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Technik-Trends für das Jahr 2019

Es ist schon wieder soweit: Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu und 2019 erscheint langsam am Horizont. In diesem Jahr gab es viele technische Neuerungen. Gerade die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz und die Verbesserung vieler Wearables-Produkte bestimmten die News aus der Technik-Branche. Doch was hält das neue Jahr bereit? Was sind die technischen Themen, die uns 2019 begleiten werden? Wir wagen einen Blick in die Zukunft.

„Alte“ Trends bleiben bestehen

Auch im neuen Jahr werden wir auf altbekannte Trends stoßen, die bereits 2018 für Aufsehen sorgten.

So wird zum Beispiel die Künstliche Intelligenz ein Forschungs- und Entwicklungsfeld mit hoher Relevanz bleiben. Ganz egal ob intelligente Service-Systeme oder Home-Assistants wie Google Home und Amazons Alexa. Auch in 2019 werden wir in diesem Feld einige Verbesserungen und Neuerungen sehen, die die Künstliche Intelligenz dem menschlichen Verstand noch näherbringen wird. Außerdem wird in diesem Zusammenhang das Machine Learning im Mittelpunkt stehen. So nennt sich das selbstständige Erlernen von neuen Fähigkeiten, ohne dass es von Menschenhand programmiert wurde. In 2019 werden Künstliche Intelligenzen fähig sein, Bilder und andere äußere Einflüsse besser zu analysieren und zu verarbeiten, um somit den eigenen „Horizont“ selbstständig zu erweitern.

Auch der Bereich Blockchain wird uns 2019 in der Technik weiter beschäftigen. Dass Blockchain noch viel mehr kann, als nur für die Verwaltung von Kryptowährungen herzuhalten, haben wir bereits in diesem Jahr gelernt. Wie diese Systeme verbessert und vor allem sicherer gemacht werden können, werden wir dann im neuen Jahr sehen. Das Forbes Magazine spricht in seinen Voraussagungen für das neue Jahr zum Beispiel von innovativen B2B2C-Beziehungen, also wirtschaftlichen Beziehungen zwischen mehreren Firmen und Endkunden, die durch das Einsetzen von Blockchain vereinfacht werden könnten. Des Weiteren wird die Verbesserung der derzeitigen Sicherheits-Mechanismen ein großes Thema im Blockchain sein.

The Internet of Things bleibt im Trend

Wer sich schon jetzt beschwert, dass das WLAN vom Toaster mal wieder nicht funktioniert, oder einen Kleinkrieg mit seinem Router-gebundenen Rauchmelder führt, den wird im Jahr 2019 mit dem Internet of Things noch mehr Spaß erwarten. Denn das Vernetzen und Verbinden von verschiedensten Haushalts- und Arbeitsgeräten wird im ausgehenden Jahrzehnt weiterhin eine große Rolle spielen. Auch hier ist zum Beispiel die Verwendung von sprachgesteuerten Assistenten ein großes Zukunftsfeld. Letztendlich geht der Trend des Internet of Things auch in 2019 zu einer angenehmeren User-Erfahrung. Hierbei bleibt das Ziel natürlich immer, Technik so nahtlos wie möglich in unseren Alltag zu integrieren und damit unser Leben zu erleichtern.

Neue spannende Technik-Bereicherungen in Sicht

Doch nun ist es an der Zeit sich den spannenden Trends zu widmen, die in 2018 zwar schon absehbar, aber noch nicht im Mainstream angekommen waren. Wie zum Beispiel der E-Sport. Wir haben schon öfters darüber berichtet, wie die Community rund um den elektronischen Sport wächst. Aber in 2019 werden noch einmal ganz neue Dimensionen in Punkto Wachstum angesteuert. Es wird davon ausgegangen, dass die E-Sport Szene im nächsten Jahr 1.1 Milliarde US-Dollar wert sein wird. Mit namenhaften Sponsoren wie Coca Cola, die schon jetzt diese besondere Industrie unterstützen. Außerdem wird beobachtet, wie immer mehr Sport-Clubs auf der Welt sich E-Sport Teams aufbauen, um an diesen noch relativ jungen Events teilzunehmen.

Währenddessen werden wir auch im Bereich Retail-Technologie große Fortschritte sehen. Denn wo Supermarktketten wie Famila mit Selbstbedienungskassen ansetzen, ist noch viel Luft nach oben. Kontaktloses Bezahlen, Essen vom Supermarkt nach Hause liefern lassen, oder benutzerdefinierte Angebote bekommen. Für den Bereich Einzelhandel haben derzeitig entwickelte Technologien bereits viel zu bieten. Infolgedessen wird uns in 2019 eine noch angenehmere Einkaufs-Erfahrung erwarten. Immer abgestimmt auf unsere Vorlieben und Bedürfnisse.

Zuletzt möchten wir auf einen Technik-Trend aufmerksam machen, der sich bisher noch im Hintergrund gehalten hat. Das sogenannte Quantum Computing. Der Begriff steht für den Versuch einen Computer zu bauen, der auf den Gesetzen der Quantenphysik beruht. Einfach gesagt ist damit das Verarbeiten und Kategorisieren, sowie Archivieren von großen Datensätzen deutlich leichter, als mit herkömmlichen PCs und Servern. Derzeit befinden sich diese auch als „Supercomputer“ bezeichnete Geräte noch in der Entwicklung. Aber das Rennen um das Erfinden des ersten effizienten Quantencomputers wird 2019 in seine heiße Phase gehen.

Hier einmal ein Video, welches die Quantencomputer-Experimente des Hardware-Herstellers IBM zeigt:

Die Zukunft wird noch interaktiver

Was ist also festzuhalten? Viele Technologien, die sich über die Jahre entwickelt haben, werden in 2019 einen Feinschliff erfahren. Der allgemeine Trend der Technik richtet sich immer stärker danach, die individuellen Bedürfnisse der Nutzer besser zu verstehen. Somit soll auch die Technik „sensibilisiert“ werden- frei nach dem Motto: Die Maschine dient dem Menschen, und nicht anders herum. Wir sind gespannt, was das nächste Jahr an Entwicklungen bereithält und werden für euch auch in 2019 Trends, Tipps und Geschichten aus der digitalen Welt aufbereiten.


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So lernt dein Startup fliegen – Kapitel 1: Product-Market-Fit

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Eine Artikel-Serie für Menschen, die aus ihrer Geschäftsidee ein erfolgreiches Startup machen wollen.


Im Januar bin ich mit meinem Startup Shelfd in das 4. Batch des Media Lab Bayern gestartet. Und als Auftakt der sechsmonatigen Förderung sind alle Teams zwei bunte Wochen Startup-Bootcamp durchlaufen. Fast jeden Tag stand ein anderes Oberthema auf dem Programm, das uns inspirieren sollte und durch das wir uns immer wieder hinterfragen sollten. In den Sessions haben wir zum Beispiel etwas über die Themenbereiche Prototyping, Design, Marketing und Sales gelernt. Und weil ich diesen Input richtig wertvoll fand, teile ich die wichtigsten Methoden, Learnings und Tipps der Coaches hier mit allen Netzpiloten, Gründern in spe und Startups, die sich neu erfinden wollen.

Den Anfang machte Ralf Westbrock von Str84wd mit dem großen Thema Product-Market-Fit. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob unsere Produktidee ein reales Kundenbedürfnis befriedigt. Und um das herauszufinden, haben wir die beiden Tools „Value Proposition Canvas“ und „Business Model Canvas“ rauf und runter dekliniert. Noch besser eignen sie sich sogar dafür, wenn man noch gar keine Vorstellung davon hat, was man genau plant – aber eine Zielgruppe vor Augen hat. Denn der Start eines jeden Geschäftsvorhabens liegt in der Evaluierung des Marktes und einem fokussierten User Research.

 

 

#Moodbild aus dem @MediaLabBayern. Grüße vom #ValuePropositionCanvas!

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Du startest am besten damit Abstand von deiner Idee, bestehenden Features und sonstigen Schranken zu gewinnen. Denn die kopflose Umsetzung bringt am Ende nichts, wenn sie nur den eigenen Vorstellungen der perfekten Lösung entspricht. Die richtige Strategie ist es, immer zuerst den Markt zu untersuchen und nicht schon über den eigenen Beitrag nachzudenken. Also nimm dich einmal zurück und frage dich, welche Jobs deine Zielgruppe eigentlich zu erledigen hat? Und das darfst du dir nicht ausdenken, sondern solltest direkten Kontakt aufnehmen und dir beschreiben lassen, was schon gut läuft und wo sich Stolpersteine auftun. An dieser Stelle willst du noch nicht überzeugen, sondern dazu lernen.

Alles beginnt mit dem richtigen Werteversprechen

Das perfekte Tool zur Ausarbeitung deiner Idee ist der Value Proposition Canvas von Strategyzer. Er stellt die Kundenzufriedenheit in den Mittelpunkt der Betrachtung und hilft dir, deine Produktidee von der heutigen Situation deiner Kunden zu trennen. Denn wenn man echte und wichtige Probleme löst, braucht man gewissermaßen kein Marketing mehr. Dann wird sich die Lösung ganz von allein zu behaupten wissen. Wenn du nun bei der Entwicklung deines Startups oder von neuen Produkten mit der Wertschöpfung für deine Nutzer startest, hast du die besten Chancen auf Erfolg am Markt.

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Ausgefüllt wird der Canvas von rechts nach links. Zuerst betrachtest du dein Kundenprofil (#1): Was versuchen sie zu erreichen? Dann schreibst du die Aufgaben auf, die dafür erledigt werden müssen. Danach folgen unangenehme (#2) und wünschenswerte Situationen (#3), die im Zusammenhang mit diesen Aufgaben entstehen. Was macht die Erledigung heute schwierig und teuer? Welche Mehrwerte ersehnen sich deine Kunden? Das alles kannst du im Team brainstormen – und dann aus Interviews mit Menschen aus der Branche belegen oder korrigieren.

Weiter geht es mit der linken Seite und der Einlösung deines Werteversprechens. Du startest damit alle möglichen Produkte und Dienstleistungen aufzulisten (#4), mit deren Hilfe du Nutzen für deine Kunden erzeugen könntest. Am besten du fokussierst dich aber auf solche Bereiche, die einen möglichst großen Schmerz verursachen. Damit sicherst du dir eine vergleichsweise große Bereitschaft neue Lösungsansätze auszuprobieren und dafür auch echtes Geld zu bezahlen. Mit den Schmerzkillern (#5) und Nutzenstiftern (#6) erledigst du anschließend schon das halbe Grobkonzept deiner Features. Denn sie beantworten das „wie?“ in der Frage, wie du die Schmerzen und Nutzen aus der rechten Seite tatsächlich verringerst beziehungsweise erzeugst.

Zoom-out auf die große Draufsicht

Das Kundenproblem ist erst der Anfang. Nach der Lösung folgt das Geschäftsmodell. Und das lässt sich am besten mit Hilfe des Business Model Canvas von Strategyzer evaluieren. Ganz praktisch: Der Value Proposition Canvas hat bereits zwei der neun Felder in den Fokus genommen. Weiter geht es also mit der Analyse, wie dein Produkt am Markt funktionieren kann. Und auch dafür musst du noch keinen einzigen Euro in die Entwicklung selbst investieren. Stattdessen beleuchtest du deinen Weg zum Erfolg und minimierst gleichzeitig viele unternehmerische Risiken, da du bereits jetzt über alle positiven und negativen Aspekte nachdenken kannst.

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Nachdem dein Kundensegment (#1) und Wertangebot (#2) bereits definiert sind, kümmerst du dich also um relevante Kommunikationskanäle (#3) und deine Kundenbeziehungen (#4). Welche Art von Beziehung erwarten deine Nutzer zu dir und wie erreichst du sie am besten? Natürlich darf dein Angebot auch etwas kosten und auf verschiedenste Erlösquellen (#5) setzen – von einmaligen Verkäufen über Abonnements bis hin zu Werbung. Merke: Jedes tragfähige Geschäftsmodell muss an irgendetwas ein Preisschild hängen.

Wenn du Teil zwei des Business Model Canvas aus dem Stehgreif ausfüllen kannst, zeugt das von großem Know-how und großer Branchen-Kenntnis. Denn in der linken Hälfte werden zunächst Schlüsselressourcen (#6) und –aktivitäten (#7) behandelt. Erstere beschreiben das, was notwendig ist, um dein Produkt anzubieten (Werkstoffe, Manpower etc.). Zweitere beschreiben die Dinge, die du tun musst, um dein Produkt anzubieten (Produktion, Vertrieb etc.). Das alles kann durch Partner (#8) ergänzt werden, die dir bei einer der vielen Teilaufgaben helfen. Zu guter Letzt werden die Kosten (#9) eines jeden Rädchens aufgelistet. Spätestens jetzt zeigt sich, ob deine Rechnung am Ende aufgehen wird und du tatsächlich Gewinn erwirtschaften kannst.

Ob du wirklich richtig stehst, siehst du wenn…

Wenn du den Value Proposition Canvas und den Business Model Canvas nun ausgefüllt hast, steht die Validierung deiner vielen Annahmen an. Die Wirklichkeit ist einfach der beste Gradmesser für den Erfolg deiner Idee: Sprich mit Kunden, die nicht länger ohne deine Lösung leben wollen. Und wenn der Schmerz so richtig groß ist, finanzieren sie womöglich sogar die Entwicklung im Voraus. Dafür musst du eigentlich nichts weiter tun, als sie so lange hinzuhalten, bis du tatsächlich soweit bist zu liefern. Das gelingt beispielsweise durch einen großzügigen Rabatt bei Vorauszahlung oder indem du kommunizierst, dass es wegen der großen Nachfrage noch zu einer kurzen Verzögerung kommt. Aber so ein unterschriebener Auftrag und andere Vorab-Bekenntnisse sind das Beste, was dir passieren kann!

Wie du es schaffst dafür die Kommunikation anzukurbeln und erste Leads einzusammeln, beschreibe ich im zweiten Teil dieser Artikel-Serie. Man beachte, dass bis hierhin erst zwei Tage unseres Coachings am Media Lab Bayern vergangen sind. Es gibt also keine Ausrede die beiden Methoden nicht mal an einem Wochenende auszuprobieren. Zugegeben hilft so eine intensive Betreuung wie durch Ralf von Str84wd aber auch extrem dabei sich zu fokussieren.


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Die Zukunft der Arbeit könnte weiblich sein

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„Frauen können die Gewinnerinnen des digitalen Wandels werden, wenn wir es klug anstellen“, sagte Andrea Nahles 2015 auf der Konferenz zur Geschlechtergerechtigkeit der Internationalen Association for Feminist Economics (IAFFE) in Berlin – damals noch als Arbeitsministerin. Hat sie damit Recht? Ist die Zukunft der Arbeit weiblich?

Neue Jobmodelle, neue Möglichkeiten für Frauen

Nach Ansicht von Nahles liegen die Chancen für Frauen in der Arbeit 4.0 vor allem in der Digitalisierung. Diese verändert zum Einen die Art und Weise wie wir arbeiten. Das Internet und Cloud-Technologien führen zum Beispiel dazu, dass wir nicht mehr immer und jederzeit physisch am Arbeitsplatz sein müssen. Vieles wird heutzutage, statt im Büro, im Homeoffice erledigt. Resultate seien wichtiger als Anwesenheit, sagte Nahles.

Das gilt natürlich nicht nur für Frauen, jedoch könnte gerade dieser Wandel vor allem Frauen den Zugang zur Arbeitswelt erleichtern. Während sie bisher vielleicht zwischen Kind und Karriere wählen mussten, können sie nun beides ohne große Kompromisse haben.

Darüber hinaus verändern sich durch die Digitalisierung ebenfalls die Berufsbilder für Frauen. Während zum Beispiel Krankenschwester ein typischer Frauenberuf war, wird diese Arbeit wahrscheinlich bald komplett von Robotern erledigt. Das gäbe Frauen aber auch „ganz neue berufliche Perspektiven auf gut bezahlte, gut abgesicherte Industriearbeitsplätze“, sagt Nahles.

Ganz ähnlich sieht dies auch die prämierte US-Unternehmensberaterin und Digitalisierungsxpertin Cheryl Cran. Sie sieht ebenfalls in neuen Jobmodellen eine große Chance für Frauen. Denn Frauen können ihrer Meinung nach durch Freelancing, Homeoffice oder Telearbeit nun problemlos Familie und Job miteinander vereinen. Tatsächlich ist ein steigender Anteil der Freiberufler in den USA weiblich. Nach Zahlen der National Association of Women Business Owners wagen ebenfalls viele Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit und gründen eigene Unternehmen. So wurden 9,1 Millionen US-Firmen von Frauen gegründet, die zusammen beinahe 8 Millionen Menschen beschäftigen.

Auch Männer seien nicht mehr bereit, 14-Stunden-Tage zu schieben und suchen einen bessere Work-Life-Balance. Jobsharing-Modelle, in denen sich Männer und Frauen eine Managerposition teilen, seien gar nicht mehr so selten. Auch renommierte Tech-Unternehmen wie Facebook oder Tesla suchen laut Cran händeringend qualifizierte Frauen für Spitzenpositionen.

Roboter geben Frauen mehr Muskelkraft

In einem Kommentar für die irische Onlinepublikation Siliconrepublic.com geht Cheryl Cran sogar noch einen Schritt weiter. Sie behauptet: Gerade die sogenannten Soft Skills – Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Emotionale Intelligenz – die Frauen ihrer Meinung nach von Natur aus mitbringen – werden in Zukunft viel mehr gefragt als „männliche“ Arbeitsweltattribute wie Wille, Entschlossenheit, Egoismus und Aggressivität. Cran glaubt zwar, dass in Zukunft eine Kombination aus männlichen und weiblichen Attributen gefragt sein wird, doch dabei haben Frauen ihrer Meinung nach einen Vorteil: „Frauen werden erfolgreich sein in einer Zukunft, in der Jobs, die früher physische Stärke erforderten – Bau, Produktion, Landwirtschaft -, durch Roboter verbessert werden.

Sprich: Frauen haben nicht nur Vorteile aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften, sie können nun auch Jobs ausüben, die ihnen bisher aus rein physischen Gründen verwehrt waren. Cran nennt das Beispiel einer Roboter-Rüstung, die in Japan in der Pflege genutzt wird. Diese kann man sich als Mensch überziehen und damit die eigene Muskelkraft verstärken.

Auch die Soziologin Christiane Funken sagt in ihrem Buch „Sheconomy“: Die Arbeitswelt der Zukunft ist weiblich. Allerdings zögert die Wissenschaftlerin, dies wie Cran auf angeborene Eigenschaften zurückzuführen. Vielmehr stellt sie klar: „Frauen werden traditionellerweise auf Fähigkeiten hin erzogen, die der Arbeitsmarkt dringend braucht.“ Da Frauen also in vielen Kulturen eher dazu erzogen werden, diplomatisch, zurückhaltend, zuvorkommend, freundlich und schon gar nicht aggressiv zu sein, könnte ihnen dies in einer Arbeitswelt, die genau diese Eigenschaften verstärkt, sucht und fördert, zugute kommen.

Neue Chancen gibt es nur dann, wenn Frauen sie nutzen

Doch ganz so rosig, wie die Expertinnen die Zukunft sehen, ist sie nicht. Nur weil Frauen neue Chancen haben, bedeutet dies nicht, dass sie diese auch nutzen werden. Frauen haben zum Beispiel mehr Angst vor der Digitalisierung als Männer. Nach einer Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos misstrauen Frauen dem digitalen Wandel mehr als Männer.

Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) glaubt sogar, dass Frauen die großen Verlierer der Digitalisierung sein werden. Seiner Ansicht nach werden Tätigkeiten wie Verkauf, Terminpflege und Organisation oder Dienstleistungen in der Gastronomie in Zukunft zu 80 Prozent von Robotern ausgeführt. Das sind aber genau die Jobs, die aktuell mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden.

Während Expertinnen wie Cran oder Funke hier eine neue Möglichkeit sehen, warnt Grabka vor dem besonders hohen Risiko auf Jobverlust für Frauen. Tatsächlich ist der Arbeitsalltag derzeit für Frauen nicht gerade rosig – trotz Digitalisierung. Die DGB-Studie „frau geht vor“ hat beispielsweise ermittelt, dass Frauen schwierigere Arbeitsbedingungen als Männer beklagen. 52 Prozent der Frauen, aber nur 43 Prozent der Männer klagen über höhere Arbeitsbelastung, mehr Kontrolle, Überwachung und Stress. Das zeigt auch, dass die Macho-Kultur in Unternehmen immer noch verbreitet ist, auch in Start-ups.

Auch wird der Kampf um begehrte Arbeitsplätze härter, und es ist nicht anzunehmen, dass Männer sich in Zukunft weniger um gute Jobs bemühen werden.

Nicht alle Männer sind machtgierige Egoisten

Bei der ganzen Debatte ist es aber auch nicht unbedingt förderlich, grundsätzlich alle Männer als machtbesessene Egoisten darzustellen und alle Frauen als hilflose Opfer. Denn es ist nicht notwendigerweise die Schuld der männlichen Kollegen, wenn der Arbeitsplatz keine Flexibilität bietet, um das Kind morgens in die Kita zu bringen oder am Nachmittag abzuholen – was übrigens auch Väter tun. Klar ist: Wenn sich mit dem digitalen Wandel Unternehmensstrukturen nicht verändern und sich besser an aktuelle Lebensweisen von Männern UND Frauen anpassen, verlieren am Ende alle.

Deswegen betont Sheconomy-Autorin Christiane Funken auch, dass es ihr nicht darum geht, Frauen gegen Männer aufzuspielen. Vielmehr sei es so, dass Geschlechterrollen sich ohnehin immer mehr verschieben und verändern. Männer wollen genau so mehr Freizeit haben oder Zeit mit der Familie verbringen wie Frauen.

Das bestätigen auch Zahlen des Zukunftsinstituts in einer Untersuchung zum „Female Shift“ in der Arbeitswelt. Demnach glauben 65 Prozent der Männer, dass beide Elternteile gleichberechtigt für die Kindererziehung verantwortlich sind. Oft gehen Wunsch und Realität noch auseinander, doch immerhin nimmt bereits jeder vierte Mann in Deutschland Elternzeit in Anspruch. Frauen wiederum nehmen Machtpositionen selbstbewusster an als noch vor 20 Jahren. So birgt die Arbeitswelt der Zukunft idealerweise nicht mehr Chancen für Männer oder für Frauen, sondern für alle.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • FACEBOOK faz: Facebook spielt mit den Zeitungen Verstecken: Ganz still und leise hat Facebook jetzt einen zweiten Newsfeed eingeführt. Der „Explore Feed“ soll den Nutzern veröffentlichten Content von Seiten anzeigen und so klar getrennt vom Feed des Freundeskreises sein. Das Projekt startete Facebook zunächst in sechs Ländern, u.a. in der Slowakei. Vor allem dort trifft des die kleineren journalistischen Angebote in einer politisch heiklen Zeit besonders. Dort finden am 4. November Regionalwahlen statt und die Änderung des Feeds könnte dementsprechend die Meinungsbildung beeinflussen. Denn wer Traffic und Sichtbarkeit im Feed möchte, der müsse auch entsprechend zahlen. Ob das jetzt wirklich ein „Explore Feed“ oder doch mehr eine große Filterblase ist, bleibt abzusehen

  • DROHNEN wired: „Terroristen dürfen keinen Zugriff auf unsere Drohnen-Schwärme erhalten“: Der Staat erobert sich den Luftraum zurück! Seit Anfang des Monats gibt es im deutschen Luftraum wieder neue Regeln für Drohnen-Besitzer. Jetzt sind Plaketten vorgeschrieben und für manche Modelle sogar ein Führerschein. In den USA hingegen sind die Drohnen-Regularien etwas lockerer und dementsprechend entwickelt man sich schon hin zur vermehrten professionellen Nutzung der Flugfahrzeuge, etwa durch Lieferdienste. Der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik Wolfgang Rudischhauser sieht aber genau darin ein großes Sicherheitsproblem. So geht laut ihm eine terroristische Gefahr von autonomen Fahr- und Flugzeugen aus, die nicht unterschätzt werden und mit entsprechenden Regeln bedacht werden sollte.

  • AMAZON techcrunch: Amazon takes on office supply retailers with launch of Business Prime Shipping: Gestern verkündete Amazon für die US und Deutschland eine neue Sparte der Prime-Mitgliedschaften. Bereits seit Dezember 2016 war die Business-Plattform in Deutschland verfügbar, jetzt wird mit Business Prime Shipping auch die bereits bestehende Prime-Versandart auch für Amazon Business Accounts angeboten. Das soll Firmen ermöglichen, Bürobedarf in größeren Mengen zu bestellen. Amazon tritt damit, wie so oft, in direkte Konkurrenz mit dem Handel.

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Die Netzpiloten sind Partner der VR/AR Excellence Days

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In Hamburg finden am 27. und 18. Juni die VR/AR Excellence Days statt. Die Veranstaltung präsentiert die beiden Technologien in einem geschäftlichen Kontext. Die Leitfragen sind: Wie können VR und AR erfolgreich zur Steigerung des Unternehmensergebnisses eingesetzt werden? Wie können neue Kunden erreicht und wie die Loyalität bestehender Kunden gefestigt und ausgebaut werden? Und wie können VR & AR die Markenstrategie positiv beeinflussen?

Der erste Veranstaltungstag zeigt, wie Handel und Marken die Technologien nutzen können. Folgende Themen stehen auf dem Programm:

  • New Retail Realities: Wie der Einsatz von VR und AR das Shopping-Erlebnis verändert
  • Disrupting Retail: Mixed Realities – New Possibilities
  • Wo stecken heute schon Umsätze? Die Produktkategorien von VR und AR
  • AR Visions: Das erweiterte In-Store Einkaufserlebnis
  • Store inside my head: Virtuelle Shoppingwelten

Am 28. Juni, dem zweiten Veranstaltungstag, ist ein Blick auf VR und AR im Business geplant:

  • Magische Momente: VR und 360°-Storytelling
  • Zukunft der Mobilität mit VR und AR
  • Virtuelle Reiseplanung: Im Kopf schon am Strand?
  • Wenn Realität virtuell wird, was ist dann real?
  • Unterhaltung und Mehrwert: VR und AR in Media & Entertainment

Über 20 Experten sind für euch vor Ort. Freut euch zum Beispiel auf:

Die Location ist das Steigenberger Hotel in Hamburg.

+++ Rabattaktion +++

Mit uns kommt ihr günstiger an Tickets! Ihr erhaltet 15 Prozent Rabatt auf den Ticketpreis. Gebt dazu einfach hier den Code „M-VRAR17-MP1“ und sichert euch eure vergünstigten Tickets!

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Die Netzpiloten sind Partner der Nürnberger Web Week

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In Nürnberg findet vom 15. bis zum 22. Mai die Nürnberger Web Week statt. Hier kommen alle Business Professionals und all die, die ihre berufliche Heimat im Internet gefunden haben. Zu den Themen, zu denen es bei der Nürnberger Web Week Vorträge geben wird, gehören:

  • Online Marketing
  • Webentwicklung
  • Social Media
  • E-Commerce
  • SEO
  • Programmierung

Die Nürnberger Web Week bietet als Veranstaltung selbst nur einen Rahmen für viele kleine, einzelne Events, z.B. das 9. Barcamp Nürnberg 2017, das Devops Camp 17 oder das Coderdojo Nürnberg #8. Deshalb könnt ihr euch nicht allgemein für alle Events, die im Rahmen der Nürnberger Web Week stattfinden, anmelden, sondern müsst euch für alle Veranstaltungen anmelden, die euch interessieren. Grund hierfür ist, dass die einzelnen Veranstaltungen zu verschieden in der Art der Organisation sind.

Zu den Hauptaspekten der Nürnberger Web Week gehören die fachliche Expertise und Networking. Ihr trefft Experten und Entscheider der Webszene aus der Metropolregion Nürnberg. Nutzt die entspannte Atmosphäre und kommt mit kreativen Köpfen ins Gespräch. Interessierte, Professionals, Nerds and Geeks und alle, die sich im Internet zuhause fühlen sind auf der Nürnberger Web Week genau richtig.

Bei Twitter bleibt ihr unter dem Hastag #NUEWW auf dem Laufenden. Hier kommt ihr zum Programm und zu den einzelnen Anmeldungen. Wir wünschen euch viel Spaß!

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Netzpiloten sind Partner des nextMedia.Elevator

Die Bewerbungsphase hat bereits begonnen, aber bis zum 15. Mai 2017 könnt ihr immer noch beim Startup-Wettbewerb „nextMedia.Elevator“ mitmachen. Bewerbt euch mit euren Hamburger Startup aus der digitalen Wirtschaft und reicht ganz einfach eure Pitch-Decks ein. Sichert euch einen der zehn Plätze in der finalen Runde am Veranstaltungstag.

Wenn es dann soweit ist, könnt ihr eure Ideen im Format des „Business-Idea-Speed-Dating“ einer Fachjury – die aus namenhaften Kapitalgebern, Unternehmern und Branchenkennern besteht – präsentieren und sie von euch überzeugen. Unter anderem werden dann Experten wie Dr. Heiko Milde – IFB Innovationsstarter – oder Eva-Maria Bauch, von G+J, eure Pitch-Decks bewerten.

Im Anschluss werden die Gewinner bekannt gegeben, aber was könnt ihr eigentlich gewinnen? Preisgelder im Gesamtwert von 8.000 Euro. Zudem darf sich der Sieger über eine Nominierung des Wettbewerbs für den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Existenzgründer freuen. Außerdem können die ersten drei Plätze an der Gala Veranstaltung des Hamburger Gründerpreises teilnehmen. Aber nicht nur das: Erhaltet zusätzlich spannende Kontaktmöglichkeiten zu Venture Capitalists und Experten der Gründerszene.

Also nutzt die Chance, gewinnt den begehrten Startup-Award und stellt eure innovativen Ideen einem erstklassigen Publikum vor und positioniert euch an der Spitze. Voraussetzung ist, dass ihr innerhalb der letzten drei Jahre euer Startup gegründet oder die Gründung geplant habt. Wer mehr über die Teilnahme wissen möchte, der kann sich auf nextmedia-hamburg.de weitere Informationen einholen.

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Die Netzpiloten sind Partner beim Year of the Rooster

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In München findet am 27. April das Festival Zukunft des Digital Business im Year of the Rooster statt. Das Motto lautet dieses Jahr „Where Robots meet Buddhas“. Eingeladen zu dem Event sind Führungskräfte, buddhistische Mönche, Bestseller-Autoren und Gründer aus der Technologie-Szene. Hier sind einige der Themen, die bei dem Festival auf der Agenda stehen werden:

  • Zukunft der Arbeit und Bildung
  • Digitale Führung und persönliche Entwicklung
  • Zukunft der Medien und des Marketing
  • Internet der Dinge
  • Digitale Technologien
  • Achtsamkeit und Wohlbefinden

Warum teilnehmen?

Der Veranstalter, die Freeformers GmbH, nennt einige Gründe, die dafür sprechen, an dem Event teilzunehmen:

  • Interaktive Workshops rund um App Prototyping, Design Thinking, Live Video, Drohnen und Blockchain
  • Verständnis der Schlüsselthemen, die die digitale Wirtschaft streifen: Internet der Dinge, VR, Robotics, Zukunft der Medien, der Mobilität und der Arbeit.
  • Speed Networking, internationale „Movers and Shakers“ großen Marken treffen, Startups und Agenturen
  • Internationale Speaker aus den USA, Australien, Deutschland, der Schweiz und Großbritannien

Seht euch hier den Trailer für die diesjährige Veranstaltung an:

Beim Year of the Rooster erwarten euch viele Experten, die ihr Wissen gerne mit euch teilen. Unter anderem vor Ort sein werden:

Die Veranstaltung findet in München im Kulturzentrum Backstage statt. Hier könnt ihr eure Tickets kaufen.

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Narrative Simulationen von digitaler Rebellion – Wie Erzählungen die Ökonomie umformen

calculator (adapted) (Image by stevepb [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Professor Robert Shiller von der Yale-Universität wundert sich, warum sich die Ökonomen-Zunft nicht stärker mit dem Faktor der Narration beschäftigt, um wirtschaftliche Schwankungen zu erklären. Also Erzählungen, die sich wie ein Virus verbreiten, neudeutsch viral werden oder sich als Mem entpuppen und das Denken und Handeln der Menschen beeinflussen. Die Kollegen des Wirtschaftsnobelpreisträgers Shiller haben vielleicht Besseres zu tun. Die meisten. Sie arbeiten lieber mit Gleichungen, rechnen mit allgemeinen Gleichgewichtsmodellen, fabulieren von Angebots- und Nachfrageströmen und laufen der Illusion hinterher, mit Preisen und der Entwicklung der Geldmenge das wirtschaftliche Geschehen zu erläutern.

Ursache- und Wirkung-Irrtümer in der Ökonomik

Dabei sind sie häufig nicht in der Lage, in ihren Formeln Wirkungen und Ursachen zu unterscheiden. Es passiert sogar, dass sie den ceteris paribus-Variablen kausale Wirkungen zuschreiben. Oder die Wirkungen gehen ihren Ursachen voraus. „Die Werte der Variablen können nur anhand dessen ermittelt werden, was sie eigentlich erklären sollen“, so Tobias Schmidt zum Phänomen der Zirkelschluss-Ökonomie, die man nicht widerlegen kann und somit wissenschaftstheoretisch eher der Theologie zuschreiben sollte.

Die Schwächen der Theorie werden dennoch weggebügelt, etwa von einem FAZ-Leser aus Mörfelden-Walldorf: „So wichtig und zum Teil sogar amüsant solche ‚Narrative’ im Einzelfall auch sein mögen, so können sie doch eine systematische theoretische Durchdringung von wirtschaftlichen Großkrisen mit Hilfe mathematischer Modelle nicht ersetzen.“ (Erinnert Euch an das Ursache-Wirkung-Verwirrspiel der ceteris paribus-VWL-Theologen, Anm. d. Autors).

„Von daher erscheint es mir wichtiger, die praktische Anwendung solcher Modelle etwa durch einen Ausbau der ökonometrischen Forschung zu verbessern, als nach lustigen oder auch weniger lustigen Anekdoten und Erzählungen zu suchen.

Auch gegen noch mehr und bessere praktische Beispiele in der Volkswirtschaftslehre, wie es der langjährige Doyen der Wirtschaftswissenschaften, Paul Samuelson, in so vorbildlicher Weise vorgeführt hat, sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit angrenzenden Disziplinen wie der Geschichte, der Politologie, der Soziologie oder der Psychologie wäre meines Erachtens nichts einzuwenden. Aber Narrativ-Ökonomie? Nein, danke!“

Schumpeter war in Bonn weiter

Was der Doktor dort zu Papier gebracht hat, würde einem wohl auf fast jeder VWL- oder BWL-Fachtagung entgegen geschleudert werden. Wer die Gottheiten der Mainstream-Ökonomik antastet, erntet „Nein, danke“-Repliken. Dabei waren Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland schon einmal weiter, etwa Joseph Schumpeter, der in seiner Lehrtätigkeit an der Bonner Universität der mentalen Verfassung der Gesellschaft nachging. Die So­zio­lo­gie taucht nicht zu­fäl­lig so häu­fig in seinen Vor­le­sun­gen auf. 

Wirtschaftsordnung und mentale Verfassung der Gesellschaft

Als er 1927 sei­nen ers­ten Auf­ent­halt als Gast­pro­fes­sor an der Har­vard Uni­ver­si­tät an­trat, hat­ten sich die dor­ti­gen So­zio­lo­gen noch nicht vom wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen In­sti­tut ab­ge­spal­ten, um eine selb­stän­dige „Gruppe für So­zi­al­be­zie­hun­gen“ zu bil­den. Das er­wies sich für Schumpe­ter als glück­li­cher Um­stand, denn seine ei­gene Be­trach­tungs­weise der Ökonomie ori­en­tierte sich im­mer stär­ker an der So­zio­lo­gie. Er war be­strebt, un­an­ge­mes­sene Ver­ein­fa­chun­gen zu ver­mei­den. Seine Hin­wen­dung zu ei­ner in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Sicht­weise des öko­no­mi­schen Ge­sche­hens brachte er be­reits 1926 in ei­nem Auf­satz un­ter dem Ti­tel „Gus­tav von Schmol­ler und die Pro­bleme von heute“ zum Aus­druck. Darin wür­digt er Schmol­ler da­für, das Feld der Na­tio­nal­öko­no­mie über die Gren­zen der rei­nen Theo­rie aus­ge­wei­tet zu ha­ben.

Schmol­ler habe ge­mein­sam mit Max We­ber ei­ner neuen Art von his­to­risch fun­dier­ter Wirt­schafts­so­zio­lo­gie oder So­zi­al­öko­no­mie den Weg ge­wie­sen. Das war sei­nen ei­ge­nen For­schun­gen ge­schul­det und sei­nen Er­fah­run­gen in Po­li­tik so­wie Ge­schäfts­le­ben. Belege für diese These finden in dem Aufsatz von 1928 „Die Ten­den­zen un­se­rer so­zia­len Struk­tur“.

Hier un­ter­sucht Schum­pe­ter die Dis­kre­panz zwi­schen der Wirt­schafts­ord­nung Deutsch­lands und der So­zi­al­struk­tur. Die Wirtschaftsorga­ni­sa­tion war ka­pi­ta­lis­tisch, die deut­sche Ge­sell­schaft war aber in ih­ren Ge­bräu­chen und Ge­wohn­hei­ten nach wie vor in länd­li­chen, ja so­gar feu­da­len Denk­wei­sen ge­fan­gen – heute in­dus­trie­ka­pi­ta­lis­tisch. Die öffentliche Meinung hinkte der wirtschaftlichen Realität hinterher, mit fatalen Folgen für den Arbeitsmarkt.

Hipster-Scheiß mit Ausbeutungsabsichten

Virus, Frame oder Mem – hier geht es nicht um lustige Geschichten oder Anekdoten, es geht um die Orientierung der Menschen, die zu massiven Veränderungen der Volkswirtschaften führen können. Etwa die Story vom anarchischen Sillicon Valley, die in Wahrheit nur ein lauwarmer Hipster-Scheiß zur Rechtfertigung von unentgeltlich geleisteter Arbeit ist. Nach Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers Philip Mirowski sei das eine der wirksamsten Erzählungen zur Simulation von Rebellion. Man erzeugt eine blumige Fata Morgana, um den Menschen das Gefühl eines vollständigen Ausstiegs aus dem Marktsystem zu geben, um dieses Gefühl dann für Marktprozesse in Dienst zu nehmen.

Das Aufbegehren gegen das kapitalistische Establishment mit einer frechen Hacker-Kultur ist ein gigantisches Täuschungsmanöver. Dieses eigentümliche Hybrid aus freiwilliger unbezahlter Arbeit, hierarchischer Kontrolle und Kennzahlen-Orientierung in den Silicon Valley-Konzernen sowie kapitalistischer Aneignung sei in der gegenwärtigen Ära der Netzökonomie so vorherrschend geworden, dass manche darin eine neuartige Wirtschaftsordnung sehen. Der freiwillige Verzicht auf die Vergütung wertvoller Leistungen sorgt für satte Renditen bei den kalifornischen Technologie-Champions. Man bekommt als Gegenleistung das vage Versprechen, „Reichweite“ zu ernten und Netzwerke knüpfen zu können. „Für weniger als einen Hungerlohn erfüllen überqualifizierte Bittsteller die niedrigsten Aufgaben“, moniert Mirowski.  

Illusion von Freiheit und Selbstbestimmung

Das färbt auch auf die traditionelle Wirtschaft ab. Man baut auf die Freelancer-Ökonomie und lässt die Freiberufler im Geist der Selbstbestimmung und Freiheit mit mickrigen Honoraren vor die Wand laufen. Hauptsache, alle haben ein gutes Gefühl im Duz-Modus.

Das Notiz-Amt sieht die Notwendigkeit, diesen Teil der Geschichte neu zu erzählen. Etwa über den Haudrauf-Unternehmer Oliver Samwer, der sogar sterben würde, um zu gewinnen. Think big hat er seinen Leuten als Losung aufgegeben. Execution now, lautet einer seiner Lieblingsbefehle. Da hilft nur weglaufen und den Mittelfinger zeigen: „Mir widerfuhr die traurige Ehre, dass ich nur drei Tage Personalchef von Groupon war und mit den Samwer-Brüdern zusammen gearbeitet habe, bis ich mich mit einem dieser Typen so anlegte, dass ich in der Mittagspause gegangen bin“, erläutert Heiko Fischer von Resourceful Humans.

Jungunternehmer-Pornohefte feiern Vulgärkapitalisten

Den Führungsstil solcher Karrieristen müsse man aufbrechen. Nicht nur das. Man muss ihnen in der Öffentlichkeit die Leviten lesen und sie entlarven. Etwa die Geschichten im Jungunternehmer-Pornoheft Business Punk, in dem die neue Unanständigkeit gefeiert und Arschlöcher wie Uber-Gründer Travis Kalanick abgejubelt werden. Es ist ja auch abgefahren, wenn jemand Gesetze für sinnlos hält, Steuerhinterziehung predigt und staatliche Regeln mit exterritorialen Insel-Pseudostaaten aushebeln will.

Öffentliche Kontrolle, anstrengende und zeitraubende Gesetzgebungsverfahren stören die Business Punker. Als Ergebnis bekommen wir repressive Toleranz, wie es Herbert Marcuse formulierte. Repräsentiert von Vulgär-Kapitalisten wie Donald Trump. Antidemokratische Systemzersetzung im Geiste egozentrischer Machtspiele á la Peter Thiel.

Auch das ist Teil der narrativen Ökonomie, die man endlich öffentlich und ohne Schongang debattieren sollte.


Image (adapted) „calculator“ by stevepb (CC0 Public Domain)


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Destination Check: Digital Business Preview 2017

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Sogar Schafe werden jetzt mit dem Alptracker von Tecsag smart. Image by Lisa Kneidl

Die Digital Business Preview ist das alljährliche Preview-Event im Vorfeld des Mobile World Congress, vom 27. Februar bis 02. März 2017 und der CeBit, vom 20. bis 24. März 2017. Sie findet in kurzem zeitlichen Abstand an den Standorten Hamburg und München statt und versammelt IT-Unternehmen, Presse-Vertreter und innovative Hersteller zum regen Austausch und networking. „Internet of Things“, „Big Data“, „Chatbots“ und „Blockchain“ waren in diesem Jahr die großen Schlagworte.

„Alles wird smart! Die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz sind erstaunlich, aber auch beängstigend.“, so beschreibt Veranstalter und Moderator Peter Becker einleitend den Status Quo in der IT-Welt. Das Internet der Dinge ist im gewerblichen und privaten Raum angekommen und beinahe alles Erdenkliche kann mittlerweile auch als Smart-Artikel auf dem Markt gefunden werden.

Doch was Raum für Innovation bietet, kann auch Gefahren bergen, so können smarte Produkte auch schnell kompromittiert werden. Knud Lasse Lueth betonte, dass vor allem die USA in Sachen Smart-Home den Deutschen um einiges Voraus ist, vor allem ein Artikel wie Amazons Alexa war auf der vergangenen CES großes Thema.


Veranstalter: Peter Becker, Moderator der Digital Business Preview


Wie war Ihr Gesamteindruck?

Ich glaube, wir leben in sehr lebendigen Zeiten, wo die Technologie mehr und mehr unser Leben und unsere Arbeitswelt prägt und die Gesellschaft verändert. Es geht nicht nur um neue Produkte,

die auch zu sehen sind, vom neuesten Smartphone bis hin zum Paket-Butler oder zur ersten App, die mir Geld auszahlt, als erste digitale Essensmarke. Es geht auch darum, über den Tellerrand zu schauen und auch die Technologie zum Greifen in ihren Auswirkungen. Das ist eine sehr schöne Mischung gewesen, die wir heute erlebt haben, zwischen Hardcore-Tech- und Security-Themen, neuen Produkten, aber auch beim Berichten muss man über den Tellerrand hinausschauen. Alles wird intelligent, wie beispielsweise künstliche Intelligenz, die in Deutschland leider noch völlig unterbelichtet ist. Wir sehen die Rieseninvestments von Google und Facebook in diesen Bereichen und auch bei der CES war KI das vorherrschende Thema.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Ich habe gerade sehr positives Feedback von einem Kollegen bekommen, der sagte, dass die Mischung stimme. Es inspiriert einen und es ist von allem etwas dabei, es wäre lange nicht so gut gewesen.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Ich hielt viele Sachen für sehr originell und witzig, beispielsweise auch die Sache mit den Schafen aus der Schweiz! Es lässt sich nur schwer herunterbrechen.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Jedem, der sich für Technologien interessiert. Jedem, der wissen will, wie sich unser Leben und unsere Arbeitswelt verändern. Jedem, der in Kontakt mit der Zukunft bleiben will und Inspiration und eigene Geschäftsmodelle entwickeln möchte, aufgrund von Techniken, die hier vorgestellt werden. Wir erleben das unmittelbare Gespräch auch mit denjenigen, die Technologien und Innovation anbieten, das ist, glaube ich, sehr sinnführend.


Speaker: Udo Schneider, Security Evangelist bei Trend Micro


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Image by Udo Schneider

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Die Digital Business Preview ist für uns ein sehr interessanter Termin im Jahr, um sehr früh Informationen zu bekommen, was auf der CeBit und was thematisch übers Jahr präsentiert werden wird. Sowohl von Sicherheitsherstellern als auch von den Interessen des Kunden her, oder was für Partner interessant ist und zu neuen Geschäftsmöglichkeiten führen kann. Die Veranstaltung ist weniger CeBit-spezifisch und kann als Ausblick und Erdung für das Branchen-Jahr angesehen werden.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Was ich an der Preview sehr gerne mag, ist das große Spektrum an Sprechern. Zum einen gibt es Sprecher von Firmen im Consumer-Bereich oder im großen Firmen-Bereich, mit ganz verschiedenen Themen und solchen, die man normalerweise so nicht mitbekommt. Es ist ein sehr interessanter und breiter Themen-Überblick, was insofern interessant ist, weil diese Themen erfahrungsgemäß dann sehr lange vorhalten. Es kommt vor, dass wir gegen Ende des Jahres Gespräche mit Kunden und Partnern führen, die im gleichen Jahr hier auf der Preview vorgestellt wurden.

Die Langlebigkeit der präsentierten Themen ist also enorm und die Veranstaltung dementsprechend sehr interessant – und das in einer sehr schnelllebigen Branche. Gerade, weil auch erfahrungsgemäß die meisten Sprecher der Veranstalter keine klassischen Produkt-Präsentationen machen, sondern es werden sehr visionäre Themen und Ansätze präsentiert, die weniger an Produkte, sondern eher an Vorgehensweisen gebunden sind. Das sind Informationen, die deutlich langsamer veralten als Produktupdates.

Wir profitieren sehr lange von dieser Veranstaltung! Wenn wir Themen hier präsentieren, die dann auf der CeBit aufbereitet werden, kommt es durchaus vor, dass wir von Kunden und der Presse teilweise Monate später auf das jeweilige Thema angesprochen werden. Für uns ist diese Veranstaltung quasi der Auftakt für die Pressearbeit des ganzen jeweiligen Jahres, von der wir lange profitieren.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Die Veranstaltung würde ich jeder Firma empfehlen, die auf IT-Messen präsent ist, die Produkte oder Lösungen haben, die vielleicht erklärungsbedürftig und nicht auf den ersten Blick verständlich sind, wo aber eine Berichterstattung für die Messen wünschenswert ist. Hier ist die Zeit Visionen und Konzepte vorzustellen und zu erklären deutlich besser gegeben, als im hektischen Messe-Alltag.

Gerade Lösungen, die auch ein wenig Nachdenken erfordern, sind hier sehr gut zu präsentieren, weil man erfahrungsgemäß mehr Zeit hat, diese zu zeigen und zu erklären. Die Berichte und entsprechenden Mitteilungen über die Preview werden dann passend zu den jeweiligen kommenden Messen geschrieben und veröffentlicht. Wenn es Themen sind beispielsweise komplexer sind und wenig „catchy“ sind, würde ich die Preview den jeweiligen Firmen empfehlen.


Aussteller: Thomas Uhlemann, Security Specialist bei ESET


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Image by Thomas Uhlemann

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Wie jedes Jahr ein gutes Treffen der entscheidenen Pressevertreter, die wir hier erwarten und die uns als Multiplikatoren dienen sollen. Die CeBit ist ganz klar eine Landmarke im Jahreskalender, auch wenn wir direkt an der CeBit nicht mehr teilnehmen. Die Preview ist aber immer eine gute Gelegenheit, Produkte zu platzieren, zu informieren und Content an die Medienvertreter zu liefern, was das Thema „IT-Security“ im kommenden Jahr betrifft.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Erwartungen sind erstmals das Networking, also bestehende Kontakte zu pflegen, neue Kontakte zu knüpfen und auch das Bewusstsein für unsere Firma auf dem Markt weiter auszubauen. Das wird auch jedes Jahr erfüllt, weswegen wir auch jedes Jahr mit dabei sind.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Es ist wie immer gut überschaubar, das heißt, es ist genau das richtige Angebot an Ausstellern in meinen Augen, es wird nicht überfrachtet, weil sonst einzelne Informationen verloren gehen würden. Wichtige Innovationen sind auch hier. Beispielsweise halte ich das Sport-Sponsoring Sponsoo für ein gutes Projekt und glaube auch, dass das funktionieren kann. Damit habe ich mich neben altbekannten Playern am meisten beschäftigt. Hier findet sich quasi ein guter Querschnitt wieder.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

In der B2C-Presselandschaft hat sich dieses Event etabliert, deswegen sollte die auf jeden Fall kommen, natürlich als Multiplikatoren für die End-Anwender. Ich glaube nicht, dass es für End-Andwender Sinn macht, herzukommen. Wünschen würde ich mir, dass tatsächlich auch mal neue Medien ihren Weg hierher finden, also mehr dedizierte Internet-Medien als klassische Verlagshäuser und Redaktionen, die aus dem Fernseh- oder Printbereich kommen.


Besucher: Oliver Berger, Consulting Director bei ERFAHRENHEIT


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Image by Oliver Berger

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Ich kann das nur in Relation zu den Previews vorher sehen. Ich beginne mit einer Anekdote: Als ich heute hier hereinkam, steuerte ich auf den großen Saal, in dem die Veranstaltung normalerweise stattfand, und war ein bisschen irritiert, dort nichts vorzufinden. Mit Glück habe ich mich dann umgesehen, den Treppenaufgang zur Veranstaltung gesehen und war dann sehr erstaunt, nur etwa sechs Aussteller vorzufinden, die dann zum Teil auch wiederholt hier sind.

Bei manchen muss ich mich auch fragen, wo der Innovationsfaktor war. Ich hab sowieso über die Jahre nicht verstanden was Pearl hier macht. Sie nutzen das Event natürlich als Kommunikationsanlass, sie können sagen, sie waren auf einer Preview zur CeBit und tauchen in der Presse auf. Der tatsächliche Mehrwert der Veranstaltung für den Großteil erschließt sich mir aber nicht, insbesondere weil Sie sich auch aggressiv vermarkten. Ich habe mit den Verantwortlichen des Alptrackers gesprochen und die wurden tatsächlich aktiv vom Veranstalter angesprochen und für das Event gewonnen.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Die Frage nach der Berechtigung dieser Veranstaltung versuche ich tatsächlich seit vielen Jahren zu beantworten. Die Veranstalter sind zwar freundlich, aber beratungsresistent. Meiner Meinung nach schwindet die Bedeutung der Veranstaltung von Jahr zu Jahr. Früher war es größer, internationaler und es gab sehr viel mehr Aussteller und Journalisten. Fazit: Wäre ich nicht jemand, der in Hamburg lebt und arbeitet, wäre ich nicht hergekommen.

Auch Veranstaltungen wie die CeBit halte ich in Teilen für überflüssig. Der einzige Grund, wieso man auf solche Veranstaltungen überhaupt noch geht, ist, wie bei Konferenzen auch, die Möglichkeit des Austauschs mit vielen Menschen zum selbigen Thema. Man hat also eine große Zeitersparnis durch solche Events, so habe ich auf der CeBit beispielsweise die Möglichkeit, über Zulieferer eines bestimmten Produktes aus Asien und deren Arbeitsweise zu informieren und muss dazu nicht extra dorthin reisen. Letztendlich muss man dort aber sowieso hinreisen und sich selbst überzeugen. Ich glaube also nicht, dass diese Veranstaltung noch häufiger als ein Mal stattfindet, wenn sich das so weiterentwickelt. Ich komme tatsächlich hierher, um mich mit Kollegen aus dem gleichen thematischen Umfeld auszutauschen. Das schätze ich und es interessiert mich an Konferenzen und Messen generell.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Es gab hier doch auch Highlights im Sinne von Innovationskraft, für mich ganz klar Christian Bennefeld mit eBlocker. Nicht nur, weil das ein Produkt ist, das tatsächlich gerade während der Ära Trump gebraucht wird. „Privacy“ in jeglicher Hinsicht, ob jetzt im öffentlichen Raum oder im privaten Umfeld, ist ein wichtiges Thema und das ist darum auch auf jeden Fall eine Innovation, die jetzt hier auf dem Event tatsächlich auch vorgestellt wird.

Hierfür trifft tatsächlich alles zu, was für die Veranstaltung angekündigt wurde: es ist ein innovatives Produkt, sie stellen heute die neue „Family-Edition“ vor und es ist tatsächlich vom Kosten-Nutzen-Faktor her ein Produkt, das sich jedes Unternehmen leisten kann. Für jemanden, der hierher kommt und sich informieren will, hat das auf jeden Fall einen Mehrwert. Anders sehe ich das beispielsweise bei der Paket-Ablage-Box (Anm. d. Red.: die Rede ist vom PaketButler), weil ich in Anbetracht von Problematiken wie Vandalismus oder Diebstahl darin keinen Sinn sehe. Amazon mit ihrem angedachten Drohnen-Lieferservice überspringen dieses Problem einfach.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Wenn ich mich hier umsehe, sind mindestens die Hälfte der Besucher männlich und über 50 und das hat möglicherweise auch seinen Grund. Einfach weil das eine Zielgruppe ist, – Achtung, Vorurteil! – die wenig affin damit ist, sich ihre Informationen selbst zusammenzusuchen. Sie suchen das Gespräch und müssen das Produkt anfassen können. Letztendlich ist es ein Branchenevent, ich freue mich wie gesagt über den Austausch und die Fachsimpelei mit Branchenkollegen.

Tatsächlich würde ich dem Veranstalter empfehlen, die Veranstaltung zu modernisieren. Warum lädt man Leute ein, die Geld bezahlen, um ihr Produkt zu bewerben und nicht etwa den ein oder anderen Experten zu den hier behandelten Themen? Wo ist also beispielsweise jemand, der zum Thema „Internet of Things“ sprechen kann? Wieso ist nicht etwa Martin Szugat von Datentreiber hier, der die Predictive Analystics World als Berater bedient? Er könnte einen guten, verhältnismäßigen und vor allem produktungebundenen Einblick in das Thema Big Data geben und darüber informieren, was uns noch erwartet. Das wäre tatsächlich ein Mehrwert für den Fachbesucher, da er eine unabhängige Meinung vertreten würde. Ich würde hieraus mehr eine Konferenz machen, samt angeschlossener Hausmesse, bei dem sich die Aussteller am Konferenz-Programm beteiligen können.


Images by Udo Schneider, Thomas Uhlemann, Oliver Berger


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Trump-Ideologie hinter der Bubblegum-Hippie-Fassade im Silicon Valley

startup (adapted) (Image by StartupStockPhotos [CC0 Public Domain] via Pixabay)

In der Wirtschaft geht es immer um Wertentscheidungen. Jeder ökonomische Formelkonstrukteur ist gefordert, seine Weltsicht zu erklären. Das gilt auch für jene, die auf Bühnen über die Notwendigkeit der Digitalisierung schwätzen, aber sich in Wirklichkeit hinter Begriffskaskaden verstecken. Die Keynote-Dauerredner sprechen von Digitaler Transformation, Digitalem Darwinismus (sozusagen die Donald Trump-Variante des Business-Darwinismus), Disruption oder Innovation, erläutern aber nicht, welche Programmatik dahinter steckt.

„Wenn wir wirklich eine inklusive, nachhaltige und verantwortliche Gesellschaft und Ökonomie wollen, müssen wir unsere Bilanzen und Logiken ändern. Ich halte das für fundamental. Was sind die grundlegenden Paradigmen und Theorien der Ökonomie? Die sind implizit normativ. Am Ende ist Digitalisierung kein Selbstzweck. Es gibt auch keinen Determinismus* (*=Die Anschauung, dass alle Ereignisse im Voraus festgelegt sind und es keinen freien Willen gibt, Anm. des Autors). Wir haben gestalterische Freiheiten. Wohin führen unsere Denkansätze?“, fragt sich Winfried Felser in der netzökonomischen Ideenrunde.

Wie gerecht ist die Netzökonomie?

Darüber denkt in der digitalen Technologieszene kaum einer nach. Umso mehr müsste sich die Wirtschaftswissenschaft mit diesen Fragen beschäftigen, fordert Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal-Instituts.

Die Ökonomik sollte etwas zu möglichen und wünschenswerten Szenarien in der Zukunft sagen. Sie muss wieder Möglichkeitswissenschaft werden: Wie könne eine Ökonomie aussehen, die die Produktivitäts­fortschritte der Informationswirtschaft für einen Wohlstand nutzt, der bei möglichst vielen Menschen ankommt? „Sind Postwachstums­gesellschaften denkbar, die dennoch eine hohe Lebensqualität für zehn Milliarden Menschen innerhalb der planetaren Grenzen schaffen? Wie sehen Perspektiven für einen zeitgemäßen Kapitalismus aus? Ein solches Zielwissen ist normativ, die zugrunde liegenden Normen bedürfen der Explizierung und der Begründung“, so Schneidewind.

Tschakka-Weisheiten im Killermodus

Im Silicon Valley ist davon wenig zu spüren. Da findet man eher eine Menge Donald Trump-Ideologie, auch wenn die kalifornischen Protagonisten der Netzökonomie das empört zurückweisen würden: Das Dasein sei ein Dschungel, in dem man bereit sein muss, zu kämpfen – das ist das Credo von Trumps „kontrollierter Paranoia“. Überleben werde nur der Stärkere. Für den neuen Präsidenten der USA gibt es nur zwei Sorten von Menschen: Gewinner und Verlierer, man ist entweder das eine oder das andere. „Sei ein Killer“, so der „pädagogische“ Leitspruch seines Vaters.

Den ideologischen Überbau für den donaldistischen Siegeszug lieferte der evangelikale Tschakka-Wanderprediger Norman Vincent Peale, Autor des Bestsellers  „The Power of Positive Thinking“: „Formuliere und präge deinem Verstand ein mentales Bild von dir selbst als jemand ein, der Erfolg hat. […] Halte hartnäckig daran fest. Lass es niemals verblassen. Denk nie von dir selbst als jemand, der versagt“, so die anarcho-kapitalistischen Phrasen von Peale. Bei Trump wird das Prinzip zur Manie: „Ich gewinne, ich gewinne, ich gewinne immer. […] Am Ende gewinne ich immer, ob nun beim Golf, beim Tennis oder im Leben, ich gewinne einfach immer. Und ich sage den Leuten, dass ich immer gewinne, weil ich eben immer gewinne.“ Und wenn er nicht gewinnt, straft er die Leute eben ab, die nachweisen, dass er nicht immer gewonnen habe. Oder er empfiehlt gar die Übernahme oder gar Schließung von Institutionen, die seinem Siegeswahn im Wege stehen.

Hütchenspieler im Tal der Zukunft

Plappern die Papageien im „Tal der Zukunft“ einen anderen Sound? Hinter der sektenhaften New-Age-Wir-verbessern-die-Welt-Fassade steckt doch sehr viel Sieger-Gequatsche und Aufgeblasenheit á la Trump.

Ein Großteil der Silicon-Valley-Gründergeneration besteht aus ziemlich unangenehmen Typen, schreibt der Journalist und Drehbuchautor Dan Lyons in seinem Opus „Von Nerds, Einhörnern und Disruption“. „Frühere Hightech-Unternehmen wurden von Ingenieuren und MBAs gegründet, heutige von jungen, moralfreien Hütchenspielern, von der Art Jungs (und es sind fast alles junge Männer), die sich im Kino ‚The Social Network‘ angesehen haben, in dem Mark Zuckerberg als diebischer, heimtückischer Lügner dargestellt wird, und die danach genauso werden wollen wie er. Viele haben gerade erst das College abgeschlossen – oder sich nicht einmal die Mühe gemacht, es abzuschließen.“ In ihren Unternehmen gehe es zu wie im Hauptquartier einer Studentenvereinigung. Twitter habe wirklich einmal eine Betriebsfeier mit dem Thema Fraternity (Studentenverbindung) gegeben.

Frauen begrapschen und Wasserpfeifen mit Bier befüllen

„Seit 2012 gibt es im Silicon-Valley-Wörterbuch den Begriff brogrammer – ein Programmierer vom Typ bro, ein jugendlicher Macho, der seine Wasserpfeife mit Bier füllt und Frauen begrapscht. Bald kommen die unvermeidlichen Skandale und Prozesse, die Geschichten über schleimige Gründer, die weibliche Angestellte belästigen oder, in einem extremen Fall, ihre Freundin zusammenschlagen. Solche Leute stehen an der Spitze der neuen Generation Hightech-Unternehmen, solchen Leuten vertrauen viele Menschen sehr viel Geld an. Man möchte sich ja gerne vormachen, dass die Zeche, wenn diese Blase platzt, von den Risikokapitalgebern der Sand Hill Road in Menlo Park gezahlt wird, aber ein Großteil des Geldes, das man diesen Kids jetzt nachwirft, stammt aus Pensionsfonds“, warnt der frühere Newsweek-Technologieredakteur. Die Zeche werden sehr viel mehr Leute zahlen müssen als nur ein paar Berufsinvestoren, die Risiken gewohnt seien.

Gierige Investoren und unmoralische Gründer

„Wenn ich mich in San Francisco umsehe, fürchte ich, dass das alles nicht gut gehen kann. Diese Kombination aus Wunschdenken, billigem Geld, gierigen Investoren und unmoralischen Gründern ist das Rezept für eine Katastrophe“, so Lyons. Gute Gründe, um auch den netzökonomischen Diskurs mit normativer Brille zu führen. Fernab von den Hurra-Meldungen über neue Gadgets, Apps und Plattformen.

Das Silicon Valley ist ethisch betrachtet kaum hübscher als die Wall Street, mit deren Milliarden aus dem Derivatenhandel es reich geworden ist, bemerkt Zeit-Autor Alard von Kittlitz. Wenn es nicht sogar noch unangenehmer sei, wegen seiner grell geschminkten Bubblegum-Hippie-Fassade. Das Notiz-Amt sieht die Notwendigkeit eines kritischen Rationalismus im Umgang mit den „Helden“ der Digitalisierung.


Image „startup“ by StartupStockPhotos (CC0 Public Domain)


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Man braucht eine Gemeinschaft, um ein Start-up zu errichten

Es ist eine alte Weisheit, dass man ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind aufzuziehen. Gleichermaßen braucht man eine Gemeinschaft, um ein erfolgreiches Start-up-Unternehmen zu errichten, das wächst, skaliert und zu einer gesunden Wirtschaft beiträgt. Das war die Nachricht von Brad Feld, einem großen, weltweit agierenden Risikokapitalanleger und Mitbegründer von TechStars, als er zum Zentrum für Businesswachstum der UniSA kam, um mit Risikoanlegern, ‚Business Angels‘, Wachstumsunternehmern, Politikern, Gemeindevorsitzenden und Studenten zu reden.

Seine Nachricht war klar: Start-up-Gemeinschaften können in Städten mit 50.000 und mehr Einwohnern gegründet werden. Obwohl Größe nicht zählt, tun es Gemeinschaftsverhalten und Start-up-Dichte. Wir in Australien beschäftigen uns viel mit unternehmerischen Ecosystemen. Wir zeichnen sie auf und analysieren ihre Stärken und Schwächen. Unsere Analysen sind klinisch und datenbezogen: Hier finden sich Zahlen der gestarteten Unternehmen, Zahlen der verfügbaren Kollokationsflächen und die Menge des angelegten Geldes jedes Jahr.

Nachdem man Brad angehört hat, ist klar, dass dies allein nicht ausreichen wird. Australien ist immer noch zu weit entfernt vom Prozess, Unternehmen zu starten und zu vergrößern. Wir brauchen mehr Menschen, die gewillt sind, sich diesen Prozess zu erarbeiten und daran teilzuhaben. Ein Unternehmen zu starten und vor allem zu vergrößern, ist nicht so einfach zu handhaben. Es reicht nicht, beschreiben und diagnostizieren zu können. Wir müssen uns viel mehr persönlich in unsere australischen Start-ups einbringen.

In den letzten Jahren sind wir besser darin geworden, Menschen darin zu bestärken, Dinge einfach auszuprobieren und ein neues Geschäftsmodell zu starten. Aber es ist oft noch ein langer Weg, bis man Unterstützung erhält, um ein wachstumsstarkes Unternehmen zu werden. Dazu gehören vor allem ie Faktoren Wissen, Betreuung, eine gewisse Geldmenge, Märkte und Kunden. Und wir hätte beinahe einen großen Teil des Ganzen vergessen: Unternehmern zu zeigen, wie sie elegant scheitern – um sie dann bei einem Neubeginn zu unterstützen und nicht aufzugeben. Kurzum- wir müssen Start-up-Gemeinschaften bilden; nicht nur Start-ups, die eigentlich Ecosysteme sind.

Brad verdeutlichte einige essentielle Elemente für eine dynamische Start-up-Gemeinschaft:

  • Menschen, die ein Unternehmen starten wollen, auch Betreuer und Unterstützer der Unternehmer, die es versuchen, scheitern und versuchen es erneut
  • Gemeindeführer mit einer 20-jährigen Perspektive, die sich auf den Aufbau einer Kultur, in der der Versuch, das Risiko, Scheitern und die Hilfe von CEOs, um erfolgreich zu sein, die Norm ist
  • Menschen, die ihr Eigeninteresse beiseite legen können und sich auf das Geben (von Ideen, Zeit, Rat, Geld) konzentrieren, ohne eine Belohnung zu erwarten
  • Menschen, die Außenseiter willkommen heißen und Unterschiede wertschätzen – egal, ob es um das Geschlecht, die Perspektiven, Kulturen, Wissen und Erfahrung geht.

Wir müssen unsere Einstellungen anpassen und unsere Erwartungen danach richten, wie viele Start-ups eigentlich erfolgreich sind, welche Werte zu erwarten sind, wie schnell sie wachsen und wie viel Unterstützung sie brauchen. Nur wenige der größten Unternehmer der Welt haben es bei ihrem ersten Versuch geschafft; normalerweise braucht es einige Misserfolge und Wendungen, um es richtig zu machen. Kinder werden nicht über Nacht zu Erwachsenen, und nicht alle werden Wissenschaftler. Es kann nicht jede Investition ein Erfolg werden – und wir können nicht warten, bis wir absolut sicher sind, dass es einer wird.

Einmal investierte Brad 25.000 US-Dollar in 75 Start-up-Unternehmen und er verdoppelte von einigen den Wetteinsatz. Hat er Geld verloren? Ja – er verlor bei den meisten sein Geld. Aber das Geld, das er einnahm, übertraf die Gesamtmenge der gesamten Investitionen. Viele der Unternehmer, die beim ersten Mal gescheitert sind, starteten ein neues Unternehmen und er investierte beim zweiten Mal in sie – im Wissen, dass sie dieses Mal viel mehr über den Start-up-Prozess wussten als zu der Zeit, wo er seine erste Investition machte. Beim zweiten Mal bilanzierte Feld: „Man wäre ein Idiot, wenn man sie nicht unterstützen würde“.

Leider gibt es keinen Start-up-Simulator, mit dem Unternehmer üben und lernen können, was alles schieflaufen kann, also müssen wir sie alle bei ihrer Entwicklung unterstützen. Je stärker die Start-up-Gemeinschaft ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass manche Unternehmen wachsen und skalieren, die wiederum anderen Unternehmen dabei unterstützen können, zu verstehen, wie man wächst und skaliert. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Start-ups über die Werkzeuge, das Wissen und die Strukturen verfügen, die ihnen verstehen helfen, was hier vor sich geht.

Wir müssen erfahrene CEOs bestärken, sich als Mentor einzubringen und ihre Erfahrungen beim Starten, Wachsen und Verlassen von Unternehmen teilen. Wir müssen diejenigen ausbilden, die Risikokapitalfonds investieren, sowohl mithilfe von Venture Capital als auch als ‚Business Angel‘, um mehr realistische Erwartungen an die Zeitfenster der Kapitalrendite zu bekommen. Wenn wir diese Art unterstützender Gemeinschaft bilden, wird die Dichte der Start-ups ansteigen, die Zahl der erfolgreichen Unternehmen wird zunehmen, es wird mehr Jobs geben, Investoren kommen gut voran und Australien wird florieren wie nie zuvor.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „hands“ (adapted) by geralt (CC0 Public Domain)


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Die Netzpiloten sind Partner des Gipfeltreffens 2017

Am 14. und 15. Januar 2017 findet im KOMED in Köln zum ersten Mal das Gipfeltreffen statt.

Ihr bekommt dort die Möglichkeit, euch spannende Vorträge von 17 erfahrenen Top-Speakern aus den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Motivation, Business, Marketing und Finanzen anzuhören. Ziel der Veranstaltung ist es, euch zum nächsten großen Durchbruch zu verhelfen. Das Gipfeltreffen verfolgt einen innovativen und interdisziplinären Ansatz, der euch auf euren persönlichen Erfolg vorbereitet.

Zu den Speakern gehören unter anderem Prof. Dr. Lothar Seiwert und Detlef D! Soost.

Prof. Dr. Lothar Seiwert ist Certified Speaking Professional und Bestseller-Autor. In seinem Vortrag bekommt ihr gezeigt, wie ihr lernt, euch auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren, ohne euch ablenken zu lassen.

Detlef D! Soost ist nicht nur Motivations- und Life Coach, sondern auch Unternehmer und gehört mit seinem „10 Weeks Body Change“-Programm zu den bekanntesten und erfolgreichsten Fitnesstrainern in Deutschland.

Zwischen den Vorträgen habt ihr die Chance, euch untereinander auszutauschen und nützliche Kontakte zu knüpfen. Der erste Tag wird mit einer Networking-Party abgerundet, bei der die VIP-Teilnehmer sich mit den Rednern vernetzen und wertvolle Tipps erhalten können.

Da die Teilnehmeranzahl leider auf 250 beschränkt ist, könnt ihr – solltet ihr keine Karten mehr bekommen – die Ausführungen der Referenten auch über den HD-Livestream von Zuhause aus mit verfolgen. Die letzten Tickets sind noch bis zum 10. Januar erhältlich.

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Check-up Ireland: ein Blick zurück auf Dublin Tech und Wunschliste für 2017

Kalender, zuende, zu Ende, Ende, abgerissen, Jahresrückblick

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden 12 Monate werde ich nun die “Tech-Insel” aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Ein letzter Blick zurück auf die Dublin Tech im Jahr 2016 und eine Wunschliste für 2017

2016 war zweifelsohne ein lautes Jahr. Es war auch ein Jahr der Abstimmungen mit Ergebnissen, die kaum jemand vorhergesagt, geschweige denn erhofft hatte. Brexit und Trump haben aber für die irische Wirtschaft besondere Konsequenzen, die ich mit Sicherheit im Jahr 2017 noch besonders beleuchten werde. Dennoch zeigte sich Martin Shanahan, der Chef der Wirtschaftsförderung IDA, deren Auftrag es ist, multinationalen Firmen die Ansiedlung in Irland schmackhaft zu machen, auch zuletzt sehr locker beim Rückblick auf 2016 und beim Ausblick auf 2017: „Es war ein gewohnt ruhiges und für uns durchaus normales Jahr.“

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Diese Karte der IDA zeigt, wie viele Tech-Firmen zum Jahresende in Dublin angesiedelt sind. Quelle: Google Maps

Doch selbst mit Trump im Weißen Haus und mit schwarzen Brexit-Wolken am Horizont rechnet Irland 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent. Besonders die Hauptstadt Dublin mit ihrem Tech- und Startup-Sektor kann selbstbewusst zurück und nach vorne blicken. 2016 war ein durchweg gutes und in manchen Bereichen sogar hervorragendes Jahr für Dublin. Dazu ein paar Zahlen:

775 Startups mitsamt ihrer Firmenzentrale; 230 globale, multinationale Tech-Firmen, von denen 23 Prozent von Dublin aus produzieren; 50 Startup-Hubs; drei Universitäten mit rund 3.000 Absolventen im Bereich Computer-Science.

Auch im Bereich Funding sind die Zahlen beeindruckend. Bereits Ende September hatten Tech-Firmen in Irland 734 Millionen Euro von Investoren erhalten – im Vergleich zu 522 Millionen Euro im ganzen Jahr 2015.

Auch die Engel, die jeder Gründer so sehr braucht, waren 2016 fleißiger als 2015. Laut John Phelan vom Halo Business Angel Network werden die Engel – von denen 15 Prozent mehr unterwegs sind – am Ende des Jahres 13 Millionen Euro investiert haben (10,8 Millionen Euro im Jahr 2015). Das Ziel sei es, bis 2020 die Schwelle von 20 Millionen Euro pro Jahr zu erreichen.

Rekordzahlen an Investment werden in Dublin in einem Tech- und Startup-Ökosystem erreicht, das laut Johnny Walker von Health Founders immer mehr an Struktur gewinnt und in dem kleine Startups mit großen Fischen der Techwelt kollaborieren. Aus einem kleinen Google Doc der Dubliner Startup-Kommission erwuchs die TechIreland-Plattform, bedeutende Firmen wie ESB, Dublin Airport, New Ireland Assurance oder veranstalteten Hackathons für Startups, etabliertere Firmen wie Ding, Openet oder Cartrawler gaben mittels Investment und/ oder Mentoring zurück an die Community; Übernahmen wie die von Fleetmatics durch Verizon (2,1 Milliarden Euro) und Movidius durch Intel (322 Millionen Euro) sorgten für große Schlagzeilen in allen Zeitungen.

Ein Trend im Ökosystem ist der, dass internationale Gründer, die einst von bedeutenden multinationalen Firmen für den Standort Dublin rekrutiert worden waren, nunmehr ihr eigenes Glück versuchen. Firmen wie Cesanta, Profitero oder Iguazu sind gute Beispiele dafür.

Zwei der Sektoren, die 2016 von besonderer Bedeutung waren, sind TravelTech und FinTech. Dabei fanden auch Veranstaltungen wie PhoCusWright und IATA & CAPA, die für den Sektor TravelTech wichtig sind, in Dublin statt, während Ryanair Labs mittlerweile 150 Leute in unmittelbarer Nähe des Dubliner Flughafens beschäftigt. Dublin war schon immer als Zentrum für FinTech bekannt. Der Sektor ist aber zweifelsohne auch einer der wenigen, die im Brexit große Chancen sehen. Wenn man der IDA und den Immobilienmaklern Glauben schenkt, mehren sich die Anfragen großer Banken aus London nach Büroraum in Dublin.

Die Multinationals haben 2016 zum Glück nicht nur in Sachen Steuervermeidung Schlagzeilen gemacht:

  • Equifax gab die Eröffnung eines neuen R&D-Zentrums bekannt
  • Facebook hat 200 neue Stellen geschaffen
  • PayPal hat 100 neue Stellen geschaffen
  • HubSpot gab die Schaffung von 320 neuen Stellen bekannt
  • Slack gab die Schaffung von 80 neuen Stellen bekannt
  • Amazon gab die Schaffung von 500 neuen Stellen bekannt
  • LinkedIn gab die Schaffung von 200 neuen Stellen bekannt
  • Deloitte entschied sich für Dublin als Standort für ein neues Blockchain Lab
  • PTC gründete ein IoT R&D-Zentrum
  • Kaspersky Lab eröffnete ein R&D-Zentrum
  • Fitbit eröffnete ein neues Gebäud

Was die Politik anbetrifft, so war 2016 ein eher ruhiges Jahr für den Tech-Sektor. Die Minderheitsregierung, die eh kaum große Initiativen starten kann, weil sie das Okay der größten Oppositionspartei benötigt, hat zum Beispiel im letzten Haushalt kaum Maßnahmen untergebracht, die irischen Tech-Firmen den Sprung in internationale Märkte merklich erleichtern würden. Demzufolge steht die Politik auch ganz oben auf der …

… Wunschliste für 2017

  • Politik: Aktienoptionen müssen sich lohnen, Gleichstellung für Gründer bei der Einkommenssteuer, Änderungen im Steuersystem, die es attraktiver machen, Firmen wachsen zu lassen, statt sie früh zu verkaufen
  • Fokussierung auf wichtige Cluster: Standorte wie Cork, wo multinationale Pharma-Giganten wie Pfizer eng mit Universitäten und Startups zusammenarbeiten, zeigen, wie wichtig Cluster sind
  • Verbesserung bei internationalen Rankings für Dublin: von Universitäten bis hin zu digitaler Infrastruktur.
  • Stärkere Mobilität von talentierten Arbeitskräften: weg von Multinationals hin zu Startups

Ich werde in meiner Kolumne im November 2017 noch einmal auf die Wunschliste schauen, um Bilanz zu ziehen, aber auch generell das dann fast abgelaufene Jahr durch die Tech-Brille betrachten.


Image „Blockplan“ by BRRT (CC0 Public Domain)


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Die sinnlosen Bullet-Point-Plantagen des Managements – Leere in Wissenschaft und Wirtschaft

Erleben wir im Augenblick beim VW-Verwesungsprozess nicht nur die Götterdämmerung des Verbrennungsmotors, sondern auch den Niedergang einer rückwärtsgewandten Firmen-Autokratie, die der ehemalige DAX-Vorstand Thomas Sattelberger an der Hochschule Fresenius in Köln skizzierte?

Folgt man der herrschenden BWL-Lehre an deutschen Universitäten, ist davon nichts zu spüren. Große Teile der Betriebswirtschaftslehre sind in den 1960er Jahren stecken geblieben. „Das war die Zeit, als Großkonzerne die Organisationsform à la mode waren“, schreibt Axel Gloger in seinem Buch „Betriebswirtschaftsleere – Wem nützt die BWL noch?“. Die meisten Fakultäten züchten Nachwuchs für Konzerne, Staat und Unternehmensberatungen. Der legendäre und stinklangweilige Wöhe, die Bibel der Betriebswirte, ist nicht nur schlecht geschrieben, er vermittelt in technokratischen Darstellungen Binsenweisheiten („Unternehmen erzielen in guten Jahren Gewinne, in schlechten Jahren Verluste“), erzeugt Scheinsicherheiten, produziert Planungsillusionen und  vermittelt ein „Alles-im-Griff-Denken“.

Mechanischer Jargon der BWL

Das BWLisierte Management glänzt mit mechanischem und gestanztem Jargon. Die Sprache und das Denken verkümmern: „Die Herrschaft der Zahlen hat dazu geführt, dass sich Buchstaben nicht mehr wie Buchstaben verhalten, sondern wie Zahlen“, zitiert Gloger den Philosophen Jürgen Werner. Die Folgen illustrierte Sattelberger in empirischen Befunden:„Bestnoten gibt es für Deutschlands Manager von ihren Mitarbeitern vor allem für die Fachkompetenz sowie für die Fähigkeit zur Kostenkontrolle. Bei der Führungskompetenz schneiden sie in allen Punkten erheblich schlechter ab als Führungskräfte, sowohl in der EMEA-Region als auch weltweit. Gerade das Vermitteln von Visionen und Inspiration gelingt deutschen Führungskräften im Vergleich zu ihren Kollegen weltweit weniger“.

Sattelberger spricht von einer Herrschaft der Klone in den Top-Etagen der Konzerne und großen mittelständischen Unternehmen. Und die wird eben auch schon im universitären Standardwerk Wöhe angelegt. „Wenn wir unseren BWL-Klassiker aufschlagen, wissen wir, warum die Welt verbulletpointet ist. Das ganze Buch ist so, eine riesige, nicht enden wollende Bullet-Point-Plantage,“ meint Gloger.

Das ist auch für das Management stilprägend. In Lehre und Praxis dominieren Aufzählungs-Friedhöfe. „Erst mal einen Business-Plan machen, Best Practice-Folien vorbereiten und Perfomance messen“ – fertig ist das Tunnel-Denken im Management. Je stärker das Kästchendenken die Regentschaft in Organisationen prägt, desto geistloser funktioniert das System. In diesem Sperrgut der Leerformeln gedeihen Kontroll-Biotope, Misstrauen, ermüdende Rechtfertigungs-Meetings und gefälschte Erfolgsmeldungen.

Querköpfe werden demoralisiert

Aus dieser ökonomistischen Wagenburg müsse man ausbrechen, fordert Sattelberger in seinem Kölner Vortrag vor über 200 Studierenden. Das fange bei den systemstabilisierenden Mechanismen der Rekrutierung und Beförderung von Gleichartigkeit an. In Schaufenster-Reden fordern Top-Manager Unternehmertypen und Querköpfe. „Nur 20 Prozent der Firmen rekrutieren sie schließlich. Wenn ‚die Typen‘ dann da sind, gibt es ‚Demoralisierung‘ durch süße Verlockung, Daumenschrauben oder Gruppendruck“, konstatiert Sattelberger.

Man sollte nach seiner Ansicht Disruptoren in die Chefetagen schicken und nicht Böcke zu Gärtnern machen wie bei VW, RWE, EON oder der Deutschen Bank. Die Forderungen des Personalexperten: „Gründen und soziale Innovation in entstehende Unternehmens-DNA integrieren. ‚Reinfräsen‘ innovationsfördernder Kulturinseln in alte Arbeitskultur: Social Labs und Experimentierfelder für ‚New Work‘ schaffen. Abspaltung aus alter Unternehmensstruktur heraus (OldCo & NewCo) oder Diversifikation unter Beteiligungsholding. Auf- und Ausbau kreativer Ökologien. Der Nukleus hierfür muss an Hochschulen entstehen. Zudem benötigen wir ‚Digitale Freiheits-Wirtschaftszonen’„.

Homer statt Wöhe

Wir brauchen auch mehr Freiheitsgeist in der Ökonomik. Gloger bringt in seinem Opus die klassische Bildung ins Spiel. Das Notiz-Amt betrachtet den Lehrplan des St. John’s College in Santa Fe als Vademekum gegen die Stoff-Huberei in BWL und VWL. In der Leseliste findet man Homers „Odyssee“, die „Nikomachische Ethik von Aristoteles“, Machiavellis „Fürst“ und Thomas Hobbes’ „Leviathan“. Dante, Molière, Leibniz, Kafka, Kant, Goethe, Plato und Einstein sind die Wegbegleiter der Studierenden und nicht die technokratischen Schwurbeleien eines Wöhe.

Zur Next Economy Open #NEO16x am 2. Dezember um 14 Uhr werden wir den Diskurs zur Managementleere fortsetzen. Da hört, sieht und streamt man sich hoffentlich :)


Image “update” by geralt (CC BY 2.0)


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Die Netzpiloten sind Partner des VDZ Tech Summit 2016

Vom 22. Bis 23.11 findet der nunmehr 4. VDZ Tech Summit statt.Seit 2013 richtet sich die zuerst in Köln veranstaltete Versammlung vor allem an Manager und IT-Experten. Die vier Themenblöcke „Strategie & IT-Trends“, „Content Driven Business“, „Data Driven Business“ und „IT Organisation“ stehen dabei im Fokus der Veranstaltung, die im Hamburger Empire Riverside Hotel ausgetragen wird.

Der VDZ Tech Summit soll IT-Experten mit Publishern zusammenführen, um gemeinsame Ansätze und Lösungen für gemeinsame Ziele zu finden und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Den Startschuss dafür gibt am 1. Summit-Tag die Keynote von Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales der Stadt Hamburg, Dr. Carsten Brosda und endet mit einem Vortrag der Senior Vice President Data and Insights der New York Times, Laura Evans, mit den Schlüsselthematiken „Machine Learning, Product Development, Data Science“. Diese richten sich an rund 200 Teilnehmer, die sich aus den IT- und Businessentscheidern der Medienhäusern zusammen setzen.

Der Verband deutscher Zeitschriftenverleger vertritt national und international die publizistischen, kulturellen und wirtschaftlichen Interessen der Zeitschriftenverlage und ist mit der VDZ Akademie seit 1993 führendes Weiterbildungsinstitut für Zeitschriftenverlage im deutschsprachigen Raum. Eine Plattform für das Zusammenbringen der Technologieprofis mit den Verlagsmanagern, um gemeinsam an kreativen Konzepten der Digitalisierung der Publishing- und Vermarktungsprozesse in Medienunternehmen zu arbeiten – das ist das Ziel des #VDZTS!

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Frühling im November – Umzug in die Wüstenmetropole Dubai

Dubai Skyline (adapted) (Image by Fariz Safarulla [CC BY-SA 20] via flickr)

Kann man bei den Temperaturen eigentlich überleben? Und musst du jetzt ein Kopftuch tragen? Dubai wirft viele Fragen auf, die ich in meiner Kolumne über meine neue Wahlheimat beantworten möchte. Welcome to the #SmartCity!

Dubai Skyline (Quelle: instagram.com/marenberlin/)

Der Hitze trotzen

Winter, strahlend blauer Himmel und 30 Grad. Dubai ist nicht nur gefühlt eine völlig neue Welt – auch lässt es sich in dieser Wüstenmetropole ganz anders leben. Angekommen bin ich hier in den heißen Sommermonaten, vor denen mich die Europäer dringend und die hier lebenden Expats müde lächelnd gewarnt haben.
Die bis zu 50 Grad tagsüber lassen sich aber gut aushalten – Wohngebäude und Geschäftshäuser werden auf angenehme 25 Grad heruntergekühlt und zur Fortbewegung nutzt man Auto, Bus oder Bahn. Den Fehler, die paar Meter laut Google Maps zum nächsten Supermarkt zu Fuss zu laufen, machen Neuankömmlinge in Dubai nur ein Mal. Wer es tatsächlich bis zum Supermarkt durchhält, bestellt sich für den Rückweg ein Taxi oder nimmt öffentliche Verkehrsmittel, die der Hitze geschickt trotzen. Denn sogar die Bushaltestellen werden hier in Dubai klimatisiert!

klimatisierte Bushaltestelle (Quelle: twitter.com/marenberlin/)

Ein Blick in Bus und Bahn lohnt sich, um einen ersten Eindruck von der fremden Stadt zu gewinnen. Hier spielt sich nämlich das Leben ab, während draußen die Sonne die Luft zum Flimmern bringt.

Zwischen Tradition und Moderne

Wie kleine Ufos sehen die Wartehäuschen der Busse aus, die ähnlich wie die Raucherkabinen an Flughäfen mit Schiebetüren die Luft im Innenraum mit der von Draußen trennt. Optisch kommen die Haltestellen den neumodernen Metro-Stationen nahe, die die Fahrgäste der erst 2009 gebauten vollautomatischen, fahrerlose Bahn empfangen.
Zwei Linien halten an Stationen wie „Dubai Internet City“ , „Business Bay“ aber auch „Khalid Bin Al Waleed“. Der bunte Mix aus arabischer Tradition und internationaler Moderne der Stadt ist am Metro-Plan abzulesen – und an den vielen Menschen, die tagtäglich aus den Wagons strömen. Hier sieht man alle Nationen der Welt in ihren unterschiedlichen Gewändern. Hotpants laufen neben indischen Saris, Anzügen neben Latzhosen.

Woman and children only

Der rosa markierte Bereich im Wagon und auch auf den Gleisen ist für Frauen vorgesehen, der gerne von den mehr oder weniger verhüllten Damen genutzt wird. Wer sich als Mann dazugesellt, kassiert 1000 AED Strafe.

#onlyforwomen (Quelle: twitter.com/marenberlin/)

Auch als Europäerin passe ich mich gerne dieser Trennung an, da die Frauen-Wagons meist weniger voll sind und einen vor Blicken derjenigen schützen, die den engen Kontakt mit Frauen nicht gewohnt sind. Und nein, man muss in Dubai keine Kopfbedeckung als Frau tragen. Das war die Frage, die mir mit meinem Umzug in die Wüste am häufigsten gestellt wurde. Interessant, wie sehr unsere heutige Welt vernetzt ist und wie wenig man eigentlich aus dem Alltag anderer Ländern weiß. Es ist wohl an der Zeit, ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten.

Dubai- das moderne Emirat

Dubai ist unter den Vereinigten Arabischen Emiraten das Modernste und konkurriert mit der reicheren „großen Schwester Abu Dhabi“, so wie es Felicia Engelmann in ihrer „Gebrauchsanweisung für Dubai und die Emirate“ passend umschreibt, um globale Aufmerksamkeit. Das zeigt sich an architektonischen Superlativen, der Expo, die 2020 auf dem Plan steht aber auch anhand der Offenheit gegenüber fremden Kulturen, die die Tür zur Welt ein Stückchen weiter öffnet. Diese ist auch unvermeidlich, sind doch von den 9.2 Millionen Einwohnern in Dubai nur 1.4 Millionen arabischer Nationalität. Darum ist es auch kein Muss, Arabisch zu sprechen, um in die Metropole zu ziehen- obwohl es natürlich erstrebenswert ist. Gebrochenes Englisch mit den Akzenten der Welt ist hier die inoffizielle Landessprache.

Hotel Fairmont The Palm (Quelle: instagram.com/marenberlin/)

Doch wird die arabische Kultur nicht untergraben und Respekt vor ihrer Tradition erwartet – was sich wieder in der Kleiderfrage am besten zeigen lässt: an touristischen Orten sind zwar kurze Hosen und Tops weitgehend geduldet, doch schon in kleineren Einkaufszentren wird offiziell darauf hingewiesen, dass Schultern und Knie bei den Damen bedeckt gehalten werden sollen. Selbsterklärend verhält es sich auch so im professionellen Umkreis und auch in den Vororten bzw. lokalen Gegenden, in die sich nur wenige Besucher wagen.

Egal wie man bekleidet ist – ins Schwitzen kommt man sowieso bei den unmenschlichen Temperaturen- sei es in Shorts, dem traditionellen arabischen Gewand Abaya oder der Burka, die sogar das Gesicht verschleiert.

Frühling im November

Wer den Sommer über in der Wüste durchhält, freut sich dann gemeinsam mit allen Einwohnern Dubais über den Einbruch des Winters.
Dann kommt endlich Leben auf die Straßen, da die Temperaturen sinken und damit die von der Natur gewollten Ausgangssperre aufgehoben wird.
Auf einmal zeigt das Thermometer nur noch 28 Grad zur Mittagszeit an. Geradezu kühl erscheinen die Abende, wenn zu den 25 Grad dann auch noch ein kleiner Wind weht. Lachend holen die Expats ihre Strickjacken aus der hintersten Ecke des Kleiderschranks, schicken Selfies mit „oh hier ist es aber kalt“ in die frierende Heimat und gehen in den Malls Winterjacken für den Weihnachtsurlaub shoppen.

Und während sich die Schaufenster so langsam auf die besinnliche Zeit einstellen, Kunstschnee liebevoll neben Plastikweihnachtsmänner drapiert wird, strömen die Massen wieder ins Freie, die Terrassen der Cafés füllen sich und der Kalender kann sich vor Freiluft-Events kaum noch halten.

Endlich ist Frühling im November!


Image (adapted) „Dubai Skyline“ by Fariz Safarulla (CC BY-SA 2.0)


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Business as usual? Wieso wir Crowdfunding in die Gesellschaft bringen müssen

Ants (Image by culturalibre [CC0 Public Domain], via Pixabay

Rainald Grebe hatte Recht: es gibt kaum eine Küchenparty, in der nicht jemand von seinem neuen Business-Projekt spricht. Und wieso auch nicht? Mit dem Siegeszug des Internet ist eine Firmengründung, auch wenn man kein Großindustrieller ist, nicht mehr so exotisch – und doch ernten die Gründer häufig kritische Blicke. Die typischen Gründerfragen („Was soll das?“ „Wer kauft das?“ „Brauchen wir das überhaupt?“) sind daher meist schon im Schlaf und durch jahrelange Fragerunden von Bekannten und Verwandten erprobt und werden meist ebenso beflissen heruntergebetet. Metropolen wie Berlin gelten hierbei als hoffnungsvolles Pflaster, in denen sich noch viel bewegen kann und wird. Die Umsetzung der Projekte ist heute um vieles erleichtert, immer mehr Gründer setzen hierbei auf Crowdfunding oder Crowdinvesting als Finanzierungsmodell.

Eine Frage der Nachhaltigkeit

Im Mittelpunkt der Gründeridee steht vor allem der Gedanke der Nachhaltigkeit. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und ist auch ebenso zu verstehen, frei nach dem Motto ‚Fälle nie mehr Bäume, als du pflanzen kannst, sonst ist eines Tages der Wald nicht mehr da.‘ Dieser Gedanke lässt sich recht direkt auf die Startup-Szene übertragen: die Regenerationsfähigkeit eines Unternehmens muss bewahrt bleiben, so dass es sich schnellstmöglich selbst tragen kann.

Beispiele für diese selbsttragende Geschäftsideen im Gegensatz zum klassischen Raubtierkapitalismus gibt es viele, und die Crowdfunding-Plattformen gelten hier als hoffnungsvolle Innovation: das Projekt wird im Netz auf entsprechenden Plattformen vorgestellt, dann wird die Idee in die Welt hinausgetragen. Denn das Wichtigste ist hier bereits enthalten: eine innovative Idee und ein stimmiges Marketing, das man sich an anderer Stelle erst hätte teuer erkaufen müssen. Das Besondere: Es wird mithilfe der Crowd entwickelt, wohin es mit dem Produkt gehen soll. So haben auch Nischenprodukte und kleine Projekte eine Chance.

Diese Idee ist so nicht nur deutlich kundenfreundlicher, sondern sorgt auch dafür, dass nur produziert wird, was auch wirklich gebraucht wird: „Jede Crowdfundingkampagne ist daher zugleich eine Kommunikationskampagne, der Kunde wird direkt angesprochen und mitgenommen„, meint Markus Sauerhammer von der Crowdfunding-Plattform Startnext. Und die Finanzierung ist transparent: Man legt einen bestimmten Finanzierungsrahmen fest, mithilfe dessen das Projekt verwirklicht werden kann.

Ist die Crowd schließlich überzeugt, stehen die Chancen gut, dass man genug Geld zusammenbekommt und sein Vorhaben verwirklichen kann. Ist sie es nicht, ist das Scheitern nicht so schlimm: Immerhin hat man keinen Kredit aufgenommen, den man jahrelang mühsam zurückzahlen muss. Doch damit ist es nicht getan.

Die Idee ist nicht das Problem

Dieser Gründergeist herrschte auch beim Fachgespräch zum Thema Gründungsfinanzierung für nachhaltige und soziale Startups, das die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen am 3. Juni 2016 im Bundestag ausgerichtet hatten. Neben bekannten Projekten wie der Crowdfunding-Plattform Startnext, die unter Anderem den innovativen Supermarkt „Original Unverpackt“ ermöglicht haben, haben sich auch Gründer in verschiedenen Stadien sowie Finanzexperten eingefunden. Es soll über die wahrscheinlich schwierigste Frage referiert werden: einen stimmigen Businessplan. Denn daran scheitern die meisten Startups.

 Image by Bündnis 90/Die Grünen

Zu Gast war unter anderem auch Dirk Kannacher, Generalbevollmächtigter der Gemeinschaftsbank Leihen und Schenken (GLS). Kannacher sieht zuerst einmal ein ernsthaftes Problem in der Blauäugigkeit der Kunden:

Es ist leider oft so, dass mir der ein oder andere Finanzplan vorgelegt wird, den man einem Banker nicht vorlegen sollte, weil der nicht aufgeht oder die Stärke nicht bei der Erstellung des Finanzplanes liegt. Wenn ich den Plan beurteilen muss und da über Jahre nur Minus steht, dann frage ich dann auch mal nach. Die meisten sagen dann ‚Ja, das wird schon‘. Und ein ‚Das wird schon‘ ist dann doch relevant für mich.

Die GLS-Bank kommt neben der Bremer Aufbaubank mit ihren sozialökologischen Grundsätzen dem Gedanken des nachhaltigen Startup-Gründen recht nahe und unterstützt so den Gemeinschaftsgedanken. Kannacher spricht sich daher auch deutlich für die Idee des Crowdfunding aus: „Ich glaube, dass es noch weitere, neuere und vielleicht auch besser plazierte Instrumente geben muss, um dieses endlose Geld oder diese Unmengen von Kapital, die ja da sind, einfach da hin zu bringen. Und wir versuchen, diese Wege anzubieten.

Die Gesellschaft überzeugen

So einfach und schlüssig sich das Prinzip des Crowdfunding anhört, umso schwieriger ist es jedoch in Deutschland durchzusetzen: Nur ein Bruchteil der Deutschen haben überhaupt je von Crowdfunding gehört, ein noch geringerer Teil kann sich vorstellen, bei einer solchen Finanzierung mitzuwirken. Der Erfolgsquote der Projekte beträgt im ersten Quartal 2016 etwa 51 Prozent. Die Investoren finanzieren derzeit weniger Projekte als in den Jahren zuvor, dafür sind diese aber höher angesetzt. Die Furcht vor dem Scheitern ist offensichtlich. Kannacher wundert sich:

Ich glaube schon, dass die Instrumente da sind. Die Frage ist, warum sie noch nicht gesellschaftlich akzeptiert werden. Das ist doch aber eine Mentalitätsfrage: Wo sind wir denn bereit, Risiken einzugehen?

Für die Unternehmer ist diese Haltung ein echtes Problem: nicht nur beteiligen sich immer die gleichen Menschen an Nischenprojekten, auch die Finanzierungsethik wird durch diese Praxis nicht verändert. Denn das ursprüngliche Gründerproblem bleibt bestehen: der deutscher Mittelstand ist langfristig gewachsen, in vielen Businessmagazinen hört man deutliche Skepsis heraus. Die Deutschen scheinen lieber in sichere Finanzanlagen zu investieren, außerdem möchte man vielerorts eine deutsche Innovation hervorbringen. Die Frage, wie sinnvoll ein noch weiter zerplittertes System hier sein soll, bleibt jedoch auch hier offen – und die Gründer auf der Strecke.

Wagniskapital ist zum Wagen da

Auch politisch kann hier noch einiges verbessert werden. Der sogenannte Gründungszuschuss, den man als Unternehmer beantragen konnte, war bis vor wenigen Jahren eine gesetzliche Pflichtleistung und sorgte dafür, dass Gründer ihre ersten Schritte mit einem neuen Unternehmen wagen konnten. Nach dem Scheitern der Ich-AGs wurde diese Pflichtleistung jedoch gestrichen und in eine „Ermessensleistung“ umgewandelt. Im Klartext: jemand fach- und branchenfremdes entscheidet über die Zukunft der Geschäftsidee, die, sollte sie durchgehen, danach von jemandem ausgeführt wird, dessen Branche gerade stirbt. Sauerhammer ärgert sich:

Das wäre grade so, als würden wir Bauern Geld für neue Ställe geben, aber Leuten, die neue Märkte schaffen wollen, geben wir nichts. Ist sowas gründerfreundlich? Nein, das ist verrückt. Wir müssen zusehen, dass zukunftsorientierte Gründungen gefördert werden dürfen.

Nicht nur die Digitalisierung, auch die Gesetzgebung und der Finanzsektor scheint in Deutschland wenig zukunftorientiert. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis man auch hier erkennt, dass man sich mit derlei Einschränkungen ein Bein im Wirtschaftssektor gestellt hat. Kleinere Unternehmen haben hier eine zukunftsorientiertere Idee entwickelt, hier längerfristig und mithilfe der Gemeinschaft zu bestehen. Was nun noch fehlt, fasst Kannacher schlüssig zusammen: „Wenn wir heut die Welt drehen wollen, müssen wir auch das Risiko wieder eingehen. Wir brauchen eine neue Mentalität.


Image by Bündnis 90/Die Grünen
Titelbild: Image „Ants“ by culturalibre [CC0 Public Domain]


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Büro-Streaming im Vergleich: Gadgets von Microsoft, Apple und Google

TitelbildMicrosoftWirelessDisplayAdapterAppleTV4GoogleChromecast

Statt sich mit Beamern oder gar Overhead-Projektoren abzumühen, werden Inhalte in modernen Büros, Empfangsbereichen und Konferenzräumen heutzutage drahtlos vom Mobilgerät oder Rechner auf TV-Bildschirme gestreamt. WLAN-Adapter stellen den Kontakt mit den Screens her. Mit dem Microsoft Wireless Display Adapter v2, dem Apple TV 4 und dem Google Chromecast (2015) sind drei gängige Lösungen von großen Herstellern erhältlich. Für einen Praxis-Vergleich haben wir uns mit allen drei Modellen kurzgeschlossen.

Schaufenster für Windows: Microsoft Wireless Display Adapter v2 und das Surface Pro 4

In der Hand halten die meisten Menschen iPhones und Android-Telefone, auf Laptops und Desktop-PC dominiert jedoch nach wie vor Windows. Mit dem Wireless Display Adapter v2 bietet Microsoft für ca. 65 Euro einen Adapter aus eigenem Hause, der per WLAN Signale von Rechnern und Smartphones mit Windows 8.1 und Windows 10 auf den Bildschirm überträgt.

Der zweiteilige Adapter benötigt je einen freien Steckplatz für HDMI und USB. Bei Fernsehern ab der Mittelklasse ist das kein Problem. Die für Mobil- und Desktop-Geräte verfügbare Wireless Display Adapter App ist für die Inbetriebnahme nicht erforderlich. Mit ihr lässt sich aber die Firmware aktualisieren, die Bildschirmanzeige anpassen und ein Passwortschutz einrichten.

Die Kontaktanbahnung mit einem Microsoft Surface Pro 4 funktionierte im Praxistest nicht auf Anhieb. Das Aufrufen des Action Centers in Windows 10 und das Aktivieren der „Verbinden“-Schaltfläche mündete statt in einer Bildübertragung in einer nichtssagenden Fehlermeldung. Der benachbarte „Projizieren“-Button führte aber zum Ziel. Auf diese Weise konnten wir den Bildschirm des Surface Pro 4 auf TV duplizieren oder ihn – wie bei einem Zwei-Monitor-Setup – dort erweitern. In Full-HD-Auflösung (1080p) lassen sich so Inhalte aus PowerPoint, dem Windows Explorer, dem Browser oder einer beliebigen anderen Anwendung auf dem TV-Schirm in Szene setzen.

Das Smartphone als PC: Microsoft Wireless Display Adapter v2 und das Lumia 950

Im Praxistest mit dem Windows-Smartphone Microsoft Lumia 950 ließ sich der „Verbinden“-Befehl im Action Center nicht zweimal bitten. Das Gerät unterstützt Microsofts neue Funktion „Continuum“. Dadurch spiegelt der Adapter nicht einfach nur den Bildschirminhalt, sondern stellt die mobile Windows-Version des Lumia als vollwertige Desktop-Oberfläche dar. Auch Microsoft Office und viele andere Anwendungen lassen sich so bedienen wie am Tischrechner.

MicrosoftDisplayAdapterLumia950PowerPoint

Dieses Verfahren ist zwar für Einzelplatz-Arbeitsnomaden gedacht, die ihr Smartphone somit vielerorts flexibel zum PC aufwerten können, aber auch bei Präsentationen vor Gruppen ist das recht praktisch. Statt einen Laptop zu bedienen, hält der Referent nur ein kompaktes Smartphone in der Hand. Das Display des Lumia dient dabei als Trackpad mit Mauszeiger und Software-Tastatur. Weil Continuum wie eine normale App funktioniert, kann man parallel zur Bildschirmpräsentation bereits andere Inhalte für das Streaming suchen und starten.

Apple TV 4: Entertainment-Box im Business-Einsatz

Gerade in kreativen Berufen kommt oft nicht Windows, sondern Mac OS X zum Einsatz. Für diese Nutzer ist der Adapter von Microsoft keine Option. Sie können einen Fernseher mit der Multimedia-Box Apple TV 4 (ca. 180 Euro) per HDMI-Kabel aufrüsten. Ihr ursprünglicher Zweck war es einst, Inhalte von iTunes, Netflix und Co. auf den TV zu bringen. Mittels des WLAN-ähnlichen AirPlay-Standards überträgt der Apple TV aber jeden Bildschirminhalt von Macs ab OS X 10.8 sowie iPhones und iPads ab iOS 8 auf ein Fernsehgerät – und ermöglicht somit auch den dienstlichen Einsatz.

Das AirPlay-Icon im iOS-Kontrollzentrum oder in der Menüleiste unter Mac OS X aktiviert die Bildschirm-Synchronisation. Auf dem Mac ist mitunter zuvor der Umweg über die Monitor-Systemeinstellungen notwendig. Aus vielen iOS-Apps ist auch eine direkte AirPlay-Verbindung möglich. Je nach App funktioniert dann sogar Multitasking, sodass Nutzer parallel zum Geschehen auf dem TV-Bildschirm mit dem iDevice schon die nächsten Inhalte für das Streamen vorbereiten können.

Bei neueren Modellen (ab iPhone 5 oder iPad 4) müssen die iDevices und der Apple TV nicht mehr zwingend im gleichen WLAN-Netz funken. Der Apple TV 4 unterstützt Peer-to-Peer-AirPlay. Sofern auf dem Apple TV und dem Quellgerät Bluetooth und WLAN aktiviert sind, lässt sich ad-hoc eine Verbindung herstellen. Das ist praktisch, wenn es kein Gast-WLAN gibt und die Zugangsdaten des Büronetzes Besuchern nicht zugänglich sind. Per Passwortsperre lässt sich der Apple TV 4 selbst dann vor unbefugten Zugriffen schützen.

In der vierten Generation hat die Multimedia-Box von Apple einen eigenen App Store spendiert bekommen. Idealerweise würde daher gar kein iPhone oder MacBook gebraucht, um digitale Inhalte auf dem Fernseher zu präsentieren. Über ein halbes Jahr nach dem Marktstart des Apple TV 4 sind jedoch noch keine nennenswerten Produktiv- oder Business-Apps verfügbar.

Einer für alle: Kabellos streamen mit Google Chromecast

Die Apple-Box spiegelt Apple-Geräte, der Microsoft-Adapter ist mit Windows verzahnt. Als flexibler erweist sich der ca. 40 Euro teure Streaming-Stick Google Chromecast (2015). Er versteht sich zwar mit Googles Betriebssystem Android (ab 4.1) am besten, unterstützt aber auch iPhones und iPads (ab iOS 7). Unter Windows 7 und höher sowie Mac OS 10.7 und höher arbeitet er zumindest mit dem hauseigenen Chrome-Browser zusammen.

Google Cast Erweiterung für Chrome auf dem Mac (Screenshot)

Für die Ersteinrichtung ist zwingend die App oder Browser-Erweiterung von Google Cast notwendig. Mit ihrer Hilfe lässt sich auch ein Passwortschutz und ein Gastzugang anlegen. Neben einem HDMI-Steckplatz braucht Chromecast Strom per USB oder Netzkabel.

Business-bezogene Inhalte auf den TV-Schirm zu übertragen, gelingt unter Android am einfachsten. Einfach die Google Cast-App aus dem Play Store installieren, im Menü „Bildschirm/Audio Streaming“ wählen und den jeweiligen Chromecast-Stick verbinden. Dann wird das komplette Smartphone- oder Tablet-Display auf dem Fernseher gespiegelt.

Unterstützt eine Android-App von Haus aus den Streaming-Stick, entfällt der softwareseitige Umweg über Google Cast. Dann lässt sich das TV-Streaming über das Cast-Icon direkt aus der jeweiligen Anwendung heraus starten und im Multitasking-Modus nutzen. Unter iOS ist das sogar der einzige Weg, Inhalte mit dem Google-Stick zu übertragen. Screen Mirroring zwischen iOS und Chromecast ist nicht möglich.

Cast-fähige Produktiv-Apps für Android und iOS sind zum Beispiel Google Slides, Polaris Office + PDF, Pixlr und Google Fotos. Drittanbieter-Apps wie Allcast streamen auch lokal gespeicherte Fotos und Videos von iPhone und iPad. Unter Android gibt es noch weitere Produktiv-Apps mit nativer Chromecast-Unterstützung: zum Beispiel OneDrive, Firefox und Behance. Einen Übersicht für Googles Betriebssystem bietet die Android-App Cast Store von Entwickler GoKo. Google selbst listet Apps für Android und iOS hier auf.

Nutzer des Chrome-Browsers können auch von Desktop-Rechnern mit Windows und Mac OS Inhalte via Chromecast auf den Fernseher übertragen. Dazu installieren sie Google Cast als Browser-Erweiterung, aktivieren das Cast-Icon in der Menüleiste und streamen den jeweils aktuellen Tab. Die komplette Bildschirmansicht oder Inhalte aus anderen Anwendungen an den TV zu funken, funktioniert aber nicht.

Vergleich und Fazit

Ob PowerPoint-Slides im Konferenzraum, das Tagungsprogramm im Empfangsbereich oder die Rechercheergebnisse im Mehrraum-Büro: Inhalte per WLAN-Adapter auf einem großen TV-Bildschirm zu präsentieren, ist praktisch.

Alle drei vorgestellten Modelle sind unauffällig integrierbar. Die Geräte von Microsoft und Google sind sogar so kompakt, dass sie sich unaufdringlich selbst bei Wandhängung direkt am TV montieren lassen. Die Einrichtung geht bei allen Modellen insgesamt flott von der Hand, nur beim Windows-Adapter im Zusammenspiel mit dem Surface Pro 4 war etwas Geduld gefragt. Der Streaming-Betrieb funktionierte reibungslos. Dass sich das Trio mit Passwörtern vor unerwünschten Zugriffen schützen lässt, freut zudem den IT-Admin.

Die Wahl gibt im Wesentlichen die verwendete Quell-Hardware vor. Nur Chromecast ist flexibler einsetzbar und versteht sich – mit Einschränkungen – auch mit Windows-Rechnern und Apple-Geräten.

Mit der Lösung von Google kommen IT-Einkäufer zudem am günstigen weg. Für ungefähr den Preis eines Apple TV 4 lassen sich vier bis fünf Fernseher mit Chromecast ausstatten oder zwei bis drei mit dem Adapter von Microsoft. Der Fairness halber sei aber noch ergänzt, dass der Apple TV 4 auch als Gaming-Konsole auf Mobilgeräte-Niveau für eine passablen Zock nach Büroschluss taugt.


Images by Berti Kolbow-Lehradt


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Outside The Box: Absolutes Firmen-Commitment trotz miesem Briefing

Die Amazon-Bestenlisten sind voll mit Kommunikationsratgebern, Anleitungen zur Selbstoptimierung, Tipps zum Erfolgreichsein oder Management-Bibeln. Darin liest man so nichtssagende Motivations-Floskeln wie „Eine eiskalte Dusche am Morgen belebt den Geist“ oder auch „Es gibt keine Fehler, nur einen unvergesslichen Weg“. Die Crème de la Crème solcher Glückskeks-Weisheiten bekommt man in der Regel bei den einschlägigen Coachings für Führungspersonen oder sonstigen Teambuilding-Events um die Ohren geknallt. Hier heißt es ein bis zwei Mal im Jahr, die beste Version seiner selbst zu sein und den anderen den Rang abzulaufen. Regisseur Philip Koch nimmt sich diesem Business-Bullshit nun auf äußerst humorvolle Weise an: „Outside The Box“ startet mit vier High-Performern, die auf dem Weg zu einem Trainingsgelände mitten in der Pampa sind, wo ihre Leadership-Qualitäten auf die Probe gestellt werden sollen.

„Wenn das so weiter geht, sind wir erst mittags auf Führungslevel“

Zum Inhalt: Der junge, aufstrebende Angestellte (Volker Bruch) arbeitet seit mittlerweile drei Jahren als Junior Consultant und hat noch immer keine nennenswerten Karrierechancen in Aussicht, stattdessen heimsen seine sogenannten Teamkollegen (Stefan Konarske, Vicky Krieps und Sascha Alexander Geršak) stetig die Lorbeeren für seine Ideen ein. Bei einem gemeinsamen Outdoor-Firmenevent will er ihnen und den Chefs nun endgültig beweisen, was er auf dem Kasten hat. Doch da hat er die Rechnung ohne seine PR-Managerin (Lavinia Wilson) gemacht. Diese hat sich nämlich keine schnöde Exkursion in den Hochseilgarten ausgedacht, sondern eine fingierte Geiselnahme. Passenderweise wurde gleich die gesamte Presse versammelt, um das Spektakel aus der Ferne zu beobachten und die neuen Methoden zur Teamoptimierung abzufeiern.

Doch nun geht es erst richtig los: Im Wald angelangt, muss sich das Quartett zunächst im stockdusteren Tunnel-Labyrinth beweisen. Kurze Zeit später tauchen auch schon die Geiselnehmer auf und jagen den Teilnehmern einen Heidenschreck ein. Denn urplötzlich fliegt ihr Guide durch die Luft, nachdem er von einer Schrotflinte getroffen wird. Was bis dahin noch niemand weiß: Die engagierten Kidnapper/Schauspieler verfolgen eigene Pläne und haben die Farbpatronen kurzerhand durch echte Munition ausgetauscht. Die Lösegeldforderung ist also echt und wird von ihnen auch bis zum bitteren Ende durchgezogen. Während die PR-Abteilung nun damit beschäftigt ist, die Presse von der Rechtmäßigkeit der Aufführung zu überzeugen, denken die unwissenden Consultants noch immer, dass sie bei diesem Rollenspiel möglichst gut aussehen müssen – wie im echten Leben eben. Zumindest fast.

„In der Business-Welt wird nicht mit Rosen geworfen“

Tiefergehende Inspiration für diese irrwitzige Geschichte fand Filmemacher Koch – wie sollte es anders sein – in den bunten Weiten des Internets. Die Recherche zu absurden Team-Events ließ ihn nämlich direkt auf eine Liste mit fünf Vorfällen stoßen, die extrem eskalierten. Das Vorbild zu „Outside The Box“ wurde im Jahr 2001 von der schwedischen Firma Ericsson veranstaltet (kurz bevor der Zusammenschluss mit Sony bevor stand), bei dem man tatsächlich einen Vermummten mitsamt Schrotflinte einen Bus stürmen ließ, um die Reaktionen der Teilnehmer zu überprüfen. Zum Ärgernis der Veranstalter riefen andere Autofahrer auf der Autobahn aber die Polizei – und somit endete das fingierte Horror-Erlebnis schließlich auf dem Revier.

20160526 Outside The Box 01

„Survival of the Fittest“

Eins ist klar: An den Vorurteilen, dass man es in Führungspositionen oftmals mit Blendern, Egomanen oder Halbwahnsinnigen zu tun hat, ist schon etwas dran. „Outside The Box“ hält der selbsternannten Business-Elite den Spiegel vor. Hier bekommt jeder sein Fett weg – vom Chef mit völlig überzogener Erwartungshaltung über die Presse mit ihrem unstillbarem Kaffeedurst bis hin zum kleinen angestellten Techniker (gespielt von Frederick Lau), dessen Bedenken am korrupten Vorgehen seiner Vorgesetzten schnell mit einem besseren Job-Titel besänftigt werden können.

Und die Kritik am Leistungsdenken von Firmen sitzt. Daran ändert auch der in der Gesellschaft weit verbreitete Wunsch nach einer gesunden Work-Life-Balance nichts für Koch. Er sieht den Ansatz zur Gehirnwäsche vielmehr in jedem kommerziell-agierenden Unternehmen. Der Drang nach permanentem Wachstum ist das eigentlich Ungesunde im System:

Wenn alle das wollen, wird oben die Luft eng, bleibt die große Masse auf der Strecke. Das merkte man auch bei den letzten Wahlen: Die Existenzängste werden größer, und die Geschu?tze, die man auffährt, auch…

Sobald Mitarbeiter auf Effizienz getrimmt werden, übertragen sich letztlich die Denkmuster des Konkurrenzdrucks und der Existenzangst auf das eigene Handeln. Man verinnerlicht diese also ganz automatisch – frei nach dem Motto: Wenn ich heute die Quote von gestern nicht steigern kann, gelte ich als faul.

Das Fazit dieser filmischen Marktbeobachtung lautet also: Jetzt kann auch mal Schluss mit dem grenzenlosen Firmen-Commitment sein!


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OMR16 – 2 Tage, 136 Aussteller, 16.533 Besucher

OMR16 (image by Steve Martin)

Vergangene Woche fand das Online Marketing Rockstars-Festival in Hamburg statt. Dort traf sich die internationale Marketing- und Medien-Branche, um die neuesten Entwicklungen zu diskutieren, Produkte zu präsentieren und natürlich auch zu feiern. Mit den Messehallen als diesjährige Location war es ein ganzes Stück größer als im letzten Jahr. Dabei waren neben Big Playern wie Facebook, Google, Bild und Zalando auch zahlreiche kleinere Unternehmen vor Ort, um sich alle mit Themen in und um Online-Marketing auseinanderzusetzen.

Online Marketing Rockstars-Expo am Donnerstag

Das Festival bestand aus der Expo am Donnerstag und der großen OMR-Konferenz am Freitag. Am ersten Tag standen Panels und Vorträge auf der Expo Stage, Touren über das Messegelände und verschiedene Masterclasses auf dem Programm. Zu letzteren konnte man sich im Vorfeld individuell anmelden. Alle Angebote informierten rund um das Thema des Tages, darunter aktuelle Marketing-Strategien und der Umgang mit dem digitalen Wandel, alles mit einem Blick in die Zukunft.

In den Live Panels diskutierten mehrere Vertreter anwesender Unternehmen über unterschiedlichste Themen. So auch Norman Nielsen von Zalando, Sarah Seifermann von CosmoDirekt und Marcell Kollmar von Otto bei ihrem Panel zum Umgang mit SEO und seiner Bedeutung für heutige Unternehmen. Andere Themen der Panels waren zudem Zielgruppenidentifizierung, Quality Content und Advertising.

OMR16-SEO-Panel (Image by Steve Martin)

Die Masterclasses beleuchteten einzelne Themen genauer und durch das begrenzte Publikum in einer persönlicheren Atmosphäre. Auch hier setzten sich die Veranstalter mit dem Thema SEO und zusätzlich auch Content-Marketing, Social Commerce, Apps und Social Media auseinander.

Neben dem Programm und den Informationsständen sorgten kleinere Mitmach-Aktionen und Gewinnspiele in der Halle für ausreichend Infotainment. Zur Stärkung konnte man sich gleich hinter dem Eingang in die Hallen an Essens- und Getränkeständen verpflegen. Mit ein bisschen Glück, ergatterte man in den verschiedenen Lounges einen Platz, die zum Networken oder einem Kaffee einluden. In den Pausen konnte man außerdem den ehemaligen Skateboarding-Meister Richie Löffler und seinem Team bei ihren Skate-Stunts zusehen. Abends traten dann auf der Expo-Bühne Künstler und DJs, darunter Olli Schulz und Pohlmann, auf.

Insgesamt bot der erste Festivaltag viele Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Austausch mit den anwesenden Unternehmern. So konnten vor allem Rat- und Orientierungssuchende Antworten finden.

Rockstars-Konferenz am Freitag

Bei der OMR-Konferenz am Freitag durften sich die Speaker dann auf der ganz großen Bühne präsentieren, welche bei vielen Besuchern für Staunen gesorgt haben dürfte. Den Anfang machte Scott Galloway, Gründer und Chef der Beratungsfirma L2. Darauf folgte die Gründerin von My Little Paris Fany Péchidat, die mit ihrem authentischen Auftritt gut beim Publikum ankam. Im Anschluss stand Christian Schmalzl von Ströer auf der Bühne und sprach über den globalen Wettbewerb um die besten Werbestrategien. Für große Begeisterung in der Halle sorgte später dann der laute Bonin Bough vom Lebensmittelhersteller Mondelez, was nicht zuletzt an einer Reihe interessanter Fakten und seiner Bühnenpräsenz lag. Anschließend stand der Chefredakteur von Bild.de Julian Reichelt auf der Bühne, der sich wohl der meisten Skepsis vom Publikum aussetzen musste.

OMR-Freitag (Image by Steve Martin)

Als Überraschungsgast begeisterte in der Pause schließlich Jan Delay das Publikum und performte auf der OMR-Bühne neben einigen Klassikern auch zusammen mit Udo Lindenberg.

 

Nach den Speakern Tim Leberecht von The Business Romantics und Stefan Ropers von Adobe, folgten vom Veranstalter, wie jedes Jahr, Vorstellungen von besonders erfolgsversprechende Startups. Aus den “3 companies to watch” wurden dieses Jahr allerdings ausnahmsweise gleich sieben. Den Abschluss auf der großen Bühne machte Skateboarder und Unternehmer Tony Hawk, der über unternehmerische Rückschläge und seine Marke Birdhouse sprach.

Hilights vom Event

Infotainment aus dem Hintergrund gab es während der gesamten Konferenz dank Live-Ticker vom 11Freunde-Team, das mit Ironie und Witz Updates und Kommentare zur Veranstaltung postete. Den krönenden Abschluss des Abends gab es dann ab 18 Uhr bei der Aftershow-Party in der Großen Freiheit 36. Auf der Bühne standen hier neben Jan Delay noch Oli Petszokat, Captain Jack, Die Boys von Deichkind, Frau Diavolo, Das Bo und Chefboss.


Teaser & Image by Steve Martin


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Business-Wetten für die digitale Wirtschaft

Busy traffic (adapted) (Image by dingcarrie [CC BY 2.0] via flickr)

Wird 2016 genau so sein? Alle Zeichen stehen auf ja. Wir sind vielleicht besorgt, dass eine potentielle, neue Blase zerplatzt oder dass sich der Aktienmarkt verlangsamt, aber dies hält neue Ideen, Businessmodelle oder Möglichkeiten nicht auf. Hier sind meine neun Prognosen, was sich im Bereich Business, Technik oder Soziale Netzwerke in 2016 verändern wird.

Immer wieder das Gleiche zu tun bringt einen niemals weiter

Im Jahr 2016 werden wir sehen, wie sich immer mehr Organisationen auf das Regulieren von Einkommen einstellen und nach neuen Märkten und Möglichkeiten suchen werden. Das wird gegensätzliches Denken erfordern – das Suchen nach radikalen und anderen Wegen ein Business am Laufen zu halten wie zum Beispiel: Die Kunden bezahlen, anstatt Geld von ihnen zu verlangen. Umweltanalyse-Teams werden in vielen Organisationen mit dem Ziel gegründet, dass man aktuelle Trends erkennt und versteht, und dabei auch den potenziellen Einfluss sieht, den diese auf das eigene Unternehmen haben können.

Ziel für 2016: Ein Team für die Umweltanalyse aufstellen.

Der Zug der Auftragswirtschaft wird nicht langsamer

Neu aufkommende Unternehmen werden 2016 nur stärker werden. Die Auftragswirtschaft wird anhalten und sich auf mehr ausweiten als Miete oder Karrieren. Wir werden mindestens einen neuen Spieler auf dem internationalen Markt sehen, dem Peers Inc.-Modell folgend – versorgen bedeutet für den Einzelnen, die Produkte und Dienste einfacher zur Verfügung zu stellen. Und der nächste große Akteur wird wahrscheinlich aus Asien kommen, ein Markt, der bisher größtenteils unberührt blieb.

Ziel 2016: Eine Plattform für die Auftrags-Wirtschaft werden.

Erfreue deine Kunden damit, ihre Bedürfnisse rechtzeitig zu erkennen und zu erfüllen

Wir werden einen Anstieg der vorausschauenden Organisationen sehen, also jene, die Produkte und Dienste in dem Moment, in dem man sie braucht, anbieten oder sogar schon bevor der Kunde überhaupt merkt, dass er sie braucht.

Wir werden die ersten kommerziellen Beispiele für die vorausschauende Lieferung erkennen (“dein Produkt liegt bereits vor deiner Tür, möchtest du es kaufen, oder sollen wir es zurücknehmen?”) Und nach dem erfolgreichen Absolvieren der einfachen Schritte und Kunden sich daran gewöhnen konnten, werden andere – oft überraschende – Akteure folgen; wir werden unter anderem die ersten vorausschauenden Regierungen sehen. Alles aufgrund des Fortschritts der digitalen Identität.

Ziel 2016: Definiere dein Produkt und die Dienste neu und werde eine vorausschauende Organisation.

Willkommen zu deinem digitalen, persönlichen Assistenten – einer der wirklich hilft und nicht nur so tut

Die digitale Identität wird nicht nur ein neues organisatorisches Verhalten ermöglichen, aber auch die Evolution anderer Technologien vereinfachen. Digitale, persönliche Assistenten werden sich weiter entwickeln. Sie werden nicht nur in der Lage sein, uns zu sagen wo der Film läuft, den wir am Wochenende sehen wollen oder uns an einen Arzttermin erinnern, sie werden auch in der Lage sein, unsere Rechnungen zu zahlen, den Stromanbieter zu wechseln oder uns in unserem Leben wirklich unterstützen, wie es ein echter Assistent tun würde (eine Art digitaler Vertreter des Menschen).

Ziel für 2016: Mehr Dinge erledigen können, indem man den digitalen Assistenten delegiert.

Wenn sich die Welt um dich schneller dreht als du, ist das Ende nah

Amtsinhaber von anlageintensiven Firmen werden von technologischen Fortschritten herausgefordert, und das mehr als in den Jahren zuvor. Der Janicki-Omniprozessor wird es kompletten Gemeinden ermöglichen, sich von Abwasser und Wassernetzen zu entfernen.

Hochleistungsbatterien in Garagen und selbstfahrende Autos werden es Individuen ermöglichen, mit Elektrizität außerhalb des Netzes zu handeln. Telefonanbieter werden mehr und mehr Druck von den Meta-Dienstleistern spüren. Die Bewegung derjenigen, die kein lineares Fernsehen mehr schauen, wird das Kabelfernsehen beeinflussen, auch in anderen Branchen.

Ziel für 2016: Wenn du ein Amtsinhaber in deiner Branche bist, fokussiere dich auf die Umweltanalysse, um Überraschungen zu vermeiden.

Digitales Kapital ist die Möglichkeit für das soziale Gut

Existierende Technologien werden reifen und in kritischen Situationen genutzt werden. Regierungsagenturen, Ersthelfer und das Katastrophenmanagement werden Periscope und Erwähnungen bei Facebook sowie Livestreaming nutzen, um Informationen zu sammeln. Wir werden die Kontrolle über unser digitales Ich behalten und zur gleichen Zeit fähig sein, unser “digitales Kapital” zu teilen, wenn es hilfreich ist. Die digitale Denkweise wird auch auf Organisationen angewendet werden, um nach Optionen zu suchen, um inaktive Anlagen zu digitalisieren, indem man neue Technologien benutzt.

Ziel für 2016: Habe einen genauen Blick auf deine Anlagen. Können sie neue Werte in die digitale Wirtschaft bringen?

Hardware wird die neue App

Mehr und mehr Leute werden es einfach finden, der “Maker-Kultur” beizutreten. Plattformen wie Arduino oder Raspberry Pi werden es mehr Leuten ermöglichen, schnell Hardwarelösungen als Prototypen zu erstellen. Wir werden Beispiele für Apps im Internet der Dinge sehen, die endlich verlockend und nützlich sind. Umgebungen wie Apples HomeKit, werden nur zu dem Impuls beitragen. Andererseits werden Plattformen wie Kickstarter den Weg zu effizienten “Prototyp-zu-Produkt”-Prozessen eröffnen.

Ziel für 2016: Tritt einem Maker-Space bei und unterstütze dieses.

Baue eine Gemeinschaft und ein Produkt (oder Dienst) wird sich entwickeln

Wir werden mehr Unternehmen sehen, die auf eine unorthodoxe Art starten werden, indem sie zuerst eine Gemeinschaft aufbauen und erst danach erkennen, welches Produkt oder welchen Dienst sie bereitstellen müssen. Digitale Gemeinschaften werden der neue unfaire Vorteil in jeder Industrie sein.

Ziel für 2016: Identifiziere und investiere in deine Gemeinschaften.

Digitale Intelligenz ist Trend

Die Gesellschaft wird weiterhin lernen, wie man mit den digitalen Wirtschaftstrends umgehen muss. Wir werden von der digitalen Bildung über digitales Benehmen zu digitaler Eleganz gehen. Und wir werden ein wachsendes Interesse im Bereich Sicherheit im Netz erleben, auch wenn die Regierungen versuchen werden, die Bevölkerung von der Nutzung von Verschlüsselungstools abzuhalten.

Ziel für 2016: Investiere in digitale Bildung und Entwicklung.


Image (adapted) “Busy traffic” by dingcarrie (CC BY 2.0)


 

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Sponsored Post: Mit der Boeing 787 Dreamliner hoch hinaus

Boeing 787 Dreamliner Screenshot by KML

Ein Gefühl von Freiheit – mit der neuen Boeing 787 Dreamliner von KLM fliegen Sie nicht nur sicher sondern auch wie auf Wolken zu ihrem Ziel. Die Fluglinie KLM darf ein neues Mitglied in seiner Flotte begrüßen: Die Boeing 787 Dreamliner. Sie steht nicht nur für Innovation sondern auch für Qualität und hohem Komfort. Mit ihr dürfen Passagiere ein ganz neues Flugerlebnis erfahren und sich entspannt zurücklehnen. Mit neuen Features, einem neuen Design und vielen weiteren Neuerungen, wird die Dreamliner Sie sicher an Ihr Ziel bringen. Aber auch alte Muster bleiben und so bleibt das Wiedererkennungs-Merkmal wie etwa die geschwungene Linie an den Seiten, erhalten. Vermutlich freuen sich die Stewardessen und Piloten am meisten über ihren neuen spektakulären Arbeitsplatz und aus diesem Grund haben sie die einzelnen Neuerungen und Features gleich selbst getestet und demonstriert.

Weiterentwickelte Technik

Die fortschreitende Technik ist selbstverständlich nicht an der Boeing 787 vorbeigegangen und so dürfen sich die Piloten der Dreamliner auf ein hochmodernes und bestens ausgestattetes Cockpit freuen. Das Headset und das Head-up Display sorgen dafür, dass die Piloten mit allen relevanten Informationen zu jeder Zeit versorgt werden.

Aber auch die neu gestalteten Kabinen und Sitzplätze sind mit der besten Technik versehen und so gibt es neben Wifi an Bord, auch das Inflight Entertainment System, welches nicht nur zum Filme gucken geeignet ist.

An Bord kommen und sich wohlfühlen

Die hellen Klassen sind ganz neu gestaltet und wirken freundlich, gemütlich und gleichzeitig elegant. Mit 30 Prozent größeren Gepäckfächern, bleibt auch hier nichts im Weg liegen. Die Economy Class bietet viele Sitzplätze für die Passagiere, ohne überfüllt zu wirken. Sitze lassen sich zwar bis zu 40 Prozent weiter nach hinten verstellen, aber dennoch braucht sich der hintere Passagier nicht eingeengt zu fühlen.

Dreier Reihen mit je drei Plätze bieten viel Komfort und haben dazu noch Spielraum für 11-Zoll HD Touchscreen Bildschirme. Jeder Gast hat seinen eigenen, sodass der lästige Streit ums Programm wegfällt und die Auswahl an Unterhaltung größer ist als zuvor. Aber nicht nur Filme, sondern auch ganze Serienboxen stehen dem Gast zur Verfügung. Soll es mal etwas anderes sein, dann kann er sich auch im Musikbereich austoben oder vielleicht einfach nur mit der integrierten Konsole ein paar Spiele spielen. Das Inflight Entertainment System bietet dem Gast ein ganz neue Möglichkeiten, sich die Flugzeit zu verkürzen.
Infotainment Screenshot

Die Kommunikation kommt bei so vielen Sitzplätzen untereinander oft zu kurz und manchmal können Gäste nicht nebeneinander sitzen, so wie sie es sich vielleicht gewünscht hätten. Dafür gibt es jetzt den internen Flugzeugchat. Passagiere haben damit die Möglichkeit, sich mit ihren Liebsten zu unterhalten, egal an welchen Plätzen sie sich befinden oder einfach nur andere freundliche Fluggäste kennen zu lernen.

Gerade für lange Strecken

Wenn der Weg mal etwas länger ist, ist auch das kein Problem. Die Dreamliner ist dafür ausgelegt, dass der Passagier immer entspannt an sein Ziel kommt, egal wie lange er sich im Flugzeug aufhält. Auch für genügend Schlaf ist gesorgt, denn die extra großen Fenster bieten nicht nur eine atemberaubende Sicht sondern sind zu dem auch dimmbar, sodass Passagiere jederzeit in Ruhe ihre Augen schließen können.
Dimmbare Fenster Screenshot

Ein ebenso spektakuläres Feature ist nicht nur das Dimmen der Fenster, sondern auch die LED Lampen, die für die Kabinen verantwortlich sind. Mit sanften Übergängen wechseln sie ihre Farbe und stellen eine Hilfe beim Zeitzonenwechsel dar.

Wenn aber nicht geschlafen sondern gearbeitet werden soll, so kann in der Business Class der Platz gleichzeitig als Arbeitsplatz genutzt werden. Ein integrierter Schreibtisch, freies Wlan und ein bequemer Sitz sorgen für eine konzentrierte und angenehme Arbeit. Sollte die Müdigkeit Sie trotzdem überkommen, so steht selbstverständlich eine Espressomaschine bereit.

Die Business Class sorgt für eine angenehme Ruhe und einem kleinen “Zuhause”-Gefühl. Mit direktem Anschluss zum Gang, ist man trotzdem für sich.
Business Class Screenshot

Wertgegenstände können im eingebauten Schrank mit Spiegel sicher verstaut werden und so kann man sich voll und ganz auf den 16-Zoll großen Touchscreen Bildschirm vor sich konzentrieren. Auch hier können neben Musik, Filmen und Chats auch gleich Informationen und Shoppingmöglichkeiten zum Reiseziel gesammelt werden.

Ein Gefühl von Sicherheit

Nicht nur im Innenraum der Boeing 787 hat sich einiges getan sondern auch außen. Durch den Gebrauch von leichten Verbundstoffen hat sich das Gesamtgewicht der Dreamliner im Gegensatz zu anderen Maschinen stark verringert. Außerdem erreicht sie eine Geschwindigkeit von bis zu 913 km/h durch zwei Triebwerke von General Electric. Durch all diese Neuerungen fliegt sie nicht nur leiser, ruhiger, weiter und sicherer sondern auch um einiges effizienter.

KLM garantiert ein unverwechselbares Flugerlebnis mit der neuen Boeing 787 Dreamliner. Schluss mit Jetlag und gestressten Flügen. Es ist Zeit für mehr. Es ist Zeit für Entspannung. Also kommen Sie an Bord und genießen Sie Ihren Flug!


Teaser & Image Screenshot by KML


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LinkedIn vs. Xing: Beschleunigtes Rennen um Premium-Mitglieder

business_meet_121125 (adapted) (Image by Richter Frank-Jurgen [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Das deutsche Business-Netzwerk legt im Wettkampf gegen den US-Rivalen um zahlende Kunden einen Zahn zu. Das zum Medienkonzern Burda gehördende Business-Netzwerk Xing ist eine Bastion: Den neuesten Quartalszahlen zufolge zählt man im deutschsprachigen Raum 6,7 Millionen Mitglieder, während der US-Rivale “nur” etwa 4 Millionen Mitglieder in der Region hat. Monatlich zahlende Premium-Nutzer sind für Xing die wichtigste Einnahmequelle – weswegen man den Premium-Club um neue Funktionen und Produkte aufpoliert hat.

 


 

  • 63 Prozent des Xing-Umsatzes (13,7 Mio. Euro im 3. Quartal 2013) stammt aus dem Premium Club.
  • Für LinkedIn sind die “Talent Solutions” für Recruiter und Jobsuchende mit 57 Prozent Anteil am Umsatz die wichtigste Einnahmequelle (224,7 Mio. Dollar im 3. Quartal).
  • Der Anreiz, für Xing zu zahlen, ist höher als bei LinkedIn.

Trotz des erstarkenden US-Rivalen LinkedIn aus Mountain View, Kalifornien, droht dem Hamburger Business-Netzwerk Xing noch lange kein StudiVZ-Schicksal – jenes deutsche Social Network, das von Facebook einfach überrollt wurde. Zu stark verankert ist die Burda-Tochter mittlerweile im Berufsleben vieler Deutschen, Österreicher und Schweizer, um den Account einfach mal so gegen ein LinkedIn-Profil zu tauschen. So wie viele andere betreibe ich deswegen zwei Business-Profile parallel – eines bei Xing und eines bei LinkedIn. Kontakte aus lokalen, manchmal eher traditionelleren Branchen finde ich eher bei Xing, während sich internationale Kontakte aus jüngeren Branchen natürlich eher bei LinkedIn tummeln. Für manche, die so ein Business-Netzwerk-Doppelleben führen, stellt sich da die Frage: Wo leiste ich mir den Premium-Account?

XING

Xings Premium-Mitgliedschaft kostet je nach Laufzeit und Vergünstigungsangebot zwischen 6,35 und 9,95 Euro pro Monat. Das entspricht Jahreskosten von bis zu 120 Euro und ist damit deutlich billiger als eine Premium-Mitgliedschaft bei LinkedIn (siehe unten). Xing Premium befriedigt natürlich vor allem ein großes Bedürfnis: Sehen zu können, wer das eigene Profil besucht hat. Im Berufsleben ist das eine spannende Sache, weil man sieht, welche potenziellen Arbeitgeber, Partner, Kunden und auch Konkurrenten Interesse an der eigenen Person haben – gehäufte Besuche deuten da auf einiges hin. Xing bietet seinen zahlenden Nutzern außerdem erweiterte Kommunikationsfähigkeiten: So darf man pro Monat 20 Nicht-Kontakte direkt anschreiben und Dateianhänge von bis zu 100 MB verschicken – letzteres lässt sich aber leicht mit Dropbox, WeTransfer oder dergleichen auch gratis und über die Mauern des Xing-Netzwerkes erledigen.

Xing Premium bietet außerdem erweiterte Suchfunktionen, die das Durchstöbern des Netzwerks nicht nur nach Namen, sondern auch nach Positionen, Arbeitgebern, Interessen oder Einträgen erlaubt. Weiters geht es bei Xing Premium stark ums Präsentieren der eigenen Person. Zahlende Mitglieder dürfen ihre Karrierewünsche detailliert in ihrem Profil darstellen. Außerdem kann man sein Portfolio mit Bildern (ein Handshake mit Barack Obama macht sich hier sicher gut) und Dokumenten (Textproben usw.) unbegrenzt aufmotzen und sich Referenzen von anderen Mitgliedern geben lassen (das ist bei LinkedIn gratis). Last but not least: Xing will seinem Premium-Club künftig auch Vergünstigungen bei anderen Services zukommen lassen und hat deswegen ein Vorteilsprogramm gestartet. Demnächst dürfen Premium-Mitglieder die Smartphone-App Blinkist, die Sachbücher für den flotten mobilen Konsum zusammenfasst, ein Jahr gratis nutzen und die Coworking Spaces der Design Offices gratis verwenden (Standorte in Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf und Nürnbeg).

LinkedIn

LinkedIn Premium kostet mindestens 14,95 Euro pro Monat (Business), wenn man gleich ein ganzes Jahr bucht, die Betreiber versuchen aber gleich, das Paket um 29,95 Euro pro Monat (Business Plus) zu verkaufen. Im Unterschied zu den Gratis-Nutzern dürfen zahlende Nutzer jedenfalls alle Profile bis zum 3. Vernetzungsgrad (Kontakt eines Kontaktes eines Kontaktes) einsehen und bekommen alle Besucher des eigenen Profils gelistet – wie auch bei Xing die wohl beliebteste Funktion. Neben der Sichtbarkeit geht es bei LinkedIn Premium auch stark um die Reichweite. Zahlende Mitglieder dürfen je nach Tarif zwischen 3 und 25 Direktnachrichten an Nicht-Kontakte schreiben und sich 15 bis 35 Mal pro Monat von einem eigenen Kontakt einem Mitarbeiter eines bestimmten Unternehmens vorstellen. In der Gratis-Version ist das 5 Mal pro Monat möglich, was wohl den meisten Nutzern völlig ausreicht.

Wer besonders großzügig ist, erlaubt via OpenLink-Funktion allen anderen LinkedIn-Nutzern, ihn gratis zu kontaktieren. Schließlich geht es bei LinkedIn Premium auch stark um erweiterte Suchfunktionen: Zahler bekommen bis zu 700 statt nur 100 Profile bei einer Personensuche angezeigt und dürfen mit bis zu 8 Filtern auch genauer aussieben. Außerdem darf man öfter als die Gratisnutzer eine gespeicherte Suche automatisch ihren Dienst verrichten lassen (bis zu zehn Mal täglich statt nur drei Mal wöchentlich).

Fazit

Insgesamt zahlt es sich für den durchschnittlichen Nutzer im deutschsprachigen Raum heute eher aus, Premium-Mitglied bei Xing zu werden als bei LinkedIn. Xing ist günstiger, bietet für die meisten die wohl interessantere Zielgruppe und hat mit seinem neuen Vorteilsprogramm für Club-Mitglieder einen echten Vorsprung. LinkedIn sind derzeit spezielle Kunden wie Recruiter und Firmen wichtiger, für die eigene, sehr teure Abos (300 Euro pro Monat und mehr) geschnürt werden. Außerdem stößt man bei LinkedIn weniger häufig an die Grenzen des Gratis-Accounts, weil etwa einige Funktionen wie Referenzen anderer Nutzer oder die Anzeige von Profilbesuchern teilweise gratis ist – deswegen ist die Notwendigkeit, für LinkedIn zu zahlen, einfach nicht so groß wie bei Xing.


Image (adapted) „business_meet_121125“ by Richter Frank-Jurgen (CC BY-SA 2.0)


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Kleine Podcaster haben Probleme, neue Hörer zu gewinnen

Skullcandy Headphones (adapted) (Image by Brett Levin [CC BY 2.0] via Flickr)

Wie sieht das Podcast-Geschäft für die Betreiber aus? Eine Umfrage deutet an, dass trotz des steigenden Interesses für Podcasts, der größte Teil des Wachstums auf die bereits bestehenden Hörer zurückzuführen ist. /

Es gibt kaum neue Hörer. Die Podcaster sorgen sich nun, wie sie sich neues Publikum und Bezahlmodelle erschließen können. Clammr, ein Unternehmen hinter einer iOS-App, die den Nutzern dabei hilft, Audiocontent zu streamen und zu teilen, führte eine Onlinestudie mit 59 Podcastern durch. Der größte Teil der Befragten setzte sich zusammen aus “wichtigen Podcastern, die den größten Teil der produzierten Podcasts repräsentieren”, sagte Clammr-Mitbegründer Parviz Parvizi, “und keine Shows mit großen Markennamen, die von den großen Sendern kommen.

Das sind vielleicht nicht die beliebtesten Sendungen aller Zeiten, aber diese Leute betreiben ihre Podcasts ohne Hilfe von größeren Unternehmen.

  • Das Interesse an Podcasts hat zugenommen. Zwischen 2014 und 2015 gab es 32 Prozent mehr Suchanfragen bei Google mit dem Stichwort “Podcast”, und 37 Prozent mehr Downloads. Clammr merkt hier aber an, dass dieses “angenommene Wachstum eher von den bereits bestehenden Hörern stammt als von einer gewachsenen Nutzerzahl” und fand heraus, dass “im Mai 2015 die Suchanfragen für Podcasts niedriger waren als beim bisherigen Höchstwert der ersten Podcastwelle im Januar 2006.

  • Das hier sind die Aspekte der Umfrage zur Entwicklung von Podcasts. Die Befragten haben angegeben, mit welchen Entwicklungen sie besonders zufrieden oder unzufrieden sind:

Clammr Podcasts Challenges (Image by Clammr via SlideShare)
Quelle: Clammr

Anders gesagt: es scheint, als wären die Podcaster generell mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zufrieden. Sie sorgen sich allerdings darum, ob es in ihrem Geschäft demnächst schwieriger werden könnte.

  • Abgesehen von einiger Unzufriedenheit bezüglich der sozialen Medien stellen diese noch immer die wichtigste Quelle für die Verbreitung und Wachstumsraten von Podcasts dar:

Clammr Podcaster Social Media (Image by Clammr via SlideShare)
Quelle: Clammr
  • Apple hat maßgeblich zum Wachstum des Podcastbusiness beigetragen. 82 Prozent derjenigen, die Podcasts auf dem Smartphone hören, tun das auf einem iOS-Gerät, nur 16 Prozent hören sie sich auf Androidgeräten an. Und wiederum hören 78 Prozent der Podcasthörer mit einem iPhone auch über die Apple-interne Podcast-App.

Weitere Ergebnisse der Untersuchung finden Sie hier.

Dieser Artikel erschien zuerst auf NiemanLab. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) “Skullcandy Headphones” by Brett Levin (CC BY 2.0)


 

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Preview Cards auf Twitter könnten Publishern weiterhelfen

Twitter (adapted) (Image by Andreas Eldh [CC BY 2.0] via Flickr)

Dank eines neuen Designs bei Twitter, könnten die Tweets von Publishern bald um einiges wertiger werden. Das Unternehmen gab kürzlich bekannt, dass es eine neue Einstellung namens Twitter Cards geben soll, die eine erweiterte Zusammenfassung eines Links darstellt, die dann auf den iOS- oder Android-Geräten zu sehen sein wird. Was genau das für die Medienunternehmen, oder eigentlich für jeden, der seine Links bei Twitter verteilt, bedeutet: den Artikeln soll mehr Platz eingeräumt werden. Sie werden komplett mit Leitartikel und den ersten paar Worten angezeigt.

Wenn Sie schon eine Weile auf Twitter unterwegs sind, haben Sie vielleicht bemerkt, dass dies ein Teil der Pläne des Unternehmens ist, um mehr Medieninhalt in Ihren Feed zu bringen. Features wie Autoplay von Videos, GIFs, oder Werbeanzeigen haben dafür gesorgt, dass das Twitter-Erlebnis kein ununterbrochener Wasserfall an Texten mehr ist. Casey Newton von The Verge erklärt diese Veränderung:

Die ausführlicheren Previews sind noch ein neues Feature bei Twitter (lesen Sie hierzu: “Summary card with large image”) und Sie sehen nur die automatisch erweiterten Links der Publisher, die diese Einstellungen auf ihrer Seite vorgenommen haben. Man muss aber erwarten, dass die meisten Publisher diesem Trend folgen werden, denn indem man die ersten paar Worte des Artikels in den Tweet mit dem entsprechenden Link einfügt, heben sich die großen, bunten Felder von den Nachrichten mit dem twittertypischen Limit von 140 Zeichen deutlich ab. Und natürlich führen auch die  Werbetreiber, die mindestens genauso gierig nach   Favorisierungen und Retweets sind, dies in großen Mengen ein.

Es gibt einen deutlichen Vorteil der Medienunternehmen, die um die Aufmerksamkeit der Leser kämpfen, vor allem, seit wir wissen, dass mehr und mehr Leser ihre Nachrichten über soziale Netzwerke wie Twitter beziehen. Die Twitter Cards sind ein bisher wenig benutztes Werkzeug für die meisten Publisher. Wir bei NiemanLab konnten beispielsweise die Twitter Lead Generation Card nutzen, um die Abonnementzahlen für unseren täglichen Email-Newsletter zu vervielfachen. Natürlich macht Twitter das alles nicht ganz uneigennützig; wenn die Leute mehr Zeit damit verbringen, durch ihre Twitter-Timeline zu scrollen, hat Twitter natürlich auch etwas davon (man vergleiche diese Entwicklung mit den Instant Articles von Facebook). Diese Entwicklung sorgte für Diskussionen im Nachrichten-Business, ob dies eine weitere Bedeutung in dem Kampf um ‘distributed content’ haben könnte , oder ob man dabei als Publisher tatsächlich noch gewinnen kann.

Dieser Artikel erschien zuerst auf NiemanLab. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) “Twitter” by Andreas Eldh (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 26. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um Überwachung, Android for Work, Gemalto, den Führungswechsel bei Microsoft und die Digitalisierung deutscher Verlage. Ergänzungen erwünscht.

  • SPIONAGE heise online: NSA-Skandal: EU-Parlamentarierer unzufrieden mit Antwort der EU auf Überwachung: Im Europaparlament macht sich langsam Unruhe breit. Trotz deutlicher Aufforderungen der Parlamentarier haben die anderen Institutionen der EU nach den Spähangriffen von Geheimdiensten wie NSA und GCHQ immer noch keine Konsequenzen gezogen. Während die Liste von bekannten Cyberattacken immer länger wird, wurde noch keine Empfehlung des Parlaments umgesetzt. Der Höhepunkt sei, dass es die EU immer noch nicht geschafft habe, seine digitale Infrastruktur besser vor solchen Angriffen zu schützen.

  • ANDROID GoogleWatchBlog: Bring your own Device: Google kündigt Android for Work für den Einsatz am Arbeitsplatz an: Google plant die gemeinsame Marktführerschaft von Microsoft und Apple im Business-Bereich zu knacken und das Betriebssystem Android in die Büros zu bringen. Indem das Unternehmen seine Soft- und Hardware sicherer macht, will es den ersten Schritt in diese Richtung gehen. Außerdem sollen die Mitarbeiter eines Unternehmen dazu ermutigt werden, ihre eigenen Geräte am Arbeitsplatz zu nutzen, indem es eine scharfe Trennung von privatem und beruflichem Bereich auf den Geräten ermöglicht.

  • CYBERWAR Süddeutsche.de: „Kontakt zur NSA aufzunehmen, wäre Zeitverschwendung“: Nachdem durch weitere Snowden-Dokumente bekannt geworden ist, dass der größte SIM-Karten-Hersteller der Welt Gemalto Opfer von Hacker-Angriffer der NSA und des GCHQ wurde, äußert sich der Geschäftsführer in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Der Manager übt sich in Schadensbegrenzung und äußert unter anderem, dass es den beiden Geheimdiensten nur in wenigen Fällen gelungen wäre, die Verschlüsselung von SIM-Karten zu knacken.

  • MICROSOFT Golem.de: Microsofts Deutschland-Chef geht zurück zur Telekom: Das war ein kurzes Intermezzo. Nach zweieinhalb Jahren wechselt der Deutschland-Chef von Microsoft Christian Illek zurück zu seinem früheren Arbeitsgeber Deutsche Telekom. Damit ist der 50-jährige bereits der dritte Geschäftsführer, der dem Unternehmen den Rücken kehrt. Bei der Telekom war er bereits von 2007 bis 2012 für die Marketingaktivitäten in Deutschland zuständig. Dort soll er nun als Personalchef die angestrebte Transformation des Unternehmens begleiten.

  • DIGITALISIERUNG DIE WELT: So digital sind Deutschlands Verlage: Die durch die Digitalisierung sinkenden Erlöse der Print-Medien zwingen die Verlage neue Wege zu gehen. Eine neue Studie zeigt, dass bereits über 100 Zeitungsmarken ein digitales Bezahlmodell eingeführt haben. Zu diesen Einnahmen kommen zusätzlich größere Gewinne durch Online-Werbung. Zwar sind die Erlöse im digitalen Bereich der Verlage meist noch relativ übersichtlich, doch die Wachstumsraten sind stellenweise beeindruckend. Der Verband des Zeitungsverleger ist optimistisch.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

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Facebook at Work betritt neuen Boden

Stand von Facebook (Bild: Derzsi Elekes Andor [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia)

Mit „Facebook at Work“ betritt Mark Zuckerbergs Netzwerk völlig neuen Boden. Die neue Dienstleistung soll offensichtlich Konkurrenten wie „Webmeeting“ (Deutsche Telekom), „Office Online“ von Microsoft oder „Google Drive“ das Leben schwer machen. Firmenintern läuft der Dienst bereits seit mehreren Monaten. // von Lars Sobiraj

Stand von Facebook (Bild: Derzsi Elekes Andor [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia)

Die neue Webseite von Facebook soll offensichtlich einigen Unternehmen die Marktanteile streitig machen. Das neue Angebot würde sowohl mit Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn konkurrieren, als auch mit Dienstleistern, die ein gleichzeitiges Arbeiten an Online-Dokumenten anbieten. Allerdings muss das Unternehmen erst bei vielen Firmenchefs Vertrauen gewinnen, weil alle Dokumente bei Facebook selbst gespeichert werden.

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Wenn der Algorithmus den Job vermittelt

Business Baby Pointing (adapted) (Image by Paul Inkles [CC BY 2.0] via Flickr)

Als die Gründer einer Agentur merkten, dass beim Employer Branding und der Personalvermittlung ohne Computerunterstützung kein Wachstum mehr möglich war, starteten sie Talents Connect. Das ist so etwas wie eine Singlebörse für Arbeitnehmer und Unternehmen mit Echtzeitalgorithmus. Als das französische Schlagersternchen France Gall Ende der 60er Jahre sang, dass ihr „der Computer Nr. 3 den richtigen Boy“ aussuchen würde, war dies nichts weiter, als ein Blick in die Zukunft. Heutzutage werden tagtäglich mithilfe von Algorithmen unzählige Frauen und Männer aufgrund ihrer Persönlichkeitsmerkmale vermittelt. Online-Singlebörsen wie Parship oder eDarling funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip. Anfangs gibt man einiges seiner Persönlichkeit preis, damit einem der Computer auf Basis der Angaben die besten Vorschläge unterbreiten kann.

„Du bist mehr als Dein Lebenslauf“

So ähnlich funktioniert auch Talents Connect, wo ein Algorithmus in Echtzeit darüber entscheidet, wer am besten zueinander passen könnte. „Ähnlich wie bei einer Partnerbörse kann man ja erstmal zusammen einen Kaffee trinken und schauen, ob es funkt“, erklärt uns der Head of Communications, Christian Brand augenzwinkernd. Herkömmliche Stellenausschreibungen würden fast alle dem gleichen Strickmuster folgen. Da ist es als Absolvent schwierig zu entscheiden, wo man sich bewerben soll. So richtig frustrierend wird es, wenn man monatelang nichts hört um dann eines Tages die eigenen Unterlagen im Briefkasten vorzufinden. Obwohl sie am längeren Hebel sitzen, haben auch Personalchefs arge Probleme bei der Suche nach den passenden Berufseinsteigern. Schulabschluss, Praktika und die Durchschnittsnoten sagen wenig über den Charakter eines Menschen aus. „Du bist mehr als dein Lebenslauf“, heißt das Motto von Talents Connect. Wie viel mehr, wird im Rahmen von etwa zwanzig Fragen analysiert. Aus den Hard Facts und Soft Skills wird am Ende der sogenannte Matching Score errechnet. Sowohl den Suchenden als auch den Unternehmen werden nur die Vorschläge angezeigt, die ausreichend viele Überschneidungen aufweisen. Zu den sogenannten Hard Facts gehört beispielsweise ob neue Mitarbeiter dazu bereit sind, für ihren Job umzuziehen. Zu den Soft Skills gehört die Persönlichkeit, die Interessen und beruflichen Werte eines Bewerbers. Vieles dabei ist eine reine Typfrage, obwohl ein gutes Team unterschiedliche Persönlichkeiten braucht. Arbeitet die oder der Neue eher selbstständig oder braucht er festgelegte Rahmenbedingungen, damit ihn sein Job glücklich macht? Wie groß ist das Streben nach Harmonie oder nach Konkurrenzkampf untereinander? Wie geht der Bewerber mit Kritik um? Möchte der Neue lieber im Home Office, auf Geschäftsreise oder im Büro tätig sein? Werden derartige Fragen mit diesem Matching-Tool vorab beantwortet, erleichtert es die Auswahl für beide Seiten.

Wirtschaftsförderung kann auch hinderlich sein

Gründer Robin Sudermann war selbst nach seinem Abschluss auf der Suche nach Orientierung. Als passionierter Fußballspieler, Wirtschaftspsychologe und einigen Semestern BWL im Rücken gab es keinen Bereich, wo er sich so recht zuhause fühlte. Köln als Standort hatte für ihn den Vorteil, dass es kein Geld aus öffentlicher Hand gab. In Berlin sei es als Gründer eines Startups deutlich einfacher, finanziell unterstützt zu werden. Wer in Nordrhein-Westfalen Geld bekommen will, muss sein Konzept von privaten Investoren und Mentoren überprüfen lassen. Die investieren nur in solche Firmengründungen, von deren Erfolg sie überzeugt sind. Den Anfang machte Students Connect, eine akademische Vermittlungsplattform, die mit Hilfe des Diplom Psychologen Christian Dries entstanden ist. Rund 90% der Bewerber studierten auf Bachelor oder hatten ihn bereits erworben. Mittlerweile ist das Angebot sehr viel breiter gefächert. Zu den Finanzdienstleistern, Versicherungen oder Großkonzernen wie E.On, der Deutschen Telekom oder Bahn sind in letzter Zeit viele Unternehmen dazu gekommen, die Azubis für ihre Handwerksberufe suchen. Aufgrund des enormen Bedarfs wurde dafür eigens das Portal ausbildungsoffensive.com ins Leben gerufen.

„Der Markt ist voller Dinosaurier“

Am Algorithmus, der in Echtzeit kalkuliert, wird ständig gearbeitet, um die Vermittlung zu optimieren. Während sich arbeitssuchende Schüler und Studenten kostenlos anmelden dürfen, fallen für die teilnehmenden Unternehmen Gebühren an. In absehbarer Zeit soll der Vorgang auf Smartphones übertragen werden. Dann kann man sich alle Jobvorschläge alternativ von einer App anzeigen lassen. Christian Brand muss lächeln als er gefragt wird, warum dieses Konzept nicht schon viel früher umgesetzt wurde. Der Grund dafür sei ganz einfach: der Markt sei „voller Dinosaurier“. Die letzte „Innovation“ war die Gründung des Karriereportals Monster in den 90er-Jahren. Monster war binnen kürzester Zeit weltweit bekannt, weil es den Stellenmarkt ins Internet übertragen hat. Wer in diesem Bereich Fuß fassen will, braucht einen langen Atem. Die dortigen Strukturen seien schlichtweg nicht so flexibel wie die eines neuen Unternehmens. Erst recht nicht wie die eines Startups, das mit dem schnelllebigen Web Geld verdienen will.


Image (adapted) „Business Baby Pointing“ by Paul Inkles (CC BY 2.0)


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