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Mit Tigerbooks anders lesen

Kelly Sikkema - stock adobe com

In vielen Bereichen bringt die Digitalisierung ständig neue Innovationen mit sich. Auch auf dem Buchmarkt hat sich einiges getan. Ebooks sind immer mehr im Kommen und etablieren sich zunehmend in unseren Lesealltag. Verschiedene Apps geben dem Leser die Möglichkeit ein Buch unterwegs zulesen, obwohl man es gar nicht bei sich trägt. Aber auch für die jungen Leser gibt es nicht nur etwas auf die Augen, sondern auch auf die Ohren.

Mit den Augen lesen, mit den Ohren hören

Nachdem ich mich zum Thema Buch-Apps im Internet einmal umgesehen habe, bin ich auf eine spannende App gestoßen. Auch wenn ich aus dem Alter raus bin, habe ich etwas gefunden, was die jungen Leser begeistern könnte.

Mit Tigerbooks können Kinder von zwei bis zwölf Jahren ein ganz neues Lesevergnügen erleben. Hierbei sind sie nicht nur bloßem Text und Bildern ausgesetzt, sondern mit dieser App geht es weit über das Lesen hinaus.

Tigerbooks Screenshot by Jennifer Eilitz
Tigerbooks Hauptmenü (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Tigerbooks bietet den Kindern hier das Lesen in einer besonderen Form an. Die Bücher sind interaktiv gestaltet und können sowohl als Hörbuch genutzt oder eben selber gelesen werden. Die Bilder sind ebenfalls interaktiv und mit verschiedensten Geräuschen und Tönen bereichert. Kinder können somit auf die unterschiedlichsten Gegenstände und Figuren klicken, um das Leseerlebnis noch einmal zu untermauern.

Mit der App können aber auch Bücher ab 12 Jahren gelesen werden. Somit wird Lesespaß für kleine und große Kinder geboten. Mit Tigerbooks stehen Lesern eine Vielfalt an Büchern, Hörbüchern und interaktiven Büchern zur Verfügung. Wer ein Abonnement mit Tigerbooks eingehen möchte, der kann dies für 9,99 Euro monatlich tun.

Tigerbooks Shop Screenshot by Jennifer Eilitz
Tigerbooks Bibliothek und Shopübersicht (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Ich persönlich fand die App wirklich gut. Selbst die Lesemuffel haben hier einiges zu entdecken und können sich aktiv an den Geschichten beteiligen. Besonders schön finde ich, dass Eltern die Geschichten einlesen können, sodass ihre Kinder die Stimmen der Eltern immer dabeihaben.

Schaut euch die App mal an, es gibt sie kostenlos im Google App-Store und im Apple App-Store.


Kelly Sikkema / stock.adobe.com
Screenshots by Jennifer Eilitz


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Die Netzpiloten sind Partner des Kindermedienkongresses 2017

Partnergrafik_Kindermedienkongress

„Wer liest was wo?“ diese Frage steht beim Kindermedienkongress 2017 der Akademie der Deutschen Medien am 8. November 2017 im Literaturhaus München im Fokus. Dazu werden die aktuellen Mediennutzungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen, innovativen Technologien für die Generationen Z und Alpha sowie crossmediale Vermarktungsstrategien für Kinder- und Jugendmedien unter die Lupe genommen.

Die Art und Weise, wo und wie Kinder und Jugendliche Inhalte konsumieren, ändert sich rasant – „fly zu sein“ ist da alles andere als einfach. Manche Bücher werden in Print gelesen, andere auf dem Smartphone oder Online-Plattformen wie Wattpad. Innovative Digitalstrategien prägen die Kindermedienbranche zunehmend. Das Fernsehen könnte bald komplett von Netflix oder Amazon ersetzt werden und klassische Kinderspiele konkurrieren mit den neuen Mobile und Virtual Reality Games.

Darum geht’s

Auf dem Kindermedienkongress dieses Jahr stehen unter anderem folgende Fragen im Fokus: In welchen Themen- und Lebenswelten bewegen sich Kinder und Jugendliche heute? Welche Lesegewohnheiten und Mediennutzung zeichnen die Generation Z und Alpha aus? Und auf welchen Plattformen und Kanälen finden Kinder und Jugendliche ihre Lieblingsthemen?

Als Referenten erwarten euch unter anderem Ashleigh Gardner, Head of Partnerships von Wattpad Studios und Christoph Klara, Gründer & Geschäftsführer von WunderStudios.

Neugierig geworden? Anmeldung und weiter Infos findet ihr hier.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • AMAZON Onlinehändler-News: Bewertungen: Jede fünfte Amazon-Rezension ein Fake?: Eine Analyse des Softwareunternehmens Reviewmeta hat sich die Bewertungen auf dem Online-Marktplatz Amazon einmal genauer angesehen und ist zu dem Schluss gekommen, dass etwa jede fünfte Rezension auf Amazon gefälscht ist. Hierfür hat der Softwareanbieter rund sieben Millionen Bewertungen aus verschiedenen Ländern unter die Lupe genommen. Zudem bietet Reviewmeta ein Analyse-Tool auf seiner Webseite an, bei dem Nutzer die URL ihres gewünschten Produkts dort angeben und dies auf Fake-Rezensionen prüfen können.

  • DHL Welt: DHL und VW testen Paket-Zustellung in den Kofferraum: Beinahe jeder kennt das Warten auf den Postboten und auf das langersehnte Paket. Volkswagen hat sich jetzt etwas ganz Besonderes ausgedacht: Das Liefern von Paketen direkt in den Kofferraum. Das Pilotprojekt startet derzeit in Berlin und soll etwa ein halbes Jahr lang getestet werden. Die Art wie das Ganze ablaufen soll, ist ganz einfach. DHL bietet hierfür die Lieferoption an, dass das Paket im Kofferraum hinterlegt werden soll. Das Auto muss lediglich in einem Zeitfenster von zwei Stunden an einem angegeben Platz stehen. Der Zusteller bekommt dann einen Code gesendet, mit dem er sich einmal einen Zugang zum Kofferraum verschaffen kann. Wer als Tester zur Verfügung stehen möchte, kann sich bei VW bewerben.

  • YOUTUBE t3n: Youtube Kids: Kostenloses Angebot für Kinder ab sofort in Deutschland und Österreich nutzbar: YouTube für die Kleinen – bereits seit zwei Jahren läuft YouTube Kids schon in den USA, jetzt soll es auch für Deutschland und Österreich verfügbar sein. Hierbei handelt es sich um kindergerechte und familienfreundliche Inhalte, die von den Eltern kontrolliert und individuell angepasst werden können. YouTube Kids gibt es als App für Andorid und iOS und ist vor allem für Kinder im Vorschul- und im Grundschulalter gedacht. YouTube Kids eignet sich zudem gut dafür, auch die Eltern an die Mediennutzung der Kinder heranzuführen.

  • WINDOWS10 CHIP: Neue Zahlen zeigen: Windows 10 kommt nicht in die Gänge: Windows 10 kommt nicht gegen den Vorgänger Windows 7 an – das von Microsoft gesteckte Ziel, dass bis 2018 eine Milliarde Nutzer Windows 10 auf ihren Geräten installiert haben, hat das Unternehmen schon zurückgezogen. Die Zahlen stagnieren, das Wachstum läuft nur schleppend. Lediglich für die Gamer hat das Betriebssystem einen hohen Stellenwert und ist bei ihnen beliebter als Windows 7. Das mag daran liegen, dass Microsoft den Fokus bei dem aktuellen Betriebssystem auf den Bereich Gaming gelegt hat – was sich wenigstens hier bislang gut auszahlt.

  • APPS Focus: Kamera-Apps funken persönliche Daten nach China: Dass man mit seinen Daten vorsichtig sein soll, ist allen bekannt. Das gilt natürlich auch bei Apps für das Smartphone. Experten von Stiftung Warentest haben sich jetzt besonders Kamera-Apps genauer angesehen. Eigentlich dienen sie lediglich der Verbindung zwischen Kamera und Smartphone, doch einige Apps versenden persönliche Daten der App-Nutzer. Vor allem die App „Mirrorless“ des Herstellers Yi war besonders auffällig. Sie sendet auf Server in China unter anderem Daten wie Name und Kennwort des WLAN-Netzes.

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Wie Kinder lügen lernen

Kind (adapted) (image by RondellMelling [CC0] via pixabay)

Für den Lügner geschieht das Erzählen von Lügen offensichtlich zu einem gewissen Preis. All die Lügen, die man erzählt, im Auge zu behalten, ist äußerst anstrengend. Außerdem muss man im Auge behalten, wie plausibel die erfundenen Geschichten sind. Die Angst, erwischt zu werden, bereitet ständig Sorge. Wenn es dann doch einmal passiert, belastet uns der zerstörte Ruf. Aber auch für die Leute, die belogen werden, gehen Lügen mit einem hohen Preis einher: Lügen schwächen Beziehungen, Organisationen und Institutionen.

Allerdings ist die Fähigkeit zu Lügen und andere Täuschmanöver zu betreiben, ein Zeichen für enorme soziale Kompetenz. Man ist so in der Lage, Interaktionen nach dem eigenen Interesse zu gestalten. Gute Lügner können der Verantwortung entgehen und Anerkennungen für Leistungen erlangen, die nicht wirklich von ihnen stammen. Sie haben jede Menge Freunde und Verbündete. Auf diese Weise stellt die Lüge einen wichtigen Schritt in der Entwicklung eines Kindes dar. Um erfolgreich zu lügen, müssen bestimmte kognitive Bausteine richtig angeordnet werden.

Psychologen haben versucht, herauszufinden, warum manche Menschen lieber lügen, statt die Wahrheit zu sagen, und ob die Gründe dafür in ihrer Kindheit liegen. In manchen Studien haben Forscher den Kindern angeboten, ein Spiel zu spielen, bei dem fürs Lügen belohnt werden. In anderen Studien wurden Kinder mit zwischenmenschlichen Situationen konfrontiert, in denen man aus Höflichkeit lügen sollte, statt die Wahrheit zu sagen. So hat beispielsweise ein Forschungsleiter dem zu untersuchenden Kind ein Stück Seife angeboten. Das Kind wollte das Geschenk nicht haben. Der Forschungsleiter hat das Kind daraufhin gefragt, ob es das Geschenk überhaupt mochte. Bei einer anderen Methode wurden die Eltern darum gebeten, die Lügen ihrer Kinder schriftlich festzuhalten.

In unserer aktuellen Studie wollen meine Kollegen und ich die Denkprozesse der Kinder verstehen. Wir wollten herausfinden, wie sie andere Leute täuschen können. Bei den meisten Kindern geschieht das meist etwa im Alter von dreieinhalb Jahren. Wir wollten wissen, ob und welche Arten von sozialen Erfahrungen diese Entwicklung beschleunigen.

Wie Kinder lernen, andere zu täuschen

Bei unseren Untersuchungen sollten ein paar Kinder ein einfaches Spiel spielen, das sie nur gewinnen konnten, indem sie ihr Gegenüber austricksten. Dabei haben die Kinder eine Belohnung erhalten, die die Wahrheit gesagt haben. Die Geschenke bekam dann der Versuchsleiter. Die Kinder, die gelogen haben, durften die Belohnung selbst behalten.

In diesem Spiel musste das Kind die Belohnung in einem von zwei Bechern verstecken, während der Versuchsleiter die Augen geschlossen hielt. Danach öffnete er die Augen und fragte das Kind, wo die Belohnung versteckt war. Das Kind zeigte auf einen der zwei Becher. Wenn das Kind den richtigen Becher angab, gewann der Versuchsleiter. Zeigte das Kind auf den falschen Becher, hatte es selbst gewonnen.

An zehn aufeinanderfolgenden Tagen sollten die Kinder jeweils zehn Runden spielen. Diese Methode, bei der die Kinder über eine kurze Zeitspanne sehr genau beobachtet wurden, machte es möglich, dass kleinste Verhaltensänderungen auffielen. So konnten die Forscher den Entwicklungsprozess beobachten, noch während er stattfand.

Wir haben die Kinder in der Zeit um ihren dritten Geburtstag herum getestet, also bevor sie normalerweise wissen, wie sie jemanden austricksen können. Wie wir bereits vermutet hatten, fanden wir heraus, dass die meisten Kinder beim ersten Spiel keine Ambitionen hatten, zu betrügen. Sie verloren also jedes Mal gegen den Versuchsleiter. Während der nächsten Tage fanden allerdings die meisten Kinder heraus, wie sie ihn täuschen konnten, um das Spiel zu gewinnen – und nach dieser Entdeckung nutzten sie die Möglichkeit zur Lüge jedes Mal.

Ein Meilenstein der Entwicklung

Nicht alle Kinder fanden mit der gleichen Geschwindigkeit heraus, wie sie hier tricksen konnten. Manche hatten bereits am ersten Tag den Dreh raus – andere verloren das Spiel sogar am Ende der zehn Tage.

Wir fanden heraus, dass die Geschwindigkeit, in der Kinder lügen lernten, stark mit ihren kognitiven Fähigkeiten zusammenhängt. Eine dieser Fähigkeiten, die in der Psychologie die „Theory Of Mind“ genannt wird, ist die Fähigkeit, zu verstehen, dass andere nicht unbedingt das wissen, was die Kinder selbst wissen. Diese Fähigkeit ist essentiell. Wenn Kinder lügen, kommunizieren sie automatisch eine Information, die sich von dem unterscheidet, was sie selbst glauben. Eine andere Fähigkeit nennt sich kognitive Kontrolle und ermöglicht es den Menschen, nicht direkt mit der Wahrheit herauszuplatzen, wenn sie versuchen, zu lügen. Bei den Kindern, die am schnellsten herausfanden, wie sie den Versuchsleiter täuschen konnten, entwickelten sich diese beiden Fähigkeiten besonders schnell.

Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Spiele, bei denen man gegeneinander antritt, den Kindern verstehen helfen können, dass Tricksereien zum eigenen Vorteil genutzt werden können. Zumindest funktioniert das, sobald die Kinder die dazu notwendigen Fähigkeiten erlernt haben.

Man muss bedenken, dass es mit der ersten Erkenntnis, dass man tricksen kann, noch nicht zu Ende ist. Es ist eher der erste Schritt in einer langen Entwicklung. Nach dieser Erkenntnis lernen die Kinder typischerweise, wann es sinnvoll ist, zu lügen – und wann nicht. Dafür müssen sie erst einmal jede Menge Situationen kennen lernen, die moralisch zu bewerten sind. Kinder lernen für gewöhnlich mehr darüber, wie sie am einfachsten täuschen können. Besonders kleine Kinder sagen oft unabsichtlich die Wahrheit, wenn sie versuchen, andere zu überlisten. Sie müssen erst noch lernen, ihre Worte, Mimik und Gestik zu kontrollieren, um überzeugend zu wirken.

Wenn sie sich entwickeln, lernen Kinder oft unterschiedliche Formen von Manipulation anzuwenden. Sie lernen, wie man schmeichelt, um sich daraus Vorteile zu erschaffen. Sie lernen, wie man die Aufmerksamkeit von unangenehmen Themen ablenkt und Information ausgewählt präsentiert, um einen bestimmten Eindruck zu erzeugen. Wenn sie diese Fähigkeiten erlernen, lernen sie zugleich, wie sie soziale Erzählungen so formen können, dass sie weitreichende Konsequenzen für sich selbst und andere bringen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Kind“ by RondellMelling (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Wie Kinder Humor entwickeln

Child (adapted) (image by Bellezza87 [CC0] via pixabay)

Wer einmal versucht hat, sein Kleinkind mit Sarkasmus oder einem Wortwitz zu unterhalten, hat vermutlich nur einen entgeisterten Blick geerntet. Babys sind sogar noch schwieriger zu beeindrucken – sie ignorieren gekonnt unsere Clownsnummern und fangen stattdessen bei völlig zufälligen Ereignissen an, herzhaft zu lachen. Natürlich haben auch Kinder schon ein bisschen Humor. Aber was finden sie in verschiedenen Altersstufen lustig und ab wann können wir davon ausgehen, dass sie Dinge wie Sarkasmus und Ironie verstehen?

Mein zweijähriger Sohn hat vor kurzem damit begonnen, meine Nase zu packen und hysterisch lachend so zu tun, als würde er sie in den Mülleimer in der Küche schmeißen. Das ist zwar kein Scherz, den ich beim nächsten Abendessen mit Gästen zum Besten geben würde, aber zumindest sieht man hier, dass mein Jüngster einen gewissen Sinn für Humor entwickelt.

Die wesentliche Grundlage, die Kinder für die Entwicklung von Humor brauchen, ist die Sozialisierung. Kinder müssen verstehen, dass sie eine Erfahrung mit einem anderen Menschen teilen, bevor sie einen Sinn für Humor entwickeln können. Wir machen das üblicherweise, indem wir gemeinsam lachen und gemeinsam Reaktion teilen – ein Prozess, der bereits beim ersten Augenkontakt und Lachen eines Neugeborenen beginnt. Der Psychologe Lev Vygotsky nahm an, dass humorvolle soziale Interaktionen dieser Art die kognitive Entwicklung eines Kindes unterstützen können.

Trotzdem braucht ein Kind auch ein paar grundlegende kognitive Fähigkeiten, um überhaupt Witze machen zu können, und zwar jenseits von der Fähigkeit, lustige Grimassen zu schneiden. Die wichtigsten Fähigkeiten sind eine gewisse Vorstellungskraft, die Fähigkeit, andere Sichtweisen anzunehmen und die Sprache. Diese Fähigkeiten entwickeln sich bei jedem Kind unterschiedlich schnell und wachsen und verändern sich auch noch im Jugend- und Erwachsenenalter. Deswegen existiert kein fixes Schema, um die Humorentwicklung anhand spezifischer, altersbezogener Stadien festzulegen.

Sprache

Fast alle Arten von Humor beinhalten eine gewisse Erkenntnis von Inkongruenzen zwischen einem Konzept und einer Situation. Anders ausgedrückt: wir lachen wenn wir überrascht werden, weil wir den Eindruck haben, dass die Dinge nicht zusammenpassen. Nehmen wir als Beispiel folgenden Witz: „Ein Pferd geht in eine Bar. Der Barmensch fragt: „Warum macht du so ein langes Gesicht?“ Zum Einen ist dieser Witz amüsant, weil Pferde normalerweise nicht in eine Bar traben. Zum Anderen ist die Pointe „Warum macht du so ein langes Gesicht?“ witzig, weil wir zuerst gar nicht verstehen, warum das Pferd traurig ist. Dann erst macht es in unserem Gehirn „Klick“ und wir begreifen, dass Pferde ja buchstäblich ein „langes Gesicht“ haben.

Es scheint also, als wäre die Sprache eine Voraussetzung für Humor. Babys, die natürlich noch nicht sprechen können und Kleinkinder, die erst geringe Sprachkenntnisse besitzen, haben normalerweise mehr Spaß mit Dingen, die einen physischen Bezug haben – zum Beispiel bei einer Runde Verstecken. Trotzdem haben auch einfache Witze, die im Vergleich mit sprachbasierten Witzen weniger kognitive Fähigkeiten benötigen, mit dem Erkennen von Inkongruenzen zu tun. Hierbei geht es meist um einen gewissen Überraschungsmoment – plötzlich erschient jemand wie aus dem Nichts. Viele Forscher behaupten, dass die Kommunikation der springende Punkt ist – und in Wahrheit der Humor den Spracherwerb fördert.

Vorstellungskraft

Die Vorstellungkraft spielt im Erkennen von Inkongruenzen eine große Rolle. Sie hilft den Kindern, eine andere Sichtweise anzunehmen und verschiedene soziale Rollen zu inszenieren, und sogar so zu tun, als würde sich die eigene Nase vom Körper entfernen.

Die Entwicklung der Vorstellungskraft beginnt bei Kindern ungefähr zwischen dem 12.bis zum 18. Monat. Interessanterweise ist das der exakt gleiche Zeitraum, in dem Kinder beginnen, die Witze der Eltern nachzumachen . So werden die Eltern angespornt, ihren eigenen Humor zu entwickeln. Tatsächlich können Kinder bereits im Alter von sieben Monaten willkürlich jedes Verhalten nachmachen, das Gelächter erzeugt, wie zum Beispiel ein lustiges Gesicht oder eine Runde Verstecken.

Vorstellungskraft zu entwickeln, ist für ein Kind essentiell, um später eigene Witze zu erfinden. Dieser Prozess beginnt ab einem Alter von etwa zwei Jahren, oft mit objektbasierten Witzen, etwa wenn sich ein Kind die Unterhose auf den Kopf setzt, oder konzeptuell, zum Beispiel mit der Aussage „Das Schwein macht Muuuh“.

Die Inspiration für eigene Witze bekommen Kinder meist von jenen Dingen, die sie gerade selber lernen. Darüber hinaus hilft ihnen das, um gesellschaftliche Regeln zu verstehen. Beispielsweise witzelt mein Sohn oft darüber, dass seine Freundin Lilly „auf den Fußboden gemacht hat“. Das kommt daher, weil bei ihm gerade das Töpfchentraining und Trockenwerden und Exkremente an erster Reihe stehen. Witze darüber zu machen ist eine gute Möglichkeit, die gesellschaftlichen Rituale und Gefühle zu erlernen, die mit diesem Prozess einhergehen – vor allem im Umgang mit Missgeschicken.

Perspektiven und Täuschungen

Kindern können außerdem ihr Humorverständnis entwickeln, wenn sie verstehen, wie unser Verstand funktioniert. Es ist wichtig, zu wissen, dass verschiedene Menschen einen unterschiedlichen Wissensstand oder eine unterschiedliche psychische Verfassung haben. Manche gehen auch von falschen tatsachen aus oder liegen schlichtweg auch mal falsch. Beispielsweise erkennt ein Kind, das das Konzept der Täuschung verstanden hat, wenn die Eltern nur so tun, als wären sie ahnungslos, während sich das Kind hinter ihnen anschleicht, um sie zu erschrecken.

Tatsächlich zeigen auch einige Forschungsergebnisse, dass dieses Wissen für Kinder entscheidend ist, um kompliziertere Witze mit Sarkasmus und Ironie zu verstehen. Eine Studie hat gezeigt, dass manche Kinder bereits im Alter von drei Jahren (normalerweise ungefähr fünf) in der Lage sind, einige Spielweisen der Ironie zu verstehen. In diesem Experiment wurde Kindern ein Puppentheaterstück vorgeführt. Dann wurden den Kindern Fragen gestellt, was sie denn gerade gesehen hatten. Ein Beispiel für Ironie ist eine Szene, in der eine Puppe ein Teller zerbrach. Eine zweite Puppe sagte daraufhin: „Deine Mutter wird sich aber freuen.“ Manche Kinder fingen zu lachen an und verstanden, dass der Satz nicht wörtlich gemeint war und die Mutter natürlich nicht glücklich sein würde.

Andere Wissenschaftler argumentieren, dass sich das Verständnis von Ironie erst durch die Erfahrung mit Humor an sich entwickelt, anstatt durch das Wissen um Täuschung und die Entwicklung von Vorstellungskraft. Witze sind gesellschaftlich und kulturell geprägt, ein Teil des Lernprozesses besteht daher aus sozialen Interaktionen.

Sobald Kinder Vorstellungsvermögen und ein grundlegendes Verständnis für andere entwickelt haben, können sie mit ihrem Humor tatsächliche und mögliche Emotionen erkunden. Beispielsweise können sie unsichtbares Essen herumschleudern und voll Freude herumschreien, dass sie sich bekleckert haben. Die Elternsollen dann so tun, als seinen sie verärgert. Dadurch können Kinder in einem sicheren Umfeld die Emotion Ärger erforschen.

Wenn es zum kindlichen Humor kommt, müssen wir also geduldig sein. Gott sei Dank, denn sonst wären Disney- und Pixar-Filme wohl um einiges anstrengender abzusitzen, wenn Kinder nicht über all die versteckten und teilweise recht gewagten Witze hinweggehen würden. Für’s Erste lachen wir einfach weiter über gestohlene Nasen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Child“ by Bellezza87 (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Youtube-Pranks gone wrong: Was wir aus dem Fall DaddyOFive lernen können

Screenshot by Niklas Hamburg

Der US-amerikanische Youtube-Kanal DaddyOFive, der einen Mann und eine Frau aus Maryland zeigte, die ihren Kindern „Streiche spielten“, hat alle seine Videos zurückgezogen und eine öffentliche Entschuldigung für die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs veröffentlicht. Bei den „Streichen“ haben die Eltern ihre Kinder immer wieder denken lassen, dass sie in Schwierigkeiten wären, bis sie sie zum Weinen gebracht hatten – und sie erlösten sie erst mit den Worten „Es war nur ein Streich“, als sie das Schluchzen der Kinder auf Video hatten.

Trotz der Entfernung gibt es die Inhalte immer noch in zusammengeschnitten Videos von Philip DeFranco und anderen bekannten YouTubern zu sehen, die den DaddyOFive-Kanal kritisieren. Ebenso gibt es immer noch andere Kanäle auf YouTube, auf denen Eltern Videos hochladen, wie sie ihren Kindern Streiche spielen. Aber die Videos eröffnen auch die Debatte über Kinder in Online-Medien, insbesondere wenn mit den Videos Geld verdient wird. Bei über 760.000 Abonnenten wird geschätzt, dass DaddyOFive jährlich zwischen 200.000 und 300.000 US-Dollar durch Werbeeinnahmen von YouTube verdient hat.

Der Anstieg von Einflüssen

Auf YouTube ist das Phänomen, dass Kinder auf etwas reagieren und dabei gefilmt werden, ein beliebtes Genre, wobei die Bandbreite der Videos, die Eltern hochladen, von das Kind eine Zitrone probieren lassen bis zu den ersten Worten ihres Babys reicht. Solche Videos haben ihren Vorlauf im Internet, ehe sie dann in „America’s Funniest Home Videos“ ab 1989 und anderen beliebten Fernsehsendungen gezeigt werden und im Anschluss vermarktet werden können.

Im Zeitalter der mobilen Geräte und der vernetzten Kommunikation ist es einfacher als je zuvor, das Verhalten der Kinder zu dokumentieren und online zu teilen. Jeden Tag teilen, speichern und übertragen Eltern Bilder und Videos ihrer Kinder um ihre Freunde an ihren Erfahrungen teilhaben lassen zu können. Und das passiert sogar mit den besten Absichten. Auf diese Weise, hat ein Teammitglied von uns (Tama) argumentiert, können Fotos und Videos, die geteilt werden, unabsichtlich zu „intimer Überwachung“ führen, wenn Online-Plattformen und Konzerne die Daten nutzen, um detaillierte Profile von Kindern zu erstellen.

YouTube und andere soziale Medien haben die Vergrößerung des Einflussfaktors gesehen, wenn augenscheinlich gewöhnliche Nutzer dafür bezahlt werden, wenn sie ihre Meinungen und von ihnen genutzte Produkte im Internet teilen. Den Verbrauchern wird das Gefühl von Nähe und Intimität zu ihren YouTubern vermittelt und sie werden so zu einem interessanten Ziel von Werbung, wie beispielsweise durch Advertorials und Produktplatzierungen in den Videos. Während der DaddyOFive-Kanal ganz klar profitorientiert war, ist die Unterscheidung zwischen echten und bezahlten Inhalten oft nicht ganz so einfach.

Von der Gebärmutter zur Berühmtheit

Wie bei DaddyOFive können YouTuber auch ganze Familien einschließen, inklusive Kindern, deren Rechte zu entscheiden, ob sie teilnehmen wollen oder nicht, nicht immer berücksichtigt werden. In manchen Fällen sind die Kinder selbst der Star. Sie werden kleine Berühmtheiten, die von ihren Eltern in Szene gesetzt und gefördert werden.

Yebin, ein Kleinkind aus Südkorea, wurde erstmals im Alter von drei Jahren in einem Video online gezeigt, wie seine Mutter ihm beibringt, fremde Menschen zu meiden. Seither haben Yebin und ihr jüngerer Bruder verschiedene Agenturen beauftragt, ihre Inhalte zu verwalten, basierend auf einer Reichweite ihres Kanals von 21 Millionen Anhängern.

Seitdem virale Videos marktfähiger und die Reaktionen von Kindern lukrativer wurden, sind auch die Situationen und Aufbauten immer aufwendiger geworden. Trotz ihrer Prominenz in den sozialen Medien sind die Kinder von in den Medien berühmter Familien nicht eindeutig von den traditionellen Arbeitsplatzstandards (wie dem Kinderarbeitsgesetz und dem Coogan-Gesetz in den USA) geschützt. Die Gesetze sollten ursprünglich Kinderstars in der Mainstream-Medienbranche gegen Ausbeutung schützen.

Dies ist ein Problem, seit Erwachsene ihre Kinder nicht nur in Advertorials und kommerziellen Kontexte einbinden, sondern eine neue Generation von „Mini-Kinderstars“ kreieren, deren Karrieren schon in der Gebärmutter beginnen.

Durch die Abwesenheit formaler Richtlinien für die Kinderstars sozialer Medien, sind es die Freunde der YouTuber und die Plattformen selbst, die das Wohlergehen der kleinen Kinder zu kontrollieren haben. So haben prominente YouTuber sich dafür stark gemacht, die Eltern hinter dem DaddyOFive Kanal, denen Kindesmissbrauch vorgeworfen wird, zu verurteilen und sie haben ihren Einfluss ebenso dazu genutzt, um die Vorgehensweise der Eltern diversen Kinderschutzdiensten zu melden. YouTube hat angeblich ebenfalls reagiert, indem sie jegliche Werbung aus dem Kanal entfernt haben. YouTuber, die eine gemeinsame moralische Position vertreten, sind zweifellos hilfreich.

Größere Transparenz

Die Frage nach Kindern, Handel und Arbeit in sozialen Medien kann nicht nur auf YouTube beschränkt werden. Die australische PR-Leiterin Roxy Jacenko hat sich zum Beispiel gegen die Vorwürfe der Ausbeutung verteidigt, nachdem sie einen kommerziellen Instagram-Account ihrer kleinen Tochter Pixie erstellt und gemanagt hat. Pixie wurde schon im Alter von drei Jahren als „Prinzessin von Instagram“ bezeichnet. Trotzdem muss Jacenkos Entscheidung für Pixie von denen vieler anderer Eltern unterschieden werden, da sie, aus der PR-Branche stammend, in der Lage ist, begründete und ausgewählte Entscheidungen über die Anwesenheit ihrer Tochter in den sozialen Medien zu treffen.

Einige YouTuber versichern außerdem dem Publikum, dass die Teilnahme der Kinder freiwillig und optional ist, und dass sie es nicht als unangenehm empfinden. Dies wird sichergestellt, indem ihre Eltern Material über die Entstehung der Videos hochladen.
Außerdem macht auch das Fernsehen das Beste aus den Kindern in den sozialen Medien – wie beispielsweise die Ellen DeGeneres Show, die regelmäßig YouTube-Videos in der Show nutzt und oftmals auch die Kinder aus den Videos zu sich in die Show einlädt. Oft sollen sie die im Video gezeigten Handlungen live in der Show vor dem Publikum vorführen. Die Show verbreitet diese Programm-Clips auf seinem kooperierenden YouTube Kanal, für den sie manchmal auch Kinder mit hoher medialer Aufmerksamkeit vertraglich verpflichten, für ihre eigenen wiederkehrenden Show Teile daraus zur Verfügung zu stellen.

Letztlich unterliegen die Kinder, die im Fernsehen erscheinen, bestimmten Gesetzen und Vorschriften, die ihr Wohlbefinden sicherstellen sollen. Auf gewinnorientierten Kanälen wie YouTube und anderen Social-Media-Plattformen gibt es ein wenig Transparenz über die Rolle, die die Kinder spielen, die Bedingungen ihrer Arbeit. Außerdem kann man sich informieren, wie sie finanziell ausgeglichen werden – und ob dies überhaupt geschieht.

Kinder können durchaus in den Videos ihrer Eltern mitmachen – egal, ob dies nun zufällig geschieht, oder sie als Star der Show aufgebaut werden. Über dieses gesamte Spektrum hinweg müssen soziale Medien wie YouTube Regeln aufstellen, sodass die Beteiligung der Kinder transparent gestaltet und ihre Wohlbefinden sichergestellt wird.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Screenshot „DaddyOFive Apology“ via YouTube“ by Niklas Hamburg


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Natürliche Verhütung per App: Besser als die Pille?

Schwangere Frau Familie (adapted) (Image by KManzela ([CC0 Public Domain], via Pixabay)

Eine Firma behauptet, dass ihre App besser funktioniert als die Pille. Die Zyklusbestimmung per Themometer ist eine althergebrachte Verhütungsmethode, die von vielen Frauen angewandt wird. Diese Methode gilt jedoch als unzuverlässig, denn man kann nicht immer auf diese Beobachtungen bauen und die Sicherheit gewähren. Könnte also Apps wie Natural Cycles den Frauen einen Weg eröffnen, wie man zuverlässig und hormonfrei eine ungewollte Schwangerschaft verhindern kann?

Die Behauptung von Natural Cycles stützt sich auf eine Studie mit 4054 Frauen im Alter von 18 bis 46 Jahren, die im European Journal of Contraception & Reproductive Health Care veröffentlicht wurde. Die Studie weist darauf hin, dass es bei den Frauen, die die App als Verhütung genutzt haben, jährlich in sieben von 100 Fällen zu einer Empfängnis kam. Dies schloss auch Schwangerschaften ein, die die Wissenschaftler auf Anwendungsfehler zurückführten – eine „typische Fehlerquote“ dieser Methode. Diese kann man mit der „typischen Fehlerquote“ der Pille vergleichen, die acht bis neun Schwangerschaften im Jahr verzeichnet und auch die Fälle mit einschließt, bei denen die Frauen hin und wieder vergessen, die Pille einzunehmen.

Bei den Frauen, die die App korrekt genutzt haben, kam es zu fünf möglichen Schwangerschaften in 1000 Fällen. Wissenschaftler fanden heraus, dass es bei zehn Fällen aus den 143 Schwangerschaften dazu kam, weil die App einen Fehler hatte, der den Paaren falsche Informationen über ihre Fruchtbarkeit gab. Dies ist als „Methodenfehler“ bekannt und zeigt, dass ungeplante Schwangerschaften selbst dann auftreten können, wenn man eine perfekte Verhütung einsetzt.

Aber auch hier sahen die Statistiken fast wie die „perfekten Umgangszahlen“ der Pille aus, bei der durchschnittliche drei aus 1000 Frauen schwanger werden. Das bedeutet, dass die Studie beweist, dass bei typischem und perfekten Benutzen der App diese als genauso effektiv wie die Pille zu betrachten ist.

Und wie funktioniert sie nun? Fast alle vergleichbaren Smartphone-Apps basieren nicht nur auf der traditionellen Methode, die Tage seit der letzten Periode zu zählen, sondern auch darauf, die Temperaturmessung mit einzuberechnen. Die App benutzt diese Informationen, um vorauszusagen, wann die Frau ihren Eisprung hat, wann sie fruchtbar ist und wann nicht.

Diese Methode funktioniert, weil die Temperaturkurve der Frau um ca. 0,3 Grad Celsius um den Tag der Ovulation herum steigt und in der Folge auch bis zum Rest des Zyklus leicht erhöht bleibt. Die Eizelle ist für ca. 24 Stunden aktiv, also kann ein Paar nach dieser Zeit problemlos Sex haben, ohne dass die Frau schwanger wird. Sex vor der Ovulation kann zu einer Schwangerschaft führen, da die Spermien bis zu sechs Tage im Uterus überleben können.

Diese Tatsache ist schon länger bekannt, auf diesen Vorgängen basiert die Temperatur- oder NFP-Methode (natürliche Familienplanung), bei der eine Frau jeden Morgen vor dem Aufstehen ihre Temperatur misst und eine Tabelle erstellt, um zu bestimmen, an welchen Tagen sie fruchtbar ist. Allerdings ist es sehr schwierig, exakt vorauszusagen, wann die Ovulation stattfindet, da die Zykluslänge einer Frau besonders bei Stress ins Schwanken geraten kann. Es ist außerdem nicht eindeutig vorhersehbar, ob die Temperatur der Frau genug gestiegen ist, um ihren Eisprung anzuzeigen.

In diesem Fall kann Technologie helfen. Gerätschaften wie Armbänder, die Körpertemperatur messen, können den Zyklus der Frau dauerhaft überwachen, sodass sie nicht jeden Morgen erneut daran denken muss, ihre Temperatur zu messen. Zudem erledigen die Algorithmen der App die Arbeit und erstellen Tabellen, um damit die fruchtbaren Tage auszurechnen.

Da bleibt nur die Frage, warum die typische Fehlschlagsrate der App bis zu 7 Prozent erreicht. Ein anderes großes Problem der Temperaturmethode ist, dass man mehre Tage im Monat keinen Sex haben darf oder dafür andere Verhütungsmethoden, wie zum Beispiel Kondome, nutzen muss. Die Studie fand heraus, dass etwa die Hälfte der Frauen, die während der Studie schwanger wurden, ungeschützten Sex während ihrer fruchtbaren Zeit hatten. Smartphone-Apps können also durchaus eine Unterstützung sein – aber sie können uns nicht davon abhalten, ungeschützten Sex haben zu wollen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) Schwangere Frau Familie by KManzela (CC0 Public Domain)


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Wie Kinder auf der ganzen Welt das Internet nutzen

Kind, Kinder, Tablet, Smartphone, Internet, Social Media

Das Internet hat fast alle Ecken der Erde erreicht, aber der Großteil der Forschung über die Verwendung des Internets, insbesondere bei Kindern, konzentriert sich auf die USA und Europa. Das ist ein Problem, da Schätzungen zufolge jedes dritte Kind weltweit das Internet nutzt – und die meisten von ihnen leben nicht im sogenannten Westen. Ein zunehmendes weltweites Interesse verlangt nach internationalen Verfahrensweisen, die auf globalen Beweisen fußen.

Der Bericht von „Global Kids Online“ ist der erste Schritt eines ambitionierten Projekts, um herauszufinden, welche Kinder das Internet verwenden, was sie lernen und um die Möglichkeiten und Risiken zu erforschen, die es beinhaltet. Um ihre Perspektive zu erfahren, führte das Projekt Interviews und Umfragen mit Kindern im Alter von neun bis 17 Jahren in Südafrika, den Philippinen und Serbien durch. Wir befragten zusätzlich argentinische Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahren. In diesem Video erfahren wir mehr über die Erlebnissen südafrikanischer Kinder und ihrer Eltern mit dem Internet.

Wir wussten nicht, was auf uns zukam, obwohl uns ein paar der Probleme bewusst waren. In Lateinamerika leben Kinder in unterschiedlichen urbanen und ländlichen Gegenden und in enormem Wohlstand und Reichtum. Die südafrikanische Gesellschaft weist hohe Gewalttaten auf, die sich nun auch online ausweiten. Die Philippinen sehen sich einer wachsenden Herausforderung der sexuellen Ausbeutung von Kindern und des Kindesmissbrauchs gegenüber, während Serbien mit dem sozialen Ausschluss der Roma-Bevölkerung zu kämpfen hat. Hilft ein Internetanschluss Kindern und ihren Familien dabei, diesen Problemen die Stirn zu bieten – oder macht er diese nur noch schlimmer?

Nimm mir nicht mein Internet weg

Es gibt keinen Zweifel daran, dass Kinder auf der ganzen Welt das Internet in ihre Leben integriert haben, selbst wenn es kostspielig und unzuverlässig ist oder wenn es nur mit geliehenen Geräten oder durch die Bereitstellung der Wohngemeinde genutzt werden kann – ganz im Gegensatz zum verhältnismäßig einfachen Zugang, den die Kinder im Westen genießen. Eine weltweite Studie, die vor Kurzem erschienen ist, hat gezeigt, dass die Kinder das Internet gewissermaßen als Menschenrecht verstehen. Für sie ist es eine echte Notwendigkeit. Gleichermaßen sehen einige der Kinder, mit denen wir gesprochen haben, das Internet als einen untrennbaren Bestandteil ihres Lebens – es ist etwas, auf das sie stolz sind. Ein 15-jähriger Junge aus Serbien meinte dazu: „Wir sind mit dem Internet aufgewachsen. Ich meine, das Internet war immer hier bei uns. Die Erwachsenen sagen ‚Wow, das Internet ist aufgetaucht‘, während es für uns ganz normal ist.“

Eine Fokusgruppe, bestehend aus 14- bis 17-Jährigen vom Ostkap in Südafrika stimmte dem zu: „Ich würde sagen, dass die heutige Generation mehr weiß als unsere Eltern. Wir sind viel schlauer als die vorangegangene Generation.“ Es ist nicht verwunderlich, dass Kinder die Freiheit und Bandbreite an Möglichkeiten zu schätzen wissen, dank derer sie lernen oder teilen können, was sie interessiert und wann immer sie wollen – wie diese Gruppe Jugendlicher aus Argentinien erklärt: „Ich wollte Gitarre spielen lernen und bin online gegangen.“ Ein andrees Kind sagt, es wolle „Immer mit anderen in Kontakt sein und wissen, was die anderen machen“. Vielen war ein Aspekt besonders wichtig: „Über Skype oder mit einem Videoanruf kann man zu jemandem Kontakt aufnehmen, der weit weg ist.“

Angesichts moralischer Panikmache über die Risiken des Internets sollten wir uns jedoch zurückerinnern, dass Kinder vor allem lernen und mit anderen Leuten in Kontakt treten möchten. Es ist wichtig, dass Erwachsene – egal, ob Eltern oder Politiker – ihnen diese Möglichkeiten nicht nehmen.

Das Gute und das Schlechte

In vielerlei Hinsicht teilen Kinder aus sehr verschiedenen Ländern ähnliche Interessen, was das Netz anbelangt. Auf den Philippinen lieben Kinder beispielsweise Facebook und YouTube, am liebsten lernen sie etwas Neues, außerdem sind soziale Medien und Videoclips sehr beliebt. Sie nutzen das Internet für Schularbeiten und um Online-Spiele zu spielen – also ein ziemlich ähnliches Ergebnis wie bei den Kindern in Europa.

Es ist einfach nachzuvollziehen, dass es durchaus ein Problem darstellen kann, dass dieselben, übergreifenden Technologiefirmen ihre Reichweite und ihren Profit durch Kinder weltweit vergrößern können. Auch ist bisher noch nicht klar, was Kinder online genau lernen – oder ob sie tatsächlich davon profitieren. Aber ein Internetanschluss bietet ganz klar eine Menge Möglichkeiten.

In Südafrika sucht etwa jeder dritte Jugendliche mindestens einmal die Woche online nach  Informationen über Gesundheitsthemen. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass Teenager es zu schätzen wissen, dass sie diese Informationen online schnell und einfach und vor allem anonym finden können. Hier stellt sich die Frage, woher sie sich solche Informationen in einer Zeit vor dem Internet besorgt haben könnten. Dennoch ist die Informationsqualität im Netz problematisch.

Und ist es überhaupt das, was sie tatsächlich brauchen? Verfügen sie über die kritischen Fähigkeiten, vertrauenswürdige von missverständlichen Infos zu unterscheiden? Wir wissen es nicht. Aber das, was wir herausgefunden haben, liefert Grund zur Besorgnis hinsichtlich der digitalen und kritischen Fähigkeiten junger Nutzer. Auf die Frage, ob im vergangenen Jahr irgendetwas im Netz geschehen ist, worüber sie sich ärgerten, antworteten drei Viertel der befragten Kinder in Argentinien mit ‚ja‘ – zweimal so viele, wie in Serbien und auf den Philippinen. In Südafrika war es nur eines von fünf. Einige Beispiele für die Inhalte könnten sein:

  • Lästereien über andere Menschen und dass es hässliche Kommentare über andere gibt
  • Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Morde
  • Einladungen von fremden, älteren Menschen oder Werbung mit nackten Menschen

Auf den Philippinen wurden die Kinder sogar direkt bedroht: „Auf Facebook hat sich jemand vor einiger Zeit für mich ausgegeben. Der Nutzer hatte mein Foto als Profilbild eingerichtet, allerdings mit einem anderen Namen“, berichtete ein Mädchen zwischen 12 bis 14 Jahren.

„Ich habe es einmal erlebt, dass ein Fremder nach ‚meinem Preis‘ fragte – was natürlich  bedeutete, wie viel es den Fremden kosten würde, mit mir Sex haben zu können“, erfuhren wir von einem Jungen zwischen 15 bis 17 Jahren.

Damit Eltern nun jedoch nicht in Versuchung geraten, ihren Kindern das Internet zu verbieten, sei ihnen gesagt: Wir haben auch viele positive Rückmeldungen erhalten. Zwei Drittel der befragten Jugendlichen aus Argentinien waren sich sehr sicher, dass es „viele Dinge im Internet gibt, die gut für Kinder in meinem Alter sind.“ Jugendliche in Serbien und auf den Philippinen waren davon nicht ganz so überzeugt und die südafrikanischen Kinder waren diesbezüglich deutlich gespalten. Es ist wahrscheinlich schwer, die richtige Balance zwischen Risiko und Bereicherung zu halten.

Risiken und Möglichkeiten greifen ineinander

Um das zu verstehen, müssen wir das Wesen des Internets berücksichtigen. Man schaue sich nur einmal die sozialen Netzwerke an: Kinder können diese nutzen, um mit ihren Freunden in Verbindung zu bleiben, aber sie sind auch für Unbekannte sichtbar. Als wir die Risiken und Vorteile auswerteten, die die Kinder in verschiedenen Ländern erlebten, gaben 92 Prozent der befragten Kinder aus Argentinien, aber nur 65 Prozent der Kinder aus Südafrika an, dass sie das Netz jederzeit nutzen durften. In Serbien waren es 85 Prozent und auf den Philippinen 79 Prozent.

Also macht es durchaus einen Unterschied, ob die Eltern eine restriktive oder eine lockere Herangehensweise an das Netz haben. Doch auch das ist für die Eltern keine einfache Wahl. Zum Teil schätzen viele Eltern die digitalen Kenntnisse ihrer Kinder als höher ein als ihre eigenen. Manche Eltern versuchen, sich den kulturellen Normen und Erziehungsstilen anzupassen und zugleich den spezifischen Bedürfnissen ihrer Kinder gerecht zu werden.

Natürlich kann auch ein unregelmäßiger und teurer Internetzugang ein Problem sein. Unsere Kollegen aus Südafrika haben die Ergebnisse der Studie dazu genutzt, um angesichts der hohen Datenkosten erschwinglichere Internetanschlüsse einzufordern. Dieses Ziel wurde in den nationalen Entwicklungsplan für Südafrika bis zum Jahr 2030 aufgenommen. In Argentinien berichteten die Kinder zudem davon, dass sie das Internet meist für die Schule verwenden, also forderten unsere argentinischen Kollegen mehr Unterstützung durch ein nationales digitales Bildungsprogramm.

Global Kids Online“ ist eine gemeinsame Initiative von Innocenti, dem Forschungszweig der UNICEF, des EU Kinder Online-Netzwerks und der London School of Economics and Political Science, die durch die „WeProtect Global Alliance“ unterstützt wird. Diese Untersuchungen sind erst der Anfang. Um noch mehr kulturübergreifende Tendenzen zu erforschen, müsssten allerdings noch ein paar Länder mehr teilnehmen. Jedoch würden wir den Gesetzgebern in den entsprechenden Ländern, in denen noch zu wenig zuverlässige Untersuchungsergebnisse existieren, raten, keine weitergehende Gesetzgebung zu überstürzen, bevor sie nicht verstehen, wie Kinder und Eltern die Chancen und Risiken, die das Netz bietet, ausgewogen nutzen können.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


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Gefährden Altmedien den Digitalstandort Deutschland?

Kaum ist der von der Bundesregierung angekündigte „Digitalpakt“ Gegenstand der (veröffentlichten) öffentlichen Diskussion, schon finden sich die üblichen KulturpessimistInnen und bemühen sich um die altbekannten Gefahrennarrative der Förderung des „Häppchenwissens“ und der digitalen Überforderung der jüngeren Generationen dieses Landes.

Pensionierte Lehrer in einflussreichen Positionen meinen, immer noch auf der Höhe der Pädagogik zu sein, und verbauen mit ihrer Ignoranz gegenüber aktuellen Entwicklungen den Schülerinnen und Schülern die Chancen auf dem globalisierten Arbeitsmarkt. Die Gewerkschaften möchten sowieso lieber Schul-Klos repariert wissen, obwohl nicht zuletzt die aktuelle Studie der Initiative D21 zum Stand der Digitalisierung in deutschen Schulen große Defizite identifiziert hat.

Rückwärtsgewandtheit der Entscheiderinnen ist ein Problem für Deutschland

Damit fügt sich die aktuelle Debatte in eine lange Kette von Drohszenarien, die digital nicht aktive Menschen, die in Deutschland in EntscheiderInnenpositionen sitzen, gegenüber dem Internet aufbauen. Pokémon Go trackt Jugendliche und erhöht das Risiko, im Straßenverkehr unter die Räder zu kommen. Ein altbekanntes Printmedium spricht vom „Feind in meiner Hand“ und meint das Smartphone. Lehrer können sich in diesem Medium mit der Meinung breitmachen, dass Eltern Schuld an der „Internetsucht“ der Kinder seien.

Das Morgenmagazin von ARD und ZDF stellt die Teilnehmerinnen der Gamescom als der Kindheit verhaftete Deppen dar und warnt vor der – natürlich – übermäßigen Nutzung von Videospielen. Ebenfalls im Morgenmagazin wird vor den Gefahren der VR-Brillen gewarnt („Auswirkungen auf das Gehirn“). Während IBM verkündet, dass IBM-Watson nun auch im Kampf gegen den Krebs helfen wird, warnen deutsche Altmedien vor der Nutzung von Gesundheits-Apps.

Wissen die VertreterInnen der Altmedien eigentlich, was sie mit diesem Kampf gegen das Netz und gegen das Digitale indirekt auch unseren Kindern antun? Kinder und Eltern sind in einer rückwärtsgewandten Meinungs-Bubble gefangen, die sie davon abhält, sich offensiv und frühzeitig mit den Gefahren und den Chancen des Netzes zu befassen. Unsere Kinder werden, wenn sie nicht rechtzeitig digitale Kompetenzen erwerben, von den gleichaltrigen Jugendlichen und Berufsanfängern aus den USA, Asien und Russland übertrumpft.

Wir als Eltern entlassen sie aber auch gleichzeitig ungeschützt in eine Welt, in der es natürlich Risiken und Gefahren gibt; da wir sie aber nicht darauf vorbereitet haben (außer der Strategie: schaltet den PC am besten aus), werden sie unvorbereitet auf die digitale Welt außerhalb von Deutschland treffen.

Beispiel Pokémon Go: Gefahren und Chancen der Augmented Reality

Spätestens seit der Verfilmung der Stephen King-Kurzgeschichte über den Rasenmähermann im Jahr 1992 kann eine breite Masse etwas mit der Idee der Virtual Reality anfangen. Auch wenn eine Umsetzung mittels Brille und Kopfhörer vorerst weit hinter dem angepeilten Ziel der startrekschen Holdecks zurückbleibt, sind in den vergangenen 20 Jahren alle Versuche, einen komfortablen Einstieg zu schaffen, mehr oder weniger grandios gescheitert.

Letztendlich scheint es, als habe es das Jahr 2016 gebraucht – in dem alle technischen Errungenschaften wie Prozessorminiaturisierung, Grafikleistung, Rechenpower zur Erfassung des Raums und die Vorarbeit der Konsolenhersteller mit Sonys Play und Microsofts Move sowie der Druck durch den Occulus-Rift-Kickstarter zusammentrafen – um der Virtual Reality im Konsumentenmarkt zum Durchbruch zu verhelfen. Wobei bei den abgerufenenen Preisen eine schnelle Marktdurchdringung zumindest für das kommende Weihnachtsgeschäft noch fraglich bleibt.

Umso erstaunlicher erscheint es, dass diesem zukunftsträchtigen Vorstoß zumindest in der breiten öffentlichen Wahrnehmung der Rang durch eine weitere visionäre Technik abgelaufen wurde. Der Erfolg des Smartphonespiels Pokémon Go hat der Augmented Reality den Einzug auf die Endgeräte und in die Presse beschert. Der Entwickler Niantic stellte mit dem Spiel Ingress bereits seit Ende 2013 eine Augmented Reality App zur Verfügung. Auch hierbei bewegen sich die Spieler durch den öffentlichen Raum, das Kartenmaterial basiert auf Daten von Google Maps und die Bewegungen der Spieler werden zur Auswertung an die Server des Spiels zurückgemeldet.

Schon Ingress konnte in den vergangenen Jahren eine große und äußerst aktive (vornehmlich erwachsene) Spielergemeinde gewinnen. Der wirkliche Durchbruch erfolgte aber durch die Zusammenführung der Spielprinzipien von Ingress gepaart mit der Pokémon Lizenz von Nintendo.

Seit der Veröffentlichung von Pokémon Go im Juli diesen Jahres sind insbesondere in den Ballungsräumen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene der Aufforderung der Eltern gefolgt, doch endlich mal wieder rauszugehen, und fangen die Taschenmonster mit dem Blick durch die Bildschirme und Kameras ihrer Smartphones. Hierbei werden die Pokémon vom Spiel in die Abbildung der den Spieler umgebenden Realität projiziert.

Eine äußerst erfreuliche Folge des Pokémon-Go-Hypes war die Rückeroberung des öffentlichen Raums durch spielende Menschen aller Altersklassen bis zu Kindern, welche Ihr erstes Smartphone daran ausprobierten. Schon in der Woche vor dem Deutschlandstart aber machten Meldungen aus den USA über Verkehrsunfälle und Überfälle in hiesigen Medien schnell die Runde.

Das Gefährdungspotential für junge Spieler wird bei genauer Betrachtung schnell offensichtlich: Hand in Hand mit dem Austritt der Onlinespieler in die reale Welt erfolgt, zusätzlich zu den Gefahren des Straßenverkehrs, eine Übertragung der virtuellen Risiken. Was eben noch Grooming in einem Chatroom war, kann jetzt schnell eine persönliche Kontaktaufnahme werden. Hierbei ist insbesondere die schnelle Erkennbarkeit der Spieler und das gemeinsame Thema, über welches ein Kontakt hergestellt werden kann, eine nicht zu unterschätzende Komponente.

Panikmache vor Medien hat noch nie etwas gebracht

Die logische Schlussfolgerung kann aber eben nicht mediale Panikmache und pauschalisierte Warnung vor der Nutzung des Spiels sein, sondern muss eine Aufklärung der Spieler über die mit dem Spiel verbundenen Risiken sein – auch wenn die althergebrachten Grundsätze des Jugendschutzes in Bezug auf Medien hierzulande am ehesten in einer Verbotsdebatte gipfeln. Aufbauend auf dem „Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften“ von 1926 verfestigte sich die Debatte um eine moralisch-sittliche Gefährdung der Jugend in den 50er-Jahren mit der pädagogisch wie feuilletonistisch vorgetragenen Kritik an Groschenromanen und Comics.

Sie wurde in den folgenden Jahrzehnten auf Videofilme erweitert und gipfelt seit den 80ern in der Diskussion um Computerspiele. Die konsequente Aberkennung des Kunstbegriffs, welcher unabhängig vom Inhalt nur bestimmten Medien vorbehalten bleibt, sagt schon viel über den Stellenwert neuartiger Technologien aus.

In Zeiten, in denen die moralisch-sittliche Verfestigung der Kinder und Jugendlich allenthalben bestritten wird, ist wohl mit deren Bedrohung kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Folglich stürzen sich die Altmedien auf die „reale“ Gefährdung von Kindern, und die Reaktion von Eltern und Pädagogen folgt – wie auch in vorhergehenden Generationen – auf dem Fuße. Unsere Eltern haben Comics und Groschenromane genauso gelesen, wie wir Videofilme sahen und Computerspiele spielten und immer noch spielen. Heute vertreiben sich die Kinder und Jugendlichen die Zeit auf Youtube, in Chaträumen und eben mit Pokémon Go. Und morgen in der Virtual Reality der Spielekonsolen und Augmented Reality der Smartphones.

Die Gründe für den rückwärtsgewandten Blick in deutschen Altmedien sind vielfältig:

  1. Wir leben in dem Land mit der zweitältesten Bevölkerung weltweit. Da kann man keine EntscheiderInnen erwarten, die in der Mehrzahl jünger und innovativer sind.
  2. „Bildung“ ist in Deutschland eine Attitüde, die man vor sich herträgt. Das Buch noch „riechen zu wollen“ und das gefüllte Bücherregal im heimischen Wohnzimmer gelten nach wie vor als Ausdruck von Belesenheit. Wobei dies letztlich auf dem Missverständnis beruht, „digital“ und „Lesen“ würden sich gegenseitig ausschließen.
  3. Ohne vorherige Studien und konsensual abgesegnete Standards wagen wir nichts (s.a. Tesla-Debatte).
  4. Die derzeit in den Schulen befindlichen LehrerInnen gehören vor allem der technikskeptischen Baby-Boomer-Generation an, die in den 1970ern in die Laufbahnen eingetreten ist. Erinnert sich jemand noch an die damalig dominierende Debatte um die sogenannte „Technikfolgenabschätzung“? Auf Basis dieser Sozialisation kann man nicht wirklich Offenheit gegenüber den Internetfirmen des Silicon Valleys erwarten.

Pokémon Go schult die neue Generation

Sollte der Umgang mit neuen Technologien und Inhalten denn nicht besser von der Betrachtung des Potentials (unter Abwägung der Risiken) getragen werden?

Online-Spiele und digitale Tools stellen die Zukunft dar; seien es Google Docs, Keynote Live-Funktion, soziale Medien, Mikro-Blogs, Snapchat oder sonstige Plattformen, auf denen sich Menschen weltweit zusammenfinden. All diesen Plattformen sind einige Merkmale gemein, die für den zukünftigen Arbeitsmarkt von übergeordneter Bedeutung sind:

1. Der Wille zum Teilen muss vorhanden sein. Ohne Teilen kann es keine nachhaltige Interaktion geben.

2. Multilingualität ist Grundvoraussetzung für alle Menschen weltweit, um sich in mehreren Meinungs- und Inhaltesphären ausreichend austauschen zu können.

3. Kommunikationsfähigkeit auf mehreren digitalen Kanälen gleichzeitig ist eine der Grundbedingungen für die Nutzung digitaler Tools und dafür, dass man überhaupt noch auf der Höhe der Zeit in seinem Beruf tätig sein kann.

4. Ohne Teamfähigkeit geht nichts mehr. Als Teammitglied muss man sich jederzeit einordnen können. Dafür kann man aber auch gezielter seine eigenen Kompetenzen einbringen. „Aufgabenteilung“ ist dabei auf gar keinen Fall mit dem altbackenen „Zuständigkeit“ zu verwechseln!

5. Der Spruch „Für die Technik ist mein Kollege zuständig“ funktioniert nicht mehr. Um zu wissen, wie ich zu Ergebnissen gelangen kann, muss ich auch die dahinter stehende Technologie ansatzweise verstehen lernen.

6. Nicht mehr das Alter ist relevant für die eigenen Relevanz, sondern mein Beitrag für das Ganze. Das eröffnet sowohl für Jung als auch Alt, aus dem „Wahrnehmungsfängnis“ und damit seiner durch das Alter selbst zugeschriebenen Rolle auszubrechen.

All diese Kompetenzen zählen wohlgemerkt sowohl für beruflich genutzte Plattformen (wie Google Docs und andere) als auch Spieleplattformen (wie beispielsweise Lol). Wenn wir also die Kinder und Jugendlichen nicht rechtzeitig auf diese digitalisierte Arbeitswelt vorbereiten und stattdessen „Internet“ und “Digital” nur kulturpessimistisch bewerten, entziehen wir unseren Kindern die zukünftige gleichberechtigte Teilhabe am globalisierten Arbeitsmarkt. Daran können wir alle kein Interesse haben.

Die Kinder vorbereiten auf eine Zukunft der Arbeit

Stattdessen sollte man aber vielleicht mal einfach seinen Kindern beim Spielen über die Schulter schauen, um zu verstehen, in welcher Weise digitale Tools und auch Spiele dazu geeignet sind, sie auf eine Zukunft der Arbeit vorzubereiten, mit der sie sich später befassen müssen. Spiele, Apps, Services, Plattformen und der gezielte Blick auf die dahinterstehende Technik sind notwendig, um zu verstehen, in welcher Weise zukünftige Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt und die Art und Weise von Bildung eigentlich schon heute zusammenhängen, ohne dass dieser Blick von den Entscheiderinnen tatsächlich auch erkannt wird.

Kinder haben einen entscheidenden Vorteil im Umgang mit neuen Technologien: sie betrachten diese nicht als „neu“. Sie werden weder von einem Gefühl zurückgehalten, dass es „früher alles besser war“, noch vom Gedanken „Wir leben in der Zukunft“ verunsichert.

Sie stehen mit beiden Beinen in der Gegenwart und es ist unfair, ihnen den Weg in Ihre Zukunft mit den sie begleitenden Technologien zu verbauen. Statt in den Medien der Vergangenheit zu verweilen, sollten wir uns als die wissensvermittelnde Generation viel mehr damit beschäftigen, wie wir die Inhalte mit den Medien der Zukunft transportieren können.


Image “girl” by nastya_gepp (CC BY 2.0)


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Das war der Kindermedienkongress 2016

Am 14. November 2016 fand im Literaturhaus in München der Kindermedienkongress 2016  der Akademie der Deutschen Medien statt. Unter dem Hashtag #kimekon wurde während der Veranstaltung fleißig getwittert. Zum siebten Mal wurde dieses Event einberufen, es stand dieses Mal unter dem Motto „Snapchatter, Pokémon GO-Jäger und … Leser? Wie Content Kids auch morgen noch überzeugt“.

Erwachsene sind häufig besorgt über den Umgang, den schon kleine Kinder mit digitalen Medien haben. Zum Auftakt der Veranstaltung erklärte Prof. Karl Heinz Brisch vom Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität in München in seinem Vortrag dazu, es sei für Kinder kein Problem, Umgang mit digitalen Medien zu haben. Voraussetzung sei aber, dass sie eine gesunde Bindung zu ihren Bezugspersonen entwickelt haben, also dadurch auch gelernt haben, in Verbindung und in Kommunikation mit ihrem Umfeld zu treten und Empathie zu entwickeln. Wenn Kinder keine gesunde Bindung zu ihren Bezugspersonen entwickeln konnten, kompensieren sie dies häufig durch Suchtverhalten, insbesondere Mediensucht. Der Umgang mit Medien ist für Kinder vor allem dann problematisch, wenn diese als Ersatz für die Betreuung, die Kommunikation und den Kontakt zu Bezugspersonen eingesetzt werden.

Lieblingsthemen von Jungen und Mädchen früher und heute

Axel Dammler, Geschäftsführer von iconkids & youth, dem größten deutschen Spezialinstitut für Kinder- und Jugendforschung, führte als Moderator durch den Kongress und gab den Zuhörern auch einen Überblick aus der Marktforschung über die Mediennutzungsvorlieben von Kindern und ihre Lieblingsthemenwelten. Generell lässt sich sagen, dass Unisex-Themen wie die Kinderserie Wickie nicht mehr so gut funktionieren. Die Disney-Heldin weist zwar auch klassisch weibliche Merkmale wie Mädchenhaftigkeit und Schönheit auf, sie verbindet sie aber mit einem rebellischen Charakter und einer Auflehnung gegen weibliche Stereotype. Auch die Eltern haben sich verändert. Sie sehen Problemen wie der Genderthematik, Süßigkeiten und digitalen Medien entspannter ins Auge. Eine spannende Anekdote, die der Jugendforscher erzählte, war der Fall Lego Friends. Für Mädchen bietet Lego im Handel spezielle Lego-Steine in mädchenfarben an. Dafür wurde das Unternehmen stark kritisiert. Der Markt der Devices, berichtete Alex Dammler, verschiebt sich in Richtung des Handys, Spielekonsolen rücken zunehmend in den Hintergrund, mit Ausnahme der Sony PlayStation, die multifunktional nutzbar ist.

Ebenfalls zu Gast auf dem Kindermedienkongress war Jörg Risken, Publishing Director Magazines der Firma Egmont Ehapa Media, die in Deutschland u.a. Magazine wie Barbie, Benjamin Blümchen und Micky Maus herausgibt. In seinem Vortrag rät er dazu, auf starke Marken, also starkes Storytelling zu setzen, um Marken und Lizenzen optimal zu nutzen.

Alex Dammler, Redner, Bühne, Speaker, Mikrofon
Axel Dammler, Geschäftsführer von iconkids & youth, führt als Moderator die Zuschauer durch das Programm.

Pixie-Bücher treffen auf Conny-Apps

Als nächstes schlug Mareike Hermes vom Carlsen-Verlag eher vertraute Töne an: das Hauptzugpferd der Carlsen Kindermedien seien nach wie vor die Pixie-Bücher in Print. Im digitalen Bereich konnte der Verlag mit den Conny-Apps Erfolge feiern, die als mobiles Vorreiterprojekt die Bestseller-Listen im App Store anführten. Aktuelles Digitalprojekt: Die Apps The Dark Ride und Mission X, die den Fokus auf den Text und hohe Storyqualität legen und die optimal auf das Lesen auf Smartphones mit vielen Unterbrechungen abgestimmt sind. In den Apps können Leser zwischen neun verschiedenen Storylines wählen. Permanent ist die Entscheidung gefragt, welche Storyline der Leser weiter verfolgen will. Damit bleibt er am Ball. Auf weitere Features wird weitestgehend verzichtet. Die App ist in mehreren Sprachen zu haben, aktuell nur für Apple aus technischen Gründen, Android folgt so bald wie möglich.

Mit Violetta aus den Kinderschuhen ins Erwachsenenleben

Nach dem Vortrag von Mareike Hermes begann Nico Wohlschlegel von Disney seine Präsentation. Für die Firma stehen die Community und Social Media an oberster Stelle. Nico Wohlschlegel sprach über Violetta, die erste Telenovela für Kinder und Tweens, die in den Jahren 2012 bis 2015 produziert wurde. Violetta ist auch ein spezielles Angebot für den Übergang von Kindheit zu Pubertät und hilft Kindern, in die neuen Gefühlswelten einzutauchen, die auf sie warten. Das wird in den Social-Media-Kommentaren deutlich.

Den vorerst letzten Vortrag vor dem Roundtable zum Thema „Internationale Best Cases für innovative Kindermedien“ hielt Louise Carleton-Gertsch. Die geborene Engländerin war u. a. ein Jahr als Chefredakteurin für das Kinder-Internetportal www.4kidz.de tätig und arbeitet nun freiberuflich in München. Sie präsentierte dem Publikum ein Best-of der internationalen, digitalen und interaktiven Kindermedien. Den Schwerpunkt legte sie auf Augmented Reality, was in etwa so viel bedeutet wie „erweiterte Realität“ und eine computergestützte Erweiterung der menschlichen Wahrnehmung bezeichnet. Weitere Kernthemen waren Storytelling, Branding und Kampagnenstrategien.

Nachgefragt: Ist YouTube das neue Fernsehen?

Anschließend stand auf dem Programm eine Kindertalkshow unter der Fragestellung: Welche Medien wünschen sich Kinder wirklich? Vier Jungen und vier Mädchen, alle zwischen acht und zwölf Jahren alt, sprachen über ihre Wünsche, ihren Alltag und welche Rolle Medien in dem Zusammenhang spielen. Leser und Nicht-Leser sich die Waage hielten. Während Fernsehen passee zu sein scheint, interessieren sich die Kinder heutzutage mehr für YouTube. Zwar findet sich in Kinderzimmern nach wie vor oft ein Fernsehgerät, es wird jedoch eher für Amazon Prime, Netflix & Co. genutzt, Kinder haben heute ebenfalls Zugang zu den genannten Streaming-Diensten und benutzen den Fernseher ebenfalls für Gaming. YouTube dient nicht nur der Unterhaltung, sondern wird von den Kindern auch als Informationskanal genutzt, beispielsweise um Rezepte mit Anleitung oder Basteltipps zu finden. Beliebt ist dabei außerdem die Funktion des Vorschlagens empfehlenswerter Videos. Dennoch stehen auch analoge Hobbys weiter hoch im Kurs, wie zum Beispiel basteln, malen, kochen und Sport.

Den abschließenden Vortrag hielt Astrid Kahmke vom Bayerischen Filmzentrum. Sie ging der Fragestellung nach, was es schon im Bereich Augmented Reality und Virtual Reality gibt. Weiterhin informierte sie die Zuhörer über alle Neuigkeiten von Tilt Brush, also das dreidimensionale Malen mit entsprechender Brille und Werkzeug, bis zur Playstation VR.

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Netzpiloten sind Partner des Kindermedienkongress 2016

Am 14.11.2016 von ca. 10.00 – 18.00 Uhr veranstaltet die Akademie der Deutschen Medien wieder einmal einen Kindermedienkongress im Literaturhaus München. Das diesjährige Thema ist „Snapchatter, Pokémon GO-Jäger und … Leser? Wie Content Kids auch morgen noch überzeugt“.

Heutzutage starten Kinder immer früher mit Social Media, mobile Games und anderen digitalen Medien auf Smartphone und Tablet. Gleichzeitig geht in manchen Kindermediensparten der Trend wieder stärker Richtung Print. Was bedeutet das konkret für Verlage und Medienhäuser? Was macht erfolgreiche kanalübergreifende, multimediale Produkt- und Markenwelten für Kinder aus? Was sind die bisherigen Learnings der Medienhäuser aus dem Digitalbusiness und welche Konzepte haben neben Candy Crush und Co. überhaupt eine Chance? Welche Möglichkeiten bieten Snapchat, Youtube, Instagram und Co., um Kinder und Eltern besser zu erreichen? Und wie werden Printmedien heute erfolgreich? Das sind Fragen, die auf dem Kindermedienkongress geklärt werden.

Das Programm gestaltet sich kreativ: Unter anderem redet Axel Dammler, geschäftsführender Gesellschafter von iconkids & youth über das Thema „Alles Smartphone oder was? Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen“. Axel Dammler ist dieses Jahr auch Moderator des Kindermedienkongresses. Außerdem dabei: Daniel Zoll, Redaktionsleiter von JAM FM, das RTL Radio Center Berlin sowie Snapchat – Fakten, Trends und Nutzungspotenzial für Medienunternehmen. 

Mehr Infos zu den anderen Beiträgen erhaltet ihr auf der Seite des Events.

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  • MEDIENWANDEL carta: ARD, ZDF & „Cloud-TV“: Ein Gutachten wie ein Requiem: Das vom ZDF bestellte Gutachten zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens bestätigt den Auftraggebern letztlich nur ihren Status quo. Das 108-seitige Gutachten „Legitimation und Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Zeiten der Cloud“ von Dieter Dörr, Bernd Holznagel und Arnold Picot dient der Bestandsaufnahme und der Perspektivbestimmung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Es unternimmt den durch eine Perlenschnur von Thesen verbundenen Versuch, den Funktionsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter den aktuellen Bedingungen der sich wandelnden Medienumgebung zu stützen. Dagegen wäre nichts einzuwenden, aber schon die Analyse des Heute im Jahr 2016 lässt Fragen offen. Der Neologismus „Cloud-TV“ erweist sich dabei als wenig hilfreich.

  • MICROSOFT golem: Microsoft Paint soll 3D-Modus erhalten: Die Bildbearbeitung Microsoft Paint soll mit einem 3D-Modus ausgestattet werden. Das zeigt ein offenbar von Microsoft stammendes geleaktes Video, das der Twitter-Nutzer Walkingcat veröffentlicht hat. Microsoft Paint war mit Windows 10 zwar optisch verschönert worden, der Funktionsumfang bleib jedoch identisch zur Vorgängerversion. Das Video zeigt, wie Microsoft Paint künftig zum Erstellen dreidimensionaler Modelle genutzt werden kann. Das Blog Windowsblogitalia bietet nach eigenen Angaben eine inoffizielle Vorabversion der Software zum Download an. Woher diese stammt, ist nicht bekannt. Eine öffentliche Betaversion hat Microsoft bisher nicht vorgestellt.

  • DIGITALISIERUNG haufe: Wann startet die digitale Aufholjagd der KMU?: In den meisten deutschen Betrieben bleibt der digitale Wandel auf der Strecke. Trotz Jubelmeldungen und Statistiken, wie sehr die digitale Transformation die Unternehmen beschäftigt, wird schon der kleinste gemeinsame Nenner in Form einer guten Webseite von vielen Mittelständlern vernachlässigt. Zu hoch ist der Aufwand für Betrieb, Pflege und Aktualisierung der Firmenpräsenz im Internet. Egal ob durch einen externen Dienstleister oder doch die Mitarbeiter, über die Website wird schließlich kaum ein Cent eingenommen. Obendrein redet noch alle Welt von den Vorzügen digitaler Kommunikation, dem Dialog mit Kunden in Social Media, der Präsenz in Vergleichsportalen und dem Vertrieb über Connected Commerce. Diese böhmischen Dörfer erregen bei vielen Chefs meist keinen Handlungsbedarf, sondern alle digitalen Aushängeschilder erzeugen nämlich nur eines: German Digital Angst.

  • EBOOK e-book-news: Jedes zweite Kind lauscht Hörspielen bereits via Smartphone & Tablet: Kinder lieben Hörbücher und Hörspiele, daran hat auch die Digitalisierung wenig geändert. Acht von zehn Kindern lauschen gerne solchen Geschichten, unter den drei bis achtjährigen sogar 91 Prozent. Allerdings: Hörbuch per Kassette oder Schallplatte, das war einmal. Selbst die CD ist im Kinderzimmer offenbar längst ein Auslaufmodell: fast jedes zweite Kind hört bereits Hörspiele, die von den Eltern via Smartphone oder Tablet aus dem Internet heruntergeladen wurden. Immer öfter auch bei Audible, der Hörspieltochter von Amazon, der wir diese und weitere aktuelle Zahlen zu den Hörgewohnheiten der Jüngsten verdanken.

  • SAMSUNG süddeutsche: Samsung ruft Kunden auf, ihr Galaxy Note 7 abzuschalten: Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat eine weltweite Rückrufaktion des Smartphones Galaxy Note 7 gestartet. Kunden sind aufgerufen, das Gerät abzuschalten und überhaupt nicht mehr zu benutzen. Es bestehe Brandgefahr. Die Betroffenen sollen ihr Geld zurückbekommen oder gegen Geräte eines anderen Typs austauschen. Die südkoreanischen Behörden teilten am Dienstag mit, sie hätten möglicherweise eine zweite Fehlfunktion entdeckt, die sich nicht so schnell beheben lasse. Bereits gestern hatte der Konzern die Produktion des Modells gestoppt.

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  • KI deutschlandfunk: Künstliche Intelligenz macht Musik: Zwar sorgte folgendes Musikstück schon Anfang Juni für große Aufregung, allerdings ist der Wirbel für diesen „speziellen“ Song ein anderer. Denn dieses Stück wurde von einer Künstlichen Intelligenz von Google geschrieben. Genauer gesagt handelt es sich beim „Magenta Projekt“ um Computer, die zu Künstlern werden. Aber was Google kann, konnte David Cope schon in den 90ern. Damals hatte eine Künstliche Intelligenz ebenfalls schon Stücke komponiert.

  • MOBILE golem: Eine Woche in Deutschland im Funkloch: Heutzutage rechnet man eigentlich nicht mehr mit Funklöchern, andererseits ist man dennoch wenig überrascht, wenn mal wieder nichts geht. Oft bekommt man so einen Zustand bei belebten Zugstrecken zu spüren oder wenn man am Wochenende die Oma im 500 Selen Dorf besucht. Doch warum ist das auch noch 2016 so? Im folgenden Beitrag wird gezeigt, warum trotz einer 90 prozentigen LTE-Abdeckung in Deutschland manchmal gar nichts mehr geht.

  • STARTUP gruenderszene: Wie leitet man ein Startup vom Strand aus?: Minecraft-Erfinder Markus Persson hat es getan. Tinder-Geschäftsführer Sean Rad ebenso. Und Snapchat-Gründer Evan Spiegel. Sie haben ihre Heimat oder das Silicon Valley gegen ein neues Zuhause eingetauscht, wo sie Meer, Strand und Wellen ganz nah sind – im Fall der drei oben genannten ist das Los Angeles. Dahinter steht das Lebenskonzept eines digitalen Nomaden, also eines Gründers, der sein Unternehmen von unterwegs aus leitet. Technik macht es möglich, dass sie von vielen Orten der Welt aus arbeiten können – und das nutzen sie aus. Manche von ihnen bleiben nur wenige Tage an einem Fleck: Ansonsten reisen sie ständig von einem Hotspot zum anderen. Andere lassen sich ein paar Wochen oder Monate dort nieder, wo es ihnen gefällt.

  • BILDUNG t3n: Technikfeinde sind eine Gefahr für unsere Kinder – nicht Smartphones: Die Diskussion um die Nutzung von Smartphones von Kindern ist mittlerweile ein recht weit verbreitetes Thema. Sollte man Kinder lieber komplett von der Mediennutzung abschotten oder auf einem gesunden Level daran heranführen? Der Lehrer Arne Ulbricht verteufelt auf Spiegel Online Smartphones und Mediennutzung der Kinder. Und ist zusammen mit der alarmistischen Diskussion um digitale Demenz selbst ein Teil des Problems. Ein Kommentar.

  • AIRBNB engadget: Airbnb tests an app that plans your trips: Der Vermittler für Apartments, Wohnungen und Unterkünften arbeitet an einer App, die Nutzern Restaurants, Lokale oder Bars vorschlagen soll. Mit „Airbnb Trips“ will das Unternehmen eine App schaffen, die eigenständig funktionieren soll und dem Nutzer passende Tipps für die Umgebung liefert.

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Was ist eigentlich „Medienkompetenz“?

Medien (Image by MikeRenpening (CC0 Public Domain) via Pixabay)

Medien sind heutzutage zu einem festen Bestandteil unseres Alltags geworden. Egal ob privat oder im Job – oftmals müssen wir uns mit einfachen aber auch mit den kniffligen Seiten der Medien, wie beispielsweise Datenschutz oder Urheberrecht auseinandersetzen. Was darf ich im Internet veröffentlichen? Wo genau werden meine Daten überhaupt gespeichert und auf was muss ich achten? Deshalb ist es wichtig, dass das Thema Medienkompetenz einen zunehmenden Stellenwert bekommt und nicht in Vergessenheit gerät.

Was aber versteht man unter dem Begriff Medienkompetenz? Der Medienpädagoge Professor Dr. Dieter Baacke führte den Begriff in den 70er Jahren ein:

Medienkompetenz meint grundlegend nichts anderes als die Fähigkeit, in die Welt aktiv aneignender Weise auch alle Arten von Medien für das Kommunikations- und Handlungsrepertoire von Menschen einzusetzen.

Wer weiß, wie man einen Computer einschaltet und sich im Internet von Seite zu Seite klickt, ist leider noch nicht wirklich medienkompetent – dahinter steckt noch viel mehr. Hier stellt sich also die Frage: Wann genau ist man eigentlich „medienkompetent“, und wem nützt das?

Durch den Durchmarsch der Digitalisierung werden viele Berufe zunehmend am PC oder Tablet verrichtet. Darauf sollte gerade die jüngere Generation eingestellt werden. Deshalb ist es wichtig, dass wenigstens jeder ein Minimum an Medienkompetenz erlernt. Man sollte zumindest also darüber Bescheid wissen, wie die einzelnen Geräte grob funktionieren, welche Gefahren das Internet birgt, was mit den eigenen Daten passiert, was man darf und was nicht.

Dieses Wissen gilt es, möglichst früh zu vermitteln. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise gibt es das Modellprojekt Medienkompetenz-Kitas NRW der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. Auch in Grundschulen ist diese spielerische Förderung denkbar. So wird zum Teil Digitalkunde bereits ab der ersten Klasse gefordert.

Medienkompetenz – auch außerhalb der Schule

Eine gezielte Medienkompetenzförderung sollte jedoch nicht ausschließlich in Schulen stattfinden, sondern auch im Elternhaus. So können Eltern nicht nur einen Überblick über die Aktivitäten des Kindes am PC, Smartphone oder Tablet erhalten, sondern sich auch aktiv mit ihren Kindern mit den neuen Medien auseinandersetzen, Fragen beantworten, mit Rat und Tat zur Seite stehen und eine aufklärende Position beziehen. Auch Regeln – vielleicht in Form eines spielerischen Vertrags – über die Nutzung der Geräte mit den eigenen Kindern, sind von Vorteil. So lernen Kinder, sich an Vorschriften zu halten und Verantwortung für ihr eigenes Handeln im Netz zu übernehmen. Durch eine gute Aufklärung können sie neue Medien kritischer und auch selbstbestimmter betrachten. Auch Eltern, die sich nicht mit den Gefahren im Internet auskennen, können sich schlau machen, denn hier kursieren einige wirklich aufklärende Videos im World Wide Web.

Nicht nur die Kinder sind angesprochen

Aber nicht nur Kinder und Jugendliche sind von dem Thema betroffen, sondern so ziemlich jeder. Wie heißt es so schön? Man lernt nie aus! Und das gilt auch im Bereich der Medien, denn Medienkompetenz kann man als lebenslanges Lernen betrachten. So gibt es beispielsweise die Initiative „SCHAU HIN! – Was Dein Kind mit Medien macht“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie arbeiten in einer Partnerschaft mit Vodafone, dem ARD und ZDF und dem TV-Spielfilm und bieten ein alltagstaugliches Ratgeberangebot für den richtigen Umgang mit elektronischen Medien an.

Auch der Verein für Medien und Kulturpädagogik Blickwechsel bietet nicht nur Fortbildungen für pädagogisch Tätige und Interessierte an, sondern auch Informationsveranstaltungen für Erzieher, Lehrkräfte und Eltern.

Doch auch die Senioren sollen nicht zu kurz kommen und können noch einiges lernen. Immer öfter loggt sich die ältere Generation ein und setzt sich mit neuen Medien auseinander. Allerdings sind auch Senioren nicht vor miesen Internet-Maschen sicher. Sie sollen ebenfalls lernen, welche Gefahren im Internet lauern. So bietet unter anderem Rheinland-Pfalz eine Seminarreihe „Silver Surfer – Sicher online im Alter“ an, um Senioren einen selbstbewussten und sicheren Umgang mit dem Internet zu gewähren.

Man ist nie medienkompetent genug

Es bleibt also zu sagen, dass man nie medienkompetent genug sein kann, denn es gibt immer Techniken und Herangehensweisen, die wir neu dazu lernen müssen. Ob es die Kinder sind, die sich auf die digitale Welt vorbereiten müssen, die Eltern, die nicht nur ihre Kinder sondern auch sich selber vor Gefahren im Internet schützen müssen, oder auch die Senioren, die nicht stehen bleiben, sondern mit dem Wandel gehen wollen.

Wichtig ist vor allem, dass man offen an die neuen Medien heranschreitet, denn nur so können wir sie viel besser verstehen, anwenden, kritisch beurteilen und vor allem auch an die jüngeren und älteren Generationen weitertragen. Wir alle dürfen uns nicht verschließen, den Umgang mit elektronischen Medien zu lernen.


Image „Medien“ by MikeRenpening (CC0 Public Domain)


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„Die Kraft der Patenschaft“ – Eine Zukunft für Kinder

World Vision1 (image by Unruly)

„Das schönste Geschenk für Kinder: eine Zukunft.“ Unter diesem Motto vermittelt World Vision bereits seit vielen Jahren Patenschaften zwischen Kindern in Not und Paten auf der ganzen Welt. Rund 147.000 Unterstützer beteiligen sich in Deutschland an dem Projekt und fördern so die Entwicklung vieler Kinder. Die Umsetzung der Patenschaften und der kommunikative Austausch zwischen den Beteiligten werden durch digitale Medien immer leichter.

„Die Kraft der Patenschaft“

In vielen armen Ländern der Welt haben Eltern nicht die Möglichkeit, ihre Kinder so in ihrer Entwicklung zu unterstützen, wie sie es sich wünschen. Oft fehlt es schon an den grundlegendsten Mitteln, wie ausreichender Nahrung und Trinkwasser. Eine angemessene Bildung erhalten die wenigsten. Um die Kinder und ihre Familien zu unterstützen, ist mit World Vision ein Netzwerk für Patenschaften entstanden.

Die Kinderhilfsorganisation engagiert sich in Afrika, Lateinamerika und Asien, um auch den ärmsten Kindern der Welt eine Zukunft zu ermöglichen. Die Unterstützung fängt bereits bei den Kleinkindern an und beinhaltet Projekte zur Versorgung, Gesundheit, Schul- und Persönlichkeitsbildung. Ein wichtiger Aspekt ist nicht nur die direkte Unterstützung, sondern auch das Vermitteln von Wissen zur Selbsthilfe, damit die Familien ein selbstständiges, besseres Leben führen können.

World Vision2 (image by Unruly)

Eine Patenschaft mit World Vision ist bereichernd für alle Beteiligten. Die Kinder profitieren von der Förderung, die sie ohne Hilfe nicht erhalten könnten und die Paten erleben selbst, wie sie Teil einer einzigartigen Community werden. Mit einer Patenschaft leisten Sie persönlich und langfristig Hilfe, indem Sie die Projekte der Organisation mit 30€ im Monat unterstützen.

Kommunikation und Austausch

Dank des Online-Portals erleben Sie die Entwicklung Ihres Patenkindes und seiner Lebensumstände hautnah mit und haben die Möglichkeit, sich direkt mit ihm und seiner Familie auszutauschen. Ob Ihr Kind ärztlich versorgt wurde, Materialien für die Schule erhalten hat oder andere Entwicklungen stattgefunden haben – über das Portal bekommen Sie alle Neuigkeiten mit.

World Vision3 (image by Unruly)

Schon die Vermittlung von Patenschaften findet dank digitaler Möglichkeiten über das Portal statt. Die Familien der Patenkinder stellen sich mit einem kurzen Video vor und berichten von ihrer Situation und ihren Entwicklungszielen. Während der Patenschaft bleibt dieser Austausch in Form von hochgeladenen Fotos, Videos und Berichten bestehen. Auch Paten, die sich die Arbeit der Organisation vor Ort angesehen haben, haben hier die Möglichkeit von ihren Erfahrungen zu berichten.

Mit ihrer neuen Kampagne setzt sich World Vision das Ziel, geschützte Kommunikation zu schaffen, die Anliegen der Kinder zugänglich zu machen und das Engagement der Paten zu würdigen. Denn dieser Austausch zeigt „die Kraft der Patenschaft“.

Weitere Informationen gibt es auf Facebook und Twitter.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me

  • DIGITALISIERUNG faz: Die Digitalisierung muss sich an den Hörern orientieren: Die Digitalisierung macht auch vor der Radiowelt keinen Halt. Radiosender müssen sich neu orientieren, denn die alten Wege Nutzer zu erreichen werden immer schwieriger. Das Programm verlagert sich nach und nach auf das Smartphone. Allerdings darf UKW nicht einfach abgeschaltet werden, sonst würden einige Sender auf der Strecke bleiben. Ein Beitrag über die Digitalisierung des Radios und ob DAB+ wirklich die Zukunft ist.

  • STARTUP gründerszene: Mit diesen Ohrstöpseln versteht ihr bald alle Sprachen der Welt: Die „Hääs“ und „wie bitte?“ dieser Welt werden vielleicht schon bald gänzlich verschwinden. Das Startup Waverly Labs hat einen Ohrstöpsel entwickelt, der jede Sprache der Welt übersetzen kann und die Übersetzung 1zu1 in den Gehörgang leiten soll. Der Plan dabei: Irgendwann sollte man sich ohne Probleme in jedem Ort der Welt verstehen können. In einem ganz kurzen Video wird eine Live-Anwendung gezeigt.

  • GOOGLE t3n: Touch-Bedienung am Ärmel: Google und Levi‘s zeigen smarte Jacke: Was haben Google und Levi´s eigentlich gemeinsam? Im Moment sogar recht viel. Das Google Forschungsteam ATAP entwarf eine Jacke, in Zusammenarbeit mit dem Bekleidungshersteller, die eingewebte Sensoren enthalten. Damit kann man via Wisch- oder Klickbewegung das Smartphone über den Ärmel steuern, welche mittels Bluetooth verbunden sind. Gerade für Fahrradfahrer ist diese Funktion sehr nützlich. So kann man beispielsweise mit einem Wisch am linken Ärmel einen Anruf ab- oder annehmen bzw. den nächsten Track auswählen. 2017 könnten schon die ersten „Smart-Jackets“ auf den Markt kommen.

  • POLITIK futurezone: Deutschland plant „Kinder-Siegel“ für Internet-Inhalte: Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig plant eine Art Gütelsiegel für Kinder- und jugendgerechte Inhalte im Netz. Ziel sei, „dass für Eltern die Angebote im Netz, die sich an Kinder richten und dabei Standards beachten, auch schnell als solche erkennbar sind“

  • SMART CAR golem: Android Auto wird eine eigenständige App: Android Auto kommt auf das Smartphone: Die Software, die den Umgang mit Smartphones beim Autofahren vereinfacht, wird es künftig als eigenständige App geben. Die Funktionen ließen sich dann auf dem Display des Smartphones nutzen, sagte Mickey Kataria von Google der dpa. Außerdem bekommt das System eine neue Schnittstelle.


chalabala / 123RF Lizenzfreie Bilder


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Wie die Eltern so die Kinder: Wird die Berufswahl vererbt?

Builder (Image by skeeze [CC0] via pixabay

Neulich auf Facebook: Das soziale Netzwerk begibt sich auf wissenschaftliche Pfade. In einer hauseigenen „Studie“ wirft Facebook die Frage auf, ob wir die gleichen Berufe ausüben wie unsere Eltern. Dazu hat Facebook anhand der angegebenen Daten von englischsprachigen Nutzern analysiert, die sowohl ihren Beruf als auch Beziehungen zu ihren Geschwistern und Eltern angegeben hatten.

Das Ergebnis: Auch wenn die meisten Kinder nicht den gleichen Berufsweg gehen wie ihre Eltern, ist es dennoch wahrscheinlicher, dass jemand Arzt wird, wenn ein Elternteil es auch ist als wenn niemand in der Familie als Mediziner arbeitet.

Facebook Berufswahl
Bild: Cluster

Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Facebook-Studie natürlich nicht repräsentativ. Schließlich kann man beispielsweise nicht überprüfen, ob die angegebenen Berufe tatsächlich stimmen oder ob es sich innerhalb der untersuchten Familienkonstellationen um biologische oder adoptierte Kinder handelt. Dennoch wirft Facebook eine Frage auf, die Wissenschaftler schon sehr lange beschäftigt: Wer oder was beeinflusst unsere Berufswahl? Ist es die Kultur, in der wir aufwachsen? Sind es unsere Eltern, die uns beeinflussen? Oder ist unsere Berufswahl etwa genetisch beeinflusst? Die Antwort auf diese Fragen ist, um es mit einem Facebook-Beziehungsstatus auszudrücken, kompliziert.

Zunächst mal ist der Weg zur Berufswahl kein einheitlicher Prozess, sondern kann, je nach Blickweise, etwas ganz anderes bedeuten. Die Berufswahl kann:

  • ein Findungsprozess zwischen individuellen Interessen und Fähigkeiten und beruflichen Anforderungen sein
  • ein Kompromiss-Prozess sein
  • als das Ergebnis von Erwartungen und Werten betrachtet werden
  • als Selbstsozialisation gesehen werden
  • als lebenslange Selbstfindung beschrieben werden
  • das Ergebnis bestimmter Charaktereigenschaften sein
  • von bestimmten Genen beeinflusst werden

Je nachdem welcher Schule man angehört, hat man also auch eine andere Sichtweise auf den Prozess rund um die Berufswahl.

Der sozialwissenschaftliche Ansatz

Eltern spielen nach Meinung vieler Sozialwissenschaftler eine wichtige Rolle bei der Berufswahl der Kinder. So haben zum Beispiel Dirk Baier und Andreas Hadjar untersucht, inwiefern Leistungsorientierung von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Ihre These ist, dass Werte wie eben Leistungsorientierung hauptsächlich über die Erziehung und das Vorleben eben dieser Werte durch die Eltern an die Kinder weitergereicht werden. Ob und wie stark diese dann aber von den Kindern übernommen werden, entscheiden die Kinder selbst. Wenn die Eltern also vorleben, wie sehr sie ihren Beruf lieben oder wie wichtig es ist, zu arbeiten, geht das an den Kindern nicht spurlos vorbei und beeinflusst so auch indirekt ihre Berufswahl.

Wie genau dieser Einfluss wirkt, das hat Markus Neuenschwander genauer erforscht. Bei seinem Forschungsprojekt hat er untersucht, wie Eltern die Berufswahl ihrer Kinder beeinflussen. Er ist der Meinung, dass eine absolut freie und unvoreingenommene Berufswahl ein Irrglaube ist. Wir können nie ALLE Berufe kennen und wählen so aus den Karrierewegen, die uns bekannt sind und die uns als eine realistische Option erscheinen.

Wie viele Optionen uns dabei offen stehen und wie wir an diese Berufswahl herangehen, wird seiner Meinung nach tatsächlich stark vom Elternhaus beeinflusst. Je nachdem, wie stark Eltern Kinder fördern und ihnen die Wichtigkeit von schulischen Leistungen erklären und dies auch selbst vorleben, wirkt sich dies auf die Berufswahl der Kinder aus. Wenn die Eltern beispielsweise ihre Kinder ermutigen, in der Schule ihr Bestes zu geben, setzen sich die Kinder viel aktiver mit ihrer eigenen beruflichen Zukunft auseinander. Darüber hinaus ist es laut Neuenschwander auch so, dass Eltern den Berufswahlprozess mit Vorschlägen aktiv beeinflussen können.

Wählen deshalb Kinder automatisch die gleichen Berufe wie die Eltern? Sicher nicht! Dennoch orientieren sich Kindern natürlich zu einem gewissen Grad bei ihrer Berufswahl auch an dem, was ihre Eltern beruflich machen und an den Ratschlägen der Eltern.

Der psychologische Ansatz

Bei den psychologischen Studien zur Berufswahl stehen weniger die Eltern im Vordergrund, sondern der Einzelne, der einen bestimmten Beruf gewählt hat. Verschiedene Studien zeigen, wie gewisse Charaktereigenschaften die Berufswahl prägen. So haben beispielsweise Claudia Harzer und Willibald Ruch in ihrer Studie „The relationships of character strengths with coping, work-related stress, and job satisfaction“ einen Zusammenhang zwischen bestimmten Charakterzügen und der Jobzufriedenheit hergestellt. Wer als Mensch Eigenschaften wie Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Beharrlichkeit mitbringt, ist meistens zufriedener im Beruf als andere Menschen. Dabei helfen uns ganz bestimmte Charaktereigenschaften auch dabei, mit dem Stress im Job besser umzugehen. In ihrer Studie haben Harzer und Ruch herausgefunden, dass Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten, besser darin sind, sich von negativen Ereignissen abzulenken und auf das Positive zu fokussieren.

Das legt natürlich nahe, dass die Berufswahl stark von unserer Persönlichkeit abhängt. Neugierige, wissbegierige, extrovertierte Menschen sind wahrscheinlich eher Journalisten als Buchhalter. Genau so sind zielstrebige und risikobereite Menschen wohl öfter Unternehmer als Lehrer.

Der genetische Ansatz

Der genetische Ansatz geht wiederum von dem Standpunkt aus, dass ALLE unsere Charaktereigenschaften vererbbar sind. Wenn wir also davon ausgehen, dass wir so sind, wie wir sind, weil unsere Eltern und Großeltern uns dies zum Teil vererbt haben, dann sind auch die Charaktereigenschaften, die uns zu einer bestimmten Berufswahl treiben, genetisch bedingt. Das zumindest behauptet ein Team um den Forscher Zhaoli Song. Sie sagen, dass vor allem zwei genetische Marker darüber entscheiden, ob wir in unseren Jobs glücklich sind oder nicht: Dopamin DRD4 und Serotonin 5-HT. Sie haben untersucht, wie diese beiden Marker sich auf unsere Zufriedenheit im Beruf auswirken. Ihr Ergebnis: Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass die genetische Veranlagung dieser beiden sich stark darauf auswirkt, ob wir in unserem Beruf glücklich sind oder eben nicht.

Das Forscherteam geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie behaupten, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Gene, die wir vererbt bekommen, eine entscheidende Rolle bei unserer Berufswahl spielen. Andere Studien scheinen dies zu bestätigen. So haben Forscher herausgefunden, dass die Berufswahl von biologischen Kindern viel öfter den Berufen der Eltern ähneln als bei Adoptivkindern. Es ist also durchaus etwas dran an der These, dass unsere Berufswahl teilweise vererbt wird.

Dass die Gene generell einen großen Einfluss auf unseren Berufsweg haben, scheint immer besser bewiesen zu sein. So zeigen Studien, dass attraktive Menschen im Schnitt 12% mehr verdienen als ihre nicht so attraktiven Kollegen und Menschen, die größer sind als der Durchschnitt, öfter in Führungspositionen befördert werden als kleinere Menschen.

Nature vs. Nurture – oder doch alles zusammen?

Wenn man all diese Ansätze betrachtet, scheint an jeder Theorie etwas dran zu sein. Das Aufwachsen im Elternhaus beeinflusst unsere Berufswahl genauso wie unsere Persönlichkeit oder bestimmte genetische Faktoren. Wahrscheinlich ist es aber nicht nur ein einziger Faktor, sondern eine Mischung aus all diesen Aspekten, die unsere Berufswahl letztlich beeinflussen.


Image „Builder“ by skeeze [CC0]


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Was Philosophie über Bildung für eine bessere Zukunft sagen kann

Questioned Proposal (adapted) (Image by Ethan Lofton [CC BY 2.0] via flickr)

Wie schafft man eine Generation, die Lösungen für ihre Probleme erdenken und den Herausforderungen einer sich schnell verändernden Welt begegnen kann? Das diesjährige Treffen in Davos befasst sich damit, wie wir die immensen Herausforderungen der sogenannten “vierten Industriellen Revolution” meistern können – einer Ära rasanter und komplexer technologischer Veränderungen, in der unsere Rolle in der Welt einem stetigen Wandel unterworfen ist.

Die nächste Generation von Arbeitskräften wird angemessen gerüstet sein müssen, um diesen enormen Herausforderungen gewachsen zu sein. Ich glaube, dass Philosophieunterricht – wenn er gut unterrichtet wird und hochwertige Materialien nutzt – Kindern in Großbritannien und auf der ganzen Welt während dieser Ära außergewöhnlichen Nutzen bringen kann.

Ich habe an einigen Podiumsdiskussionen beim Weltwirtschaftsforum 2016 in Davos teilgenommen und versucht, politische Entscheidungsträger und Lobbyisten in dem schweizerischen Skiort davon zu überzeugen, dass wir die praktische Philosophie in den Fächerkanon der Schulen aufnehmen müssen.

Durch meine Mitgliedschaften in der British Philosophical Association (einer britischen Organisation zur Förderung der Philosophie) und dem Projekt Philosophy in Education (PEP) unterstütze ich die Weiterführung des britischen Abitur (A Level) in Philosophie und die Einführung eines britischen Realschulabschlusses (GCSE) in Philosophie. Ich befürworte ebenfalls die Einführung zumindest eines Jahres – idealerweise mehrerer Jahre – unbenoteten Philosophieunterrichts für alle Kinder im Alter zwischen sieben und 14 Jahren.

Das Spektrum von Ideen und Argumenten, das im Philosophieunterricht angeboten wird, kann Kindern zeigen, dass es Wege des Denkens und des Lebens gibt, die von denjenigen abweichen, die sie vor ihrer eigenen Haustür auffinden können. Philosophie ist eines der Fächer, die hauptsächlich dazu beitragen, die Vielfalt der Vorstellungen eines Kindes über mögliche Lebensweisen zu erhöhen. Das gilt für alle Kinder aus allen sozioökonomischen Hintergründen.

Wir sind nicht nur Produkte unserer genetischen Anlagen und unserer Umwelt; Vernunft weist zumindest teilweise einen Weg aus diesen hinaus – aber nur, wenn die Vernunft angemessen geschult ist. Die Herausforderung dabei ist, Zirkelschlüsse zu vermeiden: Ist solch eine Ausbildung nur möglich, wenn man das Glück hat, eine gute Schule zu besuchen (oder, mit anderen Worten, ist die Entwicklung von Vernunft im Grunde tatsächlich komplett abhängig von der unmittelbaren Umgebung)?

Half-open door to Heaven(Image by Klearchos Kapoutsis(CC BY 2.0) via Flickr)
Image (adapted) „Half-open door to Heaven“ by Klearchos Kapoutsis (CC BY 2.0)

Das stimmt nur bis zu einem gewissen Punkt. Es gibt hervorragende Materialien, die weitreichend verfügbar sind, auch online. Aber Kinder müssen zumindest wissen, dass solche Materialien existieren, dass es Dinge zu entdecken gibt.

Fragen des Glaubens

Das Entscheidende ist, dass die Philosophie Kindern hervorragend beibringen kann, wie man Fragen stellt, Konzepte analysiert, induktive sowie deduktive Argumente analysiert und konstruiert und, ganz allgemein zu berücksichtigen, ob es irgendwelche guten Gründe gibt an das zu glauben, was sie beigebracht bekommen. Sie hilft ihnen, sich daran zu gewöhnen, selbstständig zu argumentieren und zu denken.

Das würde nahelegen, dass Philosophie Kindern eine bessere Chance geben könnte, Versuchen zu widerstehen, sie einer Gehirnwäsche zu unterziehen, sei es durch politische oder religiöse Extremisten, Werbung oder in der Tat durch Lehrer. Es ist bisher schwierig, gesicherte Erkenntnisse dazu zu finden, aber Untersuchungen des britischen Bildungsministeriums sprechen von “gemeldeten Einflüssen”.

Diese Idee scheint einer Veröffentlichung des British Council über Bildung und Extremismus zugrunde zu liegen. Die eigene Forschung des Bildungsministeriums legte 2010 außerdem nahe, dass es eine Verbindung zwischen verfügbaren Philosophie-Lehrmaterialien der Gruppe Philosophy for Children (P4C) und dem Schutz vor Indoktrination gibt. Es gibt derzeit eine Arbeitsgruppe, die untersucht, ob P4C der Prevent-Strategie (ein britisches Programm,um gewalttätigen Extremismus zu verhindern) zugutekommt. Ich bin allerdings nicht sicher, ob genau diese Frage unbedingt die richtige ist.

Philosophieunterricht, der am richtigen Niveau ansetzt, hat den Vorteil, inklusiv zu sein, wohingegen das Präventionsprogramm dafür kritisiert wurde, nicht inklusiv zu sein. Meiner Meinung nach ist es gesund für Kinder, ermutigt zu werden Dinge zu hinterfragen und für sich selbst zu denken – und Philosophie ist eines der Fächer, das darin besonders gut ist, unabhängig von bestimmten Lehrplänen.

Präzision und Fingerspitzengefühl

Philosophie verbessert sowohl Sprech- als auch Zuhörfähigkeit – und sie fördert die Bereitschaft zu konstruktivem Dialog. Sie erlaubt Kindern zu verstehen, dass man sich mit jemandem uneinig sein kann, ohne dass es zu Handgreiflichkeiten kommt und sie ermutigt sie, intellektuelle Kritik von persönlichen Angriffen zu unterscheiden. Sie kann deshalb eine Rolle dabei spielen, Ausdauer und Charakterstärke zu fördern.

Sowohl das klare, präzise Denken als auch die Geschmeidigkeit und Flexibilität des Geistes, die Philosophie fordert und fördert, werden Schlüsselqualifikationen am Arbeitsplatz des 21. Jahrhunderts sein, der von ständiger Innovation definiert wird.

Aber – wie wichtig das auch sein mag – Philosophie tut viel mehr, als Schülerinnen und Schüler auf das Arbeitsleben vorzubereiten. Ich glaube, dass die Aktivität der Philosophie selbst einen der Bestandteile eines erfolgreichen Lebens für Kinder bilden kann, sowohl individuell als auch kollektiv. Dieser Erfolg ist nicht nur ein Ziel für ihr zukünftiges Erwachsenen-Selbst, sondern auch wichtig für sie während ihrer Ausbildung.

Might as well jump(Image by Henrik Sandklef(CC BY-SA 2.0) via Flickr
Image (adapted) „Might as well jump“ by Henrik Sandklef (CC BY-SA 2.0)

Wenn Schulkinder heranreifen, kann die Philosophie ihnen helfen, Themen wie Erfolg, Glück und Freude und ihre mögliche (oder unmögliche) Verbindung zu reflektieren. Philosophie kann somit Kindern helfen, ihre eigenen Lebensziele herauszuarbeiten.

Zweifel anregen

Diejenigen in Davos, die sich darum sorgen, wie die Zukunft der Bildung in diesem Zeitalter der Unsicherheit aussehen sollte, können hier Trost in der Philosophie finden. Sie kann Kindern helfen zu verstehen, dass ethische Entscheidungen schon immer unter unsicheren Umständen getroffen werden mussten und dass technischer Fortschritt das nicht geändert hat (obwohl sie uns vielleicht vorgegaukelt haben, dass das Leben vorhersehbarer sei als es ist).

Philosophie kann auch dazu beitragen, Konzepte des Erfolgs zu entwickeln, die in unsicheren Zeiten existieren können, und sie kann dazu beitragen, Kinder mit der geistigen Gewandtheit und Anpassungsfähigkeit auszustatten, die unsichere Zeiten erfordern. Es ist nicht das Übermaß an Zweifel, das gegenwärtig so viele Probleme auf der Welt verursacht – ganz im Gegenteil.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Questioned Proposal” by Ethan Lofton (CC BY 2.0)


 

The Conversation

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Wie Roboter die Evolution lernten – und was wir davon haben

Hölzener Roboter (Image by kaboompics (CC0 Public Domain) via Pixabay)

Die Roboter kommen, um uns zu vernichten, heisst es oft in dystopischen Filmen. Jetzt können sie auch noch eigene Nachkommen bauen – doch daran ist nicht Schlechtes. Im Gegenteil! Oft wird die moderne Forschung dargestellt, als sei sie nur einen Schritt von der unaufhaltsamen Roboterapokalypse entfernt, wie man sie aus den Terminator-Filmen kennt. Obgleich bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz Risiken bestehen, die ernst genommen werden müssen, könnte eine übermäßig ängstliche Reaktion auf jede Neuerung im Bereich der Robotikforschung und Kreativität behindern.

Zum Beispiel könnte eine Künstliche Intelligenz, die in der Lage ist, zukünftige Versionen von sich zu entwerfen – also ein Roboter, der sich selbst reproduzieren und weiterentwickeln kann – uns unter Umständen dabei hilft, Innovationen zu entwickeln, auf die wir alleine nie gestoßen wären. Eine solche Künstliche Intelligenz würde sorgfältiger Beobachtung und Kontrolle bedürfen, und doch hätten wir keinen Anlass zur Sorge. Vielmehr könnte sie uns zu einem tieferen Verständnis der physischen Welt und unserer eigenen Entwicklung verhelfen.

Unnatürliche Auslese

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Verbesserung eines Designs, indem man es wiederholt, vervielfältigt und jedes Mal ein klein wenig abwandelt (iteratives Design), ist keine neue Herangehensweise, fand bisher aber nur bei Computersimulationen Anwendung.

Indem man eine Gruppe von Lebensformen entwirft, die zur Reproduktion fähig sind, kann man einen Prozess simulieren, der der natürlichen Auslese der echten biologischen Evolution ähnelt. Die erfolgreichsten Individuen pflanzen sich mit größerer Wahrscheinlichkeit fort und verbreiten so ihr ganz eigenes Design. Auf diese Weise wird man nach ein paar Generationen zu einer optimierten Version der Lebensform gelangt sein, die ein menschlicher Entwickler vielleicht so nicht hätte konstruieren können.

Computersimulationen der natürlichen Auslese und Evolution bringen eine Reihe von Vorteilen mit sich. Wie viele Generationen produziert werden und wie schnell das vonstatten geht, hängt theoretisch nur von der Geschwindigkeit des Computers ab. Wenig versprechende Modelle können einfach verworfen, Modelle mit großem Potenzial schnell ausgetestet werden. Zudem besteht kein großer Bedarf an Rohstoffen, denn Computerspeicher ist im Überfluss vorhanden, kostengünstig und platzsparend.

Das Problem dabei ist, dass die simulierten Lebensformen eventuell nur beschränkt dem ähneln, was in der echten Welt existieren kann. Andererseits sind Roboter, die tatsächlich gebaut werden können, für gewöhnlich ihre gesamte Existenz über an eine physische Form gebunden.

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So sehen die ersten Robo-Babies aus (Image by Fumiya Iida)

Um diese Probleme zu überwinden, haben meine Kollegen und ich einen „Mutter“-Roboter gebaut, der seine eigenen „Kinder“ auch ohne menschlichen Eingriff herstellen kann, wie vor Kurzem in der Fachzeitschrift PLOS One (Public Library of Science) berichtet wurde. Wir haben ihn so programmiert, dass er einfache Roboter produzieren kann, die aus einem bis fünf kriechfähigen Plastikwürfeln mit eingebautem kleinem Motor bestehen. Die Kinderroboter werden im weiteren Verlauf automatisch getestet, um herauszufinden, welches Modell die beste Leistung erbringt.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse produzierte der Mutterroboter dann nach dem Prinzip der natürlichen Auslese eine zweite Generation. Er benutzte die „virtuelle DNS“ der besten Kinder der ersten Generation als Ausgangspunkt für seine Entwürfe, um die bevorzugten Eigenschaften weiterzugeben. Dieser Prozess wurde hunderte Male wiederholt, bis schließlich die stärksten Individuen aus der letzten Generation eine bestimmte Bewegungsabfolge doppelt so schnell absolvieren konnten wie die stärksten Individuen aus der ersten Generation.

Die Mutter der Erfindung

Indem man dem Mutterroboter die Möglichkeit gab, unentwegt Hunderte neuer Formen und Gangarten für seine Kinder zu entwickeln, erschuf er Modelle, zu deren Konstruktion ein menschlicher Entwickler wohl nie in der Lage gewesen wäre. Die interessanteste und wichtigste Erkenntnis ist, dass der Roboter dabei echte Kreativität unter Beweis stellte.

Anders als herkömmliche mechanische Systeme wie Verpackungsroboter in Fabriken, die von Menschen programmierte Bewegungen wiederholen, war unser Mutterroboter in der Lage, eigenständig, ohne Einflussnahme menschlicher Entwickler, Kinderroboter herzustellen. Er kann folglich neue Modelle „erfinden“.

Momentan sind die Kinderroboter noch zu simpel und ihre Fähigkeiten zu eingeschränkt, daher handelt es sich nicht um eine vollständige Entsprechung der natürlichen Evolution. Nichtsdestotrotz gibt es angesichts der fortschreitenden Technologie keinen Grund anzunehmen, dass dies nicht in Zukunft möglich sein wird.

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Wenn er groß ist, will er mal ein Roboter werden: Klötze, die kriechen können. (Image by Fumiya Iida)

Aber stellen Roboter, die sich eigenständig weiterentwickeln, nicht eine zu große Gefahr dar? Wir glauben nicht. Das Ziel unserer Forschung ist es, grundlegende Funktionsweisen der Kreativität auf Maschinen anzuwenden. Wir wollten herausfinden, wie Maschinen mit unbekannten Objekten umgehen, wie neue Ideen und Entwürfe aus einem statistischen Prozess heraus entstehen können, und wie viel Energie, Rohstoffe und andere Ressourcen benötigt werden, um etwas wirklich Innovatives zu erschaffen.

Die bisher erstellten Roboterkinder haben uns mit ihren einzigartigen Designs und ihrer Beweglichkeit einige Überraschungen beschert, da menschliche Ingenieure kaum je auf solche Ideen gekommen wären. Entwicklung ist ja immer ein fortschreitender Prozess, bei dem Technologie Stück für Stück aufgebaut wird und man hinterfragt, warum und wie Dinge funktionieren. Darum befinden sich unsere intelligenten Roboter, anders als biologische Lebewesen, noch immer innerhalb der von uns gesetzten Grenzen und unter unserer Kontrolle. Und dort werden sie auch immer bleiben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Teaser & Image “Robot Wood” (adapted) by kaboompics (CC0 Public Domain)


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5 Lesetipps für den 23. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um Sicherheitslücken bei EC-Kartenlesegeräten, das Smartphone als Passwort-Ersatz, ein neues Roboterauto, Roboter als Sprachtrainer und Whatsapp. Ergänzungen erwünscht.

  • SICHERHEITSLÜCKE SPIEGEL ONLINE: EC-Kartenleser: Hacker finden Sicherheitslücke bei der Zahlung mit Karte: Kriminelle haben wieder einmal die Möglichkeit sich kinderleicht zu bereichern, denn Sicherheitsforscher haben in Kartenlesesystemen Sicherheitslücken entdeckt. Es bedarf nicht vieler Handgriffe und die Diebe könnten sich einfach selbst Gutschriften ausstellen. Laut den Sicherheitsforschern sollen fast alle Bezahlterminals in Deutschland betroffen sein, also Hotelbetreiber, Tankstellen und Einzelhandelsgeschäfte. Doch auch die Betreiber haben eine Möglichkeit, sich vor diesen Angriffen zu schützen, sollten Hacker tatsächlich in der Lage sein die Bezahlterminals zu knacken.

  • PASSWORT-ERSATZ GWB: Smartphone als Sicherheits-Schlüssel: Google testet Login ohne Passwort: Ein Smartphone als Passwort-Ersatz? Es ist schwer sich etwas darunter vorzustellen, aber Google verfolgt damit einen ganz genauen Plan. Durch die vielen in Google-Accounts gespeicherten Nutzerinformationen, sollten die Daten besser gesichert sein, als durch ein bloßes Passwort. Nutzer testen derzeit den sicheren Login per Smartphone. Im Login-Feld wird die E-Mail-Adresse angegeben und der Nutzer muss anschließend die Frage beantworten, ob er tatsächlich versucht sich einzuloggen. Beantwortet der Nutzer mit JA, so läd sich die Seite neu und man ist eingeloggt. 

  • FORD DIE WELT: Autonomes Fahren: Ford und Google bauen gemeinsam ein Roboterauto: Google und Ford haben gemeinsame Pläne: Der Bau eines Roboterautos. Schon seit längerer Zeit arbeitet Google an seinen eigenen fahrerlosen Autos. Doch leider ist das Design der kleinen fahrenden Kugeln nicht ganz so umwerfend. Deshalb suchte Google nach einem Partner und so liefert das Unternehmen nun die Software und Ford die Hardware. Die Zusammenarbeit soll allerdings erst Anfang des nächsten Jahres im Rahmen der Consumer Electronics Show in Las Vegas bekannt gegeben werden.

  • SPRACHROBOTER n-tv.de: Sprachkurse für Einwandererkinder: Roboter sollen beim Deutschlernen helfen: Deutschlehrende Roboter für Einwandererkinder – eine etwas andere Art zu lehren und Wissenschaftler wollen jetzt wissen, ob das möglich ist. In den kommenden drei Jahren soll sich dann herausstellen, ob das Roboterkind “Nao” als Sprachtrainer für Vier- bis Fünfjährige geeignet ist. Der Sinn dahinter ist, dass Kitas es sich nicht großartig leisten können jedes einzelne Kind in einer Zweitsprache zu unterrichten. Der Roboter “Nao” könnte da Abhilfe schaffen.

  • WHATSAPP t3n: WhatsApp bekommt Videochat-Funktion: Interner Beta-Test soll schon laufen: Wie viele andere, entwickelt sich auch WhatsApp weiter und so heißt es, dass es womöglich bald eine Videochat-Funktion geben wird. Derzeit soll WhatsApp eine Beta-Version der Messaging-App testen. Doch wie soll diese Videochat-Funktion eigentlich aussehen? Der Chatpartner wird den größten Teil des Bildes einnehmen. In der unteren Leiste, befindet sich dann ein Button zum Auflegen, Stummschalten und zum Wechseln der Front- und Rückkamera. Man darf also gespannt sein, wann wir tatsächlich dieses neue Feature anwenden können.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Interview mit Tanja Haeusler: Netzkultur mit ganz viel “Wow!”

Mit der TINCON haben Tanja Haeusler und ihr Mann Johnny die erste Netz-Konferenz für Jugendliche ins Leben gerufen. Was das mit Langeweile, Pilzen und Whatsapp zu tun hat, erklärt sie im Interview. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte und ihrer Arbeit als Theater- und Filmrequisiteurin entdeckte Tanja Haeusler Ende der 1990er-Jahre ihre Begeisterung für das Internet. Ihren Fokus legt sie dabei auf bildungspolitische Themen. Tanja und Johnny Haeusler betreiben gemeinsam das Weblog Spreeblick, gehören seit 2007 zum Gründungs- und Veranstaltungsteam der Re:publica und haben gemeinsam die TINCON ins Leben gerufen.

Christoph Zeiher (CZ): Frau Haeusler, wie kamen Sie auf die Idee, eine Konferenz über Netzkultur für Jugendliche ins Leben zu rufen?

Tanja Haeusler (TH): Die Idee zur TINCON – das ist die Abkürzung für Teenage Internetwork Conference – entstand schon vor drei Jahren. Wenn man sieht, wie großartig sich die Re:publica-Konferenz entwickelt hat, indem sie verschiedene Themen und Interessen der digitalen Gesellschaft zusammenbringt und verknüpft, liegt es doch auf der Hand, etwas Ähnliches für die junge digitale Gesellschaft zu entwickeln: für eine Gesellschaft, die eigenen Regeln und Kommunikationswegen folgt, andere Helden und Heldinnen feiert, im Kern aber ganz ähnliche Interessen hat.

Mit der TINCON möchten wir der jungen Generation eine Bühne geben, ihre Interessen sichtbar machen und so für öffentliche Aufmerksamkeit sorgen.

CZ: In Politik und Unternehmen ist immerzu von Medienkompetenz die Rede, aber die meisten drücken sich um eine klare Definition. Was bedeutet denn Medienkompetenz für Jugendliche?

TH: Ich kann den Begriff auch nicht mehr hören. Vereinfacht gesagt, geht es dabei um den bewussten Umgang mit digitalen Medien. Jugendliche gehen aber meiner Meinung nach nie so analytisch an das Thema heran. Sie nutzen digitale Medien zunächst so, wie es ihnen Spaß macht oder hilft. Und das ist auch richtig. Sie erfassen und nutzen technische Entwicklungen irrsinnig schnell, und an dem Punkt hecheln Eltern, Bildungsinstitutionen und Politik oft hilflos hinterher. Es wird dann verzweifelt versucht, diese digital aufwachsende Generation in eine Petrischale zu quetschen, um herauszufinden, ob sich da eine neue Spezies entwickelt. Ich denke: nein.

Die Basics, die ein friedliches Miteinander regeln – Respekt, Empathie, Verantwortungsbewusstsein – haben ihre Geltung in der digitalen Gesellschaft nicht verloren. Schaffen wir es, sie der jungen Generation zu vermitteln, wird sie dieses Bewusstsein auch im Digitalen leben. Damit das gelingt, muss man dieser Generation aber zunächst mit Respekt begegnen. Dazu gehört, dass man aufhört, über sie zu reden, und beginnt, mit ihr zu reden.

CZ: Worin sehen Sie die größten Herausforderungen für Digital Natives?

TH: Digitale Unabhängigkeit; die Qualität von Langeweile, Einsamkeit und Nicht-Erreichbarkeit schätzen zu lernen und selbstbewusst sagen zu können: Ich finde auch ohne Netz und Smartphone zur Lüneburger Heide. Und dass ich diesen blau-grünen Pilz am Wegrand nicht essen sollte, weiß ich auch ohne das Urteil meiner Whatsapp-Gruppe.

CZ: Haben Sie das Gefühl, dass diese Fähigkeiten verloren gegangen sind?

TH: Ja, aber das finde ich mindestens ebenso stark bei Erwachsenen. Wir kleben schon alle sehr an unseren Smartphones.

CZ: Wie kann man sich die Konferenz denn konkret vorstellen, wie viele Teilnehmer erwarten Sie?

TH: Wir erwarten 1.000 Gäste für die erste Ausgabe. Für die Frage, wie man sich die TINCON vorstellen muss, hatten wir uns den erklärenden Untertitel “Festival für digitale Jugendkultur” ausgedacht, weil er ganz gut den Themenmix aus Game, Youtube, Politik, Musik, Design, Code, Fashion, Fun und Action beschreibt. Aber unser Jugendbeirat findet den blöd, da müssen wir etwas Besseres finden. Die genannten Bereiche werden zwar im Programm bleiben, aber die Jugendlichen haben sie den Oberthemen Gesellschaft, Mensch, Zukunft, Internet und Lifestyle untergeordnet. Das war für sie klarer.

Die Formate werden variieren. Manches darf in ernsthaften Talks und Diskussionen bearbeitet werden, manches in eher Action-basierten Formaten, bei denen weniger gequatscht und mehr gemacht wird. Und dann gibt es natürlich den Bedarf nach ganz viel “Wow!”, also nach spektakulären Aktionen und Installationen. Und der eine oder andere Promi darf auch dabei sein.

CZ: Sie haben zuvor einen Jugendbeirat erwähnt. Wie stark sind die Jugendlichen denn in die Organisation der Konferenz eingebunden?

TH: Der Jugendbeirat besteht derzeit aus acht Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren. Wie schon beschrieben, stimmt dieser Beirat ganz konkret über Themen und Formate ab und hilft uns bei der Frage nach brauchbaren Kommunikationswegen oder dem Design der TINCON. Das klappt aber neben dem Online-Austausch eigentlich nur in den Ferien und greift also zusätzlich Freizeit ab, weshalb wir die Teilnehmer des Herbst-Workshops für ihre Beratertätigkeit bezahlt haben.

Außerhalb der Ferien laden wir einmal monatlich zu Programm-Meetings ein und versuchen, beispielsweise Design-Präsentationen so zu legen, dass die Jugendlichen dabei sein können.

CZ: Wie finanzieren Sie Ihr Projekt? Sind auch Unternehmen mit an Bord?

TH: Bis jetzt finanzieren wir uns aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und unserem privaten Geld; ab ganz bald hoffentlich aus der Ernte unserer Förderanträge. Die GLS-Bank hat sehr unkompliziert als erstes Unternehmen zugesagt. Einige Gespräche mit staatlichen Institutionen und Stiftungen sind schon sehr weit fortgeschritten, und wir sind begründet optimistisch.

CZ: Und was ist der Plan für die Zukunft? Wollen Sie die Konferenz auch in anderen Städten veranstalten?

TH: Wir möchten regelmäßige Workshops zu verschiedenen Themen anbieten, und natürlich ist es sinnvoll, die TINCON nicht nur in Berlin zu veranstalten. Aber jetzt reifen wir erst mal an extrem hilfreichen Fehlern bei der ersten TINCON im Mai.

Das Netz – Jahresrückblick Netzpolitik

Dieser Beitrag ist Teil der Publikation “Das Netz – Jahresrückblick Netzpolitik” und erscheint auf Netzpiloten.de mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Sämtliche Artikel der diesjährigen Ausgabe sind hier auch online zu finden.


Image (adapted) „re:publica 2013 Tag 2 – Tanja Haeusler“ by re:publica (CC BY-SA 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 4. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um den Einsatz der Bundeswehr in Syrien, Vornamen, Sex-Sklaverei, Snapchat und Regulierung von Mobilität. Ergänzungen erwünscht.

  • BUNDESWEHR Deutschlandradio Kultur: Viele Fronten, wechselnde Allianzen: Im Deutschlandradio Kultur gibt Björn Blaschke einen hören- und lesenswerten Überblick zur Situation des Krieges in Syrien, in den die Bundeswehr geschickt werden soll. Heute entscheidet der Bundestag über die Beteiligung der deutschen Armee, was bei den Mehrheiten im Parlament wohl eher eine Formalität darstellt. Deshalb ist es wichtig, über die verworrenen Fronten in Syrien besser Bescheid zu wissen.

  • VORNAMEN OZY: What Your Name Says About You: Auf OZY schreibt Meghan Walsh über einen Trend der USA, den es wohl genauso hierzulande gibt: Eltern geben ihren Kindern ungewöhnliche Vornamen. Laut der Befragung der Webseite BabyCenter.com haben dies 50 Prozent der Eltern vor. Sie nennen ihre Kinder Messiah (Wirklich!), Major und Princess, denn es gibt kaum Regeln. Spannend ist dies vor allem deshalb, weil die Namen die wir unseren Kindern geben Ausdruck unseres Denkens und unserer Werte sind. Warum Gwyneth Paltrow ihre Tochter Apple genannt hat, verstehe ich aber trotzdem nicht.

  • SEX-SKLAVEREI Cracked.com: 5 Ugly Things You Learn As A Sex Slave In The Modern World: Wir haben das Jahr 2015 und es gibt in dieser Welt immer noch Menschen, die als Sex-Sklaven gehalten werden. Berichte dazu gibt es in der ganzen Welt. Laut einem UN-Bericht ist Sex-Sklaverei die drittgrößte Verbrechensindustrie der Welt, mit einem finanziellen Wert von 32 Milliarden US-Dollar. Auf Cracked.com berichtet ein in Europa tätiger Experte anonym über 5 Fakten zur Sex-Sklaverei, die einem ein grausames Bild von dieser Kriminalitätsszene aufzeigen.

  • SNAPCHAT Mashable: Snapchat positions itself as breaking news platform with San Bernardino coverage: Snapchat bringt in Städten wie Los Angeles, London und New York täglich eigene Snaps nur für diese Region. Am Mittwoch nahm sich Snapchat der Massenschießerei in San Bernardino an und machte somit Nachrichten. Bilder, Videos, Statements – die US-Snapchatnutzer wurden gut informiert. Ähnliche Fälle kennt man vor allem von Twitter, das durch die Berichte über den Terrorangriff in Mumbai 2008 oder die Landung eines Flugzeug auf dem Hudson River 2009 bekannter wurde. Doch bei Snapchat fremdeln einige Nutzer mit dem Dienst und fragen sich, ob Snapchat das richtige Medium ist, um Tragödien mit Nachrichten zu begleiten.

  • MOBILITÄT Gründerszene: Ein Rechtsrahmen für die Mobilität der Zukunft: Für das Blog „Gründerszene“ hat Ubers Deutschlandchef Fabien Nestmann in einem Gastbeitrag einen Wunschzettel an Änderungen aufgelistet, die natürlich in erster Linie dem Unternehmen nützen würden. Schaut man aber an diesen PR-Coup vorbei, sind Nestmanns Punkte von allgemeinem Interesse, denn Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil der smarten Städte der Zukunft und ja, die bisherigen Gesetze sind in einer Zeit geprägt, in der es weder Plattformen noch Smartphones oder Apps gab. Es lohnt sich also, Nestmanns Text einmal zu lesen, denn Uber kann auch wieder verschwinden oder sich ändern, die immer digitaler werdende Entwicklung von Mobilität aber nicht.

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5. Lesetipps für den 23. November

In unseren Lesetipps geht es heute um den USB Typ C, Unterscheidungen bei der Google-Suche, den Black-Friday, die VW-Abgasaffäre und Sensorenkleidung.  Ergänzungen erwünscht.

  • USB t3n: Darum können wir uns auf USB Typ C freuen: Der neue USB Typ C soll den herkömmlichen micro USB-Standard ersetzen und Einiges einfacher machen. Der neue Stecker wird nicht nur für Smartphones und Tablets zu nutzen sein, sondern auch in Notebooks und anderen Geräten, wie Festplatten, TV-Geräten usw. univesell einsetzbar sein. Im Gegensatz zu den verschiedenen Größen und Formaten der aktuellen USB Typen A und B soll der Nachfolger nur noch ein Format bedienen. Die nervige Suche nach dem passenden Ladekabel kann also bald ein Ende haben. Hersteller wie Samsung, HTC und Huawei setzen auf den neuen Stecker, sondern auch Intel und Apple. Einige Geräte, darunter das Nexus 6P und Apples Macbook, sind bereits mit dem USB Typ C ausgestattet.

  • GOOGLE-SUCHE horizont.net: Nur jeder dritte Teenager erkennt den Unterschied: Für die Nutzung von sozialen Netzwerken und Internetanwendungen fehlt manchmal die richtige Aufklärung für Kinder. Bei der Unterscheidung von Suchergebnissen und Werbung, bei der Google-Suche, zeigen sich bei einem Großteil der Kindern und Jugendlichen Schwierigkeiten. Nur 31 Prozent der Zwölf bis 15-Jährigen konnten die Unterscheidung zwischen Werbung und Suchergebnissen feststellen. Dies wurde aus der Befragung einer Ofcom-Studie ersichtlich. Zudem wurden Wissenslücken in Bezug auf Youtube deutlich, welches viele Kinder als Ersatz des Fernsehens nutzen. 53 Prozent der befragten Kinder wussten zum Beispiel nicht, dass die Youtuber für ihren Video-Auftritt bezahlt werden.

  • BLACK-FRIDAY  heise.de: Black-Friday-Angebote nehmen auch in Deutschland an Bedeutung zu: Der “Black-Friday” aus den USA erlangt auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung für den Online-Handel. In den USA ist der “Black-Friday” der Brückentag zwischen Thanksgiving und dem Wochenende, auch genutzt als Rabatt-Tag, an dem viele Online-Händler den Kunden zahlreiche Rabatte auf ihren Einkauf gewähren. Der “Cyber Monday” folgt am Montag darauf mit weiteren Online-Angeboten. Auch in Deutschland gibt es diese Angebot am 27. und 30. November. In den letzten Jahren konnten in den USA bereits Spitzenumsätze an diesen Tagen verzeichnet werden.

  • VW welt.de: TÜV erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundesregierung: Im VW-Abgasskandal geht die Frage nach dem Warum weiter. Aktuell geht es darum zu erfahren, warum der TÜV nichts von den geschönten CO2-Werten bemerkt hatte. Die Vermutung besteht, dass die Prüfgesellschaft und der Autokonzern zu eng zusammen arbeiten und deswegen eine genaue Prüfung ausblieb. TÜV Nord-Chef Guido Rettig bestreitet ein Fehlverhalten des TÜVs, wirft hingegen der Politik die Schuld zu. Diese untersagt den Prüfern, durch bestehende Gesetze, die Motorsoftware genauer zu untersuchen. Die Mitarbeiter hatten demnach wohl keine Möglichkeit, die Manipulation zu entdecken.

  • SENSORENKLEIDUNG golem.de: Sensoren am Körper bald ganz selbstverständlich: Wird Kleidung mit Sensoren in ein paar Jahren bald zum alltäglichen Gebrauch gehören? Ein Forscher aus Erlangen prophezeit, dass diese Technik, mit der man beispielsweise mitthilfe eines T-Shirts Herzryhthmusstörungen erkennen kann, sich in den nächsten Jahren gleichermaßen wie der Gebrauch von Smartphones eingliedern wird. Durch eingenähte Sensoren in verschiedene Kleidungsstücke könnten körperliche Funktionen gemessen werden. Einerseits sehr nützlich in Bezug auf verschiedene Krankheiten, andererseits weist die Technik aber auch die Gefahr auf, wie beim Smartphone, dass ein Missbrauch der Technik manchmal das eigentliche postitive Nutzen überdecken könnte.

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Kinder mit Smartphone: Gefahren und Nutzen

Close up of smartphone in hand (adapted) (Image by Japanexperterna.se [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Anstatt zur Playstation oder zur Fernbedienung, greifen Kinder und Jugendliche immer häufiger zum Smartphone. Müssen sich Eltern deshalb Sorgen machen? Nicht zwingend. Gefährlich wird es erst, wenn ein stabiles Umfeld fehlt.

Smartphones sind heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das gilt nicht nur für Erwachsene – Kinder nutzen den mobilen Internetzugang ebenso: 85 Prozent der zwölf bis 13-Jährigen besitzen ein Smartphone, bei den Jüngeren sind es rund die Hälfte. Das kann positive wie auch negative Auswirkungen auf das Leben der Kinder und deren Familien haben. Wichtig dabei ist, wie Pädagogen und Eltern mit dem Thema umgehen.

Das soziale Umfeld ist entscheidend

Gabriella Küll kennt sich aus mit Kindern. Als Lehrerin sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeutin beschäftigt sie sich mit den Befindlichkeiten und Alltagsproblemen von Heranwachsenden. Immer häufiger kommen Eltern mit ihren Kindern zu Küll in die Sprechstunde und suchen Rat – der Sohn werde immer schlechter in der Schule, könne sich nicht mehr gut konzentrieren. Und dann ist da noch das Smartphone. Er hänge ständig an seinem Smartphone. In solchen Momenten pocht die Psychologin immer auf eine differenzierte Betrachtungsweise: Eine Sucht verdeckt in der Regel etwas, ein anderes Problem, welches das Kind verdrängt. Küll sagt dazu:

Kinder und Jugendliche, die im realen Leben kommunikative und soziale Fähigkeiten zeigen, können Online-Kommunikation für ihre Entwicklung gut nutzen. Kinder, die in diesen Bereich allerdings eher Schwierigkeiten haben, kommen auch im Internet, egal ob über Smartphone oder PC, nicht weiter. Sie werden eher Opfer der negativen Auswirkungen.

Die negativen Auswirkungen machen sich vor allem im Kontakt mit der Umwelt bemerkbar: Die Angst, etwas zu verpassen, wenn sie nicht ständig ihr Smartphone im Auge haben, lähmt die Kinder. Das hindert sie daran, sich über einen längeren Zeitraum hinweg anderen Dingen zu widmen. “In der Gruppe kommunizieren die Kinder nicht mehr unmittelbar, sondern – wenn überhaupt – nur noch unter Einbeziehung ihrer Smartphones.

Aber nicht nur der Kontakt mit anderen verändert sich, Cybermobbing und andere Phänomene sind auch beim mobilen Internetzugang da. Pädagogen und Schulen reagieren auf diese gängigen Probleme mit Computerkursen und Medienpässen. In Suchtfragen sei es laut Küll wichtig, nicht nur die Häufigkeit des Gebrauchs im Auge zu haben, sondern die sonstigen Lebensumstände der Kinder zu sehen. Viele Kinder und Jugendliche können den Gebrauch gut regulieren. “Wer viel online chattet und spielt, seinen Alltag aber geregelt bekommt, weil er gute soziale Kompetenzen besitzt, ist wesentlich weniger gefährdet, wirklich süchtig zu werden, als jemand ohne ausreichende soziale Kompetenzen und Kontakte”, sagt Küll. Eine differenzierte Betrachtungsweise sei daher wichtig.

Medienkompetenz durch sinnvolle Erziehung

Wo fängt problematisches Verhalten also an? Wenn Eltern mit ihren Kindern nicht mehr ins Gespräch kommen können, wenn die Kinder unruhig, zappelig und wütend auf zeitweisen Entzug vom Smartphone oder Computer reagieren, wenn der Kontakt zu anderen Kindern und sonstige Aktivitäten eingeschränkt oder aufgegeben werden. Das seien die ersten Alarmzeichen, sagt Küll. Was also tun, wenn dies auf das eigene Kind zutrifft? Eine Psychotherapie sei in vielen Fällen hilfreich, denn: sehr oft ist das Eltern-Kind-Verhältnis schon gestört. Eltern können trotzdem erst einmal selbst aktiv werden und versuchen, den Konsum ihres Kindes in geregelte Bahnen zu lenken – nicht durch Kontrolle, sondern durch gezieltes Beleben anderer Interessen. “Man kann Kindern problematisches Verhalten nicht abgewöhnen. Man kann nur daran arbeiten, wieder andere Interessen zu wecken, Kreativität und Phantasie zu beleben, die Freude an Bewegung und Gemeinschaft zu reaktivieren”, sagt Küll. Entwicklungsbedingte Schwierigkeiten, familiäre oder schulische Probleme sollten zusätzlich therapeutisch besprochen werden.

Eltern und Schulen können einiges tun, um es gar nicht so weit kommen zu lassen. Das Kind sollte sich gleich an klare Regeln im Umgang mit dem Smartphone gewöhnen – “Smartphone-freie” Zeiten seien laut Küll auch in Schulen wünschenswert. Die Vorbildrolle der Eltern sollte ebenfalls nicht vergessen werden: “Wichtig ist, dass die Eltern selbst ein angemessenes Verhalten im Umgang mit Medien haben.

Smartphones bergen aber nicht nur eine potentielle Suchtgefahr, sondern erleichtern – richtig genutzt – den Alltag vieler Familien: Laut der Studie der LfM lässt sich das Abendessen und andere familiäre Alltagserledigungen, zum Beispiel durch WhatsApp, sehr gut koordinieren. Auch für die persönliche Entfaltung des Kindes hat der Internetzugang einige Vorteile: Sie können beispielsweise mit Rollenbildern in Onlinespielen experimentieren und dadurch Affekte abreagieren. Aber auch der Kontakt untereinander kann verbessert werden: das gemeinsame Anschauen von Videos und Bildern wurde in der Studie als sehr positiv bewertet.

Am Wichtigsten ist es also, dass Kinder und Jugendliche in guten sozialen Umfeldern leben, genügend andere Interessen haben und mit sich und der Umwelt einigermaßen klar kommen. Dann ist das Smartphone nicht gefährlich, sondern nützlich.


Image (adapted) “Close up of smartphone in hand” by Japanexperterna.se (CC BY-SA 2.0)


 

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Fox & Sheep: Gute Apps nutzen die Möglichkeiten der Technik

Vox&Sheep-Gründer Verena Pausder und Moritz Hohl

Fox & Sheep entwickelt Apps für Kleinkinder – wir haben uns mit den beiden Gründern Verena Pausder und Moritz Hohl unterhalten. // von Wolfgang Macht

Vox&Sheep-Gründer Verena Pausder und Moritz Hohl

Vom Tier-Puzzle bis zum Eins-bis-Zehn-Zählen erlernen Kinder bereits im Vorschulalter mit Apps spielerisch die neuen Medien. Die App-Entwickler Verena Pausder und Moritz Hohl holen Eltern und Kinder mit ihren Spiel- und Lernwelten besonders früh ab: Ihr Streichelzoo zum Beispiel ist empfohlen für Kinder bis fünf Jahre. Wir sprachen mit den beiden „Fox & Sheep„-Gründern in Berlin.

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Humboldt, Orwell und die Digitale Bildung

Schulen und das Web: zwei fremde Welten. Kaum bringt die Digitale Agenda da etwas Schwung, schon wird grob unsachlich dazwischengegrätscht. Zu den schönen kulturellen Errungenschaften, die uns die Blogs im Web neu beschert haben, gehört der Rant: die Schimpftirade als selbstironisches Textformat. Also wie Gernot Hassknecht, nur subtiler. Immer dann, wenn alles zu positiv werden droht und alle sich zu sehr auf die Schulter klopfen, kommt jemand und rantet los, in der Regel ausdrücklich markiert mit der Formel „sorry for the rant“.

Christian Füller a.k.a. @ciffi neigte schon immer zum Ranten, aber weniger zum Sorry sagen. Ich folge ihm seit sicher fünf Jahren auf Twitter, und das gern, eben weil er immer wieder den allzu gemütlichen Konsens stört, auch mal provoziert und immer wieder grob dazwischenholzt wie ein britischer Fußball-Vorstopper. Leider fehlt ihm Selbstironie. In den schlechteren Momenten verschwimmt dann die Grenze zur wirren Suada von schwadronierenden Technikkritik-Wirrköpfen wie Manfred Spitzer, dem deutschen Erfinder der „Digitalen Demenz“.

Und jetzt ist er also mit einem rüde rumpelnden Text (erst im eigenen Blog, dann hier bei Cicero) der SPD-Bundestagsabgeordneten Saskia Esken mit Anlauf von hinten in die Hacken gesprungen. Man kann das gesunde internationale Härte nennen, die Profi-Politiker vertragen sollten. Und ich bin sicher, dass gerade Esken da ungerührt weiterspielt: Die frühere Informatikerin und Elternrätin, die jetzt SPD-Fachfrau für Digitale Bildung ist, habe ich im Netz als reflektiert, pragmatisch und lakonisch-humorvoll schätzen gelernt.

„Fast wie Orwell“

Die SPD-Bundestagsfraktion hat unter Saskia Eskens maßgeblicher Mitwirkung ein Positionspapier zu „Digitaler Bildung“ verfasst (PDF). Dazu hat sie im Tagesspiegel einen Essay geschrieben, dem die Redaktion den zugegeben dämlichen Titel „Humboldt und die Algorithmen“ verpasst hat. Warum aber wird sie in Christian Füllers Verriss so grotesk falsch charakterisiert: „gütig-positiv, rosa Zuversicht, pseudo-emanzipatorisches Erlösungsvokabular, naive Jubelpose, Probleme des Netzes übersäuselnd„? Und warum unterstellt er ihr dazu noch „fast einen Orwell’schen Unterton„?

Das bedient ein beliebtes Klischee: Es ist eine Anspielung auf die ebenfalls eher unterkomplexe kalifornische Digital-Dystopie „The Circle“ von Dave Eggers, die ja nicht zufällig von deutschen Internetskeptikern begeistert aufgenommen wurde. Und auch Eggers selbst bedient ein altes Muster: 1984 kontrastierte der berühmte Apple-Werbespot die bunt-kreativen und individuellen Macintosh-Computer mit einer totalitären Big Brother-Welt, die deutlich auf IBM/Microsoft gemünzt war. Schon 2005 antwortete darauf eine richtig lustige Parodie, in der eben nun bunte Sportswear-Menschen mit iPods als verdummte Masse durch die Gänge trotten.

Ja, Digitalisierung hat zwei Seiten: Auf der einen Seite Verdatung und Zentralisierung, ein Traum für Bildungstechnokraten. Und auf der anderen Seite das dezentrale, von allen Nutzern belebte und weiterentwickelte Web, das der Wissenschaftler Tim Berners-Lee damals zum ausgesprochenen Missvergnügen von Microsoft-Gründer Bill Gates in die digitale Welt gesetzt hat. Das könnte man alles anreißen und diskutieren, aber Christian macht das nicht. Was ihn so aufbringt, ist der „Tonfall„, der „digitale Erlösungsdiskurs„, mit dem angeblich Leute wie ausgerechnet Saskia Esken jede Kritik an vorschneller und unreflektierter Digitalisierung der Bildung ersticken wollen.

Ich habe ihn auf Twitter gefragt, wer denn eigentlich im deutschsprachigen Raum diese naiv-totalitären Digitaleuphoriker sein sollen, vor denen er immer warnt. (Saskia Esken ist es ja definitiv nicht.) Ich sehe sie einfach nicht. Das sind nur Watschenmänner und Pappkameraden. In den USA mag es das geben, bei der Gates Foundation und bei einigen Silicon Valley-Bildungsunternehmen, aber da ist die Gefahr viel eher die universale Verdatung und Verpunktung von Bildung, also die zentrale Kontrolle. Leute aber, die sich wie Esken auf ein aufklärerisches Bildungsideal (Codewort: Humboldt) berufen, sind ganz sicher nicht der Feind. Doch Füller beschuldigt sie pauschal, sich zumindest als nützliche Idiotin für „das Treiben von Facebook, Google etc in Verbindung mit NSA, BND usw.“ einspannen zu lassen.

„Saskia Esken und viele Netzaktivisten“

Also wer? Die Leute auf dem Educamp in Stuttgart, wo ich Esken kurz persönlich kennengelernt habe? Da waren extrem engagierte Pädagogen wie Torsten Larbig von edchat.de und Maik Riecken, der sich selbst zum ausgefuchsten Schulnetz-Administrator ausgebildet hat. Diese Leute muss man nicht der Naivität bezichtigen, was die Netzanbindung von Schulen angeht. (Christian führt allen Ernstes einen misslungenen Videokonferenz-Stream aus der Microsoft-Zentrale als zentralen Beleg dafür an, dass die Forderung verfehlt sei, „endlich die technischen und didaktischen Voraussetzungen für digitales Lernen zu schaffen„. Ich verstehe das nicht.)

Ich könnte jetzt noch zig Namen von deutschen Netzaktivisten mit Schulbezug aufzählen, aber keine/r einzige/r ist entspricht dem Füller-Klischee. Niemand, wirklich niemand sagt da so etwas wie „Tablet, erlöse uns! Lernen war und ist so kompliziert, Internet hülf!“ (Vermutlich bin ich ja selbst schon eine der extremsten Stimmen.)

Es gibt keinen Link im ganzen Text, in dem irgendwie auf eine konstruktive Schiene gelenkt würde. Also etwa ein Link zu Philippe Wampfler, der zwei Bücher über Schulen, Jugendliche und digitale Medien geschrieben hat, und mit dem Christian gern auf Twitter diskutiert. Oder Beat Doebeli, Professor an der PH Schwyz und tatsächlich seit 15 Jahren ein Wortführer der „Digitalen Bildung“-Fraktion, der nichts anders tut, als sehr genau die technischen und didaktischen Hindernisse wie auch die begeisternden Möglichkeiten von digitalen Netz-Medien in ganz konkreten Schweizer Schul-Projekten zu dokumentieren, mit besonderer Berücksichtigung von BYOD-Szenarien (Bring Your Own Device, also das eigene Smartphone).

Es gibt überhaupt fast keine Links in Füllers Old School-Artikel. Es gibt keine Hinweise und in die Breite. Am Ende wird etwa abfällig eine Demonstration bei derselben Microsoft-Veranstaltung erwähnt, bei der 12-jährige Schüler mit einer Schildkröte programmieren lernen. Nun, das ist ganz offensichtlich die Programmiersprache Logo, die der berühmte Digitalpädagoge Seymour Papert in den 1970er Jahren erfunden hat, um Kindern zu zeigen, dass digitale Technologie keine Raketenwissenschaft von Datenkrakenkonzernen ist, sondern Individuen ermächtigen kann und soll. Entweder weiß Christian das nicht, oder – eher noch schlimmer – er sagt es nicht. Das aber bedeutet, die Leser dumm zu halten. Die Kommentare unter dem Cicero-Artikel sind auch entsprechend ahnungslos.

Ohne etwas über Papert zu wissen, ohne die Argumente von Wampfler, Doebeli u.a. ins Spiel zu bringen, kann man aber schlicht nicht vernünftig über Digitale Bildung diskutieren. Dann ist man verdammt zum unterirdischen Manfred Spitzer-Niveau: „Selbst im digital gestützten Unterricht geschehen Dinge, die mit Ermächtigung und Souveränität nicht zu beschreiben sind, aber mit Sucht, Ablenkung und digitaler Hörigkeit.

Digitaler Neusprech

Um fair zu sein: Es gibt in diesem hin- und herspringenden Rant, der sich als seriöser Diskussionsbeitrag geriert, einen wahren Kern. Das Wort „digital“ wird tatsächlich sehr leicht als ein beschwörendes Kürzel verwendet, das genaue Differenzierung ersetzt. Es gibt diese schablonenhaften Textbausteine über „Digitalisierung“, in die man in der Politik, in Sonntagsreden und in EU-Projektanträgen sehr leicht hineinrutscht. Es gibt die Kopfweh erregenden Wischiwaschi-Formulierungen, an denen man beim Lesen teflonhaft abrutscht. Das kann und soll man schon kritisieren. Aber halt nicht so.

Denn natürlich muss man trotzdem genau hinschauen. Als abschreckendes Beispiel wird etwa dieser Satz zitiert: „Wenn wir diesen [aufklärerisch-humboldtischen] Bildungsbegriff für die digitale Welt interpretieren, kommt der digitalen Bildung die Aufgabe zu, die Menschen mit der Aneignung einer digitalisierten Welt zu einer souveränen Teilhabe an ihr zu ermächtigen.

Was heißt das? Wir leben nolens volens in einer „digitalen Welt“. (Ja, klar.) Bildung muss darauf reagieren, wenn sie zum Ziel hat, den Menschen dabei zu helfen, sich diese Welt anzueignen und souveräne Subjekte zu werden. (Ja, klar.) Das Ziel ist Ermächtigung und souveräne Teilhabe. (Ja klar: das urdemokratische, aufklärerische Ideal.)

„Netzverkehrserziehung“

Wo also ist hier Füllers Problem? Man muss es sich mühsam zusammensuchen, aber das eigentliche Problem ist am Ende anscheinend gar nicht zuviel Kontrolle durch GoogleFacebookNSA, das bleibt hier bloßes technikkritisches Klischee, sondern gerade mangelnde Kontrolle: Man soll die SchülerInnen (die Menschen) nicht vorschnell zu souverän werden lassen. Nicht zu sehr teilhaben lassen, nicht ohne sorgfältige pädagogische Kontrolle ermächtigen. Überall drohen ja „Prokrastination, Mobbing und digitaler Exhibitionismus„.

Deshalb keine „vorschnelle, radikale und pauschale Einführung digitaler Lernmöglichkeiten„. (Als ob deutsche Schulen gerade überall Breitband-Internet und ständigen Netzzugang für alle SchülerInnen einführen wollten.) Deshalb nur „reflektiert und schrittweise Schulen und Schüler mit der digitalen Welt zu befreunden„. (Also ob Jugendliche erst die Schulcomputer bräuchten, um mit den unerfreulichen Seiten des Internet Bekanntschaft zu machen.)

Was SchülerInnen wirklich dringend brauchen, sind möglichst viele konstruktive und kollaborative Erfahrungen mit dem Netz als Wissens- und Arbeitsraum. So etwas lernen sie eher nicht auf eigene Faust. Das ist das, was sogar altmodische deutsche Unternehmen wie Bosch gerade an allen Arbeitsplätzen einführen, weil sie gemerkt haben, dass das alte bürokratisch-autoritäre Organisationsmodell ausgedient hat, das unseren Schulen 100 Jahre lang als Blaupause diente. Und natürlich gibt es bereits avancierte pädagogische Konzepte für den Umgang mit dem Netz. Die Londoner St. Pauls School führt z.B. seit 10 Jahren vorbildlich vor, wie das geht. Der Netz-Pionier Howard Rheingold entwickelt Netsmart-Kurse, in denen man lernt, mit dem Web als Bildungs-Ökosystem umzugehen, usw. Alles, was in diese Richtung geht, ist an deutschen Schulen dringend nötig.

Christian Füller gibt keine konkreten Hinweise, wie er selbst sich das „schrittweise Befreunden“ mit dem Netz vorstellt, aber die Metapher, die er wählt, ist schon bezeichnend: Dringend nötig sei „so etwas wie eine Netzverkehrserziehung für die Schüler„. Netzverkehrserziehung. Also nicht gleich auf diese digitalen „Datenautobahnen“, von denen man in den 1990ern sprach, sondern erst mal auf Spielstraßen. Ein Schulparkplatz mit aufgemalten bunten Bahnen, die Straßen und Kreuzungen darstellen, und dann dürfen die Kleinen mit ihren Rädern mit dem orangen Wimpel über den Parcours. Rechts vor links, und immer schön umschauen.

Wenn das das Weltbild sein soll, mit der wir dem Netz und dem Web begegnen, dann wird das nichts mit Bildung für die digitale Welt.

 

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Kleine Nerds und große Programmierer

Compuert Camp (Bild: Computer Camp)

Das Computer Camp bietet den Nerds von heute und Programmierern von morgen ein Ferienprogramm der etwas anderen Art.

Compuert Camp (Bild: Computer Camp)

Das Technikferienlager fängt da an, wo die Schule aufhört: In Kursen lernen die Kinder, die von Gerstgrasser und seinem Team liebevoll Nerds genannt werden, alles über Webdesign, Gamedesign, Webentwicklung, Softwareentwicklung und seit diesem Jahr im „Experts Special“ alles über die Oculus Rift. Neben den IT-Angeboten gibt es allerdings auch ein vielfältiges Freizeitangebot für Draußen, denn auch die soziale Komponente soll im Camp nicht zu kurz kommen.

Wir bieten Module für Beginner, Fortgeschrittene und Experten im EDV-Bereich“, sagt Christian Gerstgrasser, leitender Geschäftsführer des Computer Camps, was nach eigenen Angaben der größte Technikferienlageranbieter im deutschsprachigen Raum ist. Angesprochen werden sollen Digital Natives, Nerds, technikbegeisterte und technikaffine Kinder zwischen 10 und 17 Jahren. „Wir versuchen hier eine Förderung anzubieten, die ihren Interessen im Fokus ganz stark entspricht“, sagt Gerstgrasser.

Am stärksten nachgefragt sind die Programmier-Workshops, bei denen von Anfänger- bis Experten-Kursen alles dabei ist. Außerdem kann man sich in Kursen wie App-Entwicklung noch mehr spezialisieren. Bei den Einsteiger Workshops müssen keine hohen Kenntnisse vorhanden sein. Spielerisch wird hier an das Thema herangeführt und anschließend zu richtiger Programmiersprache übergeleitet. Bei den Fortgeschrittenen gibt es nach Gerstgrasser aber auch Kinder, welche mit 12 Jahren schon vollständig programmieren können, die sich „hier zusätzlichen Input erhoffen“, wie er erklärt. Meist lernen diese Kinder ihre Fähigkeiten aus dem Internet und sind mit ihrem speziellen Hobby sehr allein in ihren Schulklassen. Dementsprechend können sie, so der Geschäftsführer, nicht richtig von ihren Lehrern gefördert werden. 15 bis 20 Prozent der Kinder im Camp sind in der Regel hochbegabt, „im Sinne von, die sind sehr spezifisch auf den EDV-Bereich ausgerichtet“, wie es Gerstgrasser beschreibt. In Kleingruppen wird man ihrer deutlich schnelleren Lerngeschwindigkeit und dem Wunsch nach mehr Input gerecht.

Gerstgrasser Christian (Bild: Computer Camp)

Allerdings ist das Computer Camp „kein reiner EDV-Kurs, sondern auch ein Ferienlager“, in dem die soziale Komponente großgeschrieben wird, berichtet Gerstgrasser. „Es gibt immer den Wechsel zwischen EDV- und Freizeitmodulen“. Nach Möglichkeit geht es in der Freizeit raus, draußen werden dann Spiele wie „Capture the Flag“ oder Ultimate Frisbee mit den Kindern gespielt. Viele haben bisher keine großen Erfolge im Schulsport verzeichnen können und stehen diesem auch eher kritisch gegenüber. Aber Gerstgrasser erzählt, dass sie die Nerds „im Laufe der Woche sehr gut dazu bekommen, auch tatsächlich mal einen Ball anzufassen“. Das wird erleichtert, da sich oft Gleichgesinnte finden, welche alle auf dem selben Level sind.

1992 fand das erste Computer Camp statt. Damals noch mit dem Schwerpunkt der Aufbauarbeit, auch wurde das 10-Finger-System vermittelt, erst einige Jahre später kam das Internet hinzu. Heutzutage ist das der Standard in der Schule. Die Arbeit des Camps beginnt in dem Bereich, den die Schulen nicht mehr abdecken können, wie zum Beispiel die Vertiefung in den Bereich der Programmierung. Aber auch neue technische Möglichkeiten werden ausgeschöpft, wie dieses Jahr im speziellen Kurs zur immersiven 3D-Umgebungsbrille Oculus Rift.

Im Camp kann den Kindern die Frage beantwortet werden, wohin sie sich mit den Fähigkeiten, in denen sie wirklich gut sind, noch entwickeln können. Aber auch die soziale Komponente wird betont, denn „es ist nicht nur wichtig, dass du ein guter Programmierer bist und gut programmieren kannst, es ist nämlich auch super wichtig, dass du im Team programmieren kannst, dass du dich mit anderen Menschen im wesentlichen austauschen und zusammenarbeiten kannst“, so Gerstgrasser. Die Social Skills sind für ihn ein wichtiger Bestandteil von dem, was die Kinder mit nach Hause nehmen können.


Teaser & Image (adapted) by Computer Camp


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LoveBrands Logo (Bild: LoveBrands)

Wie wir ja schon vor einiger Zeit berichtet haben, läuft die LoveBrands-Sammelaktion von Ferrero immer noch auf Hochtouren. Einfach die in vielen Ferrero-Produkten enthaltenen Sammelpunkte in das Sammelheft einkleben und so tolle Preise gewinnen.

LoveBrands Logo (Bild: LoveBrands)

 Jeweils 3 Sammelhefte können pro Haushalt eingesendet werden. Somit hat die ganze Familie einen Grund zum mitsammeln. Sieben individuelle Preise gibt es zu gewinnen, darunter unter anderem eine personalisierte Schutzhülle fürs Smartphone, einen „Milky & Schoki“ Thermobecher und für die ganz fleißigen Sammler eine Bettwäsche im „Milky & Schoki“-Design. Weiterlesen »

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Münchner #WhatsDepp-Medienwoche vom 2.3. – 7.3.2015

classroom-laptops-computers-boy.jpg (adapted) (Image by r. nial bradshaw [CC BY 2.0] via Flickr)

In der #WhatsDepp-Medienwoche dreht sich alles um Informationen und Workshops rund um neue Medien. Zum vierzehnten Mal fand vom 2. März bis 7. März die #WhatsDepp-Medienwoche in der Münchner Stadtbibliothek statt. Die Medienwoche ist ein Koorperationsevent von medienpädagogischen Facheinrichtungen, darunter dem Café Netzwerk, Jugendinformationszentrum Kreis München und der Stadtbibliothek, beziehungsweise der medienpädgogischen Zentrale der Stadtbibliothek, Update. Vormittags bekommen Schüler und Schülerinnen in Workshops alles rund um Medien vermittelt, Abends gibt es dann Vorträge für Eltern, Lehrer und Interessierte.

Einrichtungsleiter und Pädagoge Said Köse vom Café Netzwerk erzählt, wo die Probleme liegen: Jugendliche haben das Know-How, aber keine kritische Haltung, bei Eltern ist das genau umgekehrt. Laut dem Pädagogen ist neben Lesen, Rechnen und Schreiben der Umgang mit Medien die vierte wichtige Kompetenz, die jedes Kind beherrschen muss. Ohne diese Kompetenz habe meine keine gute berufliche Perspektive, denn „wer in dem Bereich vorne ist, hat einen Wettbewerbsvorteil“, so Said Köse.

Sowohl für die Jugendlichen als auch ihre Eltern ist es wichtig, nicht nur das Know How zu vermitteln, sondern den Fokus auch auf den kritischen Umgang zu legen: Wo ordne ich welche Information ein? Die meisten Probleme die im Internet auftreten, sind „Urheberrechtsgeschichten“, erzählt Said Köse, es sei ein Massenphänomen. Momentan gibt es noch keine automatischen Kontrollmöglichkeiten, aber sobald es die gibt, wird es Abmahnwellen geben.

Für die Jugendlichen gibt es zwei Arten von Workshop: Zum Einen über Social Media, in welchem es um Privatsphäre, Datenschutz und den kritischen Umgang geht, zum Anderen gibt es einen Anti-Cybermobbing Workshop. Denn das, was früher auf dem Schulhof statt fand, passiert nun 24 Stunden am Tag lang online. Said Köse betont, wie viel leichter und hemmungsloser im Internet Beleidigungen ausgesprochen werden. Lehrer sind nicht genug dafür sensibilisiert, um solche Vorfälle mitzubekommen. Kinder und junge Erwachsene haben laut dem Einrichtungsleiter auch oftmals das Problem, dass sie das, was im Handy und im Internet passiert, für real halten und sich sehr stark zu Herzen nehmen. Zum Leben offline gibt es kaum noch Unterschiede. Für Erwachsene wie ihn, so Said Köse, hat eine Face to Face Unterhaltung noch viel mehr Qualität.

Der Bedarf für diese Workshops ist da, denn Schulen haben kaum Ressourcen und Mittel, um das Thema anzugehen und sind für jedes Angebot dankbar. Die nächste Medienwoche wird erst wieder 2016 stattfinden, voraussichtlich Anfang März.


Image (adapted) „classroom-laptops-computers-boy.jpg“ by r. nial bradshaw (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 22. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um das Jubiläum von Spiegel Online, die Frage, ob Kinder programmieren lernen müssen, Merkels Rede auf dem IT-Gipfel, das Startup Magic Leap und eine Studie zur Social Media-Nutzung. Ergänzungen erwünscht.

  • JUBILÄUM SPIEGEL ONLINE: Geschichte und Entwicklung des Online-Journalismus: Vor 20 Jahren, im Jahr 1994, begann der Spiegel-Verlag, als eine der ersten Medien mit Spiegel Online auch eine Online-Präsenz aufzubauen. Nun feiert das Nachrichtenportal zwanzigjähriges Jubiläum, wozu die Redaktion einen multimedialen Rückblick auf die letzten zwei Jahrzehnte erstellt hat. In diesem wird gezeigt, was zum einen bei Spiegel-Online passiert ist und zum anderen, was in der Welt geschah. Durch den übersichtlichen Aufbau und die zahlreichen multimedialen Elemente auf jeden Fall empfehlenswert, sich den Rückblick einmal genauer anzuschauen.

  • PROGRAMMIEREN Heise Online: Kommentar: Müssen Kinder das Programmieren lernen?: Auf Heise Online äußert sich der Philosoph und IT-Unternehmer Jörg Friedrich zu der strittigen Frage, ob Kinder in der Schule das Programmieren lernen sollen. Zuletzt hatten sich dafür unter anderem Microsoft, SAP und Facebook stark gemacht und einen öffentlichen Brief veröffentlicht. Friedrich stimmt diesen zwar zu, dass Programmieren wichtig sei und gerne Teil der Schule sein dürfe, doch ist er der Meinung, das dieses bei weitem nicht das Wichtigste, was Kinder über die digitale Welt lernen sollten, sei. Vielmehr ist es wichtiger, dass diese lernen würden, wie Netze und Computer funktionieren und aufgebaut sind. So solle die Schule praktisches Orientierungswissen anstatt stumpfe Programmierbefehle vermitteln.

  • IT-GIPFEL Golem: Merkel auf IT-Gipfel: Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig: Am Dienstag startete der achte nationale IT-Gipfel in Hamburg, auf dem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Digitalisierung stark machte und über Netzneutralität und Big Data sprach. So dürfe es laut Merkel keine völlige Regulierungslosigkeit im Netz geben, wobei sie die europäische Datenschutzverordnung als ein schwieriges Unterfangen sieht. Zu dem Thema der Netzneutralität vertrat Merkel die Ansicht, dass diese erst bei schnellen Internetverbindungen ab 50 Mbit/s eine Rolle spielen würde. Zudem outete sie sich als Unterstützer von Big Data und meinte scherzhaft, dass Big Data-Mining gewinnträchtiger als der Steinkohleabbau werden könne. Neben Merkel besuchten auch sechs weitere Mitglieder des Bundeskabinetts den IT-Gipfel.

  • STARTUP The Verge: Google leads $542 million funding of mysterious augmented reality firm Magic Leap: Google hat sich an einer 542 Millionen US-Dollar starken Investitionsrunde für das mysteriöse Startup Magic Leap beteiligt. Mysteriös deswegen, weil bislang nicht viel über die Arbeit des amerikanischen Startups bekannt ist. So weiß man lediglich, dass Magic Leap an der Zukunft von interaktiven Schnittstellen unter dem Namen „Cinematic Reality“ arbeitet. Mithilfe dieser Technologie soll es laut der Aussage von Thomas Tull, CEO von Legendary Pictures, möglich sein, dass Bilder direkt auf das Auge projiziert werden können, sodass es wirkt, als ob sich diese Bilder in der echten Welt befinden. Was Google mit dem Startup genauer plant, ist bislang aber noch unklar. Schon bald soll aber ein erstes Produkt von Magic Leap erscheinen.

  • SOCIAL MEDIA Studie zu Social-Media-Nutzung: Geplatzte Blase – Digital – Süddeutsche.de: Eine Studie zeigt, dass wir bei Facebook und Twitter nicht unter einer Filterglocke, sondern sogar politisch heterogener als im normalen Leben leben. So werden die Nutzer in ihrer Timeline mit politischer Vielfalt konfrontiert, was dazu führe, dass sich die Wahrscheinlichkeit, eine extreme politische Position zu beziehen, verringere. Ebenfalls ermöglichen es die sozialen Netzwerke, auch mit entfernteren Bekannten den Kontakt aufrecht zu erhalten. Dadurch erhalten Social Media-Nutzer Informationen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln, sodass es keine Spur einer Filterblase gebe.

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