Contagion – Nichts verbreitet sich schneller als Angst

ContagionIn Steven Soderberghs neuestem Streifen widmet sich der Regisseur passend zur Geburt des sieben Milliardsten Menschen der Thematik des Contagion-Effekts und wie schnell und undurchsichtig sich Bakterien oder Viren zunehmend in unseren Alltag drängen, denen nicht mal eben abgeholfen werden kann. Ein beängstigendes Beispiel wie EHEC, H1N1 und noch unentdeckte Kombinationen im Virenalphabet eine ernste Bedrohung darstellen können, trotz moderner Medizin.

Meine Keime

Beth Emhof (Gwyneth Paltrow) kommt nach ihrer Geschäftsreise in Asien mit einer scheinbar harmlosen Erkältung wieder bei ihrer Familie an. Ihr Ehemann, Mitch Emhof (Matt Damon), realisiert zunächst nicht den Ernst der Krankheit und verliert somit seine Frau, sowie den Sohn an diesem mysteriösen Virus. Die amerikanische Behörde Centers for Disease Control and Prevention arbeitet unter der Führung von Dr. Ellis Cheever (Laurence Fishburne) verbittert daran ein Impfstoff zu finden, während der Virus weltweit die Menschen unter die Erde schickt, sodass die Leichensäcke ausgehen. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Behörden und WHO ist seit dem Umgang mit dem Thema „Schweinegrippe“ nicht besonders rosig. So wird lieber im Internet gelesen was zu tun ist um einer Erkrankung zu entgehen, was der fanatische Blogger Alan Krumwiede (Jude Law) schamlos ausnutzt und somit durch geschürte Angst für anarchistische Zustände auf den Straßen sorgt.

Fazit

Steven Soderbergh befasst sich in „Contagion“ mit einem ernsten Thema, dass für viele Menschen vielleicht eher unwirklich scheint. Gerade auch weil der Film das misstrauische Verhalten der Bevölkerung gegenüber den Gesundheitsbehörden und der WHO nach der H1N1-Impfstoffpleite realistisch wiederspiegelt. Leider besteht nämlich immer mehr der Hang „Dr. Google“ zu fragen, weil das Internet „alles besser weiß“ und wie im Film kann man nur aus eigener Erfahrung bestätigen das Angst viraler ist als Bakterien oder Viren. Der Konsum des Films ist zum Glück völlig Keimfrei, ansteckend ist jedoch das Gefühl nach permanenter Sauberkeit. So überlegt man zwei Mal wie man Türen öffnet und wie abartig es eigentlich ist sich ständig ins Gesicht zu fassen, oder das Fahrgäste in der U-Bahn sich an der Stange festhalten bis ein Platz frei wird um sich anschließend hinzusetzten und mit der „kontaminierten“ Hand im Mund „herumspielen“. Dies zeigt der Film auch unmissverständlich, indem der Weg des Virus vom Tier zum Menschen gezeigt wird. Türklinken, Gläser, öffentliche Verkehrsmittel und viele Alltagssituation werden dem Zuschauer bewusst als enormer Risikofaktor verständlich gemacht und bekommen eine vollkommen neue Bedeutung. Wer sich mal von der Dramatik in einen Kinosessel fesseln lassen möchte um anschließend etwas paranoider durchs Leben zu gehen sollte sich von „Contaigon“ anstecken lassen. Ein äußerst spannendes und gleichzeitig realistisches Szenario wie unsere Welt zu Grunde gehen kann, ganz ohne 2012 Untergangsstimmung oder übertriebener Zombie-Apokalypsen. Hier besteht Kinopflicht!

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Christian Porsch

studierte Informationsmanagement und beschäftigt sich für die Netzpiloten mit allem was in der Gamer-Szene passiert! Desweiteren interessiert er sich gleichermaßen für Film und Kino. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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