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OnePlus gibt neue Entwicklungen eines Smart-TVs bekannt

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Der chinesische Smartphone Hersteller OnePlus wurde 2013 gegründet und ist Teil des BBK-Electronics-Konzerns. Er gehört mit Marken wie Vivo und OnePlus zu den fünf größten Smartphone-Herstellern der Welt. OnePlus stellt konventionelle Technologiekonzepte in Frage. „Never Settle“ – so lautet der Leitgedanke des Unternehmens. Bei der Entwicklung der Highend-Geräte konzentriert sich das Unternehmen konsequent auf diesen Leitgedanken. OnePlus hebt sich durch das einzigartige Design der Produkte von seiner Konkurrenz ab. Weiterer Bestandteil des Erfolges des Smartphone Herstellers ist der enge Zusammenschluss mit der Anwender-Community und den Fans. Für die Entwicklung geben sie dem Unternehmen schätzenswerten Input. OnePlus steht demnach für eine Mischung aus hochqualitativer Hardware und der neuesten Technologie.

Das wartet auf die OnePlus Fans

OnePlus zeigt mit seinen Smartphones, dass qualitativhochwertige Geräte nicht immer teuer sein müssen. Das OnePlus 6 Smartphone ist das beste Beispiel dafür. Jetzt möchte das Unternehmen seine Lücke in der Fernsehindustrie schließen und einen OnePlus TV auf den Markt bringen. Pete Lau, Mitgründer und CEO von OnePlus, findet, dass Fernsehgeräte immer noch konventionell und umständlich geblieben sind. Das möchte er ändern und mit dem neuen OnePlus TV den Alltag von uns allen verbessern. OnePlus plant unter anderem die Möglichkeit mit dem neuen Smart-TV Video-Calls tätigen zu können. Der Smartphone Hersteller ist bekannt für seine minimalistische Hardware und deren zeitlosem Design. Es heißt also: weiterhin gespannt sein und abwarten, was das Design und die Funktionen des neuen Smart-TVs von OnePlus angeht.

Die Community darf entscheiden

OnePlus pflegt den Kontakt zu seinen Fans und begrüßt Feedback und Anregungen von seiner Community. Dadurch hebt sich das Unternehmen deutlich von seiner Konkurrenz ab und das schätzen die OnePlus Fans. Das Unternehmen braucht noch einen Namen für den neuen OnePlus TV und setzt hierfür auf die Kreativität seiner Community. Die Teilnehmer, mit den besten zehn Namensvorschlägen, erhalten ein Paar von den OnePlus Bullets Wireless Kopfhörern. Der endgültige Gewinner wird am 17. Dezember 2018 bekanntgegeben. Ihr habt einen passenden Namen für den neuen OnePlus TV im Kopf? Dann macht jetzt bis zum 17. Oktober 2018 mit. Genauere Informationen erhaltet ihr hier.


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Der nächste Schritt in nachhaltigem Design: Das Wetter kommt nach Hause

Bäume(adapted) (Image by 3938030) [CC0 Puplic Domain] via Pixabay)

Der primäre Zweck eines Gebäudes mag darin bestehen, das Wetter draußen zu halten. Allerdings erledigen die meisten Häuser ihre Aufgabe so überdurchschnittlich gut, dass sie uns versehentlich von zwei Schlüsselanforderungen für unser Wohlbefinden und unserer Effektivität berauben: Natur und Veränderung.

In den 1950ern begründete Donald O. Hebb mit seiner Erregungstheorie, dass Leute einen bestimmten Grad an Sinnesstimulation benötigen, um vollkommen aufmerksam zu bleiben. 30 Jahre später zeigt die wegweisende Forschung von Roger Ulrich, einem Designer im Gesundheitswesen, dass Krankenhauspatienten in Räumen mit Blick ins Grüne deutlich niedrigere Stresslevel hatten und schneller gesund wurden als Patienten, die lediglich auf eine Ziegelwand schauen konnten.

Unglücklicherweise sind viele Gebäude nicht mit einer grünen Umgebung gesegnet – vor allem in der Stadt ist dies der Fall. Ich bin in einer Gruppe von Architekten und Psychologen an der University of Oregon aktiv. In dieser Gruppe untersuchen wir Möglichkeiten, um dieses Problem mit Hilfe der Natur zu überwinden. Hierfür bedienen wir uns eines Aspektes, der überall verfügbar ist: Das Wetter. Man denke an wogendes Sonnenlicht, reflektiert vom Wasser an die Unterseite eines Bootes. Oder an gesprenkelte Schatten von sich in einer leichten Brise wiegenden Laubes. Andere Beispiele finden sich unter vitalarchitecture.org.

Als wir diese Arten von natürlichen Bewegungen nach drinnen brachten, stellten wir fest, dass diese die Herzfrequenz reduzieren und weniger störend wirkten als ähnliche, künstlich erzeugte Bewegungen. Frühe Ergebnisse suggerieren, dass das Wahrnehmen von natürlichen Bewegungen dieser Art in Innenräumen wohltuender war als durch ein Fenster die Natur zu betrachten. Darüber hinaus kann diese Aussicht nicht nur dazu beitragen, uns zu beruhigen, sondern kann auch unsere Aufmerksamkeit steigern.

Diese Befunde decken sich mit der Aufmerksamkeitswiederherstellungstheorie, die von Rachel und Stephen Kaplan – die als Psychologen an der University of Michigan arbeiten – aufgestellt wurde. Neben anderen Gesichtspunkten suggeriert deren Arbeit, dass derartige vertraute natürliche Bewegungsmuster uns wachsam zu halten können, ohne uns zu stören.

Jenseits des grünen Gebäudes

Während der letzten zwei Jahrzehnte haben Architekten und Ingenieure Ansätze für Gebäudedesigns entwickelt, die den Einfluss von Bauwerken auf die natürliche Umgebung („grüne“ Gebäude) und deren menschlichen Bewohner („gesunde“ Gebäude) bedeutend reduzieren. Diese Bewegungen konzentrieren sich jedoch in erster Linie auf neue Gebäude, was lediglich einer relativ kleinen Anzahl von Leuten zugutekommt. Im Vergleich zu den vielen Menschen, denen damit geholfen werden könnte, bereits bestehende Bauten bewohnbarer zu machen.

Außerdem sind sich viele Leute dieses Fortschritts nicht bewusst. Inklusive derer, die für das Beauftragen von Konstruktionen oder Umgestaltungen von Gebäuden verantwortlich sind. Viele Hauptmerkmale der grünen Gebäude, wie beispielsweise Energie und Wasserschutz, sind nicht umgehend wahrnehmbar. Daher liegen diese einfachen, aber wichtigen Faktoren oft brach.

Diverse führende Berichterstatter zu nachhaltigem Design – unter ihnen auch Judith Heerwagen oder der kürzlich verstorbene Stephen Kellert – haben angeregt, dass grüne Gebäude nicht länger einfach nur „keinen Schaden anrichten“ dürfen, um einen bedeutungsvollen Einfluss auf die gewaltigen Umweltprobleme zu haben. Vielmehr zählen die Fachleute Argumente auf, dass mittels der Bauwerke Möglichkeiten aufgezeigt werden müssen, um mit der Natur in Harmonie zu leben. Unser Bericht schlägt vor, dass man passive energiesparende Ausstattung in Gebäuden offensichtlicher für jene machen könne, die über diese verfügen und sie bewohnen. Indem man Sonnenlicht, Wind und Regen nach drinnen bringt, kann deren Verwendung gesteigert werden.

Das Wetter nach drinnen bringen

So kann beispielsweise ein lichtreflektierender Einlegeboden ein Hilfsmittel sein, der gewöhnlich an Fenstern von bestehenden Häusern nachgerüstet werden kann, um das Tageslicht tiefer in den Innenraum zu reflektieren. Aaron Weiss, ein Absolvent der University of Oregon, hat zusammen mit mir aufgezeigt, dass besagtes Brett sich bewegende Sonnenstrahlenmuster auf die Decke im Inneren reflektiert. Dies geschieht, wenn sich ein dünner Wasserfilm auf einem reflektierenden Brett befindet und der Wind darauf bläst.

In kontrollierten Experimenten unter der Verwendung eines fensterlosen Raums, eines Ventilators und einer energiereichen Lichtquelle konnten wir feststellen, dass das besagte windbewegte Sonnenlicht nicht nur die Herzfrequenzen der Bewohner senkte, sondern sich auch als beruhigender erwies als künstlich generierte Bewegungsmuster. Hier muss man betonen, dass die Windbewegungen nicht die Menge an übertragenem Licht reduzierte. Indes wurden die Ablagen umso sichtbarer für die Leute, die den Raum nutzten.

Wir fanden heraus, dass dasselbe für eine Reihe anderer grundlegender passiver Energiespartechniken zutrifft, samt Solarheizung, Sonnenschutz und natürlicher Belüftung. Das Hinzufügen von Sonne, Wind oder regengenerierten Bewegungen reduzierte nicht die Umweltleistung. Es offenbarte aber deren Funktionsweise für die, die das Gebäude benutzen.

Die beruhigenden Effekte der natürlichen Innenraumanimation könnten insbesondere hilfreich sein an stresserfüllten Orten, wie Krankenhäusern oder Arztpraxen. Also besonders an Plätzen wo Leute zusätzlichen Stress durch Warten erfahren. Aquarien werden zum Beispiel häufig in Wartezimmern verwendet, da man feststellte, dass sie beruhigende Effekte auf Patienten haben. Die Stressreduzierung kann sogar größer sein, wenn Bewegungen im Innenraum durch die freie Natur erzeugt werden. Wie zum Beispiel durch das Wetter.

Wie jedoch können wir die Bewegung ins Innere bringen? Ohne den Hauptzweck eines Bauwerks – der Schutz vor dem Wetter – zu untergraben? Es gibt drei einfache Wege. Wir können wettergenerierte Bewegungen in verglasten Innenhöfen einbauen; wir könnten Sonnenlicht nutzen, um Bewegungen von außerhalb auf innenliegende Oberflächen zu projizieren. Wir könnten es allerdings auch auf die Außenseite von lichtdurchlässigen Materialien wie beispielsweise Milchglas projizieren.

Kein echter Ersatz für Natur

Heutzutage sind auf diese Weise viele Arten von Naturphänomenen technisch zugänglich. Wir können Videos von sanft rollenden Meereswellen anschauen oder zu Regengeräuschen einschlafen. Es gibt sogar hochentwickelte Softwareprogramme, die diese Effekte digital erzeugen können. Also warum den Kampf mit der Neugestaltung von Gebäuden durchmachen, um diese Effekte nach drinnen zu bringen?

Um diese Frage zu beantworten, haben Jeffrey Stattler, ehemaliger Doktorand an der University of Oregon, und ich einen digitalen Schatten eines Baumes auf die Wand eines fensterlosen Raumes projiziert und getestet, ob es irgendeinen Unterschied in den Reaktionen der Leute gab. Die Reaktion hing davon ab, ob die Bewegung des elektronischen Baums von Veränderungen des Windes draußen oder vom Computerprogramm erzeugt wurde.

Die meisten Leute konnten nicht feststellen, ob die Bewegungen vom Wind oder vom Computer generiert wurden. Wenn diese jedoch glaubten, dass die Bewegungen durch den Wind erzeugt wurden, waren deren Beurteilungen der positiven Effekte in allen Kategorien bedeutsam höher. Anders gesagt: Wahrnehmungsveränderungen innerhalb eines Gebäudes haben wahrscheinlich eine größere positive Auswirkung auf uns, wenn wir denken, dass sie natürlich und lebendig sind. Wenn wir also nicht darauf vorbereitet sind, Leute zu täuschen, gibt es keinen wirklichen Ersatz für das Original.

Gemäß der Umweltschutzbehörde verbringen Leute in den Vereinigten Staaten heute mehr als 90 Prozent ihrer Leben drinnen. Eigenschaften, die uns in Innenräumen entspannter und produktiver machen, könnten so auf viele Menschen deutlich positive Effekte haben.

Beleuchtung, Beheizung und Kühlung dieser Bauwerke macht fast 40 Prozent des US-Energieverbrauchs aus. Dieselben natürlichen Innenraum-Animationseffekte könnten außerdem helfen, diese Prozentzahl zu reduzieren. Das geschieht, indem das öffentliche Bewusstsein des passiven Energiesparens in Gebäuden erhöht wird. Neben den praktischen Vorteilen für Mensch und Umwelt zeigt uns diese wetterbedingte Innenraum-Animation auch, dass uns unsere Häuser wieder mit der Natur in Verbindung bringen können. Obwohl wir uns zugleich von deren Extremen in der Natur distanzieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Bäume“ by 3938030 (CC0 Public Domain)


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Emojis: Nutzer sollten mehr Mitspracherecht bei der Erstellung haben

Emoji Maske (Image (adapted) by aaandrea [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Emojis sind derzeit hoch im Kurs. So feierten Netzenthusiasten vor ein paar Tagen war Welt-Emoji-Tag, und passend dazu wird Anfang August ein Kinofilm über Emojis erscheinen. Das Wort des Jahres 2015 war laut Oxford English Dictionary auch ein Emoji, nämlich das Gesicht mit den Freudentränen.

Aber woher kommen Emojis? Sie sind im Unicode-Standard enthalten, dem internationalen Standard für digitale Schriftarten. Der Unicode–Standard bietet ein Zeichen unabhängig von der Plattform oder dem Betriebssystem an. Er stellt geräteunabhängig Symbole auf allen Plattformen dar. Der Begriff Emoji wurde im Laufe der Zeit erweitert und bezieht sich auf ein beliebiges digitales Piktogramm.

Wie wird ein Emoji in den Unicode-Standard aufgenommen? Im ersten Schritt wird eine formale Vorlage angelegt. Hier wird ein Dokument erstellt, das festlegt, auf Grund welcher Auswahlkriterien das Emoji enthalten sein soll. Ein Unicode-Komitee, deren Mitglieder verschiedene große Technologie-Unternehmen vertreten, überprüft diesen Vorschlag anhand der Auswahlkriterien. Ist der Vorschlag einmal geprüft, wird er entweder abgelehnt, an die Autoren mit einer Rückmeldung zurückgegeben oder auf die nächste Stufe gehoben.

Einmal im Jahr wird entschieden, welche Kandidaten für Emojis Teil des nächsten Unicode-Standards werden. Danach hat jedes Unternehmen, das Emojis auf seinen Geräten anzeigt, die Möglichkeit, eine eigene Emoji-Version zu erstellen, das vom Unicode ausgelesen wird. Aus diesem Grund kann ein Emoji auf den verschiedenen Plattformen etwas unterschiedlich aussehen.

Es mag überraschen, dass ein solch bürokratischer Prozess hinter derart bunten und verspielten Symbolen steckt. Doch hier gibt es auch Probleme. Zunächst wird durch den Unicode vorgegeben, welche Emojis verfügbar sind und wie diese aussehen. Dementsprechend ist auch die Bedeutung vorgegeben, die mit dem Emoji kommuniziert werden soll. Wenn es um Sprache geht, hat jeder die Möglichkeit, ein neues Wort zu schaffen. Dies geschieht, indem Sprachklänge kombiniert werden. Hier kann jeder entscheiden, wie ein Wort geschrieben wird, indem Buchstaben zusammengelegt werden. Ob daraus ein neues Wort wird, hängt davon ab, wie oft das Wort genutzt wird und wie weit es sich verbreitet.

Im digitalen Bereich kann jeder ein Emoticon erschaffen. Es müssen nur Elemente der Interpunktion wie Zahlen und Buchstaben zusammengelegt werden. Emojis dagegen sind Einheiten, die von Nutzern weder manipuliert noch bearbeitet werden können. Auch wenn also Emojis in ihrer Verwendung einer Sprache ähnlich sind, kann man die Kreation eines Emoji nach dem Vorbild des orwellianischen Neusprech vergleichen. Die Erschaffung wird von einigen Wenigen kontrolliert. Zweitens ist es beinahe ironisch, wie Unicode die Emojis für die Freigabe auswählt. Die Emoji- Vorschläge werden anhand einer Reihe von Auswahlkriterien beurteilt. Diese sind wie folgt:

  • Häufigkeit der Nutzung: Je höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Emoji verwendet wird, umso wahrscheinlicher ist, dass es freigegeben wird.
  • Mehrere Verwendungen: Je mehr Bedeutungen mit einem Emoji kommuniziert werden können, umso wahrscheinlicher ist, dass es freigegeben wird.
  • Häufig angefragt: Viele Leute fordern derzeit oder haben gefordert, dass das Emoji zur Verfügung steht.

Doch es ist auch wichtig, ein mögliches neues Emoji nach diesen Auswahlkriterien zu testen. Man muss nur sein Umfeld zur Nutzung befragen und auf ihre Meinung achtgeben.

Auf die Nutzer von Emojis hören

Emoji-Nutzer haben ihre Frustration geäußert, dass sie nicht in den Design- und Auswahl-Prozess einbezogen werden. Vor einiger Zeit äußerte man sich bei Apple mit einem gewissen Unmut, als der „Pistolen“-Emoji geändert wurde. Dieser sollte mehr wie eine Wasserpistole aussehen. Ein weiteres Mal gab es einen Aufruhr, als Entwürfe zur Änderung des Pfirsich Emojis bekannt wurden. Er sollte ein bisschen weniger wie ein Hintern aussehen – ein Grund dafür war, dass der Emoji vergleichsweise selten in seiner ursprünglichen Bedeutung genutzt wurde.

Dazu kommt, dass einige Themen nicht mithilfe von Emojis diskutiert werden können – es gibt schlicht und einfach keine passenden Emojis. Dies betrifft vor allem Themen, die für die Nutzer (hauptsächlich Jugendliche und junge Menschen) tabu oder weniger wichtig sindn. Es gab beispielsweise Kampagnen von Firmen wie BodyForm und Plan International, die durchsetzen wollten, dass ein „Menstruations-Emoji“ eingeführt werden soll.

Das Hauptproblem ist jedoch, dass Emojis viele gesellschaftliche Vorurteile widerspiegeln und repräsentieren. Inzwischen wurde zumindest bei den menschlichen Emojis angepasst, dass man zwischen verschiedenen Hauttönen und einem Mann oder einer Frau wählen konnte. Vielleicht wird schon bald jeder Emoji auch in einer Version mit roten Haaren ausgegeben – jedenfalls, wenn die dazugehörige Petition mehr als 21.000 Unterschriften zusammenbekommt, die an Unicode geschickt wurden.

Wie ist es nun also möglich, den Massen ein Mitspracherecht bei der Gestaltung von Emojis zu erteilen? Wie können wir dafür sorgen, dass mehr Menschen und ihre Belange wahrgenommen werden? Wir haben einen Lösungsvorschlag. Eine Plattform, auf der jeder die Möglichkeit hat, einen Emoji vorzuschlagen und zu beschreiben, wie dieser genutzt werden kann und warum dieses Emoji wichtig ist. Der Vorschlag kann dann von anderen Nutzern unterstützt werden.

Wir haben dieses System EmojiDesignOnline genannt und werden dem Unicode-Konsortikum in einem Jahr den Emoji vorschlagen, der die meiste Unterstützung erhalten hat. Also, das nächste Mal, wenn du denkst „Warum gibt es kein Emoji für…?“, dann lass es uns wissen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Emoji Maske“ by aaandrea (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • KI wired: Googles Künstliche Intelligenzen sollen mehr Mensch sein: Damit uns die KI in Zukunft noch besser verstehen und unterstützen kann, startet derzeit Googles Projekt People + AI Research initiative (PAIR), wie Google am Montag auf seinem Unternehmerblog ankündigte. Das Projekt arbeitet eng mit drei verschiedenen Gebieten zusammen, wobei eines die alltäglichen Nutzer, das Zweite Experten in verschiedensten Bereichen und das Dritte Ingenieure und Forscher beinhaltet. Zusammen haben sie sich zum Ziel gesetzt, dass sprachliche Assistenten beispielsweise noch besser und schneller verstehen, was der Anwender von ihnen möchte. Ein spannendes und zukunftsweisendes Projekt, was Google da starten will.

  • FEHLER t3n: Warum dein Design menschliche Fehler verzeihen muss: Fehler sind etwas ganz Menschliches und unabwendbar, umso wichtiger ist das verzeihende Design, damit solches eventuelle „menschliche Versagen“ abgefedert werden kann. Ein Beispiel zur Veranschaulichung ist die Double-Opt-In-Funktion beim Löschen von Daten. An alle Design-, wer seine Kunden glücklich machen möchte, sollte bei seinem Bedienkonzept immer darauf achten, dass es leicht zu bedienen ist und der Nutzer immer die Möglichkeit hat Dinge im schlimmsten Falle rückgängig zu machen. Auch Hilfestellungen, wie das Erinnern an eine unausgefüllte Spalte in einem Formular, bringen den Kunden glücklicher und entspannter ans Ziel.

  • FACEBOOK golem: „Wir retten Leben!“: Es ist das erste Mal, dass Facebook sein Löschzentrum für Journalisten öffnet und ihnen die Möglichkeit gibt, mit den Mitarbeitern zu sprechen. Doch im Gespräch fühlte sich keiner, wie in den letzten Medienberichten dargestellt, mit den seelischen Problemen alleingelassen. Die Verbesserungen, wie Kontaktdaten von psychologischen Betreuern und einem Feelgood-Manager, der sich um die Mitarbeiter kümmert, scheinen auf positive Resonanz zustoßen. Zudem sei es nach Angaben einiger Interviewten ein wertvoller Job, der verhindern würde, dass Menschen, insbesondere Kinder, im Netz schlimmen Situationen und Bildern ausgeliefert sind.

  • BAIDU heise: Baidu kündigt kostenlose Plattform zur Entwicklung autonomer Autos an: Das chinesische Unternehmen Baidu möchte fortan eine Plattform für autonomes Fahren bieten. Kostenfrei bekommen so gerade junge Unternehmen die Möglichkeit sich am Markt zu etablieren, dies sagte Baidu selbst auf einer Entwicklerkonferenz. Es ist hierbei auch gut zu wissen, dass westliche Unternehmen von diesem Angebot selbstverständlich nicht ausgeschlossen werden. Dass das Projekt Apollo ein uter Schritt in Richtung Zukunft sei, dessen ist sich Qi Li, Vice Chairman von Baidu sicher und dass er damit nicht ganz falsch liegt, wurde auch sofort auf der Veranstaltung selbst vorgeführt. Das Start-up AutonomousStuff stellte eine Limousine vor, die zusammen mit der Apollo-Technologie innerhalb weniger Tage zu einem autonomen Auto wurde.

  • STROMNETZAUSBAU faz: Sind Stromleitungen ein Gesundheitsrisiko?: Da der Ausbau von Stromnetzen unabdingbar ist, um die Energiewende voranzutreiben, werden vorerst Versuche durchgeführt, die zeigen sollen, ob die elektrischen und magnetischen Felder womöglich doch Auswirkungen auf die Gesundheit der Bürger haben. Insbesondere werden die Vorkommnisse von Demenz, Parkinson oder ALS, sowie Leukämie bei Kindern im Gebiet der aufgebauten Stromnetze in den kommenden sechs Jahren analysiert. Falls kein Zusammenhang mit den Stromnetzen in Verbindung gebracht werden kann, sollen die neuen „Strom-Autobahnen“ von Nord- nach Süddeutschland dann endgültig verwirklicht werden.

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Digitalisierung: Kundenerlebnisse entscheiden über den Erfolg

adobe_experience_cloud (adapted) Image by Stefan von Gagern

Die Digitalisierung bringt derzeit alle Branchen in Aufruhr. Der Trend ist das Thema für den Adobe Summit in London, zu dem Anfang Mai über 5.000 Marketing und IT-Experten aus Europa zusammen kamen. „Es ist eine Zeit des Übergangs“, sagte Adobe CEO Shantanu Narayen zur Eröffnung seiner Keynote. „Digitale Technologie verändert unser Leben. Die Unternehmen liefern sich dabei einen Wettlauf, um vorne mit dabei zu sein und um die Aufmerksamkeit des Kunden zu gewinnen“, so Narayen. Riesige Datenmengen, das Aufkommen verschiedener Endgeräte und gleichzeitig immer höhere Kundenerwartungen zwingen die Unternehmen dazu mehr über den Kunden nachzudenken.

Es gilt heute, überall präsent zu sein, den Kunden persönlich anzusprechen und gleichzeitig einheitlich und mit anspruchsvollem Design zu kommunizieren. Keine leichte Aufgabe, doch laut Adobe lohnt es sich, hier zu investieren. Zum Beispiel können Unternehmen, die in gutes Design investieren, laut einer Studie von Adobe über 200 Prozent mehr Umsatz machen. Design ist gleichzeitig laut Adobe „der Treibstoff für das Kundenerlebnis“ sein. Denn Design kommt überall da zum Einsatz, wo es Berührungspunkte mit dem Kunden gibt – zum Beispiel auf der Website, in einer mobilen App oder einem Display im Showroom beim Autohändler.

Begeisternde Kundenerlebnisse sollen künftig nicht nur wichtig, sondern der Vorsprung gegenüber der Konkurrenz sein und künftig über den Erfolg mehr denn je entscheiden. Langfristig sollen die Erlebnisse die Kundenbeziehung sichern. „Wir von Adobe glauben, dass Kundenerlebnisse das große Unterscheidungsmerkmal sind, das Zünglein an der Waage, um lebenslanges Kundeninteresse und Wachstum zu entfachen“, sagt Brad Rencher, Executive Vice President und General Manager Digital Marketing bei Adobe.

Neue Komplettlösung mit Geheimzutat künstlicher Intelligenz

Um mit den Herausforderungen der Zeit Schritt zu halten geben Unternehmen deshalb Millionen aus, viele investieren aber dabei in alte Technologien die für die neue Welt gar nicht gemacht sind. „Das digitale Business braucht eine neue Plattform, ein zentrales Nervensystem“, so Narayen.

Die Antwort soll die neue Adobe Experience Cloud liefern. In der Plattform stecken gleich drei Cloud-Lösungen, die unter dem neuen Dach zusammengeführt werden: Die Adobe Marketing Cloud, Adobe Advertising Cloud und Adobe Analytics Cloud. Zudem kommen zwei schon bekannte Cloud-Lösungen zum Einsatz: Die Adobe Creative Cloud liefert alles fürs Design, die Document Cloud kümmert sich um den papierlosen Dokumentenaustausch mit PDF.

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Image by Stefan von Gagern

Die wichtige Basis dafür ist die Adobe Cloud Plattform, die gleichzeitig Adobe Sensei im Bereich maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz nutzt. Die Adobe Cloud-Plattform ist offen und kann Kundendaten und Content aus einem beliebigen System zentralisieren und standardisieren. Adobe Sensei wurde letzten Herbst schon auf der Adobe MAX vorgestellt. Das Framework bringt übergreifend künstliche Intelligenz in die Plattform. Sensei kann große Datenmengen verarbeiten und verstehen. Zusammen mit Sensei sollen so detallierte Kundenanalysen möglich sein und die Einblicke zum Beispiel in Designentscheidungen übersetzt werden. Die künstliche Intelligenz soll dabei immer nur die Kreativität des Menschen verstärken, aber nie ersetzen.

Zugeschnittene Erlebnisse für verschiedene Kunden

Sensei und die künstliche Intelligenz kommt dann an vielen Stellen zum Einsatz. Die Herausforderung beim Design ist heute das Tempo: Designs müssen in kürzester Zeit entstehen dann an viele Geräte und Plattformen ausgeliefert werden. Oft wirken sich Anpassungen auf hunderte Bildschirmseiten in Apps oder Webseiten aus. Hier kommt Sensei zum Einsatz.

Die künstliche Intelligenz hilft Kreativen dabei in kürzester Zeit zum Beispiel das richtige Bildmaterial für die Zielgruppe zu finden. Ein Beispiel ist die intelligente Bildsuche bei Adobe Stock, die nach einer Vorlage ähnliche Bilder aus der 35 Millionen Bilder umfassenden Datenbank heraussuchen kann. Das ist jedoch nur ein Beispiel. Adobe will künftig immer mehr künstliche Intelligenz und neue Service zu seinen Tools bringen, um beispielsweise Design mit Kundendaten zu verzahnen. So können Webseiten oder E-Mails personalisiert werden und für den Kunden passend ausgeliefert werden.

Digitale Unternehmen verändern sich – von Autohandel bis zum Pizzadienst

Wie das Kundenerlebnis in der Praxis aussehen kann, zeigten einige Kunden, die mit den Lösungen schon arbeiten. Als Beispiel zeigte BMW wie sich der 100 Jahre alte Traditionshersteller angepasst hat. „Früher drehten sich alle Gedanken um das Auto, heute geht es darum was der Kunde braucht“, so Dr. Rainer Feurer von BMW.

Der Autohersteller will im Jahr 2025 nicht nur 100 Millionen Kunden haben, sondern jeden davon kennen. Dafür werden Daten benötigt, mit denen BMW dem Kunden personalisierte Angebote präsentieren will, der sich heute meist sein Auto schon selbst zuhause per Website selbst konfiguriert. Per Web kann er auch noch gleich die Finanzierung erledigen und seinen Gebrauchten in Zahlung geben. Beim Händler geht es dann nur noch um die Probefahrt.

Auch im Online-Handel herrscht ein enormer Konkurrenzdruck. Als Beispiel, wie man sich von der Konkurrenz durch nur ein paar digital umgesetzte Ideen absetzen kann, zeigte Adobe mit dem Fast-Food-Hersteller Domino´s Pizza. Die Marke war schon früher ein Pionier unter den Lieferdiensten und zeigt heute, wie das Kundenerlebnis helfen kann, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Durch die neue App, die auch für die Apple Watch erhältlich ist, und mittels einer neu gestaltete Website kann der Kunde nicht nur seine Pizza online bestellen, sondern auch verfolgen, wann sie im Ofen landet und wie sie knusprig wieder herauskommt. Seit der Einführung dieser kleinen Details in die Online-Apps verkauft das Unternehmen deutlich mehr – und 60 Prozent seiner Bestellungen werden seither mobil getätigt. Adobe hat also auch hier weiterhin die Nase vorn.


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Bunt, flauschig oder seefest: So sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus

Wie sieht unser Arbeitsplatz in fünf Jahren aus? Bei einem Wettbewerb des Designmagazins Metropolis Mag und dem Unternehmen Staples wurden in der vergangenen Woche die innovativsten Ideen von Designern, Architekten und kreativen Geistern ausgezeichnet. Demnach sieht das Büro der Zukunft so aus: bunt, generationsübergreifend und aufblasbar.

Dass das nicht alles Zukunftsmusik ist, zeigt ein Blick auf einige kreative Arbeitsplätze in Deutschland. Vom Coworking Space auf einem Katamaran bis hin zum Gartenhäuschen haben die ersten Unternehmen hierzulande jetzt schon das Konzept des Arbeitsraumes völlig neu erdacht.

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Quelle: Instagram – https://www.instagram.com/zalandotech

Einfach mal durchatmen: Zalandos Gartenhäuschen in Berlin

So hat das Modeunternehmen Zalando in seiner Niederlassung in Berlin beschlossen, den Mitarbeitern einen Garten zu bauen. Wenn es also mal dicke Luft im Büro gibt oder die Mitarbeiter einfach zwischendurch mal im Grünen entspannen wollen, gibt es im Innenhof von Zalandos Büros mehrere Gartenhäuschen.

Urlaub im Büro: Trivago schafft Ferienstimmung für Mitarbeiter

Trivago steht für Fernweh, Urlaub und der Flucht aus dem täglichen Grau in Grau. Die Metasuchmaschine für Hotels hilft Reisefreudigen bei der Urlaubsplanung. Damit das für die Mitarbeiter nicht nur graue Theorie bleibt, hat sich das Unternehmen für das Düsseldorfer Büro etwas Besonderes ausgedacht – thematische Landschaftsräume. Die Büroräume wurden dabei so designt, dass sie verschiedene Länder und Landschaften repräsentieren. Von der Alpenlandschaft bis hin zum Unterwasserfeeling ist so ziemlich alles dabei.

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Quelle: Trivago Pressekit

So können Mitarbeiter selbst im Winter zumindest im Geiste in der warmen Toskana arbeiten oder sich mit ihrem Laptop in einen Nordsee-Strandkorb fläzen.

Der erste Coworking Space mit Segeln: Arbeiten an Bord des Coboat

Noch einen Schritt weiter geht dabei das Coboat. Anstatt die Urlaubsstimmung an den Arbeitsplatz zu holen, bringt das Coboat die Arbeiter in den Urlaub. Als weltweit erster Coworking Space auf einem Katamaran verwandelt das Coboat ein Segelboot in ein Büro … oder ist es doch andersherum? Egal!

In diesem Jahr jedenfalls stach das Coboat zum ersten Mal in See und segelte dabei von Thailand bis zu den Kanarischen Inseln. Mit solidem WLAN an Bord, einer entspannten Atmosphäre und der wohl besten Büroaussicht aufs azurblaue Meer zieht das Coboat Onlineunternehmer, digitale Nomaden und Kreative gleichermaßen an.

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Quelle: Coboat

Einer der Passagiere an Bord des Katamarans war Jennifer Lachs, digitale Nomadin und Gründerin der Facebook-Gruppe „Digital Nomad Girls“. Lachs war so begeistert vom segelnden Coworking Space, dass sie am liebsten gar nicht mehr von Bord wollte. Denn trotz der Urlaubskulisse ließe es sich wunderbar arbeiten, erzählt Lachs im Netzpiloten-Interview: „Man würde ja denken, dass das tolle Umfeld einen vom Arbeiten ablenkt, aber für mich wirkt es eher motivierend. Je schneller ich meine Aufgaben erledigt habe, umso schneller kann ich ins Wasser springen.“

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Quelle: Coboat

InnoGames setzt auf verspielte Büros

Da wir schon beim Schwimmen während der Arbeit sind – auch bei InnoGames in Hamburg wird das Eintauchen in verschiedene Welten groß geschrieben. Offensichtlich waren den Innenarchitekten die typischen Chill-Out-Zonen mit Flipper und Tischtennistischen zu langweilig. Für die Mitarbeiter des Videospielentwicklers gibt es sogar thematische Büroräume. Senior PR-Managerin Sarah Sellner erklärt gegenüber den Netzpiloten die Hintergründe der Designs: „Unsere Meetingräume orientieren sich an bekannten Spieleklassikern. Die Mitarbeiter konnten sich vor der Neugestaltung des Gebäudes im Rahmen einer Umfrage aktiv einbringen und ihre Ideen und Wünsche äußern. Ziel war es, die kreative und verspielte Atmosphäre von InnoGames als Arbeitgeber zu unterstützen und den Mitarbeitern Raum für frische Ideen zu geben.“ Warum also nicht beim geschäftlichen Meeting in „Tausendundeine Nacht“ eintauchen?

Bürogebäude
Quelle: InnoGames, Image by Daniel Sumesgutner

Innovativ aber noch sehr statisch

Auch wenn die meisten Arbeitsplätze immer noch nach wie vor statisch sind – es bewegt sich langsam was in der deutschen Bürolandschaft. Was dürfen wir also vom Arbeitsplatz der Zukunft hierzulande erwarten?

Arbeitszeit und Freizeit scheinen immer mehr miteinander zu verschmelzen. Arbeiten und Ausspannen sind keine getrennten Konzepte mehr, sie gehen in diesen Büros Hand in Hand. Es scheint auch einen Trend weg von der Funktionalität und Effizienz zu geben. Unternehmen gestalten ihre Büros tatsächlich so, dass die Mitarbeiter sich darin wohl fühlen – und nehmen auch ihren Input an. Dabei sind der Fantasie offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Wir sind also gespannt auf mehr Innovationen am Arbeitsplatz.


Image „office“ by JanBaby (CC0 Public Domain)


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betatestr.de: Karma-Punkte für Early Adopter

betatestr Release Party

Wer als Käufer eines unfertigen Produkts unfreiwillig als Beta-Tester fungiert, ärgert sich. Und das zu recht. Wer hingegen schon während der Entwicklung des Prototyps ganz eng mitwirken darf, wird später vielleicht ein umso glücklicherer Kunde. Auf diese Mechanik setzt die Crowdsourcing-Plattform betatestr.de. Die Webseite ging jetzt in überarbeiteter Form live. Die Webseite vernetzt Erfinderunternehmer, sogenannte Maker, mit potenziellen Nutzern ihrer Produkte. Und dies sowohl online als auch offline.

betatestr Release Party
Betatestr setzt auf den Crowdsourcing-Gedanken. Auf der Release-Party erklärt Geschäftsführerin Anna Gubanova die Plattform. Image by Kevin Münkel

Unter betatestr.de können Maker ihre Projekte vorstellen und von Seitenbesuchern mit schriftlichem Feedback bewerten lassen. Zugelassen wird praktisch jede Idee, die bereits als Prototyp existiert und in die Rubriken Fashion, Produktdesign, Gadget oder Social passt.

betatestr.de Webseite
Stellt der Maker seinen Prototyp an einer Teststation aus, können Nutzer ihn dort ausprobieren und ihr Feedback auf der Webseite von betatestr mitteilen. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Eine Beurteilung hinterlassen kann jeder Seitenbesucher, der die Angabenfelder für dem Namen, E-Mail-Adresse und Feedback in der Webmaske ausfüllt. Hauptsache, es ist eine echte E-Mail-Adresse, andernfalls lässt sich der Bestätigungslink nicht aktivieren. Selbst, wer also nur die Projektbeschreibung liest, kann seine Meinung dazu kundtun.

Bei betatestr gibt es Karma-Punkte als Belohnung

Für das aus ihrer Sicht hilfreichste Feedback losen die Maker eine Belohnung aus, zum Beispiel ein persönliches Exemplar des Prototyps. Als Trostpflaster liefert eine E-Mail ein gutes Gewissen frei Haus. Für mein Feedback zahlt mir betatestr „100 Punkte auf dein Karma-Konto“ ein. Für andere Nutzer vielleicht wichtiger: Trendsetter können bei dieser Form des Crowdsourcings schon früh die Zukunft eines etwaigen Kultprodukts mitgestalten. Somit ist betatestr eine Art Spielwiese für Early Adopter.

betatestr E-Mail
Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Nicht kaufen, nur anfassen

Am wertvollsten für die Entwickler sind natürlich Eindrücke aus erster Hand. Daher können sie Testexemplare an „Prototype Spots“ ausstellen und Besucher diese leibhaftig ausprobieren lassen. Ihr Feedback geben die Nutzer in jedem Fall online ab. Wo die Vorab-Exemplare stehen, listet die Projektbeschreibung im Web auf.

Kaufen können die Probanden die Produkte in der Regel nicht, da es sich ja um noch nicht serienreife Modelle handelt. Eine Ausnahme ist beispielsweise Papa Türk, ein Molkenmischgetränk, das Mundgeruch nach ausgiebigem Konsum von Döner und anderen olfaktorisch intensiven Speisen neutralisieren soll. Während der Release-Party von betatestr im Coworking-Space K14 konnte ich neben Papa Türk zudem die originelle Aufbewahrungsschale Snug.Bowl in die Hand nehmen.

betatestr.de Webseite
Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt
betatestr Release Party
Nichts geht über Feedback aus erster Hand. Auf der Release-Party von betatestr konnten Gäste eine app-gesteuerte Cocktailmaschine, ein Anti-Mundgeruch-Getränk und eine Design-Schale aus Pappe testen. Image by Kevin Münkel

Mein Feedback habe ich bereits eingetippt. Aber ich verrate es nicht. Generell veröffentlicht betatestr keine Rückmeldung, sondern macht sie nur den Entwicklern zugänglich. Das soll die Offenheit fördern.

Maker bezahlen für das Feedback zunächst einmal nichts. Im Blog von betatestr erhalten sie sogar kostenlose Tipps von Experten. Die Plattform-Betreiber setzen schließlich auf ein Freemium-Geschäftsmodell. Mittelfristig wollen sie anhand der Informationen, die sämtliche Tester hinterlassen, den Makern beispielsweise kostenpflichtige Markt- und Trendanalysen anbieten. Vorerst deckt das Start-up die Kosten durch Vermittlungsgebühren. Sie fallen an, wenn sich ein Maker entscheidet, seine Entwicklung an einer lokalen Teststation auszustellen.

Von Hannover in die weite Welt

Zunächst gibt es elf Prototype Spots bei Cafés, Einzelhändlern und auch Coworking-Spaces in Hannover. Auf sie fiel die Wahl, weil sie die Heimatstadt des betatestr-Teams ist. „Die Maker-Szene ist in Hannover sehr lebendig“, beantwortet betatestr-Sprecher Ubbo Störmer die unvermeidliche Frage, warum die Wahl für den Gründungsort nicht auf das hippe Berlin fiel. Weitere Prototype Spots plant das sechsköpfige Gründerteam um Geschäftsführerin Anna Gubanova außerdem in Osnabrück, Kiel, Hamburg und im niedersächsischen Oldenburg zu eröffnen.

Perspektivisch will betatestr aber international expandieren und nach Russland und China aufbrechen. Dort seien Maker noch viel eher als in Deutschland bereit, schon in der Produktentwicklung Einblick zu geben und von Interessierten wertvolles Feedback zu erhalten.


Images by Kevin Münkel

Screenshots by Berti Kolbow-Lehradt


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Der UX-Day 2016 – einen intuitiven Zugang zu Technologien schaffen

ux-day-logo

Vom 13. – 14. Oktober fand das zehnte Mal die Veranstaltung UX-Day in Mannheim statt. Das Event ist mittlerweile zu einem der wichtigsten für alle geworden, die beruflich oder privat mit User Experience zutun haben. Das Event war bereits nach kurzer Zeit ausverkauft, was wohl an den diesjährigen Speakern und dem vorgesehenen Programm lag.

Die Themen in diesem Jahr waren sehr vielseitig und reichten von E-Commerce über Marketing bis zu Industrie und Internet of Things. So haben beispielsweise UX Consultant Claire Rowland und Robert Stulle von der Agentur Edenspiekermann einen Ausblick darauf gegeben, welche Herausforderungen und Möglichkeiten das Internet of Things und Smart Homes für UX Designer liefern.

Team Facilitator Kira Krämer hat einen Einblick in das Themenfeld Ethnographic Design Research gegeben und dazu aufgefordert, mehr auf Nutzer zuzugehen und nutzerzentrierte Innovationsansätze in Unternehmen zu fordern. Dozent und Markt- und Mediaforscher Dirk Engel hat in seinem Vortrag ermahnt, den Fokus in der Werbung nicht nur auf die Aufmerksamkeit des Zuschauers, sondern auch auf die Usability des beworbenen Produkts zu legen. Usability-Forschung sei für die Werbung ebenso relevant wie für viele andere Bereiche, betonte Engel.

Natürlich war auch Virtual Reality ein großes Thema auf dem UX-Day: Dr. Thies Pfeiffer von der Mediablix IIT GmbH hat gezeigt, welches Potenzial in VR im Bereich der Prototypenentwicklung liegt und wie sie bei der Evaluation von Nutzerschnittstellen helfen kann.

Etwas kritischer mit den Entwicklungen des 21. Jahrhunderts haben sich Franziska Dolak von Siemens und Dr. Daniel Ullrich von der Ludwig-Maximilians-Universität in München auseinandergesetzt: Wie werden wir in Zukunft arbeiten, wohnen und leben und wie können wir dabei menschlich bleiben? Und welche Auswirkungen hat der Selfiewahn und die ständige Erreichbarkeit auf unser Glücksempfinden?

Außerdem hat Cristián Acevedo erklärt , wie gutes Storytelling für UX aussehen sollte und welche Anregungen man sich dafür aus Hollywood holen kann. Wie eine gute Usability und eine ausgereifte Digitalstrategie das Markenbewusstsein der Konsumenten verbessern, hat Jean-Philippe Defiebre anhand des Imagewandels von Sixt verdeutlicht.

Am zweiten Tag fand die UX-Masterclass im Kreativwirtschaftszentrum C-Hub statt. Hier wurden drei verschiedene Workshops angeboten:

Design Thinking & Personal Barriers to Digital Transformation,

User Story Mapping – Hands on Training

und die Sprache der Stifte – Visual Thinking.

Am Ende jedes Workshops stand eine Abschlusspräsentation, bei der jeder zeigen konnte, was er bei der UX-Masterclass gelernt hat.

 

 

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Don’t believe the hype: Ein sehr launischer Test des Google Pixel

Am vergangenen Freitag habe ich das neue Pixel von Google als Testgerät zugeschickt bekommen. Bis diesen Dienstag um 15 Uhr durfte ich nicht berichten, dass ich das Pixel schon habe (es gab ja auch schon genügend andere Testberichte da draußen), wie es womöglich ist (sehr leicht mit nur 143 g), was es kann (viel, auch wenn es nicht blau leuchtet) und was auch immer noch Menschen daran interessiert (wahrscheinlich die Mikrometer-Pixel der Kamera: 1,55?m).

Es war mir auch fast egal. Die Auseinandersetzung von Patrick Bahners mit dem neuen Buch der Publizistin Carolin Emcke und ihrer „Begründung der Demokratie aus der Verletzbarkeit jedes Einzelnen“ fand ich übers Wochenende sowieso wichtiger. Google hat ein neues Smartphone auf den Markt gebracht, was äußerlich wieder etwas mehr einem iPhone ähnelt, aber mehr ist eben auch nicht passiert. Sechs Jahre nach meinem ersten Android-Smartphone begeistert mich auch ein Pixel nicht mehr wirklich.

Mit dem Nexus 6 kann ich das Pixel selbst nicht vergleichen, das hatte ich übersprungen, aber ich habe es neben das iPhone 6 und iPhone 7 gehalten. Das Pixel ähnelt vor allem dem 6er von Apple, ist aber leichter und mir persönlich gefällt das Aluminium-Gehäuse des Androiden besser. In der Hand lag das iPhone 7 besser, aber wir reden hier von meinen Händen, auf die ich nicht genauer eingehen möchte. Das Pixel ist ein sehr schickes Smartphone, vom Design her hat Google wohl endlich an Apple Anschluss gefunden.

Pixel oder iPhone? Hauptsache was mit Design.

Langsam verstehe ich aber den Kephalos in Platons Politeia besser, denn was mich noch vor Jahren umtrieb, stellt jetzt kein Bedürfnis mehr dar. Die technischen Leistungen des Pixels kann man woanders nachlesen, die möchte ich nicht auch auflisten. Den Preis von 700 Euro finde ich zu hoch, aber wenn das einer unserer LeserInnen kaufen möchte, soll es mir egal sein. Da ich es als Telekom-Kunde sowieso nicht hole, stört mich auch nicht der gesperrte Bootloader und die längeren Wartezeiten für Updates (unnötig!).

Und was soll ich auch jetzt schon schreiben? Dass der Akku nach vier Tagen Benutzung einen tollen Eindruck macht? Von mehreren Nexus-Geräten weiß ich, das das in einem Jahr, wenn womöglich ein neues Pixel vorgestellt wird, auch ganz anders aussehen wird. Die Kamera ist super, keine Frage, aber auch nur in Nuancen anders als die im iPhone 7. Größter Unterschied ist, dass das iPhone 7 einen optischen Bildstabilisator hat und das Pixel auf eine elektronische Stabilisierung setzt. Tolle Fotos machen aber beide.

Ich kann nicht anders, als mit dem von dem Süddeutsche-Journalisten Dirk von Gehlen treffend umgedeuteten Shruggie zu reagieren, der mein inneres Schulterzucken und Distanziertheit zu dem Technologie-Zirkus treffend verkörpert: ¯\_(?)_/¯. Wir sehen seit dem ersten iPhone nichts Neues mehr, nur leicht veränderte Versionen dieses ersten wirklichen Smartphones. Dieses Bild von Steve Troughton-Smith eines ersten Android-Smartphones zeigt, woran Google vor dem ersten iPhone arbeitete:

Pre-M3-Version von Google Android (Image: Steve Troughton-Smith)
Pre-M3-Version von Google Android (Image: Steve Troughton-Smith)

Das iPhone war also maßgebend. Warum kann man dann nicht gleich das mit dem Pixel zumindest nahezu komplett erreichte Original eines iPhone kaufen? Keine Ahnung, kann man wahrscheinlich auch und da dieser Artikel keine Affiliate-Links (wäre aber möglich) enthält, ist mir das persönlich auch egal, aber um nicht immer mehr wie eine jüngere und technikaffinere Version von Harald Martenstein zu klingen, wenn auch genau so weiß und männlich, starte ich einen Versuch, das Pixel mit einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Vom Pixel ausgehend richtet sich Google neu aus

Eines wurde bei dem Presseevent zur Präsentation des neuen Pixel-Smartphone schnell klar. Google geht es nicht mehr nur um das Telefon als mobiles Endgerät, das kalifornische Unternehmen denkt seine Produktpalette vertikal neu. Im Einzelnen betrachtet sind die neuen Google-Geräte unspektakulär (Rooter, Chromecast), erst am Anfang ihrer Entwicklung (VR Headset) oder einfach zu teuer (Pixel), aber miteinander vernetzt, saugen sie nicht nur wertvolle Daten für Google, sondern werden auch wirklich nützlich.

Rückblickend wird die Zusammenlegung von Software und Hardware in Googles neu gegründeter Hardware-Division, unter der Leitung von Motorolas ehemaligem Präsidenten Rick Osterloh, als Ausgangspunkt für den kommenden Erfolg gesehen werden. Schon lange sind Smartphones rechenstärker als die NASA-Rechner zur Zeit der Mondlandung, aber mit der Vernetzung innerhalb des sogenannten Internet of Things wird dies vielleicht endlich auch mal praktisch genutzt. Und das Pixel ist die Grundlage.

Google Assistant
Google Assistant

Das Smartphone ist der mobile Superrechner, den wir immer bei uns haben und der uns immer besser kennenlernt. Ich glaube (von Wissen kann keine Rede sein), dass Virtuelle Persönliche Assistenten (VPA) und Bots in Zukunft unsere Kommunikation und auch Interaktion mit Geräten bestimmen werden. Wir suchen nicht mehr nach Ergebnissen und lassen sie uns auflisten, wir werden danach fragen und bekommen eine Antwort. Der nächste Schritt wird dann die Erteilung eines Befehls sein.

Was das Pixel über uns weiß und wissen wird, kann Google in die Produktentwicklung neuer, uns umgebender Gerät stecken, die wir mit dem VPA im Pixel steuern. Der Google Assistant ist eine Weiterentwicklung von Google Now und heute schon ein starkes Stück Software. Nach ein paar Gesprächen und Anfragen schätze ich den Google Assistant besser ein als Siri und Cortana, aber im Grunde muss man sagen, dass noch alle VPAs, verglichen mit ihrem Potential, am Anfang der Entwicklung stehen.

Die größte Konkurrenz wird wohl hier Amazon mit Echo sein. Ich weiß, dass Amazon nicht so cool wie Google erscheint, aber die Ansätze, Teil eines zukünftigen Smart-Home-Konzepts zu werden, sind schon jetzt überzeugender und am Ende ist Jeff Bezos der größere Visionär mit dem bisher beeindruckendsten Ergebnis an umgesetzten Visionen in der gesamten Tech-Welt. Ihm zu sagen, dass er mit seinen Prognosen irrt, ist eigentlich immer ein Fehler, denn wer die Zukunft selbst baut, kann ja gar nicht falsch liegen.

Versuch eines Fazits: Das Google Pixel ist ein schickes Smartphone

Das Google Pixel, das es übrigens auch als Pixel XL in einer leicht größeren Version gibt (dann mit 5,5 Zoll WQHD-AMOLED-Display mit 2.560 x 1.440 Bildpunkten statt 5 Zoll AMOLED-Display mit 1.920 x 1.080 Pixeln Full-HD-Auflösung), ist ein sehr schönes Smartphone mit netten Sachen wie dem Google Assistant, Fingerabdruckscanner, Navigations-Buttons Onscreen, größere Speicher (32 GB oder 128 Gigabyte, nicht erweiterbar), eine tolle Kamera, ein großer Akku (2.770 beziehungsweise 3.450 Milliamperstunden), WLAN nach ac-Standard, LTE Cat. 9, USB-Typ-C-Anschluss, Bluetooth 4.2 LE und NFC.

So toll das Pixel auch ist, es ist ebenso teuer. Für das gleiche Geld bekommt man auch ein iPhone 7, das wohl auch sehr toll ist. Da das beste am Pixel das Potenzial von Googles vertikaler Produktpalette ist, kann man auch noch ein paar Jahre warten, bis diese besser, größer und smarter ist. Ich habe gerade auch das Aquaris X5 Plus im Test zu Hause, was nur rund 300 Euro kostet (oft schon weniger) und auch ein tolles Android-Smartphone ist. Von meiner persönlichen Zufriedenheit bei der Benutzung ausgehend, auch zu empfehlen (Testbericht folgt dann auf Androidpiloten.de).

Google hat mit dem Pixel einen Schritt in die Zukunft gemacht, die so sicher wie das Amen in der Kirche kommt, da viele Unternehmen in die gleiche Richtung gehen. Was Google aber richtig gut macht, und dies ist noch der Unterschied zu den anderen, sie machen einfach zurzeit die bessere Software und lassen diese besser im eigenen Ecosystem miteinander interagieren. Es kann sich sehr angenehm anfühlen, wie sehr Google das eigene Leben analysiert und einem bei der Organisation hilft.

Die Frage ist, wie weit wir einzelne Unternehmen in unser Leben schauen lassen. Und ob das ein so schönes Smartphone wert ist. Aber wer fragt sich das schon wirklich?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Androidpiloten“ unter CC BY-ND 4.0.


Image „Google Pixel“ by Markus Mielek / Google


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Tesla am Limit: Kann man die Laufzeit der Elektroauto-Batterien noch steigern?

Tesla Motors (adapted) (Image by Sam Felder [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

„Zum ersten Mal ist das schnellste Serienfahrzeug der Welt elektrisch“ sagte Teslas Firmenchef Elon Musk, als er vor kurzem die neueste Batterie der Firma vorstellte. Das neue 100 Kilowatt-Gerät kann Teslas Autos in nur 2,5 Sekunden auf etwa 97 Stundenkilometer beschleunigen. Im Vergleich zu früheren Batteriegenerationen kann man jetzt bis zu 20 Prozent weiter fahren, ehe ein Aufladen notwendig ist.

Aber Musk gibt auch zu, dass das momentane Design und die chemische Zusammensetzung der Batterie bedeuten, dass sie sich ziemlich nah an dem theoretischen Limit dessen befindet, was sie leisten kann. Von diesem Punkt an wird es exponentiell schwieriger, die Menge an Energie zu erhöhen, die eine Batterie derselben Größe speichern kann. Was also könnten Tesla und andere Hersteller von Elektroautos als nächstes tun?

Teslas aktuelles P90D-Design verwendet eine Batterie, die unter dem Boden ihres „Skateboard“-Chassis sitzt. Dadurch kann das Fahrzeug eine große Menge an Batteriezellen mitführen, während der Innenraum des Fahrzeugs maximal genutzt wird. Andererseits macht es die Batterie im Falle eines Unfalls anfällig für Schäden.

Das neue P100D-Batteriepaket sieht von außen genauso aus wie die alte Version und scheint die selben zwei Reihen Lithium-Ionen-Zellen zu verwenden. Dennoch packt es wunderbarerweise 100 Kilowattstunden Energiedichte in dasselbe Batteriemodell, das vorher 90 Kilowattstunden gespeichert hat und nur 4 Prozent weniger wog. Das ist mehr als elf Mal soviel Elektrizität wie der Verbrauch eines durchschnittlichen Haushalts an einem Tag.

Festkörperbatterien

Der Unterschied liegt darin, wie das Paket zusammengestellt wurde, sowie im Kühlsystem und der Elektronik. Beispielsweise könnte eine signifikante Verbesserung der Batteriekühlung genug Platz geschaffen haben, um 56 Zellen zusätzlich zu verbauen, die die zusätzlichen 10 Kilowattstunden Energie liefern. Die Gewichtszunahme von 4 Prozent deutet darauf hin, dass mehr Komponenten verwendet wurden und eventuell die Anordnung der Zellen überarbeitet wurde, um dieses zusätzliche Gewicht auf demselben Raum unterzubringen. Damit Tesla aber noch weiter gehen kann, muss die Firma unter Umständen einen komplett anderen Ansatz der Energiespeicherung in Erwägung ziehen.

Eine Technologie in der Entwicklungsphase, die von Unternehmen wie Toyota, Volkswagen, Bosch und Dyson untersucht wird, sind die sogenannten Festkörperbatterien. Diese sind auf lange Sicht sicherer, speichern mehr Energie für ihre Größe und könnten zur Entwicklung von kostengünstigen Batteriemodulen führen.

Typische Lithium-Ionen-Batterien wie diejenigen, die Tesla verwendet, enthalten ein entzündliches, flüssiges Elektrolyt, während Festkörperbatterien ein festes Elektrolyt nutzen, das vergleichsweise sicher ist. Dies eröffnet zudem die Möglichkeit, ein Lithium-Metall anstelle von Graphit-Elektroden zu nutzen, da diese eine höhere Energiedichte und einen längeren Lebenszyklus aufweisen. Neueste Entwicklungen im Bereich der Elektrolyt-Beimischung und der Keramik-Abschirmung könnten das Problem lösen, dass Lithium-Elektroden Fasern oder Dendrite bilden, die die Batterie kurzschließen.

Autolib, ein Pariser Car Sharing-Service für Elektroautos, hat bereit begonnen, diese Festkörperbatterien in seinen etwa 3000 Autos zu verwenden. Seeo gibt an, Batterie-Prototypen entwickelt zu haben, welche eine Energiedichte von 350 Wattstunden pro Kilogramm aufweisen. Zum Vergleich: die Panasonic 18650-Zellen, die Tesla verwendet, haben eine Energiedichte von lediglich 254 Wattstunden pro Kilogramm. Schon ein einfaches Ersetzen der momentan von Tesla verwendeten Zellen mit diesen Festkörperbatterien bei Serienreife könnte der Firma helfen, von einem Batteriepaket von 100 Kilowattstunden auf ein Modell mit 118 Kilowattstunden zu kommen – das entspricht nahezu einer Verdopplung der Verbesserung, die Teslas neue P100D gegenüber ihrem vorhergehenden Design erreicht hat.

Einige glauben, dass solche Strategien dabei helfen können, sichere Batterien mit genug Ladung zu entwickeln, um mit Benzinmotoren konkurrieren zu können. Donald Sadoway, Materialwissenschaftler am MIT, sagt, dass das Erreichen solcher hohen Energiedichten der Schlüssel zur weit verbreiteten Annahme von Elektroautos ist. Er ist überzeugt:„Wenn wir Batterien mit 350 Wattstunden pro Kilogramm hätten, hätten wir Elektroautos mit einer Reichweite von 560 Kilometer. Für das Benzin würde das das Ende bedeuten“.

Natrium als Alternative

Indes wird es nicht möglich sein, Festkörperbatterien weiter mit Lithium-Elektroden zu nutzen, da das seltene Vorkommen dieses Metalls dazu führt, dass es mit hohen finanziellen und ökologischen Kosten verbunden ist – besonders im Vergleich zu kohlenstoffbasierten Elektroden. Zwei potenzielle Alternativen sind Natrium-Ionen- oder vielleicht auch Natrium-Metall-basierte Batterien, die eine höhere Energiedichte als Lithium-Ionen-Batterien aufweisen.

Ein Prototyp einer solchen Batterie zeigte eine Energiedichte von 650 Wattstunden pro Kilogramm, was eine Reichweite eines Elektroautos von 1050 Kilometer mit einer einzigen Ladung bedeutet – mehr als das Doppelte dessen, was die aktuelle Generation von Lithium-Ionen-Batterien anbietet. Natrium ist viel ergiebiger als Lithium, und sein Salz (Natrium-Karbonat) ist zehnmal günstiger als das entsprechende Lithiumsalz.

Da die Kosten der Elektroden und Elektrolyte über 50 Prozent der Gesamtkosten einer typischen Zelle ausmachen, haben Batterien, die natriumbasierte Reaktionen nutzen, in dieser Hinsicht einen klaren Vorteil. Natrium-Ionen-Batterien können zudem vollständig entladen werden, ohne dass die aktiven Materialien Schaden nehmen, und ohne das eine Gefahr besteht – im Gegensatz zu Lithium-Ionen-Batterien, die Feuer fangen können, wenn sie ohne Ladung gelagert werden.

Mit diesen Entwicklungen in der Technologie von Festkörper-Lithium und Natrium können wir Batterien für Elektroautos entwickeln, die eine höhere Energiedichte und geringer Kosten aufweisen als diejenigen, die kürzlich von Tesla vorgestellt wurden. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Batterien notwendigerweise in allen Elektroautos verwendet werden.

Eine andere Strategie wäre, mehr Aufwand in die Bemühungen zu investieren, das Gewicht der Autos zu reduzieren, etwa durch die Verwendung von Kohlenfaserverbundstoffen, sodass sie mehr Batterien mitführen können. Dies könnte unter Umständen zu einer Reichweite von mehr als 560 Kilometer mit einer einzigen Ladung führen, ohne dass eine neue Art Batterie benötigt wird. Aber wie auch immer die Innovation schließlich aussieht, Tesla und andere Hersteller brauchen noch einen finalen Vorsprung, um dem durchschnittlichen Autofahrer das Elektroauto selbst noch etwas näher zu bringen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Tesla Motors“ by Sam Felder (CC BY-SA 2.0)


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Fliegen muss wieder bewusster als Privileg wahrgenommen werden

man(image by gratisography.com[CC0 Public Domain] via Pexels)

In den vergangenen vier Monaten habe ich 30.228 Kilometer* (*= per Luftlinie, laut entfernung.org) in Flugzeugen zurückgelegt. Meine Reisen umfassten Städte wie Paris und Moskau, das westsibirische Tyumen, die Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf, mein geliebtes München, Amsterdam und Exoten wie San Francisco und Belgrad. Vor acht Jahren bin ich das erste Mal geflogen und es ist immer noch aufregend für mich, so zu reisen (und der Millennial in mir freut sich, es sich überhaupt leisten zu können).

Mein erster Flug war von Venedig nach Berlin und zurück, während der Ferien meines Auslandssemesters – und das für zusammen gerade mal 58 Euro. Fliegen ist inzwischen ein fast schon alltägliches Massenphänomen geworden, was auch an den niedrigen Preisen liegt. Auch heutzutage zahlt man meist weit unter 100 Euro für Flugreisen in Europa. Dadurch ist die sogenannte „Generation easyJet“ entstanden, mit Auswirkungen auf Städte wie Berlin und vermeintlicher Gestaltungsmacht (was rückblickend zu diskutieren sein wird).

Mit den Flugpreisen sanken auch das Niveau und der Stil beim Fliegen

Der Trend zum billigeren Reisen nimmt zu, selbst Marken wie die Lufthansa nehmen sich an den Billigfliegern ein Vorbild. Nichtsdestotrotz stehen uns spannende Evolutionsschritte der Luftfahrt bevor, wie Nils-Viktor Sorge in einem Ranking an Alternativen für die Luftfahrt auflistet. Weniger spannend ist die Entwicklung des Reisens selbst, denn es hat definitiv an Stil verloren. Die Anfänge kommerzieller Flugreisen wirken in Filmen wie „Catch me if you can“ oder der Fernsehserie „Mad Men“ wesentlich stilvoller.

Christopher Muther vom Boston Globe verglich das Fliegen in den 1960er und 1970er Jahren mit Cocktailpartys, für die sich die Fluggäste sogar passend kleideten. Und auch wenn ich als jemand, der gerne ein Hemd mit einem Hoodie kombiniert, sicher keine Stilikone bin, ist mir auf den vergangenen Reisen stark aufgefallen, wie unglamourös Flugreisen geworden sind. Für mein Nackenstützkissen schäme ich mich nicht, dazu hat es sich als zu wertvoll erwiesen, aber manche Menschen lassen sich auf Flügen regelrecht gehen.

Einige Fluggäste quetschen sich in die viel zu kleinen Sitze der Economy Class, um zu schlafen, wie sie es am bequemsten finden – ohne Rücksicht auf die Menschen neben oder hinter ihnen, geschweige denn die Konstruktion ihres Sitzes. Genau die Menschen, die während des Flugs ihre Schuhe ausziehen oder den ganzen Flug über das Licht und die Unheil bringende Lüftung anlassen. Und man muss fast schon hoffen, dass Menschen sich für Flüge nicht mehr bewusst anziehen. Den Pyjama von neulich möchte ich gerne als Versehen abtun können.

Menschen reagieren auf den Raum, in dem sie sich befinden

Bevor ich aber mit meinen 31 Jahren noch mehr nach einem zornigen alten Mann wie Harald Martenstein klinge, folgt der Versuch, einen Rückschluss aus den eigenen Beobachtungen ziehen zu können: in allen Beförderungsklassen sollte mehr Platz zur Verfügung gestellt werden, damit Menschen sich nicht so wie im Absatz zuvor beschrieben benehmen müssen, um einen längeren Flug ertragen zu können (und bevor ich es vergesse, sollte noch festgehalten werden, dass es sowieso kostenlose Internetverbindungen auf allen Flügen braucht).

Es gibt eine Wechselbeziehung zwischen den Menschen und dem physischen Raum, in dem sie sich befinden. Wie ein Raum gestaltet ist, hat Einfluss auf das Verhalten der Menschen, die sich darin befinden. Der Raum definiert den Handlungsrahmen, in dem Menschen interagieren können. Wie Menschen sich in Flugzeugen benehmen, den Flug an sich wertschätzen, hat etwas mit dem Platz zu tun, der ihnen zur Verfügung gestellt wird. Dies sollten die Designer von Flugzeugkabinen zu unser aller Wohl bedenken.

Die Raumkonstitution ist aber ein sehr komplexer Prozess, wie es Nina Baur auf dem Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie formuliert. Denn neben der Gestaltung des Raumes, spielt auch unsere Wahrnehmung eine Rolle und wie wir ihn nutzen. „Menschen machen sich den Raum zu Eigen, wobei sie das zweifach tun – sie eignen sich im Rahmen der Sozialisation durch Raumpraktiken spezifische Raumvorstellungen an (…) und sie eignen sich den Raum dann noch einmal in der konkreten Interaktionssituation an“, wie Baur schreibt.

Wir sollten Fliegen wieder wertschätzen!

Bei der Raumproduktion sind die Designer gefragt. Wir Fluggäste können unseren Teil bei der Raumaneignung und –nutzung leisten, damit Fliegen wieder angenehmer und auch etwas stilvoller wird. Ich freue mich auch über niedrige Preise, aber innerhalb Deutschlands sollte man schon aufgrund des Umweltschutzes lieber mit der Bahn oder dem Fernbus statt mit dem Flugzeug reisen. Dies kann auch einmal länger dauern, aber gerade Bahnfahrten können produktiver und erholsamer sein. Vor allem, wenn das angebotene WLAN auch funktioniert.

Muthers Vergleich mit der Cocktailparty scheint nach heutigen Vorstellungen eher etwas antiquiert, aber sich etwas umsichtiger (sowohl in der Kleiderwahl als auch im Benehmen) und kommunikativer (aber bitte nach diesem Entwurf von Kristen Berman und Dan Ariely, wie man auf einer Dinnerparty mit Gästen reden sollte), auf einer Flugreise zu benehmen, kann nicht schaden. Die niedrigen Preise sollten uns nicht vergessen lassen, welch Privileg es heutzutage für viele Menschen ist, fliegen zu können.

Gleiches gilt für den Kundenservice von easyJet, der mehr sein sollte als der Handlanger der Finanzabteilung. Etwas mehr Kulanz würde dem Unternehmen, mit dem ich nach drei Vorfällen in den letzten vier Monaten aus Prinzip nicht mehr fliege, gut tun. Und an alle, die jemals vor mir im Flugzeug sitzen: Bitte fragt vorher nach, ob es für mich in Ordnung ist, dass ihr eure Rückenlehne nach hinten klappt. Vielleicht möchte ich vorher meinen Laptop oder Tomatensaft an mich nehmen, damit ihr dies ohne negative Folgen für mich tun könnt.
Vielen Dank.


Image „Flug“ by gratisography.com (CC0 Public Domain)


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Oliver Korittkes Kampf für mehr Sneaker in der Gesellschaft

Schuh Reveal

Als President of Sneakers erkennt Oliver Korittke das gesellschaftliche Problem der Untersneakerisierung, das hauptsächlich in Büros oder vornehmen Wohnvierteln anzutreffen ist. Sneaker passen auch zu Anzügen und sind doch außerdem viel gemütlicher. Lässige Sneaker können den Opfern des Anzugmainstreams im Arbeitsalltag wieder ihre Individualität zurückgeben. Daher kommt er zu dem Entschluss, dass nur er die Untersneakerisierung beenden kann und einen Sneaker designen muss, den auch diese Randgruppen der Bevölkerung tragen.

Was beim Designen von Sneakers am wichtigsten ist, lässt sich Oliver Korittke von einem Fachmann erklären und lernt so die Grundregeln, auf die es ankommt, wenn man den perfekten Sneaker herstellen möchte. All das aufgesaugte Wissen wird Korittke in seine ganz eigene Kollektion einfließen lassen. Insgesamt sollen es 6 herausragende Sneaker werden, die alle Gruppen der Gesellschaft beglücken sollen.

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Der Steve Jobs der Sneakerpräsentationen

In der Präsentation seiner Sneaker-Kollektion hat sich Oliver Korittke ein Beispiel an Apple und vor allem einer Person genommen. Souveräne Bühnenauftritte und Vorstellungen neuer Produkte vor Hunderten Zuschauern und Millionenpublikum über Livestream und das stehts in seinen Sneakers. Die Rede ist natürlich von Steve Jobs. Als ehemaliger CEO des wertvollsten Konzerns der Welt hat auch Jobs das Problem der Untersneakerisierung erkannt.

Oliver Korittkes Kollektion ist in zwei Sneaker Designs unterteilt – Drei Paar Performance-Sneakers und drei Paar Classic-Sneakers. Wer auch gegen die Untersneakerisierung handeln möchte und scharf auf neue stylische Sneakers ist, der findet die Kollektion des President of Sneakers exklusiv bei Deichmann. Dort sind sie seit dem 01.06.2016 zu erwerben. Werdet Teil der Bewegung und bringt der Gesellschaft mehr Sneaker!

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Sorgenkind Twitter: Sie haben sich stets bemüht

Twitter (adapted) (Image by Pete Simon [CC BY 2.0] via Flickr)

Neue Funktionen, neues Design, vielleicht sogar das Ende von @-Replies und Hashtags? Twitter will mit radikalen Änderungen Nutzer gewinnen. „Twitter weiß genau, was ich mag und für was ich mich interessiere. Offensichtlich durch das, was ich tweete, aber vor allem auch dadurch, wem ich folge„, schreibt Technologie-Analyst Ben Thompson. Doch bis zu einer hochgradig individualisierten Timeline braucht es langen Atem. Die Einstiegshürden sind hoch: Was heißt RT? Was ist ein @-Reply? Wem soll ich überhaupt folgen? Das scheint für Twitter zum Problem zu werden, denn das Nutzerwachstum schwächelt, viele Accounts verwaisen. Jetzt will Twitter dagegen steuern.

Etwa 70 bis 80 Prozent der Menschen, die sich bei Twitter anmelden, springen im Laufe der Zeit wieder ab. Nur etwa 3 Prozent der Menschen, die sich jemals bei Twitter im deutschsprachigen Raum angemeldet haben, sind heute noch täglich als Schreiber aktiv„, schreibt Holger Schmidt auf seinem Blog Netzökonom.

Dieser Unfähigkeit, angemeldete User dauerhaft an den Dienst zu binden, hat auch mit der grundsätzlichen Struktur zu tun: Twitter ist per se eine asymmetrische Plattform. Man folgt jemandem, ohne dass diese Person zurück folgen muss. Jede Aktivität muss als erstes von den Nutzern ausgehen. Beim symmetrischen Facebook ist das anders: Eine Freundschaft wird von beiden Parteien bestätigt. Als Neuling kann man also auch warten, bis Freunde und Bekannte den „Freundschaftsanfrage“-Button klicken.

Twitter ist als Werkzeug umso besser, je individueller und auf die eigenen Interessen zugeschnitten die Timeline ist. Das ist ganz Sinne der Werbepartner, die so am zielgerichtesten ihre „Sponsored Tweets“ schalten können. Das Problem: Viele Neuanmelder kommen gar nicht bis zum dem Punkt, an dem der Mehrwert von Twitter den Aufwand, sich den eigenen Stream zusammenzustellen, rechtfertigt.

In einer Umfrage hat die Deutsche Bank versucht, 270 Twitter-Nutzer und solche, die den Dienst wieder aufgegeben haben, zu verstehen. Das Ergebnis: Vielen ist der Dienst zu kompliziert, relevante Themen zu schwierig zu finden.

Doch es ist nicht so, als ob Twitter seinem Verderben zusehen würde – im Gegenteil. Das Unternehmen aus San Francisco ist hochaktiv und bringt immer wieder neue Features: Antworten auf Tweets werden schon seit einigen Monaten mit der Originalnachricht mit einem blauen Strich verbunden, ein „Entdecken“-Tab soll es leichter machen, andere Accounts zu finden. Im Februar wurde bekannt, dass Twitter an einem Redesign der Profilseiten arbeitet, das stark an Facebook erinnert. Fotos und Videos können mittlerweile direkt in den Stream eingebunden werden und müssen nicht mehr über einen Klick auf einen Link geöffnet werden. Ende März wurde bekannt, dass User bis zu zehn Fotos in einem Tweet hochladen und Leute darauf taggen können – beides ohne, dass die 140 Zeichen in Anspruch genommen werden. Jetzt gibt es Gerüchte, dass Twitter sogar erwägt, die @-Replies bei Antworten auf Tweets zu entfernen. Buzzfeed wurde dazu ein Screenshot einer Android Alpha Testgruppe zugespielt, in deren App genau diese @-Replies fehlen.

Das Ziel: Die Nachrichten sollen besser sortiert werden, neue Nutzer leichter an die Plattform herangeführt werden. Und zwar dadurch, dass man Twitter dem anpasst, was Nutzer schon kennen: Facebook. Der Techblog Readwrite wirft Twitter vor, mit den Neuerungen der „Fear of Missing Out“ zu unterliegen, also der Angst etwas zu verpassen. In einem anderen Beitrag bezeichnet ReadWrite Twitter sogar als Copycat von Facebook, ein Begriff der in Deutschland vor allem im Zusammenhang mit StudiVZ als Nachmacher-Plattform von Facebook verwendet wird. Aber nicht vergessen: Auch Facebook hat Dinge von Twitter übernommen und zwar genau diese @-Replies und Hashtags, die Twitter angeblich abschaffen will.

Gibt es auch gute Nachrichten? Auch wenn das Nutzerwachstum langsamer wird, die Monetarisierung von Twitter nimmt Fahrt auf. Im vierten Quartal 2013 konnte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahresquartal die Einnahmen verdoppeln: 242,6 Millionen US-Dollar flossen zwischen Oktober und Dezember in die Kassen. Im gesamten Jahr betrug der Umsatz 665 Millionen US-Dollar. Für 2014 erwartet Twitter eine Verdopplung des Umsatzes – die wird es aber nur geben, wenn weiterhin neue Nutzer den Dienst verwenden. Allerdings macht Twitter weiterhin keinen Gewinn: Im vierten Quartal 2013 betrug der Verlust 511 US-Dollar. Der Aktienkurs liegt dieser Tage im Bereich des Ausgabekurses von knapp 45 US-Dollar. Zum Vergleich: Facebook hatte im vierten Quartal 2013 einen Gewinn von 528 Millionen Dollar, der Umsatz betrug 2,6 Milliarden US-Dollar.

Viele Reaktionen auf die Veränderungen bei Twitter sind skeptisch – gerade bei aktiven Twitter-Nutzern. Doch wenn die Aktiengesellschaft Twitter aus der Verlustzone kommen will, müssen die Werbeeinnahmen immens gesteigert werden. Und das kann nur über die Masse von Usern passieren: Neuanmeldungen oder reaktivierte Accounts. Wenn also Nutzer angeben, Twitter sei ihnen zu kompliziert oder zu unübersichtlich, ist es nachvollziehbar, dass Twitter an diesen Stellschrauben dreht. Die entscheidende Frage: Verwäscht Twitter mit den Veränderungen seine Einzigartigkeit oder macht Twitter nur das, was (neue) Nutzer wollen?


Image (adapted) „Twitter“ by petesimon (CC BY 2.0)


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Senkrecht ist Trend: Was man bei vertikalen Videos beachten muss

2nd VFF 2016 (Screenshot by Vertical Film Festival)

Während sie durch die Hügel über Otta wanderten – eine Stadt in Norwegen mit 1700 Einwohnern, die ungefähr vier Stunden von Oslo entfernt liegt – stellte ein Team des norwegischen Senders NRK fest, dass sie einen neuen Ansatz brauchen, um den Ausblick für ihre aktuelle interaktive Dokumentation zu filmen.

Als Teil der unternehmensweiten Mühen zur Verbesserung der mobilen Strategien wurde die Dokumentation, die davon handelt, wie Otta sich an das Flüchtlingszentrum anpasst, das in einem verlassenen Hotel eröffnet wurde, einfach vertikal gefilmt. Dafür wurde die Kamera um 90 Grad zur Seite gedreht. Mitarbeiter konstruierten einen speziellen Griff, um die Kamera stabil seitwärts zu halten.

Wenn du hoch in die norwegischen Berge gehst, ist es wunderschön und du bist daran gewöhnt die Landschaft vertikal zu sehen, erzählte mir Projektleiter Kim Jansson von NRK.Man muss seine Art zu Denken anpassen. ‘OK, wir müssen die linke und die rechte Seite abschneiden, was können wir noch tun, damit es vertikal funktioniert?‘ Wir haben Bäume benutzt, um den Leuten Höhe und Weite zu demonstrieren: Wie hoch die Berge sind, wie hoch die Häuser sind, erläuterte er. Du bekommst eine andere Sicht. Man muss nur seine Denkrichtung ein wenig ändern, um die Möglichkeiten zu sehen, die man mit horizontalen Filmen nicht hat.

Mit der zunehmenden Nutzung von Mobilgeräten wenden sich Nachrichtenagenturen, besonders solche, die auf Snapchat Discover veröffentlichen, ebenso dem vertikalen Video zu, um ihre Inhalte für Smartphone-Bildschirme zu optimieren – einem Format, das früher oft verspottet wurde.

Laut der Analystin Mary Meeker nutzen User vertikale Geräte zu fast 30 %, 2010 waren es noch 5% der Anwenderfälle. Und mehr als 7 Milliarden Videos werden täglich auf Snapchat angesehen, das speziell für die vertikale Nutzung konzipiert wurde.

Aber wenngleich Nachrichtenagenturen, von National Geographic über Mashable bis hin zu Vox vertikale Videos herstellen, gibt es noch immer keine Einigkeit darüber, wie sie am besten produziert werden sollten. Manche Organisationen wie NRK haben sich entschieden, die Kamera direkt zu drehen und vertikal zu filmen, während andere lieber auf die traditionelle Art filmen und im Anschluss das Material an einen vertikalen Bildschirm anpassen.

Neben der Tatsache, dass vertikales Filmen häufig einfache logistische Probleme mit sich bringt (wie sichert man am besten eine Kamera seitwärts auf einem Stativ?), zwingt die unorthodoxe Orientierung die Produzenten dazu, ihre Kompositionen und Techniken zu ändern, unabhängig davon, wie das Video gefilmt wird.

“Für jeden, der versucht, mit einer traditionellen Kamera ein vertikales Video zu erstellen, hat das System gewisse Stolperfallen”, sagte Adam Sébire, Mitbegründer des Vertical Film Festivals in Australien, das einen Leitfaden zum Filmen von vertikalen Videos veröffentlicht hat.

Neben der Herstellung des Videos kann auch seine Präsentation eine Herausforderung bedeuten. Der Videoplayer von NRK konnte keine vertikalen Videos abspielen, daher mussten die Entwickler für den Film über Flüchtlinge einen neuen entwickeln. YouTube hat erst im letzten Sommer seine Smartphone-App aktualisiert, sodass es jetzt möglich ist, vertikale Videos auf dem ganzen Bildschirm zu sehen.

Snapchats problemlose Handhabung vertikaler Videos ist einer der Gründe, warum sich Publisher immer mehr auf die Plattform konzentrieren. National Geographic war einer der ersten Publisher auf Snapchat Discover, aber erst seit letztem September werden ausnahmslos alle Videos vertikal präsentiert, meint James Williams, der beim national Geographic für digitale Videos verantwoortlich ist.

Der National Geographic hat horizontale Videos für Snapchat wiederverwendet, filmt aber einige Videos auch vertikal, beispielsweise die ganz alltägliche Quizsendung. Nachdem Williams über die geistige Blockade, “ein Video so zu filmen, wie meine Mutter ihren Hund im Garten filmt”, hinweg war, musste das Digital-Team herausfinden, wie es vertikale Geschichten am besten umsetzen sollte.

Wenn man in seiner Karriere fortschreitet, gewöhnt man sich daran, in bestimmten Maßen zu kommunizieren, erklärte Williams.Man lernt, wie man den Platz am effektivsten nutzt, was die Kompositionen angeht, oder wie man ein Subjekt im Fokus richtig platziert. Plötzlich die Seiten abzuschneiden und ganz neu darüber nachzudenken, wie du Dinge gestaltest – das war für mich die größte Herausforderung. Es gab eine Phase des Experimentierens und dann das Gefühl von Erleichterung, dass wir auch in neuen Dimensionen großartige Geschichten erzählen können.

Für die vertikal gefilmten Videos montiert National Geographic die Kamera seitlich, doch es gibt keine Möglichkeit, das Video zuzuschneiden oder seine Dimensionen zu verändern. Während ein horizontal gefilmtes Video, das vertikal zugeschnitten wird, auf verschiedene Arten genutzt werden kann.“Man ist festgelegt”, sagt Williams.

Mashable hat sich entschieden, dass es am einfachsten ist, horizontal zu filmen. Als sie bei Snapchat Discover anfingen, versuchte Mashable mit einer Handykamera und mit einer auf die Seite gedrehten DSLR Kamera zu filmen. Später entschieden sie alle, ihre Videos mit einer horizontal orientierten Kamera zu filmen, sagt der Direktor von Mashable, Jeff Petriello.

“Bezüglich der Qualität und damit der Inhalt in so vielen Formen wie möglich weiterlebt, hat es sich als effizient erwiesen, mindestens mit einer 4K Kamera horizontal zu filmen”, sagt er.

Petriello schätzt, dass nur ein Drittel der vertikalen Inhalte, die Mashable gestaltet, wirklich eine Kamera benötigt. Der Rest wird durch Animation und Design mit Programmen wie Adobe After Effects kreiert.

Vox nutzt für seinen Snapchat Discover Kanal ebenso größtenteils Animationen. Und Yvonne Leow, Chefredakteurin bei Snapchat von Vox, sagt, man hätte “mehr oder weniger dazu gelernt”, während die Vox-Designer den besten Weg ausknobelten, um Grafiken und andere Visualisierungen für den vertikalen Bildschirm zu erschaffen.

Wenn Livevideos auf Snapchat Discover genutzt werden, filmt Vox in der Horizontalen. Beim Filmen eines Interviews im Studio setzt der Kameramann die Person so in das Zentrum des Bildes, dass das Video einfach an das vertikale Bildformat angepasst werden kann.

Vox legt zudem Grafiken über seine Interviews. Bei einer auf das Zentrum fixierten Aufnahme ist es möglich, diese der finalen vertikal orientierten Version anzupassen.

Die New York Times nutzte diesen Ansatz im letzten Jahr, als sie ein Video über die Zusammenarbeit von Justin Bieber, Skrillex und Diplo produzierte. Sie machten drei verschiedene Versionen des Videos – eine in 16:9 für ihren eigenen Player und YouTube, 3:4 für Tablets und 9:16 für eine vertikale Orientierung auf Handys – und passten die Grafiken jeder der Versionen an.

Die beste Art der Darstellung vertikaler Videos auf einem Bildschirm herauszufinden, wenn es kein Handydisplay ist, erfordert ein wenig Einfallsreichtum.

Mashable hat ein paar vertikale Videos außerhalb von Snapchat Discover veröffentlicht. Wenn diese auf einem regulären Bildschirm angesehen werden, sind sie in die linke Spalte der Story eingebunden.

Für sein interaktives Video über die Flüchtlinge zeigte NRK große Zitate neben den Videobildern. Der Sender schätzt aber, dass etwa 66% der Zuschauer das Video auf ihrem Handy angesehen haben. Die interaktive Geschichte war eine der am häufigsten gesehen Berichte des Jahres 2015, obwohl sie erst in der letzten Dezemberwoche veröffentlicht wurde.

Janssons Team wird sich diesen Monat wieder nach draußen begeben, um seine nächste vertikale Dokumentation zu drehen. Dieses Mal wird es versuchen, mehr Bewegungen in das Video zu bringen.

Im letzten Video ist nicht viel passiert, sagt er. Wir werden sehen ob es möglich ist, dieses Mal ein bisschen bessere Arbeit zu leisten. Aber wir machen mehr oder weniger die gleiche Sache. Wir haben es bis jetzt erst einmal durchgezogen und brauchen mehr Übung.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “NiemanLab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image “Vertical Film Festival” (screenshot) by Vertical Film Festival


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Kommunikation zwischen Technologie und Philosophie

communication (image by Peggy_Marco [CC0] via pixabay)

Philosophie erscheint uns oft als abstrakte und abseitige Disziplin, besonders im Vergleich zur praktischen Technologie in unserem alltäglichen Leben. Es gibt aber einiges, was die Technologie von der Philosophie lernen kann – und auch umgekehrt.

Die Software wird normalerweise im Hinblick auf den Kommunikationsnutzen konzipiert – egal, ob es dabei um die Kommunikation innerhalb einer Software geht oder es sich um eine Software handelt, die Kommunikation zwischen Menschen ermöglicht. Kommunikation ist jedoch viel mehr als der bloße Austausch von Informationen. Menschen sprechen oder schreiben aus einer Vielzahl von Gründen, oft auch einfach nur, um in Verbindung zu bleiben oder der Freundschaft wegen.

Die Geschichte der Philosophie und der Psychologie ist voller Versuche, die menschliche Motivation auf ein ultimatives Antriebsprinzip zu reduzieren – sei es Überleben, Sex, Macht, Streben oder Befriedigung. Ähnliche Herangehensweisen finden sich bei der Kommunikation: der englische Philosoph John Locke erörterte im 16. Jahrhundert, dass wir kommunizieren, um Informationen über den jeweils anderen zu erhalten und gleichzeitig dabei unser Verlangen befriedigen.

Die Ansichten Lockes sind auch heute im Bezug auf die Konzeption von Informations- und Kommunikationstechnologie weiterhin aktuell. Es wäre allerdings besser für uns, wenn wir diese und andere verkürzte Sichtweisen mit einer pluralistischeren Sicht auf die Dinge, die wir tun, ersetzen würden. Möglicherweise sollten Philosophen dem menschlichen Verhalten eine größere Aufmerksamkeit schenken.

Wie wir kommunizieren ist ebenso wichtig wie das Warum

Die Kommunikationstechnologie verfügt über das sehr menschliche Bedürfnis, gemocht und wertgeschätzt zu werden. Über die sozialen Medien liken, teilen und re-tweeten wir und kommentieren andere Menschen – Handlungen, die in erster Linie nicht zur Verbreitung von Informationen dienen. Selbstverständlich werden dabei wertvolle Daten abgegeben. Daten, die von Werbetreibenden nach Informationen durchsucht werden können. Es ist jedoch ein Fehler, Daten mit Informationen gleichzusetzen. Wenn ich einen Witz mache, habe ich normalerweise nicht vor, jeden über alles zu informieren, auch wenn ich versehentlich dabei alles Mögliche über meine Art des Humors preisgeben könnte.

Die gesamte Grußkartenindustrie wurde auf der Idee aufgebaut, dass wir oftmals Glückwünsche an besonderen Tagen ausdrücken, oder zumindest von uns erwartet wird, dass wir das tun. Der Sprachphilosoph Ludwig Wittgenstein lehrte uns, dass der öffentliche Ausdruck eines Bestrebens, eines Wunsches, eines Gefühls oder einer Überzeugung nicht unser geistiges Innenleben widerspiegelt. Deshalb kann die Aussage „diese App ist fehlerhaft, jedoch glaube ich nicht, dass sie fehlerhaft ist“ eine wahre sein, auch wenn sie sich paradox anhört.

Warum sollte all das für Entwickler, Hersteller und Nutzer von Technologien wichtig sein? Eine begrenzte Sicht dessen, warum wir kommunizieren, begrenzt zwangsläufig die Arten von Kommunikationstechnologien, die wir erschaffen. Interessanterweise sind viele der Dinge, für die wir Technologie einsetzen, Nebenprodukte der Projekte, für die sie eigentlich geschaffen wurden (beispielsweise entstand das Internet aus einem US-Verteidigungsprojekt, in dem nach Möglichkeiten für Netzwerkpakete gesucht wurde). Sobald wir unsere vorgefertigte Vorstellung davon, dass die Informationsübertragung ihr einziger Nutzen ist, außen vor lassen, werden die Möglichkeiten dessen, was wir erschaffen können, nahezu endlos.

Von Kommunikation zu Verständnis

Diese falsche Vorstellung von Kommunikation lässt sich auch auf unser Verständnis anwenden. Weder das Verständnis noch die Kommunikation können auf die einfache Ansammlung neuer Tatsachen reduziert werden. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Verstehen der Worte, die jemand gesprochen hat und dem Verstehen des Sprechers selbst – das „Warum“ muss ebenso verstanden werden wie das „Was“.

Wittgenstein sagte den berühmten Satz: „Wenn ein Löwe sprechen könnte, würden wir ihn nicht verstehen.“ Dies geschieht nicht aufgrund einer unüberwindbaren Sprachbarriere, sondern weil wir nicht wissen würden, worauf er mit seinen Worten hinaus möchte. Siri von Apple und Cortana von Microsoft, beide unterstützt durch Stimmaktivierungs- und Interaktionssoftware, machen sich die künstliche Intelligenz zu Nutze. Derartige Softwaresysteme entstammen der Hoffnung, eine Technologie erschaffen zu können, die uns verstehen kann und die von uns verstanden wird. Jedoch macht es keinen Sinn, zu fragen, ob solche Maschinen uns jetzt oder irgendwann verstehen könnten, ohne uns vorher selbst zu fragen, zu welchem Zweck wir diese Maschinen nutzen wollen. Warum sollten wir überhaupt mit ihnen kommunizieren wollen? Die Antwort, dass die Notwendigkeit bestünde, dass sie uns auch in entferntesten Dingen verstehen sollten, ist eher unwahrscheinlich. Ein guter Staubsauger muss nicht verstehen, warum ich eine höhere Saugkraft benötige, wenn ich den entsprechenden Knopf drücke. Das Gleiche trifft auf einen Kartenservice im Internet zu. Das Verstehen käme dem Nutzen nicht besonders entgegen.

Wir müssen uns selbst davon befreien, nach einer Kommunikation zu streben, die auf Informationsübertragung ausgerichtet ist, die Mensch und Maschine sich gegenseitig verstehen lassen wollen oder müssen. Die Art, in der wir die allgegenwärtige Kommunikationstechnologie konzipieren und nutzen, würde von einer Herangehensweise profitieren, die nicht von dieser unerkannten Annahme geleitet wird.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation„unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

The Conversation


Image „Communication“ by Peggy_Marco (CC0 Public Domain)


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Warum die Evolution klüger ist als wir dachten

IMG_0157.JPG (adapted) (Image by Darrell Rudmann [CC BY 2.0] via flickr)

Die Evolutionstheorie nach Charles Darwin bietet eine Erklärung dafür, warum biologische Organismen scheinbar so gut konzipiert sind, um auf unserem Planeten leben zu können. Dieser Prozess wird typischerweise als  “unintelligent” beschrieben – also basierend auf zufälligen Variationen ohne Ausrichtung. Doch trotz ihres Erfolges stellen sich einige dieser Theorie entgegen, da sie nicht glauben, dass lebendige Dinge sich Schritt für Schritt entwickeln können. Sie behaupten, dass etwas so komplexes wie das Auge eines Tieres schlichtweg das Produkt eines intelligenten Schöpfers sein muss.

Ich denke nicht, dass das Berufen auf eine übersinnliche Schöpfergestalt eine wissenschaftlich brauchbare Erklärung darstellen kann. Aber was ist mit einer Intelligenz, die nicht übersinnlich ist? Neueste Ergebnisse, die auf Computer-Modellen basieren, verbinden den Evolutionsprozess mit den Prinzipien des Lernens und intelligenter Problemlösung – ohne ein Mitwirken jeglicher höherer Kräfte. Dieser Umstand deutet an, dass, obwohl die Evolution zunächst “blind” mit ihrem Werk begonnen hatte, nach ein paar Milliarden Jahren um einige Erfahrung reicher geworden ist.

Was ist Intelligenz?

Intelligenz kann Einiges sein, aber manchmal ist es nicht viel mehr, als ein Problem von dem richtigen Standpunkt aus zu betrachten. Eine intelligente Lösung zu finden, kann einfach nur bedeuten, wahrzunehmen, dass etwas, was als gleichbleibend vermutet wurde, durchaus variierbar ist – so wie die Ausrichtung des Blattes im unteren Bild. Es kann genauso darum gehen, ein Problem mit den richtigen Bausteinen anzugehen.

Mit entsprechend guten Bausteinen (hier beispielsweise mit ein paar Dreiecken) ist es leicht, eine Kombination von Schritten (hier visualisiert durch Knicke) zu finden, die in der Lage ist, das Problem durch eine schrittweise Verbesserung (hier: jeder Knick deckt etwas mehr vom Bild ab) zu lösen. Aber mit schlechten Bausteinen (hier demnach: Knicke, die zu langen, dünnen Rechtecken werden) ist eine vollständige Lösung unmöglich.

Beim Menschen entsteht die Fähigkeit, ein Problem mit den entsprechend passenden Bausteinen anzugehen, durch die Erfahrung – weil wir lernen. Bisher haben wir geglaubt, dass Evolution, die auf natürlicher Selektion basiert, nicht lernen kann – sie kommt unerwartet und hämmert, ohne Rücksicht auf Verluste, mit einer Art “Hammer” auf alles drauf. Dabei können minimale Veränderungen entstehen, wenn sie sich als Vorteil herausstellen.

Die Evolution der Evolvierbarkeit

In der Computerwissenschaft benutzen wir Algorithmen, etwa wie solche, die die neuronalen Netze im Gehirn formen, um zu verstehen, wie Lernen funktioniert. Lernen ist an sich kein Hexenwerk: Maschinen können mit schrittweisen Algorithmen dazu gesteuert werden zu lernen. Solche erlernten Algorithmen sind ein nachvollziehbarer Part innerhalb der künstlichen Intelligenz. Zum Lernen in einem neuronalen Netz gehört das Anpassen der Verbindungen zwischen den Neuronen (diese können stärker oder schwächer sein) in die Richtung, die die Belohnungen möglichst groß ausfallen lässt. Mit den einfachen Methoden wie dieser ist es möglich, neuronale Netzwerke dazu zu programmieren, Probleme nicht nur zu lösen, sondern Lösungen in Laufe der Zeit zu verbessern

Aber was ist mit der Evolution – kann sie sich auch im Laufe der Zeit weiterentwickeln? Diese Idee ist bekannt als die Evolution der Evolvierbarkeit . Die Evolvierbarkeit, hier beschrieben als die Fähigkeit, sich zu entwickeln, hängt von der passenden Variation ab, Selektion und Vererbung. Dies sind die Eckpfeiler, mit Hilfe derer auch Darwin seine Theorie aufbaute. Interessanterweise können all diese Komponenten, durch eine bereits geschehene Entwicklung, verändert werden. Das bedeutet, dass vergangene Evolutionsstufen die Handlungsweise der zukünftigen Evolution beeinflussen kann.

Zum Beispiel kann die zufällige genetische Variation die Länge der Gliedmaßen eines Tieres verändern. Aber sie kann genauso Einfluss auf die vorderen und die hinteren Gliedmaßen haben, ob sie sich unabhängig oder in Korrelation miteinander verändern. Eben diese Veränderungen können die zukünftigen Bausteine der Evolution umwandeln. Wenn frühere Evolutionsstufen die Bausteine gut geformt haben, kann die Lösung neuer Probleme leichter erscheinen – zumindest leicht genug, um mit schrittweiser Verbesserung gelöst zu werden. Wenn sich beispielsweise Gliedmaßen so entwickelt haben, dass sie sich unabhängig voneinander verändert haben, erfordert die Entwicklung, einer veränderten Körpergröße, eine vielfache Veränderungen (auf jede Gliedmaße betreffend). Zwischenstadien kann es sogar noch schlechter treffen. Aber wenn Veränderungen miteinander korrelieren, dann könnten individuelle Veränderungen von Vorteil sein.

Die Idee der Evolution der Evolvierbarkeit ist schon seit einiger Zeit im Umlauf, aber die detaillierte Anwendung der Lerntheorie stellt erst den Anfang dar, um diesem Bereich die notwendige theoretische Grundlage zu geben.

Unsere Arbeit zeigt, dass die Evolution der regulierenden Verbindungen zwischen Genen, die bestimmt, wie Gene sich auf unsere Zellen auswirken , die gleichen Lernfähigkeiten besitzen wie die neuronalen Netze. Anders ausgedrückt, die genetischen Netze entwickeln sich so, wie die neuronalen Netze lernen. Während Verbindungen sich in den neuronale Netzen insoweit verändern, dass sich die Belohnung maximiert, wird durch die natürliche Selektion in der genetischen Verbindung die Kondition verstärkt. Die Fähigkeit zu lernen ist an sich nicht etwas, das entwickelt werden muss – es ist ein unweigerliches Produkt einer zufälligen Variation und Selektion, wenn an den entsprechenden Verbindungen gearbeitet wird.

Das spannende an dieser Schlussfolgerung ist hierbei, dass Evolution sich ebenfalls zum besseren entwickeln kann , und zwar in der exakt gleichen Weise, wie das neuronale Netzwerk lernt, die Probleme besser zu lösen: durch die Erfahrung. Der intelligente Teil ist nicht explizit das “Denken im Voraus” (oder irgendetwas anderes Undarwinistisches) – es ist die Evolution der Verbindungen, die es erlaubt, neue Probleme zu lösen, ohne vorauszuschauen.

Wenn sich ein evolutionärer Prozess, der als besonders schwierig empfunden wurde (wie etwa das Design und die Herstellung eines Auges), doch durch eine zunehmende Verbesserung möglich wird, kann nicht angenommen werden, dass eine “stumpfe” Evolution hierfür ausreicht. Im Gegenteil, es sollte erkannt werden, dass die Evolution durch das Finden von Bausteinen, die das Problem einfacher aussehen lassen, einen intelligenten Schritt gemacht hat.

Interessanterweise hat Alfred Russel Wallace (er schlug eine Theorie natürlicher Selektion, beinahe zeitgleich zu Darwins Theorie, vor) später den Fachbegriff “intelligente Evolution” dazu genutzt, um für die göttliche Intervention in der Zeitschiene des Evolutionsprozesses zu argumentieren. Wenn die formelle Verbindung zwischen Lernen und Evolution weiter ausgebaut wird, könnte der gleiche Begriff demnächst vielleicht dafür genutzt werden, das genaue Gegenteil zu implizieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

The Conversation


Image (adapted) „IMG_0157.JPG“ by Darrell Rudmann (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 23. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um Sicherheitslücken bei EC-Kartenlesegeräten, das Smartphone als Passwort-Ersatz, ein neues Roboterauto, Roboter als Sprachtrainer und Whatsapp. Ergänzungen erwünscht.

  • SICHERHEITSLÜCKE SPIEGEL ONLINE: EC-Kartenleser: Hacker finden Sicherheitslücke bei der Zahlung mit Karte: Kriminelle haben wieder einmal die Möglichkeit sich kinderleicht zu bereichern, denn Sicherheitsforscher haben in Kartenlesesystemen Sicherheitslücken entdeckt. Es bedarf nicht vieler Handgriffe und die Diebe könnten sich einfach selbst Gutschriften ausstellen. Laut den Sicherheitsforschern sollen fast alle Bezahlterminals in Deutschland betroffen sein, also Hotelbetreiber, Tankstellen und Einzelhandelsgeschäfte. Doch auch die Betreiber haben eine Möglichkeit, sich vor diesen Angriffen zu schützen, sollten Hacker tatsächlich in der Lage sein die Bezahlterminals zu knacken.

  • PASSWORT-ERSATZ GWB: Smartphone als Sicherheits-Schlüssel: Google testet Login ohne Passwort: Ein Smartphone als Passwort-Ersatz? Es ist schwer sich etwas darunter vorzustellen, aber Google verfolgt damit einen ganz genauen Plan. Durch die vielen in Google-Accounts gespeicherten Nutzerinformationen, sollten die Daten besser gesichert sein, als durch ein bloßes Passwort. Nutzer testen derzeit den sicheren Login per Smartphone. Im Login-Feld wird die E-Mail-Adresse angegeben und der Nutzer muss anschließend die Frage beantworten, ob er tatsächlich versucht sich einzuloggen. Beantwortet der Nutzer mit JA, so läd sich die Seite neu und man ist eingeloggt. 

  • FORD DIE WELT: Autonomes Fahren: Ford und Google bauen gemeinsam ein Roboterauto: Google und Ford haben gemeinsame Pläne: Der Bau eines Roboterautos. Schon seit längerer Zeit arbeitet Google an seinen eigenen fahrerlosen Autos. Doch leider ist das Design der kleinen fahrenden Kugeln nicht ganz so umwerfend. Deshalb suchte Google nach einem Partner und so liefert das Unternehmen nun die Software und Ford die Hardware. Die Zusammenarbeit soll allerdings erst Anfang des nächsten Jahres im Rahmen der Consumer Electronics Show in Las Vegas bekannt gegeben werden.

  • SPRACHROBOTER n-tv.de: Sprachkurse für Einwandererkinder: Roboter sollen beim Deutschlernen helfen: Deutschlehrende Roboter für Einwandererkinder – eine etwas andere Art zu lehren und Wissenschaftler wollen jetzt wissen, ob das möglich ist. In den kommenden drei Jahren soll sich dann herausstellen, ob das Roboterkind “Nao” als Sprachtrainer für Vier- bis Fünfjährige geeignet ist. Der Sinn dahinter ist, dass Kitas es sich nicht großartig leisten können jedes einzelne Kind in einer Zweitsprache zu unterrichten. Der Roboter “Nao” könnte da Abhilfe schaffen.

  • WHATSAPP t3n: WhatsApp bekommt Videochat-Funktion: Interner Beta-Test soll schon laufen: Wie viele andere, entwickelt sich auch WhatsApp weiter und so heißt es, dass es womöglich bald eine Videochat-Funktion geben wird. Derzeit soll WhatsApp eine Beta-Version der Messaging-App testen. Doch wie soll diese Videochat-Funktion eigentlich aussehen? Der Chatpartner wird den größten Teil des Bildes einnehmen. In der unteren Leiste, befindet sich dann ein Button zum Auflegen, Stummschalten und zum Wechseln der Front- und Rückkamera. Man darf also gespannt sein, wann wir tatsächlich dieses neue Feature anwenden können.

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Das Smartphone ist tot, es lebe das Smartphone

Smartphone Evolution (adapted) (Image by Phil Roeder [CC BY 2.0] via Flickr)

 Smartphone hat stark dazu beigetragen eine digitale Revolution in Gang zu setzen, deren Ausgang es, zumindest in dieser Form, nicht mehr erleben wird. Heutzutage hat der Großteil der Gesellschaft ein Smartphone und ist damit nahezu immer und überall Online. Der technische Fortschritt wird allerdings die mobilen Endgeräte, wie wir sie heute kennen bald überholen. Den sogenannten Wearable Devices gehört die Zukunft, vorausgesetzt die Gesellschaft wandelt sich und stellt sich den Herausforderungen, die aus der mobilen Revolution erwachsen.

Ein typisches Smartphone zu beschreiben ist nicht schwer – ein flaches, rechteckiges Gerät mit abgerundeten Ecken und einem Touchscreen. In Zukunft wird dies allerdings deutlich schwerer, denn die technische Entwicklung geht immer stärker zu Wearable Devices. Smartwatches und Datenbrillen wie Google Glass sind dabei lediglich die ersten Vertreter ihrer Art. Künftig werden sie das Hauptkommunikationswerkzeug sein, über das wir Informationen beziehen und uns mit der Welt austauschen. Die verbleibende Rechenzentrale, die ohnehin immer kleiner wird, tragen wir dann irgendwo am Körper oder in der Kleidung, vorausgesetzt natürlich, dass das Problem der Stromversorgung gelöst wird.

Aus dieser Entwicklung erwachsen aber natürlich auch Probleme. Wie werden wir damit umgehen, dass wir immer online sind und unsere Privatsphäre durch uns umgebende vernetzte Menschen sich radikal verändert? Zunächst einmal müssen die Deutschen sich von dem Posten der Bedenkenträger lösen und den neuen Technologien aufgeschlossener gegenübertreten, wie Heike Scholz von Mobile­Zeitgeist in einem Interview mit Digitalmediawomen erläutert. Es ist nötig, dass diese Entwicklungen in einem gesellschaftlichen Diskurs offen behandelt werden und dadurch geklärt wird, was diese Technologien für den einzelnen aber auch die Gesellschaft bedeuten.

Die Entwicklung wird natürlich nicht von heute auf morgen von Statten gehen, aber sie ist bereits in vollem Gange. Sich ihr gegenüber zu sperren und das Digitale generell als schlecht abzulehnen hat also keinen Sinn mehr, es geht vielmehr darum die Entwicklung in eine allgemeinverträgliche Form zu führen.


Image (adapted) „Smartphone Evolution“ by Phil Roeder (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 19. November

In unseren Lesetipps geht es heute um VW, kostenloses WLAN in Regionalzügen, Shnups – ein neues Startup aus Berlin, das neue Design von Google+ und ein gescheitertes Kickstarter-Projekt. Ergänzungen erwünscht.

  • VOLKSWAGEN horizont: Abgas-Affäre: Volkswagen bittet US-Kunden um Geduld: Volkswagen bittet seine US-Verbraucher um noch etwas Geduld und um Entschuldigung. Da in L.A. gerade die Auto-Messe stattfindet, nutzt der Konzern die Chance eine Kampagne zu starten und veröffentlicht in 30 bekannten US-Zeitungen das Entschuldigungsschreiben. Außerdem benutzt Volkswagen auch digitale Banner und eine Microsite, um die Kunden zu erreichen. Der Sinn hinter dieser Kampagne ist unter anderem, seine Kunden vorerst zu beruhigen.

  • WLAN DIE WELT: Erster Regionalzug erhält kostenloses WLAN: WLAN in der ersten Klasse des ICE ist inzwischen keine Neuheit mehr. Die zweite Klasse wird vermutlich im nächsten Jahr damit ausgestattet werden. Jetzt probt die Deutsche Bahn auch in Regionalzügen erstmals kostenloses WLAN. Ein Problem stellt sich der geplanten Vernetzung allerdings in den Weg: Nicht überall auf den Strecken, gibt es Netz und außerdem haben die Wagen keine Steckdosen. Und doch blickt man der großräumigen Vernetzung optimistisch entgegen, sodass vielleicht in fünf Jahren ein nennenswerter Umfang an WLAN auch in den Regionalzügen erreicht werden kann.

  • SHNUPS Gründerszene: Ein digitales Sammelalbum für die wichtigsten Hashtags: Shnups, eine Seite, bei der eine Community die spannendsten und interessantesten Tweets, Videos, Posts oder Fotos zu einem Hashtag formt. Dieser Hashtag wird kurz erklärt und anschließend kann man all diese Inhalte gebündelt auf einer Themenseite wiederfinden. Das klingt zunächst etwas verwirrend aber das Startup aus Berlin hat sich etwas ganz besonderes dabei gedacht: Durch die vielen Plattformen, die es inzwischen gibt, gehen auch viele Inhalte unter, da sie kreuz und quer im Netz verteilt sind. Aber Shnups soll das jetzt ändern.

  • GOOGLE+ cnet: Google+ erhält neues Design: Ein Design, welches Collections und Community in den Vordergrund stellt – das ist der neueste Schritt, den Google+ gerade geht. Aber nicht nur das Design der Webseite wurde überarbeitet sondern auch das für die Apps für Android und iOS. Und scheinbar kommt das bei den Nutzern sehr gut an, denn den Communities sollen sich angeblich täglich 1,2 Millionen neue Nutzer anschließen. Auch die Collections Funktion wächst schneller. Allerdings heißt es, dass das neue Design von Google+ noch nicht alle Funktionen unterstützt.

  • ZANO-DROHNE t3n: Debakel für Zano-Drohne: Europas erfolgreichstes Kickstarter-Projekt ist endgültig gescheitert: Obwohl die Crowdfunding Kampagne für die Mini-Drohne Zano den Entwicklern Millionen eingebracht hat, ist das Kickstarter-Projekt gescheitert. Zano hätte bequem per Smartphone gesteuert werden und HD-Videos und Selfies aus der Luft aufnehmen sollen. Allerdings wurden nur knapp 600 der bestellen 15.000 Mini-Drohnen verschickt. Diejenigen, die in das Projekt investierten, werden anscheinend demnächst von einem Insolvenzverwalter kontaktiert. Das Scheitern ist allerdings sehr schade, denn Zano galt bisher als erfolgreichstes europäisches Kickstarter-Projekt.

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Tippst du noch oder schreibst du schon mit dem SYTH?

Notizen auf Papier im Handumdrehen digitalisieren – das schafft der Stift SYTH. Ein digitales Tool, das analoges Denken inspiriert. // von Maren Jentschke

SYTH-Stigt von Sungwhoon Cho

Dubai steht für Superlative in der Architektur, im Design und im technischen Fortschritt. Die Metropole ist damit der perfekte Ausstellungsort für Innovationen aller führenden Design-Schulen der Welt. Bei meinem Besuch der Globe Grade Show während der Dubai Design Week lässt besonders Sungwhoon Chos Stift SYTH mein Journalistenherz höher schlagen.

Handgeschriebene Notizen können dank dem SYTH direkt auf den Computer übertragen werden. Anhand einer ausgefeilten Technik wird die Schreibbewegung auf einer integrierten Speicherkarte im Stift registriert und kann dann später auch digital genutzt werden.

Auf analogem Weg das Digitale nutzen

Relativ unspektakulär erscheint der schwarze Stift auf den ersten Blick, der in der Ausstellung in seiner kreisförmigen Ladestation wartet. Er ist kaum größer und schwerer als ein herkömmlicher Kugelschreiber und liegt angenehm in der Hand. Sein Genie zeigt sich erst in der Benutzung: Er verwandelt jede fixe Idee auf einem Schmierzettel in eine digitale Notiz.

Zeichnungen, die man sonst umständlich am Computer erstellen müsste, können sekundenschnell mit dem Stift gemalt und ebenso schnell übertragen werden. Und nicht nur das: Die Software von SYTH erkennt personalisierte zeichengesteuerte Befehle. So kann beispielsweise ein gezeichnetes Dreieck bei der Übertragung auf den Computer als Befehl „Ordner-Erstellen“ übersetzt werden. Die handgeschriebenen Notizen können also schon in digitalen Denkschemata organisiert und später am Computer sofort genutzt werden.

Dem Absolventen des Royal College of Art in London war es wichtig, mit seiner Erfindung einen neuen Weg anzubieten, das Digitale zu nutzen – und das mit der ganz ursprünglichen Form der Ideensammlung: Einem Zettel und einem Stift.

Schreiben anstatt Tippen

Sungwhoon Cho ist Maschinenbauer und Business Manager – er bezeichnet sich selbst als vielseitigen Erfinder, der versucht, auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten unserer Gesellschaft einzugehen. Die größte Veränderung in der heutigen digitalen Welt ist, dass wir immer und überall Informationen speichern können. Anstatt unser Gehirn zu nutzen, verwenden wir intelligente Geräte, die in der Lage sind, eine enorme und für uns unvorstellbare Menge an Daten zu speichern.

Zu wissen, wo Informationen stehen, ist wichtiger als die Information selbst zu kennen. Der sogenannte „Google-Effekt“ oder die „digitale Demenz“ sind Ausdruck einer digitalen Gesellschaft, die – so paradox es klingen mag – vergessen hat zu erinnern.

Bewiesenermaßen lassen sich handschriftliche Notizen besser erinnern, als getippte. Das zeigt eine Studie der US-Psychologen Pam Mueller und Daniel Oppenheimer aus dem Jahr 2014. Man „schreibt“ den Gedanken bei handschriftlicher Notiz Buchstabe für Buchstabe in das Gedächtnis ein.

Auch lassen sich komplexere Zusammenhänge so besser gedanklich erfassen, da das Blatt Papier nach eigenen Maßstäben und Vorstellungen strukturiert werden kann. Die Denkarbeit wird damit nicht dem Computer sondern der eigenen Logik überlassen.

Wer schreibt und nicht tippt, übt nicht nur das Erinnerungsvermögen und eine korrekte Rechtschreibung, sondern fördert auch die Vorstellungskraft und Kreativität.

Eine Schnittstelle zwischen digitaler und analoger Welt

Der Stift SYTH besetzt eine interessante Schnittstelle zwischen der analogen und digitalen Welt und lässt sich wunderbar in den Alltag integrieren. Durch seine praktische Form und Größe passt er in jede Jackentasche und verwandelt Bushaltestellen oder Cafés in ein kleines Home-Office. Und das ohne Tablet, Netbook oder Smartphone, die sonst immer und überall zu sehen sind und meist nicht der Arbeit dienen sondern vielmehr von ihr ablenken.

Mit ein wenig mehr handfester Realität begegnet Sungwhoon Cho der digitalen Revolution und lässt wieder dem Notizblock den Vortritt. Unsere Gehirne werden es ihm danken.


Teaser & Image by Sungwhoon Cho


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Aus Berlin und anders: die Messenger-App Wire

Letzten Dezember startete in Berlin die Messenger-App Wire. Fast ein Jahr später hat sich viel getan, doch die Reise des Startups ist noch lange nicht zu Ende. // von Tobias Schwarz

Büro von Wire am Hackeschen Markt

Wire ist eine Messenger-App, die erst einmal alles kann, was auch andere Messenger ihren Nutzern anbieten: Kurznachrichten sind genauso möglich wie zu Telefonieren oder sich in einer Gruppe untereinander auszutauschen. Und doch ist Wire anders, denn es setzt auch auf Funktionen, die andere nicht anbieten und setzt Maßstäbe im Design und in der Sprachqualität, die man von einem Messenger in der Form nicht erwartet.

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5 Lesetipps für den 8. Oktober 2015

In unseren Lesetipps geht es heute um die New York Times, das neue Design von Medium, Safe Harbor, Nachrichten für die Zukunft und ein Journalist unter Anklage. Ergänzungen erwünscht.

  • NEW YORK TIMES Nieman Lab: 4 takeaways from The New York Times’ new digital strategy memo: Gestern hat die New York Times das ambitionierte Ziel ausgegeben, den Umsatz von 400 Millionen US-Dollar aus dem Jahr 2014 bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Der Geschäftsführer der Tageszeitung, Mark Thompson, hat zusammen mit anderen Führungskräften ein Memo veröffentlicht, das verrät, wie das gelingen soll. Joseph Lichterman hat daraus vier Lektionen extrahiert, die auch für andere Medien zukunftsweisend sein könnten.

  • MEDIUM The Next Web: Medium revamps on desktop and mobile, complete with logo redesign: Inzwischen sieht Facebooks Blogging-Funktion Notes aus wie Medium. Kein Wunder, denn Facebook hat das dafür verantwortliche Design-Team aufgekauft. Jetzt zieht Medium nach und ändert sein Design. Auf einer Veranstaltung in San Francisco hat Mediuem-Gründer Ev Williams das neue Design und einige neue Funktionen vorgestellt. Nutzer können beispielsweise jetzt untereinander kommunizieren, eine API gibt Verlegern neue Möglichkeiten Medium zu nutzen und die Blogging-Plattform hat seine mobilen Apps für iOS und Android verbessert.

  • SAFE HARBOR Digiday: What the EU’s safe harbor verdict means for platforms, brands… and you: Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshof vom Dienstag, dass das Datenschutzabkommen der Europäischen Kommission mit den USA, Safe Harbor, das Unternehmen ermöglicht, personenbezogene Daten in Übereinstimmung mit der europäischen Datenschutzrichtlinie aus einem Land der Europäischen Union in die USA zu übermitteln, keinen ausreichenden Schutz ermöglicht, ist ungewiss wie es weitergeht. Lucinda Southern listet die wichtigsten Fragen auf und versucht sie zu beantworten.

  • ZUKUNFT Vox: 7 messages to people 500 years in the future… and beyond: Die Zeit ist eine Barriere, die sich nur schwer überwinden lässt. Die Menschen im antiken Ägypten haben es beispielsweise mit den Pyramiden geschafft, auch noch heutzutage ein präsentes Zeichen gesetzt zu haben. Diese Motivation ist ungebrochen, wie eine interessante Auflistung von Phil Edwards zeigt. Auch heute noch gibt es Versuche, durch Erfindungen, Kunstprojekte und Statements eine Nachricht in die Zukunft zu schicken.

  • ANONYMOUS Ars Technica: Journalist linked to Anonymous found guilty of 3 federal counts of hacking: Dem US-amerikanischen Journalisten Matthew Keys drohen bis zu 25 Jahre Gefängnis für die vermeintliche Zusammenarbeit mit dem Hacker- und Aktivistenkollektiv Anonymous. Das FBI beschuldigt ihn, die Zugangsdaten zu einem Nachrichtennetzwerk preisgegeben zu haben, zu dem unter anderen die Los Angeles Times gehört, so dass Anonymous-Mitglieder Inhalte auf Webseiten ändern konnten. Laut Keys stimmt das aber nicht, denn zu der Zeit arbeitete er gar nicht mehr bei dem Unternehmen. Er vermutet, dass das FBI sch rächen will, weil der über Anonymous recherchierende Journalist nicht kooperieren wollte.

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Der Radiosender CPBN designt sich mit IDEO eine Zukunft

Radio Free Strawberry (adapted) (Image by Alan Levine [CC BY 2.0] via Flickr)

Öffentliche Radiosender schlagen sich mit Problemen herum, wie zum Beispiel mit der zunehmenden Veränderung wie Menschen Radio hören. Die Hörer haben bisher ihre Lieblingsprogramme per Livestream verfolgt, nun hören sie die Sendungen auf Abruf. Es kommen nun existentiellere Fragen dazu auf, wie die öffentlichen Sender, mit ihrer lange zurückliegenden Geschichte, ihr Verhältnis zu den Zuhörern umgestalten wollen.

Das ist ein großer, fundamentaler Wandel. Wenn man sich das ganze im lokalen Bereich anschaut, stellt man sich die Frage: Wie gehen die öffentlichen Medien mit den Veränderungen um? Das Connecticut Public Broadcasting Network (CPBN) griff all diese Fragen direkt auf, indem es seine komplette Organisation ausbesserte, von den Sendungen bis hin zur Bezahlung. CPBN plant, in den nächsten drei Jahren über 7 Millionen US-Dollar für die Neuaufstellung auszugeben. Dafür arbeitete man mit der Designfirma IDEO zusammen und erschuf ein sogenanntes Playbook.

Wir haben uns vorgenommen, zu überdenken, was wir sein könnten und was wir machen können, um in unsere Zukunft zu investieren”, sagte Dean Orton, Leiter der CPBN.

Nach außen hin ging es der CPBN recht gut. 2014 hatten sie per CPTV bis zu 750.000 Zuschauer in der Woche. Die Gesamteinnahmen des Senders, inklusive Mitgliedschaft und Versicherungen, betrugen 17,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2014, wohingegen es im Jahr 2013 noch 16,1 Millionen US-Dollar waren.

Bedenkt man das Zusammenspiel von landesweitem Fernsehen und Radio, und dem entsprechenden digitalen Auftritt und sogar einem Printmagazin, gibt es nur wenige Medien, die da herankommen, sagt die Finanzbeauftragte der CPBN, Stephanie Schenkel.

Aber Schenkel sagt auch, man wusste, dass das Netzwerk einen neuen Look und eine bessere Funktionsfähigkeit brauchte. Man musste festlegen, ob man damit den Interessen des Publikums entsprach. “Wie können wir all diese wertvolle Energie und das Talent, das uns zur Verfügung steht, benutzen, um die besten Entscheidungen für unsere Community zu treffen?

CPBN arbeitete zusammen mit IDEO an einem Playbook [i.e. Strategiepapier]. Die Firma designt auch für verschiedene Unternehmen wie IKEA, GE, The North Face und JetBlue. Der Bericht wurde durch eine Spende der Hartfort Foundation für Public Giving und einer Spende über 250.000 Dollar der Knight Foundation ermöglicht.

IDEO ist für seinen Ansatz des “human-centered design” bei seinen Projekten berühmt. Hierbei ist Empathie das wichtigste Mittel zur Lösungsfindung.

Als sie das erste Mal bei uns waren, war dies eine ziemlich ergebnisoffene Herausforderung”, sagte Ashlea Powell, örtliche Leiterin der IDEO. “Es gibt sie schon seit über 50 Jahren und sie wollen sichergehen, dass sie auch in den kommenden 50 Jahren erfolgreich sein würden. Das ist ziemlich weit gedacht.

Als Teil des Prozesses sprach die Firma mit Experten und den Mitarbeitern von CPBN, aber sie wandte sich auch an die umliegenden Städte in Connecticut und sprach mit den Leuten vor Ort. Sie eröffneten Infostände in den Einkaufscentern und bei der Yale-Universität, veranstalteten kleine Treffen bei Leuten zuhause und hörten den Leuten im Publikum zu. “Jemand, der zehn verschiedene Sendungen aufzählen konnte und jemanden, der noch nicht einmal wusste, dass es das Connecticut Public Broadcasting Network überhaupt gibt”, so Powell.

IDEO musste entscheiden, ob der Projektumfang eher in die Tiefe gehen sollte, indem man eine neue Sendung oder ein neues Branding designte, oder ob man es eher in die Breite ausgestalten wollte. Schließlich entschied sich die Firma für ein Playbook, mit dem man einen bleibenden Einfluss erschaffen wollte, erläutert Powell. “Es fühlte sich an, als wäre das ein echter Moment à la ‚Bring einem Mann das Fischen bei‘.

Das daraus entstandene 36-seitige Textbuch war eine Mischung aus Entscheidungsprinzipien für die Zukunft des Senders, beispielsweise Vorschläge für neue Programme und Veranstaltungen und neue Ansätze für nachhaltige Finanzierung. Der Bericht wurde über das komplette Netzwerk von den Business- und Redaktionsteams über die TV-Kanäle, die Radiosender und die Digitalkanäle verbreitet.

Manche dieser Vorschläge werden sich schnell verwirklichen lassen: Das Playbook schlägt einen Namenswechsel von Connecticut Public Broadcasting Network zu Connecticut Public Media vor. Es wird im kommenden Jahr ein Rebranding geben, sagte Orton. Auf der geschäftlichen Ebene gibt es Lösungen für individuelle Spenden, indem man verschiedene Abstufungen von Mitgliedschaften anbietet, projektbasierte Gründungskampagnen aufbaut, oder bei Kickstarter eintritt. Man versucht, neue Arten des Sponsoring durch Unternehmen auszuspähen. Andere Vorschläge sind schwerer zu greifen. Das Playbook empfiehlt einen “[Rückverweis] zum Publikum” und dass die Mitarbeiter “Neurungen mit einem bestimmten Ziel einzuführen”.

Die Vorschläge aus dem Playbook sind nicht nur für eine kurze Zeit angedacht oder besonders schnell umsetzbar. Orton meint aber, dass der Sender bereits Fortschritte macht. Beispielsweise wurde ein neues Team gebildet, das sich neue Geschäftsmodelle anschaut, “damit wir sofort neue Modelle und Möglichkeiten ausprobieren können, die unser Unternehmen abwechslungsreicher gestalten.

Das Netzwerk hat bereits sein Fortbildungsprogramm durch ein Lernlabor erweitert. Nun gibt es eine 1.858 Quadratmeter große Einrichtung im Hauptgebäude des CPBN in Hartford, mit Platz für Studios, dazu Audio- und Videoequipment. Das Förderprogramm geht hier eine formelle Partnerschaft mit den öffentlichen Schulen in Hartford ein, zusätzlich gibt es eine berufliche Trainingsmaßnahme für Kriegsveteranen, um wieder ins zivile Leben einsteigen zu können.

Im Februar wurde eine Multimedia-Redaktion für den Radiosender WNPR eröffnet.

Im Herzen der öffentlichen Medien existierte schon immer die Idee von Zuschauern und Zuhörern wie Ihnen. Es geht um das Publikum, dem wir hier ein tolles Programm bieten möchten”, sagte Orton. “Es ist für uns selbstverständlich, zuerst an unser Publikum und an unsere Kunden zu denken, um herauszufinden, wie wir ihnen wichtige Services näher bringen können.

Aber er sagte auch: “In einer Sache waren wir nie besonders gut bei den öffentlichen Medien, und das war die Anpassung.

Viele Medienunternehmen versuchen, sich innerhalb der technischen Veränderungen oder anhand der Gewohnheiten ihres Publikums neu zu orientieren. Solche Dinge wie Redaktionsmemos versuchen die Anstellungs-, Kündigungs- und Umorganisierungsprozesse zu erklären, die solche Veränderungen mit sich bringen.

Wir haben herausgefunden, dass wir so knapp bei Kasse waren, dass wir keine Möglichkeit hatten, zu investieren”, erzählte Orton. “Das ganze wurde zu einer untragbaren Tretmühle. Wir haben versucht, uns daraus zu befreien.

Orton erzählte auch, dass die Mitarbeiter wussten, dass sie noch einmal neu überdenken mussten, wie sie das Internet in Verbindung mit dem Radio nutzen wollten. Sie wollten neue Wege finden, ihr Programm an die Leute zu bringen. Sie mussten ihre Sendetage herunterfahren (2013 gab es 117 Sendetage).

Das Playbook gibt ein “Ökosystem” vor, in dem neue Projekte entwickelt werden sollen. Man konzentriert sich hier auf drei Bereiche: Das Aushängeschild bilden die Sendungen, die das Leben in Connecticut beleuchten, dann die Entwicklung von gemeinschaftlichen Orten, an denen das Publikum mit dem Sender interagieren kann, ein verbessertes Datenarchiv und andere Ressourcen, die die Leute im Alltag benutzen können.

Orton sagt, der Plan für die kommenden Monate sei es – um im geschäftlichen und redaktionellen Bereich die Entwicklung voranzutreiben – alles zu testen und weiterzuentwickeln. Die unmittelbare Priorität läge bei der Neuorganisation der Mitarbeiter und den Arbeitsschritten in den Nachrichtenabteilungen beim Fernsehen und beim Radio, man wolle aber auch neue Kontaktmethoden und Veranstaltungen ausprobieren.

Das Playbook gibt CPBN die Möglichkeit, ein paar ihrer hochgesteckten Ziele in den öffentlichen Medien auf ein besser händelbares Maß zu reduzieren, indem es auf eine örtliche Größe gestutzt wird. Es gibt auch Ausblick auf neue Möglichkeiten und die Rolle der öffentlichen Medien, die, wie Orton meint, “wir vorher nicht auf dem Schirm hatten.

Wir versuchen, unsere Rolle neu zu überdenken”, sagte er, “aber die Aufgabe ist nicht sehr weit weg von dem, was in den frühen Tagen des Radios ausprobiert wurde.

Dieser Artikel erschien zuerst auf NiemanLab. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) “Radio Free Strawberry” by Alan Levine (CC BY 2.0)


 

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Die New York Times setzt verstärkt auf Newsletter

The New York Times (adapted) (Image by Alec Perkins [CC BY 2.0] via Flickr)

In einem Bericht von Lucia Moses auf digiday.com wird deutlich, wie viele Gedanken sich die New Yorker Tageszeitung machen muss, damit die Newsletter-Abonnenten weiterhin interessiert bleiben und eventuell sogar zu einem zahlenden Abonnenten werden. Da die vergangenen Newsletter eher wie Erweiterungen der einzelnen News-Bereiche waren, decken die neuen Newsletter noch eine größere Bandbreite an Themen ab und sind vor allem persönlicher gestaltet.

Neben diesen Themen bezogenen Newslettern fokussiert sich die New York Times mit einem Newsletter sogar nur auf eine einzelne Person, den Kolumnisten Nicholas Kristof. Für Dork Alahydoian, den Executive Director der New York Times, war es Zeit, dass Newsletter mehr als nur die Nachrichten abdecken. Also haben sie sich Gedanken gemacht, wie man auch diejenigen ansprechen könnte, die sich für andere Themen interessieren.

Am Ende standen zwei verschiedene Denkansätze zur Diskussion. Der erste Gedanke war, über die schon bestehenden Themen hinauszugehen, sprich auch in Bereiche wie beispielsweise LifeStyle. Der andere Ansatz war, eher einen schmaleren Pfad einzuschlagen. „Es ist nicht mehr so, dass ein Format allen gefällt“, so Alahydoian.

Die Mühe zahlt sich aus

Die New York Times veröffentlicht nicht die Anzahl der Newsletter-Abonnenten, teilte aber eine andere Zahlen mit, die einem einen Eindruck vom Erfolg macht: die Anzahl an Abonnenten ist in den letzen sechs Monaten um 14 Prozent gestiegen. Laut Lucia Moses bedeutet das im Bezug auf den Newsletter, dass aus zehntausenden von Abonnenten einige Millionen geworden sind. Es wird geschätzt, dass wöchentlich 50 Prozent der Newsletter auch wirklich geöffnet werden. Von einigen der neueren Newsletter werden wohl sogar bis zu 70 Prozent geöffnet. Zum Vergleich: die durchschnittliche Newsletter-Öffnungsrate von Medienunternehmen liegt bei 38,5 Prozent.

Zwar verdient die New York Times auch durch Werbung in den Newslettern, aber noch wichtiger sei es, dass sich die Menge an Lesern vergrößert, da sie sehr abhängig von zahlenden Abonnenten ist. Die Newsletter sind der Schlüssel dazu: es ist doppelt so wahrscheinlich, dass ein Leser der New York Times ein zahlender Abonnent wird, wenn er oder sie sich vorher für einen Newsletter eingetragen hat.

Hochwertige Qualität ist das A und O

Da es jedoch immer mehr Newsletter von den unterschiedlichsten Unternehmen gibt, ist es besonders wichtig, seinen Lesern etwas hochwertiges bereitzustellen. Dafür hat die New York Times extra ein zwölfköpfiges Team, das sich genau darum kümmert. Um die Nutzer auf die Newsletter aufmerksam zu machen, wurde mit Social-Media-Posts das Interesse der Leser geweckt. Für den Kristof-Newsletter zum Beispiel haben sich inzwischen 50.000 Nutzer eingetragen, nachdem er sechs Monate lang auf den Social-Media-Kanälen und der Website promotet wurde.

Ein anderer Aspekt, den die New York Times in den Newsletter mit hineinbringt ist, dass sie weg von dem RSS Feed ähnlichen Design, hin zu einem selbst geschriebenen Newsletter gegangen ist, wodurch diese persönlicher wirken. Außerdem ist die New York Times drauf und dran, neue Designs und Layouts auszutesten, die alles noch ansprechender machen sollen.


Image (adapted) “The New York Times” by Alec Perkins (CC BY 2.0)


 

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Trotz Medium-Design wird Notes von Facebook kein Erfolg

Facebook (image by Simon [CC0] via pixabay)

Nach Jahren verpasst Facebook seinem niemals wirklich genutzten Blogging-Feature Notes ein schickes Design-Update, das nicht von ungefähr an Medium erinnert. Letztes Jahr verkündete die für Medium verantwortliche Design-Firma Teehan-Lax, dass sie sich Facebook anschließen wird. Einige Medien sehen in dem neu designten Dienst schon die vermeintliche Zukunft des Blogging, aber Blogger werden sich weiterhin hüten, direkt bei Facebook zu posten. Anders als die meisten Medien ist Unabhängigkeit für Blogger wichtiger und wirklich interessant ist Notes immer noch nicht. Es sieht jetzt nur schicker aus.

Erste Medium, jetzt Notes: Teehan-Lax

Vor vier Jahren wurde der Twitter-Mitgründer Evan Williams auf das aus Toronto stammende Design-Team Teehan-Lax aufmerksam. Sie sollten Williams sein nächstes Projekt, einen simpel gehaltenen Blogging-Dienst in dem das reine Blogging im Vordergrund steht, designen. Heute kennen wir dieses Projekt als Medium (unser Autor Jakob Steinschaden beantwortete zum Start der Plattform die wichtigsten Fragen zu Medium).

Inzwischen will Medium mehr als nur eine Plattform zum Blogging sein und schafft es, vor allem relevante Akteure außerhalb der Netzwelt als Autoren zu gewinnen, was es zu mehr als nur das schickeste Netzfeuilleton unserer Tage macht. Facebook hat dafür scheinbar sein Interesse am Blogging entdeckt und Teehan-Lax akquiriert, sein Feature Notes neu zu designen. Herausgekommen ist ein stark an Medium erinnerndes Blogging-Tool, das einen Nachteil hat: es ist ein Feature von Facebook.

John Biesnecker verfasste einen der ersten Blogpost mit Facebooks neu designtem Notes
John Biesnecker verfasste einen der ersten Blogpost mit Facebooks neu designtem Notes

Facebook baut Notes zum Blogging-Tool um

Notes sollte schon immer die Antwort von Facebook auf viele andere, wesentlich erfolreichere Publishing-Tools sein. Vor 2009 konnte man nur 160 Zeichen lange Meldungen absetzen, dann wurde das Zeichenlimit im März 2009 auf 420 Zeichen erhöht, im Juli 2011 dann auf 500 Zeichen, zwei Monate später sogar auf 5.000 Zeichen und seit November 2011 kann man sogar mehr als 60.000 Zeichen lange Beiträge veröffentlichen. Angenommen wurde der Dienst aber nicht. Persönlich habe ich Leute schon mit Twitlonger, Google+ und Evernote bloggen sehen, noch nie aber mit Notes auf Facebook.

Und das wird sich meiner Meinung so schnell auch nicht ändern, denn Notes kann wesentlich weniger als vergleichbare Dienste und die Entwicklung von Facebook lehrt uns, dass das an dieser Stelle gerne angeführte Reichweiten-Argument eine Täuschung ist. Perspektivisch werden auch Notes-Blogger sich Reichweite kaufen müssen. Und Facebook, das sich selbst verstärkt als Nachrichten-Plattform sieht, wird die viel Geld für Reichweite ausgebenden, traditionellen Medien stets bevorzugen. Facebook ist und wird kein Ort, an dem sich Blogger gerne aufhalten werden. Daran ändert auch kein Redesign von Notes.

Was Blogger wollen (und Notes nicht bietet)

Es gibt Blogger, die wollen einfach nur schreiben. Laut Brian Barretts Wired-Artikel über Notes sind das sogar wieder mehr Jugendliche, bei denen Blogging nach einer Dekade wieder beliebter wird. Sie werden Funktionen wie Embedding vermissen, denn in einem Beitrag bei Notes kann kein Video von YouTube oder Podcast von Soundcloud embedded werden. Und selbst wenn diese Feature kommen, bieten Blogging-Plattformen wie Medium, Tumblr und sogar Blogger mehr Möglichkeiten, sein Blog individueller zu gestalten. Und es sind eben nicht die Netzwerke, in denen sich jetzt schon unsere Eltern und Großeltern herumtreiben.

Andere Blogger wollen mit ihren Blogs Geld verdienen oder sich als eine Marke etablieren. Sie nutzen Blogs als Plattform für ihre digitale Identität, die mehr als nur das Profil bei Facebook ist. Sie wollen ihre Blogs um Funktionen ergänzen, die Facebook einem nicht bieten kann und mit den an Medium erinnernden Ansatz auch nicht bieten will. Meiner Meinung nach werden, ähnlich wie beim Facebook-Feature Mention, vor allem Unternehmen und Personen des öffentlichen Lebens, bzw. die ihre Profile betreibenden Agenturen, mit Notes bloggen. Notes ist nicht für uns Blogger und das ist wohl auch besser so. Es wäre sonst ein vom Start her schon peinlicher Versuch.


Teaser (adapted) by Foundry (CC0 Public Domain)

Image by Simon (CC0 Public Domain)


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Nachrichten als Designherausforderung

MIT (adapted) (Image by Andrew Hitchcock [CC BY 2.0] via Flickr)

Studenten und Mitglieder des Nieman Lab haben ein ganzes Semester damit zugebracht, neue Lösungen für die Einbindung des Publikums zu bauen, bessere Tools für die Datenauswertung zu erfinden und Ideen für Medienstartups zu sammeln. Jedes Frühjahr gibt Ethan Zuckerman einen Kurs mit dem Titel „Future of News and Participatory Media“. (dt.: „Die Zukunft der Nachrichten und die teilnehmenden Medien“). Der Kurs wurde speziell für Nieman Lab-Leser entwickelt, denn der Anspruch den Zuckerman daran hat, ist die Nachrichten als „Herausforderung in Design und Konstruktion“ zu sehen. (Und es ist kein Zufall, wenn man in diesem Kurs öfters Mitglieder und Mitarbeiter des Nieman Lab antrifft.)

Aus dem Unterrichtsprogramm: „Wir untersuchen die Systeme, die Journalisten nutzen, um Nachrichten zu senden und zu verbreiten, aber wir konzentrieren uns darauf, unsere eigenen Tools und Methoden anzuwenden, um diese Herausforderungen anzugehen„.

Einer der interessantesten Teile des Kurses sind die Abschlussprojekte der Studenten, die der Beschaffung und Verbreitung von Informationen gelten. Der diesjährige Ertrag der Projekte bestand aus Hilfsmitteln, um mehr Inhalt in die Nachrichten hineinzubringen, neue Plattformen der Publikumseinbindung, neue Ideen für Medienstartups und Daten auszuwerten.

Manche dieser Ideen entwickeln sich auch außerhalb des MIT-Kontextes weiter. FOLD, eine Plattform die es Nutzern ermöglicht, Kontext durch multimediale Elemente zu erschaffen, wurde als erstes in den Kursen von Zuckerman entwickelt und schließlich veröffentlicht. Ein paar der Projekte aus dem letzten Jahr, die ich besonders interessant fand, habe ich aufgelistet. Die komplette Projektliste finden Sie hier.

Backstori.es

Was moderne Fernsehshows und die Nachrichten gemeinsam haben ist, dass permanente Bedürfnis die Leute darüber zu informieren, was sie vielleicht verpasst haben. Wenn Sie „Scandal“ oder „Game of Thrones“ gesehen haben, kennen Sie die „Was bisher geschah“-Zusammenfassung am Anfang, bei denen vorherige Folgen zusammengefasst werden. So ähnlich fühlt es sich an, wenn man in eine gerade stattfindende Newsstory einsteigt und noch nicht alles über die Hintergründe von Themen wie Amtraks Safety-Record oder die vorherigen Erdbeben in Nepal weiß.

Das Team hinter Backstori.es, bestehend aus dem Nieman-Mitglied Celeste LeCompte, dem früheren Mitarbeiter Liam Andrew und Sean Flynn, wollten es Journalisten einfacher machen, Zusammenfassungen für Nachrichten zu erstellen. Hier findet man Links für alle möglichen Stories und Hintergrundinfirmationen, sowie Bilder und Texte für kurze Videos.

Backstori.es ist ein webbasiertes Tool, das es Journalisten ermöglicht, semi-automatisch eine Hintergrundstory in Videoformat für alle möglichen Nachrichten zu erstellen. In weniger als fünf Minuten können sich die Nutzer eine Liste an relevanten Berichten zusammenstellen (indem man die inline-Links und anderen Strukturdaten benutzt), die wichtigsten Schlagzeilen und Bilder heraussuchen und diese entsprechend der Veränderungen arrangieren.

Ein fertiges Video würde dann etwa so aussehen:

Peanut Gallery

Leserkommentare sind so etwas wie der weiße Wal für Journalisten: manche wollen sie jagen und vernichten, andere wollen sie lieber retten. Das Team, das Peanut Gallery erfunden hat, bestehend aus Bianca Datta, Vivian Diep und Nieman-Mitglied Kitty Eisele, setzt darauf, Kommentare durch mehr Sprachnuancierungen, Design und User Experience der derzeitigen Systeme festzusetzen.

Um ein ideales Kommentarsystem aufzubauen (beispielsweise eine Diskussion, die themenrelevant und höflich bleibt und zudem neue Ideen mit einbringt), konzentriert sich das Team darauf, welche visuellen Hinweise es geben könnte, wenn man die Leserkommentare anschaut. Sie schreiben: „Wir erforschen das Design der Kommentare, um die Emotionen und den Tonfall der Nutzer durch eine Mischung aus Stimmungsanalyse, typographischem Verhalten und einer neuen Art der Zensur zu reflektieren.

Das sieht dann so aus, als würde ein Kommentartool „positive“ Worte in roter und „negative“ Worte in blauer Farbe markieren, oder bestimmte Worte, auf die viele Ausrufezeichen folgen, auslassen. Das Ziel wäre es, ein Messgerät zu entwickeln, wie die Leser auf Inhalte reagieren, um den Einfluss der Berichterstattung nachzuvollziehen.

WeCott

In den letzten Jahren versuchten manche Medienunternehmen, den Einfluss ihrer Arbeit in der echten Welt zu messen. Ab und zu betonten Reporter und Redakteure die Verabschiedung oder Verhinderung mancher Gesetze anekdotisch. Bei den meisten Artikeln ist es jedoch vergleichsweise schwer herauszubekommen, wie diese einen signifikanten Wandel eingeleitet haben könnten. Eine Lösung wäre es den Lesern Werkzeuge in die Hand zu geben, um sich mit dem kürzlich gelesenen Thema weiter zu beschäftigen. WeCott ist eine Plattform, die es den Menschen ermöglicht, sich um ein aktuelles Thema herum zu organisieren. Die Leser sollten ihre Informationen dann mit WeCott teilen, Spenden sammeln oder Aktionen planen, die nach der Berichterstattung stattfinden.

Stellen Sie es sich wie ein Kickstarter für Aktivisten vor, die alles aus den Nachrichten erfahren haben. Ein Beispiel: Die Nieman-Mitglieder Alicia Stewart und Wahyu Dhyatmika, Amy Zhang, Giovana Girardi und Anna Nowogrodzki tun gerade alles dafür, dass Nagelstudios in New York gemieden werden, nachdem die New York Times über die Arbeitsbedingungen der Salonmitarbeiter berichtete.

Periodismo de Barrio

Nieman-Mitglied Elaine Diaz Rodriguez nutzt die Zeit während Zuckermans Kurs, um die Idee zu Periodismo de Barrio zu entwickeln. Das ist ein gemeinschaftliches Journalismusprojekt, das Meldungen und Informationen in den Gegenden zusammenträgt, die sich gerade von Krisenzeiten erholen. Diaz kommt aus Kuba und plant das Projekt in ihrem Heimatland aufzubauen:

Ich versuche, die persönliche Tradition eines menschlichen und respektvollen Journalismus aufrechtzuerhalten, der dem Elend anderer Leute gegenüber sensibel geblieben ist. ‚Periodismo de Barrio‘ will eine komplexere Perspektive auf die Situation anbieten. Auch wenn es in Kuba schwierig sein kann, an bestimmte Quellen heranzukommen, wenn man jedoch nahe bei dem Menschen bleibt, und nicht zu sehr in Richtung der Institutionen geht, und sich Instrumenten wie der Gemeindeversammlung bedient, so sollte die Entwicklung des Projekts durchaus Erfolg haben.

Die Idee wäre, dass Periodismo de Barrio in Paketen oder „paquetes“ anzubieten, die auf USB-Sticks passen und Artikel von Diaz und anderen Mitarbeitern enthalten würden.

Zuerst erschienen auf niemanlab.org. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „MIT“ by Andrew Hitchcock (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 27. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um Snapchats Börsengang, BuzzFeeds neues Lab, Podcasts, Apples Design und Slack. Ergänzungen erwünscht.

  • SNAPCHAT DIE WELT: Fotodienst Snapchat will an die Börse gehen: Snapchat will an die Börse. Die App ist bis zu 19 Milliarden Dollar wert. Mitgründer und Chef Evan Spiegel sagt, dass der Börsengang notwendig sei, um unabhängig zu bleiben. Allerdings ist der Zeitraum für den Börstenstart noch unbekannt. Anfang des Jahres startete Facebook noch den Versuch, das Unternehmen aufzukaufen, jedoch lehnte das Snapchat Management das Angebot für drei Milliarden Dollar ab. Täglich hat die App 100 Millionen Nutzer, von denen 65 Prozent auch selber Fotos verschicken.

  • BUZZFEED WIRED: BuzzFeed Founder Launches New Lab for Open-Source Invention: BuzzFeed-Gründer Jonah Peretti startet ein neues Open Source Lab für neue Ideen und Erfindungen rund um Journalismus-Technologie. Neue Tools und Technologien, welche Journalismus und die Berichterstattung unterstützen werden als Open Source entwickelt und von 5 Spezialisten weiterentwickelt. Das Ziel des Lab ist es, verrückte neue Ideen zu kreieren, oder wie der Bureau Chef meint: „Screw it. Let’s fly drones.“. Diesen Sommer noch will BuzzFeed Hacker, Journalisten, Ingenieure und Künstler einladen, um deren Ideen zu sammeln. Daraus soll das ein Team zusammengestellt werden, um in dem Lab zu arbeiten.

  • PODCAST SWR2 DOKUBLOG 26.05.2015 Radio und Podcast? Da geht noch was: Sind Podasts lediglich ein Zweitverwertungskanal oder geht da noch mehr? Der Podcast galt als Vehikel einer neuen individualisierten Audiokultur, aber der prognostizierte Wandel ist nicht eingetroffen. Gerade erst hat der WDR 5 einige Podcasts aus Kostengründen eingestellt. Allerdings sollten gerade für öffentlich-rechtliche Sender Podcasts zur Pflichtveranstaltung werden, aus zwei Gründen: Zum Einen ist die Nachfrage gar nicht so gering, zum anderen ist die Kompetenz beim Radio vorhanden, muss also auch genutzt werden. Medien wie Spotify und Soundcloud setzten zunehmend verstärkt auf Podcasts. Zusammenfassend geht es darum, dass wir umschalten sollen, in das Ökosystem Internet.

  • APPLE Horizont: Jony Ive: Der Mann, der es zum Chief Design Officer bei Apple brachte: Jony Ive ist die Schlüsselfigur des Designs der Apple-Geräte. Dieser wurde jetzt zum Chief Design Officer befördert und wird sich damit in Zukunft mehr um das Design der Apple-Stores kümmern und weniger um das Tagesgeschäft. Allerdings wird Ive weiterhin die Verantwortung für das gesamte Apple-Design haben, so Apples Chef Tim Cook. Ive war ein enger Vertrauter von Apple-Gründer Steve Jobs. Ende der 90er Jahre befreite der CDO mit seinem Designkonzept für den iMac das Unternehmen aus der Krise. Auch im aktuellsten Betriebssystem sind Ives Einflüsse deutlich. Auch die Gestaltung des iPods kam aus Ives Feder.

  • SLACK Digiday: Slack is the new favorite tool of newsrooms: Slack ist das neue Lieblingstool der Redaktionen. Der Gruppenchat wird überwältigend in den Verlagen angenommen. Beispielsweise die New York Times: Hunderte von Nutzern posten täglich tausende Nachrichten auf Slack, es existieren über 200 Slack-„Channels“ für diverse Gruppierung innerhalb des Unternehmens. Slack ermöglicht eine verbesserte Zusammenarbeit auch über die eigene Abteilung hinaus, genauso wie es die Transparenz innerhalb der Unternehmenshierarchie vereinfacht. Vox-Media beispielsweise hat einen direkten Channel zur Kommunikation mit dem CEO des Unternehmens. Allerdings besteht das Risiko, dass eine zu häufige Nutzung von Slack die Produktivität senkt. Auch in der Redaktion der Netzpiloten wird Slack mit Begeisterung genutzt.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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