „agree“ oder „disagree“. Auch wenn man seine Enthaltung begründen kann (übrigens genauso wie eine Zustimmung oder Ablehnung), fühlt sich Meinungslosigkeit einfach nicht gut an. Und so klickt man sich immer weiter durch, bis es auf einmal wieder nach eins ist und die Augen vor Müdigkeit schwer werden.

Als Soziales Netzwerk enttäuscht Brigade bisher

Am nächsten Morgen werfe ich noch einen Blick in mein Profil und muss mit Bedauern feststellen, dass die Anzahl meiner Supporter noch recht übersichtlich ist, will sagen: Null. Aber wozu braucht man eigentlich Supporter? Gegenseitige Unterstützung ist dann sinnvoll, wenn man politisch auf einer ähnlichen Linie ist. Beim Besuch anderer Profile wird ein prozentualer Wert angezeigt, in welchem Ausmaß die Nutzer Meinungen teilen – ganz allgemein, aber auch auf Themenbereiche wie Außenpolitik, Minderheitenrechte oder Gesundheitssystem heruntergerechnet. Für die Statistiker unter uns ist auch ersichtlich, wie viele gleiche Statements bewertet wurden. Das erhöht die Aussagekraft deutlich. Wegen all dieser schönen Übersichten bin ich dann aber doch ein wenig enttäuscht, dass mir keine fremden Nutzer mit ähnlichen Anschauungen vorgeschlagen werden. Ein soziales Netzwerk mit beschränkten Möglichkeiten sich zu vernetzen? Das scheint mir nicht so ganz im Sinne des Erfinders, aber noch handelt es sich ja auch nur um eine Beta-Version. Um nicht ohne Supporter dazustehen, durchstöbere ich nochmal mein Telefonbuch (Wo habe ich eigentlich mein Einverständnis zum Zugriff gegeben?) und schicke Einladungen raus. Sobald ich ein paar Bekannte zur Teilnahme motiviert habe, werfe ich nochmal einen Blick auf den sozialen Charakter der als Social Network angepriesenen Applikation.

Hoffnung für unpopuläre Kampagnen

Wer in einem Themenbereich bestimmte Zustimmungswerte überschreitet, erhält automatisch Vorschläge für passende Kampagnen, die es sich zu unterstützen lohnt. Deshalb unterstütze ich nun „Defend the Free and Open Internet“ und „End Climate Change Denial“. Beide Kampagnen haben mit Unterstützern im unteren dreistelligen Bereich vermutlich noch nicht allzu viel Gewicht in Washington, das sollte bei einer Beta-Version allerdings nicht verwundern. Auf meiner Startseite werden mir jetzt Posts oder Links zu Unterschriftenaktionen angezeigt. Es ist gut vorstellbar, dass Brigade bei entsprechender Nutzerzahl eine formidable Möglichkeit für Kampagnen bieten wird, sich einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die „Trending Topics“ arbeite ich mittlerweile schneller ab als neue erscheinen. Deshalb nehme ich mir für die einzelnen Statements mehr Zeit und kommentiere meine Meinung hin und wieder. Das tun auch einige andere Mitstreiter und so entwickeln sich unter besonders kontroversen Thesen regelrechte Diskussionen. Statt des von Facebook bekannten „Like“-Systems, kann man Begründungen der Nutzer hochwählen, sodass sie in der Anzeige weiter nach oben rutschen. Trotz der drei Supporter aus meinem Freundeskreis, die ich mittlerweile anwerben konnte, liegt mein „Impact Score“ (Bewertung des Einflusses des Nutzers im Netzwerk) noch immer konstant bei Null. Dabei wurden immerhin schon vier Begründungen von mir hochgewählt. Nicht dass mir mein Einfluss sonderlich wichtig wäre, aber eine transparente Erklärung, wie genau man an Einfluss gewinnt, wäre auch zur Evaluierung hilfreich gewesen.

Meinungsfang Hui, Social Network Pfui

Brigade wird mit dem Ziel entwickelt, die Amerikaner zu größerer politischer Teilhabe zu motivieren. Das geht laut Parker am einfachsten mit einer Online-Plattform, auf der die Bürger bereitwillig ihre Meinung kundtun. Die Erfahrungen mit der Beta-Version haben den Eindruck vermittelt, dass Brigade dieses Ziel erreichen kann. Je kontroverser das Statement, desto mehr Begründungen waren darunter zu finden. Das Konzept motiviert allerdings auch diejenigen, die ihre Meinung nicht ausschweifend begründen möchten. Der Neugier reicht meist schon der Vergleich mit den übrigen Wählern. Wie von selbst erhält man als Bürger einen Überblick über Themenbereiche, die aktuell von Bedeutung sind oder das noch werden könnten. Gewinnt Brigade ausreichend Nutzer, ist es nicht nur für Kampagnen interessant sondern auch für Meinungsforschungsinstitute und sogar Politiker, die mit relativ wenig Aufwand ein Meinungsbild einfangen können.

Doch das Netzwerk offenbart auch eklatante Schwächen. Im jetzigen Entwicklungsstand ist es leider nicht möglich, unbekannte Nutzer mit gleichen Interessen aufzutun und zu unterstützen. Es ist auch nicht offensichtlich, wie genau man seinen Einfluss im Netzwerk erhöhen kann. Der soziale Charakter des Netzwerks wird letztendlich jedoch der entscheidende Faktor sein, Brigade auch für eine breitere Öffentlichkeit attraktiv zu machen. Gelingt es den Entwicklern noch, an den richtigen Stellschrauben zu drehen, wird Brigade zwar nicht den politischen Diskurs auf ein neues Level haben. Doch kann das Netzwerk dabei helfen, den Bürgern wieder mehr Mut zu politischen Statements im öffentlichen Raum zu geben. Ob es Brigade tatsächlich zu Relevanz bringen wird, hängt dann jedoch ganz stark davon ab, dass sich nicht nur politisch interessierte Bürger durch die Statements klicken, sondern auch diejenigen, die sich der politischen Teilhabe bisher weitgehend entzogen haben.


Zuerst erschienen auf politik-digital.de und steht unter CC BY-SA 3.0.


Image (adapted) „Gedanke“ by stux (CC0 Public Domain)

Weiterlesen »

Datenschutz: Facebook besteht auf Klarnamenzwang

Facebook besteht auf die Klarnamen seiner Nutzer (Bild:: bykst [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Facebook fordert Ausweisdokumente der Nutzer zur Identifizierung – der Klarname ist dem Unternehmen wichtiger als Datenschutz. // von Alexandra von Heyl

Facebook besteht auf die Klarnamen seiner Nutzer (Bild:: bykst [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Facebook geht immer härter gegen Nutzer des sozialen Netzwerks vor, die sich nicht mit ihrem Klarnamen anmelden. In diesem Fall deaktiviert Facebook das Profil des Nutzers, bis dieser sich mit einem offiziellen Ausweisdokument identifiziert. Jüngstes Opfer dieser kritiserten Praxis ist Netzpiloten-Leser Hendrik, der uns seinen Fall geschildert hat.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Wie uns Facebook abhängig macht

Facebook HQ, by eston (adapted) (Image by Marco Paköeningrat [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Eine Psychologin hat das Geheimnis von Facebooks Erfolg entdeckt: das soziale Netzwerk erfüllt tagtäglich unsere grundlegensten psychologischen Bedürfnisse.

 

Facebook ist nach Ansicht der Diplom-Psychologin Dr. Liraz Margalit vor allem dazu in der Lage, das Selbstwertgefühl der Besucher positiv zu beeinflussen. So wie wir in den Laden gehen, um uns Waren für die Aufrechterhaltung unseres Körpers zu kaufen, so kümmert sich Facebook um unsere Seele. Dort werden nach Ansicht von Frau Dr. Margalit die notwendigsten Grundbedürfnisse einer jeden Psyche befriedigt.

Das Selbstwertgefühl ist eine der wichtigsten Bestandteile die darüber entscheiden, ob wir uns in unserer Haut wohl fühlen. Unsere Selbsteinschätzung ist so wichtig, weil wir auf dessen Basis Informationen verarbeiten und Dinge bewerten. Umso geringer unser Selbstwertgefühl ist, umso eher tendieren wir dazu, Dritte zu hoch zu bewerten. Wer von sich glaubt intelligent und tüchtig zu sein, wird eine schlechte Note in einer Klausur schlecht wegstecken können. Alle möglichen Teile unseres Facebook-Profils reflektieren unsere Selbsteinschätzung, glaubt Frau Dr. Margalit. Zuzüglich zu unserer äußeren Erscheinung beinhaltet unser Profil Informationen über zahlreiche Dinge, die uns direkt betreffen. So etwa über die Anzahl unserer Kontakte, der Beruf, unsere Hobbys oder politischen Vorlieben, unseren Bildungsgrad, Familienstand, Anazhl der Kinder und vieles mehr.

Facebook kann unbewusst unser Selbstbewusstsein und somit unsere Stimmung positiv beeinflussen, indem wir plötzlich die Gelegenheit erhalten, unser digitales Erscheinungsbild zu verändern. Trolle und andere lästige Zeitgenossen können im Gegensatz zum echten Leben mit einem Mausklick verbannt werden. Man muss sich nicht länger mit ihnen und ihren bösartigen Angriffen auseinandersetzen, die uns negativ beeinflussen. Manch ein Nutzer würde sich dies in einem Forum wünschen, das geht dort aber nicht so einfach.

Management der Wahrnehmung

Bei Facebook kann man mit einfachen Mitteln seine Fremdwahrnehmung aktiv beeinflussen. Wer seine eigenen Erfolgserlebnisse im richtigen Abstand und Zusammenhang veröffentlicht, kann dort leicht den Eindruck eines tüchtigen und zielstrebigen Menschen vermitteln. Natürlich könnte man sich auch als Trottel outen, der keinem Fettnäpfchen aus dem Weg geht, doch wer tut das schon freiwillig?

Im wahren Leben geht alles sehr schnell. Bei Facebook hat man alle Zeit der Welt, die richtigen Worten für seine Pinnwandeinträge oder Diskussionsbeiträge zu formulieren. Auch wird man im Gegensatz zu Twitter nicht durch ein geringes Zeichenlimit o.ä. behindert. Unser Gegenüber kann uns im Web nur dadurch und nicht über unsere Gestik oder Mimik beurteilen. Damit fallen die wichtigsten Beurteilungskriterien weg, die bei einer tatsächlichen Begegnung entscheidend sind.

Unsere Wahrnehmung wird bestimmt durch die Summe aller Signale, die wir bei Facebook von einer anderen Person wahrnehmen. Diese können mehr oder weniger eindeutig sein. Deutliche Signale sind beispielsweise die Anzahl der „Freunde“, die Sprachwahl, die Anzahl neuer Beiträge oder Fotos pro Woche etc. Daneben gibt es auch weniger eindeutige Signale, die ihrerseits sehr viel mehr aussagen können. Wer seinen Beziehungsstatus oder Details über die eigenen sexuellen Vorlieben verschweigt, gibt damit mehr preis, als die Person ahnt.

FB-Profil so aussagekräftig wie unser Schlafzimmer

Eine Studie aus dem Jahr 2004 der Universität von Texas kam zu dem Ergebnis, dass unser Facebook-Profil so aussagekräftig ist, wie die Gestaltung unseres Wohn- oder Schlafzimmers. Man brauchte nur wenige Minuten, um die wichtigsten Wesenszüge korrekt zu erfassen. Das dürfte sich bis heute nicht grundlegend verändert haben.

Durch die sorgfältige Auswahl unserer Aussagen stellen wir uns automatisch positiver dar, als wir sind. Liraz Margalit spricht sogar von einer „Neuerfindung“ unseres selbst. Die Zurschaustellung von hochwertigen Filmen und Büchern soll zum Beispiel unbewusst dafür sorgen, dass wir anerkannt werden. Niemand wird freiwillig mehr ungünstige Fotos von sich präsentieren, als dies unbedingt nötig ist. Wenn möglich, veröffentlichen wir nur solche Fotos, die uns positiv wirken lassen. Oft werden auch Freundschaftsanfragen an Personen gestellt, die wir respektieren und mit denen wir gerne in Verbindung gebracht werden möchten. Da uns dieses soziale Netzwerk dabei aktiv unterstützt, uns vielen Personen in der Form darzustellen, wie es zu unserem Vorteil gereicht, trägt die Nutzung von Facebook ein Stück weit zum Wohlbefinden der User bei. Selbst introvertierte Menschen können dort ihr Innerstes nach außen kehren und behalten dabei die volle Kontrolle. Nach Ansicht der Psychologin können wir bei Facebook gänzlich extrovertiert sein ohne befürchten zu müssen, dass wir deswegen narzistisch bezeichnet werden. Auch wird uns niemand auslachen, das dieses Verhalten dort völlig normal ist. Niemand würde flüchtige Bekannte auf der Straße dazu auffordern, sich seine neuesten Aufnahmen anzuschauen. Bei Facebook teilen wir tagtäglich private Fotos mit allen „Freunden“, die diese automatisch angezeigt bekommen und liken oder kommentieren können.

Fazit

Die Nutzung von Facebook ist im Laufe der Jahre zu einer Gewohnheit, einer Routineangelegenheit geworden, die sich täglich mehrfach wiederholt. Niemand tut etwas ohne eine bewusste oder unbewusste Belohnung. Unser Gehirn hat sich offenbar gemerkt, in welcher Form es für den Besuch bei Facebook belohnt wird. Deswegen machen wir es immer wieder. Wahrscheinlich haben wir uns eines schönen Tages aus reiner Neugier registriert, wie bei vielen anderen Diensten auch. Doch bei Zuckerbergs Portal sind wir im Gegensatz zu den meisten Online-Angeboten dauerhaft geblieben. Ohne es zu realisieren entwickelten viele Menschen ein abhängiges Verhalten, weil wir dafür immer wieder unbewusst psychisch honoriert werden. Wer kennt das Szenario nicht nach einem Urlaub nach Hause zu kommen und als erstes die E-Mails und dann bei Facebook zu prüfen, ob wir etwas verpasst haben. Das haben wir natürlich nicht, das ändert aber keinesfalls unser Verhalten.

Der Login wurde nach Ansicht von Frau Dr. Liraz Margalit zu einer automatischen Aktion, die wir ohne jede Reflektion in relativ kurzen Abständen wiederholen. Die Belohnung unseres Hirns hat nur eine recht kurze Halbwertzeit. Das Ergebnis von Zuckerbergs Belohnungs-Strategie? 1,23 Milliarden aktive Nutzer weltweit.


Image (adapted) „Facebook HQ, by eston“ by Marco Paköeningrat (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

Die Trends des Monats – Januar

mobile, iphone,

Gemeinsam mit der Standortinitiatve der Hamburger Medien- und Digitalwirtschaft, nextMedia.Hamburg, stellen wir euch ausgewählte Trends des Monats vor. // von Lukas Menzel

mobile, iphone,

Die Medien- und Digitalbranche ist ständig in Bewegung. Fast im Tagesrhythmus gibt es neue, innovative Medienprojekte, praktische Gadget oder ein neue digitale Geschäftsmodelle. Wir stellen euch dieses Mal das Crowdsourcing-Tool Hive, das „soziale“ Netzwerk Plague, das Newsgame Refugee, Street Stories und die Nachrichten-Video-App Watchup vor.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Facebook-Nutzer wechseln zu Instagram

iPhone (adapted) (Image by helloolly [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Die jüngeren Nutzer von Facebook finden Zuckerbergs soziales Netzwerk schon lange nicht mehr trendy. Eine neue Umfrage ergab, dass in den USA immer mehr Nutzer Facebook für andere Anbieter verlassen. Die Facebook-Tochter Instagram lockt immer mehr Nutzer an. Die Studie der Firma Frank N. Magid Associates zeigt, dass Facebooks Popularität in den letzten zwei Jahren um zehn Prozent gesunken ist. Als Reaktion wurden von der leitenden Mitarbeiterin Sheryl Sandberg Durchhalteparolen ausgegeben. Sie kommentierte, dort soll sich noch immer tagtäglich ein Großteil der Jugendlichen aufhalten.

Facebook: Für Minderjährige nicht zeitgemäß

Facebook altert vor sich hin. Was viele Medien in den letzten Monaten immer wieder behauptet haben, wurde nun von einer Umfrage aus den USA belegt. Instagram soll die jüngere Generation einfach besser für sich einnehmen. Zuckerberg hat den Trend vor einigen Monaten erkannt und versuchte neben Instagram auch die Sexting-App Snapchat zu kaufen. Die haben aber abgewunken. Google wollte Facebook im November letzten Jahres überbieten. Sie boten den Eigentümern statt drei sogar vier Milliarden Dollar an. Die Übernahmepläne von Google wurden aber nie offiziell bestätigt.

Entwicklung erstmals vor 14 Monaten erkannt

Einer der Finanzmanager von Facebook, David Ebersmon, soll die Abwanderung der jüngsten Teilnehmer bereits im Oktober 2013 erkannt haben. Seine Kollegin Sheryl Sandberg weist dies zurück. Nach ihren Erkenntnissen melden sich die meisten Minderjährigen bis heute tagtäglich bei Facebook an. Die drei größten Netzwerke weltweit sind übrigens Facebook, deren Tochter Instagram und last, but not least Twitter. Die drei Giganten scheinen dauerhaft bezogen auf die Anzahl der Nutzer stabil zu laufen. Auch sonst gehen Mark Zuckerberg kaum Kunden verloren, weil dem Konzern auch der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp gehört. Diverse Jugendliche hat es statt Instagram dort hin verschlagen.

Instagram: Wert steigt auf 35 Milliarden US-Dollar

Neu ist auch die Ankündigung der Citigroup, die den Wert des Foto-Netzwerks Instagram auf 35 Milliarden US-Dollar beziffert. Die Betreiber gaben kürzlich bekannt, man habe bei Instagram die Grenze von 300 Millionen aktiven Nutzern überschritten. Alleine am Tag der Veröffentlichung der Android-App wurden im April 2012 bei Google Play eine Million Downloads gezählt. Instagram rüstet auf um dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben. So wurden neue Maßnahmen zur automatischen Beseitigung von Spam-Accounts eingeleitet. Zudem erscheinen mehrere neue Filter für Bilder und weitere Features.


Image (adapted) „IPhone“ by helloolly  (CC0 Public Domain)

 


 

 

Weiterlesen »

Warum ist Google+ ein Schiff ohne Kurs und kein Moonshot?

Dear Steve: Google+ iPhone (adapted) (Image by Charlie Wollborg [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Der ehemalige Google-Designer Chris Messina hat Kritik am Kurs von Google+ geäußert. Unklar sind vor allem Zweck, Stellenwert und Zukunft des sozialen Netzwerks. Google+ ist vor etwas über drei Jahren als Konkurrenz zu den damals schon mächtigen Facebook und Twitter ins Rennen geschickt worden. Ungefähr genauso lange steht das soziale Netzwerk in der Kritik. Immer wieder wird das Bild einer Geisterstadt bemüht und nun meldet sich mit Chris Messina auch noch ein ehemaliger Google-Mitarbeiter kritisch zu Wort, der lange Zeit selber als Designer an dem Projekt mitgearbeitet hat. Nachdem Google anfangs sehr viel Zeit und Ressourcen in Google+ investiert hat, scheint es nun ohne Kurs auf den virtuellen Weltmeeren herumzuirren.

„I fucked up. So has Google.“

Mit diesen deutlichen Worten beginnt Messina seinen Beitrag auf Medium. Sein Fehler war anzunehmen, dass Google die Qualitätskontrolle für Google+ aufgegeben hat, was ein deutliches Zeichen für das nahende Ende des sozialen Netzwerkes wäre. Letztendlich wurde der Fehler, der ihn zu diesem Schluss veranlasst hat, allerdings von einer Chrome-Erweiterung verursacht. Messina entschuldigte sich bei Google für diese falsche Behauptung, doch einige Fragen über Google+ blieben.

In den 450 Tagen hat Messina diverse große Lebensereignisse durchlaufen, inklusive einer Scheidung und mehrerer neuer Job. Und da ist die Frage, was die knapp 3.000 Angestellten, die sich um Google+ kümmern, in der Zeit getan haben, durchaus berechtigt. Denn viel scheint dies auf den ersten Blick nicht gewesen zu sein. Das letzte Update brachte ein Umfrage-Tool mit sich, an dem Messina schon zu seiner aktiven Zeit bei Google mitgearbeitet hat. Um gleich vorweg zu nehmen, was David Besbris, Nachfolger von Vic Gundotra unter anderem als Leiter von Google+, zu dem Thema zu sagen hat: Nichts! Lediglich ein paar leerer Phrasen, wie zufrieden man mit dem Fortschritt von Google+ sei. Doch welchen Fortschritt meint er eigentlich?

Digitale Identität

Die Hauptmotivation hinter den Fragen Messinas ist die Zukunft der digitalen Identität. Damit diese nicht von einer einzigen Firma (nämlich Facebook) bestimmt wird, ist Konkurrenz hier sehr wichtig – für Nutzer, Startups und die ganze Industrie. Und Google ist nach Ansicht Messinas das einzige Unternehmen (neben Apple vielleicht), das es mit Facebook in dem Bereich aufnehmen kann. Das kurze Aufflackern neuer Netzwerke wie Ello machen deutlich, dass zwar der Wunsch bei den Nutzern nach Alternativen da ist, es aber viele Ressourcen braucht, um diese auch langfristig zu etablieren. Doch scheint Google trotz aller vorhandenen Ressourcen mit Google+ vom Kurs abgekommen zu sein. Es geht dabei nicht nur um den Erfolg eines sozialen Netzwerks, sondern darum, wie Individuen online gehen, sich verbinden und durch die steigende Zahl von Apps und Geräten kommunizieren.

In den Anfängen des Social Web herrschte die Erwartung, dass jeder Mensch seine eigene Identität in Form einer Website besitzt, statt von ein paar wenigen großen Plattformen abhängig zu sein. Heute haben wir diese Utopie des Social Web allerdings verloren. Google und Facebook haben bereits feste Rollen in unseren Leben eingenommen und sie setzen alles daran, diese Position in Zukunft noch mehr zu stärken. Eine Zukunft, in der Identität die Plattform ist. Die digitale Identität ermöglicht nicht nur universelle Personalisierung (u.a. bessere Werbung), sondern auch Zahlungsmöglichkeiten (z.B. Snapcash) , Anpassung an die Umgebung (Uber spielt Spotify-Playlisten der Fahrgäste), Kommunikation und sogar Zugang, wie das Beispiel Sosh Concierge zeigt.


ThinkUp-Gründer und Geschäftsführer Anil Dash über das Internet, das wir verloren haben:


Geisterschiff statt Moonshot

Ursprünglich sollte Google+ als soziales Rückgrat von Google fungieren, doch ist inzwischen weit davon entfernt. Statt ein Ort zu sein, an den man geht, um die Daten zu verstehen, die Google über einen besitzt, oder an dem man Einstellungen an der eigenen digitalen Identität vornimmt, ist Google+ eher ein Newsfeed mit sozialem Touch, oder eine Interessen-Community mit tollem Video-Chat. Die große Frage ist tatsächlich, warum ist Google+ nicht einer der berühmten Moonshots gewesen? Larry Page hat mit diesen das Ziel ausgerufen, vorhandene Produkte um ein Zehnfaches zu verbessern. Doch Google+ kann diesen Standard nicht erfüllen. Es ist letztendlich eine Plattform, die sich viele Features von Facebook, Twitter, Diaspora und anderen Diensten abgeguckt und dann nachgemacht hat, der von Google inzwischen gewohnte Blick über das Vorhandene hinaus, ist es aber leider nicht.

Das viel beschworene Geisterstadt-Szenario stimmt definitiv nicht, denn Google+ hat sehr viele aktive Nutzer. Viel wichtiger ist allerdings, dass dieses vollbesetzte Schiff derzeit ohne Kurs umherirrt. Warum Google diese Gelegenheit, eine Plattform für die digitale Identität der Internetnutzer zu schaffen, selbst Twitter unternimmt mit Digits Schritte in diese Richtung, mit Google+ nicht nutzt, ist ebenso unklar, wie der eigentliche Zweck eines sozialen Netzwerks, das dem Rest nur hinterher läuft. Es wird Zeit, dass Google endlich neue Koordinaten für Google+ festlegt, bevor das Projekt mit einem Eisberg kollidiert und untergeht. Unklar ist nur, ob Google selber überhaupt eine Idee hat, wohin die Reise eigentlich gehen soll. Irgendwie muss sich das Schiff doch zum Mond schießen lassen, damit es den eigenen Ansprüchen genügt.


Image (adapted) „Dear Steve: Google+ iPhone“ by Charlie Wollborg (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 2. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um die Google-Doku der ARD, die Generator Hostels, Yelp, Journalismus in der Ich-Form bei der Vice und Ello. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE Berliner Zeitung: ARD-Doku zu Google – High Heels statt Enthüllung: Gestern lief in der ARD eine Dokumentation über die vermeintliche Macht von Google. Sie war lange angekündigt und es entwickelte sich ein regelrechter Hype um den Enthüllungsjournalismus. Das Ergebnis enttäuschte dann durch den Fokus auf nahezu belanglose Aspekte der Debatte um Google anstatt die wichtigen Fragen zu klären und durch Täuschung der Zuschauer. In der Berliner Zeitung hat Jonas Rest eine lesenswerte Kritik der Sendung veröffentlicht. Statt die Sendung in der Mediathek nachzuschauen, empfehle ich eher den Artikel von Steffan Heuer und Thomas Ramge übers Scheitern von Google-Projekten in der November-Ausgabe der Brandeins (noch nicht freigeschaltet).

  • GENERATOR HOSTELS Skift: Generator Hostels on Creating the New Hostel Experience: Seinen Flug und das Hotel per Smartphone zu buchen ist heute schon Realität. Auch vor Ort dann mit dem Smartphone die Rechnung zu bezahlen. Genauso wie das Gemeckere, wenn es kein kostenloses WLAN gibt. Die sogenannten Millennials reisen mit einem gewissen Anspruch an einen modernen Service. Klappt etwas nicht wie gewünscht, wird drüber gebloggt, wie ich am Freitag über meine Hamburger Hotelerfahrungen. Carl Michel, CEO der Generators Hostels, ist sicher dessen bewusst und gibt im Interview Einblick in die zukünftigen Herausforderungen des Hotelgewerbes.

  • YELP Time.com: Yelp CEO on Why He Turned Down Google: Das Time Magazin hat sich telefonisch mit Yelps CEO und Mitgründer Jeremy Stoppelman unterhalten, der einen interessanten Einblick in seinen bisherigen Werdegang gibt, wie sein Bewerbungsgespräch bei Elom Musk lief und warum er ein Übernahmeangebot von Google ablehnte.

  • VICE American Journalism Review: Vice, and the Trend of First-Person Journalism: In den gestrigen Lesetipps haben wir einen taz-Artikel über die Vice empfohlen, heute gibt es ergänzend dazu einen Artikel von Dustin Levy für die American Journalism Review, in dem ein besonderer Aspekt der Berichterstattung der Vice erklärt wird: der Ich-Journalismus. Die Vice-Autoren zelebrieren Events über die sie dann berichten und stellen sich persönlichen Herausforderungen.

  • ELLO Nieman Journalism Lab: Finance media’s hottest club is Ello: Wir haben das soziale Netzwerk Ello sehr früh getestet und darüber berichtet. Für mich war der Hype schon vorbei, bevor er hierzulande erst los ging. Vielleicht habe ich mich zu früh verabschiedet, denn neben den üblichen Leuten, mit denen ich aber auch schon anderswo vernetzt bin, hat eine Gruppe US-amerikanischer Finanzjournalisten die Plattform für sich entdeckt und eine aktive Untergruppe gegründet.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Erklärt Facebook mehr als 25.000 Nutzer für geschäftsunfähig?

Facebook Sammelklage (Bild: Europe versus Facebook)

Facebook lässt wirklich keine Gelegenheit aus, um die österreichische Sammelklage der 25.000 Personen zu behindern. Im August haben sich an einem Tag mehr als 20.000 Nutzer für die Klage registriert. // von Lars Sobiraj

Facebook Sammelklage (Bild: Europe versus Facebook)

Die Sammelklage von 25.000 Teilnehmern wird organisiert von der Datenschutzvereinigung Europe versus Facebook. Facebook hat sich zur Abwehr schon einiges einfallen lassen. Im September wurde behauptet, man könne kein Deutsch, weswegen der Schriftsatz übersetzt werden musste. Nun führt man aus, das Verfahren sei abzuweisen. Es gebe keinen Beweis für die Geschäftsfähigkeit der Kläger.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Facebook at Work betritt neuen Boden

Stand von Facebook (Bild: Derzsi Elekes Andor [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia)

Mit „Facebook at Work“ betritt Mark Zuckerbergs Netzwerk völlig neuen Boden. Die neue Dienstleistung soll offensichtlich Konkurrenten wie „Webmeeting“ (Deutsche Telekom), „Office Online“ von Microsoft oder „Google Drive“ das Leben schwer machen. Firmenintern läuft der Dienst bereits seit mehreren Monaten. // von Lars Sobiraj

Stand von Facebook (Bild: Derzsi Elekes Andor [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia)

Die neue Webseite von Facebook soll offensichtlich einigen Unternehmen die Marktanteile streitig machen. Das neue Angebot würde sowohl mit Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn konkurrieren, als auch mit Dienstleistern, die ein gleichzeitiges Arbeiten an Online-Dokumenten anbieten. Allerdings muss das Unternehmen erst bei vielen Firmenchefs Vertrauen gewinnen, weil alle Dokumente bei Facebook selbst gespeichert werden.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Pinterest – das soziale Netzwerk der Zukunft?

Pretty Pinterest (adapted) (Image by mkhmarketing [CC BY 2.0] via Flickr)

Pinterest ist kein soziales Netzwerk wie jedes andere. Und genau darin liegt die Stärke des amerikanischen Startups mit derzeit ungefähr 70 Millionen Nutzern weltweit. Obwohl Pinterest bereits seit fast fünf Jahren aktiv ist, wurde dem Netzwerk erst vor kurzem eine Funktion hinzugefügt, die es Nutzern ermöglicht, sich untereinander Nachrichten zu senden. Das verdeutlicht bereits, dass Pinterest sich von der Konkurrenz um Facebook, Twitter und Instagram abhebt. Es dreht sich nicht in erster Linie um die Kommunikation untereinander, sondern dieses Netzwerk erfüllt einen anderen Zweck. Der Name verrät es schon: Pinterest setzt sich aus den englischen Begriffen (to) pin = anheften und interest = Interesse zusammen. Das Ganze ist wie eine Art digitale Pinnwand zu verstehen, die die Interessen seiner Nutzer widerspiegelt.


Was ist eigentlich Pinterest? Im verlinkten Artikel erklären wir es und im Video erzählt es uns Pinterest-Mitgründer und Geschäftsführer Ben Silbermann


Das Entscheidende aus wirtschaftlicher Sicht: Jedes Bild wird immer mit einem Link zur Originalquelle angezeigt. Pinterest dient also nicht bloß als soziales Netzwerk, sondern fungiert zeitgleich als ein Einkaufsbegleiter. Besonders für die Werbewirtschaft ist dies interessant, weil Nutzer gezielt zu einzelnen Produkten geführt werden können. Auch deshalb ist es wenig verwunderlich, dass das Unternehmen derzeit auf Platz 9 der wertvollsten Startups der Welt liegt: mit einem Wert von 5 Milliarden US-Dollar. Das ist zwar noch weit entfernt von den Dimensionen von Facebook, das laut den Branchenexperten von Bloomberg über 200 Milliarden US-Dollar wert ist, wenn man aber die kurze Zeit bedenkt, die Pinterest erst aktiv ist, dann ist der Wert sehr beachtlich.

Pinterest expandiert auch nach Deutschland

Da von den 70 Millionen Nutzern aktuell etwa 80 Prozent aus den USA stammen, ist es ein Anliegen des Unternehmens, seine internationalen Kunden in der Zukunft besser zu erreichen. Zu diesem Zweck wurde vor kurzem unter anderem ein Büro in Deutschland in Berlin eröffnet. Der ehemalige Gruner + Jahr Mitarbeiter Jan Honsel wurde zum Chef des aus drei Personen bestehenden Teams, das aus der Hauptstadt die deutschen Nutzer besser betreuen soll und außerdem die Aufgabe erhält, geschäftliche Partnerschaften abzuschließen. Und das Unterfangen scheint aufzugehen, wie das Marktforschungsunternehmen Comscore ausgerechnet hat. Von Sommer 2013 an bis August 2014 hat sich die Zahl der Website-Besucher in Deutschland von 600.000 auf über 2,1 Millionen erhöht. Das Unternehmen hat ehrgeizige Ziele. Auf Dauer will man die Nummer zwei unter den sozialen Netzwerken in Deutschland werden, direkt hinter Facebook.

Seit kurzem gibt es für das soziale Netzwerk Pinterest auch ein Workbook, welches Anfängern einen Leitfaden für das soziale Netzwerk bietet, um die einzelnen Funktionen richtig zu verwenden.


Image (adapted) „Pretty Pinterest“ by mkhmarketing (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 26. September

In unseren Lesetipps geht es heute um Foursquare, Werbung auf Facebook, konservative Digitalisierung, Ello und Pornhub steigt ins Musikgeschäft ein. Ergänzungen erwünscht.

  • FOURSQUARE Inc.com: How to Drive Foot Traffic with Foursquare: Auf Inc.com ist ein interessantes Interview mit Foursquare-Mitgründer Dennis Crowley über Vorhersagen treffende Technologien und die Personalisierung der Suche erschienen. Ähnlich wie bei unserem in insgesamt fünf kurze Videos aufgeteiltem Interview mit Tim Cole, hat Inc. das Interview ihres Redakteurs Scott Gerber in elf Kurzvideos aufgesplittet, die jeweils drei bis sieben Minuten lang sind. Das macht es (anders als in unserem Beispiel) zwar etwas schwer zu schauen, aber es lohnt sich wirklich, Crowley zu zuhören.

  • FACEBOOK My Social Sherpa: Pranking My Roommate With Eerily Targeted Facebook Ads: Melange-Liebhaber Jannis Kucharz hat uns in seinen Morgenlinks auf die Story von Brian Swichkow aufmerksam gemacht, der seinem Mitbewohner einen ziemlich interessanten Streich gespielt hat, der viel darüber aussagt, wie Facebook-Anzeigen funktionieren (und irgendwie auch, wie man sich im digitalen Zeitalter einen „Klingelstreich“ spielt“). Swichkow schaltete auf Facebook Anzeige, die nur auf eine einzige Person getargetet waren: Seinen Mitbewohner. In seinem Blogpost könnt Ihr nachlesen, wie sein Mitbewohner langsam darüber verzweifelte.

  • DIGITALISIERUNG Cicero Online: Ideologisch, ängstlich, antimodern – das Dogma der neuen Netz-Konservativen: „Enzensberger wütet gegen Smartphones, Grass wird ordinär, wenn es um Facebook geht und das Feuilleton der FAZ polemisiert gegen die Allianz der Netzkonzerne: Die Auseinandersetzung um das Netz gleicht mittlerweile einer weltanschaulichen Endschlacht“, wie Alexander Pschera in einem lesenswerten Beitrag auf Cicero.de anmerkt. Konservative Denker und Medien simplifizieren den Wandel durch die Digitalisierung und finden so auf scheinbar im kern einfache Probleme zu einfache Antworten.

  • ELLO Netzwertig.com: Die gesamte US-Techbranche spricht über Ello: Auf Netzwertig.com hat Martin Weigert einen interessanten Fakt angemerkt. Vor vier bis sechs Wochen wurde der Microblogging-Dienst Ello innerhalb der deutschsprachigen Netzszene getestet und diskutiert, jetzt springt auch die US-Presse auf den Zug, was wiederum es spannend macht, ob Ello eine wirkliche Chance hat, sich als Konkurrent von Facebook zu etablieren. Doch nicht vergessen, auch Ello geht es irgendwann darum, einmal Geld zu verdienen.

  • PORNHUB Billboard: Pornhub Launches Pornhub Records Label: Sex sells. Das gilt für die Erotikindustrie genauso wie für die Musikindustrie. Die US-amerikanische Plattform Pornhub will deshalb ein eigenes Musiklabel gründen. Wie das aussehen könnte, zeigt der Rapper Coolio, der das Video zu seinem neuen Album exklusiv auf der Porno-Webseite veröffentlichte und in der ersten Woche über 500.000 Aufrufe schaffte. Vielleicht ist das auch für deutschsprachige Bands ein interessantes Geschäftsmodell, immerhin sind Deutsche die viertgrößte Nutzergruppe bei Pornhub, wie Achim Sawall auf t3n anmerkt.

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 35 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: „Durchgedreht mit…„. 

Weiterlesen »

Ello: Dank Datenschutz zum neuen Netzwerk?

Das neue soziale Netzwerk Ello verspricht guten Datenschutz und Verzicht auf Werbung. Wie groß sind seine Chancen? // von Björn Rohles

Das neue soziale NEtzwerk Ello setzt auf Datenschutz

Wer Ello aufruft und nach unten scrollt, wird mit wenigen Zeilen konfrontiert, die aufzeigen, was Ello einzigartig machen soll: „Dein soziales Netzwerk gehört den Werbetreibenden. … Wir glauben, es gibt einen besseren Weg. … Wir glauben, dass die Betreiber und die Nutzer Partner sein sollten. … Du bist kein Produkt.“ Ein werbefreies Netzwerk, das auf Datenschutz setzt – das ist ungewöhnlich, aber die Ello-Macher haben gute Ideen.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Die Bedeutung von Twitter in Deutschland

Twitter Bird Logo Sketch, New (adapted) (Image by Shawn Campbell [CC BY 2.0] via Flickr)

Der Kurznachrichtendienst verliert in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Eine Bestandsaufnahme. Netzökonom Holger Schmidt hat Anfang März einige recht interessante Fakten über Twitter zusammengetragen, die sich so langsam zur Krise des Kurznachrichtendienstes auswachsen. „Etwa 70 bis 80 Prozent der Menschen, die sich bei Twitter anmelden, springen im Laufe der Zeit wieder ab. Nur etwa 3 Prozent der Menschen, die sich jemals bei Twitter im deutschsprachigen Raum angemeldet haben, sind heute noch täglich als Schreiber aktiv. Zwar hat Twitter mit Hilfe der Kooperationen mit Fernsehsendern im vergangenen Jahr viele neue Nutzer in Deutschland hinzugewonnen, doch besonders treu sind diese nicht. 80 Prozent der neu hinzugekommenen Nutzer gaben an, seltener als einmal im Monat Tweets zu schreiben.“

Echokammer ist leer

Als „Spiegel Online“ an seine damals 280.000 Follower einen Blogbeitrag von Schmidt twitterte, kamen trotz einiger Retweets ganze 250 Klicks auf den Text zustande:

„Eine Nachfrage bei einem Blogger-Kollegen brachte etwa die gleiche magere Resonanz. Ich treffe auch immer mehr Twitterer der ersten Stunde, die keine Lust mehr haben, weil die ,Echokammer‘ inzwischen ziemlich leer sei. Bleibt nur ein kleiner Teil an Menschen übrig, für die Twitter als täglicher Nachrichtenlieferant unverzichtbar geworden ist? Denn auch im Kriterium der sozialen Interaktionen auf den Nachrichtenseiten verliert Twitter an Bedeutung gegenüber Facebook“, schreibt Schmidt und bestätigt damit die Erfahrungen vieler anderer Nutzer.

Alle hängen am Facebook-Tropf

Folgt man den Analysen der Blogrebellen, hängen mittlerweile alle Websites am „Tropf“ von Facebook. Ob gigantisch groß wie Buzzfeed und Upworthy oder klein wie Postillon und Schlecky – 50 Prozent der Zugriffe kommen über soziale Netzwerke und über 90 Prozent davon kommen über das Mark-Zuckerberg-Imperium.

Michael Seemann (@mspro) hat gar den Glauben an Twitter verloren, wie er im Wir-Müssen-Reden-Podcast mit Max Winde ausführt (so ab 01:58 Std.). Er sei kurz vor seinem siebten Twitter-Geburtstag. „Das ist die längste Beziehung, die ich je hatte. Ich lass sie jetzt still und leise auslaufen.“

Er habe nicht mehr das Gefühl, dass man viele Leute erreicht. Man treffe sehr viele Karteileichen.

Timeline von @mspro ist gekippt

„Die Reichweite sinkt und niemand interessiert sich mehr so richtig für Twitter. Die Leute wandern ab. Viele konzentrieren sich immer mehr auf Facebook“, sagt Seemann.

Wer auf Facebook richtig aktiv sei, wie Leander Wattig, erziele extrem viele Interaktionen, obwohl man in der Regel weitaus weniger Fans oder Freunde hat im Vergleich zur Zahl der Twitter-Follower. Besonders in Deutschland gehe die Twitter-Nutzung massiv zurück, wie die Zahlen von Holger Schmidt belegen. Bei uns sei der Dienst nie richtig in die Gänge gekommen. Der Peak wurde vor rund zwei Jahren erzielt. Seitdem geht es in den Keller.

„Meine eigene Timeline ist irgendwie umgekippt“, erzählt Seemann.

Da werde nur noch irgendwelcher Kaugummi-Dreck von vorgestern abgesondert. So weit die subjektive Wertung von @mspro.

Als News-Aggregator finde ich Twitter immer noch nützlich. Als Plattform für die schnelle Aufmerksamkeit funktioniert der Dienst noch recht gut und bringt weitaus mehr als Google Plus. Twitter-Hashtags schaffen Orientierung für Barcamps und sonstige Ereignisse. Zudem würde ich @schnodderpepe, @bitpage, @katjazwitschert, @hirnrinde, @kruemie und all die anderen frohen Twitterati missen. Wer unterrichtet mich dann über die famosen #Katzenlivestreams?

Wie steht es mit Eurer Twitter-Timeline. Alles im Eimer?

Den Facebook-Untergang müssen die liebwertesten Prognose-Gichtlinge jetzt wohl erst einmal vertagen, oder?

Dieser Beitrag erschien zuerst auf The European.


Image (adapted) „Twitter Bird Logo Sketch, New“ by Shawn Campbell (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

ShortRead: Facebook kauft WhatsApp

Am Mittwoch hat das soziale Netzwerk Facebook den Instant Messenger WhatsApp gekauft. Angeblich soll Mark Zuckerberg 19 Milliarden US-Dollar für die App bezahlt. // von Tobias Schwarz

cc

Facebook kauft WhatsApp. Laut einem Bericht des sozialen Netzwerk, der am Mittwochabend nach US-Börsenschluss veröffentlicht wurde, hat Mark Zuckerberg 19 Milliarden US-Dollar (14 Milliarden Euro) für den Instant Messenger bezahlt. Ein Viertel der Summe soll in bar bezahlt werden, der Rest in Aktien. WhatsApp hat angeblich zur Zeit 450 Millionen aktive Nutzer, pro Tag kommt eine weitere Million dazu. „Whatstapp ist auf dem besten Wege, eine Milliarde Menschen zu verbinden„, erklärt Facebook-CEO Mark Zuckerberg. „Dienste, die diesen Meilenstein schaffen, sind extrem wertvoll„. Facebook hat zur Zeit 1,2 Milliarden Nutzer. Whatsapp-Gründer Jan Koum erklärte zum Kauf: „Wir fühlen und geehrt und freuen uns, die Partnerschaft mit Mark und Facebook einzugehen„. [Aktualisiert: 20.02.2014, 08:01 Uhr]

Weiterlesen »

Whisper & Secret: Diesen Apps sollen wir unsere Geheimnisse flüstern

Die Smartphone-Apps Whisper und Secret locken Nutzer mit Anonymität, damit diese ihre Geheimnisse veröffentlichen und endlich wieder ehrlich im Netz kommunizieren. Doch wie anonym sind die User wirklich? Vielleicht ist es Facebook, vielleicht ist es die NSA, wahrscheinlich sind es beide zusammen: Angebot als auch Nachfrage nach Privatsphäre und Anonymität berücksichtigenden Internet-Angeboten steigt. Das sind Google-Alternativen wie DuckDuckGo oder Startpage, Verschlüsselungs-Dienste wie PGP oder TOR – oder neuerdings Smartphone-Apps, die den Nutzern Anonymität versprechen, damit sie so offen wie nirgendwo sonst online sprechen können. Die beiden derzeit populärsten sind Secret und Whisper.

Apps fürs Vertrauliche: Whisper und Secret

My girlfriend wants me to pretend to break into her house and rape her.“ – „He broke up with me on Valentine`s Day, the day I was going to announce my pregnancy.“ – „When I look at porn I tend to stare at the female. Does that make me a lesbian?“ Nein, solche Postings liest man bei Facebook, wo Hurra-Meldungen und schöne Urlaubsfotos dominieren, eher nicht. In der Smartphone-App Whisper (gratis für iPhone und Android) aber findet man unzählige solcher Status-Updates. Wer sie geschrieben hat, erfährt man in der Regel aber nicht, denn die App will es den Nutzern ermöglichen, anonym oder unter einem Decknamen zu schreiben. So soll ein Social Network entstehen, in dem die Nutzer frei von sozialem Druck ihre ehrliche Meinung veröffentlichen können, quasi ein virtueller Beichtstuhl. Allerdings einer, bei dem Millionen mitlesen und auch antworten können. Per Chat oder Direktnachricht kann man den anderen Tipps, Ratschläge, Beileid oder auch Häme zukommen lassen. In den USA ist Whisper bei Teenies mittlerweile so populär, dass sich Risikokapitalgeber darum reißen, bei der dahinter stehenden Firma WhisperText LLC von Michael Heyward und Brad Brooks investieren zu dürfen. Gerüchten zufolge soll die App bereits auf 100 Millionen Dollar Marktwert geschätzt werden und pro Monat 2,5 Milliarden Page Views verzeichnen.

Während es bei Whisper stark um die Vernetzung zu Fremden geht, dreht sich die App Secret (gratis für iPhone) darum, anonym Gedanken mit Bekannten zu teilen. Statusmeldungen wie „My hair looks best when I don´t wash it for two days„, „Sometimes I feel alone, even when I´m with people who love me.“ oder „When I see happy couples, I can´t help but want what they have.“ werden anonymisiert an Kontakte aus dem Smartphone-Adressbuch geschickt, die ebenfalls Secret installiert haben. Wer hinter den Postings steckt, bleibt geheim. „Wir haben Secret entwickelt, damit Menschen wieder ehrlich zu sich selbst sein können„, schreiben die Macher Chrys Bader und David Byttow, die zuvor bei Google, Square oder Medium tätig waren. Wie auch bei Whisper sind Venture-Kapitalisten schnell hellhörig geworden: 1,3 Millionen US-Dollar investierten große Namen wie Kleiner Perkins und Google Ventures in Secret.

Wie sicher sind unsere Geheimnisse im Digitalen?

Doch wie geheim sind diese beiden neuen Apps wirklich? Soll man ihnen tatsächlich seine dunkelsten Geheimnisse anvertrauen? Bei Whisper etwa wird sehr wohl die IP-Adresse der Nutzer mitgespeichert, wie Forbes schreibt: Diese wird etwa dafür verwendet, um Trolle sperren zu können, kann aber im Falle des Falles auch an Behörden weiter gegeben werden. Außerdem läuft die Kommunikation von Whisper über die Server von TigerText, weil deren Programmierschnittstelle (API) genutzt wird. Und schließlich arbeitet seit kurzem auch der Blogger Neetzan Zimmerman für die App. Seine Aufgabe ist es, die Posts der Nutzer möglichst viral über Facebook, Twitter und Konsorten im Social Web zu streuen. Immerhin soll mit der App einmal Geld verdient werden, und dann werden zudem Werbe-Netzwerke ins Spiel kommen, die ebenfalls an Nutzerdaten kommen werden wollen. Bei Secret, wo man sich per E-Mail-Adresse anmeldet, sieht es ähnlich aus. Zwar betonen die Macher in einem Blog-Eintrag den technischen Aufwand, den sie zur Anonymisierung der Nutzer betreiben, doch in den Nutzungsbedingungen liest man Gegenteiliges: Die App liest etwa die UDID-Nummer oder die GPS-Position des Smartphones mit, außerdem werde Tracking-Pixel verwendet, um das Nutzungsverhalten zu analysieren.

Wer also seine Geheimnisse den beiden Apps flüstert, sollte nicht von 100-prozentiger Anonymität ausgehen. Gegenüber den anderen Nutzern mag man maskiert bleiben – doch Behörden oder Cyberkriminelle könnten die Identität der User feststellen. Und damit gilt weiterhin: Echte Geheimnisse bleiben nur im Analogen echte Geheimnisse.


 


Weiterlesen »

Aus der Zeitung Libération soll ein soziales Netzwerk werden

Die französische Zeitung Libération soll sich in ein soziales Netzwerk umwandeln, dass Inhalte produziert – der Medienwandel will es so. // von Tobias Schwarz

liberationimage

Am Wochenende haben die Eigentümer der linksliberalen Tageszeitung Libération verkündet, dass die französische Zeitung in ein soziales Netzwerk umgewandelt werden soll, dass „monetarisierbare Inhalte für eine breite Auswahl an Multimedia-Plattform“ produziert. Die Bekanntgabe der Pläne erfolgte einen Tag nach einem Streit der Redaktionen, die einen Rettungsplan für die finanziell angeschlagene Zeitung aufgrund von geplanten Lohnabkürzungen ablehnen.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

10 Jahre Facebook: Was das Social Network alles nicht verändert hat

Facebook Campus (adapted) (Image by Marcin Wichary [CC BY 2.0], via flickr)

Das Online-Netzwerk gilt vielen als Revolution – doch in so manchen Bereichen ist Zuckerbergs Schöpfung gar nicht so einflussreich, wie man denken mag. Morgen, am 4. Februar 2014, wird Facebook zehn Jahre alt. Anlass für viele Medien, zurückzublicken und große Storys über die weltverändernden Dinge zu schreiben, die Mark Zuckerberg zu Wege gebracht hat. Und natürlich muss man festhalten: Das Social Network hat großen Einfluss auf unsere Online-Kommunikation, auf unseren Nachrichten-Konsum auf unsere Privatsphäre und darauf wie Unternehmen Werbung machen und Politiker zum und mit dem Volke sprechen. Doch man muss auch einen Schritt zurückmachen und sich fragen: Was hat Facebook alles nicht verändert? 

1. Die Privatsphäre abgeschafft? Nein.

“Facebook schafft die Privatsphäre ab”, lautet ein Standsatz, und Facebook-Gründer Zuckerberg meinte einst, dass Privatsphäre heute nicht mehr der “sozialen Norm” entspreche. Das ist nicht eingetreten. Spätestens mit dem Bekanntwerden der NSA-Überwachung ist das Bedürfnis nach Datenschutz und Privatsphäre gewachsen: Laut BITKOM-Studie haben sich 82 Prozent aller aktiven Facebook-Nutzer mit den Privatsphäre-Einstellungen ihres Netzwerks beschäftigt, 69 Prozent haben diese auch verändert (unter den 14- bis 29-Jährigen sogar 90 bzw. 77 Prozent). Die wichtigste technische Funktion ist für die Befragten (93 Prozent) das vollständige Löschen von persönlichen Daten. Zudem sprechen Forscher bereits vom so genannten “Chilling Effect”: Internetnutzer zensieren sich gewissermaßen selbst und stellen weniger online als früher. Parallel dazu sehen wir den rasanten Aufstieg der beiden Smartphone-Apps WhatsApp und Snapchat: Erstere erlaubt das Sharen von Informationen in kleinen Gruppen, zweitere hat eine Selbstzerstörungsfunktion für verschickte Bilder und Videos verbaut. Insgesamt gibt es also trotz Facebook ein großes Verlangen nach Privatsphäre – wobei immer zu bedenken ist, dass digitale Tools im NSA-Zeitalter oft nur eine gefühlte Privatsphäre und keine echte bieten können.
 

2. Den Arabische Frühling ausgelöst? Sicher nicht alleine.

Auch vier Jahre nach den Volksaufständen in Tunesien und Ägypten liest man immer wieder noch von einer vermeintlichen “Facebook-Revolution”. Damit misst man dem Online-Netzwerk aber eine zu bedeutende Rolle zu – denn schließlich waren es die Ägypter und Tunesier selbst, die auf die Straße gingen, und E-Mail, SMS, YouTube und Twitter sowie Flugzettel, Blogs und Word Of Mouth darf man auch nicht vergessen. “It’s not a Facebook thing, it’s an Internet thing”, sagte selbst Mark Zuckerberg im Rahmen des e-G8 Internet Forum über den Arabischen Frühling. Außerdem war Facebook nicht unbedingt hilfreich, weil man Wael Ghonim, einem der Betreiber der Facebook-Seite “We All Are Khaled Said”, kein Pseudonym zum Schutz seiner Identität vor den Schergen Mubaraks zugestehen wollte.
 

3. Die eMail abgelöst? Nope.

David Kirkpatrick, Autor des Buches “The Facebook Effect”, war in einem Interview mit mir 2009 felsenfest davon überzeugt, dass Facebook die E-Mail obsolet machen wird. Im November 2010 ermöglichte die Firma dann jedem Mitglied, eine E-Mail-Adresse nach dem Scham max.mustermann@facebook.com anlegen zu können – was einige Beobachter im Silicon Valley dazu verleitete, das Feature als “Gmail-Killer” zu bezeichnen. Schnellvorlauf ins Jahr 2014: Um mich bei Facebook einzuloggen, brauche ich immer noch meine alte E-Mail-Adresse. Und Sie?
 

4. Die Vorherrschaft von Google gebrochen? Noch lange nicht.

Die Facebook-Macher sind seit ihrer Ankunft im Silicon Valley von einem Ziel getrieben: Google zu schlagen. Man wollte das gesamte Web mit einem “social layer” überziehen und grundlegend die Art und Weise verändern, wie Menschen an Informationen gelangen. Allerdings googeln die Menschen heute immer noch (ca. 3 Milliarden Mal pro Tag), während Mark Zuckerberg kürzlich eingestehen musste, dass die hauseigene Suchfunktion Graph Search nicht einmal in der Hälfte aller Fälle funktioniere. Gegen Google mit einem Jahresumsatz von 55,5 Milliarden US-Dollar 2013 nimmt sich Facebooks Umsatz im Vorjahr mit 7,87 Mrd. US-Dollar vergleichsweise klein aus. Auch im Mobile-Bereich geht das Gros der Werbegelder an Google und nicht an Facebook, das immerhin mehr als 50 Prozent seines Umsatzes auf Smartphones und Tablets macht.
 

5. Skype obsolet gemacht? Not.

Wenn so viele Menschen auf einer Online-Plattform kommunizieren, dann ist es naheliegned, ihnen möglichst viele technische Kanäle dazu zu geben. Dachte sich Mark Zuckerberg und führte im Sommer 2011 Videoanrufe (übrigens mit Hilfe von Skype) ein, die Facebook-Mitglieder am Desktop starten können. Die Funktion ist allerdings nicht sehr präsent im Online-Netzwerk, hat sich nicht so richtig durchgesetzt, und die Menschen sagen immer noch “skypen” zum Videotelefonieren. Da sind Apple mit “Facetime” und Google mit “Hangouts” viel näher dran als Facebook, den Videocall-King, der Microsoft gehört, vom Thron zu stoßen.
 

6. Seine Klarnamenpolitik durchgesetzt? Nö.

Der Traum von Mark Zuckerberg, dass einmal alle Menschen mit ihrer echten Identität im Internet unterwegs sind, dürfte sich nicht erfüllen. Twitter, Reddit oder Google+ sind große Plattformen, auf denen Pseudonyme erlaubt sind – wenn auch diese Accounts im Hintergrund auf unterschiedliche Art und Weise an echte, auffindbare Personen geknüpft sind. Auf Facebook selbst gibt es etwa 8 Prozent Fake-Accounts (das sind fast 100 Millionen Accounts), und auch Facebook-eigene Apps wie Instagram oder Messenger kann man mit mit Nickname bzw. ohne Facebook-Account benutzen.
 

7. Die Welt vernetzter und offener denn je gemacht? Leider nein.

Das ambitionierte Ziel, die gesamte Welt auf einer Plattform zu vernetzen, konnte Facebook in seinen ersten zehn Jahren natürlich nicht erreichen. In Deutschland sind 56 Prozent der Internetnutzer Mitglied, in Österreich sind etwa 40 Prozent der Bevölkerung registriert. Ganz zu schweigen von restriktiven Staaten wie China, Iran oder Pakistan, wo das Online-Netzwerk gesperrt ist. Außerdem beschreiben renommierte Buchautoren wie Eli Pariser (“The Filter Bubble”) oder Ethan Zuckerman (“Rewire”) einen gegenläufigen Trend: Anstatt mit der ganzen Welt in Kontakt zu treten, umgeben wir uns in Online-Netzwerken lieber mit Menschen und Informationen, die uns ähnlich sind bzw. zu unseren Meinungen passen. Mit seinen Personalisierungstechnologien trägt Facebook zu dieser Entwicklung bei. Auch offener ist die Welt nicht geworden: Wenn man etwa den Berichten von “Reporter ohne Grenzen” folgt, wird die Zahl der Menschen, die unter Internet-Zensur und -Überwachung leben, von Jahr zu Jahr nicht kleiner, sondern größer. Und wenn man sich die Leaks von Edward Snowden ansieht, dann wird klar, dass Facebook auch ein Tool der Überwacher geworden ist.
 

Image (adapted) “Facebook Campus“ by Marcin Wichary (CC BY 2.0)


 

Weiterlesen »

ShortRead: Facebook zensiert auf Nacktheit setzende Politikkampagne

Facebook löscht ein Nacktfoto der FDP-Jugendorganisation „Junge Liberale“ (JuLis). Diese hatten mit kopierten Protest in 68er-Manier auf die Rolle der FDP als Außerparlamentarische Opposition hinweisen wollen. // von Tobias Schwarz

JuLis

Das Facebook keine nackte Haut in seinem sozialen Netzwerk duldet, ist schon lange bekannt. Im Sommer 2012 löschte das US-amerikanische Unternehmen sogar das Titelfoto des ZEITmagazins, da es einen Penis abbildete. In den USA hat Facebook jetzt auch erstmals politische Inhalte gelöscht, als es eine Sammlung von anarchistischen Inhalten entfernte. Ausgerechnet die Jugendorganisation der FDP ist jetzt das jüngste Beispiel für Facebooks Hausmacht im eigenen Netzwerk. Als Teil der JuLis-Kampagne „Wer hätte gedacht, dass wir mal die Werte der 68er verteidigen müssen?“ veröffentlichte der sich selbst als APO 2.0 bezeichnende liberale Jugendverband ein Foto auf Facebook, auf dem die sieben JuLis-Vorstandsmitglieder die berühmte Aufnahme der „Kommune 1“ aus den 1960-er Jahren nachstellten. Die sieben Nachwuchspolitiker und Nachwuchspolitikerinnen lehnten nackt an einer Wand, mit dem Rücken der Kamera zugewandt. Facebook löschte das Foto. Julis-Chef Alexander Hahn, der selbst nackt auf dem Bild zu sehen ist, äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP entrüstet: „Wir fragen Facebook: Warum wurde unser Bild gelöscht? Ist die Juli-APO etwa zu sexy für Facebook?“ Die JuLis suchen zur Zeit den Kontakt zu Facebook, um eine Antwort auf diese Frage zu bekommen.


Image by Junge Liberale


Weiterlesen »

Global Brain versus Facebook: David gegen Goliath?

Globus_2 (adapted) (Image by Axel Schwenke [CC BY SA 2.0], via flickr)

Bei Global Brain sollen keine oberflächlichen Inhalte, sondern Menschen zum Lösen großer Aufgaben miteinander vernetzt werden. Auch bei diesem sozialen Netzwerk kann man Beiträge posten, bestehende Artikel verlinken, das eigene User-Profil bearbeiten und mit seinen Kontakten chatten. Zusätzlich kann die Seite auch zur Erstellung von Petitionen genutzt werden. Wolfgang Pineggers Portal soll viele sozial engagierte Menschen aus aller Welt zusammenbringen. Deswegen trägt die Plattform auch den Untertitel „The Missing Link“. Zumindest an hochgesteckten Zielen besteht kein Mangel.

Einarbeitung kompliziert

Wer Global Brain das erste Mal benutzt, braucht vor allem eines: viel Zeit zur Orientierung. Im Gegensatz zu anderen Wettbewerbern wirkt das Portal nicht wie ein Abkömmling von Facebook. Dennoch gibt es hier wie bei Zuckerbergs Imperium eine zentrale Schnittstelle, wo sich die Nutzer anmelden. Auf eine dezentrale und somit zensurresistente Infrastruktur haben die Betreiber verzichtet. Die Privatsphäre-Einstellungen wurden bei Global Brain sehr angenehm in einem Menü untergebracht, statt sie wie bei Facebook in den verschiedensten Ecken des Portals zu verstecken. GL Brain-Gründer Wolfgang Pinegger legt höchsten Wert auf die Wahrung der Privatsphäre seiner Nutzer. Auch wenn das Portal ein wenig wie ein Tummelplatz für Macher und Denker wirkt, kann man dort komplett anonym bleiben. Das Geschäftsmodell soll dauerhaft ohne den Verkauf persönlicher Nutzerdaten auskommen. Seit den Veröffentlichungen des Whistleblowsers Edward Snowden hat der Datenschutz oberste Priorität. Das wird auch einer der Gründe sein, weswegen zwischenzeitlich alle Daten von der Amazon-Cloud auf eigene Server verschoben wurden: NSA und andere Geheimdienste sollen außen vor bleiben.

Englischkenntnisse nützlich

Ansonsten merkt man, dass die Website für ein internationales Publikum gedacht ist. Die besten deutschsprachigen Meinungsbilder, die sogenannten Lopinions sind bis zu einem halben Jahr alt. Auch die deutschsprachigen Artikel in der Mitte der Hauptseite wirken nicht mehr taufrisch. Gefällt ein Artikel, kann man sogenannte Gloms verteilen, die man aber vorher erzeugen muss. Besonders empfehlenswerte Artikel kann man sich merken, mit Sternen bewerten oder via Flattr spenden.

Die Testphase des Portals ist abgeschlossen. Täglich wird die Website von etwa rund 15.000 Menschen aus aller Welt besucht. Obwohl achtstellige Investitionen getätigt und weitere Gelder über eine Crowdfunding-Kampagne gesammelt werden, wirkt Global Brain leider noch nicht ausgereift. Von einer intuitiven Benutzung ist man noch weit entfernt. Nutzer von Twitter, Google Plus, Facebook, Xing oder Diaspora müssen sich erst einfinden, wollen sie das Prinzip dieses „Missing Links“ verstehen.

Entscheider sollen die Welt nachhaltiger gestalten

Wer sich zu sozialen Zwecken verknüpfen will, ist bei Facebook falsch. Die meisten Pinnwandeinträge sind eher oberflächlicher Natur. Das dezentrale und somit etwas kompliziertere Diaspora zieht schon eher Personen mit einem Hang zum persönlichen Engagement an. Wer sich mit Linux, dem Lötkolben oder Programmiersprachen auskennt, ist eher bei Diaspora als bei Facebook zu finden. Bis auf die Werbefreiheit und den Datenschutz ist bei Diaspora im Vergleich zu Facebook kein Mehrwert zu entdecken. Twitter hingegen ist ganz anders aufgebaut, dafür sind auch dort viele Meinungsführer zu finden. Die Community von Global Brain wirkt im Vergleich noch kleiner. Und obwohl hier im Gegensatz zu Diaspora die Testphase beendet ist, kann man nur mit viel Mühe einen Mehrwert entdecken. Da nützt es vergleichsweise wenig, dass das Netzwerk in 20 Sprachversionen existiert und rein theoretisch in 230 Ländern genutzt werden kann.

Die erste Runde geht also klar an Goliath. Vielleicht erfindet das Belgrader Team irgendwann für Global Brain ein Killer-Feature, mit dem Facebook nicht mithalten kann. Bis dahin ist mit einer Ablösung des alten Marktführers so bald nicht zu rechnen.


Image (adapted) “Globus_2“ by Axel Schwenke (CC BY-SA 2.0)

Image by Global Brain


Weiterlesen »

Google+: Zwangsbeglückung auf YouTube, Android und Maps

Google zwängt sein Social Network in all seine anderen Dienste hinein, was es nicht unbedingt sympathischer macht – doch bald wird man nicht mehr darum herumkommen. „Why the fuck do i need a google+ account to comment on a video?” Ja, das hat auch YouTube-Gründer Karim Jawed überrascht, dass Google mit seinem neuen Kommentar-System bei YouTube ernst macht und von den Nutzern, die weiterhin kommentieren wollen, verlangt, dass sie ihren Account mit einem Google+-Profil verknüpfen. Der Internetkonzern will so die Qualität der oft rüden Postings verbessern – doch hinter dem Schritt steckt ach wirtschaftliches Kalkül.

 


 

  • Bei YouTube lässt sich ohne Google+-Profil nicht mehr kommentieren.
  • Auch das Betriebssystem Android und Maps werden immer stärker mit Google+ verdrahtet.
  • Der Internetkonzern will Google+ zu einem maximal auswertbaren Mega-Profil machen.

In den bisherigen acht Jahren YouTube-Betrieb ist eine der größten Online-Communities der Welt gewachsen – mehr als eine Milliarde User soll das Video-Portal haben, und die hinterlassen natürlich ihre Spuren. Und zwar nicht nur in Form von hochgeladenen Videos, sondern auch in den Kommentaren unter diesen. Weil bei YouTube bis vor kurzem jeder mit Nickname posten konnte, waren und sich auch viele Trolle unterwegs, die beleidigende, dumme, ja manchmal sogar verhetzende und rechtlich belangbare Postings veröffentlichen. Dem will YouTube-Eigentümer Google jetzt Herr werden: Wer künftig Videos kommentieren will der muss seinen YouTube-Account mit Google+ verknüpfen. Kommentare werden dann personalisiert (jene von Google+-Kontakten oben), und Channel-Betreiber sollen ihre Foren einfacher administrieren können. Zwar darf man seinen Nicknamen behalten, doch im Hintergrund laufen sämtliche Nutzeraktivitäten auf Google-Diensten (von Gmail über Maps bis hin zu Android) in einem Profil zusammen – und in diesem Profil wird der User, ob er will, ziemlich eindeutig identifiziert. In Deutschland etwa stellen Behörden tausende Auskunftsersuchen zu Nutzerdaten an Google – fortan lässt sich so etwa eruieren, welche Gmail-Adresse oder welches Google+-Profil hinter welchem YouTube-Posting steckt.

Zwar kann man natürlich weiterhin einen Google-Account betreiben, ohne eindeutig erkannt zu werden – nur wird das künftig immer schwerer werden. Denn Google zwängt seinen vermeintlichen Facebook-Rivalen Google+ in immer mehr seiner anderen Dienste hinein und will so eine ultimatives Identitätssystem schaffen, das der Nutzer überall verwenden soll. Beim mobilen Betriebssystem Android etwa: Wer hier seine Fotos automatisch in der Google-Cloud (a.k.a. Drive mit 15 GB Gratisspeicher) ablegen will, der braucht natürlich einen Google+-Account. Oder beim Smartphone-Assistenten Google Now, das unter anderem automatisch die Fahrzeit zum Arbeitsplatz oder nach Hause berechnet – da will Google plötzlich, dass man seine Pendlerroute automatisch auf Google+ teilt. Oder bei Google Maps: Wer einen Erfahrungsbericht zu einem Restaurant abgeben will, muss das auf der entsprechenden Google+-Seite tun. Oder eine App im Play Store bewerten – auch hier braucht es – erraten – einen Google-Account. Bald will der Internetkonzern auch die Kontaktlisten auf Android-Smartphones mit Google+ abgleichen – Einträgen werden dann die Google+-Profilbilder automatisch zugeordnet.

Wie die Geschichte weiter geht, ist leicht zu erahnen: Irgendwann wird man jedes Google-Produkt (und davon gibt es viele bestehende und künftig einige neue, man denke nur an Google Glass oder die selbstfahrenden Autos) ausschließlich mit seinem Google+-Account bedienen, und sämtliche Aktivitäten werden schön geordnet zentral erfasst und verarbeitet. Der Internet-Konzern kann so Unschärfen in den Nutzerdaten beseitigen (wer ist bloß dieser thomas6145, der da dauernd auf YouTube kommentiert??) und Nutzungsverhalten aus nahezu allen Lebensbereichen in einem Mega-Profil zusammenführen: Arbeit (Kalender, Gmail, Docs, Suche), Freizeit (YouTube, Blogger, Picasa), mobil (Android, Maps). Google+ ist da natürlich kein Facebook-Rivale im engeren Sinne, weil es weniger dazu dient, lustige Katzenfotos zu posten, sondern ist vielmehr der zentrale Datenhort zu einer bestimmten Person.

Ziel der Übung: Profitmaximierung. Im Quartalsrhythmus muss sich Google (Q3: 12,54 Mrd. US-Dollar Werbeumsatz) ansehen, wie die Werbeumsätze von Facebook wachsen (Q3: 1,80 Mrd. US-Dollar Werbeumsatz) – und sie wachsen vor allem deshalb, weil Facebook derzeit viel genauere Daten über seine Nutzer hat (Demografie, Interessen, Likes, Freunde, Location etc.). Google+ ist zudem unbeliebt, wie jüngst der Fall des RSS-Dienstes Feedly zeigte: Die Umstellung auf ein verpflichtendes Login per Google+-Account löste einen Sturm der Entrüstung bei den Nutzern aus. Für die meisten Nutzer ist Google+ ein reichlich leere Seite im Netz, auf der es kaum einmal etwas Spannendes (abgesehen von starken Nischen) zu sehen gibt – Facebook den Rang abzulaufen, hat Google nicht geschafft.

Doch mit der Vernetzung all seiner Dienste mit Google+ als Rückgrat kommt man dennoch an saftige Daten (Kontakte, Lieblings-Apps, Aufenthaltsort, Musik, Videos usw.) heran – und wer weiß, welche anderen Produkte sich Google zusätzlich zu YouTube und Android dazukauft, die dann auch nur mehr mit Google+-Login funktionieren. Bei WhatsApp, Groupon, Twitter, Flipboard oder Path hat der Suchgigant in der Vergangenheit bereits angeklopft.

 

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 8. November

In unseren Lesetipps geht es heute um soziale Netzwerke für Unternehmen, Microsoft verdient an Android mit, die weltgrößte DNA-Datenbank, Twitters Börsengang und Minecraft. Ergänzungen erwünscht.

  • SOZIALE NETZWERKE t3n: Vorteile und Nachteile von Enterprise-Social-Networks: Es gibt gute Gründe für Unternehmen, sich mit Enterprise-Social-Networks auseinanderzusetzen. Über Vorteile, Nachteile und Plattformen klärt der ehemalige Netzpilot Andreas Weck in einem Beitrag für t3n auf.
  • MICROSOFT Business Insider: Microsoft Earns $2 Billion Per Year From Android Patent Royalties: Die Meldung gehört seit Jahren zu den beliebtesten Artikeln auf Android-Blogs: Microsoft verdient an Androids Erfolg mit, denn das Unternehmen besetzt viele wichtige Patente. Rick Sherlund, Analyst bei Nomura, hat neu ausgerechnet, wie viel Microsoft jedes Jahr an Googles Android verdient: 2 Milliarden Dollar. Eine gute Einnahmequelle für ein Unternehmen, dessen eigene Mobile- oder Game-Produkte eher Geld kosten.
  • DNA G! gutjahrs blog: 23andMe – Besuch beim Google-Klon für Erbgut: Im Silicon Valley hat der Wettlauf um die menschliche DNA begonnen. Ausgerechnet das Startup 23andMe, das eng mit dem Suchmaschinen-Giganten Google verbandelt ist, schickt sich an, die weltgrößte Datenbank für menschliches Erbgut zu errichten. Richard Gutjahr hat das Unternehmen besucht und sich mit Unternehmenssprecherin Catherine Afarian unterhalten. Ein lesenswertes Interview.
  • TWITTER Zeit Online: Twitter startet sein Börsendebüt mit einem beachtlichen Aufschwung: Twitter ist gestern mit einem Kurszuwachs von über 90 Prozent an der Börse in New York gestartet. Gestartet ist die Twitter-Aktie bei 45,10 Dollar, dann stieg sie bis auf 50 Dollar. Bei einem Ausgabepreis von 26 Dollar bedeutet ein Plus von mehr als 90 Prozent in den ersten Stunden. Der Börsengang des Kurznachrichtendienstes ist der größte in der Technologiebranche seit dem von Facebook im Mai.
  • MINECRAFT CNET News: Markus ‚Notch‘ Persson – The mind behind Minecraft: Auf CNET schreibt Nick Statt über Markus Persson, den Entwickler von Minecraft, der sich in nur zwei Jahren von einem Spieleentwickler zu einem Wirtschaftsprominenten entwickelt hat. Mit MInecraft hat er ein Spiel mit hohen Suchtfaktor geschaffen, dass inzwischen als virtuelles Lego bezeichnet wird, doch gleich nach Veröffentlichung hat Persson das Spiel verlassen.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »