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Out of Office: Über den Wandel der Arbeit

Arbeit verändert sich. Automatisierung und Künstliche Intelligenz führen dazu, dass wir Menschen vielleicht bald gar nicht mehr arbeiten müssen. Oder was anderes machen und das dann Arbeit nennen. Vielleicht kommt es aber auch ganz anders, denn manchmal sind es gerade die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Wie zum Beispiel die Elektrizität.

Als ich Ende Februar das Hamburger Museum der Arbeit besuchte, war diese Kleinigkeit kurz weg und schon ging kein Gerät mehr. Power is the new Wi-Fi, witzelt man gerne im Berliner St. Oberholz. An diesem Tag führte die Abwesenheit der Elektrizität dazu, dass ich kein Ticket für das Museum kaufen konnte und umsonst in die Ausstellung „Out of Office“ durfte.

Im dritten Stock der 1871 gebauten ehemaligen Fabrik der „New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie“ in Barmbek, wird sich noch bis zum 19. Mai 2019 dem digitalen Wandel der Arbeitswelt angenommen. In 11 Stationen können sich Museumsgäste der Dimension der Veränderung und den damit einhergehenden Diskussionen unserer Gesellschaft widmen.

Wir sind mitten im Wandel – wie immer

1996 konnte der Schachweltmeister Garry Kasparov noch gegen den Schachcomputer „Deep Blue“ gewinnen, ein Jahr später schon nicht mehr. Die Maschine hatte den Menschen besiegt. Heutzutage nutzen wir Künstliche Intelligenz in Übersetzungsprogrammen, für bessere Bilder mit unserem Smartphone und auch, um besser von A nach B zu kommen.

Dies verändert nicht nur unsere Leben, sondern auch, wie wir arbeiten. Technische Entwicklungen gab es aber schon immer in der Arbeitswelt. Sie sind nicht neu und auch Technologien brauchen stets ein bisschen, bevor sie Alltag in Orten der Arbeit werden. Der Wandel, den wir momentan erleben, ist nur der Wandel unserer Zeit. Mehr auch nicht.

Bisher haben wir allerdings den sozialen Aspekten dieses Wandels nicht die Bedeutung eingeräumt, die sie haben. Dabei drehen sie sich vermutlich um die besten Antworten auf den Wandel, wie uns die Geschichte der Technik selbst lehrt. Die Antwort auf die Industrielle Revolution, der letzten großen Veränderung der Arbeitswelt, war nämlich der Sozialstaat.

Das Eisenwalzwerk (Moderne Cyklopen)“ von Adolph von Menzel, 1872 – 1875, Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin

Es braucht Orientierung im Wandel

Anstatt sich also am Technikdiskurs abzuarbeiten, wie das viel zu viele Panik-Bücher verkaufende Autor*innen gerne machen, bedarf es Orientierung in Zeiten des Wandels. Die Ausstellung „Out of Office“, die mit Adolph von Menzels „Das Eisenwalzwerk“ beginnt und mit Fragen nach nötigen Fähigkeiten in der neuen Arbeitswelt endet, schafft dies ganz hervorragend.

Die Ausstellung belehrt einen nicht, sondern schafft auf angenehme Weise, manchmal mit Anekdoten der technologischen Entwicklung, eine Wissensgrundlage zum Thema. Darauf aufbauend werden auch die gesellschaftlich relevantesten Fragen mitgegeben, die es zu klären gibt. Als ich da war, sah ich auch drei intensiv diskutierenden Schulklassen. Ein schönes Bild der Jugend.


Image: „Tagging Robot“ by Banksy, picture alliance, via Stiftung Historische Museen Hamburg)

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#NWX19: Neue Arbeit als Unterhaltung

Vorbemerkung: Falls mein Text als eine Kritik an der New Work Experience 2019 verstanden wird, möchte ich zu bedenken geben, dass es mehr als 30 Stunden Programm auf sieben Bühnen mit über 40 Speakern gab. Dies wäre auch nicht meine Absicht gewesen. Dieser Text legt deshalb einen Fokus auf meine Gedanken zu den beiden Keynotes der Veranstaltung, die nahezu alle Teilnehmer vor Ort besucht haben.

Ich möchte nicht despektierlich klingen, aber auf einer Veranstaltung wie der New Work Experience (NWX) von der Xing SE, die sich womöglich bald in New Work SE umbenennen wird, fühle ich mich immer etwas fremd am Platz. Die meisten der Gäste sind wesentlich älter als ich, haben oft schon beachtliche Karrieren in großen Unternehmen hinter sich, besitzen teurere Uhren und weißere Turnschuhe, aber dafür ältere Smartphones als ich. Vor allem sind sie durch solche Veranstaltungen auch viel mehr zu begeistern als ich.

Mir fällt es sehr schwer, dieses Publikum richtig einzuschätzen. Der Enthusiasmus wirkt ehrlich. Frank Schabel von Hays wird gerne mit dem Satz zitiert, dass wer vom Wandel profitieren will, ihn begrüßen muss. Ich muss sagen, dass ich diese Grundeinstellung nahezu bei jedem Gast auf der New Work Experience gespürt habe. Und doch nehme ich einen Unterschied zu mir wahr. Man begrüßt das Unbekannte, nicht aber das Vertraute. Dies akzeptiert man, nimmt es als gegeben an und sieht darin nichts Neues mehr.

Laloux: Es gibt zwei Sorten von Neue Arbeit

So ging es mir auch mit der zweiten Keynote. Der Vortrag des belgischen Organisationsforschers Frederic Laloux, einer der beiden männlichen Keynote-Speaker, bekam euphorischen Applaus. Wer sich mit dem Wandel der Arbeitswelt beschäftigt, steht auf Laloux. Obwohl er nur wieder das von ihm bekannt gemachte Beispiel des niederländischen Pflegedienstes Buurtzorg vorstellte. Lalouxs Buch „Reinventing Organizations“ (Provisionslink) aus dem Jahr 2014 schien dem Publikum vollkommen unbekannt zu sein.

Interessant war die These von Laloux, dass es zwei Sorten von Neue Arbeit gibt: Neue Arbeit als Werkzeugskiste mit lauter kleinen, tollen Formaten, die man einzeln im Unternehmen einsetzt, und Neue Arbeit als eine ganz neue Weltanschauung und damit auch einer ganz anderen Art zu Denken. Diese Trennung erscheint mir sinnvoll. Sie erklärt, wie deutsche Traditionsunternehmen sich als Verfechter von Neue Arbeit darstellen können und trotzdem ihren eigenen Mitarbeitern nahezu keine Handlungsmacht abgeben.

Frederic Laloux spricht auf der New Work Experience 2019 (Image: Tobias Kremkau)

Arbeit ist aber ein Gestaltungsakt, erklärt der Neurobiologe Gerald Hüther, der vor Laloux die erste Keynote hält. Ob und wie Menschen ihre Arbeit gestalten können, ist deshalb entscheidend. Der Aspekt der Handlungsfreiheit, statt nur eine Wahlfreiheit zu besitzen, ist der Kern der Ideen von Neue Arbeit, wie Frithjof Bergmann sie einst in seinem Buch „Neue Arbeit, neue Kultur“ (Provisionslink) beschrieb. Das bringt mich zur Frage, ob sich nach einer Veranstaltung wie der New Work Experience wirklich etwas in den Unternehmen ändert.

Es gibt durchaus auch schon Wandel in den Unternehmen, dies möchte ich gar nicht bezweifeln. Doch der Einsatz einzelner Formate, wie beispielsweise der Besuch der New Work Experience, und wirklich Neue Arbeit zu ermöglichen, sind ja sogar nach Laloux zwei verschiedene Dinge. Der Graben zwischen meiner Realität von Neue Arbeit und der in den die Veranstaltung besuchenden Unternehmen, ist riesig. Dort wird sich schon für eine Duz-Kultur gefeiert. Ein oft genannter „Beleg“ für angewendete Neue Arbeit.

Warum Neue Arbeit – oder warum nicht?

Laloux bringt in seiner Keynote eine Anekdote über die Vorstandschefs der Unternehmen, die ihn um Rat fragen, in der ein wesentlicher Aspekt für Wandel enthalten ist: der Grund. Laloux fragt seine Kunden zu Beginn, warum sie Neue Arbeit implementieren wollen. Eine Kultur kann man einem Unternehmen nicht aufzwingen, sie muss aus einem Grund heraus selbst entstehen. Ich glaube, sie muss auch von Mitarbeitern gefordert werden und nicht von oben verordnet. Die Antwort auf das Warum ist deshalb essentiell.

Hier zeigt sich ein Problem von Unternehmen mit der Idee von Neue Arbeit. Sie ist individuell wahrnehmbar und wird unterschiedlich interpretiert. Es gibt keine anzuwendende Blaupause, wie Neue Arbeit geht. Es kann das Arbeiten in offenen Bereichen sein, aber auch das Home Office oder flexible Arbeitszeit. Der Cubicle gehört genauso dazu wie die Schichtarbeit. Das Wie ergibt sich erst, wenn man das Warum verstanden hat. Das Warum ist eine ein Unternehmen erst in Bewegung setzende Kraft.

Dies sollte Unternehmen eigentlich ganz leichtfallen. Sie sind es gewöhnt, Lösungen und Produkte für die Bedürfnisse von Kunden zu entwickeln. Die Kunden sind im Falle der Unternehmenskultur die eigenen Mitarbeiter. Doch so wie der Kunde als König angesehen wird, müssen es auch die Mitarbeiter. Dies bedeutet aber, Macht abzugeben und Veränderungen zuzulassen. Statt einem Laloux oder Hüther auf der New Wow Experience zuzuhören, sollte man seinen Mitarbeitern zuhören, was sie wirklich, wirklich wollen.


Image by Tobias Kremkau

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#SMWHH: Neue Arbeit und ihre Helden

Können Sie sich noch an den Wortlaut der Märchen Ihrer Kindheit erinnern? Oder derer, die Sie vielleicht Ihren eigenen Kindern vorgelesen haben? Vermutlich nicht, jedoch können wir alle noch die Moral dieser Geschichten wiedergeben. Die Narrative hinter den Märchen haben eine langfristige Wirkung und helfen uns, eine eigene Sicht auf die Welt zu entwickeln. Deshalb vergessen wir sie, einmal verinnerlicht, zeitlebens auch nicht mehr.

Diesen Ansatz wählten die beiden Autorinnen Christiane Brandes-Visbeck und Susanne Thielecke, als sie sich dem Thema New Work zuwendeten. Anstatt erklärende Thesen und abgrenzende Definitionen aufzustellen, die dann doch ignoriert werden, haben sie für ihr Buch „Fit für New Work: Wie man in der neuen Arbeitswelt erfolgreich besteht“ (Provisionslink), die Geschichten von Menschen, die Neue Arbeit vorleben, erzählt. Unter anderem auch meine.

Deshalb war ich am Donnerstag der diesjährigen Hamburger Social Media Week auch einer von fünf geladenen Gästen, die die beiden für ihr Buch interviewten und nun auf der Bühne des Altonaer Theaters zum Gespräch baten. Neben mir saßen noch Nico Lumma, Stephan Grabmeier von Kienbaum, Ministry-Agenturchef Andreas Ollmann und WorkGenius-Gründer Daniel Barke mit auf dem Podium.

Digital Heroes (v. l. n. r.): Stephan Grabmeier, Nico Lumma, Andreas Ollmann, Tobias Kremkau, Daniel Barke, Susanne Thielecke und Christiane Brandes-Visbeck, Hamburg 2019

Warum all diese Herren, und ich, für dieses Buch interviewt wurden, wie auch die Karriereberaterin Svenja Hofert und Strategieberaterin Kerstin Hoffmann, erfahren Sie am besten durch Lektüre des oben erwähnten Buches. Darum soll es hier jetzt nicht gehen. Vielmehr möchte ich die wenigen Wissenshappen, die wir fünf redseligen Gäste in diesem 50-minütigen Gespräch wiedergeben konnten, einmal Revue passieren lassen.

Gelebte Expertise zu Neue Arbeit

Andreas Ollmann und Stephan Grabmeier betonten, aus verschiedenen Blickwinkeln, dass das Warum klar sein muss. Sowohl Mitarbeiter, wie auch das Unternehmen, müssen wissen, welchen Sinn die Arbeit hat. Da es bei Neue Arbeit darum geht, dass zu machen, was man wirklich möchte, muss man auch einen Arbeitgeber finden, der die gleichen Werte wie man selbst hat. Ansonsten fühlt sich Arbeit wie Verschwendung von Lebenszeit an.

Was man wirklich machen möchte, kann verschieden sein und ändert sich womöglich auch. Durch Neue Arbeit und der steten Sinnsuche, sollten sich Unternehmen auch viel mehr auf Quereinsteiger*innen einlassen. Daniel Barke setzt da mit seiner Plattform WorkGenius an und bringt qualifizierte Arbeitnehmer*innen mit Unternehmen zusammen. Ein Versuch, bessere Modelle für freie Arbeit zu schaffen – dabei selbstbestimmt und fair.

Dies wird Grundlage einer von Neue Arbeit geprägten Wirtschaft, ob bewusst nach der Philosophie von Frithjof Bergmann ausgerichtet oder aus einem inneren Antrieb heraus, mit einer Brise Lebenserfahrung. Nico Lumma, Managing Partner beim next media accelerator, berichtete aus dem Arbeitsalltag mit Startups. Auch junge Gründer*innen brauchen noch Tipps, beispielsweise Sonnenstunden in Hamburg zu nutzen statt nur zu arbeiten.

Neue Arbeit ist, was man selbst will

Am Ende des Podiumsgespräch kann ich für mich festhalten, dass wir nicht versucht haben, zu definieren, was Neue Arbeit ist. Ein jeder von uns hat einen anderen Blickwinkel auf dem Podium vertreten und wir alle haben aus unseren sehr persönlichen Erfahrungen heraus argumentiert. Neue Arbeit hat nichts mit Tischen aus Europaletten oder Kickertischen zu tun, sondern Menschen, die selber entscheiden dürfen, wie sie arbeiten wollen.


Image by Tobias Kremkau

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All Doors in Flight @SMWHH, Philipp Löhmann und Victor Hoffmann?

In Hamburg steht eine Woche lang alles im Zeichen der sozialen Medien, wenn vom 25. Februar bis zum 1. März die Social Media Week Hamburg stattfindet. Auch die Netzpiloten sind zum wiederholten Mal am Start und brennen bereits auf das starke Programm. Kurz vor Start der SMWHH bekommen wir Philipp Löhmann (PL) und Victor Hoffmann (VH) zu fassen, um ihnen noch drei Fragen zur kommenden Veranstaltung zu stellen.

Ihr habt für eine ganze Woche Social-Media-Themen auf die Beine gestellt. Respekt! Wie laufen die Vorbereitungen?

Wir befinden uns kurz vor der Konferenz, die Tage werden länger und Nächte kürzer. Wir arbeiten seit über vier Monaten an der 8. Ausgabe der Social Media Week Hamburg und freuen uns auf das große Finale – die dreitägige Vor-Ort-Konferenz von Mittwoch, 27.02. bis Freitag 01.03.19. Mit unserem tollen Team und allen weiteren Beteiligten wie dem Beirat, Partnern und natürlich unseren fantastischen Eventhosts haben wir wieder eine abwechslungsreiche Agenda zusammengestellt. Unser Programm steht, was bei mehr als 120 Einzelevents immer eine spezielle Herausforderung ist. Und wie immer haben wir einige Neuerungen im Vergleich zur #SMWHH 2018. Jetzt gilt es, die letzten Dinge in unseren Locations zu organisieren und nach den Erfahrungen aus dem letzten Jahr auch das ein oder andere Stoßgebet Richtung Petrus zu schicken, damit wir von einer Kältewelle verschont bleiben.

Es scheint, dass weltweit in der Digital-Szene das Thema Nachhaltigkeit und Verantwortung immer wichtiger wird. Wie ernst seht ihr die Lage?

Wir diskutieren schon seit mehreren Jahren immer wieder diese Thematik auf der Social Media Week und auch dieses Jahr haben wir viele Sessions, die sich hiermit befassen. Es ist schön, zu sehen, dass auch abseits von Konferenzbühnen und Expertenrunden über das Thema gesprochen wird. Besonders der Umgang miteinander in eigentlich „sozialen“ Medien ist in gewisser Weise besorgniserregend, ebenso die Verbreitung von falschen Informationen und natürlich Nutzung und Umgang mit persönlichen Daten. Aber Nachhaltigkeit und Verantwortung werden nicht nur in der Digital-Szene wichtiger. Man merkt, dass gerade zunehmend die jüngere Generation sich dessen bewusst wird, dass es nicht mehr weiter geht wie bisher – in vielen Bereichen des Lebens. Da müssen, wollen und sollten private Nutzer, Unternehmen und Agenturen natürlich mitziehen – hoffentlich nicht, um Trends zu bedienen und Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, sondern aus Überzeugung, etwas zu bewegen.

Was sind Eure persönlichen Highlights vom 25. Februar bis 1.März‬? ‬‬‬‬

VH: Traditionell ist das #SMWHH Pre-Opening am Dienstag mein Highlight, welches in diesem Jahr das erste Mal bei Design Offices Domplatz mit atemberaubenden Blick über Hamburg stattfinden wird. Im Programm freue ich mich auf das Event „Alexa wird zu Relaxa – vom Prototyp zum Amazon-Liebling in 8 Wochen“. Hier bekommen die Besucher einen tollen Einblick in die Entwicklung des Themas „Voice“. Die Techniker Krankenkasse wird einen super Case präsentieren und aufzeigen, wie sich eine neue Technologie sinnvoll einsetzen lässt. Für alle HR- und New-Work-Interessierten empfehle ich unser Panel „Wie social darf’s denn sein? – HR Trends 2019“ mit unserem Beirat Torsten Panzer und tollen Gästen, sowie „Employer Branding – Vom Storytelling zum Storydoing“ von XING am Donnerstag.

Wer ein wenig Abwechslung von all den Vorträgen oder Workshops braucht, dem können wir die Interactive Area im Altoner Museum nur wärmstens ans Herz legen. Viele unserer Partner und Sponsoren laden dort an ihren Stand ein und haben interaktive und unterhaltsame Ideen im Gepäck, die man am besten einfach mit Händen und Füßen ausprobiert, bevor es dann wieder Input für den Kopf gibt.

PL: Für mich sind es vor allem unsere Streaming-Angebote, die wir dieses Jahr weiter ausgebaut haben. Am Anfang der Woche erwartet uns eine fantastische Pre-Show mit tollen Gästen, um auf die #SMWHH einzustimmen. Zur Konferenz wird es neben Streams von unseren Main Stages auf YouTube auch einen kuratierten Stream über Facebook geben. Hier läuft jeden Morgen unsere Morning Show, wir geben Einblicke ins Geschehen vor Ort und diskutieren mit unseren Speakern abseits der Bühne. Im Programm freue ich mich besonders auf die Session „Fight the German Angst!“ und hoffe auf eine gute Diskussion, in der wir mehr über die Furcht vor Digitalisierung erfahren und die aktuelle Situation in Deutschland hinterfragen. Außerdem gespannt bin ich auf die Session „eSport: Nische war gestern! Erfolgsfaktoren und Best Practice für Brand-Engagement“, da das Thema meiner Meinung nach die nächsten Jahre, nicht nur im Bereich Marketing, immer präsenter und wichtiger werden wird.

Weitere Informationen zum Event

Viermal jährlich findet in mehreren Metropolen der Welt zeitgleich die Social Media Week statt. Dort steht dann eine Woche lang Social Media im Fokus. Vom 25. Februar bis 1. März findet zum achten Mal die Social Media Week Hamburg statt. Als Hamburger Unternehmen sind wir besonders stolz, zum siebten Mal die SMWHH als Medienpartner zu begleiten.

Neben einer dreitätigen Konferenz erwarten euch bereits am Anfang der Woche tolle Online-Events auf der Digitalkonferenz. Das globale Motto lautet dieses Jahr „STORIES – With Great Influence Comes Great Responsibility“. Erwartet werden mehr als 3.000 Teilnehmer aus über 50 Ländern. Dazu finden über 120 Sessions statt. Mehr als 200 Speaker teilen außerdem ihre Erfahrungen.

Welche Speaker werden auf der Social Media Week Hamburg sein?

Zu den 200 Vortragenden auf der Social Media Week Hamburg gehört unter anderem die digitale Marketingstrategin Kristina Kobilke. Svenja Biermann erzählt außerdem, wie sie von der Personalberaterin mit Tinnitus zum Karriere- und Motivationscoach, Food Entrepreneurin, Autorin und Social Networkerin wurde. Technologisch wird es bei Prof. Dr Andreas Moring, der über Artificial Storytelling referiert. Um SEO und Content geht es bei einem Vortrag von Patrick Klingberg, Geschäftsführer von artaxo, einer Agentur für Suchmaschinenoptimierung und Content Marketing.

Welche Themen erwarten euch?

Die Themen der Social Media Week sind so vielfältig wie die Branche selbst. Anlässlich des diesjährigen Mottos, gibt es viele Vorträge zum Thema Storytelling. Unter anderem wird das 360-Grad-Erlebnis einer Marke am Beispiel „GRIP – Das Motormagazin“ beleuchtet. Zukunft und Gegenwart der Technologie ist ein weiteres beliebtes Themenfeld. „Fight the German Angst!“ widmet sich dabei der charakteristischen Angst der Deutschen vor allem was neu ist.

Ob B2B oder die Arbeit mit Influencern – auf der Social Media Week Hamburg wird jede Social Media Plattform und jede Perspektive abgedeckt – mal aus Business-Sicht, mal gesellschaftlich hinterfragt.

Und sonst noch?

Tickets für die SMWHH könnt ihr euch hier sichern. Für Studenten, Schüler, Erwerblose, Schwerbehinderte und Rentner gibt es außerdem ein Kontingent kostenloser Tickets für das Konferenzprogramm. Diese sind allerdings limitiert und müssen ebenfalls über den Ticket-Shop bezogen werden. Bei Erhalt eines Free Tickets ist zusätzlich ein Ermäßigungsnachweis (Stundentenausweis, Behindertenausweis, etc.) mit sich zu führen.

Auf Social Media könnt ihr der Veranstaltung übrigens über den Hashtag #SMWHH verfolgen und natürlich aktiv mitwirken. Wir sehen uns!


Image by SMWHH, Victor Hoffmann (links) und Philipp Löhmann (rechts)

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Jump! Ins Praktikum. In Hamburg. Bei uns!

Wer uns als Leser/in bereits kennt, weiß dass wir neugierig, leidenschaftlich und locker über alle Themen berichten und nachdenken, die sich mit den digitalen Welten beschäftigen. „In Blogs We Trust“ – In der Zusammenarbeit mit Hunderten von Bloggern versuchen wir Schritt zu halten mit den digitalen Veränderungen, die uns täglich beschäftigen. Also sind wir eigentlich ständig online und verbreiten uns auf zahlreichen Diensten und Plattformen. Wenn du Lust auf ein spannendes Praktikum hast, bist du bei uns genau richtig!

Als Unternehmen sind die Netzpiloten ein stolzes Internet-Startup der ersten Stunde! Trotz unserer langjährigen Erfahrungen haben wir uns den Spirit einer kreativen und offenen Internetfirma aber ganz gut erhalten, finden wir. Deshalb hat bei uns ein Praktikantenjob garantiert nichts damit zu tun, ständig Kaffee zu kochen oder Stunden am Scanner zu verbringen. Bei uns wirst du vom ersten Tag an in den Redaktionsalltag eingebunden. Du wirst recherchieren, schreiben, veröffentlichen. Wir nehmen dich mit zu Interviews, Veranstaltungen und du wirst spannende neue Arbeitsweisen kennenlernen. Ein Praktikum bei uns ist ein super Crashkurs in Sachen moderner Kommunikation.

Wir sitzen mitten im Hamburger Schanzenviertel und lieben es hier! Unser Büro strotzt von netten Mitarbeitern, frischem Obst, Tausend Tees und sogar ganz passablem Kaffee. ;)

Ab sofort Plätze für Praktika frei !

Regulär sind ab sofort wieder freie Plätze verfügbar. Interessiert? Dann informiere dich über die Details zur Bewerbung und lass von dir hören: Praktikum

„Ich habe viel gelernt. Ich weiß jetzt, wie man diverse Social Media Plattformen optimal nutzt, habe gelernt Menschen zu interviewen, zu recherchieren, den Umgang mit WordPress, Newslettern und vielem mehr. Ich habe meine HTML-Kenntnisse und mein Wissen über CC-Lizenzen aufgefrischt, meine Begeisterung für Social Media vertieft und an meiner Schreibweise gearbeitet. Das Programm Slack habe ich zu lieben gelernt, ich kann mir eigentlich kein Arbeitsleben ohne vorstellen! Auch meine zwischenmenschlichen Skills sowohl mit Kollegen, als auch mit Interviewpartnern und ‚Kunden‘ am Telefon (ein Hoch auf die Zentrale) hat das Praktikum deutlich verbessert.“

– Alexandra aus Hamburg

„Ich habe vor etwa einem halben Jahr bei den Netzpiloten angefangen. Als Praktikant habe ich schnell verantwortungsvolle Aufgaben übernommen, wie die täglichen Lesetipps (#FollowUs), das Anlegen von Artikeln renommierter Autoren wie Gunnar Sohn und das Verbreiten dieser Texte über unsere Social-Media-Kanäle. Klar habe ich auch mal Kaffee gekocht, aber das macht hier jeder, selbst der Vorstand. Als Praktikant bei den Netzpiloten kann man sich einbringen und wunderbare Projekte vorantreiben, ohne dabei ein Risiko einzugehen. Wenn euch Schreiben Spaß macht, ihr eure Fertigkeiten in HTML und Social Media ausbauen wollt und euch eine entspannte, liebevolle und verständnisvolle Atmosphäre wichtig ist, seid ihr bei den Netzpiloten genau richtig. Ich freue mich, dass ich das letzte halbe Jahr so sinnvoll genutzt habe und bin froh, auch weiterhin noch für die Netzpiloten, Androidpiloten und Applepiloten schreiben zu können.“

– Niklas aus Hamburg

Weitere Eindrücke ehemaliger Praktikanten finden sich hier.


Image by Olia Nayda via unsplash.com

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Netzpiloten @Digital Kindergarten

Im kleinen analogen Kindergarten im Kiez entdecken Kinder die Welt. Im großen Digital Kindergarten im Hamburger Millerntor-Stadion entdecken Erwachsene die Welt der digitalen Trends, Technologien, des Marketings und der Kommunikation. Am 6. Juni laden mehr als 50 Aussteller und 50 Speaker auf die Gadget-Spielweise ein. – Alles ohne Tech-Arroganz, zum Anfassen und zum Ausprobieren. Das ist eine Veranstaltung ganz nach unserem Geschmack! Wir Netzpiloten freuen uns als Partner mit dabei zu sein.

Welche Speaker werden da sein?

Die wunderbare Verena Pausder hält einen Vortrag darüber, dass wir die Zukunft der Digitalisierung mit kräftigem Willen gestalten müssen. Die Unternehmerin Tijen Onaran gibt uns ihre „Zehn Gebote für erfolgreiches Networking“ weiter. Formel 1-Weltmeister Nico Rosberg weiß natürlich alles, wie man positiv nach vorne stiebt. Mit Will Rolls von Facebook und Roman Willenbrock von Google Germany sind auch Vertreter von zwei besonders einflußreichen Unternehmen vertreten. Seite an Seite mit dem deutschen Erfolgs-Startup About You, von deren 360 Grad Content Creation Julian Jansen berichten wird.

Welche Themen erwarten euch?

Der Digital Kindergarten will inspirieren und uns netzwerken und vieles ausprobieren lassen:

  • KI und Kreativität
  • Voice, Podcasts und Bots
  • Gaming und E-Sports
  • Virtual- und Augmented Reality
  • eCommerce
  • Smart Cities und Smart Home
  • Filterblasen und Robotik
  • Diversity und Female Power

Und sonst noch?

Tickets für den Digital Kindergarten erhaltet ihr über Xing. Wir sehen uns im Stadion und lesen uns auf Twitter unter #dk2019.

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Cooles Kinder-Coden in Hamburg!

Vom 6. bis 21. Oktober findet in Hamburg wieder die außergewöhnliche Code-Week statt. Sie ist Teil einer europäischen Initiative, die Kinder und Jugendliche für das Programmieren und das Experimentieren mit Technik begeistern will. Ins Leben gerufen wurden diese Veranstaltungen im Jahr 2013 und sie erfreuen sich seither einer regen Beteiligung.

In über 80 verschiedenen Workshops können Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 18 Jahren Spiele programmieren, mit dem 3D-Drucker arbeiten oder eigenen Apps entwickeln. Veranstaltet wird das Ganze zum einen von der Körber-Stiftung und den Bücherhallen Hamburg, sowie zum anderen von Initiativen der Hamburger Coding und Making-Szene und einigen engagierten Vertretern von Hochschulen und Unternehmen.

Eröffnungsveranstaltung und Anmeldung

Für interessierte Kinder, Jugendliche und Eltern gibt es am Samstag, den 6. Oktober, eine Auftaktveranstaltung in der Zentralbibliothek von 11 Uhr bis 17 Uhr. Dort gibt es dann auch die ersten aufregenden Projekte. So können Besucher der Eröffnung der Code-Week im Untergeschoss der Bücherhallen mithilfe von Luftballonketten selbst Computer-Geheimcodes schreiben und auch wieder dekodieren. Zudem gibt es viele offene Mitmachstationen an denen man zum Beispiel LED-Schmuck selbst gestalten, oder Roboter durch ein Labyrinth steuern kann. Außerdem kann man hier in einem Informatik-Test sein Wissen auf die Probe stellen. Darüber hinaus gibt es nicht nur am ersten Tag der Code-Week, sondern auch an jedem anderen Tag tolle Workshops. Wie man sich für diese anmelden kann, steht hier.

Wer sonst Interesse an der Code-Week hat, kann sich hier die Übersicht zu allen Workshops ansehen. Und wer genaueres zu der Auftaktveranstaltung wissen will, der sollte hier vorbeischauen.

Die Code-Week bietet eine tolle Möglichkeit, junge Menschen an diese wichtigen Berufsfelder heranzuführen. Jährlich finden bundesweit 425 solcher Veranstaltungen statt. Und mit so vielen verschiedenen Workshops und Initiatoren, die an dieser Code-Week beteiligt sind, ist Hamburg ganz vorne mit dabei.


Image by Pressebilder / Code Week Hamburg

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All doors in flight für die NEXT18, Ina Feistritzer?

Am 20. und 21. September geht in Hamburg wieder die NEXT Conference an den Start. Wir Netzpiloten sind als Medienpartner auf der Reeperbahn mit dabei, wenn sich diesmal alles um das Thema „Let’s Fix Digital!“ drehen wird. Wir sind gespannt auf die beiden Tage. Mitten in der heißen Vorbereitungsphase erwischen wir Ina Feistritzer, Head of NEXT bei SinnerSchrader noch für drei schnelle Fragen:

Wie laufen die Vorbereitungen für die NEXT 2018?

Wir sind im Endspurt: In der letzten Woche vor dem Event merkt man doch immer wieder wie schnell so ein Jahr vergeht – von den ersten lockeren Sprecheranfragen bis dann irgendwann das komplette Programm steht, ist es ein ganz schön langer und intensiver Weg. Aber es hat sich mal wieder gelohnt: wir freuen uns auf mehr als 1.500 Digitalentscheider und ein internationales Keynoter-Lineup das von Singapur (Ayesha Khanna, Addo AI) bis Brasilien (Eco Moliterno, Accenture Interactive) reicht.

Was hat es mit dem diesjährigen Motto „Digital Fix – Fix Digital“ auf sich?

Unternehmen müssen sich heute fragen, ob ihre digitalen Angebote wirklich dem Menschen dienen oder ob der Mensch in Wahrheit nur ihr Datenlieferant ist. Wir müssen weg von einer Technokratie, in der das rein technisch machbare der Maßstab für Innovationen ist und hin zu einem Digitalen Humanismus, in dem der Mensch und seine Bedürfnisse im Zentrum steht. Auf der NEXT18 geht es daher um menschenzentrierte Innovationen sowie Technologie-Trends und ihre Auswirkungen auf den Menschen. Unser Motto „Digital Fix – Fix Digital“ spielt natürlich auch mit den verschiedenen Bedeutungen des Begriffs Fix. Wir wollen etwas Reparieren, das längst fester Bestandteil unseres Lebens ist. Genau darin besteht die riesige Herausforderung.

Welches sind deine persönlichen Highlights an den zwei Konferenztagen?

Besonders freue ich mich auf Pamela Pavliscak mit ihrem Talk zu Emotionen im Zeitalter Künstlicher Intelligenz und auf Talks zum Theme Trust, Ethics und den Track „Fix Democracy“. Joseph Lubins Fireside Chat am Freitag um 11:00 Uhr im Schmidts Tivoli zum Thema Blockchain zählt auch zu meinen Highlights. Dort werden wir hoffentlich erfahren, warum der Ethereum-Mitbegründer der Meinung ist, dass die Blockchain-Technologie das Heilmittel für das „alte Web“ sein könnte und ein Weg, die Kontrolle über unsere Daten zurückzuerlangen. Wer sich für die Trends von 2019 interessiert, sollte David Mattin am Freitagmorgen und nachmittags im Gespräch mit Fjord’s Thomas Müller nicht verpassen. Am Ende ist es aber die Gesamtkuration mit der wir überzeugen wollen: vormittags Keynotes internationaler Vordenker, nachmittags Deep-dives und Austauschformate, abends Partys und Konzerte im inspirierenden St. Pauli. Das bietet in Kombination mit einem sehr so tollen Audience nur die NEXT18.

Alle Informationen zur Veranstaltung (auch zu den Live-Streams) gibt es hier.

Beachte auch: CIVEY Umfrage im Vorfeld der NEXT: Deutsche dissen Digital-Riesen

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Netzpiloten @NEXT18

Am 20. und 21. September steigt wieder die NEXT18 in Hamburg. Wir lieben das Event! Eigentlich können wir es kaum erwarten, wieder wegen der vielen spannenden Vorträge tagsüber auf der Reeperbahn herumzustreunern. Letztes Jahr lief die NEXT Conference unter dem provokanten Motto „Digital Sucks“. Sozusagen ein bisschen der Blues, dass die neuen digitalen Technologien oft mehr versprechen als sie halten können. Auch dieses Jahr wird eher reflektiert: „Let’s Fix Digital!“ will ausleuchten, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, um in der digitalen Welt zu reparieren, was uns vielleicht nervt oder unzugänglich erscheint.

Welche Speaker werden auf der Next sein?

Gelistet sind über 400 Referenten/innen aus aller Welt. Wir freuen uns besonders auf Data Scientist Rand Hindi, den kreativen Tausendsassa Jeremy Abbett, den Berliner Media Artist Christian “Mio” Loclair und die Wissenschaftlerin Amber Case.

Bereit fürs Reeperbahnfestival?

Das besondere Begleit-Bonbon der Next Conference ist allen Wiederkommern längst bekannt: Parallel läuft das jährlich immer besser werdende Reeperbahnfestival mit zig Music-Acts auf zahlreichen Bühnen! Also tagsüber bestes Wissen über digitale Trends tanken und abends zu feinsten Beats in trendigen Locations tanzen. Was will man mehr? Bewerbt euch hier für die Tickets und werdet Teilnehmer der NEXT18. Wir sehen uns!

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Netzpiloten @scoopcamp

Seit vielen Jahren schon begleiten die Netzpiloten mit großer Freude die inspirierende Hamburger Innovationskonferenz für Online-Medien! Sie wird veranstaltet von der Initiative nextMedia.Hamburg und der Deutschen Presse Agentur (dpa). Am 27. September werden sich wieder rund 250 Experten, Entscheider und Innovatoren versammeln im „Theater Kehrwieder“ in der Hamburger Speicherstadt. Mehr Hamburg-Flair geht nicht, finden wir! Gesprochen wird beim scoopcamp über nichts Geringeres als die Zukunft des Journalismus. Also geht es um „New Storytelling“ in den digitalen Medien, um Data Journalism und natürlich um Social Media.

An der Schnittstelle zwischen Redaktion, Programmierung und Produktentwicklung diskutieren die Teilnehmer über Trends und aktuelle Themen.

Dies sind die Themen und Speaker des scoopcamps 2018:

Und außerdem: Happy Birthday!

Die Veranstaltung feiert dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum. Ein Grund mehr dabeizusein! Sichert euch jetzt eure Tickets und werdet Teil des scoopcamps 2018 in Hamburg. Eine Übersicht über die Ticketauswahl gibt es hier.

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State of Mind: Transhumanismus-Thriller als Videospiel

state of mind daedalic

Berlin, 2048. Journalist Richard Nolan erwacht im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Sein Kind und seine Frau sind spurlos verschwunden und die Stadt, grau und dunkel, ist voller Roboter und Drohnen. So fängt das Spiel State of Mind der Hamburger Entwickler Daedalic an. Doch das ist nicht die einzige Erzählebene. Es gibt noch einen spielbaren Charakter, Adam Newman. Er lebt in einer utopischen modernen Stadt, die den Namen CITY 5 trägt. Dort scheint die Sonne, dort leben Menschen in einer Symbiose mit den Robotern.

Was erwartet uns bei State of Mind?

Die Entwicklergruppe aus Hamburg ist kein Blockbuster-Unternehmen. Der Name Daedalic Entertainment ist keine Marke, die jeder Spieler kennt. Ein begrenztes Budget zwingt die Firma ihr Spiel möglichst einfach zu halten. Auf den Zocker wartet keine Grafik, die der von Konsolen-Blockbustern gleicht. Für die wählerischen unter euch kann das Spiel langweilig sein. Denn es ist nicht kompliziert, man stockt nicht bei den Aufgaben, es gibt keine Levels, die man stundenlang entziffern muss. Durch eine Reihe an Minispielen statt Rätseln, spielt es sich sehr fließend.

Doch State of Mind fordert den Spieler, regt zum Nachdenken an. Es zeigt ein mögliches Szenario, eine potentielle Realität, eine Dystopie und eine Utopie. Berlin gegen CITY 5. Im weiteren Spielverlauf werden die Beobachter unter den Spielern merken, dass auch an der Utopie nicht alles stimmt.

Man darf aber nicht vergessen, dass State of Mind ein Thema anspricht, das uns seit Jahren beschäftigt. Künstliche Intelligenz, Zukunft mit Androiden, die Angst als Mensch überflüssig zu werden. Allein durch die Themenwahl finde ich das Spiel einen Versuch wert.

Verglichen wird es mit „Detroit: Become Human“ von der Blockbuster-Konkurrenz. Doch genau die Vielfalt an verschiedenen Spielen zum scheinbar gleichen Thema ist das, was das Spielerlebnis so spannend macht. Laut Hersteller bietet State of Mind 20 Stunden Spieldauer. Eindrücke vom Spiel ergänzen wir in Kürze.

Das Videospiel ist zum Preis von rund 40 Euro für PC, Xbox One, Playstation 4 und Nintendo Switch bei Amazon erhältlich (Provisions-Link)


Image by Daedalic.com

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Automatisierte S-Bahnen in Hamburg

flo karr unsplash

Am 12.07.2018 haben die Hansestadt Hamburg, die Deutsche Bahn und der Elektrokonzern Siemens vereinbart, im Oktober 2021 die ersten vollautomatisierten S-Bahn-Züge auf die Gleise Hamburgs zu setzen.

Die neuen Züge sollen auf der Strecke der Linie 21 zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle fahren. Dies kann man in der Pressemitteilung lesen. Um die Züge einsetzen zu können, muss die 23 Kilometer lange Strecke dementsprechend für das hochautomatisierte Fahren eingerichtet werden. Parallel dazu werden die ersten vier Fahrzeuge in die erforderliche Technik ausgerüstet.

Die Kosten der Automatisierung betragen 60 Millionen Euro. Die drei Partner werden diese Summe teilen. Die Kosten für den bundesweiten Einbau sind im Vergleich zum Gleisbau überschaubar. Nach der Einschätzung des DB-Vorstandes werden circa drei Milliarden Euro für die Vollautomatisierung ausgegeben. Hamburg wird zu der ersten Stadt mit einem automatisierten S-Bahnnetz. Das Ziel ist die Erfüllung eines Zukunftsprogramms „Digitale Schiene Deutschland“.

Photo by Max Langelott, unsplash.com

Die wichtigsten Fakten

Die Fahrgäste und die Stadt profitieren. Durch die Automatisierung der S-Bahnen können Fahrgäste mit kürzeren Abständen zwischen den Zügen rechnen. Und somit auch mit kürzeren Wartezeiten. Mittelfristig wollen die drei Partner alle Züge in Hamburg automatisieren. Langfristig sollte das Projekt auf ganz Deutschland bezogen werden.

Die Sicherheit der Fahrgäste ist von höchster Priorität. In Deutschland sind die Sicherheitsanforderungen, im Vergleich zu dem Rest der Welt, extrem hoch. In den automatischen Zügen wird weiterhin ein Triebfahrzeugführer anwesend sein. Er kann im Falle einer gefährlichen Situation eingreifen.

Das unterscheidet Hamburg von anderen automatisierten Verkehrssystemen. Die U-Bahn in Nürnberg ist bereits ebenfalls automatisiert. Doch das S-Bahn-Projekt verwendet auf europäischer Ebene standarisierte Technik. Dazu unterscheiden sich die Gesetze für U-Bahn-Systeme und Vollzüge (wie die Hamburger S-Bahnen).

Für die Digitalisierung werden die Züge der Baureihe 474 verwendet. Laut dem Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, wird das neue Verkehrssystem zuverlässiger, umweltfreundlicher und sicherer sein.

Die vier ersten Züge werden zudem pünktlich zum ITS-Weltkongress 2021 auf den Schienen rollen.


Flo Karr / unsplash.com

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OMG, OMR! Das Online Marketing Rockstars Festival 2018

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65.000 Quadratmeter Fläche, 40.000 Besucher, über 300 Top Speaker und 120 Masterclasses – am 22. und 23. März 2018 steht Hamburg wieder ganz im Zeichen des Online Marketing Rockstars Festivals. Das digitale Festival der Superlative wird wieder der Hotspot für Onliner und Marketeers.

Die OMR spielt sich dieses Jahr aber nicht nur in den Messehallen ab. Das Programm und die Angebote sind dieses Jahr so vollgepackt, dass es in ganz Hamburg noch zahlreiche Side-Events zur OMR geben wird. Der newTV Kongress ist dabei nur eines von vielen Events, die parallel stattfinden und und den newTV Kongress Gästen das OMR Festival mit einer eigenen sogenannten Guided Tour ganz genau zeigen.

Vom #Girlboss und tatsächlichen Rockstars

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Youtube-Star Casey Neistat hat quasi das Vloggen neu erfunden und kam beim Publikum sichtlich gut an. Image by Christoph Kurr

Im letzten Jahr war ohne Zweifel der US-amerikanische Vlogger Casey Neistat der Star der OMR. Aber auch in diesem Jahr spart das Festival nicht mit beeindruckenden Namen. Mit Lars Ulrich, Drummer und Mitbegründer der legendären Band Metallica, fügt sich dieses Jahr auch ein tatsächlicher Rockstar in die Sprecher-Riege des Online Marketing Rockstar Festivals ein. Ulrich ist seit vielen Jahren aktiver Beobachter der Digital-Branche und setzt sich lautstark für die Rechte von Musikern gegen Streaming-Anbieter ein. In seinem Vortrag „Building Metallica“ (23.03., 17:10 Uhr in Halle A1) wird er auf der OMR von seinem aktuellen Blick auf die digitale Marketing-Welt blicken. 

Unternehmerin, Bestseller-Autorin, Fashion-Mogul, Vorbild für eine erfolgreiche Netflix-Serie – und das mit gerade einmal 33 Jahren! Sophia Amoruso ist eine wahre Power-Frau bzw. ein #GIRLBOSS – wie der Titel ihrer Autobiografie und der gleichnamigen Netflix-Serie basierend auf ihrem Leben. Binnen kürzester Zeit hat sie es mit kleverem Marketing geschafft aus einem eBay-Shop für Vintage-Mode das Fashion-Imperium Nasty Gal zu errichten. Die Gründung von Girlboss Media ist nun das nächste Kapitel in Sophia Amorusos Erfolgsgeschichte. Wie man eine Marke um sich selbst kreieren kann, erzählt Amoruso am 23.03 um 11:30 Uhr auf der Bühne der Halle A1.

Neben den absoluten Star-Gästen die ihre Erfolgsgeschichten auf der Konferenzbühne teilen werden, wird es aber auch rund 120 Masterclasses geben, bei denen im Seminar-Format von ausgewählten Experten auf spezifische Marketing-Themen eingegangen wird. „Warum Leidenschaft siegt“ erklärt uns beispielsweise Arno Heinisch, Gründer und CEO von Rocket Beans Entertainment, am Freitag um 17 Uhr in seiner Masterclass anhand der Erfolgsgeschichte seines unabhängigen Internetsenders Rocket Beans TV.

Weitere interessante Speaker wie „Die Höhle der Löwen“-Juror und Unternehmer Frank Thelen oder die erst 15-jährigen Social-Media-Stars Lisa und Lena, sowie viele andere findet ihr auf der OMR-Website. Der Timetable verschafft euch dann einen detaillierten Überblick über alle Vorträge, Masterclasses und Guided Tours!

Die etwas andere Konferenz

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Kulli war gestern – Stylight bot 2017 das etwas andere Werbegeschenk an. Image by Simon Hollmann

Die OMR ist definitiv keine gewöhnliche Digital-Konferenz. Da kann es schon mal passieren, dass man am Adobe-Stand vorbei geht und am nächsten Stand gratis Tattoos angeboten werden. Berühmt ist die OMR vor allem auch für ihre berühmt-berüchtigten Parties. Wo tagsüber noch genetworked und Konferenzen zu Digital-Themen gelauscht wird, verwandelt sich dieselbe Location abends in eine Konzerthalle. Bei der Expo-Party am 22. März verwandelt sich Halle A4 wieder in einen Club und Acts wie DJ Oli P. und Rapper Bausa geben ihr musikalisches Können zum Besten.

Am Konferenz-Freitag wird es dann schließlich wieder Zeit für den „Secret Highlight-Act“. Letztes Jahr begeisterten vier echte Hamburger Jungs die Konferenz-Bühne – die Fantastischen Vier! Auch dieses Jahr können sich Konferenz-Besucher auf die legendäre Aftershow-Party freuen. Nach Udo Lindenberg, Jan Delay, Deichkind und Fettes Brot sind die Fußstapfen groß. Welcher Überraschungs-Music-Act begeistert 2018 die OMRler?

Wie, wann, wo?

  • Wann:
    • 22. März: 10 Uhr bis 18:30 Uhr, ab 18 Uhr Expo Party bis 00:00 Uhr
    • 23. März: 9 Uhr bis 20 Uhr, ab 18 Uhr Rockstars Aftershow Party in Halle A2
  • Wo: Messe Hamburg, Halle A1, Eingang West und Eingang Mitte
  • Wie: Tickets könnt ihr euch hier sichern!

Image (adapted) by Julian Huke

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Destination Check NEXT Conference 2017

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„Digital sucks“– das war das Thema der diesjährigen Next Conference 2017. Seit über zehn Jahren findet die NEXT einmal im Jahr statt und ist für jeden, der aktiv an der Gestaltung der Digitalen Transformation teilhaben möchte. Hier treffen Marketing- und Produktleiter, Führungskräfte der digitalen Wirtschaft, innovative Konzerne sowie innovative Startups aufeinander. Zum dritten Mal hat die NEXT nun in ihrer Gründungsstadt Hamburg stattgefunden und wurde von SinnerSchrader und Faktor3 ins Reeperbahn Festival integriert. 1300 Teilnehmer sind vor Ort, die in einem Bewerbungsverfahren selektiert wurden. Ob sich die Mühe gelohnt hat? Und wie kommt das Thema an, das sich deutlich von dem üblichen Optimismus in der Branche abwendet? Wir haben bei Speakern und Besuchern nachgefragt.


Speaker: Sven Wedig, Founder und CEO von Vollpension Medien GmbH


Sven Weding (Image by Ania Kozlowska)

Wie ist dein Gesamteindruck von der NEXT17?

Ich habe einen sehr guten Eindruck! Ich war schon gestern bei der Next Minds dabei – also dem Vortrag der NEXT – das war sehr inspirierend. Vor allem gab es coole Formate: Man stand mit 20 – 30 Leuten zusammen und konnte Themen diskutieren. Hier bin ich jedoch erstaunt, wie hipster Hamburg sein kann, also wenn man sich die Hipster-Tische anschaut und die hochgekrempelten Jeans. Alles in allem ergibt sich eine sehr gute Stimmung, es sind viele gemischte Leute da, viel altes Coporate aber auch ein Haufen junger Leute – die Mischung zahlt sich aus. Zudem sind alle sehr offen und man kann gute Dialoge führen. Und man muss in Hamburg nicht die ganze Zeit Englisch sprechen – wie in Berlin zum Beispiel.

Welche Erwartung hattest du an die NEXT17 und wurden sie erfüllt?

Für mich schon. Ich hatte gestern die Erwartungen, gute und inspirierende Leute zu treffen und neue Sachen zu erfahren, die ich so vorher noch nicht gehört habe – das war auch der Fall. Für heute habe ich mir eine volle Hütte gewünscht und das hat auch gut geklappt. Die NEXT lebt einfach davon, dass viele Leute kommen und somit sind meine Erwartungen auch erfüllt.

Was genau war denn dein Highlight gestern?

Es ging zum Beispiel um das Thema Influencer-Marketing und war von den Kunden, die da waren, sehr breit gefächert: Von einem medizinischen-technischen Dienstleister, der sich die Frage gestellt hat, wie er mit seiner Zielgruppe umgehen kann, bis zu einem Coporate-Influencer. Da hieß die Fragestellung: Du bist du – aber auch ein Influencer für deine Company. In wie weit solltest du eine Anleitung bekommen, wie du ein Influencer für deine Firma sein kannst? Es geht also um Employer-Branding, Coporate-Branding, B2C und wie kann ich meine Angestellten auch zu einem Influcencer machen.

Und heute in Hamburg waren die Leute das Highlight und die Mischung der unterschiedlichen Branchen. Denn ich denke, das ist das Einzige, was die Leute noch weiterbringt. Die Leute in meinem Bereich zum Beispiel: Wir haben vielleicht noch nicht alles gehört, aber wir kennen uns schon gut aus und jeder Impact, der aus einem anderen Bereichen kommt – oder einer anderen Company, einem anderem Brand – ist wirklich spannend. Und oft findet man auch gemeinsame Nenner, die einem vorher nicht bewusst waren.

Was hältst du von dem Thema der NEXT dieses Jahr?

Ich finde es gut, es will provozieren. Aber man merkt auch, dass das Thema „Digital“ überhaupt nicht „sucked“, alleine wenn man sich ansieht wie viele Leute hier sind und dass alle an ihren Geräten unterwegs sind – jeder hängt am Handy, Laptop oder Tablet. Es „sucked“ halt Null, aber ich denke die Botschaft ist, dass man sich damit kritisch auseinandersetzt und nicht immer alles sofort als Gesetz annimmt, frisst und dann weitermacht. Und nur weil es andere machen, muss es auch nicht immer geil sein.

Wem würdest du die Veranstaltung weiterempfehlen?

Bei dem, was ich mitbekommen habe, würde ich es auf jeden Fall Marketing-Entscheidern empfehlen, egal ob B2C oder B2B, um einen Impuls zu kriegen, was in anderen Branchen passiert. Aber auch für viel klassische Kommunikation und Social Media ist es gut, auch für junge Leute, die sich in den verschieden Märkten orientieren wollen. In erster Linie sehe ich das Thema jedoch für Marketingleiter als ziemlich relevant an.


Speaker: Samuel West, Kurator des Museum of Failure


Was ist dein Eindruck der NEXT17?

Die Konferenz ist viel größer als ich es erwartet habe. Ich habe mit einem kleinen Innovationsevent gerechnet, da es weltweit viele solcher Konferenzen gibt und sie alle einem ähnlichen Format folgen. Aber diese Konferenz ist viel größer und cooler als ich gedacht habe. Und eigentlich verfolge ich die anderen Speaker nicht wirklich, aber diesmal finde ich es sehr interessant. Das haben die Organisatoren sehr gut gemacht.

Was sind deine Erwartungen an die NEXT17?

Ich möchte David Lee kennenlernen, der heute über die kollobrativen Innovationen in China geredet hat. Und dann werde ich ein paar Interviews führen und einfach die Zeit genießen.

Was ist anders an dieser Konferenz, als die Üblichen, die du besuchst?

Also einmal ist es die Größe der Konferenz und auch die Location, wie das schöne Schmidts Tivoli. Zudem findet die NEXT mitten im Rotlichtmilieu statt, was echt cool ist.

Was denkst du über das Thema „Digital sucks“?

Ich liebe es! Obwohl das Digitale natürlich nicht „sucked“, weil es auch einfach Teil unseres Lebens ist. Aber ich mag die alternative Meinung und dass nicht jeder nur „Halleluja“ sagt. Oft wird das Digitale auf Tech-Events angepriesen und gelobt, was eigentlich gar nicht stimmt. Dieses Umdenken finde ich somit sehr gut.

Hast du so eine Einstellung auf einer anderen Konferenz schon mal erlebt?

Ich habe den Eindruck, dass andere Organisatoren oftmals Angst haben und somit lieber alle glücklich machen wollen, sodass das Ganze im Endeffekt Mainstream wird – und keiner mehr glücklich ist. Es ist doch gut, ein bisschen zu riskieren! Es ist nur ein Event. Niemand wird sterben, wenn der Kaffee schlecht schmeckt. Ich bin froh, dass damit experimentiert wurde.

Wem würdest du dieses Event weiterempfehlen?

Jedem der an neuen Perspektiven interessiert ist, ob im Branding oder Product Development – es ist weder eine pure wissenschaftliche Konferenz noch eine CEO-Konferenz: Es ist ein guter Mix.

Das Thema deiner Rede war „Learning from Innovation Failure – Lessons from the Museum of Failure“. Was war dein größter Fehler bis jetzt?

Ich habe viele! Mein größter Fehler ist wahrscheinlich, dass ich viele kreative Ideen habe, die ich verwirklichen möchte, aber ich denke nicht an den finanziellen Aspekt. Somit habe ich am Ende kein Geld. Mit dem, was ich mache und kann meine Projekte nicht weiterführen, was sehr ärgerlich ist. Die letzten fünf bis sechs Jahre ging das jetzt so. Somit hoffe ich, dass es mit dem Museum of Failure in nächster Zeit finanziell besser laufen wird und ich das besser hinkriege.


Veranstalter: Volker Martens, Vorstand Faktor 3 AG Kommunikationsagentur


Volker Martens (Image by NEXTConf)

Wie ist dein Eindruck von der NEXT17 bis jetzt?

Best NEXT ever! Dieses Jahr sind 1300 Leute hier, davon 70 Prozent aus Corporates – und wir sind seit der ersten Veranstaltung ausverkauft. Hier sind also wirklich Leute, die in Unternehmen digitale Themen vorantreiben, viele Innovatoren, viele aus IT und Marketing Departments. Das Ganze wird ergänzt durch Kreativleute, Agency People, digitale Vordenker – das ergibt eine Mischung, die einfach sensationell ist und von Anfang an richtig gut funktioniert hat. Das hat sich nun rumgesprochen und deswegen sind wir meiner Meinung nach dieses Jahr eine fantastische Audience. Und das dann mit der Atmosphäre Reeperbahn, der Musik und dem Spirit hier – also mir geht’s gut!

Was habt ihr besser gemacht als im Vorjahr?

Wir haben jetzt vor allem ein Bewerbungsverfahren für die Tickets. Man kann sich nicht einfach ein Ticket kaufen, um auf die NEXT zu kommen, sondern man muss sich bewerben. Und wir haben ein Team, das sich intensiv darum kümmert, welche Leute das sind, die hier herkommen. Es wird also selektiert – passt die Person hier rein, ist sie ein inspirierender Mensch, kommt sie aus diesem Umfeld und passt sie zu der Idee der NEXT? Erst dann werden entsprechend die Tickets ausgestellt. Und das führt Stück für Stück dazu, dass wir uns immer weiter verbessern und qualitativ eine immer schönere, bessere Gruppe von Menschen zusammenkriegen. Das hat dieses Jahr noch besser geklappt.

Was dieses Jahr auch noch anders ist, ist, dass wir das Netzwerkzentrum ins Copper House in der Davidstraße verlegt haben – hier haben wir viel Energie reingesteckt. Hier gibt es Inhalte, ein Coworking-Space, eine gute Versorgungssituation – alles gleichzeitig. Das Ding hat eingeschlagen wie eine Bombe, man kann draußen sitzen und drinnen, abends gibt’s hier eine Party, sodass es als Netzwerk auch richtig gut funktioniert. Was auch neu ist, ist das Festival-Gelände auf dem Heiligengeistfeld. Damit haben wir auch ein neues Venue für Inhalte und Präsentationen und es ist auch ist von Beginn an voll gebucht. Somit haben wir viele kleine Dinge immer weiter optimiert.

Woher kam die Idee, das Digitale mit der Musikszene zu verbinden?

Viele sagen, das ist so ein bisschen wie die South by Southwest in Texas: Die Idee aus dem Merch aus Musik, Popkultur und digitalen Vordenkern. Den Anspruch jetzt auf Hamburg zu übertragen, ist natürlich sehr ambitioniert, aber im Kern kann man diese Idee hier zum Leben erwecken, was uns natürlich auch motiviert.

Was ist dein persönliches Highlight?

Mein persönliches Highlight war der Vortrag von Tricia Wang “Why corporate “innovation” doesn’t work — and how to fix it“ und was es eigentlich bedeutet, diesen Innovationsprozess in bereits etablierten Unternehmen voranzutreiben und wie schwer das ist. Es gibt ja Ideen und Innovationslabore sowie viele junge Leute mit viele tollen Einfällen. Aber diese Ideen und dieses Neue, Innovative in das alte System reinzukriegend, damit sich der Laden verändert und die Konzerne Geschwindigkeit aufnehmen – diesen Gap hat sie super gut dargestellt und erklärt, warum es so kompliziert ist. Sie hat aber auch Ideen geliefert, wie man sich darauf vorbereiten und es beschleunigen kann. Ansonsten führe ich hier sehr viele Gespräche, da wir von Faktor3 auch viele Kunden eingeladen haben, genauso wie SinnerSchrader.

Wem würdest du die NEXT empfehlen?

Eigentlich geht es in ganz viele verschiedene Richtungen, es gibt nicht den einen Typus Mensch oder Unternehmenslenker, der hierhergehört. Ich kann somit nicht eine spezielle Gruppe ansprechen, denn der Charme der NEXT entsteht aus dem Zusammensetzen von verschiedenen Leuten aus Unternehmen, Incorporates, Leuten, die Innovationen vorantreiben, kreativen Geistern, digitalen Vordenkern. Dieser Mix bis hin zum Designer oder Programmierer, macht die NEXT aus und erschafft Ideen und Inspirationen. Wir wollen eigentlich nicht nur eine Konferenz für eine spezielle Zielgruppe sein, das würde uns nicht gerecht werden.


Besucher: Réne Dreske, Geschäftsführer von Hans Soldan GmbH


René Dreske (Image by Ania Kozlowska)

Was war deine Intention zur NEXT17 zu kommen?

Digitale Themen sind bei uns in der Firma ganz oben auf der Liste und ich bin häufig auf Konferenzen in dem Kontext, aber hier war ich noch nie.

Was war dein Highlight bis jetzt?

Ein Rede darüber, wie sich Demokratie durch das Internet verändern wird, fand ich bis jetzt toll. Leider ist hier im Copper House jedoch der Raum ziemlich klein und man versteht kaum etwas.

Wie findest du das Thema der NEXT17?

Ich finde das Thema cool gewählt. Es ist tatsächlich so, dass nicht jeder ein Gewinner dieser Entwicklung ist – es gibt viele Verlierer. Dass man auch mal diese Perspektive beleuchtet, finde ich gut. Jeder hat sich wahrscheinlich schon mal gefragt: „Komm ich da mit?“ „Krieg ich das hin in den Firmen?“ oder „Sind die Entwicklungen zu schwierig umzusetzen?“.

Denkst du, man kann in Zukunft dem Digitalen noch entfliehen?

Ich bin überzeugt, dass es in jeder Branche die Spielregeln verändern wird. Es gibt einige Branchen da, da hat es schon angefangen, aber das ist erst der Anfang, es wird weiter exponentiell ansteigen.


Besucher: Bendetik Lecheler, UX-Designer bei Aperto/IBM IX


Bendetik Lecheler (Image by Ania kozlowska)

Mit welcher Intention bist du auf die NEXT17 gekommen?

Zum einen bin ich wegen der Arbeit hier. Ich bin aber auch hergekommen, weil das Thema der Next17 den negativen Aspekt beleuchtet und ich das gut finde. Denn ich denke, es ist auch ein Zeichen der Zeit, dass man von diesem Optimismus – der immer vorherrschend war in der Tech-Branche – abweicht und kritisch hinterfragt. Die Leute merken mittlerweile, dass viele Dinge einfach nicht funktionieren oder zum Bösen genutzt werden. Daher denke ich, dass das in den nächsten zehn Jahren ein großes Thema sein wird und auch eine realistische Einstellung vermittelt.

Was war dein Hightlight bis jetzt?

Der Rede von David Mattin „We need to talk about Optimism“ hat mir sehr gut gefallen. Er hat nicht einfach alles schlecht geredet – so soll es ja auch nicht sein – sondern auch einen positiven Spin reingebracht. Es ging also darum, dass man schaut, wie die Dinge besser machen kann, indem nicht nur alles unkritisch produziert wird.

Wem würdest du diese Veranstaltung weiterempfehlen?

Jeder, der irgendwie technisch interessiert ist, kann die Topics hier verstehen. Egal, ob du Content im Web produzierst oder sonst irgendwas –  es ist auf jeden Fall keine reine Tech-Konferenz.


Images by Ania Kozlowska

Teaser (adapted by NextConf)

Image (adapted) „Volker Martens“ by NextConf [CC0 Public Domain]


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Die Netzpiloten sind Partner der NEXT Conference 2017

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In Hamburg findet am 21. und 22. September die NEXT Conference 2017 statt. Die Konferenz präsentiert sich dieses Jahr unter dem provokanten Motto „DIGITAL SUCKS“. Der Hintergrund ist, dass uns viele neue, digitale Technologien viel versprechen, aber leider nur wenig halten. Außerdem nimmt der Veranstalter, die SinnerSchrader AG aus Hamburg, damit Bezug darauf, dass viele Technologien nicht ausgereift sind, wenn sie auf den Markt kommen. Stattdessen kommen sie unfertig daher, erhalten ständig Updates, die alte Fehler beheben und neue produzieren.

Die Frage ist dieses Jahr auch, ob unser Frust mit neuen Technologien vielleicht von unseren zu hohen Erwartungen herrührt. Zusammen mit einer Menge, großartiger Speaker, will man das herausfinden. Zu den Speakern, auf die ihr in diesem Jahr auf der NEXT Conference treffen werdet, zählen:

Zeitgleich mit der NEXT Conference findet in Hamburg auch das legendäre Reeperbahn Festival statt, das jedes Jahr von über 30.000 Menschen besucht wird. Teilnehmer der NEXT Conference haben Vorrang bei den über 700 Konzerten während des Reeperbahn Festivals.

Die Bühne der NEXT Conference wird das Schmidts Tivoli sein. Hier könnt ihr euch um eure Tickets bewerben.

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Die Netzpiloten sind Partner der Fintech Week Hamburg

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Habt ihr Lust auf die Fintech Week in Hamburg? Bei uns könnt ihr noch zwei Tickets haben! Hier könnt ihr an der Verlosung teilnehmen und vom 6.-12. November live dabei sein. Teilnahmebedinungen


Das betahaus Hamburg wird zum zweiten Mal Zentrum für Fintech. Denn vom 6. Bis 12. November findet erneut die Fintech Week statt. Aktuere aus der Finanzwelt, Banken, Versicherungen und Digitalwirtschaft können sich auf viele Veranstaltungspunkte freuen. Die ersten Programmpunkte wurden bereits veröffentlicht. Einer davon ist zum Beispiel das erste Fintech Startup Weekend mit diesem Schwerpunkt in Europa.

Auf der Agenda der Veranstaltungswoche stehen neben Robo-Advisors, digitalen Prozessen in Finanzunternehmen und kommunikativen Herausforderungen auch die Regulierungsinitiative PSD2 und Kollaboration zwischen Fintech- und Banken-Teams.

Fünf Ankerthemen – viele Veranstaltungen

In verschiedenen bekannten Konferenzrunden oder experimentellen Formaten treffen Besucher mit Experten und Expertinnen der Branche zusammen. So schafft die Fintech Week eine Mischung aus entspanntem Zurücklehnen und spannenden Interaktionen.

In der bewährten Konferenz Euroforum geht es dieses Jahr um die Digitalisierung des Bankenwesens. Ai, API und Blockchain sind nur der Anfang, die Teilnehmer diskutieren über Chancen und Herausforderung.

Im LaborX können Teilnehmer ihre Kommunikationsstrategien vor Experten pitchen und Feedback bekommen. Bei der Fintech Week Team Challenge steht in verschiedenen Wettkämpfen Teamwork und Geschick im Mittelpunkt. Neben den Interaktiven Workshops finden auch Gesprächsrunden oder Storytelling Events Platz. Die Fintech Ladies ein und erzählen von ihrer Erfahrung in einer Arbeitswelt von männerdominierten Teams. Auch spannend: die Fuckup Night. Hier erzählen Gründer von ihren größten Misserfolgen und tauschen sich über das Schlechte und das Gute ihres Scheiterns aus.

Weil die weltweite Blogosphäre stetig wächst und sich neben den klassischen Medien als wichtige Informationsquelle etabliert hat verleiht comdirect im Rahmen des Finanzbarcamps erneut den Finanzblog Award. Die für die besten deutschsprachigen Blogs der Szene, einen Publikumspreis und

Nicht verpassen

Bei der Fintech Week kann man sich seinen Veranstaltungsplan selbst zusammenstellen und muss nur Tickets für die Veranstaltungen erwerben, die man auch besuchen möchte. Für jedes Event gibt es individuelle Tickets. Aber das Programm ist noch lange nicht vollständig. Bis jetzt wurden 20 der geplanten 40 Veranstaltungen veröffentlicht, es lohnt sich also die Event-Webseite im Auge zu behalten.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • KI heise: „Das größte Risiko für unsere Zivilisation“: Elon Musk warnt erneut vor KI: Ohne die richtigen Gesetze sei die KI eine Bedrohung für die Zivilisation, dessen ist sich Elon Musk sicher und trägt seine Bedenken vor Gouverneuren der USA vor. Denn der Zeitpunkt, an dem die KI alles besser könne als der Mensch, werde kommen. Zurzeit seien die Bedenken zu wenig ernst genommen worden, doch Vorsorge ist besser als Nachsorge. Die Angst, dass sich bei einer Einmischung in die Wirtschaft wichtige Unternehmen aus der USA absetzen würden, wiegelt Musk ab, denn nach ihm würden die Vorgaben allen helfen, auch den Wirtschaftsriesen.

  • PAYPAL golem: Mit Paypal tanken: Die Tankstelle Shell arbeitet jetzt mit Paypal zusammen, sodass mobiles Zahlen via Smartphone für Kunden möglich wird. Die ersten Tankstellen mit diesem neuen Service sollen in Hamburg und Berlin starten, bis Ende 2017 soll dies jedoch auch deutschlandweit gehen. Bereits im Februar 2017 stellte Jaguar diesen Dienst für seine Kunden bereit, das aber nur in Großbritannien. So konnten Kunden ohne Kreditkarte einfach und schnell mit der Shell-App über den Bildschirm ihres Fahrzeuges die gewünschte Literanzahl Benzin bestellen. p>

  • APPLE wired: Warum Apple die Fitnessdaten seiner Mitarbeiter überwacht: Apple hat auf seinem Firmengelände in Cupertino ein eingenes Fitnesslabor entworfen, indem Angestellte Sport treiben dürfen. Nebenbei werden jedoch Daten über ihre Leistungen gemessen. Eine kleine Einschränkung bei dieser Vermessung gibt es derzeit noch im Bereich des Schwimmens, da es der Software nicht möglich ist die Schwimmarten wie Kraulen oder Brustschwimmen auseinanderzuhalten. Derzeit arbeitet Apple an der watchOS 4, sodass die Apple Watch direkt mit den Fitnessgeräten verbunden werden kann.

  • NETFLIX horizont: Starkes Wachstum bei Netflix: Netflix ist auf der Überholspur. Der Gewinn, der sich durch den Streamingdienst machen ließ, erhöhte sich um ein knappes Drittel und die Aktie stieg am Montag auf neun Prozent. Somit können die finanziell eher aufwendigeren Eigenproduktionen wie “The Crown” weiterhin gerechtfertigt werden. Auch global ist Netflix nach wie vor erfolgreich, über 4 Millionen neue Kunden konnte Netflix kurz zuvor noch gewinnen. Eine Leistung, mit der niemand gerechnet hätte.

  • ALEXA curved: HTC U11: Alexa erscheint in Kürze für die deutsche Version: Mit dem HTC U11 ist es jetzt erstmals in Deutschland möglich auch ohne Berührung auf Alexa zugreifen zu können, selbst im Sleep-Modus kann Alexa zukünftig Befehle ausführen. Was mit Alexa alles möglich ist? Rund 12.000 verschiedene Fähigkeiten besitzt sie, darunter das Abspielen von Musik, das Verwalten von Einkaufslisten, oder aber die Vorhersage des Wetters.

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#G20-Proteste: Die Bilder erschrecken jeden – auch mich!

Hamburg, 7.7.17 X (adapted) (Image by Robert Anders) (CC BY 2.0) via flickr

Die Nachrichten zu den Ausschreitungen beim G20-Gipfel gehen gerade durch alle Medien, auch bei Twitter gab es hitzige Diskussionen. Auch die Netzpiloten-Zentrale befindet sich mitten im Hamburger Schanzenviertel. An dieser Stelle erzählt unsere Redaktionspraktikantin, wie sie die vergangenen Tage vor Ort und in den sozialen Netzwerken erlebt hat.


Zum ersten Mal seit einer Woche kann ich wieder mit offenem Fenster schlafen. Keine Helikopter-Rotoren oder laute Polizeisirenen sind mehr zu hören. Es ist wieder ein bisschen Normalität eingekehrt. Von Seiten der Politik wurde der G20-Gipfel in Hamburg vorher noch mit großen Worten angekündigt, als Fest der Demokratie. „Wir richten ja auch jährlich den Hafengeburtstag aus“, sagte Olaf Scholz, erster Bürgermeister der Hansestadt, fast schon euphorisch. „Es wird Leute geben, die sich am 9. Juli wundern werden, dass der Gipfel schon vorbei ist.“ Nun, wenn der nächste Hafengeburtstag so aussieht, möchte ich lieber nicht hingehen.

Die Erwartung, dass alles ruhig bleibt, wäre absolut naiv gewesen

Leere Kreuzung (Image by Melina Mork)
Leere Hamburger Kreuzung am Holstenwall

Die Stadt war in einem Ausnahmezustand, das war von vorn herein klar. Als Journalistik-Studentin hat bei mir hier allerdings die Neugier überwogen, wie eine politische Großveranstaltung in Hamburg ablaufen wird. Deswegen bin ich nicht, wie viele meiner Kommilitonen und Kollegen, in den Urlaub gefahren, sondern hier geblieben. Weit genug von der Sicherheitszone entfernt war ich mir sicher, dass der gewaltsame Teil des Gipfels an mir vorbeiziehen würde.

Das war wohl naiv. Die Einschränkungen begannen nicht am ersten Gipfeltag, sondern lange bevor überhaupt ein Staatsgast gelandet war. Busse und Bahnen fuhren nicht mehr, die Straßen gespenstisch leer, die Parkplätze nur belegt von Mannschaftswagen der Polizei. Anspannung lag über der Stadt wie die Ruhe vor dem Sturm.

Lieber Tanz Ich als G20 (Image by Sophia Herzog)
Farbrauchpatronen auf der Nachttanzdemo „Lieber Tanz‘ Ich als G20“ – Image by Sophia Herzog

Die ersten angemeldeten Demonstrationsaktionen beginnen schon am Dienstag und werden mit Wasserwerfern beendet. Ab hier fängt bei mir das Bauchgrummeln an. Am Mittwoch will ich mir selbst ein Bild von den Demonstrationen machen: Nachttanzdemo mit dem Motto „Lieber tanz‘ ich als G20 “. Es bleibt friedlich. Außer ein paar Farbrauchpatronen und Konfettikanonen wird nichts abgefeuert, und in mir steigt die Hoffnung, dass demonstrieren nicht sofort eskalieren muss.

Am Donnerstag hat unser Chef beschlossen, das Netzpiloten-Büro in der Schanze frühzeitig zu schließen, denn ab 16 Uhr gilt in Hamburg das Motto „Welcome to Hell“. Auch der militante „Schwarze Block“ hat sich angemeldet und bringt dem Wortwitz zur Demo vom Vortag entsprechend einen aufblasbaren schwarzen Block mit der Aufschrift „lieber militanz‘ ich als G20 “ mit.

Die Polizei schreitet frühzeitig ein und ab hier beginnt das Chaos, das von da an alle Medien überflutet. Die ersten brennenden Mülltonnen, Straßenschlachten mit Wasserwerfern, Eskalation. Wahrscheinlich hat so mancher schon damit gerechnet, aber die Bilder schocken trotzdem.

Panik in den Sozialen Medien

Am Freitagmorgen hatte ich das erste Mal Angst. Nachdem ich nur mit Ausweiskontrolle und strikten Anweisungen der Polizeibeamten zur Arbeit gehen konnte, tauchen weitere Bilder und Berichte auf. Diesmal brennen statt Mülltonnen Autos und Straßenbarrikaden, während vermummte Menschen ganz bewusst Scheiben von Geschäften einschlagen. Das hat nichts mehr mit politischem Protest zu tun.

Zu diesem Zeitpunkt mache ich Twitter für meine wachsende Angst verantwortlich. Die Videos und Bilder der Zerstörung verstärken den Eindruck, dass die ganze Stadt in Flammen steht und dass die Störer jede Minute auch bei mir vor der Tür stehen könnten. Dabei sehe ich auf meinem Fußweg nach Hause die Bewohner der Umgebung entspannt in den Cafés ihren Kaffee trinken und Kinder auf den Straßen spielen. Aber all das kann mir meine Angst nicht nehmen. Ich checke alle paar Sekunden die Sozialen Medien. Kaum zu Hause, mache ich den Livestream an und hoffe, dass nicht noch eine Schreckensmeldung auftaucht. Das politische Geschehen ist für mich ab diesem Zeitpunkt in den Hintergrund gerückt.

Am Abend sollten Freunde zu Besuch kommen, um Geburtstag zu feiern. Im Nachhinein scheint es auch eine naive Idee, da bis zur letzten Minute unklar war, ob es überhaupt alle durch die Polizeisperren schaffen. Selbst als alle angekommen sind, sind die neuesten Twitter- und Liveticker-Meldungen das vorherrschende Gesprächsthema. Es werden hitzige Diskussionen geführt, ob die Polizei richtig gehandelt hat. Die Scheinwerfer der Helikopter über der Schanze ziehen immer wieder unsere Aufmerksamkeit auf sich. Irgendwann bin ich froh, als mein Smartphone keinen Akku mehr hat und ich die Meldungen nicht mehr aktualisieren kann.

„Und, warum demonstrierst du?“

Einen Tag noch, denke ich mir, als ich Samstag wieder durch das Dröhnen der Helikopter aufwache. Ich meide Twitter, Facebook und die Nachrichten, damit ich Zeit habe, wach zu werden. Meine Freunde wollen auf die Großdemonstration gehen – „Grenzenlose Solidarität statt G20 “. Nach den Bildern der letzten Nacht war mir doch mulmig zumute. Aber von ein paar Randalierern sollte man sich das Recht auf demokratischen Protest nicht nehmen lassen.

Auf dem Weg zur Demo fragen mich zwei junge Besucher aus Münster, wo es zur Demo geht. Im Zweifelsfall immer dem Bass und den Menschenmengen nach. Wir gehen das letze Stück zur Demo gemeinsam. Irgendwann fragt mich einer der beiden: „Und, warum demonstrierst du?“ und bringt mich zum Nachdenken, was mich die letzten Tage beschäftigt hat.

Wahrscheinlich will ich mit meiner Anwesenheit ein Zeichen setzen, dass Protest auch friedlich geht. Der Großteil lässt sich von schlechten Nachrichten nicht unterkriegen. Mit mir zusammen waren offiziell insgesamt 76.000 Menschen unterwegs – die größte Demo in Hamburg seit den 80er Jahren. Die Moderatorin der Abschlusskundgebung feiert zu Recht das friedliche Gelingen des Protests: „76.000 Menschen, das ist 76.000 Mal Hoffnung.“ 76.000 Mal Hoffnung, dass der Gipfel nicht nur durch die Krawalle in Erinnerung bleibt.

Am 9. Juli wache ich zum ersten Mal ohne Helikopterdröhnen auf. Der Blick vom Balkon zeigt Leute, die ihrem ganz normalen Alltag nachgehen, als wäre nichts gewesen. Und ich spüre nichts als Erleichterung, dass der Gipfel endlich vorbei ist.


Header Image „Hamburg, 7.7.2017 X“ by Robert Anders (CC By 2.0)

Image „Lieber Tanz ich als G20“ by Sophia Herzog

Image by Melina Mork


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Die Netzpiloten sind Partner des scoopcamp 2017

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Wir verlosen zwei Tickets für das scoopcamp 2017! Trag euch einfach hier in das Formular ein und gewinnt mit etwas Glück euer Ticket for free. Viel Glück!


In Hamburg findet am 28. September das scoopcamp 2017 statt. Es handelt sich dabei um eine Innovationskonferenz für Online-Medien. Seit 2009 lädt Hamburg@work und seit 2014 auch nextMedia.Hamburg einmal im Jahr zusammen mit der dpa zum scoopcamp ein. Der Verein Hamburg@Work e. V. ist das größte Unternehmensnetzwerk Deutschlands aus den Bereichen Medien, IT und Mobile mit regionalem Bezug sowie bundesweiten und internationalen Verbindungen. nextMedia.Hamburg ist eine Hamburger Initiative für die Medien- und Digitalwirtschaft.

Mehr als 250 Experten, Entscheider und Innovatoren der IT- und Medienbranche kommen zu einer Diskussion über Trends und Themen an der Schnittstelle zwischen Redaktion, Programmierung und Produktentwicklung zusammen. Die Themen, die dabei im Fokus stehen, sind z. B. „Data Journalism“, „Social Media“ und „New Storytelling“ in digitalen Medien. Die freie Journalistin und Moderatorin Eva Schulz wird die Teilnehmer durch das Programm führen. Jigar Mehta (siehe unten)
wird dieses Jahr mit dem scoopcamp Award 2017 ausgezeichnet.

Spannende Themen und faszinierende Speaker

Zu den Speaker, die beim scoopcamp 2017 sein werden, gehören:

Die Location ist das Kehrwieder Theater in der Hamburger Speicherstadt. Hier bekommt ihr eure Tickets für das scoopcamp 2017. Seid schnell und sichert euch eure Early-Bird-Tickets zum reduzierten Preis! Nur bis zum 30. Juni.

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Die Netzpiloten sind Medienpartner der PLAY Summit 2017

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Zum zweiten Mal veranstalten ADZINE und Videobeat Networks dieses Jahr im Kehrwieder-Theater in Hamburg der PLAY – Video Advertising und Marketing Summit. Die Konferenz am 29. Juni ist ein Treffpunkt für Fachkräfte der Videomarketingbranche sowohl aus klassischen als auch digitalen Umfeldern.

Branchenkenner aus verschiedenen Bereichen präsentieren Advertising Trends und Technologie. In anschießenden Diskussions- und Networking Runden gibt es die Chance sich mit den Experten der digitalen Szene auszutauschen.

Alles rund ums Bewegtbild

Auf der PLAY Summit dreht es sich nicht nur um traditionelles Video Markting über TV-Spots, sondern auch um neue Möglichkeiten, wie Influencer Marketing und digitale Konzepte für Soziale Netzwerke.

Leitthemen wie Kreation, Channels, Technologie und Audience werden in den Vorträgen und Case Studies der Speaker behandelt. Themen sind unter anderem:

  • Trends im Bewegtbildkonsum (Vortrag der GFK)
  • TV Tracking -Online Effekte aus TV messen und nutzen?
  • CASE: Cross-Device-Retargting für Digital Video Kampagne
  • Gehören Video Influencer in den Mediaplan?
  • Technologie für mehr Dynamik und Flexibilität auf der Digital Video Supply Side
  • Facebook: Chancen und Risiken im Video Advertising
  • Freut euch ebenfalls auf ein breites Spektrum an spannenden Speakern aus verschiedenen Bereichen und Aspekten der Branche.

Hier findet ihr das volle Programm und eine Liste der Referenten. Wenn ihr dabei sein wollt, könnt ihr hier die Anmeldung finden. Mit dem Code PLAY17NETZPILOTEN bietet der PLAY Summit Freunden der Netzpiloten bis zu 25 Prozent Rabatt auf die Konferenztickets an!

Wir wünschen euch viel Spaß!

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Die Netzpiloten sind Partner der VR/AR Excellence Days

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In Hamburg finden am 27. und 18. Juni die VR/AR Excellence Days statt. Die Veranstaltung präsentiert die beiden Technologien in einem geschäftlichen Kontext. Die Leitfragen sind: Wie können VR und AR erfolgreich zur Steigerung des Unternehmensergebnisses eingesetzt werden? Wie können neue Kunden erreicht und wie die Loyalität bestehender Kunden gefestigt und ausgebaut werden? Und wie können VR & AR die Markenstrategie positiv beeinflussen?

Der erste Veranstaltungstag zeigt, wie Handel und Marken die Technologien nutzen können. Folgende Themen stehen auf dem Programm:

  • New Retail Realities: Wie der Einsatz von VR und AR das Shopping-Erlebnis verändert
  • Disrupting Retail: Mixed Realities – New Possibilities
  • Wo stecken heute schon Umsätze? Die Produktkategorien von VR und AR
  • AR Visions: Das erweiterte In-Store Einkaufserlebnis
  • Store inside my head: Virtuelle Shoppingwelten

Am 28. Juni, dem zweiten Veranstaltungstag, ist ein Blick auf VR und AR im Business geplant:

  • Magische Momente: VR und 360°-Storytelling
  • Zukunft der Mobilität mit VR und AR
  • Virtuelle Reiseplanung: Im Kopf schon am Strand?
  • Wenn Realität virtuell wird, was ist dann real?
  • Unterhaltung und Mehrwert: VR und AR in Media & Entertainment

Über 20 Experten sind für euch vor Ort. Freut euch zum Beispiel auf:

Die Location ist das Steigenberger Hotel in Hamburg.

+++ Rabattaktion +++

Mit uns kommt ihr günstiger an Tickets! Ihr erhaltet 15 Prozent Rabatt auf den Ticketpreis. Gebt dazu einfach hier den Code „M-VRAR17-MP1“ und sichert euch eure vergünstigten Tickets!

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Netzpiloten sind Partner des nextMedia.Elevator

Die Bewerbungsphase hat bereits begonnen, aber bis zum 15. Mai 2017 könnt ihr immer noch beim Startup-Wettbewerb „nextMedia.Elevator“ mitmachen. Bewerbt euch mit euren Hamburger Startup aus der digitalen Wirtschaft und reicht ganz einfach eure Pitch-Decks ein. Sichert euch einen der zehn Plätze in der finalen Runde am Veranstaltungstag.

Wenn es dann soweit ist, könnt ihr eure Ideen im Format des „Business-Idea-Speed-Dating“ einer Fachjury – die aus namenhaften Kapitalgebern, Unternehmern und Branchenkennern besteht – präsentieren und sie von euch überzeugen. Unter anderem werden dann Experten wie Dr. Heiko Milde – IFB Innovationsstarter – oder Eva-Maria Bauch, von G+J, eure Pitch-Decks bewerten.

Im Anschluss werden die Gewinner bekannt gegeben, aber was könnt ihr eigentlich gewinnen? Preisgelder im Gesamtwert von 8.000 Euro. Zudem darf sich der Sieger über eine Nominierung des Wettbewerbs für den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Existenzgründer freuen. Außerdem können die ersten drei Plätze an der Gala Veranstaltung des Hamburger Gründerpreises teilnehmen. Aber nicht nur das: Erhaltet zusätzlich spannende Kontaktmöglichkeiten zu Venture Capitalists und Experten der Gründerszene.

Also nutzt die Chance, gewinnt den begehrten Startup-Award und stellt eure innovativen Ideen einem erstklassigen Publikum vor und positioniert euch an der Spitze. Voraussetzung ist, dass ihr innerhalb der letzten drei Jahre euer Startup gegründet oder die Gründung geplant habt. Wer mehr über die Teilnahme wissen möchte, der kann sich auf nextmedia-hamburg.de weitere Informationen einholen.

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Netzpiloten sind Partner des Online Marketing Forum 2017

Vom 02. Bis 11. Mai findet an vier wechselnden Standorten das Online Marketing Forum statt. Jeweils in München, Berlin, Hamburg und Köln erwarten euch Themen wie Mobile Marketing, Display & Native Advertising, Video Marketing, SEA, SEO, E-Mail Marketing und Social Media Marketing. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die im Online Marketing und E-Commerce verschiedener Branchen aktiv sind, einen Überblick über die aktuellen Online Marketing Werbemöglichkeiten gewinnen möchten und sich durch Best-Practice Beispiele inspirieren lassen wollen.

Am 09. Mai findet die Hamburger Veranstaltung der Reihe statt. Eröffnen und durch den Tag führen wird Journalist und Kommunikationsberater Helmut van Rinsum. Freut euch auf über zehn spannende Vorträge und Keynotes mit Speakern von Unternehmen wie BRIGITTTE Digital oder crowdmedia.

Interessant wird sicherlich auch der Vortrag „Influencer Blah“ von Julia Antkowiak von VICO. Schaut vorbei, wenn ihr euch fragt, wie es 2017 mit Influencer Marketing erfolgreich weiter gehen kann und ob die „Influencer-Blase“ 2017 nicht doch platzt. Auch im digitalen Zeitalter steht Storytelling als Marketing Maßname noch immer an erster Stelle, deswegen ergründet Claudia Scheffler-Perrone von Killer Press anschließend „Die Macht des Storytelling“. Desweiteren erwarten euch Vorträge zu Chatbots und wieso sie die Revolution im Digital Commerce sein könnten und ob sich SEO wirklich lohnt. 

Es wird also spannend! Wenn ihr jetzt Lust auf das Event bekommen habt, könnt ihr euch hier schon Tickets sichern. Hier findet ihr zudem nochmal einen Rückblick der vergangenen zwei Jahre! Für alles weitere stattet doch dem Facebook-Profil der Veranstaltung einen Besuch ab oder haltet euch mit dem Hashtag #omf2017 auf dem Laufenden!

+++ Rabattaktion +++

Die Tickets bekommt ihr mit uns vergünstigt. Statt 290 Euro zahlt ihr nur 240 Euro. Dafür gebt ihr einfach bei der Anmeldung den Rabattcode „OMF17npl“ an.

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OldTV, NewTV und irgendwas dazwischen – Budi von den Rocketbeans im Interview

Daniel Budi Budiman (Image by Lisa Kneidl)

Am 21.03. fand der 9. newTV Kongress in Hamburg statt. Rund 200 Besucher haben sich zum Austausch rund um OldTV vs. NewTV unter dem Leitthema „Business Innovation on Screen“ getroffen. Zu den Highlights zählten internationale Speaker wie Chris Mead von Twitch mit seiner Keynote über die Online-Streaming-Plattform und deren Creator-First-Mentalität, Raquel Bubar von der New York Times (einer Expertin für Branded Content und Native Advertising) oder Cyrus Saihan (BBC) mit seinem Vortrag über VR und 360°.

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Daniel „Budi“ Budiman beim Panel „Experten treffen Jugendliche“ auf dem newTV Kongress. Image by Lisa Kneidl

Daniel „Budi“ Budiman war als Panel-Moderator zu Gast, um einen Dialog mit Jugendlichen zum Thema Medienkompetenz zu starten. Budi, als Moderator aus Giga Games und Game One bekannt, ist Co-Gründer und Head of Strategy von Rocket Beans Entertainment, die am 15. Januar 2015 mit dem ersten 24-Stunden-Sender auf Twitch online gegangen sind und mit nunmehr rund 90 Mitarbeitern und mittlerweile auf YouTube rund um die Uhr Gaming- und Unterhaltungscontent streamen. Bei Rocketbeans TV schalten zu Spitzenzeiten rund 50.000 Zuschauer live ein – Erfolg, der für sich spricht und mit dem vor knapp zwei Jahren nicht jeder gerechnet hätte. Wir haben Budi im Vorfeld seines Panels zum Interview getroffen und mal nachgefragt, was für ihn oldTV, newTV und das ist, was Rocketbeans TV so dazwischen macht.

Lisa Kneidl: Du bist ja hier für das Panel „Experten treffen Jugendliche“. Worum wird es da genau gehen?

Daniel Budiman: Ich treffe vier Jugendliche im Alter von 11 bis 13 und die müssen mir heute ganz dringend erklären, wie ich mich als junges Elternteil auf die Zukunft vorbereiten muss. Was ist cool, was ist nicht cool, was finden sie selber cool, das ihre Eltern vielleicht zulassen oder nicht zulassen. Das Thema des Generationswandels, diese gesamte Medienlandschaft organisiert sich komplett neu. Es werden neue Regeln gesucht, aufgestellt, zerworfen, wiederaufgebaut, dann fällt es wieder in sich zusammen und es kommen plötzlich ganz viele neue Akteure auf den Markt. Durch neue Technologien, aber eben auch durch tatsächlich die Demographie, durch die Generation.

Ich bin Jahrgang 83, das bedeutet, mein technisches Verständnis ist ein grundlegend anderes als das von älteren Generationen. Als junger Vater beschäftigte ich mich sehr deutlich mit der Materie, also Internet, Streaming, Apps, Gaming – alles was Technologie bedeutet. Und wie sieht das morgen eigentlich aus? Und was müsste ich in der Theorie verstehen, damit meine Jungs gewappnet sind. Gewappnet im Sinne von ‚was bedeutet Datenschutz, was bedeutet generell Medienkonsum, was ist dieses ominöse Medienkompetenzthema wovon eigentlich alle reden?‘. Alles was man tun kann, um der Situation eigentlich Herr zu werden, ist, Gespräche zuzulassen und nicht in Regeln zu unterwerfen, die vielleicht auch nicht mehr funktionieren können. Ein reines Verbot von Technologie ist etwas sehr Schädliches für die junge Generation. Aber ein ‚ach tu doch was du willst‘ ist genauso schädlich.

Es ist ein individuelles Thema und so oder so müssen wir darüber sprechen. Ich hoffe da wirklich auch einen Dialog schaffen zu können, der für alle Beteiligten einen Mehrwert bietet. Nämlich einfach mal den Start eines Dialoges, eines sich Öffnens, eines Generationswandels und nicht aus Angst Regeln aufbauen, sondern aus Respekt vor der Geschwindigkeit eher den Dialog fördern.

Was ist „newTV“ für dich?

NewTV ist die Art und Weise, wie man konsumiert und nicht was man konsumiert. Die Verbreitung eines Inhaltes, eines Films, einer Serie, was auch immer, ist eigentlich vollkommen irrelevant. Das hat sich jetzt gezeigt durch Internet, YouTube, Twitch, Beam, Facebook. Alle haben komplett unterschiedliche Parameter und Marktwährungen, aber der Content kann auf alle Seiten bespielt werden.

NewTV bedeutet für mich ein plattformunabhängiges Produzieren, verbreiten und konsumieren von Inhalten und kein Endprodukt, sondern einen Prozess. Das ist eine Bewegung, die rein durch diesen unglaublich schnellen technologischen Wandel hervorgerufen wird. Sachen die produziert werden, sollen zu jedem Zeitpunkt auch konsumierbar sein. Aber die Art und Weise der Produktion verändert sich rapide. Es wird nicht mehr als Endprodukt produziert, sondern als etwas Fortlaufendes und Nachhaltiges. Nachhaltig bedeutet, sich ernsthaft mit einem Thema oder einem Video oder einem Format längerfristig zu beschäftigten. Wenn die Konsumenten aber die Kommunikationsart, zum Beispiel Social Media oder über andere Kanäle oder Kommentarfunktionen, einfach selber noch nicht kennen, oder so wie es vielleicht mal am Anfang des Internets war, dann passiert so etwas, was wir heutzutage unter Populismus verstehen. Schnelle Meinungen werden sehr schnell rausgepackt.

Das alles fällt für mich unter newTV, weil wie lange dauert das Konsumverhalten, welche Informationen werden wie verstanden und wie wird das gespiegelt und zurückgegeben. Ein Ende der Diskussion gibt es gar nicht. Es geht den meisten Leuten immer nur darum, sozusagen gewisse Standpunkte im Prozess weiterzuentwickeln oder einen Punkt zu überprüfen. Aber das ist in der heutigen Diskussion so gut wie nicht machbar.

Wie schätzt du da die Grenzen zum klassischen Fernsehen ein? Und hat das eine Medium dem anderen gegenüber Vorteile?

Der einzige große Unterschied der Fernsehlandschaft oder der TV-Branche zum newTV ist das Alter der Beteiligten, sowohl senderseitig, auftraggeberseitig, auftragnehmerseitig inklusive aller Stationen, wie da Geld verdient wird, sprich durch den Rundfunkstaatsvertrag oder das duale System in Deutschland. Das ist alles für mich die klassische TV-Welt. Und newTV ist im Prinzip alles, was nicht mehr in dieses klassische Bild reinpasst. Wenn es tatsächlich eine Definition gibt, ist es das Budget.

OldTV ist ein gesamter Bereich, plattformunabhängig, der über größere Budgets verfügt, wo alle Akteure, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, der gesamte Markt insgesamt einen anderen technologischen Hintergrund bearbeitet haben, eventuell dadurch einfach insgesamt mehr Geld verdient haben und auf diesen Pötten sitzen. NewTV wiederum bespielt eine andere Zielgruppe in Gänze. Eine Zielgruppe, die andere Produkte oder Prozesse versteht. Es wird anders Geld verdient. Und der Hybrid daraus bestimmt gerade den Markt. Und da passiert jeden Tag etwas Neues.

Du kommst aus der Gaming-Sparte, hat Gaming noch einen Platz im Old TV?

Gaming ist unfassbar weitreichend. Gaming hat immer eine Relevanz und ist so vielfältig, dass es jede Zielgruppe auch tangieren kann und vielleicht sogar sollte, weil es eine verspielte Art und Weise ist, Technologie zu verstehen, komplexe Systeme irgendwie zu zulassen. Es geht nur um die Bereitschaft sich darauf einzulassen. Das sind nicht immer nur um die oberflächlichen Themen, ist es gewalttätig oder nicht oder dauert das jetzt 80 Stunden oder verliere ich meine Hygiene, wenn ich zu viel zocke, das ist alles alter Scheißkäse. Es gibt für jeden, egal wie alt und egal wo, digitale Spiele, die Sinn machen für diese Person. Und deswegen schließe ich da nichts aus.

Die Frage ist eher, wollen Senderverantwortliche dieses Format wagen? Wir haben mit Game One sehr lange ein Format bei einem Privatsender gehabt. Aktuell gibt es kein Fernsehformat. Warum? Weil die Alternative über die digitalen Kanäle zu gehen einfach aktuell sinnvoller erscheint, weil der Markt es halt hergibt. Warum? Weil die meisten Leute, die Gaming-affin sind, ohnehin Interaktion-komplexere Systeme gewohnt sind. Das heißt, diese reine Passivität hat nur eine kulturelle Bewandtnis. Wenn du sozusagen einer anderen passiveren Zielgruppe Gaming verständlich machen willst, dann kann es das tatsächlich nur aus einem kulturellen Aspekt heraus. Dokus, Magazine, wie auch immer, in diese Richtung muss es gehen. Ich hoffe, dass sich Senderverantwortliche weiterhin so öffnen, wie ich das Gefühl habe, dass sie es in den 11 Jahren mehr gemacht haben und mehr Leute zulassen, die sich gut mit diesem Thema auskennen, weil das ein kulturelles Thema ist. Ob das passieren wird, keine Ahnung. Also ich glaube ja.

Ist Fernsehen also gar nicht mehr das Non-Plus-Ultra für das Medium als Plattform?

Fernsehen ist halt einfach Gewohnheitssache, weil es früher gewisse Sachen noch nicht gab. Die Kommunikationsart und Geschwindigkeit war eine andere als heutzutage. Deswegen kann ich auch nachvollziehen, wenn ältere Generationen romantisch, teils verklärt, teils aber auch berechtigt sagen ‚früher hat man sich noch richtig unterhalten und nicht auf das Smartphone geguckt‘. Da saß man noch vor dem Fernseher und hat zusammen „Wetten, Dass…?“ geguckt und sich unterhalten und gelacht. Das sind immer so Pro-Argumente aus älteren Tagen.

Heutzutage kann man das ähnlich machen, aber parallel auch noch aktiv sein, beispielsweise über Twitch, YouTube, Discord, Teamspeak und ähnliches und zusammen Spiele spielen. Das sind neue Formen und es bespielt trotzdem genau dieses Lagerfeuerding, wovon viele Leute immer noch romantisch oder teilweise verklärt reden. Eine gemeinschaftliche Nutzung von einer Medienform, die man selbst gestaltet. Du kannst Einfluss darauf nehmen und das ist der Mehrwert.

Wie ordnest du Rocketbeans TV da ein?

Rocket Beans ist wie ein Virus. Und die Fernsehwelt und der Markt ist wie ein Antibiotikum. Also ein gezüchtetes Präparat um sozusagen Viren zurück zu halten. „Viren“ klingt negativ, ich meine das ein bisschen positiver. Wir entwickeln uns in irgendeiner sehr absurden Art und Weise logisch weiter. Wir wollen sozusagen überprüfen, welche Grenzen es gibt und was müsste es tun, damit wir uns weiter ausbreiten, weiterleben können, uns finanzieren können. Aber wir sollen selber neue Regelsysteme überprüfen. Für uns und für unsere Art und Weise, wie wir aufgewachsen sind, wie unsere aktuelle Analyse des Marktes ist oder der Szene, wenn man so möchte, gibt es unter unseren Aspekten noch nicht die Regeln, die uns Spaß machen. Alte Regeln befolgen und es dabei belassen, ist nicht mehr möglich. Alle sind im Aufbruch, alle wollen verstehen was geht und das ist für mich Rocket Beans.

Wir sammeln gerade und vereinen unterschiedliche Generationen. Wir haben unglaublichen Spieltrieb und wollen versuchen, neue Ideen in lustigen, anderen Fassungen, auch teilweise mit alten Handwerken, zu kombinieren. Wir stehen im Prinzip zwischen old und newTV und kombinieren das. Wir sind ein Sender, aber eigentlich sind wir mehr als ein Sender. Wir sind eigentlich kein Sender, weil wir eigentlich nur Videospiele spielen – oder nicht nur. Wir machen Bundesligaformat, ohne irgendwie die Bundesliga anzupeilen. Aber wir mögen das Thema, wir wollen da rein und wir wollen gemeinsam, auch mit der Community versuchen, ob da nicht mehr geht, ob das nicht sinnvoll ist und wollen uns dabei parallel ausbilden. Wir wollen verstehen, wollen die Zeit haben, wollen auch dafür bezahlt werden, so frei wie möglich diese neuen Regelsysteme so agil wie möglich immer wieder für uns neu zu definieren. Das ist Rocket Beans für mich.

Wie schafft ihr bei RBTV den Spagat zwischen alter Fernsehschule und Anarcho-Internetfernsehen?

Anarcho gab es ja immer, auch im Fernsehen. Viva war Anarcho wie nichts Anderes, das war so geil damals in meiner Jugend. Ich sage ja, ich bin ein medienverbranntes Kind. Und ja, wir haben ein gewisses Handwerk verstanden. Aber das Anarchische, was uns trägt ist eigentlich nichts Anderes, als zu raffen, was eigentlich möglich ist. Wir wollen einfach auch die Grenzen spüren und feststellen, um uns innerhalb dessen auch weiterentwickeln zu können. Und wenn es dann Zeit ist, Grenzen zu durchbrechen, dann wollen wir es machen. Und das was Rocket Beans gemacht hat vor zweieinhalb Jahren, war das dümmste der Welt. Wirtschaftlich gesehen würde das niemand machen und zum Glück sind wir so schlau oder beziehungsweise nicht so schlau, dass wir es trotzdem einfach gemacht haben.

Als ihr mit RBTV gestartet seid, war es das Ziel, 3 Monate zu überleben. Was ist heute das Ziel?

Die nächsten 15 Jahre überleben. Nach zweieinhalb Jahren können wir sagen, dass sich bei Rocket Beans unglaublich viel getan hat. Wir verstehen so langsam, was wir tun müsen. Wir haben das früher mehr aus dem Bauch heraus gesagt, dass wir was Nachhaltiges bauen wollen, jetzt verstehen wir, was das bedeutet. Wir verstehen grob, dass wir wirklich auch Geld verdienen wollen. Wir wollen, dass es den Leuten gut geht, wir wollen selber einfach ein richtig gutes neues modernes Fundament bauen. Von dort aus soll die Reise weitergehen und wir wollen bestenfalls – zurück zur Virusanalogie – gerne mehr Leute von so einem Spieltrieb anstecken. Das ist auch nichts Neues für den Markt, aber wir versuchen das auf einer Art persönlichen Ebene zu machen. Wir wollen den Markt besser deuten können, wir wollen sinnvoll, logisch und vor allem nachhaltig irgendwie weiter nach vorne schreiten.

Unser Ziel ist ganz deutlich, wir wollen es nachhaltig aufbauen, wir wollen, dass es bleibt, dieses Ding, was wir da haben, wir versuchen gerade, Grenzen zu durchbrechen. Es gibt keine Definition für mich, was Rocket Beans angeht, es ist halt ein Hybrid. Aber ich wünsche mir, dass es etwas Rigides wird, was Nachhaltiges, was man eventuell dann auch noch weitergeben kann an andere Medienunternehmungen oder kleine Unternehmen.

Schlusswort: Was ist Rocketbeans TV für dich in drei Worten?

Liebe fürs Spiel.

Die ungekürzte Version haben wir auf unseren Sound-Cloud-Account gepackt. Viel Spaß!


Images by Lisa Kneidl


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Die Netzpiloten sind Partner des Start & Found

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In Hamburg findet vom 28. bis zum 30. April zum siebten Mal das Start & Found statt. Der Startup Hackathon, der bis jetzt Startup Weekend Hamburg hieß, richtet sich an alle, die eine Business-Idee im Kopf haben, aber nicht über die richtigen Kontakte verfügen. Auch wer ein professionelles Feedback haben will, ist bei Start & Found genau richtig. In den letzten sechs Jahren gingen aus der Veranstaltung zahlreiche Startups hervor, von denen zwölf sehr erfolgreich sind. Damian Qipo, einer der Organisatoren des Ideen Accelerators, erklärt: „Die neue Marke soll den Start für die Weiterentwicklung unseres Eventformats in den nächsten Jahren einläuten. Wir wollen Unternehmertum mit unserem Event in Deutschland noch stärker fördern und junge Gründer mit alten Hasen vernetzen.“

Am Start & Founds nehmen 140 Gründungsbegeisterten mit verschiedenen Expertisen teil. Die Teams bestehen aus Teilnehmern mit technischen, grafischen und kaufmännischen Fähigkeiten. Am Freitagabend beginnt das Event, das auf 54 Stunden ausgelegt ist. Am Ende werden drei Preise verliehen: „Best Over All“, „Best Pitch“ und „Best Design“. Doch obwohl der Zeitplan eng getaktet ist, werden Networking und Spaß nicht zu kurz kommen. Allerdings sollten sich die ehrgeizigen Gründer gut vorbereiten, denn die strengen Jurymitglieder wollen überzeugt werden, dass es nicht nur ein vage Idee, sondern um ein konkretes und unterstützenswertes Geschäftsmodell handelt. Um die Anwesenden zu überzeugen, hat jedes Gründerteam nur 60 Sekunden Zeit.

Zu den erfahrenen Mentoren, die dieses Jahr vor Ort sind, zählen Laurent Burdin, Gründer Space & Lemon und Nils Seger, Gründer RCKT. Erste Jurorin ist Juana M. Sacristan.

Die Veranstaltung findet im Mindspace Hamburg am Rödingsmarkt statt. Hier könnt ihr euch registrieren.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • FACEBOOK allfacebook: Gerücht: Facebook ändert Verifizierung von Seiten massiv: Seit ein paar Wochen brodelt es in der Gerüchteküche. Immer wieder hört man aus verschiedenen Ecken, dass es eine große Änderung am Verifizierungsverfahren geben wird. Wir haben noch einmal genauer recherchiert in ein paar US-Foren und bei ein paar Facebook Ansprechpartnern, von denen man leider immer recht wenig erfährt. Inzwischen sind wir etwas schlauer und können über ein paar Details berichten. Im Fokus steht dabei, dass das bisherige System sowohl für den Nutzer als auch den Administrator transparenter werden soll.

  • BKA handelsblatt: BKA beginnt bald Test von Software zur Gesichtserkennung: Das Bundeskriminalamt (BKA) startet in Kürze mit dem Test einer Gesichtserkennungssoftware. Dies geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. Die Software solle „im Bereich der religiös motivierten Kriminalität“ eingesetzt werden. „Die Aufnahme eines Probewirkbetriebs steht in Kürze bevor“, hieß es. Das System gleicht automatisch Gesichter, die per Videoüberwachung erfasst werden, mit Aufnahmen in Datenbanken ab. Eine solche Maßnahme ist umstritten.

  • CEBIT golem: Bedrucktes Papier rein, unbedrucktes wieder raus: Wie ein riesiger Zauberkasten mutet Epsons Paperlab A-8000 an, wenn im Einschub bedruckte A4-Blätter eingezogen und aus dem Ausgabefach unbedrucktes Papier herauskommt. Auf der Elektronikmesse Cebit 2017 in Hannover wurde die experimentelle Recyclingmaschine erstmals in Europa ausgestellt. Zur detaillierten Funktionsweise der Maschine hält sich das japanische Unternehmen noch bedeckt. Paperlab zerkleinert Abfallpapier mechanisch erst zu einer Art Papierwolle. Anschließend wird diesem Zwischenprodukt eine geheime Chemikalie in Pulverform beigemengt.

  • HAMBURG gruenderszene: In Hamburg entsteht ein riesiger Digital-Hub: Hammerbrook ist nicht gerade als der fortschrittlichste Bezirk in Hamburg bekannt. Die Gegend zwischen der schnieken Hafencity und dem trubeligen Sankt Georg beherbergt einige Büros, und gilt zwar als im Kommen, ist derzeit aber noch eher ruhig. Doch bald könnte sich das ändern. Das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI) und die Kreativagentur Interpol Studios wollen ein Zentrum für die Digitalszene der Stadt schaffen, berichtet das Hamburger Abendblatt. In dem Gebäude sollen beispielsweise Startups mit der öffentlichen Verwaltung, Wissenschaftlern und Verbänden zusammenarbeiten.

  • DATENSCHUTZ heise: US-Richter: Google soll alle Suchenden eines Namens identifizieren: Der US-Suchmaschinenanbieter Google ist von einem Richter im US-Bundesstaat Minnesota dazu verpflichtet worden, alle Personen zu identifizieren, die Ende 2016 nach dem Namen einer ganz bestimmten Person gesucht haben. Das berichtet Ars Technica unter Berufung auf den Journalisten Tony Webster, der das Gerichtsdokument entdeckt hat. Demnach geht es dem Gericht darum, einen Betrug aufzuklären, in dessen Rahmen 28.500 US-Dollar vom Konto eines Mannes aus der Kleinstadt Edina abgehoben wurden. Dazu hatte der Betrüger einen gefälschten Pass benutzt.

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Von Zelluloid zu Gigabyte – Digitalisierung im Kino

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Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie in Kooperation mit Microsoft, die sich mit der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen auseinandersetzt:


In meiner kleinen Heimatstadt gab es jahrelang ein charmantes kleines Kino, das Ring Theater, das noch bis zuletzt den großen Kinoketten trotzte. Reserviert hat man noch mit dem Telefon, beworben wurden vor dem Film nur regionale Gewerbe und Produkte (die Naabecker Werbung ist in der Region nahezu legendär) und die Kinokarte hat noch die etwa 90-jährige Großmutter des Familienbetriebs abgerissen. Doch die Digitalsierung hält in allen Branchen Einzug, so natürlich auch im Film und Kinobetrieb. So musste auch das Ring Theater einer großen Kinokette weichen, die sich als Betonklotz direkt ins Herzen der Stadt niedergelassen hat.

Schneller, besser, weiter ist die Digitalisierungs-Devise. Prozesse sollen vereinfacht werden, Kommunikation erleichtert und alles möglichst gewinnfördernd und nah am Kunden vermarktet werden. Aber wie viel Digitalsierung ist gut? Was sind Chancen und was eher Probleme? Will man Digitalisierung auch in allen Bereichen oder geht dadurch etwas verloren? Solche und ähnliche Fragen stellen wir uns bei den Netzpiloten in unserer Artikelreihe zum Thema „Digitalisierung in kleinen, mittelständischen Unternehmen“ (KMUs). Zuhause sind wir in der Schanze, dem charismatischen Szene-Herzen Hamburgs, weswegen es auch unser Anliegen ist, die kleinen sympathischen Unternehmen zu portraitieren.

Die Nähe zum Kino soll nicht verloren gehen

Ein Schanzen-Urgestein ist das 3001 Kino. Im Herzen der Schanze liegt das kleine Ein-Saal-Kino beinahe verborgen in einem Hinterhof nicht weit von der U-Bahn-Station Sternschanze entfernt. Seit 1991 hält es im Schanzenhof die Stellung und hat auch nicht so schnell vor, den großen Kinoketten klein bei zu geben.

Das 3001 Kino im Schanzenhof

„Was unser Kino von vielen andern Kinos unterscheidet ist zum Beispiel, dass wir noch selbst auf „Start“ drücken, dass wir den Vorhang noch selber fahren, da haben wir halt nicht komplett digitalisiert, sondern die Projektion starten wir tatsächlich noch selbst. Bei uns muss man noch vorführen können und es wird nicht alles vom Computer gesteuert.“

Das 3001 Kino fährt bewusst einen Gang zurück. Digitalisierung kann in vielen Anwendungsbereichen nützlich sein, aber sie ist auch nicht in allen Bereichen notwendig. Ramona Rodriguez, die gute Seele des Kinos und ihre Kollegen schätzen den Film, lieben Kino und ihren Beruf des Filmvorführers – und dieser soll nicht aussterben.

Ramona beschreibt sich selbst als „Mädchen für Alles“ im 3001

Ja zur Digitalisierung… mit Vorbehalt!

Wie digital kann ein kleines, charmantes Programmkino also sein, ohne diesen Charme zu verlieren? Das 3001 Kino scheint sich noch gegen Digitalisierungsprozesse zu wehren, sie sind eben „Querköpfe“, wie Ramona sagt. Die Kassen, Reservierungen und das Ticketsystem sind alle noch ganz analog auf Papier.

Seit vier Jahren laufen Filme statt auf Zelluloid jetzt über spezielle Server, mit bis zu drei Gigabyte pro Filmminute. Das erleichtert vor allem das Vorführen von Filmen mit Untertiteln, denn das 3001 zeichnet sich vor allem durch sein weitläufig internationales und nicht-englischsprachiges Programm von Filmen im Originalton aus. „Das ist alles mehr oder weniger bundeseinheitlich passiert, weil die Verleiher irgendwann angefangen haben die Filme nicht mehr auf 35mm herauszugeben, sondern nur noch digital und dann mussten wir mitspielen sozusagen. Wir sind da aber trotzdem ein bisschen ein besonderes Kino, weil wir nicht die klassische Server-Lösung haben.“

Gemeint sind die beinahe bundeseinheitlichen Sony-Server, das 3001 hat sogenannte Ropa Server, an denen sie noch „selbst herumschrauben können“. Sony schickt ihnen deswegen auch keine Filme, was aber auch kein Defizit für das ausgewählte Programmkino darstellt.

Das klassische Ticket-System
Reperatur einer altern 35mm Zelluloid-Filmrolle

Chancen sehen sie vor allem auch im Bereich der Social-Media-Präsenz und dem Kundenmanagement. Seit einem Monat hat das Lichtspielhaus deswegen auch eine hauseigene „Social-Media-Beauftragte“, die das Engagement mit den Kunden steigern soll und so mehr Traffic und Aufmerksamkeit für das Kino generieren soll. Auch durch die Umstellung von der Monats- zur Wochen- und Tagesplanung des Filmprogramms haben sich die Seiten-Zugriffe innerhalb eines Monats verdoppelt. In Zeiten von täglichem Informationsfluss brauchen die Nutzer die Infos eben tagesaktuell, je schneller und vereinfachter, desto besser. Auf dem Digitalisierungs-Schirm haben die Cineasten jetzt deswegen vor allem die Optimierung und Smartphone-Tauglichkeit der Website und zielgruppenorientierter auf ihren Social-Media-Plattformen zu arbeiten.


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Destination Check: Online Marketing Rockstars Festival 2017

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Vom 2. bis 3. März 2017 fand in Hamburg das Online Marketing Rockstars Festival statt. Am ersten Tag haben sich über 200 Aussteller aus der Marketing-Branche auf der Expo in zwei Hallen vorgestellt. Den Besuchern wurde Marketing-Wissen, Branchen-Austausch und Unterhaltung geboten. In diesem Jahr waren auch die Netzpiloten auf der Expo als Aussteller vertreten. Wir haben uns unter die Leute gemischt und hier ein paar Eindrücke für euch festgehalten: 


Speaker: Philipp Klöckner, Managing Director bei Trade Machines 


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Image by Online Marketing Rockstars

Wie ist dein Gesamteindruck?

Es ist mehr als beeindruckend, wie sich eine Konferenzreihe wie die OMR in nur wenigen Jahren zu einer solchen Relevanz und dem damit einhergehenden wirtschaftlichen Erfolg entwickeln konnte und sich dennoch jedes Jahr selbst übertrifft. Im Vergleich zu den langsamer wachsenden Fachkonferenzen und der etwas unambitioniert wirkenden DMEXCO gelingt es Philipp Westermeyer und dem OMR-Team, sehr viel dynamischer zu wachsen. Durch das vernetzte Konzept von Festival-Event, Expo, Conference, Podcast, Experten-Netzwerk und dergleichen wird das Ökosystem vielleicht noch einmal wirklich disruptiv verändert. In jedem Fall ein komplett neuer Weg, ein potenzielles nächstes Mainevent der Digitalbranche in Deutschland zu etablieren.

Welche Erwartungen hattest du?

Durch das extrem hohe Level der letzten Jahre und die konsistente Steigerung sind die Erwartungen an die OMR immer extrem hoch. Während Erstbesucher in der Regel sicher komplett weggeblasen werden von der Fülle der Highlights, spürt man auch als Stammbesucher aber noch Entwicklung und neue Höhepunkte. Respekt!

Würdest du die OMR weiterempfehlen?

Ich denke, dass man die OMR durchaus uneingeschränkt empfehlen kann. Um das Beste aus der Konferenz zu machen, bedarf es inzwischen aber einigem an Vorbereitung, um die inzwischen erklärungsbedürftige Komplexität der Veranstaltungen auch optimal zu nutzen. Das Team adressiert diese Notwendigkeit aber auch sehr durchdacht durch Vorab-Berichterstattung in Podcasts, Guided Tours vor Ort und eine pfiffige Konferenz-App.

Hattest du einen Favoriten unter den anderen Vortragenden?

Ich fand es der Qualität keinesfalls abträglich, dass der Veranstalter zum ersten Mal beschlossen hat, dem Event eine Art Keynote voranzustellen und diese auch selbst abzuliefern. Auch auf die Fortsetzung dieses Formats bin ich gespannt. Zudem freut mich auch, dass Philipp regelmäßig ein paar „Hidden Champions“ ausgräbt und ins Bühnenlicht zerrt.


Aussteller: Alexander Dobbert, Senior Frontend Developer bei fischerAppelt


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Wie ist dein Gesamteindruck?

Ich habe es als sehr schade empfunden, dass es anfangs solche Probleme mit dem Einlass gab. Aber der Schlagzeuger, der Musik für die Leute in der Warteschlange gemacht hat, hat mir gut gefallen. Diese ansprechende Musik mit dem leichten Hamburger Regen und den kalten Füßen – das war ein interessanter Auftakt. Außerdem ist hier eine gute Stimmung in der Halle. 

Welche Erwartungen hattest du an die Veranstaltung?

Bisher ist es hier ziemlich cool. Ich habe viele gute Gespräche geführt; man trifft hier ja auf viele Fachkollegen, die aber aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen und dementsprechend ganz verschiedene Perspektiven auf die Veranstaltung haben. Das ist schon sehr spannend! Die Leute hier sind auch sehr aufgeschlossen und interessiert.

Was war deine Motivation, heute hier herzukommen?

Ich wollte gerne mal schauen, wie die Leute das, was wir in der letzten Zeit gebastelt haben, so finden. Das hier ist ein digitaler Kleiderschrank, der dir sagt, welche Kleidung zueinander passt – und welche nicht. Meine Beobachtung bisher war, dass das bei Frauen nicht so richtig gut ankommt, weil sie einen solchen Kleiderschrank nicht als notwendig empfinden. Bei Männern kam er allerdings ganz gut an! Das entsprach aber auch so in etwa unseren Erwartungen. Es ist ja außerdem ganz interessant, mal eine Messe zu besuchen, auf der sich die Leute „Rockstars“ nennen. Ich wollte mal gucken, wie Rockstars so aussehen. 

Wem würdest du die OMR weiterempfehlen?

Ich würde die OMR Leuten empfehlen, die das Internet nicht nur als Tool des freien Informationsaustausches nutzen, sondern auch als Marketing-Instrument. Aber das kann man – so wie ich das einschätze – sehr weit fassen.


Besucherin: Sarah Zehnter, Werkstudentin bei Eventim


Image by Lisa Kneidl

Wie ist dein Gesamteindruck?

Mein Gesamteindruck ist bisher ganz gut. Ich bin ein bisschen überfordert, weil es hier so voll ist. Ich finde es etwas schade, dass das Cashless Payment System heute nicht funktioniert und sich dadurch der Einlass etwas verzögert hat. Grundsätzlich finde ich das Konzept aber gut. 

Hattest du irgendwelche Erwartungen an die Speaker?

Ich hatte tatsächlich gar keine Erwartungen an die Speaker. Es ist nicht böse gemeint, aber diese Marketing-Themen beinhalten oft viel Geschwafel. Lieber lese ich mir einen kurzen, prägnanten Text zu einer Thematik durch. 

Was war dein persönliches Highlight?

Ich finde das Design von den einzelnen Ausstellern sehr ansprechend und die Aufmachung des Festivals sagt mir auch zu. Von Adobe, Facebook und Google habe ich einige interessante Aspekte mitbekommen, die mir gut gefallen haben. Obwohl mich Marketing als Sache nicht so sehr interessiert, haben mich diese Aussteller überzeugt. Außerdem habe ich einen tollen Turnbeutel von InnoGames bekommen! 

Würdest du die OMR weiterempfehlen?

Ich würde die OMR allen empfehlen, die sich etwas mehr mit Marketing auseinandersetzen und sich dafür wirklich interessieren. Auch zum Kontakteknüpfen bietet das OMR-Festival sicherlich eine gute Plattform. Für mich persönlich ist die Veranstaltung aber leider nichts. 

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Die eigene Rockstar-Ad gestalten mit Adobe

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Am 2. und 3. März steigt in Hamburg das Online Marketing Rockstars Festival und am Adobe-Stand geht es besonders kreativ zu: Besucher können dort ihre eigenen, rockigen Banner kreieren und ein iPad Air 2 gewinnen. Wer für die beste Ad abstimmen möchte, hat ebenfalls die Chance auf einen Gewinn, nämlich eine Apple Watch.

25.000 Besucher, 200 Aussteller und mehr als 100 Speaker – bereits zum siebten Mal findet am 2. und 3. März das OMR Festival statt. Während bei der Expo die Aussteller ihre Marketing-Produkte präsentieren, geben internationale Stars der Szene wie Steve Vaynerchuk oder Iron Maiden-Frontmann Bruce Dickinson auf der Konferenz Inspiration, Tipps und spannende Ausblicke.

Adobe ist auch in diesem Jahr wieder als Premium Partner dabei und hat sich eine ganz besondere Aktion ausgedacht: Mit den Tools der Marketing Cloud und der Creative Cloud bietet das Software-Unternehmen Komplettlösungen im kreativen wie auch im analytischen Bereich und bei den Online Marketing Rockstars will Adobe die Fähigkeiten dieser beiden Clouds am Adobe-Stand (Halle A3, Stand P7) zusammenführen und präsentieren.

So läuft die Ad Kreation am Adobe Stand

Mit dem Showcase „Create your Rockstar Ad“ zeigt Adobe am Festival-Stand, wie erfolgreiches Marketing sowie kreative Ideen ineinander fließen. Die Messe-Besucher können in der „Make it Area“ mithilfe der Creative Cloud einen eigenen Banner kreieren. Typo, Farben und Stock-Motive der Digital Ad können dabei einfach aus einem Baukasten ausgewählt werden. Dazu folgt ein kurzer Slogan und schon ist die Ad nach wenigen Klicks fertig. Beim Bau des Banners stehen vor Ort Adobe-Experten und der Photoshop-Guru Dom Quichotte mit Tipps und Tricks zur Seite. Die Kreation soll dabei das Online Marketing Rockstars Festival 2018 bewerben – also zeigen, warum Interessierte auf das nächste OMR Festival gehen sollten.

Der Banner wird anschließend direkt auf der Seite www.create-your-ad.de online gestellt. In Echtzeit sehen die Besucher mithilfe der Adobe Marketing Cloud, welche Ad am besten klickt. Die Online-User genauso wie die Teilnehmer des Festivals, die auf iPads ihre Lieblings-Ad klicken können, entscheiden schlussendlich, wer der glückliche Sieger wird und ein iPad Air 2 gewinnt. Der Sieger wird am Montag, den 6. März, auf dem Adobe Creative Connection Blog bekanntgegeben.

Abstimmen und gewinnen!

Und auch wer klickt, kann gewinnen! Fürs Voten und Mitmachen auf www.create-your-ad.de werden Interessierte, die nicht auf dem Festival sind, trotzdem belohnt. Dafür müssen sie einfach auf ihren Lieblings-Banner klicken, ihre Emailadresse hinterlassen und können so mit ein bisschen Glück eine Apple Watch gewinnen.

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„Hamburg wird Social Media Hochburg!“ Uriz und Torsten von der #smwhh im Interview

uriz von oertzen torsten panzer

Vom 27. Februar bis zum 3. März findet in Hamburg wieder die kostenfreie Konferenz „Social Media Week“ statt. Sie ist Teil eines weltweiten Konzepts (gestartet 2009 in den USA), das sich mit den Themen rund um Social Media und dem technologischen Wandel befasst. In Hamburg stellt der namhafte Veranstaltungsprofi  Uriz von Oertzen (r.) seit 2012 mit seinem Team die Veranstaltungswoche mustergültig und erfolgreich auf die Beine. Wir haben den Macher und seinen Kollegen Torsten Panzer (l.) zum Interview getroffen

Die Konferenzwoche „Social Media Week Hamburg“ steht vom 27. Februar bis zum 2. März unter dem globalen Motto „Language and the Machine – Sprache trifft Technologie: Algorithmen und die Zukunft der Kommunikation”. In rund 150 kostenlosen Veranstaltungen werden zahlreiche Fokusthemen für eine möglichst breite Zielgruppe an Teilnehmern angeboten: Es geht um „Business und Brands“, „Innovation & Technology“, Gesellschaft und Partizipation, Sport, Reisen und Karriere. Auch junge Unternehmen spielen eine Rolle („Startup Day“ im betahaus).  Zusammen mit prominenten Partnern (u.a. der Standortinitiative nextMedia.Hamburg, der Handelskammer Hamburg, der comdirect bank, dem NDR) werden in zwei Main Locations  (der Hochschule Macromedia und der Markthalle) sowie einigen Satelliten-Orten ( Handelskammer InnovationsCampus (HKIC) betahaus Hamburg, Superbude St. Pauli) die drängenden Fragen der digitalen Zukunft ausgeleuchtet. Die Netzpiloten werden vor Ort sein und live berichten. Das detaillierte Programm findet sich hier.

 

Ich muss die Frage jetzt mal loswerden, weil es mich brennend interessiert: Uriz, woher kommt dein Name?

U: Das ist mein Nachname in der Urform. Das kann man ungefähr 1.000 Jahre zurückverfolgen. Und der Erste hieß halt Uriz. Und aus dem hat sich dann die ganze Sippe gebildet. Der war wohl so eine Art Raubritter.

Du stammst von Raubrittern ab?

U: Der soll nicht so schlecht gewesen sein, der Typ, nach allem, was ich gehört habe.

Ich habe mir deine Vita angekuckt. Du kommst ja eigentlich aus dem Musikbereich, du bist ein bekannter Konzert- und Partyveranstalter. Wie kamst du zur Social Media Week?

U: Das war vor etwas über sechs Jahren, als ich zum ersten Mal von der Social Media Week gehört habe. Eine Bekannte war auf der Veranstaltung in London und kam danach zu mir und meinte, das könne man ja auch in Hamburg machen. Ich kannte das Format gar nicht. Also habe ich mir das angeguckt und mir gedacht, das wäre ideal für uns! Als Agentur müssen wir uns sowieso immer wieder erneuern. Also warum nicht mit einem Thema, das ganz weit vorne ist.

Klingt nach einem Abenteuer…

U: Ja, und zeitlich war das damals alles sehr, sehr knapp. Wir hatten uns im Oktober dazu entschlossen. Ich bin dann sofort hier in der Stadt zu verschiedenen Einrichtungen gegangen und habe versucht, finanzielle Unterstützung zu bekommen. Denn eines war mir klar: das Projekt wird personalintensiv. Und dann haben wir es einfach gemacht. Federführend war damals  Sabine Ewald, die jetzt gerade in Elternzeit ist. Abenteuerlich war auch, dass wir ja am Anfang keine Ahnung hatten. Wir haben also zahlreiche Leute aus der Szene einfach angesprochen, haben uns schlau gemacht, wer macht was, wer ist wer.

Sehr Start-up-Style.

U: Es war wahrscheinlich sogar von Vorteil, dass wir in der Szene so unbekannt waren. Wir hatten keine Berührungsschwierigkeiten. Mit Sabine hatten wir wirklich Glück, sie ist diejenige, die dieses Projekt vorangetrieben und die Leute dazu geholt hat.

Welche Erwartungen hattet ihr, als ihr mit der SMW angefangen hattet?

U: Ich gehe immer grundsätzlich ohne große Erwartungen an neue Projekte heran. Na, bei der SMW vielleicht doch die eine, dass uns das Thema als Agentur weiter voranbringen sollte. Ich war neugierig. Ich fand das Thema gut, weil ich selber auch schon lange in sozialen Medien unterwegs bin. Aber ich würde mich auf keinen Fall als Spezialisten bezeichnen. Wir haben enorm viel gelernt in den letzten Jahren!

Könnt ihr nochmal erklären, welche Ziele das Format „Social Media Week“ verfolgt?

U: Hamburg ist eine der wenigen weltweiten Partnerstädte, die alle Veranstaltungen kostenfrei anbieten. Ich finde das super, dass alle Leute sich zu diesen Themen informieren können, egal, ob sie Anfänger oder Profis sind. Der Bedarf ist da, die Leute rennen uns ja die Bude ein. Es gibt eine große Neugier auf diese sich schnell verändernden Digitalthemen. Wir wissen heute nicht, was 2018 sein wird und wir wussten 2016 nicht, was jetzt gerade auf der Agenda ganz oben steht. Vor allem ist die Social Media Week auch ein Netzwerk, in dem Experten, Unternehmer und Anwender sich treffen.

T: Außerdem passt die Social Media Week perfekt nach Hamburg. Google und Facebook sitzen hier in der Stadt. Hamburg hat als Medienmetropole von jeher eine hohe Affinität zur Digitalbranche und natürlich auch zu Social Media. Zusammen mit unserern Partner wollen wir den Standort als „Social-Media-Hochburg“ weiter ausbauen.

Das klingt nach einer guten Mission, die wir Netzpiloten voll unterstützen. Ist die SMW wirschaftlich profitabel?

U: Ehrlich gesagt wissen wir nie, ob überhaupt Geld überbleibt, wenn wir das machen. Einen gewissen Teil bekommen wir ja von der Stadt finanziert, den Rest müssen wir über Sponsoren hereinbekommen. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut. Grundsätzlich ist es ja nicht so, dass wir die schöne Veranstaltung machen, damit wir steinreich werden, sondern weil wir Spaß haben an den spannenden Themen.

Du sagtest mal ‚Es zählte die Lust an der Gänsehaut‘.

U: Genau, darum geht es. Ich muss auch auf das Geld gucken, das ist klar. Ich muss ja auch davon leben und meine Mitarbeiter sowieso. Aber ich komme aus einer anderen Zeit. Da konnte man auch mal so passioniert denken. Heute weiß ich nicht, ob man noch so denken kann. Ich erlaube es mir halt.

Die SMW ist ja auch Schrittmacher für die lokale Branche. Wie nehmen die klassischen Unternehmen das an? Gibt’s es den Impuls ‚Wir müssen uns da jetzt ranhalten‘?

U: Das wäre super, wenn sie das sagen würden. Stattdessen sagen sie ‚Ja. eigentlich müssten wir. Aber wie geht das denn?‘ Die Haltung ist also eher ‚Gucken wir mal‘. Es gab Interesse und Unterstützung seitens der sogenannten Old Economy vor allem am Anfang. Heute arbeiten wir fast nur noch mit Unternehmen, die eher direkt aus dem Bereich Social Media kommen.

T: Ich sehe bei der SMW immer noch eine ganz gute Mischung aus alten und jungen Unternehmen. Alle wissen, dass sie ihre Kommunikation intern und extern ändern müssen, dass sie Dialog-orientierter arbeiten sollten. Auch traditionelle Unternehmen wie Beiersdorf kapieren, dass sie sich zum Beispiel beim Thema Content Marketing auskennen müssen. Damit sind sie übrigens auch auf der SMW vertreten

So kurz vor der großen Veranstaltung: Habt ihr alles im Griff?

T: Wir fühlen uns manchmal wie vor der Herausforderung eines 5000-Teile-Puzzle: Über 3000 Besucher mit rund 150 Sessions, zig Speaker,  mehrere Locations, Live Streams… Manchmal sitzen wir fasziniert und gleichzeitig verzweifelt davor und überlegen uns, wo wir ein bestimmtes Puzzleteil noch reindrücken können.

Zum Abschluss: Die Social Media Week ist für mich…?

U: Ein Must-have.

T: Eine Hammer-Woche (in jeder Hinsicht).

Vielen Dank an Uriz von Oertzen und Torsten Panzer für dieses Interview!


Image by Niklas Hamburg


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