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Eine staatliche Agentur für Sprunginnovationen soll das deutsche Trauma bewältigen

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Durch eine staatliche Agentur für Sprunginnovationen will die Bundesregierung aus der exzellenten Grundlagenforschung in Deutschland Impulse für die Volkswirtschaft ableiten. „Zahlreiche Erfindungen, die völliges Neuland eröffnen und ganze Märkte umkrempeln können, sind in Deutschland entstanden, scheitern jedoch häufig noch in der Anwendung. Die staatliche Agentur zielt darauf ab, aus diesen hochinnovativen Ideen aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft auch erfolgreiche Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsplätze in Deutschland entstehen zu lassen“, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Fahndungsauftrag

Die staatliche Agentur verfolgt einen personenzentrierten Ansatz. Sie setzt auf hochkompetente und kreative Innovationsprotagonisten, die zeitlich befristet in der Agentur tätig sind und besondere Handlungsfreiräume genießen. Sie können nach Angaben der Bundesregierung Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Sprunginnovationspotential von der Idee möglichst bis hin zur Anwendung auswählen, steuern und – je nach Projektverlauf – beenden oder fortsetzen. Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen setzen die Vorhaben um. Geförderte Ideen werden über Ausgründungen, durch Unternehmen oder auch durch den Staat selbst, im Rahmen der öffentlichen Beschaffung verwertet und in den Markt eingeführt.

Die Mitarbeiter der Agentur sollen nach innovativen Ansätzen in der Wissenschaft fahnden und Erfinder ermuntern, ihre Ideen auch in der Praxis umzusetzen. Bis zum Ende der Legislaturperiode stellen Bundesforschungs- und Bundeswirtschaftsministerium dafür mindestens 151 Millionen Euro bereit. Für die gesamte Laufzeit der Agentur – zehn Jahre sind geplant – wird mit einem Mittelbedarf von rund einer Milliarde Euro gerechnet.

Das deutsche Trauma

„Dass der Bund nun eigens eine staatliche Agentur zur Förderung solcher Entwicklungsschritte gründet, hat auch mit einem deutschen Trauma zu tun, das in der Regierung seit Monaten immer wieder zitiert wird: die Geschichte des MP3-Players. Die Technik für dieses Gerät wurde schon in den achtziger Jahren in Deutschland entwickelt, von einer Gruppe von Forschern um Karlheinz Brandenburg am Fraunhofer-Institut in Erlangen und der dortigen Universität. Damit viel Geld verdient haben später allerdings nicht deutsche Unternehmen, sondern in erster Linie die asiatischen Elektronikkonzerne“, schreibt die FAZ. „Das dürfe nicht noch einmal passieren“, betont Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Nur waren es nicht Firmen in Asien, die MP3 zur Entfaltung brachten, sondern Apple mit ihrem kongenialen Chef Steve Jobs. Und es waren nicht in erster Linie neue Erfindungen, die Jobs erfolgreich auf dem Markt etablierte. Es waren Kombinationen von bestehenden und neuen Technologien. Der Apple-Mitgründer entsprach dem innovativen Unternehmen, wie ihn der Ökonom Joseph Schumpeter in seinem Werk „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ beschrieben hat – vor über 100 Jahren:

„Nur dann erfüllt er (der Unternehmer) die wesentliche Funktion eines solchen, wenn er neue Kombinationen realisiert, also vor allem, wenn er die Unternehmung gründet, aber auch, wenn er ihren Produktionsprozess ändert, ihr neue Märkte erschließt, in einen direkten Kampf mit Konkurrenten eintritt.“

Kombinatoriker müssen keine Erfinder sein

Innovatives Unternehmertum unterscheidet sich dabei deutlich vom Routineunternehmer, der auf überkommenen Grundlagen arbeitet und nie Neues schafft. Aus altbekannten Techniken wie W-LAN, MP3 und Bewegungssensoren schuf Apple neue Geräte mit Kultfaktor. Und auch das benutzerfreundliche Design ist keine Kreation aus Cupertino. Steve Jobs und seine Entwickler folgten konsequent dem Less-and-More-Diktum des legendären Industriedesigners Dieter Rams, der in den 1960er und 1970er Jahren bahnbrechende Produkte für die Braun AG schuf. Und was noch wichtiger für die Erfolgsstory von Apple ist: Jobs erzeugte neue Märkte. Der dynamische Unternehmer orientiert sich nicht primär an gegebener oder unmittelbarer Nachfrage des Konsumenten, sondern „er nötigt seine Produkte dem Markte auf“, so Schumpeter. Das ist Steve Jobs mit Produkten und Diensten für das mobile Internet und für den Tablet-Markt gelungen. Gelingt so etwas mit einer staatlich initiierten Agentur für Sprunginnovationen?

Verrückte Persönlichkeiten vonnöten

Dazu braucht man charismatische und ein wenig verrückte Persönlichkeiten, die Neues durchsetzen, intelligenter organisieren und sich vom Routinebetrieb abgrenzen. Es sind nicht nur Unternehmer, die das schaffen, sondern auch Beamte, wie der Generalpostmeister Heinrich von Stephan, der Ende des 19. Jahrhunderts unter Reichskanzler Otto von Bismarck aus Berlin ein Silicon Valley der Telekommunikation machte. Er erfand die Postkarte, gründete die Reichsdruckerei, das Postmuseum (heute: Museum für Kommunikation) sowie den Allgemeinen Postverein (1878 Weltpostverein). Dann forcierte er erst in Deutschland, und danach in der ganzen Welt den Aufbau der modernen Telegraphie. Stephan erkannte als einer der Ersten die politische und wirtschaftliche Relevanz des Telefons als Medium der Echtzeit-Kommunikation. So einen könnte die neue staatliche Agentur, die Anfang des nächsten Jahres ihre Arbeit aufnimmt, gut gebrauchen.

Propheten der Innovation brauchen wir nicht

Als Vorbild dient der Bundesregierung die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) in den USA. Als bekanntestes und erfolgreichstes Projekt kann das ARPANET angesehen werden, aus welchem das Internet hervorging. Welche Persönlichkeiten brauchen wir für Innovationen? brand eins-Autor Wolf Lotter hat auf der Kölner Fachmesse Zukunft Personal einige ins Spiel gebracht, die man möglichst meiden sollte.

Etwa Propheten, die es in Glaubensgemeinschaften, in der Dogmatik und in der Ideologie gibt. „Entweder Du machst mit oder Du landest in der Hölle. Ich bin gut und Du bist böse, hier ist mein Evangelium. Das sind die nicht sehr anschlussfähigen Damen und Herren, die in ihren Bubbles leben und den anderen die Welt erklären“, so Lotter.

innovate or die-Gelaber

Es sind Bühnenkünstler, die von Disruption und kreativer Zerstörung labern, aber Clayton M. Christensen oder Schumpeter nie im Original gelesen haben. Es sind alarmistische Lautsprecher, die vom Darwinismus schwadronieren, aber die Evolutionstheorie schlicht nicht verstehen. Als weiteren Vertreter der Innovationstypologie benennt Lotter den Eroberer. Er folgt dem Propheten auf dem Fuß und erklärt Innovationen zum Maß der Dinge. Religionskriege, ideologische Eroberungen aber auch die darwinistische Variante des „innovate or die“ sind sein Credo. „Wer sich nicht digitalisiert, ist von gestern und dessen Unternehmen wird sterben. Das sind die Sprüche, die wir kennen“, erläuterte Lotter auf der Keynote Arena der Zukunft Personal-Messe. Artificial Intelligence sofort einführen und zum Segen der Industrie erklären. Wer noch ein paar Fragen zur Sinnhaftigkeit hat, ist von vorgestern und hat nichts kapiert.

Fragen zur Intelligenz nicht erwünscht

Dass mit der Unterscheidung von natürlicher und künstlicher Intelligenz noch nicht alles geklärt ist, sei dahingestellt. Auch das Rätselraten von Biologen und Neurologen bei der Erklärung von natürlicher Intelligenz darf die KI-Verkäufer nicht stören. „Alles nur Marketing-Geschwurbel“, kritisiert Lotter.

„Selbst Erfinder werden uns wohl nicht mit volkswirtschaftlich relevanten Sprunginnovationen beglücken. Sie verbohren sich in ihrem Fach“, so Lotter. Ihre Metamorphose endet im Fachidiotentum.

Ich habe Patente, also bin ich?

Das systematische und planmäßige Erfinden in Konzernen produziert nach Auffassung von Lotter zuverlässig eine Vielzahl an Patenten und Rechten. Deren Wirksamkeit ist allerdings fraglich, lieber FDP-Bundestagsabgeordneter Thomas Sattelberger. Da helfen dann auch nicht Erbsenzählereien in irgendwelchen Studien zur KI-Forschung weiter. Lotter verweist auf die amerikanische Innovationsforscherin Rosabeth Moss Kanter. Sie bringt dieses Dilemma sehr schön auf den Punkt: Meistens folgen den großartigen Innovationsankündigungen mittelmäßige Ausführungen, die anämische Resultate nach sich ziehen. Irgendwann schlägt dann das Controlling zu. Moss Kanter nennt diese Vertreter „Innovations-Ersticker“. Welche Typologien sind besser?

Lotter nennt sie Erkenner und Ermöglicher. Also Persönlichkeiten, die Ideen aufsaugen, orchestrieren und kombinieren. Sie führen keinen Krieg gegen Talente, sie belohnen nicht Opportunismus, sondern Individualismus. Das Notiz-Amt ist gespannt, ob das die neue staatliche Agentur hinbekommt. Der Präsident der Fraunhofer Gesellschaft sieht übrigens mp3 als deutsche Erfolgsgeschichte. Das sollten Altmaier und Karliczek noch einmal jenseits der Lizenzgebühren, die Fraunhofer kassiert, mit Reimund Neugebauer ausdiskutieren.

 

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Snapchat: Vom Reiz des Augenblicks zum Untergang

Smartphone (adapted) (Image by TeroVesalainen [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Als Snapchat im Jahr 2011 auf den Markt kam, war seine Kurzlebigkeit das Alleinstellungsmerkmal. Die Idee, die Foto- und Videobotschaften direkt wieder zu löschen, war ein krasser Gegensatz zu den etablierten Social-Media-Plattformen, die die Nutzer dazu dazu bringen wollten, Profile mit haufenweise Inhalten zu erstellen. Verschwundene „Snaps“ mögen anfangs als diskrete Art des Sextings an Zugkraft gewonnen haben, aber ihre Kurzlebigkeit entpuppte sich als attraktiv.

Die Benutzer haben Snapchat als eine Möglichkeit verstanden, die unbedeutenden, albernen, alltäglichen oder einfach weniger ausgefeilten Momente des Alltagslebens zu teilen. Augenblicke, die nicht als Instagram-, Twitter- oder Facebook-würdig gelten, können als flüchtige Snaps geteilt werden. Snapchat-Mitbegründer Evan Spiegel dazu:„Bei Snapchat geht es nicht darum, den traditionellen Kodak-Moment für das Fotoalbum festzuhalten. Es geht um die Kommunikation mit der ganzen Bandbreite menschlicher Emotionen – nicht nur mit dem, was schön oder perfekt zu sein scheint.“

Für Snapchat sah es lange recht vielversprechend aus. Im Jahr 2013 stellte das Unternehmen Snapchat Stories vor, eine Montage von Snaps, die gleichzeitig über die gesamte Kontaktliste des Nutzers für einen Zeitraum von 24 Stunden ausgestrahlt wird. Im folgenden Jahr folgte die Einführung von Snapchat-Werbung, die es den Unternehmen ermöglichte, die wachsende Nutzerbasis der App zu erreichen und Snapchat mit einer wachsenden Einnahmequelle auszustatten. Snapchat war so zuversichtlich, dass es das Übernahmeangebot von Facebook in Höhe von drei Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 ablehnte.

Trittbrettfahrer

Erfolg sorgt für Nachahmer. Im Jahr 2016 veröffentlichte Instagram, das inzwischen Facebook gehört, sein eigenes Stories-Feature, das die Funktionalität von Snapchat Stories widerspiegelt. Facebook selbst kam im Jahr 2017 mit einer eigenen Stories-Funktion dazu. Die Entstehung solcher Nachahmungsmerkmale hat natürlich Fragen über die Langlebigkeit von Snapchat aufgeworfen.

Snapchats monatliche Wachstumsrate der aktiven Nutzer sank von 17,2 Prozent pro Quartal Mitte 2016 auf nur fünf Prozent zu Beginn des Jahres 2017. Der Aktienkurs ist von einem Höchststand von mehr als 27 US-Dollar gesunken und notiert jetzt unter seinem Börsenkurs von unter 15 US-Dollar. Instagram Stories hat jetzt jeden Tag 250 Millionen Benutzer – das sind deutlich mehr als die 166 Millionen bei Snapchat. Wie können Social-Media-Plattformen also ihre Nutzerbasis halten, wenn ihr Hauptverkaufsargument anderswo nachgeahmt wird?

Anbindung

Meine jüngste Arbeit, die in Zusammenarbeit mit den britischen Wissenschaftlern Mike Molesworth und Janice Denegri-Knott entstanden ist, argumentiert, dass die Langlebigkeit vieler Social-Media-Plattformen auf das zurückzuführen ist, was wir als „Consumer Ensnarement“ bezeichnen. Im Gegensatz zu Snapchat regen die meisten Social-Media-Plattformen die Nutzer dazu an, kontinuierlich Inhalte hochzuladen, die Teil eines dauerhaften Profils werden. Dabei schaffen die Nutzer gleichzeitig die Plattform und binden sich daran an.

Werfen wir nun einen Blick auf Facebook. Seit vielen Jahren wird spekuliert, dass die Nutzer, insbesondere jüngere Altersgruppen, die Plattform bald verlassen würden, was aber nicht eingetreten ist. Das Unternehmen hat sich gegen Layout- und Funktionalitätsänderungen, Datenlecks und die zunehmende Kommerzialisierung durchgesetzt und behält dennoch täglich 1,32 Milliarden aktive Benutzer. Im Juli 2017 meldete Facebook einen Quartalsumsatz von insgesamt 9,32 Milliarden US-Dollar, 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zukunft für Facebook scheint noch heller zu sein.

Die Langlebigkeit von Facebook ist zum Teil auf den Wert zurückzuführen, den die Nutzer den hochgeladenen Inhalten beimessen, die teils sehr aufwändig kommentiert und gestaltet werden. Der Social-Media-Riese ermuntert die Nutzer, Fotos und Videos hochzuladen und zu „taggen“, in aussagekräftigen Alben zu organisieren und aktuelle Informationen in Form von Status-Updates bereitzustellen. Dieser Inhalt ist für den Nutzer insgesamt von großem Wert.

Und tatsächlich ist es so, obwohl wir nur selten darüber nachdenken und es vielleicht nicht zugeben mögen, dass unsere Facebook-Profile zu wichtigen digitalen Besitztümern geworden sind. Ohne dass wir dies wollten, sind sie zu digitalen Sammelalben geworden. Nach all den Jahren der Updates erinnern sie an wertvolle Momente und erzählen einen Teil unserer Leben.

Dadurch entsteht eine neue Form der „Einschließung“, bei der die Nutzer nicht an Markentreue, sondern an eigene Uploads gebunden sind. Je mehr Zeit und Mühe die einzelnen Personen in ihre Profile investieren, desto schwieriger wird es für sie, die Plattform zu verlassen. Wenn eine solche Verknüpfung für den kommerziellen Erfolg und die Langlebigkeit von Social-Media-Unternehmen entscheidend ist, was bedeutet das für Snapchat?

An den Snappern festhalten?

Verschwundene Schnappschüsse lassen kein digitales Sammelalbum voller hochgeladener Inhalte entstehen. Abgesehen von den Kontakten, die auf anderen Plattformen neu erstellt werden müssten – was hinterlässt der Benutzer, wenn er Snapchat aufgibt? Wie kann Snapchat ohne die Einschnürungsmechanismen, die Verbraucher an konkurrierende Plattformen binden, verhindern, dass die Nutzer-Basis von Snapchat genauso schnell verschwinden wie die Snaps selbst?

Snapchat könnte sich darauf konzentrieren, neue, eigenständige Funktionen zu entwickeln, die einen Wettbewerbsvorteil bieten. Dennoch haben wir in den letzten Jahren mehrfach erlebt, dass Innovationen im Bereich Social Media schnell nachgeahmt werden. Die wiederholte Nachahmung von Konkurrenten durch Facebook behindere die Innovationsfähigkeit des Marktes.

In der Tat hat Facebook nicht nur die Stories-Funktion von Snapchat nachgebaut, sondern vor kurzem sogar auch die Einführung von Filtern angekündigt, die die lustigen Linsen von Snapchat nachahmen – ein weiteres Merkmal der Plattform. Ohne Mechanismen der Verankerung sind weitere Innovationen kein Garant für zukünftigen Erfolg mehr.

Eine Möglichkeit besteht in der Snapchat-Funktion „Memories“, die Mitte 2016 eingeführt wurde. Im Gegensatz zum anfänglichen Fokus der App auf flüchtige, verschwundene Snaps ermöglicht Memories den Benutzern, ihre Snaps zu behalten, Snaps in der App zu speichern oder sie auf ihr Profil herunterzuladen.

Snapchat Memories erstellt eine andere Art von digitalen Scrapbooks. Während andere Plattformen es uns ermöglichen, uns an die ausgefeilten Versionen unseres Lebens zu erinnern, die auf Facebook und Instagram präsentiert werden, kann eine Montage von Snaps die Teile unseres Lebens festhalten, die sonst herausgeschnitten würden – die dummen, alltäglichen, nicht auf Hochglanz polierten, aber dennoch wichtigen und wertvollen Momente.

Wenn man nun Snaps herunterladen kann, stellt sich die Frage, wie die Plattform die Snapper dazu ermutigen kann, diese digitalen Scrapbooks in den Apps zu erstellen und mit ihnen zu interagieren? Das wirkliche Potenzial von Snapchat Memories liegt in „intelligenten“ Funktionen, die die Interaktionen der Benutzer mit ihren Inhalten bereichern. Die Nutzer können nicht nur nach Stichworten, sondern auch nach bekannten Objekten suchen und erhalten eine Sammlung von Snaps, die an ihrem aktuellen Standort aufgenommen oder in früheren Jahren am selben Datum gepostet wurden (Facebook-Funktion „An diesem Tag“). Diese Funktionen haben eine begrenzte Aufmerksamkeit erlangt, die teilweise durch den späteren Launch von Instagram Stories überschattet wurde, jedoch bieten solche Funktionen einen Mehrwert bei der Speicherung von Inhalten innerhalb der App selbst und erleichtern die Art der Einbindung durch Wettbewerber des Konzerns.

Kurzlebigkeit mag die Ursache für den frühen Erfolg von Snapchat gewesen sein. Dass die App aber in der Lage ist, ein ehrliches, unvollständiges und dauerhaftes Bild vom Leben seiner Nutzer einzufangen, dürfte vielleicht die beste Hoffnung auf Überleben darstellen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Smartphone“ by TeroVesalainen (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Check-Up Ireland: P2P-Kredite – “Fast wie damals bei AOL”

App (adapted) (Image by Torsten Dettlaff) (CC0 Public Domain) via pexels

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Heute beschäftige ich mich mit P2P-Krediten. Dabei geht mein Blick auch 20 Jahre zurück zu AOL, denn ein wichtiger Aspekt des Arbeitslebens dort war das liebe Geld – oder besser gesagt die Knappheit des selben.

Ende der 90er habe ich mir bei AOL in Dublin wirklich alles andere als eine golden Nase verdient. Zum Glück haben die Bosse aber damals nicht nur die Realität niedriger Gehälter anerkannt und nicht drumrum geredet, sondern gleich eine typisch irische Lösung für ein irisches Problem gefunden – die Gehälter wurden einfach an zwei verschiedenen Tagen ausgezahlt. Die eine Hälfte der Belegschaft wurde am Monatsersten bezahlt, die andere Hälfte am Fünfzehnten, was dazu führte, dass man sich seinen “Buddy” suchte, um sich gegenseitig über die Runden zu helfen. OK – manch ein Kollege wechselte dann eben zu einer Firma, die besser bezahlen konnte, aber was die Kameradschaft unter den verbliebenen “Armen” anbetraf, so war diese doch sehr groß.

So selbstverständlich, wie damals die Transaktionen am Abend des Zahltags immer in bar und (fast) immer im Pub stattfanden, so selbstverständlich würden wir heutzutage quasi “Peer to Peer” das Geld von Smartphone zu Smartphone verschicken – und auch gleich mit dem Gerät im Pub bezahlen. P2P-Kredite werden hier von zahlreichen Unternehmen angeboten. Zuletzt machte der Neuankömmling Flender auf sich aufmerksam.

Flender hilft Freunden, sich gegenseitig Geld zu leihen

In dieser Kolumne habe ich die lebhafte Startup-Szene Dublins schon öfter angesprochen. Doch so manch ein Startup, das am Anfang nur so vor Energie strotzte, musste unzureichende Finanzierung mit dem plötzlichen Tod bezahlen. Nicht jeder Gründer kann auf Familie und Freunde zurückgreifen, staatliche Fördergelder sind begrenzt und bei den Banken sitzt das Geld nach dem großen Crash auch nicht mehr so locker. Andere Lösungen mussten her und P2P-Kredite wurden geboren.

Hierbei können sich Einzelpersonen oder Firmen Geld leihen oder selbst als Kreditgeber auftreten, ohne dabei auf traditionelle Finanzdienstleister als Mittelsmann zurückgreifen zu müssen. Der Vorteil für die Kreditgeber liegt bei den Zinsen, die oftmals höher liegen als Zinsen, die man auf traditionellen Wegen bei klassischen Finanz-Institutionen bekommt. Der Vorteil für die Kreditnehmer liegt auf der Hand. In einem wirtschaftlichen Klima, in dem aufgrund von Fehlern der Banken in der Vergangenheit die gleichen Institutionen indirekt junge Unternehmen bestrafen, indem Kredite selten gewährt werden, eröffnen sich neue Möglichkeiten der Finanzierung durch Personen und Unternehmen, die oftmals im gleichen Boot sitzen. Wem das Problem der Knappheit von Krediten und die Gründe dafür bewusst sind, der ist eher bereit, Gleichgesinnte zu unterstützen.

Das Dubliner Startup Flender ist zwar erst seit Ende des vergangenen Jahres aktiv, hat aber bereits zahlreiche Läden, Restaurants und kleine Organisationen unterstützt. Jemand, der einen Kredit für ein Projekt sucht, kreiert bei Flender einen personalisierten Link zur betreffenden Kampagne. Dieser kann dann in sozialen Netzwerken geteilt werden oder direkt per eMail an ausgesuchte Empfänger verschickt werden.

Nicht selten, so die Macher von Flender, würden sich Firmen von ihren Kunden Geld leihen. Irgendwie liegt das ja auch auf der Hand – wenn ich Vertrauen in ein Produkt oder eine Dienstleistung habe und diese regelmäßig erwerbe, dann liegt es nahe, dass ich auch dem Verkäufer und seiner Vision für das Unternehmen vertraue.

Flender verdient sein Geld mit einer Marge bei den Zinsen und mit einer Erfolgsprämie, die fällig wird, wenn eine Kampagne abgeschlossen wurde. Zur Zeit können sich Unternehmen bis zu 100.000 Euro leihen, während das Limit für Einzelpersonen bei 20.000 Euro liegt. Selbstredend liegt der Fokus des Dubliner Startups zur Zeit auf dem irischen Markt. Man hat aber auch längst ein Auge auf die britischen Nachbarn geworfen und eine entsprechende Lizenz wurde von der Financial Conduct Agency (FCA) bereits erteilt. Wie in zahlreichen anderen Geschäftsbereichen sind sich Iren und Briten im Konsumverhalten auch im Bereich P2P-Kredite so ähnlich, dass dieser nächste Schritt Sinn macht. Man vertraut halt demjenigen, den man kennt. Daran wird auch der Brexit nichts ändern.


Image (adapted) Space Gray iPhone 6 by Torsten Dettlaff (CC0 Public Domain)


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Warum in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ein Schumpeter-Ideenlabor gegründet werden sollte #BestofStartups

Geschäft (adapted) (image by Unsplash [CC0] via pixabay)

Der fünfte Ideenmarkt #BestofStartups der IHK-Bonn/Rhein-Sieg in der CampusMensa in Poppelsdorf war nicht nur eindrucksvoll bestückt mit Gründerideen, sondern beförderte auch klare Bekenntnisse der beteiligten wissenschaftlichen Institutionen zum Unternehmertum ans Tageslicht. Etwa von Professor Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn. Traditionell werde die Universität nicht mit dem Thema Unternehmertum verbunden. Er wolle einen Gründergeist bei Hochschullehrern und Studierenden verankern und macht das sogar zur Chefsache. „Die Gesellschaft muss von unterschiedlichen Talenten bespielt werden. Wir müssen den jungen Menschen helfen, den richtigen Lebensweg zu finden“, so Hoch. Und das könne eben auch der Weg in die Selbständigkeit sein.

An der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist man da schon ein wenig weiter, wie der Rektor Professor Hartmut Ihne in seinem Statement darlegte: „Wir machen seit 13 Jahren den Business-Campus gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis und der Kreissparkasse Köln. Wir haben auch eine Reihe anderer Formate entwickelt, um das Gründertum in verschiedenen Facetten zu fördern – in der Forschung, Lehre und im Transfer.“

Gunnar Sohns Artikel
Image by Gunnar Sohn

Ausbildung zum Angestellten-Dasein

Man neige leider in den Bildungseinrichtungen dazu, Menschen für die Angestelltentätigkeit oder für die Beamtenlaufbahn auszubilden. Das könnte an Hochschulen anders praktiziert werden. Wissenschaftler seien zwar formal Angestellte, aber sie sind nach ihrer Mentalität eher Unternehmer:

„Sie suchen etwas, sie gehen Risiken ein, probieren etwas aus, sie scheitern oder sie sind erfolgreich. Deshalb sollte man an Hochschulen viel stärker das Unternehmertum stimulieren. Wir müssen ein Umfeld erschaffen, wo junge Menschen angeregt werden, nicht nur wissenschaftliche Unternehmer zu werden, sondern auch ökonomische Unternehmer, die der Welt etwas Neues zur Verfügung stellen. Und das ist ein Stück unserer Mission“, proklamiert Ihne.

Bescheidene Unternehmensgründungen

Das sei eine Kultur, die man braucht in diesem Land, um die relativ bescheidenen Unternehmensgründungen etwas zu intensivieren. Das wäre auch bitter nötig: Die Anzahl der Existenzgründer ist im vergangenen Jahr laut KfW-Gründungsmonitor auf einen neuen Tiefstand gesunken. Mit 672.000 Personen haben 91.000 weniger eine neue selbstständige Tätigkeit begonnen als im Jahr 2015.

Das wäre doch ein schöner Anlass für Professor Hoch, für Professor Ihne, für die IHK, für die Stadt Bonn und für den Rhein-Sieg-Kreis eine Schumpeter-Akademie oder ein Schumpeter-Gründer-Lab aus der Taufe zu heben, um dynamische Unternehmerinnen und Unternehmer hervorzubringen. Die Erinnerung an Schumpeter soll hier keine Totenbeschwörung sein und erst recht keine Totenklage, um uns die geistige Gestalt Joseph Schumpeters vor unser inneres Auge zu rufen. Wir sollten diese Institution schaffen, weil Schumpeter „mehr als irgendein anderer Anspruch darauf erheben darf, als sozialwissenschaftlicher Spiritus rector unserer Bonner Alma Mater zu gelten“, so der Soziologe Gottfried Eisermann, der seine Bonner Antrittsvorlesung im Jahr 1962 Schumpeter widmete.

Gottfried Eisermann würdigt Schumpeter

Eisermann weist auf wichtige Erkenntnisse im Werk des Nationalökonomen hin, der 1925 dem Ruf auf den Lehrstuhl für wirtschaftliche Staatswissenschaften als Nachfolger von Heinrich Dietzel an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität folgte. Schumpeter warnte vor den Routine-Unternehmen, die eigentlich nur aus geschulten Spezialisten-Truppen bestehen. Konkret meinte er angestellte Manager und ihre bezahlten Vollzugsorgane in großen Konzernen, die zu wachsenden Spannungen in der Gesellschaft führen und Ressentiments gegen den Kapitalismus nähren. Wir könnten das mit aktuellen Beispielen gut belegen.

Generell ist es erstaunlich, dass bei der inflationären Verwendung des Begriffs „Innovation“, der Ökonom Schumpeter als Vater der Innovationstheorie in betrieblichen und volkswirtschaftlichen Gestaltungsfragen ein Schattendasein führt. Man braucht sich nur den Lehrplan der Bonner VWL-Fakultät anschauen.

Schumpeter wird zitiert, aber nicht gelesen

Die Wortwendung „schöpferische Zerstörung“ fehlt in kaum einem Vortrag eines digital-transformatischen-Keynote-Sprechautomaten unserer Tage. Doch niemand scheint sich die Mühe zu machen, die Werke von Schumpeter zu lesen, bemängelt Professor Jochen Röpke in der Einführung der Schumpeter-Frühschrift „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“. Das gilt auch für die Wirtschaftswissenschaften. So kommt die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, in der ersten Auflage 1911 erschienen, auf rund zwanzig Besprechungen. Eine magere Bilanz.

Die Rezeption dieses unterschätzten Bandes wäre aber wichtig, um den digital-schöpferisch-zerstörten Debatten-Dompteuren ordentlich in die Parade zu fahren. Die Gründe für diese Ignoranz des ersten Hauptwerkes von Schumpeter in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik liefert Röpke. In der Schrift von 1911 werde der grundlegende und theoretisch nicht überbrückbare Gegensatz zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und dem „normalen“ Wirtschaftsleben herausgearbeitet.

Die ökonomische Lehre ist leer

„Dies erfolgt in einer für moderne Leser schockierenden Brutalität, Klarsichtigkeit und poetischen Formulierungsgabe.“ Niemand – auch heute nicht – der so argumentiere wie Schumpeter 1911, hätte nur im entferntesten die Chance, einen Professorenruf zu erlangen, einen Beratungsauftrag zu ergattern, Drittmittel zu internalisieren, geschweige denn, in eines der Gremien berufen zu werden, welche das ökonomische Schicksal postmoderner Ökonomien zu gestalten hoffen.

Die herrschende ökonomische Lehre bietet nichts an, um Entwicklungsprozesse zu erklären oder anzustoßen: „Sie ist leer und nichtssagend, soweit sie richtig ist, und falsch, soweit sie etwas sagt“, schreibt Schumpeter in der Entwicklungstheorie (Seite 471 in der Neuauflage aus dem Jahr 2005).

Ob in der Euro-Krise, in der Flüchtlingsdebatte oder in Fragen der Arbeitslosigkeit: Wissenschaft und Wirtschaftspolitik setzen auf exogene Faktoren bei der Steuerung des Wirtschaftslebens. Aktuell zu bewundern bei der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Betrachtet wird der Wald – ignoriert werden einzelne Bäume. In der schumpeterschen Theorielogik existieren zwei theoretische und empirische Parallelwelten: Der statische Kreislauf und das Innovationssystem. Darauf verweist auch Eisermann in seiner Schumpeter-Schrift.

Endogene Faktoren werden unterschätzt, liebwerteste Makroökonomen

Während im statischen System Änderungen von außen angestoßen werden – beispielsweise über die Politik des billigen Geldes, über Subventionen oder Steuersenkungen – ist dies im sich entwickelnden System völlig anders: „Entwicklung entsteht im System selbst, aus der Wirtschaft selbst heraus, endogen, sich selbst herstellend, ist ein autopoietischer Prozess, sich unaufhörlich reproduzierend“, so Röpke.

Die Außenwelt interessiert dabei nicht – siehe die Erfolglosigkeit der EZB-Geldpolitik. Die Ursachen der Entwicklung müssen „aus der Wirtschaft selbst erklärbar sein“, erläutert Schumpeter auf Seite 168. Der technische Fortschritt fließt in der Mainstream-Ökonomie als reine „Datenänderung“ in die Analyse ein. Sozusagen ein unternehmerloser Automatismus.

Es dominiert das Routineunternehmen

In diesem statischen Modell gibt es keine relevanten Unterschiede im wirtschaftlichen Handeln verschiedener Mitglieder einer Volkswirtschaft. In dieser Sichtweise dominiert das Routineunternehmen:

„Es ist das Anwenden dessen, was man gelernt hat, das Arbeiten auf den überkommenden Grundlagen, das Tun dessen, was alle tun. Auf diese Art wird nie ‚Neues‘ geschaffen, kommt es zu keiner eigenen Entwicklung jedes Gebietes, gibt es nur passives Anpassen und Konsequenzenziehen aus Daten“, bemerkt Schumpeter auf Seite 125. Es sind Protagonisten, die nicht in der Lage sind, mit Neuem zu experimentieren.

Als zweite Gruppe definiert Schumpeter Menschen, die zwar mit einer scharfen und beweglichen Intelligenz ausgestattet sind, zahllose Kombinationen und neue Ideen entdecken, dieses Wissen am Markt aber nicht durchsetzen. Ich bezeichne das als „Fraunhofersches mp3-Syndrom“.

Dann gibt es eine dritte, minoritäre Gruppe, die selbst- oder fremdproduziertes Wissen in neuen Kombinationen durchsetzt. Dieser dynamische Typus orientiert sich nicht primär an gegebener oder unmittelbarer Nachfrage des Konsumenten, sondern erzeugt neue Märkte und neue Nachfrage. Also Steve-Jobs-Unternehmer.

Können Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis Schumpeter-Unternehmer hervorbringen?

Wir brauchen also mehr Schumpeter-Unternehmer, die das Neue organisieren und durchsetzen. Ein Innovator zeichnet sich vor allen Dingen durch die Kunst der Kombinatorik aus:

„Nur dann erfüllt er (der Unternehmer) die wesentliche Funktion eines solchen, wenn er neue Kombinationen realisiert, also vor allem, wenn er die Unternehmung gründet, aber auch, wenn er ihren Produktionsprozess ändert, ihr neue Märkte erschließt, in einen direkten Kampf mit Konkurrenten eintritt.“ Die Neukombination beruht nur wenig auf Faktoren, die von außen einwirken. Das Ganze ist primär auch kein Preisproblem. Es liegt am unternehmerischen Können und Wollen. Das Problem liegt in der klassischen Sichtweise von Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftspolitik und Managementdenken: Ohne Neuerungen lassen sich zwar auch in der vorherrschenden Ökonomie-Lehre kurzfristig Wachstum und Beschäftigung erzeugen. Die Konsequenzen sind nach der Logik von Schumpeter für eine Volkswirtschaft allerdings fatal: Innovationsarmut erzeugt Einkommensarmut.

„Kein Unternehmen kann dauerhaft existieren und keine Volkswirtschaft den Lebensstandard ihrer Bürger erhalten, geschweige denn erhöhen, wenn nur die Kosten verringert, aber keine neuen Märkte mit neuen Güter erschlossen werden“, warnt Röpke. Organisationen werden auf Effizienz getrimmt und zehren von Substanz.

Röpke fordert die theoretische Konstruktion einer Alternative: eine Ökonomie der Entwicklung, eines sich selbst reproduzierenden Systems von Neukombinationen. Das Notiz-Amt sendet diese Botschaft an die IHK, an den Rektor der Uni Bonn und an den Präsidenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Erschaffen sie eine Schumpeter-Institution für die Förderung von dynamischen Jung-Unternehmerinnen und Jung-Unternehmern, die der Welt etwas Neues zur Verfügung stellen, wie es Professor Ihne so trefflich formuliert hat. In der Popcorn-Lounge vomn Startup Rhein Sieg Kreis sollten wir das diskutieren und natürlich beim Netzökonomie-Campus, der übrigens in Bonn vor einigen Jahren gegründet wurde – vom Notiz-Amt-Autor.


Image (adapted) „Geschäft“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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Sind e-Sports der nächste Major League-Sport?

pause-828757_960_720 (adapted) (image by Unsplash [CC0] via pixabay)

Ende 2016 fand eine Meisterschaft in Chicago statt, dessen Finale 43 Millionen Zuschauer in ihren Bann zog – 12 Millionen mehr als beim NBA Finale im gleichen Jahr.

Es war nicht Fußball, nicht American Football, und auch nicht die Poker World Series – es war das League of Legends Weltmeisterschaftsfinale – ein e-Sports-Bewerb. Videospiele sind seit über 30 Jahren beliebt, aber als Wettkampf haben sie sich erst in der letzten Zeit als Zuschauerevents etabliert, die tausende Zuschauer vor Ort und vor die Bildschirme lockt. Große Sportsender wie ESPN, Fox Sports, MLB Advanced Media und das Big Ten Network übertragen bereits e-Sports-Meisterschaften – sehr oft in Kooperation mit Gaming-Riesen wie EA Sports, Riot und Blizzard. Was treibt dieses Phänomen an und wohin führt es uns?

Große Beliebtheit

Auf den ersten Blick erscheint die Idee besonders den älteren Zuschauern eher verrückt: Warum sollte jemand anderen dabei zusehen wollen, wie sie Videospiele spielen? Als Forscher, der sich mit den Erlebnissen von Nutzern Sozialer Medien beschäftigt, habe ich dem e-Sports-Phänomen die letzten Jahre beim Wachsen zugesehen. In meiner aktuellen Arbeit setze ich mich gemeinsam mit Matthew Zimmerman von der Mississippi State University mit den Gründen auseinander, warum User sich e-Sports ansehen. Unsere ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass Zuschauer sehr oft selbst das Spiel spielen und so mehr darüber lernen wollen, um sich selbst zu verbessern.

Außerdem macht es vielen einfach Spaß, anderen beim Spielen zuzusehen. Sie finden den Wettbewerbscharakter immersiver und erleben e-Sports-Wettbewerbe sehr ähnlich wie traditionelle Sportarten.

Das Rezipieren von e-Sports hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht: Der globale Markt wuchs auf 696 Millionen US-Dollar im Jahr 2016 an und könnte bereits 2019 die Milliarden-Dollar-Marke überschreiten. Die Medien bezahlen für die Rechte an der Übertragung bereits fast 100 Millionen Dollar; Konsumenten 64 Millionen für die Eintrittskarten und Fanartikel. Der Rest kommt hauptsächlich aus Werbung und von Sponsoren. Die Märkte China und Nordamerika sind dabei zusammen für mehr als die Hälfte der Umsätze verantwortlich.

Eine Hauptattraktion ist, dass ’normale Leute‘ die gleichen Spiele spielen können wie die e-Sport-Profis, oft sogar in Echtzeit-Mehrspieler-Turnieren. Millionen von Menschen spielen Overwatch, League of Legend und Dota 2 bein sich zu Hause und viele nehmen auch an kooperativen Spielen und Kämpfen auf Videospielservern oder Netzwerken wie beispielsweise Steam teil. Sie sind mit den Spielen vertraut, wollen neue Techniken lernen und die Expertise zelebrieren – und sie wollen die Creme de la Creme der Spieler live und in voller Action erleben.

Sean Morrions, ein auf e-Sports spezialisierter Mitarbeiter von ESPN erzählte mir, dass er von dem Anstieg an Aufmerksamkeit für e-Sports nicht überrascht sei:

„Ich denke, das Wachstum im Bereich e-Sports ist im Generationswechsel begründet und weniger darin, dass die Leute plötzlich mehr Interesse an Videospielen haben“, so Morrison. „Das ist die Generation von Teenagern, die mit YouTube, Streams und Internetforen aufgewachsen ist. Außerdem ist e-Sports ein großer Geschäftszweig: Natürlich fragen sich die Leute, mit welchen Summen wirklich gespielt wird. Der Hype befeuert sich ständig selbst und dann gibt es noch die Leute, die bereits mit e-Sports als für sie normale Unterhaltungsform aufwachsen – so wurden die e-Sports groß.“

„Videospiele schauen ist ein sehr soziales Verhalten. Du als Zuschauer hast die Möglichkeit, die Besten spielen zu sehen. Du bekommst die Motivation zu sagen: ‚Das will ich auch tun‘“, sagt Sherman. „Es ist anders als bei traditionellen Sportarten: Wenn ich die NFL schaue, dann gehe ich nicht raus und werfe einen Ball. Bei e-Sports ist das anders: Die Leute sehen sich das an und gehen dann spielen.“

Die tägliche Dosis ist leicht zu bekommen

Während Riesen wie ESPN und das Big Ten Network sich ihre Rechte an der e-Sports Welt gesichert haben, gibt es aber auch noch eine Vielzahl an Publikum, das täglich auf Twicht.tv, einem privaten Streaming-Service, das sich auf Videospiel-Steams spezialisiert hat, seine tägliche Dosis e-Sports bekommt. Auf Twitch können User ihre Spiele mit der Welt teilen, e-Sports-Wettbewerbe veranstalten und andere Videospiele-Shows zeigen. Die Seite, die 2014 von Amazon für fast eine Milliarde Dollar gekauft wurde, hat sehr zur Beliebtheit des e-Sports beigetragen, indem es die Spieler und Publikum direkt miteinander in Verbindung gebracht hat.

Twitch finanziert sich aus dem bekannten Prinzip des gemeinsamen Zusehens: Über die Zeit hinweg haben viele Videospieler sich daran gewöhnt, anderen beim Spielen zuzusehen während sie darauf warten, selbst zu spielen. Twitch globalisiert dieses Erlebnis: Ebenso wie Freunde, die sich gemeinsam zum Zocken vor den Fernseher setzen und kommentieren, was die anderen so tun, lässt auch die Plattform ihre User miteinander direkt interagieren.

Das ist eine Funktion, die viele Spiele nicht haben: Es ist zwar üblich, dass Spiele Online-Komponenten haben, die es Spielern ermöglichen, sich mit Gegnern aus der ganzen Welt zu messen. Aber nur auf Twitch und ähnlichen Plattformen können auch Leute, die nicht spielen, den Spielverlauf verfolgen. Die Elite auf Twitch ist laut einem Bericht der CNBC dafür verantwortlich, dass die Seite im Jahr 2015 allein 60 Millionen US-Dollar aus Abos und Werbung verdient hat.

Ligen und Spiele wachsen

Der finanzielle Output hat den Trend befeuert, Spiele in Ligen und Sport mit definierten Regeln zu formen. Weltweite Ligen für Call of Duty, FIFA, Overwatch und Halo gibt es bereits.

Auch College-Teams haben sich bereits gebildet: „Die größte Entwicklung war, dass Universitäten League of Legends als Sport ins Programm aufgenommen haben“, sagt Sherman von Riot. „2014 hat die Robert Morris University damit begonnen – jetzt sind es schon 25 Institute.“

„Universitäts-Mannschaften vereinigen einige wichtige Elemente der Sportorganisation am e-Sports Markt: Die Teams bestehen aus jungen, enthusiastischen Spielern, die gut genug sind, um international mithalten zu können – und die Universitäten wollen das Marketingpotenzial des sich schnell entwickelnden Sports verwenden, um ihre Marke zu verbreiten. E-Sports gibt es seit vielen Jahren außerhalb des universitären Umfelds, aber die offizielle Teilnahme der Universitäten können die Sichtbarkeit des e-Sports und seine Spiele weiter steigern.“

„Im August kündigten wir an, 100 Millionen aktive User zu haben, die monatlich League of Legends spielen“, so Sherman, „vor zwei Jahren waren es noch 64 Millionen.“

Während League of Legends auf den Unis weiterhin expandiert, hat Overwatch ein Auge auf den sehr dynamischen e-Sports Markt.

Die Overwatch-Liga, die voraussichtlich 2018 startet, möchte bereits existierende Sport-Franchises in großen Städten auf der ganzen Welt dazu animieren, auch e-Sports Teams zu schaffen. Die Spielefirma Blizzard will, basierend auf geographischen und kulturellen Aspekten, Fans gewinnen. Die Overwatch Liga würde auch regelmäßige Übertragungen der Matches auf TV und Internetkanälen beinhalten – und natürlich auch Spielerverträge.

Morrison von ESPN erwartet vom Modell der Overwatch Liga, dass es die Zuschauerschaft der e-Sports weiter wachsen lässt. „Overwatch wird so richtig explodieren in den nächsten paar Jahren“, so Morrison, „die Overwatch Liga wird viel mehr als andere e-Sports dem Muster traditioneller Ligen folgen und mit der Anzahl der kompetitiven Bewerbe könnte Overwatch mit Abstand die Nummer Eins unter den e-Sports Titeln werden. Mehrspieler-Online-Kampfarena-Spiele (MOBA) wie League of Legends waren lange das Zentrum des e-Sports Universums, aber Spiele wie Overwatch, die MOBA-Elemente bei der Wahl der Helden mit schnellerem Gameplay verbinden, werden die Hauptattraktion.“

Die Sportlandschaft in den Medien verändert sich auch weiterhin und e-Sports scheint ein natürlicher Evolutionsprozess zu sein. Das kompetitive Videospiel war schwierig zu verstehen von 20 Jahren – besonders als Zuschauersport. Aber das Breitbandinternet, Online-Videos, soziale Medien und das geteilte Gaming-Erlebnis haben die e-Sports an den Rande der globalen Akzeptanz als legitime Art des Entertainments gebracht. Die nächsten fünf Jahre versprechen faszinierend zu sein – sowohl für die Zuschauer als auch für die Spieler.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Pause“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


The Conversation

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ratiopharm präsentiert: 99FIRE-FILMS-AWARD

[Gewinner_Goldregen_Gruppenfoto 2] (adapted)

„Dafür gibt’s doch ratiopharm! – Gute Preise, gute Besserung!“ lautet der Werbeslogan des bekannten Arzneimittelherstellers ratiopharm. Und ein Teil dieses Slogan ist gleichzeitig das Motto des diesjährigen 99FIRE-FILMS-AWARD – „Da gibt’s doch was …“.

Der 99FIRE-FILMS-AWARD ist ein Preis, der einmal im Jahr von einer fachkundigen Jury aus allen Bereichen des Films verliehen wird. Ausgezeichnet werden Kurzfilme. Diese müssen eine länge von exakt 99 Sekunden haben und die Teinehmer haben 99 Stunden Zeit, um eine Idee zu entwickeln, den Film zu drehen, zu schneiden und einzureichen.

And the Winner is

10.000 Menschen haben dieses Jahr mitgemacht, 2.500 Ideen wurden eingereicht. Die Jury, die dieses Jahr aus 14 Mitgliedern besteht, hat vier davon ausgesucht und mit dem Preis ausgezeichnet, der mit 9.999 Euro dotiert ist. Die Gewinner sind:

Die Gewinner wurden am 16. Februar im Berliner Admiralpalast gekürt.

Wertvolle Unterstützung

Seit über 40 Jahren steht in Deutschland die Firma ratiopharm für Arzneimittel in höchster Qualität zu einem bezahlbaren Preis. Der Generikamarkt ist hierzulande fest in der Hand des Ulmer Unternehmens. Generika sind Kopien patentgeschützter Medikamente – das macht sie kostengünstig und effektiv zugleich. Als bekanntester und beliebtester Hersteller von Heilmitteln trägt ratiopharm auch zu eurer Gesundheit bei.

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Mit diesen Tipps zum E-Commerce-Erfolg

So muss eine perfekte Produktseite aussehen

Quasi jeder Internetnutzer hat schon einmal im Netz eingekauft. Der Markt ist riesig. Deshalb ist es extrem wichtig, dass potenzielle Kunden von einer Produktseite überzeugt werden, damit sie nicht zur Konkurrenz abwandern. Das sollten Sie dabei beachten.

Bereits 2015 hat der der Branchenverband bitkom festgestellt, dass rund 98 Prozent aller Internetnutzer über das Netz shoppen – und es werden immer mehr. Laut einer ARD/ZDF-Onlinestudie von Ende 2016 sind mittlerweile 84 Prozent der Deutschen online. Daraus ergibt sich ein riesiger E-Commerce-Markt, auf dem man sich von seinen Mitbewerbern natürlich unterscheiden muss, um erfolgreich zu sein. Das A und O ist eine gelungene Produktseite, denn wird der potenzielle Kunde schon vom Online-Auftritt abgeschreckt oder kann wichtige Informationen nicht finden, sucht er sich einen anderen Anbieter.

Der Kunde muss dem Shop vertrauen

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Ein Whitepaper von Trusted Shops klärt ausführlich darüber auf, wie eine gute Produktseite auszusehen hat / Quelle: Trusted Shops

Egal ob bei Büchern, Kleidung oder Elektronik: Auf einer Produktseite wird aus einem reinen Besucher einer Website schließlich bestenfalls ein Käufer. Grundsätzlich ist wichtig, dass der Internetnutzer einem Shop vertraut – und das lässt sich auf eine einfache Weise bewerkstelligen. Das 1999 gegründete Unternehmen Trusted Shops zertifiziert Online-Shops. Geprüfte Shops erhalten ein Gütesiegel, das bestätigt, dass der Händler vertrauenswürdig ist. Trusted Shops prüft dafür die Seriosität eines Online-Shops, ob dieser zuverlässig liefert und wie ein Händler mit dem Thema Datenschutz umgeht. Gleichzeitig bietet das Unternehmen einen Käuferschutz. Zu den Kunden von Trusted Shops zählen unter anderem bekannte Namen wie Fleurop, die Baumarkt-Kette Obi oder Mode-Versandriese Zalando.

Auf der Produktseite selbst „können und sollten Online-Händler kreativ und individuell sein“, erklärt Trusted-Shops-Experte Martin Rätze. Gleichzeitig müssen aber natürlich gewisse Rahmenbedingungen beachtet werden. Natürlich muss ein Kunde auf den ersten Blick den Preis und Namen eines Produkts finden können – genauso wie Produktfotos oder -videos, die Verfügbarkeit, detaillierte Daten, einen Liefertermin, Versandkosten und bestenfalls auch Bewertungen beziehungsweise Rezensionen anderer Kunden. Ähnliche Produkte vorzuschlagen, die einen Kunden interessieren könnten, ist ebenfalls ein Standard.
„Sie können sich mit tollen Fotos und Produktbeschreibungen von der Konkurrenz absetzen und den Kunden zum Kaufen animieren“, erzählt Rätze weiter. Auf einer originellen Seite sei es sogar stellenweise möglich, höhere Preise als die Konkurrenz zu verlangen und trotzdem erfolgreich zu sein. Wie genau eine Site noch weiter optimiert werden kann, das erfahren Sie im ausführlichen Whitepaper „Die perfekte Produktseite“.

Das sind die wichtigsten Faktoren

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Auf diese Beratungselemente achten Kunden verstärkt / Quelle: Otto Group; Statista

Neben all dem gibt es gewisse Faktoren, auf die potenzielle Kunden besonders achten. 73 Prozent aller Käufer lassen sich beispielsweise in ihrer Kaufentscheidung von einem kostenlosen Versand beeinflussen, wie Trusted Shops in einem Blog-Eintrag erklärt. 70 Prozent achten auf einen kostenlosen Retouren-Service und 62 Prozent halten Sonderangebote für wichtig. 56 Prozent sehen Rabatt-Coupons als positiv, während nur noch 43 Prozent auf zeitlich begrenzte Sonderaktionen und 31 Prozent auf Geschenke beziehungsweise sogenannte Incentives achten. Aber wer braucht schon Incentives, wenn die gelungene Produktseite das beste Argument für einen Kauf ist?

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  • GESELLSCHAFT zeit: Japans smarte Utopie: Während die Politik hierzulande über die Industrie 4.0 und ihre Folgen diskutiert, ist Japan schon einen Schritt weiter: Auf der Cebit in Hannover präsentierte das Partnerland seine Pläne für eine „Gesellschaft 5.0“. „Wir stehen am Anfang des fünften Zeitalters der Menschheitsgeschichte. Nach Industrie 4.0 kommt Society 5.0, in der sich alles untereinander vernetzt“, sagte Premierminister Shinzo Abe in seiner Rede. Das Konzept blieb da noch etwas konturlos. In einer Anzeige der Financial Times, in der die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt dafür warb, wurde die Vision etwas schärfer. Gesellschaft 5.0 bedeutet die fünfte Entwicklungsstufe der Menschheitsgeschichte, nach dem Jäger und Sammler, Agrar-, Industrie- und Informationszeitalter komme nun das Zeitalter der Vernetzung. „In dieser ultrasmarten Gesellschaft“, heißt es in der Zeitungsanzeige, „wird Japan weiter die Netzwerk- und Internet-der-Dinge-Kapazitäten von fortgeschrittenen Innovationen in der Herstellung bis in jeden Winkel der Gesellschaft ausbauen und dramatisch die Lebensqualität verbessern und das Wirtschaftswachstum ankurbeln.“ Sensoren, Roboter, Big Data und Cloud Computing würden in die Gesellschaft „integriert“, um Menschen zu helfen, „unüberwindbare“ Probleme zu lösen.

  • DATENSCHUTZ breitband: Internet-User in den USA als neue Geldquelle: In den USA gibt Trump die User-Daten zum Verkauf frei. So versteht er den Markt. Reichtum durch Daten. Tatsächlich ist es aber viel schlimmer als das klingt, denn es geht um die Daten, die die Internet Service Provider über ihre Nutzer sammeln können. Nicht einmal Google oder Facebook, allseits als Datenkraken verschrien, haben so viel Einsicht in das tägliche Internetverhalten der Menschen. Jeder Webseiten-Besuch, jede App, jegliche Nutzungszeiten, Downloadstatistiken werden über den Provider erfasst und können verkauft, vermarktet werden. Zusätzlich haben vor allem die Provider sehr genau Daten zu den Nutzern selbst!

  • MICROSOFT golem: Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung: Der ehemalige Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit im Innenministerium, Martin Schallbruch, hat die IT-Beschaffung der Verwaltungen kritisiert, weil diese fast ausschließlich auf proprietäre Software von Microsoft setzen: „Viele staatliche Verwaltungen sind so abhängig von diesem einen Anbieter, dass sie nicht mehr die Wahl haben, welche Software sie nutzen wollen. Damit laufen die Staaten Europas Gefahr, die Kontrolle über ihre eigene IT-Infrastruktur zu verlieren“, sagte er dem Tagesspiegel.

  • GOOGLE horizont: Uber bestreitet Ideen-Klau bei Google: Uber hat vor Gericht den Vorwurf zurückgewiesen, seine selbstfahrenden Testwagen seien mit gestohlener Technologie der Google-Roboterautos unterwegs. Die Google-Schwesterfirma Waymo will als ersten Schritt eine einstweilige Verfügung gegen Uber erreichen, die das Roboterwagen-Programm des Fahrdienst-Vermittlers lähmen könnte. Sechs Wochen nach der explosiven Waymo-Klage legte Uber nun erstmals ausführliche Argumente zur Verteidigung vor.

  • E-MOBILITÄTheise: Passagierflüge mit Elektroflugzeugen sollen in zehn Jahren beginnen: Zwei Start-ups aus den USA sowie etablierte Hersteller arbeiten intensiv an Flugzeugen, die statt mit Kerosin mit Strom fliegen sollen. Zunum Aero, hinter dem Boeing und die Airline JetBlue stehen, will Anfang der 2020er Jahre mit elektrischen Flügen von US-Regionalflughäfen beginnen, Wright Electric aus dem Inkubator Y Combinator verfolgt ähnliche Pläne, und auch Siemens und Boeing selbst zeigen Interesse an dem Thema. Das berichtet Technology Review online in „Start-ups wollen elektrisch fliegen“.

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  • MIPTV horizont: Die 4 großen Trends bei der Serienproduktion: Fernsehen wie im Kino. Serien tun sich im deutschen Fernsehen schwer, aber das dürfte nicht mehr lange so bleiben. Der derzeitige Gründergeist, der angestachelt durch viele neue TV-Sender und Plattformen wie Netflix und Amazon durch die Produktionslandschaft wabert, nimmt immer mehr Raum ein. Wie ideenreich es insbesondere in der europäischen Produktionslandschaft zugeht, zeigt sich beispielhaft in diesen Tagen in Cannes. Auf der von Reed Midem organisierten MIPTV gewähren die Produzenten und Sender Schulterblicke in ambitionierte Projekte. Bei den MIP Drama Screenings wird klar: Tolle Geschichten gibt es überall und die Produktionswerte werden immer höher.

  • HACKER sueddeutsche: Kaum ein Hacker will zum BND Neulich hat der Bundesnachrichtendienst neue Mitarbeiter gesucht, aber nicht irgendwelche. „Sherlock Holmes im Cyberspace“, so war der Job umschrieben. Die Online-Stellenausschreibung hatte die Form eines Codes, den man knacken musste. Wie viele Bewerber das kleine Spiel mitgemacht haben, ist unklar. Groß war aber der Spott, den die Anzeige auslöste in den Blogs just jener Hacker, auf deren Bewerbungen der Geheimdienst dringend angewiesen wäre. In den USA – um den Vergleich aufzumachen – treten Spymasters wie der ehemalige NSA-Chef Keith Alexander schon mal auf Hacker-Kongressen auf. Sie werben für sich als Arbeitgeber, sie greifen auch tief ins Portemonnaie, um die Stars der Szene zu rekrutieren. In Deutschland wäre das unvorstellbar, hier beschimpfen die Hacker im Chaos Computer Club die Geheimdienste eher als „Stasi 2.0″, und wenn ein Geheimdienstchef auf ihrem jährlichen Kongress auftauchen würde, ginge sein Vortrag vermutlich in Buhrufen unter.

  • HASSKOMMENTARE heise: Zeitschriftenverleger kritisieren Gesetz gegen Hasskommentare im Netz: Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat das geplante Gesetz gegen Hasskommentare im Internet kritisiert. „Das läuft auf die staatliche Einsetzung privater Meinungspolizei hinaus“, sagte der VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Und das Ergebnis ist die Gefährdung der Meinungsfreiheit.“ Nach dem Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sollen Internetplattformen unter Androhung einer Geldbuße von bis zu 50 Millionen Euro alle strafrechtswidrigen Äußerungen entfernen.

  • MARKT golem: Deutschland kann seinen IT-Fachkräftemangel selbst lösen: In wohl keiner anderen Branche wird schon so lange und ausdauernd über den Fachkräftemangel lamentiert wie in der IT. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag betrachtet die Suche nach Fachkräften als eines der größten Probleme für IT-Firmen im Jahr 2017. Firmen beklagen die langen Zeiträume vom Schalten der Stellenanzeige bis zur Einstellung eines geeigneten Kandidaten. Laut einer Studie von Ende 2016 sind bundesweit rund 51.000 Stellen im IT- und Telekommunikationsbereich unbesetzt. Lösungsansätze kommen inmitten der Jammerei viel zu kurz. Dabei liegen sie auf der Hand: Wir müssen mehr und besser ausbilden – und mehr Frauen für einen Job in der Branche interessieren!

  • 1. APRIL horizont: Das sind die witzigsten Markenauftritte zum 1. April: Immer mehr Marken nutzen den 1. April, um mit – mehr oder weniger – witzigen Aktionen für Reichweite und Schmunzler bei der Zielgruppe zu sorgen. Der Trend geht sogar schon soweit, dass viele Werbungtreibende bereits in den Tagen vor dem „April Fool’s Day“ mit Scherzen um die Ecke kommen. HORIZONT Online hat sich alle angeschaut und zeigt die gelungensten Markenaktionen.

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China: Das Reich der Internetzensur

Zensur (adapted) (Image by stevepb [CC0 Public Domain] via pixabay)

Knapp jeder fünfte Internetnutzer auf der Welt sitzt hinter dem weltweit größten und ausgeklügelten System für Netzzensur. Im Internet-Freiheits-Ranking der Nichtregierungsorganisation Freedom House belegt China dank massiver Anstrengungen, bestimmte Inhalte aus der Wahrnehmung der eigenen Bürger zu streichen, weltweit den letzten Platz. Aufgrund Chinas ökonomischer Stärke und dem ausgeprägten politischen Willen, neueste Technik zur Verhinderung von Protesten zu nutzen, ist das chinesische System zum – wie es beschönigt heißt – „sozialen Management“ durchaus bemerkenswert.

Vor allem seit den Aufständen des Arabischen Frühlings, bei denen Social Media durchaus eine wichtige Rolle spielte, ist die chinesische Führung aufgrund der potenziellen Macht digitaler Kanäle besorgt. Hinzu kommt ein schwach ausgeprägtes Bewusstsein für Menschenrechte im Land, sodass die Zensurhürden für das Regime vor allem technischer Natur sind. Schon die Enthüllungen von Edward Snowden zeigten, dass selbst in liberalen Demokratien eine umfassende Überwachung möglich ist – und der öffentliche Aufschrei und die politischen Konsequenzen sich in Grenzen halten.

The Great Firewall of China

Selbst unternehmerische Riesen wie Google kommen nicht gegen die Macht des chinesischen Regimes an, das bereits wenige Monate nach dem Start des Internet im Land mit dem Blockieren von Websites begonnen hat. Schon 1997 prägte das Magazin Wired einen plakativen Begriff für die chinesischen Zensurmaßnahmen im Netz: „The Great Firewall of China“ – in Anlehnung an die bekannteste Sehenswürdigkeit des Landes. Das heutige System existiert in seiner Form jedoch erst seit Anfang der 2000er und setzt sich auch verschiedenen Komponenten zusammen. Die Blockade von unerwünschten Webseiten ist ein Standbein chinesischer Zensurbemühungen: von den 1.000 meistbesuchten Internetseiten der Welt werden laut der Nonprofit-Organisation Greatfire.org 176 in China blockiert. 15 der 18 global operierenden Nachrichtenseiten sind ebenfalls nicht zugänglich.

Dasselbe Bild ergibt sich bei sozialen Netzwerken. Von den 15 Diensten mit der weltweit größten Nutzerbasis werden sieben blockiert – davon profitiert natürlich vor allem die chinesische Internetindustrie. Fünf dieser acht nicht gesperrten Social Media-Anbieter stammen aus China. Prinzipiell hat man in China als Social Media-Anbieter nur zwei Möglichkeiten: sich aus dem aufgrund seiner Größe attraktiven Markt zurückziehen oder im Sinne des Regimes für das Verschwinden unerwünschter Inhalte sorgen.

Allerdings lässt sich die „Great Firewall“, die auch die Blockade bestimmter Ausdrücke wie „Tiananmen“ bzw. „June 4“ (Keyword Blocking) beinhaltet, durchaus mithilfe von VPN-Diensten oder schlicht der Nutzung anderer Ausdrücke für geächtete Begriffe umgehen. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele VPN-Nutzer wie in China. Zwar werden auch diese regelmäßig blockiert, jedoch lässt die chinesische Regierung auch Freiräume zu. Darüber hinaus gibt es für sämtliche amerikanische Social Media-Dienste chinesische Pendants, auf denen die Bürgerinnen und Bürger weitgehend unbeeinflusst von der Blacklist der Behörden kommunizieren können. Der Einfluss der „Great Firewall“ auf die öffentliche Meinungsäußerung ist laut Forschern entsprechend gering. Hierfür hat das chinesische Regime ein deutlich effektiveres System entwickelt.

Kritik zulassen, Proteste verhindern

Interessanterweise fand die Sperrung großer sozialer Netzwerke oft nach aufsehenerregenden Aufständen statt: YouTube im Nachgang der Proteste in Tibet, Facebook und Twitter nach den Unruhen in Xinjiang. Hinter diesem Vorgehen der chinesischen Regierung steckt ein größerer Zusammenhang: denn letztlich dürfte die größte Angst des kommunistischen Regimes darin liegen, dass sich Menschen im Internet organisieren und es dadurch zu Protesten kommt. Die entsprechende Handlungsmaxime: solche „kollektiven Handlungen“ („collective action“, wie es in der Forschung heißt) sollen um jeden Preis verhindert werden. Hierfür hat der Staat ein aufwändiges System der Nachzensur kreiert, das beinahe mit militärischer Präzision funktioniert. Der Großteil der Nachzensur erfolgt innerhalb von nur 24 Stunden, die das Potenzial zu „kollektiven Handlungen“ haben. Vor allem die Betreiber sozialer Netzwerke sind hier in der Pflicht: beim chinesischen Twitter-Pendant Weibo sind laut Berichten 150 Mitarbeiter in Zwölf-Stunden-Schichten für die Zensur verantwortlich.

In einer bahnbrechenden Studie gelang es Forschern der Harvard University vor einigen Jahren den weitverbreiteten Irrglauben zu widerlegen, dass das Zensieren regimekritischer Stimmen das oberste Ziel sei. Gary King, Jennifer Pan und Margarete Roberts fanden mithilfe einer umfangreichen Vorher-Nachher-Analyse chinesischer Social Media-Posts heraus, dass sich die Zensur positiver und negativer Kommentare zum Regime über alle untersuchten Themen hinweg die Waage hält. Bei heiklen Sachverhalten wird im Schnitt gerade mal jeder vierte Post zensiert, über alle Themen hinweg 13 Prozent. Solche Themen allerdings, die potenziell zum Zusammenschluss von Menschen führen könnten, kommen auf eine 60-prozentige Zensurquote – egal ob Pro oder Contra. Vor allem nach bestimmten Ereignissen wie der Verhaftung des Dissidenten Ai Weiwei schießen die Zensurmaßnahmen entsprechend der höheren öffentlichen Aufmerksamkeit in die Höhe. Die Schlussfolgerung: schlecht auszusehen scheint für das Regime nicht schlimm zu sein, solange man kollektives Handeln unterbinden kann.

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Image by King/ Pan/ Roberts (2013), How Censorship in China Allows Criticism but Silences Collective Expression: S. 337

Gezielte Ablenkung

Einen weiteren Beweis dafür, dass das chinesische Regime die Mechanismen des Internet verstanden hat, ist eine erst kürzlich erschienene Studie, ebenfalls durchgeführt vom Harvard-Dreigespann rund um Gary King. Ein weiteres Standbein der Verhinderung kollektiver Handlungen ist das Prinzip der systematischen Ablenkung. Lange wurde die sogenannte „50c-Party“ verdächtigt, gegen Bezahlung (50 Cent pro Post) positive Kommentare über das Regime zu verfassen – dafür gab es jedoch keine Beweise, weshalb vor allem Gerüchte die Berichterstattung dominierten.

Die Harvard-Forscher analysierten vor kurzem einen umfangreichen Leak aus dem Büro für Internetpropaganda, wobei sich zwei Umstände offenbarten. Erstens, die „50c-Party“ existiert und besteht hauptsächlich aus Regierungsmitarbeitern. Zweitens, das Verfassen der geschätzt 448 Millionen Posts jährlich hat nicht das Ziel, gegen skeptische Stimmen zu argumentieren, sondern für Ablenkung zu sorgen. Das einfache Ziel: die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf andere Themen lenken und bloß nicht die Narrative aus der Hand geben. Hier schließt sich auch wieder der Kreis zur Zensur: solche Kommentare häufen sich ebenfalls nach Ereignissen, die Potenzial für „collective action“ haben.

Zuletzt darf man die Wirkung der Selbstzensur nicht unterschätzen. Social Media-Dienste müssen von ihren Nutzern Realnamen und die persönliche ID verlangen, die dann mit den Datenbanken der Behörden abgeglichen werden. Das Verbreiten von Gerüchten wird beispielsweise drakonisch bestraft, Aktivisten werden für ihre Handlungen verhaftet, Webseiten werden von Hackern angegriffen. Solche Maßnahmen führen natürlich dazu, dass Menschen sich auf Social Media-Kanälen eher zurückhalten.


Image (adapted) „Zensur“ by stevepb (CC0 Public Domain)


 

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  • SOUNDCLOUD golem: Soundcloud geht wohl das Geld aus: Das Berliner Unternehmen Soundcloud soll seit vergangenem Sommer erfolglos versuchen, eine Finanzierung von 100 Millionen US-Dollar zu bekommen. Das berichtet das Onlinemagazin Recode unter Berufung auf Unternehmenskreise. Nun prüfe die Unternehmensführung einen Verkauf zu einem günstigeren Preis. Zuvor wurde ein Preis von 700 Millionen US-Dollar für Soundcloud verlangt. Mit dieser Summe hatten die Investoren die Firma bisher bewertet. In das Unternehmen wurden rund 250 Millionen US-Dollar investiert. Ein Kaufpreis, der diese Summe nicht unterschreitet, sei nun denkbar. Hinter Soundcloud stehen die Investoren Union Square Ventures, Index Ventures und Kleiner Perkins.

  • USA heise: Einreise in die USA: Kontrolle der Social-Media-Accounts wird getestet: US-Behörden haben in mehreren Testläufen untersucht, wie effektiv eine Kontrolle der Social-Media-Profile von Einreisenden wäre, um mögliche Gefahren abzuwehren. Das geht aus einem teilweise stark geschwärzten Bericht des US-Heimatschutzministeriums hervor, der nun veröffentlicht wurde. Demnach hat das Department of Homeland Security Ende 2015 und Anfang 2016 zwei solcher Tests durchgeführt, die US-Grenzpolizei ICE im August 2016 einen eigenen. Wie viele Personen insgesamt davon betroffen waren und welche Software zur Analyse der Profile eingesetzt wurde, bleibt aber geheim. Die automatische Analyse musste teilweise von Hand nachgeprüft werden.

  • SELFPUBLISHING selfpublisherbibel: E-Book-Markt: Wie sich das Selfpublishing weltweit entwickelt: Der etwa alle sechs Monate erscheinende Authorearnings-Report hat sich diesmal den englischsprachigen E-Book-Markt vorgenommen – und den Anteil von Amazon, Apple, Kobo und Barnes & Noble daran. Diese neue Perspektive ist interessant, weil sie zwei Dinge aufzeigt: die Dominanz von Amazon ist weit davon entfernt, weltumspannend zu sein, und der Anteil von Selfpublishern unterscheidet sich weltweit signifikant.

  • TYPOGRAPHIE sueddeutsche: Schluss mit dem Hass auf Comic Sans: Das Internet verstärkt große Emotionen. Selbst Schriftarten können zum Ziel einer digitalen Hasskampagne werden: Wer es wagt, Comic Sans zu benutzen, kann sich auf Spott und Häme einstellen. Im Netz kursieren zahlreiche Anti-Comic-Sans-Petitionen: „Ban Comic Sans“, „Ban Comic Sans from Gmail“ oder „Pour l’abolition du Comic Sans“, die Abneigung ist international. Die Betreiber der Website bancomicsans.com sind überzeugt, gegen die „Pest unserer Zeit“ vorzugehen. „Eine Schriftart hat genauso viel Ausdruck wie eine Stimme – und Comic Sans ist eine Stimme, die Doofheit und Naivität transportiert“, schreiben sie in ihrem Manifest. „Comic Sans zu benutzen ist, als würde man zu einem formalen Empfang in einem Clownskostüm erscheinen“. Dabei kann Comic Sans vielen Menschen mit Leseschwäche helfen, Texte zu erkennen. „Für manche Betroffene spielen Schriftart und Farbe eine große Rolle“, sagt Michaela Mayer, diplomierte Legasthenietrainerin und Vorstandsmitglied des Dachverbands Legasthenie Deutschland (DVL).

  • MARKT handelsblatt: „Niemand muss in seiner Freizeit dauernd berufliche Mails checken“: Ingrid Schmidt, Präsidentin des Bundesarbeitsgericht (BAG), ruft Arbeitnehmer dazu auf, in ihrer Freizeit keine beruflichen Mails zu lesen. Außerdem forderte sie deutsche Unternehmen auf, über ihre Arbeitszeitkultur nachdenken. „Das jetzige Arbeitszeitrecht kommt an seine Grenzen“, sagte die Gerichtspräsidentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Niemand müsse in seiner Freizeit andauernd berufliche Mails checken.

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Netzpiloten sind Partner des Mobile Advertising Summit

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Am 30. März findet in Berlin der Mobile Advertising Summit statt. Dieser Gipfel beschäftigt sich mit den Fragen nach der Konzeption und der Umsetzung von Werbung auf mobilen Screens. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Wirkung, Formaten und Technologie. Das Motto lautet: Werbung „neu“ denken. Der Veranstalter ist das Magazin „Adzine“ für Online-Marketing.

Zu den Experten, die vor Ort referieren, zählen unter anderem:

Claudia Bauhuber und Philipp Thurmann werden am Vormittag einen Vortrag zum Thema „Social is mobile!“ halten. Das Thema „Mobile Insights“ stellt Ben Martin vor. Gegen Mittag werden sich Martin Lütgenau, Jens Barczewski und François Roloff mit dem Thema „Mehr ‚Wumms‘ in Mobile – Wirkungsvolle Formate auf skalierbarer Reichweite!“ beschäftigen. Vermarkter und Mediaagenturen diskutieren dabei die Erfordernisse des Marktes und betrachten die bestehenden Lösungen vor dem Hintergrund von Standardisierung und Skalierbarkeit. 

Die Location ist der Palais der Kulturbrauerei in Berlin. Hier könnt ihr euch für den Mobile Advertising Summit anmelden. Das Ticket verschafft euch Zugang zur Konferenz und zum Aftershow-Get-Together sowie zu Fotos von der Veranstaltung. Außerdem könnt ihr euch die Vorträge als PDF runterladen. Während der Konferenz könnt ihr euch am Frühstücks- Mittags- und Kaffeepausenbuffet bedienen. Es werden durchgehend alkoholfreie Heiß- und Kaltgetränke angeboten.

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  • JOURNALISMUS medienpolitik: „Journalismus braucht Zeit für Recherche“: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass das Spiel mit der Aufmerksamkeitsspirale zum Kalkül der Terroristen gehört. Sie wollen Angst und Schrecken verbreiten, Menschen einschüchtern und unseren ‘way of life‘ dadurch zerstören. Medien, die unter dem Druck von Wettbewerb und Geschwindigkeit alle Distanz aufgeben, machen das Geschäft der Terroristen“, analysiert Peter Frey in einer Reflektion der Terroranschläge 2016 und der Berichterstattung der Medien. „Wir dürfen uns von der schrillen Stimmungsmache einer Minderheit nicht so sehr treiben lassen“, so der ZDF-Chefredakteur weiter. Die große Mehrheit schätze und vertraue dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, aber es gelinge einer kleinen Gruppe von Leuten, via Social Media und politisch verstärkt durch Rechtspopulisten das Klima insgesamt zu vergiften.

  • POLITIK heise: Wie das Silicon Valley auf Trumps Einreiseverbot reagiert: Nach Trumps Einreiseverbot für Bürger von sieben mehrheitlich muslimischen Staaten haben sich Vertreter der Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley an die Spitze der Proteste gestellt. Netflix-CEO Reed Hastings bezeichnete Trumps Entscheidung als „so unamerikanisch, dass es uns alle schmerzt.“ Manager von Slack, Box, Twitter und weiteren Firmen äußerten sich ähnlich deutlich – nachdem zuvor einige andere wie Mark Zuckerberg, Satya Nadella und Tim Cook den US-Präsidenten nur vorsichtig kritisiert hatten.

  • DIGITALISIERUNG t3n: Digitale Transformation: Unternehmen im Drift-Modus: Wenn es um die digitale Transformation von Unternehmen und Organisationen geht, lautet eine der häufigsten Management-Aussagen: „Digitale Transformation ja, aber wir müssen die Menschen mitnehmen.“ Erstens: Im „Müssen“ klingt viel Fremdbestimmung an – statt Gestaltungswille. Und zweitens: Ein „Aber“ ist immer eine Relativierung des zuvor Gesagten. Passender erscheint mir daher ein „Und“. Verändert man die Interpunktion noch leicht, dann wird aus dem Satz: „Digitalisierung? Ja, und wir wollen die Menschen mitnehmen.“ Was dieses Vorhaben mit Querbeschleunigung zu tun hat, möchte ich hier ausführen.

  • WHATSAPP sueddeutsche: Deutsche Verbraucherschützer verklagen Whatsapp wegen Datenweitergabe: Deutsche Verbraucherschützer ziehen in ihrem Streit mit Whatsapp vor Gericht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) verklagt Whatsapp, weil das Unternehmen angekündigt hatte, Nutzerdaten an den Mutterkonzern Facebook weiterzugeben. Im August änderte Whatsapp seine Datenschutzbestimmungen. Das Unternehmen räumte sich damit das Recht ein, Daten von Verbrauchern mit Facebook zu teilen. Betroffen sind etwa Telefonnummern von Whatsapp-Nutzern, aber auch Informationen darüber, wie häufig diese den Messenger verwenden. Die Verbraucherschützer halten diese Änderung für rechtswidrig und haben deshalb Klage vor dem Landgericht Berlin eingereicht.

  • NOKIA golem: Neues Nokia-Handy kommt für 40 Euro nach Deutschland: Das finnische Unternehmen HMD Global vertreibt das Handy Nokia 150 auch in Deutschland. Das Mobiltelefon ist bei Mobilcom-Debitel für 40 Euro erhältlich. Der Preis liegt etwas höher als die bei der Präsentation im Dezember 2016 angekündigten 26 US-Dollar, was unter anderem am Wechselkurs, an Steuern und Gema-Abgaben liegen dürfte.

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Man braucht eine Gemeinschaft, um ein Start-up zu errichten

Es ist eine alte Weisheit, dass man ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind aufzuziehen. Gleichermaßen braucht man eine Gemeinschaft, um ein erfolgreiches Start-up-Unternehmen zu errichten, das wächst, skaliert und zu einer gesunden Wirtschaft beiträgt. Das war die Nachricht von Brad Feld, einem großen, weltweit agierenden Risikokapitalanleger und Mitbegründer von TechStars, als er zum Zentrum für Businesswachstum der UniSA kam, um mit Risikoanlegern, ‚Business Angels‘, Wachstumsunternehmern, Politikern, Gemeindevorsitzenden und Studenten zu reden.

Seine Nachricht war klar: Start-up-Gemeinschaften können in Städten mit 50.000 und mehr Einwohnern gegründet werden. Obwohl Größe nicht zählt, tun es Gemeinschaftsverhalten und Start-up-Dichte. Wir in Australien beschäftigen uns viel mit unternehmerischen Ecosystemen. Wir zeichnen sie auf und analysieren ihre Stärken und Schwächen. Unsere Analysen sind klinisch und datenbezogen: Hier finden sich Zahlen der gestarteten Unternehmen, Zahlen der verfügbaren Kollokationsflächen und die Menge des angelegten Geldes jedes Jahr.

Nachdem man Brad angehört hat, ist klar, dass dies allein nicht ausreichen wird. Australien ist immer noch zu weit entfernt vom Prozess, Unternehmen zu starten und zu vergrößern. Wir brauchen mehr Menschen, die gewillt sind, sich diesen Prozess zu erarbeiten und daran teilzuhaben. Ein Unternehmen zu starten und vor allem zu vergrößern, ist nicht so einfach zu handhaben. Es reicht nicht, beschreiben und diagnostizieren zu können. Wir müssen uns viel mehr persönlich in unsere australischen Start-ups einbringen.

In den letzten Jahren sind wir besser darin geworden, Menschen darin zu bestärken, Dinge einfach auszuprobieren und ein neues Geschäftsmodell zu starten. Aber es ist oft noch ein langer Weg, bis man Unterstützung erhält, um ein wachstumsstarkes Unternehmen zu werden. Dazu gehören vor allem ie Faktoren Wissen, Betreuung, eine gewisse Geldmenge, Märkte und Kunden. Und wir hätte beinahe einen großen Teil des Ganzen vergessen: Unternehmern zu zeigen, wie sie elegant scheitern – um sie dann bei einem Neubeginn zu unterstützen und nicht aufzugeben. Kurzum- wir müssen Start-up-Gemeinschaften bilden; nicht nur Start-ups, die eigentlich Ecosysteme sind.

Brad verdeutlichte einige essentielle Elemente für eine dynamische Start-up-Gemeinschaft:

  • Menschen, die ein Unternehmen starten wollen, auch Betreuer und Unterstützer der Unternehmer, die es versuchen, scheitern und versuchen es erneut
  • Gemeindeführer mit einer 20-jährigen Perspektive, die sich auf den Aufbau einer Kultur, in der der Versuch, das Risiko, Scheitern und die Hilfe von CEOs, um erfolgreich zu sein, die Norm ist
  • Menschen, die ihr Eigeninteresse beiseite legen können und sich auf das Geben (von Ideen, Zeit, Rat, Geld) konzentrieren, ohne eine Belohnung zu erwarten
  • Menschen, die Außenseiter willkommen heißen und Unterschiede wertschätzen – egal, ob es um das Geschlecht, die Perspektiven, Kulturen, Wissen und Erfahrung geht.

Wir müssen unsere Einstellungen anpassen und unsere Erwartungen danach richten, wie viele Start-ups eigentlich erfolgreich sind, welche Werte zu erwarten sind, wie schnell sie wachsen und wie viel Unterstützung sie brauchen. Nur wenige der größten Unternehmer der Welt haben es bei ihrem ersten Versuch geschafft; normalerweise braucht es einige Misserfolge und Wendungen, um es richtig zu machen. Kinder werden nicht über Nacht zu Erwachsenen, und nicht alle werden Wissenschaftler. Es kann nicht jede Investition ein Erfolg werden – und wir können nicht warten, bis wir absolut sicher sind, dass es einer wird.

Einmal investierte Brad 25.000 US-Dollar in 75 Start-up-Unternehmen und er verdoppelte von einigen den Wetteinsatz. Hat er Geld verloren? Ja – er verlor bei den meisten sein Geld. Aber das Geld, das er einnahm, übertraf die Gesamtmenge der gesamten Investitionen. Viele der Unternehmer, die beim ersten Mal gescheitert sind, starteten ein neues Unternehmen und er investierte beim zweiten Mal in sie – im Wissen, dass sie dieses Mal viel mehr über den Start-up-Prozess wussten als zu der Zeit, wo er seine erste Investition machte. Beim zweiten Mal bilanzierte Feld: „Man wäre ein Idiot, wenn man sie nicht unterstützen würde“.

Leider gibt es keinen Start-up-Simulator, mit dem Unternehmer üben und lernen können, was alles schieflaufen kann, also müssen wir sie alle bei ihrer Entwicklung unterstützen. Je stärker die Start-up-Gemeinschaft ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass manche Unternehmen wachsen und skalieren, die wiederum anderen Unternehmen dabei unterstützen können, zu verstehen, wie man wächst und skaliert. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Start-ups über die Werkzeuge, das Wissen und die Strukturen verfügen, die ihnen verstehen helfen, was hier vor sich geht.

Wir müssen erfahrene CEOs bestärken, sich als Mentor einzubringen und ihre Erfahrungen beim Starten, Wachsen und Verlassen von Unternehmen teilen. Wir müssen diejenigen ausbilden, die Risikokapitalfonds investieren, sowohl mithilfe von Venture Capital als auch als ‚Business Angel‘, um mehr realistische Erwartungen an die Zeitfenster der Kapitalrendite zu bekommen. Wenn wir diese Art unterstützender Gemeinschaft bilden, wird die Dichte der Start-ups ansteigen, die Zahl der erfolgreichen Unternehmen wird zunehmen, es wird mehr Jobs geben, Investoren kommen gut voran und Australien wird florieren wie nie zuvor.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „hands“ (adapted) by geralt (CC0 Public Domain)


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  • BND heise: BND-Spionage: Pofalla hat Kanzlerin nie über ausgespähte Freunde informiert: Eine Art „Warten auf Godot“ war schuld daran, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Sommer und Herbst 2013 mehrfach ihre berühmte Parole ausgab, dass Ausspähen unter Freunden gar nicht gehe, und der Bundesnachrichtendienst (BND) dies just parallel praktizierte. So stellte zumindest der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla die vertrackte Lage im Jahr der ersten Snowden-Enthüllungen am Donnerstag im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags dar.

  • KÜNSTLICHE INTELLIGENZ nzz: Wie die Computer gelernt haben, zu bluffen: Vor zwei Wochen war der Mensch noch klar der Favorit, in den Wettbüros galt der Sieg des Menschen als sehr wahrscheinlich. Doch nun hat sich das Blatt gewendet, die Maschine hat Oberhand gewonnen. Im Rivers Casino in Pittsburgh, Pennsylvania, liefern sich seit dem 11. Januar ein Computer und professionelle Poker-Spieler einen spannenden Kampf im Rahmen einer „Brains vs. Artificial Intelligence“ genannten Veranstaltung. Auf der einen Seite sitzen vier junge Poker-Profis: Jimmy Chou, Dong Kim, Jason Les und Daniel McAulay. Sie treten an gegen eine Libratus genannte Software, die an der Carnegie Mellon University (CMU) von dem Computerwissenschafter Tuomas Sandholm und Noam Brown, einem Doktoranden, entwickelt wurde. Es ist die in amerikanischen Casinos übliche Poker-Variante, die hier gespielt wird, sie wird Heads-Up No-Limit Texas Hold’em genannt.

  • INTERNATIONAL politik-digital: Meilenstein 2017: Hälfte der Weltbevölkerung online: Jedes Jahr veröffentlicht die Agentur We Are Social einen Bericht über Trends im Hinblick auf die weltweite Nutzung digitaler Endgeräte, den globalen Internetzugang und die Veränderungen in der Nutzung von sozialen Netzwerken. Zusammen mit Hootsuite, einer Social Relationship Plattform, wurden Statistiken von 238 Ländern ausgewertet und mit den Statistikerhebungen von 2016 verglichen, somit entstand „Digital in 2017 – Global Overview“. Dieser umfassende Bericht vergleicht und analysiert nicht nur die Veränderungen zum vergangen Jahr, sondern zieht auch einen Regionen- und Ländervergleich.

  • MARKT horizont: Smartphone-Suche und YouTube treiben Google-Geschäft: Der Alphabet-Umsatz wuchs im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 22 Prozent auf gut 26 Milliarden Dollar (24,2 Mrd Euro). Der Gewinn stieg von 4,9 auf 5,33 Milliarden Dollar, wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Dennoch enttäuschte der Internet-Riese die Erwartungen der Analysten. Sie hatten mit einem bereinigten Gewinn von 9,62 Dollar pro Aktie gerechnet, Alphabet erreichte stattdessen 9,36 Dollar. Der Kurs fiel nachbörslich um gut zwei Prozent.

  • PORSCHE t3n: Berlin statt Stuttgart: So will Porsche von Startups Digitalisierung lernen: Das emotionale Selbstfahren, wie Sven Lorenz es nennt, bleibe auch zukünftig allen erhalten, die sich einen Porsche kaufen. Eigenständiges Lenken und Gasgeben sei schließlich „das Herzstück“ der Marke, auch neue technologische Konzepte wie das autonome Fahren würden daran erst einmal nichts ändern. Sven Lorenz ist Leiter des Bereichs Informationssysteme. Er sitzt neben mir auf einer Holzbank, hinter uns ist ein freistehender giftgrüner Smeg-Kühlschrank platziert, in einer Porzellanpyramide daneben liegen Ingwerwurzeln und Zitronen.

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Check-up Ireland: Stuck in the Middle – Wir stecken fest

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden zwölf Monate werde ich nun die „Tech-Insel“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. 

Irlands Tech-Entscheider schauen sorgenvoll auf Trump & Brexit

In dieser Kolumne warf ich erst vor kurzem einen durchaus positiven Blick auf das vergangene Jahr. Zu Beginn des neuen Jahres gehen viele Blicke sowohl nach Westen über den Atlantik als auch nach Osten über die Irische See nach London. Noch bis vor wenigen Monaten ließ Irlands Sandwich-Position zwischen den USA und dem so wichtigen Handelspartner Großbritannien Politiker und Industrielle im Einklang endlose Jubelarien auf den Standort-Vorteil der Iren anstimmen. Die Wahl von Donald Trump und die Entscheidung der Nachbarn für das Brexit sorgten jedoch für tiefe, übelklingende Kratzer auf dieser altbewährten Platte. Nun kramt manch einer „Stuck in the Middle with you“ der Gruppe ‚Stealers Wheel‘ hervor: „Clowns to the left of me, jokers to the right, here I am stuck in the middle with you!“

Sowohl Milliarden-Investitionen von US-Firmen als auch der rege Handel mit den Briten hatten schon immer auch viel mit Steuern und Zöllen zu tun. Was wird sich links und rechts ändern und was bedeutet es für Irland? 

Trump to the left

Noch weiß niemand genau (wahrscheinlich auch er selbst nicht), welche seiner Wahlversprechen Donald Trump wirklich umsetzen wird. Ein Zentralstück seiner Wirtschaftspolitik sollen aber erhebliche Steuersenkungen werden. Unter anderem war im Wahlkampf immer wieder die Rede davon, den Körperschaftssteuersatz von 35 Prozent auf 15 Prozent zu senken – eine Zahl, die in Irland, wo der Leitsatz 12,5 Prozent beträgt, Sorgenfalten auf die Stirnen der Ansiedlungspolitiker treibt. Zu stark ist noch die Abhängigkeit der irischen Wirtschaft von Multinationals, vor allem aus den USA, die insgesamt rund 200.000 Menschen beschäftigen. Facebook, Microsoft, Google und Apple gehen dabei vorneweg. 

Jede auch noch so kleine Änderung bei der Körperschaftssteuer wird direkte Folgen in Irland nach sich ziehen. Zwar hat es in den letzten 30 Jahren auf US-Seite keine signifikanten Änderungen gegeben und jede Administration, auch wenn sie von einem Lautsprecher wie Trump geleitet wird, tut sich schwer daran, spürbar UND schnell an der Körperschaftssteuer zu drehen. Da diese rund zehn Prozent des US-Steueraufkommens ausmacht, werden Donald Trump und seine Berater vorsichtig zu Werke gehen müssen, damit der Schuss, der US-Unternehmen und ihre Steuern nach Hause locken und die Wirtschaft erstarken lassen soll, nicht nach hinten losgeht. Zu bedenken ist auch, dass schon heute ein Teil der Profite von US-Unternehmen mit irischen Tochterfirmen sowohl in Irland als auch in der Heimat besteuert werden.

Auf Twitter drohte Trump jüngst diversen Autoherstellern mit Einfuhrzöllen falls Fabriken nicht ins Homeland zurückverlagert werden sollten. Zweifelsohne spielt die Tatsache, dass es sich bei dem Land, aus dem die Produktion zurückgebracht werden soll, um dessen Lieblingsfeind Mexiko handelt, eine besondere Rolle. Toyota und Chrysler gaben auch schnell nach und kündigten Milliarden-Investionen in den USA nach. Könnten den Drohungen an Auto-Bosse via Twitter bald Drohungen an Tech-Bosse bei Facebook oder Google (nicht bei Twitter, die weder in Irland noch in den USA Profite machen) folgen? Noch ist nichts derart in Sicht. Doch zum einen ist Donald Trump unberechenbar und zum anderen benötigen Investoren – egal ob in der Auto-Industrie oder in Tech – Sicherheit. Und da die alles andere als gegeben ist, warten viele Investoren erst einmal ab.

Brexit to the right

Noch spricht die britische Regierung mehr- und vor allem unstimmig darüber, wie das mit dem Brexit genau funktionieren soll. Dies sorgt in der Wirtschaft ebenso für Unsicherheit wie die bangen Fragen, was genau Trump so vorhat. Und genau wie Trump reden auch britische Politiker davon, den Körperschaftssteuersatz zu senken. Nur greift die Unsicherheit in Bezug auf den (noch) gemeinsamen Handels- und Reiseraum mit dem Vereinigten Königreich und was wohl daraus werden möge, wenn der Brexit umgesetzt wird, schon jetzt spürbar um sich – noch bevor der Artikel 50 des EU-Vertrags überhaupt aktiviert wurde. Zwar macht man sich in Bereichen wie FinTech berechtigte Hoffnungen, dass Finanzunternehmen Investitionen von London nach Dublin verlegen werden, um weiterhin Zugang zum einheitlichen EU-Markt zu haben. Da hört es dann aber auch auf. So manch ein Unternehmen hält Investitionen, was den britischen Markt betrifft, erst einmal zurück. Andere denken gar darüber nach, den Firmensitz nach Großbritannien zu verlagern, was dann Sinn macht, wenn zwei Drittel der Kunden dort sind und es zu lange dauern würde, neue Märkte zu erschließen.

Über Jahre hinweg konnten irische Firmen sich darauf ausruhen, dass in Bezug auf den wichtigsten Handelspartner in Europa die Fähigkeiten der Mitarbeiter ideal waren. Man spricht die gleiche Sprache und der Nachwuchs ist technisch gut ausgebildet. Dem Ausruhen folgt jetzt aber mehr und mehr die Unruhe – und neue Fragen: Kennt sich bei uns eigentlich jemand mit Ausfuhrzöllen aus?


Image “ireland” by belindasoundso (CC0 Public Domain)


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  • DATENSCHUTZ golem: Gibt es 2017 den ersten Internetminister?: Die SPD nennt neben dem Breitbandausbau noch die Themen Gute Arbeit 4.0, digitale Bildung, Datensicherheit und Datensouveränität, die Internationale Charta „Digitale Grundrechte“ sowie Netzneutralität. Die FDP hat auf ihrem Parteitag im April 2016 schon ein recht ausführliches Papier zu den Chancen der digitalen Gesellschaft vorgelegt. Die zentralen Themen darin lauten Bildung, Arbeit, Datenschutz, Wirtschaft und Mobilität, Gesundheit und E-Government. Die CSU nennt ähnliche Politikfelder.

  • DIGITALISIERUNG nzz: Willkommen in der digitalen Diktatur: Vor kurzem weigerte ich mich am Berliner Flughafen, durch einen sogenannten «Nacktscanner» zu gehen. Ich bestand auf einer manuellen Kontrolle und wurde von den leicht verärgerten Security-Mitarbeitern sofort belehrt, dass es so etwas wie „Privatsphäre“ hier nicht gebe, schliesslich wolle ich ja fliegen. Inzwischen sehe ich diesen Fall eher als ein Beispiel für rührende Alltagsnaivität an.

  • ALEXA zeit: Alexa kriegt sie alle: Alexa ist überall. Mal taucht sie im Kühlschrank auf, mal wartet sie im Auto. Sie kann richtig laut werden, sitzt aber auch ganz leise im Kinderzimmer, und wenn man sie höflich bittet, passt sie auf, dass niemand zu Hause einbricht. Zwischendurch wirft sie noch die Waschmaschine an und dimmt das Licht, damit die Stromrechnung nicht zu hoch wird. Alexa ist ein Multitalent – und deshalb wie schon im vergangenen Jahr ein Star auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas.

  • GOOGLE googlewatchblog: Detroit Auto Show: Google-Schwester Waymo zeigt die neuen selbstfahrenden Chrysler Pacifica [Galerie]: Bei der Google-Schwester Waymo geht es weiterhin Schlag auf Schlag: Vor nicht einmal einem Monat wurde die Gründung des Unternehmens bekannt gegeben und wenige Tage später hatte man einen ersten Blick auf die neuen Fahrzeuge erlaubt. Jetzt wurde verkündet, dass die ersten Fahrzeuge der neuen Flotte noch in diesem Monat auf die Straßen kommen. Außerdem hat CEO John Krafcik das Geschäftsmodell des Unternehmens noch einmal klar gestellt.

  • MARKETING horizont: „Marketing muss heute keine dominante Führungsfunktion mehr einnehmen“: Auch mit seinen knapp 80 Jahren steigt Heribert Meffert, emeritierter Professor am Marketing Center Münster (MCM), noch regelmäßig die vier Stockwerke zu seinem Schreibtisch hoch – und scherzt: „Je höher man im Leben kommt, desto kleiner wird das Büro.“ Im Interview mit HORIZONT spricht der „Marketingpapst“ über die heutige Rolle der Zunft, aktuelle Buzzwörter und die Dominanz der Digitalisierung.

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  • FACEBOOK sueddeutsche: Inside Facebook: In unscheinbaren Büros in Berlin arbeiten 600 Leute unter Ausschluss der Öffentlichkeit an etwas, das 28 Millionen Menschen in Deutschland und 1,8 Milliarden auf der ganzen Welt betrifft: Was darf auf Facebook gezeigt werden – und was nicht? Erstmals sprechen Mitarbeiter des Löschteams über ihren psychisch belastenden Arbeitsalltag und die Lösch-Regeln, die Facebook bislang unter Verschluss gehalten hat. Bereits seit Herbst 2015 lässt Facebook auch in Berlin Beiträge löschen, mit Hilfe der Bertelsmann-Firma Arvato. Doch Details zu den genauen Löschregeln oder zu Qualifikation und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter, die dort jeden gemeldeten Beitrag überprüfen, hat das Unternehmen selbst auf Druck des Bundesjustizministeriums nicht öffentlich gemacht. Reportern des SZ-Magazins ist es in monatelanger Recherche gelungen, mit vielen derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitern der Berliner Löschtruppe zu sprechen.

  • DIGITALER WANDEL shz: Schleswig-Holstein 4.0? Albig will digitalen Wandel nutzen: Der digitale Wandel kann bisherige Nachteile des eher ländlich geprägten Schleswig-Holstein wett machen – davon ist Torsten Albig überzeugt. „Geografische Randlagen spielen in einer digitalen Welt keine Rolle mehr“, sagte der SPD-Ministerpräsident am Donnerstag in einer Regierungserklärung zur Digitalstrategie im Landtag. „Digitales Lernen geht an jedem Ort zu jeder Zeit – auch bei Land unter auf der Hallig Hooge.“ Die Regierung wolle die Chancen nutzen und habe deshalb im kommenden Jahr 161,3 Millionen Euro für den digitalen Wandel eingeplant, 25,9 Millionen Euro mehr als 2016.

  • STARTUP gruenderszene: Diese Gründer organisieren Bestattungen übers Internet: Die drei Gründer Björn Krämer, Peter Kautz und Heiko Reintsch versuchen eine Branche zu digitalisieren, die analoger kaum sein könnte: Bestattungen. Genauer: die Bestattungsplanung. Über das Portal Mymoria können die Hinterbliebenen, Bestattungen online organisieren und buchen, erklärt Mitgründer Björn Krämer das Konzept des Berliner Startups. Nutzer erhalten Angebote für Bestattungen, können Urnen oder Särge auswählen oder auch Traueranzeigen entwerfen. Zudem haben die Nutzer die Möglichkeit, ihre eigene Beisetzung für die Zukunft zu planen.

  • VORRATSDATENSPEICHERUNG heise: Kommentar: Vorratsdatenspeicherung beim BND? Lasst das!: Vergangenen Mittwoch war ich in Leipzig. Vor dem Bundesverwaltungsgericht wurden Klagen gegen den Bundesnachrichtendienst verhandelt. Sie betrafen zum Einen die schon länger bekannte Überwachung des Internetverkehrs, zum Anderen aber auch die erst kürzlich bekannt gewordene massenhafte Speicherung von Telefonverbindungsdaten im System VerAS. Was in der Verhandlung vor Gericht alles zu Tage kam, verschlägt selbst erfahrenen Beobachtern die Sprache: Aufgrund so genannter G-10-Anordnungen, die durch ein parlamentarisches Kontrollgremium genehmigt werden, müssen Telekommunikationsunternehmen dem Auslandsgeheimdienst ganze Datenströme zuleiten. Die dürfen die Schlapphüte nach den ihnen genehmigten Suchkriterien durchforsten und die Treffer anschließend auswerten. Den riesigen Rest müssen sie sofort löschen. Soweit, so ungut, aber immerhin nach Recht und – schlechtem – Gesetz.

  • APP golem: Schnauzbart rockt Smartphone: Aufregung im Märchenland: Prinzessin Peach wurde von einem Monster entführt! Klar – langjährige Fans der Spiele von Nintendo werden angesichts dieses Verbrechens nur gähnen. Aber Super Mario Run richtet sich nicht nur an Menschen, denen die immer gleiche „Handlung“ bei Mario-Spielen inzwischen egal ist. Stattdessen dürfte das Jump-and-Run weit über die bisherige Zielgruppe hinaus auf Interesse stoßen. Es gibt Analysten, die langfristig mit mehr als 1,5 Milliarden (!) Downloads der kostenlosen Version und mit einer hohen Conversionsrate rechnen.

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Die vermessene Ökonomie – Es könnte auch alles ganz anders sein

Es ist wohl ein Mythos, dass Unternehmen den Wettbewerb befürworten oder gar fördern. Sie hassen den Wettbewerb, sie tun alles, um ihn auszuhebeln. Sie wollen den maximalen Erfolg, aber nicht den maximalen Wettbewerb. Um wirklich uneingeschränkt effizient am Markt agieren zu können, müssen wir uns in egozentrische und amoralische Rechenmaschinen verwandeln, schreibt Colin Crouch in seinem Buch „Die bezifferte Welt“: „Wenn wir uns selbst als Rechenmaschinen begreifen, sind wir bei der Ausrichtung unseres Handelns moralischen Kriterien gegenüber immun.“

Alles soll berechenbar sein

Es dominiert der Primat der Zahlungsfähigkeit, der jegliche inhaltlichen Aspekte auslöscht. Bürger, Kunde, Objekt. Ein zentraler Anspruch der neoliberalen Ideologie und der neoklassischen Märchenerzählung ist, dass sie das Individuum in den Mittelpunkt rücke und daher humaner sei. Die Wirtschaftstheorie fischt lediglich ein bestimmtes Merkmal heraus und verabsolutiert es: unsere Fähigkeit zur pseudo-rationalen Berechnung unseres Vorteils und der Wege, auf denen wir ihn maximieren können. „Außerdem verlangt sie, dass sich dieser Vorteil in Form eines Geldbetrags ausdrücken lassen muss, da sie Geld zum einzigen Maßstab der Bemessung des Werts von Waren und Gütern einerseits und zum einzig verlässlichen Motivator unseres Handelns andererseits erklärt. Damit der Markt funktioniert, müssen alle Dinge, nach denen Menschen ein Bedürfnis haben, miteinander verglichen werden können. Andernfalls ist eine rationale Entscheidung der Frage, wo unser größter Vorteil liegt, nicht möglich. Infolgedessen werden alle Dinge, die sich entweder nicht in einen Geldwert umrechnen lassen oder durch diese Umrechnung irreparabel Schaden nähmen, als unbedeutend verworfen“, so Crouch.

Auch der Ökonomismus ist ein Werturteil

Alles andere blendet man aus, weil es ja zu verzerrenden Werturteilen führen könnte. Eine Erfahrungswissenschaft dürfe keine verbindlichen Normen oder Ideale ermitteln, um daraus für die Praxis Rezepte ableiten zu können. Im Gefolge des Werturteilstreits hat sich die Mehrheit der Ökonomen der Ansicht angeschlossen, die Wirtschaftswissenschaften hätten nicht über die Ziele des Wirtschaftens zu befinden, sondern dienten allein einer Aufklärung über den intelligentesten Gebrauch knapper Mittel, erläutert Professor Claus Dierksmeier vom Weltethos-Institut im ichsagmal.com-Interview.

Aber schon diese Reduktion ist ein Werturteil. Etwa die Anwendung des Ökonomismus auf alle Lebensbereiche, von Schule bis Medizin. Wir werden ausschließlich als Kunden betrachtet, als Objekt der Begierden. Man merkt es an der Unternehmenskommunikation, die darauf ausgelegt ist, uns mit weltweit führenden Wortblähungen zu verscheißern. Wir werden mit wohlklingenden Versprechungen umworben, also mit Angeberei und haltlosen Behauptungen. Und das führt zu einer fatalen Schieflage: „In einer Gesellschaft, in der alle öffentlichen Räume von Botschaften überflutet werden, die im Konsumieren die Antwort auf alle Lebensfragen versprechen, hat es ein an Wahrhaftigkeit ausgerichteter Diskurs um das gute Leben schwer. Dies untergräbt die kulturellen Voraussetzungen moralischer und politischer Autonomie“, kritisiert Dierksmeier in seinem Opus „Qualitative Freiheit“.

Scheinheilige Abstinenz in der Ökonomik

In der Ökonomik regiert eine scheinheilige Abstinenz bei Werturteilen. Etwa bei der „Konsumentensouveränität“, die einfach die Egozentrik von Einzelentscheidungen aggregiert und sie in der Summe als Wohl der Allgemeinheit ausspuckt. Wie von Geisterhand. Eine mathematische Schimäre, die politischen Reformen im Weg steht – zum Nachteil des Gemeinwohls und zum Vorteil für privilegierte Machteliten. Wir beschränken uns auf eine abstrakt-quantitative wirtschaftliche Freiheit eines Konsumentenstaates auf Kosten von qualitativen Freiheiten einer realen Bürgergesellschaft. Dierksmeier plädiert für einen qualitativen Liberalismus in Konfrontation mit oligarchischen und plutokratischen Strukturen. Pseudo-Liberale, die sich unter dem Deckmantel wirtschaftlicher Freiheiten ausbreiten, demontieren die Freiheit- und Bürgerrechte. Wer anderen vorschreibt, Freiheit sei allein quantitativ zu verstehen, also als Maximierung von Erträgen, Nutzen, Profiten und Einkommen, der verstößt selber gegen jene von Liberalen hochgehaltene Freiheit zur bürgerlichen Selbstbestimmung, betont Dierksmeier.

Die Kollateralschäden der Deregulierung

Man braucht sich nur die Kollateralschäden der Deregulierung anschauen, um die  Werturteilsfreiheit, die in VWL-Lehrbüchern fast religiös gepredigt wird, werten zu können. Etwa beim Investment-Banking, beim Buchhaltungsrecht oder im Sicherheitssektor. Stichworte wie WorldCom-Pleite, Lehman-Untergang, Savings and Loans-Debakel, Enron-Arthur-Andersen-Skandal mögen da ausreichen. Wir könnten jetzt noch VW, Deutsche Bank, Thyssen, RWE und Co. hinzufügen. Es gibt kein Naturgesetz und keinen Automatismus in der Ökonomik, um für Wohlfahrt zu sorgen. Es sind qualitative Bedingungen, die auch ganz anders gestaltet werden können, meint der Astrophysiker und Naturphilosoph Harald Lesch in der Philosophie-Sendung von Richard David Precht.

Was kann man ändern jenseits der Erbsenzählerei, die sich in Algorithmen, ceteris paribus-Formeln und sonstigen von Menschen gemachten mathematischen Rechenexempeln verstecken.

Auch in Algorithmen verstecken sich Werturteile

Der Mensch ist viel mehr als die Summe von Daten, die die Wirklichkeit gewichten und somit manipulieren. Es gibt in der Ökonomik keine störungsfreie Laborsituation. „Die Wirklichkeit wird durch qualitative Entscheidungen bestimmt“, sagt Lesch. Mit den Methoden der Himmelsphysik, wo im luftleeren Raum alles funktioniert, kommen wir in der Gesellschaft nicht weiter. Jeder ist gefordert, seine Entscheidungen zu begründen und sich nicht hinter Formeln, Kennzahlen, Rankings, aufgeblähten Umsätzen und Renditen zu verstecken. „Es muss grundsätzlich eine Änderung der Ökonomik herbei geführt werden, die nicht mehr von mechanistischen Paradigmen geprägt ist“, fordert Dierksmeier.

Auch Formelkonstrukteure müssen sich einem normativen Diskurs stellen

Es geht immer um Wertentscheidungen. Auch jeder ökonomische Formelkonstrukteur ist gefordert, seine Weltsicht zu erklären. Wer sich verweigert, Ziele für ein gutes Leben darzulegen, ist nicht in der Lage, einen wissenschaftlichen Diskurs zu pflegen. Das Notiz-Amt sieht die Notwendigkeit für eine Radikalkur an wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten. BWL- und VWL-Studiengänge sollten wie Kunstakademien gestaltet werden.

Das hat der bildende Künstler Jürgen Stäudtner im Abschlussgespräch der diesjährigen Next Economy Open trefflich bemerkt.


Image “economic” by falovelykids (CC0 Public Domain)


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  • DATENSCHUTZ golem: Verbraucherminister fordern Datenschutz im Haushalt: Die Verbraucherminister von Bund und Ländern dringen auf klare Datenschutzregeln für neue vernetzte Elektrogeräte. Bei steuerbaren Fernsehern, Lichtschaltern oder Heizungsanlagen müssten Kunden auf einen Blick erkennen können, wie datenintensiv diese Angebote seien, beschlossen die Ressortchefs bei einer Konferenz am Donnerstag in Berlin. Geprüft werden könnte hierfür auch ein Logo wie zur Kennzeichnung des Energieverbrauchs. Bundesminister Heiko Maas (SPD) sagte: „Ich bin nicht der Auffassung, dass Datenschutz ein Wettbewerbsnachteil ist, sondern ganz im Gegenteil.“

  • MARKT handelsblatt: Wer braucht schon einen Wohlfühl-Beauftragten?: Eine angenehme Arbeitsatmosphäre ist sein Auftrag, Empathie sein Werkzeug: Der Feel-Good-Manager hat jeden Mitarbeiter im Blick. Er sucht das Gespräch mit den Angestellten – will herausfinden, was sie bewegt. Er vermittelt zwischen Kollegen und schafft auf diese Weise eine Unternehmenskultur, in der sich Mitarbeiter voll und ganz auf ihren Job konzentrieren können. Sei es, indem der Wohlfühl-Beauftragte Workshops zur Selbstfindung organisiert, einen Obstkorb für die Belegschaft bestellt oder eine Mitarbeiterparty organisiert. Feel-Good-Manager stellen Mitarbeiter zufrieden – und tragen so zum Unternehmenserfolg bei. Doch laut einer Studie suchen nur wenige Betriebe einen Wohlfühl-Beauftragten. Und wenn doch, soll der am besten Sekretär sein.

  • GOOGLE gruenderszene: Google kündigt offiziellen Campus in Berlin an: Offenbar war die Factory für Google ein guter Testballon. Nach den Erfahrungen mit dem Berliner Startup-Hub, den das Unternehmen im Rahmen seines Startup-Programms Google for Entrepreneurs unterstützt, wird das US-Unternehmen nun auch unter eigenem Namen in Deutschland aktiv: Im Umspannwerk Kreuzberg entsteht der neue Google Campus Berlin. Es ist der Siebte weltweit, bislang hat sich der Tech-Gigant in London, Warschau, Madrid, Sao Paulo, Seoul und Tel Aviv niedergelassen, um dort „praktisches Wissen durch Trainings zu vermitteln“, wie es in der Werbebroschüre heißt.

  • SPAM href=“https://www.googlewatchblog.de/2016/11/neue-spam-url-blick/“ target=“_blank“>googlewatchblog: ?oogle.com: Neue Spam-URL ist auf den ersten Blick nicht von Google.com zu unterscheiden: Wenn Spammer und Hacker ihre Links per E-Mail, in sozialen Netzwerken oder auf anderen Wegen verteilen, setzen sie in vielen Fällen auf URLs, die auf den ersten Blick vertrauenswürdig aussehen und den Nutzer gutgläubig klicken lassen. Da auch Google für viele Menschen in den Kreis der vertrauenswürdigen URLs gehört, wird natürlich auch diese URL sehr oft in abgewandelten Formen verwendet. Jetzt ist eine neue Masche aufgetaucht, deren URL auf den ersten Blick gar nicht mehr als Fake-Adresse zu erkennen ist

  • LINUX heise: Linux 4.9: Google will Reaktionsgeschwindigkeit des Internets steigern: Der Linux-Kernel 4.9 wird einen neuen Congestion-Control-Algorithmus mitbringen, der die maximale Datenübertragungsrate von Netzwerkverbindungen effizienter auszuschöpfen verspricht. Zugleich soll der neue Ansatz auch Latenzen und Staus besser vermeiden. Damit wollen Googles Entwickler das Internet reaktionsschneller machen und Leitungskapazitäten effizienter nutzen.

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betatestr.de: Karma-Punkte für Early Adopter

betatestr Release Party

Wer als Käufer eines unfertigen Produkts unfreiwillig als Beta-Tester fungiert, ärgert sich. Und das zu recht. Wer hingegen schon während der Entwicklung des Prototyps ganz eng mitwirken darf, wird später vielleicht ein umso glücklicherer Kunde. Auf diese Mechanik setzt die Crowdsourcing-Plattform betatestr.de. Die Webseite ging jetzt in überarbeiteter Form live. Die Webseite vernetzt Erfinderunternehmer, sogenannte Maker, mit potenziellen Nutzern ihrer Produkte. Und dies sowohl online als auch offline.

betatestr Release Party
Betatestr setzt auf den Crowdsourcing-Gedanken. Auf der Release-Party erklärt Geschäftsführerin Anna Gubanova die Plattform. Image by Kevin Münkel

Unter betatestr.de können Maker ihre Projekte vorstellen und von Seitenbesuchern mit schriftlichem Feedback bewerten lassen. Zugelassen wird praktisch jede Idee, die bereits als Prototyp existiert und in die Rubriken Fashion, Produktdesign, Gadget oder Social passt.

betatestr.de Webseite
Stellt der Maker seinen Prototyp an einer Teststation aus, können Nutzer ihn dort ausprobieren und ihr Feedback auf der Webseite von betatestr mitteilen. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Eine Beurteilung hinterlassen kann jeder Seitenbesucher, der die Angabenfelder für dem Namen, E-Mail-Adresse und Feedback in der Webmaske ausfüllt. Hauptsache, es ist eine echte E-Mail-Adresse, andernfalls lässt sich der Bestätigungslink nicht aktivieren. Selbst, wer also nur die Projektbeschreibung liest, kann seine Meinung dazu kundtun.

Bei betatestr gibt es Karma-Punkte als Belohnung

Für das aus ihrer Sicht hilfreichste Feedback losen die Maker eine Belohnung aus, zum Beispiel ein persönliches Exemplar des Prototyps. Als Trostpflaster liefert eine E-Mail ein gutes Gewissen frei Haus. Für mein Feedback zahlt mir betatestr „100 Punkte auf dein Karma-Konto“ ein. Für andere Nutzer vielleicht wichtiger: Trendsetter können bei dieser Form des Crowdsourcings schon früh die Zukunft eines etwaigen Kultprodukts mitgestalten. Somit ist betatestr eine Art Spielwiese für Early Adopter.

betatestr E-Mail
Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Nicht kaufen, nur anfassen

Am wertvollsten für die Entwickler sind natürlich Eindrücke aus erster Hand. Daher können sie Testexemplare an „Prototype Spots“ ausstellen und Besucher diese leibhaftig ausprobieren lassen. Ihr Feedback geben die Nutzer in jedem Fall online ab. Wo die Vorab-Exemplare stehen, listet die Projektbeschreibung im Web auf.

Kaufen können die Probanden die Produkte in der Regel nicht, da es sich ja um noch nicht serienreife Modelle handelt. Eine Ausnahme ist beispielsweise Papa Türk, ein Molkenmischgetränk, das Mundgeruch nach ausgiebigem Konsum von Döner und anderen olfaktorisch intensiven Speisen neutralisieren soll. Während der Release-Party von betatestr im Coworking-Space K14 konnte ich neben Papa Türk zudem die originelle Aufbewahrungsschale Snug.Bowl in die Hand nehmen.

betatestr.de Webseite
Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt
betatestr Release Party
Nichts geht über Feedback aus erster Hand. Auf der Release-Party von betatestr konnten Gäste eine app-gesteuerte Cocktailmaschine, ein Anti-Mundgeruch-Getränk und eine Design-Schale aus Pappe testen. Image by Kevin Münkel

Mein Feedback habe ich bereits eingetippt. Aber ich verrate es nicht. Generell veröffentlicht betatestr keine Rückmeldung, sondern macht sie nur den Entwicklern zugänglich. Das soll die Offenheit fördern.

Maker bezahlen für das Feedback zunächst einmal nichts. Im Blog von betatestr erhalten sie sogar kostenlose Tipps von Experten. Die Plattform-Betreiber setzen schließlich auf ein Freemium-Geschäftsmodell. Mittelfristig wollen sie anhand der Informationen, die sämtliche Tester hinterlassen, den Makern beispielsweise kostenpflichtige Markt- und Trendanalysen anbieten. Vorerst deckt das Start-up die Kosten durch Vermittlungsgebühren. Sie fallen an, wenn sich ein Maker entscheidet, seine Entwicklung an einer lokalen Teststation auszustellen.

Von Hannover in die weite Welt

Zunächst gibt es elf Prototype Spots bei Cafés, Einzelhändlern und auch Coworking-Spaces in Hannover. Auf sie fiel die Wahl, weil sie die Heimatstadt des betatestr-Teams ist. „Die Maker-Szene ist in Hannover sehr lebendig“, beantwortet betatestr-Sprecher Ubbo Störmer die unvermeidliche Frage, warum die Wahl für den Gründungsort nicht auf das hippe Berlin fiel. Weitere Prototype Spots plant das sechsköpfige Gründerteam um Geschäftsführerin Anna Gubanova außerdem in Osnabrück, Kiel, Hamburg und im niedersächsischen Oldenburg zu eröffnen.

Perspektivisch will betatestr aber international expandieren und nach Russland und China aufbrechen. Dort seien Maker noch viel eher als in Deutschland bereit, schon in der Produktentwicklung Einblick zu geben und von Interessierten wertvolles Feedback zu erhalten.


Images by Kevin Münkel

Screenshots by Berti Kolbow-Lehradt


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  • NSA golem: Die NSA bin ich: Donald Trump ängstigt Menschen. Seine versöhnlich klingende Siegesrede macht nicht vergessen, dass der gewählte Präsident im Wahlkampf hemmungslos gegen Minderheiten hetzte, Überwachungsmaßnahmen gegen alle Muslime im Land ankündigte und seinen politischen Gegnern Vergeltung androhte. Schon kurz nachdem das Wahlergebnis feststand, tauchten Beiträge in sozialen Netzwerken auf, die sinngemäß lauteten: „Vielleicht sollte ich einiges von dem, was ich hier veröffentlicht habe, schnell löschen – ansonsten könnte ich ins Visier der neuen Regierung geraten“.

  • DATENSCHUTZ sueddeutsche: Aus Liebe zum Grundgesetz: Um nur mal ein aktuelles Beispiel zu wählen: Was passiert eigentlich, wenn ein neues Gesetz vom Telekommunikationsgeheimnis nicht mehr viel übrige lässt? Was geschieht dann? Ein paar kritische Artikel, eine Debatte, ja, aber wenn sich kein Parlamentarier überzeugen lässt, dann kommt das Gesetz und die Grundrechte der Bürger schrumpfen ein wenig zusammen. Es sei denn, jemand klagt. Dann landet das Gesetz in Karlsruhe und wird zumindest überprüft. Nur: Welche Privatperson klagt schon, wenn es um zwar wichtige, aber doch irgendwie diffuse Rechte geht? Wenn alle betroffen sind, fühlt sich oft keiner zuständig.

  • FACEBOOK zeit: Zuckerberg sieht keine Wahlhilfe für Trump: Der Papst soll ein Unterstützer von Donald Trump sein? Diese und andere Falschmeldungen waren jüngst bei Facebook zu lesen. Einfluss auf den Ausgang der Präsidentenwahl in den USA hätte das nicht gehabt, ist sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sicher: „Ich persönlich halte es für eine ziemlich verrückte Idee, dass falsche News auf Facebook, die nur einen sehr geringen Anteil der Inhalte ausmachen, die Wahl auf irgendeine Weise beeinflusst haben könnten“, sagte Zuckerberg bei einem Auftritt auf der Konferenz Techonomy in Kalifornien. Die Wähler entschieden auf Grundlage ihrer Lebenserfahrung.

  • MARKT e-book-news: Games schlagen E-Books: Ausgaben für’s Spielen im Schnitt 3,4 mal höher: E-Books, Games & PayPal — eine interessante Kombination, die nicht ganz zufällig … genau, der Zahlungsdienstleister PayPal mit internationaler Perspektive erforscht hat. Die Ergebnisse zeigen sowohl nationale Unterschiede wie auch Gemeinsamkeiten der globalen Gamer- und E-Leser-Population (Alter: über 18 Jahre). Die Bereitschaft, Geld für diesen oder jenen Content auszugeben, unterscheidet sich offenbar sehr stark. In den USA stehen Games nämlich an erster Stelle, in anderen Märkten wie Großbritannien oder Japan dagegen elektronische Bücher. Im angeblichen Leseland Deutschland ist das Verhältnis eher ausgeglichen.

  • GPS heise: GPS-Tracking: Möwen spüren illegale Mülldeponien auf: Wie Möwen illegaler Müllentsorgung auf die Spur kommen könnten, hat eine spanisch-französische Forschergruppe um Joan Navarro von der Estación Biológica de Doñana in Sevilla untersucht. Im Online-Magazin Plos One berichteten sie, dass sie 19 Mittelmeermöwen im südspanischen Nationalpark Doñana mit GPS-Sendern versahen. In den darauffolgenden Wochen konnte das Team genau verfolgen, wohin die Vögel zur Nahrungssuche flogen. Eine Luftaufnahme zeigte, was sich an den Zielorten befindet: Küste, eine Lagune, eine legale Müllkippe oder eben nichts, was Möwen besonders anziehen dürfte. Da die Stelle in zehn Kilometer Entfernung von der Kolonie aber wiederholt von fünf Vögeln aufgesucht wurde, kontrollierten die Forscher den Ort und fanden eine kleine illegale Deponie für Hausmüll.

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Netzpiloten sind Partner der Data Driven Marketing Conference 2016 + Rabatt

Am 23. und 24. November findet die Data Driven Marketing Conference (DDMC) in München statt. Ziel der Konferenz ist es, Technologie und Marketing zu vereinen. Den Teilnehmern wird ein Überblick über Angebote der Marketingsuites, Ad Technology-Lösungen und Best Practice Beispiele verschafft. Außerdem könnt ihr euch über Tipps und Tricks für eigene Strategien und Umsetzungen informieren.

Wenn ihr über den sich ständig verändernden Markt auf dem Laufenden gehalten werden wollt und Lösungen für die Umsetzung in eurem eigenen Unternehmen sucht, seid ihr auf der Data Diven Marketing Conference genau richtig!

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  • INTERNET Zeit Online: Der nächste große Angriff aus dem Internet der Dinge: Zwei Stunden lang waren am Freitag zahlreiche populäre Internetdienste wie Twitter, Spotify, Airbnb, Reddit, eBay oder die Seite der New York Times auf normalem Wege nicht zu erreichen. Die betroffenen Seiten sind Kunden beim DNS-Provider (Domain Name System) Dyn im US-Bundesstaat New Hampshire, der nach eigenen Angaben zum Opfer eines massiven Angriffs wurde. Nach zwei Stunden waren die Störungen demnach behoben, es mussten aber zwei weitere Angriffswellen abgewehrt werden. In den USA gibt es nun Befürchtungen, eine Attacke am 8. November könnte die Präsidentschaftswahl beeinflussen.

  • AT&T Neue Zürcher Zeitung: Telekomriese greift nach Time Warner: Der amerikanische Telekomkonzern AT&T will das Medienunternehmen Time Warner für 85 Milliarden Dollar übernehmen. AT&T ist der zweitgrösste Mobilfunkanbieter und bezüglich Kabel-TV mit 20 Millionen Abonnenten der Marktführer in den USA. Time Warner gehört zu den führenden Film- und Fernsehproduzenten im Land: Mit CNN, dem TV-Netzwerk HBO steht das Unternehmen für einige der erfolgreichsten Filme der letzten Jahre.

  • YOUTUBE Chip: YouTube bald wie Fernsehen? PayTV-Abo soll kommen – und teuer wird’s: YouTube soll künftig klassisches Fernsehprogramm bieten. Dazu verhandelt Google aktuell mit großen TV-Sendern – und hat bereits den ersten Deal eingetütet. YouTube hat das Fernsehen beinahe überflüssig gemacht – und doch soll YouTube bald TV-Programme zeigen. Die Pläne für diese Projekt – genannt: „YouTube Unplugged“ – sind schon seit Mai bekannt. Nun melden US-Medien, dass Google den ersten TV-Sender für Unplugged gewinnen konnte. Das große Kabel-Netzwerk CBS hat demnach einen Vertrag mit Google unterzeichnet, und wird sein Programm künftig auch dem YouTube-Publikum zeigen – zumindest dem zahlenden. Denn YouTube Unplugged wird als Abo-Dienst Geld kosten.

  • NESTLE Die Welt: Nestlé will gesundes Essen künftig ausdrucken: Erstmals in der Geschichte gebe es zu viel Nahrung. Vor allem in den westlichen Überflussgesellschaften bringe weiteres Mengenwachstum an kalorienreicher Nahrung aber mehr Schaden als Nutzen. Für die Hersteller von Nahrungsmitteln bedeute dies eine grundlegende Umorientierung. Statt auf Masse müssten sie sich darauf konzentrieren, Produkte mit gesundheitsfördernden Eigenschaften auf den Markt zu bringen, „die weit über Reduktion oder Ersatz von Zucker, Fett und Salz in der Nahrung hinausreichen“.

  • ZEBRASTREIFEN Handelsblatt: Dem Straßen-Zebra geht es an den Kragen: Pferdestärken, Starenkästen, Zebrastreifen – auf deutschen Straßen geht es mitunter recht artenreich zu. Doch ein Bewohner des Straßenzoos könnte bald auf die Rote Liste kommen – denn er wird zu teuer. Ein Eimer weißer Farbe und ein Pinsel waren früher alles, was man für einen Zebrastreifen brauchte. Heute ist das anders. Eine im Beamtendeutsch R-FGÜ genannte Verordnung macht Zebrastreifen zu ausgeklügelten Systemen – mit Markierungen auf der Straße, einer Mindest-Streifenbreite, Schildern über der Fahrbahn, abgesenktem Bürgersteig für Rollstuhlfahrer, Auffindstreifen für Blinde und ausreichend Beleuchtung. Die Nachrüstung ist einfach zu teuer für viele Städte.

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  • DIGITALISIERUNG medium: Warum die Tempel der Digitalisierung oft scheitern: Die Digitalisierung dominiert derzeit alle Agenden und stellt vor allem klassisch organisierte Unternehmen vor Herausforderungen. Gerade in Deutschland, wo es den meisten Unternehmen grundsätzlich gut geht, löst die Digitalisierung aber eher ein abstraktes Bedrohungsgefühl aus. Spürbar ist die Sorge, den Anschluss zu verlieren, echter Handlungsdruck ist nicht erkennbar. Als Reaktion auf diese Sorge investieren Unternehmen viel Zeit, Geld und Mitarbeiterengagement in digitales Wettrüsten. Die Konsequenz: viel Aktionismus?—?aber wenig spürbare Veränderung.

  • COWORKING letstalkaboutstartups: Wie Startups von Coworking Spaces profitieren können: Coworking Spaces profitieren von Startups, aber auch Startups profitieren von einem Coworking Space. Zum einen bieten die meisten Coworking Spaces noch bezahlbare Raummieten an, so dass Startups den Weg aus den eigenen vier Wänden oder einem Café in ein professionelles Umfeld auch bezahlen können. Zum anderen sind Coworking Spaces auch Sammelbecken an talentierten Menschen, die man hier auf Augenhöhe besser kennenlernen kann.

  • MARKETING horizont: „Die Branche wird ein Problem bekommen“: In der Influencer-Szene wird zunehmend über Schleichwerbung diskutiert – auch beim HORIZONT-Kongress „Content Marketing 2016“, der gestern in Frankfurt stattfand. „Die Branche wird ein Problem bekommen, weil man das Thema zu lax angeht“, erklärte Matthias Bannert, CEO und Gründer der Influencer-Agentur bOOst.me. „Viele Influencer agieren in der Arbeit für Marken zu naiv“, so Bannert, „sie kennen teilweise den Unterschied zwischen Redaktion und Werbung nicht.“

  • MARKT gruenderszene: Die FDP hat Angst vor der Zukunft der Mobilität: Die Meinung von Christian Lindner ist eindeutig: Das von einigen Parteien geforderte Verkaufsverbot von Verbrennungsmotoren ab 2030 sei Schwachsinn, schreibt der FDP-Chef in der Welt. Damit würde man knapp 800.000 Arbeitsplätze gefährden und überhaupt sei die neue Technologie gar nicht ausgereift. Lindner hat Angst um den Golf GTI. Das Kulturgut verschwindet aber nicht, es wird sich nur verändern. Seine Alternative: einfach weitermachen. Doch mit so einer Politik zieht man dem Technologiestandort Deutschland und der Autoindustrie den Boden unter den Füßen weg.:

  • BOTS handelsblatt: Keine „Social Bots“ bei Bundestagswahl: Nach der CDU haben sich auch SPD und Grüne gegen den Einsatz von computergenerierten Nachrichten im Bundestagswahlkampf 2017 ausgesprochen. „Die SPD hat bislang keine Social Bots benutzt und wird dies auch in Zukunft nicht tun“, sagte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Der persönliche Eindruck sei viel wichtiger als solche von Computern erzeugte Kommentare. „Manipulation durch Social Bots lehnen wir ab“, sagte auch der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, zu Reuters. Zuvor hatte sich bereits CDU-Generalsekretär Peter Tauber gegen einen Einsatz ausgesprochen.

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Res publica statt geheimer Kabinettspolitik – CETA und TTIP schaden dem Gedanken der Republik

Cicerón (Marcus Tullius Cicero) (adapted) (Image by sn6200 [CC BY 2.0] via Flickr)

Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hat mehrere Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung abgelehnt, die sich gegen eine Zustimmung des deutschen Vertreters im Rat der Europäischen Union zur Unterzeichnung, zum Abschluss und zur vorläufigen Anwendung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Kanada (Comprehensive Economic and Trade Agreement – kurz CETA) richteten.

Dennoch sind einige Hürden formuliert worden. Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass ein Ratsbeschluss über die vorläufige Anwendung nur die Bereiche von CETA umfassen wird, die unstrittig in der Zuständigkeit der Europäischen Union liegen.

Verfassungsgericht sieht Demokratiedefizite

Bis zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in der Hauptsache muss eine hinreichende demokratische Rückbindung der im Gemischten CETA-Ausschuss gefassten Beschlüsse gewährleistet und eine einseitige Beendigung der vorläufigen Anwendung durch Deutschland möglich sein. Verfassungsrechtliche Bedenken manifestieren sich an der Frage, ob durch das Handelsabkommen ein demokratisches Defizit entstehen könnte – vor allem im Gemischten Ausschuss, das mit Vertretern von Kanada und der EU besetzt sein soll, aber nicht unbedingt mit Vertretern der einzelnen Mitgliedsstaaten.

Das mögliche Eigenleben dieses Gremiums behagt den Verfassungsrichtern nicht. Nach dem CETA-Vertragswerk könnte der Gemeinsame Ausschuss eigenständig neue Vorschriften erlassen und sogar Änderungen im Vertragstext vornehmen. „Legitimiert“ werden diese Entscheidungen nur durch den Europäischen Rat der Regierungschefs und Minister mit einer qualifizierten Mehrheit. Deutschland und andere Mitgliedsländer könnten überstimmt werden. Von demokratischer Legitimierung kann man an dieser Stelle nicht mehr sprechen – noch weniger von einem Republikanismus im Geiste Ciceros. Neudeutsch könnten wir auch von ’social citizenship‘ sprechen – also aktive Bürgerbeteiligung als Charakteristikum der Republik.

Wo bleibt das öffentliche Wohl?

Es geht um die res publica, die öffentliche und gemeinsame Sache für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger. „Der princeps, die politischen Repräsentanten, hatten in der Antike zwar Gesetzgebungsvollmacht, mussten diese aber stets dem öffentlichen Wohl unterstellen und Rechenschaft darüber ablegen“, schreibt Ulrike Guérot in ihrem Buch „Warum Europa eine Republik werden muss – Eine politische Utopie“.

Was in der geheimen Kabinettspolitik der EU-Technokraten mit den USA und Kanada in den Abkommen TTIP und CETA verhandelt wird, ist von reinem Ökonomismus und Nützlichkeitsdenken geprägt – aber nicht vom Ziel des Gemeinwohls. Hier folgt man der Schimäre einer marktkonformen Demokratie, die ohne soziale Kontrolle zur Demokratur mutiert.

Freihandel führt nicht automatisch zu Freiheit

Die These des ‚doux commerce‘, nämlich dass durch Handel, einem auf Eigeninteresse basierendem Austausch auf Märkten, ein Verflechtungszusammenhang und eine Entwicklungsdynamik entsteht, die quasi naturnotwendig zu Wohlstand, Freiheit und Friede in der internationalen Staatenwelt führen, war nach Ansicht von Guérot schon immer ein Märchen: „Weder das französische Ancien Régime noch das heutige Saudi Arabien waren durch Handel vor der Despotie gefeit.“

Besonders dort, wo der Waffen-Handel floriert, sei vom ewigen Frieden keine Spur. Von Tyrannei schon eher. Es sei erstaunlich, wie hartnäckig sich die Märchenerzählung vom friedensstiftenden Charakter des Handels seit dem frühneuzeitlichem Konzept des doux commerce bis zu heutigen Freihandelsabkommen im politischen Diskurs gegen jedes bessere Wissen halten konnte.

Noch erstaunlicher ist es, wie sich heutige Polit-Technokraten mental so weit vom Gedankengut der Republik entfernen konnten. Wie kann man aggressive Handelsabkommen unterzeichnen, die unserer Mitbestimmungskultur schaden und sich einer öffentlichen Kontrolle des Treibens der Wirtschaftsakteure, ihrer Konglomerate, Lobbyisten, Einflüsterer und Spin-Doktoren entziehen? „Will die EU also etwas, das zwar einigen transnational organisierten Kapitalgruppen ökonomisch viel bringt, nicht aber der Mehrheit der europäischen citoyens“, fragt sich Guérot, Leiterin des Departments für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems.

Ohne soziale Organisation, Mitsprache und gemeinschaftsstiftende Elemente degradieren wir die Gesellschaft zu einem Anhängsel des so genannten Marktes, der von Machtinteressen dominiert wird. Das beschrieb Karl Paul Polanyi bereits in den 1940er Jahren in seinem Hauptwerk „The Great Transformation“.

Weise und kluge Regierungen setzen auf offene Verfahren

Große Wirtschaftsorganisationen wollen ihre Dominanz in geschlossenen Zirkeln absichern – Wettbewerb, Transparenz oder gar die öffentliche Rechtfertigung des unternehmerischen Tuns stehen dabei nicht auf der Agenda. Die Agora – also den Versammlungsplatz der griechischen Antike – meiden sie in jeder Ausprägung. Sie kungeln auf den Spuren von Klemens Wenzel von Metternich lieber in Geheimrunden als sich auf nicht kontrollierbare Disputationen mit der Zivilgesellschaft einzulassen.

Aber letzteres ist das Herz der res publica. Das öffentliche Aushandeln von Positionen. „Weise und kluge Regierungen setzen auf offene Verfahren“, sagt Internet-Governance-Experte Professor Wolfgang Kleinwächter im Netzpiloten-Interview.

Solche Prozesse seien zweitaufwändig, aber die Ergebnisse sind nachhaltiger. „90 Prozent der Themen, die in den Handelsabkommen TTIP und CETA verhandelt werden, betreffen öffentliche Interessen und sollten deswegen auch öffentlich besprochen werden“, fordert Kleinwächter.

Wer die Zivilgesellschaft zum Zaungast degradiert, fördert Ressentiments und radikale Gruppierungen. „Wenn Big Business und Big Goverment zusammengehen, dann ist das kein Multi-Stakeholder-Modell. So etwas führt nur zu einer Tyrannei der Mächtigen“, warnt Kleinwächter.

Ratschlag des Notiz-Amtes: Bevor die Karlsruher Verfassungsrichter beim CETA-Abkommen zu einer Entscheidung in der Hauptsache gelangen, sollten sie vorher nicht nur im Grundgesetz blättern, sondern prinzipiell über das Wesen der Republik nachdenken. Die Lektüre der berühmten Cicero-Reden könnte helfen.


Image (adapted) „Cicéron (Marcus Tullius Cicero)“ by sn6200 (CC BY 2.0)


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  • IT-SICHERHEIT zeit: Innenministerium sucht freiwillige Feuerwehr: Das Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) suchen Unternehmen, die sich an der Konzeption einer Cyberwehr freiwillig beteiligen und ihre IT-Fachleute kostenlos zur Verfügung stellen. Das Innenministerium will mit diesem Konzept eine bessere Sicherheitsinfrastruktur gewährleisten, um schneller auf digitale Angriffe reagieren zu können. Orientiert wird sich dabei an dem Konzept der freiwilligen Feuerwehr.
  • CYBERCRIME heise: Festnahmen nach Razzia bei Mitgliedern eines Untergrundforums: Lange hatten Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Mitglieder eines Underground-Forums ermittelt und nun 20 Wohnungen in acht Bundesländern durchsucht. Sichergestellt werden konnten illegal erworbene Produkte sowie Rauschgift. Konzentriert hatten sich die Ermittler auf ein Underground-Forum, das kriminelle Dienstleistungen anbietet. Da es sich um eine Art Grauzone handelt, werden solche Foren auch häufig als „Greynet“ bezeichnet.
  • TROJANER t-online: Banking-Trojaner hat es auf deutsche Nutzer abgesehen: Seit einiger Zeit treibt der Banking-Trojaner „Dridex“ besonders auf deutschen Computern sein Unwesen. Mehr als die Hälfte der PCs in Unternehmen sollen bereits infiziert sein. Virenforscher haben herausgefunden, dass der Trojaner Spam-Mails mit präparierten Word- oder PDF-Anhängen versendet. Sobald der Anhang geöffnet wird, lädt er die Schadsoftware aus dem Internet auf den Windows-PC herunter. Sobald der Nutzer eine Banking-Seite aufruft, wird ihm beispielsweise ein falsches Formular der Bank untergeschoben, sodass der Virus die Zugangsdaten des Users ohne dessen Wissen erhält. Gefährdet sind vor allem Nutzer von älteren Office-Versionen. Vor dem Virus kann man sich jedoch schützen, indem man die Makro-Funktion, die Dridex nutzt, deaktiviert.
  • DISNEY stern: Kauft Disney bald Netflix?: Vielleicht ist es bald soweit und Disney kauft Netflix? Man weiß es noch nicht genau, aber beide Unternehmen würden davon profitieren – wäre da nicht der Preis. Der Wert von Netflix wird derzeit auf 40 bis 45 Milliarden Dollar geschätzt, und bei einer Übernahme würden noch einige Aufschläge warten. Wenn Disney Netflix kauft, würde Disney auf einen Schlag 80 Millionen Abonnenten aus der ganzen Welt gewinnen und sich auch jede Menge Know-how einverleiben. Noch weiß man aber nicht ob dies Realität wird.
  • MARKT Gründerszene: eDarling kauft französische Dating-Seite: Das Berliner Unternehmen Affinitas hat die Dating-Plattform Attractive World übernommen, für einen zweistelligen Millionenbetrag. Mittlerweile arbeiten bei Affinitas laut Webseite 250 Menschen, das Unternehmen ist in mehr als 25 Ländern aktiv. Durch den Kauf der Dating-Plattform Attractive World wächst das Unternehmen immer mehr.
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  • WHATSAPP faz: Whatsapp kriegt Post vom Anwalt: Wer in seinem Smartphone Geheimnisse verbirgt, sollte sich mit der jüngsten Kontroverse im Datenschutzrecht beschäftigen. Denn sonst könnte die schöne Bekanntschaft vom Wochenende plötzlich gut sichtbar mit Profil-Foto auf Facebook vorgeschlagen werden. Das kann praktisch sein oder die Ehe zerrütten – je nach Konstellation. Möglich macht diese Funktion der Datenaustausch der beiden Dienste: Facebook erhält Handynummern von Whatsapp. Jetzt haben Verbraucherschützer diese Praxis abgemahnt.
  • DROHNEN wired: Auf Amsterdams Kanälen fahren bald Drohnenboote: Während andere Städte und Regionen autonome Autos testen, schaut man in Amsterdam aufs Wasser. Knapp ein Viertel der niederländischen Metropole ist von Kanälen bedeckt und auf diesen sollen ab 2017 selbstfahrende Boote getestet werden. Das auf fünf Jahre angelegte Forschungsprojekt Roboat ist eine Kooperation des Amsterdam Institute for Advanced Metropolitan Solutions (AMS), der TU Delft und der Uni Wageningen mit dem US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT). Es hat ein Budget von 25 Millionen Euro.
  • MARKT wuv: „Junge Menschen sind nicht unbedingt kreativer“: Eine steile These geistert durch das Silicon Valley. Formuliert hat sie Sun-Gründer und Investor Vinod Koshla: Menschen mit 45 hören auf, über Neues nachzudenken. Die wahren Innovationen kämen von Leuten unter 45 Jahren. Er scheint den Agenturen aus der Seele zu sprechen, die ja gern auf besonders junges Personal setzen. Ist Kreativität tatsächlich eine Frage des Alters? W&V Online hat dazu Stephan Sonnenburg von der Karlshochschule in Karlsruhe befragt. Er forscht zu dem Thema und ist 45 Jahre alt.
  • MOBILITÄT gruenderszene: „2025 wird es in amerikanischen Städten kaum noch private Autos geben“: Es gibt einfach viel zu viele Autos. Und all diesen Autos überlassen wir viel zu viel Platz in unseren Städten. Das ist der Ausgangsgedanke der Überlegungen von John Zimmer, der die Fahrvermittlung Lyft mitgegründet hat. Zimmer liebt Autos. Seit seiner Jugend. Aber er schreibt in seinem Beitrag zur automobilen Zukunft auf Medium, dass wir unsere Umgebung in Autolandschaften verwandelt und damit zerstört haben. Obwohl das durchschnittliche Auto nur vier Prozent der Zeit bewegt wird.
  • DATENSCHUTZ golem: US-Amerikanerin verklagt smarten Vibratorhersteller: Weil der smarte Vibrator We-Vibe Rave ohne Genehmigung persönliche Informationen der Nutzer gesammelt hat, verklagt eine US-Amerikanerin den Hersteller Standard Innovation. Das Gerät kann nur vollumfänglich genutzt werden, wenn Nutzer es per Bluetooth mit einem Android oder iPhone verbinden und die vom Hersteller entwickelte App nutzen. Der WE-Vibe ermöglicht darüber die Fernsteuerung des Vibrators, per Freigabe über die „Connect Lover“-Funktion kann auch der Partner eingeladen werden, das Gerät zu steuern. Die Klägerin beschwert sich konkret darüber, dass die Apps vertrauliche Daten an den Hersteller hochladen, ohne die Kunden darauf hinzuweisen.
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  • DATENSCHUTZ netzpolitik: Bundesregierung befragt Bevölkerung: Die wünscht sich mehr Netzpolitik und eine Stärkung des Datenschutzes: Die Bundesregierung hat Bürger zur Digitalisierung befragt und eine Mehrheit wünscht sich mehr Engagement in der Netzpolititik. Eine große Mehrheit fordert sogar eine größere Stärkung des Datenschutzes. 1.003 Bürger wurden zum Thema Datensicherheit befragt und wollen eine verstärkte Sicherheit der eigenen Daten. Das Ergebnis zeigt eindeutig, dass da noch unbedingt noch etwas passieren muss.

  • POLIZEI golem: Berliner Polizei testet selbst entwickelte Prognosesoftware: Rote und gelbe Kästchen auf einer Stadtkarte am Computer sollen die Berliner Polizei künftig schneller auf die Spur von Serieneinbrechern bringen. Die Behörde setzt neuerdings auf eine selbst entwickelte Prognosesoftware, die Polizeipräsident Klaus Kandt und Innensenator Frank Henkel (CDU) am Mittwoch präsentierten. Ziel ist es, Einsatzkräfte schneller und gezielter an vermutlich gefährdete Orte zu schicken. Dort sollen sie entweder Täter abschrecken oder womöglich auf frischer Tat ertappen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich skeptisch.

  • APP faz: Jetzt wird appgedreht: Es blinkt, es piept und die Informationen schlagen nur so auf uns aus: Apps und ihre Benachrichtigungsfunktionen. Warum tun sie das? 77 Prozent aller Apps werden nach einer Studie von Quettra in den ersten drei Tagen nach ihrer Installation wieder gelöscht. Im ersten Monat sind es 90 Prozent. Um die Haltezeit auf dem Gerät zu verlängern, setzen App-Entwickler die piepsenden Push-Notifications ein. Die Rede ist von „ungewöhnlich hohen Interaktionsraten“ als „Trigger in mobilen Kontexten“

  • MARKT berufebilder: Veränderungsprozesse begleiten: Zum wirtschaftlichen Erfolg gehören immer zwei: Mensch plus Business. Und zwar in dieser Reihenfolge. Business funktioniert nur dann erfolgreich, wenn überzeugte Menschen hinter einer Idee stehen. Opponieren sie dagegen, wird mit größter Wahrscheinlichkeit der Erfolg ausbleiben. Gleiches gilt für Veränderungsprozesse. Dreh- und Angelpunkt ist auch hier die Schnittstelle zwischen Mensch und Business.

  • ZAHLEN heise: Zahlen, bitte! 47 – Fundamental zufällige Zahl für Trekkies: Was soll denn bitte an der Zahl 47 so besonders sein? Gut, sie ist immerhin die fünfzehnte Primzahl. Das macht sie mathematisch nicht gänzlich uninteressant. Aber trotzdem ist sie weit davon entfernt, besonders zu sein. Die 47 beantwortet auch nicht die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“. Die Antwort darauf ist immer noch 42. Trotzdem wird die 47 spätestens ab dem Jahr 2369 eine wichtige Rolle spielen – wenigstens im Star Trek-Universum.

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  • SNAPCHAT basicthinking: Interview mit Affiliate-Spammern auf Snapchat: „Du glaubst gar nicht, wie blöd die sind“: „Was wir machen, ist nicht böse, es ist aber auch nicht ganz richtig. Moralisch, naja…“ Mit Snapchat Geld verdienen? Klappt sogar. Moralisch vielleicht nicht ganz vertretbar aber trotzdem machbar. Im folgenden Interview erklären zwei Snapchat-„Spammer“ wie sie pro Tag ca. 800 US-Dollar verdienen. Denn beide profitieren vom Fehler im System und setzen zusätzlich auf die „Intelligenz“ so mancher Nutzer. Snapchat scheint es weniger zu stören, denn beiden pushen schließlich die Zahlen.
  • APP onlinemarketingrockstars: Achtung Pleite: Wie es ein kleiner Entwickler mit nur einer Pressemitteilung an die Spitze des App Stores geschafft hat: Es als unabhängiger Entwickler an die Spitze der App Stores zu schaffen, ist heute deutlich schwieriger als früher. Denn die „App Economy“ hat sich professionalisiert und wird von den großen Internetkonzernen und spezialisierten Gaming-Publishern dominiert. Ulrich Keil hat es trotzdem geschafft, seine App „Achtung Pleite“ in Deutschland an den Dickschiffen vorbei auf dem ersten Platz zu bringen. Dafür war nur eine clevere Idee und eine Pressemitteilung nötig.
  • SMART CAR golem: Mercedes-Benz lässt Stadtbus autonom mit 70 km/h fahren: Mercedes hat mit dem Future Bus einen Nahverkehrsbus vorgestellt, der in Amsterdam teilautomatisiert und einer 20 Kilometer langen Strecke fährt. Seine Technik wird auch bei Lkws eingesetzt. Der Future Bus verkehrt zwischen dem Flughafen Amsterdam Schiphol und der Stadt Haarlem. Der Bus kann auf der Strecke bis zu 70 km/h schnell fahren und soll Fußgänger und Hindernisse auf der Fahrbahn erkennen können. Zusätzlich kann er präzise an Haltestellen vorfahren und seine Türen passend öffnen und schließen. Sogar mit Ampeln kann er kommunizieren.
  • POKEMON GO heise: Pokémon Go: Datenschützer kritisiert Nutzungsbedingungen: Wir wissen schon, das Thema Pokémon Go können viele schon nicht mehr hören. Trotzdem ist neben dem Spielspaß auch der Datenschutz enorm wichtig. Denn dieser fehlt bei Pokémon Go anscheinend komplett. Neben den vollen Zugriff auf das Google-Konto (Was angeblich ein Fehler gewesen sei und mit Version 1.01 behoben wurde) ist ein anonymes Spielen unmöglich, Daten werden an Dritte weitergegeben und eine Löschfrist gibt es auch nicht. Das sind auch nur wenige Punkte, die in den Nutzungsbedingungen (die es ausgedruckt auf stolze 20 Seiten bringen) stehen.
  • INTERNET DER DINGE Quelle: Der Kampf der Cloud-Plattformen hat begonnen: Alle schwärmen derzeit vom Internet der Dinge. Die Maschinen in den Fabriken zum Beispiel sollen mit unzähligen Sensoren ausgestattet werden. Die daraus resultierenden Datenmengen ermöglichen zum Beispiel vorausschauende Dienstleistungen und den effektiveren Einsatz von Maschinen durch eine Vernetzung und Steuerung der Flotten. Das Internet der Dinge ist ein Milliardenmarkt. Berater rechnen mit jährlichen Wachstumsraten von sieben Prozent. Der Wettbewerb unter den Plattformen tobt bereits jetzt.
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