AppleWatch (Bild: Apple)

Smartwatches: Innen hui, außen pfui

Die ersten Smartwatches erinnern eher an die ersten klobigen Handys als an schicke Gadgets. Dabei ist der Mode-Faktor nicht zu unterschätzen, wie sich langsam zeigt. // von Julian Heck

AppleWatch (Bild: Apple)

Neu ist eine solche Entwicklung nicht: Wenn eine neue technische Gerätegruppe produziert wird, dann sind die ersten Modelle in der Regel keine edlen Schmuckstücke. Man erinnere sich noch an die ersten Mobiltelefone von Siemens oder Nokia, die heute jedes Festnetztelefon im unhandlichen Format übertrumpfen.

Ein Platzproblem

Auch die ersten Geräte von Samsung und Co. waren für den Träger wohl mehr Ballast als eine schicke Uhr. Und auch die kürzlich in Berlin auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) vorgestellten Modelle sehen nicht alle aus wie Uhren, die man gerne täglich mehrere Stunden tragen möchte. Die Moto 360 oder die LG G Watch sind nichts für zierliche Arme. Und wenn schmale Frauen eine Samsung Gear S tragen, dann könnte man beim Blick darauf meinen, sie haben sich ein Smartphone um den Arm geschnallt. Die Technik möchte eben irgendwo Platz haben. Und solange beispielsweise 3G-Module nicht noch kleiner hergestellt werden können, wird die Größe ein Problem bleiben.

Durchbruch mit der Apple Watch

Trotzdem denken – nicht nur – Hersteller darüber nach, wie ihre Smartwatches auch modisch einen positiven Eindruck hinterlassen. Apple beispielsweise hat das Größenproblem bei Frauen erkannt und bietet zusätzlich eine schmalere Version an. Außerdem wird die Apple Watch in verschiedenen Varianten auf den Markt kommen – für jeden Anlass das richtige Modell. Der Designer Finz Lo hat sogar noch etwas weitergedacht und am Computer Hand angelegt. Herausgekommen sind über 30 Versionen der Apple Watch, die angelehnt sind an das Design bekannter Marken wie Dior oder Louis Vuitton.

Besser schick oder lieber nicht?

Mit der Präsentation der Apple Watch, so scheint es, könnten Smartwatches aber tatsächlich den Durchbruch als Mode-Accessoire schaffen. Neulich hat die französische Mode-Boutique Colette Apples Smartwatch sogar in die Vitrine gepackt und ausgestellt. Und auch auf dem Laufsteg haben Wearables schon einen mehr oder weniger guten Eindruck gemacht. Wenn sie nur innen hui sind, aber außen pfui, dann werden sie wohl ein Männer-Gadget bleiben. Das ist aber bestimmt nicht im Sinne der Hersteller.

Oder ist es vielleicht sogar Absicht, dass Smartwatches optisch nicht der Brüller sind, damit wir die Uhr auch immer wieder ablegen? Julia Hackober, Autorin von welt.de, sind diese Gedanken durch den Kopf gegangen im Hinblick auf die Tracking-Aktivitäten von Wearables. Bei all der Überwachung und dem mangelnden Datenschutz sollen die neuen Gerätschaften bloß nicht nur Normalität werden. Oder doch?

Dieser Artikel ist ein Ergebnis der Kooperation von Netzpiloten.de mit dem Branchendienst Techletter, der auch Newsletter zu den Themengebieten Smart Home, Wearables und Connected Car anbietet.


Teaser & Image by Apple


Julian Heck

ist freier Journalist, Dozent und Lehrbeauftragter an der Hochschule Darmstadt. Er schreibt über die Themen Medien, Technik und digitale Wirtschaft. Zu seinen Auftraggebern gehören unter anderem etailment.de, LEAD digital, Mobilbranche, das Medium Magazin, MobileGeeks.de und die Friedrich-Ebert-Stiftung. Vom Medium Magazin wurde der Südhesse 2013 unter die „Top 30 bis 30“ Nachwuchsjournalisten gewählt. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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2 comments

  1. Ich kann das Interesse an diesen „Uhren“ absolut nicht nachvollziehen. Selbst wenn es sich als modisch herausstellt, so bleibt der Nutzen doch auf der Strecke. Die Displaygröße wird immer limitiert sein. Was meiner Meinung nach die Funktion stark einschränkt. Erst sind immer mehr Funktionen beim Smartphone gefordert und jetzt kommen die Smartwatch die einem die gewohnten Funktionen wieder nehmen. Aber aus Sicht der Industrie soll man natürlich am liebsten beides verwenden.

    1. Ich verstehe die Zweifel, aber grundsätzlich gilt, dass das Nützliche von Nutzen kommt, also bei der Anwendung schon eine gewisse Form von Nutzen entsteht. Ob das massentauglich wird, werden wir sehen.

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