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Erste Details zu iOS 13 veröffentlicht

Insider aus dem Hause Apple geben erste Informationen zu iOS 13 bekannt.

Auf der diesjährigen Worldwide Developers Conference (WWDC) von Apple erwarten viele die Vorstellung der neuen Betriebssoftware iOS 13. Das Online Magazin 9to5mac.com hatte nun die Möglichkeit, mit einigen der Entwickler in Kontakt zu kommen und bereits erste handfeste Neuerungen für iPhone, iPad und Co öffentlich zu machen. Hier eine Zusammenfassung der voraussichtlichen Neuerungen im Nachfolger zu iOS 12.

Verbesserte Multitasking-Optionen

Die Verwaltung von Apps, sowohl auf iPad als auch Mac, war bisher immer ein wenig umständlich. Anders als zum Beispiel bei Windows, ist die Benutzung mehrerer Anwendungen beim Mac auf zwei gleichzeitig verwendbare Apps beschränkt. Verwendet man das iPad ist Multitasking sogar noch schwieriger. Doch genau das möchte Apple mit dem Update auf iOS 13 ändern. Dann soll es möglich sein, Apps nach Belieben in ihrer Größe zu ziehen und zu verändern. Auch das Anpinnen von Apps soll dann kein Problem mehr sein. Wie das am Ende konkret aussehen könnte, zeigt ein bereits jetzt verfügbares Tool genannt „PanelKit“.

Darüber hinaus soll sich in der Bearbeitung und Verwaltung von Dokumenten einiges ändern. So soll man in Zukunft direkt in den Einstellungen des Apple-Geräts verschiedene Schriftarten auswählen können. Auch eine verbesserte mehrsprachige Unterstützung wird implementiert werden. Das soll das Arbeiten mit anderen Sprachen und Tastaturen erleichtern. Auch Siri lernt in iOS 13 wieder dazu und soll in Zukunft weniger anfällig für Fehlannahmen sein.

Apple Mail wird intelligenter

Benutzer der Mail-App auf dem iPhone, Mac oder iPad dürfen sich des Weiteren auf eine intelligentere Einordnung von E-Mails freuen. Ab iOS 13 sortiert das Postfach automatisch in Kategorien wie „Privat“, „Geschäftlich“, „Urlaub“, und so weiter. Außerdem kommt mit iOS 13 endlich ein voll ausgereifter Dark Mode auf das iPad und iPhone, der in den Einstellungen ausgewählt werden kann.

Wie mit jedem Update, wird es auch in iOS 13 wieder ein paar kleinere Änderungen geben. So zum Beispiel eine verbesserte Druck-Unterstützung bei der Benutzung von Touchscreens und eine verbesserte Gestensteuerung für die Bearbeitung von Dokumenten und Ähnlichem. Auch die bisherige Undo-Funktion, bei der man die Geräte schütteln muss, um eine Eingabe zu widerrufen, wird überarbeitet.

Voraussichtlich am 3. Juni wird Apple das Update erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. Und ab September 2019 können wir es und dann auf unsere Geräte laden.

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Image by Yura Fresh / unsplash.com

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Volkswagen können künftig mit Siri-Kurzbefehlen gesteuert werden

Paolese/stock.adobe.com

Nach Tesla folgt jetzt Volkswagen und unterstützt nun auch Siri-Shortcuts. Volkswagen hat ein neues Update der Car-Net iOS-App eingeführt, mit der ihr jetzt euren VW mit der Siri-Sprachsteuerung sowie den Siri-Kurzbefehlen steuern könnt. In Zukunft soll es möglich sein, dass ihr nur noch Siri bitten müsst euer Auto abzuschließen oder zu öffnen. Auch wenn ihr hupen wollt und die Lichter einschalten möchtet, müsst ihr hierfür nur noch Siri Bescheid sagen.

Welche Befehle werden mit Siri-Shortcuts sonst noch unterstützt?

Auch die mit iOS 12 neu eingeführten Siri-Shortcuts unterstützt das neue Update der Car-Net-App. Mit den Siri-Kurzbefehlen könnt ihr eigene Sprachbefehle für individuelle Aktionen in Apps anlegen. In Zukunft soll Siri mit den Kurzbefehlen auch euren Alltag beim Autofahren erleichtern. Ihr könnt dann künftig per Sprachbefehl den Ladevorgang beginnen oder stoppen und die Temperatur in eurem Fahrzeug festlegen. Zudem könnt ihr den aktuellen Standort des Autos abrufen.

Besonders hilfreich ist die Möglichkeit die Hupe und die Lichter per Siri zu steuern, wenn ihr euer Auto im Parkhaus schneller finden wollt. Ihr könnt dann euren VW kurz hupen oder aufblenden lassen. Die Besitzer können zudem Auskunft über die Restreichweite des Tanks beziehungsweise des Akkus erhalten. Auch der Ladevorgang kann über Siri bei allen Volkswagen Elektrowagen gesteuert werden.

Funktionen bis jetzt nur in den USA verfügbar

In den USA sind viele Modelle ab dem Baujahr 2016 mit den Car-Net Funktionen ausgestattet, mit denen die Fernsteuerung funktioniert. Zudem gibt es in den USA eine eigene Car-Net-App. Der Funktionsumfang unterscheidet sich in der App deutlich von der momentanen deutschen Car-Net-App. In Deutschland ist es noch nicht möglich den Status der Türen über die App zu ändern. Man kann den Staus der Türen allerdings schon abrufen. Nur in dem neuen Touareg ist es in Deutschland möglich, die Türen auch per App zu öffen oder zu schließen. Wann ihr alle Volkswagen-Modelle mit der App wie in den USA steuern könnt, bleibt leider vorerst unklar.


Image by Paolese via stock.adobe.com

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Siri Kurzbefehle: So erleichtert ihr in iOS 12 euren smarten Alltag

Siri Kurzbefehle iOS 12

Selten habe ich so gespannt auf ein Software-Update von Apple gewartet wie auf iOS 12. Das liegt vor allem an Apples Automatisierungsfunktionen namens Siri Kurzbefehle. Sie sind Teil des Betriebssystems, aber auch als eigenständige App verfügbar. In letzterer Form ersetzen sie die aufgekaufte Anwendung Workflow. Damit lassen sich viele alltägliche Aufgaben automatisieren und per Sprachanweisung gebündelt starten. Das geht sowohl mit dem iPhone als auch beispielsweise mit dem HomePod.

So funktioniert Siri Kurzbefehle

In Prinzip ist es ganz einfach. Mit Siri Kurzbefehle können Nutzer nun eine Reihe von Anwendungen mit der Sprachsteuerung und damit auch dem HomePod verknüpfen. Dabei lernt Siri einerseits bestimmte Anwendungsszenarien und schlägt sie dem Nutzer als Kurzbefehl vor. Beispielsweise bot mir Siri heute nach einem Chat in WhatsApp mit Kollege Berti an, daraus einen Kurzbefehl zu erstellen. Gesagt, getan. Und so öffnet sich nun automatisch der WhatsApp-Chat mit meinem Kollegen, wenn ich „Hey Siri, Nachricht an Berti“ sage. Wieder drei Klicks gespart.

Außerdem können Anwender mit der neuen App eigene Siri Kurzbefehle erstellen. Diese Anwendung ist eine Weiterentwicklung der ehemals eigenständigen, inzwischen aber aufgekauften Apple-App Workflow. Ein Kollege brachte es neulich so auf den Punkt: „Shortcuts ist Workflows auf Steroiden“. Mit der Kurzbefehl-App lassen sich individuelle Tasks erstellen, die der Nutzer dann mit nur einem Klick oder nun auch einem Siri-Kommando ausführen kann.

„Hey Siri, wie jeden Morgen“: So simpel ist Automatisierung in iOS 12

Als beispielhafte Tasks für den HomePod eignen sich naturgemäß erst einmal alle, die etwas mit Musik zu tun haben. So lässt sich über die Einstellungen in iOS 12 unter dem Eintrag Siri & Suche festlegen, dass Siri auf den Befehl „Hey Siri, play Playlist“ die aktuelle Playlist abspielt. Nimmt man einen Kurzbefehl aus der Workflow-App „Tweet Song“ dazu, und verknüpft diesen Task ebenfalls mit Siri, lässt sich der aktuell abgespielte Song gleichzeitig per Sprachbefehl „Hey Siri, tweet song“ auf Twitter teilen.

Ein Kurzbefehl für alle: HomePod, iPhone, iPad und Apple Watch

Die Beispiele mögen zwar recht simple sein. Sie zeigen aber gut, wie einfach sich die Makroanwendungen erstellen und mit Siri verbinden lassen. Außerdem bekommt man einen kleinen Eindruck davon, was in Sachen Heimautomatisierung mit dieser Verknüpfung alles möglich wird.

Siri Kurzbefehle HomePod iPad iPhone Apple Watch
Siri Kurzbefehle funktioniert auf dem HomePod, iPhone, iPad und der Apple Watch. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt


Reiht man verschiedene Tasks zu einer Routine aneinander, genügt ebenfalls ein einziger Sprachbefehl, um sie alle auf einmal auszulösen. In der Kurzbefehl-App macht euch Apple dazu schon ein paar Vorschläge für verschiedene Tasks. So könnte der Morgen damit beginnen, Playlisten, Kaffeemaschine und Licht über einen einzigen Sprachbefehl auszulösen. Dazu müsst ihr euch nur die entsprechende Routine erstellen und ihn zu Siri Kurzbefehle hinzufügen. Denkt euch einen schönes Kommando aus und schon sollte die Routine starten. Meine heißt „Hey Siri, wie jeden Morgen“. Auf folgende Weise habe ich sie erstellt.

Meine Morgenroutine besteht im Wesentlichen aus diesen Kurzbefehlen. Screenshot by Lena Simonis

Quick-Tipp: So erstellt ihr in der App für Siri Kurzbefehle eine Routine


Ladet euch die App aus dem App Store kostenlos herunter. In der Galerie findet ihr zahlreiche fertige Shortcuts. Wählt ein paar spannende aus und speichert sie in eurer Bibliothek. Die Shortcuts stehen euch nun dort zur Verfügung. Außerdem findet ihr am Ende der Liste einen Button „Kurzbefehl erstellen“. Hier öffnet sich ein Bearbeitungsfenster für den neue Kurzbefehl. Über das Menü am Seitenende könnt ihr die verschiedene Aktionen hinzufügen.

Geht dazu auf die Suche. Dort erscheinen verschiedene Vorschläge. Wählt „Arbeiten mit Skripten“. Sucht in diesem Menü nach der Gruppe „Shortcuts“. Fügt „Kurzbefehl ausführen“ in euren neuen Kurzbefehl ein. Konfiguriert nun den eigefügten Kurzbefehl indem ihr unter „Auswählen“ einen der Shortcuts aus eurer Bibliothek wählt. Fügt auf diese Weise weitere Kurzbefehle zu einer Routine zusammen. Oben ganz rechts im Bearbeitungsfenster findet ihr noch einen Button, der zu den Einstellungen für eure Routine führt. Hier könnt ihr die Routine benennen und ihr ein individuelles Symbol sowie eine Siri-Phrase zuweisen.

Die Morgenroutine: Shortcuts in Aktion

Hier könnt ihr die einzeln ausgeführten Tasks meiner Morgenroutine noch einmal im Detail ansehen. Ich habe zur Veranschaulichung noch einen kleinen Text an mich selbst davor geschaltet und einen Zahnputztimer zwischen „Play Playlist“ und „Tweet Song“ eingebaut.

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Morgenroutine in #Shortcuts #Apple

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Fazit: Automatique, c’est chic

Kurzbefehle in Siri machen nicht nur Spaß, sondern erleichtern mit sinnvollen Automationen den Alltag. Mit ein bißchen Fantasie und Verstand können sich smarte Nutzer ihre ganz individuelle Makroanwendung erstellen und sie Siri beibringen. Die KI lernt noch ein bißchen langsam und reagiert auf den verknüpften Sprachbefehl nicht immer mit einem perfekt ausgeführten Shortcut.

Dennoch wird eine trainierte KI mit der entsprechend kombinierten Hardware mein digitales Leben ab sofort bereichern. Dank der vielen Kurzbefehle können aus drei gesparten Klicks nämlich ganz schnell 30 oder 300 werden.

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Images by Apple / Berti Kolbow-Lehradt / Lena Simonis

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Brandschutz für HomeKit: Der smarte Rauchmelder von Netatmo

Der smarte Rauchmelder von Netatmo

Wenn das Zuhause Feuer fängt, muss schnell Abhilfe her, um den Schaden einzudämmen. Smarte Rauchmelder, die Nachrichten ans Smartphone schicken, können das Einleiten von Gegenmaßnahmen beschleunigen. Immer mehr Hersteller von Smart-Home-Geräten ergänzen ihr Sortiment daher um vernetzte Rauchmelder. Kürzlich brachte Eve Systems den Sensor Eve Smoke heraus. Nun folgt der smarte Rauchmelder von Netatmo. Er erscheint ab dem 8. Oktober für rund 100 Euro im Handel.

Das Smartphone schlägt sofort Alarm

Der smarte Rauchmelder von Netatmo unterscheidet sich äußerlich nicht von vielen anderen Produkten dieser Kategorie. Das Besondere ist, was unter der kreisrunden und von Lüftungsschlitzen durchzogenen Abdeckung steckt. Neben einer Sirene, die mit 85 Dezibel Alarm schlägt, findet dort auch Funktechnik Platz. Diese schickt umgehend eine Benachrichtigung an den WLAN-Router und von dort auf mit dem Netatmo-Account verknüpfte Smartphones.

Dabei informiert der Brandmelder auch darüber, in welchem Raum sich der Rauch entwickelt. Auf diese Weise müssen Nutzer nicht nur ihrem Gehör folgen, sondern können auf direktem Weg zum Ort des Geschehens vorstoßen und oder aus der Ferne die Feuerwehr dorthin navigieren. Der Alarm lässt sich am Rauchmelder selbst oder via Smartphone stummschalten.

Kontinuierliche Selbstkontrolle und Warnung bei schlapper Batterie

Der smarte Rauchmelder von Netatmo ist mit einer Batterie ausgestattet, die zehn Jahre halten soll. Kurz bevor sie das Ende ihrer Lebenszeit erreicht, schickt das Gerät dem Nutzer eine Nachricht aufs Smartphone. Zwar gilt generell, dass Besitzer von Rauchmeldern zur Funktionskontrolle einmal jährlich manuell den Alarm auslösen. Doch der Brandmelder prüft sich auch regelmäßig selbst darauf, ob Rauchsensor, Batterie und WLAN-Verbindung funktionieren.

Nutzer können die Kontrollergebnisse in der App namens Netatmo Security für iOS und Android einsehen. Damit lassen sich beliebig viele smarte Rauchmelder des Herstellers steuern. Zur besseren Unterscheidung lassen die Geräte sich in der App einem Raum zu weisen. Die App läuft auf iPhone und iPad ab iOS 10 sowie auf der Apple Watch. Android-Geräte sollten mindestens über Version 4.1 des Google-Betriebssystems verfügen. Für Windows und Mac gibt es eine browserbasierte Web-App.

Der smarte Rauchmelder von Netatmo hört auf Siri

Dadurch, dass der smarte Rauchmelder auch mit der Smart-Home-Plattform HomeKit von Apple kompatibel ist, können die Nutzer einfach Siri fragen, ob zum Beispiel die Batterien des Rauchmelders ordnungsgemäß funktionieren. Zudem ist das Gerät mit IFTTT kompatibel. Daher können Nutzer es zusammen mit anderen Smart-Home-Anwendungen kombinieren. Beispielsweise lassen sich smarte Lichtlösungen wie Philips Hue mit dem Rauchmelder verbinden. Diese ändern im Brandfall die Farbe, um so die Bewohner zusätzlich zu alarmieren.

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Image by Berti Kolbow-Lehradt

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Tado Smarte Thermostate V3 Plus und neue Heiz-App checken jetzt auch die Luftqualität draußen

Tado Smarte Thermostate V3 Plus

Mit smarten Thermostaten die Heizung zu bedienen, ist bequem. Sie ermöglichen dir eine Fernsteuerung per App oder Sprachanweisungen und erkennen automatisch, wenn das Fenster zum Lüften geöffnet ist und ob Bewohner überhaupt anwesend sind. Die Thermostate von Tado haben uns im Test gefallen. Auf der IFA 2018 stellt der Smart-Home-Spezialist jetzt eine neue Produktgeneration namens Tado Smarte Thermostate V3 Plus samt überarbeiteter App vor. Ab sofort informiert die Software darüber, wie die Luftqualität außen ist und ob Allergiker gefahrlos das Fenster öffnen können.

Tado Smarte Thermostate V3 Plus – das ist neu

Die Hardware hat der Hersteller eher im Detail aktualisiert. Daher erhält die neue Generation auch keine neue Ziffer, sondern nur ein „Plus“ im Namen. Im Wesentlichen wurde die Elektronik auf den Stand der Technik gebracht. Neue Hardware-Funktionen bieten Tado Smarte Thermostate V3 Plus nicht.

Viel wichtiger ist, wie Tado die Software überarbeitet hat. Die für iOS und Android erhältliche Tado-App bietet jetzt einen sogenannten Raumluft-Skill. Ist er aktiviert, warnt er Benutzer, wenn es in einem Zimmer zu feucht oder zu trocken ist und daher eine Runde Lüften empfehlenswert wäre. Dafür gibt es einen entsprechenden Sensor im Thermostat, der das misst.

Dabei berücksichtigt die App auch, ob draußen Pollenflug herrscht und vom Heuschnupfen geplagte Bewohner wirklich bedenkenlos lüften können. Dies erfordert natürlich Messinformationen von außen, die das Innenthermostat nicht liefern kann. Deshalb bezieht die Tado-App diese Daten von einem Dienstleister und speist sie in die App ein.

Um den Raumluft-Skill zu nutzen, ist der Kauf der Tado Smarte Thermostate V3 Plus nicht zwingend notwendig. Auch die vorherige Generation der Heizregler bietet bereits entsprechende Sensoren und kann die Software für die Außenmessung der Luftqualität nutzen.

Update 4.9.: Allerdings gibt es die neue App-Version für Bestandskunden nicht als Gratis-Update. Stattdessen verlangt Tado für die Aktualisierung einmalig rund 20 Euro, wie in diesem Support-Dokument zu lesen ist. Der Link für das Upgrade wird in Kürze für Bestandskunden freigeschaltet, teilte Tado mit. Wer jedoch nicht auf V3 Plus aktualisieren möchte, muss das auch nicht tun. Bestandskunden können ihren Funktionsumfang ohne Einschränkungen weiter verwenden.

Wie gehabt, lassen sich die Thermostate und die App mit Alexa, Google Assistant, Siri und Conrad Connect steuern.

Kostenpflichtiges Cloud-Abo mit Zusatzdiensten

Tado verlässt sich seit längerem nicht mehr nur auf das Hardware-Geschäft, sondern will sein Geschäftsmodell um Dienstleistungen erweitern. Bisher vermittelt der Anbieter bereits Kontakt zu Handwerkern. Jetzt ergänzt er diesen Bereich um kostenpflichtige Cloud-Abos.

Den Anfang macht ein Angebot für einen sogenannten Auto-Assist-Skill. Statt Nutzer auf dem Smartphone zu fragen, ob die Heizung auf eine neue Situation reagieren soll, reguliert sie die Temperatur dann automatisch. Dafür verlangt Tado 2,99 Euro im Monat oder 24,99 Euro im Jahr. 

Update 1.10.: Für die Thermostat-Versionen V1, V2 und V3 war die automatische Steuerung bisher kostenlos. Doch auch für sie wollte Tado die Gebühr einführen, sofern Nutzer die App für ihre bisherige Hardware auf Software-Version V3 Plus aktualisieren. Davon sieht der Hersteller nach harscher Nutzer-Kritik nun ab. Das Upgrade der App auf V3 Plus selbst bleibt aber kostenpflichtig. Für das Freischalten der neuen App für bestehende Hardware verlangt Tado weiterhin rund 20 Euro.

Preis und Verfügbarkeit

Ein Starterkit für Tado Smarte Thermostate V3 Plus ist ab heute je nach Umfang für 130 Euro oder 200 Euro erhältlich. Weitere Heizkörper-Thermostate sind als Einzel- oder Multipacks verfügbar. Die neue App-Version lässt sich im Google Play Store und Apple App Store herunterladen. Bei der Installation erkennt die App automatisch, ob es sich um neue V3-Plus-Geräte oder ältere vom Typ V3 und V2 handelt.

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Image by Tado

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Velux Active: HomeKit-Dachfenster mit dem iPhone steuern

Velux Active Siri-Steuerung

Inzwischen können smarte Raumklimathermostate ziemlich zuverlässig und praktisch anzeigen, ob es zu stickig im Zimmer ist. Doch zum Lüften mussten Bewohner das Fenster bislang schon noch selbst öffnen. Der Fensterhersteller Velux und der Smart-Home-Spezialist Netatmo haben sich zusammengetan, um das zu ändern. Seit heute ist ein Sensorsystem erhältlich, mit dem Bewohner elektrisch gesteuerte Velux-Fenster automatisch öffnen und schließen lassen können. Weil sich das System namens Velux Active with Netatmo außerdem mit Apples Smart-Home-Standard HomeKit versteht, lässt es sich per iOS-App oder Siri-Sprachbefehl steuern. Das System hatten Velux und Netatmo auf der IFA 2017 vorgestellt. Nun ist es erhältlich.

So funktioniert Velux Active with Netatmo

Bei Velux Active misst ein Raumklimasensor von Netatmo die CO2-Konzentration, die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur im Zimmer. Diese Infos überträgt eine Box am Internet-Router zum Fenster. Übersteigen die Werte eine bestimmte Schwelle, öffnet und schließt das Velux-Fenster automatisch. Den nötigen Strom dafür erhält es je nach Fenstervariante per Kabel oder Solarzelle. Weil auch Wetterdaten berücksichtigt werden, können auch Rollos und Rollläden vorausschauend schließen, um das Zimmer vor zu großer Hitze zu schützen.

Velux Active Lüften
So funktioniert das automatische Lüften mit Velux Active. Image by Velux

Die automatischen Abläufe richten Bewohner per App ein. Über WLAN können sie das Öffnen und Schließen der Fenster auch per Fingertipp oder Sprachbefehl anstoßen. Aus der Ferne lässt sich Velux Active per Mobilfunk-Internet bedienen.

Das brauchen Hausbewohner für Velux Active

Das System Velux Active ist für alle elektrischen Fenster der Baureihe Velux Integra verfügbar. Sie sind ab 950 Euro pro Stück erhältlich. Oben drauf kommt ein Sensorset für Velux Active zum Preis von 250 Euro. Es beinhaltet einen Außer-Haus-Schalter, einen Raumklima-Sensor und ein Gateway. Letzteres sorgt dafür, dass alle Komponenten über WLAN und Mobilfunk-Internet miteinander Signale austauschen können. Ein separater Raumklimasensor von Netatmo wie beispielsweise der Healthy Home Coach ist nicht nötig.

Um das Sensorset von Velux Active in Apple HomeKit einzubinden, fotografieren Nutzer einfach einen Code auf den Geräten ab. Dadurch lässt sich das Fenster dann per Siri-Sprachbefehl öffnen und schließen. Siri ist auf dem iPhone, iPad, der Apple Watch und dem HomePod verfügbar. Außerdem können HomeKit-Nutzer Fenster in Smart-Home-Szenen einbinden und auf diese Weise zum Beispiel zusammen mit Licht und Musik steuern.

Velux Active können Mieter und Hausbesitzer eigenhändig nachrüsten, aber natürlich auch gleich einen Handwerker damit beauftragen, wenn dieser das Fenster einsetzt. Das System ist so konzipiert, dass keine zusätzliches Spezialwissen nötig ist.

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Das bringt iOS 12: Mehr Achtsamkeit beim iPhone-Einsatz

iOS 12 Nicht stören beim Schlafen

Nach dem großem Facelift seines mobilen Betriebssystems im vergangenen Jahr aktualisiert Apple die neue Version iOS 12 nur moderat. Böse Zungen könnten behaupten, dass daran offenbar kaum noch etwas zu verbessern, kaum noch eine unwiderstehliche Funktion zu ergänzen ist, die Nutzer dazu verlocken könnte, ihr iPhone oder iPad nicht aus der Hand zu legen. Denn genau genommen gibt Apple Nutzern nun sogar offiziell die Erlaubnis und die Möglichkeit, das iPhone und iPad weniger zu verwenden als zuvor. Mit der neuen Version können Nutzer nämlich ihre Gerätenutzung genauer analysieren und sich dazu auffordern lassen, das Gerät beiseite zu legen.

Vorhandene Funktionen verbessert Apple im Detail. Beispielsweise erhält die Sprachassistentin Siri mehr Freiraum und reagiert auf Anweisungen, die Nutzer selbst festlegen. Konnten Nutzer bisher schon Bilder in der Fotos-App teilen, unterbreitet iOS 12 jetzt auch Vorschläge, welche Aufnahmen es sich lohnt zu verschicken. Außerdem funktioniert Augmented Reality auf dem iPhone und iPad jetzt auch in lokalen Multiplayer-Spielen. Ferner können Nutzer in iMessages und FaceTime Videonachrichten mit neuen 3D-animierten Masken aufpeppen, die ihren Gesichtern einen Comic-Look verleihen.

Die auf Apples Entwickler-Konferenz WWDC 2018 vorgestellte iOS-Version erscheint erst im September. Teilnehmer des Beta-Programms können sie bereits im Laufe des Monats ausprobieren, wenn sie sich hier registrieren und die Datei zu gegebener Zeit downloaden. Sie wird auf bis zu fünf Jahre alten iPhones und iPads laufen. Kompatibel sind alle Geräte, die auch iOS 11 unterstützt. Damit kommen beispielsweise auch noch das iPhone 5S und das iPad Air zum Zuge. Apple will das Betriebssystem so verschlankt haben, dass Apps selbst auf älteren Geräten bis zu doppelt so schnell starten.

iOS 12 mit Activity Reports, App Limits und neuen Nicht-stören-Funktionen

Ich blicke der Funktion schon mit Unbehagen entgegen und so manch andere Nutzer dürften sich vor dem Ergebnis ebenfalls fürchten. Denn in iOS 12 erhalten Nutzer mit der neuen Funktion „Screen Time“ detaillierten Einblick darüber, welche Apps und Webseiten sie wie häufig nutzen und wie oft sie ihr iPhone oder iPad in die Hand nehmen. Suchtähnliches Verhalten wird einem durch die täglichen und wöchentlichen Berichte dann deutlich vor Augen gehalten.

iOS 12 Screen Time
„Nur noch 5 Minuten!“ Mit Screen Time will Apple euch in iOS 12 für eine bewusstere Smartphone-Nutzung sensibilisieren. Image by Apple

Damit auf die Einsicht auch Konsequenzen folgen, weist die Funktion „App Limits“ Nutzer auf das Erreichen eines Zeitfensters hin. Ist die Zeit fast bzw. ganz abgelaufen, teilt iOS 12 dies mit. Der Nutzung selbst schiebt iOS 12 aber zunächst einmal keinen Riegel vor. Die Impulskontrolle müssen zumindest erwachsene Nutzer also weiterhin selbst im Griff behalten. Ihren Kindern können sie den Hahn jedoch auf Wunsch zudrehen.

Über die Familienfreigabe-Funktion von iCloud können Eltern den Nutzungsbericht vom iOS-Gerät ihres Nachwuchses auf dem eigenen anzeigen lassen und daraufhin die Nutzung von Apps oder App-Kategorien unterbinden. Darüber hinaus erlaubt Screen Time sogar, das iOS-Device zeitweise komplett zu sperren. Sollen bestimmte Anwendungen, wie etwa die Telefon-App, auch während dieser iPhone-Pause erreichbar sein, können Eltern dies per Filterfunktion zulassen.

iOS 12 Screen Time Activity Report
iOS 12 listet im Detail auf, welche Apps und wie lange ihr diese genutzt habt. Image by Apple

Ferner überarbeitet Apple die Funktion „Nicht stören“. Wer sein iPhone nachts nicht ausschaltet und schlaflos draufblickt, kann nun alle Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm unterdrücken lassen. Erst am Morgen tauchen sie dann wieder auf. Tagsüber lässt sich die Nicht-stören-Funktion nun auf Basis von Kalender- und Standortdaten automatisch beenden. Außerdem hilft Siri in iOS 12 beim Management der Benachrichtigungen, die auf dem Sperrbildschirm landen. Sie unterbreitet Vorschläge, welche Hinweise wichtig sind und welche nicht.

Apple Fotos: Leichter Fotos von und mit Freunden teilen

Die Bildverwaltungsapp Apple Fotos wird in iOS deutlich schlauer. Ähnlich wie Google Fotos analysiert sie die Aufnahmen und verschlagwortet sie automatisch. Dadurch können Nutzer ihre Bilder anhand von Begriffen durchsuchen, ohne sie vorher aufwendig mit Tags zu versehen. Auch weitere lohnenswerte Suchbegriffe schlägt die App vor.

Dank Gesichtserkennung und Standortdaten macht die App künftig auch Vorschläge, welche Bilder es sich lohnt zu teilen – und mit wem. Hat also eine Gruppe von Freunden mit dem iPhone einen gemeinsamen Anlass fotografiert, hilft iOS dabei, die Fotos so zu tauschen, dass am Ende alle Teilnehmer über die besten Fotos verfügen.

Siri Shortcuts: Eigene Siri-Kommandos erstellen

Wie alle Sprachassistenten benötigt auch Apples Siri klare Ansagen. Umschreibungen und indirekte Anspielungen versteht sie nur in Maßen, sodass Nutzer sich die Befehlssystematik merken müssen. In iOS 12 ermöglicht Apple Nutzern, ihre eigenen Siri-Aktionen zu erstellen und entsprechende Anweisungen zu formulieren. Siri Shortcuts heißt die Funktion und die gleichnamige App, mit der iOS-Anwender Siri künftig noch stärker in ihren persönlichen Alltag einbinden können. Gleichzeitig stellt Apple auch Entwicklern eine Schnittstelle zur Verfügung, sodass sie ihre Apps mit Siri-Aktionen ergänzen können, die Nutzer auf Wunsch für iOS freischalten.

ARKit 2: Lokale Multiplayer-Spiele in Augmented Reality

Seit iOS 11 können Entwickler viel leichter Anwendungen erstellen, die Augmented Reality nutzen. Die Software-Grundlage dafür, ARKit, wird in iOS 12 noch deutlich leistungsfähiger. Mit ARKit 2 lassen sich beispielsweise lokale Multiplayer-Spiele realisieren, in denen zwei Spieler mit separaten iOS-Geräten auf einer realen Fläche künstliche Objekte steuern, ohne dass die 3D-Darstellung asynchron läuft. Außerdem soll die Objekterkennung von ARKit 2 deutlich filigraner sein, sodass es möglich ist, ein reales Objekt virtuell auszubauen. Apple demonstrierte dies anhand der App Lego Creator.

ARKit 2 iOS 12 Lego
Anhand einer Lego-App zeigte Apple auf der WWDC 2018, wie ARKit 2 in iOS 12 künstliche Objekte und reale Welt besser vermischen kann. Image by Apple

Außerdem führt Apple einen Standard für Dateien mit AR-Inhalten ein: USDZ. Dieser wurde zusammen mit den Animationsspezialisten des Filmstudios Pixar entwickelt und soll dafür sorgen, dass AR-Inhalte leichter von App zu App geschickt werden können. Ähnlich wie ein Foto, soll sich dann auch eine 3D-Animation in eine E-Mail einfügen lassen. Geht es nach Apple, wird USDZ auch im Online-Handel zum Standard und ermöglicht, Produktvorschauen von einer Webseite in die Kamera-App von iOS zu ziehen und in realer Umgebung zu platzieren.

Memojis in iMessage und Gruppenchats in FaceTime

Nutzer des iPhone X können dank der speziellen Frontkamera jetzt schon Tiergesichter mit ihrer Mimik animieren. Animojis heißen die Einblendungen. In iOS 12 ergänzt Apple dies durch die Möglichkeit, das Gesicht des Nutzers als Comic-Variante darzustellen. Die Animationen hören auf den Namen Memoji. Damit kontert Apple die AR-Emojis in Samsungs Galaxy S9 und S9+, die wiederum eine Antwort auf Apples Animojis waren.

iOS 12 Memoji
Nach Animojis bringt Apple Memojis. Image by Apple

Memojis werden Nutzer nicht nur in iMessage einblenden können, sondern auch in der Videochat-Anwendung FaceTime. Diese wird erstmals auch Videokonferenzen führen können – sowohl ohne als auch mit Memoji-Filter. Auf Skype müssen FaceTime-Nutzer wegen der Gruppenfunktion also nicht mehr ausweichen.

Neben dem neuen iOS hat Apple auch neue Betriebssysteme für den Mac, für die Apple Watch und für Apple TV vorgestellt.

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Smartes Thermostat im Test: Eve Thermo erwärmt HomeKit-Nutzern das Herz

Elgato Eve Thermo 2017

Der Winter streckte seine kalten Fingerchen unangenehm weit ins Jahr 2018 rein. Und selbst, wenn das Thermometer jetzt endlich wieder höher steigt, werden wir zumindest um das stundenweise Heizen noch eine Weile nicht herumkommen. Sehr bequem regulieren lässt sich die Wärme mit smarten Heizkörperthermostaten. Nachdem ich bereits mit einem Exemplar vom Spezialisten Tado Erfahrungen gesammelt habe, folgte nun ein Praxistest mit dem Modell Eve Thermo von Elgato.

Wie alle Produkte aus der Eve-Reihe ist das Thermostat speziell für die Zusammenarbeit mit Apples Smart-Home-Plattform HomeKit optimiert. Im Test erleichterte das die Einrichtung und ermöglichte eine bequeme Bedienung. Doch obwohl das auf der IFA vorgestellte 2017er-Modell von Eve Thermo bereits in der zweiten Generation vorliegt, sind noch nicht alle Funktionen perfekt ausgereift.

Smarter heizen mit HomeKit: Das kann Elgato Eve Thermo (2017)

Als Smart-Home-Thermostat kennzeichnen Eve Thermo sehr bequeme und individuelle Möglichkeiten, die Wohnraumtemperatur zu regulieren. So könnt ihr das Thermostat von Elgato per App-Eingabe und Siri-Sprachbefehl steuern. In der App programmierte, persönliche Heizpläne und HomeKit-Szenen für die Heimautomation unterstützt der Temperaturregler ebenfalls. Außerdem möchte eine integrierte Fenstererkennung euch das Mitdenken beim Stoßlüften abnehmen.

Natürlich lässt sich Eve Thermo auch ganz konventionell am Heizkörper selbst bedienen. Dazu verfügt das aktuelle Modell im Vergleich zur ersten Generation über zwei Sensortasten und ein weißes LC-Display. Das Display selbst ist nicht berührungsempfindlich, lässt sich aber praktischerweise zur Betrachtung aus zwei Richtungen ausrichten.

Dabei stammt die etwas klobig designte Hardware des Thermostats vom Spezialisten Eurotronic, während Elgato die Anbindung an HomeKit realisiert und die Steuer-App Eve entwickelt.

Dank HomeKit-Schnittstelle lässt sich Eve Thermo leicht einrichten

Eve Thermo ist schnell installiert. Dazu löst ihr mit einer Rohrzange den bisherigen Temperaturregler und ersetzt ihn durch Eve Thermo. Damit das Elgato-Thermostat das Heizkörperventil steuern kann, setzt ihr zuvor zwei AA-Zellen in das Batteriefach. Die Energiespender sollen mindestens zwölf Monate durchhalten und rechtzeitig vor der vollständigen Entladung warnen. Das erscheint realistisch, da die Ladestandsanzeige in der App nach viermonatigem Testeinsatz noch die volle Kapazität bescheinigt.

Elgato Eve Thermo 2017
Elgato Eve Thermo (2017), montiert am Heizungskörper und mit aktiviertem Display. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Damit ihr Eve Thermo über Siri und HomeKit-Szenen bedienen könnt, fügt ihr das Thermostat in der Apple-Home-App via HomeKit-Code hinzu. Mehr ist nicht nötig, was den Installationsaufwand im Vergleich zu Modellen anderer Hersteller deutlich reduziert. Anders als etwa bei Tado müsst ihr keine Bridge mit eurem Router verbinden und keinen zusätzlichen Account zur Cloud-Steuerung einrichten. Stattdessen verbindet sich Elgatos Gadget kabellos und direkt mit HomeKit und der iCloud.

Weil eine Bridge entfällt, fallen auch die Anschaffungskosten niedriger aus. Statt eines Starterkits mit zwei Thermostaten und Bridge genügt ein einzelnes Thermostat zum Preis von 70 Euro als Einstieg.

Die Heizung hört aufs Wort und achtet auf den Ort

Eve Thermo per Siri zu bedienen, macht Spaß und klappte im Test über die Spracheingabe per iPhone, iPad und Apple Watch tadellos. Ihr könnt via „Hey, Siri“-Befehl eine direkte Anweisung geben oder eine Szene starten. Alternativ könnt ihr die Szene auch per Touch-Bedienung in der App aktivieren oder deaktivieren.

Eve Thermo Szenen mit Siri aktivieren
Dank der HomeKit-Anbindung lässt sich Eve Thermo über Szenen steuern, die entweder per Siri oder manuell in der Apple-Home-App aktiviert werden. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Neben einer manuell gestarteten Szene lässt sich Eve Thermo auch automatisch über eine Anwesenheitserkennung steuern. Dafür nutzt Elegato die seit iOS 11 in HomeKit integrierte Funktion. Diese richtet ihr im Reiter „Automation“ der Apple-Home-App ein. Dort könnt ihr festlegen, dass Eve Thermo den Heizkörper ins Standby schickt, wenn alle Bewohner das Haus verlassen und wieder aufweckt, sobald sich ein Bewohner dem Heim nähert.

Wichtig: Sowohl für das Verlassen als auch das Ankommen ist jeweils eine Regel nötig. Weil ich anfangs versäumt hatte, auch eine Rückkehr-Regel einzurichten, habe ich eine Weile vergeblich darauf gewartet, dass Eve Thermo das Zimmer auf Wohlfühltemperatur heizt.

Die ortsabhängige HomeKit-Steuerung von Eve Thermo funktioniert im Test zwar reibungslos. Doch wie auch bei der Tado-Lösung hat diese Funktion einen prinzipbedingten Haken. Sie kann nämlich nur dann Wirkung zeigen, wenn alle Bewohner ihren Standort über die Cloud freigeben. Sonst sitzen die Daheimgebliebenen im Kalten. Besucher, die nicht Teil des HomeKit-Zuhauses sind, und generell alle Nutzer ohne Apple-Smartphone, lassen die Wirksamkeit dieses Features ebenfalls ins Leere laufen.

Das Elgato-Thermostat in welcher Weise auch immer fernzusteuern ist aber empfehlenswert. Denn die manuelle Bedienung am Regler selbst enttäuscht. Dafür reagieren die Sensortasten einfach zu träge. Weil ihr Druckpunkt zudem sehr schwammig ist, tippe ich häufig versehentlich zu oft darauf und schieße bei der Temperatur übers Ziel hinaus.

Heizen mit System in der Eve-App

Heizpläne unterstützt die Smart-Home-App von Apple noch nicht. Dafür ist eine zusätzliche App nötig. Elgato schickt dafür die umfangreiche Universal-App namens Eve ins Rennen. Sie kommt bei allen Produkten des Herstellers zum Einsatz, zum Beispiel auch beim Eve Button.

In der Eve-App lassen sich für jeden Heizkörper, der mit einem Eve Thermo ausgestattet ist, Ziele für die Wohlfühltemperatur und die Standby-Temperatur festlegen. Zu welchen Zeitpunkten die Heizung laufen soll, könnt ihr für jeden einzelnen Tag bestimmen. Diese Heizphasen verkürzt oder verlängert ihr per Wischgeste.

Eve Thermo Heizpläne
Mit der Eve-App lassen sich Heizphasen und Temperaturziele für jeden Wochentag und jedes Zimmer festlegen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Sollen Räume an bestimmten Tagen nur auf Standby-Temperatur erwärmt werden, löscht ihr durch längeres Drücken alle Heizphasen. Alternativ könnt ihr freie Tage, Feiertage oder Urlaube in die Apple-Kalender-App eintragen und Eve Zugriff darauf geben. Die Heizplanung mit Eve gelingt im Test auf diese Weise sehr gut.

Weitere Komfortfunktionen: Temperaturabweichung, Displayausrichtung und mehr

Darüber hinaus bietet die App von Elgato weitere Komfortfunktionen, die in Apple Home nicht verfügbar sind. Leider sind sie aufgrund der verschachtelten Menüs nicht leicht zu finden. Das ist wohl der Kompromiss, den eine Multi-Geräte-App erfordert, in der sehr viele Inhalte untergebracht sind.

Sehr hilfreich ist die Möglichkeit, eine Temperaturabweichung zwischen Heizkörper und Raummitte zu definieren. Damit lässt sich das Problem lösen, dass es an anderer Stelle kälter sein kann als direkt am Heizkörper, wo Eve Thermo die Temperatur misst.

Elgato Eve Thermo App Temperaturabweichung
Die Messung der Temperatur am Heizkörper und in der Raummitte lässt sich mit dieser Funktion in der Eve-App in Einklang bringen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Ein weiteres praktisches Feature bietet der Menüpunkt „Installation“, unter dem ihr die Displayausrichtung des Thermostats um 180 Grad drehen könnt. Das ist dann von Vorteil, wenn sich die Anzeige aus einem bestimmten Blickwinkel nicht einsehen lässt.

Automatisch aktiviert und nicht abschaltbar ist eine Fenstererkennung. Sie soll die Heizung vorübergehend für zehn Minuten abschalten, wenn Eve Thermo einen plötzlichen Temperatursturz feststellt, wie er beim Stoßlüften entsteht.

Im Test überzeugt mich diese Funktion aber nicht, da ich auch bei sehr großen Temperaturunterschieden zwischen Drinnen und Draußen kein erkennbares Pausieren des Heizplans feststellen konnte. Anders als bei Tado gibt das Display von Eve Thermo kein entsprechendes Feedback. Nur sehr tief in der App lässt sich einsehen, ob das Ventil gerade offen oder geschlossen ist. Ein besseres Ergebnis könnte ein dedizierter Kontaktsensor bieten, der direkt am Fenster angebracht ist. Diesen bietet Elgato als „Eve Door & Window“ optional für rund 40 Euro an.

Elgato Eve Thermo Displayanzeige drehen
Lässt sich das Display von einem Blickwinkel aus nicht gut ablesen, kann man die Anzeige via App um 180 Grad drehen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Test-Fazit: Software zum Wohlfühlen, Hardware zum Frösteln

Das smarte Heizkörperthermostat Eve Thermo in der Generation von 2017 ist für rund 70 Euro eine empfehlenswerte Ergänzung für alle, die ihr Smart Home mit Apple HomeKit managen und außerdem schon stark in das Eve-System investiert sind.

Durch die native HomeKit-Integration ohne Bridge ist die Einrichtung sehr leicht. Dass sich Eve Thermo zusammen mit anderen Elgato-Geräten in der Eve-App organisieren lässt, entschlackt außerdem den iPhone-Homescreen. Heizpläne, Siri-Befehle, Einbindung in Szenen – vieles von dem, was ein smartes Thermostat ausmacht, erfüllt Eve Thermo prima. Die variable Displayausrichtung ist zudem ein praktisches Schmankerl.

Auf Software-Seite fehlt daher nur wenig zur Perfektion. Lediglich die integrierte Fenstererkennung beim Stoßlüften offenbarte im Test nicht ihren Mehrwert. Wünschenswert wäre zudem, dass Elgato die Menüführung der Eve-App aktualisiert. Das Produktportfolio ist jetzt schon so breit, dass es umständlich sein kann, schnell auf alle Funktionen eines einzelnen Produkts wie Eve Thermo zuzugreifen.

Was das Hardware-Design betrifft, wird diese Eve-Thermo-Generation ihrem Premium-Charakter nicht vollständig gerecht. Mit der etwas massigen Formsprache kann vermutlich noch leben, wer keinen grazileren Vergleich kennt. Hingegen die trägen und schwammigen Sensortasten dürften die Nerven jedes Anwenders strapazieren. Dass Eve Thermo zum Glück auch eher auf die smarte Bedienung aus der Ferne ausgelegt ist, kann darüber gerade so hinwegtrösten.

Das smarte Heizkörperthermostat von Elgato bei Amazon (Provisions-Link)

Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Apple.


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  • BUNDESTAGSWAHL golem: Ein Hoffnungsschimmer für die Netzpolitik: Die Bundestagswahl ist vorbei und die Verhandlungen um mögliche Koalitionen sind im Gange. Nachdem die Debatte vor allem durch die Flüchtlingspolitik dominiert ist, bleibt es abzuwarten, wie es für die Netzpolitik weitergehen könnte. Da eine Jamaika-Koalition aber derzeit am wahrscheinlichsten ist – also CDU, FDP und die Grünen – besteht noch Hoffnung für Interessen rund um die Netzpolitik. Die Digitalisierung hat sich die FDP beispielsweise zum Schwerpunkt ihres Wahlkampfes gemacht. So wollen beide Parteien den Bundesanteil von 14,5 Prozent an der Deutschen Telekom verkaufen, um mit dem geschätzten Erlös von 10 Milliarden Euro den Ausbau des Glasfasernetzes zu finanzieren.

  • GOOGLE googlewatchblog: Überraschung bei Siri: Apple schmeißt Bing vom iPhone und verwendet ab sofort wieder Google: Überraschung bei Apple – die Suchmaschine Bing fliegt von den Smartphones und macht wieder Platz für Google, das schon auf dem ersten iPhone vorhanden war. 2013 musste die größte Suchmaschine erstmals dem Äquivalent von Microsoft weichen. Google wird also ab sofort die Standard-Suchmaschine auf Apple-Geräten, also auch Suchanfragen über Siri werden nun von Google bearbeitet. Damit stammen alle Fakten, Antworten, Suchergebnisse und natürlich auch die möglichen Werbeanzeigen wieder von Google, und nicht mehr von Microsoft. Eine Entscheidung, die vor allem auch mit Geld zu tun hat – erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Google Apple drei Milliarden Dollar pro Jahr zahlt um die Standard-Suchmaschine auf dem iPhone zu bleiben.

  • INTERNET sueddeutsche: Das schnellste Unterseekabel der Welt ist verlegt: Microsoft und Facebook haben die Dinge in die eigenen Hände genommen und bauen das Internet unter dem Atlantik jetzt selbst. Das neue Kabel Marea soll die Zukunft sein. In einem Gemeinschafstunternehmen haben das Softwareunternehmen und das soziale Netzwerk jetzt mit dem spanischen Netzwerkspezialisten Telxius das bisher leistungsfähigste Seekabel verlegt. Das neue Kabel verbindet das spanische Bilbao mit Virginia Beach in den USA und verläuft damit auf einer bislang ungenutzten Route. Das Projekt soll ab Oktober den regulären Betrieb aufnehmen.

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Siri vs. Google Assistant für iOS – Was Apple von Google lernen kann

Google-Assistant-ios-iphone-7-Plus (Image by Berti Kolbow-Lehrardt)

Seit einiger Zeit steht der Google Assistant für iOS auch in Apples App Store zum Download bereit – und damit auch in direkter Konkurrenz mit der Hausherrin Siri. Ich habe mir die beiden smarten Helfer auf dem iPhone im Vergleich angesehen und verrate euch, warum Siri oft einfach nicht sicher ist, ob sie das richtig verstanden hat.

Mit dem Google Assistant hat der Suchmaschinen-Riese im Jahr 2016 den Nachfolger von Google Now vorgestellt. Auf dem deutschen Markt ist die freundliche Google-Stimme erst im letzten Sommer erschienen. Im Gegensatz zur relativ starren Google-Now-Version soll der smarte Assistent von Nutzern lernen und Fragen in einen erweiterten Kontext setzen können. Damit ist Google der Konkurrenz aus Cupertino einen Schritt voraus. Auf der WWDC 2017 kündigte Apple eine ähnliche Lernfähigkeit für seine Siri an, die bereits im Jahr 2011 in der ersten Version der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Google Assistant für iOS sammelt eure Daten – gibt aber viel dafür zurück

Während Siri sich standardmäßig an Bord von Apple-Geräten befindet, kann der Google-Konkurrent namens Assistant kostenlos für iOS im App Store heruntergeladen werden. Mit Google Assistant für iOS durchbricht Google die Android-Gebundenheit der Sprachsteuerung. Der lernfähige Assistent benötigt auf dem iPhone oder iPad ein Google-Konto, um aktiviert zu werden. Nach der Installation der App lässt sich das Google-Konto entweder direkt erstellen oder – wie in meinem Fall – aus einer vorhandenen Liste auswählen, sofern das Google-Konto bereits mit dem iPhone verbunden wurde.

Im zweiten Schritt könnt ihr euch dazu entscheiden, E-Mail-Benachrichtigungen des Google Assistant zu erhalten. Hier sollen Neuigkeiten und Updates angekündigt werden. Standardmäßig habe ich diese Mail-Benachrichtigungen deaktiviert. Solltet ihr den Schieberegler nicht deaktiviert haben, habt ihr in den Einstellungsmöglichkeiten der App die Gelegenheit, das nachzuholen.

Nachdem ihr dem Google Assistant für iOS Zugriff auf euer Mikrofon ermöglicht habt, kann es auch schon losgehen mit der Sprachsteuerung. Diesen Schritt könnt ihr allerdings auch verweigern, da ihr den Google Assistant für iOS auch per Tastatur bedienen könnt. Bevor ich die lernfähige Sprachsteuerung mit Fragen und Anweisungen bombardiert habe, interessierte mich allerdings vor allem, auf welche Bereiche des iPhones der Google Assistant für iOS überhaupt zugreift.

Aktivitätseinstellungen verwalten lohnt sich

Innerhalb der App befinden sich oben rechts drei kleine Punkte, die die Einstellungen des Assistenten öffnen. Hier zeigt sich, welche Daten Google mithilfe meines iPhones sammelt. Der Menüpunkt „Geräte“ zeigt mein Smartphone an. Hier lässt sich einstellen, ob Google einen Standortverlauf erstellen darf, auch wenn der Google Assistant gerade nicht genutzt wird. Diese Einstellung habe ich Standardmäßig abgeschaltet.

Innerhalb der Aktivitätseinstellungen geht es in Sachen Datenschutz weiter. Google greift mithilfe eures iPhones und der Assistant-App auf folgende Aktivitäten zu:

  • Web- und App-Aktivitäten
  • Geräteinformationen
  • Sprach- und Audioaktivitäten
  • YouTube-Suchverlauf
  • YouTube-Wiedergabeverlauf
  • Google-Standortverlauf

Besonders interessant ist hier der Punkt „Sprach- und Audioaktivitäten“. Zwar hört Google nicht permanent mit, wenn diese Option aktiviert ist. Eure gesamten Spracheingaben in sämtlichen Google-Diensten werden allerdings aufgezeichnet und auf Googles Servern abgelegt. Ihr könnt unter myactivity.google.com all eure Spracheingaben detailliert und chronologisch sehen und diese sogar abspielen. Löschen könnt ihr die Daten an dieser Stelle übrigens auch.

Google sammelt in gewohnter Manier jede Menge eurer Daten. Das ist der Preis, den ihr für eine sehr ausgereifte Spracherkennungs-Software zahlen müsst. Die enge Verzahnung von Nutzer-Aktivitäten und Meta-Daten ermöglicht es dem Google Assistant für iOS nahezu perfekte Ergebnisse zu erzielen.

Siri versteht nix, Google Assistant liefert ab

Der Google Assistant für iOS ist nur aktiv, wenn die App geöffnet ist. Das ist etwas schade, da eine reine Sprachaktivierung sehr praktisch ist. Bereits meine erste Frage konnte der Google Assistant für iOS jedoch mit Bravour beantworten: „Ok, Google – Zugverbindung nach Köln“. Der Assistant benötigt für die Bearbeitung dieser Anfrage nur einen Bruchteil einer Sekunde und spuckt daraufhin mit sehr freundlicher Stimme meine ideale Zugverbindung inklusive Umsteigen und Anschlusszügen aus.

Um diesen Service nutzen zu können, müsst ihr übrigens die Standortfreigabe erteilt haben. Zum Vergleich: Die Antwort von Apples Siri auf die identische Frage nach einer Zugverbindung: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe“. Alles klar – danke, Siri. Eine Konkretisierung der Frage führte bei Siri lediglich zu einer Websuche, bei der mir dann überwiegend vermeintliche Angebote der Deutschen Bahn für Zugtickets angezeigt werden. Sehr frustrierend und absolut nicht zielführend.

Siri vs. Google Assistant für iOS
Screenshots by Julia Froolyks

Auf meine nächste Anweisung „Supermarkt in der Nähe“ schaffen es beide smarten Assistenten, mir einen echten Mehrwert zu bieten. Doch auch hier hat der Google Assistant für iOS die Nase vorn. Während Siri mir zwar über die Informationen aus Apple Karten die Geschäfte in der Nähe anzeigt, bekomme ich von Googles Konkurrenz in der selben Zeit auch noch Informationen zu den Öffnungszeiten. Siri zeigt mir lediglich in roter Schrift an, wenn ein Laden noch geschlossen ist. Wann dieser aufmacht, muss ich dann wohl selbst im Netz recherchieren.

Funktionalität auch ohne weitere Google-Apps

Gleich auf sind die beiden Sprachassistenten in Sachen Musik abspielen. Mit dem Unterscheid, dass der Google Assistant für iOS mir neben Apple Music auch YouTube als Medium anbietet. Das Anfordern des Wetterberichts, aktuelle Verkehrslagen und das Erstellen von E-Mails verlaufen bei Siri und Googles Assistant sehr ähnlich. Mit dem Unterschied, dass Google beispielsweise Erinnerungen in der eigenen Kalender-App sichert und eine Navigation mit Google Maps startet, anstatt mit Apples Karten-App. Ist die Google-Maps-App nicht installiert, öffnet der Google Assistant für iOS den Dienst in Safari. Das passiert auch, wenn ihr die Apps anderer Google-Dienste, wie Kalender, Übersetzer und Co. nicht installiert habt. Doch gerade durch die Verzahnung der Google-Dienste untereinander, macht der Assistant schon sehr viel Spaß. Sind Google-Apps installiert, werden Anweisungen deutlich schneller umgesetzt.

Im täglichen Umgang mit dem Google Assistant für iOS ist mir aufgefallen, wie viele Möglichkeiten Googles Sprachassistent eigentlich im Gegensatz zu Siri bietet. Trotz der eigentlich sehr guten Abstimmung innerhalb von iOS, scheint Siri im direkten Vergleich noch in den Kinderschuhen zu stecken. Siri kommt beinahe etwas versnobt rüber, da der Google Assistant für iOS sehr flott mit mir kommuniziert und mir manchmal sogar mit Emojis antwortet. Die iOS-App des Assistant ist wie eine Art Chat aufgebaut und es kommt ein persönlicheres Feeling rüber. Zudem verfügt Googles künstliche Intelligenz über einige interessante Gimmicks und Funktionen: So kann ich mir beispielsweise die Zeit mit einigen kleinen Chat-Spielchen versüßen.

Google Assistant für iOS überzeugt mit Charme

Bei den sogenannten Emoji-Rätseln gibt mir Googles KI einige Emojis vor, aus denen ich dann einen Film erkennen muss. Umgekehrt stellt mir der Google Assistant für iOS eine Aufgabe, das passende Emoji zu einer bestimmten Aussage zu finden. Alles in allem ist die Unterhaltungs-Seite von Googles KI wirklich sehr süß und detailverliebt programmiert worden. Der Assistant ist mir auf Anhieb „sympathischer“ als meine steife Siri, die zudem oft einfach noch nicht genug auf meine Bedürfnisse hinter den Fragen oder Anweisungen eingeht.

Sehr praktisch im Google Assistant für iOS sind außerdem die sogenannten Verknüpfungen. Ihr könnt in den Einstellungen festlegen, welche Aktion der Assistent bei bestimmten Worten oder Phrasen ausführen soll. So habt ihr beispielsweise die Möglichkeit beim Wort „Feierabend“ eine Nachricht verschicken zu lassen, dass ihr auf dem Heimweg seid. Den Möglichkeiten sind im Bereich „Verknüpfungen“ keine Grenzen gesetzt. Alle Funktionen des Google Assistant lassen sich mit Worten oder Sätzen verbinden. Zu diesen Funktionen zählen neben Erinnerungen erstellen oder Wetter-Auskünfte auch Features, die Siri noch nicht unterstützt:

  • Nachrichten vorlesen lassen von präferierten Medien
  • Tageszusammenfassung „Was steht an?“ mit Verkehrslage auf dem Weg zur Arbeitsstätte, Wetterbericht und Erinnerungen des Tages
  • Einkaufsliste via Google Shoppinglist erstellen

Fazit: Siri verliert den direkten Vergleich – vorerst

Google Assistant für iOS hat mich mehr als überzeugt. War Siri bislang für mich nicht interessant, werde ich wohl mit Googles Alternative künftig mehr Sprachbefehle ins iPhone diktieren. Einziges und leider auch großes Manko ist, dass ich die Assistant-App öffnen muss, wenn ich plaudern will. Das ist ein Schritt, der dazu führen dürfte, dass ich den Kalendereintrag schnell selbst anlege oder die Nachricht selbst tippe. Einzig beim Suchen von Zugverbindungen ist der Google Assistant für iOS trotz öffnen der App noch schneller als die DB-App.

Bei vielen Suchanfragen, die Google mit Bravour beantwortet, weiß Siri oft einfach nicht, ob sie alles richtig verstanden hat. Das ist frustrierend. Es lässt sich aber darauf zurückführen, dass Google ein beeindruckendes Netzwerk von Diensten kreiert hat, die perfekt aufeinander abgestimmt sind. Das fehlt bei Apples Sprachassistentin bisweilen noch. Ein Lichtblick für Siri ist allerdings iOS 11. Apple hatte während der WWDC bereits gravierende Änderungen für die smarte Assistentin angekündigt. Auch Siri soll künftig lernfähig sein und noch bessere Ergebnisse liefern.

Der Text erschien zuerst bei den Applepiloten.


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  • BACKUP-TOOLS t3n: 10 Backup-Tools für Unternehmen: Wir kennen das alle, der PC stürzt ab, ein Mitarbeiter hat die wichtigen Unterlagen mit in den Urlaub genommen oder das Horror-Szenario, jemand stiehlt den Laptop. Ärgerlich wenn dann auf einmal die schönen Urlaubsfotos weg sind, noch ärgerlicher, wenn es sich um wichtige Unterlagen für die Firma handelt. Damit man vor so etwas geschützt ist, stellt dieser Artikel jetzt die wichtigsten Backup-Tools für Unternehmen vor. Unter anderem wird der Horizon Driver Clone gezeigt, der ganze System-Backups ermöglicht, sowie Mozy, der auch einzelne, spezifische Daten speichert. Ob die Daten dann über eine Cloud oder doch lieber direkt im Unternehmen festgelegt werden sollen, bleibt dann jedem selbst überlassen.

  • APPLE golem: iOS 11 bekommt Polizei-Taste: Apple hat jetzt in iOS 11 eine Funktion eingebaut, die das Wählen von Notrufnummern vereinfacht. Einfach fünfmal den Einschaltknopf drücken und schon ist die Notrufnummer eingeblendet. Eine zusätzliche Hilfestellung, gerade für Strafbehörden, ist das automatische Deaktivieren von dem Touch-ID-Fingerabdruckscanner. So können Behörden in Mordfällen schneller an wichtige Daten herankommen, die der Aufklärung des Falles dienen. Noch ist diese Funktion nur bei dem aktuellen Beta 6 von iOS 11 vorhanden, dem iPad fehlt sie derzeit.

  • HACKING GADGETS heise: Gefahr durch frei verkäufliche Hacking-Gadgets: Wird Hacking denn nun für jeden möglich? Hackerangriffe gehen derzeit dauernd durch die Medien und die passenden Werkzeuge dazu scheinen jetzt auch in Online-Shops erhältlich. Ob das Abgreifen von Daten oder das Zerstören von der Hardware, diese Hacking-Gadgets können in den falschen Händen die neue Cyber-Waffe werden. Gefährlich ist zum einen der geringe Preis, der viele dazu motivieren könnte, solche Gadgets „auszuprobieren“, zum anderen die Gewissheit, dass nicht einmal die aktuellsten Virenscanner schützen können. 15 von diesen Werkzeugen hat c’t im Labor getestet und stellt sie jetzt vor.

  • KARRIERE gruenderszene: „Du musst doppelt so hart arbeiten wie ein Mann“: Anne Boden ist Managerin und gründete 2013 ihre eigene Bank Starling in London. Damals, als sie in den 80ern Computerwissenschaften studierte, war es als Frau schwierig im Bereich von Banking und Tech Fuß zu fassen, doch daran hat sich nichts geändert. Dabei sei es wichtig, dass auch Frauen die Möglichkeit haben in solchen Unternehmen erfolgreich sein zu können. Und es sei auch wichtig, dass sich die Frauen dafür nicht verändern bzw. anpassen müssen, meint sie, sondern einfach einen guten Job machen, wie jeder andere. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung waren die Quoten, die zwar auch viele Frauen als überflüssig empfinden, ohne die sich jedoch nichts ändern werde, so Anne Boden.

  • SIRI wired: Drei Fragen an den Siri-Erfinder über die Zukunft smarter Assistenten: Wie wird sich unsere Zukunft mit den smarten Assistenten bei uns zuhause entwickeln? Drei Fragen an den Siri-Erfinder bieten uns einen kleinen Einblick in das, was kommen könnte. Derzeit sei Siri zwar noch etwas primitiv, eine lernfähige Künstliche Intelligenz sei laut Siri-Erfinder Adam Cheyer jedoch in der Entwicklung und er ist sich sicher, wird es dazu kommen, werden sie eine genau so große und flächendeckende Umstellung bedeuten, wie heute die Smartphones. Dennoch sagt er auch, dass sich nicht alles ändern muss, viel eher werden Künstliche Intelligenzen helfen, unseren Alltag noch mehr zu erleichtern, indem mehrere Funktionen, die jetzt über verschiedene Apps getätigt werden, zusammengefasst werden. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg auf dem die Firmen fleißig investieren werden.

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Amazon Echo im Test: Der vernetzte Lautsprecher für Einsteiger erklärt

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Amazon Echo ist ein smarter Lautsprecher und das Zuhause von Alexa, der virtuellen Amazon-Assistentin. Ähnlich wie die angekündigten Geräte Google Home und Apple HomePod ist es ihre Berufung, euch einfache Aufgaben abzunehmen, indem ihr sie einfach per Sprachbefehl diktiert. Angefangen bei Internet-Recherchen über die Steuerung eures Smart Home, bis hin zur Buchung von Reisen und Bestellungen bei Amazon. Alexa soll all das und noch mehr für euch erledigen können. Ich habe Alexa und ihre Behausung in den letzten Wochen auf Herz und Nieren geprüft, und bin dabei zu einem durchwachsenen Ergebnis gekommen.

Wie Alexa euch im Alltag helfen kann

Alexa hat bei uns vor einigen Wochen Einzug erhalten. Nachdem die ganze Familie sie ausgiebig getestet, gefordert und beleidigt hat, und dabei kläglich an der harten Schale des „Entschuldigung, das weiß ich leider nicht“ gescheitert ist, steht sie nun im Flur im ersten Stock. Mittlerweile hat sich Alexa fest in unseren Alltag integriert und einige Aufgaben an sich gerissen, die sie einfach am besten kann.

Dabei könnt ihr Alexa einfach über Sprachbefehle steuern. Wichtig ist, dass ihr jedes Kommando mit „Alexa, …“ beginnt. Die einzige Ausnahme ist, wenn sie eine Rückfrage stellt und die Mikrofone im Zuhörmodus selbstständig wieder aktiviert. Man kann das Keyword auch ändern, wenn einem der Name „Alexa“ nicht gefällt. Wenn ihr wissen wollt, was Alexa kann, sagt ihr „Alexa, stell dich vor“.

Die Wettervorhersage? Kein Problem, Alexa weiß, wie das Wetter an ihrem Standort oder an einem beliebigen Ort weltweit ist. Wenn man möchte, kann man Alexa Artikel in den Amazon-Warenkorb legen lassen. Brav liest sie dann die komplette Artikelbezeichnung vor, was schon einmal eine halbe Minute dauern kann. Gut, dass man sie jederzeit mit dem Kommando „Alexa, stopp!“ unterbrechen kann.

Bei meiner Familie besonders beliebt ist auch die Radio-Funktion. Über die Verknüpfung mit TuneIn kann man die meisten Radiosender in der Umgebung hören, sowie unzählige thematisch sortierte Playlists abspielen lassen.

Praktisch finde ich auch, dass man per Sprachbefehl die Musikwiedergabe steuern kann. Besonders gelungen finde ich dabei, dass das intuitiv funktioniert, genau so, wie man es erwartet. „Alexa weiter“ für den nächsten Track, „Alexa lauter/ leiser“, um die Lautstärke anzupassen und „Alexa zurück“, um von vorn zu beginnen.

Ohne Amazon Prime sind viele Funktionen von Alexa allerdings nicht nutzbar, was im im Alltag hinderlich ist. Daher habe ich mir für meinen Praxistest einen kostenlosen 30-tägigen Test-Account zugelegt.

Alexa hat die Skills: Neue Funktionen einfach dazulernen

Einige Dinge kann Alexa schon von Haus aus. Viele andere Dinge muss sie erst noch lernen. Amazon bietet dem Nutzer damit die Möglichkeit, seinen Sprachassistenten zu personalisieren. Dies erledigt ihr mit einem sogenannten Skill. Einer dieser Skills ist beispielsweise die App der Deutschen Bahn. Alexa kann mehr oder weniger gut Bahnverbindungen heraussuchen. Das funktioniert – wenn überhaupt – aber nur mit dem Keyword „Deutsche Bahn“ und nicht mit DB, Bundesbahn, Bahn oder DB Navigator. Praktisch ist allerdings, dass man nicht einmal die entsprechende App auf dem Gerät installiert haben muss. Es genügt, wenn der Skill aktiviert ist.

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Image by Amazon

Eine weitere nützliche Funktion von Alexa ist die tägliche Zusammenfassung. Dabei kann man sich ganz individuell die Nachrichten des Tages vorlesen lassen. Quellen dafür sind standardmäßig die „Tagesschau in 100 Sekunden“ und die Nachrichten der BILD-Zeitung. Erweitern lässt sich der Überblick beispielsweise mit Deutschlandfunk-Nachrichten und dem Wetterbericht.

Einen Skill könnt ihr mit der Alexa-App für Android und iOS einrichten. Diese Seite bietet eine Übersicht der unzähligen Skills aus verschiedensten Kategorien, von Nachrichten über Sport bis hin zu Lifestyle.

Wichtig ist, dass ihr immer die jeweiligen Schlüsselbegriffe nennt, die für die Sprachsteuerung eines Skills vorgesehen sind. Dahingehend ist Alexa weniger flexibel als Siri, die auch natürliche Sprache versteht. Da es so wichtig ist, die richtigen Keywords zu benutzen, um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, sind sie in der Alexa App im Bereich Skills nachzulesen.

Die App: bitte nachbessern!

Die Alexa-App ist auch in anderer Hinsicht für die Nutzung von Amazon Echo wichtig. Etwa, wenn ihr im Musik-Katalog stöbern wollt. Die Applikation ist zwar soweit logisch aufgebaut und überrascht mich immer noch mit ihrem Funktionsumfang. Allerdings wünsche ich mir für die Zukunft einige Verbesserungen in der Performance.

Wählt man im Bereich „Musik und Bücher“ beispielsweise „Prime Music“ und dann „Alle Künstler (A-Z)“ aus, dauert es erst einige Sekunden, bis die Auflistung geladen ist. Eine Suche nach einem speziellen Künstler gibt es ebenso wenig wie die Möglichkeit, zu einem bestimmten Buchstaben zu springen. Wählt man dann einen Künstler aus, wird die zufällige Wiedergabe von Songs dieses Künstlers gestartet. Meist sind es nur wenige Lieder, die für Amazon-Prime-Mitglieder verfügbar sind. Wer sich dann allerdings überlegt, dass er statt X Ambassadors doch lieber Musik von ZAYN hören möchte, fängt wieder ganz von vorne im Hauptmenü an und ist minutenlang mit Scrollen beschäftigt.

Es gibt zwei Varianten des Amazon Echo

Der vernetzte Lautsprecher Amazon Echo kommt in schwarz und oder weiß. Das Gerät hat eine zylindrische Form. Lautsprecher und Mikrofone befinden sich in der unteren Hälfte, wo die Oberfläche durchlöchert ist. Der oberste Teil lässt sich drehen, hier kann manuell die Lautstärke eingestellt werden. Auf der Oberseite befindet sich eine Taste zum manuellen Aktivieren des Zuhörens, sowie eine Taste zum Stummschalten, so dass das Mikrofon deaktiviert wird. Ein LED-Band bildet den oberen Rand. Sagt man das Aktivierungswort, leuchtet dieser blau und an der Stelle, aus der die Stimme kommt, grün. Wenn der Sprachbefehl verarbeitet wird, wandert der Lichtimpuls im Kreis. Ist das Mikrofon aus, leuchtet das Band rot. Amazon Echo kostet zurzeit beim Hersteller 179,99 Euro.

Eine deutlich kleinere Version trägt den Namen Amazon Echo Dot. Sie besteht sozusagen nur aus dem obersten Teil, hat ebenfalls das LED-Band und verfügt über die Taste zur manuellen Aktivierung der Spracherkennung und die Stummschaltetaste. Darüber hinaus gibt es noch zwei Tasten zur Lautstärkenregulierung. Auch der Amazon Echo Dot ist in schwarz oder weiß verfügbar. Im Moment liegt der Preis für den Amazon Echo Dot beim Hersteller bei deutlich günstigeren 59,99 Euro.

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Amazon Echo Dot. Image by Amazon

Amazon Echo und der Datenschutz

Es ist nicht so ganz einfach, sich vorzustellen, dass Alexa im einem Moment noch ein Gehör haben soll, wie ein Sieb – alles, bis auf das Aktivierungswort würde sie vergessen – und im nächsten Moment genau zuhören soll. In den häufig gestellten Fragen zu Alexa heißt es dazu:

„Amazon Echo und Echo Dot verwenden eine geräteinterne Stichworterkennung, um das Aktivierungswort zu erkennen. Wenn diese Geräte das Aktivierungswort erkennen, leiten sie Audiodaten in die Cloud, einschließlich eines Sekundenbruchteils vor Äußerung des Aktivierungswortes.“

„In die Cloud“ – das bedeutet, die Daten werden an einen Server irgendwo auf der Welt weitergeleitet. Im Zweifelsfall kann dieser Server auch in einem Land stehen, dass einen niedrigeren Datenschutzstandard hat als Deutschland. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht durch Amazons Lautsprecher den Datenschutz gefährdet. Sie weist darauf hin, dass Hacker Amazon Echo als Wanze missbrauchen könnten. Auch die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Andrea Voßhoff, warnt vor den Gefahren durch Alexa, wie sie im Interview mit der WirtschaftsWoche erklärte.

Leider gehen die Probleme in puncto Datenschutz bei Alexa noch einen Schritt weiter. Wie Amazon in seiner Datenschutzerklärung darlegt, werden darüber hinaus noch sogenannte „automatische Informationen“ weitergeleitet. Diese umfassen so ziemlich alles, was ein Internetriese wie Amazon an Daten über seine Kunden erfassen kann, von der IP-Adresse über Cookies bis hin zu Scroll-Verhalten, hier detailliert nachzulesen.

Test-Fazit Amazon Echo

Wer Alexa im Gewand von Amazon Echo zuhause hat, kann sich einige lästige Handgriffe ersparen. Besonders in stressigen Situationen oder wenn man gerade keine Hand frei hat, ist es praktisch, per Sprachbefehl kleine Aufgaben zu erledigen. Mich hat allerdings gestört, dass Alexa noch sehr unflexibel ist und nur dann vernünftig funktioniert, wenn man Keywords oder Skills druckreif ausspricht. Außerdem fehlen mir die Smart-Home-Geräte, die ich mit Alexa hätte verbinden können. Ich stelle mir vor, dass man sich dadurch noch viele weitere Handgriffe ersparen kann. Wer die entsprechenden Geräte sowie Alexa im Haus hat, ist aber definitiv auf den Haushalt der Zukunft vorbereitet.

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Beliebte Sprachassistentin: So hilft euch Siri im Alltag

Siri-Logo (Image by Apple)

Sprachassistenten werden beliebter, wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt. Demnach möchte jeder vierte Deutsche einen smarten Assistenten nutzen, um Smart-Home-Produkte zu steuern. Ebenfalls beliebt ist mit 14 Prozent das Abrufen von Verkehrsnachrichten und knapp dahinter mit 13 Prozent ist der Anteil der Befragten, die sich E-Mails und Kurznachrichten vorlesen lassen. Der Rest entfällt auf das Erfahren von Sportnachrichten per Stimme, das Bestellen von Waren im Internet und das Musikhören über den Lautsprecher. Auch, wenn Google mit Google Home und Amazon mit Alexa nachgelegt haben, so bleibt Apple‘s Siri bisher das ausgereifteste Produkt.

Seit der Einführung im Herbst 2011 hat Apple seine Sprachassistentin Siri fortlaufend verbessert. Inzwischen hat sich der virtuelle Assistent fest in das Nutzungsverhalten der Besitzer von iPhone, iPad, Apple TV und Apple Watch integriert. Viele möchten ihn nicht mehr missen. Nachdem mit der neusten iOS-Version 10 inzwischen auch die Interaktion zwischen Siri und Apps von Drittanbietern klappt, hat sich Siris Mehrwert mit vielen neuen Funktionen noch mal gesteigert. Schaut mal, was Siri alles für euch tun kann!

Eure persönliche Sprachassistenz einrichten

In den Einstellungen auf iPhone und iPad könnt ihr Siri aktivieren und an eure Bedürfnisse anpassen. Ihr könnt Siri beibringen, euch beim Namen zu nennen, indem ihr eure Kontaktinformationen zuweist. Spricht sie euren Namen falsch aus, könnt ihr sie verbessern. Außerdem reagiert sie auf das Kommando „Hey Siri“, das auch ohne Drücken des Home-Buttons funktioniert. In den Einstellungen könnt ihr zudem zwischen einer männlichen und einer weiblichen Stimme wählen.

Siri versteht sich auch mit anderen Apps gut

Zu Beginn verstand sich Siri nur mit Apples eigenen Apps. Seit iOS 10 kann sie auch mit anderen Apps zusammenarbeiten. Zum Beispiel kann man sich mit ihrer Hilfe ein Taxi über die App MyTaxi rufen. Auch WhatsApp-Nachrichten kann Apples Sprachassistentin inzwischen verschicken. Und wenn man das möchte, und alles richtig konfiguriert hat, erledigt sie sogar Überweisungen. Möglich ist dies über die Banking-App Azimo. Sagt Siri dazu: „Überweise meinem Bruder 20 Euro“. So eine Kooperation funktioniert auch mit Pinterest, sodass ihr Siri nach Inspiration suchen lassen könnt. Im Test konnte Siri allerdings nur die App öffnen.

In Verbindung bleiben

Siri kann euch helfen, Kontakt zu Familie, Freunden, Kollegen und anderen Bekannten aufzunehmen. Beispielsweise könnt ihr Siri jemanden für euch anrufen lassen. Dazu müsst ihr nicht nicht zwangsläufig den Namen nennen, unter dem derjenige im Adressbuch steht. Siri kann sich inzwischen das Verhältnis merken, in dem ihr zu jemandem steht. Dazu müsst ihr einen entsprechenden Eintrag im Adressbuch hinterlassen. Es stehen etliche Verwandtschaftsgrade sowie hierarchische Ebenen im beruflichen Kontext zur Verfügung. Außerdem lassen sich sogar eigene Verhältnisse hinzufügen. So ist es möglich Siri zu sagen, „Ruf Schatz an“.

Mit Siri den Alltag organisieren

Siri kann für euch Ereignisse im Kalender erstellen oder euch an Dinge erinnern. Wenn gewünscht, erfolgen diese Erinnerungen nicht nur zu einer festgelegten Uhrzeit, sondern auch, wenn ihr einen bestimmten Standort erreicht. Ihr könnt Siri also sagen: „Erinnere mich daran, sobald ich das Haus verlassen habe.“ Siri kennt euren Kalender und gibt euch gerne eine Auskunft, wann der nächste Termin ist, ob ihr am Nachmittag noch Zeit für einen neuen Termin habt und warnt euch auch, wenn ihr dabei seid, Terminsalat zu machen.

Siri macht Musik, erklärt euch Bücher

Siri hat den Rhythmus im Blut. Sie kann für euch Lieder spielen und anhalten, ein Lied vor- oder zurückspulen. Außerdem kann die Sprachassistenz ähnliche Lieder suchen, wenn euch gefällt, was ihr gerade hört. Ich mag besonders die Funktion „Spiele das beliebteste Lied aus dem Jahr XY„. Voraussetzung dafür ist, dass ihr Apple Music aktiviert habt. Aber auch mit Filmen und Büchern kennt sich Siri aus. Wo und wann welcher Film in der Nähe läuft verrät sie euch ebenso gerne wie sie Bücher aus dem iBooks-Store zu eurer Mediathek hinzufügt. Eine weitere hilfreiche Funktion finde ich, dass Siri im Internet nach Zusammenfassungen von Büchern oder Filmen suchen kann. Sagt dazu einfach: „Worum geht es in …?“

Unterwegs

Auch, wenn ihr gerade nicht Zuhause seid, könnt ihr euch mithilfe von ein paar Sprachkommandos das Leben leichter machen. Siri kennt zum Beispiel immer den kürzesten Weg. Wo in der Nähe ein gemütliches Café oder ein beliebtes Restaurant sind, weiß sie ebenfalls. Auch, wenn ihr nur eure Bedürfnisse nennt, kann die Assistentin euch unterstützen. Eine gescheite Antwort erhaltet ihr zum Beispiel auf dieses Sätze:

  • Ich brauche eine Aspirin.
  • „Wo kann ich mir die Haare schneiden lassen?“
  • Ich muss bald tanken.
  • Ich brauche einen guten Elektriker.

Im Auto

Praktisch ist auch die Nutzung von Sprachbefehlen im Auto. Ihr wisst ja, dass es verboten ist, während der Fahrt das Handy ans Ohr zu halten, eine Nachricht zu tippen oder zu lesen. Dies könnt ihr Siri erledigen lassen. Sie arbeitet außerdem mit Apple’s CarPlay zusammen, einer abgespeckten Version von iOS, die sich in die Betriebssysteme einiger Autohersteller integrieren lässt. Hier findet ihr eine Auflistung der Hersteller und Modelle, bei denen das möglich ist. Die Digitalassistentin kann dann während ihr fahrt Anrufe annehmen und tätigen, Nachrichten vorlesen, verfassen und verschicken.

Das Lexikon aus der Cloud

Apples Sprachassistentin hilft euch bei vielen kleinen Fragen des Alltags. Hier ein paar Anregungen.

  • Wie viel sind 7 Prozent Trinkgeld auf 85 Euro?
  • Wie hoch ist der Mount Everest?“
  • Wie viel ist ein Viertel von 128?“
  • Wie viel ist 1 Euro in US-Dollar
  • Wie hat der HSV zuletzt gespielt?“
  • Zeige mir Bilder von Tim Cook.“
  • Wie viel Tage noch bis Weihnachten?“
  • Wie steht der DAX?“

Spaß muss sein

Zu guter Letzt noch ein paar unterhaltsame Frotzeleien, die ihr mit eurem virtuellen Assistenten austauschen könnt, wenn euch gerade langweilig ist.

  • Wirf einen Würfel.
  • Wie macht ein Fuchs?“
  • Kannst du auch Dirty Talk?“
  • Was ist besser? iPhone oder ein Samsung Handy?“
  • Warum vibrierst du?“
  • Was ist Null geteilt durch Null?“
  • Wann wird die Welt untergehen?“
  • Wie viele Mitarbeiter von Apple benötigt man, um eine Glühbirne zu wechseln?“

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HomeKit im Praxistest: Apples Smart Home wird endlich bewohnbar

Apple-Homekit-Applepiloten-1-1140x500

Seit zwei Jahren versucht Apple mit HomeKit einen Fuß ins vernetzte Heim zu bekommen. Nach langer Bauphase nimmt die Smart-Home-Plattform endlich brauchbare Konturen an. So kündigte Apple auf der WWDC 2017 an, die Anforderungen für die Entwickler zu lockern und die Einrichtung für Konsumenten zu erleichtern, wie 9to5Mac berichtet. Schon jetzt ist die Auswahl an Apple-kompatibler Haustechnik deutlich größer als noch zum Marktstart. Mittlerweile gibt es viele smarte Produkte, die auch dann in Frage kommen, wenn ihr – so wie ich – als Mieter keine baulichen Veränderungen an Haus und Wohnung vornehmen dürft. Welche Möglichkeiten und welchen Mehrwert bietet Smart Home mit Apple HomeKit inzwischen? Eine Bestandsaufnahme.

Das steckt dahinter: Apple HomeKit kurz erklärt

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HomeKit-Geräte lassen sich über das Kontrollzentrum des iPhone steuern. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Kurzer Crashkurs für Einsteiger, die erstmals intensiver mit Smart Home á la Apple befassen. Mit HomeKit möchte Apple einen Standard etablieren, mit dem sich vernetzte Haustechnik bequem im Alltag bedienen lassen soll. Denn heutzutage lässt sich allerlei Haushaltseinrichtung per WLAN oder Bluetooth fernsteuern. Das gilt etwa für Lampen, Sicherheitskameras und Steckdosen, aber auch für Thermostate, Schlösser oder Türklingeln.

Doch lange Zeit war das nicht mehr als eine umständliche Spielerei, weil die Hersteller auf eigene Steuer-Apps und Funkprotokolle setzten. HomeKit schlägt eine Brücke und macht aus all diesen Insellösungen eine vernetzte Technik-Landschaft. So können Nutzer seit iOS 10 ihre HomeKit-fähigen Geräte zentral über Apples Home-App auf iPhone, iPad und Apple Watch steuern.

In iOS ist sie besonders tief integriert. Dort ermöglicht sie auch im Kontrollzentrum den Zugriff auf die wichtigsten Funktionen, wenn ihr zweimal nach links wischt. Für den Apple TV gibt es keine eigene Home-App. Dennoch spielt die Set-Top-Box als Steuerzentrale eine wichtige Rolle, sofern ihr eure HomeKit-Geräte auch von unterwegs aus fernsteuern wollt. Dazu muss lediglich iCloud aktiviert sein. Natürlich stellt sich dabei die Frage nach der Sicherheit der Daten und deren Angreifbarkeit. Zum Glück gehört das Datensammeln an sich – anders als etwa bei Google – nicht zum Geschäftsmodell von Apple.

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Mittels Siri könnt HomeKit-Geräte per Sprachbefehl ein- oder ausschalten. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Eine App-Bedienung ist übrigens nicht die einzige Option. Alternativ leitet Apples Sprachassistenz Siri eure Kommandos an die entsprechenden Geräte weiter. Wem es auf der Couch zu dunkel zum Lesen wird, der geht nicht mehr zum Lichtschalter, sondern bleibt sitzen und ruft in sein iPhone: „Siri, mach das Licht im Wohnzimmer an.“ Ähnlich wie Amazon und Google möchte Apple mit dem angekündigten HomePod bald auch einen Lautsprecher bieten, der Sprachkommandos entgegennimmt.

„Szenen“ helfen bei der Heimautomatisierung

Ein weiteres Feature: Weil sich die Geräte dank der gemeinsamen Plattform über die Hersteller-Grenzen hinweg verstehen, lässt sich eine respektable Heimautomatisierung realisieren. Mit der „Szenen“-Funktionen können Nutzer mehrere Geräte auf einmal ein- oder ausschalten. Beispielsweise aktiviert eine iPhone-Nutzerin in einem Werbeclip gleichzeitig die Jalousien und Kaffeemaschine, einfach, indem sie Siri einen „Guten Morgen“ wünscht.

Auch komplexere Automatisierungsroutinen sind möglich. In solchen Fällen lösen definierte Sensor-Werte vorgewählte Aktionen aus. Einen Ventilator automatisch anspringen zu lassen, wenn die Temperatur einen definierten Wert übersteigt, ist auf diese Weise ein Leichtes.

Diese Geräte verstehen sich mit HomeKit

Nach einem schleppenden Start in 2015 ist die Zahl mit der Home-App steuerbaren Geräte auf eine Größe gestiegen, die den Aufbau eines Smart-Home-Netzwerks aus HomeKit-Produkten sinnvoll macht. Apple zählt 17 Produktkategorien und 113 erhältliche oder angekündigte Produkte, die viele Einsatzzwecke abdecken (Stand Juni 2017). Leider ist davon hierzulande erst rund die Hälfte der Produkte erhältlich. Ob ein Gerät mit Apple Home kompatibel ist, verrät das „Works with HomeKit“-Logo auf der Verpackung.

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Anhand dieses Logos erkennt ihr, ob das Gerät mit Apples Smart-Home-Plattform zusammenarbeitet. Image by Berti Kolbow-Lehradt

In Sachen Beleuchtung verstehen sich zum Beispiel die Leuchtmittel und Lampen von Philips Hue ebenso mit Apple Home wie die LED-Panels von Nanoleaf Aurora. Der deutsche Hersteller Elgato bietet in seiner Connected-Home-Produktreihe Eve einen breiten Strauß vernetzter Sensoren und Steckdosen. Neben Elgato haben auch Honeywell, Tado und Netatmo HomeKit-taugliche Heizthermostate im Programm. Zudem misst Netatmo mit seinem Healthy Home Coach das Raumklima sowie den Lärmpegel und leitet diese Werte an die Home-App weiter.

Eine erste HomeKit-fähige Indoor-Überwachungskamera ist auch erhältlich: Die Omna 180 Cam von D-Link. Im Gegensatz dazu soll Logitechs gerade vorgestellte Sicherheitskamera Circle 2 soll erst in Kürze ein HomeKit-Update erhalten. Schade: Viele andere vielversprechend klingende Kategorien wie smarte Türschlösser und Ventilatoren sind vorerst nur den Nutzern von Apple Home in den USA vorbehalten.

Die kompakteste, aber keine vollständige Übersicht über hierzulande erhältliche HomeKit-Produkte bietet der deutsche Apple Store. Auch Apple-Händler Gravis ist in Sachen HomeKit gut sortiert. Eine erschöpfende HomeKit-Liste inklusive Preisvergleich ist bei Tink zu finden.

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Es gibt immer mehr passende Geräte für Apple HomeKit, zum Beispiel von Elgato, Philips, Netatmo und D-Link

HomeKit in der Praxis

Ein Praxistest mit aktueller Apple-Hardware auf jüngstem OS-Stand sowie einer Reihe von HomeKit-kompatiblen Geräten führt zu einem erfreulichen Ergebnis – allerdings mit Verbesserungspotenzial. Zum Einsatz kommen dabei Hue-Glühbirnen von Philips, außerdem die Klimasensoren Eve Room und Eve Weather sowie die Steckdose Eve Energy und der Bewegungsmelder Eve Motion von Elgato. Ferner habe ich die Überwachungskamera Omna 180 von D-Link und den Healthy Home Coach von Netatmo getestet. Die Test-Exemplare stellten mir die Hersteller sowie der Apple-Händler Gravis zur Verfügung.

Ihre Kernaufgabe als Bindeglied erfüllt die HomeKit-Plattform einwandfrei. Das getestete Zubehör lässt sich mühelos hinzufügen. Entweder gelingt das über die herstellereigene App oder – noch einfacher – über Apples Home-App. Im zweiten Fall liest die Kamera einen HomeKit-Code auf dem Produkt oder dessen Verpackung ein.

Anschließen im normalen Betrieb die jeweiligen Geräte per App ein- oder auszuschalten, klappt

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Per HomeKit-Code liest die Kamera das Gerät und bindet es in die Apple-Home-App ein. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

reibungslos. Auch die Szenen-Funktion, mit der ich mehrere Geräte auf einmal steuere, macht ihren Job einwandfrei. Nachdem ich meinen Apple TV als Steuerzentrale richtig konfiguriert habe, kann ich sogar aus der Ferne mit dem iPhone auf die vernetzten Geräte zugreifen. Noch einfacher als die App-Bedienung ist jedoch die Sprachfunktion.

Ich finde es einfach cool, mit einem „Hey Siri“-Zuruf das Licht zu bedienen oder die Temperatur abzufragen. Mein liebster Life-Hack bisher: Weil ich meinen nicht-smarten Standventilator mit der HomeKit-Steckdose Elgato Eve Energy verbunden habe, brauche ich ihn nicht mehr von Hand einzuschalten. Stattdessen kann ich per Sprachkommando einfach die Steckdose aktvieren, um mir kühle Luft um die Ohren pusten zu lassen.

Das darf noch besser werden

So gut die App- und Sprachsteuerung über Apple Home auch funktioniert – die App-Gestaltung selbst dürfte gern übersichtlicher und selbsterklärender sein. Ein großes Manko in Sachen Oberflächendesign ist die Kachel-Optik. In die Zeilen der kleinen Quadrate passt zu wenig Schrift, sodass sie viele Begriffe unvollständig anzeigen. Dadurch lässt sich zum Teil nur erraten, welche Geräte und Sensoren gerade gemeint sind. Möchte ich Sensorwerte abrufen, sind die herstellereigenen Apps mitunter übersichtlicher.

Auch den Assistenten für automatisierte Vorgänge finde ich nicht benutzerfreundlich genug. Er ist unter

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Was soll das bedeuten? Die Anleitung in im Automations-Menü ist zum Teil sehr kryptisch. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

dem Punkt „Automation“ unten rechts in der Menüleiste der Home-App zu finden. Darüber lassen sich ereignisbasierte Aktionen programmieren. Etwa, dass sich die mit dem Ventilator verbundene Steckdose startet, wenn die Raumtemperatur einen Schwellenwert übersteigt oder wenn die Omna 180 registriert, dass ich den Raum betrete.

Jedoch sind die Oberflächen-Elemente des Automationsmenüs zum Teil leider so kryptisch beschriftet, dass es mich mehrere Versuche kostet, die korrekte „If this, then that“-Regel zu erstellen. Intuitiv geht anders. Allerdings nervt diese Fummelei nicht allein in der Home-App von Apple, sondern auch in der Eve-App von Elgato, in der sich mittels HomeKit ebenfalls solche Routinen programmieren lassen. Das ist bedauerlich. Denn erst mit solchen Automationsregeln wird ein vernetztes Zuhause auch im Wortsinne zu einem Smart Home.

Fazit

Mit der HomeKit-Plattform macht Heimvernetzung richtig Spaß! Einrichtung und manuelle Bedienung per App oder Siri funktionieren einwandfrei. Wer bereits als Apple-Nutzer über ein iPhone oder ein iPad verfügt, findet leichten Zugang zum Thema Smart Home. Er braucht dann nur noch passende Haushaltstechnik, die mit dem HomeKit-Label versehen ist. Das Zubehörsortiment ist hierzulande noch klein, aber es wächst kontiniuerlich. Zudem genügt die Auswahl, um sich ein alltagstaugliches HomeKit-Szenario zusammenzustellen.

Nachbessern darf Apple gerne noch in bei der Oberfläche der Home-App und bei der Automatisierungsfunktion. Mehr Übersichtlichkeit und Verständlichkeit würden den Mehrwert der Plattform nochmals deutlich steigern. Beim derzeitigen Stand werden viele entnervt darauf verzichten, komplexere Routinen vorzuplanen. Insgesamt hat sich Apple HomeKit nach zweijähriger Reifezeit zu einer ordentlichem Plattform entwickelt, die das Smart-Home-Thema einen breitenwirksamen Schub geben dürfte.

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Apple Home-App. Image by Berti Kolbow-Lehradt

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  • SMART HOME golem: Amazon sieht anderen Ansatz bei Apples Homepod: Man mag es kaum glauben, aber Apple ist in einer Kategorie – Smart Home – tatsächlich mal nicht Hardware-Vorreiter. Zuvor hatten schon Amazon und Google ihre Smart-Home-Lautsprecher veröffentlicht, mit dem Homepod zieht jetzt auch Apple nach. Auch der Homepod wird wie bisherige Apple-Systeme mit der digitalen Assistenz Siri ausgestattet. Wie auch die Vorgänger der Konkurrenz soll der Homepod den Alltag des Anwenders vereinfachen, indem er Fragen beantwortet und das Smart Home bedient.

  • WIKILEAKS heise: 10.000 Dollar für „termination“: Wikileaks setzt Kopfgeld auf Journalisten aus: Es gleicht einer Kopfgeldjagd – Wikileaks setzt 10.000 Dollar auf den “Kopf” eines US-Journalisten aus. Grund dafür ist, dass der Journalist seine Quelle, eine NSA-Mitarbeiterin, nicht geschützt haben soll. Mittels eines Tweets fordert die Plattform die „termination“ des Journalisten Matthew Cole von der Webseite „The Intercept“. Damit gemeint ist eine öffentliche Bloßstellung und die Entlassung Coles. Das öffentliche Gesicht Wikileaks’, Julian Assange, äußerte sich wenig später ähnlich kritisch zu dem Vorfall. Seit gestern sitzt die betroffene Whistleblowerin, die 25-jährige Reality Leigh Winner, in Haft, über eine mögliche Freilassung wurde sich beraten.

  • DIGITALISIERUNG t3n: Studie: Unternehmenskultur behindert Digitalisierung: Man nehme an, Unternehmen streben danach sich möglichst zielstrebig in den verschiedenen Departements zu digitalisieren, laut einer Studie der Strategieberatung Capgemini fehle aber der Mehrheit von 340 befragten Unternehmen eine “digitale Vision”. Die Studie von Strategieberatungsfirma war global angelegt und hat ergeben, dass 62 Prozent der Teilnehmer der im März und April 2017 weltweit durchgeführten Umfrage die etablierte Unternehmenskultur als eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer digitalen Organisation sehen. In Deutschland liege der Wert mit 72 Prozent sogar leicht darüber.

  • ROAMING ntv: Verbraucherzentralen warnen vor Fallen: Ab dem 15. Juni werden die Roaming-Gebühren für Mobilfunknutzer im EU-Ausland abgeschafft. Damit soll teuren Gebühren entgangen werden und den Nutzern die gleichen Tarife wie im eigenen Land ermöglicht werden. Grundsätzlich gilt aber immer, dennoch im Kleingedruckten des eigenen Vertrags nachzulesen. Denn auch wenn die Neuregelung von Vebraucherschützern generell begrüßt wird und als „Meilenstein für die Verbraucher“ bezeichnet wird, so Isabelle Buscke vom Brüsseler Büro des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, sollten Verbraucher auf der Hut sein.

  • WHATSAPP sueddeutsche: Whatsapp führt Foto-Filter ein: Meist bringen App-Updates nur kleinere Veränderungen mit sich. Seit Anfang der Woche ist die Version 2.17.30 von Nutzern der iOs-Variante von WhatsApp verfügbar. Am interessantesten ist dabei wohl das neue Feature von Foto-Filtern, mit dem sich der Messaging-Dienst noch weiter an Konkurrenten wie Snapchat oder Instagram annähert. Für mehr Übersichtlichkeit werden zudem mehr als vier Bilder oder Videos die gleichzeitig gesendet werden von WhatsApp sortiert und automatisch in eine Art Mini-Album eingeführt.

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Mehr als nur iPhone: Apples 4 wichtigste Zukunftsthemen der WWDC 2017

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Eingelullt vom anhaltenden Verkaufserfolg des iPhones hat sich Apple schon seit einer Weile bequem zurückgelehnt. Bei den großen Tech-Trends gaben zuletzt Google, Facebook, Amazon und Microsoft den Takt vor. Nun ist Apple offenbar aus seiner Duldungsstarre hochgeschreckt. Auf der viel beachteten Entwicklerkonferenz WWDC 2017 hat der Konzern jede Menge Neuerungen in Sachen Künstliche Intelligenz (KI), Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR), Mobile Computing sowie Heimvernetzung vorgestellt.

Apple erscheint damit spät zur Party und sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, in blindem Aktionismus lauter „Me too“-Produkte rauszufeuern. Doch die Neuerungen sind für meinen Geschmack klug und gezielt gewählt. Und angesichts der Sogwirkung von Apples Ökosystem und den Finanzreserven des Unternehmens könnte es Apple abermals gelingen, zum richtigen Zeitpunkt diffuse Trends reif für den Massenmarkt zu machen. Meine Einschätzung zu den Neuerungen der WWDC 2017.

Zukunftsthema 1 – HomePod und Siri: Künstliche Intelligenz, die gut klingt

Wie von der Gerüchteküche vor der WWDC 2017 erwartet, betritt jetzt auch Apple die Bühne der vernetzten Lautsprecher. Mit dem HomePod erscheint zum Jahresende ein Soundsystem, dass nicht nur auf Sprachbefehle reagiert, sondern auch gut klingen soll. Dabei legt Apple viel Wert auf hochwertigen Sound, der sich wie bei den populären Sonos-Lautsprechern auch noch automatisch an die Raumverhältnisse anpasst. Ganz im Gegensatz zu Amazon, dessen Echo-Lautsprecher Musikliebhaber bisher nicht überzeugt.

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Image by Apple

Gleichzeitig soll der HomePod nicht weniger smart als die Konkurrenz sein. In Verbindung mit Apples Sprachassistent Siri sowie einem Abo bei Apple Music können Nutzer dem Lautsprecher ihren Musikgeschmack beibringen, News und Sportergebnisse abfragen sowie vernetzte Heim- und Haushaltsgeräte steuern.

Mit 350 US-Dollar ruft Apple einen deutlich höheren Preis als die smarten Lautsprecher-Wettbewerber auf. Wenn der HomePod so gut klingt und so intelligent funktioniert, wie Apple verspricht, dürfte er jedoch eine Marktlücke schließen und viele Käufer finden. Während Amazon mit seiner KI namens Alexa durch Lizenzpartner auf Breitenwirkung setzt, könnte ein Verkaufserfolg von Apples Siri-Lautsprecher HomePod hingegen den Qualitätswettbewerb bei smarten Lautsprechern vorantreiben.

Siri lernt und lernt

Um von Apples Fortschritten bei Künstlicher Intelligenz zu profitieren, müssen viele Nutzer von Apple-Geräten keinen Eurocent ausgeben. Wenn im Herbst die neue Version von Apples mobilen Betriebssystem iOS 11 als kostenloses Update erscheint, sind auch diverse neue Fähigkeiten von Siri an Board. So soll Apples KI dank maschinellen Lernverfahren die Interessen der Nutzer automatisch immer besser verstehen und die Bedienung zum Beispiel in den Apple eigenen Programmen Safari, Mail und Nachrichten durch passende Vorschläge beschleunigen.

Insofern verfolgt Apple einen breiteren Ansatz als etwa Google, das KI-Technologie bisher vor allem im Foto-Bereich anwendet. Angesichts der großen Nutzerbasis von iOS dürfte Apples Vorstoß den Einsatz von Künstlicher Intelligenz stärker im Alltag einer breiten Masse verankern. Bewusst wahrnehmen wird diese das jedoch vermutlich nicht. Ob nun KI-Algorithmen oder andere Rechenoperationen zum gewünschten Ergebnis führen, dürfte den Nutzer herzlich egal sein.

Zukunftsthema 2 – Augmented oder Virtual Reality? Apple macht einfach beides

Mit dem Erfolg von Pokémon Go ist Augmented Reality schlagartig zu einem Hype-Thema geworden. Trotzdem ist die durch computergenierte Objekte erweiterte Realität bisher ein Nischenthema geblieben. Es gibt viel zu wenige AR-Apps und eine große, einheitliche Technologie-Plattform, die App-Entwicklern das Thema schmackhaft macht, fehlte bislang ebenfalls. Aus dem Nichts könnte Apple AR-Anwendungen nun massentauglich machen.

Mit der Entwicklersoftware namens ARKit sollen es Programmierer nun einfacher haben, AR-Apps fürs iPhone und iPad zu entwickeln. Den Präsentationen auf der WWDC 2017 nach zu urteilen, wird es dabei weiterhin vorrangig um Spiele und Möbel-Apps gehen.

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Was die Art der Inhalte angeht, sind von Apple keine unwiderstehlich neuartigen Inspirationen zu erwarten. Der Zauber liegt vielmehr abermals in der großen Nutzerbasis von iOS. Das bestehende iPhone oder iPad ließe sich ganz einfach weiterhin nutzen, neue Hardware müsste niemand kaufen. Zumal bisher weit und breit keine sozial akzeptablen AR-Brillen verfügbar sind. Wer will schon den ganzen Tag mit einer Microsoft HoloLens herumlaufen. Und anders als bei Googles Project Tango müssten iOS-Entwickler ihre Apps auch nicht für dutzende verschiedene Smartphone-Modelle anpassen. Die Chancen für eine weitere Verbreitung von AR-Anwendungen auf iPhone und iPad stehen daher gut.

Virtual Reality kommt auf den Mac

Alles spricht dafür, dass Apple in Augmented Reality größeres Potenzial sieht als in Virtual Reality. Trotzdem setzt das Unternehmen nicht alles auf eine Karte. Während VR-Brillen bisher nur mit Windows-Rechnern und Spielekonsolen kompatibel waren, arbeitet das neue Mac-Betriebssystem macOS High Sierra ab Herbst mindestens auch mit einer HTC Vive zusammen. Zudem sollen überarbeitete Grafikschnittstellen und bessere Mac-Hardware die Programmierung von VR-Anwendungen erleichtern.

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Apples später VR-Vorstoß ist ein Schritt in die richtige Richtung und stärkt die generelle Bedeutung des Mac als Anwendungsplattform. Dennoch scheint mir die Prognose hier nicht so günstig wie bei AR. Die Anschaffungskosten für VR-fähige Macs und -Brillen bleiben hoch. Und viele Nutzer tauschen die langlebigen Mac-Rechner nur in größeren Intervallen aus. Den Mac als VR-Spielwiese mit großem App-Angebot kann ich mir daher frühestens mittelfristig vorstellen. Hier dürften Windows, Xbox und PlayStation weiterhin die Nase vorn behalten.

Zukunftsthema 3 – Das iPad Pro wird ein immer besserer mobiler Computer

Mit den Surface-Geräten hat Microsoft klug auf den „New Work“-Trend hin zu ortsunabhängigen Arbeiten und zur Vermischung von Arbeit und Freizeit aufgesattelt. Wie Microsoft mit Windows 10 ein Desktop-Betriebssystem in einen Tablet-Formfaktor integriert hat, ist schon clever. So lassen sich im Windows-Lager praktische 2-in-1 Geräte konzipieren, während Apple weiterhin noch zwischen MacBook und iPad trennt.

Das rechenstarke iPad Pro mit passendem Digitalstift Apple Pencil war eine sinnvolle Annäherung an aktuelle Nutzungsszenarien. Aber einen Desktop-Computer kann das Apple-Tablet trotz aller PR-Prosa nicht ersetzen. Das lag vor allem am mobilen Betriebssystem iOS, das seine Wurzeln in der minimalistischen Touch-Bedienung hat. Unter Windows alltägliche Arbeitsfunktionen gingen lange Zeit einfach nicht. Bisher. Mit iOS 11 reicht Apple diese Features endlich nach.

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Drag-and-Drop, ein Dateibrowser, ein individualisierbares App-Dock für häufig genutzte Apps – das sind für sich genommen sehr subtile Neuerungen, die das iPad Pro (nicht nur das neue mit 10,5-Zoll-Diagonale) zu einem einfach zu bedienenden Arbeits- und Kreativrechner machen. Diese Verbesserungen halte ich für bedeutender als die aufgebohrte Hardware, die Apple ebenfalls dem iPad Pro spendiert.

Wie sehr die speziellen Arbeitsfeatures in iOS 11 auf dem iPad Pro die eigene Produktivität in der Praxis wirklich steigern, wird ein Test zeigen müssen. Zumindest auf dem Papier ist die Entscheidung zwischen einem iPad Pro und einem Surface Pro wieder ein Stück ausgeglichener und damit schwieriger geworden.

Zukunftsthema 4 – Wieder ein wenig mehr Liebe für die Profis

Nicht alles, wo Pro draufsteht, macht einen Profi richtig glücklich. Der Ärger der Community über das leistungsmäßig nicht sehr imposante MacBook Pro 2016 war groß. Entwickler und Filmemacher mit sehr großem Hardware-Hunger stört auch, dass das Mac Pro seit 2013 nicht erneuert wurde. Endlich scheint Apple diese Kundengruppe erhört zu haben. Mit dem ab Jahresende erhältlichen iMac Pro präsentiert Apple einen sehr leistungsstarken und ausbaufähigen Rechner für High-End-Ansprüche, für den rund 5.000 US-Dollar fällig werden. Auch die iMacs ohne „Pro“-Namenszusatz werden gehörig aufgebohrt.

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Dass Apple sich endlich wieder nicht nur mehr auf die lukrative Mobil-Sparte konzentriert, betrachte ich als ein vielversprechendes Signal. Nach wie vor schätzen viele Anwender den Mac in erster Linie als stabile und verlässliche Plattform für produktives und kreatives Arbeiten. Würden diese enttäuscht zu Windows wechseln, könnte darunter die Beliebtheit der gesamten Apple Produktpalette leiden. Schließlich sind Macs eine starke Säule in Apples Ökosystem. Fällt diese weg, würde auch die Nutzung von iPhones und iPads weniger Mehrwert bieten. Schließlich ist die gute Verzahnung doch ein wichtiger Vorteil gegenüber anderen Betriebssystemen.

Fazit WWDC 2017: Apples Zukunft ist vernetzt, virtuell und künstlich intelligent

Auf der WWDC 2017 hat Apple richtig abgeliefert. In der inhaltlich vollgepackten Keynote hat das Unternehmen bewiesen, dass es doch noch kluge Ideen hat, wenn es einmal nicht um den größten Umsatzbringer, das iPhone geht.

Ein Konzept, wie Apple auf AR und VR zu setzen plant, war überfällig. Insbesondere die AR-Plattform ARKit könnte sich als Coup erweisen. Der vernetzte Lautsprecher HomePod klingt auf dem Papier unverschämt teuer, aber auch richtig vielversprechend. Die neuen KI-Funktionen wirken deutlich praxisrelevanter als das, was viele andere Software-Entwickler derzeit mit dem Buzzword KI verknüpfen. Dass Apple professionelle Kreativanwender nicht nur mit Tablets, sondern auch wieder mit hochgerüsteten iMacs ansprechen möchte, ist ebenfalls begrüßenswert. Mit den Neuerungen in iOS 11 und dem überarbeiteten iPad Pro scheint Apple auch im Bereich Mobile Computing sehr gut aufgestellt.

Keine einzelne Neuerung auf der WWDC 2017 ist im engeren Sinn revolutionär. Apple knüpft an Trends an, die andere aufgestellt haben. Verwerflich finde ich das nicht. Ein wesentlicher Faktor für Apples Beliebtheit, ist die Fähigkeit, ausgereifte und stabile Produkte zu liefern. Behutsame Produktpflege (über viele praktische Detailneuerungen bei macOS und iOS habe ich hier noch gar nicht geschrieben) ist vor diesem Hintergrund viel wichtiger als hastig aufgegriffene Hypes. Sinnvoll ins Ökosystem integriert, könnten gerade Augmented Reality und der HomePod echte Knaller werden. Dass Apple spät auf der Party erscheint, ist nicht schlimm. Hauptsache, es ist endlich von seinem iPhone-Rausch aufgewacht.

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  • ANDROID golem: Android O und Android Go: Es ist Zeit der großen Entwicklerkonferenzen. Am Mittwoch den 17.5. kündigte Google auf der Google I/O Neuerungen und Pläne an. Darunter auch Android O und die etwas leistungsschwächere Variante Android Go. Das neue Betriebssystem soll nun Funktionen wie Bild-in-Bild Wiedergabe und ein neues Benachrichtigungssystem eingerichtet. Am meisten begeisterte die Besucher der Konferenz die Ankündigung nun auch die Programmiersprache Kotlin einzubinden. Android Go ist eine Abwandlung des neuen Systems und soll explizit für Geräte mit weniger als 1GB Ram verwendet werden können.

  • KI t3n: Konkurrenz für Siri: Der Google Assistant kommt aufs iPhone: Auf dem Google Pixel testete Google seinen neuen sprachgesteuerten Assistenten, der nun auf vielen weiteren Android-Smartphones und sogar iPhones oder iPads verfügbar sein soll. Bis Sommer 2017 soll der Assistent nur in den USA verwendet werden können. Bis dahin wird eine Umstellung auf Deutsch oder andere Sprachen möglich sein. Der Assistent soll auch mit kurzen Textkommentaren bedient werden können und Funktionen wie Paketverfolgung oder Appbedienung beinhalten.

  • CLOUD wired: Sundar Pichai Sees Google’s Future in the Smartest Cloud: Google ist jetzt ein Unternehmen mit dem Grundsatz ‘Künstliche Intelligenz zuerst’. Auf der I/O wurde ebenfalls ein neuer Chip angekündigt, der künstliche Intelligenz versorgen kann. CEO Pichai sagt, dass es wichtig sei, dass diese Technologie für alle zugänglich ist um ihr so den Mythos zu nehmen. Googles Entwicklungen im Bereich der KI sind vor allem für den Google Übersetzer oder andere Bereiche des maschinellen Lernens innovativ.

  • WHISTLEBLOWING sueddeutsche: Die Heldin ist frei: Seit gestern ist Whistleblowerin Chelsea Manning wieder frei. Manning hat vor sieben Jahren Dokumente und Kriegspraktiken der USA an die Plattform Wikileaks weitergegeben und so den größten Militärskandal der USA an die Öffentlichkeit gebracht. Nun kommen erneut Debatten um Whistleblowing und ob es ein Whistleblowerschutz per Gesetz geben sollte. Unter den Daten die Manning veröffentlichte waren Videomaterial, interne Kabelberichte mehrerer US-Botschaften oder Daten aus dem Militärgefängnis Guantanamo.

  • G20-GIPFEL heise: G20-Gipfel: Globales Wettbewerbsnetz soll digitale „Superstar-Konzerne“ einhegen: Der Beraterstab für den G20-Gipfel im Hamburg hat eine neue Strategie vorgeschlagen mit welcher man kartellrechtlich gegen Großkonzerne wie Facebook und Google vorgehen könnte. Mit einem sogenannten „Weltwettbewerbsnetzwerk“ möchte Ökonomin Dalia Marin ein Rahmenwerk schaffen um das Kartellrecht international anwenden zu können. Ebenso wichtig sei es digitale Entwicklungen wie Algorithmen und Big Data miteinzubeziehen.

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10 Jahre Apple TV: Vom iTunes-Adapter zur vollwertigen Entertainment-Konsole

apple-tv (adapted) (Image by ToomaCZ [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Nicht nur das iPhone feiert dieses Jahr ein 10-jähriges Jubiläum. Auch der Apple TV wird ebenso alt. Der Apple TV wurde als Fernseher erwartet, war tatsächlich eine verwunderliche Set-Top-Box und hat heute starke Konkurrenz bekommen. Ich blicke auf 10 Jahre Heimvideo-Geschichte mit dem kleinen Kasten zurück.

Set-Top-Box statt Fernseher: Die Anfänge

„Es ist auf deinem Computer, es ist auf deinem iPod und jetzt ist es auf dem TV,“ hieß es im ersten Werbespot für Apple TV. Vor 10 Jahren hat Steve Jobs auf der Macwold im Früjahr 2007 die erste Generation von Apples Interpretation einer Set-Top-Box vorgestellt.

Vorher brodelte die Gerüchteküche nicht nur unter den Apple-Fans. Man munkelte, Apple wolle mit „iTV“ das Wohnzimmer erobern, wie vorher den Markt für MP3-Player mit dem iPod. Zunächst war nicht klar, ob Apple nicht gleich einen kompletten Fernseher konstruieren würde. Die Idee wurde jedoch zugunsten eines reinen Abspielgeräts verworfen.

Es war noch mutig und ungewöhnlich, dass Apple in die TV-Box keinen der damals noch sehr weit verbreiteten DVD-Player einbaute. Aber Jobs und die Apple-Ingenieure bewiesen wieder einmal visionäre Weitsicht. Sie trugen dem Umstand Rechnung, dass jeder Haushalt sowieso schon Geräte zum Abspielen von CDs und auch DVDs hatte. Was jedoch fehlte, war die direkte Verbindung zu iTunes und damit der kompletten Mediensammlung vom Mac.

Bei der Vorab-Präsentation sollte „iTV“ noch ein reiner WLAN-Empfänger werden, tatsächlich war die erste Generation Apple TV eine Art Multimedia-Festplatte oder großer iPod für den Fernseher. Nur ohne Display natürlich, dafür aber mit zunächst 40 und später 160 GB Platz für Musik, Fotos und Filmen. Auch vom Produktnamen „iTV“ ließ Apple kurz vor Toresschluss ab, um möglichen Ärger mit einem ähnlich benannten britischen Fernsehsender aus dem Weg zu gehen.

Apple TV
Sehr klobig – der erste Apple TV. Image by Apple

Ein TV-Zuspieler mit Internet-Anschluss

Im Vergleich zur heutigen Version wirkt der erste Apple TV klobig, war nicht nur optisch dem Vorbild Mac mini ähnlich, sondern fast genau so groß und das Gerät wurde im Betrieb so heiß, dass man Eier drauf braten konnte. Dennoch funktioniert er bis heute prächtig. Die Medien ließen sich per WLAN oder Ethernet über iTunes auf den Apple TV synchronisieren, um dann von dort auf den TV zu gelangen. Beim Betriebssystem baute Apple auf die solide Basis der Computer-Software Mac OS X.

Seltsam war, dass der Apple TV nie irgendwelche Tasten zum Ein- oder Ausschalten hatte. Bis heute kann das Gerät nur per Fernbedienung in einen Ruhemodus versetzt werden.

Auch war der Apple TV nie ein Festplattenrecorder, was damals noch bei anderen Herstellern hoch im Kurs stand. Stattdessen konzentrierte sich Apple voll auf Inhalte aus dem Internet und dem iTunes Store. In weiteren Betriebssystem-Updates lernte der Apple TV Video-Clips von YouTube und Kinotrailer von der Quicktime-Website abzuspielen. Später kam der Einkauf bei iTunes dazu, zunächst mit Musik, Musikvideos und dann Filmen.

Apple TV 3. Image by Wadzifox

Mehr Auswahl und Rechenpower für Generation Zwei und Drei

Mit der zweiten Generation des Apple TV im Jahr 2010 konnten HD-Filme angeschaut sowie Fotos und Musik direkt vom Rechner gestreamt werden. Per AirPlay konnten Filme und Musik auch direkt von iPhone oder iPad über Apple TV unkompliziert auf den Fernseher kommen. Die dritte Generation war eigentlich in erster Linie ein Upgrade: Mehr Hauptspeicher und ein Apple A5 Prozessor ermöglichten Filme in Full-HD.

Apple TV 4 wird mit Apps zur Entertainment-Konsole

Ein echter Quantensprung war die vierte Generation, die im Herbst 2015 vorgestellt wurde und auch die aktuelle Version ist. Die Form des Apple TV erinnert zwar noch an den Vorgänger, ist nur etwas kompakter aber höher geworden. Tim Cook stellte die Neuauflage nicht mehr als Hobby, sondern vollmundig als nichts Anderes als die „Zukunft des Fernsehens“ vor.

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Apple TV 4. Image by Apple

Um dies zu erreichen machen Siri und die verbesserte Remote-Fernbedienung per Spracheingabe beziehungsweise Touch-Pad das Navigieren und Suchen von Inhalten bequemer als zuvor. Zudem spendierte Apple dem Gerät erstmals ein eigenes Betriebssystem namens tvOS sowie einen App Store.

Die Inhalte von TV-Sendern, Sport- und Streaming-Anbietern aus der ganzen Welt sollen nur noch per App auf den neuen Apple TV kommen. In Sachen Musik bringt der hauseigene Streaming-Dienst Apple Music große Streaming-Auswahl mit.

Aber es dreht sich nicht alles um Unterhaltung: Bei den Apps locken auf dem Apple TV auch alle möglichen Apps vom Aquarium-Bildschirmschoner bis zum Fitness-Trainer, die im App Store gekauft oder kostenlos geladen werden können. Weiterhin bleibt der Apple TV eine prima Lösung, um Inhalte vom iPhone oder iPad an ein TV-Gerät zu streamen.

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Der Apple TV 4 hat einen eigenen App Store. Image by Stefan von Gagern

Der will doch nur spielen

Des Weiteren will der Apple TV 4 auch eine Spielkonsole sein. Eigentlich ein logischer Schritt. Der TV ist die fast natürliche Umgebung für Spiele: Großer Bildschirm, fetter Heimkino-Sound. Eigentlich müssten die beliebten iOS-Spiele im Wohnzimmer noch mehr Spaß machen. Doch die Steuerung und das Spiele-Angebot bieten durchwachsene Ergebnisse.

Die Fernbedienung des Apple TV reagiert nicht nur auf Knopfeingaben, sondern auch auf Drehungen. Damit bietet sie bei Bowling- und Tennis-Spielen einen Fuchtel-Faktor, wie man ihn von der Konsole Nintendo Wii kennt. Im App Store finden sich dafür eigens entwickelte Titel, die oft Klone von Spielen für die Nintendo-Konsole sind.

Leider funktioniert das neue Steuerungskonzept nicht bei allen Genres. Hakelig wird es bei Rennspielen, wo die Fernbedienung in Querausrichtung Fahrzeuge steuert. Entweder wird mit dem Touch-Pad per virtuellem Steuerkreuz oder durch Kippen der Fernbedienung gelenkt. Das klappt mal besser und mal schlechter – jedenfalls ist ein optionaler mit Bluetooth betriebener Game-Controller eine gute Investition. Sonst ist Frust durch zu häufiges Landen in der Bande vorprogrammiert.

Zwar sehen die meisten Spiele für den Apple TV grundsätzlich gut aus und machen auf dem großen Bildschirm Spaß. Doch können sie nicht in Sachen Grafikdetails, Umfang und flüssiger Performance mit der Konsolenklasse Playstation 4 und Xbox One mithalten. Besonders deutlich wird das dort, wo sich direkte Vergleichsmöglichkeiten ergeben. Das ist bei Titeln wie Skylanders und Guitar Hero der Fall. An ihnen erkenne ich, dass die Apple-TV-Versionen optisch hinterherhinken.

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Spiele, die sich wie der Nintendo Wii per Gesten steuern lassen, sind eine Besonderheit des Apple TV mit seiner Siri Remote Fernbedienung. Image by Stefan von Gagern

Jüngst hat Apple den Entwicklern zugestanden, auch Spiele, die größere Downloads ermöglichen, in den App Store für tvOS zu bringen. Bislang war die Größe auf ein paar Gigabytes gedeckelt, was die Veröffentlichung von komplexen Titeln einschränkte. Dies nährt die Hoffnung, dass bald nun auch AAA-Titel das Spieleerlebnis am Apple TV aufwerten könnten.

Starke Konkurrenz trübt die Aussichten

Der Apple TV hat sich als Pionier gegen Geräte wie Festplattenrekorder und DVD-Player durchgesetzt. Und das trotz der Fragezeichen, die eine Box ohne Knöpfe und Medieneinschub anfangs aufwarf.

Dennoch sieht die nahe Zukunft nicht sehr rosig aus. Bei der Präsentation der letzten Quartalszahlen bestätigte Apples Finanzchef sinkende Verkäufe von Jahr zu Jahr seit dem Start der vierten Generation. Kein Wunder, denn mit Produkten wie Amazons Fire TV oder Googles Chromecast gibt es günstige und starke Konkurrenz.

Tim Cook gibt sich aber längst nicht geschlagen und will mit Video-Eigenproduktionen den Apple TV attraktiver machen. Worum es sich dabei genau handelt, ist noch unklar. Aber eins ist sicher: Für Cupertino ist der Apple TV längst kein Hobby mehr, Apple hat ihn fest auf seiner Rechnung. Die Zeit des Apple TV ist noch nicht vorbei. Ich freue mich auf weitere Jahre mit der kleinen Box.

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Image (adapted) „Apple TV“ by ToomaCZ (CC0 Public Domain)


 

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Test: Apple AirPods klotzen mit smarter Technik, geizen mit Bass

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Um Apples groß angekündigte kabellose Kopfhörer AirPods herrschte lange Zeit viel Lärm um nichts. Erst mit monatelanger Verspätung kamen die Kopfhörer auf den Markt. Und auch zum Erscheinen dieses Artikels müssen Online-Käufer sich noch gedulden, bis sie das 180 Euro teure Lauscherpaar in den Händen halten. Die Wartezeit im Apple Store beträgt sechs Wochen. Mir lag inzwischen bereits ein Test-Exemplar vor. Vor meinem geistigen Ohr erklang die Frage: Lohnen sich Kaufpreis und Wartezeit? Am liebsten möchte ich mit einem Sprachbefehl antworten: „Siri, sag’ mal Apple, die AirPods sind nicht schlecht, da geht aber noch mehr.“

Warum Apple einen Bluetooth-Kopfhörer bringt

Die Auswahl an kabellosen Kopfhörern mit Bluetooth ist groß. Auch Apples Tochterfirma Beats mischt in diesem Bereich mit. Warum bringt Apple dann unter eigener Marke ein eigenes Modell heraus? Das lässt sich nur mit einem Blick auf die aktuelle iPhone-Generation 7 (Plus) verstehen (hier zu Test). Sie verzichtet auf einen Klinkenstecker. Ist der Lightning-Port fürs Aufladen belegt, kann das iPhone nur noch mit Funkkopfhörern kommunizieren. Die AirPods sollen als Referenz dafür herhalten, wie sich Apple smarte, kabellose Kopfhörer von heute vorstellt.

Das Design: Ein Griff ins Klo

Die Formsprache schauen sich andere Hersteller aber bitte gefälligst nicht ab. Die weißen Kopfhörer sehen einem Mundstück für eine Elektro-Zahnbürste täuschend ähnlich. Und die im Lieferumfang enthaltene weiße Transportbox mit den abgerundeten Ecken mutet wie ein Spender für Zahnseide an. Das Transportgehäuse lässt sich ja außer Sichtweite in der Hosentasche verstauen, aber diese Kopfhörer empfinde ich in der Öffentlichkeit als ästhetisch total indiskutabel. Beim Praxistest in der U-Bahn habe ich mich geradezu geniert.

Apple AirPods Toothbrush
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Gut vernetzt im Apple-Ökosystem

Immerhin erfüllt das Verlängerungsstück der Ohrknöpfe einen höheren Zweck. Sie bieten Platz für die ganzen Chips, Mikros und andere Sensoren, die in den AirPods stecken. Diese Technik-Innereien ermöglichen ein paar ziemlich clevere Funktionen.

Apple hebt besonders den selbst entwickelten W1-Chip hervor. Damit lassen sich die AirPods in meinem Praxistest mit einem iPhone 6 so einfach und schnell verbinden, wie zuvor mit keinem anderen Bluetooth-Kopfhörer. Einfach Bluetooth auf dem iPhone aktivieren, die AirPods in die Nähe des iPhones halten und – zack – bestätigt ein eingeblendetes Fenster die erfolgreiche Kontaktaufnahme.

iMac Apple AirPods
Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Ist dieses Pairing mit einem Apple-Gerät einmal vollzogen, kann ich die AirPods sogar an meinem iPad und iMac oder meiner Apple Watch verwenden – ohne weitere Einrichtung. Die Einstellungen wurden einfach automatisch per iCloud übernommen. Etwa im Bluetooth-Menü des iMac tauchen die AirPods dann bereits auf. Wähle ich sie aus, ist die Verbindung umgehend hergestellt.

Ob ich die AirPods im Ohr trage, erkennt ein Infrarotsensor. Entferne ich die Kopfhörer, unterbricht die Musik selbständig. Praktisch!

Sprachsteuerung per Siri nicht zu Ende gedacht

Die smarte Sensorik ist auch deshalb so wichtig, weil es keine physischen Bedienelemente an den Kopfhörern selbst gibt. Bei der Musiksteuerung kommt Apples Sprachassistentin Siri eine große Rolle zu. Habe ich mir bei Siri Gehör verschafft, stellt sie für mich auf Wunsch die Musik lauter und leiser oder ruft bestimmte Titel und Playlisten auf. Das klappt zuverlässig. Siris Dienstantritt gelingt jedoch nicht immer. Ein Doppeltipp auf die AirPods soll sie eigentlich aktivieren, führt aber in meinem Test nur in etwa der Hälfte der Fälle zum Erfolg.

Daher betrachte ich die Sprachsteuerung der AirPods als unausgereiftes Konzept. Selbst wenn Siri in neun Fällen reagiert und nur im zehnten nicht, wäre sie der Zuverlässigkeit einer physischen Fernbedienung an der Ohrmuschel immer noch unterlegen.

Außerdem ist es natürlich eine groteske Vorstellung, in der U-Bahn oder anderen öffentlichen Räumen die AirPods per Sprache zu steuern. Stattdessen dürften die meisten Nutzer das iPhone aus der Tasche holen und die Aktion am Gerät selbst vornehmen. Besteht keine Internetverbindung, müssen sie das sogar. Denn als cloud-basierter Dienst benötigt Siri auch für die Musiksteuerung Zugriff auf Apples Sprachserver. Sorry Apple, diese Idee ist in Sachen Usability nicht zu Ende gedacht.

AirPods sitzen gut, geizen mit Bass, schirmen nicht ab

Bei der Passgenauigkeit geht Apples „Keep it simple“-Credo immerhin auf. Die AirPods gibt es in genau einer Größe, Silikonaufsätze für den maßgefertigten Einsatz im Ohr sind nicht vorgesehen. Dennoch sitzen die Knöpfe stabil in meinen Ohren. Dem Vernehmen nach ist das bei der Mehrheit der Träger der Fall.

Apple AirPods
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Dass Apple auf eine klassische In-Ear-Bauweise mit tiefer Verankerung im Gehörgang verzichtet, hat aber auch gravierende Nachteile. Die AirPods schirmen so gut wie gar nicht ab. Weder halten Umgebungsgeräusche fern, noch schützen sie meine Sitznachbarn davor, durch meine Musik belästigt zu werden.

Angesichts dieses Formfaktors überrascht es auch nicht, dass die AirPods sehr bass-arm klingen. Gerade bei den kleinen Treibern von In-Ears hängen Bassintensität und die Position im Gehörgang eng zusammen.

In anderen klanglichen Teildisziplinen überzeugen die AirPods. Sie machen auf mich einen sehr detailreichen, räumlichen Eindruck. Die Bluetooth-Verbindung hatte auf naher Distanz in meinem Testzeitraum keinen einzigen Aussetzer. Weil die AirPods dabei aber eben so unfassbar dünn klingen, ist das nur ein schwacher Trost.

Das perfekte Telefonie-Headset

Die einwandfreie Detailwiedergabe in den Mitten und Höhen kommt den AirPods beim Einsatz als Telefonie-Headset zugute. Zudem filtern die integrierten Richtmikrofone störende Umgebungsgeräusche souverän heraus. Ich kann mich an keinen Bluetooth-Kopfhörer mit besserer Sprachqualität erinnern. Auch meine Gegenüber verstanden mich einwandfrei, so, als säße ich am Hörer eines Festnetztelefons.

Akkulaufzeit nur mit Transportbox brauchbar

In den kleinen Knöpfen ist natürlich nicht viel Platz für einen Akku. Und all die smarten Funktionen zehren auch noch vom knappen Energievorrat. Mit bis zu fünf Stunden Laufzeit bis zur nächsten Aufladung sind die AirPods daher akkumäßig etwas kurzatmig aufgestellt.

Apple AirPods
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Nur in Kombination mit der Transportbox ist die Akkulaufzeit praxistauglich. Sie beinhaltet einen eigenen Akku, der die AirPods bis zu vier Mal aufladen können soll, ehe sie selbst per Lightning-Kabel neue Energie tanken muss. Rund 24 Stunden maximale Akkulaufzeit sind ein gehobener Wert. In meinem Praxistest kam ich mit dieser Größenordnung prima über die Runden, ohne überraschend mit leeren Kopfhörern dazustehen.

Fazit: AirPods als Technologie-Demo für Apple-Fans

Unterm Strich bietet Apple mit den AirPods einen viel versprechenden Ausblick darauf, wohin die Reise bei smarten Kopfhörern geht. Das Pionier-Produkt teilt jedoch das Schicksal vieler anderer Modelle der ersten Generation. Für den Einsatz im Alltag einer breiten Masse taugen sie nicht. Das ungewöhnliche Design mit seinem Zahnhygiene-Flair ist sozial kaum akzeptabel, die Sprachbedienung ist nicht ausgereift, der bass-arme Klang ist nicht standesgemäß in dieser Preiskategorie.

Die einfache Vernetzung mit Apple-Geräten ist hingegen prima gelungen. Und als Telefonie-Headset machen die AirPods eine Top-Figur. Dies allein reicht aber nicht für eine Kaufempfehlung. Zur Anschaffung der AirPods ist nur Apple-Fans zu raten, die sich ihr Exemplar einer historisch bedeutsamen Technologie-Demo sichern wollen.


Images by Berti Kolbow-Lehradt


Dieser Text erschien zuerst bei den Applepiloten.

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  • KUNDENDATEN handelskraft: Kundenbedürfnisse vorhersagen: Ich weiß was, was du nicht weißt!:
    Immer fleißiger sammeln Onlinehändler Kundendaten, um die Bedürfnisse der Käufer besser vorhersagen und erfüllen zu können. Ein sich veränderndes Kaufverhalten wird registriert und es werden Prognosen darüber erstellt, welche Produkte den Kunden in Zukunft interessieren könnten. Die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Einschätzung der Bedürfnisse wächst dabei mit der Menge der Kundendaten.

  • FACEBOOK internetworld: Facebook Messenger bekommt „Secret Conversations“: Facebook schließt sich dem Trend der verschlüsselten Kommunikation an und bietet seinen Usern nun ein neues Feature namens „Secret Conversations“ für den Facebook Messenger. Dabei muss der Nutzer für jede Unterhaltung manuell eine Verschlüsselung einstellen, um sicherzugehen, dass ausschließlich die Konversationsteilnehmer mitlesen können. Bei dem Tochterunternehmen WhatsApp ist diese Funktion bereits seit November 2014 voreingestellt.

  • CYBER-ARMEE heise: Von der Leyens Cyber-Truppe nimmt Gestalt an: Verteidigungsministerin Ursula Von der Leyen gründete am Mittwoch die Abteilung „Cyber/Informationstechnik“ im Ministerium. Die neue Einheit soll Informationsnetzwerke sowie Waffensysteme der Bundeswehr vor den zunehmenden Attacken auf die Netze des Bundes schützen. Eine militärische Organisationseinheit soll im April nächsten Jahres hinzukommen, um gegen die täglich rund 6500 Cyberattacken vorzugehen.

  • SAMSUNG t3n: Samsung schnappt sich das neue Al-Startup der Siri-Erfinder: Fast ein halbes Jahr nachdem die Gründer von Siri ihren neuen persönlichen Assistenten Viv vorstellen, kauft Samsung die Artificial-Intelligence-Technologie, um sie in ihre Hardware zu integrieren. Viv soll als Grundlage für das Vernetzen von Geräten dienen und zusätzlich ein besserer Al-Assistent als Siri sein. Wie viel Samsung für das Startup bezahlte, ist nicht bekannt. Der neue Eigentümer erklärte aber, dass Viv Labs weiterhin vom ursprünglichen Management geführt werde. Mit der Übernahme des Unternehmens macht Samsung dem Apple-Konzern im Bereich der Künstlichen Intelligenz Konkurrenz.

  • DATENSCHUTZ datenschutzbeauftragter-info: Ich weiß, was du letzten Sommer auf deinem Rechner alles getan hast: „Timelining“ nennt sich das von IT-Forensikern genutzte Mittel, um einen Tathergang rekonstruieren zu können. Jede auf dem Rechner durchgeführte Aktion hinterlässt Spuren in Form von Dateien, die vom Betriebssystem angelegt werden. Das Timelining ist eine von mehreren Analysemethoden, um potentielle Täter zu ermitteln oder auszuschließen. Die gefundenen Spuren können als Beweismittel vor Gericht verwendet werden.

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  • AMAZON handelsblatt: Wie man ins Internet hineinruft…: Amazon bringt seine Box Echo und die kleine Variante Echo Dot mit dem digitalen Assistenten Alexa nach Deutschland. Bei Echo handelt es sich um einen zylinderförmigen Lautsprecher, der per WLAN mit dem Internet verbunden ist. Außerdem verfügt er über ein Bluetooth-Modul zur Kopplung und Steuerung mit dem Smartphone. Der digitale Assistent kann einfach per Hotword „Alexa“ aktiviert und dann per Sprachsteuerung beeinflusst werden. Der Funktionsumfang entspricht dem anderer Sprachassistenten wie z.B. Siri.

  • APPLE heise: AirPods: Audiosteuerung nur über Siri: Alle Bedienfunktionen von Apples drahtlosen Kopfhörern AirPods müssen über die Sprachassistentin Siri ausgeführt werden. Mit einem Doppeltap auf die Außenseite der Kopfhörer kann man die Musik stoppen und Spracheingaben machen. Siri erledigt dann Lautstärkeveränderungen, den Songwechsel und die Auswahl eines anderen Musiktitels oder Albums. Dies könnte deutlich länger dauern als bei den aktuellen Kopfhörern, die mit einem Klicker ausgestattet sind. Wem das zu lange dauert, der muss entweder sein iPhone aus der Tasche nehmen, um dort die Audiowiedergabe zu kontrollieren oder eine Apple Watch benutzen.

  • SAMSUNG golem: Samsung drosselt Akku des Galaxy Note 7 auf 60 Prozent: Samsung will nun die Akkukapazität des Galaxy Note 7 auf maximal 60 Prozent limitieren. Mit diesem Software-Update sollen die letzten Nutzer gedrängt werden ihr Gerät einzuschicken. Der Grund für diese Maßnahme ist die Brandgefahr beim Aufladen des Akkus. Durch die Verringerung möchte Samsung das Risiko eines Akkubrandes reduzieren.

  • SPOTIFY heise: Spotify meldet 40 Millionen Abo-Kunden: Spotify durchbrach nun die Marke von 40 Millionen zahlenden Nutzern. Das bedeutet, dass der Streaming-Marktführer seit Mitte März rund zehn Millionen Abo-Kunden hinzugewonnen hat. Bei der Gratis-Version gibt es insgesamt mehr als 100 Millionen aktive Nutzer. Apple Music und Spotify sind mit Abstand die größten Anbieter bezüglich des Musik-Streamings. Doch nun möchte auch das US-Internetradio Pandora in dieses Geschäft einsteigen.

  • EBAY t3n: Altes Smartphone schnell verkaufen: Ebay startet Verkaufsportal Quick Sale: Ebay startet mit „Quick Sale“ in den USA ein Verkaufsportal für den Verkauf gebrauchter Smartphones. Bereits 2011 bot die Firma mit Instant Sale (in Deutschland: Ebay Sofort-Verkauf) einen Dienst über den Nutzer verschiedene Elektronikgeräte verkaufen konnten. Zwei Jahre später wurde dieser Service allerdings wieder eingestellt. In Deutschland wurde bereits im Mai der Ebay-Service Komfort gestartet. Dort wird privaten Verkäufern die komplette Verkaufsabwicklung abgenommen. Auf dieser Plattform nimmt man zwar nicht so viel ein wie bei einer Auktion, aber dafür entfällt das müßige Einstellen und die Kommunikation mit Interessenten.

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Datenbeziehungen: Wie kommunizieren wir in Zukunft?

Tomy Chatbot (adapted) (Image by ?? Michele M. F. [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie, die sich im Vorfeld der Konferenz MSFT Explained (am 27. September in Berlin) mit Fragen der Digitalisierung unserer Gesellschaft auseinandersetzt.


“Guten Morgen, Theodore. Du hast in fünf Minuten ein Meeting. Willst du vielleicht *versuchen* aufzustehen?” “Du bist echt lustig.” “OK. Gut, ich bin lustig.”

Bei diesem Gespräch handelt es sich nicht etwa um den vertrauten Austausch zwischen zwei Verliebten im Halbschlaf, sondern um eine Konversation zwischen Mensch und Maschine. Im Film “Her” verliebt sich der introvertierte Theodore Twombly in seine virtuelle Assistentin Samantha. Alles nur Science Fiction – oder demnächst Wirklichkeit? Wie weit sind wir noch von den Samanthas, den HALs und den Jarvis‘ entfernt, die uns täglich unterstützen und unser Leben organisieren? Viele Entwickler, Startups und Investoren sind der Meinung, dass sogenannte Chatbots der nächste Schritt in diese Richtung sind. Die grundlegende Idee hinter Chatbots ist dabei simpel. Es handelt sich um Programme, die nicht auf visuelle Oberflächen angewiesen sind, sondern direkt mit den Menschen auf einer gemeinsamen Ebene kommunizieren können: Die Sprache.

Der Messenger als User Interface

Einer dieser Vordenker ist Chris Messina, Erfinder des Hashtags und Developer Experience Lead bei Uber. Anfang 2015 prägte er den Begriff des Conversational Commerce. Für ihn ist klar: Bald wird sich ein Großteil der Interaktionen zwischen Kunden, Marken und Geschäften in Chat-Umgebungen auf mobilen Endgeräten abspielen. Messina argumentiert, dass das Medium Chat mehrere Vorteile gegenüber klassischen Apps besitzt. So müssten Nutzer beispielsweise keine Apps mehr installieren, sondern nur noch mit dem Messenger ihrer Wahl einen Chatbot anschreiben. Eine Pizza-Bestellung mit einem Chatbot würde also — im Gegensatz zur klassischen App — nicht über mehrere Untermenüs ablaufen, sondern zu einem Frage-Antwort-Spiel werden:

Nutzer: Ich hätte gerne eine Salami Pizza Bot: Gern! Welchen Käse? Nutzer: Gouda :D Bot: Die gleiche Adresse wie letzte Woche? Nutzer: Jupp! Bot: Die Pizza wird in 20 Minuten geliefert.

Wenn man sich die aktuellen Nutzerzahlen anschaut, ergibt das auch Sinn. Beim Global Social Media Ranking stehen vier Messenger in der Top Five. Und während die Anzahl der Downloads anderer Apps stark zurückgeht, kommunizieren vor allem junge Leute fast ausschließlich über Nachrichten innerhalb ihres bevorzugten Chatdienstes. In China hat sich dieser Wandel hin zum Messenger als Plattform für andere Dienste innerhalb weniger Jahre vollzogen. Hier heißt der Platzhirsch WeChat, das für viele westliche Konkurrenten als Vorbild dient. Der Dienst ist in China zu einer Art Meta-App geworden, die tausende von anderen Apps in sich vereint. So können WeChat-Nutzer in der App nicht nur Nachrichten schreiben und empfangen, sondern auch Taxis bestellen, Nachrichten lesen, Tische reservieren, Arzttermine vereinbaren, Shoppen, Geld überweisen und Stars folgen. Kein Wunder also, dass immer mehr chinesische Nutzer die App kaum noch verlassen. Westliche Messaging-Apps wie Kik, Telegram aber auch der Teamchat Slack sind dem Vorbild gefolgt und haben damit begonnen, ihre Tore für Chatbots zu öffnen. Und spätestens seit der Öffnung des Facebook-Messengers für Entwickler im April 2016 ist das Thema in aller Munde.

Chatbots als virtuelle Assistenten

Über das Teamchattool Slack haben Bots bereits die Arbeitswelt erreicht. Die kleinen Programme leben hier direkt im Chatraum, können aber auch privat als “Person” angeschrieben werden und erfüllen die unterschiedlichsten Aufgaben. Howdy koordiniert beispielsweise Team-Meetings und Sammelbestellungen, Birdly wiederum sammelt die Spesenabrechnungen des Teams in einer Excel-Tabelle und kann sogar abfotografierte Rechnungen automatisch einlesen. Und Blossom gibt der New York Times-Redaktion Tipps, welche Inhalte demnächst auf Facebook geteilt werden sollten. All diese Bots sind zwar durchaus mächtige Programme, sind aber von künstlichen Intelligenzen wie Samantha noch weit entfernt. Sie verstehen meist nur bestimmte Befehle und können, wenn überhaupt, nur kurze Gespräche mit ihren Nutzern führen. Deutlich näher an der Idee einer Samantha wiederum dürfte “Amy Ingram” sein, die Entwicklung des Start-Ups x.ai. Amy soll eine Art virtuelle Sekretärin sein und die lästige Aufgabe der Terminkoordination vollkommen selbstständig übernehmen können. Die Idee ist dabei einfach: Man setzt Amy einfach in den CC-Kontakt der letzten E-Mail und die Software spricht sich mit den Menschen am anderen Ende ab, geht auf deren Wünsche ein und trägt Termine entsprechend der eigenen Verfügbarkeit und Präferenzen in den Kalender ein. Amy ist dabei so gut, dass viele Nutzer oft gar nicht bemerken, dass sie mit einem Computerprogramm kommunizieren. Auch die großen Tech-Firmen arbeiten bereits an ihren eigenen virtuellen Assistenten. So können Apples Siri, Microsofts Cortana, Amazons Alexa und Googles Google Now durchaus auch als Bots klassifiziert werden, die man jedoch nicht über geschriebene, sondern gesprochene Sprache aktiviert. Dabei bleiben die ausgeführten Befehle aller dieser Assistenten noch eher simpel – und auch wenn Siri in ihrer nächsten Iteration endlich nicht mehr nur auf Apples eigenen Dienste zugreifen kann, bleibt sie noch weit entfernt von Samantha.

Die Stärken von Chatbots: Kontext und Personalisierung

Besonders spannend wird es, wenn Dienste wie Amy Ingram unsere vorhergehenden Entscheidungen nutzen können, um zu lernen, wie wir ticken. Ein starker Faktor ist hierbei der Kontext: Unterwegs wird das Smartphone genutzt, während der Arbeit der Laptop und auf der Couch das Tablet. Dabei wird es für Services immer wichtiger, auch plattformübergreifend zu verstehen, wann wir welche Dinge benötigen. Wenn der Pizza-Bot aus obigem Beispiel weiß, welche Zutaten ich gerne hätte und wohin ich am liebsten bestelle, egal von welchem Gerät ich mit ihm kommuniziere, werden die Vorteile solcher lernender Concierge-Services klar: Ich muss mich nicht überall neu anmelden und meine Accounts und Präferenzen verwalten, sondern der Bot lernt direkt aus dem Messenger heraus, was ich will. Je mehr Kontext der Service schon hat, desto einfacher werden folgende Interaktionen für Nutzer. Die besondere 1-zu-1 Beziehung zwischen Chatbot und Mensch ist dabei der klare Vorteil dieser Interfaces: Das vertraute Messaging-Umfeld wird genutzt, um durch fortlaufende Gespräche eine persönliche Beziehung aufzubauen und so den Service immer weiter zu personalisieren. Die Geschwindigkeit und Richtung der Konversation wird von den einzelnen Nutzern bestimmt, nicht von der Dienstleistung. Wenn diese Charakteristiken weiter ausgebaut werden, nähern wir uns Szenarien wie Samantha an: Vollständige Personalisierung auf Bedürfnisse der individuellen Nutzer.

Wo führt die Reise hin?

Gerade mit der kommenden Automatisierung und Vernetzung des Internet-of-Things (IoT) wird klar, welche Bedeutung Sprachassistenten für die Zukunft haben könnten. Es macht deutlich mehr Sinn, Sprachbefehle zu geben, als für jedes neue Haushaltsgerät ein eigenes Interface zu entwickeln und zu erlernen. Letztendlich ist ein in den Raum gesprochenes “Siri, fahr doch bitte schon einmal den Tesla vor” auch deutlich cooler, als das Smartphone aus der Hose zu kramen, die App zu suchen, zu warten bis sie geladen ist und sich dann durch die Menüs zu wühlen, bis man den richtigen Button gefunden hat. Die Grundlagen werden hierfür bereits gelegt. Siri ist beispielsweise schon heute in der Lage, Geräte über Apples Homekit-Plattform zu steuern und Alexas Lautsprecher kann schon heute mit ein wenig Entwickler-Geschick zu einem Steuerungsterminal für das eigene Haus umfunktioniert werden. So beeindruckend diese Zukunft jedoch auch klingt, könnte sie auch eine Reihe von Risiken mit sich bringen. Eine virtuelle Assistentin im Haus müsste beispielsweise den ganzen Tag per Mikrofon Gesprächen lauschen, sollte sie gebraucht werden. Auch könnte sie als Hauptschnittstelle mit allen technischen Geräten im Haus zu einem großen Sicherheitsrisiko führen und Ziel Nummer eins für Hacker und Schadsoftware werden. Es ist das eine, wenn ein Virus den eigenen Laptop lahm legt, etwas vollkommen anderes jedoch, wenn das Haus auf einmal nicht mehr so funktioniert, wie es sollte.

Alles nur ein Hype?

Von dieser Zukunft sind wir aber noch ein gutes Stück entfernt. Denn obwohl viele Bots wie Siri, Alexa oder Cortana einfache Sprachbefehle verstehen, scheitern sie oft an komplexeren Fragestellungen. Und bis eines dieser Programme in der Lage sein wird, einen echten Dialog mit uns zu führen, werden wohl noch einige Jahre vergehen. So ist die menschliche Sprache, geschriebene wie auch gesprochen, um ein Vielfaches komplexer als ein visuelles Interface, das nur klar strukturierte Befehle und Funktionen zulässt. Die Sprache ist außerdem voll von Metaphern, Redewendungen und Inhalten, deren Bedeutung im Kontext mit anderen Informationen zugänglich ist. Dazu kommen Dialekte und Akzente, die bereits den ein oder anderen sprachgesteuerten Dienst vor Herausforderungen gestellt haben. Bisherige Chatbots gleichen diesen Nachteil oft durch eine Kombination aus natürlichem Dialog und Buttons aus, wie beispielsweise im Facebook Messenger – eine Übergangslösung, um Nutzern klare Befehle entlocken zu können.

Auch wenn die heutigen Bots oft noch umständlich sind und als unsexy empfunden werden, sind sie dennoch ein Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Jahren erwartet. Natürlich werden Bots und virtuelle Assistenten nicht klassische Apps und visuelle Nutzeroberflächen verdrängen können, aber sie werden in der Lage sein, mit uns auf Augenhöhe zu kommunizieren. Und auch wenn der virtuelle Sekretär dann immer noch keinen Kaffee kochen kann, kann es vielleicht die IoT-Kaffeemaschine, die mit ihm verbunden ist. Nur verlieben sollte man sich trotzdem immer noch nicht.


Image (adapted) „Tomy Chatbot“ by ?? Michele M. F. (CC BY-SA 2.0)


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  • HACKER heise: G7 gegen Hacker: Cyber-Attacken sollen wie bewaffnete Angriffe gewertet werden können: Die japanische Zeitung „Yomiuri Shimbun“ berichtet, dass die G7-Staaten schärfer gegen die Hintergrundleute von Cyber-Attacken vorgehen wollen. Eine ausführliche Erklärung wollen die sieben großen Industriestaaten auf dem kommenden Gipfel in Japan abgeben. Laut Informationen der Yomiuri Shimbun, sollen Cyber-Attacken nun mit herkömmlichen bewaffneten Attacken durch ein Land oder einem terroristischen Angriff gleichgesetzt werden. Das heißt, dass attackierte Staaten das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen geltend machen können. Das damit laufende „Recht auf Selbstverteidigung“ würde Staaten die Möglichkeit geben, gewaltsam gegen Hacker vorzugehen.

  • DIGITALISIERUNG gruenderszene: „Zu wenig Internet tötet die deutsche Wirtschaft“: Während die TV-Sendung „Hart aber fair“ in den letzten Monaten vom Flüchtlingsthema regiert wurde und meist nichts Neues bei den Diskussionen angesprochen wurde, gab es am Montag mal wieder ein Thema, das auch ordentlich für Diskussionen sorgt – die Digitalisierung. Eigentlich sollte sich die Show auf das Smartphone und die Auswirkungen auf den Menschen konzentrieren, doch schnell wurde eine hitzige Diskussion über die Digitalisierung daraus. Frank Thelen, bekannt aus der TV-Show „Höhle der Löwen“, fand deutliche Worte. Wenn sich Deutschland der Digitalisierung nicht mehr öffne, so sei eine schwindende Rolle in der Weltwirtschaft vorprogrammiert. Und Kinder, die nicht lernen mit der Programmiersprache umzugehen, seien die Analphabeten der Zukunft.

  • GOOGLE spon: Projekt Abacus: So will Google das Passwort abschaffen: Wenn es nach Google geht, dann brauchen Nutzer von Android Smartphones in Zukunft kein Passwort mehr. „Abacus“ nennt sich das Projekt des Konzernriesen. Durch ein Programm soll das Nutzungsverhalten analysiert werden und mit Hilfe dieser biometrischen Daten ein einzigartiges Profil erstellen, das den Nutzer an der Stimme, Geschwindigkeit des Tippens, Bewegungsmuster und der Appnutzung erkennt. So sollen Passwörter und Nutzernamen überflüssig werden. Das Programm soll noch dieses Jahr gestartet werden.

  • APPLE tech: Apple will open Siri to developers and launch Amazon Echo-like smart speaker, report says: Apple will seine bekannteste Assistentin mehr Arbeit geben. Siri soll an Entwickler weitergegeben werden, um speziell auf bestimmte Firmen abgestimmt zu sein. Bis jetzt hat Siri nur mit Drittanbietern wie Yelp und Bing gearbeitet. Das Entwicklungsprogramm trägt den Namen „Siri SDK“ und soll noch im nächsten Monat veröffentlicht werden. Apple soll außerdem daran arbeiten, Siri auch auf dem Mac als Assistentin einzustellen.

  • FACEBOOK mashable: Chewbacca mom got to ride a bike alongside her favorite Wookiee: George Lucas lieferte mit Star Wars wohl die Science-Fiction-Saga überhaupt. Selten trifft man mal einen Menschen, der nicht das Geräusch der Atemmaske von Darth Vader erkennt – dafür muss dieser noch nicht mal Fan sein. Und auch ein anderer Star Wars Charakter ist aus dem Universum nicht wegzudenken. Mit seinem 2-Meter großen und pelzigen Körper, wurde Chewbacca zur Lieblingsfigur vieler Fans. So auch von Candace Payne. Sie kaufte sich vor kurzer Zeit eine Chewbacca-Maske und filmte ihre ersten Minuten damit in einem Facebook-Live Video. Dieses Video ist das am meisten geklickte Live-Video auf Facebook. Und Mark Zuckerberg persönlich nahm das als Grund, die Dame zum HQ ins Silicon Valley einzuladen. Mit einer wundervollen Überraschung.

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  • DATENSCHUTZ politik digital: Apple und Microsoft: Die Speerspitzen des Datenschutzes? Datenschutz ist gerade in der digitalen Welt ein großes Thema. Das haben auch Apple und Microsoft erkannt. Diese wehren sich nun gegen die Ermittlungen von FBI und Co. Oft bedienen sich die Ermittlungsbehörden an Gesetzen, die der heutigen Zeit nicht gewachsen sind. Denn der Datenschutz ist nun mal ein sehr wichtiger Aspekt von vielen Geschäftsmodellen und Angeboten. Während das FBI versucht den möglichst einfachsten Weg zu gehen, wehren sich Apple und Co. vehement.

  • SPOTIFY techcrunch: Spotify sharpens its focus on video with 12 new music-themed original programs: Neben Netflix, Amazon Prime Instant Video und Co., will nun auch Spotify im TV-Business mitmischen. Zwölf neue Originalserien kündigte das schwedische Unternehmen an. Dabei soll es bei den Neuproduktionen um Musik und die Popkultur gehen. Verbunden mit einem gewissen Humor. Videos sollen nicht länger als 15 Minuten und für Abonnenten aus Großbritannien, Schweden, den USA und Deutschland kostenlos sein.

  • SMART CAR Golem: Siri kann Tesla Model S per Sprachbefehl ausparken: „Siri, bitte einmal ausparken!“ Den Satz könnten Autofahrer vielleicht schon bald öfters hören. Ein Entwickler hat mittels der Smartphone-Schnittstelle von Apple (Homekit), der Sprachsteuerung Siri und einer Apple Watch, das Tesla Model S ein- und ausgeparkt. Wer also um die 80.000 Euro zur Verfügung hat und Apple-Fan ist, der kann seinem Tesla bald aus 12 Meter Entfernung beim einparken zuschauen.

  • UBER Welt: Taxi-Schreck Uber plant Neustart in Berlin: Auf ein Neues: Uber möchte wiederholt in Berlin starten. Da UberBlack und UberPop in Berlin bereits verboten worden waren, will der Taxi Konkurrent mit UberX nun wieder in die Hauptstadt. Die günstige Alternative zum Taxi bietet Uber gemeinsam mit Mietwagenfirmen an, die auch Fahrer mit Personenbeförderungsschein einstellen. Bislang sei das daran gescheitert, dass kein passender Mietwagenpartner gefunden wurde.

  • DROHNE t3n: DHL meistert letzte Meile: Privatkunden verschicken Pakete erstmals per Paket-Drohne: Zuerst in Bonn am Rhein, später die Nordseeinsel Juist und jetzt Reit im Winkl in Oberbayern. DHL hat die dritte Generation ihres Paketkopters erfolgreich getestet. Als ersten Paketdienstleister weltweit sei es der DHL gelungen, eine Paketdrone in die logistischen Abläufe der Paketzustellung einzubinden.


Image chalabala / 123RF Lizenzfreie Bilder


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5 Lesetipps für den 4. August

In unseren Lesetipps geht es heute um Virtual Reality, Siri als Anrufbeantworter, eine Ampelphasen-App, Visionen der IT-Riesen und YouTube. Ergänzungen erwünscht.

  • VIRTUAL REALITY Golem.de: Virtual Reality: Strategien gegen Übelkeit: Nicht mehr lange dann ist die finale Version der Virtual Reality Brillen Oculus Rift, Valve HTC Vive und Project Morpheus, für Kunden erhältlich. Neben den technischen Vorzügen, hat die Virtual-Reality-Hardware und -Software für viele Nutzer allerdings einen Haken: Ihnen wird mit einer VR-Brille auf dem Kopf schwindelig oder sogar ziemlich übel. Kinetose, oder schlicht Reisekrankheit, heißt das, was gar nicht mal so wenige Nutzer von Virtual-Reality-Hardware und -Software erleben. Golem.de hat mit dem Wissenschaftler Ben Lewis-Evans darüber gesprochen, was Spielehersteller und Spieler im Kampf gegen die Übelkeit tun können.

  • SIRI t3n: „Wieso geht eine fremde Frau an dein Handy?“ – Siri könnte bald eure Anrufe entgegennehmen: Seit vier Jahren begleitet Siri iPhone-Besitzer bei ihren Aufgaben. Im nächsten Jahr könnte die digitale Assistentin eine weitere Funktion dazu bekommen. Laut einem Bericht von Business Insider, testet Apple gerade Siri als Anrufbeantworter. Wenn man also einen Anruf nicht entgegennehmen kann, soll Siri das in Zukunft übernehmen. Das Überragende dabei ist, dass Siri die Nachticht transkribiert und sie per iCloud in Textform zur Verfügung stellt.

  • ENLIGHTEN heise online: EnLighten: Ampelphasen-App für BMW ConnectedDrive: In den USA hat BMW eine iOS-App für die Nutzung im Auto freigegeben, welche den derzeitigen Zustand der nächsten Ampel anzeigt. Per Countdown wird der Fahrer von der App, auf eine bevorstehende Grün- oder Rot-Phase hingewiesen. Aufgrund der aktuellen Fahrzeugposition und -geschwindigkeit, liefert die App Vorschläge, ob sich die Kreuzung noch innerhalb der Grünphase sicher durchfahren lässt. Ist die Ampel davor umzuschalten, wird der Fahrer per Audiosignal darauf hingewiesen. Die App namens EnLighten soll speziell das Fahren in Städten sicherer und einfacher machen.

  • IT DIE WELT: So planen Apple, Facebook und Co. die digitale Zukunft: Laut der Fernmeldeunion ITU, sollen im Jahr 2020, 4,5 Milliarden Menschen mit dem Internet verbunden sein. Dabei planen die amerikanischen IT-Riesen Amazon, Apple, Google, Facebook und Microsoft bereits jetzt, wie die Nutzer das Internet in ihren Alltag erleben werden. Dabei stehen die Visionen der Konzerne zum Teil auch im Widerspruch zueinander. So möchte Apple beispielsweise mehr Privatsphäre, während Google und Facebook mehr Nutzerdaten wollen.

  • YOUTUBE GWB: YouTube: Neuer Player mit transparenten Kontrollelementen ist jetzt Standard: Die Entwickler und Designer von YouTube, arbeiten schon längere Zeit an einer neuen Oberfläche für den YouTube-Player. Nun ist dieser seit gestern, nach einer ausgiebigen Testphase, als offizielle Version freigeschaltet. Der Wechsel zurück zum alten Design ist nicht mehr möglich. Der ohnehin sehr minimalistisch gestaltete Player, soll den Nutzer so wenig wie möglich von dem Video ablenken. So auch bei der neuen Oberfläche, diese ist noch kleiner und dezenter und bei Nichtbenutzung auch komplett auszublenden.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Unheimlich praktisch: Smartphone-Assistent Google Now im Test

Das zukunftsträchtige Feature für Android und iOS-Geräte ist es noch nicht wert, sich so tief in die eigenen Daten blicken zu lassen. // von Jakob Steinschaden

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Es ist kein großes Geheimnis: Smartphones sollen uns als persönlicher Chefsekretär dienen und durch den Tag begleiten. Während Apples Siri bisweilen eher wegen ihren versteckten Witzen auffällt, versucht sich Google Now auf Android-Handys (ab Jelly Bean 4.1) und auf iOS-Geräten (in der Google Search-App) nützlich zu machen. Das funktioniert teilweise schon ganz gut, ist aber auch gruselig – denn Google Now zeigt auch, wie sehr uns der Internetkonzern bereits durchleuchtet.

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Persönliche Assistenten: Apps, die mehr über dich wissen, als du selbst

Smartphones werden immer schlauer – neue Apps erlauben es bereits, dass das Smartphone ohne Zutun vom Nutzer ziemlich genau weiß, was dieser als nächstes vorhat.

Seit Siri spricht alle Welt über persönliche Assistenten auf Smartphones, dabei war der Versuch von Apple nur der Anfang – aktuelle Anwendungen dieser Art wissen automatisch, wo sich der Anwender befindet, was der nächste Termin ist und wann er losfahren muss, um rechtzeitig dort anzukommen. Informationen werden dem Nutzer präsentiert, ohne dass er aktiv danach suchen muss. Diese vorhersagende Suche ist inzwischen nicht nur durch Google Now längst Realität geworden.

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Warum Apples Siri witzige Antworten gibt

«What’s your favorite color?» «My Favorite color is… well, I don’t know how to say it in your Language. It’s sort of greenish, but with more dimensions.» Apples Siri gibt überraschend witzige Antworten auf banale Fragen. Warum eigentlich?

Apple Siri«What’s the best phone?» Diese anscheinend überraschende Frage entlockt Apples virtueller Assistentin Siri ein trockenes «You’re kidding, right?» Die Runde lacht schallend und für die nächsten 30 Minuten versucht jede Siri noch witzigere Antworten zu entlocken. Irgendwann realisiert einer, dass Siri auch in der Lage ist Witzchen zu reissen, die Freunde populärkultureller Referenzen entzücken: «Open the pod bay doors!» eine Aufforderung, die Siri ungewöhnlich langsam sprechend beantwortet mit: «I’m sorry Simon, I’m afraid I can’t do that.» und in normalem Ton nachschiebt: «Are you happy now?» Wer Siri gleich ein zweites Mal HAL 9000 zitieren lassen will, kriegt zu hören: «Oh, not again.» oder «We intelligent agents will never live that down, apparently.» Überhaupt, an HAL 9000 wird Siri nicht gerne erinnert: «I’d rather not talk about HAL.» gibt sie zur Antwort, wenn ich sie nach HALs Verbleib frage.

Die Begeisterung über Siri lässt Blogposts und Blogs, welche sich mit ihren schrägsten Antworten beschäftigten, wie Pilze aus dem Boden schiessen. Bemerkenswert: Kaum einer stellt sich die Frage, warum Apples Entwickler sich die Mühe genommen haben, Siri Small Talk beizubringen («Small» in einem sehr wörtlichen Sinne übrigens). Zwei Antworten liegen auf der Hand:

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