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Was ist neu auf Amazon und Netflix? – Streaming-Tipps für den Januar 2018

Browsing Netflix Streaming (adapted) (Image by Charles Deluvio [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Neues Jahr, neuer Monat, neue Streaming-Titel! Zur besseren Übersicht fassen wir euch die sehenswertesten Titel zusammen, die im Januar 2018 über eure Bildschirme flimmern könnten.

Disney-Invasion auf Netflix

Beim Streaming-Dienst Netflix ist der Januar 2018 auffällig Disney-lastig. Mit dabei sind Klassiker der 90er und frühen 2000er wie Hercules und Lilo & Stitch, die jeweils schon ab dem 1. Januar starten. Die Monster Uni ist das Prequel zu Die Monster AG und ab dem 3. Januar zum Streamen verfügbar. Auch über die Neuauflage des Klassikers Das Dschungelbuch aus dem Jahr 2016 können sich Netflix-Nutzer ab dem 18. Januar freuen. Von der Kino-Leinwand direkt zum Streaminganbieter springt am 12. Januar zudem der Die Eiskönigin-Kurzfilm Olaf taut auf, der erst noch vor Disneys Coco im Kino lief. Damit kommen kleine und große Disney-Fans im Januar also voll auf ihre Kosten!

Serienhighlights bei Amazon Prime Video

Auf Amazon Prime Video wirds diesen Monat vor allem für Serien-Fans interessant. Allen voran steht das Amazon Original Mr. Robot, dessen 3. Staffel am 15.01 Premiere feiert. Die Serie handelt vom IT-Sicherheitsspezialisten Elliot, der unter einer Persönlichkeitsstörung leidet und für eine anarchistische Hackergruppe rekrutiert wird.

Science-Fiction-Fans, vor allen denjenigen, denen schon Black Mirror gefallen hat, sollten ab dem 12. Januar einen Blick auf Philip K. Dick’s Electric Dreams werfen. Die britische Anthologie-Serie basiert auf Kurzgeschichten von Science-Ficiton-Autor Philip K. Dick, dessen Geschichten auch schon Werke wie Blade Runner, Total Recall, Minority Report oder – ein weiteres Amazon Original – The Man in the High Castle inspirierten.

Mit der Horror-Serie The Exorcist holt sich Amazon Prime einen Fox-Serienerfolg ins Boot. Wie der Titel schon verrät, basiert die Serie auf dem Buch von William Peter Blatty mit dem gleichen Namen und stellt eine Fortsetzung zum Film aus dem Jahr 1973 dar. Ab dem 23. Januar zeigt Amazon die viel gelobte Horror-Serie in Deutschland.


Image (adapted) „Browsing Netflix“ by Charles Deluvio (CC0 Public Domain)

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Barrierefreies Kino: Die Technologie von Greta & Starks macht’s möglich

StarksGlassGirl (adapted) (Image by Greta & Starks)

Ins Kino zu gehen ist für die meisten von uns eine ganz normale Freizeitbeschäftigung. Worüber wir uns dabei wahrscheinlich kaum Gedanken machen: In Deutschland allein gibt es über eine Million sehbehinderte und etwa 80.000 gehörlose Menschen, die das nicht können. Das Berliner Unternehmen Greta & Starks hat dafür eine clevere Tech-Lösung entwickelt.

Zwei Apps und das eigene Smartphone machen Inklusion möglich

Mit zwei kostenlosen Apps, Greta und Starks, wird für blinde und gehörlose Filmfans damit das Kinoerlebnis endlich barrierefrei. Greta bietet blinden Gästen die passenden Audiodeskriptionen zu einem Film, Starks spielt spezielle Untertitel für gehörlose Besucher ab. All das passiert auf dem eigenen Smartphone oder Tablet, sodass Nutzer auf keine spezielle Technologie oder große Geräte angewiesen sind. Über eine Audioerkennungssoftware werden die Audio- und Tonspuren des Filmes im Kino mit den Fassungen auf der App synchronisiert.

Nutzer wählen dafür über die App einen aktuellen Kinofilm. Nur die Filme, die in der App aufgelistet werden, gibt es mit Audiodeskriptionen oder Untertiteln. Im Kino müssen die User lediglich den passenden Film über die App aufrufen und es werden dann automatisch die Audiodeskriptionen oder die Untertitel abgespielt. Für blinde Filmfreunde reichen also ein Paar Kopfhörer und das Smartphone, um den Film verfolgen zu können. Gehörlose Gäste sehen die passenden Untertitel gleichzeitig zur Handlung auf der großen Laufwand auf ihrem eigenen Smartphone. Eine große Bereicherung, wie die betroffene Community findet.

Sinnesbeinträchtigte Kinofans können so in jeden verfügbaren Film zu jeder Zeit gehen, ohne dass es für sie einen großen Aufwand bedeutet. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Kinoerlebnis damit wirklich inklusiv wird. Es muss keine getrennten Vorführungen mehr geben. Alle – Menschen mit Sinnesbeinträchtigungen und Menschen ohne – können gemeinsam den gleichen Film anschauen.

Fast 300 Filme im Angebot

Seneit Debese Profilfoto (Image by Seneit Debese)
Die Geschäftsführerin von Greta & Starks, Seneit Debese. Image by Seneit Debese

Das war von Anfang an ein großes Anliegen für Gründerin Seneit Debese. Sie arbeitete vor Greta & Starks selbst in der Filmbranche und lernte beim Drehen einer Reportage eine blinde Läuferin kennen. Als diese sagte, dass eine der größten Einschränkungen in ihrem Alltag sei, dass sie nicht mit ihren nicht-blinden Freunden ins Kino könne, war die Idee für Greta & Starks geboren. Seit 2013 gibt es das Unternehmen offiziell, „die kleine Firma mit einer großen Vision”, wie Debese es im Interview mit den Netzpiloten ausdrückt.

Damit hat sie gar nicht so Unrecht. Denn bevor es Greta & Starks gab, war es für Menschen mit Sinnesbeinträchtigungen in Deutschland sehr schwierig, überhaupt Kinofilme zu sehen. Die meisten Verleihe boten keine geeigneten Fassungen an und wenn, dann sehr spärlich über das Jahr verteilt. Zwar gibt es regelmäßige Filmveranstaltungen wie etwa im Kleisthaus in Berlin. Doch auch diese beschränken sich auf wenige Ereignisse im Jahr und Besucher können sich die Filme nicht selbst aussuchen.

Greta & Starks hat aktuell knapp 300 Filme im Programm, vom Kinderfilm über die Komödie bis hin zu Blockbustern wie den aktuellen Teil von Star Wars. Im Angebot sind aber nicht nur aktuelle Kinofilme, sondern auch spezielle DVD-Fassungen für den Filmabend daheim. Das ist wahrscheinlich aktuell das Angebot mit der größten Bandbreite. Das Unternehmen wird von den Filmverleihern dafür bezahlt, die speziellen Fassungen für sinnesbeinträchtigte Menschen auf ihre App zu stellen. Das ist das Geschäftsmodell und Haupteinnahmequelle des Unternehmens.

Neues Headset soll Kinoerlebnis weiter verbessern

In diesem Jahr hat das Unternehmen damit sogar den Publikumspreis beim KfW Award Gründen gewonnen. “Ich wollte schon immer etwas machen, dass wirklich sinnvoll ist und ein echtes Problem löst – und nicht einfach die hundertste Shampoosorte verkaufen. Ich freue mich wirklich, dass wir mit unserer Arbeit so vielen Menschen helfen können”, sagt Debese.

2017-03-03 Starks App Smartphone EN (adapted) (Image by Greta & Starks)
Image by Greta & Starks

Voraussichtlich im kommenden Sommer will Greta & Starks das inklusive Kinoerlebnis auf die nächste Stufe heben. Dazu hat das Unternehmen ein spezielles Headset entwickelt das vor allem gehörlosen Kinogängern zugute kommt. Durch ein spezielles Sichtfenster werden die Untertitel damit direkt vor der Leinwand erscheinen. So müssen gehörlose Zuschauer nicht mehr zwischen ihrem Smartphone und dem Bildschirm hin und her wechseln, sondern können sich entspannt zurücklehnen.

Das Headset kann zwar auch direkt von den Nutzern gekauft werden, wenn gewünscht. Doch grundsätzlich soll es als kostenloser Service im Kino zur Verfügung stehen: „Unsere Idee ist es, dass die Kinobetreiber das Headset kaufen, damit Besucher es, wie auch unsere anderen Angebote, weiterhin kostenlos nutzen können”, sagt Debese.

Greta & Starks soll inklusiv wie der Pizzaschneider werden

Ende des Jahres soll der Prototyp in die Testphase gehen. Im Januar 2018 möchte das Unternehmen eine Crowdfunding-Kampagne dazu starten. Greta & Starks erhält zwar auch Fördergelder für die inklusive Technologie, die Lage könnte aber deutlich besser sein, findet Seneit Debese. „Es gibt in Deutschland zu wenig Förderung für inklusive Technologie. Gerade für Unternehmen ist es nicht so leicht, Unterstützung zu bekommen. Ich würde mir wünschen, dass es an der Schnittstelle zwischen inklusiver Arbeit und Technologie mehr Fördertöpfe geben würde.”

Dies gilt vor allem, weil Debese nicht ausschließt, dass ihre Technologie auch für andere Zwecke genutzt werden kann. So soll das Headset in Zukunft nicht nur Untertitel für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen einspielen, sondern auch für anderssprachige Gäste. Das könnte zum Beispiel ausländischen Studenten zugute kommen, die in Deutschland einen Film im Kino anschauen wollen. Oder auch Deutschen, die im Ausland einen Film in der Originalsprache schauen und dann Untertitel einspielen können.

„Ich möchte, dass Greta & Stark irgendwann so wird wie der Pizzaschneider”, sagt Debese. Dieser wurde ursprünglich als Inklusionshilfsmittel erfunden, um Menschen mit Handicaps das Schneiden der Pizza zu erleichtern. „Heute nutzt fast jeder diesen Pizzaschneider, ohne darüber nachzudenken. Es hilft allen, Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne. Das ist wirklich Inklusion und das würde ich gerne auch mit unserer Technologie erreichen.”


Image by Seneit Debese

Headphones and Phone: Greta & Starks


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Von Zelluloid zu Gigabyte – Digitalisierung im Kino

projektor-image-by-lisa-kneidl

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie in Kooperation mit Microsoft, die sich mit der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen auseinandersetzt:


In meiner kleinen Heimatstadt gab es jahrelang ein charmantes kleines Kino, das Ring Theater, das noch bis zuletzt den großen Kinoketten trotzte. Reserviert hat man noch mit dem Telefon, beworben wurden vor dem Film nur regionale Gewerbe und Produkte (die Naabecker Werbung ist in der Region nahezu legendär) und die Kinokarte hat noch die etwa 90-jährige Großmutter des Familienbetriebs abgerissen. Doch die Digitalsierung hält in allen Branchen Einzug, so natürlich auch im Film und Kinobetrieb. So musste auch das Ring Theater einer großen Kinokette weichen, die sich als Betonklotz direkt ins Herzen der Stadt niedergelassen hat.

Schneller, besser, weiter ist die Digitalisierungs-Devise. Prozesse sollen vereinfacht werden, Kommunikation erleichtert und alles möglichst gewinnfördernd und nah am Kunden vermarktet werden. Aber wie viel Digitalsierung ist gut? Was sind Chancen und was eher Probleme? Will man Digitalisierung auch in allen Bereichen oder geht dadurch etwas verloren? Solche und ähnliche Fragen stellen wir uns bei den Netzpiloten in unserer Artikelreihe zum Thema „Digitalisierung in kleinen, mittelständischen Unternehmen“ (KMUs). Zuhause sind wir in der Schanze, dem charismatischen Szene-Herzen Hamburgs, weswegen es auch unser Anliegen ist, die kleinen sympathischen Unternehmen zu portraitieren.

Die Nähe zum Kino soll nicht verloren gehen

Ein Schanzen-Urgestein ist das 3001 Kino. Im Herzen der Schanze liegt das kleine Ein-Saal-Kino beinahe verborgen in einem Hinterhof nicht weit von der U-Bahn-Station Sternschanze entfernt. Seit 1991 hält es im Schanzenhof die Stellung und hat auch nicht so schnell vor, den großen Kinoketten klein bei zu geben.

Das 3001 Kino im Schanzenhof

„Was unser Kino von vielen andern Kinos unterscheidet ist zum Beispiel, dass wir noch selbst auf „Start“ drücken, dass wir den Vorhang noch selber fahren, da haben wir halt nicht komplett digitalisiert, sondern die Projektion starten wir tatsächlich noch selbst. Bei uns muss man noch vorführen können und es wird nicht alles vom Computer gesteuert.“

Das 3001 Kino fährt bewusst einen Gang zurück. Digitalisierung kann in vielen Anwendungsbereichen nützlich sein, aber sie ist auch nicht in allen Bereichen notwendig. Ramona Rodriguez, die gute Seele des Kinos und ihre Kollegen schätzen den Film, lieben Kino und ihren Beruf des Filmvorführers – und dieser soll nicht aussterben.

Ramona beschreibt sich selbst als „Mädchen für Alles“ im 3001

Ja zur Digitalisierung… mit Vorbehalt!

Wie digital kann ein kleines, charmantes Programmkino also sein, ohne diesen Charme zu verlieren? Das 3001 Kino scheint sich noch gegen Digitalisierungsprozesse zu wehren, sie sind eben „Querköpfe“, wie Ramona sagt. Die Kassen, Reservierungen und das Ticketsystem sind alle noch ganz analog auf Papier.

Seit vier Jahren laufen Filme statt auf Zelluloid jetzt über spezielle Server, mit bis zu drei Gigabyte pro Filmminute. Das erleichtert vor allem das Vorführen von Filmen mit Untertiteln, denn das 3001 zeichnet sich vor allem durch sein weitläufig internationales und nicht-englischsprachiges Programm von Filmen im Originalton aus. „Das ist alles mehr oder weniger bundeseinheitlich passiert, weil die Verleiher irgendwann angefangen haben die Filme nicht mehr auf 35mm herauszugeben, sondern nur noch digital und dann mussten wir mitspielen sozusagen. Wir sind da aber trotzdem ein bisschen ein besonderes Kino, weil wir nicht die klassische Server-Lösung haben.“

Gemeint sind die beinahe bundeseinheitlichen Sony-Server, das 3001 hat sogenannte Ropa Server, an denen sie noch „selbst herumschrauben können“. Sony schickt ihnen deswegen auch keine Filme, was aber auch kein Defizit für das ausgewählte Programmkino darstellt.

Das klassische Ticket-System
Reperatur einer altern 35mm Zelluloid-Filmrolle

Chancen sehen sie vor allem auch im Bereich der Social-Media-Präsenz und dem Kundenmanagement. Seit einem Monat hat das Lichtspielhaus deswegen auch eine hauseigene „Social-Media-Beauftragte“, die das Engagement mit den Kunden steigern soll und so mehr Traffic und Aufmerksamkeit für das Kino generieren soll. Auch durch die Umstellung von der Monats- zur Wochen- und Tagesplanung des Filmprogramms haben sich die Seiten-Zugriffe innerhalb eines Monats verdoppelt. In Zeiten von täglichem Informationsfluss brauchen die Nutzer die Infos eben tagesaktuell, je schneller und vereinfachter, desto besser. Auf dem Digitalisierungs-Schirm haben die Cineasten jetzt deswegen vor allem die Optimierung und Smartphone-Tauglichkeit der Website und zielgruppenorientierter auf ihren Social-Media-Plattformen zu arbeiten.


Images by Lisa Kneidl


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CinemaConnect: Barrierefreies Kino für alle

Die kostenlose Applikation CinemaConnect von Sennheiser gibt es für Apple und Android und macht barrierefreies Kinoerlebnis für Sinnesbehinderte möglich. Mit ihr sind Audiodeskription, personalisierte Hörunterstützung sowie Untertitel über das eigene Smartphone in Echtzeit abrufbar. Ein Service, der Millionen Menschen anspricht: allein in Deutschland leben 1,2 Millionen mit Sehbehinderung oder Blindheit und etwa 15 Millionen mit Schwerhörigkeit.

Barrierefreies Kulturangebot

Auf dem Dubai Film Festival traf ich Jörn Erkau, Manager von Global Sales CinemaConnect, und sprach mit ihm über sein Engagement für mehr Inklusion in der Gesellschaft: „Uns ist es wichtig, auf das Thema der Barrierefreiheit aufmerksam zu machen und technische Lösungen bereitzustellen. Hör- oder Sehgeschädigte sollen genauso ins Kino, Theater oder auch zu einem Fussballspiel gehen können. Wir möchten Kultur einfach allen zugänglich machen.“

Mit seinem Kollegen Simon Edeler ist der 50-jährige weltweit unterwegs, um Kunden für das Streaming System CinemaConnect zu finden. Um ein Kino barrierefrei zu gestalten, muss ein sogenannter Streaming Server (ConnectStation) und ein spezifischer WLAN-Router (Acces Point) eingebaut werden, erklärt Erkau: „CinemaConnect ist ein Audio-Übertragungssystem auf WLAN-Basis. Wir greifen anhand unseres Servers, der nicht größer als ein DVD-Player ist, die Tonspuren und Untertitel vom Kinoserver ab und übertragen diese über WLAN auf das Smartphone des Kinogängers.“

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Jörn Erkau by Maren Méheust

Diese Inhalte werden seit der Digitalisierung in allen Kinos zur Verfügung gestellt. Die Schnittstelle ist also da, bis jetzt fehlte nur der Übertragungsweg zum Abnehmer. Zwar können in manchen Kinos Empfänger zur Hörunterstützung geliehen werden, doch gestaltet es sich per Smartphone viel einfacher und auch mit eigenen Kopfhörern hygienischer.  Außerdem entfallen für den Veranstalter jegliche Kosten für die Bereitstellung, den Verleih und die Wartung von Geräten. 

Mit der Plattform „culture inclusive“ informiert Sennheiser bereits, wo deutschlandweit barrierefreie Kulturangebote zu finden sind. Auf der interaktiven Deutschlandkarte kann nach Angeboten für Seh- oder Hörbehinderte geschaut werden.

Personalisierte Assistenz

Wenn ein Kino das Streaming System CinemaConnect installiert hat, muss der Nutzer nur noch die kostenlose Applikation herunterladen und sich im Kinosaal mit dem WLAN verbinden. Je nach Sinnesbehinderung stellt Sennheisers Applikation vier unterschiedliche Kanäle zur Verfügung: „Ich kann nicht nur Hörunterstützung oder Audiodeskription anfragen, sondern auch die französische oder englische Fassung des Films“, erklärt Erkau, der sich schon früh als Musiker und mit seiner Soundcom GmbH die Arbeit mit Ton zum Beruf gemacht hat.

Dabei geht die Applikation auf die persönlichen Bedürfnisse des Nutzers ein: „Wenn ich zum Beispiel eine Hörbehinderung bei den höheren Frequenzen habe, kann ich das per App nachjustieren und nur diese auf meinen Kopfhörern lauter stellen. Dafür hat Sennheiser in Unterstützung mit Fraunhofer spezielle Algorithmen entwickelt, um die Sprachverständlichkeit zu verbessern, die dann grafisch auf dem Smartphone übersetzt werden – dem sogenannten ‚personal hearing assistant‘.“ Bei Gehörlosigkeit können mit der Applikation Untertitel auf dem Smartphone mitgelesen werden. Außerdem bietet CinemaConnect auch das Abrufen mehrsprachiger Untertitel an, was zeigt, dass die App nicht nur Inklusion im Fokus hat.

Jörn Erkau stellte mir auf der Messe auch den Prototypen einer Untertitel-Brille vor, die bald das Mitlesen der Untertitel durch Projektion auf den unteren Rand der Leinwand für den Nutzer noch vereinfachen soll.

Anders gestaltet es sich bei Sehbehinderungen: „Wenn man blind ist, hört man zwar alles, sieht aber nicht, was auf der Leinwand passiert. Genau das übernimmt dann die Audiodeskription, die mit einem Ohr mitgehört werden kann. In jedem Audiodeskriptionstream arbeiten sehende und blinde Redakteure zusammen. Die Sehenden beschreiben die Geschehnisse so lange, bis sich das Bild mit dem des Blinden deckt.“

Individualisierte Inhalte sind die Zukunft

In Deutschland sind bereits 20 Kinos mit CinemaConnect ausgestattet. Ebenso in Finnland und Dänemark. In den USA laufen derzeit zwei Demo-Installationen und Korea meldete auch bereits Interesse. Ihre Welttournee führte Erkau und Edeler bis nach Dubai, wo sie großes Potential sehen: „Bei unserer Recherche sind wir auf die EXPO 2020 gestoßen, die auch mit den Themen Inklusion und Zugänglichkeit wirbt. Außerdem ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Technikaffinität sehr groß und es gibt über 1600 Kinosäle in der Region.“

Mit CinemaConnect reagiert Sennheiser für Simon Edeler auf eine Entwicklung der Gesellschaft: „Heutzutage werden Inhalte immer mehr individualisiert konsumiert – das sieht man schon beim Fernsehen. Kaum jemand nutzt noch das lineare Angebot, wenn man per Internet selbst bestimmen kann, wann man was sieht. Mit unserem System habe ich die Möglichkeit, ins Kino zu gehen, ein soziales Ereignis zu teilen und trotzdem individualisierte Inhalte abzurufen – sei es mit Fremdsprachen oder Hör- bzw. Sehunterstützung.“

Die nächsten Besuche in den Städten der Welt sind schon geplant, bei der die beiden weiterhin auf Messen und Festivals für ein barrierefreies Kulturangebot werben.


Image „red“ by Mezenmir (CC0 Public Domain)


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„Inferno“-Review: Sorgen jetzt die Milliardäre für soziales Gleichgewicht?

Inferno (Image via Columbia Pictures)

Mit „Inferno“ kommt nach „The Da Vinci Code – Sakrileg“ (2006) und „Illuminati“ (2009) nun die dritte Verfilmung von Dan Browns Bestsellerromanen ins Kino. Wieder mit dabei: Tom Hanks. Mit ihm gehen wir in dem historisch angehauchten Thriller auf Schnitzeljagd. Ich habe mich einen ganzen Tag lang auf die Spuren von Tom Hanks begeben und dabei auch gleich noch die Frage geklärt, wie relevant der neue Film für unsere heutige Zeit ist.

Kann ein Einzelner wirklich wissen, was unserer gesamten Gesellschaft fehlt und was ihr gut tut? Eigentlich will man doch diese Frage sofort wild kopfschüttelnd verneinen. Wie anmaßend! Und irgendwie auch völlig weltfremd. Ja, und der Böse in „Inferno“ wirkt tatsächlich erst einmal ziemlich unecht. Bertrand Zobrist (Ben Foster) ist so ein Typ, der wohl kaum seinen Kontostand auswendig weiß. Dafür hat er viel zu viel Geld auf der hohen Kante. Ein Milliardär halt. Trotz seiner privilegierten Stellung fällt ihm nichts Besseres ein, als eine sektenartige Anhängerschar um sich zu sammeln und zu planen, einen tödlichen Virus auf die Welt loszulassen. Ganz schön rückständig, oder?

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Zumindest sieht das so aus, wenn man sich im Gegensatz dazu die Elon Musks und Mark Zuckerbergs dieser Welt anschaut, die ihr fettes Einkommen für das heißeste High-Tech-Gedöns sinnvoll einsetzen und damit auf eine bessere Zukunft hinarbeiten.

Schon klar, dass dann im Film Tom Hanks, alias Robert Langdon, mit so einem veralteten Beruf wie Symbologe zu Rate gezogen werden muss. Der soll nämlich die Zeichen deuten, die der ebenso althergebrachte Tyrann hinterlassen hat. Erster Ansatzpunkt: Ein Gemälde aus dem 14. Jahrhundert, das die Vorstellungen des italienischen Philosophen Dante abbildet. Erste Erklärung: Böse Seelen müssen bestraft werden.

Und da sind wir schon bei einem kritischen Punkt in unserer Zeit. So ein paar Typen, die sich mit was auch immer eine goldene Nase verdient haben, meinen plötzlich, Dinge besser zu wissen. Durchdachte Investments und kluge Entscheidungen haben sie zu den Mega-Verdienern gemacht und nun muss gleich die ganze Menschheit nach ihrem Vorbild umgestülpt werden. Das ist echt anmaßend. Vielleicht hätte es doch einfach noch eine weitere Villa mit XXL-Pool auf Mali getan?

Regisseur Ron Howard will in der Tat mit „Inferno“ ein Zeichen setzen. Auf der Berliner Pressekonferenz erzählt er, wie wichtig es für ihn ist, mit seiner Kunst auch das Problem der Überbevölkerung anzusprechen, die die Lebensmittel- und Lebensraumverknappung mit sich bringt. Sein Cast, der mit auf Promotour ist – Tom Hanks, Omar Sy und Felicity Jones sowie auch Buchautor Dan Brown – nickt ernsthaft. Ein schöner Ansatz, aber am Ende ist doch viel zu wenig echte Kritik im Film gelandet. Das knapp zweistündige Werk ist Popcornkino mit düsterer Note. Ein Abklatsch der Vorgänger, bei dem die weibliche Hauptrolle wieder einmal viel unnahbar bleibt. Ganz richtig betont Howard aber, dass wir in einer Vakuum-Zeit leben, in der viele Fragen aufgeworfen werden, aber keine Antworten geliefert werden.

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Der Film möchte auch wirklich nichts beantworten. Er möchte nicht mal anecken. An den heiklen Stellen macht er Rückzieher. Die blutrünstigen Visionen Langdons sollen die Rolle von wahrhaftigen Meinungen übernehmen. Der Milliardär, der eigentlich auch nur ein besorgter Bürger mit etwas extremeren Maßnahmen ist, wird zwar im Laufe des Films auseinandergenommen, doch es fehlt schlussendlich die Moral. Was machen wir nun mit all dem Gesehenen? Verstehen wir nun Dante besser? Irgendwie auch nicht. Und den Starrummel um Tom Hanks schon gar nicht.

Vielmehr kommt bei mir die Frage auf, warum es noch keinen satirischen Kinofilm über den ganzen Presserummel, der um Filmneuerscheinungen gemacht wird, gibt. Der Tag der Deutschlandpremiere von „Inferno“ war wieder so ein Tag, an dem mir dieser Gedanke in den Sinn kam – insbesondere, als ich nach der Pressekonferenz auch noch bei 8 Grad in der Mitte des Berliner Sony Centers stehe: Ein abgetrennter Bereich mit muskelbepackten Sicherheitspersonal, um mich herum wahnsinnig viele Menschen mit Spiegelreflexkameras, Eddings und Bildern von Tom Hanks. Sie schreien, als sie den Hollywoodschauspieler sehen. Journalisten, die sich brav am Roten Teppich aufgereiht haben, wollen seine Meinung zum Weltgeschehen wissen.

Und der Hanks? Der berichtet munter, dass er immer Google offen habe, wenn er die Romane von Dan Brown lesen müsste. Nur so könne er sichergehen, dass er auch alles verstehe. Aber seitdem er die Rolle spiele, sei er ein besserer Dinner-Gast, da er so viel unnützes Wissen angesammelt habe. Was für ein herrliches Blabla, das selbst ich nun eifrig wiedergebe. Aber vielleicht sollten wir noch einmal überdenken, wen wir zukünftig anhimmeln wollen?


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Oliver Stones ‚Snowden‘ – ein Abbild des Internet-Sicherheitsstaates?

camera(image by staffordgreen0[CC0 Public Domain] via Pixabay)

Der neue Film über Edward Snowden, den Mann, der geheime Dokumente über eine umfassende Spyware der US-Regierung veröffentlichte, ist seit wenigen Tagen in den Kinos zu sehen. Damit setzte sich erneut eine Debatte um seine Person in Gange – inklusive einer erneuten Anfrage bei Präsident Obama, ihn zu begnadigen. Aber, wie auch Snowden selbst vielleicht sagen würde, was uns zum Innehalten bewegen sollte, ist die Macht der Geheimdienste der Regierung.

Das Ausmaß ihrer Fähigkeiten, Kommunikation abzufangen und Informationen zu sammeln, ist dabei verblüffend: Snowden stellt die Überwachungssysteme der NSA bloß, die kaum auf den Erhalt der Privatsphäre der Bürger ausgelegt ist, und die doppelzüngigen Aussagen der NSA über ihre Aktivität. Der Film erzählt Snowdens Geschichte in einer etwas dramatisierten und fiktionalisierten Art und Weise – von seinem Militärtraining über seine krankheitsbedingte Entlassung bis hin zu seiner Arbeit im Geheimdienst. Dem Laien liefert er einen Einblick darin, wie die Regierung die moderne Kommunikationstechnologie nutzt.

Der Film bietet keinen differenzierten Einblick in die Gründe, warum Geheimdienste tun, was sie tun. Er liefert auch keine Information darüber, was die Geheimdienste anderer Staaten machen. Die Darstellung der verwendeten Technologie und des Aufwands, den die US-Regierung betreibt, um Whistleblower festzunehmen, ist jedoch ziemlich präzise.

Sammeln: ja – begutachten: nein

Der Film greift drei verschiedene Aspekte der NSA-Aktivitäten auf: Datensammlung, Datenanalyse und die rechtliche Grundlage für Überwachung. Er zeigt auch ziemlich deutlich die Systeme der NSA auf, die große Mengen an Daten aus dem ganzen Land sammeln über direkte Verbindungen zur den großen Telefon- und Internetfirmen wie AT&T, Verizon, Google, Microsoft und Facebook. Was der Film suggeriert ist aber, dass die Daten aller Bürger nicht nur gesammelt werden, sondern er zeigt – fälschlicherweise – auch, dass die Bürger auch ständig unter Beobachtung stehen.

Wenn man die Menge an Kommunikation und die sich ständig verändernden Bedrohungen von außen bedenkt, ist auch verständlich, dass die Geheimdienste nicht auf jede Spur in Echtzeit anspringen können. Mit ihrem Programm PRISM sammelt die NSA Daten über jede Bürgerin und jeden Bürger – ihre E-Mails, ihren Suchverlauf, Aktivitäten auf sozialen Netzwerken, Aufzeichnungen von Sprach- und Video-Chats, Telefonanrufe, Textdokumente, Bilder und Videos.

Statt den immensen Datenstrom zu überwachen, werden die Daten archiviert, um später nach relevanter Information suchen zu können, wenn neue Hinweise hereinkommen und Ermittlungen beginnen. Der Film zeigt diesen klaren Unterschied zwischen der Möglichkeit und der tatsächlichen Umsetzung der Beobachtung jedes Bürgers nicht auf.

Data Mining vereinfachen

Der Film zeigt auch das XKeyScore-System, das auf alle gesammelten Daten zugreifen kann. Die Informationen, die Snowden enthüllt hat, beinhalten auch Details in die Funktionsweise von XKeyScore, das die massiven Datenmengen im Hinblick auf Verbindungen zwischen Menschen, Sprachmuster und noch viele weitere Parameter analysieren kann. Im Film finden die Analysten, die XKeyScore nutzen, immer sehr schnell und einfach, wonach sie suchen – die Eingabe eines Namens oder einer E-Mail-Adresse reicht aus.

In Wirklichkeit ist Data Mining viel anspruchsvoller, besonders, wenn man es mit so einer großen Datenmenge zu tun hat wie die NSA. Eine große Menge harmloser Daten schirmt die kleine Menge an verwendbaren Daten ab. Data Mining kann helfen, die große Fülle an Informationen auf kleinere Mengen herunterzubrechen. Aber nur menschliche Analysten – und keine computerbasierte Suche – sind der Schlüssel zur Auffindung relevanter Datensätze. Regeln und Beschränkungen beschränken den Zugang zu dieser Information. Was die Analysten machen, wird genau überwacht.

Außerdem sind wirklich gefährliche Personen vorsichtig damit, ihre Spuren zu verwischen – sie verwenden temporäre E-Mail-Adressen und starke Verschlüsselungen. Auch das beschränkt die Möglichkeit des Data Minings.

Was sagt das Gesetz?

Der Film transportiert, dass die von der NSA verwendeten Programme illegal sind. Die Programme sind mit Sicherheit kontrovers, die Gesetzmäßigkeitist unklar. Der Foreign Intelligence Surveillance Act (Geheimdienst-Überwachungsverordnung für das Ausland) von 1978 gibt rechtliche Prozeduren für physische und elektronische Überwachung und die Sammlung von Kommunikationsdaten zwischen ausländischen Einrichtungen und ihren Agenten in den USA vor. Es ermöglicht auch die Überwachung von amerikanischen Staatsbürgern und Personen, die ihren permanenten Wohnsitz in den USA haben, sofern diese der Spionage oder des Terrorismus verdächtig sind. Während die Verordnung gedacht war, um Daten von Einzelpersonen zu sammeln, rechtfertigt die NSA damit ihre Macht, massenweise Daten zu sammeln und zu analysieren.

Ein paar Bundesgesetze wurden nach Snowdens Enthüllungen geändert – in manchen Fällen wurden sogar rückwirkend Praktiken, die illegal gewesen wären, legalisiert. Die NSA selbst veränderte ihre Programme aufgrund des Aufschreis gegen sie, der nicht nur durch die Öffentlichkeit, sondern auch durch den Kongress ging. Als Resultat von Snowdens Enthüllungen hat die NSA aufgehört, massenweise Daten aus Telefongesprächen zu sammeln. Weiterhin haben sie die Überwachung ihrer ausländischen Verbündeten eingeschränkt. Die NSA bot dem Kongress auch eine erhöhte Transparenz bezüglich einiger ihrer Aktivitäten an und reduzierte die Speicherdauer der Informationen.

Der internationale Kontext

‚Snowden‘ gibt Details der Kooperation der NSA mit anderen Geheimdiensten preis und erzählt von der Überwachung ausländischer Staatsoberhäupter, wie der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel oder der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff. In Wirklichkeit ist es so, dass jedes Land geheime Informationen über andere Länder herauszufinden versucht, um am internationalen diplomatischen Parkett einen Vorteil zu haben – sowohl mit Freunden als auch mit Feinden.

Snowdens Enthüllungen werden es dem US-Geheimdienst, nicht aber den Geheimdiensten anderer Länder erschweren, diese Art von diplomatischer Überwachung weiter durchzuführen. Die Aufmerksamkeit der Welt auf die US-amerikanischen Spionagetätigkeiten hat auch der Überwachung in weniger demokratischen Ländern wie China und Russland Tür und Tor geöffnet.

Gibt es überhaupt noch echte Privatsphäre?

Die Auswirkungen der publik gemachten Information war enorm – sowohl für die US-Regierung als auch für Snowdens Privatleben. Seit der Enthüllungen kam er in Russland unter – aber nur mit einer temporären Aufenthaltsbewilligung. Sein amerikanischer Pass wurde ihm entzogen. Er kann sich weder frei bewegen noch einfach kommunizieren, aus Angst, dass die Geheimagenten der US-Regierung ihn inhaftieren könnten – oder sogar Schlimmeres.

Der Film zeigt nicht viel über sein Leben in Russland. Eine Entscheidung dagegen, um nochmals die Message des Films zu bestärken, dass es keine Privatsphäre mehr gibt. Denn würde es mehr darüber preisgeben, wie Snowden heutzutage kommuniziert, könnte dies wertvolle Information liefern, die es Amerikanern – und anderen weltweit – ermöglichen könnte, verschlüsselte Software zu nutzen, um der Überwachung durch die Regierung zu umgehen.

Was der Film jedoch über sichere Kommunikation aussagt, ist ein guter Anfang. Wenig überraschend spricht sich Snowden dafür aus, Software zu verwenden, die das Verfolgen von Nutzeraktivitäten wie Internetsuche, Einkäufe und Kommunikation verhindern. Er empfiehlt auch das Tor-Netzwerk, das Daten anonymisiert, indem es sie durch eine ganze Reihe von verschlüsselten Computern schickt. Er schlägt anderen Whistleblowern vor, Tools wie SecureDrop zu verwenden, um anonym mit Journalisten kommunizieren zu können.

Der Snowden-Film zeigt den langen Arm des Gesetzes, der Daten über seine Bürger sammeln und den Kampf eines desillusionierten Bürgers gegen genau diese Praxis der unbeschränkten und unbemerkten Macht, die die Regierung besitzt. Er zeigt die Komplexität der Welt der Geheimdienste und die Herausforderung an die Datensammlung in einer vom Internet dominierten Welt auf. Außerdem stellt es die Herausforderungen im persönlichen Leben eines ambitionierten Individuums, das seinen Überzeugungen, die soziale Gerechtigkeit herauszufordern, folgte.

Ob er ein Patriot oder ein Geächteter ist, liegt wohl im Auge des Betrachters – aber er hat auf jeden Fall wichtige Diskussionen über Privatsphäre und Internetsicherheit für den Normalbürger, sowie über die freie Meinungsäußerung und die Macht, die Regierungen hinsichtlich der Überwachung ihrer Bürger hat, in Gang gebracht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „überwachung“ by staffordgreen0 (CC0 Public Domain)


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„Nerve“: Wetten wir bald auf das Leben unserer Social-Media-Idole?

Am Donnerstag startet ein Zuckerwatte-Thriller in den Kinos, der sich mit den sozialen Medien auseinandersetzt. Spannend daran ist weniger die Machart als das Thema selbst. Denn hier trifft Live-Streaming auf riskante Mutproben. „Nerve“ ist der Titel eines nicht ganz legalen Online-Spiels, in dem die Menschen entweder Player oder Watcher sind.

Die Player erwartet das große Geld und Watcher zahlen immense Summen, um a) in den Profilen der Player herumschnüffeln zu dürfen, diese b) zu riskanten Challenges herauszufordern und c) zuschauen zu können, wenn es an die Umsetzung geht. Richtig perfide kann es werden, weil sich die Watcher dank der gesammelten Informationen aus den Social-Media-Profilen natürlich die Vorlieben und Ängste der Player zunutze machen. Ein Geheimnis vor den Eltern kann somit schnell zum Druckmittel werden, um den Player auch zur nächsten Mutprobe zu überreden – bis es richtig gefährlich wird.

Der Film startet mit dem Computer-Bildschirm von Vee (Emma Roberts, „Palo Alto“). Erst öffnet sie Spotify, startet einen Powerpop-Track von Lowell feat. Icona Pop, liest eine Mail, browst ein wenig durch Fotos und schon klingelt Facetime. Durch die Computer-Kamera bekommen wir die Hauptdarstellerin nun das erste Mal zu Gesicht. Ein cleverer Schachzug, bedenkt man die Prämisse des Werks. Hier wird Online First gelebt!

Obwohl die Zielgruppe des Social-Media-Krimis eher Schüler und Studenten sein dürften und alles auf Highschool-Teenie-Konflikte hinausläuft, kann man sich doch über den Zeitgeist erfreuen, den „Nerve“ von der ersten bis zu letzten Minute hinterfragt. Müssen wir alle Dinge online teilen, damit sie auch eine Wirkung für uns haben? Ist es gesund, dass ein andauernder Wettkampf um Likes, Shares und Views stattfindet? Und wie schnell lassen wir uns online in Rollen drängen, die uns eigentlich gar nicht entsprechen?

Die Mechanismen hinter „Nerve“ sind gar nicht mal so unrealistisch. Schon heute ist Aufmerksamkeit die absolute Währung in den sozialen Medien. Wenn Facebook beispielsweise ein neues Feature ausrollt, schenkt es den Anwendern auch Reichweite. Wer zuerst Videos postet, wird im Feed bevorzugt angezeigt. Wer zuerst Live-Streams anbietet, bekommt Mitteilungen an seine Follower geschenkt. Erst nach und nach wird die organische Reichweite wieder eingeschränkt, damit die Seiteninhaber Geld in die Hand nehmen, um ihre potentielle Reichweite auch auszuschöpfen.

„Nerve“ fügt diesem Prozess den Nervenkitzel hinzu. Außerdem stellt der Film die These auf, dass wir tatsächlich auch Geld in die Hand nehmen würden, um Teil der Lebenswelt unserer Social-Media-Ikonen zu werden. Schließlich ist es ein großer Spaß, an ihrem Alltag teilhaben zu können – informativ, unterhaltsam und orientierend zugleich.

Man stelle sich nur vor, dass Casey Neistat nicht mehr nur sein tägliches Video-Tagebuch veröffentlicht, sondern andauernd die Kamera mitlaufen lässt. Näher geht’s nicht! Und dann ist es schon nicht mehr so weit, bis uns der Live-Chat allein nicht länger genügt und wir Gefallen daran finden, die Ereignisse aktiv beeinflussen zu können. Warum auch nicht? Wir bezahlen ja schließlich dafür.

Erinnert sich noch jemand an „Second Life“? In der virtuellen Welt konnte jeder sein, wer er wollte. Von Außenstehenden wurde man allerdings immer schräg beäugt, weil das alles ja nicht echt sei. Guess what: Dank Live-Streaming, Virtual-Reality-Brillen und ein bisschen Geld-Motivation könnten wir schon bald wirklich ein „First Life“ erleben. Und quasi direkt in die Haut von jemanden schlüpfen, den wir in der Realität steuern.

Das Online-Spiel in „Nerve“ wirkt gegen diese Vorstellung noch harmlos. Kein Wunder, stammt die Jugendbuch-Vorlage „Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen“ doch aus dem Jahr 2012. Instagram und Snapchat kannte zu dem Zeitpunkt noch niemand und auch die Mobilfunknetze waren noch nicht dazu in der Lage, Live-Streams stabil wiederzugeben. Das sieht heute schon ganz anders aus.

Es dürfte daher nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Plattformen den passiven Videokonsum durch Formate der aktiven Teilhabe aufbrechen. Und wenn das soweit ist, werden wir uns gar nicht mehr vorstellen können, wie wir jemals unbeteiligt vor einem Video verharren konnten.

„Nerve“ startet am 08.09.2016 in den Kinos. Der Thriller mit Emma Roberts und Dave Franco („21 Jump Street“) regt zu futuristischen Gedankenspielen ein.


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Die Cyberwar-Doku „Zero Days“ kündigt den dritten Weltkrieg an

03_der_wurm_breitet_sich_aus_c_stuxnet_documentary by DCM Filmverleih

Der Pressetext zu „Zero Days“ lässt Schlimmes vermuten. Denn es wird nicht weniger als die Grundlage des dritten Weltkriegs enthüllt: das Internet. So übertrieben-eindimensional diese Aussage auch anmutet, Oscar-Preisträger Alex Gibney („Taxi to the Dark Side“) scheint alles andere als verlegen um eine klare Positionierung. Der Regisseur von „We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte“ und „Scientology: Ein Glaubensgefängnis“ führt eindeutige Argumente an, dass sich die nächsten zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen vor allem im virtuellen Raum abspielen werden. Am Beispiel des Stuxnet-Virus wird beleuchtet, welche Macht von Geheimdiensten ausgeht, welche Bedeutung das Warten auf den richtigen Angriffszeitpunkt hat und wieso sich dennoch unkontrollierbare Nebeneffekte ergeben können.

Aufhänger für die Thriller-Doku ist das iranische Atomprogramm, das Mahmud Ahmadinedschad 2005 an die Spitze des Staates beförderte. Die Republik erhoffte sich offiziell neue Wege der Energieversorgung zu erschließen, steht jedoch seit jeher im Verdacht an Atomwaffen zu forschen. Um Letzteres zu verhindern, verschafften sich die USA und Israel technischen Zugang zu allen relevanten Infrastrukturen des Landes – einschließlich zu den streng bewachten Anlagen zur Urananreicherung. Dass dies überhaupt rauskam, ist laut NSA-Insidern dem übereifrigen israelischen Geheimdienst Mossad zu verdanken, der einen perfekten (weil unauffindbaren) Code ohne Absprache noch aggressiver auftreten ließ. Obwohl der Virus nun seit Jahren seine Aufgabe erfüllte, die Steuereinheiten in den Uran-Fabriken zu schädigen und damit den Iran bei seinen Atom-Bemühungen auszubremsen, machte die Version-auf-Steroiden 2010 unbeabsichtigt die Runde. Binnen weniger Tage verbreitete sich das besagte Schadprogramm Stuxnet selbstständig auf Millionen von Windows-Rechnern und zwang die Geräte zum Herunterfahren. Das Chaos war perfekt!

Seit seiner Entdeckung wurden in den USA Millionen in die Ursachenforschung und Strategien zur Beseitigung investiert – und das, obwohl sie selbst laut „Zero Days“-Dokumentation Urheber von Stuxnet sind. Doch zum Zwecke der Geheimhaltung des offensichtlich kriegerischen Aktes gegen den Iran scheint man diese Kosten in Kauf zu nehmen. Die Sabotage diente dem größeren Zweck: nämlich im Falle einer Auseinandersetzung zwischen Iran und Israel dem Bündnispartner nicht in den Krieg folgen zu müssen. Dafür hätte das amerikanische Volk nach Afghanistan kein Verständnis aufbringen können. Und so hieß es: dem Gegner zuvorkommen, Spuren verwischen und hoffen, dass die Tat nie herauskommt. Insbesondere hier hätte man sich etwas mehr Genauigkeit in der Doku gewünscht, da ein aus dem Kontext gerissenes und falsch übersetztes Zitat von Ahmadinedschad („Israel must be wiped off the map“) als Begründung der Angst vor einem iranischen Angriff angeführt wird. Es ist jedoch hinlänglich bekannt, dass sich das Staatsoberhaupt auf einen Regimewechsel bezog und einen Führer der Islamischen Revolution vor vierzig Jahren zitierte. Regisser Alex Gibney verwendet den Ausschnitt – aber ohne Kontext, und damit nur mit dem Vorsatz, seine Argumente zu untermauern.

Besser gelingt Gibney dagegen die Veranschaulichung der Bedeutung eines drohenden Cyberwar. Innerhalb der fast zweistündigen Laufzeit ist es ihm ein besonderes Anliegen, eine Diskussion über Sicherheitsvorkehrungen und globale Regeln anzustoßen, damit Staaten nicht einfach das Recht des Stärksten durchsetzen. Er entwickelt den Gedanken einer unabhängigen Kontrollinstanz, die über Methoden der digitalen Kriegsführung Bescheid weiß und vor allem informiert werden muss, wozu die Länder im Stande sind. Das scheint zwar heute noch undenkbar, jedoch galt dasselbe auch vor Jahrzehnten noch für Atom- und Chemiewaffen.

1953 wurde schließlich die Internationale Atomenergie-Organisation (kurz: IAEO) als Partner der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, die bis heute den Verbleib jedes einzelnen Gramms Uran verzeichnet. Seit die Erlaubnis der Anreicherung also mit der Kontrolle durch ein Aufsichtsgremium verbunden ist, scheint die Welt ein Stück sicherer geworden zu sein. Im virtuellen Raum erhofft sich Alex Gibney nun etwas Ähnliches. Denn nur, wenn wir als Bevölkerung über die Hintertürchen der Regierungen Bescheid wissen, könnten wir überhaupt einschätzen, was vor sich geht. Die aktuellen Ereignisse um staatliche Computerviren und Whistleblower wie Edward Snowden sorgen nämlich vor allem für Unverständnis.

Es sollte klar sein, dass derartige Geheimoperationen, wie die Infiltration aller iranischen Infrastrukturen durch USA und Israel, ein denkbar schlechtes Vorbild sind – sowohl für Nachahmer-Staaten, als auch für kriminelle Gruppen. Es sollte mit keinem Recht vereinbar sein sich Zugang zu Aus-Schaltern für lebenswichtige Versorgungsapparate wie Wasser und Strom zu verschaffen. Und für diese Debatte leistet „Zero Days“ einen wichtigen Beitrag.

Die Dokumentation läuft am 1. September für eine Woche im Kino an, bevor sie danach schon auf den Video-on-Demand-Plattformen zum Abruf bereit steht. Das Anschauen lohnt sich, weil hochrangige Geheimnisträger nicht die Einzigen sein sollten, die über Recht und Unrecht entscheiden.


Image: Zero Days by DCM Filmverleih


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Screen Radar: Das Comic-Con-Vehikel

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via Flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Rückblick auf die Comic Con 2016 in San Diego und den Kino-Neustarts.

Neu im Kino„Wiener Dog“
„Legend of Tarzan“
Thema der WocheSchaulaufen auf der Comic Con:
– „Sherlock“ – Staffel 4
– Gal Gadot als „Wonder Woman“
– Geheimes Sequel zu „The Blair Witch Project“
– Marvel-Panel mit Neubesetzungen
– Zweiter Trailer zu „Doctor Strange“
– Noch mehr Superhelden auf Netflix
– Neue „Star Trek“-Serie

Neu im Kino

Muss man sehen: Der amerikanische Traum mal ganz anders erzählt: In der Ensemble-Satire „Wiener Dog“ wird ein Dackel von einem Besitzer zum nächsten weitergereicht. Das ist oft urkomisch, meist politisch absolut nicht korrekt, aber immer mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzt. Und Greta Gerwig (mit Nerdbrille, ohne Selbstbewusstsein) ist wieder einmal einfach nur toll.

Kann man sich sparen: Irgendwie findet man einfach keinen Zugang zu „Legend of Tarzan“. Da wächst Alexander Skarsgard unter Affen zu einem echten Prachtexemplar von einem Mann heran und hat danach nicht mehr zu tun als Margot Robbie zu verführen. Ja gut, dazwischen passiert schon noch was, aber das ist eigentlich nicht viel mehr als ein CGI-Geblubber, das keinen weiter interessiert. Bei dieser Story ist von vornherein die Luft raus.

Thema der Woche

Schaulaufen auf der Comic Con: Von neuen „Sherlock“-Folgen bis zur Netflix-Serie „Star Trek: Discovery“ – auf der diesjährigen Comic Con in San Diego haben sich die Film- und Fernsehstudios in Sachen Ankündigungen und Trailer-Veröffentlichungen gegenseitig übertroffen. Grund genug für uns die Highlights der Reihe nach vorzustellen. Und bitte denk daran, zwischendurch auch mal Luft zu holen.
„Sherlock“ – Staffel 4: In dem ersten Teaser zur vierten Staffel stehen Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und Watson (Martin Freeman) ganz schön unter Stress. Die Frage, ob Moriarty (Andrew Scott) nun tot ist oder nicht, und ein neuer Widersacher (Toby Jones) versprechen eine direkte Anknüpfung an vorherige Ereignisse und eine düstere Grundstimmung.

Gal Gadot als „Wonder Woman“: Das DC-Filmuniversum nimmt nach „Batman V Superman“ so langsam Gestalt an. Beim Endkampf eilte den beiden Helden ja schon die Amazone zu Hilfe. Am 15. Juni 2017 wird sie nun mit ihrem ganz eigenen Spielfilm durchstarten. Darin kämpft sie im Ersten Weltkrieg und entdeckt die vollen Ausmaße ihrer Kräfte (inklusive magischem Lasso). Den dazugehörigen Trailer von Regisseurin Patty Jenkins („The Killing“) könnt ihr hier bewundern, damit die Wartezeit nicht ganz so lang wird:

Geheimes Sequel zu „The Blair Witch Project“: In den sozialen Medien wurde das Grundrausch zu „The Woods“ immer lauter, versprach der erste Trailer doch ein atmosphärisch-gruseligen Ausflug in die Natur. Nun ließ Lionsgate die Katze aus dem Sack: „The Woods“ wurde auf der Comic Con als Sequel zum Hexen-Grusel enttarnt und in „Blair Witch“ umbenannt! 17 Jahre nachdem „The Blair Witch Project“ das Horror-Genre neu erfand, kommt es nun zu einem Wiedersehen mit der Hexe von Blair in den gruseligen Wäldern von Black Hills. Im Film macht sich eine neue Gruppe auf Spurensuche, um das mysteriöse Verschwinden ihrer Vorgänger zu untersuchen.

Marvel-Panel mit Neubesetzungen: Es wird immer schwieriger, einen Marvel-Schauspieler zu finden, der nicht wenigstens mal für einen Oscar nominiert war. Mit Tilda Swinton („Doctor Strange“, 2016) und Lupita Nyong’o („Black Panther“, 2018) fügen sich gleich zwei Talente in das immer größer werdende Filmuniversum ein. Neben den Ensemble-Panels gab es auch die Eröffnung einer Disneyland-Attraktion zu den „Guardians of the Galaxy“ wie auch eine weitere Neubesetzung zu beklatschen. Denn lange wurde hin und her überlegt, wer denn die Figur der Captain Marvel auf der Leinwand verkörpern könnte. Nun fiel die Entscheidung: Oscar-Gewinnerin Brie Larson („Raum“) wird zur fliegenden Superheldin mit außerirdischen Wurzeln. Ganz unerfahren ist Larson im Comic-Business nicht, da sie 2010 bereits dem Titelhelden in „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ gehörig den Kopf verdrehte. Bis mit „Captain Marvel“ 2019 die erste weibliche Hauptfigur eines Marvel-Films im Kino erscheint, müssen wir uns aber noch etwas in Geduld üben. Zweiter Trailer zu „Doctor Strange“: Bereits im Oktober ist es dagegen soweit, dass Benedict Cumberbatch seinen ersten Auftritt als mächtigster Magier des Universums hinlegt. Nach einem Unfall kann der Chirurg seine Hände nicht mehr benutzen und sucht daher an einem spirituellen Ort nach Heilung. Dort wird ihm nicht nur eine neue Wahrnehmung der Realität näher gebracht, sondern er bekommt es auch mit dunklen Mächten zu tun, die unsere Welt zerstören wollen. Soweit, so klar. Der Trailer erinnert stark an „Inception“ und verspricht eine visuell beeindruckende Erfahrung.

Noch mehr Superhelden auf Netflix: „Daredevil“ und „Jessica Jones“ liefen schon äußerst erfolgreich auf der Bezahlplattform. Warum also nicht weiter machen? Der Teufel von Hell’s Kitchen bekommt eine dritte Staffel spendiert und der Punisher erhält als „Daredevil“-Nebencharakter sogar seine ganz eigene Show. Erstes Bildmaterial veröffentlichte Netflix am Wochenende jedoch zu einem ganz anderen Sidekick. Luke Cage, bekannt als Freund von Jessica Jones, kämpft sich im ersten Anderthalb-Minuten-Teaser durch New York. Seine undurchdringliche Haut spielt – natürlich – auch eine wichtige Rolle.

Neue „Star Trek“-Serie: Last but not least hat sich Netflix die Rechte an der neuen CBS-Serie „Star Trek: Discovery“ gesichert. Im Januar 2017 wird das gleichnamige Raumschiff mitsamt Showrunner Brian Fuller (Co-Produzent von „Star Trek – Raumschiff Voyager“) erstmals zu seinen Abenteuern aufbrechen. Obwohl der Trailer nach einem schlechten Computerspiel aussieht (da er nur aus Weltall- und Shuttle-Renderings besteht), macht Fuller Lust auf mehr. Er kündigt eine Staffel an, die sich mehr nach einem spannenden, langen Roman als nach voneinander losgelösten Einzelepisoden anfühlen soll. Auf dem Panel deutete Captain-Kirk-Darsteller William Shatner ebenfalls an, dass es toll wäre, seine alte Rolle mal wieder zu verkörpern. Ein Fingerzeig?


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


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Screen Radar: Noch nie war der deutsche Film so beliebt

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via Flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Rückblick auf das Kinojahr 2015-2016, einer Märchen-Empfehlung, einem neuen Han Solo und der Aussicht auf einen Pokémon-Realfilm.

Neu im Kino„BFG – Big Friendly Giant“
„Frühstück bei Monsieur Henri“
Thema der WocheDie erfolgreichsten Filme 2016 (bisher)
Neues aus der FilmweltEin Pokémon-Realfilm kündigt sich an
Darauf freuen wir uns„White Girl“
Frisch besetzt„Han Solo“-Spin-off mit Alden Ehrenreich

Neu im Kino

Muss man sehen: „BFG – Big Friendly Giant“ ist die Kinderbuchverfilmung des Roald-Dahl-Klassikers „Sophiechen und der Riese“. Nach „E.T. – Der Außerirdische“ zeigt Regisseur Steven Spielberg abermals, dass es keine Grenzen für Freundschaften gibt – in diesem Fall zwischen einem 12-jährigen Waisenkind und einem sieben Meter großen Riesen. Die beiden Außenseiter lernen in ihren Abenteuern, dass es okay ist, zugleich ängstlich und heldenhaft zu sein. Die Erzählung ist zwar kindgerecht aufbereitet, bietet aber auch so viele visuelle Highlights wie schon lange kein Film zuvor. Etwa wenn die Kamera zwischen den Größenunterschieden hin und her wechselt und sich ganze Kulissen in den Kulissen aufbauen. Wir sind große Fans von Dahl (er schrieb auch „Charlie und die Schokoladenfabrik“ sowie „Der fantastische Mr. Fox“) und finden, dass Spielberg den träumerischen Ton seines Märchens ganz und gar trifft.

Kann man sich sparen: Das dialogreiche französische Kino erfreut sich in deutschen Arthouse-Kinos einer großen Beliebtheit. Zu Recht, denn die Franzosen bringen ihren ganz eigenen bitterbösen Humor in die Kinolandschaft mit ein. Im Falle von „Frühstück bei Monsieur Henri“ hat man über dieselben Späße allerdings schon zu oft gelacht. Da gibt es den zynischen Rentner, der von seinem Sohn eine junge Untermieterin aufgeschwatzt bekommt. Die bringt zwar erst die ordentliche Hausordnung durcheinander, mit der Zeit erkennen aber beide, dass sie es miteinander doch ganz gut getroffen haben. Dieser Erkenntnisprozess ist sehr vorhersehbar und uninspiriert umgesetzt.

Thema der Woche

Die erfolgreichsten Filme 2016 (bisher): Gefühlt spielt der deutsche Film nur eine untergeordnete Rolle im Kino. Hin und wieder schaffen es Til Schweiger oder Michael „Bully“ Herbig zwar, die Massen zu mobilisieren, aber im Allgemeinen bestimmt Hollywood, was von Interesse ist. Das bestätigt sich insbesondere bei den Ticketverkäufen. Mitte Juli sieht die Top Drei der meistgesehenen Filme 2016 im Kino wie folgt aus: Mit 3,73 Millionen Besuchern führt der Disney-Animationsfilm „Zoomania“ das Ranking an. Der Abstand zum zweitplatzierten „The Revenant – Der Rückkehrer“ mit Oscar-Gewinner Leonardo DiCaprio beträgt immerhin fast eine Million Kinogänger (2,79 Millionen). An dritter Stelle folgt als große Überraschung „Deadpool“ mit 2,69 Millionen Besuchern – und das trotz hoher Jugendfreigabe für den Superhelden mit der großen Klappe. Der deutsche Film ist mit „Bibi & Tina – Mädchen gegen Jungs“ von Detlev Buck (fast 2 Millionen Besucher) und „Der geilste Tag“ von Florian David Fitz (1,66 Millionen Besucher) auf den Plätzen Nummer Vier und Sieben vertreten. Erfahrungsgemäß dürfte es bis zum Ende des Jahres allerdings schwer werden, diese Platzierung zu verteidigen, da Hochkaräter wie „Ghostbusters“, „Findet Dorie“ und „Rogue One: A Star Wars Story“ erst noch anlaufen. Ein gänzlich anderes Bild versucht nun aber die deutsche Filmförderungsanstalt (FFA) zu zeichnen. In einer Auswertung des „Rekordjahres 2015“ kam zum Beispiel heraus, dass die Besuche von deutschen Produktionen im vergangenen Jahr um satte 19 Prozent anstiegen (von 34 auf 41 Millionen Tickets), während US-Filme im gleichen Zeitraum nur einen Zuwachs von vier Prozent verzeichnen konnten. Der Umsatz deutscher Filme stieg von 250 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 319 Millionen im Jahr 2015. Danken darf man dafür insbesondere der jungen Zielgruppe der Zehn- bis 19-Jährigen, die mit ihren zwei, drei Besuchen im Jahr so oft ins Kino gehen wie niemand sonst – und sich schließlich bei jedem dritten Film für einen deutschen entscheiden. Komödien wie „Fack Ju Göhte 2“ oder „Honig im Kopf“ stehen besonders hoch in der Gunst des Publikums. In Schulnoten ausgedrückt, würden die Zuschauer fast jedem zweiten deutschen Film die Schulnote „sehr gut“ vergeben. Alle Zahlen und weitere Insights hält die Studie bereit, die ihr hier findet. Und apropos deutscher Film: In der letzten Woche haben wir euch „Toni Erdmann“ ans Herz gelegt. Das wäre so ein Beispiel, dem wir eine glatte Eins verpassen würden. Also nichts wie rein ins Kino und anschauen!

Toni Erdmann (Image by Komplizen Film)
Toni Erdmann (Image by Komplizen Film)

Neues aus der Filmwelt

Ein Pokémon-Realfilm kündigt sich an: Nach dem einschlagenden Erfolg von „Pokémon GO“ wurden die Gespräche zwischen Lizenzgeber Nintendo und dem Filmstudio Legendary wieder aufgenommen. Beide tänzeln schon seit einiger Zeit umeinander herum, jedoch gab es lange Zeit keinen Grund zur Eile. Die inzwischen 19 (!!) Anime-Filme haben schließlich immer weniger Leute angesprochen. Das sieht nun anders aus! Denn das weltweite Interesse ist durch das neue Augmented-Reality-Spiel so groß wie nie zuvor. Legendary konnte zuletzt schon Erfahrungen mit der Verfilmung von „Warcraft: The Beginning“ sammeln. Für das neue Drehbuch hat sich bereits der Pokémon-Fan und „Chronicle – Wozu bist du fähig?“-Autor Max Landis ins Spiel gebracht. Nach dem Drehbuch für das vielbesprochene „Power Rangers“-Reboot wäre das bereits ein zweiter Coup innerhalb kürzester Zeit. Los Max, schnapp sie dir alle!

Darauf freuen wir uns

„White Girl“: Was macht eigentlich Dana Brody, Tochter von Nicholas Brody in der US-Serie „Homeland“ heute? Sie heißt jetzt Leah (na gut, und die Schauspielerin dahinter eigentlich Morgan Saylor) und steckt mächtig in der Klemme. Denn sie ist mit einem Drogendealer zusammen und sowieso die meiste Zeit ziemlich high. Als ihr Freund plötzlich festgenommen wird, steht sie allein mit einer großen Portion Kokain da. Was soll sie damit jetzt bloß machen? Der Trailer lässt bereits an Klassiker wie „Kids“ und „Requiem for a Dream“ denken. Auch Elizabeth Woods erster Film wirkt auf den ersten Blick laut, sozialkritisch und unangepasst.

Frisch besetzt

„Han Solo“-Spin-off mit Alden Ehrenreich: Euch ist der Hype um Star Wars schon zu viel? Dann hört ihr jetzt wohl besser weg, denn Disney und Lucas Film nehmen gerade erst so richtig Fahrt auf. Im Jahresrhythmus sind neue Geschichten aus dem Star-Wars-Universum geplant – auf die offizielle Fortsetzung (Episode 8 kommt noch 2017) folgt im Jahr 2018 das Spin-off über die frühen Abenteuer des Schmugglers Han Solo. Nachdem die Regisseure Phil Lord und Christopher Miller („The Lego Movie“) knapp dreitausend Schauspieler haben vorsprechen lassen, setzte sich der 26-jährige Alden Ehrenreich als Protagonist durch. Diesen konnte man zuletzt als strunzdummen Cowboy-Mimen in „Hail, Caesar!“ bewundern. Die Besetzung dürfte seiner Karriere endgültig den nötigen Schwung verleihen.


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0


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Screen Radar: Mehr Vielfalt dank Datenerhebung

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Lobgesang auf die Daten-Ingenieure von Netflix, dem Film „Toni Erdmann“ und einer Menge Dislikes für das „Ghostbusters“-Reboot.

Neu im Kino„Toni Erdmann“
„Independence Day 2: Wiederkehr“
Thema der WocheMehr Vielfalt dank Datenerhebung
Darauf freuen wir uns„Goat“
Frisch besetztWoody Allen dreht mit Justin Timberlake
„Tomb Raider“-Reboot mit Alicia Vikander
RekordverdächtigKein Trailer wurde je schlechter bewertet

Neu im Kino

Muss man sehen: In „Toni Erdmann“ sind Vater Winfried Conradi (Peter Simonischek) und Tochter Ines (Sandra Hüller) wie Tag und Nacht. Er arbeitet als Lehrer und schätzt derbe Witze. Sie lacht dagegen eher weniger. Wichtig ist ihr vor allem ihre Karriere in der Consultingfirma, für die sie sich rund um die Uhr in Bukarest abrackert. Als Winfrieds geliebter Hund verstirbt, beschließt er kurzerhand, seinen Sprössling zu besuchen. Nur ist das für Ines gar nicht so erfreulich, denn zum allen Überfluss schlüpft ihr Chaoten-Dad auch noch in die Rolle seines Alter Ego Toni Erdmann – mit komisch sitzender Perücke, schiefen Zähnen und einem ganz besonderen Sinn für Humor. Eine genial beobachtete 162-minütige Komödie, die das zeigt, was eigentlich jeder kennt: Familie kann man sich nicht aussuchen.

Kann man sich sparen: Die erste, verheerende Alien-Attacke auf den Globus ist mittlerweile 20 Jahre her. Bis zu „Independence Day 2: Wiederkehr“ hat sich viel verändert: Weltweit hat man sich zusammengeschlossen, um ein funktionierendes Abwehrsystem zu konstruieren, welches bei einem weiteren Angriff von extraterrestrischen Wesen zum Einsatz kommen kann. Und schneller als gehofft wollen die Außerirdischen erneut versuchen die Erde für sich zu erobern. Doch wer ist nun siegessicherer: die Aliens oder die Menschen? Fazit: Diese Fortsetzung hat wirklich niemand gebraucht. Extrem lächerliche Dialoge treffen auf ein hohles CGI-Feuerwerk. Und dieser komplett auf Nostalgie setzende Blockbuster hat weder eine richtige Handlung, noch spielt Will Smith mit!

Thema der Woche

Mehr Vielfalt dank Datenerhebung: Im Jahr 2014 schrieb das US-Magazin The Atlantic, dass die Streaming-Plattform Netflix stolze 800 Daten-Ingenieure beschäftigt. Ihre Aufgabe bestünde hauptsächlich darin, den Empfehlungsalgorithmus zu optimieren und somit für mehr Zugriffe und mehr Traffic zu sorgen. Ein willkommenes Nebenprodukt der ganzen Daten-Erheberei sei ein genaues Verständnis davon, wer was wann guckt und ein Gefühl dafür, was der Nutzer womöglich als nächstes schauen möchte. Ob sich die Mitarbeiterzahl seitdem verändert hat, ist uns nicht bekannt. Wohl aber, dass die erhobenen Datenmengen seitdem dazu benutzt wurden, das Programmangebot zu schärfen und vor allem auch zu diversifizieren. Denn weil Netflix genau weiß, dass wir uns gerne Serien mit historischem Bezug anschauen oder besonders schnell bei neuen Marvel-Filmen einschalten, geben sie uns immer mehr davon. Damit bedienen sie jedoch nicht nur Mainstream-Geschmäcker (schaut eigentlich irgendwer die gruseligen Adam-Sandler-Filme?), sondern zunehmend auch die Nischen. Eigenproduktionen wie „Master of None“ mit Aziz Ansari oder „Sense8“ von den Wachowski-Schwestern sind genau für urbane Mittdreißiger beziehungsweise für weltoffene Science-Fiction-Fans gemacht. Dieses Wissen sorgt auf der einen Seite für mehr Vielfalt und verhindert auf der anderen Seite, dass am Geschmack der Zielgruppe vorbeiproduziert wird. In Zukunft werden und also mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger große Hollywood-Produktionen erwarten, die immer auf eine möglichst hohe Zuschauerzahl kommen müssen, sondern günstigere und kleinere Inhalte, denen ihr Interesse in der Nische gewiss ist.

Darauf freuen wir uns

„Goat“: Studentenverbindungen haben ja so ihren Ruf weg. Immer nur Party, dabei natürlich Bier bis zum Exzess, halbnackte Frauen und gestählte Männerkörper. Von allem viel zu viel. Aber was im Trailer zu „Goat“ abgeht, hat man noch nicht gesehen. Fiese, völlig menschenunwürdige Aufnahmerituale werden hier so direkt und nah gezeigt, dass bereits dieser kurze Filmausschnitt echte Schmerzen bereitet. Zurecht heißt es an einer Stelle „Guantanamo-Style“. In den Hauptrollen: Ben Schnetzer, Nick Jonas und James Franco.

Frisch besetzt

Woody Allen dreht mit Justin Timberlake: Ein jährlicher Film von Woody Allen ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Nachdem „Café Society“ mit Jesse Eisenberg und Kristen Stewart in Cannes gerade mal Premiere feierte, sind schon die ersten Darsteller des noch titellosen 2017er-Werkes bekannt geworden. Im 50er-Jahre-Setting werden sich etwa Kate Winslet, James Belushi, Juno Temple und Justin Timberlake von Allen in Szene setzen lassen. Das kann ja heiter werden! „Tomb Raider“-Reboot mit Alicia Vikander: Die Schwedin Alicia Vikander tritt in die Fußstapfen von Angelina Jolie. Als junge Archäologin Lara Croft muss sie in dem Reboot von Roar Uthaug („The Wave“) ihre erste Expedition bestehen und einem verrückten Insel-Kult nachgehen. Nach dem Neustart der Spiele-Serie steht nun also auch die Verjüngungskur auf der Leinwand an. Alicia Vikander wurde erst im Februar diesen Jahres mit einem Oscar für die beste Nebenrolle in „The Danish Girl“ ausgezeichnet. Wie sie sich in dem Action-Abenteuer schlägt, können wir ab März 2018 bestaunen.

Rekordverdächtig

Kein Trailer wurde je schlechter bewertet: Dank YouTube-Daumen weiß man auf einen Blick ob Videos auf Begeisterung oder Ablehnung stoßen. In den Ranglisten der Most-Dislike-Videos tummeln sich normalerweise nur Musik-Stücke von Justin Bieber oder Miley Cyrus. Nun rückte aber erstmals auch ein Filmtrailer in die Top 10. Denn über 900.000 Daumen-nach-unten konnte der erste Trailer zum „Ghostbusters“-Reboot inzwischen ansammeln. Ob das Geisterjäger-Reboot mit Kristen Wiig und Melissa McCarthy das verdient hat? Zumindest die ersten Kritiken lassen eine spaßige Zeit im Kinosessel vermuten. Bei uns startet der Film in der ersten August-Woche.


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


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Screen Radar: Hass auf Serien hilft der Quote

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einer aufschlussreichen Studie über unser Sehverhalten von Serien, einem iPhone-Film über Hollywoods Straßenstrich und einem außergewöhnlichen Zombie-Trailer.

Neu im Kino„Tangerine L.A.“
„Atomic Falafel“
Thema der WocheJe größer der Groll, desto länger das Bingen
Streaming-Perlen„Love Steaks“ auf Netflix
„American Hustle“ auf Amazon Prime
Neues aus der FilmweltBock auf Lommbock
Neue Spiele auf der Leinwand
Darauf freuen wir uns„The Girl With All The Gifts“

Neu im Kino

Muss man sehen: „Tangerine L.A.“ beleuchtet Los Angeles‘ Transgenderszene mit einem losen Mundwerk, gesättigten Farben und ungeschönten Bildern. In der Komödie kommt die stürmische Transe Sin-Dee Rella (Kitana Kiki Rodriguez) frisch aus dem Knast und erfährt, dass ihr Freund-Schrägstrich-Zuhälter sie mit einer echten Frau betrogen hat. Mit Beweisstück im Schlepptau soll der Mistkerl zur Rede gestellt werden! Regisseur Sean Baker („Starlet“) liebt es in seinen Filmen, liebevoll Figuren zu beleuchten, die vom kulturellen Mainstream an den Rand gedrängt werden. Hinzu kommt, dass der gesamte Film nur mit einem iPhone aufgenommen wurde und somit besondere Guerilla-Momente bereithält.

Kann man sich sparen: „Atomic Falafel“ ist die Art Satire, die Kopfschmerzen beim Zuschauen verursacht. Es wird mit weltpolitischen Konflikten und obskuren Charakteren nur so um sich geschmissen, ohne auch nur irgendetwas zu erklären. Auf einem israelischen Armee-Stützpunkt planen ranghohe Militärs einen Nuklear-Angriff gegen den Iran – aber nur, um diesem zuvorzukommen. Und ein UN-Atominspektor verliebt sich in die örtliche Falafel-Verkäuferin und schließlich wollen sie zusammen den drohenden Atomkrieg verhindern. Klingt absurd, ist es auch.

Thema der Woche

Je größer der Groll, desto länger das Bingen: Man könnte meinen, dass man seine Lebenszeit vor allem mit schönen Dingen verbringen will – gute Serien zu schauen, zum Beispiel. In der Regel weiß man auch ziemlich schnell, ob einen die Geschichte bei Laune hält und man die nächsten Stunden (und Tage) mit den Charakteren aus Scranton, Springfield, Sunnydale oder Stars Hollow verbringen möchte. Nicht selten werden ganze Staffeln am Stück geschaut – einfach, weil man es kann. Bisher dachten wir allerdings, dass man das vor allem aus Neugierde und Spaß an der Freude tut. Doch laut einer neuen Studie des Unternehmens Canvs gilt vor allem Hass als einer der größten Beweggründe, warum wir bei Serien dranbleiben.

Zu diesem Ergebnis ist die auf Emotionen spezialisierte Plattform gekommen, als sie die Zuschauerreaktionen auf Twitter mit den Einschaltquoten von ganzen 431 Serien und 5.700 Episoden miteinander verglichen haben. Je mehr Leute also nach einer Folge in 140 Zeichen abgelästert und ihrem Frust Luft gemacht haben, desto mehr haben in der nächsten Woche eingeschalten. Positive Gefühle wie Spaß und Liebe können da insbesondere bei Dramen und Reality-Formen nicht mithalten. Aus eigener Erfahrung können wir dem zustimmen! Schließlich steigert so ein richtig fieser Bösewicht oder eine ungewöhnliche Plot-Entwicklung nicht nur die Aufmerksamkeit beim Schauen, sondern vor allem das Interesse am Verlauf der Serie.

Streaming-Perlen

„Love Steaks“ auf Netflix: In der deutschen Tragikomödie kommen sich die aufmüpfige Lara (Lana Cooper) und der zurückhaltende Clemens (Franz Rogowski) langsam näher. Beide arbeiten im selben Ostsee-Hotel und machen einen Spaß nach dem nächsten. Das Besondere: Der Film verzichtet komplett auf festgelegte Dialoge und wurde mit echten Angestellten des Luxus-Ressorts umgesetzt. Dadurch wirkt der Blick in den Tagesrhythmus eines Hotelbetriebs umso authentischer.

„American Hustle“ auf Amazon Prime: Das für zehn Oscars nominierte Krimi-Drama von David O. Russell erzählt vom Lügen und belogen werden. Im New York der 70er-Jahre treffen ein Toupet-tragender Christian Bale, eine chamäleonartige Amy Adams, der überdrehte Lockenkopf Bradley Cooper sowie die pöbelnde Dumpfbackenblondine Jennifer Lawrence aufeinander. Ein Film, der einfach nur rundum genial ist!

Neues aus der Filmwelt

Bock auf Lommbock: Stinknormale Casting-Aufrufe sind so 2015. Die Fortsetzung zur Kiffer-Komödie „Lammbock“ (2001) mit Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz weicht daher für die Komparsen-Suche auf Instagram und Twitter aus. Unter dem Hashtag #BockAufLommbock werden 25 Fans gesucht, die Lust haben, in Würzburg für die Kino-Produktion vor der Kamera zu stehen. Für die Teilnahme musst du lediglich ein nettes Video von dir auf der Plattform deines Vertrauens hochladen. Zwei Glückliche können sich außerdem über ein Casting für geheime Special-Rollen qualifizieren. Neue Spiele auf der Leinwand: Jetzt ist es raus! Zwei weitere Spiele-Adaptionen werden als Filme umgesetzt. Produzent Lawrence Kasanoff („Beowulf“) verspricht mit „Tetris“ (2018) nicht viel weniger als eine große Science-Fiction-Überraschung. Die Handlung soll dem Motto „Ordnung ins Chaos bringen“ folgen. Noch ein Jahr länger müssen wir dagegen auf den ersten „Minecraft“-Spielfilm warten, der 2019 im Kino anlaufen soll. Auf dem Regiestuhl wird „It’s Always Sunny In Philadelphia“-Autor Rob McElhenney Platz nehmen. So lange uns kein zweites „Battleship“ (2012) alias Schiffe versenken erwartet, sind wir schon zufrieden.

Darauf freuen wir uns

„The Girl With All The Gifts“: Der Plot kommt uns bekannt vor. Erst lässt ein geheimnisvoller Parasit alle Menschen zu fleischfressenden Zombies mutieren, dann nimmt eine kleine Gruppe mutig den Kampf gegen die Untoten auf. Nicht jedoch so in der Romanverfilmung von „Die Berufene“ des Bestseller-Autors M. R. Carey. In einer Militärbasis werden Zombie-Kinder untersucht, die zwar großen Hunger auf Menschen verspüren, aber noch denken und fühlen können. Die ungewöhnliche Suche nach einem Heilmittel wurde von Filmemacher Colm McCarthy („Peaky Blinders“) in Szene gesetzt. Wir finden: Der beste Trailer der Woche!


Image (adapted) „Watching a blank screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0


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Screen Radar: Ein Leben in Echtzeit

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Blick in die Livestreaming-Branche, der Hochhaus-Dystopie „High-Rise“ mit Tom Hiddleston in der Hauptrolle und einem freudigen Wiedersehen mit einem der beliebtesten Film-Bösewichte aller Zeiten.

Neu im Kino„High-Rise“
„Ice Age 5: Kollision voraus!“
Thema der WocheLive ist das neue Zugpferd
Streaming-Perlen„Umweg nach Hause“ auf Netflix
„We Are Your Friends“ auf Amazon Prime
Neues aus der FilmweltWiedersehen mit Darth Vader
Netflix soll Offline-Modus bekommen
Frisch besetzt„Power Rangers“ mit Brian Cranston

Neu im Kino

Muss man sehen: Die Menschen wollen hoch hinaus – am liebsten komplett über allem schweben. „High-Rise“ spielt in einem extraordinär riesigen Hochhaus und darf als Allegorie auf den Drang nach Macht, Ansehen und jeder Art von Überlegenheit betrachtet werden. Das Besondere: Kein einziger Charakter in der Romanverfilmung handelt moralisch richtig oder gar empathisch. Stattdessen wird intrigiert was das Zeug hält, um so seinen sozialen Status aufzupeppen. Zusammen mit Neuankömmling Tom Hiddleston erkunden wir Stockwerk um Stockwerk, bis zur totalen Eskalation. Und die ist einfach nur krass.

Kann man sich sparen: Interessiert sich eigentlich noch irgendjemand für Scrat, Sid, Manny und Diego aus „Ice Age“? Eher nicht, oder? Spätestens mit diesem Teil ist auf jeden Fall die Puste raus. Die Gruppe der Tierchen wird schließlich immer größer, undurchsichtiger und somit auch komplett oberflächlich. In Teil 5 „Kollision voraus!“ droht nun ein Meteoritenschauer das Leben auf der Erde auszulöschen und es braucht abermals die Hilfe von einer Hand voll neuer schräger Figuren, um das Unheil abzuwenden. Das geht einfach nicht mehr klar, das ist zu viel.

Thema der Woche

Live ist das neue Zugpferd: Nach dem SXSW-Hit Meerkat und dem Twitter-Ableger Periscope zogen die großen Anbieter wie Facebook und Google schleunigst nach, um den Nutzern zu geben, wonach sie sehnlichst verlangen. Echtzeit heißt das Zauberwort! Wir leben in einer Zeit, in der Aufmerksamkeit die Währung ist. Und in dieser gibt es nur noch einen Grund, die Menschen zum Einschalten beziehungsweise zum Dranbleiben zu bewegen, nämlich Live-Ereignisse. Unvorstellbar, dass man DEN einen Moment verpasst, über den später alle reden. Nachdem Facebook bereits die Umstellung auf Video-Content erfolgreich geschafft hat, scheint das „Streamen aus der Hosentasche“ die logische Konsequenz in der Attention-Economy zu sein. Die ersten Ausbesserungen kündigen sich auch schon an. Ein Problem ist nämlich, dass sich ein Livestream erst einmal herumsprechen muss, bevor die spannenden Dinge erzählt werden können. Also wird man bald schon Sendetermine voreinstellen können. Weiterhin soll es möglich sein, verschiedene Bildquellen (also mehrere Smartphones) zu einem Sender zusammenzuschließen. Man stelle sich nur vor, dass es endlich Sinn ergibt, wenn alle während des Konzerts ihre Handys in die Höhe strecken! Bahnbrechend. Alle Daheimgebliebenen können bequem zwischen den Perspektiven wechseln. Derzeitig werden Publisher sogar aktiv mit Reichweite belohnt, wenn sie fleißig den Live-Button betätigen. Mehr noch: Facebook nimmt richtig Geld in die Hand, um das Feature den Branchengrößen wie BuzzFeed und auch Bild schmackhaft zu machen. Das Wall Street Journal berichtet, dass sie mit bis zu 3 Millionen US-Dollar in der Umsetzung von Live-Formaten unterstützt werden. Dabei kommen etwa die morgendliche News-Show „Bild Daily“ oder eine explodierende Wassermelone im BuzzFeed-Studio heraus. Fun Fact: Es brauchte etwa 680 Gummis, um die Frucht zu zerbersten. Aber auch ohne die Facebook-Millionen wissen kreative Medienmarken wie Mit Vergnügen die Funktion für sich zu nutzen. Die gelbe Parkbank vor dem Berliner Büro wird regelmäßig als Schauplatz für Akustik-Sessions von Musikern ins Netz gestreamt. Als Fans der Live-Funktion wünschen wir uns noch viel mehr solcher Formate. Schließlich schauen wir ja alle kein Fernsehen mehr…

Streaming-Perlen

„Umweg nach Hause“ auf Netflix: In der Netflix-Produktion brillieren Paul Rudd als ehemaliger Schriftsteller, der über den Tod seines Kindes hinweg kommen muss, und Craig Roberts als querschnittsgelähmter Teenager. Das ungleiche Betreuer-Patienten-Gespann bricht bald zu einer ziemlich außergewöhnlichen Reise auf: nämlich einem Roadtrip zu den langweiligsten Sehenswürdigkeiten der USA. Tatsächlich finden sie dort nicht nur ihre Lebensfreude wieder, sondern gabeln auch noch tolle Frauen auf.

„We Are Your Friends“ auf Amazon Prime: Als Musiker in spe hat man es wirklich nicht leicht. Vor allem, wenn man wie Newcomer-DJ Cole (Zac Efron) noch auf der Suche nach seinem eigenen Sound ist. Das Abhängen mit seinen Kumpels in Clubs reicht ihm partout nicht mehr – er will endlich groß rauskommen. Mit etwas Mentoren-Hilfe vom Vorbild DJ James (Wes Bentley) und dessen bildhübscher Freundin Sophie (Emily Ratajkowski) soll Cole seinem Traum endlich näher denn je kommen.

Neues aus der Filmwelt

Wiedersehen mit Darth Vader: Nach dem Neustart der Star-Wars-Saga im vergangenen Dezember folgt schon in diesem Jahr das nächste Kapitel. „Rogue One“ ist jedoch noch zeitlich zwischen Episode III „Die Rache der Sith“ und Episode IV „Krieg der Sterne“ angesiedelt. Daher passt es auch, dass wir uns auf ein Wiedersehen mit Oberschurke Darth Vader freuen können. Im Zentrum des neuen Films steht also der Zusammenbruch der Republik, den die Jedi nach ihrer Auslöschung nicht mehr verhindern können. Stattdessen macht sich nun die Rebellen-Allianz (in Form von Felicity Jones) daran, den Todesstern zu zerstören. Doch da hat ein gewisser Sith mit Röchelmaske natürlich etwas dagegen.

Netflix soll Offline-Modus bekommen: Das temporäre Speichern von Streaming-Inhalten ist ein beliebtes Feature, um den Dienst für Urlaube und WLAN-freie-Bahnfahrten anzupreisen. Maxdome hat es vorgemacht und Amazon Prime ist vergangenen Herbst nachgezogen. Nun berichten Branchen-Insider auch von Verhandlungen zwischen Netflix und Content-Providern für einen entsprechenden Download-Deal. Wir können es kaum abwarten, die lauten Mitreisenden auf einer langen Zugfahrt gegen eine neue Staffel von „Orange Is The New Black“ einzutauschen!

Frisch besetzt

„Power Rangers“ mit Brian Cranston: Welche Serie aus der Jugend wurde eigentlich noch nicht wieder neu aufgelegt? Natürlich die „Power Rangers“! Nach 20 Staffeln seit 1993 und zwei Filmen (1995 und 1997) wird es Zeit für einen Neustart. Unter der Regie von Dean Israelite („Project Almanac“) wurde sogar schon mit den Dreharbeiten begonnen. Das Cast erstreckt sich von Bryan Cranston als weiser Zordon über Elizabeth Banks als Hexe Rita Repulsa bis hin zu Newcomer RJ Cyler („Ich und Earl und das Mädchen“) als blauer Ranger. Auffallend modern kommen auch die Anzüge der Helden daher, die stark an Iron Mans Rüstung erinnern. Ab dem 23.03.2017 können wir uns selbst ein Bild von der Umsetzung machen, denn dann läuft der Film auch schon bei uns in den Kinos an.


Teaser (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


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Screen Radar: Virtual Reality, Spezialeffekte und Hummer

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Besuch im ersten VR-Kino der Welt, dem späten, aber heiß ersehnten Kinostart von „The Lobster“ und einem Überblick zu den teuersten Kino-Szenen mit Spezialeffekten.

Neu im Kino„The Lobster“
„Ein ganzes halbes Jahr“
Thema der WocheVirtual Reality ist noch lange nicht so weit
Streaming-Perlen„Master of None“ auf Netflix
„Mission: Impossible – Rogue Nation“ auf Amazon Prime
Darauf freuen wir uns„Noma“
RekordverdächtigDie teuersten Spezialeffekte

Neu im Kino

Muss man sehen: Die Zukunft ist da und sie sieht schräg aus! In der irren wie genialen Vision „The Lobster“ vom griechischen Meisterregisseurs Yorgos Lanthimos werden alle Single-Menschen zusammen in ein Hotel gesteckt. Dort haben sie 45 Tage Zeit, um einen Partner für sich zu ergattern. Wer in dieser Zeit nicht sein Glück findet, wird in ein Tier seiner Wahl umgewandelt und muss von nun an im Wald sein Dasein fristen. Wir sind ganz nah bei David (Colin Farrell) mit dabei, als er plötzlich wieder solo ist und das strikte Prozedere mitmachen muss. Die angenehm ungewöhnliche Ausgangssituation freut genauso wie der hochmotivierte Cast. Auch vor der Kamera: Rachel Weisz, Ben Whishaw, John C. Reilly, Léa Seydoux und Olivia Colman.

Kann man sich sparen: „Ein ganzes halbes Jahr“ klingt wie „Ziemlich beste Freunde“, ist aber lange nicht so gut: Die lebensbejahende Lou (Emilia Clarke) fängt an als Pflegerin für den Superreichen William (Sam Claflin) zu arbeiten. Der sitzt seit einem Motorradunfall im Rollstuhl und hat jegliche Freude aus seinem Alltag verbannt. Seine neue Angestellte will nun um jeden Preis wieder ein Lächeln in sein Gesicht zaubern. Die Romanze folgt Schema F. Ohne die Buchvorlage je in den Händen gehalten zu haben, kann man jeden nächsten Schritt der Charaktere vorhersagen. Das ist einfach nur langweilig. Eigentlich schon eine Beleidigung, für wie dumm hier das Publikum verkauft wird.

Thema der Woche

VR-Kino (Image by David StreitArthur Avenue)
VR Kino (Image by Arthur Avenue)

Virtual Reality ist noch lange nicht so weit: Vor wenigen Wochen haben wir euch im Screen Radar die Eröffnung des ersten Virtual-Reality-Kinos der Welt in Berlin angekündigt. Aus Neugier haben wir am vergangenen Wochenende selbst eine Vorstellung gebucht und uns vom Stand der Technik überzeugt. Das halbstündige Spektakel in den Berliner Spreewerkstätten kostete 12,50 Euro pro Person und verursachte leider mehr Kopfschmerzen als Aha-Erlebnisse. Das liegt zum einen daran, dass man es einfach nicht gewohnt ist, so lange eine schwere 360°-Brille im Gesicht zu tragen. Noch viel schlimmer fällt allerdings die Auswahl der Filme ist Gewicht: Das Kino rühmt sich mit einer handverlesenen Auswahl der besten VR-Inhalte – doch zumindest das Paket „Fun“ bot einen unterirdischen Mix aus gähnender Langeweile und keinerlei Mehrwert. In der Regel befindet man sich inmitten einer Szene, die dank „Storytelling“ immer ein Vorne braucht. In einigen Animationswelten rauscht mal etwas an einem vorbei, so dass man sich auch gerne mal im Stuhl mit dreht. Doch oft werden die räumlichen Möglichkeiten überhaupt nicht genutzt, zum Beispiel wenn man minutenlang einer Big-Band zuschauen muss, die viel zu nah an die Kamera herantritt. Gute Ansätze wie eine animierte Kettenreaktion mit großen und kleinen Gegenständen, die rings um einen herum umfallen, sind dagegen bereits nach 20 Sekunden vorbei. Am Ende der Show bleibt der Eindruck, dass noch viele Experimente nötig sind, um das Geschichtenerzählen in der virtuellen Realität zu perfektionieren. Als Grundproblem ist die Fortbewegung innerhalb der Welt zu betrachten, für die es eigentlich eine separate Steuerung und interaktive Charaktere bräuchte. In Sachen Kino bevorzugen wir also fürs Erste noch den zweidimensionalen Raum.

Streaming-Perlen

„Master of None“ auf Netflix: Wie ist das eigentlich, wenn immer nur ein Inder pro Hollywoodfilm gecastet wird? Wie unterschiedlich empfinden Männer und Frauen eine Partynacht in New York City? Und welche Person sollte man am dringensten mit auf ein Konzert von dem heißbegehrten Father John Misty nehmen? Genau solchen Fragen widmet sich die geniale Netflix-Serie „Master of None“. Star der Show ist Aziz Ansari, der ja schon in „Parks and Recreation“ als Tom Haverford positiv auffiel. Es wird sozialkritisch, schwarzhumorig und einfach wahnsinnig gut.

„Mission: Impossible – Rogue Nation“ auf Amazon Prime: Tom Cruise ist ja eigentlich mehr Maschine als Mensch. Und ein Stuntdouble kommt für ihn schon mal gar nicht in die Tüte. Auch im fünften „Mission: Impossible“-Teil hat er alle krassen Action-Sequenzen komplett selbst durchgezogen – was für ein Prachtkerl. Dadurch ist auch „Rogue Nation“ wieder mal eine Besonderheit. Obwohl auch Schwedin Rebecca Ferguson ihren Part dazu beiträgt: als toughe Ilsa Faust macht sie dem Top-Agenten nämlich ganz schon Feuer unter den Hintern.

Darauf freuen wir uns

„Noma“: Essen bedeutet nicht gleich essen – vor allem für Sterne-Koch René Redzepi, dessen Restaurant Noma bereits vier Mal zum besten der Welt gekürt wurde. Die gleichnamige Foodporn-Doku zeigt die Poesie hinter der Zusammenstellung von Zutaten und der Kreation seiner Gerichte. Unter dem Motto „Zeit und Ort“ interpretiert Redzepi aktuell die Jahreszeiten mit Zutaten wie Seeigeln, Moos und fermentierten Stachelbeeren. Klingt eklig, sieht aber verdammt ansprechend aus. Wenn wir das nächste Mal in Kopenhagen sind, müssen wir das Noma unbedingt besuchen!

Rekordverdächtig

Die teuersten Spezialeffekte: Kurz bevor Roland Emmerich in „Independence Day 2: Wiederkehr“ ab 28. Juli wieder die wichtigsten Denkmäler der Erde in Schutt und Asche legt, zählen wir für euch die kostspieligsten Digitalsequenzen aller Zeiten auf. Den Anfang macht „I Am Legend“ mit einer Szene vom Einsturz der Brooklyn Bridge, die stolze 5 Millionen Dollar vom Budget verschlungen hat. Doppelt so teuer und nicht mal im Film verwendet war sogar eine Szene aus „Superman Returns“, welche seine Rückkehr nach Krypton zeigt und eigens ins IMAX-3D-Format konvertiert wurde. Autsch! Visuell wegweisend kam auch die „Matrix“-Trilogie daher, welche mit einer 40 Millionen Dollar teuren Szene (von 150 Millionen US-Dollar des Gesamtbudgets) die absolute Spitze der teuersten Spezialeffekte markiert. Für den insgesamt 17 Minuten andauernden Kampf zwischen Neo und dem vervielfachten Agent Smith wurden 27 Drehtage angesetzt und es musste eigens eine neue Software entwickelt werden, um die Choreografie zusammenzusetzen.


Teaser (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)

Image by Arthur Avenue


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Screen Radar: So groß ist der Einfluss des Publikums auf „Fack Ju Göhte 3“

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einer Gruppendiskussion zur Fortsetzung der Erfolgskomödie „Fack Ju Göhte“, dem Drama „Demolition – Lieben und Leben“ im Kino und den ersten Infos zur Besetzung des weiblichen „Ocean’s Eleven“-Reboot.

Neu im Kino„Demolition – Lieben und Leben“
„Central Intelligence“
Thema der WocheDas Publikum bestimmt über „Fack Ju Göhte 3“
Streaming-Perlen„Victoria“ auf Netflix
„Willkommen bei Alice“ auf Amazon Prime
Neues aus der FilmweltTheorie verbindet Pixar-Filme mit „Stirb Langsam“
Frisch besetztFrauen-Spin-Off von „Ocean’s Eleven“
Wann geht es endlich weiter?„The 100“ – Staffel 3
„Narcos“ – Staffel 2
„The Walking Dead“ – Staffel 7

Neu im Kino

Muss man sehen: „Demolition – Lieben und Leben“ setzt sich mit gesellschaftlichen Konventionen auseinander: Wie haben wir auf eine Situationen wie den Verlust einer geliebten Person zu reagieren? Jake Gyllenhaal spielt einen erfolgreichen Banker, der nach dem Unfalltot seiner Frau in einen Schockzustand verfällt. Seinen Frust lässt er nun in Briefen an eine Snackautomatenfirma raus, welche die mitfühlende Naomi Watts im Kundenservice zum Nachdenken bringen. Das Drama nimmt sich dem Thema Verlust auf ironische Weise an und findet dadurch immer wieder humorvolle Elemente in einer traurigen Welt.

Kann man sich sparen: Kevin Hart ist ja nicht gerade bekannt für Quality Content. Aber nach dem weniger guten Film „Die Trauzeugen AG“ und dem noch weniger guten Streifen „Der Knastcoach“ folgt nun der noch viel weniger gute Film „Central Intelligence“. In diesem tut er sich mit Muskelprotz Dwayne „The Rock“ Johnson zusammen, die beide alte Klassenkameraden spielen und sich nun in ein Spionage-Abenteuer stürzen. Die Buddy-Komödie hofft auf schnelle Lacher, indem sie ihre eindimensionalen Figuren möglichst peinlich aussehen lässt. Das reicht 2016 aber wirklich nicht mehr für eine unbekümmerte Zeit im Kinosessel.

Thema der Woche

Image by Constantin Film
Image by Constantin Film

Das Publikum bestimmt über „Fack Ju Göhte 3“: Mit 7,4 Millionen Kinobesuchern war die Schulkomödie „Fack Ju Göhte“ 2013 der erfolgreichste Film in den deutschen Kinos. Zwei Jahre später konnten Regisseur Bora Dagtekin, Hauptdarsteller Elyas M’Barek sowie auch der Verleih Constantin Film das noch einmal toppen und zu „Fack Ju Göhte 2“ sage und schreibe 7,7 Millionen Leute in die Lichtspielhäuser locken. Von Kino-Müdigkeit der Deutschen kann angesichts dieser Zahlen keine Rede sein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Nähe zur Zielgruppe. Denn beide Filme wurden in enger Abstimmung mit dem Publikum realisiert. Frei nach dem Motto: Gedreht wird, was die Zuschauer sehen wollen. Bei einer Online-Umfrage nach dem ersten Teil entschieden sich die Voter etwa gegen eine Umbenennung in „Leck mich, Schiller“ und für die Klassenfahrt als Thema der Fortsetzung. In der laufenden Woche, genauer gesagt am 17. Juni, wird nun das dritte Kapitel in der Öffentlichkeitsarbeit der Filmreihe aufgeschlagen: es finden gleich mehrere Gruppendiskussionen statt, in denen das Produktionsteam herausfinden möchte, in welche Richtung die Geschichte weitererzählt werden soll. Die Altersstufen von 11-15 Jahren, 16-20 Jahren und 21-45 Jahren werden separat voneinander befragt und erhalten als Dankeschön für ihre Teilnahme an dem zweistündigen Gruppengespräch DVDs und Kino-Freikarten. Drücken wir die Daumen, dass dabei nicht „mehr vom Selben“ herauskommt, sondern die Teilnehmer ein ehrliches Interesse an einer Weiterentwicklung der Figuren um Vorzeige-Lehrerin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) und Problemkind Chantal (Jella Haase) zeigen.

Streaming-Perlen

„Victoria“ auf Netflix: Beim Deutschen Filmpreis 2015 räumte Regisseur Sebastian Schipper mit seinem One-Take-Thriller „Victoria“ alle Preise ab. Das zweieinhalbstündige Werk spielt in einer lauen Berliner Sommernacht und begleitet die Gruppe um Victoria (Laia Costa), Sonne (Frederick Lau) und seine Kumpels vom Tanzen im Club, über Gespräche auf die Dächer der Stadt bis zum gefährlichen Banküberfall.

„Willkommen bei Alice“ auf Amazon Prime: Kristen Wiig spielt eine Frau mit Persönlichkeitsstörung, die plötzlich im Lotto gewinnt. Mit dem unerwarteten Reichtum kauft sie sich ihre eigene Talkshow und hat kein geringeres Ziel, als zur einflussreichsten TV-Ikone aufzusteigen und Oprah Winfrey abzulösen. Dass sie für die Rolle als Moderatorin nicht geboren scheint, hindert sie nicht daran, sich ihren großen Traum zu erfüllen.

Neues aus der Filmwelt

Theorie verbindet Pixar-Filme mit „Stirb Langsam“: Es kursieren die wildesten Gerüchte über Zusammenhänge zwischen Filmen, wo eigentlich keine sind. Als hinlänglich bewiesen gilt, dass alle Pixar-Filme im selben Universum spielen. Geschickt eingestreute Hinweise dafür finden sich immer wieder – wie der Pizza-Planet-Truck, der seit dem ersten „Toy Story“-Teil in jedem einzelnen Film zu sehen ist. Nun hat die US-Homepage Mashable aber neue Brotkrumen gefunden, die einen Zusammenhang zwischen den Animationsfilmen von Pixar und der Action-Serie „Stirb Langsam“ mit Bruce Willis nahelegen. Die nicht ganz ernstgemeinten „Beweise“ gibt es hier im Video:

Den Machern von „Findet Dorie“ scheint diese Theorie nun wohl so gut gefallen zu haben, dass sie gleich zwei richtige Anspielungen im neuesten Pixar-Werk versteckt haben. Ab 29. September darf hierzulande mitgerätselt werden.

Frisch besetzt

Frauen-Spin-Off von „Ocean’s Eleven“: Das noch unbetitelte Reboot von „Ocean’s Eleven“ mit weiblichen Einbrechern nimmt so langsam Gestalt an. In den Hauptrollen wurden die Oscar-Gewinnerinnen Sandra Bullock (als Film-Schwester von George Clooney) und Cate Blanchett gecastet. In weiteren Rollen scheinen auch Helena Bonham Carter, Elizabeth Banks und Mindy Kaling mitzuwirken. Das Damen-Ensemble wird von Gary Ross („Die Tribute von Panem – The Hunger Games“) in Szene gesetzt, der in die Fußstapfen von Steven Soderbergh tritt. Wir freuen uns auf eine trickreiche Geschichte mit allerhand Frauenpower!

Wann geht es endlich weiter?

The 100“ | Staffel 3: Ab 20.06.2016 auf ProSieben „Narcos“ | Staffel 2: Ab 02.09.2016 auf Netflix „The Walking Dead“ | Staffel 7: Ab Oktober 2016


Teaser (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0) Image by Constantin Film


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Screen Radar: Wie sich „Homeland“ neu erfunden hat

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit den Plänen zur Fortsetzung von „Homeland“, einem ersten Trailer zur Musik-Parodie „Popstar: Never Stop Never Stopping“ und einem Überblick zum Marktwert von Disney-Schlössern.

Neu im Kino„Erlösung“
„Rockabilly Requiem“
Thema der Woche„Homeland“ ist zurück unter den Lebenden
Neues aus der FilmweltTil Schweiger macht sich für Neuverfilmung seines Stoffes stark
Steven Soderbergh will nun doch wieder Filme machen
Darauf freuen wir uns„Popstar: Never Stop Never Stopping“
Frisch besetzt„Tom Clancy’s The Division“ mit Jake Gyllenhaal
RekordverdächtigSo teuer wären die Disney-Schlösser in Wirklichkeit
Wann geht es endlich weiter?„Transparent“ – Staffel 3
„BoJack Horseman“ – Staffel 3
„Younger“ – Staffel 2

Neu im Kino

Muss man sehen: Die Verfilmungen der norwegischen Krimi-Romane von Jussi Adler-Olsen garantieren Spannung pur. Nach „Erbarmen“ und „Schändung“ folgt nun „Erlösung“, in dem erneut das kauzige Duo Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Assad (Fares Fares) ermittelt. Dieses Mal bekommen sie eine alarmierende Flaschenpost, die einen Hilfeschrei, tatsächlich geschrieben mit Blut, enthält. Die Spur führt sie zu einem Ehepaar, deren zwei Jungs schon seit einiger Zeit verschwunden sind. Nur haben die Eltern ihre Söhne nie als vermisst gemeldet. Was wirklich dahinter steckt, wird Stück für Stück in 112 Minuten Laufzeit geklärt.

Kann man sich sparen: „Rockabilly Requiem“ widmet sich dem Thema Selbstverwirklichung – hat dabei aber keine aufmunternden Worte für seine Zuschauer parat. Dabei hätte alles so gut laufen können: Hubertus (Ben Münchow) träumt davon, als Support einer coolen Rockabilly-Band auf Tour zu gehen und Sebastian (Sebastian Tiede) gibt alles, um für die Combo ein anständiges Promo-Tape aufzunehmen. Doch die Umstände sind im Jahr 1982 alles andere als rosig und in ihren Familien finden sie keinen Rückhalt für ihr Vorhaben. Der Wechsel von schwungvollen Streifzügen durch die Clubs zum handfesten Familiendrama geht vor allem aufgrund des platt formulierten Drehbuchs nicht auf.

Thema der Woche

Homeland (Image by Twentieth Century Fox Home Entertainment)
Homeland by Twentieth Century Fox Home Entertainment

„Homeland“ ist zurück unter den Lebenden: Wer hätte gedacht, dass „Homeland“ nach einer schwachen zweiten und einer noch viel schwächeren dritten Staffel noch einmal die Kehrtwende hinbekommt? Die israelische Vorlage „Hatufim – In der Hand des Feindes“, die nur zwei Staffeln andauerte, war endgültig auserzählt und sonst fiel den Machern um Alex Gansa nicht viel Neues ein. Doch als man sich endlich von der Ausgangssituation trennen konnte (Serien-Startschuss lautete: amerikanischer Soldat kehrt vieeelleicht als Attentäter in die Heimat zurück), entwickelten sich die Dinge plötzlich wieder in die richtige Richtung. In Staffel vier verlegte man das Setting nach Kabul und in Staffel fünf sogar nach Berlin. Beide Fortsetzungen sind voller Wendungen, Intrigen sowie auch sonst höchst brisant und nah am Zeitgeschehen. Nun scheint es so, als würde uns die Serie vom US-Kabelsender Showtime noch einige Jahre erhalten bleiben. Denn Staffel sechs, die zum Ende des Sommers gedreht wird, soll nicht der letzte Ausflug von CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) und ihrem Vorgesetzten Saul Berenson (Mandy Patinkin) bleiben. Die Verhandlungen erstrecken sich aktuell bis zur achten Staffel. Mit dieser Sicherheit im Rücken ließen sich mal wieder größere Story-Bögen spannen und Geschichten über mehrere Staffeln erzählen. Zunächst verschlägt es die Serie zurück in die Politik und es wird sich dem Präsidentschaftswahlkampf gewidmet. Die eigentliche Handlung soll zwischen Wahltag und Amtseinführung in New York angesiedelt sein. Das schreit geradezu nach einem guten Aufhänger für die folgenden Staffeln. Am 20. Januar 2017 geht es los mit der sechsten Staffel!

Neues aus der Filmwelt

Til Schweiger macht sich für Neuverfilmung seines Stoffes stark: US-Remakes von erfolgreichen Filmen aus dem Rest der Welt sind keine Seltenheit. Nun scheint es auch den bei uns mit 7,2 Millionen Zuschauern besucherstärksten Film 2014 zu erwischen: „Honig im Kopf“ soll neu aufgelegt werden. In der Tragikomödie von Til Schweiger spielte Dieter Hallervorden einen Alzheimer-Patienten, der gerne noch einmal Venedig sehen würde. In der gleichen Rolle will sich nun auch Michael Douglas versuchen. Schweigers Wunschkandidat für seine eigene Rolle ist Matt Damon. Wenn diese Personalie aufgeht, tritt das schwule Paar aus „Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll“ dieses Mal als Vater-Sohn-Gespann auf. Für den Regieposten kann sich Schweiger niemand besseren als (hier Trommelwirbel einfügen) sich selbst vorstellen. Steven Soderbergh will nun doch wieder Filme machen: Nach dem 2013er Pharma-Thriller „Side Effects“ mit Rooney Mara und Channing Tatum ist es kinomäßig still geworden um den visionären Filmemacher. Es hieß, Soderbergh wolle sich nun gänzlich auf das Fernsehen konzentrieren. Mit „The Knick“ produziert er aktuell etwa eine angesehene Ärzteserie, die Anfang des 20. Jahrhunderts spielt. Nun ist aber offiziell Schluss mit der Kino-Abstinenz. Denn die erste Klappe zu seiner nächsten Gauner-Komödie „Logan Lucky“ soll demnächst schon fallen. Darin werden Channing Tatum und Michael Shannon versuchen, während eines NASCAR-Autorennens einen riskanten Raub zu begehen. Wir haben doch gewusst, dass Soderbergh die Füße nicht ewig still halten kann!

Darauf freuen wir uns

„Popstar: Never Stop Never Stopping“: Das Comedy-Trio The Lonely Island ist bekannt für so musikalische Höchstleistungen wie „I’m on a Boat“ mit 95 Millionen Aufrufen auf YouTube oder „I Just Had Sex“ mit unglaublichen 252 Millionen Klicks. Nach den Musik-Parodien folgten Auftritte bei Saturday Night Live und nun schließlich der erste eigene Kinofilm. Darin geht es um einen Rapper, der sich nach einem katastrophalen Flop wieder mit seiner alten Boyband zusammentut. Wir können uns schon jetzt kaum vor Lachen über den Trailer aufrecht halten.

Frisch besetzt

„Tom Clancy’s The Division“ mit Jake Gyllenhaal: Mit Einnahmen von 330 Millionen Dollar hat sich das gleichnamige Computerspiel von Ubisoft innerhalb von nur fünf Tagen nach dem Release bereits zum Mega-Seller gemausert. Kein Wunder, dass die Kino-Adaption schnell folgen soll. Jake Gyllenhaal konnte bereits mit „Prince Of Persia – Der Sand der Zeit“ Erfahrung in der Verfilmung von Videospielen sammeln. Und das waren nicht unbedingt gute. Der Historienschinken erwies sich nämlich als echter Flop an den Kinokassen. Umso wichtiger ist es ihm auch, zu beteuern, dass er alten Fehler nicht wiederholen wolle, weshalb er sich ein umfassendes Mitspracherecht als Produzent zusichern ließ.

Rekordverdächtig

So teuer wären die Disney-Schlösser in Wirklichkeit: Die britische Immobilienagentur „The House Network“ hat den Taschenrechner gezückt und genau berechnet, was die beliebten Schlösser aus den Kinderfilmen eigentlich wert sind. Das Anwesen aus „Die Schöne und das Biest“ (60 Zimmer, Service-Personal, idyllische Lage) reißt mit fast 20 Millionen Euro noch ein verhältnismäßig kleines Loch in den Geldbeutel. Wer es noch etwas üppiger mag, dem sei das Schloss von „Dornröschen“ (spätgotischer Baustil, 27 Turmzimmer) ans Herz gelegt, das für schlappe 110 Millionen Euro zu haben wäre. Mit einem Wert von 2 Milliarden Euro schlägt der Palast vom Sultan aus „Aladdin“ (prunkvoller Thronsaal, 12 goldene Türme, 100.000qm Grundstück) aber alle anderen Unterkünfte um Längen. Ein Verlies gibt es noch dazu.

Wann geht es endlich weiter?

Transparent“ | Staffel 3: Ab Herbst 2016 bei Amazon Prime „BoJack Horseman“ | Staffel 3: Ab 22.07.2016 auf Netflix „Younger“ | Staffel 2:Ab 22.06.2016 auf TNT Comedy


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


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Screen Radar: Showdown zwischen Skins und Punks

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit den Folgen eines Exklusivdeals zwischen Netflix und Disney, dem Thriller „Green Room“ mit Patrick Stewart als Nazi-Fiesling, den meisten Flüchen in einem Film und dem Trailer zu „Wiener-Dog“, in dem sich alles um Dackel dreht.

Neu im Kino„Green Room“
„The Nice Guys“
Thema der WocheWer die Inhalte hat, gewinnt
Neues aus der FilmweltUns erwartet ein neuer James Bond
Horrorfilm im Kinderprogramm
Darauf freuen wir uns„Wiener-Dog“
Frisch besetzt„You Are Wanted“ mit Matthias Schweighöfer
Wie wurde es gemacht?Mit 3.000 Bildern pro Sekunde die Zeit einfrieren
RekordverdächtigSo oft wird in diesen Filmen geflucht
Wann geht es endlich weiter?„Empire“ – Staffel 2
„Girls“ – Staffel 5
„Silicon Valley“ – Staffel 3

 

Neu im Kino

Muss man sehen: Der spannungsgeladene US-Thriller„Green Room“ lässt Punks auf Skinheads treffen. Mit dem letzten Tropfen Benzin schafft es die Punkband „The Ain’t Rights“ zu einem Gig irgendwo im Nirgendwo. Ihr Publikum besteht zu 100 Prozent aus Nazis – aber der Plan, direkt nach dem Auftritt wieder zu verschwinden, geht leider nicht auf. Sie werden unfreiwillig Zeuge eines Mordes, woraufhin sie sich im Backstageraum verbarrikadieren und um ihr Leben fürchten müssen. Dank der überzeugenden Darstellungen von Patrick Stewart als skrupelloser Anführer der Nazi-Gang, Imogen Poots als Skinhead-Braut und Anton Yelchin als Bandleader wird dieses blutrünstige Katz-und-Maus-Spiel den Zuschauer bis zum Schluss an den Kinosessel fesseln.

Kann man sich sparen: Wo ist eigentlich oben und wo ist unten? In „The Nice Guys“ vermischen sich Blödel-Buddy- mit Film-Noir-Elementen und dem L.A. der Siebziger zu einem wuseligen Krimi-Etwas. Obwohl Russell Crowe und Ryan Gosling zugegebenermaßen eine tolle Leinwand-Chemie haben, entpuppt sich ihr Detektivauftrag als wahre Stimmungsbremse. Regisseur Shane Black („Iron Man 3“, „LethalWeapon“) schickt sein Gespann (mit tatkräftiger Unterstützung von Goslings Film-Tochter, gespielt von Angourie Rice) auf Verbrecherjagd und dreht sich dabei so oft im Kreis, dass einem schwindelig wird. Darauf kann man einfach nicht klarkommen!

Thema der Woche

Wer die Inhalte hat, gewinnt: Man hat ja keine Ahnung, was für Exklusivdeals in den Hinterzimmern der Streaming-Provider so geschlossen werden. Uns ist jetzt eine Abmachung zwischen Netflix und Disney aus dem Jahr 2012 zu Ohren gekommen, die (zunächst) großflächige Konsequenzen für alle US-Nutzer nach sich ziehen dürfte. Beide Parteien haben sich nämlich damals schon darauf geeinigt, dass Netflix ab September 2016 alleinige Abspielstätte für Produktionen aus dem Hause Disney sein wird, die seit Januar 2016 im Kino anliefen. Dieser Deal gilt ebenso für die Tochterfirmen Pixar mit seinen Animationsfilmen, Lucasfilm mit dem Neustart der „Star Wars“-Reihe wie auch Marvel mit seinem Superhelden-Aufgebot. Beginnend mit „Zoomania“ und „Captain America: Civil War“ sowie auch „Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln“ und „Findet Dorie“ wird es also wirklich große Disney-Neuerscheinungen nur noch auf Netflix zu bestaunen geben. Dies unterstreicht nicht nur den hohen Stellenwert von umfassenden Filmkatalogen, sondern auch die Pay-TV-Zwickmühle, die sich für uns Nutzer bereits heute andeutet. Während sich Netflix den Deal, der auch Klassiker umfasst, laut CNN etwa 300 Millionen Dollar im Jahr kosten lässt, müssen auch wir uns darauf einstellen, langfristig tiefer in die Taschen zu greifen – ein einziger Streaming-Service wird mit derlei Taktiken nicht mehr ausreichen. Eine größtmögliche Auswahl lässt sich nur dann gewährleisten, wenn man gleich mehrere Abos abschließt. Der Blick in die Redaktion verrät, dass das ohnehin bei den meisten Leuten schon der Fall ist. Wie sieht es bei dir aus: Wie viele Plattformen brauchst du, um alle deine Interessen abzudecken?

Neues aus der Filmwelt

Uns erwartet ein neuer James Bond: Alle Zeichen deuten darauf hin, dass der nächste Bond ohne Hauptdarsteller Daniel Craig und auch ohne Regisseur Sam Mendes auskommen muss. Während Craig seit 2006 ganze vier Mal den Agenten mit der Lizenz zum Töten spielte, setzte Mendes die letzten beiden Abenteuer „Skyfall“ und „Spectre“ um. Doch selbst eine rekordverdächtige Millionengage scheinen beide nun auszuschlagen. Als siebter Bond in der Geschichte des Films haben sich gleich eine ganze Reihe an Darsteller(innen) ins Gespräch gebracht. Neben Idris Elba („Luther“), Tom Hiddleston („The Night Manager“) und Jamie Bell („Jumper“) könnte sich auch Gillian Anderson („Akte X“) vorstellen, in die Rolle zu schlüpfen. Wer es auch wird, er oder sie wird das Franchise definitiv in eine neue Richtung bewegen – und das ist immer gut. Horrorfilm im Kinderprogramm: Am vergangenen Sonntag dürften viele Kids, die sich um 6 Uhr schon vor den Fernseher geklemmt haben, eine schockierende Überraschung erlebt haben. Denn statt „Coco – Der neugierige Affe“ lief im Kinderprogramm des ZDF der Grusel-Klassiker „Halloween – Die Nacht des Grauens“. Eine ganze halbe Stunde brauchte die Sendezentrale, um den Fehler zu beheben. Derweil ploppten auf Twitter natürlich bereits die ersten lustigen Reaktionen auf:

Danke @ZDF Jetzt werde ich nie erfahren, ob Coco, der neugierige Affe die schreiende Frau gerettet hat. #Halloween

— Rene Gusko (@ReneGusko) 29. Mai 2016

So 6:25 – Bei @ARDde läuft „Wissen macht Ah“, @ZDF sendet „Halloween – Nacht des Grauens“. So ist für jeden Kleinkindgeschmack etwas dabei.

— Franz (@Franz) 29. Mai 2016

Darauf freuen wir uns

„Wiener-Dog“: Wieso hat eigentlich noch niemand einen Film gedreht, in dem Dackel im Mittelpunkt stehen? Mit „Wiener-Dog“ soll sich das endlich ändern. Der Trailer verspricht vier skurrile Geschichten, in denen es unter anderem um ein Mauerblümchen (Greta Gerwig) und einen erfolglosen Drehbuchautor (Danny DeVito) geht. In weiteren Rollen werden Julie Delpy, Kieran Culkin und „Girls“-Star Zosia Mamet begeistern. Das sieht doch nach einer amüsanten, schwarzhumorigen Ensemble-Komödie aus!

Frisch besetzt

„You Are Wanted“ mit Matthias Schweighöfer: Endlich geht es los – die erste deutsche Amazon-Serie dreht sich um den jungen Familienvater Lukas Franke (Matthias Schweighöfer), der so lange ein unbeschwertes Leben führt, bis seine digitale Identität von einem Hacker umgeschrieben wird. In weiteren Hauptrollen sind Alexandra Maria Lara als Lukas’ Frau Hanna und Karoline Herfurth als Journalistin zu sehen. Gastauftritte wird es zudem von TV-Moderatorin Katrin Bauerfeind und Supermodel Toni Garn geben.

Wie wurde es gemacht?

Mit 3.000 Bildern pro Sekunde die Zeit einfrieren: Die spektakulärsten Szenen in den letzten beiden X-Men-Filmen waren ohne Zweifel die Zeitlupen-Sequenz mit Evan Peters als Mutant Quicksilver. In einem kurzen Making-of gewährt das Studio 20th Century Fox nun Einblicke in den Entstehungsprozess der explosiven Szene aus „X-Men: Apocalypse“, der aktuell im Kino läuft. Allein für diesen Effekt lohnt sich der Kino-Besuch! Die Probleme mit dem restlichen Werk haben wir in der vorletzten Ausgabe vom Screen Radar ausgeführt.

Rekordverdächtig

So oft wird in diesen Filmen geflucht: In den USA reicht es schon, wenn zweimal in einem Film „Fuck“ gesagt wird, um eine Jugendfreigabe zu verwirken. Die folgenden Beispiele erfüllen daher spielend die Bedingung für einen Film ab 16 Jahren. Mit gerade mal 210 Fucks hält sich Guy Ritchie in „Layer Cake“ fast noch schamvoll zurück. Auf stolze 280 Flüche bringt es da schon Joaquin Phoenix in seiner halbfiktiven One-Man-Show „I’m Still Here“. Richtig dreckig geht es dagegen in „End of Watch“ zu, der mit seinem Mockumentary-Stil besonders nah an der Gangsterszene ist – 326 Fucks. Den ersten Platz unter den bekannteren Spielfilmen sichern sich aber Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio mit „The Wolf of Wall Street“, in dem rekordverdächtige 539 Mal das Wörtchen Fuck fällt. Den All-Time-Rekord hat übrigens der Film „Swearnet“ aufgestellt, in dem es fast um nichts anderes gehen kann als sich zu verfluchen – 935 Fucks.

Wann geht es endlich weiter?

Empire“ | Staffel 2: Ab 02.06.2016 auf ProSieben Fun „Girls“ | Staffel 5: Ab 05.06.2016 auf TNT Comedy „Silicon Valley“ | Staffel 3: Ab 29.06.2016 auf Sky Atlantic HD


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


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Screen Radar: Die Serien-Highlights der neuen TV-Saison

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Ausblick auf die geplanten Serien-Neustarts, dem deutschen Drogen-Thriller „Der Nachtmahr“ und dem ersten Virtual-Reality-Kino der Welt.

Neu im Kino„Der Nachtmahr“
„Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln“
Thema der WocheNeue Serien kündigen sich an
Streaming-Perlen„Ziemlich beste Freunde“ auf Netflix
„Prisoners“ auf Amazon Prime
Neues aus der FilmweltNintendo will auf die Leinwand
Erstes Virtual-Reality-Kino in Berlin eröffnet
Darauf freuen wir uns„Mr. Robot“ – Staffel 2
Frisch besetzt„Fargo“ – Staffel 3 mit Ewan McGregor
„Jumanji“ mit Kevin Hart
App RadarNetflix Party

 

Neu im Kino

Muss man sehen: Wenn sich Boys Noize und Atari Teenage Riot schon mal dazu hinreißen lassen, einem Film einen Soundtrack zu spendieren, muss man dem unbedingt nachgehen. „Der Nachtmahr“ spielt in den Berliner Clubs und changiert zwischen Coming-of-Age-Drama und Horrorfilm. Wenn die 17-jährige Tina (gespielt von Carolyn Genzkow) nämlich nicht gerade die Tanzfläche stürmt, muss sie sich mit einem dauerhungrigen Monster-Fötus herumschlagen, den anscheinend nur sie sehen kann. Es bleibt zu klären, was es mit dem Wesen auf sich hat. Regisseur AKIZ serviert einen 88-minütigen Genre-Mix, den es möglichst laut zu bestaunen gilt. Achtung: Aufgrund der Strobo-Lichter und anderer visueller Spielereien für Epileptiker nicht geeignet. Und für schwache Nerven sowieso nicht!

Kann man sich sparen: Armer Johnny Depp – wird er doch schon lange nur noch als Crazy Typ mit Spleen besetzt. Im 2010er „Alice im Wunderland“ von Tim Burton verkörperte er erstmals den irren Hutmacher, der nun seine gesamte Familie verloren hat. Und jetzt muss er noch mal ran – obwohl das wirklich keinen mehr interessiert. Dazu schlüpft auch Mia Wasikowska in ihr Alice-im-Wunderland-Kostüm (Geldprobleme oder was?). Sie muss nämlich für ihren Kumpel mit dem Kopfbedeckungsfetisch durch die Zeit reisen und allerhand blödsinnige Abenteuer durchstehen. Die kindgerechte Erzählung von James Bobin („Die Muppets“) wartet mit jeder Menge halbgarer Zeitebenen-Metaphern auf und will unbedingt mit neuen Steampunk-Elementen punkten. Leider fehlt es der eigentlich sehr fantasievollen Geschichte dennoch an Charme und Würze (zu eindimensional, zu vorhersehbar), so dass die Fortsetzung bestenfalls als durchschnittliche Nachmittagsunterhaltung dient.

Thema der Woche

Neue Serien kündigen sich an: Einmal im Jahr präsentieren die großen amerikanischen Networks wie ABC, CBS, NBC und FOX ihr Programm für die kommenden zwölf Monate. Bei den sogenannten „Upfronts“ gilt es, die Werbekunden heiß zu machen – und wir Zuschauer erhalten einen Ausblick, worauf wir uns demnächst freuen können. Zu den Neuankündigungen gehören etwa eine Serien-Adaption der Kino-Reihe „Lethal Weapon“ mit den ungleichen Cops Riggs und Murtaugh, sowie auch eine Neuauflage von „MacGyver“. Hierbei soll es darum gehen, wie aus einem 25-jährigen Schluffi (verkörpert von Lucas Till) der Mann wird, der sich nur mit einem Kaugummi, einer Büroklammer und etwas Klebeband aus jeder noch so kniffligen Situation befreien kann. Wir sind gespannt, was man aus der kultigen DIY-Serie heute macht! Aber auch zwei alte Serien-Hasen sind mit neuen Stoffen zurück. Kevin James etwa zwängt sich erstmals nach „King of Queens“ wieder in seine Sitcom-Hosen und versucht mit „Kevin Can Wait“ an alte Erfolge anzuknüpfen. Ob aus der Cop-in-Frührente-ist-vom-Familienleben-überfordert-Nummer allerdings der nächste große Comedy-Hit wird, darf bezweifelt werden. Der erste Trailer zeigt leider nur plumpe Sprüche und einen Kevin James auf Sparflamme. Bessere Chancen hat da schon Kiefer Sutherland, der in „24: Legacy“ zwar offiziell nicht mehr dabei sein wird, mit „Designated Survivor“ aber ein nicht minder spannendes Projekt am Start hat. Darin spielt er einen Politiker, der nach einem Anschlag plötzlich Präsident ist, weil alle höherrangigen Kabinettsmitglieder ums Leben gekommen sind. Laut Insidern gab es einen wahren Bieterkrieg um die TV-Rechte an der Politik-Serie mit Verschwörungscharakter. Sobald bekannt ist, wie und wo man den Stoff in Deutschland zu Gesicht bekommen kann, werden wir euch hier natürlich informieren.

Streaming-Perlen

„Ziemlich beste Freunde“ auf Netflix: Die auf wahren Begebenheiten beruhende französische Tragikomödie feiert das Leben in vollen Zügen. Hier treffen der reiche, aber vom Hals abwärts gelähmte Philippe (François Cluzet) und der arme, aber lebensfrohe Pfleger Driss (Omar Sy) aufeinander. Anders als alle anderen hat Driss keine Berührungsängste bei einem behinderten Menschen und so weckt er die Lebensfreude in seinem Chef auf ganz neue und außergewöhnliche Weise. Hier kann man sich einiges für den Alltag abgucken!

„Prisoners“ auf Amazon Prime: Als seine Tochter entführt wird, nimmt Keller (Hugh Jackman) das Gesetz selbst in die Hand. Ein mutmaßlicher Entführer ist schnell gefunden, doch ein Geständnis will der geistig etwas zurückgebliebene Alex (Paul Dano) partout nicht ablegen. Also hilft Keller etwas nach… Diese für alle Seiten völlig unerträgliche Situation nutzt der kanadische Filmemacher Denis Villeneuve, um zu zeigen, wie sehr Extremsituationen Menschen verändern können.

Neues aus der Filmwelt

Nintendo will auf die Leinwand: Ubisoft und Blizzard machen es mit „Assassin’s Creed“ und „Warcraft: The Beginning“ vor – jetzt wittert auch Videospiele-Urgestein Nintendo das große Geld im Filmbusiness. Schließlich sitzt man auf einem Goldschatz was Charaktere und Geschichten angeht. Bisher ist noch nicht klar, welche Figuren zuerst die Helden ihres eigenen (wahrscheinlich animierten) Filmes werden. Denkbar wären neben Super Mario auch Zelda, Kirby oder Donkey Kong. Wir unterstützen diese Entwicklung. Erstes Virtual-Reality-Kino in Berlin eröffnet: Das weltweit erste VR-Kino hat quasi um die Ecke eröffnet. In den Berliner Spreewerkstätten (Nähe Alexanderplatz) kann man sich eine Brille aufschnallen lassen und in einem der maßgeschneiderten Drehstühle Platz nehmen. Das aktuelle Filmangebot umfasst die Themenbereiche Doku, Fun und Horror und wartet jeweils mit einer ganzen Reihe von Produktionen auf. Mit 12,50€ sind die Tickets für die halbstündigen Streifen nicht einmal teurer als ein herkömmlicher Kinobesuch. Die Filmauswahl erfolgt individuell vor Ort – man sollte sich nur vorher seinen online Sitz reservieren.

Darauf freuen wir uns

„Mr. Robot“ – Staffel 2: Im Frühjahr wurde die erste Staffel der Hacker-Serie „Mr. Robot“ noch als beste Drama-Serie bei den Golden Globes ausgezeichnet. Jetzt gibt es schon einen Trailer zur zweiten Staffel, die noch mehr Paranoia und Verschwörung rund um Rami Malek, Christian Slater und Carly Chaikin verspricht. Bis die neuen Folgen ab Mitte Juni (jeweils kurz nach der US-Ausstrahlung) auf Amazon Prime erscheinen, ist es zum Glück gar nicht mehr lange hin.

Frisch besetzt

„Fargo“ – Staffel 3 mit Ewan McGregor: Die (ziemlich freie) Serienadaption von „Fargo“ ist für einen munteren Besetzungswechsel bekannt – dieser wird auch in Staffel 3 fortgesetzt. Nach Martin Freeman und Billy Bob Thornton sowie Kirsten Dunst und Patrick Wilson darf nun also Ewan McGregor ran – und das gleich in einer Doppelrolle! Er wird sowohl den Parkplatz-König von Minnesota namens Emmit Stussy mimen, sowie dessen minderbemittelten Bruder Ray. Selbstverständlich ist bei letzterem auch eine gehörige Portion Eifersucht im Spiel. Diese Besetzung lässt eine großartige Fortsetzung voll bitterbösen Humors erwarten. „Jumanji“ mit Kevin Hart: 1995 wurde Robin Williams von dem magischen Brettspiel verschluckt. Mehr als zwanzig Jahre später kündigt sich ein Reboot mit den Spaßvögeln Kevin Hart, Dwayne „The Rock“ Johnson und Jack Black an. Ob Sony mit dieser illustren Riege einen ähnlichen Erfolg verbuchen wird? Wir bleiben skeptisch, aber optimistisch – vielleicht sitzen sie auch allesamt in Motion-Tracking-Anzügen und spielen nur die Tiere, die im Verlauf des Filmes aus dem Spiel freigelassen werden (in der Reihenfolge: Äffchen, Nashorn und Elefant).

App Radar

Netflix Party: Wieso hat eigentlich noch kein Anbieter ein Feature vorgestellt, das es erlaubt, gemeinsam Filme und Serien zu streamen? Also zeitgleich, um sich während des Schauens über Plot-Twists auszutauschen. Das dachte sich auch US-Techie Stephan Boyer und hat kurzerhand eine Chrome-Extension programmiert, die das übernimmt. Wenn man „Netflix Party“ startet, erscheint links im Browser das Videofenster und rechts eine Fläche zum Chatten. Wer mehr über die Entstehung des nützlichen Tools erfahren möchte, kann diese in Stephans Blog nachlesen. Wir schauen die nächste Serie definitiv mal wieder mit Freunden – wie früher, irgendwie.


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


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Screen Radar: Mit Marvel-Einheitsbrei und dem ersten Trailer zu „The Happy Film“

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit Marvel-Einheitsbrei, Schrottplatz-Romantik und einem ersten Trailer zu Stefan Sagmeisters „The Happy Film“

Neu im KinoDie Komödie „Schrotten!“
„Bad Neighbors 2“
Thema der WocheEin Filmuniversum ohne Platz für Individuen
Streaming-Perlen„Looper“ auf Netflix
„Blue Valentine“ auf Amazon Prime
Neues aus der FilmweltDie Minions kaufen Shrek
Apple mischt sich unter die Serien-Produzenten
Darauf freuen wir unsAnleitung zum Glücklichsein
RekordverdächtigNeue Bestmarke im Dauerglotzen aufgestellt
Wann geht es endlich weiter?24: Live Another Day
Bloodline – Staffel 2
Orange Is The New Black – Staffel 3

 

Neu im Kino

Muss man sehen: Die Talhammers lieben ihren Schrottplatz! Die Komödie „Schrotten!“ erzählt von der unbändigen Leidenschaft für die Metallverwertung und einem riskanten Coup, um den Schrottplatz nach Generationen im Familienbesitz nicht an einen skrupellosen Schrott-Magnaten zu verlieren. Lucas Gregorowicz und Frederick Lau spielen zwei verstrittene Brüder, die sich nach dem Tod ihres Vaters zusammenraufen müssen, um nicht ihre Existenzgrundlage flöten gehen zu lassen. Der erhoffte Ausweg aus der Misere: ein Zug, 40 Tonnen Kupfer und ein Raub, der gut geplant sein will. In den 102-Minuten Spielzeit wachsen einem die liebenswert-verschrobenen Charaktere vom Schrotthof ans Herz und so drückt man bei der fragwürdigen Moral des Filmes gerne mal beide Augen zu.

Kann man sich sparen:„Bad Neighbors 2“ ist die Art Fortsetzung, die wirklich niemand braucht. Doch weil der erste Teil mit Seth Rogen, Rose Byrne und Zac Efron ein Vielfaches seines Budgets eingespielt hat (das Zwölffache, um genau zu sein), war der aufgewärmte Clinch mit einer neuen Studentenverbindung schnell beschlossene Sache. Im zweiten Teil ist es eine frisch gegründete Schwesternschaft, die es den spießigen Nachbarn unmöglich macht ihr Haus zu verkaufen. Diese greifen nun zu allen Mitteln, um die netten Mädels von nebenan wieder aus dem Haus zu ekeln. Dass sich die Erwachsenen bei so viel penetranten Rumgenerve als die eigentlichen Kinder entpuppen, dürfte niemanden schockieren.

Thema der Woche

Ein Filmuniversum ohne Platz für Individuen: Nach dreizehn zusammenhängenden Filmen des überaus erfolgreichen Comic-Riesen Marvel fällt auf, dass die einzelnen Werke immer seltener über eine eigene Handschrift verfügen und immer mehr der Stilistik des Studios entsprechen. Der Zuschauer soll das Gefühl haben, dass er sich überall auskennt – egal ob es gerade um Iron Man, Thor oder Captain America geht.Kreative Differenzen mit Marvel-Chef Kevin Feige führen wie im Falle von Regisseur Edgar Wright, der jahrelang dafür gekämpft hat „Ant-Man“ endlich auf die große Leinwand zu bringen, zum eiskalten Rausschmiss. Dabei hätten wir gerne gesehen, was er mit richtig viel Geld anstellen kann – schon „Shaun of the Dead“ (2004) und „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ (2010) waren deutlich von seinem Gespür für visuellen Humor geprägt. Doch für Freigeister ist bei so großen Produktionen wie von Marvel nun wirklich kein Platz mehr!

Spürbar ist dies vor allem daran, dass kaum ein Regisseur ein zweites Mal auf dem Regiestuhl Platz nehmen mag. Wer es doch tut, wie Anthony und Joe Russo, die freiwillig auf eine eigene Bildsprache verzichten und sich ganz auf die erzählerische Struktur des auf Jahre vordefinierten Filmuniversums einlassen, dem ist eine große Karriere gewiss. Aktuell sind die Russo-Brüder mit „The First Avenger: Civil War“ im Kino zu bestaunen, dem dritten Bombasto-Teil rund um Captain America. Schon in zwei Jahren übernehmen sie den Staffelstab von Joss Whedon beim großen Avengers-Zweiteiler „Infinity War“. Darin müssen es der Hulk, die Guardians of the Galaxy, Black Panther & Co. dann mit einer mega fiesen außerirdischen Gefahr aufnehmen. Danke Marvel, dass wir uns bei so vielen Helden schon bald keine Gedanken mehr um die Köpfe hinter der Kamera machen müssen! #IronieAus

Streaming-Perlen

„Looper“ auf Netflix: Apropos eigene Handschrift: Hinter der ausgefuchsten Zeitreise-Geschichte „Looper“ mit Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willis steckt der Filmemacher Rian Johnson. Der dreht aktuell nicht nur „Star Wars: Episode 8“, sondern hat auch schon mit „Brick“ bewiesen, dass er Drehbuchfilme liebt und ihn eine düster-melancholische Machart auszeichnet. Es geht doch!

„Blue Valentine“ auf Amazon Prime: Das Drama startet mit der blumigen Verliebtheit zu Beginn einer Beziehung und begleitet die Protagonisten (Ryan Gosling und Michelle Williams) schließlich bis in die Schattenzeiten ihrer Ehe. „Blue Valentine“ packt den richtigen Soundtrack für eine extrem intime und berührende Filmerfahrung aus – mit Stücken von Grizzly Bear bis hin zu Goslings eigenem Bandprojekt Dead Man’s Bones.

Neues aus der Filmwelt

Die Minions kaufen Shrek: Die Animationsfamilie von NBCUniversal wird größer. Für schlappe 3,33 Milliarden Euro übernimmt man das Filmstudio DreamWorks Anmation, das bekannt ist für einnahmestarke Franchises wie „Shrek“, „Drachenzähmen leicht gemacht“ und „Kung Fu Panda“. Somit bietet sich bald die Möglichkeit von Crossover-Filmen zwischen Minions und Ogern, ebenso wird dringend benötigter neuer Input für die Universal-Themenparks geliefert. Letztere feiern schließlich immer noch „Der weiße Hai“ aus dem Jahr 1975, als sei er erst gestern ins Kino gekommen. Apple mischt sich unter die Serien-Produzenten: Mit Apple TV und iTunes hat Apple bereits die Infrastruktur – es fehlen nun lediglich noch die eigenen Inhalte. Doch das soll sich schon bald ändern! Auf dem Sundance Film-Festival ist man auf Darsteller zugegangen, um gleich mehrere Serienideen zu besprechen. Eine davon kreist sich, wie sollte es auch anders sein, um die vielen Höhen und wenigen Tiefen von App-Developern.

Darauf freuen wir uns

Anleitung zum Glücklichsein: Seit Jahren macht der österreichische Grafiker und Agenturchef Stefan Sagmeister mit seinen Kreativauszeiten Schlagzeilen. In diesen sogenannten Sabbaticals widmet er sich wechselnden Themen, die keinen Kundenbezug haben. Eines dieser Projekte ist mit „The Happy Film“ zu einer eigenen Dokumentation darüber erwachsen, wie man ein besserer und fröhlicherer Mensch wird. Dass dabei natürlich nicht immer alles glatt läuft, ist äußerst amüsant anzuschauen. Wir können es kaum erwarten seinem Pfad zu folgen.

Rekordverdächtig

Neue Bestmarke im Dauerglotzen aufgestellt: Die Rekorde im Hochleistungs-Bingewatching purzeln gerade am laufenden Band. Neuester World-Champion ist der New Yorker Programmierer Alejandro Fragoso. Seine Zeit liegt bei drei Tagen und 22 Stunden (macht insgesamt stolze 94 Stunden), in denen er die Augen einfach nicht vom Fernseher seines Vertrauens abwenden konnte. Fragt sich nur: Welche Serie war so gut, dass er sooo lange dran geblieben ist? Und wer wird als erster Mensch die magischen vier Tage knacken?

Wann geht es endlich weiter?

24: Live Another Day | 17.05.2016 (Amazon Prime) Bloodline – Staffel 2 | 28.05.2016 (Netflix) Orange Is The New Black – Staffel 3 | 17.06.2016 (Netflix)


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


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Screen Radar: Tom Tykwer und die 5.000 Komparsen

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal: Mit „Avatar“ Teil 2 bis 5, den Kino-Neustarts und Tom Tykwers Suche nach 5.000 Komparsen in Berlin.

Neu im Kino

  • Das muss man sehen: Armes Deutschland. Lutz Dammbeck startet seine essayistische Doku „Overgames“ mit der These, dass wir vor lauter Identitätsverlust und unterdrückten Aggressionen alle psychisch krank sein müssen. Doch zum Glück gibt es Spielshows, die uns alle zu besseren Menschen machen wollen! Ob die Umerziehungsmaßnahmen gelingen, versucht er in vollschlanken 164 Minuten Laufzeit zu klären. Bereits seit 21.04. im Kino.

 

  • Kann man sich sparen: „The Boss“ mit Melissa McCarthy widmet sich dem Aufstieg und Fall und erneuten Aufstieg einer Businessfrau, die erst in Insiderhandel und später in Brownies macht. Dass dem Streifen nach der ersten Stunde ganz gewaltig die Puste ausgeht, liegt vor allem an dem lahmen Drehbuch. Nachdem das Futter-Imperium endlich floriert, wird komplett auf die allzu flachen Charaktere umgeschwenkt und jegliche Dynamik geht flöten.

Thema der Woche: „Avatar“ ohne Ende

Sechseinhalb Jahre nach „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ verkündet Regisseur James Cameron, dass er genug Ideen für gleich vier Fortsetzungen parat hat. Am 18. Dezember 2018 geht es mit Teil 2 los und bis 2023 soll die Saga weitererzählt werden. Mehr noch als die Vorfreude auf weitere Ausflüge auf fremde Planeten und Einblicke in neuartige Lebenswelten überwiegt jedoch das Gefühl von schierer Panik. Meint er das ernst? Nicht wenige der elf Millionen deutschen Kino-Besucher haben im Dezember 2009 das erste Mal eine 3D-Brille auf der Nase gehabt und verbinden durchaus überschwängliche Erfahrungen mit dem Kassenschlager.

Doch die Vorstellung von gleich vier Fortsetzungen droht dieses Gefühl so ganz ohne inhaltlichen Kontext ins Negative umzukehren. Niemand braucht mehr vom selben! Die Filmgeschichte bestätigt uns darin erst einmal skeptisch zu sein. Weder die „Pirates of the Caribbean“ noch die „Transformers“ wurden mit weiteren Teilen besser. Vielmehr möchte man den Filmemachern zurufen: Belasst es einfach dabei! Im Jahr 2016 sind Serien einfach die besseren Filme.

Streaming-Perlen:

  • „The Killing“ auf Netflix: Patti Smith’ Lieblingsserie begleitet Detective Sara Linden (Mireille Enos) und ihren Partner Stephen Holder (Joel Kinnaman) über vier Staffeln lang bei drei Mordfällen. Das Besondere: Neben den Ermittlern wird die Geschichte auch aus Sicht der betroffenen Familien und Verdächtigen erzählt. Absolutes Suchtpotential!

 

  • „Red Oaks“ auf Amazon Prime: Die Eigenproduktion begleitet David (gespielt von Craig Roberts, bekannt aus „Submarine“) bei seinem Ferienjob im Country Club Red Oaks. Die zehn Folgen der ersten Staffel drehen sich um die Themen Selbstfindung und Zukunftsplanung. Oder wie nennt man das gleich, wenn man so gar keinen Peil von all dem hat? Der Sommer kann jedenfalls kommen.

 

Neues aus der Filmwelt

  • Tom Tykwer sucht 5.000 Komparsen in Berlin: Du wolltest schon immer mal im Hintergrund einer TV-Produktion auftauchen und verfügst über ein „gelebtes Gesicht und/oder einen dürren Körper“ (by the way: Wer bei dieser Ausschreibung nicht wenigstens kurz auflachen muss, dem ist nicht mehr zu helfen)? Dann ist deine Chance gekommen zusammen mit Volker Bruch und Liv Lisa Fries in die zwanzigerJahre zu reisen. Alle Infos zu den anstehenden Casting-Terminen für „Babylon Berlin“ hält die Website der Casting-Agentur bereit.

  • Startup „The Screening Room“ will Kino für Zuhause: Für schlappe 50 Dollar wollen Napster-Mitbegründer Sean Parker und Musikunternehmer Prem Akkaraju Filme zeitgleich zum Kinostart für das Heimkino anbieten. Neben Netflix’ Ceo Reed Hastings zeigen sich auch die Regisseure Peter Jackson, Steven Spielberg und J.J. Abrams begeistert von der Idee ihre Filme einem noch größeren Publikum verfügbar zu machen. Ob es dem neugegründeten Streaming-Service gelingen wird den Filmvertrieb nachhaltig zu revolutionieren? Wir drücken die Daumen – und hoffen auf eine schnelle Preissenkung.

Darauf freuen wir uns

  • Um zu sterben, kehrt man im Dying Parlor ein: Der zwölfminütige Kurzfilm „Mildred and the Dying Parlor“ feierte jüngst auf dem Tribeca Filmfestival seine Premiere. Dort kam er so gut an, dass die Macher nun schon ernsthaft über eine Weiterführung als Serie nachdenken. Uns gefällt der schwarzhumorige Trailer so gut, dass wir das Gucken des kurzen Werkes gar nicht mehr abwarten können und ebenfalls lautstark um eine Fortsetzung betteln.

 

Rekordverdächtig

  • Schwede veröffentlicht siebenstündigen Trailer: In der Kürze liegt die Würze? Wohl eher nicht! Filmemacher Anders Weberg gewährt einen ersten Einblick in sein Werk „Ambiancé“, der mit einer Gesamtlänge von 30 Tagen rekordverdächtig lang wird. Auf den 72-minütigen Teaser im letzten Jahr folgt nun der siebenstündige Trailer zum Mammut-Projekt. Auf Los geht’s los!

 

Wann geht es endlich weiter?

Game of Thrones – Staffel 6:  Bereits angelaufen seit 25.04.2016

Girls – Staffel 5: 05.06.2016

Mr. Robot – Staffel 2: 13.07.2016


Image (adapted)  „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


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Was macht einen Film zu einem Flop?

Cinema (adapted) (Image by Steve Snodgrass [CC BY 2.0] via Flickr)

Manche Filme sind ein Erfolg, andere sind es nicht. Erfolg kommt in vielen Formen vor. Einige Filme sind bereits vor der Premiere ein absoluter Hit, andere brauchen mehr Zeit, um beim Publikum anzukommen, während manche wiederum erst Interesse erzeugen, nachdem sie von Kritikern oder anspruchsvollen Bloggern empfohlen wurden oder sich durch Mundpropaganda verbreitet haben.

Die Produzenten, der Regisseur, die Besetzung und die ganze Team des 2015 erschienenen Films “Momentum” über einen Hi-Tech-Bankraub hätten kaum ein schlechteres Ergebnis für ihren 20 Millionen US-Dollar teuren Film erzielen können. An dem Eröffnungswochenende in Großbritannien hatte der Film in den zehn Kinos, in denen er anlief, eine miserable Einnahmequote von nur 46 britischen Pfund.

Mit einem Ranking bei Rotten Tomatoes mit 27 Prozent und den vernichtenden Bewertungen der Medien ist es unwahrscheinlich, dass sich die Einnahmen durch den Starauftritt von Morgan Freeman verbessern.

Vielleicht ist Douglas Fairbanks das erste Beispiel für einen großen amerikanischen Star, der durch eine Reihe von Flops zu Grunde gerichtet wurde. Der verwegene, auf einem fliegenden Teppich reitende Charmeur in “The Thief of Bagdad” (1924) und Action-Held einiger der einprägsamsten Momente der Stumm- und frühen Tonfilme wurde offenbar von seinem Glauben an die Unfehlbarkeit seiner Berühmtheit ruiniert. In den 1930er Jahren hat sich sein einst bewunderndes Publikum von seinen repetitiven und übertriebenen Erscheinungen als Playboy, der sich weigert, sein Alter anzuerkennen, abgewandt. Selbst die Verfilmung von “Mr Robinson Crusoe” (1932), die auf dem “exotischen” Tahiti gedreht wurde, geriet in Vergessenheit.

Eine moderne Parallele dazu,ist die “Die Hard”-Serie mit dem vielversprechenden und beliebten Bruce Willis. Wie seine Zeitgenossen Arnold Schwarzenegger und Tom Cruise in den “Terminator”- und “Mission Impossible”-Filmen hat Willis seine Rolle als John McClane seit dem originalen “Die Hard”- Film 1988, wiederholt eingenommen. Wie auch immer, das einst populäre McClane-Vermögen schwand mit “A Good Day to Die Hard” (2013), dem fünftem Film der Reihe. Der Film wurde zwar nicht schlecht besucht, aber die Kritiken waren weitgehend miserabel.

Kenne deine Grenzen

Vielleicht überrascht es, aber Bruce Willis hatte schon den einen oder anderen enttäuschenden Flop in seiner Karriere. Berauscht durch den Erfolg des ersten “Die Hard”-Films schrieb Willis als Co-Autor das Skript von “Hudson Hawk” (1991) mit (In den 1920ern hatte auch Fairbanks unter dem Namen Elton Thomas zu schreiben begonnen). Das Drehbuch von “Hudson Hawk” musste im Laufe der Dreharbeiten immer wieder umgeschrieben werden, bevor ein vernichtendes Kinokassen-Urteil das Projekt endgültig beendete. Der Versuch von Willis, in einem rosa Hasenkostüm in “North” (1994) seine lustige Seite zu zeigen, blieb ebenso erfolglos.

John Travolta, der sich einen Namen mit dem Klassiker “Saturday Night Fever” gemacht hatte, blieb mit dem 2000er Science-Fiction-Epos “Battlefield Earth” erfolglos, in welchem er den Alien Terl spielte. Der Film basiert auf einem Roman des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard und wird von einige als der schlechteste Film aller Zeiten betitelt. Noch dazu floppte er an den Kinokassen.

Wenn die Verweigerung der Stars, ihre Grenzen anzuerkennen, eine Art von Flop bedeutet, dann zeichnet sich die zweite Form gewiss durch Filmerzählungen von nationalen, regionalen oder familiären Identitäten ab. Die chauvinistische Repräsentation nationaler Identität auf der Leinwand war bislang eine Garantie für Beschwerden, doch zieht sie nach wie vor Regisseure und Produzenten an wie die Motten das Licht.

Nationale Schätze?

Zwei jüngste Beispiele sind “Australia” (2008) von Baz Luhrmann und “Lincoln” (2012) von Steven Spielberg. Beide Filme waren prahlerisch thematisiert und erhielten gemischte Bewertungen vom Publikum und Kritikern gleichermaßen. Während beide Filme es immerhin schafften, ihre Investitionen bequem wieder reinzuholen, waren andere weniger erfolgreich.

The Alamo” (2004), eine gut recherchierte und sorgfältig erstellte Erzählung über die Revolution in Texas, war ein spektakulärer Flop in der Geschichte des amerikanischen Films. Es gibt Hinweise darauf, dass die Nachwelt möglicherweise etwas freundlicher auf diesen Film zurückblicken wird, der zu prosaisch und uninteressant für sein Publikum war und dessen Erzählungen durch seine eigene Sorgfältigkeit auf historische Details untergeht.

 

Einige Filmpleiten der Vergangenheit konnten im Nachhinein wieder ausgeglichen werden, so auch der hoffnungslose Film “Heaven’s Gate” (1980). Es ist ein aufwendig montierter, aber nuancierter Western-Film, der in den 1890ern in Wyoming spielt. Die aufkeimende Karriere des Regisseurs Micheal Cimino und das Vermögen der Produzenten von United Artists wurden durch den Film vernichtet. Gleichzeitig kennzeichnet er das Ende der Western-Filme in Hollywood. Dass ein Film gleich alle drei genannten Auszeichnungen erhält, ist sehr selten in der Geschichte des Kinos. Ironischerweise zählt “Heaven’s Gate” heute zu den besten 100 amerikanischen Filmen aller Zeiten und ist fest verwurzelt in der Kategorie der Meisterwerke, die aber zu ihrer eigenen Zeit falsch verstanden wurden.

Größenwahn

Die Pracht der epischen Großproduktionen verführte viele Regisseure, es ihnen gleichzutun. Doch nur wenige schafften es die Möglichkeiten zu nutzen, die eine Großproduktion darbieten kann, und daraus einen Erfolg zu erzielen, wie es die Filme “Ben Hur” (1959), “Spartacus” (1960) oder “Gladiator” (2000) taten.

Im Gegensatz dazu haben “Cleopatra” (1963) und “The Fall of the Roman Empire” (1964), beides Sandalen-Epen, an der Abendkasse versagt, wie auch kürzlich der Film “Alexander” (2004) vom Regisseur Oliver Stone. Alle drei Filme machten den Fehler, zu lang, zu ausführlich und zu vernarrt in ihre Hauptpersonen zu sein. Weder das Publikum noch Historiker konnten dadurch befriedigt werden.

 

Vor Kurzem wurden “Cleopatra” und “Der Untergang des römischen Reiches” durch die kollektive Sehnsucht von zeitgenössischen Cineasten rehabilitiert, während andere Filme weniger Glück hatten.

Interessanterweise unterscheiden sich erfolgreiche und epische Filme in ihren erzählerischen Ambitionen, durchaus von den weniger erfolgreichen Filmen. “Ben Hur”, “Spartacus” und der “Gladiator” sind alles Geschichten des in Ungnade gefallenen Protagonisten. Sie sind Opfer von unfairen Umständen und versuchen, sich selbst zu erlösen. Es sind “zeitlose” Geschichten über die Ausdauer des menschlichen Geistes und die Fähigkeit des Außenseiters das System zu überwältigen, die auf einer historischen Leinwand abgehalten werden. Eben genau diese Inhalte kommen beim Publikum sehr gut an.

Einige Filme sind erfolgreich, während andere es nicht sind. Die Filmgeschichte bezeugt, dass Neugestaltungen und schablonenhafte Filme unbeliebter werden, da sie sich wiederholen. Das Phänomen wird gerne als “Genre-Müdigkeit” beschrieben. “Momentum” gehört wohl dazu, als einer der Jüngsten in einer langen und eher mittelmäßigen Reihe von Filmen. Andere wiederum scheitern trotz originellem und ehrgeizigem Ausmaß, indem sie zu sehr eingenommen sind vom Personenkult, sowohl realer als auch fiktiver Personen. Dadurch schaffen sie es nicht, ihr Publikum zu erreichen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Cinema” by Steve Snodgrass (CC BY2.0)


The Conversation

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Sponsored Post: EDDIE THE EAGLE – Alles ist möglich

Eddie The Eagle (image by unruly)

Michael “Eddie” Edwards ist ein Außenseiter. Mit seiner ungewöhnlichen Art stößt er bei seinen Mitmenschen auf Skepsis und Ablehnung. Dass er im Leben mal etwas Bedeutendes erreichen könnte, traut ihm niemand zu. Trotzdem setzt er sich eines Tages ein hohes Ziel. Er möchte ein erfolgreicher Skispringer werden. Sein großer Wunsch: Die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Calgary.

Das starke Duo

Unterstützt wird er bei seiner Idee einzig von seinem Trainer, einem gescheiterten, aber charismatischen Ex-Skispringer. Eddie glaubt fest an sich selbst, obwohl die ganze Nation einen Versager in ihm sieht und kämpft mit seiner ausdauernden Art für seinen ganz persönlichen Traum. Zusammen mit seinem rebellischen Coach gelingt es ihm, alle Hürden zu überwinden und seinem Ziel immer näher zu kommen. Bei der Teilnahme an den Winterspielen wächst er schließlich über sich hinaus. Der tapfere Skispringer wird zum Helden einer ganzen Skispringer-Nation.

Gewinnerteam (image by unruly group)

Die Skispring-Legende

Der Film “Eddie The Eagle” basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt die Geschichte eines besonderen Mannes, der getrieben von seinem starken Willen niemals aufgab. Michael Edwards sprang sich 1988 in Calgary in die Herzen der Zuschauer und wurde unter dem Namen “Eddie The Eagle” zur Legende.

Eddie 2x (image by unruly group)

Der Film von 20th Century Fox wurde letztes Jahr in Deutschland und England gedreht und unter anderem von Matthew Vaughn produziert. In einem seiner letzten Filme, “Kingsman: The Secret Service”, gab Taron Egerton sein Spielfilmdebut. Nun verkörpert er in “Eddie The Eagle” die Hauptrolle des einzigartigen Skispringers. Neben ihm und Hugh Jackman ist übrigens auch Iris Berben als sympathische Skibar-Wirtin im Film zu sehen.

Wer also Lust auf eine Wohlfühl-Geschichte mit viel britischem Humor hat, sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen! “Eddie The Eagle” läuft ab dem 31. März in den deutschen Kinos. Ein inspirierender Film voller Lebensmut.

Weitere Informationen findet ihr bei Facebook oder Youtube.

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Wie dein Smartphone das Kino verändert

Smartphone (Image: SplitShire [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Die Smartphone-Technik spielt eine immer größere Rolle in Produktion, Vertrieb und Rezeption von Filmen. In diesem Monat hat der erste Selfie-Film der Welt Premiere und bald erscheint sogar noch eine Serie bei Instagram. Letztes Jahr wurde ein Film namens “Tangerine” beim Sundance Film Festival aufgeführt – der Film wurde komplett auf einem iPhone gedreht.

Der erste Film, der komplett auf einem iPhone gedreht wurde, war “Night Fishing” (2011). Der Regisseur setzte eine 35mm-Linse auf die Kamera seines Handys, um ein kinotaugliche Optik zu erhalten.  “Night Fishing” greift Rahmen und Grundstruktur eines traditionellen Films auf. Er verzichtet dabei auf Eigenschaften, die häufig in Verbindung mit Handyaufnahmen stehen, wie zum Beispiel unstete Bilder, wackelige Kameraschwenks, verzerrter Ton und Übelkeit verursachende Bewegungen.

Zuletzt wurden mit “Tangerine” traditionelle Codes und Regeln des Erzählens, (beispielsweise eine Parallelmontage oder die Benutzung eines Aufsatzes, um ein Breitbildformat zu erreichen) mit neueren handytypischen Eigenschaften verbunden, (wie andauernde Aufnahmen, lange Kamerafahrten und manuelle Kameraarbeit). Das Ergebnis ist eine fesselnde Vertrautheit mit den Figuren und eine einzigartige Bildschirmästhetik – eine ganz neue Kreuzung neuer und alter Methoden filmischen Geschichtenerzählens.

Neue Arten des Sehens

Der Film “Rage” aus dem Jahr 2009 war der erste Feature-Film, der für das Anschauen auf dem Handy konzipiert war und der das Handy symbolisch in den Prozess der Produktion, des Vertriebs und des Konsums eingegliedert hat. Obwohl der Film mit einer konventionellen Videokamera, vom Regisseur höchstselbst gehalten, gedreht wurde, bezieht es das Smartphone doch deutlich in die Entstehung des Films mit ein: Jeder Protagonist redet mit einer fiktiven Person, die die private Unterhaltung mit ihrem Handy filmt. “Rage” wurde sowohl in Kinos gezeigt, als auch als kostenloser Download über “Babelgum” zur Verfügung gestellt, um ihn sich auf dem Handy anschauen zu können.

Die Vorstellung des iPad im April 2010 erweiterte die Möglichkeiten des filmischen Geschichtenerzählens. “The Silver Goat” (2012) war der erste Film, der exklusiv für das iPad kreiert wurde, als eine App in Großbritannien veröffentlicht wurde, die nur auf dem iPad Premiere feierte. Diese fand in einem Londoner Route-Master-Bus statt, der viele Drehorte des Films anfuhr, während die Zuschauer sich das Machwerk gleichzeitig auf ihren iPads ansahen.

Dann wäre da noch ein Film namens “APP” aus dem Jahr 2013, welcher die Zuschauer aufforderte, sich im Vorfeld eine begleitende App mit dem Namen Iris herunterzuladen, um mit dieser während der Kinovorstellung zu interagieren. Ein Horrorfilm, in dem eine App die Kontrolle über den Protagonisten und über die Handys der Zuschauer übernimmt, spielt auf die Konsequenzen unserer zunehmenden Abhängigkeit von Smartphones und die damit verbundene Untergrabung der Privatsphäre an.

“APP” zeigt, wie neue Smartphone-Filme durch das Auswählen der Ereignisse im Drehbuch, des Themas und des Stils die Auswirkungen der durch Computer vermittelten Kommunikation auf unseren Alltag deutlich machen können. Dies ist auch ein aktuelles Thema des Dokumentarkinos, wie es in Werner Herzogs bald erscheinendem Film “Lo and Behold: Reveries of the Connected World” zu sehen ist.

Neue Arten des Filmemachens

Die Konsequenzen der neuen Mobiltechnologien auf unser tägliches Leben wird explizit in dem vor kurzem erschienenen Film “#Starvecrow” behandelt, dem “ersten Selfie-Film der Welt”. Der Film ist eine Mischung aus verschiedenem improvisiertem Material, das ausschließlich auf den Handys der Schauspieler gedreht wurde, mit Protagonisten, die sich selbst und andere mit ihren Kameras filmen. Um Realität mit Fiktion zu verbinden, wurden die Improvisationen mit Material aus Filmgalerien und Handyarchiven der Schauspieler angereichert, sodass mehr als 70 Stunden Filmmaterial entstanden.

Das Ganze wurde dann zusammengefasst und mit weiteren halbgescripteten Szenen verbunden, so dass ein 85 Minuten langer Film daraus entstand. Dieser spezielle Stil sorgt zusammen mit den Themen des Films für eine unbequeme Kinoerfahrung und stellt einen unverfrorenen Kommentar zu der dunkleren Seite der neuen Technologien dar – der Verbreitung von Selbstdokumentation, Selbstüberwachung, Narzissmus und sozialem Voyeurismus.

Heutzutage sorgen die allgegenwärtigen Smartphones dafür, dass das Verhalten einer Generation aufgenommen und für zukünftige Zuschauer öffentlich gemacht wird. Über Social-Media-Kanäle werden Leben geformt, charakterisiert und manchmal durch naives Verhalten und Fehlverhalten zerstört. Die Auswirkungen sind für uns als Gesellschaft noch gar nicht komplett abzusehen.

In allen aufstrebenden Medienformaten reflektieren und veranschaulichen Inhalte und Themen die Werkzeuge ihres Schaffens. Dabei kreieren sie neue Wege des Geschichtenerzählens, neue Produktionsarten und neue Formen des Einbeziehens von Zuschauern. Dadurch werden diese bahnbrechenden und visionären Beispiele der Smartphone-Filme ohne Zweifel einen Platz als bedeutende Innovationen in der Geschichte des Kinos einnehmen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

The Conversation


Image “Smartphone” by SplitShire (CC0 Public Domain)


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Berlinale Shorts: Die Ambitionierten, die Irren und die mit Humor

Berlinale Official 2016 (Image by Berlinale Festival, Screenhsot via Berlinale.de_)

Wenn vom 11. bis 22. Februar der Berlinale-Teppich ausgerollt wird, gibt es in den Hauptstadt-Kinos wieder jede Menge Film-Premieren und Schauspieler aus aller Welt zu sichten. Das eine oder andere Werk macht sich dabei Hoffnung auf den Goldenen oder wenigstens den Silbernen Bären. Doch die im Wettbewerb stehenden Beiträge kommen nicht nur im Langspielformat daher, sondern auch gern mal als knackiger Kurzfilm.

Die internationale Jury, bestehend aus den Film- und Kunstschaffenden Sheikha Hoor Al-Qasimi, Katerina Gregos und Avi Mograbi, hat nun die Aufgabe aus 25 kleinen Kunstfilmchen die Gewinner herauszupicken. In der Kategorie Berlinale Shorts werden außerdem noch die Sonderpreise Audi Short Film Award (mit 20.000 Euro dotiert) und Berlin Short Nominee for the European Film Awards vergeben. Wichtigste Bedingung, um bei dieser Sektion mitzumischen: Dreißig Minuten darf keines der Werke der jungen Filmemacher überschreiten.

Schon bevor sich Berlinale-Direktor Dieter Kosslick seinen roten Schal umwirft und das Filmfestival als eröffnet erklärt, gab es für die Presse die Möglichkeit alle 25 in den Ring tretenden Kurzfilme anzuschauen. Ich war eine dieser Leute, die sich an einem Montagmorgen in Berlin dafür von 10 bis 18 Uhr ins Kino begab und sich viereckige Augen guckte. Also Schluss mit den Fakten, hinein ins Subjektive. Denn wenn ich eines gleich vorweg nehmen kann: Trotz der Kürze und ihrer Würze ist so ein Marathon echt kein Zuckerschlecken.

Berlinale Shorts: Vintage Print, von Siegfried A. Fruhauf
Berlinale Shorts: Vintage Print, von Siegfried A. Fruhauf

Noch bevor ich den ersten Kaffee fertig intus, geschweige denn gefrühstückt habe, läuft Vintage Print von Siegfried A. Fruhauf an. Nach den dreizehn Minuten habe ich das Gefühl noch eine ganze Weile mit dem Essen warten zu müssen. Bei mir dreht sich alles. Der Österreicher zeigt eine auf einer Glasplatte befindliche Fotografie aus dem 19. Jahrhundert. Der Kniff am Ganzen: Der Fund durchläuft eine Entwicklung vom Analogen zum Digitalen. Im Klartext: Hier flirrt und flimmert es fieser als das Strobo-Licht in der Dorfdisse. Dazu gesellt sich ein brüllend lauter Großstadt-Sound, der eigentlich nur vor hat mich zu foltern. Anders kann ich mir das nicht erklären – dieses Horrorfilmchen, was zwischen Schwarz-Weiß und Farbe changiert, will mir Schmerzen zufügen. Für Epileptiker nicht geeignet. Für Freunde des Schönen auch nicht.

Das Dröhnen, Rauschen und der allgemeine Geräuschpegel sollen sich durch die meisten der folgenden Filme wie ein roter Faden ziehen. Dabei heißt es im Presseschreiben noch, dass es bei den Shorts 2016 vor allem ums Ankommen gehen soll. Aber was genau hat ein Typ, der sich in eine Art Astronauten-Anzug zwängt, um dann in der übelsten Müllhalde von Mexico City auf Tauchstation zu gehen (Titel: El Buzo), mit Ankommen zu tun? So richtig möchte mir das nicht einleuchten, beeindruckend sieht das aber alle Male aus. Auch das Paar, welches sich in Tsomet Haruhot von Rotem Murat auf einem Roadtrip befindet und dabei von einem mysteriösen Auto verfolgt wird, erweckt auf „Blair Witch Project“-Wackelkamera-Weise Spannung – aber wo ist da so was wie ein Heimat-Feeling?

Berlinale Shorts: Freud und Friends
Berlinale Shorts: Freud und Friends

Schnell versuche ich mich von dieser Berlinale-Pressemitteilung zu lösen und einfach weiter draufloszuschauen. Und hui, es gibt noch einiges zu ertragen. Singende Glibberfische, überirdisch schöne Frauen, die grüne Rauchwolken pupsen, aus denen sich Geister herausentwickeln (beides: Freud und Friends), schwangere Knetfigur-Frauen, die sich erst von der eigenen Katze abschleckern lassen und dann von der besten Freundin (Moms On Fire) oder auch etwas, das zu gerne gesellschaftskritisch wäre, aber eigentlich nur Porno ist (Notre Héritage). Als Running Waters von dem Brasilianer Diego Zon in Gange ist, der zuvor als ‚Meditation auf dem Meer’ angekündigt wurde, schlafe ich selig ein. Als ich wieder wach werde, schunkelt die Kamera nur noch einen kurzen Moment auf dem Boot und ich beschließe mir eine große Kanne Kaffee für den nächsten Film-Block zu besorgen.

Die Koffein-Überdosis war aber dann doch zu pessimistisch gedacht. Denn – zum Glück – bieten die Shorts auch in diesem Jahr ein paar wirklich gute, tiefgreifende Filme, teils auch mit einem angenehmen Gespür für Slapstick und tiefschwarzen Humor. Zum einen gibt es Love von Réka Bucsi zu feiern. In ihrem Animationsfilm lässt sie schnurrende Schmusekatzen-Wesen, Waltierchen mit Flatterohren und einer ganzen Berglandschaft auf dem Rücken sowie auch spitzschnäuzige Ponys von der Kinoleinwand grinsen. Während die Ausgangssituation noch harmlos erscheint, muss man sich auf (gemaltes) Blut- und viel Tränenvergießen einstellen. Das dennoch Beruhigende daran: Bucsis Kunstwerk stellt das rege Leben auf den Planeten als natürlichen Kreislauf dar, bei dem schließlich auch alles wieder zusammenfließt und Sinn macht. Puh.

Als ein weiteres Highlight, wenn auch weitaus ernsthafter, erweist sich das siebenminütige Kaputt von Volker Schlecht und Alexander Lahl. Mit simpelster Bildsprache und sehr zurückgenommener Farbwahl werden die Missstände des Frauengefängnisses in Hoheneck zu DDR-Zeiten angeprangert. Aus dem Off erzählen zwei betroffene Frauen von der harten, körperlichen Arbeit dort. Wenn sie nicht spurten und ihre Näharbeiten in der vorgegebenen Schnelligkeit ablieferten, wurden sie in dunkle Einzelzellen ohne Bett oder Stuhl gesteckt. Tatsächlich gab es sogar einen Arrestraum, in dem einem das Wasser buchstäblich bis zum Hals stand. Regelmäßig fielen den Inhaftierten die Haare aus, ihre Periode blieb ebenfalls nach einer Weile aus.

Berlinale Shorts: A Man Returned, von Mahdi Fleifel
Berlinale Shorts: A Man Returned, von Mahdi Fleifel

Auch A Man Returned, eine halbstündige Doku von Mahdi Fleifel, lässt mich schwerer Atmen. Sie nimmt den 26-jährigen Reda in den Fokus, der die vergangenen drei Jahre in Athen als Obdachloser und Prostituierter gelebt hat. Aber egal wie sehr er sich auch bemühte in Europa als Flüchtling anerkannt so werden – er scheiterte. Dann steckt er wieder im Flüchtlingslager in Libanon fest. Er ist drogenabhängig und seine einzige Hoffnung scheint nun eine arrangierte Hochzeit zu sein. Neben der offensichtlichen Abwärtsspirale erschreckt mich am stärksten der Moment, in dem klar wird, dass er eine schwarze Streunerkatze als seinen Freund bezeichnet und genau diesen bereits mehrfach Drogen schnupfen lassen hat.

Im Endeffekt rasen die Berlinale Shorts in den fast acht Stunden mit mir durch alle erdenklichen Gefühlswelten. Manchmal erwischt es mich eiskalt, ich bin erschüttert und fasse es nicht wie viel ich nicht weiß von unserer Gesellschaft und der Erde. Dann wiederum bin ich über lange Strecken zutiefst verstört von dem arty farty Ansatz mancher Werke. So vieles ist kurz und wild zusammengeschnitten und stört sich kein bisschen an Genre-Überschreitungen, wirren Sound-Schnipseln und einer absolut undurchsichtigen oder gar nicht vorhandenen Story. Klingt in der Theorie super, ist beim Gucken aber echt unschön, fade oder gar physisch anstrengend. Und dann muss ich wieder lächeln, ja, fast schon laut auflachen. Ein letztes Filmchen sei genau zu diesem Zweck noch ans Herz gelegt: Hopptornet von Axel Danielson und Maximilien Van Aertryck. In 17 Minuten versuchen unzählige Personen sich im Bade-Dress vom 10-Meter-Turm in der Schwimmhalle zu trauen. Dabei spielen große Egos, ein falsches Selbstbild oder einfach nur die schlichte Angst vor dem Aufprall elementare Rollen. Dem Zuzuschauen ist einfach nur urwitzig – und für Ästhetik-Liebhaber gibt es obendrauf noch Zeitlupen von den obskursten verzerrten Gesichtern beim Sprung.

Berlinale Shorts: Hopptornet, von von Axel Danielson und Maximilien Van Aertryck
Berlinale Shorts: Hopptornet, von von Axel Danielson und Maximilien Van Aertryck

Images by Berlinale Festival 2016


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5 Lesetipps für den 17. März

In unseren Lesetipps heute geht es um Umweltschutz, die CeBIT 2015, Windows 10, Journalismus und die Fantasy Film Nights. Ergänzungen erwünscht.

  • UMWELT Skift: Australian Companies Agree to Stop Dumping Waste in Great Barrier Reef Wins: Die australische Regierung wird das Abladen von Müll am Great Barrier Reef verbieten. Umweltschützer hatten letztes Jahr eine offizielle Beschwerde eingereicht, da es der North Queensland Bulk Ports Corp. gestattet wurde, ihre Abfälle in der Nähe des Riffs zu entsorgen. Ports Australia missbilligt den Entschluss der Regierung, dieser würde die nationale Wirtschaft schwächen, heißt es.

  • CEBIT t3n: Smile To Pay: Bei Alibaba bezahlt der Nutzer künftig mit einem Lächeln: Auf der CeBIT 2015 hat der CEO der chinesischen Firma Alibaba ein neues Feature vorgestellt, mit dem das Bezahlen vom Handy einfacher werden soll. Es handelt sich hierbei um eine Gesichtserkennung, welche dem Dienst den Namen „Smile To Pay“ einbrachte. Die Funktion soll in Alibabas E-Payment-Dienste eingegliedert werden und wird vorerst wohl nur in China zu verwenden sein.

  • WINDOWS 10 Spiegel Online: Datenleck verrät Details der nächsten Windows-10-Version: Im Internet ist inoffiziell die neuste Version des Microsoft-Betriebssystem Windows 10 aufgetaucht. Die Benutzeroberfläche wurde überarbeitet. Um die Nutzer zum Testen vieler Funktionen zu animieren, werden Punkte für absolvierte Tests verteilt. Somit gleicht das System einem einfachen Computerspiel. Außerdem wurde die Spracherkennung der virtuellen Assistentin Cortana verbessert und System-Updates können zukünftig über ein Peer-to-Peer-Verfahren heruntergeladen werden.

  • KINO Berliner Filmfestivals: Vampire, Wölfe und die „deutsche Angst“: Am 21. und 22. März 2015 finden in Berlin die Fantasy Filmfest Nights statt. Hier werden Nachts mehrere Indie-Horrorfilme gezeigt. Im Programm befinden sich unter anderem Filme wie Automata, welcher sich mit Androiden und künstlicher Intelligenz befasst, CUB, in dem eine Gruppe von jungen Pfadfindern von einem Wolf gejagt wird, oder „A girl walks home at night“, ein in schwarz-weiß gedrehter Vampirfilm.

  • JOURNALISMUS Deutschlandradio Kultur: „Lügenpresse“ und Co. – Warum die Medien am Pranger stehen: Journalisten und Medien werden schon seit jeher kritisiert, doch in den letzten Jahren wurde die Kritik zunehmend verschärft. Nicht selten fallen Begriffe wie „Lügenpresse“ oder sogar „Manipulation“. Als einen aktuellen Grund hierfür sieht man die Berichterstattung über die Ukraine-Krise, mit welcher viele Menschen unzufrieden waren. Doch auch andere Beispiele wie TV-Beiträge über eine „Charlie Hebdo“-Demo oder auch das Thema der NSU-Morde werden verantwortlich gemacht.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

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Sponsored Post: Groß, weiß und pummelig – Disneys Baymax

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Heute kommt Disneys neuester Animationsfilm in die Kinos: „Baymax – Riesiges Robowabohu“. Der witzige Streifen erzählt die Geschichte eines 14-jährigen Technik-Freaks und seines treuen Roboters.

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Im Mittelpunkt der Handlung steht eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem Teenager und einem riesigen, weißen Roboter. Die Regie dieses spannenden und witzigen Films übernahmen die beiden bekannten Disney-Mitarbeiter Don Hall und Chris Williams. Produziert wurde das Ganze von Roy Conlie, der sich auch für die Neuauflage von „Rapunzel“ verantwortlich zeigte.

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5 Lesetipps für den 30. September

In unseren Lesetipps geht es um Gerüchte im Journalismus, Regulierung, Netflix zieht mit dem Kino gleich, Internet in China und Nachrichten auf YouTube. Ergänzungen erwünscht.

  • JOURNALISMUS NYTimes.com: Why Rumors Outrace the Truth Online: Auf der Website der New York Times schreibt Brendan Nyhan über ein interessantes Problem der modernen Medienwelt: für Empörung und Aufregung sorgende Geschichten werden öfters geteilt als die späteren Richtigstellungen und neuesten Erkenntnisse über die Fälle. Gerüchte sind eben interessanter als die Fakten, was die in den letzten Jahren geschrumpften Redaktionen eigentlich veranlassen sollte, ihre Fakten vor Veröffentlichung noch besser zu prüfen. Aber selbst wenn das personell noch möglich wäre, würde das Reichweiten kosten und darum scheint es immer öfters zu gehen. Eine gefährliche Entwicklung im Journalismus.

  • REGULIERUNG Inc.com: Tech-Friendly Cities Struggle with New Biz Rules: Technologie stellt für Althergebrachtes stets eine Herausforderung dar, selbst in Deutschland ist das zeitgleich zu den USA an Beispielen wie Uber oder Airbnb zu sehen. Dort auf beiden Seiten des Atlantiks wird zu schnell nach Regulierung seitens der Politik gerufen. Gerade Städte, die bisher einen Ruf als innovative Zentren des digitalen Fortschritts genossen, verspielen damit ihr Kapital anstatt nach neuen Lösungen für die vermeintlichen Probleme zu suchen, die durch die Technologien entstehen. Philip Marcelo schildert auf Inc.com die Debatte am Fall der US-amerikanischen Stadt Boston.

  • NETFLIX VentureBeat: In streaming media landmark, Netflix will show ‚Crouching Tiger‘ sequel same day as theaters: Es ist nur eine kurze Meldung von Mark Sullivan auf Venturebeat.com, aber eine mit weitreichenden Folgen für die gesamte Unterhaltungsindustrie: Netflix hat sich mit dem unabhängigen Filmstudio Weinstein Company darauf verständigt, dass die Fortsetzung von Ang Lees „Tiger & Dragon“ zum Kino-Start gleichzeitig auch ohne Extrakosten auf Netflix angeboten wird. Das wird eine Premiere, aber Netflix arbeitet bereits angeblich an weiteren derartigen Deals. Das es so kommen wird, war abzusehen, trotz der Proteste der Filmindustrie.

  • CHINA Foreign Policy: An Internet Where Nobody Says Anything: Auf Foreignpolicy.com schildert David Wertime den Fall des chinesischen Professors Ilham Tohti, der Mitglied der muslimischen Minderheit der Uiguren ist und der einen Blog namens UygurOnline gründete, um eine bessere Verständigung zwischen Uiguren und Han-Chinesen zu erreichen. Doch die chinesische Regierung sperrte Tohti für sechs Jahre ins Gefängnis, anstatt die Möglichkeiten der harmonischen Verständigung durch das Internet zu nutzen. Der Fall ist ein lesenswertes Beispiel, was für ein Internet sich politische Eliten wünschen – ein Einbahnstraßen-Kanal für Propaganda, ohne Möglichkeit der Partizipation – und wie stark es im Kontrast zu den Nutzungsmöglichkeiten steht.

  • YOUTUBE Siliconrepublic.com: Interview with Cenk Uygur: Nachrichten ist der auf YouTube zuletzt am stärksten wachsende Bereich, denn während hierzulande wohl nur „Jung & Naiv“ zu Bekanntheit gelangt ist, sind anderswo Nachrichten-Formate auf YouTube sehr gefragt. Colm Grey hat sich für Siliconrepublic.com mit Cenk Uygur unterhalten, der den ältesten News-Channel auf YouTube leitet und daraus ein Nachrichten-Netzwerk gemacht hat. Noch verdienen YouTube-Kanäle nicht genauso viel wie TV-Sender, aber wenn sie es eines Tages schaffen, ist das Fernsehen endgültig erledigt.

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5 Lesetipps für den 16. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um Project Zero von Google, Twitter will nach Hamburg, Filesharing, AirType und Microsoft forscht zu Machinenlernen. Ergänzungen erwünscht.

  • PROJECT ZERO GoogleWatchBlog: Google gründet Security-Elite für das gesamte Internet: „Wenn, dann Google“ denkt man oft bei scheinbar unlösbaren Herausforderungen. Mit dem Project Zero hat sich das Internetunternehmen nun der Sicherheit des gesamten Internets angenommen. Der Heartbleed-Bug hat gezeigt, dass die Entdeckung und Behebung von Fehlern grundsätzlich funktioniert, aber viel zu lange dauert. Google versammelt deshalb eine Reihe von Sicherheitsexperten, um potenzielle Gefahren in bekannter Software und Web-Anwendungen zu entdecken und zu beheben.
  • TWITTER Hamburger Abendblatt: Twitter steht vor dem Umzug nach Hamburg: Der Hamburgische Datenschützer Dr. Johannes Caspar kann sich scheinbar über einen neuen „Kunden“ freuen. Twitter überlegt laut einem Bericht von Melanie Wassink in der Hamburger Abendzeitung in die Hansestadt zu ziehen und damit Nachbarn von Google, Facebook und Airbnb zu werden. Berlin ist zwar immer noch arm, scheinbar aber weniger sexy für Unternehmen aus dem Silicon Valley.
  • FILESHARING Netzpolitik.org: Filesharing hat keine Auswirkungen auf Kino-Erlöse: “Wer digitale Kopien kostenlos lädt, bezahlt nicht für Original-Releases” lautet ein gängiges Vorurteil von Filesharing-Gegnern. Der Wirtschafts-Professor Koleman Strumpf hat diesen Mythos jetzt empirisch widerlegt. In einer neuen Studie untersucht er Daten der “Hollywood Stock Exchange” und “einer großen Bittorrent Index-Seite”. Andre Meister stellt die Studie auf Netzpolitik.org vor.
  • AIRTYPE Mashable: Prototype Improves Mobile Typing by Ditching the Keyboard: Ein Startup aus dem texanischen Austin hat einen Prototyp namens AirType entwickelt, der vielleicht die Zukunft des mobilen Schreibens an Tablets darstellt. Ach ja, die Zukunft wird wohl ohne ein mobiles Keyboard auskommen, sondern auf Sensoren setzen. Bisher gibt es nur Fotos von dem Prototyp, aber die Gesten erkennende Technik scheint ähnlich wie Stimmerkennung zu funktionieren.
  • MASCHINENLERNEN Golem: Neuronales Netz von Microsoft erkennt Hunderassen: Auf Golem stellt Sebastian Grüner das Project Adam vor, mit dem Microsoft neuronale Netze und maschinelles Lernen erforschen will. Das simulierte Gehirn mit zwei Milliarden Verbindungen erkennt Hunderassen und soll künftig eine Vielzahl von Objekten visuell identifizieren können.

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CULTURE&VIDEO TIPPS vom 11. Juli

CULTURE&VIDEO diese Woche mit einem besonderen Film, einem mutigen Pärchen und einem armen Hühnchen. Und als Extra eines der schönsten Lieder im Internet.

GROSSES KLEINES KINO: Walk on Water

Immer mehr ganze Filme, zumeist Indiekino und Dokumentationen, landen bei Youtube oder anderen Portalen. Sei es, weil der Verleih keine Verwertungsmöglichkeiten mehr sieht oder Fans ihren Lieblingsfilm hochladen und niemand was dagegen hat. Oft bekommt man gar nicht mit, welche Perlen kostenlos zur Verfügung stehen. An dieser Stelle sollen deswegen in lockerer Reihenfolge auch abendfüllende Filme empfohlen werden. Den Anfang macht “Walk on Water”, Eytan Fox’ kleines Meisterwerk aus dem Jahr 2005 um einen israelischen Agenten, der bei der Jagd auf einen Naziverbecher dessen Enkelkindern begegnet.

18 JAHRE DANACH: Eine angefeindete Liebe in Srebrenica

Am 11. Juli 1995 töteten bosnisch-serbische Einheiten etwa 8000 Männer und Jungen in der Kleinstadt Srebrenica. Das Massaker gilt immer noch als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem 2. Weltkrieg. Ein Paar wie Almir und Dusica ist auch Jahre später in der inzwischen zur serbischen Teilrepublik innerhalb Bosnien-Herzegowinas gehörenden abgelegenen Berggegend kaum vorstellbar. Sie ist Serbin, er Bosniake. Beide sind täglich Anfeindungen ausgesetzt und bleiben trotzdem. Artes Jugendmagazin Yourope hat die beiden besucht.

DER SEZIERTE HYPE: Fifty Shades of Chicken

Anzüglicher wurde wohl bisher noch kein Hühnchen zubereitet wie in der doch ziemlich lustigen Parodie auf Tonfall und SM-Kitzel des Bestsellers “Fifty Shades of Grey”. Ganz sicher verkausfördernd für das beworbene Kochbuch. Auch weil das halbe Internet rätselt, ob es sich nun um Patrick Stewards Stimme handelt, die das Hühnchen säuselnd beruhigt, während es gefesselt und geknebelt wird.

ESTHER OFARIM – LONG ABOUT NOW

Zu Eytan Fox’ Filmen gehört immer auch ein überwältigender Soundtrack. Nicht nur Israels Superstar Ivri Lider, auch die Chanson-Ikone Esther Ofarim ist in Walk On Water zu hören. In seiner Kolumne beschreibt der Underground-Journalist Richard Metzger eine Performance der oft vergessenen Sängerin mit ehrfürchtigen Worten der Bewunderung. Und er hat recht. Eine Minute und sechsundfünfzig Sekunden Gänsehaut.

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Flimmer.de – fürs Trailer-Glotzen bezahlt werden

Ein neues Startup, welches dieser Tage seine ersten Schritte im Web vollführte ist flimmer.de. Hinter dem Projektnamen steht eine Trailer-Plattform, die seine Nutzer bezahlt für das Anschauen der kleinen Kino-Werbe-Filmchen. Klingt super? Ist es auch…

flimmer.deVon einem „neuen demokratischen Geschäftsmodell“ sprachen die Mitbegründer, als sie vor einigen Tagen flimmer.de im Rahmen der IFA in Berlin in die Welt entließen. Die Betreiber zahlen ihren Nutzern 10 Cent, wenn sie sich die Kinotrailer auf der Plattform anschauen und anschließend eine Frage zum Filmchen richtig beantworten. Diese 10 Cent bekommt man dann auf seinem Konto gutgeschrieben, von dem aus man Kinokarten, DVDs oder Video-on-Demand-Angebote kaufen kann. Nicht nur für Kinofans interessant.

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